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Lebensqualität im Alter - Glaube + Heimat

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6 Region Eisenach–Erfurt<br />

Notiert<br />

Autorenlesung <strong>im</strong><br />

Eisenacher Lutherhaus<br />

Eisenach (mkz) – In seinem neuen<br />

Kinderbuch »Martin <strong>im</strong> Sturm« erzählt<br />

der Autor Andreas Müller wie<br />

der Junge Martin die Reformationszeit<br />

in Wittenberg erlebt. Das Buch<br />

ist der zweite Teil einer Kinderbuchreihe<br />

aus dem Wartburg Verlag<br />

um Martin Luther und die Reformation,<br />

in der der Leser durch<br />

den kleinen Namensvetter mit hineingenommen<br />

wird in die ereignisreiche<br />

Zeit vor 500 Jahren.<br />

Andreas Müller, Autor mehrerer<br />

Bücher für Kinder und Erwachsene<br />

und Pfarrer, wird am 1. November,<br />

16 Uhr, <strong>im</strong> Eisenacher Lutherhaus<br />

sein Buch vorstellen.<br />

Wandbilder<br />

der Lukaskirche<br />

Mühlberg (mkz) – Als die Lukaskirche<br />

in Mühlberg (Kirchenkreis Gotha)<br />

von 1972 bis 1986 restauriert<br />

wurde, wurden an der Chorwand<br />

Farbspuren entdeckt. Bei näherer<br />

Untersuchung stellte sich heraus,<br />

dass sich hier Wandbilder verbargen.<br />

Über mehrere Jahre legte man<br />

die Malerei, die sich über 15 mal<br />

5 Meter erstreckt, frei.<br />

Heute sind nun zehn beeindruckende<br />

Figuren zu sehen. Im Mittelpunkt<br />

der Malerei steht ein<br />

Auf 500 Jahre werden die Wandmalereien<br />

in der Lukaskirche zu<br />

Mühlberg geschätzt.<br />

Foto: Rainer Schmidt<br />

Christuskopf, gehalten von den<br />

Aposteln Petrus und Paulus. Weiter<br />

ist eine Hiob-Szene, ein Teufel und<br />

eine Madonna mit Christus zu sehen.<br />

Die Malerei, die auch Legenden<br />

enthält, könnte um 1500 entstanden<br />

sein.<br />

Am 31. Oktober wird Pfarrer i. R.<br />

Rainer Schmidt um 19 Uhr <strong>im</strong> Radegundishaus<br />

einen Vortrag über<br />

diese Wandbilder halten.<br />

Im Porträt<br />

Mit einem Blick fürs Detail<br />

Christiane Wiesemann und die Fotografie<br />

Die steinerne Treppe zum Turm einer<br />

Kirche. Die Blüte als ein Ort,<br />

wo ein winziger Käfer verweilt. Christiane<br />

Wiesemanns Fotos laden den<br />

Betrachter ein, innezuhalten, zu genießen,<br />

zu träumen. Zu ihrem Leben –<br />

geboren wurde sie 1948 in Brandenburg<br />

an der Havel – gehört schon seit<br />

Kindertagen die Fotografie.<br />

Ihre erste einfache Kamera erhielt<br />

sie, da war sie zwölf. Christiane Wiesemann,<br />

die seit 1998 mit ihrem Mann<br />

<strong>im</strong> Künstlerdorf Friedrichsrode (Kirchenkreis<br />

Südharz) lebt, war Pfarrfrau,<br />

Katechetin, Gemeindepädagogin<br />

und Schulbeauftragte. Und <strong>im</strong>mer<br />

noch ist sie in der Gemeinde ehrenamtlich<br />

tätig. Nun <strong>im</strong> Ruhestand kann<br />

sie ihre Leidenschaft ausleben. Viele<br />

Jahre diente sie als Ausgleich zum Beruf.<br />

Mit rund 80 Bewohnern ist Friedrichsrode<br />

die kleinste Hainleitegemeinde<br />

<strong>im</strong> Kyffhäuserkreis.<br />

Als ihre drei Kinder klein waren,<br />

standen Familienfotos <strong>im</strong> Vordergrund.<br />

Und die Familie wuchs. Denn<br />

als Christiane Wiesemann nach dem<br />

Tod ihres ersten Mannes noch einmal<br />

heiratete, brachte ihr neuer Partner<br />

ebenfalls drei Kinder mit. Sie spricht<br />

von engen Grenzen und bescheidenen<br />

Möglichkeiten für ihr Hobby in<br />

jenen Jahren. Aber sie bedauert das<br />

nicht, sondern stellt es sachlich fest.<br />

Eine neue Welt erschloss sich ihr<br />

mit der Digitalfotografie. »Jetzt gibt es<br />

Bilder ohne Ende«, sei ihre erste Reaktion<br />

gewesen. Recht bald habe sie<br />

gemerkt: Die Zeit, die das Auswählen<br />

und Sortieren unzähliger Fotos kostet,<br />

lässt sich besser nutzen. Die Digitalfotografie<br />

hat ihren Blick für das Detail<br />

geschärft. Die Häuser in einer Stadt<br />

betrachtet die Hobbyfotografin seitdem<br />

mit anderen Augen, sucht bewusst<br />

das einzelne wirkungsvolle<br />

Motiv: ein Fenster, eine Tür; sie erlebt<br />

Bewohner, Mitarbeiter und<br />

Gäste feierten<br />

»RambaZamba« in der Gothaer Stadthalle<br />

krönte am 10. Oktober das Festjahr des<br />

Vereins »Bodelschwingh-Hof Mechterstädt«,<br />

der in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen<br />

beging. »RambaZamba« aus Berlin ist das<br />

einzige integrative Theater Deutschlands.<br />

Alle Schauspieler haben ein Handicap. Mit<br />

ihrem Auftritt begeisterten sie 600 Gäste,<br />

Mitarbeiter und Bewohner der diakonischen<br />

Einrichtung <strong>im</strong> Kirchenkreis Waltershausen-<br />

Ohrdruf.<br />

Der Bodelschwingh-Hof beschäftigt rund<br />

600 Menschen mit einer geistigen, körperlichen<br />

oder seelischen Behinderung in seinen<br />

Werkstätten. Weiter bietet er unterschiedliche<br />

Wohnformen an, begleitet und fördert<br />

Bewohner und Angestellte.<br />

Zum Festtag in Gotha sprach unter anderem<br />

Diakoniechef Eberhard Grüneberg, Halle.<br />

Er überreichte zudem Pfarrer Volker Bomm<br />

das Goldene Kronenkreuz für langjährige<br />

ehrenamtliche Verdienste in der Diakonie.<br />

Volker Bomm ist seit Vereinsgründung der<br />

