GESCHÄFTSBERICHT 2011 GESCHÄFTSBERICHT 2011 - Kelag

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GESCHÄFTSBERICHT 2011 GESCHÄFTSBERICHT 2011 - Kelag

GESCHÄFTSBERICHT 2011


GESCHÄFTSBERICHT 2011


INHALT

I. Vorwort des Vorstandes 7

II. Das Jahr im Überblick 10

III. Konzernlagebericht 13

Unternehmen und Umfeld 13

Strategische Ausrichtung 18

Allgemeine Vermögens- und Ertragslage 22

Geschäftsbereiche 24

Investitionen 30

Finanzierung und Finanzierungsstrategie 31

Vermögens- und Kapitalstruktur 33

Wertschöpfung 34

Nachtragsbericht 34

Entwicklung der Risiken und Chancen 35

MitarbeiterInnen 37

Nachhaltigkeit 39

Sonstige Angaben 42

Ausblick 42

IV. Konzernabschluss 2011 44

Gewinn- und Verlustrechnung des KELAG-Konzerns 44

Gesamtergebnisrechnung des KELAG-Konzerns 45

Bilanz des KELAG-Konzerns 46

Entwicklung des Eigenkapitals des KELAG-Konzerns 47

Geldflussrechnung des KELAG-Konzerns 48

Erläuterungen 50

Beilagen 125

V. Bestätigungsvermerk 127

Bericht des Aufsichtsrates 129

Egon Straszer 130

Impressum 144


PORTRAIT DES UNTERNEHMENS

Der KELAG-Konzern ist einer der führenden Energiedienstleister in Österreich. Die Konzernunternehmen

sind in den Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wärme österreichweit tätig,

mit dem Schwerpunkt in Kärnten. Das 1923 gegründete Unternehmen hat umfassende

Erfahrung im Erzeugen, Beschaffen, Verteilen und Verkaufen von leitungsgebundener

Energie. Die KELAG gehört zu den großen Stromerzeugern aus Wasserkraft in Österreich.

Das Tochterunternehmen KELAG Wärme GmbH ist der größte österreichweit tätige Anbieter

von Wärme auf Basis von Biomasse und industrieller Abwärme. Die KELAG Netz GmbH

nimmt den Verteilernetzbetrieb für Strom und Gas in Kärnten wahr. Internationale Wasserkraft-

und Windkraft-Aktivitäten sind in der KI-KELAG International GmbH gebündelt.

Neben dem Ausbau der Nutzung regenerativer Energieträger im In- und Ausland liegt der

Schwerpunkt der KELAG auf Aktivitäten zur nachhaltigen Verbesserung der Energieeffizienz.

Darüber hinaus beschäftigt sich die KELAG mit Zukunftsthemen wie Elektromobilität,

Smart Metering und Photovoltaik.

Mit einem Konzernumsatz von 1.660 Mio. EUR und rd. 1.400 qualifizierten Beschäftigten

zählt der KELAG-Konzern zu den Kärntner Leitbetrieben.

63,85 % der Anteile an der KELAG befinden sich im Eigentum der Kärntner Energieholding

(KEH), an der das Land Kärnten 51 % und RWE 49 % hält. Die Verbundgesellschaft ist mit

35,17 % an der KELAG beteiligt, 0,98 % der Anteile befinden sich in Streubesitz.

Konzernstruktur

Wesentliche verbundene Unternehmen

KELAG Netz GmbH 100 %

KELAG Wärme GmbH 100 %

KI-KELAG International GmbH 100 %

Wärmeversorgung Arnoldstein Errichtungs- und Betriebsgesellschaft mbH 99 %

Interenergo d.o.o. 100 %


Wesentliche Beteiligungen

VERBUND Hydro Power AG 10 %

Stadtwerke Kapfenberg GmbH 35 %

Kärntner Restmüllverwertungs GmbH 43 %

TECHNISCHE ANLAGEN

Kraftwerke

11 Speicherkraftwerke

51 Laufkraftwerke

1 Fotovoltaikanlage

1 Windkraftanlage

64 Kraftwerksanlagen

631 MW Engpassleistung

1.418 Mio. kWh Erzeugung im Regeljahr

Bezugsrechte an Kraftwerken anderer Unternehmen

416 MW Engpassleistung

1.424 Mio. kWh Erzeugung im Regeljahr

Wärmeanlagen

80 Fernwärmenetze

6 Blockheizkraftwerksanlagen

ca. 900 Heizzentralen

Verteilernetz Strom

ca. 17.600 km Stromnetz

46 Umspannwerke

ca. 7.200 Trafostationen

Verteilernetz Erdgas

ca. 770 km Erdgasnetz

34 Reduzierstationen


DAS GESCHÄFTSJAHR 2011 IM ÜBERBLICK

Energiewirtschaft

in Mio. kWh 2011 2010

Stromaufbringung 21.519 21.464

Gasaufbringung 6.638 4.659

Wärmeaufbringung 1.811 2.067

Betriebswirtschaft

in Mio. EUR 2011 2010

Umsatz 1.660 1.528

Bilanzsumme 1.508 1.422

Investitionen in Sachanlagen und Strombezugsrechte 173 156

Operatives Ergebnis 98 91

Periodenergebnis 92 91

Cash Flow aus operativer Tätigkeit 194 220

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

2011 2010

Arbeiter und Angestellte 1.357 1.354

Lehrlinge 114 113

Gesamt 1.471 1.467

Durchschnittl. Äquivalente, Teilzeitstellen aliquot berücksichtigt

5


I. VORWORT DES VORSTANDES

Das Geschäftsjahr 2011 war durch eine hohe konjunkturelle Dynamik geprägt. Gleichzeitig

sind seit Sommer 2011 zunehmende Unsicherheiten an den globalen Finanzmärkten insbesondere

bedingt durch die Staatsschuldenkrise im Euroraum zu beobachten. Von entscheidender

Bedeutung für die Energiewirtschaft waren zudem die Auswirkungen der Reaktorkatastrophe

von Fukushima und der damit ausgelöste Kurswechsel in der Energiepolitik

Deutschlands. Die energiepolitische Diskussion über eine noch schnellere Energiewende hin

zu erneuerbaren Energien auf nationaler als auch europäischer Ebene nahm an Intensität

zu, welche sich in zahlreichen neuen Initiativen, Verordnungen und Richtlinien im Spannungsfeld

zwischen Liberalisierung und Regulierung widerspiegelt. Auch die politischen

Umbrüche im arabischen Raum beeinflussten die Energiemärkte maßgeblich.

Die insgesamt gute konjunkturelle Entwicklung 2011 wirkte sich positiv auf die Energie -

nachfrage aus. An den internationalen Brennstoffmärkten kam es zu deutlichen Preisanstiegen,

die sich in weiterer Folge auf die Stromgroßhandelspreise übertrugen. Allein die Entscheidung

der deutschen Bundesregierung zur Abschaltung von acht Kernkraftwerken führte

zu einem 10-%-igen Preissprung am Großhandelsmarkt, der jedoch im weiteren Jahresverlauf

mit sinkender Tendenz annähernd kompensiert wurde. Vor allem durch die fluktuierende

Einspeisung von Strom aus erneuerbarer Energie zeigten die Energiemärkte nach wie

vor hohe Preisvolatilitäten. Das Wasserdargebot im Geschäftsjahr 2011 lag mit 88,5 % deutlich

unter dem Vorjahresniveau von 97,9 %. Zudem führte die überdurchschnittlich warme

Witterung zu einer geringeren Wärmenachfrage.

Im Kontext der konjunkturellen und energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen verzeichnete

die KELAG durch kompensierende Effekte im Geschäftsjahr 2011 eine stabile Ergebnisentwicklung.

So verbesserten sich die Umsatzerlöse konjunktur- und investitionsbedingt

sowie durch Ausweitung unseres Handelsvolumens im In- und Ausland auf 1,66 Mrd.

EUR. In Summe konnten wir unser Konzernergebnis auf dem Niveau des Vorjahres halten.

Standard & Poor’s bestätigte 2011 das Rating des KELAG-Konzerns erneut mit „A/stable“. Mit

diesem hervorragenden Rating nimmt der KELAG-Konzern im internationalen Vergleich der

Energieversorgungsunternehmen weiterhin eine Spitzenposition ein und sichert damit gerade

in schwierigen Zeiten den Zugang zu Finanzmitteln am Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen.

Unseren eingeschlagenen Kurs der wertorientierten Wachstums- und Innovationsstrategie

auf Basis erneuerbarer Energien setzten wir 2011 erfolgreich fort. Das realisierte Investitions-

und Instandhaltungsprogramm dokumentiert mit einem Volumen von rd. 213 Mio. EUR

erneut einen Rekordwert in der Unternehmensgeschichte. Der Ausbau der Erzeugungskapazitäten

aus Wasserkraft in Kärnten bildete dabei wiederum den Schwerpunkt unserer Investitionstätigkeit.

Konjunkturelle

Dynamik und

Energiewende

„A-Rating“ bestätigt

Weiter auf

Wachstumskurs

7


8

Wachstum in

Kärnten

Wachstum in

Südosteuropa

Gewährleistung hoher

Versorgungsqualität

Konsolidierung und

Wachstum im

Wärmegeschäft

Klimaschutz

2011 finalisierten wir einige Neubauprojekte: Die Inbetriebnahme des zweiten Maschinensatzes

markierte den Abschluss der Errichtung des Pumpspeicherkraftwerks Feldsee. In Summe

stehen somit 140 MW Erzeugungs- und Pumpleistung zur Verfügung. Die Erweiterung

des Kraftwerks Koralpe um eine Speicherpumpe mit 35 MW Leistung wurde ebenfalls fertiggestellt.

Ferner konnte das Kleinwasserkraftwerk Gailitz seinen Vollbetrieb aufnehmen.

In plangemäßer Errichtung befindet sich das Gemeinschaftsprojekt Reißeck II mit der VER-

BUND Hydro Power AG, welches die bestehenden Kraftwerksgruppen Reißeck/Kreuzeck und

Malta um 430 MW Erzeugungs- und Pumpleistung erweitert. Der Baubeginn erfolgte im

Sommer 2010. In Summe werden wir mit Blick auf die geplante Inbetriebnahme 2014 für

181 MW Erzeugungsleistung anteilig rd. 191 Mio. EUR investieren.

2011 konnten wir weitere Fortschritte bei unserer Markterschließung in Südosteuropa erzielen.

Neben unseren in Betrieb befindlichen Kraftwerken in Serbien, Bosnien und Herzegowina

und im Kosovo errichten wir ein Kleinwasserkraftwerk in Bosnien und Herzegowina.

Für eine Reihe weiterer Kleinwasserkraftwerke konnten wir die notwendigen Genehmigungen

erhalten. An der rumänischen und bulgarischen Schwarzmeerküste betreiben und errichten

wir Windparks mit einer Erzeugungsleistung von insgesamt 48 MW. Auch bei unseren

internationalen Aktivitäten steht die strategische Ausrichtung fest: Wir setzen auf erneuerbare

Energien und streben selektives Wachstum nach klaren Rendite- und Risikokriterien

an.

Zur Sicherstellung der hohen Qualität der Stromversorgung setzt der Geschäftsbereich Netz

ein umfangreiches Investitions- und Instandhaltungsprogramm um. Vorrangig werden weiterhin

das Masttauschprogramm sowie die Erneuerung von Schaltanlagen und Trafostationen

fortgeführt. Einen wesentlichen Schwerpunkt zur Gewährleistung der Netzstabilität bildete

der behördliche Genehmigungsprozess zur Errichtung des 220/110-kV-Umspannwerks

im Großraum Villach.

Im Geschäftsbereich Wärme erzielten wir über den fortgeführten Integrations- und Konsolidierungsprozess

verbesserte Abläufe und Kostensenkungen. Mit der Fertigstellung des Biomasseheizwerks

mit 16 MWth in Villach sowie weiteren Netzverdichtungen und zusätzlichem

Netzausbau wurde weiteres Wachstum generiert. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen ist

es gelungen, die Restrukturierung der SWH – Strom und Wärme aus Holz GmbH, einem Joint

Venture der KELAG Wärme GmbH und der Österreichische Bundesforste Beteiligungs GmbH,

erfolgreich abzuschließen.

Als innovativer Energiedienstleister messen wir dem Klimaschutz und der Energieeffizienz

hohe Bedeutung bei. Unser Beitrag zum Klimaschutz ist im Einklang mit den 20-20-20-Zielsetzungen

bis 2020 der europäischen Energiepolitik fest in unserem Unternehmensleitbild


verankert. Neben dem Ausbau regenerativer Energien legen wir unseren Fokus auf Aktivitäten

zur nachhaltigen Verbesserung der Energieeffizienz. Im Mittelpunkt des Interesses unserer

Kunden stehen energiesparende Maßnahmen. Insofern haben wir unser Produkt- und

Dienstleitungsspektrum kundengruppenspezifisch weiterentwickelt und unsere Energieberatung

intensiviert. Dabei sind uns auch Kundenbindung und Kundenloyalität wichtige Anliegen.

Zudem konnten wir durch intensive Akquisitionstätigkeit die Anzahl unserer Stromund

Gaskunden weiter steigern. Weiters widmen wir uns proaktiv den Zukunftsthemen

Smart Metering, Smart Home, Photovoltaik und Elektromobilität.

Als grünes Unternehmen sind wir in unserer Unternehmensphilosophie und damit in unserem

unternehmerischen Handeln dem Ansatz der Nachhaltigkeit verpflichtet. Unser Ziel ist

die Sicherstellung einer optimalen Balance zwischen wirtschaftlicher Stabilität, Versorgungszuverlässigkeit,

Klimaschutz und sozialer Verantwortung. Unser Engagement für einen

nachhaltigen Umgang mit Ressourcen kommunizieren wir aktiv in der Öffentlichkeit mit

der Kampagne „Generation Klimaschutz – Verändern wir die Zukunft. Jetzt.“. Wir zeigen dabei

unseren Kunden auf, wie sie im Schulterschluss mit uns einen Beitrag zum Klimaschutz

leisten können.

Wir sind uns unserer wirtschaftlichen, energiepolitischen und gesellschaftlichen Verantwortung

bewusst. Wir leisten einen hohen messbaren Beitrag zur regionalen Wertschöpfung

sowie zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen für den Wirtschafts- und Energiestandort

Kärnten. Unsere Investitionen in erneuerbare Energien, das Engagement für Klimaschutz

und Energieeffizienz sowie die Förderung gesellschaftlichen Lebens belegen, dass

wir diese Verantwortung auch in Zukunft wahrnehmen werden.

Wir danken an dieser Stelle unseren Kunden und Geschäftspartnern für das entgegengebrachte

Vertrauen sowie unseren MitarbeiterInnen für Ihr Engagement.

Wir werden die Herausforderungen der „beschleunigten Energiewende“ aktiv annehmen und

rechnen trotz der bestehenden Unsicherheiten des Marktumfeldes mit einer konstanten Ergebnisentwicklung

für 2012.

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hermann Egger e. h. Dipl.-Ing. Harald Kogler e. h. Dipl.-Kfm. Armin Wiersma e. h.

Sprecher des Vorstandes Mitglied des Vorstandes Mitglied des Vorstandes

Nachhaltigkeit als

Unternehmensphilosophie

Verantwortung für

Region und

Gesellschaft

Wir halten Kurs!

9


II. DAS JAHR IM ÜBERBLICK

Januar/Februar

Das Kraftwerk Gailitz ging nach

Abschluss des Probebetriebs in den

regulären Vollbetrieb über.

Im Zuge der Eröffnung des neuen

Energieberatungszentrums in der

KELAG Zentrale im Februar wurden

neue Energieberatungspakete und

die Aktivitäten bei Elektromobilität

vorgestellt.

In einer von Oesterreichs Energie in

Auftrag gegebenen Benchmarking

Studie zu den Internet-Auftritten

österreichischer Energieversorgungsunternehmen

belegte die

KELAG den ersten Platz.

10

März/April

Eine Befragung zur KELAG-Energieberatung

zeigte eine sehr hohe

Kundenzufriedenheit. 96 % der

Befragten würden die KELAG-Energieberatung

weiterempfehlen.

Im Rahmen des Pilotprojektes „Sonnenstadt

St. Veit“ errichtet die

KELAG vier Photovoltaik-Kraftwerke

im Stadtgebiet von St. Veit an der

Glan. Im März ist die erste Anlage in

Betrieb gegangen.

Beim Pilotprojekt zu Smart Metering

wurde Anfang April durch die softwaremäßige

Vernetzung der intelligenten

Stromzähler mit dem Kernsystem

der KELAG ein Meilenstein

erreicht.

Mitte April erfolgte der Baubeginn

für das neue Biomasseheizwerk in

Villach.

Mai/Juni

Die Arbeiten zur Generalüberholung

der Speicherpumpe Oschenik 2 in

der Kraftwerksgruppe Fragant

wurden abgeschlossen.

Standard & Poor’s bestätigte im

Zuge des jährlichen Rating-Reviews

erneut die hervorragende Bonität

der KELAG mit einem „A/stable“

Rating.

Die Zentrale der Infineon Technologies

Austria AG wurde an das Villacher

Fernwärmenetz der KELAG

Wärme GmbH angeschlossen und

wird dadurch zukünftig mit Wärme

auf Basis erneuerbarer Energieträger

versorgt.

Am 30. Juni wurde im Rahmen des

KELAG Business Circle die E-Mobility

Pilotregion Kärnten offiziell eröffnet.


Juli/August

Anfang Juli erfolgte die Aufnahme

des Vollbetriebs der beiden Maschinensätze

beim Pumpspeicherkraftwerk

Feldsee.

Ende Juli wurde im Restrukturierungsprozess

der Strom und Wärme

aus Holz GmbH – einem Joint Venture

der KELAG Wärme GmbH und der

Österreichischen Bundesforste

Beteiligungs GmbH – mit den finanzierenden

Banken ein außergericht -

licher Ausgleich vereinbart.

Im Bereich E-Mobility schloss die

KELAG bedeutenden Kooperationen

mit Energieversorgern und Fahrzeugimporteuren

für die österreichweite

Bereitstellung von Ladetechnik

ab.

Das Wärmegeschäft wurde durch

den Erwerb von sechs Fernwärmesystemen

in Obertauern, Mondsee,

Friesach, Blindenmarkt, Mauer und

Nötsch erweitert.

September/Oktober

In der Lehrlingsschule in St. Veit an

der Glan begannen 35 zukünftige

Facharbeiter ihre Ausbildung.

KELAG und Infineon Austria eröffneten

im September eine überdachte

Stromtankstelle inklusive Photovoltaikanlage

am Standort von Infineon

und setzten damit ein klares Zeichen

für eine umwelt- und ressourcenschonende

Mobilität.

Mitte September genehmigte der

KELAG Aufsichtsrat die Sanierung

des KELAG Hauptgebäudes. Neben

der thermischen Sanierung der

Fassade werden die Brandschutzeinrichtungen

ebenso wie die Heizungs-,

Klima- und Lüftungsanlagen

erneuert.

Ende September wurde der Probebetrieb

für das Projekt Speicherpumpe

Koralpe erfolgreich abgeschlossen

und die Anlage für den regulären

Vollbetrieb freigegeben.

Ende Oktober erwarb die KELAG das

bereits in Betrieb befindliche bosnische

Kleinwasserkraftwerksprojekt

Paloc mit 2 MW Leistung.

November/Dezember

Die umfangreichen Erneuerungsmaßnahmen

beim Generator Außerfragant

2 in der Kraftwerksgruppe

Fragant wurden erfolgreich abgeschlossen.

Anfang November diskutierten auf

Einladung der KELAG rd. 200 Fachleute

bei der Konferenz erneuerbare

Energien Kärnten in Velden zu dem

Thema „Makroperspektive der erneuerbaren

Energie“.

Im Dezember erfolgten Fertigstellung

und Inbetriebnahme des neuen

Biomasseheizwerks mit 16 MW th

Leistung in Villach.

Die Montagearbeiten beim Windpark

Mihai Vitaezu an der rumänischen

Schwarzmeerküste wurden

fertiggestellt.

11


III. KONZERNLAGEBERICHT

Unternehmen und Umfeld

Wirtschaftliches Umfeld

Nach der kräftigen Erholung der Weltwirtschaft 2010 hat sich das Wirtschaftswachstum 2011

abgeschwächt. Auslaufende Konjunkturprogramme in den USA und in China, die vor übergehende

Rezession in Japan als Folge der Erdbebenkatastrophe sowie die Staatsschuldenkrise im

Euroraum und der USA stellten wesentliche Einflussfaktoren dar. Der seit Anfang 2011 weitestgehend

stagnierende Welthandel erfasste insbesondere auch die asiatischen Schwellenländer,

deren Wirtschaft nach der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise der Motor der Konjunkturerholung

war. Die massiven politischen Veränderungen im Nahen Osten und in Nordafrika

wirkten sich über die ausgelösten Schwankungen im Ölpreis auf die internationalen Finanzmärkte

aus. Die Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums zeigt sich nach einer Wachstumsrate

von 5,1 % 2010 in einer Reduktion auf das Niveau von 3,8 % für 2011.

Das 2011 anfängliche noch starke Wirtschaftswachstum der Europäischen Union schwächte

sich zusehends ab und stagniert im zweiten Halbjahr weitestgehend. Neben negativen

Impulsen aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld wirkte insbesondere die Staatsschuldenkrise

im Euroraum belastend. Zuletzt stark gestiegene Renditen auf Staatsanleihen zeugen

von der zugenommenen Verunsicherung an den Finanzmärkten. Die Konjunktur entwickelte

sich 2011 zweigeteilt: Neben stark expandierenden, exportorientierten Volkswirtschaften

– allen voran Deutschland – verharrten die peripheren Länder der Eurozone

in Stagnation bzw. teilweise sogar in Rezession. Die Schätzung zur europäischen Konjunkturentwicklung

in 2011 liegt mit 1,6 % unter dem Wert des Vorjahres von 1,9 %.

Das kräftige Wachstum der österreichischen Wirtschaft setzte sich auch im ersten Halbjahr

2011 fort. Die gesamtwirtschaftliche Produktion expandierte getrieben vom starken Export

bis Jahresmitte kräftig und erreichte wieder das Niveau vor der Rezession 2008/2009.

In der zweiten Jahreshälfte mehrten sich Anzeichen für eine bevorstehende Konjunkturabkühlung.

Die Abschwächung des internationalen Umfeldes trifft dabei insbesondere die

exportorientierte Sachgüterindustrie. Mit einem für 2011 prognostizierten Wirtschaftswachstum

von 3,2 % liegt Österreich deutlich über dem Vorjahreswert von 2,3 % sowie

dem Durchschnitt des Euroraums.

Die konjunkturelle Entwicklung schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Während

in Österreich aufgrund der positiven Entwicklung die Arbeitslosigkeit gemäß EU-Definition

von 4,4 % in 2010 auf prognostizierte 4,2 % zurückgeht, nahmen die Spannungen am

Arbeitsmarkt des Euroraums weiter zu. Insbesondere die von der Krise stark betroffenen

Länder wie Griechenland, Spanien oder auch Irland haben hohe zweistellige Arbeitslosenquoten.

Im Vergleich der EU-Mitgliedsstaaten weist Österreich die geringste Arbeitslosenquote

auf.

Dynamik der

Weltwirtschaft

rückläufig

13


14

Nachdem die EZB die Leitzinsen in der ersten Jahreshälfte zweimal um 25 Basispunkte angehoben

hatte, machte sie diese in zwei Zinsschritten im letzten Quartal wieder rückgängig.

Österreichs Inflationsrate legte seit Anfang 2011 stark zu. Preistreibend wirkten in erster Linie

die internationalen Rohstoff- und Energiemärkte sowie die generell gute konjunkturelle

Situation. Im Durchschnitt wird für das Jahr 2011 mit einer Inflationsrate von 3,1 %

nach 1,7 % im Jahr zuvor gerechnet.

Für die nahe Zukunft deuten die vorauslaufenden Indikatoren auf eine weitere Abschwächung

der Weltwirtschaft hin. Hinsichtlich der Entwicklung im Euroraum wird entscheidend

sein, wie zügig die Politik ein glaubwürdiges Konzept zur Lösung der Staatsschuldenproblematik

präsentieren wird.

Energiewirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nachdem in 2010 der österreichweite Stromverbrauch infolge der konjunkturellen Erholung

um 4,5 % deutlich gewachsen war, legte er im abgelaufenen Geschäftsjahr um 0,1 %

zu. Österreichs Erdgasverbrauch war nach einem starken Wachstum im Jahr 2010 in Höhe

von 11,4 % im abgelaufenen Geschäftsjahr um 4,6 % rückläufig.

Die Preise an den Brennstoffmärkten haben sich gegenüber dem Vorjahr zum Teil deutlich

erhöht. Der Ölpreis der Sorte Brent notierte in 2011 durchschnittlich bei 110,8 USD je Barrel

und damit um 30,5 USD je Barrel bzw. 38,0 % über dem Durchschnittsniveau von 2010,

wobei die Aufwertung des Euros gegenüber dem US Dollar aus europäischer Sicht entlastend

wirkte. Ursachen dafür liegen einerseits in der starken Nachfrage der schnell wachsenden

Volkswirtschaften Asiens, andererseits lösten die politischen Unruhen im Nahen

Osten sowie in Nordafrika Förderrückgänge aus. Gesenkte Verbrauchsprognosen der USA

und Chinas trugen Ende des ersten Halbjahres zu einer leichten Entspannung bei.

Da ein Großteil der Gaseinfuhren nach Kontinentaleuropa nach wie vor auf ölpreisin -

dexierten Verträgen beruht, zeigt sich ein zeitversetzter Verlauf der Gaspreise gegenüber

dem Ölpreis. Ein kleiner Teil der Liefermengen dieser Verträge wird seit 2010 auf Basis

von Forwardpreisen des mitteleuropäischen Gasmarktes bezogen. Über die vergangenen

Jahre hat der Handel mit frei verfügbaren Gasmengen zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Diese nicht ölpreisinduzierten Gasmengen notieren zu tieferen Preisen und tragen

so zu einem Auseinanderdriften der Gasmärkte bei. Die Jahresdurchschnittspreise

für Erdgas-Bandlieferungen im deutschen Spotmarkt steigerten sich von 17,6 EUR je MWh

in 2010 auf 22,8 EUR je MWh in 2011. Der durchschnittliche Terminpreis für das jeweilige

Folgejahr legte von 19,7 EUR je MWh in 2010 auf 26,3 EUR je MWh in 2011 vergleichsweise

geringer zu.


Auch das Preisniveau von Steinkohle erhöhte sich. Ursache ist auch hier die starke Nachfrage

aus Asien. Die EEX-Terminnotierung betrug für das abgelaufene Kalenderjahr durchschnittlich

123,9 USD je Tonne. Dies entspricht einer Steigerung von 25,0 % gegenüber 2010.

Die Bekanntgabe des Atom-Moratoriums der deutschen Bundesregierung und der dadurch

bedingte vermehrte Einsatz konventioneller Kraftwerke ließ im Frühjahr die Preise für CO2-

Emissionsrechte auf über 17 EUR je Tonne sprunghaft ansteigen. Ende Mai setzte ein Rückgang

der Preise ein, welchem Ende Juni ein abrupter Abschlag folgte. Ursachen lagen in

der Verschärfung der Schuldenkrise verbunden mit der Angst vor einem geringeren Wirtschaftswachstum

sowie eines veröffentlichten Richtlinienvorschlags der EU, die allesamt eine

Dämpfung des CO2-Ausstoßes und damit einen geringeren Bedarf an CO2-Emissionsrechten

zur Folge hätten. Ab Mitte November wurde die Marke von 10 EUR je Tonne nachhaltig

unterschritten. Der Jahrestiefststand wurde bei 6,9 EUR je Tonne im Dezember markiert.

Das Durchschnittspreisniveau der CO2-Emissionsrechte lag 2011 bei 13,8 EUR je Tonne

bzw. bei 15,0 EUR je Tonne in 2010.

Die europäischen Strommärkte spiegelten einerseits die steigenden Preise der Primärenergieträger

zeitlich versetzt wider, andererseits wurden die energiewirtschaftlichen Folgen

zum Atom-Moratorium der deutschen Bundesregierung sichtbar. An der Energiebörse

EEX notierten im Spothandel Grundlastkontrakte im Durchschnitt über den Berichtszeitraum

bei 51,1 EUR je MWh, Spitzenlastkontrakte bei 61,1 EUR je MWh. Gegenüber dem

Geschäftsjahr 2010 entspricht dies einem Anstieg von 6,6 EUR je MWh bei Grundlast und

6,1 EUR je MWh Spitzenlast.

