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wunderhoeren.de

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Veranstalter

Stadt Worms

Kulturkoordination: Volker Gallé

Tel: 06241/853-1051

E-Mail: volker.galle@worms.de


Der Minnesänger Walther von der Vogelweide beschrieb mit diesen Worten in seinem „Palästinalied“

das heilige Land. Mit dem Festival „wunderhoeren“, das in diesem Jahr zum zweiten Mal in

Worms alte Musik und Literatur an historischen Orten präsentiert, beansprucht die alte Stadt am

Rhein Anteil an der Wunderwelt europäischer Kultur. Die romanischen und gotischen Kirchen der

Stadt beteiligen sich am Wiederaufleben jahrhundertealter Kompositionen und Dichtungen.

Die bewährten Partner von 2011 sind wieder mit im Boot. Angefangen bei der BASF als

Hauptsponsor über die Medienpartner Wormser Zeitung und SWR 2 bis zum Wormser Altertumsverein,

den Domkonzerten, den Dominikanern und der Kasinogesellschaft.

Neue Partner sind hinzugekommen: die Bistumsakademie Erbacher Hof in Mainz, der Kultursommer

Rheinland-Pfalz, der St. Albans Chamber Choir und die Abenheimer Veranstalter in der

Klausenbergkapelle. Kooperiert wird mit den „Wormser Religionsgesprächen“, der Kulturnacht,

dem Spectaculum, dem Nibelungenmuseum und den Wormser Schulen.

Erstmals findet eine Uraufführung im Wormser Kulturzentrum statt: Der im Elsass lebende Harfenist

und Komponist Rüdiger Oppermann hat die wunderbare Legende von der Reise des irischen

Heiligen Brendan zu den westlichen Inseln der Fantasie musikalisch bearbeitet und bringt mit

einem internationalen Ensemble eine Uraufführung auf die Bühne.

Wer sich für Musik und Literatur von der Antike bis zur Renaissance interessiert, wird in dem

vielfältigen und in der Region einzigartigen Programm sicher für sich etwas finden, das ihn hineinhören

lässt in andere Zeiten und Stimmungen. Ich lade Sie herzlich ein, in Worms die frühe Kultur

Europas und ihre Begegnung mit anderen Kulturen der Welt an historischen Orten zu erleben.

Michael Kissel

Oberbürgermeister der Stadt Worms

Mê dann hundert tûsent wunder

hie in disem lande sint…

Mehr als hunderttausend Wunder

sind hier in diesem Land…


Vo n d e r An t i k e b i s zu i h r e n re n A i s s A n c e n

von Marc Lewon

Das erste „wunderhoeren – Tage alter Musik und Literatur in Worms“ 2011 stand ganz im Zeichen

interpretatorischer Vielfalt: Über 11 Veranstaltungen hinweg präsentierten Ensembles und

Solisten die unterschiedlichsten Herangehensweisen an „Alte Musik“ – da stand Musikarchäologie

neben Cross-Over, historisch informierte Aufführungspraxis neben moderner Musik auf

alten Instrumenten. Die ganze Bandbreite des heutigen Umgangs mit früher Musik war Thema

des Festivals und zeigte, auf welche verschiedenen Arten die vergangenen Epochen heute noch

berühren und begeistern können. Das zweite, diesjährige „wunderhoeren“ ist zwar wieder der

Vielfalt verpflichtet, der Schwerpunkt aber hat sich verschoben: Zum einen entstammt die Mehrzahl

der Ensembles dem Bereich der sogenannten „historisch informierten“ Aufführungspraxis.

Hinter diesem etwas ungelenken Begriff, der zu sehr nach trockener Materie klingt, verbirgt sich

in Wirklichkeit eine aufregende Welt, in der versucht wird, die Musik vergangener Epoche so

wiederauferstehen zu lassen, dass sie mit den Mitteln und unter den Voraussetzungen der Zeit

ihrer Entstehung funktioniert. Dass sie dabei gewissermaßen „von innen heraus funktioniert“

und deshalb heutige Hörer begeistern und bewegen kann, belegen die erfolgreichen Ensembles,

von denen einige dieses Jahr zu hören sein werden. Natürlich finden aber auch alternative Aufführungskonzepte

wieder ihren Platz im Festival und wir freuen uns mit VocaMe und dem großen

Projekt von Oppermann & Ensemble zwei ganz spezielle Konzertprogramme aus diesen Interpretationsrichtungen

vorstellen zu können.

Der eigentliche Focus von „wunderhoeren“ 2013 aber liegt auf den gespielten Repertoires und

der Konzentration auf bestimmte Epochen: Zum einen wird eine große Spannbreite von Musik der

griechischen Antike bis hin zum Frühbarock abgedeckt, zum anderen zwei bedeutende Epochenschwerpunkte

gesetzt, nämlich die sehr frühe Musik von der Antike bis ins 12. Jahrhundert sowie

die Musik der Renaissance. Mit dem Ensemble Melpomen haben wir eine hochkarätige Besetzung

gewinnen können, die nicht nur eine ferne instrumentale Klangwelt mit ihren Instrumentenrekonstruktionen

neu zum Leben erweckt, sondern auch über das gesungene Altgriechische die Grundfesten

der abendländischen Literatur und Musikkultur aus der griechischen Antike auf höchstem

Niveau präsentiert. Benjamin Bagby begeistert mit seinem Ensemble Sequentia bereits seit über

zwei Jahrzehnten mit Rekonstruktionen scheinbar verlorengegangener Musikepochen des frühen

Mittelalters. Nun hat er sich Musik aus der Zeit der karolingischen Renaissance vorgenommen,

der ersten nachantiken Rückbesinnung auf die antike Kultur. Rüdiger Opperman entführt die

Hörer zusammen mit seinem Ensemble in eine keltisch-archaische Anderswelt mit einem Projekt,

das in Worms seine Uraufführung erfährt: „The Brendan Voyage“. Der Reigen früher, einstimmiger

Repertoires erreicht mit VocaMe einen weiteren Meilenstein, das sein Hildegard-Projekt mit

Musik dieser berühmten Äbtissin des 12. Jahrhunderts nach Worms bringt. Einen Höhepunkt

bildet das Konzert mit dem Hilliard Ensemble, das sein bereits legendäres Programm zu einem

der frühesten Komponisten von Mehrstimmigkeit, dem Pariser Meister „Perotin“ aus dem späten

12. Jahrhundert, für „wunderhoeren“ neu auflegt und um eine Vorausschau auf die Polyphonie des

größten Komponisten des 14. Jahrhunderts erweitert: Guillaume de Machaut.

Der zweite Schwerpunkt liegt heuer auf den Repertoires des 16. Jahrhunderts, der Epoche der

Renaissance. Beginnend mit dem Eröffnungskonzert durch mein Ensemble Leones, bei dem wir

uns freuen, die erste Blüte der Instrumentalmusik in der Zeit um 1500 durch Werke von Josquin

Desprez und Alexander Agricola vorstellen zu dürfen, geht die Zeitreise über ein Konzert mit


Musik aus der Reformationszeit, ausgeführt von der Capella Instrumentalis Sanctae Crucis (Leitung:

Thomas Möller) gemeinsam mit Gesangssolistinnen, über ein weiteres Programm rund um

Liederbücher des frühen 16. Jahrhunderts mit Christian Schmitt und seinem Solistenensemble bis

zu dem Konzert des englischen St. Albans Chamber Choirs (Leitung: John Gibbons), der mit Musik

der englischen Renaissance aufwartet. Das Marais Consort schließlich liefert eine musikalische

Gesamtschau des 16. Jahrhunderts und wirft bereits einen Blick durch den Türspalt in die Zeit

des Barock. Aufgestoßen wird diese Tür dann endgültig durch die Aufführungen der verbleibenden

drei Besetzungen: Die Capella Vocalis (Leitung: Christian J. Bonath) trägt Gesangswerke der späten

Renaissance und des Frühbarocks vor, das Trio Michael Schneider spürt der Grenze zwischen

beiden Epochen nach und der Schriftsteller Reinhard Kaiser bringt mit „I Ciarlatani“ Literatur

und Musik gemäß dem Motto des Festivals in inniger Verbindung durch Lesungen aus Grimmelshausens

Werk und zeitgenössischer Musik auf die Wormser Bühne.

Das Rosenkranzfest, Altarbild von Albrecht Dürer, 1506

Eine wissenschaftliche Tagung um das jüngst in den Focus gerückte Wormser Passionsspiel sowie

Instrumentalworkshops anlässlich des Wormser Spectaculums und eine abschließende, öffentliche

Gesprächsrunde bilden einen begleitenden Rahmen zu den Konzerten und stellen sie in einen

weiterbildenden Kontext, der einen fruchtbaren Nährboden für zukünftige Auflagen dieses erfolgreichen

Festivals bilden soll.


ei n l A d u n g z u r ze it r e is e f ü r Je d e r m A n n

von Volker Gallé

Die Bestätigung des Bekannten gibt sich gern als Wahrheit aus, sei es im Guten oder im

Bösen. Doch die durchaus lebensnotwendige Wiederholung schafft auch ein Schattendasein,

das neue Erfahrung verhindert. Wird die Wiederholung vereinseitigt, macht sie uns krank.

Andererseits bleibt uns Fremdes zunächst oft verborgen, stößt unser Verstehen, unseren Genuss

zurück. Wenn es aber erschlossen wird durch Worte, Hinweise, Spiel, dann entdecken

wir darin Eigenes, das auch in uns verborgen war – unbekannte Möglichkeiten. Der Übergang

zwischen Bekanntem und Fremdem ist es, der Freude macht und das Lebensgefühl steigert,

ein Übergang im Vertrauen jedenfalls, der selbstbestimmt bleibt. Das gilt für persönliche Beziehungen

ebenso wie für Kulturen, gilt für Texte und Bilder ebenso wie für die Musik.

Das Festival „wunderhoeren“ möchte daher nicht nur Kenner alter Musik und Literatur als

Publikum gewinnen, sondern auch Zuhörer, die sich auf neue, ihnen vielleicht noch fremde

Erfahrungen einlassen möchten. Ich will daher versuchen, Wege ins Neuland für Jedermann

zu skizzieren und zwar aus persönlicher Erfahrung heraus.

In meinem Ethnologiestudium vor fast vierzig Jahren habe ich die Kraft des Verstehens erlebt,

die das Gefühl ebenso wie den Verstand mitnimmt auf eine spannende Reise in neu erschlossene

Welten. Damals kannte man in der populären deutschen Kultur zwar die afroamerikanische

Musik, also Blues, Jazz und Rock, aber kaum ihre Wurzeln. Afrikanische Musiker waren in Europa

fast unbekannt, jedenfalls soweit sie traditionell Musik machten. Ich hatte durch Nachahmung

und die in der Folk- und Bluesbewegung neu genutzte Tabulaturschrift, bei der nicht Noten auf

fünf Linien, sondern die Zahlen der zu greifenden Bünde auf sechs die Gitarrensaiten verkörpernden

Linien lesbar gemacht wurden, das Fingerpicking mit dem dazugehörenden Swing mühsam

erlernt. Tabulaturen wurden übrigens unter anderem auch ab etwa 1500 für die Weitergabe

von Lautenkompositionen genutzt und waren etwa dreihundert Jahre lang für Saiteninstrumente

in regem Gebrauch, bevor sie durch die moderne Notation abgelöst wurden. Ich hatte

also ein altes Bildungselement kennengelernt und mit nachahmendem Hören von Musik über

das „Feeling“ verbunden. Der Grazer Musikethnologe Alfons M. Dauer, der die afrikanischen

Quellen von Blues und Jazz erforscht hatte, spielte uns unter anderem afrikanische Musikstücke

vor, die auf Balafonen (Stabspielen ähnlich dem Xylophon) südlich der Sahara komponiert wird.

Ich verstand nichts und hatte keinen Kunstgenuss. Dann erklärte er uns das polyrhythmische

System, bei dem zwei oder mehrere rhythmische Muster ineinander komponiert sind und eine

rhythmisierte Melodie ergeben, die zwar von allen gehört, aber von niemandem gespielt wird.

Wenn wir uns von unserem stark vereinfachten Taktsystem einmal frei machen und dessen

Grundformen zum Verstehen benutzen, wird schnell klar, was gemeint ist: Wenn man zum Beispiel

einen „Dreier“ gleichmäßig über einen „Zweier“ laufen lässt, entsteht dieses Ditte; X steht

für einen betonten und 0 für einen unbetonten Schlag.

Zweier X 0 X 0 X 0

Dreier X 0 0 X 0 0

Summe X 0 X X X 0

Sie können es zu zweit mit Klatschen ausprobieren. Sie hören die Summe, obwohl das niemand

klatscht. Die afrikanische Polyrhythmik ist natürlich viel kunstvoller, arbeitet mit viel


längeren rhythmischen Parts und mit viel mehr Stimmen. Aber so habe ich mich in diese

Musik eingehört und sie Schritt für Schritt kennen und lieben gelernt. Dabei habe ich dann

auch verstanden, was die parallele, aber in einzelnen Körperteilen unterschiedliche Rhythmisierung

eines menschlichen Körpers bedeutet und dass sie besondere Empfindungen und

Bilder auslöst, die weit über das Hinausgehen, was wir heute als Tanzlust nachahmen und

allzu oft nur sexuell deuten oder in plumper Wiederholungsekstase versinken lassen. Da

werden Geschichten erzählt, da gibt es Heilungsmöglichkeiten für verspannte Körper. Und

ich habe auch gelernt, wie der Swing entsteht, den meine Gitarrenschüler oft trotz richtigem

Nachspiel von Tabulaturen nicht hinbekommen haben, weil sie im Takt dachten statt im

Rhythmus. Bei afrikanischen Saiteninstrumenten wie der Kora (einer Harfe aus Westafrika)

werden die Saiten mit den Daumen von links und rechts bespielt. Überträgt man das auf

die Gitarre beim Fingerpicking – so ist diese Technik in Amerika auch einmal entstanden – ,

dann spielt man die die Melodielinie des Zeige- und Ringfingers in die Basslinie des Daumens

hinein. Dadurch entsteht der schwebende dritte Klang des Swing.

Ich habe bisher sehr wenig Literatur über die Wirkung von Musik gefunden, also jenseits

des Handwerklichen: Über das Erleben bestimmter Stücke oder musikalischer Muster im

Seelischen und Körperlichen, über die Bilder und Erzählungen, die dabei entstehen, und zwar

selbst erlebt und formuliert und im Diskurs verglichen und nicht aus alten Lehren übernommen

und doziert. Aber genau das ist es, was Freude machen kann an der sich globalisierenden

Welt mit ihren verschiedenen Kulturen, die ins Gespräch kommen. Und dabei lernen

wir immer wieder nicht nur neue Möglichkeiten in uns kennen, sondern auch vergessene

Quellen der eigenen Kultur.