Aufsichtsratsvorsitzende der Einrichtung.<br />

Foto: Uwe-Jens Igel<br />

<strong>Lebensqualität</strong> <strong>im</strong> <strong>Alter</strong><br />

Die ersten Bewohner bezogen das Pflegezentrum Erbstromtal in Seebach<br />

Die Küchenzeile inmitten des<br />

»Wohnz<strong>im</strong>mers« <strong>im</strong> Erdgeschoss<br />

des zweistöckigen Hauses ist von<br />

Frauen umringt. Heute gibt es Pellkartoffeln,<br />

Quark und grünen Salat. Es<br />

wird abgeschmeckt, ein Mann sitzt<br />

bereits am Tisch und wartet geduldig<br />

auf das Mittagessen, ähnlich wie zu<br />

Hause. Doch etwas ist anders.<br />

Für die Menschen, die hier wohnen,<br />

ist das Alleinleben schwierig<br />

geworden und sie mussten ihre gewohnte<br />

Umgebung verlassen. Die <strong>Lebensqualität</strong><br />

aber ist geblieben, hat<br />

sich vielleicht sogar gebessert. Denn<br />

das moderne Pflegezentrum des Diakonievereins<br />

Erbstromtal in Seebach<br />

setzt auf Selbstbest<strong>im</strong>mung seiner<br />

Bewohner. Es gibt keine festen Zeiten,<br />

niemand wird geweckt oder zu irgendetwas<br />

gezwungen. Im Erdgeschoss<br />

können auf zwei Etagen zehn<br />

Mieter auf jeder Seite wohnen, die<br />

an Demenz erkrankt sind. Die sechs<br />

Zwei- und acht Einraumwohnungen<br />

<strong>im</strong> Obergeschoss für betreutes Wohnen<br />

sind voneinander getrennt. Das<br />

unterscheidet die Einrichtung von anderen<br />

Pflegehe<strong>im</strong>en, sagt die stellvertretende<br />

Vorstandsvorsitzende, Anita<br />

Damm. Und das sei auch gewollt. Mit<br />

dem Pflegezentrum möchte man neue<br />

Wege bestreiten.<br />

Die Diako Westthüringen unterhält<br />

seit vielen Jahren eine Sozialstation <strong>im</strong><br />

Ort. Aus den dort gesammelten Erfahrungen<br />

wuchs der Wunsch nach ei-<br />

Die Z<strong>im</strong>mer werden individuell eingerichtet,<br />

zeigt Pflegedienstleiterin<br />

Uta Wichate. Foto: Susanne Reinhardt<br />

nem Konzept, das Demenzerkrankte<br />

in Würde alt werden lässt, sie nicht<br />

einengt in ihren Fähigkeiten, sondern<br />

fördert und ihre Erinnerungen »auffrischt«,<br />

solange es geht. Dazu gehören<br />

zum Beispiel Gerüche, die be<strong>im</strong><br />

Kochen <strong>im</strong> zentralen Gemeinschaftsraum,<br />

dem sogenannten Wohnz<strong>im</strong>mer,<br />

entstehen, das Pflücken von Beeren<br />

aus dem Garten, in den man aus<br />

allen Schlafräumen gelangt. Die<br />

Schlafz<strong>im</strong>mer schließen sich ebenerdig<br />

an den zentralen Wohnraum an.<br />

Alle Türen sind so gebaut, dass die<br />

Bewohner auch in der Endphase der<br />

Krankheit, <strong>im</strong> Bett liegend, nach draußen<br />

geschoben werden können. Rund<br />

um die Uhr sind Betreuer da, insgesamt<br />

neun an der Zahl.<br />

1078 Euro kostet die Unterbringung<br />

in den 24 Quadratmeter großen<br />

Z<strong>im</strong>mern mit Bad, einschließlich Betreuung<br />

und Verpflegung. Die Möblierung<br />

ist indiviudell. Das gilt auch für<br />

die Wohnungen <strong>im</strong> Obergeschoss.<br />

Von deren Holzbalkonen erhält man<br />

einen schönen Blick in den Herbstwald.<br />

Hierfür zahlen die Mieter 7 Euro<br />

pro Quadratmeter kalt. Für die Betreuungskraft,<br />

die sich um die Bewohner<br />

<strong>im</strong> Obergeschoss kümmert,<br />

werden zusätzlich 150 Euro veranschlagt.<br />

Angehörige sind gern willkommen.<br />

Sie können während der Eingewöhnungszeit<br />

sogar <strong>im</strong> Haus wohnen. Zudem<br />

bietet die Einrichtung eine Tagesbetreuung<br />

an. Schon heute fühlen<br />

sich die Bewohner sichtlich wohl.<br />

Noch sind Plätze <strong>im</strong> Erdgeschoss des<br />

Hauses frei. Im Dezember soll offiziell<br />

Einweihung gefeiert werden. Rund<br />

zwei Millionen Euro investierte der<br />

Diakonieverein Erbstromtal in das<br />

Projekt, an dem eineinhalb Jahre lang<br />

gebaut wurde. Der Diakonieverein<br />

plant für das nächste Jahr eine Erweiterung,<br />

der Bauplatz liegt <strong>im</strong> rechten<br />

Winkel zum jetzigen Gebäude.<br />

Susanne Reinhardt<br />

Architektur und<br />

Landschaft. Im<br />

Urlaub und auf<br />

Wanderungen<br />

ist die Kamera<br />

der ständige<br />

Begleiter. Gemeinsam<br />

mit<br />

ihrem Mann erforschtChristianeWiesemann<br />

die Natur ihres He<strong>im</strong>atkreises;<br />

Wiesemanns fotografieren Bäume,<br />

Gräser, Blumen, Pflanzen und dokumentieren<br />

deren Standorte. He<strong>im</strong>atkunde<br />

nennt das ihr Mann.<br />

In die Öffentlichkeit ging Christiane<br />

Wiesemann erstmals mit persönlichen<br />

Fotokarten zum Geburtstag<br />

für ihre Kolleginnen, komplettiert mit<br />

einem Spruch oder Bibeltext. Fotokalender<br />

entstanden, Zuarbeit für<br />

Faltblätter, die in der evangelischen<br />

Gemeinde und <strong>im</strong> Kirchenkreis ge-<br />

Nr. 44 vom 28. Oktober 2012<br />

21. Sonntag nach Trinitatis<br />

Termine<br />

27. 10. bis 2. 11.<br />

Eisenach. 28. 10., 10 Uhr, Georgenkirche:<br />

Eisenacher Predigten zur<br />

Reformationsdekade mit OKR Dr.<br />

Petra Bahr (Berlin), Kulturbeauftragte<br />

des Rates der EKD • 28. 10.,<br />

16 Uhr, Georgenkirche: Orgelkonzert<br />

mit David Schlaffke (Amsterdam)<br />