Auch am Terminmarkt haben die Preise angezogen. Die Kontrakte für das darauffolgende

Jahr (Forward 2012) notierten im Berichtszeitraum durchschnittlich bei 56,1 EUR je MWh

Relative Preisentwicklung auf den Großmärkten

3,5

3,0

2,5

2,0

1,5

1,0

0,5

0

2. 1. 2007

2. 1. 2008

Strom Öl Kohle

2. 1. 2009 4. 1. 2010 3. 1. 2011

2. 1. 2012

Preisverfall bei

CO 2-Emissionsrechten

Strompreise über

Vorjahresniveau

Relative

Preisentwicklungen

15


16

Ausgewogene

Energiebeschaffung

und -vermarktung

Überdurchschnittlich

warme Witterung

UN-Klimakonferenz

in Durban

Engagement für

Nachhaltigkeit

Energiefahrplan 2050 der EU

für Grundlast und bei 69,0 EUR je MWh für Spitzenlast. Im Jahr 2010 kostete der Forward

2011 durchschnittlich 49,9 EUR je MWh für Grundlast und 64,5 EUR je MWh für Spitzenlast.

Zwischen Jahresanfang 2012 und dem Bilanzerstellungstag notierten die Terminpreise

auf geringerem Niveau.

Die KELAG verfolgt eine langfristige Beschaffungs- und Vermarktungsstrategie. Daher wird

ein Großteil der Erzeugungsmengen sukzessive für die Folgejahre vermarktet. Gleichzeitig

erfolgt die Beschaffung des Energiebedarfs ebenfalls im Voraus. Die Vermarktungs- und

Beschaffungspolitik der KELAG nivelliert kurzfristige Preisschwankungen und trägt so zu einer

erhöhten Planungssicherheit und damit Ergebnisstabilität bei.

Der Wärmebereich war im abgelaufenen Geschäftsjahr durch eine im langjährigen Vergleich

überdurchschnittlich warme Witterung beeinträchtigt.

Auswirkungen des energierechtlichen Ordnungsrahmens

Im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Durban im Dezember 2011 wurden wichtige Weichenstellungen

für die internationale Klimapolitik getroffen. Neben der Verlängerung des

Kyoto-Protokolls einigten sich die teilnehmenden Staaten auf die Erstellung eines rechtlich

verbindlichen Weltklimavertrags bis 2015 zur Begrenzung der Erderwärmung auf maximal

zwei Grad. Das neue Klimaschutzabkommen soll bis 2020 in Kraft treten und auch von den

beiden großen Treibhausgasverursachern USA und China ratifiziert werden. Weiters wurde

ein Klimafonds zur Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Anpassung an den

bereits eingetretenen Klimawandel beschlossen.

Die KELAG misst Klimaschutz und Energieeffizienz seit Jahren eine hohe Bedeutung bei. Maßgeblich

für die unternehmerische Ausrichtung sind weiterhin die energie- und klimapolitischen

20-20-20 Ziele der Europäischen Union. Bis 2020 müssen demnach der Energieverbrauch

und der Kohlendioxidausstoß der EU um 20 % verringert werden. Der Anteil erneuerbarer

Energien am Energiemix der EU soll auf 20 % bis 2020 erhöht werden. Diese europäischen

Ziele wurden für die einzelnen Mitgliedsstaaten in nationale Zielvorgaben herunter

gebrochen. Österreich muss demnach bis 2020 seinen Energieverbrauch um 20 % senken

und gleichzeitig den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch von 23,3 %

in 2005 auf 34 % ausbauen. 2010 verfügte Österreich bereits über einen Anteil von 30,8 %.

Bis zum Jahr 2050 plant die EU die Reduktion der Treibhausgasemissionen um 80 – 95 %

gegenüber dem Niveau von 1990. Dazu stellte die Europäische Kommission im vergangenen

März den „Fahrplan für den Übergang zu einer wettbewerbsfähigen CO2-armen Wirtschaft

bis 2050“ sowie den Energieeffizienzplan vor. Für die Dekarbonisierung des Energiesystems

im Kontext von Energieversorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit präsentierte

die EU-Kommission im Dezember den „Energiefahrplan 2050“.

Österreich folgt den europäischen Zielen mit seiner Nationalen Energiestrategie, die von


den drei Säulen Steigerung der Energieeffizienz, Ausbau der erneuerbaren Energien und

Sicherstellung der Energie-Versorgungssicherheit getragen wird.

Auf Basis der europäischen und nationalen energiepolitischen Ziele verfolgt die KELAG eine

wertorientierte Wachstums- und Innovationsstrategie mit den Schwerpunkten im Ausbau

der Energieerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien im In- und Ausland sowie Steigerung

der Energieeffizienz. Voraussetzung hierfür sind stabile rechtliche Rahmenbedingungen, die

Investitionen in erneuerbare Energien sowie den Ausbau und die Erneuerung der Netze erleichtern.

Auch im Jahr 2011 sind weitere Gesetzesänderungen in Kraft getreten, die unsere

Geschäftstätigkeit beeinflussen werden.

Das Inkrafttreten des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes 2010 (ElWOG 2010)

Anfang März 2011 und der Neufassung des Gaswirtschaftsgesetzes (GWG) Ende November

2011 stellten weitere Schritte bei der Umsetzung des dritten EU-Binnenmarktpakets in nationales

Recht dar. Wichtige Themen im ElWOG 2010 sind neben der Entflechtung der Verteilernetzbetreiber,

die Einführung intelligenter Stromzähler sowie ein verbesserter Konsumentenschutz.

Um im Rahmen von Genehmigungsverfahren eine ausgewogene Interessensabwägung

zu ermöglichen, wurde die Versorgungssicherheit als öffentliches Interesse

im ElWOG verankert. Damit wird der steigenden Bedeutung einer sicheren Stromversorgung,

einer klimaschonenden Erzeugung sowie leistungsfähiger Netze Rechnung getragen. Wesentliche

Änderungen im neuen GWG liegen für Verteilernetzbetreiber im Tariffestsetzungsverfahren,

in der Einführung eines Regulierungskontos sowie der Einführung einer zusätzlichen

alternativen Möglichkeit zur Verrechnung der Netznutzungsentgelte.

Das Förderregime zur Ökostromproduktion in Österreich sieht eine jährliche Anpassung der

Verrechnungspreise zwischen den Stromhändlern und der Abwicklungsstelle für Ökostrom

vor. Die Verrechnungspreis-Verordnung 2011 erhöhte per 1. Jänner 2011 diesen Verrechnungspreis,

insbesondere für Strom aus Kleinwasserkraftwerksanlagen.

Anfang Juli beschloss der österreichische Nationalrat die Novelle des Ökostromgesetzes. Wesentliche

Neuerungen betreffen den Abbau der in der Vergangenheit entstandenen Wartelisten

bei Anträgen, insbesondere bei Windkraft, Photovoltaik und Kleinwasserkraft, die deutliche

Aufstockung der jährlichen Förderzuwachssumme sowie den veränderten Mechanismus

zur Aufbringung der Fördermittel. Die Abrechnung der Ökostromkosten beim Endkunden

soll zukünftig über den Netzbetreiber und nicht mehr über den Energiehändler erfolgen.

Das Inkrafttreten des neuen Ökostromgesetzes wird für Mitte 2012 erwartet.

Mitte September 2011 wurde die neue Stromkennzeichnungsverordnung der E-Control ausgegeben.

Diese regelt die Stromkennzeichnung und den Herkunftsausweis der Primärenergieträger.

Gegenüber der vorhergehenden Verordnung wurden die Konsumenteninformation

sowie die Transparenz der Stromherkunft nochmals verändert. Die neue Stromkennzeichnungsverordnung

trat mit 1. Jänner 2012 in Kraft.

Nationale

Energiestrategie Österreichs

Inkrafttreten von ElWOG

2010 und Neufassung GWG

Ökostrom

Verrechnungspreise 2011

Novelle des

Ökostromgesetzes

17


Neue Stromkennzeichnungsverordnung

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Smart Metering

Vorgespräche dritte

Regulierungsperiode

Review der

Konzernstrategie

Im Oktober beschloss der Nationalrat das Emissionszertifikategesetz 2011 sowie das Klimaschutzgesetz.

Ersteres normiert das System zum Handel von Treibhausgasemissionszertifikaten

und setzt damit Vorgaben des EU Klima- und Energiepakets in österreichisches

Recht um. Das Klimaschutzgesetz koordiniert die Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz

und ordnet Verantwortungen klarer zu.

Mit 1. November trat die Intelligente Messgeräte-Anforderungsverordnung 2011 der E-

Control in Kraft. Diese Verordnung definiert Anforderungen an Messgeräte für Endverbraucher,

deren Stromverbrauchsmessung ohne Lastprofilzähler erfolgt. Zudem wurde im

Dezember vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend der Entwurf für die

Intelligente Messgeräte-Einführungsverordnung zur Begutachtung ausgesandt. Beide Verordnungen

setzen Bestimmungen der EU-Richtlinie 2009/72/EG in nationales Recht um.

Entsprechend der mit 1. Januar 2010 in Kraft getretenen zweiten Anreizregulierungsperiode

im Bereich der Stromnetze werden die Netzverlustmengen regelzonenweit seitens der

VERBUND Austria Power Grid GmbH gemeinsam ausgeschrieben. Für 2011 wurden die

Netzverlustmengen erstmalig gemeinsam beschafft.

Durch die Regulierung der Netztarife besteht permanenter Effizienz- und Kostendruck für

die österreichischen Netzbetreiber. Hinsichtlich der Ausgestaltung der ab 1. Januar 2014

beginnenden dritten Regulierungsperiode haben bereits erste Gespräche zwischen Oesterreichs

Energie und der E-Control stattgefunden. Ziel ist die Abstimmung wesentlicher

Punkte und Formulierung eines Letter of Intent im Jahr 2012.

Strategische Ausrichtung

Der KELAG-Konzern verfolgt die strategische Leitlinie einer wertorientierten Wachstumsund

Innovationsstrategie auf Basis regenerativer Energien. Die Grundlage dieser strategischen

Orientierung bildet das im Jahr 2008 durchgeführte Projekt zu Strategieanalyse und

Strategieentwicklung.

Wie bereits in den Vorjahren wurde die strategische Ausrichtung auch im Jahr 2011 einer

eingehenden Überprüfung unterzogen. Kernaussage des durchgeführten Strategiereviews

war, dass basierend auf der soliden Finanz- und Ertragskraft der KELAG an der bestehenden

Wachstums- und Innovationsstrategie festgehalten werden kann.

Wachstum im In- und Ausland

Die KELAG legt ihre nationalen Wachstumsschwerpunkte auf den Ausbau der Wasserkraft-


Erzeugungskapazitäten in Kärnten sowie auf das österreichweite Wärme- und Bioenergiegeschäft.

Das Geschäftsjahr 2011 war erneut insbesondere von Kraftwerksinvestitionen in

Kärnten geprägt. Mit der Fertigstellung des zweiten Maschinensatzes im Pumpspeicherkraftwerk

Feldsee der Kraftwerksgruppe Fragant stehen hier nun die 140 MW Engpassleistung

zu Verfügung. Ebenfalls 2011 abgeschlossen wurden die Erweiterungsarbeiten um eine

Speicherpumpe beim Kraftwerk Koralpe. Mit diesen beiden Projekten wurde die Erzeugungskapazität

der KELAG um rd. 40 % gesteigert. Im Gemeinschaftsprojekt Reißeck II mit

der VERBUND Hydro Power AG werden die bestehenden Kraftwerksgruppen Reißeck/Kreuzeck

und Malta um 430 MW Erzeugungs- und Pumpleistung erweitert.

Im internationalen Kontext prüft die KELAG die Entwicklung bzw. den Erwerb von Wasserkraft-

und Windkraftprojekten. Ein wesentliches Unternehmen in diesem Kontext ist die

100-%-Konzerntochter Interenergo d.o.o., die in den Ländern des Westbalkans und in Slowenien

im Stromhandel und in der Entwicklung von Wasserkraftwerksprojekten aktiv ist.

2011 konnte das Stromhandelsvolumen mit Unterstützung des KELAG Trading bereits auf

knapp 4 Mrd. kWh gesteigert werden. Drei Kraftwerksprojekte in Serbien, Bosnien und Herzegowina

und im Kosovo befinden sich derzeit in Betrieb sowie ein weiteres in Bau. In Balchik

an der bulgarischen Schwarzmeerküste wurde das erste Windkraft-Projekt der KELAG

mit 10 MW in Betrieb genommen. Zudem befindet sich an der rumänischen Schwarzmeerküste

ein Windpark mit 14 MW kurz vor der Inbetriebnahmephase. Zwei weitere Wind-

Ausbau der Wasserkraft und

Bioenergie in Österreich

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20

Fullservice Dienstleister

für erneuerbare Energien

Smart Metering

Installation von

Elektrotankstellen

kraftprojekte in Rumänien mit einer Gesamtleistung von 24 MW stehen kurz vor der Umsetzung.

Im Wärmebereich konnte neben Netzausbau, Netzverdichtungen insbesondere durch die

Fertigstellung des neuen Biomasseheizwerks mit 16 MW th in Villach Wachstum generiert

werden. Das Biomasseheizwerk der Eko-Toplota Energetika d.o.o., ein Tochterunternehmen

der KELAG Wärme GmbH in der slowenischen Gemeinde Lenart, erhielt im August

die endgültige Betriebsstättengenehmigung. Das Heizwerk versorgt über das dazugehörige

Fernwärmenetz die Stadt Lenart mit Wärme auf Basis nachwachsender Rohstoffe.

Innovation

Energieberatung

Der KELAG-Konzern forciert seine Positionierung als Fullservice-Dienstleister für regenerative

Energien und Energieeffizienz. Aufgrund des steigenden Interesses der Kunden an

energiesparenden Maßnahmen bietet die KELAG attraktive branchenspezifische Energiedienstleistungen

an, wie z.B. „EnergieMonitoring“ für Industrie und Gemeinden sowie professionelle

Energieberatung für Haushalts- und Gewerbekunden. Als innovativer Energiedienstleister

entwickelt die KELAG zukunftsweisende Produkte. So wurden für Industrie

und Gewerbe eigene Dienstleistungspakete geschaffen und über Marktpartner in ganz

Österreich vertrieben, die den Kunden nachhaltige Energieeffizienz garantieren und Kosten

sparen. Über den interaktiven Energieberater (www.kelag.at) können Privat- und Gewerbekunden

ihr mögliches Energiesparpotenzial selbst erheben. Bei allen Beratungen

durch die KELAG-Energieberatung stehen Kundennutzen sowie Verantwortung für Klimaschutz

und Energieeffizienz im Vordergrund.

Smart Metering

Die KELAG Netz GmbH setzte ihr bereits im Geschäftsjahr 2009 gestartetes Pilotprojekt zu

Smart Metering in Ferlach weiter fort. Im Zuge des Pilotprojekts wurden weitere 102 Anlagen

mit sogenannten intelligenten Zählern ausgestattet. Die KELAG ermöglicht derzeit

insgesamt 361 Anlagen bzw. 270 Pilotkunden die Optimierung ihres Verbrauchsverhaltens

und damit einen bewussteren Stromeinsatz. Der KELAG-Konzern erwartet sich von diesem

Pilotprojekt wesentliche Erkenntnisse über die Kundenakzeptanz und die technischen Voraussetzungen

für die weitere Umsetzung von Smart Metering.

E-Mobility

Innovativ zeigt sich die KELAG auch in ihrem Engagement im Bereich der Elektromobilität.

Das Elektroauto wird mittel- und langfristig als energieeffiziente Alternative für Fahrzeuge

mit Verbrennungsmotor angesehen. Insofern betrachtet die KELAG Elektromobilität

als ein sehr wichtiges Zukunftsthema. Im Rahmen eines Kooperationsvertrages der KELAG

mit der RWE erfolgt die Installation von Ladesäulen im Kärntner Zentralraum. Darüber hi-


naus ist die KELAG Teil einer kärntenweiten Elektromobilitätsplattform mit dem Ziel der

Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung.

Photovoltaik

Die KELAG beschäftigt sich mit Zukunftstechnologien zur Stromerzeugung und errichtet

im Rahmen eines Pilotprojektes vier dezentrale Photovoltaik-Kraftwerke mit einer Gesamtleistung

von 450 kWp und rd. 3.500 m 2 Modulfläche. Die Anlagen werden im Stadtgebiet

von St. Veit an der Glan zum Zweck der Forschung & Entwicklung und Demonstration

realisiert. Die unterschiedlichen Strukturen und Orientierungen der ausgewählten

Standorte ergeben für die KELAG Flächen, welche ideal für Forschungszwecke geeignet

sind. Durch den Einsatz unterschiedlicher Technologien sollen wichtige Rückschlüsse

auf die Performance der Anlagen und deren Langzeitverhalten gezogen werden. Im

März 2011 konnte die erste Teilanlage im Bereich der Jacques-Lemans-Arena in Betrieb

genommen werden. Ende 2012 wird die KELAG die Installationen der vier Photovoltaik-

Kraftwerke abschließen.

E-Business

Elektronischer Geschäftsverkehr ermöglicht KELAG-Kunden modernen Service auf dem

neuesten Stand der Technik. Die Benutzerfreundlichkeit und der Nutzwert der Online-Anwendungen

auf der KELAG-Webseite werden fortlaufend überprüft und verbessert. Die

hohe Servicequalität im Internet wurde erneut im Rahmen einer renommierten Benchmark-Studie

2011 mit dem ersten Platz unter allen österreichischen Energieversorgungsunternehmen

bestätigt.

IT-Projekte

Im Geschäftsjahr 2011 wurde eine Reihe von IT-Projekten zur kosteneffizienten Ressourcennutzung

und Unterstützung der Geschäftsprozesse umgesetzt. Im Zuge der Initiative

„Green IT“ werden Emissions- und Stromverbrauchswerte reduziert sowie Ressourcenreduktionen

bei zentralen IT-Anlagen und unternehmensweit aufgestellten Druckern vorangetrieben.

Neben der Berücksichtigung von ökologischen Aspekten werden hierdurch

auch die IT-Betriebskosten gesenkt.

Wertmanagement

Die verabschiedete Strategie des KELAG-Konzerns steht unter der übergeordneten Zielsetzung

wertorientierter Unternehmensführung. Wert für Investoren, Kunden und MitarbeiterInnen

zu schaffen, ist der Maßstab des Handelns der KELAG.

Planung, Steuerung und Kontrolle unserer Unternehmensaktivitäten erfolgen auf Grundlage

eines wertorientierten Managementsystems. Ausgehend von den strategischen Zielen

werden im Rahmen des Steuerungskonzeptes werthaltige operative Maßnahmen abgeleitet

und umgesetzt.

Photovoltaik

E-Business

Wertorientierte

Unternehmensführung

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22

Gestärkte Finanzund

Ertragskraft

Zentrale Zielgröße und Kennzahl stellt dabei der Wertbeitrag dar. Er zeigt den Wertzuwachs

des Unternehmens und ergibt sich durch Gegenüberstellung von Rendite, ausgedrückt als

Return on Capital Employed (ROCE) und den Kapitalkosten des Vermögens. Zusätzlicher

Unternehmenswert wird generiert, wenn der ROCE den Kapitalkostensatz übersteigt.

Als operative Renditekennzahl reflektiert der ROCE das Verhältnis zwischen Betrieblichem

Ergebnis und dem eingesetzten Betrieblichen Vermögen. Die Kapitalkosten spiegeln den

Mindestverzinsungsanspruch für eine wertorientierte Unternehmensführung wider.

Wachstumsinvestitionen werden an klaren Renditevorgaben gemessen. Weitere wertorientierte

Kriterien, wie eine solide Eigenkapitalquote und ein angemessenes Rating, sind sicherzustellen.

Auch im Geschäftsjahr 2011 wurde das Rating der KELAG von Standard & Poor’s mit „A/stable“

bestätigt. Mit diesem hervorragenden Rating nimmt die KELAG im europäischen Vergleich

der Energieversorger eine Spitzenposition ein. Diese positive Bewertung ist Voraussetzung

für optimale Konditionen am Kapitalmarkt, wodurch das Ziel einer bestmöglichen

Finanzierungsstruktur erreicht werden kann.

Allgemeine Vermögens- und Ertragslage

Die KELAG konnte ihre gute Wettbewerbsposition auf dem Energiemarkt behaupten. Die

Finanz- und Ertragskraft des Unternehmens wurde weiter gestärkt. Der Konzern erzielte

im Geschäftsjahr 2011 ein Konzernergebnis von rd. 91,9 Mio. EUR.

Konzerngewinn- und -verlustrechnung

Kurzfassung

in Mio. EUR 2011 2010

Umsatzerlöse 1.660 1.528

Operatives Ergebnis 98 91

Finanz- und Beteiligungsergebnis 16 14

Konzernergebnis 92 91

Ergebnis je Aktie in EUR 11,5 11,4

Die Umsatzerlöse konnten konjunkturbedingt sowie aufgrund von Neuinvestitionen und

der Ausweitung des Handelsvolumens auf rd. 1.660 Mio. EUR gesteigert werden.


Umsatzerlöse

2011 2010

Mio. EUR % Mio. EUR %

Strom 1.350 81,3 1.286 84,1

Wärme 134 8,1 133 8.7

Erdgas 173 10,4 106 6,9

Telekommunikation 2 0,1 2 0,1

Installationen/Sonstige 1 0,1 1 0,1

Summe 1.660 100,0 1.528 100,0

Der gesamte Personalaufwand des Geschäftsjahres 2011 sank um 1,8 % auf rd. 124,3 Mio.

EUR. Die bis 2018 erwarteten Auswirkungen eines neuen konzernweiten Altersteilzeitmodells

wurden versicherungsmathematisch bewertet und im Personalaufwand erfasst.

Die Steigerung des Materialaufwands auf 1.354,1 Mio. EUR, welcher auch die Energiebeschaffungskosten

beinhaltet, korrespondiert im Wesentlichen mit der Entwicklung der Umsatzerlöse.

Die Abschreibungen belaufen sich auf rd. 62,6 Mio. EUR und spiegeln die intensive Investitionstätigkeit

der vergangenen Jahre wider. Gegenüber dem Vergleichswert von 2010 ist

aufgrund im Vorjahr erfasster außerordentlicher Abschreibungen ein deutlicher Rückgang

zu verzeichnen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von rd. 66,2 Mio. EUR bewegen sich

im Wesentlichen wegen geringerer Rückstellungszuführungen auf tieferem Niveau gegenüber

dem Vorjahr.

Das Finanz- und Beteiligungsergebnis in Höhe von rd. 15,8 Mio. EUR verbesserte sich insbesondere

aufgrund höherer aktivierter Bauzinsen gegenüber 2010.

Im KELAG-Konzern wurden keine mit Risiko behafteten Finanztransaktionen wie Cross Border

Leasing oder Finanzderivate abgeschlossen. Dadurch waren keine Wertberichtigungen

aus solchen Transaktionen erforderlich.

23


24

Pumpspeicherkraftwerk

Reißeck II

Geschäftsbereiche

Stromerzeugung

Die KELAG gehört zu den großen österreichischen Erzeugern von Strom aus Wasserkraft.

Zusätzlich setzt die KELAG Aktivitäten im Windkraftsegment. Im Bereich Photovoltaik

wird derzeit ein größeres Pilotprojekt realisiert. In insgesamt 64 eigenen Kraftwerken

und über Bezugsrechte an Kraftwerken Dritter verfügt die KELAG über eine Kraftwerksleistung

von insgesamt 1.047 MW mit einer Erzeugung im Regeljahr von rd. 2.842 Mio.

kWh. Die größten Erzeugungsanlagen der KELAG befinden sich in der Kraftwerksgruppe

Fragant.

Das Geschäftsjahr 2011 war insbesondere von der finalen Umsetzung der laufenden Neubauprojekte

geprägt. Der Bau des Pumpspeicherkraftwerkes Feldsee konnte mit der Inbetriebnahme

des zweiten Maschinensatzes abgeschlossen werden. Der Vollbetrieb beider

Maschinensätze wurde im Juli 2011 aufgenommen. Das Kraftwerk erzeugt mit einer

Erzeugungs- und Pumpleistung von rd. 140 MW rd. 300 Mio. kWh Strom pro Jahr. Abgeschlossen

wurden auch die Arbeiten beim Speicherkraftwerk Koralpe. Die 35 MW Speicherpumpe

konnte Ende September 2011 für den regulären Vollbetrieb freigegeben werden.

Mit dieser Maßnahme wurde die Jahreserzeugung des Kraftwerks Koralpe auf rd.

160 Mio. kWh verdoppelt. Im Rahmen des Pilotprojektes „Sonnenstadt St. Veit“ erfolgte

im März die Inbetriebnahme des ersten Kraftwerks. Insgesamt werden vier Photovoltaik-

Kraftwerke im Raum St. Veit an der Glan mit einer Gesamtleistung von 450 kWp realisiert.

Die größte Einzelinvestition der KELAG stellt aktuell das Gemeinschaftsprojekt Reißeck

II mit der VERBUND Hydro Power AG dar. Der Baubeginn erfolgte im Jahr 2010. Die bestehenden

Kraftwerksgruppen Reißeck/Kreuzeck und Malta werden um 430 MW Erzeugungs-

und Pumpleistung erweitert. Die Inbetriebnahme ist für 2014 geplant. Bis dahin

wird die KELAG für ihren Anteil von 181 MW Erzeugungsleistung und 137 MW Pumpleistung

rd. 191 Mio. EUR investieren. Durch diese Kraftwerksbeteiligung kann die Jahreserzeugung

der KELAG um 415 Mio. kWh gesteigert werden.

Zusätzlich zu den Neubauaktivitäten wurden 2011 weitere Ersatzinvestitions- und Instandhaltungsmaßnahmen

zur Gewährleistung der hohen Verfügbarkeit und Sicherheit

der bestehenden Erzeugungsanlagen umgesetzt. Die Arbeiten zur Generalüberholung

der Speicherpumpe Oschenik 2 und die umfangreichen Erneuerungsmaßnahmen beim


Kraftwerksgenerator Außerfragant 2 wurden im Frühjahr bzw. Herbst 2011 abgeschlossen.

Die KELAG setzte ihr Engagement im Ausland erfolgreich fort. Neben den in Betrieb stehenden

Kleinwasserkraftwerken in Serbien, Bosnien und Herzegowina und im Kosovo befindet

sich das Kleinwasserkraftwerk Novakovici in Bosnien und Herzegowina in Bau. Weiters

steht im Kosovo die Errichtung eines Wasserkraftwerkes mit einer Jahreserzeugung

von 24 GWh, direkt unterhalb des bestehenden Kraftwerkes Lumbardhi, bevor.

In der Region Dobrogea an der rumänischen Schwarzmeerküste wird derzeit ein Windpark

mit 14 MW Leistung errichtet. Die Montagearbeiten konnten 2011 abgeschlossen werden.

Zusammen mit dem in Betrieb befindlichen bulgarischen Windpark Balchik wird die KE-

LAG damit über eine Erzeugungskapazität aus Windkraft von 24 MW mit einem jährlichen

Energieertrag von 62 GWh verfügen. Darüber hinaus stehen zwei weitere Windkraftprojekte

in Rumänien mit einer Gesamtleistung von 24 MW und einer Jahreserzeugung von

insgesamt rd. 64 GWh kurz vor der Umsetzung. Weitere Wasser- und Windkraftprojekte befinden

sich in Entwicklung.

Energiehandel und Vertrieb

Stromaufbringung

Die Stromaufbringung des KELAG-Konzerns nahm im Geschäftsjahr 2011 gegenüber dem

Vorjahr geringfügig um 55 Mio. kWh bzw. 0,3 % auf 21.519 Mio. kWh zu. Aufgrund des deutlich

geringeren Wasserdargebotes von 88,5 % (2010: 97,9 %) ging die Eigenaufbringung um

340 Mio. kWh bzw. 6,8 % auf 2.312 Mio. kWh zurück. Der Fremdstrombezug verzeichnete

mit 396 Mio. kWh bzw. 2,1 % eine leichte Steigerung auf 19.208 Mio. kWh.

Stromabsatz

Der Stromabsatz des KELAG-Konzerns blieb mit 20.922 Mio. kWh auf konstantem Niveau.

Die Veränderung gegenüber 2010 beträgt ein Plus von 70 Mio. kWh bzw. 0,3 %.