Das zu zeigen und Hinweise für den Weg der Beobachtung zu geben, dafür ist „wunderhoeren

als Festival alter Musik und Literatur an historischen Orten in Worms angetreten. Neu

und über die Einführungen, ausführlichen Programmhefte und pädagogischen Angebote im

Nibelungenmuseum und in den Schulen hinaus werden entsprechend diesem Konzept im

Jahr 2013 Instrumentalworkshops für Drehleier, Dudelsack und Nyckelharpa im Rahmen des

Spectaculums (vor allem Schnupperkurse) und ein Erzählcafé mit unserem künstlerischen

Leiter Marc Lewon und mir am 4. Juni, bei dem Erfahrungen formuliert, nachgefragt und

besprochen werden sollen, angeboten.

Ich will ein paar Beispiele nennen, die mir aufgefallen sind: Angelehnt an keltischen Folk habe

ich immer gern auf der Basis von Quinten über einem Bordunton Melodien improvisiert, am

liebsten auf dem Grundton D. Das ergab Melodien in der dorischen Tonart (die weißen Klaviertasten

von einem D zu einem D eine Oktave höher). Dabei fühlte ich mich stets so, als

ob ich die Arme waagrecht ausgebreitet hätte wie der vitruvianische Mensch von Leonardo

da Vinci, eine häufig abgebildete Proportionsstudie aus der Zeit um 1490. Der Musikwissenschaftler

Hermann Pfrogner schrieb 1976 in seinem Buch „Lebendige Tonwelt“ meines

Erachtens treffend über die Quinte, sie habe eine „franke Offenheit, das ruhige Geltenlassen

dessen, was ringsum sich zeigt.“ (S. 264). So könnte ich mein Gefühl auch beschreiben, das

nicht nur durch die Musik entsteht, sondern auch durch die dazu passende Körperhaltung, die

ich zugegebenermaßen auch schon mal in eurhythmischen Lehrstunden der Anthroposophie

ausprobieren konnte. Pfrogner berichtet auch von den Deutungen des Dorischen in der Antike

durch Plato als „mannhaft“ (S.111). Soweit es die spätere Kirchentonart des Dorischen betrifft,

empfinde ich eher ein Hinstellen und Zulassen, ein teilnehmendes Beobachten und es erreicht

seine musikalische Wirkung eher in der Abwärtsbewegung – erst bei solche Melodien habe ich


den Eindruck, dass sich die typische Halbtonposition zwischen dem 2. und 3. Ton der Tonleiter

besonders wirkungsvoll entfaltet. Das sind sicher dilettantische Suchbewegungen, aber genau

das scheint mir wichtig, wenn man sich alter Musik nähern möchte.

Die alten Skalen, von denen Dur und Moll nur Sonderfälle sind, finden sich aber auch in der

Musik anderer Kulturen und sie wurden im modalen Jazz gern aufgegriffen. So heißt es bei

Wikipedia:

„Das Dorische wurde in der christlichen Kirchenmusik des Mittelalters, aber auch im Minnesang

(z.B. bei Neidhart) und in Volksliedern verwendet. Die dorische Leiter ist besonders typisch für die

keltisch-angelsächsische Folklore. So existieren einige traditionelle irische Musikstücke in diesem

Modus, z.B. „Drowsy Maggie“. Beispiele für die Verwendung der dorischen Tonleiter im Volkslied sind

„What shall we do with the drunken sailor“ und „Scarborough Fair“. Heute noch findet man es sehr

oft im Jazz (bekannteste Aufnahme: „So What“ auf dem Album Kind of Blue von Miles Davis). Zwei

Beispiele aus der Popmusik sind „I feel love“ von Jimmy Somerville, das in a-Dorisch geschrieben ist,

und das in h-Dorisch verfasste „Sweet Lullaby“ von Deep Forest. „Mad World“ von Tears for Fears

(gecovert von Gary Jules) ist e-dorisch. Auch der Refrain bei „Stayin Alive“ von den Bee Gees, „Billie

Jean“ von Michael Jackson und „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd stehen im dorischen

Modus. Besonders häufig verwendet wurde die dorische Tonleiter in der Instrumental-Improvisation

in der Rockmusik der siebziger Jahre. Die dorische Tonleiter passt unter anderem deswegen gut in

die Rockmusik, da sie viele gemeinsame Töne mit der Bluestonleiter hat, wie etwa die kleine Terz

und die große Sext. Wichtige Beispiele finden sich etwa auf der zweiten Hälfte des Albums „Live At

Fillmore East“ von der Allman Brothers Band oder bei Pink Floyd in dem Instrumentalstück „Any

Colour You Like“ von der LP The Dark Side of the Moon.“

Ein anderes Erlebnis, das vom Singen herrührt, ist die Erfahrung, dass das heutige Hören der

um 1100 noch monophonischen Musik des Mittelalters uns vom Korsett der modernen Liedform

befreit, die sich durch die auf jeweils wenige Takte begrenzte Form a a b a kennzeichnen

lässt. In der frühen Musik des Mittelalters entfaltet sich dagegen die komplexe Melodie entlang

der Textzusammenhänge und verspielt über einem Grundton, der auch nur gedacht sein

kann. Es ist, als ob man singend aus einem Wald hinaustritt in die Steppe und sich aufrecht

dem Licht stellt. In den folgenden Jahrhunderten treten eine zweite und weitere Stimmen hinzu,

die miteinander ins Gespräch kommen. Im konzertanten Zusammenhang von heute halte

ich es für sinnvoll, Texte nicht nur im Programmheft komplett und übersetzt abzudrucken,

sondern auch auszugsweise im Konzert zu lesen und zwar nicht nur vorzulesen, sondern zu

rezitieren. Daher versucht das Programm immer wieder Musiker und Rezitatoren zusammenzubringen.

Andererseits sollten Erklärungen stärker der Einführung vorbehalten sein als dem

Konzert, weil sonst leicht künstlerische Bögen unterbrochen werden. Die guten Ensembles

sind heute dazu in der Lage, alte Musik nicht nur zu präsentieren und anzudeuten, sondern

kunstvoll und eigen zu interpretieren, zum Beispiel durch improvisierte Verzierungen, expressive

und dynamische Textdeutungen oder die Aufwertung der Begleitinstrumente.

Das Festival alter Musik und Literatur lädt jedermann ein, sich darauf einzulassen, Geschichte

an passenden Orten zu hören und dadurch anderen Zeiten und sich selbst näher zu

kommen. Auch wenn die alte Architektur verändert ist, wenn wir in Kirchen sitzen und nicht

stehen, wenn mehr konzertiert wird als ritualisiert, bleiben dennoch wesentliche Erfahrungsbrücken.

Alle Programme bieten Neues im Alten, laden ein zu einer Zeitreise, die man

so nur an diesen Orten und mit diesen Musikern erleben kann.


tA g u n g

die PAssion s P i e l e n?

dA s Wo r m s e r PAssionssPiel in d e r diskussion

Tagung in Kooperation mit der Stadt Worms

Erbacher Hof – Akademie des Bistums Mainz (Mainz)

„Die antisemitische Interpretation verkennt die wahre Absicht der Evangelien. Der Hass der Massen gegen

Ausnahmefiguren wie sie Jesus und sämtliche Propheten darstellen, erklärt sich offensichtlich aus der

Mimetik und nicht aus der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit.

Die Evangelien geben zu verstehen, in jeder Gemeinschaft und nicht nur bei den Juden allein gebe es

einen mimetischen Ablehnungsprozess, dessen bevorzugte Opfer die Propheten sind.“

René Girard, Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz (S. 43)

Das Wormser Passionsspiel

Das Wormser Passionsspiel aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts gehört zu den frühen Texten

der deutschen Theatergeschichte. Es wurde von Laien am Wormser Dom aufgeführt. Der Germanist

Prof. Dr. Klaus Wolf (Universität Augsburg) hat das in der St. Galler Klosterbibliothek

aufbewahrte „mittelrheinische Passionsspiel“ in Worms lokalisieren können.

In einer politisch ungeordneten Zeit sahen offenbar sowohl die Kirche als auch die Stadtbürger

die Notwendigkeit, grundsätzliche Fragen christlicher Religion in deutscher Sprache einem breiten

Publikum zu vermitteln. Der neutestamentlichen Erzählung wurden mit dem Kirchenlehrer Augustinus

und einem Jesus besonders feindlich gesinnten namens Rufus neue Figuren hinzugefügt.

Ein Neubearbeiten der Überlieferung hat aber nicht nur im Mittelalter stattgefunden, sondern

bereits in der Antike und zwar immer wieder. Das gibt Anlass, die historischen Schichten mit Blick

auf eine Neuinszenierung aus heutiger Sicht zu kommentieren und den Text gleichzeitig für ein

heutiges Verständnis zu öffnen.

Der von Prof. Wolf sprachlich und von Volker Gallé dramaturgisch bearbeitete Text wird auf der

Tagung zur Diskussion gestellt. Die Bearbeitung stellt den Bezug zur jüdischen Überlieferung

her und konfrontiert die antijüdische Fehlinterpretation des christlichen Mittelalters mit dem

unter anderem bei Raschi mit Blick auf die Kreuzzugspogrome zu findenden Selbstverständnis des

Volkes Israel als „Gottesknecht“. Aber sie sucht auch in der gedanklichen Orientierung am Religionsphilosophen

René Girard herauszuarbeiten, wie sich in allen Gesellschaften immer wieder

das vorhandene Gewaltpotenzial ansammelt und im Mord an unschuldigen Opfern entlädt: Die

Passion stellt den Wiederholungszwang dieses satanischen Kalküls in Frage.

15. bis 17. Februar 2013

Erbacher Hof – Akademie des Bistums Mainz

Anmeldung: E-Mail: ebh.akademie@bistum-mainz.de

Telefon: 06131-257-550, -552

Teilnahmekosten: € 30,- (Ermäßigung: € 20,-)


Die Passion spielen?

Die Tagung vom 15. bis 17. Februar folgt einem interdisziplinären Ansatz. Experten der Religions-

und Bibelwissenschaften sowie der Theologie und Mediävistik setzen sich mit der christlichen

Passion, ihren mittelalterlichen und heutigen Deutungen sowie ihren Möglichkeiten als Spiel auseinander.

Die Referenten werden das Wormser Passionsspiel zunächst literaturgeschichtlich einordnen

und die Situation der Juden im 14. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum und auch in

Worms darstellen. Zudem wird die Bedeutung religiöser Opfererzählungen in der jüdischen und

christlichen Überlieferung thematisiert. Dabei stellt sich auch die Frage, was Kunst zur Vermittlung

religiöser Inhalte leisten kann.

Zu den Tagungsreferenten gehören neben Prof. Dr. Klaus Wolf und anderen Mediävisten (Prof. Dr.

Rolf Bergmann, Prof. Dr. Martin Kaufhold, Prof. Dr. Elke Ukena-Best, Prof. Dr. Werner Williams-

Krapp) auch Judaisten (Prof. Dr. Michael Brocke, Prof. Dr. Daniel Krochmalnik, Fritz Backhaus, PD

Dr. Martha Keil) sowie Theologen (Prof. Dr. Rainer Kampling, Prof. Dr. Willibald Sandler), Religionswissenschaftler

(Prof. Dr. Christian Auffarth) sowie Otto Huber, Dramaturg der Oberammergauer

Passionsspiele. Interessierte sind herzlich zur Teilnahme an der Tagung eingeladen!

Johannes der Täufer im Wormser Passionsspiel

„Ich bin Johannes genannt und tun all der Welt bekannt, dass Gottes Reich uns nahet. | Das rate ich, dass

ihr nun gahet und bessert euer Leben, wollet ihr zu Gotte streben. | Ihr sollt euch taufen lasse. So bereitet

ihr die Straße, dass zu euch der heilge Christ will selber gehen in kurzer Frist... | Sehet ihn mit Augen an,

von dem ich euch gesprochen han. | Er ist das Gottes Lamm fürwahr, dass dieser Welte zwar und allen

unsern Schaden hat gar aufgeladen.“


en s e m b l e le o n e s

mu s i k Vo n Jo s q u i n u n d Ag r i c o l A

me i s t e r d e r re n A i s s A n c e m u s i k

Josquin Desprez und Alexander Agricola sind heute vor allem für ihre vokalen Werke bekannt,

doch zählen sie gleichfalls zur ersten Generation von Komponisten welche auch die

Instrumentalmusik zu einem würdigen Betätigungsfeld erkoren hatten.

Das Ensemble Leones kommt in großer Besetzung und bringt den üppigen Klang der frühen

Gamben, Violinen, Harfen und Lauten zum Strahlen.

Josquin und Agricola

„Er war der noten meister, die habens müssen machen, wie er wolt“, sagt Luther über Josquin

Desprez (ca. 1450-1521) und ehrt ihn damit als den großen Komponisten seiner Zeit. Damit

steht Luther nicht alleine – die frühen Notenverlage, auf den finanziellen Erfolg ihrer Drucke

angewiesen, vertrauten auf Qualität und lagen mit den Werken Josquins meist goldrichtig.

Sein kongenialer, um weniges älterer Kollege Alexander Agricola, zählte schon kurz nach

seinem Tod im Jahre 1506 zu den „alten Meistern“. Seinen Werken begegnete man mit Ehrfurcht

und sie gehörten Anfang des 16. Jahrhunderts bereits zum Kanon der Beispiele für

guten und anspruchsvollen Kontrapunkt.

Er war bekannt für seinen „dunklen Stil“, der seinen Zeitgenossen „ungewöhnlich, verrückt

und seltsam“ erschien, drang er doch in bis dato ungehörte Bereiche musikalischen Ausdrucks

vor.

Das Programm

Josquin und Agricola schrieben nicht nur Messen, Motetten und Chansons, wie zu dieser

Zeit üblich, sondern auch eine große Zahl untextierter Werke, die aufgrund ihrer Konstruktion

offensichtlich für Instrumente geschaffen wurden.

Marc Lewon hat aus diesem faszinierenden Repertoire der Frührenaissance kleine Suiten

zusammengestellt. Zu hören sind Chansons wie „De tous bien plaine“ oder „Tout a pa moy“.

Das ein oder andere Lied, das den Instrumentalkompositionen zugrunde liegt, erklingt dabei

auch gesungen.

Freitag, 1. März 2013

Konzert in der Kirche St. Martin, Worms

Beginn 20.00 Uhr (Einführung um 19.00 Uhr/in Planung)

Ticket-Vorverkauf: € 13,-/erm. € 10.- | Abendkasse € 16.-/erm. € 12.-

TicketService Worms, Tel: (06241) 2000 450 oder online unter www.wunderhoeren.de


Ensemble Leones

Das hochkarätige, international besetzte Ensemble unter der Leitung von Marc Lewon, der auch

künstlerischer Berater des „wunderhoeren“-Festivals ist, nimmt sich in idealer Besetzung den

instrumentalen Werken Josquins und Agricolas an. Mit seinem Debut-Album „Les Fantaisies de

Josquin“ wurde das Ensemble auf Anhieb für die International Classical Music Awards ICMA 2012

nominieret und mit 5 Diapasons ausgezeichnet. Das Ensemble konzertierte mit großem Erfolg auf

den Bühnen renommierter Festivals wie dem Stockholm Early Music Festival, dem Heidelberger

Frühling oder den Niedersächsischen Musiktagen. 2011 war es in kleiner Besetzung mit seinem

Neidhart-Programm bereits bei „wunderhoeren“ zu Gast. Seine Mitglieder kommen alle aus der

Talentschmiede der Schola Cantorum Basiliensis und arbeiten unter anderem mit Andreas Scholl,

Dominique Vellard und Benjamin Bagby.

