Welt im Wandel - Geographisches Institut Uni Heidelberg

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Welt im Wandel - Geographisches Institut Uni Heidelberg

Zeitschrift von und für Studenten/innen des

Geographischen Instituts der Universität Heidelberg

I N H A L T Jahrgang 6, Ausgabe 4 | 2010

14 Praktikum

Der interdisziplinäre Projektverbund

„Global Change and Globalization“

Desertec

Revolutionierung

der Strombranche

02

Welt im

Wandel

16

auf den Philippinen im Bereich des

Disaster Risk Management im urbanen Raum

themen

02 „Global Change and Globalization“

Der interdisziplinäre Projektverbund

gibt Einblick in den Wandel der Welt

07 Vertretung im Wintersemester

Prof. Dr. Johannes Rehner und Prof. Dr.

Harald Bathelt lehren in der Wirtschafts-

geographie

09 Berufsfeld Immobilienwirtschaft

Erfahrungen aus der Summer School:

„Real Estate Market Research“

11 Geographie studiert ̶ und dann?!

Angebote zur Berufsorientierung am Geo-

graphischen Institut

16 Desertec

Stromgewinnung in der Wüste

20 Fahr mal hin

Winterspezial: Skierlebnisse in Heidelberg

22 Der unruhige Planet

Das Programm der HGG

ausland

14 Praktikum

Johannes Anhorn berichtet von seinem

Praktikum auf den Philippinen

rubriken

23 Neuigkeiten

24 Impressum


2 >>

Welt im Wandel

. Text: Dr. Nicole Vollweiler

Die Welt ist im Wandel.

Dies ist unübersehbar.

Sowohl unsere eigene

Erfahrung, als auch der Blick in

Zeitungen, Fernsehsendungen

und Online-Medien lehrt uns das.

Die Veränderungen umfassen ein

breites Spektrum unserer Lebenswirklichkeit

von den Naturräumen

über Siedlungen und Verkehr

bis hin zur Wirtschaft. Man denke

nur an Stichworte wie Klimawandel,

Artensterben, Wirtschaftskrise

oder Atomausstieg. All diese

Begriffe bezeichnen Prozesse, denen

wir uns gegenüber sehen und

die wir verstehen wollen. Gemeinsam

ist diesen Themen, dass sie

sich allesamt nur in komplizierten

Systemen beschreiben lassen, dass

sie aber in gleichem Maße auch

die ganze Menschheit unmittelbar

angehen und politische und

wirtschaftliche Entscheidungen

von großer Tragweite beinhalten.

Dies bedeutet eine Herausforderung

für die Wissenschaft, denn Politiker

und Manager sind darauf

angewiesen, dass ihnen aus der

Forschung Erkenntnisse zur Ver-

COLUMBUS | 04-2010

Global Change and Globalization

Der interdisziplinäre Projektverbund

„Global Change and Globalization“

fügung gestellt werden, an denen

sie sich orientieren können.

Als WissenschAftler hAt

man das Ziel, möglichst exakte

Ergebnisse zu produzieren und

sich mit einem bestimmten Teilgebiet

vertieft auseinander zu setzen.

Das ist Voraussetzung für das

Verständnis detaillierter Prozesse

und Systeme. Man muss einen

gewissen „Scheuklappen-Blick“

haben, sich ganz in die eigene Forschungsfrage

vertiefen, also ein

wirklicher Fachmann werden. Für

viele Fragestellungen ist das die

einzig geeignete Herangehensweise.

Doch betrachtet man Probleme

wie die oben genannten, kommt

man mit dem Verharren in Einzeldisziplinen

nicht weit. Als Beispiel

sei der Klimawandel angeführt.

Grundlage des Verständnisses ist

selbstverständlich die Physik der

Atmosphäre, der Ozeane, des Bodens,

der Vegetation und anderer

Teile des Naturraums. Man muss

bis ins kleinste Detail verstehen,

was abläuft. Doch schnell wird

klar, dass dies nur der Anfang

ist. Schon die natürlichen Prozesse

sind durch eine Vielzahl von

Wechselwirkungen geprägt. Steigt

die Temperatur, verdunstet mehr

Wasser, was zu einer erhöhten

Wolkenbildung führt. Die Bewölkung

ihrerseits sorgt jedoch dafür,

dass die Sonnenstrahlung, die aus

dem Weltraum auf die Oberseite

der Atmosphäre trifft, nicht komplett

auf der Erdoberfläche ankommt,

was wiederum die Temperatur

mindert. Dieser einfache

Zusammenhang lässt bereits die

Komplexität erahnen. Wenn nun

noch der Mensch und sein Wirken

hinzu treten, nimmt das System

eine schier unüberblickbare Verwobenheit

an. Wir alle wissen

mittlerweile, dass das Verbrennen

fossiler Energieträger eine Erhöhung

des Kohlendioxidgehaltes

der Atmosphäre zur Konsequenz

hat. CO2 als Treibhausgas bewirkt

einen Temperaturanstieg. Man untersucht

zum einen in der Naturwissenschaft

die Auswirkungen

der Treibhausgase auf das Klima,

inklusive der ausgelösten Feedbackprozesse

innerhalb des Kli


Gaskrater mit LKW

Foto: Prof. Dr. Hans Gebhardt

masystems, zum anderen widmen

sich aber eine Fülle von anderen

Fächern diesem Thema. Denn die

Natur ist nur eine Komponente.

Wirtschaft und Energie spielen

eine ebenso wichtige Rolle. Damit

sind also die Gesellschaftswissenschaften

angesprochen. Genauso

bedeutsam sind aber juristische

Fragen, wenn es um die Umsetzung

von Entscheidungen national

und international geht. Die

gesamte Wirtschafts- und Umweltpolitik

bedarf der rechtlichen

Ausgestaltung. Die Psychologie

liefert wichtige Erkenntnisse in

diesen sich ändernden Wirkungs-

und Entscheidungsgefügen. Auch

die Geisteswissenschaften sind

gefordert, wenn es darum geht,

die Prozesse beispielsweise philosophisch

zu reflektieren oder, wie

die Altertums- und Geschichtswissenschaften

es tun, in einen

historischen Kontext zu stellen.

e s s e t z t s i c h also eine Vielzahl

von Fächern mit der sich wandeln-

den Welt auseinander. Doch jede

Disziplin für sich allein genommen

kann wenig ausrichten. Das

Stichwort „Interdisziplinarität“ ist

in diesem Zusammenhang in aller

Munde. Ganz offensichtlich muss

man sich also über die Grenze des

eigenen Fachs hinaus bewegen,

wenn man das Gesamtsystem in

den Blick nehmen will. Der erste

Schritt besteht in der Verknüpfung

von separat gewonnenen Ergebnissen.