Der Endkundenabsatz in Höhe von 4.132 Mio. kWh nahm zu um 92 Mio. kWh bzw. 2,3 % gegenüber

dem Vorjahresabsatz von 4.040 Mio. kWh. Damit lag der Endkundenabsatz auch

deutlich über dem Niveau vor Beginn der Wirtschaftskrise 2008/2009. Durch konsequente

Akquisitionstätigkeit konnte die absolute Anzahl an Kunden in- und außerhalb Kärntens

weiter gesteigert werden. Rund die Hälfte des Geschäftskundenabsatzes in 2011 entfiel

auf Industriekunden außerhalb Kärntens.

Erfolgreiche Akquisitionen

von Wasserkraftwerken im

Ausland

Wachstum bei

Windkraftanlagen

Steigerung des

Stromabsatzes

25


26

Starke Wettbewerbsposition

behauptet

Engagement zu Klimaschutz

und Energieeffizienz

Im Stromhandel gelang es der KELAG, die Volatilitäten der Großhandelspreise optimal zu

nutzen. Die Handelsmenge erreichte mit 16.651 Mio. kWh wiederum das hohe Niveau des

Jahres 2010.

Die KELAG nimmt in allen Kundensegmenten eine sehr starke Wettbewerbsposition ein.

Auch 2011 bestätigten Analysen das hohe Niveau der Kundenzufriedenheit. KELAG-Kunden

schätzen insbesondere den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen,

die hohe Kompetenz der MitarbeiterInnen sowie die Versorgungszuverlässigkeit.

Mit gezielten Kundenbindungsmaßnahmen arbeitet die KELAG ständig daran, die hohe

Loyalität der Kunden zu halten bzw. weiter zu steigern. Für Industriekunden wurde im

Geschäftsjahr 2011 der KELAG-Business-Circle als erfolgreiche Veranstaltungsreihe in

Graz, Linz, Wien und Kärnten weiter geführt. Im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe

wurde 2010 das KMU-Forum als Kundenveranstaltung eingeführt. Bei jeweils einem anderen

Kärntner Leitbetrieb werden dabei neben praxisnahen Vorträgen der KELAG, einer

Betriebsbesichtigung sowie der Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit anderen

Unternehmen auch Möglichkeiten zum Testen von Neuheiten wie bspw. E-Mobility angeboten.

Geschätzt wird auch das Engagement der KELAG für die Themen Klimaschutz und Energieeffizienz.

Neben der Bereitstellung von Strom aus erneuerbaren Quellen liegt eine besondere

Kompetenz der KELAG in der Energieberatung. Rund 7.100 Energieberatungen im

Jahr 2011 zeigten das hohe Kundeninteresse und ergaben ein jährliches Einsparungspotenzial

von rd. 25 Mio. kWh bzw. 5.300 Tonnen CO2 . Dies entspricht dem Heizenergiebedarf

von mehr als 1.400 Einfamilienhäusern. Diese Einsparungen wirken auch in die Zukunft

und entlasten nachhaltig die Umwelt, wobei jährlich weitere Einsparungen hinzukommen.

Bei den Wärmepumpen stieg 2011 die Zahl der Anlagen um rd. 600 Neuinstallationen auf

rd. 7.700 an. Die KELAG bietet in Kooperation mit ausgewählten Installateuren, Elektrikern

und Herstellern, den „Power-Partnern“, eine zinslose Finanzierung für Energieanlagen an.

Als besonderes Service organisierte die KELAG Gemeinde-Energietage, an welchen die BürgerInnen

kompetente Beratung über Planung von Heizsystemen bis hin zu Förderungsmöglichkeiten

erhielten. 103 Gemeinden in Kärnten sind zudem Partner der KELAG-Energieberatung

und bieten das Gemeinde-Energieberatungspaket der KELAG allen BürgerInnen

an.

Durch „EnergieMonitoring“, ein spezielles Angebot für Industriekunden und Gemeinden,

werden Einsparpotenziale zur Senkung von Betriebs- und Wartungskosten analysiert.


Die 2011 durchgeführte Kundenbefragung im Segment Energieberatung beweist die hohe

Beratungsqualität. Nahezu 96 % der 2011 beratenen Kunden stellen der KELAG-Energieberatung

ein ausgezeichnetes Zeugnis aus und würden die KELAG-Energieberatung

weiterempfehlen.

Darüber hinaus stellt die KELAG-Energieberatung höchste Servicequalität über das Internet

zur Verfügung. Im Online-Energieberater kann etwa ein Vergleichsrechner für Kosten

und Emissionen von Heizungen genutzt werden. Im Schnitt wird pro Monat mehr als 1.500mal

auf diese Serviceleistung der KELAG Energieberatung zugegriffen.

Mit dem PlusClub bietet die KELAG ihren Kunden attraktive Mehrwertangebote in den Bereichen

Freizeit, Kultur und Sport an. Die Anzahl der Nutzer konnte 2011 um weitere rd.

5 % auf rd. 34.000 Mitglieder gesteigert werden.

Das Produkt- und Dienstleistungsspektrum der KELAG wird entsprechend den Kundenwünschen

ständig um innovative und serviceorientierte Komponenten erweitert und angepasst.

Gasaufbringung

Die Gasaufbringung steigerte sich 2011 um 1.979 Mio. kWh bzw. 42,5 % auf 6.638 Mio.

kWh gegenüber dem Vorjahr deutlich. Die erhöhte Aufbringungsmenge ist insbesondere

auf Zusatzgeschäfte im Gashandel zurückzuführen. Bezogen wurde das Gas überwiegend

mittels langfristiger Lieferverträge. Zur flexiblen Steuerung von saisonalen Mehr- und Minderverbräuchen

erfolgte der Ausgleich über Gasspeicher.

Gasabsatz

Der Gasabsatz erhöhte sich 2011 um 1.746 Mio. kWh bzw. 39,1 % auf in Summe 6.207 Mio.

kWh. Die deutliche Absatzausweitung ist vorrangig auf die gesteigerten Gashandelsaktivitäten

in Höhe von 3.804 Mio. kWh zurückzuführen. Die Anzahl der Gaskunden wurde im

Geschäftsjahr 2011 deutlich erhöht. Im Segment Privat- und Gewerbekunden wurden 2011

mittels intensiver Akquisitionstätigkeit um über 30 % Neukunden insbesondere außerhalb

Kärntens hinzugewonnen. Dies führt auch dazu, dass der Gas-Endkundenabsatz der KE-

LAG außerhalb Kärntens bereits deutlich über 50 % lag.

Verstärkte

Gashandelsaktivitäten

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28

Investitionen in die

Versorgungsqualität

ElWOG 2010

Verordnungen der

Regulierungsbehörde

Strom- und Erdgasnetz

Die KELAG Netz GmbH hat als Verteilernetzbetreiber für Strom und Erdgas in Kärnten die

Aufgabe, die Netzinfrastruktur allen Kunden und Energielieferanten diskriminierungsfrei

zur Verfügung zu stellen. Die leistungsfähige Netzinfrastruktur muss rund um die Uhr funktionieren,

an 365 Tagen im Jahr. Zu den Hauptaufgaben der KELAG Netz GmbH gehören die

Betriebsführung, der bedarfsorientierte Ausbau der Verteilernetze für Strom und Erdgas,

die notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen sowie ein effizientes Entstörungsmanagement.

Um die Versorgungszuverlässigkeit für die Kunden in Kärnten weiterhin in gewohnter Qualität

gewährleisten zu können, wurden im Geschäftsjahr 2011 umfangreiche Investitionen

im Mittel- und Niederspannungsnetz von der KELAG Netz GmbH durchgeführt. Zur Absicherung

der zukünftigen Stromversorgung des Großraums Villach wurden für das 220/110kV-Umspannwerk

Villach Süd die Planungen erstellt und das Genehmigungsverfahren eingeleitet.

Für die Gewährleistung der zukünftigen Stromversorgung der Firma Infineon wurden

die Planungen zur Neuerrichtung des 110/20-kV-Umspannwerks Auen durchgeführt.

Die behördlichen Genehmigungen wurden hier bereits erteilt.

Weitere Schwerpunkte bildeten die Erneuerung der 110/20-kV-Schaltanlage im Umspannwerk

Völkermarkt, die Erneuerungen der 20-kV-Schaltanlagen in den Umspannwerken

Zirknitz und Hermagor, der Neubau der 20-kV-Schaltwerke Marienheim bei Friesach,

die Erneuerung des 20-kV-Schaltwerks bei Moosburg sowie die Fertigstellung des 20-kV-

Schaltwerkes Spitzer im Gurktal. Darüber hinaus wurde die 20-kV-Kabelverbindung von

Töplitsch nach Kellerberg hergestellt. In Summe investierte die KELAG Netz GmbH im Geschäftsjahr

2011 51,1 Mio. EUR in die Versorgungsqualität.

Das mit 3. März 2011 in Kraft getretene ElWOG 2010 brachte zahlreiche Änderungen für

Netzbetreiber mit sich. Neben Änderungen im Tariffestsetzungsverfahren, der Einführung

von Qualitätsstandards sind die neu geschaffenen rechtlichen Grundlagen zur zukünftigen

Einführung von Smart Metering aus Sicht des Netzbetreibers von besonderer Bedeutung.

Die neue Systemnutzungstarife-Verordnung Strom im Rahmen des mehrjährigen Anreizregulierungssystems

trat auf Basis der zweiten Regulierungsperiode Strom (2010 – 2013)

mit 1. Januar 2011 in Kraft. Die Systemnutzungstarife Strom wurden für Kunden der KE-

LAG Netz GmbH von der Regulierungsbehörde um durchschnittlich 0,7 % gesenkt.

Ebenfalls mit 1. Jänner 2011 trat auf Basis des mehrjährigen Anreizregulierungssystems

für Erdgas (2008 – 2012) die neue Systemnutzungstarife-Verordnung Erdgas der E-Control


Kommission in Kraft. Für Kunden der Netzebene 3 mit einem Verbrauch von 15.000 kWh/a

bedeutet dies eine Erhöhung der Tarife um ca. 3,4 %. Die Erhöhung resultiert im Wesentlichen

aus höheren vorgelagerten Netzkosten der Ebene 1 und einer verordneten Umstellung

in der Netztarife-Abrechnung.

Netzabsatz Strom und Erdgas

Der Netzabsatz Strom der KELAG Netz GmbH gab im Wesentlichen temperaturbedingt gegenüber

dem Vorjahr um 1,0 % auf 3.996 Mio. kWh nach.

Der Netzabsatz Erdgas stieg gegenüber dem Geschäftsjahr 2010 um 6,7 % auf 1.951 Mio.

kWh.

Wärme

Die KELAG Wärme GmbH zählt zu den führenden Wärmedienstleistern Österreichs. Ziel der

KELAG Wärme GmbH ist der weitere Ausbau der Wärmeversorgung auf Basis erneuerbarer

Energien. Derzeit betreibt die KELAG Wärme GmbH österreichweit 80 Fernheizwerke und

über 900 Heizzentralen. Trotz des starken Wettbewerbs im Wärmeversorgungsbereich

konnte die KELAG Wärme GmbH ihre Marktposition aufgrund des Fokus auf Biomasse und

der starken Vertriebsleistung weiter absichern.

Die KELAG Wärme GmbH setzt verstärkt auf erneuerbare Energieträger wie bspw. Biomasse

und industrielle Abwärme. Mit der Wärmeerzeugung auf Basis Biomasse nimmt das Unternehmen

eine führende Position in Österreich ein. Neben Wärme wird auch Ökostrom

mittels Kraft-Wärme-Kopplungen produziert.

Der Schwerpunkt des unternehmerischen Handelns in der KELAG Wärme GmbH liegt weiterhin

auf dem Ausbau der Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen, der Optimierung

der eigenen Erzeugungskapazitäten in den Versorgungsgebieten und dem verstärkten

Ausbau der Fernwärmesysteme. Verdichtungsmaßnahmen und Effizienzsteigerungen

von bereits bestehenden Fernheizwerken und Verteilernetzen werden auch zukünftig

fortgesetzt.

Die im Geschäftsjahr 2009 beschlossene Neuausrichtung der KELAG Wärme GmbH wurde

2011 abgeschlossen. Der Fokus liegt nun uneingeschränkt auf dem österreichischen Kernmarkt

sowie auf ausgewählten Projekten in Slowenien.

Die SWH – Strom und Wärme aus Holz GmbH – ein Joint Venture der KELAG Wärme GmbH

Wärme aus Biomasse

und Abwärme

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30

Witterungsbedingter

Absatzrückgang

und der Österreichische Bundesforste Beteiligungs GmbH – war von der Wirtschafts- und

Finanzkrise betroffen. Nach intensiven Verhandlungen gelang es im Juli die Restrukturierung

der SWH – Strom und Wärme aus Holz GmbH abzuschließen.

Wärmeaufbringung

Aufgrund des geringeren Bedarfs hat sich die Energieaufbringung der KELAG Wärme

GmbH im Vergleich zu 2010 um 256 Mio. kWh bzw. 12,4 % auf 1.811 GWh verringert. Etwa

die Hälfte der Wärmeaufbringung stammt aus erneuerbaren Energiequellen wie Biomasse

und Geothermie sowie Abwärme.

Wärmeabsatz

Der Wärmeabsatz der KELAG Wärme GmbH sank gegenüber dem Vorjahr um 134 Mio. KWh

bzw. 7,6 % auf 1.638 Mio. kWh. Die geringere Menge resultierte aus den geringeren Heizgradtagen

aufgrund der im langjährigen Vergleich überdurchschnittlich warmen Witterung.

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2011 setzte die KELAG ein umfangreiches Investitionsprogramm um. Der

Konzern investierte rd. 173,1 Mio. EUR in Sachanlagen und Strombezugsrechte.

Schwerpunkte der Investitionen in Sachanlagen bildeten der Bau des zweiten Maschinensatzes

beim Pumpspeicherkraftwerk Feldsee, die Errichtung der Pumpe beim Speicherkraftwerk

Koralpe sowie bedarfsgerechte Ausbauten der Anlagen zur Verteilung von

Strom, Erdgas und Wärme. Weiters sind die Investitionen in die 45-%-Beteiligung am Pumpspeicherkraftwerk

Reißeck II hierbei zu nennen.

Im Ausland investierte die KELAG vor allem in die Errichtung von Windkraftprojekten in

Bulgarien und Rumänien.

Investitionen

in Mio. EUR 2011 2010

Immaterielle Vermögensgegenstände 61 38

Sachanlagen 112 118

Summe 173 156


Finanzierung und Finanzierungsstrategie

Die konservative und auf Kontinuität ausgerichtete und dennoch den vielfältigen Herausforderungen

des Wirtschaftsalltags angepasste Finanzierungsstrategie des KELAG-Konzerns

hat sich auch in dem von der Schuldenkrise geprägten Umfeld gut bewährt. Die Finanzierungsstrategie

gilt als gelebtes Regelwerk, welche in die übergeordnete Unternehmensstrategie

des KELAG-Konzerns eingebettet ist.

In diesem Kontext bleiben die Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsreserve und

die Erhaltung des „A Ratings“ primäre Ziele. Darüber hinaus ist es eine wesentliche Aufgabe

des Konzerns, die ausgewogene und fristenkongruente Finanzierung der Konzerngesellschaften

zentral und bedarfsgerecht zu steuern. Die Finanzverbindlichkeiten konnten

im Jahr 2011 mit einem Stand von rd. 278 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (rd. 276 Mio.

EUR) stabil gehalten werden. Die Finanzierungsstrategie des KELAG-Konzerns ist in der

diesbezüglichen Richtlinie festgesetzt und hat sich strategisch seit Jahren nicht verändert.

Die Grundlage dafür bilden im Wesentlichen die folgenden Säulen.

Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsreserve

Die KELAG verfügt unverändert über einen hohen und sehr stabilen Mittelzufluss aus der

laufenden Geschäftstätigkeit. Im Zentrum der Finanzierungsstrategie des Jahres 2011 standen

die Absicherung einer stabilen Innenfinanzierung im Konzern sowie der schnelle und

sichere Zugang zu liquiden Mitteln auf Basis vertraglich fixierter Grundlagen.

Bedarfsgerechte, zentrale Konzernfinanzierung für KELAG und Tochtergesellschaften

zur Aufrechterhaltung der finanziellen Flexibilität

Die KELAG Finanzierungsvermittlungs GmbH (KFG) wurde zu dem Zweck gegründet, alle

mittel- und langfristigen Finanzierungsmaßnahmen des KELAG-Konzerns optimal zu bündeln.

Auch der kurzfristige Liquiditätsausgleich zwischen den einzelnen Konzerngesellschaften

wird von der bzw. über die KFG durchgeführt.

Optimierung der Risikostruktur auf Basis vorgegebener Limits

Sämtliche Finanzierungsaktivitäten des KELAG-Konzerns werden ausschließlich nach den

jeweiligen Festlegungen der Konzernrahmenrichtlinie Finanzen abgewickelt, welche wiederum

kontinuierlich den wachsenden Anforderungen angepasst wird. Sämtliche vollkonsolidierten

Gesellschaften des KELAG-Konzerns verfügen über keine derivativen Finanzinstrumente

im Finanzierungsbereich.

Absicherung einer starken Bonität durch Aufrechterhaltung eines „A-Ratings“

Die Höhe der Finanzierungkosten und der uneingeschränkte Zugang zu Finanzierungsin-

31


32

strumenten werden durch die Bonität eines Unternehmens bestimmt. Durch die Differenzierung

der Risikoaufschläge gemäß der Rating-Kategorie kommt der langfristigen Absicherung

des hohen Ratings der KELAG eine entsprechend wichtige Bedeutung zu, die bei

allen Entscheidungen die notwendige Beachtung findet.

Geldflussrechnung

Der Cash Flow aus der operativen Tätigkeit in Höhe von 194 Mio. EUR hat sich gegenüber

dem Vorjahr um 11,8 % reduziert. Sämtliche Investitionen sowie die Dividendenausschüttung

konnten vollständig aus der Innenfinanzierungskraft gedeckt werden.

Geldflussrechnung

in Mio. EUR 2011 2010

Cash Flow aus operativer Tätigkeit 194 220

Cash Flow aus Investitionstätigkeit –179 –160

Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit –44 –51

Veränderung Kassenbestand und liquide Mittel –29 8

Kassenbestand und liquide Mittel per 31. 12. 88 116

Kassenbestand und liquide Mittel per 1. 1. 116 108

Wesentliche Finanzkennzahlen

in Mio. EUR 2011 2010

Cash Flow aus operativer Tätigkeit 194 220

Zinsaufwand –18 –22

Zinsertrag 2 2

Net-Gearing per 31. 12. 32,3 % 30,4 %

Nettofinanzverbindlichkeiten per 31. 12. 190 160

Das Net-Gearing als die wesentliche Kennzahl im Finanzbereich zeigt den Verschuldungsgrad,

der die Nettofinanzverbindlichkeiten (Saldo aus verzinsten Finanzverbindlichkeiten

minus Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten) zum Eigenkapital in Beziehung

setzt. Diese Kennzahl verbesserte sich im Vergleich zu 2010 von 30,4 % auf 32,3 %.


Die Nettofinanzverbindlichkeiten in Höhe von rd. 190 Mio. EUR errechnen sich aus langund

kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten von rd. 278 Mio. EUR abzüglich der liquiden Mittel

von rd. 88 Mio. EUR.

Zentrale Zielgröße und Kennzahl des KELAG-Wertmanagements ist der Wertbeitrag. Er

zeigt den Wertzuwachs des Unternehmens und ergibt sich durch Gegenüberstellung der

Rendite, ausgedrückt als Return on Capital Employed (ROCE) und den Kapitalkosten des

Vermögens. Zusätzlicher Unternehmenswert wird generiert, wenn der ROCE den Kapitalkostensatz

übersteigt.

Betriebliches Ergebnis

Vermögens- und Kapitalstruktur

Im Geschäftsjahr 2011 konnte die KELAG ihre Finanz- und Ertragskraft stabil halten. Das

Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital bewegt sich weiterhin auf sehr gutem Niveau.

Konzernbilanz

Kurzfassung

ROCE

(Return on capital employed)

÷

Relativer Wertbeitrag

2011 2010

Mio. EUR % Mio. EUR %

Aktiva 1.508 100,0 1.422 100,0

Langfristiges Vermögen 1.323 87,7 1.204 84,7

Kurzfristiges Vermögen 185 12,3 218 15,3

Passiva 1.508 100,0 1.422 100,0

Eigenkapital Öl Kohle

588 39,0 527 37,1

Langfristige Schulden 700 46,4 674 47,4

Kurzfristige Schulden 220 14,6 221 15,5


Durchschnittlich gebundenes

betriebliches Vermögen

Kapitalkostensatz

33

K

2 K

3 K

4 A

G


34

Ökostrom

Verrechnungspreis 2012

Verordnungen der

Regulierungsbehörde

Wertschöpfung

% Mio. EUR

Vorleistungen

Materialaufwand

85,0

77,9

1.482,9

1.354,1

1 Materialaufwand 77,9 1.354,1

2

2 Abschreibungen 3,6 62,6

3 Sonstige Aufwendungen 3,8 66,2

Wertschöpfung 15,0 256,2

4 Mitarbeiter 7,1 124,3

5 Öffentliche Hand 1,2 21,7

6 Kreditgeber 1,1 18,3

7 Aktionäre Kreditgeber 1,7 1,1 30,0 18,3

8 Unternehmen 7 (Thesaurierung) 3,6 61,9

Unternehmensleistung 100,0 1.739,2

Unternehmen (Thesaurierung) 3,6 61,9

U

Insgesamt verbleiben von der Wertschöpfung rd. 76 % in der Region Kärnten. Dabei handelt

es sich um rd. 195 Mio. EUR.

Nachtragsbericht

Mit Jahresbeginn 2012 wurde die Verrechnungspreis-Verordnung 2012 zur Festlegung der

Ökostrom-Verrechnungspreise zwischen der Abwicklungsstelle für Ökostrom und den

Stromhändlern in Kraft gesetzt. Der Verrechnungspreis für Strom aus Kleinwasserkraftwerksanlagen

reduzierte sich um 49 %, jener für Strom aus sonstigen Ökostromanlagen

um 25 % gegenüber 2011.

Mit 1. Jänner 2012 trat auf Basis der zweiten Regulierungsperiode Strom (2010 – 2013) im

Rahmen des mehrjährigen Anreizregulierungssystems die neue Systemnutzungsentgelte-

Verordnung (SNE-VO) Strom in Kraft. Die Systemnutzungstarife Strom wurden für Kunden

der KELAG Netz GmbH von der Regulierungsbehörde um durchschnittlich 2,8 % angehoben.

Ebenfalls mit 1. Jänner 2012 trat auf Basis des mehrjährigen Anreizregulierungssystems

für Erdgas (2008 – 2012) die neue Systemnutzungstarife-Verordnung Erdgas in Kraft und

bedeutet für Kunden auf Netzebene 3 mit einem Verbrauch von 15.000 kWh/a eine Senkung

der Tarife um ca. 6,8 %.

5 67

4

8

3

2

1


Entwicklung der Risiken und Chancen

Adäquate Risikopolitik

Unternehmerisches Handeln bedeutet „keine Chance ohne Risiko“. Es gilt daher, den Grad der

Risikobereitschaft und somit die jeweiligen Risikogrenzen zu definieren.

Dementsprechend betreibt die KELAG ein Risikomanagement, das sich mit den Risiken aus

eigenem Handeln sowie mit den Risiken aus dem Marktumfeld befasst. Die konzernweite

Vorgabe von Regeln und Mindeststandards stellt ein systematisches und konzerneinheitliches

Risikomanagement sicher. Strategisches Ziel des KELAG-Konzerns ist es, über die reine

Pflichtumsetzung zur Erfüllung der gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus das Risikobewusstsein

auf allen Ebenen zu erhöhen, Risikoaspekte systematisch in unternehmerische

Entscheidungen einzubeziehen, die Leistungsfähigkeit der internen Kontrollsysteme

und des Berichtswesens zu verbessern und damit eine wertorientierte Risikokultur auf allen

Ebenen des Konzerns zu etablieren.

Risikoorganisation

Die implementierte Organisation des Risikomanagementsystems soll sicherstellen, dass die

unternehmerischen Entscheidungen und die laufenden Geschäftsaktivitäten nur innerhalb

der definierten Risikogrenzen vorgenommen werden. Das Risikomanagement ist direkt in

die Aufbau- und Ablauforganisation integriert. Über die Risiken wird regelmäßig über die

Ebene der Unternehmensbereiche an den Vorstand berichtet.

Risikomanagement-Prozess

Wichtigste Zielsetzungen im Risikomanagementsystem sind die Schaffung von Transparenz

zur Vermeidung von Risiken sowie die effiziente Steuerung der Risikopositionen. Die Zielerreichung

setzt eine zeitnahe Information über die aktuelle Risiko-Situation voraus. Entsprechend

einer Risikomanagement-Richtlinie werden die Risiken einheitlich behandelt

und in einem Risikoportfolio, nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen

Schadenshöhe dargestellt.

Risikokategorien

Für identifizierte Risiken werden fünf Risiko-Kategorien (Marktrisiken, Betriebsrisiken, Finanzrisiken,

Umfeldrisiken und Sonstige Risiken) betrachtet.

Die Risiken werden je Geschäftsbereich sowie für die wesentlichen Beteiligungen erfasst und

gesteuert.

Prozessrisiken

In allen Geschäftsbereichen und bei allen Beteiligungen können Risiken bei der Umsetzung

betrieblicher Prozesse auftreten. Diese werden u. a. durch ein umfassendes internes

Kontrollsystem und durch die Unterstützung von entsprechender Hard- und Software minimiert.

Hohes Risikobewusstsein

35


36

Markt- und Kreditrisiken im Energiehandel und Vertrieb

Der Ausfall von Handelspartnern oder Kunden birgt die Gefahr, dass bereits gelieferte Energie

nicht bezahlt wird oder Energie nochmals beschafft werden muss (Replacement- und

Settlementrisiko). Darüber hinaus entstehen Risiken durch Wertveränderungen bei Commodity-Positionen

sowie bei gesetzlichen Veränderungen von Verrechnungspreisen. Risikominimierung

erfolgt durch initiale Bonitätsprüfung und laufende Bonitätsüberwachung

in Abhängigkeit vom Vertragsvolumen mit den Handelspartnern bzw. Kunden sowie durch

Schließen und Ausgleich von betroffenen Commodity-Positionen. In diesem Zusammenhang

wurden spezielle Richtlinien zu Commodity-Risiken entwickelt.

Mengen- und Marktpreisrisiko in der Erzeugung

Bei der Wasserkraft hängt das Erreichen einer geplanten Produktionsmenge im Wesentlichen

von der Wasserführung und somit vom Wetter ab. Einflussfaktoren für die Erlöse sind

neben der Menge auch das Marktpreisniveau. Risikominimierung wird durch eine langfristige

Veräußerungsstrategie und über rollierende Aktualisierung der Wasserführungsprognosen

vorgenommen.

Betriebsrisiko im Netz- und Erzeugungsbereich

Das Risiko des Auftretens von Defekten bei technischen Anlagen unter anderem auch

durch flächendeckende massive Wetterereignisse (Föhnstürme bzw. Nassschneefälle) wird

durch eine entsprechende Instandhaltungsstrategie bzw. durch Abschluss entsprechender

Versicherungen minimiert.

Regulierungsrisiko im Netzbereich

Dem Risiko der Nichtanerkennung von bestehenden Kostenpositionen bei der Tarifierung

durch den Regulator wird durch ein aktives Regulierungs- und Kostenmanagement entgegen

gewirkt.

Investitionsrisiken

Investitionsentscheidungen basieren auf einer Investitions- und M&A-Richtlinie, die klare

Wirtschaftlichkeits- und Risikokriterien beinhaltet. Durch die Einhaltung hoher technischer

Standards werden technische Risiken auf ein Minimum reduziert.

Beteiligungsrisiken

Beteiligungsrisiken entstehen durch mögliche Schwankungen aus dem Titel Dividenden

von Tochter- und Beteiligungsunternehmen. Durch zielgerichtetes Beteiligungsmanagement

entsprechend einer Richtlinie (Frühwarnindikatoren sowie ein laufendes Monitoring

und Reporting) wird das Risiko verringert.

Finanzrisiko

Risikominimierung der Zins- und Währungsrisiken erfolgt durch ein ausreichendes internes

Kontrollsystem für sämtliche in Verwendung stehende Finanzprodukte.


Das Kontrahentenrisiko wird durch schriftliche Vorgaben für das Treasury verringert. Geschäfte

mit Kontrahenten (Banken) werden nur durchgeführt, wenn diese zumindest die

gleiche Bonität wie der KELAG-Konzern aufweisen.