Raitis Grigalis (Gesang (Bariton)), Baptiste Romain (Renaissancevioline, Vielle), Elizabeth Rumsey

(Viola d’arco, Renaissancegambe), Uri Smilansky (Viola d’arco), Marc Lewon, Leitung (Laute, Quinterne,

Viola d’arco), Kirsty Whatley (Harfe), Gawain Glenton (Zink).

Kirche St. Martin

Die Kirche St. Martin ist dem Hl. Martin von Tours geweiht, der als römischer Soldat im 4. Jh. in

Worms vor einer Schlacht gegen die Germanen den Wehrdienst verweigerte. Der Legende nach

steht die Kirche an der Stelle des Kerkers, in den Martin wegen seiner Kriegsdienstverweigerung geworfen

wurde. Der Überlieferung nach ist die Kirche eine Gründung Kaiser Ottos III. unter Bischof

Hildebold (979-998). Die Bauten waren aber noch 1025 (dem Tod Bischof Burchards) unvollendet.


e i n hA r d kA i s e r & i ci A r l AtA n i

dAs Wu n d e r b A r l i c h e Vo g e l n e s t

te x t e Vo n gr i m m e l s h A u s e n u n d mu s i k s e in e r ze it

Ein „Literatur- und Lebensdenkmal der seltensten Art“ nannte Thomas Mann den „Abenteuerlichen

Simplicissimus“ von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen.

Im ersten großen Roman in deutscher Sprache gehe es „bunt, wild, roh, amüsant, verliebt und

verlumpt“ zu, „kochend von Leben, mit Tod und Teufel auf Du und Du“.

Reinhard Kaiser

Der Schriftsteller und Übersetzer Reinhard Kaiser lebt in Frankfurt am Main. Seine Übersetzung

des „Abenteuerlichen Simplicissimus“ (2009) in ein gegenwärtiges Deutsch war ein Bestseller und

wurde unter anderem mit dem Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau ausgezeichnet.

Er hat auch andere Texte des Autors übersetzt und liest Passagen aus dem „Simplicissimus“, aus

„Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courage“ und aus „Das wunderbarliche Vogelnest“

(2012).

I Ciarlatani

Mit dem Lautenspieler Johannes Vogt gründete Klaus Winkler das Heidelberger Ensemble „I Ciarlatani“,

dessen Namensgeber die von Michael Praetorius in „Syntagma musicum“ zitierten „Ziarlatani“

sind, die Musikanten der Commedia dell’arte. Ein besonderer Schwerpunkt im Repertoire

des Ensembles ist die Musik am kurfürstlichen Hof zu Heidelberg.

Ute Kreidler (Sopran), Klaus Winkler (Blockflöte, Sackpfeife, Drehleier), Christoph Hesse (Barockvioline),

Russ Hodge (Viola da Gamba) und Johannes Vogt (Laute).

Grimmelshausen und die Musik seiner Zeit

Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen wurde 1621 oder 1622 im hessischen Gelnhausen

geboren. Den Dreißigjährigen Krieg hat er von 1634 bis zum Friedensschluss im Jahre 1648 aus

nächster Nähe erlebt – als Pferdejunge, als Soldat und zuletzt als Regimentsschreiber. Sein rund

3000 Seiten umfassendes literarisches Werk erschien in den letzten zehn Jahren seines Lebens.

„I Ciarlatani“ lassen sich von den Lesetexten zu klingenden Kommentaren anregen, insbesondere

wenn darin von Musik die Rede ist. Eröffnet wird das Programm mit Kompositionen um Aufstieg

und Fall des Heidelberger Kurfürsten Friedrich V. Als böhmischer „Winterkönig“ verlor er die

Schlacht am Weißen Berg zu Prag, die den Beginn des großen deutschen Kriegs markierte.

Freitag, 15. März 2013

Konzert in der Friedrichskirche, Worms

Beginn 20.00 Uhr (Einführung um 19.00 Uhr/in Planung)

Ticket-Vorverkauf: € 13,-/erm. € 10.- | Abendkasse € 16.-/erm. € 12.-

TicketService Worms, Tel: (06241) 2000 450 oder online unter www.wunderhoeren.de


1644 entstand in Nürnberg die erste erhaltene deutsche Oper: „Seelewig“ von Sigmund Theophil

Staden über einen Text von Georg Philipp Harsdörffer.

Auszug aus dem Lied der Sinnigunda „Die schwanke Nachtigal“ aus „Seelewig“(1644) von Sigmund

Theophil Staden (1607-1655):

„Die schwanke Nachtigal, so flügelschnell sich schwingt,

umführet Wolken an ihr lang verlangtes Klagen,

und gleich eim Todenlied ihr Ach und Wehmut singt,

bald schlürfend Kehlen ein ihr Sehnen, Angst und Zagen.

Wie der Trompeten Schall mit Pracht und Macht erklingt,

so pfleget ihr Gethön mit starkem Ruf zu schlagen:

Bald wie das Wässerlein den schroffen Kies durchdringt!

so säusselt, so säusselt ihr Gesang vol Freuden und Behagen! …“

Die Friedrichskirche

Die Friedrichskirche wurde von der 1699 zugezogenen reformierten Gemeinde erbaut und ist

nach dem preußischen König Friedrich dem Großem benannt, da sich Preußen an den Kosten

des Baus beteiligte. Der einfache Saalbau nach Plänen des Johann Georg Baumgratz zeigt einen

dreiseitigen Abschluss und Dachreiter mit Glocken.

Nördlich schließt das ehemalige Schul- und Pfarrhaus der reformierten Gemeinde an, südlich das

„Rote Haus“, ein bürgerlicher Renaissancebau von 1624.


cAPellA in s t ru m e n t A l i s

sA n c tA e cr u c i s u n d so l i s t e n

lA m e n t A t i o JeremiAe

Klagelieder gibt es in allen Kulturen. Die fünf Gedichte im jüdischen Tanach sind herausragende

Beispiele der Dichtung hebräischer Sprache. Im Christentum wurden sie auf die

Passion Christi bezogen.

Lamentationes

Das Buch der Klagelieder (Lamentationes) in der Bibel ist vermutlich nach der Zerstörung des

Tempels im Jahre 586 v. Chr. entstanden. Die Stadt Jerusalem wird darin als „Tochter Zion“ personifiziert.

Die Klagelieder werden von orthodoxen Juden wöchentlich an der Klagemauer in

Jerusalem gelesen. Sie werden auch in der Trauerzeit nach dem Tod eines Angehörigen gelesen

und am jüdischen Gedenktag zur Erinnerung an die Tempelzerstörungen rezitiert.

Teile des Textes wurden von der christlichen Kirche auf das Leiden und Sterben Christi bezogen

und in die Liturgie der Karwoche aufgenommen. Bis heute singen die Wormser Dominikaner

die Klagelieder in den Trauermetten von Gründonnerstag bis Karsamstag.

Diese Klagegesänge wurden von vielen Komponisten durch viele Jahrhunderte aufgegriffen

und vertont. Im Zentrum dieses Konzertes stehen Lamentationsgesänge von Joseph-Hector

Fiocco (1703-1741) und Jan Dismas Zelenka (1679-1745) im Spannungsverhältnis zu den

liturgischen Vertonungen der Dominikaner aus dem 13. Jahrhundert, die in der römischen

Tradition schon eine weit ältere Tradition haben.

Die Ausführenden

Die Sopranistin Elisabeth Menke studiert seit 2009 in der Hochschulklasse von Prof. Arthur

Janzen (HfMT Köln). Im Oratorien- und Konzertbereich gehören unter anderem Kantaten

und Oratorien Johann Sebastian Bachs, „Das Jüngste Gericht“ von Buxtehude, „Carmina

Burana“ von Orff und das Weihnachtsoratorium von Saint-Saens zu ihrem Repertoire.

Die Mezzosopranistin Christa Menke studierte zunächst in der Gesangsklasse von Prof.

Kobeck und anschließend bei Prof. Ostendorf an der Kölner Musikhochschule. Schon während

ihres Studiums war sie an den städtischen Bühnen Kölns tätig und gab zahlreiche

Konzerte im In- und Ausland.

Sonntag, 24. März 2013

in der Dominikanerkirche St. Paulus, Worms

Beginn 20.00 Uhr

Der Vorverkauf beginnt am 24.02.2013.

Karten erhalten Sie im Dominikanerkloster (06241-920400), bei Bücher

Bessler (06241-24327) und der Kunsthandlung Steuer (06241-23890).


Die Capella Instrumentalis Sanctae Crucis aus Köln ist ein von P. Thomas Möller OP

2006 zu seinen Studienzeiten gegründetes Ensemble an der Dominikanerkirche Heilig Kreuz in

Köln. Es setzt sich in unterschiedlichen Besetzungen zusammen aus Studierenden und Lehrenden

der Kölner Hochschule für Musik und Tanz.

Die Klagelieder Jeremias Das erste Lied (Einheitsübersetzung)

„Weh, wie einsam sitzt da /die einst so volkreiche Stadt. Einer Witwe wurde gleich / die Große unter den

Völkern. Die Fürstin über die Länder / ist zur Fron erniedrigt.

Sie weint und weint des Nachts, /Tränen auf ihren Wangen. Keinen hat sie als Tröster / von all ihren Geliebten.

Untreu sind all ihre Freunde, / sie sind ihr zu Feinden geworden.

Gefangen ist Juda im Elend, /in harter Knechtschaft. Nun weilt sie unter den Völkern / und findet nicht

Ruhe. All ihre Verfolger holten sie ein / mitten in der Bedrängnis.

Die Wege nach Zion trauern, /niemand pilgert zum Fest, / verödet sind all ihre Tore. Ihre Priester seufzen,

/ ihre Jungfrauen sind voll Gram, / sie selbst trägt Weh und Kummer.“

Die Kirche St. Paulus

Bischof Burchard errichtete ab 1002 eine Stiftskirche auf den Fundamenten der Salierburg.

Die dreischiffige romanische Pfeilerbasilika erhielt im 13. Jahrhundert einen Ostchor mit

fünfseitiger Apsis, die beiden Türme bekamen Steinkuppeldächer im byzantinischen Stil der

Jerusalemer Grabeskirche. Nördlich der Kirche entstanden die Stiftsgebäude mit einem gotischen

Kreuzgang. Seit 1929 ist sie die Kirche des Wormser Dominikanerklosters.


st. Al b A n s ch A m b e r ch o i r

me i s t e rW e r k e d e r e n g l i s c h e n re n A i s s A n c e

Alle zwei Jahre ist der St. Albans Chamber Choir mit Konzerten in Worms zu Gast. Diesmal

bringt er Musik der englischen Renaissance mit. Im 16. Jahrhundert entstanden, dokumentiert

sie das für England prägende, elisabethanische Zeitalter.

Der St. Albans Chamber Choir

Seit seiner Gründung im Jahre 1958 hat sich der St. Albans Chamber Choir zu einer tragenden

Kraft im Musikleben von St. Albans und Umgebung etabliert. Seine Konzerte erfreuen

Zuhörer mit Werken aus sechs Jahrhunderten und seine innovativen Programme sind mit

Preisen ausgezeichnet worden.

Sein weitreichendes Repertoire und häufige A-cappella-Konzerte sind das Aushängeschild

des Chores und unter der Leitung seines inspirierenden Leiters John Gibbons erweitert

der Chor stetig seinen Horizont. Einen ganz besonderen Stellenwert für den Chor hat seine

langjährige Verbindung mit der Wormser Kantorei, mit der er alle zwei Jahre abwechselnd in

St. Albans und in Worms konzertiert.

Auf dem Programm des St. Albans Chamber Choir stehen Meisterwerke der englischen

Renaissance, zu denen unter anderem William Byrds „Messe für vier Stimmen“ und sein

„Infelix ego“, Thomas Tallis „Loquebantur variis linguis“ und Richard Pygotts „Quid petis, o

fili?“ sowie Orgelwerke von John Redford und John Blitheman gehören.

Die Musik der englischen Renaissance

Die Musik der englischen Renaissance entstand zum Teil nicht nur zur Zeit der Reformation,

sondern war in Charakter und Aussagekraft unabdingbar mit den Wirren und Unruhen der

Reformation verbunden. Heinrich VIII (1509-1547) brach zwar mit Rom, aber die Englische

Kirche blieb ihrem Wesen nach zunächst katholisch.

Erst mit der Thronbesteigung Edwards VI (1547-1553), eines leidenschaftlichen Protestanten,

wurde Latein als Sprache der Kirchenmusik verboten. Unter Mary I (1553-1558) wurde

England zwar kurzfristig wieder katholisch, doch war es Marys Schwester Elizabeth I (1558-

1603), die die (protestantische) Anglikanische Kirche begründete.

Latein war nicht mehr verboten, sondern wurde vielfach in der Kirchenmusik eingesetzt.

Nach der Exkommunizierung Elizabeths durch den Papst im Jahre 1570 wurden den Katho-

Mittwoch, 3. April 2013

Konzert in der Liebfrauenkirche,Worms

Beginn 20.00 Uhr (Einführung um 19.00 Uhr/in Planung)

Eintritt frei! Um eine Spende wird gebeten.


liken zunehmend Argwohn und Misstrauen entgegengebracht, sodass sie bald nur noch im

Geheimen ihre Gottesdienste feiern konnten.

Thomas Tallis (1505-1585), der wohl bekannteste und einflussreichste Komponist seiner Zeit,

war einer der ersten, der englische Texte für den anglikanischen Gottesdienst vertonte:

„If ye love me, „Wenn ihr mich liebt,

keep my commandments. werdet ihr meine Gebote halten.

And I will pray the Father, Und ich werde zum Vater beten,

and he shall give you und er wird euch

another Comforter, einen anderen Beistand geben,

that he may abide with you for ever; der für immer bei euch bleiben soll.

even the Spirit of truth.“ Es ist der Geist der Wahrheit.“

Die Liebfrauenkirche

Die lange Baugeschichte der Liebfrauenkirche beginnt 1276. Aus dieser Zeit sind Nachrichten

zu Vorbereitungen für den Bau überliefert.

Der damals herrschende Geldmangel hat zur heutigen klaren Baugestalt, die dem gotischen

Ideal unmittelbar entspricht (Doppelturmfassade, Langhaus, Querschiff, Umgangschor, Vorbau

und Mariendarstellung im Bogenfeld über dem Eingang), wesentlich beigetragen.

1298 wurde die Kirche zum Kollegiatsstift mit zwölf Kanonikern erhoben. 1465/68 wurde

der Bau vollendet, 1478 wird erstmals die Marienwallfahrt bezeugt.


me l P o m e n

li e b e s Wo n n e n, We i n u n d Ve r d r u s s

gr i e c h i s c h e mu s i k zu ly r i k Au s d e m 5./6. Jh.V. ch r.

in Kooperation mit dem Altertumsverein Worms

Altgriechische Musik ist heute nur zu erschließen über das Versmaß der überlieferten lyrischen

Texte und über die Rekonstruktion von Instrumenten. Hinweise gibt auch die antike

Musiktheorie. So wurde der laute und scharfe Ton der Auloi (Flöten) der Ekstase zugeordnet,

beim Spiel wurde die phrygischen Tonart verwendet; der leisen und lieblichen Leier schrieb

man dagegen beruhigende Wirkung zu – daher verwendete man hier die dorische Tonart.