Für eine wirkliche Durchdringung

der Problemstellungen

ist es jedoch erforderlich, die

Forschungsvorhaben von Grund

auf gemeinsam anzugehen. Denn

nur auf diese Weise kann Themen

Raum gegeben werden, die im

Kontext des Einzelfachs gar nicht

auf der Agenda stünden und es

können Wissenschaftlerteams gebildet

werden, die von vornherein

vernetzt arbeiten.

Die Universität heiDelberg

bietet hierfür glänzende Voraussetzungen,

da sie als Volluni-

Global Change and Globalization


4 >>

Global Change and Globalization

(siehe Tabelle) haben im Sommer

2009 ihre Arbeit aufgenommen

und 14 Doktoranden fertigen in

diesem Rahmen ihre Dissertationen

an. Aus der Tabelle wird

die Schwerpunktbildung und die

umgesetzte Interdisziplinarität

deutlich. Die Geographie nimmt

dabei eine Schlüsselrolle ein. Sie

ist prädestiniert für Fragestellungen,

die sowohl die Natur als

auch den Menschen im Fokus haben,

so dass sowohl die Physische

Geographie, vertreten durch Prof.

Olaf Bubenzer und seine Doktorandin

Barbara Brilmayer Bakti,

als auch die Anthropogeographie

mit Prof. Hans Gebhardt und Thomas

Bonn wichtige Säulen im Ge-

samtkonzept bilden. Dabei kommt

dem traditionellen Heidelberger

Schwerpunkt der Trockengebietsforschung

eine große Bedeutung

zu. Gerade das Thema Wasserverfügbarkeit

spielt im Bereich des

Umweltwandels und der Ressourcenverknappung

eine entscheidende

Rolle. Die „Global Change and

Globalization“-Projekte untersuchen

diesen Aspekt in Jordanien

und verknüpfen ihre Ergebnisse

aus Umweltphysik, Physischer

Geographie, Anthropogeographie,

Zoologie, Umweltökonomie und

Umweltrecht. Unser Projekt kooperiert

darüber hinaus eng mit

dem Marsilius-Kolleg, wo sich

Heidelberger Forscher unter ande-

Global Change and Globalization

rem auf dem spannenden Terrain

des so genannten Climate Engineering

betätigen. Dabei geht es

um die Bewertung der noch schwer

abschätzbaren Möglichkeiten

und Grenzen von Technologien,

mit deren Hilfe der Temperaturanstieg

auf der Erde vermindert

werden könnte. Hierzu zählen

unter anderem das Einbringen

von Schwefel in die Atmosphäre

und das Düngen von Meeresalgen

mit dem Ziel, Kohlendioxid

zu binden. Es liegt auf der Hand,

dass die Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern,

Juristen und

Ökonomen Voraussetzung für das

ganzheitliche Erfassen und Bearbeiten

dieser Probleme ist.

Group I: Water in sensitive regions – Handling limited water resources in sensitive regions of

the Near East (Egypt, Jordan).

Project 1: Age and recharge rate of groundwater reserves in the Nubian and Disi Aquifers (Prof. Dr. Werner

Aeschbach-Hertig and Tillmann Kaudse, Institute of Environmental Physics)

Project 2: Local assessment of water and sediment quality as a prerequisite for integrated water management

strategies in the Near East (Prof. Dr. Thomas Braunbeck, Franziska Förster, Institute of Zoology

and Prof. Dr. Lothar Erdinger, Institute of Hygiene)

Project 3: Palaeodrainage systems, hydroclimatic changes and traditional water use in Egypt and Jordan

(Prof. Dr. Olaf Bubenzer and Barbara Brilmayer Bakti, Institute of Geography)

Project 4: Water in the Middle East as an instrument of power – water conflicts, actors and discourses

(Prof. Dr. Hans Gebhardt and Thomas Bonn, Institute of Geography)

Project 5: Water Management in arid regions – a comparative legal study with a specific focus on

groundwater utilization (Prof. Dr. Ute Mager and Silvan Eppinger, Institute for German and European

Administrative Law)

Project 6: Water and economic development – assessing contributions and constraints to growth in the

Near East (Jun.-Prof. Travis Warziniack PhD , Research Centre for Environmental Economics)

COLUMBUS | 04-2010


Global Change and Globalization


6 >>

Global Change and Globalization

„globAl chAnge AnD Globalization“

ist jedoch nur eines der

Beispiele für Kooperationen innerhalb

der Heidelberger Umweltwissenschaften.

Da man erkannt

hat, welches Potential in dieser

Verknüpfung liegt, will man in

Zukunft diese Stärken noch weiter

ausspielen. Das neu zu gründende

Heidelberg Center for the Environment“

wird die institutionelle

Plattform sein, den Austausch und

die Kooperation vorantreiben und

neue Forschungsinitiativen anregen.

Es steht allen Fächern und

Dr. Nicole Vollweiler hat an den Universitäten Mannheim, Heidelberg

und an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich Geographie

(Diplom mit den Nebenfächern Geologie und Biologie) studiert.

An der Forschungsstelle „Radiometrische Altersbestimmung von Wasser

und Sedimenten“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften mit Sitz

am Insitut für Umweltphysik der Universität Heidelberg hat sie bei Prof.

Dr. Augusto Mangini (Zweitgutachter Prof. Dr. Olaf Bubenzer) im Bereich

der Paläoklimatologie promoviert. Mit Hilfe von Stalagmiten rekonstruiert

sie die Klimabedingungen der vergangenen Jahrtausende, betreibt

interdisziplinäre Forschungsprojekte gemeinsam mit Historikern und Altertumswissenschaftlern

und widmet sich Fragestellungen des aktuellen

Klimawandels und der Aufbereitung wissenschaftlicher Ergebnisse für

eine breitere Öffentlichkeit. Neben der naturwissenschaftlichen Arbeit

war sie viele Jahre im Kulturmanagement und im Journalismus tätig. Seit

August 2010 ist sie für die Koordination des Projektes „Global Change

and Globalization“ zuständig und engagiert sich im Rahmen des Aufbaus

des „Heidelberg Center for the Environment“.