• 29. 10., 14.30 Uhr, Georgengemeindehaus:Gemeindenachmittag<br />

»Rumänienhilfe Wilhelmsglücksbrunn«<br />

mit Fritjof Karsten<br />

und Beate Nürnberger • 31. 10.,<br />

16 Uhr, Georgenkirche: Konzert<br />

mit der Mitteldeutschen Barock-<br />

Compagney • 31. 10., 18 Uhr, Wartburg:<br />

Festgottesdienst mit Altbischof<br />

Wolfgang Huber und Eisenacher<br />

Posaunenchor<br />

Erfurt. 31. 10., 9.30 bis 19 Uhr, Augustinerkloster:<br />

Reformationsfest:<br />

Beginn 9.30 Uhr, Augustinerkirche:<br />

Kantatengottesdienst »Erhalt uns<br />

Herr bei deinem Wort« BWV 126<br />

von J. S. Bach mit Solisten, Augustiner-Kantorei<br />

und Andreas-Kammerorchester<br />

• 31. 10., 19 Uhr,<br />

Kleine Synagoge: Lesung mit Dr.<br />

Marcus Patka (Wien) »Jüdischer<br />

Witz – Wege des Lachens« • 1. 11.,<br />

18.30 Uhr, Ägidienkirche: Bibelabend<br />

»Tränen und Brot«<br />

Hülfensberg. 31. 10., 10 Uhr, Hülfensberg:<br />

Ökumenische Pilgerwanderung<br />

zum Kloster Zella<br />

Gotha. 31. 10., 11 Uhr, Schloss Friedenstein:<br />

Führung »Martin Luther<br />

und Lucas Cranach – Geschichten<br />

auf Bildern«<br />

Luisenthal. 31. 10., 19.30 Uhr, Herzog-Alfred-Gedächtniskirche:Konzert<br />

zum Reformationstag mit Peter<br />

Haischer, Oboe/Flöte, und<br />

Marco Lemme, Orgel<br />

Sömmerda. 27. 10., 18 Uhr, Petrikirche:<br />

»366+1 Kirche klingt«, Musikalische<br />

Abendandacht mit der<br />

Kantorei St. Bonifatius, Kinderchor<br />

und Instrumentalisten<br />

Volkenroda. 31. 10., 15 Uhr, Kloster:<br />

Finito! – Ökumenischer Saisonabschluss<br />

am Christus-Pavillon<br />

Waltershausen. Stadtkirche: Waltershäuser<br />

Orgeltage: 28. 10.,<br />

17 Uhr: Konzert mit Sebastian Knebel<br />

(Dresden), Cembalo, und KMD<br />

Theophil Heinke, Orgel; 31. 10.,<br />

17 Uhr: Konzert zum Reforma -<br />

tionstag mit Solisten, Telemannisches<br />

Collegium Michaelstein und<br />

Kantorei Waltershausen<br />

Waltershausen-Ibenhain. 27. 10.,<br />

17 Uhr, Kirche: Musikalische Vesper<br />

mit Christian Schwela (Halle),<br />

Blockflöten, und KMD Theophil<br />

Heinke, Orgel<br />

Wandersleben. 31. 10., 15 Uhr, Eröffnung<br />

Barockdichtergarten und<br />

16 Uhr, St.-Petri-Kirche: Konzert<br />

zum Reformationstag<br />

Wiehe. 31. 10., 14 Uhr, Bartholomäuskirche:<br />

Orgelkonzert mit Lukas<br />

Maschke<br />

Pfarrfrau, Katechetin, Schulbeauftragte – Fotografin:<br />

Christiane Wiesemann Foto: Christiane Wiesemann<br />

braucht wurden. 2008 hing ihr Bild<br />

»Regenwetter« auf der 6. Landesfotoschau<br />

Thüringens in Erfurt. 2011<br />

stellte sie <strong>im</strong> Landratsamt Sondershausen<br />

aus, 2012 unter dem Titel »Im<br />

Auge der Kamera« in Heiligenstadt …<br />

Mit ihren Bildern möchte die Autodidaktin<br />

Christiane Wiesemann andere<br />

Menschen beschenken, an der<br />

eigenen Freude teilhaben lassen, die<br />

sie be<strong>im</strong> Aufspüren und Festhalten<br />

eines schönen Motivs empfindet.<br />

Christine Bose


Nr. 44 vom 28. Oktober 2012<br />

21. Sonntag nach Trinitatis<br />

Chortreffen auf der Leuchtenburg<br />

Kahla (mkz) – Zum Ausklang des Themenjahres »Reformation<br />

und Musik« wird vom 29. Oktober bis 4. November zu einer<br />

»Musikalischen Woche« nach Kahla eingeladen.<br />

Im Geburtsort von Luthers »Urkantor« Johann Walter spielen<br />

die Kantorinnen und Kantoren des Kirchenkreises Eisenberg<br />

jeweils um 18 Uhr in der Stadtkirche St. Margarethen<br />

»30 Minuten Orgelmusik zum Feierabend«. Es sind dies Ralf<br />

Stiller, Bad Klosterlausnitz (29. 10.), Mondi Benoit, Stadtroda<br />

(30. 10.), Every Zabel, Hermsdorf (31. 10.), Dorothea Greßler,<br />

Camburg (1. 11.) und Ina Köllner, Kahla (2. 11.).<br />

Die Johann-Walter-Kantorei Kahla, der Kirchenchor Orlamünde,<br />

die Gesangsvereinigung Lindig und der Kirchenchor<br />

Hummelshain versammeln sich am 31. Oktober zum 2. Chortreffen<br />

auf der Leuchtenburg, wo um 14 Uhr Gottesdienst zum<br />

Reformationsfest gefeiert wird.<br />

Zum Ausklang der »Musikalischen Woche« werden am<br />

4. November die Reformations-Kantate »Ein feste Burg ist unser<br />

Gott« und das Magnificat D-Dur von Johann Sebastian<br />

Bach in der Stadtkirche von Kahla aufgeführt (Beginn: 17 Uhr).<br />

Es musizieren der Kammerchor »Kollegium voKahle«, die<br />

Johann-Walter-Kantorei, Solisten und das Kammerorchester<br />

der Jenaer Philharmonie unter der Leitung von Ina Köllner.<br />

Gedenktafel für deportierte Juden<br />

Gera (mkz) – Vor 70 Jahren begann die Deportation der jüdischen<br />

Einwohner Geras. Am 9. Mai 1942 wurden 34 jüdische<br />

Mitbürger aus 18 Familien, darunter sechs Kinder, sowie am 19.<br />

und 20. September 1942 weitere 14 Geraer Bürger in die Massen-Vernichtungslager<br />

geschickt.<br />

Bereits am 28. Oktober 1938 waren 140 Geraer Juden an die<br />

polnisch-deutsche Grenze nach Bentschen transportiert und<br />

abgeschoben worden.<br />

Durch den Hauptbahnhof der Stadt fuhren von 1942 bis<br />

1945 weitere Züge, die Menschen in die Vernichtungslager<br />

brachten. Daran erinnert eine Gedenktafel, die dort am 15. Oktober<br />

vom jüdisch-deutschen Kulturverein angebracht wurde.<br />

Faszinierende Klangfülle<br />

Größte Orgel von Christoph Opitz in Altkirchen restauriert und in Dienst gestellt<br />