Die Ausführenden

Seit beinahe 20 Jahren arbeitet der Musiker und Musikarchäologe Conrad Steinmann an der Rekonstruktion

von Musikinstrumenten und der Musik der klassischen griechischen Antike.

Die Grundlagen bilden das akribische Studium von originalen Instrumenten und die Auswertung

des Bildmaterials von Vasenmalereien. Auch die altgriechische Lyrik mit ihren Versmaßen lässt

Rückschlüsse auf die musikalische Interpretation zu.

All diese Elemente werden bei der Neufindung der Musik mit der Tonordnung der jeweiligen

Instrumente in Einklang gebracht. Die Kymbala (Zimbeln) zum Beispiel sind kleine beckenartige

Schlaginstrumente, die paarweise gegeneinander geschlagen werden. Sie wurden vor allem von

Frauen als Begleitung von Aulos und Gesang gespielt. Die Kithára ist ein siebensaitiges Saiteninstrument,

das im Kult Apollons und als Instrument von professionellen Sängern Anwendung fand.

Dazu kommen Flöten (Auloi), Klappern (Krotalon, Seistron), ein Barbitos, das Instrument von

Symposionsteilnehmern, und eine Lyra.

Arianna Savall (Sopran (A) und Bárbitos/Lýra (a)), Giovanni Cantarini (Tenor (B) und Kithára (b)),

Martin Lorenz (Týmpana (c), Kýmbala (d), Krótala (e)) und Conrad Steinmann (Aulós (f), Kýmbala

(g), Seistron (h); Musik und Leitung) setzen lyrische Texte von Dichtern wie Sappho, Alkaios und

Anakreon musikalisch in Szene.

Melomai / Anakreon, 563-478 v. Chr.

„Denn Eros, den üppigen, will ich besingen, den eine Fülle blühender Kränze bedeckt.

Über die Götter ist er Herrscher, über die Sterblichen übt er Gewalt“

Sonntag, 7. April 2013

Konzert im Städtischen Museum, Worms

Beginn 18.00 Uhr (Einführung um 17.00 Uhr/in Planung)

Ticket-Vorverkauf: € 13,-/erm. € 10.- | Abendkasse € 16.-/erm. € 12.-

TicketService Worms, Tel: (06241) 2000 450 oder online unter www.wunderhoeren.de


Bíos / Mimnermos, um 650 v. Chr.

„Was ist das Leben, was ist noch angenehm, wenn die goldene Aphrodite fehlt?

Ich müsste sterben, wenn mir daran nichts mehr läge:

Heimliche Liebschaften und zärtliche Gaben und die Freuden des Bettes,

welches die anziehenden Blüten der Jugend sind

für Männer wie für Frauen.“

Die Andreaskirche

Schon in karolingischer Zeit gab es auf dem Andreasberg vor der Stadt eine „ecclesia sancti

Andree in monte extra muros“. Erst Bischof Burchard verlegte die Stiftsgemeinschaft im Jahr

1020 an die heutige Stelle an der südlichen Stadtmauer.

In den Jahren 1180-1200 fand ein Neubau der Stiftskirche statt. Diese dreischiffige romanische

Basilika mit geradem Chorabschluss und fehlendem Querschiff ist trotz ihrer wechselvollen

Nutzungsgeschichte in den Grundzügen bis heute erhalten.

1802 wurde die Kirche profaniert, seit dem Umbau 1928/1930 befindet sich hier das Städtische

Museum.


cAPellA l u t h e r A n A

kein tr o s t Au f er d i c h h A b e n m A g

Musik aus oberrheinischen Drucken des 16. Jahrhunderts, dargeboten von Vokalsolisten und

Renaissancebläsern unter der Leitung von Christian Schmitt.

Im Rahmen der Wormser Religionsgespräche (19. bis 21.4.2013) wird Musik der Reformationszeit

aufgeführt. Für die Programmauswahl wurden Liederbücher Peter Schöffers des Jüngeren verwendet,

der seine Werkstatt auch in Worms betrieb.

Lieder- und Gesangbücher aus Mainz, Worms und Straßburg

Mit den kurz nach Einführung des Notendrucks in Deutschland zu Beginn des 16. Jahrhunderts

erschienenen Liederbüchern sind uns eindrucksvolle Zeugnisse der damaligen Musizier- und Editionspraxis

erhalten geblieben. Wegweisend war hier das Wirken des Mainzer Druckers Peter

Schöffer der Jüngere, der von 1518 bis 1529 in Worms wirkte. Schöffers Mainzer Liederbuch von

1513 sowie die 1536 gemeinsam mit dem Verleger Mathias Apiarius in Straßburg herausgebrachte

Sammlung überliefern eine große Anzahl weltlicher vier- oder fünfstimmig gesetzter Lieder von

verschiedenen Meistern. Bedeutend für die Verbreitung des reformatorischen Gedankens in Südwestdeutschland

war das 1525 von Schöffer in Worms in zweiter Auflage herausgegebene Geistliche

Gesangbüchlein Johann Walters, des Freunds und musikalischen Beraters Luthers.

Das Programm

Die am Konzertabend dargebotenen Auszüge aus dem Repertoire dieser drei Bücher werden

durch zeitgenössische Orgelsätze ergänzt. Zu den beiden Sätzen aus Arnolt Schlicks 1512 von

Schöffer in Mainz gedruckter Tabulatur gesellt sich ein berühmtes Unikat der spätmittelalterlichen

Musik: das 2- bis 10-stimmige „Ascendo“ des Heidelberger Meisters, das – im Original für

die Orgel bestimmt – vom Ensemble ausgeführt wird. Die weiteren instrumentalen Werke sind

populäre Bläser-Tanzstücke von Tielmann Susato sowie Tabulatursätze des St. Galler Organisten

Fridolin Sicher.

Das Instrumentarium

Der Zink erfreute sich im 16. und 17. Jahrhundert als ausdrucksstarkes und dem Klang der menschlichen

Stimme nahestehendes Instrument großer Beliebtheit. Gemeinsam mit den drei Renaissanceposaunen

ergibt sich ein warmer und transparenter Ensembleklang, der sich ideal mit dem

Klang des Vokalquartetts verbindet. Hinzu tritt als Direktionsinstrument das Regal, die tragbare

Zungen-Kleinstorgel der Renaissancezeit, ein Instrument, dessen Verwendung Martin Luther aus-

Samstag, 20. April 2013

Konzert in der Magnuskirche, Worms

Beginn 20.00 Uhr (Einführung um 19.00 Uhr/in Planung)

Ticket-Vorverkauf: € 13,-/erm. € 10.- | Abendkasse € 16.-/erm. € 12.-

TicketService Worms, Tel: (06241) 2000 450 oder online unter www.wunderhoeren.de


drücklich empfohlen hat. Das im Konzert verwendete Regal ist eine Leihgabe des Orgelbauers Johannes

Rohlf (Calw-Neubulach). Zudem wird die Oberlinger-Orgel der Magnuskirche zu hören sein.

Die Ausführenden

Doris Steffan-Wagner (Sopran), Matthias Lucht (Altus), Martin Steffan (Tenor), Lorenz Miehlich

(Bass), Martin Lubenow (Zink), Posaunenensemble Klaus Bruschke: Klaus Bruschke (Altposaune),

Tobias Jung (Tenorposaune), Daniel Neumann (F-Bassposaune), Christian Schmitt (Regal/Orgel)

„Kein Trost auf Erd ich haben mag /

als oft der Tag /

mir kummt ja zu betrachten /

Daran dein Schön mich hat behaft /

Die Magnuskirche

mit sölcher Kraft /

dass ich allein tu achten /

nit dein geleich /

in diesem Reich /

mit sölchem Lob gezieret /

züchtig dabei /

und Tugend frei /

ehrlichen schön gefieret.“

Die Magnuskirche am Weckerlingplatz ist eine dreischiffige, flach gedeckte Basilika mit romanischen

Pfeilerarkaden und einer eigenartig asymmetrischen Baugestalt und wird 1141 zum ersten

Mal urkundlich erwähnt. Ihre Entstehung reicht aber bis ins 8. Jahrhundert zurück und erstreckt

sich über einen Zeitraum von mehr als 500 Jahren. Im Mittelalter war die Magnuskirche als Pfarrkirche

mit der benachbarten Stiftskirche St. Andreas verbunden. Ab 1520 wurde in ihr evangelisch

gepredigt, weil sich ein Teil der Stiftsherren um Ulrich Preu, einen Freund Martin Luthers, der

reformatorischen Bewegung angeschlossen hatten. Deshalb gilt sie als älteste evangelische Kirche

Südwestdeutschlands.


th e hilliArd en s e m b l e

Pe r o t i n u n d mA c h Au t

in Kooperation mit der Kasinogesellschaft Worms

Im Konzertprogramm „Perotin und Machaut“ präsentiert das Hilliard Ensemble Musik des

12. bis 14. Jahrhunderts von Perotinus Magnus, dem bedeutendsten Komponisten der Notre-

Dame-Schule bis zu Guillaume de Machaut, der in Reims die Musik dieser Schule weiterentwickelte.

Alle Werke wurden für die großen Kathedralen des Mittelalters geschrieben und

passen daher auch gut in den Dom zu Worms.

Das Hilliard Ensemble

Das Ensemble hat sich in den fast 40 Jahren seines Bestehens einen unverwechselbaren Ruf

erworben und gilt heute als eines der weltbesten Vokalensembles. David James (Countertenor),

Steven Harrold (Tenor), Rogers Covey-Crump (Tenor) und Gordon Jones (Bariton)

haben sich auf die Musik vor 1600 spezialisiert, ihr Repertoire reicht jedoch bis hin zu Werken

zeitgenössischer Komponisten wie Arvo Pärt, Gavin Bryars, Heinz Holliger, Brian Elias,

John Casken oder Erkki-Sven Tüür.

Das Hilliard Ensemble ist heute auf allen wichtigen Podien der Welt zu Gast. Neben regelmäßigen

Konzertreisen durch Europa, Asien, die USA und weitere Kontinente arbeitet das Ensemble

verstärkt mit Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Philadelphia Orchestra

oder der New York Philharmonic, aber auch dem Jazz-Saxofonisten Jan Garbarek zusammen.

Rundfunk-, Fernseh- und Schallplattenaufnahmen, größtenteils mit internationalen Preisen

ausgezeichnet, runden das weite Feld der Arbeit des Vokalensembles ab.

Regelmäßig musiziert das Hilliard Ensemble auch in Deutschland: Konzerte in allen großen

Musikzentren wie Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt, Stuttgart oder München sowie bei Festivals

wie den Berliner Festwochen, Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Schleswig-Holstein

Musik Festival, den Tagen Alter Musik, der Internationalen Bach-Akademie Stuttgart,

den Brühler Schlosskonzerten, dem Musikfest Bremen, der Bach-Woche Ansbach sowie dem

MDR-Musiksommer fanden stets ein begeistertes Publikum und ein großartiges Presse-

Echo. In 2013 feiert das Hilliard Ensemble sein 40-jähriges Bestehen.

Perotin und Machaut

Perotin (1150/65-1200/1225) gilt als bedeutendster Komponist der Notre-Dame-Schule,

die in Paris die frühe Mehrstimmigkeit entwickelte.

Nachdem sein Vorgänger Léonin dem gregorianischen cantus eine zweite, meist parallel ge-

Samstag, 28. April 2013

Konzert im Dom zu Worms

Beginn 18.00 Uhr (Einführung in das Programm ab 17.00 Uhr)

Ticket-Vorverkauf: € 7.- bis € 28.- | Abendkasse € 9.- bis € 32.-

TicketService Worms, Tel: (06241) 2000 450 oder online unter www.wunderhoeren.de


führte Stimme (vox organalis) hinzugefügt hat, komponierte Perotin drei- und vierstimmig.

„Et nota, quod magister Leoninus, secundum quod dicebatur, fuit optimus organista, qui fecit magnum

librum organi de gradali et antifonario pro servitio divino multiplicando. Et fuit in usu usque ad temporis

Perotini Magni, qui abbreviavit eundem et fecit clausulas sive puncta plurima meliora, quoniam optimus

discantor erat, et melior quam Leoninus erat.“

„Und merke dir, dass der Magister Leoninus, wie berichtet wurde, der beste Organist gewesen ist; er verfertigte

den Magnus Liber der Organa zum Graduale und Antiphonar zur Bereicherung des Gottesdienstes.

Und dieses Buch blieb in Gebrauch bis zu der Zeit des Perotinus Magnus, der dasselbe gekürzt hat

und viel bessere Klauseln und Punkta schuf, weil er der beste Discantor war, sogar besser als Leoninus.“

aus dem Musiktraktat des Anonymus IV (nach 1279)

Guillaume de Machaut (1300/05-1377) lebte in Reims und wirkte als Schriftsteller und Komponist.

Sein Hauptwerk sind Vertonungen von Liebeslyrik in Virelais (Chansons), Rondeaus und

Balladen. Durch die Aufgabe des cantus firmus im mehrstimmigen Satz und den Wechsel einer

erfundenen Melodie in die Oberstimme ermöglichte er die Freiheit der Stimmen in einem kontrapunktischen

Satz. Insofern knüpft er an die Notre-Dame-Schule an und entwickelt sie weiter.

„Quant je sui mis au retour

De veoir ma dame,

Il n‘est peinne ne dolour

Que j‘aie, par m‘ame.

Diex! c‘est drois que je l‘aim, sans blame,

De loial amour.“


Das Programm

ANONYM (13. Jahrhundert) Mundus vergens

ANONYM (13. Jahrhundert) Procurans odium

ANONYM (13. Jahrhundert) Deus misertus hominis

GUILLAUME DE MACHAUT Aucune gent* Qui plus aimme

Fiat voluntas tua

Contratenor

Dame, je sui cilz* Fins cuers doulz

Fins cuers doulz

Tu qui gregem* Plange, regni respublica

Apprehende arma

Contratenor

ANONYM (13. Jahrhundert) Vetus abit littera

MAGNUS PEROTINUS (1165?-1220?) Dum sigillum

ANONYM (12. Jahrhundert) Stirps Iesse

GUILLAUME DE MACHAUT Felix virgo* Inviolata

Contratenor

Ad te suspiramus

PAUSE

GUILLAUME DE MACHAUT Christe qui lux es* Veni creator

Tribulatio proxima est

Contratenor

MAGNUS PEROTINUS Alleluia: posui adiutorium

MAGNUS PEROTINUS Beata viscera

GUILLAUME DE MACHAUT Bone pastor Guillerme* Bone pastor, qui pastores

Bone pastor

Fons totius * O livoris feritas

Fera pessima

MAGNUS PEROTINUS Viderunt omnes

* Die mit * bezeichneten Stücke sind drei- oder vierstimmige Werke ohne Titel. Jede der notierten

Stimmen verfügt über einen eigenen, unabhängigen Text. Die jeweiligen Textanfänge sind hier

als Titel notiert. Die als „Contratenor“ bezeichnete Stimme weist in der Partitur keinen eigenen

Text auf, sondern der Sänger kann diesen nach Belieben wählen.