COLUMBUS | 04-2010

Wissenschaftlern der Universität

offen, fasst Forschungsergebnisse

zusammen und macht sie für

den Dialog mit der Öffentlichkeit

nutzbar. Die Aufbereitung von

Forschungsergebnissen ist eine

überaus wichtige Aufgabe, der

wir uns stellen wollen. Sowohl die

Bürger, als auch politische Entscheidungsträger

und Medien sind

auf verlässliche Informationen

und wissenschaftlich fundierte

Stellungnahmen angewiesen, um

den globalen und regionalen Wandel

richtig bewerten und mög-

Nähere Informationen zum Projekt unter

http://www.iup.uni-heidelberg.de/Exzellenzinitiative

Dr. Nicole Vollweiler, Koordination „Global Change and Globalization“

Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg

Im Neuenheimer Feld 229, 69120 Heidelberg

Telefon +49 (0)6221 54 6530

Nicole.Vollweiler@iup.uni-heidelberg.de

lichst weitsichtige Entscheidungen

treffen zu können. Neben der

fächerübergreifenden Forschung

wird das „Heidelberg Center for

the Environment“ aber auch im

Bereich der Lehre neue Wege gehen.

Studenten sollen bald schon

eine umweltwissenschaftliche

Ausbildung erhalten können, die

neben der Spezialisierung auf ein

bestimmtes Fach (Geographie,

Physik, Ökonomie etc.) einen

deutlich interdisziplinären Anteil

beinhaltet.

Dr. Nicole Vollweiler

Foto: Thomas Hedrich


Vertretung im Wintersemester


8 >>

COLUMBUS | 04-2010

Vertretung im Wintersemester

Prof. Dr. Harald Bathelt

lehrt und forscht an der University

of Toronto, wo er zugleich zwei

Lehrstühle innehat. Er ist sowohl

Professor am Institut für Politische

Wissenschaften, Lehrstuhl für

“Innovation and Governance”, als

auch am Institut für Geographie

und Planung. Professor Bathelt

gehört zu den führenden Wirtschaftsgeographen

Deutschlands

und ist einer der meistzitierten

Wissenschaftler seines Faches. Im

Mittelpunkt seines Forschungsinteresses

steht der technologische,

wirtschaftliche und gesellschaftliche

Wandel in räumlicher Perspektive.

Darüber hinaus interessiert er

sich auch für Themen der Clusterforschung.

Professor Bathelt hat

Geographie, Volkswirtschaftslehre

und Statistik an der Universität

in Gießen studiert, wo er 1991

promovierte und sechs Jahre später

auch habilitierte. Bereits in den

1990er Jahren war Harald Bathelt

als Gastprofessor an der Wilfrid

Laurier University in Kanada tätig,

folgte aber erst 2006 dem Ruf

auf einen Canada Research Chair

(CRC) mit Schwerpunkt Innovation

& Governance, wodurch er

Deutschland den Rücken kehrte.

Zuvor arbeitete er jeweils vier Jahre

an den Universitäten in Frankfurt/Main

sowie in Marburg. In

Frankfurt war es dann auch, wo

er intensiv mit Johannes Glückler

zusammenarbeitete – mit dem Ergebnis

der Neukonzeption der relationalen

Wirtschaftsgeographie.

Das Ergebnis in Form des UTB-

Lehrbuchs „Wirtschaftsgeographie

- Ökonomische Beziehungen

in räumlicher Perspektive“ dürfte

fast allen unter euch ein Begriff

sein. Unter der relationalen Wirtschaftsgeographie

verstehen die

beiden eine Grundkonzeption, die

ökonomisches Handeln in räumlicher

Perspektive in das Zentrum

der Analyse rückt und als soziales

Handeln begreift. Akteuren und

ihren Handlungskontexten wird

Prof. Dr. Harald Bathelt

Foto: http://www.harald-bathelt.com/

daher besondere Aufmerksamkeit

gewidmet. Inzwischen arbeiten

Professor Bathelt und Professor

Glückler an der dritten Auflage

des Buches, und werden auch die

gemeinsame Zeit in Heidelberg

dazu nutzen, diese Neuauflage mit

einer weiterentwickelten Struktur

voranzutreiben.

Johannes Rehner und Harald Bathelt teilen sich die Lehrveranstaltungen für das Wintersemester.

Das heißt konkret: In der ersten Hälfte (November und Dezember) wird Professor

Rehner eine Vorlesung zu „Wirtschaftsgeographischen Aspekten der Ressourcenökonomie

und natürlicher Risiken“ (Mo und Do, 9-11 Uhr) sowie ein Hauptseminar („Steuerung natürlicher

Risiken und Katastrophenmanagement“) abhalten, Professor Bathelts Vorlesung

„Economic Geography, Institutions and Political Economy“ (ebenfalls Mo und Do, 9-11 Uhr)

sowie sein Hauptseminar zu „Innovation and Governance in Spatial Context“ (Blocktermine)

finden dann im Januar und in der ersten Februarhälfte statt.


Berufsfeld Immobilienwirtschaft

. Text: Stephanie Pedlow

. Fotos: Institut für Humangeographie, Universität Frankfurt

Dass gerade Geographen oft in dieser Branche

ein Zuhause finden, konnte die Summer

School eindrucksvoll vermitteln. Die meisten

Referenten hatten ein Geographie-Studium hinter

sich. Während manche Referenten, die schon länger

in der Branche tätig sind, eher durch Zufall in der

Immobilienbranche gelandet sind, fanden die meisten

Ihren Einstieg durch Praktika, Diplomarbeit oder

Trainee-Programme.

vor Allem im Bereich des Immobilien-Research

sind Geographen gesucht. Ihre raumwissenschaftliche

Kenntnisse und ihre Fähigkeit „über den

Tellerrand zu schauen“ sind bei der Analyse von

Standorten und Märkten gefragt. Seit der Immobilienkrise

ist der Stellenwert des Immobilien-Research

gewachsen. Investoren setzen wieder vermehrt auf

sichere Investitionen anstatt risikoreicher Anlagen.