Gemessen an der heutigen Zahl<br />

von Einwohnern und Gemeindegliedern<br />

ist die Kirche von Altkirchen<br />

(Kirchenkreis Altenburger Land) sehr<br />

großzügig gebaut. Majestätisch thront<br />

sie auf dem Berg am Rande des Ortes<br />

und ist weithin sichtbar. Auch die 1871<br />

erbaute Opitz-Orgel kann mit einer<br />

besonderen Klangfülle aufwarten.<br />

Nach dreijähriger Generalsanierung<br />

konnte sie am 21. Oktober neu geweiht<br />

werden.<br />

Aus diesem Anlass hat die Kirchengemeinde<br />

eine 16-seitige Festschrift<br />

mit zahlreichen Fotos erstellt. Ein gesondertes<br />

Kapitel widmet sich der<br />

Biografie von Christoph Opitz, der<br />

1815 <strong>im</strong> unweit von Altkirchen gelegenen<br />

Dobra geboren wurde. An seinem<br />

Geburtshaus erinnert eine Tafel an<br />

den berühmten Bewohner des Ortes,<br />

der 1885 starb. Neben den Gebrüdern<br />

Poppe war Opitz <strong>im</strong> 19. Jahrhundert<br />

einer der bedeutendsten Orgelbauer<br />

in der Region. Über 30 Instrumente<br />

schuf er zwischen 1844 und 1879, die<br />

meisten davon in Ostthüringen. Aber<br />

auch in Hessen hat der Orgelbauer<br />

aus dem Altenburger Land seine Spuren<br />

hinterlassen.<br />

Die Orgel von Altkirchen mit zwei<br />

Manualen, Pedal und 26 Registern ist<br />

sein größtes Werk. Die längste der<br />

1404 Pfeifen ist 5,30 Meter hoch und<br />

20 Zent<strong>im</strong>eter dick. »Eine Besonderheit<br />

des Instruments ist der Übergang<br />

vom Spätbarock in die Klangwelt der<br />

Romantik. Vor allem das zweite Manual<br />

weist viele romantische Register<br />

auf. Christoph Opitz hat sehr solide<br />

Instrumente geschaffen, jedoch bei<br />

der Auswahl des Holzes für die Pfeifen<br />

eine unglückliche Hand gehabt, weshalb<br />

diese mitunter stark von Schädlingen<br />

befallen sind«, spricht Orgelbauer<br />

Gerd-Christian Bochmann aus<br />

dem sächsischen Kohren-Sahlis aus<br />

Erfahrung. Er war für die Sanierung in<br />

Altkirchen zuständig, deren Kosten<br />

sich auf etwa 80 000 Euro beliefen. Für<br />

die zum Kirchspiel Schmölln gehö-<br />

Region Gera–We<strong>im</strong>ar 7<br />

Termine Notiert<br />

27. 10. bis 2. 11.<br />

Altenburg. 31. 10., 10 Uhr, Schlosskirche:<br />

Kantatengottesdienst •<br />

31. 10., 18 Uhr, Brüderkirche: Jahresempfang<br />

der Kirchengemeinde<br />

Braunichswalde. 30. 10., 19 Uhr, Kirche:<br />

ChurchNight<br />

Ehringsdorf. 31. 10., 17 Uhr, Kirche:<br />

Konzert mit dem Männerchor<br />

Oberwe<strong>im</strong>ar-Ehringsdorf<br />

Eisenberg. 31. 10., 17 Uhr, Stadtkirche:<br />

Geistliche Abendmusik<br />

Ettersburg. 31. 10., 16 Uhr, Schlosskirche:<br />

Orgelkonzert mit Katharina<br />

Rau und Hans Christian Martin<br />

Gera. 28. 10., 14.30 Uhr, St.-Salvator-<br />

Kirche: Luther-Gottesdienst mit<br />

Luther-Musical • 31. 10., 17 Uhr,<br />

Plateau der St.-Salvator-Kirche:<br />

Open Air »Ein feste Burg mit Bläserklang«<br />

Hirschberg. 1. 11., 19.30 Uhr, Kirche:<br />

Konzert mit Panflöte und Orgel<br />

Jena. 31. 10., 10 Uhr, Stadtkirche:<br />

Gottesdienst mit Propst Siegfried<br />

Kasparick; anschl. Stadtmuseum:<br />

Ausstellungseröffnung »Luthergedenken<br />

in Jena – Musik, Theater<br />

und Feste« • 31. 10., 19.30 Uhr,<br />

Stadtkirche: Konzert mit »Choralconcert«<br />

(Rostock, Berlin)<br />

Pößneck. 31. 10., 17 Uhr, Stadtkirche:<br />

Chorsinfonisches Konzert<br />

mit der Kantorei der Stadtkirche<br />

und der Russischen Kammerphilharmonie<br />

Ranis. 30. 10., 19 Uhr, Ev. Gemeindesaal,<br />

Ev. Jugend: ChurchNight •<br />

31. 10., 10 Uhr, Stadtkirche: Reformationsgottesdienst<br />

mit Kirchenchor<br />

Rüdersdorf. 31. 10., 14 Uhr, Kirche:<br />

Reformationsgottesdienst und<br />

Einweihung des Spielplatzes<br />

Tiefurt. 27. 10., 14.30 Uhr, Remise:<br />

Chortreffen und 20 Uhr: Kirchweihball<br />

• 28. 10., 14 Uhr, Christophoruskirche:Kirchweihgottesdienst<br />

mit Propst Werneburg<br />