Rechtliche Risiken – Compliance

Teil des Risikomanagements ist auch die Identifizierung von und der Umgang mit rechtlichen

Risiken. Zu diesem Zwecke wurde in Zusammenarbeit mit einer internationalen Anwaltskanzlei

ein konzernweites Compliance-System implementiert. Dieses System gewährleistet,

dass die Wahrscheinlichkeit von Rechtsverstößen durch Mitarbeiter des KE-

LAG-Konzerns so gering wie möglich gehalten wird. Das Compliance-System dient damit

dem Schutz sowohl des KELAG-Konzerns als auch jeder einzelnen KELAG-Mitarbeiterin

bzw. jedes einzelnen KELAG-Mitarbeiters und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur nachhaltigen

Sicherstellung des Unternehmenswertes.

MitarbeiterInnen

Leistungsstarke und engagierte MitarbeiterInnen sind die Voraussetzung für die Wettbewerbs-

und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die KELAG stellt sich den hohen Anforderungen

eines modernen Personalmanagements.

Entwicklung der Personalzahlen

Der KELAG-Konzern beschäftigte im Jahr 2011 durchschnittlich 1.357 Angestellte (gerechnet

in Mitarbeiteräquivalenten, umgelegt auf Vollzeitstellen einschließlich ruhender

Arbeitsverhältnisse; Lehrlinge sind darin nicht enthalten).

Mitarbeiteräquivalente

1 KELAG 520

2 KELAG Netz GmbH 624

3 KELAG Wärme GmbH 187

4 Auslandsbeteiligungen 26

Gesamt 1.357

Der Mitarbeiterstand bewegt sich trotz weiterer

Umsetzung der Wachstumsstrategie des Unternehmens

auf Vorjahresniveau.

Strategische Personalarbeit

Vor dem Hintergrund der strategischen Ausrichtung des Unternehmens und der damit

verbundenen zunehmenden Komplexität wurde die Neuorientierung in Richtung eines

3

4

2

1

Langfristige Personalplanung

und -sicherung

37


38

Projekt „Job Families“

Vielfältige Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten

modernen Personalmanagements weitergeführt. Einflussfaktoren wie der demografische

Wandel und Nachwuchskräftemangel erfordern eine langfristige Personalplanung und

-sicherung sowie die systematische bedarfsorientierte Förderung der MitarbeiterInnen.

Insbesondere werden die Methoden und Instrumente des Personalmanagements

laufend weiter entwickelt, um die Umsetzung der Unternehmensstrategie zu unterstützen.

Gezielte Schwerpunkte 2011

Auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem HR-Strategie-Projekt 2010 wurde im Folgeprojekt

„Job Families“ eine unternehmensweite funktionale Struktur entwickelt. Ausgehend

von den im Unternehmen bestehenden Funktionen wurden Berufsbilder, „Job Families“,

abgeleitet. Diese Berufsbilder stellen für zukünftige Maßnahmen des Personalmanagements

wie zum Beispiel Modelle zur Karriereentwicklung, Personalmarketing oder Recruiting

die Grundlage dar. In weiterer Folge sollen die erzielten Ergebnisse auch Basis für die

Entwicklung eines neuen Gehaltsmodells sein.

Die Ausbildung zur Sicherstellung des Facharbeiter-Nachwuchses nimmt in der KELAG einen

traditionell hohen Stellenwert ein. Konzernweit wurden im Jahresdurchschnitt 2011

114 Lehrlinge in den Berufen Elektrotechniker, Metalltechniker, bautechnischer Zeichner,

Lagerlogistiker, Koch sowie Bürokauffrau-/mann ausgebildet. Dies entspricht einer Ausbildungsquote

von rd. 10 %. Im Jahr 2011 wurden insgesamt 35 Lehrlinge aufgenommen.

Die KELAG leistet damit einen wichtigen Beitrag zur qualifizierten Fachausbildung und Beschäftigung

junger Menschen in der Region Kärnten.

Darüber hinaus fördert die KELAG die individuelle Weiterentwicklung der Belegschaft mittels

gezielter Maßnahmen. Insgesamt nahmen im KELAG-Konzern 934 MitarbeiterInnen

4.085 berufsbegleitende Weiterbildungstage in Anspruch. Es wird dabei besonderes Augenmerk

auf die bedarfsorientierte Ausbildung gelegt.

2011 wurde eine Betriebsvereinbarung zur Führung von strukturierten MitarbeiterInnengesprächen

abgeschlossen. Dieses Gespräch ist eine zentrale Führungsaufgabe und fördert

eine verbesserte Information und Kommunikation, eine höhere Identifikation mit den

Unternehmenszielen sowie eine erfolgreiche und zufriedenstellende Zusammenarbeit. Im

Vordergrund steht die gezielte Förderung der vorhandenen und möglichen Leistungspotenziale

der MitarbeiterInnen.

Um der statistischen Überalterung vorzeitig entgegen zu wirken, wurde das Altersteilzeitmodell

weitergeführt. Das Modell ermöglicht einen gleitenden Übergang in den Ruhestand.

MitarbeiterInnen in diesem Modell verbleiben im Durchschnitt noch 15 Monate im

Unternehmen. Dabei legt die KELAG zentralen Wert auf den Wissenstransfer an junge MitarbeiterInnen.


Zur Sicherstellung des zukünftigen Bedarfs an hochqualifizierten Arbeitskräften wurde ein

Traineeprogramm umgesetzt. Damit bietet die KELAG jungen Universitäts- bzw. FH-AbsolventenInnen

einen durch Personalentwicklungs-Maßnahmen begleiteten Berufseinstieg.

Mit der „KELAG-HR-Night“ im Rahmen der Jobmesse Connect der Universität Klagenfurt

wurde eine jährliche Kommunikationsplattform für aktuelle HR-Themen etabliert. Ziel dieser

Veranstaltung ist es, UnternehmerInnen und PersonalmanagerInnen die Möglichkeit

zur Diskussion aktueller Themen des Personalmanagements zu bieten bzw. Perspektiven

und Trends für die Zukunft aufzuzeigen.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet für die KELAG langfristiges unternehmerisches Denken und Handeln

in einem integrativen Ansatz zu verwirklichen. Zielsetzung ist es, eine optimale Balance

zwischen wirtschaftlichem Erfolg, ökologischer und sozialer Verantwortung zu erreichen.

Diese Haltung verdeutlicht sich in der nachhaltig soliden Finanz- und Ertragskraft

des Unternehmens, dem Beitrag zum Klimaschutz sowie dem vielfältigen Engagement der

KELAG zur Förderung des gesellschaftlichen Lebens.

Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen

Die KELAG erzeugt Strom aus heimischer Wasserkraft. Mit dieser sauberen Energiequelle

wird eine solide Basis der Stromversorgung geschaffen und gleichzeitig aktiver Klimaschutz

praktiziert. Mit der Stromerzeugung aus Wasserkraft vermeidet die KELAG gegenüber

dem europäischen Energiemix (ENTSO-E Mix) einen jährlichen CO 2 -Ausstoß von rd. einer

Million Tonnen. Auch die Nutzung von Windenergie unterstreicht das Engagement der

KELAG für nachhaltige Stromerzeugung.

Zudem bietet die KELAG Wärme aus Biomasse und Abwärme an. Durch die ökologisch verträgliche

Wärmeerzeugung werden jährlich rd. 300.000 Tonnen CO 2 gegenüber Einzelheizsystemen

auf Basis fossiler Brennstoffe eingespart.

Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien im In- und Ausland ist zentrale Zielsetzung des

KELAG-Konzerns. Dabei liegt das Augenmerk auf der Einhaltung hoher Umweltstandards

sowohl beim Bau als auch beim Betrieb von Kraftwerken.

Versorgungszuverlässigkeit

Eine der wichtigsten Verpflichtungen der KELAG gegenüber ihren Kunden ist die Versorgungszuverlässigkeit.

Ein Schwerpunkt der Investitionstätigkeiten lag 2011 im Ausbau und

in der Instandhaltung der Netzinfrastruktur. Flexibilität und Schnelligkeit im Zuge der Behebung

von Störungen werden auch von Kunden als besondere Kompetenz der KELAG-

MitarbeiterInnen sehr geschätzt.

Nutzung sauberer

Energiequellen

39


40

Bewusstseinsbildung

zum Klimaschutz

Vielfältige

Nachhaltigkeitsaktivitäten

Generation Klimaschutz

Beginnend mit dem Jahr 2008 hat die KELAG ihre Aktivitäten zu Klimaschutz und Energieeffizienz

unter dem Motto „Generation Klimaschutz“ gebündelt. Die KELAG hat langjährig

aufgebaute Kompetenz im Bereich der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen sowie

der effizienten Nutzung von Energie. Das Unternehmen ist fachkundig in der Lage, den

Kunden aufzuzeigen, welchen Beitrag sie zum Klimaschutz im Schulterschluss mit der KE-

LAG leisten können. Dabei handelt es sich um einfach umsetzbare Aktivitäten im Alltag

bis hin zur Energieberatung. Bewusstseinsbildung für die Verantwortung jedes Einzelnen

steht dabei für die KELAG im Mittelpunkt. Auch im Jahr 2011 wurde die Kampagne unter

der Devise „Generation Klimaschutz – Verändern wir die Zukunft. Jetzt.“ weiter fortgesetzt.

Mit dem Streben nach innovativen Lösungen für mehr Energieeffizienz, wie etwa durch

Elektromobilität oder Smart Metering, wird die Ausrichtung der KELAG als Teil der „Generation

Klimaschutz“ verstärkt.

Projekt Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist für die KELAG die integrierte Betrachtungsweise von wirtschaftlichen,

ökologischen und sozialen Belangen. Das 2010 gegründete Nachhaltigkeits-Team beschäftigt

sich laufend mit der Programmentwicklung und Umsetzung verschiedener Maßnahmen

in diesen Bereichen, die über ein Kennzahlen-Cockpit gesteuert werden. Ziel ist es, bestehende

Aktivitäten aufzuzeigen, neue Herausforderungen nachhaltig zu gestalten und

weitere, überlegte Schritte in Richtung eines noch grüneren Unternehmens zu setzen.

Forschung und Entwicklung

Die KELAG setzt im Bereich Forschung und Entwicklung schwerpunktmäßig anwendungsorientierte

Aktivitäten. Im Jahr 2011 wurde die Zusammenarbeit mit Instituten der Technischen

Universität Graz, der Universität Klagenfurt, der Technischen Hochschule Aachen

und dem Elektroinstitut Milan Vidmar in Ljubljana fortgesetzt. Schwerpunkte bildeten Fragestellungen

zur Zustands- und Risikobeurteilung von technischen Anlagen und Studien

zur technischen Beurteilung des Hochspannungsnetzes der KELAG Netz GmbH. Ergänzend

wurden anwendungsorientierte Grundsatzüberlegungen zum Thema Smart Grids angestellt.

Weiters erfolgten in der KELAG Untersuchungen zum Risikomanagement im Stromund

Erdgashandel. E-Business Aktivitäten standen auch in diesem Jahr wieder schwerpunktsmäßig

im Fokus der effizienten Anwendung elektrischer Energie.

Ergänzend zu den unternehmensinternen Aktivitäten finanziert die KELAG F&E-Projekte

von Oesterreichs Energie „Forschung und Innovation“ mit. Oesterreichs Energie initiiert

und koordiniert gemeinsame Forschungsaktivitäten der Mitgliedsunternehmen und ergänzt

damit die unternehmensinternen Aktivitäten der E-Wirtschaft. Die Forschungsschwerpunkte

sind wesentlich von den Inhalten der Energie- und Klimapolitik geprägt und

stehen im Zusammenhang mit der konsequenten Steigerung der Energieeffizienz, dem


Ausbau erneuerbarer Energien und der langfristigen Sicherstellung der Energieversorgung

durch den Ausbau der Netzinfrastruktur.

Regionale Wertschöpfung – Jobmotor KELAG

Der KELAG-Konzern leistet einen hohen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung. Vor dem

Hintergrund der Wachstumsstrategie werden Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen.

Darüber hinaus wurden im Jahr 2011 zusätzliche Lehrlinge aufgenommen, um Impulse

gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu setzen. Auch durch lokale Auftragsvergabe werden

neben der Sicherung von Arbeitsplätzen positive Kaufkrafteffekte außerhalb des Unternehmens

erzielt. Zusätzlich werden durch die Energieberatung der KELAG indirekt Investitionen

ausgelöst.

Förderung gesellschaftlichen Lebens

Die KELAG sponsert in den Bereichen Kunst, Kultur, Sport und Soziales. Neben der Verantwortung

zu Klimaschutz und Energieeffizienz unterstützt die KELAG zahlreiche nachhaltige

gesellschaftliche Projekte. Mit Kooperationen fördert die KELAG die Integration von Behinderten

sowie die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsprozess. Beispielsweise

unterstützte die KELAG auch 2011 wieder den Verein INCLUSIA, der Workshops

zur Begegnung von Kärntner SchülerInnen und Menschen mit Behinderung aus ganz

Europa organisiert. Im Sport werden etwa über den Verein „Kärnten Sport“ NachwuchsleistungssportlerInnen

aus Kärnten gefördert.

In kultureller Hinsicht hat die KELAG mit Musik und Literatur in allen Facetten zwei Förderschwerpunkte.

Neben dem traditionsreichen Musikverein Kärnten und dem Carinthischen

Sommer sponserte die KELAG die „Trigonale“ und „Guitarra Esencial“. In der Literatur

waren die „Tage der deutschsprachigen Literatur“ ein wesentliches Engagement. Darüber

hinaus fördert die KELAG die Kulturtechnik „Lesen“ in den Schulen.

Im Bildungsbereich standen Initiativen wie das Projekt „Nawimix“ im Vordergrund, das den

frühen Zugang von Kindern zu Naturwissenschaften und Technik fördert. Die Nachhaltigkeit

der Sponsoring-Aktivitäten schlug sich auch 2011 wieder in Würdigungs- und Anerkennungspreisen

wie den Maecenas nieder.

Darüber hinaus engagiert sich die KELAG beim Projekt „Lebensraum Wasser“ des Landes

Kärnten. Dieses Projekt unterstützt und fördert Wassererlebnisplätze an Kärntens Flüssen

und Bächen. In den vergangenen Jahren entstanden durch diese Kooperation mehr als

120 Wassererlebnisplätze, an denen Lebensräume am Wasser der Öffentlichkeit zugänglich

gemacht wurden.

Auszeichnung des Kunstund

Kultursponsorings

Projekt

„Lebensraum Wasser“

41


42

Konjunkturelle

Abschwächung erwartet

Fortsetzung der Wachstumsund

Innovationsstrategie

Weiterentwicklung von

Produkten und

Dienstleistungen

Sonstige Angaben

Alle Finanzinstrumente, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

von Bedeutung sind, sind im Konzernabschluss angeführt. Zweigniederlassungen der KE-

LAG bestehen weder im Inland noch im Ausland.

Ausblick

Die vorauslaufenden Konjunkturindikatoren zeigen für 2012 eine deutliche Abschwächung

der weltwirtschaftlichen Entwicklung an. Die Sparbemühungen angesichts der Staatsschuldenkrise

und der gestiegenen Zinsbelastung vieler Euro-Staaten werden das Wirtschaftswachstum

in Europa weiter dämpfen. Für den Euro-Raum wird aktuell eine Stagnation

der Wirtschaftsleistung erwartet. Neben dem negativen wirtschaftlichen Umfeld wird

Österreichs Wirtschaft insbesondere durch die Krisen seiner Nachbarländer Italien und Ungarn

beeinträchtigt werden. Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für Österreich

aktuell ein Wachstum von 0,4 % 2012. Angesichts der Konjunktureintrübung rechnen wir

mit sinkenden Rohstoffpreisen 2012. Bei den Großhandelspreisen am europäischen Strommarkt

erwarten wir eine Seitwärtsbewegung. Im Kontext der konjunkturellen Entwicklung

gehen wir von keiner weiteren mengenmäßigen Zunahme der Energienachfrage aus.

Angesichts der langfristigen Orientierung der Energiewirtschaft werden wir trotz der vorübergehenden

wirtschaftlichen Abschwächung unsere strategische Ausrichtung im Sinne

der wertorientierten Wachstums- und Investitionsstrategie weiter verfolgen. Unsere

stabile Finanz- und Ertragskraft basierend auf unserem breit aufgestellten Geschäftsfeldportfolio

erlaubt uns das langfristige Investitionsprogramm fortzusetzen. Rund 246 Mio.

EUR haben wir für Neuerrichtungen und Instandhaltungen 2012 veranschlagt. Schwerpunkte

bilden weiterhin Wasser- und Windkraftprojekte, Biomasseprojekte im Wärmegeschäft

sowie der Ausbau der Netzinfrastruktur.

Unser Produkt- und Dienstleistungsportfolio werden wir hinsichtlich der sich ändernden

Kundenbedürfnisse sowie des Wettbewerbs- und Marktumfeldes konsequent ausbauen.

Der Fokus liegt dabei auf der Erweiterung des Angebots energienaher Dienstleistungen

im Kontext von Klimaschutz und Energieeffizienz.

Unsere Unternehmensphilosophie folgt dem Grundsatz der Nachhaltigkeit. Wir streben

dabei eine optimale Balance zwischen wirtschaftlicher Stabilität, Versorgungszuverlässigkeit,

Klimaschutz und sozialer Verantwortung an. Auch 2012 werden wir das 2010 gestartete

Nachhaltigkeitsprogramm erweitern und in der Umsetzung vorantreiben. Mit der

Kampagne „Generation Klimaschutz“ werden wir unser Engagement für Klimaschutz auch


im Jahr 2012 kommunizieren. Unser Ziel dabei ist, das auf Nachhaltigkeit ausgerichtete

unternehmerische Handeln noch stärker hervorzuheben und das „grüne“ Image der KE-

LAG klar zu bestätigen. Darüber hinaus zeigen wir unseren Kunden auf, wie sie gemeinsam

mit der KELAG einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Im Geschäftsjahr 2012 werden wir den kontinuierlichen Verbesserungsprozess konsequent

fortführen. Neben der Optimierung weiterer Geschäftsprozesse zur Ausschöpfung zusätzlicher

Kostensenkungspotenziale werden wir unser Blockaltersteilzeitmodell auch zukünftig

aktiv nutzen sowie die optimale Kapitalallokation unserer Finanzmittel überwachen

und zielgerichtet gestalten.

Veränderungen im energierechtlichen Ordnungsrahmen werden auch 2012 unser unternehmerisches

Handeln stark beeinflussen. Von zentraler Bedeutung sind hier die ambitionierten

europäischen und nationalen energiepolitischen Zielsetzungen, die auch stark von

klimapolitischen Entscheidungen dominiert werden. Bezogen auf Österreich sehen wir insbesondere

den Auswirkungen aus dem für 2012 erwarteten Inkrafttreten des neuen Ökostromgesetzes

sowie den neuen Vorschriften betreffend Smart Metering aus der im Entwurfsstadium

vorliegenden Intelligente Messgeräte-Einführungsverordnung entgegen.

Trotz der konjunkturellen Abkühlung und der Unsicherheiten der Marktentwicklung erwarten

wir für 2012 Ergebniskontinuität.

Klagenfurt am Wörthersee, am 10. Februar 2012

Der Vorstand:

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hermann Egger e. h.

Sprecher des Vorstandes

Dipl.-Ing. Harald Kogler e. h.

Mitglied des Vorstandes

Dipl.-Kfm. Armin Wiersma e. h.

Mitglied des Vorstandes

Verbesserungsprozess

fortführen

Ergebniskontinuität

erwartet

43


II. KONZERNABSCHLUSS 2011

Gewinn- und Verlustrechnung des KELAG-Konzerns

in Tsd. EUR Anhang 1. 1. - 31. 12. 2011 1. 1. - 31. 12. 2010

Umsatzerlöse (1) 1.660.270 1.528.044

44

Strom/Gas 1.522.387 1.391.641

Wärme 134.049 132.913

Sonstiges 3.834 3.491

Sonstige Erträge (2) 44.802 45.060

Aufwendungen für Material und sonstige bezogene

Herstellungsleistungen (3) –1.354.100 –1.209.413

Personalaufwand (4) –124.302 –126.569

Abschreibungen (5) –62.593 –73.363

Sonstige Aufwendungen (6) –66.243 –72.488

Operatives Ergebnis 97.834 91.271

Zinsertrag (7) 2.274 2.344

Zinsaufwand (7) –18.348 –21.554

Sonstiges Beteiligungsergebnis (8) 32.083 34.035

Ergebnis aus at-equity bilanzierten Beteiligungen (12) –217 –490

Ergebnis vor Ertragsteuern 113.627 105.606

Ertragsteuern (9) –21.736 –14.746

Ergebnis nach Ertragsteuern 91.890 90.860

Zuzurechnen den nicht beherrschenden Gesellschaftern 39 –98

Zuzurechnen den Aktionären des Mutterunternehmens 91.851 90.958


Gesamtergebnisrechnung des KELAG-Konzerns

1. 1. - 31. 12. 1. 1. - 31. 12.

in Tsd. EUR Anhang 2011 2010

Ergebnis nach Ertragsteuern 91.890 90.860

Sonstige Ergebnisse aus –820 –22.339

Währungsdifferenzen –436 –78

zur Veräußerung verfügbaren

Finanzinstrumenten –13 –127

versicherungsmathematischen Gewinnen

und Verlusten (22) –371 –22.134

Steuern darauf 162 5.565

Summe sonstiger Ergebnisse nach Ertragsteuern –659 –16.774

Gesamtperiodenergebnis 91.232 74.086

Zuzurechnen den Aktionären des

Mutterunternehmens 91.193 74.184

Zuzurechnen den nicht beherrschenden

Gesellschaftern 39 –98

45


Bilanz des KELAG-Konzerns

in Tsd. EUR Anhang 31. Dezember 2011 31. Dezember 2010

Langfristige Vermögenswerte 1.322.807 1.200.306

Immaterielle Vermögenswerte (10) 292.255 239.003

Sachanlagen (11) 856.756 783.174

Nach at-equity bilanzierte Beteiligungen (12) 12.130 12.347

Sonstige Anteile an anderen Unternehmen (13) 125.884 129.555

Sonstige Wertpapiere und Wertrechte (14) 28.071 28.312

Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte (15) 6.804 7.349

Künftige Steueransprüche (16) 907 566

Kurzfristige Vermögenswerte 184.851 222.131

Vorräte (17) 18.158 17.111

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie

sonstige Forderungen und Vermögenswerte (18) 79.078 88.955

Liquide Mittel (19) 87.614 116.065

Vermögenswerte 1.507.657 1.422.437

Eigenkapital 587.956 526.758

Aktionären des Mutterunternehmens zurechenbares Eigenkapital (20) 584.998 523.835

Nicht beherrschenden Gesellschaftern zurechenbares Eigenkapital (21) 2.958 2.923

Langfristige Schulden 699.626 674.659

Finanzverbindlichkeiten (22) 264.116 257.294

Rückstellungen (23) 273.457 256.059

Künftige Steuerschulden (16) 5.247 769

Baukostenzuschüsse (24) 95.365 95.479

Sonstige Verbindlichkeiten (25) 61.442 65.058

Kurzfristige Schulden 220.076 221.020

Finanzverbindlichkeiten (26) 13.403 18.901

Rückstellungen für laufende Steuer 53 222

Sonstige Rückstellungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

(27) 47.422 64.866

und sonstige Verbindlichkeiten (28) 159.197 137.032

Eigenkapital und Schulden 1.507.657 1.422.437

46


Entwicklung des Eigenkapitals des KELAG-Konzerns

in Tsd. EUR

Grundkapital

Kapitalrücklagen

Angesammelte

Ergebnisse

Stand 1. 1. 2010 58.160 276 426.681 7 -10.743 -347 474.035 6.387 480.421

Sonstige Ergebnisse 0 0 0 -78 -22.134 -127 -22.339 0 -22.339

Steuern darauf 0 0 0 0 5.533 32 5.565 0 5.565

Summe sonstiger Ergebnisse

nach Ertragsteuern 0 0 0 -78 -16.600 -95 -16.774 0 -16.774

Ergebnis nach Ertragsteuern 0 0 90.958 0 0 0 90.958 -98 90.860

Gesamtperiodenergebnis 0 0 90.958 -78 -16.600 -95 74.184 -98 74.086

Dividende 0 0 -25.000 0 0 0 -25.000 -25 -25.025

Sonstige neutrale

Veränderungen 0 -13 630 0 0 0 617 -3.342 -2.725

Stand 31. 12. 2010 58.160 263 493.269 -71 -27.343 -442 523.836 2.923 526.758

Stand 1. 1. 2011 58.160 263 493.269 -71 -27.343 -442 523.836 2.923 526.758

Sonstige Ergebnisse 0 0 0 -436 -371 -13 -820 0 -820

Steuern darauf 0 0 0 66 93 3 162 0 162

Summe Sonstiger Ergebnisse

nach Ertragsteuern 0 0 0 -371 -278 -10 -659 0 -659

Ergebnis nach Ertragsteuern 0 0 91.851 0 0 0 91.851 39 91.890

Gesamtperiodenergebnis 0 0 91.851 -371 -278 -10 91.193 39 91.232

Dividende 0 0 -30.000 0 0 0 -30.000 -4 -30.004

Sonstige neutrale

Veränderungen 0 0 -31 0 0 0 -31 0 -31

Stand 31. 12. 2011 58.160 263 555.090 -442 -27.622 -452 584.998 2.958 587.954

Währungsdifferenzen

Versicherungsmathematische

Gewinne und Verluste

Zur Veräußerung verf.

Finanzinstrumente

Summe

Nicht beherrschenden

Gesellschaftern zurechenbares

Eigenkapital

Gesamtsumme

Eigenkapital

47


Geldflussrechnung des KELAG-Konzerns

in Tsd. EUR 2011 2010

Ergebnis vor Ertragsteuern 113.627 105.606

Zahlungsunwirksame Anpassungen zur Überleitung des Ergebnisses vor

Ertragsteuer auf den Netto-Cash Flow

Zu- und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

und Sachanlagen 62.593 73.363

Zu- und Abschreibungen auf Finanzanlagen inkl. Ergebnis aus

at-equity Beteiligungen 1.317 7.828

Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen und Wertpapieren 3.035 1.744

Zinsaufwendungen 18.348 21.554

Zinserträge -2.274 -2.344

Sonstige 82 -1.270

Entkonsolidierungseffekt 0 -2.349

Gezahlte Steuern -12.439 -3.345

Erhaltene Zinsen 2.274 2.806

Veränderung von langfristigen Rückstellungen 4.779 -5.285

Veränderung von Baukostenzuschüssen -2.241 -1.318

Cash Flow aus betrieblicher Tätigkeit 189.100 196.990

Veränderung von Vorräten -784 802

Veränderung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie

sonstige Forderungen und Vermögenswerten 10.765 -7.087

Veränderung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und

sonstige Verbindlichkeiten 8.874 17.973

Veränderung von kurzfristigen Rückstellungen -13.871 10.985

Cash Flow aus operativer Tätigkeit* 194.083 219.663

48


Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -168.961 -154.570

Einzahlungen aus der Veräußerung von immateriellen

Vermögenswerten und Sachanlagen 2.266 703

Erwerb von Tochterunternehmungen abzüglich übernommener Zahlungsmittel -14.015 -4.815

Investitionen in sonstige Wertpapiere und Wertrechte -520 -2.860

Deinvestitionen von Finanzanlagen 2.500 1.319

Cash Flow aus Investitionstätigkeit -178.730 -160.223

Tilgung und Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten -395 -10.730

Gezahlte Zinsen -14.098 -14.776

Ein- und Auszahlungen von langfristigen Ausleihungen und Finanzforderungen 693 -629

Gewinnausschüttung -30.004 -25.025

Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -43.805 -51.160

Veränderung der liquiden Mittel -28.450 8.279

Liquide Mittel zu Beginn des Geschäftsjahres 116.065 107.785

Liquide Mittel am Ende des Geschäftsjahres 87.614 116.065

Veränderung der liquiden Mittel lt. Bilanz -28.450 8.279

* siehe hierzu Seite 119

49


50

ERLÄUTERUNGEN

Das Unternehmen

Der KELAG-Konzern ist einer der führenden Energiedienstleister in Österreich. Das Unternehmen

ist in den Geschäftsfeldern Strom und Erdgas österreichweit tätig, mit dem

Schwerpunkt in Kärnten. Die Konzerntochter KELAG Wärme GmbH ist österreichweit im

Wärmegeschäft erfolgreich. Den Netzbetrieb in Kärnten (Strom und Erdgas) nimmt das

Tochterunternehmen KELAG Netz GmbH wahr. Wasser- und Windkraft-Aktivitäten sowie

der Energiehandel im Ausland sind in der KI-KELAG International GmbH gebündelt.