Die Recherche von Marktdaten bringt daher Transparenz

in die Immobilienlandschaft. Ein Investor,

der in einen neuen Markt einsteigen will, möchte das

Risiko seiner Investition kennen. Messbar wird die

Transparenz durch die Verfügbarkeit von Daten zum

Immobilienmarkt, aber auch andere Dinge wie Korruption

oder die Stabilität des politischen Systems

spielen eine Rolle.

in Der sUmmer School wurde verdeutlicht, dass

eine Immobilie ein Anlageprodukt ist. So legen bei-

Summer School


10 >>

Summer School

stellt, ein Wohnnutzungskonzept für ein Grundstück

im Mainzer Zollhafen zu finden. Daraufhin mussten

in einer Makroanalyse Daten zu Mainz recherchiert

werden, wie es denn mit der Kaufkraft, der Demographie

oder den Pendlerbeziehungen in Mainz bestellt

sei. Danach wurden der Mikrostandort und der

Wohnungsmarkt näher betrachtet. Wie ist die umliegende

Nutzung? Wie sehen Angebot und Nachfrage

aus? Welche Miet- oder Verkaufspreise wurden für

vergleichbare Projekte erzielt?

nAch Der getroffenen Entscheidung, Luxus-

Geschosswohnungen am Hafenstandort zu realisieren,

musste eine Wirtschaftlichkeitsberechnung

durchgeführt werden, um Kaufpreis und Rendite

festzustellen. So blieb die Summer School nicht nur

auf der theoretischen Ebene, sondern vermittelte

auch wichtige Praxistools.

Der einstieg in die Immobilienbranche findet oft

über die Sparte Immobilien-Research statt. Man soll-

Hoch hinaus: Die Immobilienwirtschaft bietet gute Jobmöglichkeiten

für Geographen

COLUMBUS | 04-2010

te belastbar sein und eine Bereitschaft zu flexiblen

Arbeitszeiten mitbringen - 50-Stunden-Wochen sind

laut Referenten keine Seltenheit. Außerdem sind gute

Englischkenntnisse durch das internationale Umfeld

der Unternehmen Pflicht. In der Immobilienbranche

führt keine Weg an Frankfurt vorbei. Die Branchengrößen

haben alle ihren Sitz in der Mainmetropole,

hier ist auch oft die Research-Abteilung angesiedelt.

insgesAmt WAr Die Summer School eine spannende

Ergänzung zum Lehrprogramm der eigenen

Uni und hat Einblicke in Themenfelder ermöglicht,

die hier im Studium eher selten auf dem Lehrplan

stehen. Auch die Chance, Kontakte zu Geographie-

Studenten aus ganz Deutschland zu knüpfen und damit

sein eigenes Netzwerk aufzubauen, war ein toller

Nebeneffekt der Summer School. Wer also noch

nicht weiß, was er in den nächsten Semesterferien

mit seiner freien Zeit anfangen soll, dem kann ich

den Besuch einer Summer School nur empfehlen.

40 Geographie-Studenten aus ganz Deutschland lernten zwei

Wochen die Immobilienbranche näher kennen – hier beim Besuch

von Frankfurts neustem Büroturm, dem Opernturm.


Geographie studiert – und dann?!!

A

bsolventinnen UnD Absol-

venten der Geographie bietet

sich auch jenseits von Schule und

Universität ein breites und spannendes

Spektrum an potentiellen

Tätigkeitsfeldern. Geographinnen

und Geographen finden sich heute

in Tätigkeitsbereichen wie Stadt-,

Regional-, Verkehrs- oder Fremdenverkehrsplanung,Immobilienmanagement,

Standort- und Marktforschung,

Wirtschaftsförderung

und Entwicklungszusammenarbeit

ebenso wie beispielsweise

im Bereich geographisch-geowissenschaftlicher

Gelände- und Laborarbeiten

oder Begutachtungen,

Landschafts- und Umweltplanung,

Geoinformationsverarbeitung,

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

oder in journalistischen Tätigkeiten

und der Verlagsarbeit.

Berufsorientierung


12 >>

Berufsorientierung

COLUMBUS | 04-2010

Weitere Informationen:

http://www.geog.uni-heidelberg.

de/institut/veranstaltungen.html

Exkursionen „Geographie in

verschiedenen Berufsfeldern“

regelmässig bieten Dozenten

des Instituts oder auch die Praktikumsinitiative

Geographie (PIG)

ein- oder mehrtägige Exkursionen

an, welche den Studierenden einen

Einblick in potentielle geographische

Berufsfelder geben und die

Gelegenheit bieten, persönliche

Kontakte für ein späteres Praktikum

oder eine entsprechende Berufstätigkeit

zu knüpfen.

Reader „Tätigkeitsfelder für

Geographen“

Der reADer „tätigkeits-

felDer für Geographen“ ist eine

überwiegend aus studentischen

Beiträgen entstandene Zusammenstellung

einer breiten Auswahl unterschiedlicher

Tätigkeitsbereiche

für Geographen, die in den kommenden

Semestern stetig weiter

ausgebaut werden wird. Studieninteressierten

wie auch Studierenden

in der beruflichen Orientierungsphase

bietet der Reader eine

Hilfestellung bei der Studien- und

Berufsorientierung – ebenso soll

der Reader zur Öffentlichkeitsarbeit

für die Geographie beitragen.

Weitere Informationen:

http://www2.geog.uni-heidelberg.

de/media/studium/reader_tätigkeitsfelder.pdf

Außeruniversitätspraktikum

berUfsorientierte PrAktikA

ermöglichen Studierenden

einen ersten persönlichen Brückenschlag

zwischen ihrer Ausbildung

an der Hochschule und

den Anforderungen im späteren

Berufsleben. Mittlerweile in allen

Studiengängen fest verankert sind

mehrwöchige Pflichtpraktika, in

denen die Studierenden das erlernte

fachliche und methodische

Wissen anwenden, individuelle

berufliche Perspektiven und Qualifikationsprofile

entwickeln und

Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern

knüpfen.

Praktikumsinitiative

Geographie (PIG)

Die Pig hAt es sich zur Aufgabe

gemacht, potentielle Tätigkeitsfelder

für Geographen zu

erschließen, Kontakte zwischen

der Universität und ausgewählten

Unternehmen oder Behörden auszubauen,

Studierende über ihre

beruflichen Möglichkeiten zu informieren

sowie sie bei der Suche

nach einem geeigneten Praktikumsplatz

zu unterstützen.

bis heUte konnte die PIG

über 1000 Praktikumsadressen

im In- und Ausland erschließen,

die ein breites Spektrum sowohl

anthropo- als auch physiogeographischer

Tätigkeitsbereiche umfassen.