We<strong>im</strong>ar. 28. 10., 18 Uhr, Falk-Denkmal:<br />

Lampionumzug zum Falk-Geburtstag<br />

• 31. 10., 10 Uhr, Jakobskirche:<br />

Kantatengottesdienst • 31. 10.,<br />

19.30 Uhr, Jakobskirche: Zeitsignale<br />

mit Prof. Dr. Thomas Kaufmann<br />

(Göttingen)<br />

Zeulenroda. 27. 10., Dreieinigkeitskirche:<br />

16 Uhr: Kinderkonzert mit<br />

Gerhard Schöne, und 19.30 Uhr:<br />

Liederabend mit Gerhard Schöne,<br />

Ralf Benschu und KMD Jens Goldhardt<br />

Gemeldet<br />

Mit Engeln, Wein<br />

und Pilgermuschel<br />

Das 300-jährige Bestehen ihres<br />

reich verzierten barocken Kanzel -<br />

altars beging die Kirchengemeinde<br />

Kleinmölsen (Kirchenkreis We<strong>im</strong>ar)<br />

in einem Erntedankgottesdienst, in<br />

dem die Kinder ein von Beate<br />

Ketschau einstudiertes Programm<br />

vortrugen. Pfarrer Arndt Bräutigam<br />

erläuterte, dass hier Kanzel und<br />

Altar ganz <strong>im</strong> Sinne von Luthers<br />

Lehre der Gleichwertigkeit von<br />

Predigt und Sakrament zu einer<br />

Einheit verschmolzen sind.<br />

Foto: Frank Störzner<br />

rende Kirchengemeinde war dies ein<br />

Kraftakt. Unterstützt wurde das Vorhaben<br />

durch Fördermittel und Spendengelder.<br />

Die gelungene Restaurierung stellte<br />

für den Orgelbauer eine große Herausforderung<br />

dar. Ziel der Intonation und<br />

St<strong>im</strong>mung war es, das historische und<br />

neu angefertigte Pfeifenwerk zu einem<br />

guten Klangerlebnis zu verschmelzen.<br />

So eignet sich die Orgel auch gut für<br />

Konzerte. Ein solches soll auf jeden<br />

Fall <strong>im</strong> Jahre 2015 stattfinden, wenn<br />

sich der Geburtstag von Christoph<br />

Opitz zum 200. Mal jährt. Ilka Jost<br />

Die Orgel hat 26 Register auf zwei Manualen und <strong>im</strong> Pedal. Foto: Ilka Jost<br />

100. Fairtrade-Stadt<br />

in Deutschland<br />

Jena (epd) – Die Universitätsstadt<br />

Jena ist zur 100. Fairtrade-Stadt in<br />

Deutschland gekürt worden. Damit<br />

werde der Beitrag der Stadt zur Unterstützung<br />

des gerechten Handels<br />

mit Entwicklungsländern gewürdigt,<br />

teilte die Stadtverwaltung am<br />

15. Oktober mit.<br />

� www.fairtrade-towns.de<br />

Weihe von<br />

fünf »Westglocken«<br />

Pölzig (mkz) – Mit einem Festgottesdienst<br />

werden in Pölzig (Kirchenkreis<br />

Gera) fünf Glocken geweiht,<br />

die 1964 gegossen wurden<br />

und seitdem in einem Gemeindezentrum<br />

in Frankfurt am Main läuteten,<br />

das inzwischen aufgegeben<br />

wurde. Die Demontage und der<br />

Transport erfolgten in Eigenleistung<br />

des Bauvereins »Kirche Pölzig«,<br />

der seit 2007 das ganze Pfarramt<br />

und von 2008 bis 2010 die Kirche<br />

saniert hat. Das aus den 1920er<br />

Jahren stammende Geläut aus Eisenhartguss,<br />

das die <strong>im</strong> 1. Weltkrieg<br />

eingeschmolzenen Bronzeglocken<br />

temporär ersetzte, musste Anfang<br />

2011 stillgelegt werden.<br />

Pfarrer Sven Thriemer bezeichnet<br />

die Übernahme eines kompletten<br />

Geläutes aus einer Kirche in<br />

»Westdeutschland« als »spektakulär«.<br />

Darüber hinaus sei es »für<br />

Dorfkirchen absolut unüblich, über<br />

fünf Glocken zu verfügen«. Die Predigt<br />

<strong>im</strong> Festgottesdienst am 28. Oktober,<br />

10.30 Uhr hält Propst i. R.<br />

Hans Mikosch (Gera).<br />

»Lobgesang«<br />

in der Klosterkirche<br />

Bad Klosterlausnitz (mkz) – Im<br />

Rahmen des Themenjahres »Re -<br />

formation und Musik« erklingt am<br />

3. November, 17 Uhr in der Klosterkirche<br />

von Bad Klosterlausnitz die<br />

Sinfonie-Kantate »Lobgesang« von<br />

Felix Mendelssohn Bartholdy. Unter<br />

der Leitung von Ralf Stiller musizieren<br />

die Sopranistinnen Aleksandra<br />

Zamojska (Salzburg) und<br />

Almut Elsässer (Jena), der Tenor<br />

Taro Takagi (München), der mit<br />

Gästen verstärkte Kirchenchor Bad<br />

Klosterlausnitz und die Jenaer Philharmonie.<br />

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8 Region Meiningen–Suhl<br />