Der KELAG-Konzern hat jahrzehntelange Erfahrung im Erzeugen und Verteilen von Energie.

Grundsätze der Rechnungslegung

Die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (KELAG) mit Sitz Arnulfplatz 2, A-9020 Klagenfurt

am Wörthersee, Firmenbuchgericht: Landes- als Handelsgericht Klagenfurt 99133 i,

bildet gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften den KELAG-Konzern, für welchen der nachfolgende

IFRS-Konzernabschluss 2011 befreiend nach § 245a UGB erstellt wurde.

Informationen über ihr oberstes Mutterunternehmen werden auf Seite 120 f dargestellt.

Grundlagen

Der Konzernabschluss der KELAG wurde in Übereinstimmung mit den International Financial

Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind,

aufgestellt.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips.

Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und

zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert

bewertet wurden.

Den Jahresabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen vollkonsolidierten sowie

nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmen liegen einheitliche Bilanzierungsund

Bewertungsgrundsätze zugrunde. Der Bilanzstichtag sämtlicher vollkonsolidierter Unternehmen

ist der 31. Dezember 2011.

Der Konzernabschluss ist in Tausend Euro (Tsd. EUR) (Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung,

Bilanz, Geldflussrechnung und Entwicklung des Eigenkapitals) und

Millionen Euro (Mio. EUR) (Erläuterungen) aufgestellt. Bei der Summierung gerundeter Beträge

und Prozentangaben können durch Verwendung automatischer Rechenhilfen Rundungsdifferenzen

auftreten.

Der Fristigkeitenausweis in der Bilanz erfolgt im Einklang mit IAS 1.60 ff.


Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden

KELAG- Grund-/ Konsoli-

Anteil Stamm- dierungs-

Finanzanlagen kapital methode*

% Tsd. EUR

1. KELAG Netz GmbH, Klagenfurt, Österreich 100,00 35 VK

2. KELAG Wärme GmbH, Villach, Österreich 100,00 1.820 VK

2.1. EKO-TOPLOTA Energetika d.o.o., Laibach, Slowenien** 100,00 9 VK

2.2. SWH – Strom und Wärme aus Holz, Heizwerk

Errichtungs-Betriebs GmbH, Purkersdorf, Österreich** 50,00 200 EQ

2.2.1. Biowärme Imst GmbH, Imst, Österreich** 45,00 100 EQ

2.2.2. SBH Biomasseheizkraftwerk GmbH, Enns, Österreich** 25,50 36 EQ

2.3. Alternative Energie Salzburg GmbH,

Salzburg, Österreich** 100,00 75 VK

2.4. Biowärme Friesach GmbH, Friesach, Österreich** 100,00 35 VK

2.5. Biofernwärme Fürstenfeld GmbH, Fürstenfeld, Österreich** 50,00 218 EQ

2.6. KWH Kraft & Wärme aus Holz GmbH, St. Gertraud, Österreich** 26,00 36 EQ

2.7. Bio-Teplo Czechia s.r.o., Znaim, Tschechien** 100,00 7 VK

3. KELAG Finanzierungsvermittlungs GmbH,

Klagenfurt, Österreich** 100,00 254 VK

4. KI-KELAG International GmbH, Klagenfurt, Österreich 100,00 10.000 VK

4.1. Interenergo d.o.o., Laibach, Slowenien** 100,00 10.200 VK

4.1.1. Interenergo d.o.o. Zagreb, Zagreb, Kroatien** 100,00 41 VK

4.1.2. EHE d.o.o. Banja Luka, Banja Luka, Bosnien und Herzegowina** 100,00

4.1.3. Interenergo d.o.o. Sarajevo, Sarajevo,

1.001 VK

Bosnien und Herzegowina** 100,00 511 VK

4.1.4. PLC Interenergo d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien** 100,00 533 VK

4.1.5. Hidrowatt d.o.o. Beograd, Belgrad, Serbien** 80,00 0 VK

4.1.6. Interenergo Makedonija d.o.o.e.l., Skopje, Mazedonien**

4.1.7. IEP energija d.o.o. Gornji Vakuf-Uskoplje,

100,00 115 VK

Gornji Vakuf Uskoplje, Bosnien und Herzegowina** 100,00 1 VK

4.2. Windfarm MV I s.r.l., Bukarest, Rumänien** 100,00 2.010 VK

4.3. Lumbardhi Beteiligungs GmbH, Klagenfurt, Österreich** 90,00 35 VK

4.3.1. KelKos d.o.o., Pristina, Kosovo** 90,00 0 VK

4.4. Windfarm Balchik 1 OOD, Sofia, Bulgarien** 52,00 3 VK

4.5. Windfarm Balchik 2 OOD, Sofia, Bulgarien** 52,00 3 VK

4.6. Windfarm Balchik 4 OOD, Sofia, Bulgarien** 52,00 3 VK

4.7. KelaVENT Charlie SRL, Bukarest, Rumänien** 99,99 393 VK

5. Wärmeversorgung Arnoldstein Errichtungs- und

Betriebsgesellschaft mbH, Arnoldstein, Österreich 99,00 36 VK

6. KRV Kärntner Restmüllverwertungs GmbH,

Arnoldstein, Österreich 42,87 44 EQ

7. Waldensteiner Kraftwerke GmbH, Waldenstein, Österreich 40,00 36 EQ

8. Waldensteiner Kraftwerke GmbH & Co KG, Waldenstein

(Kommanditanteil) 40,00 7 EQ

9. Stadtwerke Kapfenberg GmbH, Kapfenberg, Österreich 35,00 2.000 EQ

* VK = Vollkonsolidierung EQ = at equity

** Indirekte Beteiligung

51


52

Mutterunternehmen ist die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft. In den Konzernabschluss

sind alle Unternehmen („Tochterunternehmen“), welche unter dem beherrschenden

Einfluss („Control“) des Mutterunternehmens stehen, durch Vollkonsolidierung

einbezogen. Ein beherrschender Einfluss besteht, wenn das Mutterunternehmen direkt

oder indirekt in der Lage ist, die Finanz- und Geschäftspolitik des Unternehmens zu bestimmen.

Die Einbeziehung eines Tochterunternehmens beginnt mit dem Zeitpunkt der

Erlangung des beherrschenden Einflusses und endet bei dessen Wegfall. Die Abschlüsse

der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Rechnungslegungsmethoden

für die gleiche Berichtsperiode aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens.

Verluste eines Tochterunternehmens werden den Anteilen ohne beherrschenden

Einfluss auch dann zugeordnet, wenn dies zu einem negativen Saldo führt.

Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der

Beherrschung wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Verliert das Mutterunternehmen

die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, so werden folgende Schritte durchgeführt:

● Ausbuchung der Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) und der

Schulden des Tochterunternehmens,

● Ausbuchung des Buchwerts der Anteile ohne beherrschenden Einfluss an dem ehemaligen

Tochterunternehmen,

● Ausbuchung der im Eigenkapital erfassten kumulierten Umrechnungsdifferenzen,

● Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung,

● Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der verbleibenden Beteiligung,

● Erfassung der Ergebnisüberschüsse bzw. –fehlbeträge in der Gewinn- und Verlustrechnung,

● Umgliederung der auf das Mutterunternehmen entfallenden Bestandteile des sonstigen

Ergebnisses in die Gewinn- oder Verlustrechnung oder in die kumulierten Ergebnisse,

wenn dies von IFRS gefordert wird.

In den Konzernabschluss werden neben der KELAG als Mutterunternehmen 24 Tochterunternehmen

(im Vorjahr: 19) und 9 assoziierte Unternehmen (im Vorjahr: 11) einbezogen.


Konsolidierungskreis

31. 12. 2011 31. 12. 2010

Voll- at-equity- Voll- at-equitykonsoli-

Bewertung konsoli- Bewertung

dierung dierung

Stand zu Beginn der Berichtsperiode 20 11 39 24

In Berichtsperiode erstmals einbezogen 6 0 1 0

In Berichtsperiode verschmolzen 0 0 –3 0

In Berichtsperiode entkonsolidiert –1 –2 –17 –13

Stand am Ende der Berichtsperiode 25 9 20 11

davon inländische Unternehmen 9 9 6 11

davon ausländische Unternehmen 16 0 14 0

Für weiterführende Erläuterungen zu den Unternehmenserwerben sei auf „Erläuterungen

zur Bilanz“ auf Seite 90 ff. verwiesen.

Unternehmen, auf die das Mutterunternehmen direkt oder indirekt einen maßgeblichen

Einfluss ausübt („assoziierte Unternehmen“) sowie Anteile an Gemeinschaftsunternehmen

(Joint Ventures) sind nach der Equity-Methode bilanziert. Hierbei kommen dieselben Konsolidierungsgrundsätze

zur Anwendung. Die Abschlüsse aller wesentlichen nach der Equity-Methode

bilanzierten Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

erstellt.

Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der

Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen

des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der

mit dem assoziierten Unternehmen verbundene Geschäfts- oder Firmenwert ist im Buchwert

des Anteils enthalten und wird weder planmäßig abgeschrieben noch einem gesonderten

Wertminderungstest unterzogen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil des Konzerns am Periodenergebnis

des assoziierten Unternehmens. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens

ausgewiesene Änderungen werden vom Konzern in Höhe seines Anteils erfasst und

soweit erforderlich in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Nicht realisierte

Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen dem Konzern und dem assoziierten

Unternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen eliminiert.

Verluste eines assoziierten Unternehmens, welche den Anteil des Konzerns an diesem as-

Anteile an assoziierten

Unternehmen sowie an

Gemeinschaftsunternehmen

53


54

Unternehmenserwerbe und

Unternehmensgründungen

soziierten Unternehmen übersteigen, werden nur in dem Ausmaß erfasst, wie der Konzern

rechtliche oder faktische Verpflichtungen eingegangen ist bzw. Zahlungen an Stelle des assoziierten

Unternehmens leistet.

Der Anteil am Gewinn eines assoziierten Unternehmens wird in der Gewinn- und Verlustrechnung

dargestellt. Hierbei handelt es sich um die Anteilseigner des assoziierten Unternehmens

zurechenbaren Gewinn und somit um den Gewinn nach Steuern und Anteilen

ohne beherrschenden Einfluss an den Tochterunternehmen des assoziierten Unternehmens.

Nach Anwendung der Equity-Methode ermittelt der Konzern, ob es erforderlich ist, einen

zusätzlichen Wertminderungsaufwand für die Anteile des Konzerns an einem assoziierten

Unternehmen zu erfassen. Der Konzern ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob objektive

Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Anteil an einem assoziierten Unternehmen

wertgemindert sein könnte. Ist dies der Fall, so wird die Differenz zwischen dem erzielbaren

Betrag des Anteils am assoziierten Unternehmen und dem Buchwert des „Anteils am Ergebnis

assoziierter Unternehmen“ als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst.

Bei Verlust des maßgeblichen Einflusses bewertet der Konzern alle Anteile, die er am ehemaligen

assoziierten Unternehmen behält, zum beizulegenden Zeitwert. Unterschiedsbeträge

zwischen dem Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen zum Zeitpunkt

des Verlusts des maßgeblichen Einflusses und dem beizulegenden Zeitwert der behaltenen

Anteile sowie den Veräußerungserlösen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Konzerninterne Transaktionen, Forderungen, Verbindlichkeiten und Zwischengewinne

werden eliminiert. In Einzelabschlüssen vorgenommene Aufwertungen sowie Abschreibungen

auf Anteile an einbezogenen Unternehmen werden zurückgenommen.

Der Erwerb von Tochterunternehmen und Geschäftsbetrieben wird nach der Erwerbsmethode

bilanziert. Die Anschaffungskosten eines Unternehmenszusammenschlusses sind

aus der Summe der zum Tauschzeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerte der entrichteten

Vermögenswerte und der eingegangenen oder übernommenen Schulden im Austausch

gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens zu bestimmen. Die identifizierten

Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen Unternehmens,

welche die Ansatzkriterien nach IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse erfüllen,

sind zum Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert anzusetzen. Ein aus einem

Unternehmenserwerb entstehender Geschäfts- oder Firmenwert ist als Vermögenswert zu

erfassen und im Zugangszeitpunkt zu seinen Anschaffungskosten anzusetzen, die sich als

Überschuss der Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses über den vom


Konzern angesetzten Anteil an dem beizulegenden Nettozeitwert der identifizierbaren

Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden darstellt. Sollte der Konzernanteil am

Zeitwert der identifizierten Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden des erworbenen

Unternehmens die Anschaffungskosten des Unternehmenszusammenschlusses

nach erneuter Beurteilung übersteigen, wird der Überschuss sofort ergebniswirksam erfasst.

Der Anteil der nicht beherrschenden Gesellschafter des erworbenen Unternehmens

wird bei Zugang mit deren Anteil an dem beizulegenden Nettozeitwert der Vermögenswerte,

Schulden und Eventualschulden bewertet. Im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses

angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst.

Erwirbt der Konzern ein Unternehmen, beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Designation

der finanziellen Vermögenswerte und übernommenen Schulden in Übereinstimmung

mit den Vertragsbedingungen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und am Erwerbszeitpunkt

vorherrschenden Bedingungen.

Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem

erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am

Erwerbszeitpunkt neu bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam

erfasst.

Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden

Zeitwert erfasst. Nachträgliche Änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten

Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, werden in Übereinstimmung

mit IAS 39 entweder in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Sonstigen

Ergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital eingestuft ist, wird

nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert.

Mit Wirkung vom 27. 10. 2011 erfolgte der Unternehmenserwerb von 100 % der Anteile

an der Gesellschaft IEP energija d.o.o. zu Anschaffungskosten in Höhe von 4,0 Mio. EUR.

Die in der Gesellschaft enthaltenen Wasserkraftwerke Duboki potok und Sastavci in der

Föderation Bosnien und Herzegowina verfügen über eine installierte Leistung von 1,9 Megawatt.

Zur Erläuterungen zur Kaufpreisallokation sei auf Seite 90 ff. verwiesen.

Am 22. Dezember 2011 wurde der Kaufvertrag für 99,99 % der Anteile der KelaVENT Charlie

SRL unterzeichnet. Der Basiskaufpreis beträgt 1,1 Mio. EUR. Nach Fertigstellung wird

der Windpark über eine installierte Leistung von 8 MW verfügen. Eine Erweiterung des

Windparks (KelaVENT Golf weitere 8 MW, KelaVENT Bravo 26 MW) ist geplant. Zur Erläuterungen

zur Kaufpreisallokation sei auf Seite 90 ff. verwiesen.

Die Strom und Wärme aus Holz, Heizwerke Errichtungs-Betriebs GmbH (SWH), eine jeweils

55


56

50-%-Tochter der KELAG Wärme GmbH und der ÖBf Beteiligungs GmbH, welche sich mit

der Erzeugung von Wärme und Strom aus Biomasse beschäftigt, kam im Jahr 2009 aufgrund

der starken Preissteigerungen am Biomassemarkt in wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Im Jahr 2010 wurde von beiden Gesellschaftern der SWH ein gemeinsamer Konsolidierungskurs

verabschiedet, der im Jahr 2011 in einem außergerichtlichen Ausgleich zwischen

der SWH, deren Eigentümern und den finanzierenden Kreditinstituten mündete. Die

Versorgung aller Kunden der SWH mit Wärme konnte so sichergestellt werden. Weiters entschied

man sich im Rahmen der Ausgleichsvereinbarung, vier Heizwerke und zwei Gesellschaften,

die Biowärme Friesach GmbH sowie die Alternative Energie Salzburg GmbH, vollkommen

in die KELAG Wärme GmbH (KWG) zu übernehmen. Die erworbenen Gesellschaften

und Werke wurden optimiert und tragen nun zum Unternehmensergebnis der KWG

positiv bei. Die vollkommene organisatorische und technische Integration der ehemaligen

SWH-Werke und Gesellschaften in die KWG wird im Jahr 2012 abgeschlossen. Weiters

hält die KWG Anteile im Ausmaß von 25 % an einer ehemaligen Beteiligung der SWH-Gruppe,

der Bioenergie Pongau GmbH. Zur Erläuterungen zur Kaufpreisallokation sei auf Seite

90 ff verwiesen.


Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses wurden alle zum 31. Dezember

2011 verpflichtend anzuwendenden Änderungen bestehender und neuer IAS und IFRS sowie

von IFRIC- und SIC-Interpretationen, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden

sind, beachtet.

Bereits von der Europäischen Union verabschiedete, aber noch nicht verpflichtend für das

Geschäftsjahr 2011 anzuwendende IAS und IFRS sowie IFRIC- und SIC-Interpretationen gelangen

nicht vorzeitig zur Anwendung. Ausnahme hierzu bildet die vorzeitige Anwendung

des IAS 1.

Für das Geschäftsjahr 2011 sind folgende Standards bzw. Interpretationen erstmals zur

Anwendung gebracht worden:

Neu angewandte IFRS/IFRIC

anzuwenden ab

IAS 24 Angaben zu nahe stehenden Unternehmen und Personen 1. 1. 2011

IAS 32 Änderungen: Klassifizierung von Bezugsrechten 1. 1. 2011

IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS – Begrenzte Befreiung erstmaliger

Anwender von Vergleichsangaben nach IFRS 7 1. 7. 2010

IFRIC 14 IAS 19 – Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes

Mindestfinanzierungsvorschriften und ihre Wechselwirkungen 1. 1. 2011

IFRIC 19 Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente 1. 7. 2010

Diverse Jährliche Verbesserungen der IFRS ab 1. 1. 2011

Der IASB hat IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und

Personen“ geändert, die eine Teilausnahme von den Angabepflichten für regierungsverbundene

Unternehmen beinhalten und die Definition eines nahe stehenden Unternehmens

bzw. einer nahe stehenden Person wurde verdeutlicht. Da diese Änderungen den

KELAG-Konzern, der mehrheitlich von der öffentlichen Hand beherrscht wird, betreffen,

stellt der neue IAS 24 eine Erleichterung dar, indem keine Detailangaben zu einzelnen

Transaktionen mit regierungsnahen Unternehmen zu machen sind, wenn diese nicht signifikant

sind.

Durch die Änderungen zu IAS 32 wird klargestellt, dass Bezugsrechtsemissionen in Fremdwährung

beim Emittenten bilanziell als Eigenkapital auszuweisen sind, sofern sowohl An-

Neu angewandte

Bilanzierungs- und

Bewertungsmethoden

57


58

zahl als auch Fremdwährungsbetrag der zu beziehenden Eigenkapitalinstrumente fixiert

sind und die Rechte allen Inhabern von Eigenkapitalinstrumenten (derselben Klasse) anteilig

gewährt werden. Diese Standardänderung findet im KELAG-Konzern keine Anwendung

und somit ergeben sich keine Auswirkungen auf den KELAG-Konzernabschluss.

IFRS 1 wurde geändert, um Erstanwendern die Inanspruchnahme von Übergangsvorschriften

des IFRS 7 „Finanzinstrumente – Angaben“ zu ermöglichen. Diese Bestimmungen

befreien im ersten Jahr der Anwendung von der Pflicht, für die geforderten Angaben Vergleichsinformationen

in den Erläuterungen aufzunehmen. Da der KELAG-Konzern nicht zu

den Erstanwendern der IFRS zählt, hat sich aus diesen Änderungen keine Auswirkung ergeben.

IFRIC 14 „Die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswertes, Mindestfinanzierungsvorschriften

und ihre Wechselwirkung“ gibt allgemeine Leitlinien zur Bestimmung

der Obergrenze des Überschussbetrags eines Pensionsfonds, der nach IAS 19 als Vermögenswert

angesetzt werden kann. Nach IFRIC 14 hat der Arbeitgeber keine weitere Schuld

anzusetzen, es sei denn, die nach den Mindestfinanzierungsvorschriften zu zahlenden Beiträge

können nicht an die Gesellschaft zurückgezahlt werden. Wenn ein Unternehmen Mindestfinanzierungsvorschriften

unterliegt und eine Vorauszahlung der Beiträge leistet, ist es

künftig gestattet, den Nutzen aus einer solchen Vorauszahlung als Vermögenswert darzustellen.

Diese Änderung hat keine Auswirkung auf den KELAG-Konzern.

Mit der Veröffentlichung des IFRIC 19 „Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten“

werden die Anforderungen verdeutlicht, wenn ein Unternehmen die

Bedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit mit dem Gläubiger neu aushandelt und

der Gläubiger dabei Aktien oder andere Eigenkapitalinstrumente des Unternehmens zur

vollen oder teilweisen Tilgung der finanziellen Verbindlichkeit akzeptiert. Im KELAG-Konzern

findet diese Interpretation keine Anwendung.

Die jährlichen Verbesserungen der IFRS beinhalten Änderungen der IFRS 3 „Business Combinations“,

IFRS 7 „Financial Instruments Disclosures“, IAS 1 „Presentation of Financial Statements“,

IAS 27 „Konzern- und Einzelabschlüsse“ und IAS 34 „Zwischenabschlüsse (retrospektiv),

welche keine Auswirkungen auf den KELAG-Konzernabschluss haben.


Noch nicht anzuwendene IFRS/IFRIC

Vorgesehener

Anwendungszeitpunkt

IAS 1 Änderungen: Darstellung einzelner Posten des sonstigen Ergebnisses 1. 7. 2012

IAS 12 Änderungen: Ertragsteuern/Künftige Steueransprüche und

-schulden – Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte 1. 1. 2012

IAS 19 Änderungen: Leistungen an Arbeitnehmer 1. 1. 2013

IAS 27 Änderungen: Einzelabschlüsse 1. 1. 2013

IAS 28 Änderungen: Assoziierte Unternehmen 1. 1. 2013

IFRS 1 Änderungen: Schwerwiegende Hochinflation und Beseitigung fixer Daten 1. 7. 2011

IFRS 7 Änderungen: Finanzinstrumente – Angaben 1. 7. 2011

IFRS 9 Finanzinstrumente 1. 1. 2015

IFRS 10 Konzernabschlüsse 1. 1. 2013

IFRS 11 Joint Arrangements – Gemeinschaftliche Vereinbarungen 1. 1. 2013

IFRS 12 Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen 1. 1. 2013

IFRS 13 Fair Value Measurement – Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert 1. 1. 2013

IFRIC 20 Kosten der Abraumbeseitigung während des Abbaubetriebs im Tagebau 1. 1. 2013

Gemäß der Änderung in IAS 1 „Darstellung des Abschlusses“ müssen Unternehmen die im

sonstigen Ergebnis dargestellten Posten nach zwei Kategorien unterteilen – Posten, die in

Zukunft über die Gewinn- und Verlustrechnung gebucht werden (recycling) oder nicht.

Diese Änderung betrifft auch die Gesamtergebnisrechnung des KELAG-Konzerns und wurde

bereits im Abschluss 2011 umgesetzt.

Die Änderungen des IAS 12 sehen für bestimmte zum beizulegenden Zeitwert bewertete

nicht finanziellen Vermögenswerten eine Ausnahme von der bestehenden Regelung zur

Bewertung künftiger Steueransprüche und -schulden vor. Im Wesentlichen sind Unternehmen

betroffen, die in ihrer Bilanz Investment Properties, Sachanlagen oder immaterielle

Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewerten und aus Ländern stammen,

die unterschiedliche Steuersätze für Kapitaleinkünfte sowie für Veräußerungsgewinne vorgeben.

Es ist davon auszugehen, dass sich für den KELAG-Konzern keine Auswirkungen ergeben.

In IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ kommt es zu wesentlichen Veränderungen, die

die Erfassung und Bewertung des Aufwands für leistungsorientierte Pensionspläne und

von Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses betreffen. In weiterer

Folge ändern sich auch die Angabepflichten zu Leistungen an Arbeitnehmer. Versicherungsmathematische

Gewinne und Verluste sind sofort bei Entstehung im Sonstigen Ergebnis

zu erfassen. Die bisher zulässige Abgrenzung nach dem Korridoransatz und auch

die sofortige Erfassung im Gewinn bzw. Verlust sind nicht mehr zulässig. Für den KELAG-

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60

Konzern wird sich daraus keine Auswirkung ergeben, da bereits im Geschäftsjahr 2010 auf

die nach dem neuen IAS 19 zulässige Methode umgestellt wurde.

IAS 27 „Konzern- und Einzelabschlüsse“ wird in „Einzelabschlüsse“ umbenannt und beinhaltet

zukünftig nur noch Regelungen zu Einzelabschlüssen. Die bestehenden Leitlinien für

Einzelabschlüsse bleiben aber unverändert.

IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen“ wird dahingehend geändert, dass die darin

enthaltenen Angabepflichten für assoziierte Unternehmen im IFRS 12 übernommen wurden

und nicht mehr Teil des IAS 28 sind.

Die Änderung des IFRS 1 betrifft Unternehmen, deren funktionale Währung starker Hochinflation

unterliegt. Da die KELAG aber nicht zu den Erstanwendern von IFRS zählt, ist diese

Änderung nicht relevant.

Die Änderungen des IFRS 7 „Finanzinstrumente – Angaben“ betreffen zusätzliche Angabepflichten

bei Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten. Im Vergleich zu den bisherigen

Regelungen sind hinsichtlich der finanziellen Vermögenswerte, die trotz einer

Übertragung der Rechte bzw. einer Verpflichtung zur Weiterleitung eingehender Zahlungen

nicht vollständig ausgebucht wurden, zusätzliche Angaben zur neu entstandenen Verbindlichkeiten

notwendig. Diese umfassen insbesondere die Frage, ob die weiterhin bilanzierten

finanziellen Vermögenswerte uneingeschränkt genutzt werden können bzw.

die erwerbende Partei Ansprüche auf die finanziellen Vermögenswerte hat. Die Änderungen

wirken sich auf Unternehmen aus, die durch Verkauf, Verbriefungstransaktionen,

Factoring oder andere Transaktionen finanzielle Vermögenswerte auf eine andere Partei

übertragen. Da im KELAG-Konzern bis dato keine dieser Transaktionen getätigt wurden,

ergeben sich voraussichtlich keine neuen Angabepflichten.

Durch IFRS 9 „Finanzinstrumente“ wird die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten

neu geregelt und soll IAS 39 ersetzen. Der neue Standard teilt alle finanziellen

Vermögenswerte in zwei Klassifizierungskategorien auf – diejenigen, die zu fortgeführten

Anschaffungskosten bewertet werden und diejenigen, die zum beizulegenden Zeitwert

bewertet werden. Zusätzlich wurden neue Vorschriften für die Bilanzierung von finanziellen

Verbindlichkeiten aufgenommen und die Vorschriften für die Ausbuchung von finanziellen

Vermögenswerten und Verbindlichkeiten wurden von IAS 39 übernommen. Es ist

beabsichtigt IFRS 9 auszuweiten, indem neue Vorschriften für die Wertminderung von finanziellen

Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden,

und die Sicherungsbilanzierung aufgenommen werden. Die künftigen Auswirkungen von

IFRS 9 auf den KELAG-Konzern sind zu prüfen, auch die Übernahme durch die EU steht

noch aus.


IFRS 10 „Konzernabschlüsse“ wird IAS 27 ‚Konzern- und Einzelabschlüsse‘ und SIC 12 „Konsolidierung

Zweckgesellschaften“ ersetzen und enthält Leitlinien über Beherrschung und

Konsolidierung. Die Definition der Beherrschung wird dahin geändert, dass für die Erfüllung

des Beherrschungstatbestandes die Verfügungsgewalt über die relevanten Aktivitäten

ausgeübt werden kann, die zu variablen Rückflüssen aus dem Unternehmen führt.

Rückflüsse können positiv, negativ oder beides sein. Die Vorschriften der Konsolidierung

bleiben unberührt. Im KELAG-Konzern sind die einzelnen Beteiligungen auf die neue Definition

der Beherrschung zu überprüfen, es ist aber davon auszugehen, dass sich keine

wesentlichen Änderungen ergeben. Die Übernahme durch die EU steht noch aus.

Nach IFRS 11 „Gemeinschaftliche Vereinbarungen“ (Joint Arrangements) gibt es zukünftig

zwei Arten gemeinschaftlicher Vereinbarungen: gemeinschaftliche Tätigkeiten (Joint Operation)

und Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture). Bei einer Joint Operation handelt

es sich um eine gemeinschaftliche Vereinbarung, die den Partnerunternehmen dieser gemeinschaftlichen

Vereinbarung direkte Rechte an den Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

überträgt. Ein Partnerunternehmen einer Joint Operation erfasst seinen Anteil

auf der Grundlage seines Anteils an der gemeinschaftlichen Tätigkeit anstatt aufgrund der

Beteiligung an der gemeinschaftlichen Vereinbarung. Ein Partnerunternehmen eines Gemeinschaftsunternehmens

hat hingegen keine Rechte an einzelnen Vermögenswerten

oder Verbindlichkeiten. Partnerunternehmen von Joint Ventures verfügen stattdessen über

einen Anteil am Netto-Reinvermögen und damit am Ergebnis der vom Gemeinschaftsunternehmen

durchgeführten Tätigkeit. Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode

bilanziert; eine Quotenkonsolidierung ist nach IFRS 11 nicht mehr zulässig.