Unabhängig davon hängt

die PIG aktuelle Praktikums- und


Stellenangebote vor dem PIG-Büro

aus, welche parallel zum Aushang

nach Eintrag in den PIG-Verteiler

auch per E-Mail erhältlich sind.

Darüber hinaus organisiert die

PIG u. a. verschiedene berufsorientierende

Veranstaltungen, pflegt

eine ausführliche Bücher- sowie

Linkliste zu den Themenbereichen

Bewerbung und Vorstellungsgespräch,

geographischen Berufsfeldern

und (Auslands-)Praktika und

bietet regelmäßige Sprechzeiten

für Studierende an.

Weitere Informationen:

http://www.geog.uni-heidelberg.

de/institut/pig.html

General Studies-

Tutorienprogramm

orgAnisAtions- UnD teAmfä-

higkeit, eigenverantwortliches

Denken und Handeln sowie sicheres

persönliches Auftreten zählen

neben der fachlichen Qualifikation

zu den wichtigsten Grundvoraussetzungen

für ein zielbewusstes

Studium und einen erfolgreichen

Berufseinstieg. Das General

Studies-Tutorienprogramm unterstützt

die Studierenden in der

Herausbildung dieser und weiterer

Schlüsselkompetenzen vom ersten

Semester bis zu deren Abschluss.

Weitere Informationen:

http://www.geog.uni-heidelberg.

de/studium/tutorien.html

Absolventenbetreuung/

Alumni-Arbeit

neben Der kontAktmöglich-

keit für Geographen nach dem

Studium, stehen bei der Absolventenbetreuung

und Alumni-Arbeit

des Geographischen Instituts der

Erfahrungsaustausch in beruflichen

Fragen, die Erschließung

geographischer Berufsfelder für

die Absolventen, die Vermittlung

von Praktika und Abschlussarbeiten

für Studierende sowie die

Unterstützung des Instituts bei der

Durchführung praxis- und berufsbezogener

Veranstaltungen durch

die Ehemaligen an erster Stelle.

Berufsorientierung


14 >>

Praktikum Philippinen

Praktikum auf den Philippinen

. Text und Fotos: Johannes Anhorn

Als ich mich im März 2010 für ein Praktikum

auf den Philippinen im Bereich Disaster

Risk Management im urbanen Raum

(UDRM) bewarb, war ich zunächst nicht davon ausgegangen,

dass die Stellenausschreibung, die bereits

Monate zuvor über den Verteiler der Praktikumsinitiative

des Geographischen Instituts veröffentlicht

worden war, überhaupt noch zu besetzten sei. Doch

bereits am nächsten Tag hatte ich eine Antwort des

Projektleiters der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit

(GTZ) von den Philippinen, dass man

sich auf eine Bewerbung meinerseits freuen würde.

Nachdem der Ausschreibungstext nochmals ausgiebig

studiert, der Lebens- und Studienverlauf poliert

und ein entsprechendes Anschreiben formuliert war,

ging alles recht schnell und nach einigen E-mails war

der Vertrag schon unterwegs.

nUn hiess es sich thematisch und inhaltlich auf

die bevorstehende Aufgabe vorzubereiten: Für ein

lokales Flut-Frühwarnsystem sollten bestehende Geländedaten

und neuere Satellitendaten des Satelliten

ASTER für eine Überflutungsmodellierung mithilfe

von Fernerkundungs- und GIS-Analysen auf fehlerhafte

Bereiche untersucht und entsprechend Korrekturalgorithmen

entwickelt werden. Daneben standen

diverse Karten für andere Projektteile und die aktive

Mitarbeit am Wissenstransfer zwischen den lokalen

behördlichen Einrichtungen und den GTZ-Experten

auf dem Plan.

beDingt DUrch ihre geographisch exponierte

Lage kommt es auf den Philippinen immer wieder

zu Extremereignissen wie Starkniederschlägen, Taifunen

oder Erdrutschen. Leider entwickeln sich diese

COLUMBUS | 04-2010

Mit Kooperationspartnern auf dem Fluss

Fieldtraining

Runoff Messungen im Einzugsgebiet


DEM Korrektur

Naturereignisse durch unzureichende Präventionsmaßnahmen,

„schlechten“ (Früh-)Warnsystemen und

der Exponiertheit von Menschen und Gütern häufig

zu (Natur-) Katastrophen. Die GTZ ist die ausführende

Entwicklungshilfeorganisation des Bundesministeriums

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und

Entwicklung (BMZ). Sie versucht durch Implementierung

von Flut-Frühwarnsystemen für ausgewählte

betroffene Gebiete, die zum Teil dramatisch zu

nennende Situation zu verbessern. Dazu gehören die

technische Installation von automatischen Regenmessern,

Abflussloggern und das Ausrüsten örtlicher

Rettungskräfte mit Funkgeräten etc.

ebenso im blickfelD des Engagements steht das

Capacity- und Awareness-Building lokaler Behörden

und öffentlicher Einrichtungen (Schulen, Kindergärten

etc.) im Hinblick auf unterschiedliche Georisiken.

Als dritte Säule der Bemühungen sind Lobbyarbeit

und Upscaling (z.B. Implementierung von Disaster

Mangement in die nationale Politik und Recht-

sprechung) zu nennen.

Praktikum Philippinen


16 >>

Desertec

DESERTEC

. Text: Sebastian Buciak

Eine Initiative aus vornehmlich deutschen Unternehmen will die Strombranche revolutionieren.

Ihr Name: Desertec. Ziel ist die Einspeisung von ökologischem „Wüstenstrom“

aus Nordafrika und dem Nahen Osten in das europäische Netz.

Derzeit werden etwa 85%

des weltweiten Bedarfs

an Energie durch fossile

Energiequellen gedeckt, d.h. mithilfe

von u.a. Erdöl, Erdgas und

Biomasse. Die europäische Industrie

ist zum größten Teil vom

Strom aus fossilen Energieträgern

abhängig, dessen Verbrennung

große Mengen an umweltschädlichen

CO2-Gasen produziert und

damit maßgeblich für die Erderwärmung

und den Klimawandel

verantwortlich ist.