Kurz berichtet<br />

Staat<br />

und Kirche<br />

Lutheraner-Tagung<br />

Welche Rolle spielt die Kirche<br />

<strong>im</strong> Staat in einer sicher<br />

verändernden Gesellschaft?« Über<br />

dieses Thema sprach Hans-Peter<br />

Hübner, Oberkirchenrat in der<br />

Evangelisch-Lutherischen-Kirche<br />

in Bayern, bei der Herbsttagung der<br />

Lutherischen Bekenntnisgemeinschaft<br />

in Thüringen Anfang Oktober<br />

in Arnstadt. Hübner ist promovierter<br />

Jurist, von 2002 bis 2007<br />

war er stellvertretender Vorsitzender<br />

des Landeskirchenrates und<br />

Rechtsdezernent der einstigen<br />

Evangelisch-Lutherischen Kirche<br />

in Thüringen. In seinem Vortrag in<br />

Arnstadt legte er dar, dass die Artikel<br />

137 bis 141 der We<strong>im</strong>arer<br />

Reichsverfassung (WRV) aus dem<br />

Jahr 1919, Best<strong>im</strong>mungen über das<br />

Verhältnis von Staat und Kirche,<br />

den Nationalsozialismus und sogar<br />

die DDR überstanden hätten. Sie<br />

seien Bestandteil des Grundgesetzes<br />

(GG) der Bundesrepublik. Zusammengefasst<br />

sind sie in Artikel 4<br />

unseres Grundgesetzes, wo von der<br />

Freiheit des <strong>Glaube</strong>ns und des Gewissens<br />

die Rede ist.<br />

Auf Länderebene wirkt sich das<br />

aus in den Staat-Kirche-Verträgen,<br />

in Thüringen seit dem 15. März<br />

1994. Da geht es unter anderem<br />

um die Theologische Fakultät der<br />

Universität Jena, um die kirchliche<br />

Privatschulfreiheit, um Berücksichtigung<br />

bei der Vergabe von Denkmalpflegemitteln,<br />

um Vertretung<br />

<strong>im</strong> öffentlich-rechtlichen Rundfunk,<br />

um den Beauftragten der Kirche<br />

bei Landtag und Landesregierung.<br />

Hübner zitierte einen katholischen<br />

Verfassungsrichter: »Der demokratische<br />

Staat lebt von Voraussetzungen,<br />

die er selbst nicht zu<br />

garantieren vermag.« Hiermit, so<br />

der Jurist, sei der spezifische Aufrag<br />

der Kirche umschrieben. Am Ende<br />

seines spannenden Vortrages, dem<br />

sich eine lebhafte Diskussion anschloss,<br />

stellte Hübner die Frage,<br />

worauf es in der Kirche wirklich ankomme.<br />

»Allzu sehr Weichgespültes<br />

ist nicht interessant!«, so der Referent.<br />

Er zitierte Apostelgeschichte<br />

2,42: »Sie blieben aber beständig in<br />

der Lehre der Apostel und in der<br />

Gemeinschaft und <strong>im</strong> Brotbrechen<br />

und <strong>im</strong> Gebet« und forderte auf,<br />

die vorhandenen Möglichkeiten in<br />

beständiger Treue zum Auftrag<br />

auszuschöpfen.<br />

Hans-Peter Steinhäuser<br />

Die Lutherische Bekenntnisgemeinschaft<br />

entstand 1934. Sie war Teil der<br />

Bekennenden Kirche. Nach dem Zweiten<br />

Weltkrieg gehörte sie zu den Wurzeln<br />

für die Evangelisch-Lutherische<br />

Kirche in Thürigen. Die Mitglieder fühlen<br />

sich bis heute dazu verpflichtet, die<br />

Entwicklung der Kirche <strong>im</strong>mer wieder<br />

auf Fehler zu überprüfen und gemäß<br />

der Heiligen Schrift und ihrem Bekenntnis<br />

neu auszurichten.<br />

Spendenübergabe<br />

<strong>im</strong> Gottesdienst<br />

Breitungen (mkz) – Im Sommer<br />

führte die Theatergruppe »Zwie,<br />

Zwa, Zwo« der Kirchengemeinde<br />

Breitungen das Stück »Klostergeflüster«<br />

auf. Anlass für die Inszenierung<br />

war die Weihe der Breitunger<br />

Basilika vor 900 Jahren. Das von<br />

Petra Koch geschriebene historische<br />

Theaterstück war <strong>im</strong> Juli <strong>im</strong><br />

Breitunger Schloßgarten aufgeführt<br />

und vom Publikum mit Begeisterung<br />

aufgenommen worden.<br />

Die bei Aufführung eingekommenen<br />

Einnahmen wird die Theatergruppe<br />

der Kirchengemeinde als<br />

Spende zur Verfügung stellen.<br />

Nach eigenen Angaben soll das<br />

Geld dem neuen Gemeindehaus<br />

zugute kommen. Die Spende wird<br />

am 31. Oktober, 10 Uhr <strong>im</strong> Gottesdienst<br />

übergeben.<br />

Diplomrestauratorin Susan Nitsche bei Retuschearbeiten. Foto: Jürgen Glocke<br />

Bewahrung einer Kostbarkeit<br />

Angebot<br />

Dankgottesdienst anlässlich der Restaurierung der Marienkapelle in Christes<br />

Die aus dem 15. Jahrhundert stammenden,<br />

mit Kalkfarben aufgetragenen<br />

Wandbilder in der Marienkapelle<br />

sind der größte Schatz der<br />

Kirche zu Christes (Kirchenkreis Henneberger<br />

Land). Blickfang dort ist eine<br />

Darstellung der Mutter Maria, die<br />

das Jesuskind an ihrer Brust nährt.<br />

Weitere Heilige säumen die Wände<br />

des kaum zehn Quadratmeter großen<br />

Raumes. Fachleute schwärmen von<br />

einem wahren Kleinod. Für dessen<br />

Fortbestand wurde in den vergangenen<br />

Monaten gesorgt – <strong>im</strong> Zuge komplizierter<br />

Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen.<br />

Die Marienkapelle verkörpert den<br />

vermutlich ältesten Teil des Gotteshauses.<br />

Dieses wurde um 1440 errichtet<br />

– finanziert aus den reichlich sprudelnden<br />

Einnahmen, die der »Christusborn«,<br />

ein angeblich wundertätiger<br />

Brunnen, dem Ort bescherte.<br />

Außer einigen Kirchgängern aus<br />

dem Dorf waren es in jüngerer Zeit vor<br />

allem Denkmalpfleger, Kunsthistoriker<br />

und Restauratoren, welche die<br />

Marienkapelle aufsuchten. Dies dürfte<br />

sich ändern, wenn in Kürze ein 2010<br />

begonnenes Restaurierungsprojekt<br />

abschließt und die Marienkapelle für<br />

Besucher geöffnet wird.<br />

Wer klare und kontrastreiche Darstellungen<br />

in frischen, leuchtenden<br />

Farben erwartet, könnte enttäuscht<br />

sein. Eine Übermalung wäre nach<br />

Mit Luther und Pummpälz auf Wanderschaft<br />

Am 31. Oktober findet <strong>im</strong> Lutherstammort Möhra das 11. Pummpälzfest statt<br />