Die KELAG muss ihre bestehenden oder neu geschlossenen Vereinbarungen überprüfen,

um zu entscheiden, ob sie unter dem neuen Standard in eine gemeinschaftliche Tätigkeit

oder in ein Gemeinschaftsunternehmen investiert haben. Die Übernahme durch die EU

steht noch aus.

IFRS 12 „Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen“ legt die erforderlichen Angabepflichten

für Unternehmen fest, die zu Anteilen an anderen Unternehmen zu machen sind.

Gemäß dem neuen Standard müssen Unternehmen Angaben machen, die es dem Abschlussadressaten

ermöglichen, die Art, Risiken und finanziellen Auswirkungen zu beurteilen,

die mit dem Engagement des Unternehmens bei Tochterunternehmen, assoziierten

Unternehmen, gemeinschaftlichen Vereinbarungen und nicht konsolidierten strukturierten

Unternehmen (Zweckgesellschaften) verbunden sind. Die Übernahme durch die

EU steht noch aus.

IFRS 13 „Bewertung zum beizulegenden Zeitwert“ (Fair Value Measurement) beschreibt,

wie der beizulegende Zeitwert zu bestimmen ist und erweitert die Angaben zum beizulegenden

Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert wird einheitlich definiert als der Preis, den

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Klassifizierung in

kurz- und langfristig

Umgliederung von

Abschlussposten

Firmenwerte

unabhängige Marktteilnehmer unter marktüblichen Bedingungen zum Bewertungsstichtag

bei Verkauf eines Vermögenswertes vereinnahmen bzw. bei Übertragung einer Verbindlichkeit

zahlen würde. Der Standard enthält aber keine Vorgaben, in welchen Fällen

der beizulegende Zeitwert zu verwenden ist. Da nahezu alle Unternehmen und somit auch

der KELAG-Konzern Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert verwenden, müssen die

neuen Vorschriften erfüllt werden. Für den KELAG-Konzern werden aber hauptsächlich die

erweiterten Angabepflichten zutreffen. Die Übernahme durch die EU steht noch aus.

Der neue IFRIC 20 „Kosten der Abraumbeseitigung während des Abbaubetriebs im Tagebau“

ist für die KELAG nicht relvant.

Für die noch nicht anzuwendenden IFRS/IFRIC steht die Übernahme durch die EU noch aus.

Zusammenfassung wesentlicher

Rechnungslegungsmethoden

Als kurzfristig werden jene Vermögens- und Schuldposten ausgewiesen, von denen erwartet

wird, dass diese in einem Zeitraum von bis zu zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag

erfüllt bzw. realisiert werden.

Als langfristig werden jene Vermögens- und Schuldposten angegeben, von denen erwartet

wird, dass diese nach mehr als zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag erfüllt bzw.

realisiert werden.

Im vorliegenden Abschluss wurden im Vergleichsjahr 2010 rd. 3,5 Mio. EUR von den “nach

at-equity bilanzierten Beteiligungen“ in die Bilanzposition „Sonstige Anteile an anderen

Unternehmen“ umgegliedert. Hierbei handelt es sich um mangels Wesentlichkeit nach IAS

39 bilanzierte Anteile an assoziierten Unternehmen. Des Weiteren wurden Forderungen

aus Lieferungen und Leistungen aus der Position „Sonstige langfristige Forderungen und

Vermögenswerte“ in die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe

von rd. 3,8 Mio. EUR umgegliedert.

Im Rahmen der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen können Differenzen

zwischen den Anschaffungskosten und dem (anteiligen) neubewerteten Reinvermögen

entstehen. Ist die Differenz negativ, so sind die Ermittlung der Anschaffungskosten und

die Kaufpreisallokation erneut zu überprüfen. Sollte danach ein negativer Unterschiedsbetrag

verbleiben, so ist dieser ergebniswirksam zu erfassen.

Beim Vorliegen einer positiven Differenz wird nach IFRS ein Firmenwert bilanziert. Die in

der Bilanz erfassten Firmenwerte sind gemäß IFRS 3 nicht planmäßig abzuschreiben, son-


dern mindestens jährlich einer Werthaltigkeitsprüfung zu unterziehen. Für diesen Zweck

sind die Firmenwerte jenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zuzuordnen, die erwartungsgemäß

von den infolge eines Unternehmenszusammenschlusses entstehenden

Synergien profitieren werden. Diese zahlungsmittelgenerierenden Einheiten entsprechen

der untersten organisatorischen Ebene, auf der das Management den Firmenwert für interne

Managementzwecke überwacht. Durch Vergleich des erzielbaren Betrages einer zahlungsmittelgenerierenden

Einheit mit ihrem Buchwert einschließlich Firmenwert wird die

Werthaltigkeit des Firmenwertes überprüft. In jenem Fall, dass der erzielbare Betrag den

Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unterschreitet, ist zunächst der Firmenwert

abzuschreiben. Bei Verbleiben eines weiteren Wertminderungsbedarfes sind die

Buchwerte der anderen Vermögenswerte pro rata zu kürzen. Firmenwertabschreibungen

dürfen in Folgeperioden nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden

Einheiten erfolgt im KELAG-Konzern aufbauend auf der Mittelfristplanung im 4.

Quartal der Berichtsperiode.

Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet

wurde und ein Geschäftsbereich dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten

Geschäftsbereich zuzurechnende Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des

Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung des Ergebnisses aus der Veräußerung

dieses Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten Anteils des Geschäftsoder

Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten Geschäftsbereichs

und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit den fortgeführten Anschaffungs-

bzw. Herstellungskosten bilanziert. Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen

eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden identifiziert und

gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst, sobald sie die Definition eines immateriellen

Vermögenswertes erfüllen und ihr beizulegender Zeitwert verlässlich bestimmt

werden kann. Die Anschaffungskosten solcher immaterieller Vermögenswerte entsprechen

ihrem beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt. Sämtliche dieser Vermögenswerte

weisen eine bestimmbare Nutzungsdauer auf und werden aufgrund dessen linear abgeschrieben.

Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter

Wertminderungsaufwendungen, falls vorhanden, angesetzt.

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz

zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt

und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst.

Sachanlagen und

Immaterielle

Vermögenswerte

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64

Solange immaterielle Vermögenswerte noch nicht zum Gebrauch verfügbar sind, ist deren

Werthaltigkeit jährlich zu überprüfen.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter

planmäßiger Abschreibungen und/oder kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt.

Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten beinhalten die Kosten für den Ersatz

eines Teils einer Sachanlage sowie die Fremdkapitalkosten für langfristige Bauprojekte, sofern

die Ansatzkriterien erfüllt sind. Wenn wesentliche Teile von Sachanlagen in regelmäßigen

Abständen ausgetauscht werden müssen, erfasst der Konzern solche Teile als gesonderter

Vermögenswert mit spezifischer Nutzungsdauer bzw. Abschreibung. Bei Durchführung

einer Großinspektion werden entsprechend die Kosten im Buchwert der Sachanlagen

als Ersatz aktiviert, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Alle anderen Wartungsund

Instandhaltungskosten werden sofort erfolgswirksam erfasst.

Sachanlagen werden entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren

Nutzung oder Veräußerung des angesetzten Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen

mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne

oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem

Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode erfolgswirksam in der Gewinnund

Verlustrechnung erfasst, in der der Vermögenswert ausgebucht wird.

In den Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen werden neben den Fertigungslohneinzelkosten

und Materialeinzelkosten angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten

abzüglich etwaiger Leerkosten aktiviert.

Die planmäßigen Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte und der abnutzbaren

Sachanlagen orientieren sich an den erwarteten Nutzungsdauern im Konzern und beginnen

mit dem Erreichen des betriebsbereiten Zustandes. Die erwarteten Nutzungsdauern,

Restwerte und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft und sämtliche notwendige

Schätzungsänderungen prospektiv berücksichtigt. Die planmäßigen Abschreibungen

werden nach folgenden konzerneinheitlichen Nutzungsdauern bemessen:


Nutzungsdauer

Immaterielle Vermögenswerte

Jahre

Wassernutzungsrechte 0-90

Sonstige Nutzungsrechte 0-50

EDV-Software 4-10

Sachanlagen

Betriebs- und Geschäftsgebäude 33-50

Technische Anlagen und Maschinen 10-60

Sonstige Sachanlagen 1-10

Windkraftanlagen 12

Der sich aus dem Verkauf oder der Stilllegung einer Sachanlage ergebende Gewinn oder

Verlust bestimmt sich als Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert

des Vermögenswertes und wird erfolgswirksam erfasst.

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines Vermögenswerts

zugeordnet werden können, für den ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich

ist, um ihn in seinen beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen,

werden als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswerts

aktiviert. Dies erfolgt im Einklang mit den Bilanzierungsrichtlinien des Konzerns.

Alle sonstigen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der

sie angefallen sind. Fremdkapitalkosten sind Zinsen und sonstige Kosten, die einem Unternehmen

im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fremdkapital entstehen. Der Konzern

aktiviert Fremdkapitalkosten für sämtliche qualifizierte Vermögenswerte, bei denen

der Bau am oder nach dem 1. Jänner 2009 aufgenommen wurde. Der Finanzierungskostensatz

beträgt 4,5 % (im Vorjahr: 4,5 %).

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen

Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung

getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung

von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig

ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt,

selbst wenn dieses Recht in einer Vereinbarung nicht ausdrücklich festgelegt ist.

Vermögenswerte, die im Rahmen von Finanzierungsleasingverhältnissen gehalten werden,

werden über ihre erwartete Nutzungsdauer auf die gleiche Art und Weise wie im Eigentum

des Konzerns stehende Vermögenswerte, oder falls diese kürzer ist, über die Laufzeit

des zugrunde liegenden Leasingverhältnisses abgeschrieben. Der erstmalige Ansatz

Fremdkapitalkosten

Leasingverhältnisse

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Werthaltigkeit von nicht

finanziellen

Vermögenswerten

Sonstige Anteile an

anderen Unternehmen

der Vermögenswerte schlägt sich mit den Barwerten der Mindestleasingzahlungen (oder

seinem gegebenenfalls niedrigeren beizulegenden Zeitwert) innerhalb der langfristigen

Vermögenswerte in der Bilanz des KELAG-Konzerns nieder. Demgegenüber steht die passivierte

Leasingverbindlichkeit, welche in den Folgeperioden nach der Effektivzinssatzmethode

fortgeführt wird.

Alle übrigen Mietverträge, bei welchen der KELAG-Konzern als Leasingnehmer auftritt,

werden als Operating-Leasing-Verhältnisse bilanziert. Die Leasingzahlungen werden

grundsätzlich linear über die Laufzeit der Leasingverhältnisse als Aufwand erfasst.

Bei Vorliegen eines Anhaltspunktes einer Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten,

welche in den Anwendungsbereich von IAS 36 fallen, wird die Werthaltigkeit

der Buchwerte geprüft (Impairment Test). Ein jährlicher Impairment Test ist für Geschäftsoder

Firmenwerte, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer und

noch nicht nutzungsbereite Vermögenswerte durchzuführen, unabhängig davon, ob ein

Anhaltspunkt vorliegt. Ein Wertminderungsbedarf ergibt sich, wenn der Buchwert den erzielbaren

Betrag des Vermögenswertes übersteigt. Der erzielbare Betrag ist der höhere

Wert aus Nutzungswert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Die

Ermittlung des Nutzungswertes basiert auf einem kapitalwertorientiertem Verfahren nach

der Discounted-Cash Flow-Methode (DCF-Methode). Dabei werden die relevanten Zahlungsströme

auf Basis von Finanzplänen der Geschäftsführung abgeleitet. Der Kapitalisierungszinssatz

ist der Vorsteuerzinssatz, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen des

Zeitwerts des Geldes und die spezifischen Risiken unter Berücksichtigung der Kapitalstruktur

des Vermögenswertes widerspiegelt. Ein Wertminderungsaufwand ist in Höhe des

Betrages, um den der Buchwert den erzielbaren Betrag übersteigt, zu berücksichtigen. Entfallen

in Folgeperioden die Gründe für die Wertminderung, wird, außer bei Geschäfts- oder

Firmenwerten, eine Wertaufholung erfasst.

Die sonstigen Anteile an anderen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten abzüglich

Wertminderungen angesetzt, wenn die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts anhand

von vergleichbaren Transaktionen für die entsprechende Periode nicht möglich ist und auf

einer Bewertung mittels Diskontierung der erwarteten Cash Flows aufgrund nicht verlässlich

ermittelbarer Cash Flows verzichtet wurde.

Die Anteile der nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen werden entsprechend

den Vorschriften des IAS 28 zunächst mit den Anschaffungskosten, in den Folgeperioden

mit dem fortgeschriebenen anteiligen Nettovermögen bilanziert. Die Beteiligungsbuchwerte

werden dabei um die dem KELAG-Konzern zustehenden Anteile am Periodenergebnis

und am Sonstigen Ergebnis sowie um Ausschüttungen, wesentliche Zwischenergebniseliminierungen

und fortgeschriebenen Fair-Value-Anpassungen aus Anteilserwer-


en, die nach Maßgabe von IFRS 3 bilanziert wurden, erhöht oder vermindert. Darin enthaltene

Firmenwerte gemäß IFRS 3 werden nicht planmäßig abgeschrieben und gemäß

IAS 28 nicht gesondert ausgewiesen.

Zum jeweiligen Abschlussstichtag werden die sonstigen Anteile an anderen Unternehmen

auf Anzeichen für Wertminderung im Sinne von IAS 39 überprüft und gegebenenfalls wird

ein Impairment Test in Übereinstimmung mit IAS 36 durchgeführt.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit erfolgt auf Basis der Ermittlung des erzielbaren Betrages,

welcher der höhere aus Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten

ist. Der erzielbare Betrag der Beteiligungen wird primär auf Grundlage des

Konzepts des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Zur Bestimmung

des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten werden marktpreisorientierte

Verfahren vorrangig vor kapitalwertorientierten Verfahren verwendet. Die

besten verfügbaren Informationen sind dabei grundsätzlich der Bewertung zugrunde zulegen,

die ein Unternehmen zum Bilanzstichtag im Zusammenhang mit dem Verkauf des

Vermögenswerts zu Marktbedingungen zwischen sachverständigen, vertragswilligen voneinander

unabhängigen Geschäftspartnern heranziehen würde. Zur Ermittlung des Nutzungswertes

wird vorrangig der auf den KELAG-Konzern entfallende Barwert der geschätzten,

zukünftigen vom assoziierten oder Gemeinschaftsunternehmen als Ganzem erzielbaren

Cash Flows herangezogen; alternativ könnte gemäß IAS 28 auch der anteilige Barwert

geschätzter zukünftiger Dividenden und Liquidationserlöse herangezogen werden.

Die in der Bilanz ausgewiesenen Wertpapiere und Wertrechte umfassen im Wesentlichen

Schuldtitel und Staatsanleihen.

Die Wertpapiere (im Wesentlichen Staatsanleihen) sind als zur Veräußerung verfügbar

(Available for Sale) klassifiziert. In diese Kategorie fallen Finanzinstrumente grundsätzlich

dann, wenn sie weder Kredite noch Forderungen darstellen, noch bis zur Endfälligkeit gehalten

werden, noch ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Die Bewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der auf Basis von Börsekursen ermittelt

wird. Die Erstbewertung erfolgt am Erfüllungstag. Marktinduzierte Wertänderungen

werden gemäß IAS 39 bis zur Veräußerung oder bis zu allfälligen Wertminderungen erfolgsneutral

im Sonstigen Ergebnis (im Eigenkapital) eingestellt; nicht marktinduzierte

Wertminderungen werden hingegen ergebniswirksam in der GuV gebucht (siehe: Werthaltigkeit

finanzieller Vermögenswerte). Bei Veräußerung wird der Gewinn oder Verlust erfolgswirksam.

Wenn ein Vermögenswert wertgemindert ist, wird der kumulierte Verlust erfolgswirksam

in die Finanzaufwendungen umgegliedert und aus der Rücklage für zur Veräußerung

verfügbare finanzielle Vermögenswerte ausgebucht.

Werthaltigkeit von

sonstigen Anteilen an

anderen Unternehmen

Sonstige Wertpapiere

und Wertrechte

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68

Sonstige langfristige

Forderungen und

Vermögenswerte

Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen sowie

sonstige Forderungen und

Vermögenswerte

Werthaltigkeit von

finanziellen

Vermögenswerten

Die Erfassung von Wertminderungen bei signifikantem oder länger anhaltendem Absinken

des beizulegenden Zeitwertes ist erfolgswirksam.

Käufe und Verkäufe werden mit dem Erfüllungstag bilanziert. Mithilfe der Effektivzinssatzmethode

ermittelte Zinserträge werden ergebniswirksam im Finanzergebnis erfasst.

Verzinsliche langfristige Forderungen werden der Kategorie Kredite und Forderungen (Loans

and Receivables - LAR) zugerechnet. Diese werden mit ihren fortgeschriebenen Anschaffungskosten

abzüglich allfälliger Wertminderungen nach der Effektivzinssatzmethode

bilanziert. Im Falle von Wertminderungen erfolgt die Bewertung zum Barwert der erwarteten

Rückzahlungen.

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegenüber verbundenen

nicht konsolidierten Unternehmen sowie Forderungen gegenüber Unternehmen,

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, werden der Kategorie Kredite und

Forderungen (Loans and Receivables - LAR) zugerechnet und gemäß IAS 39 zu fortgeführten

Anschaffungskosten bewertet. Im Falle von erwarteten Wertminderungen erfolgt

der Ansatz in der Bilanz abzüglich Wertminderungen für erwartete uneinbringliche

Teile.

Jene Wertminderungen, welche in Form von Einzelwertberichtigungen über Wertberichtigungskonten

vorgenommen werden, tragen den erwarteten Ausfallsrisiken hinreichend

Rechnung. Konkrete Ausfälle führen zur Ausbuchung der betreffenden Forderungen. Die

sonstigen Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen

bilanziert.

Die kurzfristigen sonstigen Forderungen enthalten Derivate aus dem Energiebereich. Die

derivativen Finanzinstrumente werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst. Die Bilanzwerte

von Derivaten mit Aufrechnungsvereinbarung werden miteinander verrechnet

und somit saldiert ausgewiesen. Die sonstigen lang- und kurzfristigen Forderungen werden

zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Etwaige Wertminderungen sind gegebenenfalls

vorzunehmen.

Jene Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam mit dem beizulegenden

Zeitwert erfasst werden, werden zu jedem Abschlussstichtag einer Prüfung

unterzogen, ob objektive substanzielle Hinweise im Sinne von IAS 39 (wie etwa erhebliche

finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, die hohe Wahrscheinlichkeit eines Insolvenzverfahrens

gegen den Schuldner) auf eine Wertminderung hindeuten. Bei Vorliegen

auf solche Hinweise werden die zu erfassenden Wertminderungen erfolgswirksam in der

Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.


Die Bewertung der Erdgasvorräte erfolgt nach dem FIFO-Verfahren. Die Roh-, Hilfs- und

Betriebsstoffe sind zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Nettoveräußerungswert

am Bilanzstichtag angesetzt. Dieser ergibt sich bei marktgängigen Vorräten aus dem aktuellen

Marktpreis. Bei sämtlichen anderen Vorräten ergibt sich der Nettoveräußerungswert

aus der Herleitung von geplanten Erlösen abzüglich noch anfallender Herstellungskosten.

Die Bewertung erfolgt nach dem gleitenden Durchschnittspreisverfahren.

Noch nicht abrechenbare Leistungen sowie unfertige Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten

bewertet, welche die Fertigungslohneinzelkosten, die Materialeinzelkosten

sowie die angemessenen Material- und Fertigungsgemeinkosten unter Berücksichtigung

der Leerkosten umfassen.

Der Posten „Liquide Mittel“ in der Bilanz umfasst den Kassenbestand, Bankguthaben sowie

kurzfristige hochliquide Einlagen, die jederzeit in festgelegte Zahlungsmittelbeträge

umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen,

was idR bei einer Restlaufzeit von weniger als drei Monaten der Fall ist.

Für Zwecke der Geldflussrechnung umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

die oben definierten Zahlungsmittel.

Verbindlichkeiten werden bei Zuzählung mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten

erfasst. Ein Agio, Disagio oder sonstiger Unterschied zwischen dem erhaltenen

Betrag und dem Rückzahlungsbetrag wird unter Verwendung der Effektivzinssatzmethode

über die Laufzeit der Finanzierung verteilt und im Finanzierungsergebnis erfasst.

Die Rückstellungen für laufende Pensionen, Anwartschaften auf Pensionen und pensionsähnliche

Verpflichtungen werden gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode

ermittelt. Der Konzern erfasst die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste

in der Berichtsperiode, in der sie anfallen, in voller Höhe im Sonstigen Ergebnis. Die

versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden dabei sofort in die kumulierten

Ergebnisse eingestellt und auch in den Folgeperioden nicht erfolgswirksam umgegliedert.

Aufgrund von Betriebsvereinbarungen und Verträgen besteht die Verpflichtung, an gewisse

Mitarbeiter unter bestimmten Voraussetzungen nach deren Eintreten in den Ruhestand

Pensionszahlungen zu leisten. Diesen leistungsorientierten Verpflichtungen steht

für diesen Zweck gebundenes Pensionskassenvermögen gegenüber. Soweit diese Verpflichtungen

durch die Pensionskasse zu erfüllen sind, besteht eine Nachschussverpflichtung

von Seiten des Arbeitgebers. Das Fondsvermögen ist vor dem Zugriff von Gläubigern

des Konzerns geschützt und kann nicht direkt an den Konzern gezahlt werden. Der beizu-

Vorräte

Liquide Mittel

Finanzverbindlichkeiten

Pensionsverpflichtungen

und gesetzliche

Abfertigungen

69


70

legenden Zeitwert basiert auf Informationen über den Marktpreis, im Falle von notierten

Wertpapieren entspricht er dem veröffentlichten Ankaufskurs.

Die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen erfolgt auf Basis versicherungsmathematischer

Gutachten. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die „AVÖ 2008-P – Rechnungsgrundlagen

für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler“ in der Ausprägung für

Angestellte herangezogen. Über die Ausscheideursachen Tod und Invalidisierung bzw.

Ausscheiden aus dem Aktivitätsstand mit Erreichen des kalkulatorischen Pensionsalters

hinaus wurden vom versicherungsmathematischen Gutachter keine weiteren Ausscheideursachen

wie Fluktuation oder ähnliches berücksichtigt.

Die Höhe der Pension errechnet sich in Abhängigkeit von der bis zum Leistungsfall bei der

KELAG verbrachten Dienstzeit. Als rechnungsmäßiges Pensionsalter wurde das frühest

mögliche Anfallsalter für die (vorzeitige) Alterspension gemäß den einschlägigen gesetzlichen

Bestimmungen unter Berücksichtigung der Übergangsregelungen zugrunde gelegt.

Bei weiblichen Anwartschaftsberechtigten wurde das rechnungsmäßige Pensionsalter entsprechend

dem „Bundesverfassungsgesetz über unterschiedliche Altersgrenzen von männlichen

und weiblichen Sozialversicherten“ schrittweise angehoben.

Die Veranlagung des Pensionskassenvermögens erfolgt durch die Pensionskasse vorwiegend

in verschiedenen Investmentfonds unter Beachtung der Bestimmungen des Pensionskassengesetzes.

Mitarbeiter, deren Dienstverhältnis bis zum 31. Dezember 2002 begann, erhalten auf Basis

arbeitsrechtlicher Verpflichtungen bei Kündigung durch den Arbeitgeber bzw. zum Pensionsantrittszeitpunkt

eine einmalige Abfertigung. Die Anspruchshöhe richtet sich nach

der Anzahl der Dienstjahre und des bei Abfertigungsanfall maßgeblichen Bezuges. Die Berechnung

dieser Verpflichtung erfolgt gemäß IAS 19 nach der Projected-Unit-Credit-Methode

mit einem Ansparzeitraum von 25 Jahren. Daraus entfallende versicherungstechnische

Gewinne und Verluste werden ebenfalls im Sonstigen Ergebnis berücksichtigt. Für

sämtliche nach dem 31. Dezember 2002 beginnenden Arbeitsverhältnisse besteht kein Direktanspruch

des Arbeitnehmers mehr auf gesetzliche Abfertigung. Für die von dieser Regelung

betroffenen Arbeitnehmer zahlt der Arbeitgeber monatlich 1,53 % des Entgeltes in

eine Mitarbeitervorsorgekasse, in der die Beiträge auf einem Konto des Arbeitnehmers

veranlagt werden. Durch dieses Abfertigungsmodell ist der Arbeitgeber nur zur regelmäßigen

Leistung der Beiträge verpflichtet, und es wird daher als beitragsorientierter Plan

gemäß IAS 19 bilanziert.

Den Berechnungen der vorgenannten Rückstellungen zum 31. Dezember 2011 und 31. Dezember

2010 liegen folgende Annahmen zugrunde:


Versicherungsmathematische Annahmen

Pension

2011 2010

Abzinsungssatz 4,30 % 4,30%

Pensionssteigerungen 1,50 - 2,00 % 1,50 - 2,00 %

Gehaltssteigerungen 2,00 - 3,00 % 2,00 - 3,00 %

Fluktuation keine keine

Pensionsalter Frauen 56,5 - 62 56,5 - 62

Pensionsalter Männer 61,5 - 62 61,5 - 62

Erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens 4,10 % 4,10 %

Gesetzliche Abfertigungen

Abzinsungssatz 4,30 % 4,30 %

Gehaltssteigerungen 3,00 % 3,00 %

Fluktuation

(in Abhängigkeit von der Unternehmenszugehörigkeit) keine keine

Die Bilanzierung der Jubiläumsgeldrückstellung erfolgt nach denselben versicherungsmathematischen

Annahmen wie jene der Abfertigungsrückstellung.

Sonstige Rückstellungen werden entsprechend den Regelungen des IAS 37 angesetzt,

wenn für das Unternehmen eine rechtliche oder tatsächliche Verpflichtung gegenüber einem

Dritten aufgrund eines vergangenen Ereignisses vorliegt und es wahrscheinlich ist,

dass diese Verpflichtung zu einem Mittelabfluss führen wird. Hierbei muss die Höhe der

Verpflichtung zuverlässig geschätzt werden können. Sofern eine solche zuverlässige Schätzung

nicht möglich ist, unterbleibt die Rückstellungsbildung. Die Rückstellungen werden

mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt und nicht mit Erstattungsansprüchen

saldiert. Der Erfüllungsbetrag wird auf Basis der bestmöglichen Schätzung ermittelt,

mit der eine gegenwärtige Verpflichtung am Bilanzstichtag erfüllt oder auf einen Dritten

übertragen werden könnte. Dabei werden zukünftige Kostensteigerungen, die am Bilanzstichtag

absehbar und wahrscheinlich sind, berücksichtigt.

Im KELAG-Konzernabschluss werden weiters Drohverlustrückstellungen für erwartete Verluste

aus „belasteten“ Verträgen gemäß den Bestimmungen von IAS 37 gebildet. Der Bilanzansatz

spiegelt die Höhe des unvermeidbaren Ressourcenabflusses wider.

Rückstellungen

71


72

Verbindlichkeiten aus Lieferungen

und Leistungen und

sonstige Verbindlichkeiten

Eventualschulden

Unterscheidet sich der auf Basis eines marktüblichen Abzinsungssatzes ermittelte Barwert

der Rückstellung wesentlich vom Nominalwert, so wird der Barwert der Verpflichtung in

der Bilanz angesetzt und ein auf die Aufzinsung der Rückstellung entfallender Aufwand

im Finanzierungsergebnis erfasst.

Die KELAG bietet MitarbeiterInnen im Rahmen von Altersteilzeitmodellen die Möglichkeit,

vor dem Eintritt des ASVG-Pensionsanspruches unter Entgeltfortzahlung bis zum gesetzlich

verankerten Pensionseintrittsalter ein gefördertes Altersteilzeitmodell in Anspruch zu

nehmen. Bei der Bewertung der in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellung kommt die Projected-Unit-Credit-Methode

gemäß IAS 19 zur Anwendung, wobei versicherungsmathematische

Gewinne oder Verluste sofort ergebniswirksam (das heißt ohne Anwendung der

Korridormethode) realisiert werden. Die Bewertungsparameter entsprechen im Wesentlichen

jenen für pensionsähnliche Verpflichtungen. Die daraus zu erfassenden Aufwendungen

werden in der GuV unter den Gehältern ausgewiesen.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sind

mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Die kurzfristigen sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Derivate aus dem Energiebereich.