Magnus Perotinus - Viderunt omnes

„Viderunt omnes fines terrae salutare Dei nostri: iubilate Deo omnis terra.

V. Notum fecit Dominus salutare suum: ante conspectum gentium revelavit iustitiam suam.“

„Alle Länder der Erde schauen das Heil unseres Gottes. Drum jauchzet dem Herrn, alle Lande.

Der Herr hat sein Heil kundgetan: vor den Augen der Völker offenbarte er seine Gerechtigkeit.“

Dom zu Worms

Der Dom erhebt sich auf dem höchsten Hügel des Stadtbezirks, etwa 100 Meter über dem

Meeresspiegel. Im 1. Jahrhundert vor Christus errichteten die Römer hier ein Verwaltungszentrum

und einen Tempelbezirk. Der Merwoingerkönig Dagobert I. (625-639) erbaute auf

den Grundmauern des zerstörten römischen Forums eine Kirche.

Bischof Burchard (gestorben 1025) ließ diesen Bau abreißen. Der Neubau aus dem 11. Jahrhundert

schuf die heutigen Konturen als kreuzförmige Basilika mit je zwei Rundtürmen am

Ost- und am Westchor. Nach einer Überarbeitung im 12. Jahrhundert wurde der Dom 1181

zum dritten Mal geweiht.


mA r A i s co n s o r t

Vo n lAsso b i s sc h ü t z – mu s i k A n s ü d l i c h e n kulturresidenzen

Die fürstlichen Residenzen im Süden Deutschlands waren in Renaissance und Frühbarock auch

Orte der Hofmusik. Bekannte Komponisten aus ganz Europa schrieben Werke für den höfischen

Gebrauch. So spielte beispielsweise der Hoforganist Kaiser Maximilians, Paul Hofmaier, auf dem

Wormser Reichstag von 1495 auf der Domorgel. Ludwig Senfl, Mitglied der Wiener Hofkapelle,

korrespondierte in den 1520er Jahren mit Martin Luther.

Marais Consort

Das Marais Consort wurde 1978 von Hans-Georg Kramer (Viola da Gamba) und Ingelore Schubert

(Cembalo) als Ensemble für Alte Musik gegründet. Angeregt und bestätigt durch eigene

Quellenstudien und Meisterkurse bei Nikolaus Harnoncourt, Gustav Leonhardt und den Brüdern

Kuijken führte der Weg konsequent zur historischen Aufführungspraxis.

Neben Konzeptionen mit barocker Kammermusik wurde ab 1985 das Gambenconsort aufgebaut.

In Zusammenarbeit mit dem Geigenbauer Christian Brosse wurde ein Instrumentarium

von italienischen Renaissance-Violen-da-Gamba entwickelt, was zu einem völlig neuen und einzigartigem

Consortklang führte. Das harmonische Zusammenspiel der Ensemblemitglieder macht

den unvergleichbaren Klang der Gruppe aus. Ihr Musizieren wird als vital, farbenfroh, meisterlich

und betörend schön beschrieben. Ab 1989 begann der WDR diese Arbeit durch Aufnahmen zu

begleiten, später folgen langjährige Produktionsreihen beim Bayerischen Rundfunk. 1991 erschien

die erste CD beim Label NOMOS, bei dem das Marais Consort bis heute exklusiv aufnimmt. In

zahlreichen internationalen Festivals und Konzertreihen ist die Gruppe ein immer wieder gern

gesehener Gast.

In der Besetzung Hans-Georg Kramer (Viola da Gamba/Leitung), Brian Franklin, Hermann Hickethier,

Irene Klein (Viola da Gamba) und Ingelore Schubert (Cembalo) präsentiert das Ensemble

Werke aus Innsbruck, Nürnberg, München, Wien, Augsburg, Worms und Hohenzollern-Hechingen

unter anderem von Heinrich Isaac, Leonhard Lechner, Orlando di Lasso, Hans Leo Hassler und

Heinrich Schütz.

Das Rote Haus

Das Rote Haus ist ein bürgerlicher Renaissancebau von 1624, der heute als evangelisches Gemeindezentrum

genutzt wird. Südlich schließt das Haus an die Friedrichskirche an, die von der

1699 zugezogenen reformierten Gemeinde erbaut und nach dem preußischen König Friedrich

dem Großem benannt wurde, da sich Preußen an den Kosten des Baus beteiligte.

Samstag, 4. Mai 2013

Konzert im Roten Haus, Worms

Beginn 20.00 Uhr (Einführung um 19.00 Uhr/in Planung)

Ticket-Vorverkauf: € 13,-/erm. € 10.- | Abendkasse € 16.-/erm. € 12.-

TicketService Worms, Tel: (06241) 2000 450 oder online unter www.wunderhoeren.de


Das Programm

Innsbruck Heinrich Isaac (1445-1517) Innsbruck, ich muss dich lassen

Johann Stadlmayr (1560-1548) Echo-Canzon

Nürnberg Leonhard Lechner (um 1553-1606) Gott bhüte dich, desgleichen mich

Johann Staden (1581-1634) Aus dem „Venuskränzlein“:

Auffzug - Pavana - Gagliarda

München Cypriano de Rore (1515-1565) Ben qui si mostra il ciel

Johann Kaspar Kerll Toccata a 4

Wien Johann Jakob Froberger (1617-1667) Toccata – Fantasia a 4 – Ricercare a 4

Heinrich Schmelzer (um 1623-1680) Intrada

Ciacona detta la bella zingara

Hechingen Orlando di Lasso (1532-1594) Christe Dei soboles

La nuit froide et sombre

Hans Leo Hassler Suite aus dem “Lustgarten“

Worms Paul Hofhaimer (1459-1537) Carmen magistri pauli:Meins traurens ist

Nach willen dein mit Intavolierung (Kotter)

Ludwig Senfl (um 1490-1543) Ohn allen Scherz - Nun merk ich wohl

Ach Elslein, liebes Elselein/Es taget vor dem Walde

Augsburg Johannes Eccard (1553- 1611) Es ist viel Not entstanden

Heinrich Schütz Suite in Sonderheit auf Violen zu gebrauchen


e n J Am i n bA g b y & se q u e n t i A

fr ä n k i s c h e Ph A n t o m e – mu s i k u n d li t e r At u r d e r kA r o l i n g e r

in Kooperation mit „Via Mediaeval“

Vom Hof Karls des Großen ging um 800 eine Bildungsoffensive aus, die auch als „karolingische

Renaissance“ bezeichnet wird. Wissenschaft und Kunst wurden gefördert. Das Ensemble Sequentia

setzt Texte in Latein, Althochdeutsch und Altfranzösisch musikalisch in Szene, darunter das Hildebrandslied,

Hymnen von Alkuin und eine lateinische Klage des „Ketzers“ Gottschalk von Orbais.

Ensemble für Musik des Mittelalters – Sequentia

1977 durch Benjamin Bagby und die verstorbene Barbara Thornton (1950-1998) gegründet, zählt

Sequentia zu den innovativsten und international am meisten geschätzten Ensembles für Musik

des Mittelalters. Unter der Leitung Benjamin Bagbys blickt das Ensemble nun auf eine mehr als 35

Jahre andauernde Arbeit zurück. Sequentia hat über 70 innovative, weltweit präsentierte Konzertprogramme

geschaffen, welche das gesamte Spektrum der mittelalterlichen Musik ausloten.

Benjamin Bagby

Der Sänger, Harfenist und Mediävist Benjamin Bagby nimmt seit über 30 Jahren eine bedeutende

Stellung in der Aufführungspraxis mittelalterlicher Musik ein. Seit 1977 widmete er sich der

Forschungs- und Aufführungstätigkeit von Sequentia. Seit 2005 unterrichtet er mittelalterliche

Aufführungspraxis an der Sorbonne in Paris.

Norbert Rodenkirchen

Seit 1996 ist Rodenkirchen Flötist des Ensembles. Mit seinen Ensembles wurde er weltweit zu

zahlreichen Festivals eingeladen. Zusätzlich hat Norbert Rodenkirchen Workshops zur mittelalterlichen

Improvisation in Köln, Salzburg, Vancouver, Ambronay, Lyon und Liege gegeben.

Wolodymyr Smishkewych

In den letzten anderthalb Jahrzehnten hat sich Wolodymir Smishkewych auf mittelalterlichen

Gesang und neue Musik spezialisiert. Als gefragter Pädagoge für mittelalterliche, zeitgenössische

Musik und Weltmusik hat er an Universitäten in den USA, Südamerika, Kanada und Europa unterrichtet.

Derzeit ist er der Direktor des Masterstudiengangs Ritual Chant and Song an der Irish

World Academy der University of Limerick in Irland.

Fränkische Phantome

Im Programm „Fränkische Phantome“ widmet sich das Ensemble der Musik zur Zeit der Karolinger.

Sequentia lassen dabei Lieder und Hymnen von Alkuin, Angilbertus, Notker und Gottschalk

sowie das Hildebrandslied in Latein, Althochdeutsch und Altfranzösisch erklingen. Mithilfe alter

Freitag, 17. Mai 2013

Konzert in der Magnuskirche, Worms

Beginn 20.00 Uhr (Einführung um 19.00 Uhr/in Planung)

Ticket-Vorverkauf: € 13,-/erm. € 10.- | Abendkasse € 16.-/erm. € 12.-

TicketService Worms, Tel: (06241) 2000 450 oder online unter www.wunderhoeren.de


handschriftlicher Quellen und in Zusammenarbeit mit Sam Barrett von der Cambridge University

und anderen Experten hat Benjamin Bagby längst vergessene Melodien dieses goldenen Zeitalters

europäischen Liedguts zu neuem Leben erweckt.

Gottschalk – Ut quid iubes, pusiole?

„Ut quid iubes, puisole,

Quare mandas, filiole,

Carmen dulce me cantare,

Cum sim longe exsul valde

Intra mare?

O cur iubes canere?“

Die Magnuskirche

„Was befiehlst du mir, o Knäblein,

warum forderst du, o Söhnlein,

dass ich süße Lieder singe,

der ich als Verbannter lang das

Meer durchdringe?

O warum soll ich dir singen?“

Die Magnuskirche am Weckerlingplatz ist eine dreischiffige Basilika mit romanischen Pfeilerarkaden

und einer eigenartig asymmetrischen Baugestalt. Ihre Entstehung reicht bis ins 8. Jh. zurück und erstreckt

sich über einen Zeitraum von mehr als 500 Jahren. Ab 1520 wurde in ihr evangelisch gepredigt,

weil sich Stiftsherren um Ulrich Preu, einen Freund Martin Luthers, der reformatorischen Bewegung

angeschlossen hatten. Deshalb gilt sie als älteste evangelische Kirche Südwestdeutschlands.


tr i o mi c h A e l sc h n e i d e r

ze i t e n W e n d e u m 1600 – mu s i k z W i s c h e n re nA i s sA n c e & bA r o c k

in Kooperation mit dem Heimatverein Abenheim

Um 1600 und 1730 entwickelten sich in Europa neue Musikstile, bei denen der individuelle

Ausdruck von Solisten gegenüber der älteren Mehrstimmigkeit in den Vordergrund musikalischer

Werke gerückt wurde.

In Florenz war es um 1600 die „Camerata“, ein Zirkel gebildeter Literaten und Musiker, der

eine „Neue Musik“ propagierte und um 1730 war es dann der als „schwülstig“ und in seiner

Mehrstimmigkeit als überladen empfundene Stil etwa eines Johann Sebastian Bach, der einer

einfacheren, melodischen und verständlicheren Sprache weichen sollte.

Trio Michael Schneider

Die spannende Entwicklung von der Mehrstimmigkeit zur sogenannten „Monodonie“ möchten

Michael Schneider (Blockflöte), Toshinori Ozaki (Laute) und Annette Schneider (Viola da

Gamba) klingend nachzeichnen.

Die in Worms präsentierten Werke sind alle nur wenige Jahre vor oder nach 1600 entstanden

und stammen sowohl aus dem damals avantgardistischen Italien und dem extrem

konservativen England.

Das Trio spielt neben Stücken der „Nuove Musiche“ aus Florenz (Rognoni, Bassano, Virgiliano,

Dario Castello, Fontana) auch Werke von John Dowland, dem Hauptvertreter der Melancholiker-Schule

des 16. Jahrhunderts, sowie von Blockflötenspieler Jacob von Eyck aus Utrecht.

Das Programm

Wie sehr in Italien Neues aus Altem entstand beweist zum Beispiel: „Vestiva i colli“ von

Francesco Rognoni: eine sog. Diskantdiminution. Der Komponisten nimmt als Vorlage die

Diskantstimme eines bekannten Renaissance-Madrigals von G. P. Palestrina und gestaltet sie

durch virtuose und ausdrucksstarke „Diminutionen“ (d.h. „Verkleinerungen“ der großen

Notenwerte der Vorlage) um in ein brillantes Solostück. Auch die anderen kurzen Stücke

von Bassano und Virgiliano sind Diminutionsschulen entnommen, die zum Erlernen des improvisatorischen

Diminuierens geschrieben worden waren.

Auch in den Sonaten Dario Castellos (explizit „in stile moderno“) und Fontanas besteht das

Baumaterial noch zu einem großen Teil aus „Diminutionsfloskeln“, wie sie in der Renaissance

entwickelt worden waren. Die englische Musik um 1600 pflegt dagegen noch kompositori-

Sonntag, 19. Mai 2013

Konzert in der Klausenberg-Kapelle, Abenheim

Beginn 16.30 Uhr

Info-Telefon: Tel: 06242-60267


sche Modelle, die eher mittelalterlichen Konzeptionen entsprechen. Giles „Miserere“ ist

eine „lesson in thirty eight proprtions“, d.h. ein Spiel mit rhythmischen Proportionen über

einen zehnmal unverändert wiederkehrenden Cantus firmus. „Upon La Mir Re“ arbeitet

mit kleinen veränderlichen melodischen Patterns über einem aus drei Noten bestehenden

„Ground“-Bass.

„Semper Dowland, semper dolens“ ist Titel einer Pavanen von John Dowland. Der blinde

Utrechter Blockflötenspieler Jacob van Eyck hat in der Jahrhundertmitte darüber mehrere

Variationen für Solo-Blockflöte hinterlassen – ebenso wie über Caccinis „Amarilli mia bella“:

ein Beweis dafür, wie gerade diese beiden Stücke weitere Wirkung entfaltet haben.

Die Klausenberg-Kapelle Abenheim

Die Kapelle soll schon im Jahre 975 Erwähnung gefunden haben. Erst nach der Jahrtausendwende

erscheinen aber die Bezeichnungen „Clusam“ und „bey der Klusen“ häufiger im

Güterverzeichnis, was die Existenz der alten Kirche bestätigt. Nach der Wormser Synodale

von 1496 waren nur noch Ruinen der einstigen Kapelle vorhanden und erst 1572 erfolgte

deren Wiederaufbau.