Seit 2004 begibt sich der Pummpälzverein<br />

gemeinsam mit dem<br />

Kirchenkreis Bad Salzungen auf Spurensuche<br />

des Reformators und zieht<br />

damit zahlreiche Wanderer, Radler<br />

und Pilger an. In Zusammenarbeit mit<br />

dem Aktionsnetzwerk Lutherdekade<br />

2017 in der Wartburgregion gibt es am<br />

31. Oktober in diesem Jahr erstmalig<br />

zum Pummpälzfest auch einen Reformationsmarkt.<br />

Er wird entlang der<br />

Lutherkirche und dem Lutherdenkmal<br />

aufgebaut sein. Auch Museen,<br />

Theater, Touristinformationen und<br />

Vereine aus der Lutherregion werden<br />

sich dort präsentieren. Und am extra<br />

eingerichteten »Kinder-Festplatz an<br />

der alten Schule wartet auf die jüngsten<br />

Besucher ein umfangreiches Programm,<br />

angefangen vom Drechseln<br />

und Kerzenziehen bis hin zum Drucken<br />

historischer Holzschnit te oder<br />

Fahrten mit der Postkutsche.<br />

Außerdem gibt es Führungen durch<br />

Möhra, ein Stegreiftheater mit der Liebensteiner<br />

Tafelrunde und das wahr-<br />

Meinung von Experten an der restauratorischen<br />

Aufgabe vorbeigegangen.<br />

Vielmehr hatten sich die Erhaltungsmaßnahmen<br />

in dem »einmaligen und<br />

nahezu unberührten Kleinod« darauf<br />

konzentrieren müssen, schädigende<br />

Faktoren einzudämmen, ein günstigeres<br />

Raumkl<strong>im</strong>a zu schaffen und bedrohte<br />

Teile der Malereien zu sichern.<br />

Eingegriffen wurde dabei hauptsächlich<br />

dort, wo die Lesbarkeit der Malerei<br />

gestört war. Im Ergebnis findet<br />

der Betrachter einen Kompromiss vor,<br />

allerdings einen, der die Patina der<br />

Geschichte bewahrt. Wer etwas Zeit<br />

mitbringt und sich mit dem Werk<br />

beschäftigt, wird erkennen, dass die<br />

behutsamen lokalen Eingriffe der<br />

Restauratorin Susan Nitsche an den<br />

Fehlstellen in Putz-, Tünch- und Malschichten<br />

durchaus ein besseres Gesamtbild<br />

geschaffen haben. Dieses ist<br />

zudem dank konservatorischer Maßnahmen<br />

langfristig geschützt.<br />

Der zu bewältigende Handlungsumfang<br />

war <strong>im</strong>mens, der Zustand der<br />

mittelalterlichen Wandmalereien desolat.<br />

Als Hauptfeind wurde die hohe<br />

Feuchtigkeit <strong>im</strong> Raum ermittelt. Darüber<br />

hinaus wurden zahlreiche weitere<br />

die Bau- und Gemäldesubstanz schädigende<br />

Einflüsse wie Schmutz, Abwitterung,<br />

Mauerwerksbewegungen,<br />

Kritzeleien, Algen, Bakterien, Übermalungen<br />

und Hausschwamm festgestellt.<br />

Erschwerend kam hinzu, dass<br />

scheinlich größte Kuchenbuffet <strong>im</strong><br />

Dorfgemeinschaftshaus. Die Glocken<br />

der Lutherkirche läuten um 10.45 Uhr<br />

das Geschehen auf den Straßen und<br />

Plätzen ein. In der Kirche erklingen <strong>im</strong><br />

Anschluss Lieder, gespielt von Organistin<br />

Ariane Bießmann und Pianist<br />

Jörg-Andreas Müller aus Schweina,<br />

ehe gegen 12.45 Uhr erneut die Kirchenglocken<br />

den Festgottesdienst an-<br />

Der Pummpälz<br />

Der Pummpälz ist einer von Thüringens<br />

Kobolden. Er soll Nachtwandlern<br />

in den Nacken springen<br />

und sich ein Stück des Weges<br />

mittragen lassen, um ihnen Ohrfeigen<br />

zu geben. Nach ihm ist<br />

der Pummpälzweg benannt, ein<br />

Rad- und Wanderweg in Thüringen.<br />

Er verläuft auf einer Länge<br />

von 28 Kilometern von Eisenach<br />

über Ruhla nach Bad Salzungen.<br />

mehrere Farbschichten und Darstellungsebenen<br />

übereinander lagen.<br />

Als Erstes galt es, die Schadursachen<br />

zu el<strong>im</strong>inieren, insbesondere<br />

das Eindringen von Feuchtigkeit<br />

durch Einbau eines neuen Fußbodens<br />

zu verhindern. Erst dann folgten weitere<br />

Arbeitsschritte wie die Konservierung<br />

des Malereibestands, Schließung<br />

der Fehlstellen, Oberflächenreinigung,<br />

Überarbeitung ästhetisch störender<br />

alter Kittungen sowie die<br />

Aufstellung eines konservatorischen<br />

Pflegeplans.<br />

Mit einem Dankgottesdienst am<br />

Reformationstag, um 14 Uhr will die<br />

Kirchengemeinde Christes <strong>im</strong> Beisein<br />

von Pröpstin Marita Krüger und Superintendent<br />

Martin Herzfeld den<br />

Abschluss der Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten<br />

in der Marien -<br />

kapelle feiern. Und allen danken, die<br />

mit Tat und Geld zum Gelingen beitrugen.<br />

Dazu zählen nicht zuletzt<br />

Zuschussgeber wie die Kirchliche<br />

Stiftung Kunst- und Kulturgut in der<br />

Kirchenprovinz Sachsen, das Thüringische<br />