Die derivativen Finanzinstrumente werden mit ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst. Die

Bilanzwerte von Derivaten mit Aufrechnungsvereinbarung werden miteinander verrechnet

und somit saldiert ausgewiesen.

Eventualschulden sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende

Verpflichtungen, die wahrscheinlich nicht zu einem Ressourcenabfluss führen oder

in ihrer Höhe nicht verlässlich bestimmt werden können. Eventualschulden werden in der

Bilanz nur dann erfasst, wenn sie im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses

übernommen wurden.

Ihr Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Anschließend erfolgt die Bewertung zum

höheren der beiden folgenden Beträge:

● dem Betrag, der in Übereinstimmung mit den oben beschriebenen Leitlinien für Rückstellungen

erfasst werden würde (IAS 37), und

● dem erstmalig angesetzten Betrag ggf. abzüglich der in Übereinstimmung mit den allgemeinen

Leitlinien für Ertragsrealisierung (IAS 18) erfassten kumulativen Abschreibung.

Die in den Erläuterungen angegebenen Verpflichtungsvolumina der Eventualschulden entsprechen

dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang.


Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit dafür

besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen

Bedingungen erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als

Ertrag über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen,

die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. Die Investitionszuschüsse der öffentlichen

Hand sind seit dem Jahr 2004 mit den entsprechenden Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten

verrechnet.

Erhaltene Baukostenzuschüsse werden als Passivposten unter den Schulden erfasst und

über die Nutzungsdauer der betroffenen Sachanlagen aufgelöst.

IFRIC 12 „Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen“ findet für den KELAG-Konzern keine

Anwendung, da diese Interpretation Leitlinien für die Rechnungslegung der Betreiber im

Rahmen öffentlich-privater Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen enthält und das

kosovarische Wasserkraftwerk, für welches eine Anwendung der Regelung grundsätzlich

denkbar wäre, im weiteren Sinne als öffentliches Unternehmen gilt.

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ertragsteueraufwand für das abgelaufene

Geschäftsjahr umfasst die für die einzelnen Gesellschaften aus dem steuerpflichtigen

Einkommen und dem anzuwendenden Steuersatz errechnete Ertragsteuer sowie

die Veränderung der künftigen Steuerschulden und -ansprüche.

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode

werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde

bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrages

werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag

in den Ländern gelten, in denen der Konzern tätig ist und zu versteuerndes Einkommen

erzielt.

Mit dem Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag vom 7. Dezember 2004 bildete die KELAG

als Gruppenmitglied mit der KÄRNTNER ERNERGIEHOLDING BETEILIGUNGS GMBH als Gruppenträger

eine steuerliche Unternehmensgruppe gemäß § 9 KStG. Seit dem Jahr 2005 beziehungsweise

2009 wurde diese steuerliche Unternehmensgruppe um mehrere Gruppenmitglieder

aus dem Konzern erweitert. Vom Gruppenträger werden an die Gruppenmitglieder

die von diesen verursachten Körperschaftsteuerbeträge (Berechnung nach der

Stand-Alone-Methode) mittels Steuerumlage weiterverrechnet. Durch die Verrechnung

von Steuerumlagen erfolgt eine Korrektur des Steueraufwandes in der Gewinn- und Verlustrechnung

des Gruppenträgers.

Die Ermittlung der Steuerabgrenzung (künftige Steuern) erfolgt gemäß der in IAS 12 vor-

Investitionszuschüsse der

öffentlichen Hand und

Baukostenzuschüsse

Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen

Ertragsteuern

73


74

geschrieben Balance-Sheet-Liability-Methode für alle temporären Unterschiede zwischen

Wertansätzen der Bilanzposten im IFRS-Konzernabschluss und den bei den einzelnen Gesellschaften

bestehenden Steuerwerten. Weiters wird der wahrscheinlich realisierbare

Steuervorteil aus bestehenden Verlustvorträgen in die Ermittlung einbezogen, sofern diese

in Zukunft durch steuerliche Gewinne ausgeglichen werden können. Künftige Steueransprüche

und Steuerschulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung

von laufenden Steueransprüchen mit laufenden Steuerschulden vorliegt und

wenn sie in Zusammenhang mit Ertragsteuern stehen, die von der gleichen Steuerbehörde

erhoben werden. Firmenwerte, die im Rahmen der Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen

entstehen, führen zu keiner Steuerabgrenzung. Temporäre Differenzen, welche

aus der steuerlichen Abschreibbarkeit von Firmenwerten in Folgeperioden entstehen

bzw. sich verändern, werden hingegen entsprechend bei der Ermittlung der künftigen

Steuern berücksichtigt.

Zur Ermittlung der Steuerabgrenzungen sind jene Ertragsteuersätze anzuwenden, die erwartungsgemäß

zu dem Zeitpunkt gelten werden, in dem sich die temporären Differenzen

wahrscheinlich wieder ausgleichen werden.

Künftige Steueransprüche und –schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die

in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich

Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze)

zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag galten.

Künftige Steuern, die sich auf Posten beziehen, die erfolgsneutral erfasst werden, werden

ebenfalls erfolgsneutral verbucht. Künftige Steuern werden dabei entsprechend des ihnen

zugrunde liegenden Geschäftsvorfalls entweder im Sonstigen Ergebnis oder direkt im

Eigenkapital erfasst.

Der auf das Mutterunternehmen KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft anzuwendende

Körperschaftsteuersatz beträgt 25 %.

Für die vollkonsolidierten Gesellschaften wurden folgende Ertragsteuersätze angewendet:


in % 2011 2010

Bosnien und Herzegowina 10 10

Bulgarien 10 10

Italien 27,5/4,8176 27,5/4,8176

Kosovo 10 10

Kroatien 20 20

Mazedonien 10 10

Montenegro 9 9

Österreich 25 25

Rumänien 16 16

Serbien 10 10

Slowenien 20 20

Tschechien 20 20

Die Finanzinstrumente im KELAG-Konzern lassen sich in originäre und derivative Finanzinstrumente

unterteilen. Derivative Finanzinstrumente stellen im Falle der KELAG Commodity-Forwards

im Energiebereich (Strom und Gas) dar, so wie sie auch gemäß IAS 39 definiert

sind. Die derivativen Finanzinstrumente werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert

(Fair Value) bilanziert, wobei als Grundlage für die Bewertung im Bereich Strom die Börsenpreise

der EEX des letzten aktiven Handelstages für Jahresprodukte der Jahre 2012 bis

2015 herangezogen werden. Im Bereich Gas erfolgt die Zeitwertbestimmung analog der

Vorgehensweise im Strombereich, wobei hier die Notierungen der entsprechenden virtuellen

Handelspunkte herangezogen werden. In der folgenden Übersicht sind die zu ihrem

beizulegenden Zeitwert bilanzierten derivativen Finanzinstrumente nach ihren wesentlichen

Bewertungsparametern gegliedert dargestellt. Die sich daraus ergebenden Bewertungslevels

sind nach IFRS 7 wie folgt definiert:

Level 1: Preisquotierungen für ähnliche Instrumente. Dies bedeutet, dass die Bewertung

auf Basis von unangepassten Preisen von auf aktiven Märkten gehandelten Produkten erfolgt.

Level 2: Unmittelbar beobachtbare Marktinputfaktoren, soweit nicht Inputfaktoren des Level

1. Das heißt, dass die Bewertung auf Modellen basiert, welche wiederum beobachtbare

Parameter (Börsenpreise) als Inputfaktoren haben.

Level 3: Inputfaktoren, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Derivative

Finanzinstrumente

75


76

Ausweis von

Energiehandelsgeschäften

Derivative Finanzinstrumente, welche im Handel und beim Vertrieb von Energie entstehen,

werden zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet. Die Erfassung unrealisierter

Bewertungsgewinne beziehungsweise -verluste erfolgt grundsätzlich in der Gewinn-

und Verlustrechnung, außer die Voraussetzungen für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

(Hedge Accounting) gemäß IAS 39 sind erfüllt. Derzeit wird im KELAG-

Konzern von der Anwendung des Hedge Accounting kein Gebrauch gemacht. Die Erträge

und Aufwendungen aus der Bewertung zu Zeitwerten werden nach Handelspartnern saldiert

und in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzerlösen sowie im Materialaufwand

ausgewiesen.

Sogenannte Eigenverbrauchsverträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung

nichtfinanzieller Posten gemäß dem erwartenden Einkaufs-, Verkaufs-, oder Nutzungsbedarf

des KELAG-Konzerns abgeschlossen werden, werden nicht als derivative Finanzinstrumente,

sondern als schwebende Geschäfte bilanziert (Own Use Exemption). Falls ein

solcher Eigenverbrauchsvertrag „belastend“ im Sinne von IAS 37 wird, so ist dafür eine

Rückstellung für Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden. Enthalten die Verträge

eingebettete Derivate, so werden diese und die Basisverträge getrennt bilanziert, sofern

die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken nicht eng mit jenen des Basisvertrags verbunden

sind. Eine Neubeurteilung erfolgt nur bei einer Änderung von Vertragsbedingungen,

wenn es dadurch zu einer signifikanten Änderung der Zahlungsströme kommt, die sich

sonst aus dem Vertrag ergeben hätten.

Sämtliche erzeugungsoptimierende Handelsgeschäfte stellen derivative Finanzinstrumente

im Sinne des IAS 39 dar. Diese werden bei positivem Zeitwert in den Sonstigen Vermögensgwerten,

bei negativem beizulegenden Zeitwert in den Sonstigen Verbindlichkeiten

erfasst.

Die beizulegenden Zeitwerte der im KELAG Konzern eingesetzten Derivate (Forwardkontrakte)

können zu jedem Bilanzstichtag zuverlässig ermittelt werden. Die Bewertung von

derivativen Finanzinstrumenten im Strombereich erfolgt auf Basis von Börsenkursen und

einer aus Börsenkursen abgeleiteten Preis-Forward-Kurve. Im Gasbereich werden, wie bereits

erwähnt, die Preisnotierungen der entsprechenden virtuellen Handelspunkte direkt

für die Bewertung herangezogen.

Die Ergebnisse aus der Bewertung der beizulegenden Zeitwerte werden in den entsprechenden

energiewirtschaftlichen Aufwands- und Ertragspositionen erfasst. Das resultierende

Gesamtergebnis ist Teil des operativen Ergebnisses.

Die Handelsaktivitäten des KELAG-Konzerns resultieren vorrangig aus der getrennten Bewirtschaftung

und Optimierung der Erzeugungs- sowie der Vertriebspositionen und stel-


len somit eine wesentliche Geschäftsaktivität dar. Aus diesem Grund werden die aus den

Handelsaktivitäten resultierenden Umsatzerlöse sowie Bezugskosten in der Gewinn- und

Verlustrechnung brutto dargestellt.

Die Realisierung der Umsatzerlöse erfolgt grundsätzlich im Zeitpunkt der Lieferung an den

Kunden beziehungsweise mit Erfüllung der Leistung. Die entsprechenden Umsatzerlöse

werden erfasst, wenn gemäß den vertraglichen Vereinbarungen die maßgeblichen Chancen

und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, auf den Käufer übergegangen

sind, das Entgelt vertraglich festgelegt und die Erfüllung der Forderung aus der Lieferung

und Leistung wahrscheinlich ist.

Die Umsatzerlöse resultieren überwiegend aus den Verkäufen von Strom, Gas und Wärme

an Industrie- und Haushaltskunden, Energieversorgungsunternehmen und Strombörsen

sowie von Netzleistungen.

Bei allen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten sowie den

verzinslichen als auch zur Veräußerung verfügbar eingestuften finanziellen Vermögenswerten

werden Zinserträge und Zinsaufwendungen anhand des Effektivzinssatzes erfasst;

dabei handelt es sich um den Kalkulationszinssatz, mit dem die geschätzten künftigen Einund

Auszahlungen über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments oder gegebenenfalls

eine kürzere Periode exakt auf den Nettobuchwert des finanziellen Vermögenswerts

oder der finanziellen Verbindlichkeit abgezinst werden. Zinserträge werden in der Gewinnund

Verlustrechnung als Teil der Finanzerträge ausgewiesen.

Dividenden werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

Die Erstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit IFRS erfordert Ermessensbeurteilungen

bei der Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Des

Weiteren sind Annahmen über künftige Entwicklungen durch die Unternehmensleitung

zu treffen, welche den Ansatz und den Wert der Vermögenswerte und Schulden, die Angabe

von sonstigen Verpflichtungen am Bilanzstichtag und den Ausweis von Erträgen und

Aufwendungen während des Geschäftsjahres wesentlich beeinflussen können.

Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Einschätzungen

am Bilanzstichtag.

Als qualifizierte Vermögenswerte gelten jene Projekte, welche einen Herstellungszeitraum

von mindestens sechs Monaten aufweisen.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Beteiligungsansätze von assoziierten Unternehmen,

Ertragsrealisierung

Ermessensbeurteilung und

zukunftsbezogene

Annahmen

77


78

welche nach der Equity-Methode einbezogen werden, erfolgt auf Basis von Vorschaurechnungen

für künftige Zahlungsströme sowie unter Anwendung eines an die Branche

und das Unternehmensrisiko angepassten Abzinsungssatzes.

Bei der Beurteilung der bestehenden Sozialkapitalverpflichtungen werden Annahmen

über Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung und künftige Gehalts- bzw.

Pensionserhöhungen zugrunde gelegt.

Bei denen im Geschäftsjahr 2011 durchgeführten Unternehmenserwerben konnte die

dazugehörigen Kaufpreisallokationen auf den Erstkonsolidierungszeitpunkt aufgrund

der Größe und Komplexität der Akquisitionen, so wie deren Zeitnähe zum Bilanzstichtag

und der Vielzahl der zu beurteilenden Einzelsachverhalte, bislang noch nicht finalisiert

werden. Sie sind als vorläufig im Sinne von IFRS 3 zu betrachten und umfassen den

Prozess des Identifizierens und Bewertens von im Wege der Unternehmenszusammenschlüsses

erworbenen Vermögenswerten, übernommenen Schulden und Eventualschulden.

Für die Berechnung einer eventuellen Wertminderung des Firmenwertes ist es erforderlich,

den Nutzungswert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der dem Firmenwert

zugeordnet ist, zu ermitteln. Die Ermittlung des Nutzungswertes basiert auf

Schätzungen künftiger Cash Flows der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie auf der

Festlegung eines geeigneten Abzinsungssatzes.

Für Zwecke des Werthaltigkeitstests wurden die im KELAG-Konzern entstandenen Firmenwerte

wie folgt auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (Cash Generating Units,

CGUs) allokiert:

Firmenwerte

in Mio. EUR 2011 2010

Summe Firmenwerte im KELAG-Konzern 6,8 7,9

Internationale Windprojekte – Bulgarien 0,0 0,2

Internationale Windprojekte – Rumänien 1,1 5,9

Internationale Wasserkraftprojekte - Bosnien 0,0 1,1

Internationale Wasserkraftprojekte – Kosovo 0,2 0,6

Nationale Wärmeprojekte 5,5 0,0


Bei den Firmenwerten der internationalen Windprojekte in Rumänien sowie der nationalen

Wärmeprojekte handelt es sich ausschließlich um vorläufige Firmenwerte aufgrund

noch nicht abgeschlossener Purchase-Price-Allocations für die im Geschäftsjahr 2011

durchgeführten Unternehmenserwerbe. Es ist aus heutiger Sicht davon auszugehen,

dass bei finaler Feststellung bzw. Umwertung der übernommenen Vermögenswerte und

Schulden die Firmenwerte aufgrund der angepassten Erstkonsolidierung im Geschäftsjahr

2012 nicht mehr zu Buche stehen werden.

Im Zuge des Asset Deals des kosovarischen Kraftwerkes im Geschäftsjahr 2009 entstand

ein Firmenwert von rd 0,2 Mio. EUR. Rechnerische Grundlage für den Werthaltigkeitstest

bildet das Budget 2012 sowie die Mittelfristplanung. Nach Ende der Planperioden wurde

ein Terminal Value auf Basis eines normalisierten Geschäftsjahres ohne Wachstumsabschlag

angesetzt. Der Impairmentt Test ergab keinen Wertberichtungsbedarf.

Unsicherheiten bestehen weiteres hinsichtlich der Auslegung komplexer steuerrechtlicher

Vorschriften, Änderungen des Steuerrechts sowie der Höhe und des Entstehungszeitpunkts

künftig zu versteuernder Ergebnisse. Angesichts der großen Bandbreite internationaler

Geschäftsbeziehungen und des langfristigen Charakters und der Komplexität

bestehender vertraglicher Vereinbarungen ist es möglich, dass Abweichungen zwischen

den tatsächlichen Ergebnissen und den getroffenen Annahmen bzw. künftige Änderungen

solcher Annahmen in Zukunft Anpassungen des bereits erfassten Steuerertrags

und Steueraufwandes erfordern.

Künftige Steueransprüche werden für alle nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge

in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen

verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können.

Bei der Ermittlung der Höhe der künftigen Steueransprüche, die aktiviert werden

können, ist eine wesentliche Ermessensausübung des Managements bezüglich des erwarteten

Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens

sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich.

Die Bewertung von Drohverlustrückstellungen erfolgte aufgrund von Annahmen und

Schätzungen zum Bilanzstichtag.

Der Aufwand aus leistungsorientierten Plänen sowie der Barwert der Pensionsverpflichtung

werden anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Eine

versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage diverser Annahmen,

die von den tatsächlichen Entwicklungen in der Zukunft abweichen können. Hierzu zählen

die Bestimmung der Abzinsungssätze, künftiger Lohn- und Gehaltssteigerungen, der

79


80

Währungsumrechnung

Sterblichkeitsrate und künftiger Rentensteigerungen. Aufgrund der Komplexität der Bewertung,

der zugrunde liegenden Annahmen und ihrer Langfristigkeit reagiert eine leistungsorientierte

Verpflichtung höchst sensibel auf Änderungen dieser Annahmen. Alle

Annahmen werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft.

Die Sterberate basiert auf öffentlich zugänglichen Sterbetafeln für das jeweilige Land.

Die in der Konzernbilanz nicht erfassten Eventualschulden in Höhe von 22,0 Mio. EUR

werden regelmäßig in Bezug auf ihre Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Ist die Wahrscheinlichkeit

eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen weder hinreichend

wahrscheinlich, dass eine Rückstellungsbildung geboten ist, noch unwahrscheinlich,

so sind die betreffenden Verpflichtungen als Eventualschulden erfasst. Die

Einschätzung wird von den Fachverantwortlichen unter Berücksichtigung von marktbezogenen

Inputs (sofern möglich) vorgenommen.

Die Gesellschaften bewerten in ihren Einzelabschlüssen nicht monetäre Posten in fremder

Währung zum Bilanzstichtag mit dem Kurs, der am Tag der Ersterfassung galt. Monetäre

Posten werden mit dem Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Bis zum Bilanzstichtag

eingetretene Kursgewinne und -verluste aus der Bewertung von monetären Bilanzposten

in fremder Währung werden ergebniswirksam in den sonstigen Aufwendungen

bzw. Erträgen berücksichtigt.

Der Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens,

aufgestellt. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine eigene funktionale

Währung fest. Da die in den Konzernabschluss einbezogenen wesentlichen Auslandsgesellschaften

ihr Geschäft selbstständig in ihrer Landeswährung betreiben, werden im

Konzernabschluss die Bilanzposten aller ausländischen Gesellschaften zu Tagesmittelkursen

am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Geschäfts- oder Firmenwerte werden als

Vermögenswerte der wirtschaftlich selbstständigen ausländischen Teileinheiten mit dem

Stichtagskurs umgerechnet. Die heraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden

im Sonstigen Ergebnis erfasst. Der für einen ausländischen Geschäftsbetrieb im Sonstigen

Ergebnis erfasste Betrag wird bei der Veräußerung dieses ausländischen Geschäftsbetriebs

in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Bei der Umrechnung der Eigenkapitalfortschreibung ausländischer Unternehmen, die

nach der Equity-Methode bilanziert werden, wird entsprechend vorgegangen. Für die

Währungsumrechnung wurden ua folgende Wechselkurse zugrunde gelegt:


Wechselkurse

Durchschnitt Stichtag

pro EUR 2011 31. 12. 2011

Bulgaria Leva (BGN) 1,9558 1,9558

Czech Republic Koruny (CZK) 24,6351 25,7870

Romania Lei (RON) 4,2416 4,3233

Kroatische Kuna (HRK) 7,4441 7,5370

Mazedonische Denar (MKD) 61,5317 61,5050

Serbische Dinar (RSD) 102,3105 104,6409

Bosnische Mark (BAM) 1,9558 1,9558

Durchschnitt Stichtag

pro EUR 2010 31. 12. 2010

Bulgaria Leva (BGN) 1,9558 1,9558

Czech Republic Koruny (CZK) 25,3562 25,0610

Hungary Forint (HUF) 274,5008 277,9500

Romania Lei (RON) 4,2338 4,2620

Kroatische Kuna (HRK) 7,2953 7,3830

Mazedonische Denar (MKD) 61,5742 62,4839

Serbische Dinar (RSD) 102,9130 105,6300

Bosnische Mark (BAM) 1,9558 1,9558

81



82

Erläuterung zur Segmentberichterstattung

Die Segmentabgrenzung und die offenzulegenden Informationen sind an der internen

Steuerung und Berichterstattung ausgerichtet (management approach). Die Segmentabgrenzung

im KELAG-Konzern in »Strom/Gas«, »Wärme« sowie »Beteiligungen/Sonstiges«

entspricht der internen Berichtsstruktur an den Vorstand als Hauptentscheidungsträger.

Zur internen Performancemessung der Segmente wird in erster Linie das Operative Ergebnis

herangezogen; für das Segment »Beteiligungen/Sonstiges« ist ferner das Beteiligungsergebnis

relevant.

In der Segmentberichterstattung sind die Geschäftsaktivitäten des KELAG-Konzerns den

Segmenten:

• Strom/Gas

• Wärme

• Beteiligungen/Sonstiges

zugeordnet.

Die Segmentierung im vorliegenden Konzernabschluss folgt dem in IFRS 8.5 normierten

Konzept des Management-Ansatzes und spiegelt die Grundlage wider, auf derer die

Steuerung und Kontrolle der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens durch die Hauptentscheidungsträger

im Konzern erfolgt. Sie ist an die interne Berichterstattung angelegt.

Das Segment Strom/Gas beinhaltet für die beiden Produkte - sofern vorhanden - jeweils:

• die Erzeugung

• den Handel

• den Vertrieb sowie

• das Netz.

Gemäß § 8 Abs. 3 ElWOG haben Elektrizitätsgesellschaften für die Bereiche Erzeugung,

Übertragung und Verteilung gesonderte Bilanzen und Ergebnisrechnungen aufzustellen

und in den Erläuterungen zu veröffentlichen, wenn sie zumindest zwei der drei Funktionen

Erzeugung, Übertragung und Verteilung wahrnehmen. Dieser Verpflichtung zur Darstellung

der Segmente wird bereits in den Einzelabschlüssen der KELAG sowie KELAG Netz

GmbH nachgekommen.

Dem Segment Wärme werden sämtliche Aktivitäten im Bereich der Nutzung von Abwärme

und Bioenergie zur Wärmeversorgung im In- und Ausland zugeordnet.


Das Segment Beteiligungen/Sonstiges umfasst

• die Leitungs- und Steuerungsfunktionen sowie die Aktivitäten im Bereich der Inlandsbeteiligungen,

• die Finanzierungsfunktion der KELAG Finanzierungsvermittlungs GmbH, sowie

• die Tätigkeiten im Bereich Telekom.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der berichtspflichtigen Segmente sind die

gleichen wie die den Grundsätzen der Rechnungslegung dargelegten Konzernbilanzierungsrichtlinien.

Zum Zwecke der Überwachung der Ertragskraft und der Verteilung von Ressourcen zwischen

den Segmenten beobachtet der Hauptentscheidungsträger die Investition in immaterielles

und Sachanlagevermögen sowie die Investitionen in Beteiligungen. Diese Informationen

werden dem Abschlussadressaten in der Segmentberichterstattung offengelegt.

Zur internen Performancemessung der Geschäftssegmente wird in erster Linie das operative

Ergebnis herangezogen. Dieses entspricht der Summe der operativen Ergebnisse der

in das jeweilige Geschäftssegment einbezogenen Unternehmensteile unter Berücksichtigung

intersegmentärer Umsätze und Aufwendungen.

Die Zugänge zu immateriellem und Sachanlagevermögen sowie zu (nach der Equity-Methode

bilanzierten und sonstigen) Beteiligungen umfassen Investitionen sowie Erhöhungen

infolge von Unternehmenserwerben. Diese Werte entsprechen auch der intern berichteten

Vermögensgröße.

Eine geographische Angabe der Umsatzerlöse, welche von externen Kunden erwirtschaftet

wurden sowie der langfristigen Vermögenswerte unterbleibt, da die erforderlichen Informationen

nicht verfügbar sind und die Kosten für ihre Erstellung übermäßig hoch wären.

83


84

Segmentberichterstattung 2011**

Beteili-

Strom/ gungen/ Eliminie- Summe

in Mio. EUR Gas Wärme Sonstiges rungen Konzern

Außenumsatz 1.521,4 136,0 2,9 0,0 1.660,3

Innenumsatz 12,3 0,3 0,0 –12,5 0,0

Gesamtumsatz 1.533,7 136,2 2,9 –12,5 1.660,3

Operatives Ergebnis 94,4 17,0 –13,5 0,0 97,8

Abschreibungen -42,0 –14,1 –6,5 0,0 –62,6

davon Wertminderungen 0,0 –1,5 0,0 0,0 –1,5

Beteiligungsergebnis 0,0 0,0 31,9 0,0 31,9

davon Ergebnis der nach

at-equity bilanzierten

Beteiligungen 0,0 0,0 -0,2 0,0 –0,2

Buchwert der nach

at-equity bilanzierten

Beteiligungen 0,0 0,0 12,1 0,0 12,1

Investitionen in immaterielle

Vermögenswerte und

Sachanlagevermögen 140,0 24,9 8,2 0,0 173,1

Investitionen in sonstige Anteile an

anderen Unternehmen 4,8 9,2 0,0 0,0 14,0


Segmentberichterstattung 2010**

Beteili-

Strom/ gungen/ Eliminie- Summe

in Mio. EUR Gas Wärme Sonstiges rungen Konzern

Außenumsatz 1.390,0 135,4 2,7 0,0 1.528,0

Innenumsatz 9,6 1,2 0,0 –10,8 0,0

Gesamtumsatz 1.399,6 136,6 2,7 –10,8 1.528,0

Operatives Ergebnis 102,4 6,2 –17,4* 0,0 91,3

Abschreibungen -46,9 –19,2 –7,3 0,0 –73,4

davon Wertminderungen –7,9 0,0 –0,3 0,0 –8,2

Beteiligungsergebnis 0,0 0,0 33,5 0,0 33,5

davon Ergebnis der nach

at-equity bilanzierten Unternehmen

Buchwert der nach

0,0 0,0 -0,5 0,0 –0,5

at-equity bilanzierten Beteiligungen

Investitionen in immaterielle

0,0 0,0 12,3 0,0 12,3

Vermögenserte und Sachanlagen

Investitionen in sonstige Anteile

130,1 18,8 7,0 0,0 155,9

anderen Unternehmen 2,3 2,5 0,0 0,0 4,8

* Ergebnis errechnet sich aus den Erlösen der Nebengeschäfte (Vermittlung LWL) nach Abzug der Kosten für den Zentralbereich

(Overhead).

** Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Umsatzerlöse aus Strom/Gas, Wärme und Beteiligungen/Sonstiges sind

mit der Segmentberichterstattung nicht vergleichbar, da die Segmente in allen zuvor genannten Bereichen Umsatzerlöse erzielen

85


86

(1)

Umsatzerlöse

(2)

Sonstige Erträge

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Tätigkeitsbereichen ergibt für das Jahr 2011 folgendes

Bild:

Umsatzerlöse

in Mio. EUR 2011 2010

Strom/Gas 1.522,4 1.391,6

Wärme 134,0 132,9

Beteiligungen/Sonstiges 3,8 3,5

Summe Umsatzerlöse 1.660,3 1.528,0

Von den Stromerlösen entfielen rd. 897,0 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 840,5 Mio. EUR) auf den

Stromhandel. Der Gesamtanstieg um 56,5 Mio. EUR ist auf das konjunkturelle Wachstum

sowie auf die Ausnützung der Marktvolatilität im Stromhandel zurückzuführen. Des Weiteren

sind in den Umsatzerlösen rd. 90,9 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 37,1 Mio. EUR) an Erlösen

aus dem Erdgashandel erfasst.