COLUMBUS | 04-2010

volksWirtschAftlich ist

Die Verwendung von Öl und Gas

ein teures Vergnügen. Die Verknappung

der Öl- und Gasvorräte

sowie Konflikte in den Förderländern

ließen die Preise in der

Vergangenheit enorm steigen. Seit

dem Jahr 2000 kletterte der Preis

eines Barrel Öls von 26,80 US-

Dollar auf 78,92 US-Dollar im

Jahr 2010, d.h. dass innerhalb von

10 Jahren der Ölpreis um 294,48%

angestiegen ist. Bereits die Erhöhung

des Barrel-Preises um einen

Parabolspiegel

Quelle: Solar Millenium

US-Dollar bedeutet eine weltweite

Zusatzbelastung der Wirtschaft

um 31 Milliarden US-Dollar.

Steigt der Gaspreis ebenfalls um

denselben Betrag, so verdoppelt

sich die wirtschaftliche Zusatzbelastung

auf ca. 62 Milliarden US-

Dollar. Nehmen wir für Deutschland

eine Strompreissteigerung

von nur 0,1 Cent/kWh an, so sind

das bereits 550 Millionen Euro an

zusätzlichen Kosten im Jahr für

die deutsche Ökonomie. Allein

aus Gründen des Umweltschutzes


Karte: Stromerzeugung

Quelle: DII GmbH

und der stetig steigenden Kosten

für Energie bietet es sich an nach

alternativen und kostengünstigen

Energiequellen zu suchen.

geht es nAch Aussagen von

Desertec, könnten „mit heute verfügbarer

Technologie […] mehr als

90% der Weltbevölkerung auf effiziente

Weise durch Wüstenstrom

mitversorgt werden.“ Ein Projekt

also, dass die Energie- und Umweltprobleme

der Menschen lösen

könnte?

in Der theorie zumindest

könnte es durchaus funktionieren.

Durch so genannte HGÜ-

Leitungen würde der durch Windkraftwerke

und solarthermische

Anlagen gewonnene Strom nach

Europa geliefert werden. Für die

CO2 Kohlenstoffdioxid

langen Transportstrecken eignen

sich nur Spezialleitungen, da

herkömmliche Kabel über eine

Strecke von 3000 km einen Leistungsverlust

von 45% hätten. Die

HGÜ-Kabel hingegen nur einen

von ca. 10%. Der Nachteil: Diese

Leitungen sind sehr teuer. Nach

Berechnungen des DLR müssten

allein für den Bau von 20 HGÜ-

Leitungen mit einer Leistung von

je 5 GW in der EUMENA-Region

eine Gesamtinvestitionssumme

von 45 Mrd. Euro aufgewendet

werden.

Der strom WürDe dann vor

allem mit solarthermischen

Kraftwerken gewonnen werden.

Sie fangen mit großen Parabolrinnenkollektoren

Licht ein, lenken

sie auf eine Trägerflüssigkeit (z.B.

DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

EUMENA Europe, Middle East, North Africa

HGÜ-Leitungen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen

GW Gigawatt

kWh Kilowattstunde

Desertec


18 >>

Desertec

Parabolspiegel

Quelle: Solar Millenium

10 und 20 Cent/kWh inklusive des

Transports aus Nordafrika oder

dem Nahen Osten kosten würde.

Damit wäre der Strom im deutschen

Strommarkt durchaus konkurrenzfähig.

Langfristig könnte

Europa bis zu 85% seines Stroms

aus alternativen Quellen beziehen

und im Vergleich zum Jahr 2000

bis 2050 seinen CO2-Ausstoß um

ein Viertel reduzieren.

Doch bevor Desertec die

ersten Kraftwerke bauen wird,

müssen die politischen Rahmenbedingungen

geklärt werden.

Insbesondere die des Technologietransfers

und der Versorgungssicherheit.

Kann sich die EU erlauben

von ausländischen Versorgern

bzw. von wenigen Bezugsquellen

abhängig zu sein? Kritiker wenden

ein, dass sich Europa durch die

Auslagerung der Stromproduktion

politisch erpressbar machen oder

es aufgrund von Lieferstopps zu

wirtschaftlichen Ausfällen kommen

könnte. Auf jeden Fall wird

es strategisch geboten sein eine

Diversifizierung der Energiezu-

COLUMBUS | 04-2010

Technische Darstellung

Quelle: Solar Millenium

lieferer voranzutreiben. Aus diesen

Gründen ist die Forcierung

der Gaspipelines „Nord Stream“,

„Nabucco“ und der Ausbau der

alternativen Energiequellen in

Europa notwendig. Im schlimmsten

Fall der Fälle würde wohl die

EU und weiterführend die NATO

beim Ausbleiben einer diplomatischen

Konfliktbewältigung eine

robustere Option zur Einlenkung

der MENA-Staaten in Erwägung

ziehen. Doch dies ist ein eher theoretisches

Szenario, denn zum einen

könnte Europa durch die Bereitstellung

eigener ökologischer

Energiequellen und zum anderen

durch entsprechende Reserven an

Gaskraftwerken oder Gasimporten

einen Ausfall

des Wüstenstroms

durchaus eine

Zeitlang kompensieren.

Eine Unterbrechung

des Solarstromexportes

seitens der ME-

NA-Länder würde

zu wirtschaftli-

Arbeitskräfteabgang und mit dem

Vertrauensverlust von künftigen

Investoren quittiert werden.

n or DA fr ik A U n D D e r Nahe Osten

könnten durch die Kooperation

mit Desertec einen sozioökonomischen

Aufschwung erfahren. Zum

einen würde die nationale Wirtschaft

gestärkt, die Abhängigkeit

von teuren Energieimporten drastisch

reduziert und zum anderen

könnte mithilfe des Solarstroms

Meereswasser entsalzt und damit

Trinkwasser hergestellt werden.