Auch im 30-jährigen Krieg kam es zu Zerstörungen. 1720 erfolgten abermals Restaurierungen

und der Neuaufbau. Im Zuge der Säkularisierung wäre sie um 1800 beinahe zum Nutzen für

weltliche Zwecke versteigert worden.

Da die Abenheimer Bürger aber beweisen konnten, dass die Kapelle nicht von der Kirche, sondern

von der Gemeinde unterhalten wurde, blieb das Gebäude von der Versteigerung verschont

und den Abenheimern bis heute erhalten.


ü d i g e r oP P e r m A n n

th e br e n d A n Vo y A g e - re i s e in d i e An d e rW e lt

Uraufführung in Kooperation mit dem Kultursommer Rheinland-Pfalz

Texte nach der deutschen Übersetzung der „Navigatio“

aus dem Mittellateinischen von Prof. Dr. Peter Christian Jacobsen (1999)

Rüdiger Oppermann

Der Harfenist, Komponist und Produzent Rüdiger Oppermann ist 1954 in Bad Kreuznach geboren.

Mittlerweile lebt er mit seiner Familie im Nord-Elsass. Auf über 50 CDs sind seine Werke

zu hören. Seit 1985 organisiert er jährlich die Weltmusikreihe KlangWelten. Für das Musikbuch

„KlangWelten – Dialog der Kulturen“ hat er den Vierteljahrespreis der Schallplattenkritik 2012

erhalten. Bereits 2006 erhielt er den Weltmusikpreis RUTH. Für die Kulturhauptstädte 2010 Ruhr,

Istanbul und Pécs hat er das Projekt „Karawane 2010“ verantwortet. Er ist Juror und Preisstifter

des Creole Wettbewerbs sowie diverser internationaler Harfenwettbewerbe.

Jury der Schallplattenkritik 1/2012: „Wiederum hat Rüdiger Oppermann ein opulentes Klangpanorama

zusammengestellt, das dem Dialog der Kulturen gewidmet ist. Dafür wurden Konzerte von Musikerinnen

und Musiker aus Gambia, Madagaskar, der Mongolei, Uganda, Polynesien, Indien, Indonesien und der Türkei

live aufgezeichnet. Dieses musikalische Kaleidoskop bringt vom Klagelied bis hin zum bis Springtanz

vielfältige Formen traditionellen Musizierens zum Klingen.“

The Brendan Voyage

In mehr als etwa 120 Handschriften des Mittelalters war die „Navigatio Sancti Brendani Abbatis“,

die Reise des Abtes Brendan von Irland auf mythische Inseln im Westen, in ganz Europa verbreitet.

Wahrscheinlich hat sie ein Mönch auf dem Kontinent im 9. Jahrhundert verfasst und ins 6. Jahrhundert

rückdatiert. Insofern geht die Niederschrift einher mit der irischen Mission des 6. bis 8.

Jahrhunderts, die sich im Westen Europas (Frankreich, Südwest- und Süddeutschland, Schweiz)

mit Figuren wie Columban und Gallus sowie den Klostergründungen von Luxeuil, Weissenburg

und St. Gallen südlich verbindet. Der Autor des Brendanmanuskripts hat dabei keltische Traditionen

wie die Heldenreise „immrama“, die irische Helden in die Anderwelt führte, vermischt mit

christlicher Mystik. Der Abt und seine zwölf Gefährten finden auf den Inseln im Westen unter

anderem das Paradies der Vögel. Einem christlichen Mystiker kam dabei die keltische Vorstellung

entgegen, nach der Menschen zwischen Diesseits und Jenseits (Anderwelt) verkehren konnten.

Die Seereise des Brendan hat bereits im mittelalterlichen Europa das geografische Interesse an

Mittwoch, 29. Mai 2013

Konzert im Wormser Kulturzentrum

Beginn 20.00 Uhr (Einführung in das Programm ab 19.00 Uhr)

Ticket-Vorverkauf: € 25,-/erm. € 20.- | Abendkasse € 28.-/erm. € 23.-

TicketService Worms, Tel: (06241) 2000 450 oder online unter www.wunderhoeren.de


unbekannten Ländern im Westen geweckt und zu zahlreichen Eintragungen von Brendaninseln in

Karten geführt. Noch im 18. Jahrhundert wurden Expeditionen zur Suche der Inseln ausgerichtet.

1976 segelte Timothy Severin in einem Curragh, einem Boot aus Tierhäuten, wie es auch in der

Navigatio beschrieben wird, tatsächlich nach Nordamerika.

Das Ensemble

Rüdiger Oppermann (Harfe) hat für die Uraufführung ein großes Ensemble zusammengestellt,

dessen musikalische Wurzeln in verschiedenen Stilen in ganz Europa und in Asien zu finden sind:

Berth Wesselmann (Erzähler)

Peadar O‘Ceannabhain (Altirische gälische Gesänge/Gregorianische Gesänge/Rezitation)

Siobhan Kennedy (Flöte/Stimme)

Nasanjargal Ganbold (Pferdegeige/Mongolische Schamanengesänge)

Franziska Urton (Fiddle)

Guidò Pluisce, Rolf Wagels und Michaela Grüß (Bodhrán-Trommeln)

Ben Tai Trawinski (Bass)

Jorgen Lang (Cister/Gitarre)

Bijan Mahdjub (Dudelsäcke/Schalmeien)

Johannes Schween (Prähistorische Instrumente/Lure/Bronzehörner)

Posaunenchor Worms-Hochheim (Leitung: Thomas Busch)


Mein Werk „Reise in die Anderwelt – The Brendan Voyage“ vereinigt verschiedene Stile, die so

noch nie in einem Musikstück kombiniert wurden. Fünf Aspekte haben mich beschäftigt:

1. Alte Musik aus der Zeit der Aufzeichnung des Textes

Pater Thomas aus Worms führte mich in die Interpretation eines Hymnus aus dem von Iren

gegründeten Kloster St. Gallen (10. Jahrhundert) ein. Diese wuchtige, einstimmige Melodie wird

in leitmotivischer Weise zu hören sein – unbegleitet wie im Orginal, einstimmig begleitet wie

in der Barden-Harfentradition der Zeit und als Motiv für neue Interpretationen. Die altirische

Musik hat mehr mit der Gregorianik zu tun als mit dem heute bekannten Irish Folk. So wird der

irisch-gälische Sänger Peadar O‘Ceannabhain Melodien auf gälisch und lateinisch einbringen. Ich

will keine akribisch historische, aber eine historisch informierte Arbeit liefern. Es geht darum, im

Zuhörer eine Gefühlsregung anzuregen, die der historischen entspricht.

2. Musik aus der Lebenszeit des Hl. Brendan

Ich besuchte im Herbst 2012 den in Connemara/Irland lebenden führenden irischen Musikarchäologen

Simon O‘Dwyer, der mich auf den heutigen Wissensstand brachte: Es gibt eine Überschneidung

der frühchristlichen Musikkultur mit Resten der bronzezeitlichen Hallstattkultur. Auf einer

zeitgenössischen Miniatur sieht man David mit der Leier. Die Handhaltung erinnert erstaunlich

genau an die Technik des äthiopischen Begana-Leierspiels: eine Hand schrappt mit einem Plektrum

über alle Saiten, die andere dämpft die nicht gewollten Töne ab. Diese Technik werde ich deshalb

auch einsetzen. Mit unseren herkömmlichen Harfenklängen hat das wenig zu tun, mit meinen

eigenen Kompositionen und afrikanischen Erfahrungen schon eher. Trommeln deuten auf eine

weit rhythmischere Musikpraxis hin als im heutigen Irland. Bronzetrompeten und -hörner bläst

Deutschlands führender Musikarchäologe Joachim Schween. Auch dabei erinnert das Ergebnis

eher an archaische Klänge ähnlich denen des Didgeridoo. Alles deutet auf eine wuchtige, repetitive,

tänzerische Musikpraxis hin.

3. Klänge aus der Anderwelt

Manche der fantastischen Erzählungen werden musikalisch dargestellt.

Sieht Brendan schwimmende Glastürme (weil die alten Iren keine Eisberge kannten), dann wird

auch der Klang gläsern, die Geige spielt mit fragilem Ton ganz nahe am Steg. Werfen teuflische

Schmiede mit glühenden Eisenbrocken nach dem Schiff (weil Brendan noch keinen Vulkanausbruch

kannte), dann wird auch das musikalisch dargestellt. Die religiös-spirituelle Extase erzeugt

klare, himmlische Klänge

4. Die Harfe

Die Rolle der Harfe wird weit gefasst:

+ Harfe und Leier zur Gesangsbegleitung

+ Irische Harfe (Clairseach) mit Goldbronzesaiten

für weite liegende Klänge der altirischen Barden und bretonischer Melodien

+ altdeutsche („keltische“) Harfe mit Darm/Nylonsaiten

für schnelle Melodien und verzahnte inhärente Muster mit Gitarre und Violine

+ e-Harfe da, wo die Musik laut und wuchtig wird.

5. Irish Folk

Auch Irish Folk fehlt nicht, aber diese Stilrichtung steht nicht im Zentrum des Geschehens, sondern

dient eher als Rückkehr zum Bekannten, um den Boden nicht unter den Füßen zu verlieren.

Um mich besser in das Thema einfühlen und einarbeiten zu können, reiste ich 2012 auch an die


Orte, an denen Brendan sich aufhielt: Klöster, Berge, Einsiedlerklausen. Und ein Großteil der Klänge

meiner Brendan-Voyage schwebte mir dort zu, wo mich die keltische Muse küsste.

Szenen: Tales of the promised Land / Die Insel der Schweigenden / Drei Monate Wasser / Sturm

/Die Insel der Schafe / Das Paradies der Vögel / Jasconius – die lebende Insel / Die weisen alten

Mystiker / Das Biest – Kampf der Seemonster / Insel der singenden Chöre / Das Rätsel der

Glastürme / Angriff der glühende Steine / Prayer

Rüdiger Oppermann / Thailand 10.1.2013

Navigatio Sancti Brendani Abbatis

In 29 Kapiteln schildern die lateinischen Handschriften des Mittelalters die abenteuerliche und

zugleich mystische Reise des Abtes St. Brendan. Im elften Kapitel landen die Seefahrer auf einer

Vogelinsel:

„Als sie aber ruderten zu der Insel, auf der sie zuvor drei Tage gewesen waren, sahen sie eine

andere Insel nahebei, eine sehr gras- und waldreiche, die voller Blumen war. Sie begannen einen

Hafen zu suchen und fanden ein Bächlein, das zum Meer hinab floß, und dort setzten sie ihr Schiff

an Land. Als sie aus dem Schiff stiegen, befahl der heilige Brendan ihnen, dass sie das Schiff mit Seilen

gegen den Flußlauf aufwärts ziehen sollten bis zur Quelle des Flusses. Es stand aber über der

Quelle ein Baum von erstaunlicher Größe ringsum, bedeckt mit ganz weißen Vögeln. Als der Mann

Gottes das sah, begann er zu überlegen, was es wäre und sagte: „Gott, du Kenner des Unbekannten

und Enthüller alles Verborgenen, du wollest mir Sünder in deiner großen Barmherzigkeit dein

Geheimnis enthüllen, das ich jetzt vor meinen Augen sehe.“ Siehe, da flog einer der Vögel vom

Baum zum Schiff, und es tönten seine Flügel wie Glöckchen. Der Vogel sagte: „Wir hatten teil an

jenem großen Höllensturz des alten Feindes, doch waren wir ohne Sünde im Einvernehmen mit

den gestürzten Engeln. Als wir erschaffen wurden, ereignete sich dieser Fall und auch unser Sturz.

Unser Gott aber ist gerecht und wahrhaftig und schickte uns an diesen Ort. Strafen erdulden

wir nicht. Wir schweifen umher in den verschiedenen Bereichen der Luft und des Firmaments

und der Länder, aber an den heiligen Tagen empfangen wir solche Leiber, wie du nun siehst, und

verweilen hier und loben unseren Schöpfer...“ Der heilige Brendan blieb an demselben Ort bis

zur Pfingstoktav. Ihre Erquickung war der Vogelgesang. Nach acht Tagen ließ er das Schiff beladen.

Die Brüder begannen, die Segel aufzuspannen und auf den Ozean hinauszurudern, und die Vögel

sangen wie mit einer Stimme: ,Erhöre uns Herr, unser Heil, die Hoffnung aller Enden der Erde und

weit auf dem Meer. ‘ “


Vo c Ame

hi l d e g A r d Vo n bi n g e n – li e d e r u n d Visionen

in Kooperation mit „Via Mediaeval“

Im Oktober 2012 erhob Papst Benedict XVI. Hildegard von Bingen zur Kirchenlehrerin. Schon

lange zuvor war es ihre Vielseitigkeit als Äbtissin, Ärztin, Mystikerin, Autorin und Komponistin,

die viele Menschen der Gegenwart interessierte.

Das Ensemble VocMe, das bereits im vergangenen Jahr mit seinem Kassia-Programm in Worms

zu Gast war, interpretiert nicht nur die lateinischen Gesänge. Ein Sprecher rezitiert die deutschen

Übersetzungen und Visionstexte.

VocaMe

VocaMe ist ein Vokalensemble bestehend aus vier renommierten Sängerinnen aus dem Bereich

der Alten Musik unter der Leitung und Mitwirkung von Michael Popp. Mit seinem ersten

Projekt, der weltweit ersten Einspielung der Hymnen von Kassia, einer byzantinischen

Komponistin aus dem 9. Jahrhundert, machte das Ensemble Furore.

Konzerte führten VocaMe zu renommierten Festivals unter anderem in Kanada, Holland, Spanien

und Luxemburg. Gemeinsam mit den Sängerinnen Sigrid Hausen (Mezzosopran), Sarah

M. Newman (Sopran), Gerlinde Sämann (Sopran) und Petra Noskaiová (Alt) sowie dem Musiker

Michael Popp (Fidel, Harfe, Glocken, Santur, Iklig, Dilruba, Oud) widmet sich der Sprecher

Thomas Meinhardt den Werken der Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen.

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen wurde im Jahr 1098 in Bermersheim bei Alzey geboren, trat noch als

Kind in das Kloster in Disibodenberg ein, wo sie bis zum 43. Lebensjahr in Klausur lebte.

Beginnend schon im Alter von drei Jahren hatte sie eigenen Angaben zufolge Visionen und

Auditionen (in denen sie Musik hörte), bis sie sich entschloss, die Klausur zu verlassen.

Sie gründete ihr eigenes Kloster und begann als Visionärin öffentlich in Erscheinung zu treten.

Bis zu ihrem Tod im Jahre 1179 veröffentlichte sie Bücher über die verschiedensten

Themen, ließ 77 liturgische Gesänge (Antiphone, Responsorien, Hymnen und Sequenzen)

und das geistliche Drama „Ordo Virtutum“ niederschreiben, predigte öffentlich und stand

mit führenden Persönlichkeiten ihrer Zeit in regem Schriftkontakt.