Landesamt für Denkmalpflege<br />

und Archäologie, die Untere Denkmalschutzbehörde<br />

des Landkreises<br />

Schmalkalden-Meiningen und die<br />

Gemeinde Christes. Den Gesamtkostenaufwand<br />

der Arbeiten 2011 und<br />

2012 bezifferte Gemeindepfarrerin<br />

Silke Sauer auf mehr als 90 000 Euro.<br />

Jürgen Glocke<br />

kündigen. Superintendent Peter Taeger<br />

aus Rudolstadt wird die Predigt<br />

halten unter Mitwirkung der Pfarrerinnen<br />

und Pfarrer aus dem Oberland<br />

des Moorgrundes. Am Nachmittag<br />

sind die Kinder in den Gewölbekeller<br />

zum Märchenerzählen und Liedersingen<br />

eingeladen. In der Lutherkirche<br />

gibt es Konzerte des Wartburgsängerkreises<br />

unter Leitung von Hans-Peter<br />

Burkhardt sowie der Gruppe »Charis«<br />

mit Bettina Schröter, Klaus Gerlach<br />

und Christoph Martin Neumann.<br />

Das »Wandern auf dem Lutherweg«<br />

beginnt in diesem Jahr 9 Uhr am Hotel<br />

Haus Hainstein in Nähe der Wartburg<br />

in Eisenach. Die Wanderung führt<br />

über 19 Kilometer auf dem Mitteldeutschen<br />

Lutherweg zum Lutherstammort<br />

Möhra. Eine Rückfahrmöglichkeit<br />

besteht in Möhra um 16 Uhr am<br />

Löberplatz. Wer rund um den Lutherstammort<br />

wandern will, der trifft sich<br />

um 9 Uhr ohne und um 10 Uhr mit<br />

Stöcken am Wethplatz in Möhra.<br />

Susanne Reinhardt<br />

Nr. 44 vom 28. Oktober 2012<br />

21. Sonntag nach Trinitatis<br />

Termine<br />

27. 10. bis 2. 11.<br />

Altenfeld. 31. 10., 18 Uhr, Kirche:<br />

Theaterstück über das Leben der<br />

Katharina von Bora mit der Theatergruppe<br />

des Vereins »Freunde<br />

der Kirche Altenfeld«<br />

Arnstadt. 31. 10., 10 Uhr, Bachkirche:Reformations-Gedenkgottesdienst<br />

• 2. 11., 19 Uhr, Bachkirche:<br />

Vortrag »– kann man Wirksameres<br />

finden als eben die Musica?«<br />

Luther, die Reformation und die<br />

Musik zum Themenjahr – Referent:<br />

Sup. i. R. Wolfgang Robscheit (Eisenach);<br />

Theophil Heinke, Orgel<br />

(Waltershausen)<br />

Bad Salzungen. 27. 10., 17 Uhr,<br />

Stadtkirche: Orgelvesper – 30 Minuten<br />

Orgelmusik<br />

Egelsdorf. 31. 10., 18 Uhr, Kirche:<br />

Reformationstags-Gottesdienst<br />

Eisfeld. 31. 10., 9.30 Uhr, Dreifaltigkeitskirche:<br />

Musikalischer Gottesdienst<br />

zum Reformationsfest und<br />

in Erinnerung an den Komponisten<br />

und Musikverleger Georg Rhaw<br />

Heldburg. 31. 10., 10 Uhr, Liebfrauenkirche:<br />

Reformationstags-<br />

Festgottesdienst<br />

Kaltennordhe<strong>im</strong>. 10. 11., 9 Uhr, Bürgerhaus:<br />

Frühstückstreffen für<br />

Männer mit Dr. Klaus Richter (Elbingerode)<br />

»Sucht – der faszinierende<br />

Irr-Sinn Frühstück und Unkostenbeitrag:<br />

9 Euro. Anmeldung<br />

bis 8. 11., unter Telefon (03 69 46)<br />

2 03 80 oder 2 20 31 oder 2 07 87, E-<br />

Mail <br />

Kaltenwesthe<strong>im</strong>. 31. 10., 18 Uhr,<br />

Laurentiuskirche: Reformationstags-Gottesdienst<br />

mit Theaterstück<br />

in Rhöner Platt<br />

Meiningen. 28. 10., 17 Uhr, Stadtkirche:<br />

Chor- und Orchesterkonzert<br />

• 31. 10., 19.30 Uhr, Schloss Elisabethenburg:<br />

Eröffnung der Kabinettausstellung<br />

»Ludwig Chronegk –<br />

Schauspieler, Manager und Freund«<br />

– zum 175. Geburtstag Ludwig<br />

Chronegks (bis 12. Mai 2013)<br />

Plaue. 2. 11., 18 Uhr, Kirche: Kirmesgottesdienst<br />

Saalfeld. 31. 10., 10 Uhr, Johanneskirche:Reformationstags-Kantatengottesdienst<br />

»Ein feste Burg ist<br />

unser Gott« von J. S. Bach • 31. 10.,<br />

17 Uhr, Schlosskapelle: Reforma -<br />

tionstags-Orgelkonzert<br />

Schleusingen. 31. 10., 18 Uhr, Johanniskirche:<br />

Taizé-Abendandacht<br />

zum Reformationstag<br />

Impressum<br />

Ausgabe Thüringen<br />

Herausgeber: Evangelischer Presseverband<br />

in Mitteldeutschland e.V.<br />

www.glaube-und-he<strong>im</strong>at.de<br />

Chefredaktion: Dietlind Steinhöfel (v.i.S.d.P.)<br />

E-Mail <br />

Redaktion Thüringen<br />

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Redaktionsassistenz: Ramona Schurig<br />

Telefon (0 36 43) 24 61-20, Telefax -12<br />

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Gemeinsame Redaktion<br />

Mitteldeutscher Kirchenzeitungen<br />

(Seiten 2, 4 und 12)<br />

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Redaktion: Sabine Kuschel<br />

Redaktionsassistenz: Birgit He<strong>im</strong>ann<br />

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in Deutschland (EMVD).<br />

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