Des Weiteren wäre es möglich

Wasserstoff für den Automobilverkehr

nutzbar zu machen.

chen Ausfällen, Funktionsweise

Quelle: Solar Millenium


- CO2-Reduzierung

- Niedriges Risiko von Dekontamination

- Solarenergie fast unbegrenzt

- Umweltschonende Technologie

- Belebung ökologischer Energieforschung

- Sozioökonomische Belebung der MENA-Staaten

- Weitgehender Verzicht auf fossile Energieträger

- Herstellung von Trinkwasser & Wasserstoff

- Extrem hohe Investitionssummen

- Versorgungssicherheit problematisch

- MENA- Staaten als politischer Risikofaktor

- Technik (noch) nicht ausgereift

- Große Energieversorger zentralisieren Solarmarkt

- Sandsturmproblematik

Vor- und Nachteile

Quelle: Eigene Darstellung

Verlegung von HGÜ-Kabeln

Quelle: ABB

Parabolspiegel

Quelle: Solar Millenium

Desertec


20 >>

Fahr mal hin

. Text: Jacob Hörisch

Die Skisaison steht vor der Tür – und vielen

Studierenden fehlt es an Zeit und Geld für

den großen Skiurlaub. Wer dennoch nicht

auf das Wintersporterlebnis verzichten möchte kann

aufatmen, da in der Umgebung einige Alternativen

zu Verfügung stehen.

in heiDelberg selbst kann am Kohlhof hinter

dem Königsstuhl gerodelt und sogar auf Skiern den

Hang hinunter gerutscht werden. Der Bus 39 bringt

euch in gut 20 Minuten ins Schneevergnügen auf ca.

500m Höhe.

AUch in Dossenheim steht bei ausreichend Schnee

ein Skihang zur Verfügung. Ob und wann der Lift

geöffnet ist, kann unter http://www.skiclubdossenheim.de

eingesehen werden. Eine kleine Hütte sorgt

Fahr mal hin

Die Skisaison ist eröffnet:

Ein Tag im Schnee direkt vor der Haustür

COLUMBUS | 04-2010

bei Glühwein sogar für einen Hauch von Après-Ski.

Nur in einem sind die Dossenheimer streng: Rodler

und Snowboarder sind auf ihrem Skihang nicht erwünscht.

freUnDe Des norDischen Wintersports kommen

dagegen eher in Wilhelmsfeld auf ihre Kosten:

Drei Loipen unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen

spurt der Luftkurort auf ca. 400-500m Höhe. Die anspruchsvollste

Loipe ist 10km lang.

WährenD WilhelmsfelD mit dem Bus 734 in ca.

einer halben Stunde erreichbar ist, muss man für einen

Schneetag in Waldbrunn für eine knappe Stunde

ins Auto steigen. Auch hier finden sowohl Anfänger

als auch fortgeschrittene Langläufer das passende

Angebot, da auf 4 verschiedenen Loipen zwischen


Der Skihang in Dossenheim

Quelle: www.skiclubdossenheim.de/

gut 500 und 626m ü NN alle Schwierigkeitsgrade bedient

werden. Am Katzenbuckel, den mit 626m ü.NN

höchsten Berg des Odenwaldes, sind außerdem ein

Rodelhang sowie eine Skizunft vorhanden, für alle,

die sich fürs Langlaufen noch zu jung fühlen.

Wer etWAs höher hinaus möchte ist gut beraten

einen Tagestrip in den Schwarzwald zu unternehmen.

Am Feldberg stehen 24 Pistenkilometer zwischen

945 und 1445 Höhenmetern zur Verfügung. Für 27€

(Tageskarte) eröffnen sich dem Brettlliebhaber nicht

nur blaue, rote und schwarze Pisten, sondern auch

Skigebiete im Schwarzwald und den Vogesen

eine FIS-Rennstrecke sowie ein Snowboard-Funpark.

Weitere Alternativen im Schwarzwald sind die Skigebiete

von Muggenbrunn, Heidstein und Todtnauberg

(siehe Kasten).

Doch AUch in den Vogesen lässt es sich mit

schmalem Geldbeutel und wenig Zeit gut brettern.

Besonders das Skigebiet „La Bresse / Hohneck“ stellt

mit 21 Pistenkilometern zwischen 910 und 1350m

eine echte Alternative zum Feldberg dar. Auch hier

werden wie zum Feldberg Tagestouren inklusive

Bustransfer und Skipass angeboten. Ein einfaches

Tagesticket für Studenten kostet je nach Saison und

Wochentag ca. 20€.

Wie so viele französische Skigebiete wirbt auch

La Bresse – Hohneck damit, dass mittlerweile fast

alle Pisten durch Schneekanonen die komplette Saison

schneesicher sind. Ob man diesem Ruf folgen

möchte, bleibt wohl jedem Schneeverrückten selbst

überlassen. Wer nicht nur auf den Geldbeutel, sondern

auch auf das Gewissen hören möchte und etwas

mehr Zeit mitbringt, kann sich unter anderem auf

http://www.cipra.org über ökologischere Varianten

des Wintersports sowie über dessen Auswirkungen

auf die Umwelt informieren.

Pistenkilometer Höhe [m ü.NN] Internetpräsenz

Fahr mal hin


22 >>

HGG

Programm der HGG für das Wintersemester 2010

Der unruhige Planet

Quelle: HGG

Dienstag, 19.10.2010, 19 Uhr: Der Studentische Vortrag (INF 235, gHS)

Alexander Erlewein, Uni Heidelberg

Ablasshandel gegen Klimawandel? Der Clean Development Mechanism zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Dienstag, 26.10.2010, 19 Uhr

Prof. Dr. Paul Reuber, Uni Münster

Politische Geographie

Dienstag, 02.11.2010, 19 Uhr

Prof. Dr. Christoph Schneider, RWTH Aachen

Klimawandel regional - global: ein Streifzug von Aachen bis in die Arktis

Dienstag, 23.11.2010, 19 Uhr

Prof. Dr. Britta Klagge, Uni Osnabrück

Das deutsche Banken- und Finanzsystem zwischen Markt und Staat: Wirtschaftsgeographische Überlegungen

anlässlich der globalen Finanzkrise

Dienstag, 30.11.2010, 19 Uhr

Prof. Dr. Richard Dikau, Uni Bonn

Naturgefahren – vom gefährlichen Naturereignis zum Szenario

Dienstag, 11.01.2011, 19 Uhr

OB Boris Palmer, Oberbürgermeister der Stadt Tübingen

Der Besondere Vortrag - Stuttgart 21 im Kontext von Nachhaltigkeit

Ort der Abendvorträge:

Otto-Haxel-Hörsaal des Kirchhoff-Instituts für Physik (KIP)

Gebäude INF 227 (Nähe Mensa) - Im Neuenheimer Feld

Eintrittspreise: 3,50 € (Studierende und Schüler 2 €),

Mitglieder frei, Schulklassen in Begleitung ihrer Lehrer frei

Heidelberger Geographische Gesellschaft

Berliner Straße 48, 69120 Heidelberg

www.hgg-ev.de

COLUMBUS | 04-2010


NEU IGKEITEN!