Sonntag, 9. Juni 2013

in der Bergkirche, Worms-Hochheim

Beginn 18.00 Uhr (Einführung um 17.00 Uhr/in Planung)

Ticket-Vorverkauf: € 13,-/erm. € 10.- | Abendkasse € 16.-/erm. € 12.-

TicketService Worms, Tel: (06241) 2000 450 oder online unter www.wunderhoeren.de


Tu rubes ut aurora

„Oh vornehmstes Grün, das in der Sonne wurzelt

und das in weißer Heiterkeit in dem Rad leuchtet,

das auch nicht der überragendste irdische Geist fasst,

du bist umgeben von der Umarmung der göttlichen Mysterien.

Du errötest wie der Morgen und brennst wie das Feuer der Sonne.“

Die Bergkirche

Die Vier-Säulen-Krypta und die drei Untergeschosse des Westturms stammen von einem unter

Bischof Burchard (1000-1025) errichteten romanischen Bau. Um 1200 wurde der Turm aufgestockt.

Nach einem Brand im Jahre 1607 wurde die Kirche in nachgotischen Formen wiederaufgebaut,

das einschiffige Langhaus stammt aus dem Jahr 1609.

Aus dem Kloster Maria Himmelskron stammt die Glocke von 1463, die Ende des dreißigjährigen

Krieges in die Bergkirche gelangte. Im Zuge der Renovierung von 1885/86 wurde der Bau neuromanisch

umgestaltet.


kn A b e n c h o r cAPellA Vo c A l i s

or l A n d o u n d ru d o l f lAsso:

de u t s c h e Ps A l m e n 1588

Konzert im Rahmen der Wormser Kulturnacht

Die geistliche Musik der Renaissance ist mit dem Aufführungsmedium Knabenchor sowie einem

Ensemble aus Männerstimmen mit Falsettisten untrennbar verbunden. Die Regel „mulier taceat in

ecclesia“ (lateinisch: „die Frau schweige in der Kirche“, abgeleitet von 1. Korintherbrief 14, 34;)

verbot Frauen das Mitwirken am Musizieren im Gottesdienst bis ins 18. Jahrhundert.

Mit den deutschen Psalmen von Orlando di Lasso, dem wichtigsten Vertreter der franko-flämischen

Epoche, präsentiert der international bekannte Knabenchor capella vocalis aus Reutlingen

ein klangschönes und selten zu hörendes Opus.

capella vocalis, Vokalensemble und Männerchor

Der Knabenchor capella vocalis wurde 1992 gegründet und zählt mit seinen ca. 150 Mitgliedern

zu den größten und bekanntesten Knabenchören Deutschlands. Jährlich rund 40 Konzerte und

regelmäßigen Konzertreisen nach Japan, China, Nordamerika, sowie durch ganz Europa haben

den Chor auch international bekannt gemacht. Durch seine Kirchenmusik - und Volksliedpflege

auf höchstem künstlerischen Niveau erntete der Chor bei Publikum und Presse begeisterte Anerkennung.

Der Chor ist Träger von zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen

(2006: Preisträger Bundeschorwettbewerb, 2008: Shanghai Golden Award, 2010: 1. Preis Festival

Zelioli). Diverse CD- und Rundfunk-Einspielungen sowie Auftritte bei renommierten Festivals

belegen die hohe Leistungsfähigkeit des Knabenchores. Das Vokalensemble der capella ist eine an

den historischen Verhältnissen orientierte, klein besetzte Knaben- Männerformation, die sich dem

spezifischen Repertoire der Renaissance- und frühen Barockmusik widmet.

Chorleiter Christian J. Bonath

Christian J. Bonath absolvierte sein Musikstudium mit Schwerpunkt Dirigieren und Kinderchorleitung

an den Hochschulen in Saarbrücken, Mainz und Hannover. Der mehrfach ausgezeichnete

Chorleiter genießt als Spezialist für Alte Musik landesweit einen hervorragenden Ruf. Auf seine

Initiative gründeten sich 2009 das Ensemble Paulinum, 2010 das Barockorchester Pulchra Musica

und 2011 die Konzertreihe Wormser BachConcerti, welcher er als künstlerischer Leiter vorsteht,

sowie die Wormser Bach-Solisten. Bonath ist es ein besonderes Anliegen, selten gespielte und ver-

Samstag, 15. Juni 2013

in der Dominikanerkirche St. Paulus, Worms

Beginn 19.00 Uhr

Der Besuch vom Konzert ist im Eintritt der Kulturnacht enthalten


gessene Meisterwerke der Alten Musik zu präsentieren. Höhepunkte wie die vielbeachtete, weltweite

Erstaufführung eines Barockoratoriums von Johann Mattheson (Pfingsten 2012) bezeugen

die überregionale Bedeutung seiner Projekte. Im August 2012 wurde Bonath zum künstlerischen

Leiter des Knabenchores capella vocalis Reutlingen berufen.

Orlando und Rudolf Lasso

1589 erscheinen die deutschen Psalmen von Orlandus Lassus und seinem Sohn Rudolphus im

Druck: „Geistliche Psalmen mit dreyen Stimmen welche nit allain lieblich zu singen sondern auch auf aller

hand art Instrumenten zu gebrauchen“. Diese Sammlung gehört in ihrer Anlage zu den erlesensten

Werken der Spätrenaissance überhaupt. Textliche und musikalische Grundlage bilden die Melodien

aus dem bekannten Psalter von Kaspar Ullenberg. Insgesamt werden 50 Psalmen vertont, 25 durch

den Vater – gekennzeichnet von starker religiöser Identität – und 25 durch den Sohn, der eine Generation

weiter neue kompositorische Lösungen anbietet, ein höchst spannendes Zusammenspiel

zwischen Vater und Sohn, das in dieser Form in der Musikgeschichte einzigartig ist.

Die Kirche St. Paulus

Bischof Burchard errichtete ab 1002 eine Stiftskirche auf den Fundamenten der Salierburg. Die

dreischiffige romanische Pfeilerbasilika erhielt im 13. Jahrhundert einen Ostchor mit fünfseitiger

Apsis, die beiden Türme bekamen Steinkuppeldächer im byzantinischen Stil der Jerusalemer Grabeskirche.

Nördlich der Kirche entstanden die Stiftsgebäude mit einem gotischen Kreuzgang. Seit

1929 ist sie die Kirche des Wormser Dominikanerklosters.


ku lt u r e l l e b i l d u n g

Neben den Einführungen zu den Konzerten, die sich teilweise noch in Planung befinden und gesondert

in der Presse, bzw. über www.wunderhoeren.de angekündigt werden, und der Tagung zum

Wormser Passionsspiel bietet das Festival weitere zielgruppenspezifische Bildungsangebote an.

Nibelungenmuseum

Wie bereits im November 2012 wird das Nibelungenmuseum gemeinsam mit dem Festival eine

Museumswoche für Schulklassen nach den Osterferien 2013 anbieten, bei der es vom 8. bis

12. April um alte Musik und Literatur geht.

Neben den bewährten Angeboten (Konzerte auf historischen Musikinstrumenten, Vorlesungen

zur Musikgeschichte und Workshops rund um die Nibelungenthematik inklusive der Schreibwerkstatt)

wird neu ein Workshop zu Minnesang und mittelalterlichem Tanz im Kreuzgang des

Städtischen Museums im Andreasstift (Zielgruppe: Grundschule und Mittelstufe) angeboten. Über

das aktuelle Programm kann man sich in Kürze unter www.nibelungenmuseum.de informieren.

Instrumentalworkshops

Erstmals bietet das Festival gemeinsam mit dem Spectaculum Worms und dem Bordun e.V. (Verein

zur Förderung europäischer Dudelsack- und Drehleiermusik) vom 31.5. bis 2.6.2013 im Wormser

Umwelthaus Schnupper- und Spielkurse für Drehleier, Dudelsack und Nyckelharpa an. Für die

Schnupperkurse, an denen Anfänger und Interessenten teilnehmen können, werden Instrumente

zur Verfügung gestellt; für die Spielkurse sollte man sein eigenes Instrument mitbringen. Die Namen

der Dozenten, genaue Termine, Kosten und die Anmeldungsmodalitäten findet man in Kürze

unter www.wunderhoeren.de und www.spectaculum-worms.de.

Erzählcafé Alte Musik

Am 4. Juni um 19 Uhr werden Volker Gallé (Projektleitung) und Marc Lewon (Künstlerischer

Berater) im Château Schembs (Schloss Herrnsheim) interessierten Gästen die Konzeption des

Festivals erläutern, in das Verständnis alter Musik einführen und Fragen beantworten. Anmeldung

für diese kostenfreie Veranstaltung unter Tel: 06241/853-1053 (Sabine Neubecker) oder per E-

Mail unter sabine.neubecker@worms.de.

wunderhoeren“ in der Schule

Auch 2013 wird ein Ensemble seine Musik und seine Instrumente in einer Schule präsentieren.

Das Ensemble „Melpomen“ bringt Schüler/innen des Rudi-Stephan-Gymnasiums am 8.4.2013 in

einem Workshop die altgriechische Musik näher.


Asf-ku lt u r f ö r d e r u n g

Das kulturelle Engagement der BASF hat Tradition: Seit 1921 engagiert sich das Unternehmen für

die Förderung von Kunst und Kultur. Zentraler Bestandteil des Engagements sind die Konzerte

im BASF-Feierabendhaus in Ludwigshafen. Ihre Geburtsstunde schlug mit der französischen Besetzung

der Pfalz nach dem ersten Weltkrieg. Dadurch waren die Menschen in Ludwigshafen vom

kulturellen Angebot in der Nachbarstadt Mannheim abgeschnitten. Grund genug für das Unternehmen,

für die Menschen in Ludwigshafen eigene Konzerte zu organisieren.

Heute lädt die BASF als Veranstalter international renommierte Künstler und vielversprechende

Nachwuchsmusiker in das unternehmenseigene Konzerthaus nach Ludwigshafen ein. Mit circa

60 Veranstaltungen pro Jahr und verschiedenen Konzertreihen im Bereich klassische Musik und

Jazz ist das BASF-Konzertprogramm eines der vielfältigsten und interessantesten Musikangebote

in der Region. BASF ist jedoch nicht nur als Veranstalter tätig. Das Unternehmen kooperiert

auch mit ausgewählten Kulturinstitutionen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Bei den Kooperationen

engagiert sich BASF nicht nur finanziell, sondern bringt auch die eigene Expertise ein.

Beispiele sind Ausstellungsprojekte mit dem Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen oder die

Kooperation mit dem Festival Enjoy Jazz.

Darüber hinaus fördert das Unternehmen auch hochkarätige Kulturprojekte finanziell als Sponsor.

Zu den Sponsoring-Projekten zählen beispielsweise „wunderhoeren – Tage alter Musik und

Literatur in Worms“ das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen, das Fotofestival Mannheim-

Ludwigshafen-Heidelberg und die Sparte Tanz der Festspiele Ludwigshafen. Ein wichtiger Baustein

des kulturellen Engagements der BASF ist die Nachwuchsförderung. Diese umfasst die Förderung

von Spitzentalenten bis hin zur Breitenförderung. In besonderem Maße setzt sich das Unternehmen

für Projekte ein, die Kinder und Jugendliche an Kunst und Kultur heranführen.

Das bundesweit einmalige theaterpädagogische Projekt „Junges Theater im Delta“ wurde 2006

von BASF initiiert. Drei große Theaterhäuser kooperieren hier über Stadt- und Landesgrenzen

hinweg: das Theater im Pfalzbau Ludwigshafen, das Nationaltheater Mannheim und das Theater

der Stadt Heidelberg. Unabhängig von der sozialen oder kulturellen Herkunft tauchen Kinder und

Jugendliche gemeinsam in die Welt des Theaters ein: Sie sammeln Bühnenerfahrung als Schauspieler,

Regisseure, Autoren und verbessern gleichzeitig Sprach- und Ausdrucksfähigkeit sowie soziale

Kompetenz. An dem Projekt nehmen während eines Jahres bis zu 1.000 Kinder aus der Metropolregion

Rhein-Neckar teil. 2010 präsentierte erstmals auch die Nibelungehorde aus Worms eine

ihrer Produktionen. Für das „Junge Theater im Delta“ ist die BASF mit dem „Deutschen Kulturförderpreis

2010“ des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im Bundesverband der Industrie

e.V. ausgezeichnet worden. Mehr Infos unter: www.basf.de/kultur


ku lt u r in Wo r m s

Die Stadt Worms setzt mit den Kulturprofilen Nibelungenlied, Dom, Luther, Jüdisches Worms

und Wein thematische Schwerpunkte in ihrer Kulturarbeit. Seit Beginn des neuen Jahrtausends

hat man sich als Nibelungenstadt mit den Nibelungen-Festspielen, dem Nibelungenmuseum und

der Nibelungenliedgesellschaft überregional positioniert. Dazu kommt im Frühsommer mit dem

Spectaculum ein bundesweit beachteter Mittelaltermarkt.

Im Rahmen der Lutherdekade bietet die Stadt Worms Jahresprogramme an (www.worms.de) und

im Mottojahr „Reformation und Toleranz“ vom 19. bis 21.4.2013 gemeinsam mit der EKHN und

dem Ev. Dekanat Worms-Wonnegau „Wormser Religionsgespräche“ (www.wormser-religionsgespraeche.de).

Jeweils im September finden die gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Mainz/

Worms und dem Verein Warmaisa veranstalteten „Jüdischen Kulturtage“ statt; neuerdings auch

einzelne Veranstaltungen (Vorträge, Tagungen) im Rahmen des UNESCO-Welterbe der Jüdischen

Gemeinden, des Landes und der SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz. Informationen zu Liebfrauenmilch

und zur Weinstadt Worms findet man unter www.weinstadt-worms.de.

Termine 2013 Kultur und Veranstaltungs GmbH

Spectaculum Worms

Mittelalterlicher Markt und Lager vom 31. Mai bis 2. Juni 2013 www.spectaculum-worms.de

Wormser Kulturnacht

Kultur aus Worms an über 20 Orten am 15. Juni 2013 www.kulturnacht.worms.de

Nibelungen-Festspiele

„Die Nibelungen“ nach Friedrich Hebbel vom 5. bis 21. Juli 2013 www.nibelungenfestspiele.de

Worms: Jazz & Joy

Fünf Open-Air-Bühnen in der Innenstadt vom 9. bis 11. August 2013 www.jazzandjoy.de


Stadtführungen

Die Wormser Gästeführer bieten werktags um 14.00 Uhr Domführungen an (Treffpunkt: Dom-

Südportal), zur Festivalzeit also vom 2. bis 6.4., vom 8. bis 13.4., vom 15. bis 20.4., vom 22. bis 27.4.,

29. und 30.4., vom 2. bis 4.5., 6. bis 8.5., 10. und 11.5., vom 13. bis 18.5., vom 21. bis 25.5., vom 27.

bis 29.5., 31.5. und 1.6., 3. bis 7.6., 10. bis 15.6.2013.

Folgende Führungen werden an den Wochenenden und feiertags ab dem 29. März (Karfreitag)

angeboten: Stadtführungen samstags um 10.30 Uhr und sonn- und feiertags um 14 Uhr, Jüdisches

Worms (ab Synagoge) jeden 1. Sonntag um 10.30 Uhr, Auf den Spuren der Dalberger (ab Schloss

Herrnsheim) jeden 3. Sonntag um 10.30 Uhr, Liebfrauenkirche – Gotik im Weinberg jeden 4. Sonntag

um 14.00 Uhr; Infos unter Tel: 06241-853-7306 (Tourist-Information).

Museen in Worms

Historisches Museum der Stadt Worms im Andreastift

Die Andreaskirche und die früheren Stiftsgebäude gehören zum romanischen Bauerbe der Stadt.

In den Jahren 1928 bis 1930 umgebaut beherbergt das Ensemble seither die der Stadt geschenkten

Sammlungen des Altertumsvereins.

Gezeigt werden unter anderem die größte Sammlung römischer Gläser in Deutschland, fränkische

Funde aus der Region und Stadtgeschichte der Stauferzeit.

Weckerlingplatz 7, 67547 Worms

Tel: 06241-946390, www.museum.worms.de

Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag 10.00 -17.00 Uhr

Jüdisches Museum

Mittelalterliche Urkunden, Pläne und andere Dokumente geben einen Einblick in das Leben in

dem im Wesentlichen in seiner baulichen Gestalt erhalten gebliebenen Judenviertel der Stadt und

in die reiche Geschichte der Wormser Gemeinde bis in die Gegenwart.

Hintere Judengasse 6, 67547 Worms

Tel: 06241-853-4701 und -4707

Öffnungszeiten April-Oktober: 10.00-12.30 und 13.30-17.00 Uhr (im Winter bis 16.30 Uhr)

Nibelungenmuseum

Seit 2001 inszeniert das Nibelungenmuseum an der Wormser Stadtmauer mit moderner Multimedia-Technologie

(Audio-Guides/Mythenlabor) die Nibelungensage.

Unter dem Slogan „museum live“ werden von hier aus museumspädagogische Angebote für alle

vier Wormser Museen angeboten. (www.museum-live-worms.de).

Fischerpförtchen 10, 67547 Worms

Tel: 06241/ 202120, www.nibelungenmuseum.de

Öffnungszeiten: Dienstag-Freitag 10.00-17.00 Uhr, Samstag und Sonntag 10.00-18.00 Uhr

Museum Kunsthaus Heylshof

Der Heylshof wurde im 19. Jahrhundert für die Familie von Heyl erbaut und beherbergt deren

Kunstsammlungen. Die Sammlung des Hauses erstreckt sich von deutscher, niederländischer und

französischer Malerei über Glas, Keramik, Glasmalerei und Kleinplastik bis hin zu Frankenthaler

Porzellan.

Stephansgasse 9, 67547 Worms

Tel: 06241-22000, www.museum-heylshof.de

Öffnungszeiten: Sonntag 11.00-17.00 Uhr,

Dienstag-Samstag 11.00-17.00 Uhr (im Winter 14.00-17.00 Uhr).


tA g u n g

Die Passion spielen?

Freitag, 15. bis Sonntag, 17. Februar 2013

Tagung im Erbacher Hof – Akademie des Bistums Mainz (Mainz)

ens e m b l e le o n e s

Musik von Josquin und Agricola

Freitag, 1. März 2013

Konzert in der Kirche St. Martin, Worms, Beginn 20.00h (19.00h * )

rei n h A r d kA i s e r & i ci A r l At A n i

Texte von Grimmelshausen und Musik seiner Zeit

Freitag, 15. März 2013

Konzert in der Friedrichskirche, Worms, Beginn 20.00h (19.00h * )

cAP e l l A in s t r u m e n t A l i s & sol i s t e n

Lamentatio Jeremiae

Sonntag, 24. März 2013

Konzert in der Dominikanerkirche St. Paulus, Worms, Beginn 20.00h

st. Al b A n s ch A m b e r ch o i r

Meisterwerke der englischen Renaissance

Mittwoch, 3. April 2013

Konzert in der Liebfrauenkirche,Worms, Beginn 20.00h (19.00h * )

mel P o m e n

Griechische Musik zu Lyrik aus dem 5./6.Jh.v.Chr.

Sonntag, 7. April 2013

Konzert im Städtischen Museum, Worms, Beginn 18.00h (17.00h * )

cAP e l l A l u t h e r A n A

Musik aus oberrheinischen Drucken des 16. Jh.

Samstag, 20. April 2013

Konzert in der Magnuskirche, Worms, Beginn 20.00h (19.00h * )

* Einführungen beginnen in der Regel eine Stunde vor Konzertbeginn Programmänderungen vorbehalten!


the hi l l i A r d en s e m b l e

Perotin und Machaut

Samstag, 28. April 2013

Konzert im Dom zu Worms, Beginn 18.00h (17.00h * )

mAr A i s co n s o r t

Von Lasso bis Schütz – Musik an südl. Kulturresidenzen

Samstag, 4. Mai 2013

Konzert im Roten Haus, Worms, Beginn 20.00h (19.00h * )

ben J A m i n bA g b y & seq u e n t i A

Fränkische Phantome – Musik & Literatur der Karolinger

Freitag, 17. Mai 2013

Konzert in der Magnuskirche, Worms, Beginn 20.00h (19.00h * )

tri o mi c h A e l sc h n e i d e r

Zeitenwende um 1600 – Zwischen Renaissance & Barock

Sonntag, 19. Mai 2013

Konzert in der Klausenberg-Kapelle, Worms-Abenheim, Beginn 16.30h

rü d i g e r oPPe r mA n n & en s e m b l e

The Brendan Voyage – Reise in die Anderwelt

Mittwoch, 29. Mai 2013 | URAUFFÜHRUNG

Konzert im Wormser Kulturzentrum, Beginn 20.00h (19.00h * )

Voc A me

Hildegard von Bingen – Lieder und Visionen

Sonntag, 9. Juni 2013

Konzert in der Bergkirche, Worms-Hochheim, Beginn 18.00h (17.00h * )

kn A b e n c h o r c A P e l l A V o c A l i s

Orlando und Rudolf Lasso: Deutsche Psalmen 1588

Samstag, 15. Juni 2013

Konzert in der Dominikanerkirche St. Paulus, Worms, Beginn 19.00h


se rV i c e

Vorverkauf

Tickets kann man im Vorverkauf unter www.wunderhoeren.de, beim TicketService Worms

im WORMSER (Rathenaustraße 11), unter Telefon: 06241-2000-450 sowie bei allen bekannten

TicketRegional-Vorverkaufsstellen erwerben.

Ausnahmen

Der Vorverkauf für das Konzert am 24. März 2013 (Lamentatio Jeremiae) beginnt einen Monat

vor der Veranstaltung. Karten erhalten Sie im Dominikanerkloster (06241-920400), bei Bücher

Bessler (06241-24327) und bei der Kunsthandlung Steuer (06241-23890).

Karten für das Konzert am 19. Mai 2013 (Zeitenwende) erhält man über die üblichen Vorverkaufsstellen

des Kooperationspartners (Heimatverein Abenheim, Info-Tel. 06242 60267).

Der Vorverkauf für das Konzert des Reutlinger Knabenchors beginnt mit dem Vorverkauf für die

Wormser Kulturnacht ca. Mai/Juni.

Preise

Karten kosten im Vorverkauf 13,- Euro und an der Abendkasse 16,- Euro. Schüler, Studenten und

Behinderte erhalten eine Ermäßigung auf 10,- Euro (VVK) und 12,- Euro (AK). Begleitpersonen

von Rollstuhlfahrern zahlen keinen Eintritt.

Ausnahmen

The Hilliard Ensemble, Perotin und Machaut am 28. April, 18 Uhr, Dom zu Worms

Kategorie 1: VVK € 28,- | AK € 32,- (Ermäßigung: € 22,- und € 26,-)

Kategorie 2: VVK € 13,- | AK € 16,- (Ermäßigung: € 10,- und € 12,-)

Kategorie 3: VVK € 7,- | AK € 9,- (keine Ermäßigung)

Reise in die Anderwelt – The Brendan Voyage am 29. Mai, 20 Uhr, Wormser Kulturzentrum

VVK € 25,- | AK € 28,- (Ermäßigung: € 20,- und € 23,-)

St. Albans Chamber Choir am 3. April, 20:00 Uhr, Liebfrauenkirche

Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten.

Tagung „Die Passion spielen?“ vom 15. bis 17. Februar, Erbacher Hof, Mainz

Teilnahmekosten: € 30,- (Ermäßigung: € 20,-)

Knabenchor capella vocalis am 15. Juni, Dominikanerkirche St. Paulus, Worms

Der Besuch vom Konzert Knabenchor capella vocalis ist im Eintritt der Kulturnacht enthalten.

Rabatt

Beim gemeinsamen Kauf von mindestens drei Tickets für drei verschiedene mit „%“

gekennzeichnete Konzerte, erhält man einen Rabatt von 20 Prozent. Dieser ist nur

über den direkten oder telefonischen Kauf beim TicketService Worms erhältlich.

Wir bitten unsere Besucher zu bedenken, dass die Konzerte mit Ausnahme der Uraufführung an historischen

Spielorten stattfinden, die nicht über den Komfort eines modernen Veranstaltungsortes verfügen. Aus

diesem Grund ist nicht immer ein barrierefreier Zugang möglich und nicht jede Spielstätte

verfügt über Toiletten, Heizmöglichkeiten oder Gastronomie. Bei Rückfragen wenden Sie sich

bitte an 06241-2000-450.

Nähere Informationen erhalten Sie unter: www.wunderhoeren.de


Alle Veranstaltungen mit Ausnahme der Konzerte am 24. März 2013 (Lamentatio Jermiae), 19. Mai 2013 (Trio

Michael Schneider) und am 15. Juni 2013 (capella vocalis) beginnen mit einer 20 bis 30 Minuten dauernden

Einführung und sind mit Programminformationen ausgestattet. Faltblätter liegen in den Wormser Kultureinrichtungen

und an den Veranstaltungsorten aus, darüber hinaus an vielen Orten in der Region.

Team

Volker Gallé, Kulturkoordinator und Projektleiter

Marc Lewon, Musikwissenschaftler und Musiker (künstlerische Beratung)

Katharina Fehlinger, Projektmanagement Kultur und Veranstaltungs GmbH Worms

Markus Reis, Projektmanagement Kultur und Veranstaltungs GmbH Worms

Iris Muth, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Kultur und Veranstaltungs GmbH Worms

Anne Klappert, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Kultur und Veranstaltungs GmbH Worms

Eichfelder Artworks, Design & Multimedia

Abbildungsnachweise

Titelcollage: Eichfelder Artworks; Foto Wormser Dom (Seite 11): Eichfelder Artworks; Foto Ensemble Leones: Bjoern Trotzki; Foto

Kirche St. Martin: Stadtarchiv Worms (i.F.: SAW); Foto Reinhard Kaiser: Privat; Foto Friedrichskirche: SAW; Foto Elisabeth und

Christa Menke: Privat; Foto Kirche St. Paulus: SAW; Foto St. Albans Chamber Choir: Privat; Foto Liebfrauenkirche: patrique3000/

panoramio.com; Foto Melpomen: B. Reichlin; Foto Andreaskirche: SAW; Foto The Hilliard Ensemble: Friedrun Reinhold; Foto

Wormser Dom: SAW; Foto Marais Consort: marais-consort.de; Foto Benjamin Bagby/Sequentia: Privat; Foto Magnuskirche: SAW;

Foto Michael Schneider: Marco Borggreve; Foto Rüdiger Oppermann: Renate-Weber; Foto: DAS WORMSER Kultur- und Tagungszentrum:

Kultur und Veranstaltungs GmbH Worms; Foto Ensemble VocaMe: VocaMe; Foto Bergkirche: SAW; Foto capella vocalis

Reutlingen: Sandra Maria Ehses; Foto Nibelungenmuseum: Zooey Braun; Foto Spectaculum Worms: Bernward Bertram; Stadtplan

Worms: Schäfer&Bonk


ViA me d i A e VA l 2013

Die wunderbare Musik des frühen Mittelalters mit der nicht weniger beeindruckenden Architektur

ihrer Zeit zu verknüpfen: das ist die Idee der Kultursommer-Reihe „Via Mediaeval“ – Musik

und Räume des Mittelalters .

Die Konzerte zwischen dem 6. September und 3. Oktober orientieren sich dabei thematisch am

Motto des Kultursommers 2013 „Eurovisionen“ und beleuchten an Spielstätten romanischer Baukunst,

wie dem Dom zu Speyer und der Otterberger Abteikirche, mit ihrer Musik jeweils einen

Teil-Aspekt des Themas dargeboten von international renommierten Ensembles.

War Europa zunächst noch kein im heutigen Sinne politisch geeinter Raum, so waren es die

Karolinger, die bestrebt waren, ihr immer weiter expandierendes sehr heterogenes Reich

in verschiedenen Kulturtechniken und im Religiösen zu einen, dabei sollten Sprache, Schrift,

Liturgie und die mit ihr verbundene Musik vereinheitlicht und auf den neuesten Stand der

Erkenntnis gebracht werden.

Viele Musiker, die oftmals ja auch gleichzeitig Diplomaten waren, reisten durch Europa und mit

ihnen auch die zahlreichen Ideen, theologischen und philosophischen Konzepte sowie ihre Melodien.

Sie trugen so zu einem regen Austausch, einem gegenseitigen Kennenlernen und Annähern

wesentlich bei.

Vor Konzertbeginn wird eine bauhistorische Führung (außer Speyer) angeboten

Die aktuelle Konzertübersicht und weitere Informationen findet man ab März 2013 unter

www.via-mediaeval.de.

Kontakt:

Via Mediaeval – Musik und Räume des Mittelalters

Projektleitung: Kultursommer Rheinland-Pfalz

Künstlerische Beratung: Prof. Dr. Stefan Johannes Morent

Mittlere Bleiche 61

55116 Mainz

Tel.: +49-(0)6131-28838-16

www.kultursommer.de


EUROPEAN DAY OF EARLY MUSIC

VIA

20

13

MEDIÆVAL

Musik und Räume deS MittelalterS

HILDEGARD

HÖRT

HERMANN

Tickets: 18 € | Vorverkauf: www.bingen.de | www.reservix.de

Tourist-Information Bingen 06721 / 184 200 | und örtliche Vorverkaufsstellen

Veranstalter: Kulturamt Bingen in Kooperation mit dem Kultursommer Rheinland-Pfalz

Dieses Konzert wird von SWR2 mitgeschnitten

und zu einem späteren Zeitpunkt

im Hörfunkprogramm SWR2 gesendet.

LAND DER

21. März 2013

20 Uhr

St. Hildegard

und St. Rupertus, Bingen

Gutenbergstraße 1, 55411 Bingen am Rhein

Kompositionen von

Hermann dem Lahmen

(1013-1054) und

Hildegard von Bingen

(1098-1179) im Dialog

Ensemble Ordo Virtutum

Ltg.: Stefan Johannes Morent

Ars Choralis Coeln

Ltg.: Maria Jonas

Susanne Ansorg, Fiedel

Gesamtleitung:

Stefan Johannes Morent

www.kultursommer.de

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