Alles was wichtig ist, wer neu

ist im Institut und was sonst so

läuft erfahrt ihr hier

Mitarbeiter

gesucht

Wer beim COLUMBUS mitarbeiten

will, ist jederzeit willkommen.

Kommt doch einfach mal

bei uns vorbei oder schreibt uns

eine e-mail.

@

Fragen, Anregungen, Kritik?

Schreibt uns eine e-mail

columbus@geog.uni-heidelberg.de

Zentrum für Lehrerbildung

Seminarstraße 2

(Carolinum / Zentrale Universitätsverwaltung)

Zimmer 137 und 145 (1. OG)

Lageplan/Anreiseinformationen:

http://zlb.uni-hd.de/aktuelles/zlb-anreiseinfo.html

Offene Lehramtsberatung (ohne Terminvereinbarung):

Di 10:00-12:00 (Carolinum, Zimmer 137)

Terminvereinbarungen unter Tel. (06221) 545454

E-Mail: studium@uni-heidelberg.de

Homepage: http://zlb.uni-hd.de

Mailingliste zlb-info:

http://zlb.uni-hd.de/kommunikation/zlb-info.html

Blog: http://lehrerbildung.blog.uni-heidelberg.de/

Neuigkeiten


24 >>

Neuigkeiten

Prof. Marcus Nüsser wird im laufenden Wintersemester von PD Dr.

Lasafam Iturrizaga vertreten. Frau Iturrizaga bringt viel internationale

Erfahrung mit. Nach ihrem Studium an den Universitäten in London,

Calcutta und den USA forschte sie nicht nur in der Keele University in

Großbritannien, sondern auch an der Hokkaido University in Japan.

Bevor sie nach Heidelberg kam, war sie in den vergangenen Monaten

an der Universidad de Chile als Stipendiatin am Institut für Geologie.

Ihre Forschungsinteressen liegen vor allem im Bereich der Hochgebirgsforschung,

sie beschäftigt sich aber auch mit Naturgefahren und

Mensch-Umwelt-Beziehungen. Im Rahmen der Vertretungsprofessur

am SAI bietet Frau Iturrizaga neben einer großen Exkursion nach

Chile und Argentinien auch zwei Seminare und eine Vorlesung an.

Gewinn des Hengstberger-Preises

2010 ermöglicht internationales

Symposium “Towards Digital

Earth”. Dr. B. Höfle aus der Abteilung

Geoinformatik zählt zu den Siegern

des Klaus-Georg und Sigrid Hengstberger-Preises

2010. Dieser ermöglicht

der Abteilung Geoinformatik

die Durchführung eines international

hochrangig besetzten wissenschaftlichen

Geoinformatik-Symposiums zum

Thema “Towards Digital Earth - 3D

Spatial Data Infrastructures” im September

2011.

Robert Panitz unterstützt seit

September 2010 als neuer Wissenschaftlicher

Mitarbeiter die

Abteilung Wirtschafts- und Sozialgeographie

von Prof. Glückler.

Er studierte an der Katholischen

Universität Eichstätt und der

University of Nottingham (UK)

Geographie mit den Nebenfächern

Betriebswirtschaftslehre und

Informatik. Gegenwärtig arbeitet

er an einem interdisziplinären

Forschungsprojekt mit dem

Fokus auf Anteils- und Produktionsverflechtungen

deutscher

Unternehmen. Ab dem nächsten

Semester wird er zudem auch in

der Lehre tätig sein.

Auch im Wintersemester 2010/11 findet wieder das Kolloquium

„Geographie in verschiedenen Berufsfeldern“ statt. Im Kolloquium

stellen Geographen aus den unterschiedlichsten Tätigkeitsfeldern

ihre beruflichen Erfahrungen vor und geben Tipps

zu Einstiegsmöglichkeiten und den notwendigen Kompetenzen in

ihrem Berufsfeld. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Die

einzelnen Termine findet Ihr auf der Instituts-Homepage.

Im Rahmen der Marsilius-Herbstschule

2010 „Bridging the water gap – interdisciplinary

perspectives“ findet ein öffentlicher

Vortrag statt, zu dem alle Interessierten

herzlich eingeladen sind: Prof. Dr. Wolfram

Mauser von der LMU in München referiert

am 10.11.2010 um 19 Uhr zum Thema

„Die Ressource Wasser – Stand und

Perspektiven einer globalen Analyse“. Der

Vortrag findet im Internationalen Wissenschaftszentrum

in der Hauptstr. 242 statt.

COLUMBUS | 04-2010

imPressUm

herAUsgeber

Columbus - Redaktionsteam

Ruprecht-Karls-Universität

Geographisches Institut

Berliner Str. 48

69120 Heidelberg

Email:

columbus@geog.uni-heidelberg.de

Internet:

www.geog.uni-heidelberg.de/direkt/columbus.html

(Hier können auch die alten Ausgaben

gelesen werden)

chefreDAktion

Claudia Kämper

r e D A k t ion s t e A m

Sebastian Buciak, Vanessa Didion,

Verena Flörchinger, Jacob Hörisch,

Claudia Kämper, Constanze Lucht,

Stephanie Pedlow, Martina Ries,

Natascha Schneider

Für den Inhalt der Beiträge sind die

Autoren/innen verantwortlich.

l A y o U t UnD gestAltUng

Verena Flörchinger

r e D A k t ion s s c h l U s s

31.12.2010

Stefanie Minderlein und Benjamin Kopp, die beide ihr Diplom in

der Geoökologie an der Universität Bayreuth abgeschlossen haben,

arbeiten seit September 2010 an dem vom BMBF geförderten

Projekt ‘Integriertes Wasserressourcenmanagement in Zentralasien:

Modellregion Mongolei (MoMo)’ in der zweiten Projektphase

zum Teilmodul ‘Regionale Hydrologie’, das von Prof. Dr. Lucas

Menzel, Lehrstuhl für Physische Geographie, betreut wird. Hierfür

sind hydro-klimatische, boden- und vegetationskundliche Feldexperimente

im Übergangsbereich zwischen Trockengrassteppe und

borealen Wäldern im Nordosten der Mongolei geplant, die zum Teil

bereits diesen Herbst begonnen haben. Hierbei geht es um die

Entwicklung von Prozessverständnissen in den Bereichen Boden,

Wasser und Atmosphäre, die in die Anwendung einer öko-hydrologischen

Modellierung (TRAIN) einfließen sollen.

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