Sonstige betriebliche Erträge

in Mio. EUR 2011 2010

Veränderung von fertigen und unfertigen Erzeugnissen –1,9 0,0

Aktivierte Eigenleistungen 25,0 25,1

Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 5,0 1,5

Übrige 16,7 18,4

Summe Sonstige Erträge 44,8 45,1

Die sonstigen Erträge befanden sich nahezu auf Vorjahresniveau.

In den übrigen sonstigen Erträgen waren als größte Position mit rd. 2,4 Mio. EUR (im Vorjahr

rd. 2,2 Mio. EUR) Erträge aus Miet- und Pachtzinsen sowie rd. 11,5 Mio. EUR (im Vorjahr

rd. 12,4 Mio. EUR) aus diversen Verrechnungen enthalten.


Aufwendungen für Material und sonstige

bezogene Leistungen

in Mio. EUR 2011 2010

Materialaufwand –75,7 –81,5

Aufwendungen für bezogene Herstellungsleistungen

Strombezug –1.097,2 –1.020,6

Erdgasbezug -167,0 –95,0

Fremdleistungen -14,1 –12,4

Summe Aufwendungen für bezogene

Herstellungsleistungen -1.278,4 –1.127,9

Summe Aufwendungen für Material und sonstige

bezogene Herstellungsleistungen -1.354,1 –1.209,4

Der gestiegene Strom- sowie Erdgasbezug im Geschäftsjahr 2011 korrespondiert im Wesentlichen

mit den gesteigerten Umsatzerlösen aus dem erhöhten Handelsvolumen.

Personalaufwand

in Mio. EUR 2011 2010

Löhne und Gehälter -92,6 –96,9

Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene

Sozialabgaben sowie vom Entgelt abhängige

Abgaben und Pflichtbeiträge -23,2 –22,4

Aufwendungen für Lehrlingsentschädigung -1,2 –1,2

Sonstige Sozialaufwendungen -1,2 -1,1

Zwischensumme -118,2 –121,5

Aufwendungen für Abfertigungen -1,3 –0,8

Aufwendungen für Altersversorgung -4,8 –4,3

Summe Personalaufwand -124,3 –126,6

Die Mitarbeiterzahl, gemessen als Jahresdurchschnitt der Mitarbeiteräquivalente (Teilzeitstellen

aliquot berücksichtigt, einschließlich ruhende Arbeitsverhältnisse), setzte sich

im KELAG-Konzern wie folgt zusammen:

(3)

Aufwendungen für

Material und sonstige

bezogene

Herstellungsleistungen

(4)

Personalaufwand

87


88

(5)

Abschreibungen

(6)

Sonstige Aufwendungen

Mitarbeiterzahlen

2011 2010 Veränderung

Angestellte/Arbeiter 1.357 1.354 3

Lehrlinge 114 113 1

Summe Mitarbeiter 1.471 1.467 4

An Beiträge an Mitarbeitervorsorgekassen wurden im Geschäftsjahr 2011 rd. 0,3 Mio. EUR

(im Vorjahr rd. 0,2 Mio. EUR) bezahlt.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich auf -49,0 Mio. EUR (im Vorjahr -45,9

Mio. EUR) und für immaterielle Vermögenswerte auf -13,6 Mio. EUR (im Vorjahr -19,8 Mio.

EUR). Darin enthalten ist ein Wertminderungsaufwand in Höhe von rd. -1,5 Mio. EUR für

technische Anlagen eines ausländischen Energieversorgers, welchem dem Segment „Wärme“

zugeordnet ist. Bei Überprüfung zum Berichtstichtag wurde festgestellt, dass ein Wertminderungsaufwand

aus früheren Perioden nicht länger besteht, weshalb daraufhin eine

Wertaufholung in Höhe von rd. 0,5 Mio. EUR bei den technischen Anlagen und Maschinen

sowie geleistete Anzahlungen, Anlagen in Bau und Projekte erfasst wurde. Diese wird im

Segment „Strom/Gas“ erfasst. Im Vorjahr wurde weiters eine Abschreibung auf Firmenwerte

in Höhe von rd. -7,7 Mio. EUR in dieser Position erfasst.

Sonstige Aufwendungen

in Mio. EUR 2011 2010

Steuern (ohne EE-Steuern) -2,4 -1,6

Betriebs- und Geschäftsräume -2,7 -2,6

KFZ-Kosten -2,1 -1,6

Reise- und Fahrtspesen -3,8 -3,7

Nachrichtenaufwand -2,0 -1,7

Miet- u. Pachtaufwendungen -5,8 -5,9

Personalbeistellung -7,5 -6,7

Aufwendungen für Betriebsführung -0,9 -1,0

Werbe- und Repräsentationsaufwand -5,3 -5,6

Versicherungen -2,8 -2,5

Sonstige Aufwendungen -30,9 -39,6

Summe Sonstige Aufwendungen -66,2 -72,5


Der Rückgang der sonstigen Aufwendungen um rd. 6,3 Mio. EUR ist darauf zurückzuführen,

dass im Abschlussjahr 2010 wesentliche bilanzielle Vorsorgemaßnahmen erfasst wurden.

Hinsichtlich der sonstigen Aufwendungen sei auf RZ (23) - Langfristige Rückstellungen

– und RZ (27) – Kurzfristige Rückstellungen - verwiesen.

Zinsergebnis

in Mio. EUR 2011 2010

Zinsertrag 2,3 2,3

Zinsaufwand –18,3 –21,6

Summe Zinsergebnis –16,1 –19,2

In den Zinserträgen sind als wesentlichster Posten Zinsenerträge aus Bankguthaben enthalten.

Die Zinsenaufwendungen setzen sich überwiegend aus Zinsenzahlungen und -abgrenzungen

für die Anleihen sowie aus Zinsenanteilen von Rückstellungszuführungen zusammen,

welche die jährlichen Aufzinsungsbeträge im Zusammenhang mit der Barwertfortschreibung

der langfristigen Rückstellungen enthielten. Von den Fremdkapitalkosten waren in der

Berichtsperiode rd. 4,2 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 1,8 Mio. EUR) gemäß IAS 23 zu aktivieren.

Das Beteiligungsergebnis umfasste sämtliche Erträge und Aufwendungen, welche im Zusammenhang

mit den betrieblich veranlassten Beteiligungen entstanden sind. Im sonstigen

Beteiligungsergebnis sind als wesentlichster Posten die Erträge aus Beteiligungen in

Höhe von rd. 31,8 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 37,8 Mio. EUR) erfasst.

Der Rückgang bei den Erträgen aus Beteiligungen ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen,

dass im Geschäftsjahr 2011 die VERBUND-Austrian Hydro Power AG um rd. 5,0 Mio.

EUR weniger ausgeschüttet hat als im Vergleichsjahr 2010.

Ertragsteuern

in Mio. EUR 2011 2010

laufende Ertragsteuern / Steuerumlage -17,4 -12,3

künftige Ertragsteuern -4,3 -2,4

Summe Ertragsteuern -21,7 -14,7

(7)

Zinsergebnis

(8)

Sonstiges

Beteiligungsergebnis

(9)

Ertragsteuern

89


90

Kaufpreisallokation zu

Unternehmenserwerben

und Unternehmensgründungen

Der Steueraufwand in der Berichtsperiode 2011 von rd. -21,7 Mio. EUR ist um rd. 6,7 Mio.

EUR geringer als der rechnerische Steueraufwand von rd -28,4 Mio. EUR, der sich unter Anwendung

des Steuersatzes von 25 % auf den Gewinn vor Ertragsteuern (rd. 113,6 Mio. EUR)

ergeben würde. Die Ursachen für den Unterschied zwischen rechnerischem und ausgewiesenem

Steueraufwand im Konzern stellen sich wie folgt dar:

Steuerüberleitungsrechnung

in Mio. EUR 2011 2010

Ergebnis vor Ertragsteuern 113,6 105,6

Rechnerischer Ertragsteueraufwand -28,4 -26,4

Differenzen aufgrund unterschiedlicher Steuersätze 0,1 -0,2

Steuerfreie Erträge 9,5 9,5

Nicht abzugsfähigeAufwendungen –0,8 –2,2

Ertragsteueraufwand der Periode -19,6 -19,3

Aperiodischer Ertragsteuerertrag/-aufwand -2,2 4,6

Ausgewiesener Ertragsteueraufwand -21,8 -14,7

Erläuterungen zur Bilanz

Anschaffungskosten für IEP energija d.o.o.

in Tsd. EUR 31. 12. 2011

Kaufpreis in Bar (inkl. übernommener cashnahen Vermögenswerten) 3.989

Bedingte Kaufpreisanpassungen 0

Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbes 3.989

Bei diesem Unternehmenserwerb wurde die Kaufpreisallokation vorläufig ermittelt. Die

endgültige Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses erfolgt innerhalb der in

IFRS 3.45 festgelegten Zwölfmonatsfrist, da zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung die

Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden sowie Eventualverbindlichkeiten

des erworbenen Unternehmens noch nicht verlässlich bestimmt werden konnten.


Die Vermögenswerte und Schulden des Wasserkraftprojektes stellen sich zum Erwerbszeitpunkt

insgesamt wie folgt dar:

IEP energija d.o.o.

in Tsd. EUR

Erwerbsdatum 27. 10. 2011

Erworbener Anteil (direkt) 100 %

Langfristiges Vermögen 3.979

Kurzfristiges Vermögen 1

Neu bewertete Vermögenswerte 3.980

Eigenkapital 3.980

Langfristige Schulden 0

Kurzfristige Schulden 0

Neu bewertete Schulden 0

Reinvermögen 3.980

Anschaffungskosten 3.989

Verbliebener Firmenwert zum Erwerbszeitpunkt 10

Umsatzerlöse 2011 0

Ergebnis nach Ertragsteuern 2011 -2

Nettoabfluss von Zahlungsmitteln aus dem Erwerb

Gesamtkaufpreisbegleich in Barmitteln 3.989

Abzüglich dem Erwerb übernommene Zahlungsmittel 0

Nettoabfluss aus dem Erwerb 3.989

Die Gesellschaft hat sich zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung in der Bauphase befunden

und weist 2011 noch keine Umsatzerlöse auf.

Aufgrund der endgültigen Kaufpreisallokation der Unternehmenserwerbe an der Windfarm

MV I s.r.l. im Geschäftsjahr 2010 ergaben sich keine Anpassungen.

Weiters wurden folgende Unternehmenserwerbe 2011 bilanziell erfasst. Die beizulegenden

Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden stellten sich zum Erwerbszeitpunkt

wie folgt dar:

91


92

KelaVENT Charlie SRL

in Tsd. EUR

Erwerbsdatum 22. 12. 2011

Erworbener Anteil (direkt) 99,99 %

Langfristiges Vermögen 2.580

Kurzfristiges Vermögen 420

Neu bewertete Vermögenswerte 3.000

Eigenkapital 343

Langfristige Schulden 2.456

Kurzfristige Schulden 201

Neu bewertete Schulden 3.000

Reinvermögen 343

Anschaffungskosten 1.434

Verbliebener Firmenwert zum Erwerbszeitpunkt 1.091

Umsatzerlöse 2011 0

Ergebnis nach Ertragsteuern 2011 0

Nettoabfluss von Zahlungsmitteln aus dem Erwerb

Gesamtkaufpreisbegleich in Barmitteln 920

Abzüglich dem Erwerb übernommene Zahlungsmittel -387

Nettoabfluss aus dem Erwerb 533


Alternative Energie Salzburg GmbH

in Tsd. EUR

Erwerbsdatum 1. 1. 2011

Erworbener Anteil (direkt) 100 %

Langfristiges Vermögen 5.382

Kurzfristiges Vermögen 855

Neu bewertete Vermögenswerte 6.237

Eigenkapital 3.435

Langfristige Schulden 1.909

Kurzfristige Schulden 893

Neu bewertete Schulden 6.237

Reinvermögen 3.435

Anschaffungskosten 7.500

Verbliebener Firmenwert zum Erwerbszeitpunkt 4.065

Umsatzerlöse 2011 1.646

Ergebnis nach Ertragsteuern 2011 160

Nettoabfluss von Zahlungsmitteln aus dem Erwerb

Gesamtkaufpreisbegleich in Barmitteln 7.500

Abzüglich dem Erwerb übernommene Zahlungsmittel -393

Nettoabfluss aus dem Erwerb 7.107

93


94

Biowärme Friesach GmbH

in Tsd. EUR

Erwerbsdatum 1. 5. 2011

Erworbener Anteil (direkt) 100 %

Langfristiges Vermögen 845

Kurzfristiges Vermögen 402

Neu bewertete Vermögenswerte 1.247

Eigenkapital 843

Langfristige Schulden 0

Kurzfristige Schulden 404

Neu bewertete Schulden 1.247

Reinvermögen 843

Anschaffungskosten 2.300

Verbliebener Firmenwert zum Erwerbszeitpunkt 1.457

Umsatzerlöse 2011 463

Ergebnis nach Ertragsteuern 2011 40

Nettoabfluss von Zahlungsmitteln aus dem Erwerb

Gesamtkaufpreisbegleich in Barmitteln 2.300

Abzüglich dem Erwerb übernommene Zahlungsmittel -214

Nettoabfluss aus dem Erwerb 2.086

Die im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2011 erfassten Reinvermögen aus sämtlichen

Unternehmenserwerben des Geschäftsjahres 2011 basieren lediglich auf einer vorläufigen

Beurteilung des beizulegenden Zeitwerts. Die endgültige Bilanzierung der Unternehmenszusammenschlüsse

erfolgt innerhalb der in IFRS 3.45 festgelegten Zwölfmonatsfrist,

da zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung die Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte,

Schulden sowie Eventualverbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens

noch nicht verlässlich bestimmt werden konnten.


Langfristiges Vermögen

Als Immaterielle Vermögenswerte wurden Strombezugsrechte, Erdgasbezugsrechte und

sonstige Rechte – darunter Software und Merkwerte für Konzessionen sowie Firmenwerte

– ausgewiesen.

Geschäfts- oder Firmenwert – Buchwertentwicklung*

in Tsd. EUR 2011 2010

Stand zu Beginn des Jahres 0 3.115

Zusätzlich erfasste Beträge aus Unternehmenserwerben

des Geschäftsjahres 6.653 5.949

Abgang aus nachträglicher

kaufpreisbedingten Anpassungen 0 -1.377

Wertminderungen 0 -7.687

Summe Buchwert Geschäfts- oder Firmenwerte 6.653 0

* aus Konsolidierungsvorgängen

Die Entwicklung der restlichen immateriellen Vermögenswerte sowie der Sachanlagen ist

der Aufstellung zur Anlagenentwicklung am Ende der Erläuterungen zu entnehmen.

Angabe zu nach der at-equity Methode

bilanzierten Beteiligungen

in Mio. EUR 2011 2010

Anteil an den Vermögenswerten und Schulden der

nach der at-equity Methode bilanzierten Beteiligungen

Kurzfristige Vermögenswerte 6,5 9,4

Langfristige Vermögenswerte 38,5 39,4

Schulden 32,9 36,4

Eigenkapital 12,1 12,3

Anteil an den Erlösen und dem Ergebnis der nach der

at-equity Methode bilanzierten Beteiligungen

Umsatzerlöse 19,3 18,7

Ergebnis 1,7 1,4

Buchwert der Beteiligung 12,1 12,3

(10)

Immaterielle

Vermögenswerte

Geschäfts- oder

Firmenwerte

(11)

Sachanlagen

(12)

Nach der at-equity

Methode bilanzierte

Beteiligungen

95


96

(13)

Anteile an anderen

Unternehmen

(14)

Sonstige Wertpapiere und

Wertrechte

(15)

Sonstige langfristige

Forderungen und

Vermögenswerte

(16)

Künftige Steueransprüche

und -schulden

Zur Veräußerung verfügbare Beteiligungen beinhalten neben verbundenen Unternehmen,

welche aus Wesentlichkeitsgründen nicht vollkonsolidiert werden, auch unwesentliche Beteiligungen

an assoziierten Unternehmen, welche nicht nach der Equity-Methode bilanziert

werden. Daneben werden sonstige Anteile an anderen Unternehmen mit einer Beteiligungsquote

unter 20 % innerhalb dieses Bilanzpostens ausgewiesen.

Da diese Eigenkapitalinstrumente nicht börsenotiert sind und deren beizulegende Zeitwerte

nicht zuverlässig bestimmbar waren, erfolgt die Bilanzierung zu Anschaffungskosten

abzüglich notwendiger Abschreibungen für Wertminderungen.

Die wesentlichste Beteiligung ist die 10-%-Beteiligung an der VERBUND Hydro Power AG

mit rd. 123,3 Mio. EUR.

Die langfristigen Wertpapiere (im Wesentlichen Staatsanleihen) dienen zur Deckung der

Pensions- und Abfertigungsrückstellungen.

Sonstige Wertpapiere und Wertrechte

in Mio. EUR 2011 2010

Wertpapiere 27,9 28,1

Wertrechte 0,1 0,2

Summe Sonstige Wertpapiere und Wertrechte 28,1 28,3

Sonstige langfristige Forderungen und

Vermögenswerte

in Mio. EUR 2011 2010

Ausleihungen 4,9 5,5

Forderungen aus der Verrechnung von Darlehen 0,8 0,8

Geleistete Anzahlungen 0,3 0,2

Übrige 0,9 0,8

Summe Sonstige langfristige Forderungen

und Vermögenswerte 6,8 7,3

Die Unterschiede zwischen den Wertansätzen in der Steuer- und in der IFRS-Bilanz sowie

die zum Bilanzstichtag bestehenden Verlustvorträge wirken sich mit folgender Steuerlatenz

aus:


Künftige Steueransprüche und -schulden

31. 12. 2011 31. 12. 2010

Künftige Künftige Künftige Künftige

Steuer- Steuer- Steuer- Steuerin

Mio. EUR ansprüche schulden ansprüche schulden

Langfristige Vermögenswerte 7,3 31,3 7,2 29,5

Kurzfristige Vermögenswerte 0,0 0,6 0,2 0,0

Steuerliche Sonderposten 9,8 14,1 10,9 14,5

Pensionsrückstellungen 9,6 0,0 9,0 0,0

Sonstige langfristige Rückstellungen 15,3 0,1 17,4 0,1

Sonstige langfristige Schulden 0,1 0,5 0,0 0,7

Kurzfristige Schulden 0,1 0,0 0,1 0,3

Zwischensumme 42,1 46,6 44,9 45,1

Verlustvorträge 0,1 0,0 0,0 0,0

Summe vor Saldierung* 42,2 46,6 44,9 45,1

Saldierung -41,2 -41,2 -44,3 -44,3

In der Bilanz ausgewiesen 0,9 5,2 0,6 0,8

* Der Korrekturposten Saldierung betrifft die Saldierung der künftigen Steuern auf Ebene der Konzerngesellschaften.

Die Nettoposition für künftige Steueransprüche und -schulden hat sich in der Berichtsperiode

2011 wie folgt verändert:

Künftige Steueransprüche und -schulden

in Mio. EUR 2011 2010

Anfangsbestand 1. 1. -0,2 -3,4

Ergebnisneutrale Veränderung 0,2 5,6

Ergebniswirksame Veränderung -4,3 -2,4

Endbestand 31. 12. -4,3 -0,2

Die ergebnisneutrale Veränderung bezieht sich im Wesentlichen auf direkt im Sonstigen

Ergebnis erfassten Gewinne und Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten

sowie den erstmaligen Ansatz infolge von Konsolidierungskreisänderungen.

97


98

(17)

Vorräte

(18)

Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen sowie

sonstige Forderungen

und Vermögenswerte

Kurzfristige Vermögenswerte

Unter dem Bilanzposten kurzfristiges Vermögen werden sämtliche Vermögenswerte ausgewiesen,

von denen erwartet wird, dass sie innerhalb eines Zeitraumes von zwölf Monaten

realisiert oder erfüllt werden.

Vorräte

in Mio. EUR 2011 2010

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 11,7 11,5

Unfertige Erzeugnisse 0,1 0,1

Fertige Erzeugnisse und Waren 6,2 3,4

Noch nicht abrechenbare Leistungen 0,2 2,1

Summe Vorräte 18,2 17,1

Der wertmäßige Bestand an Erdgas am Bilanzstichtag betrug rd. 5,8 Mio. EUR (im Vorjahr

rd. 3,1 Mio. EUR). Im Geschäftsjahr 2011 wurden Wertminderungen in den Vorräten in Höhe

von rd. 1,2 Mio. EUR erfasst.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie

sonstige Forderungen und Vermögenswerte

in Mio. EUR 2011 2010

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

gegenüber Fremden 40,3 49,3

Forderungen gegenüber beteiligten Unternehmen 2,8 0,3

Übrige Forderungen und Vermögenswerte 35,9 35,6

Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte 79,1 85,2

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Fremden betrafen großteils

bereits abgerechnete Strom-, Wärme- und Erdgasforderungen.

Die Forderungen gegenüber beteiligten Unternehmen betrafen zur Gänze Forderungen

aus Lieferungen und Leistungen.


Wertberichtigungen

Wertbein

Mio. EUR Buchwert richtigung Brutto

2010

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

gegenüber Fremden 49,3 3,1 52,4

Forderungen gegenüber beteiligten Unternehmen 0,3 0,2 0,5

Übrige Forderungen und Vermögenswerte

Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

35,6 0,0 35,6

übrige Forderungen und Vermögenswerte 85,2 3,3 88,4

2011

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

gegenüber Fremden 40,3 3,6 43,9

Forderungen gegenüber beteiligten Unternehmen 2,8 0,0 2,8

Übrige Forderungen und Vermögenswerte

Summe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

35,9 0,0 35,9

übrige Forderungen und Vermögenswerte 79,1 3,6 82,7

Übrige Forderungen und Vermögenswerte

in Mio. EUR 2011 2010

Forderungen aus der Verrechnung von Steuern 9,6 12,6

Geleistete Anzahlungen 3,0 0,0

Sonstige Forderungen aus der Personalverrechnung 0,0 0,1

Marktwert Derivate 17,7 11,7

Sonstige 5,6 10,9

Summe Übrige Forderungen und Vermögenswerte 35,9 35,3

In den sonstigen Forderungen und Vermögenswerten waren zum Bilanzstichtag Forderungen

aus Schadensfällen, Zinsenabgrenzungen, Forderungen an das Finanzamt, Marktwert

von Derivaten etc. enthalten. Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte wurden

mit Ausnahme von den Derivaten zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert,

die im Wesentlichen den beizulegenden Zeitwerten entsprachen. Die Derivate wurden

zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

99


100

(19)

Liquide Mittel

(20)

Aktionären des

Mutterunternehmens

zurechenbares Eigenkapital

Kapitalrücklagen

Angesammelte Ergebnisse

und Dividende

Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen

Summe

Weder

überfällig

noch < 30 Tage 31 – 120 Tage 121 – 360 Tage > 360 Tage

in Mio. EUR wertgemindert

2011 40,3 29,7 8,6 2,0 0 0

Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2011 wurden Guthaben bei Kreditinstituten sowie

Barbestände in Höhe von rd. 87,6 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 116,1 Mio. EUR) ausgewiesen.

Liquide Mittel

in Mio. EUR 2011 2010

Kassenbestand 0,5 0,1

Guthaben bei Kreditinstituten 87,1 115,9

Summe Liquide Mittel 87,6 116,1

Die Bindungsdauer sämtlicher kurzfristiger Finanzveranlagungen betrugen zum Abschlussstichtag

weniger als drei Monate.

Für die Erklärung des Rückgangs wird auf die Seite 48 f „Geldflussrechnung des KELAG-

Konzerns“ verwiesen.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital stand unverändert mit 58,2 Mio. EUR zu Buche und unterteilt sich

in 7.920.000 auf Namen lautende Stückaktien und 80.000 auf Inhaber lautende Stückaktien.

Optionsrechte auf die Ausgabe neuer Aktien bestanden nicht.

Die in der Entwicklung des Eigenkapitals ausgewiesene Kapitalrücklage in Höhe von rd.

263 Tsd. EUR ist eine gebundene Kapitalrücklage.

In den in der Entwicklung des Eigenkapitals ausgewiesenen angesammelten Ergebnissen war

unter anderem die gesetzliche Rücklage enthalten, welche wie im Vorjahr mit rd. 5,8 Mio. EUR

unverändert zu Buche stand und mit 10 % des gezeichneten Kapitals den aktienrechtlichen

Vorschriften entsprechend voll dotiert war. Des Weiteren sind in dieser Position unversteuerte

Rücklagen in Höhe von rd. 56,4 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 57,9 Mio. EUR) enthalten.


Die angesammelten Ergebnisse umfassten die innerhalb des Konzerns thesaurierten Ergebnisse.

Die Dividende richtet sich nach dem im unternehmensrechtlichen Einzelabschluss der KE-

LAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft als Mutterunternehmen ausgewiesenen Bilanzgewinn.

Demnach wird der Hauptversammlung vorgeschlagen werden, rd. 30,0 Mio.

EUR an die Aktionäre auszuschütten.

Den nicht beherrschenden Gesellschaftern zurechenbares Eigenkapital zeigt den Anteilsbesitz

Dritter an den Konzerngesellschaften. Diese resultierten aus der Konsolidierung der

Lumbardhi/Kosovo Beteiligungsgesellschaft mbH, der KelKos Energy Sh.p.k, der Windfarm

Balchik 1 OOD, der Windfarm Balchik 2 OOD sowie der Windfarm Balchik 4 OOD. Weiteres

werden auch Drittbesitze aus der Konsolidierung der Interenergo-Gesellschaft Hidrowatt

d.o.o. Beograd sowie der Wärmeversorgung Arnoldstein GmbH unter dieser Bilanzposition

ausgewiesen.

Langfristige Schulden

Die langfristigen Finanzverbindlichkeiten stiegen gegenüber dem Vorjahr von rd. 257,3

Mio. EUR auf rd. 264,1 Mio. EUR. In dieser Position ist ebenfalls die in 2009 begebene 250-

Mio.-EUR-Anleihe enthalten. Die Verzinsung beträgt für die Laufzeit von 5 Jahren 4,5 %.

Der Ausgabepreis lag bei 99,383 %.

Unter der Bilanzposition langfristige Rückstellungen wurden neben Rückstellungen für

Abfertigungen und Pensionen sonstige langfristige Rückstellungen ausgewiesen.

Aufstellung der langfristigen Rückstellungen

in Mio. EUR 2011 2010

Pensionsrückstellung 91,2 91,7

Rückstellungen für Abfertigungen 62,3 61,3

Vorruhestandsrückstellungen 21,5 21,3

Jubiläumsgeldrückstellungen 12,0 11,0

Sonstige 86,4 70,7

Summe langfristige Rückstellungen 273,5 256,0

(21)

Nicht beherrschenden

Gesellschaftern

zurechenbares

Eigenkapital

(22)

Langfristige

Finanzverbindlichkeiten

(23)

Langfristige

Rückstellungen

101


102

Pensionsrückstellungen

Entwicklung der Pensionsrückstellungen

in Mio. EUR 2011 2010

Überleitung der in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellung

Barwert (DBO) der durch das Fondsvermögen gedeckten

Verpflichtungen 136,5 140,7

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -45,3 -49,0

Bilanzierte Rückstellung zum 31. 12.

Der Aufwand für Pensionsrückstellungen

gliedert sich wie folgt

91,2 91,7

Dienstzeitaufwand 0,9 0,7

Zinsaufwand 5,8 6,3

Erwarteter Veranlagungsgewinn -1,9 -2,7

In der GuV erfasster Pensionsaufwand

Entwicklung der Pensionsrückstellung

4,7 4,3

Bilanzierte Rückstellung 1. 1. 91,7 78,0

Erfolgswirksam erfasster Nettoaufwand

Veränderung der vollständig realisierten versicherungs-

4,7 4,3

mathematischen Gewinne / Verluste in der Periode 1,4 16,4

Pensions-/Prämienzahlungen -10,1 -10,5

Fonds-Auszahlungen 3,3 3,2

Beiträge zum Fondsvermögen 0,0 0,0

Nettoübertrittsbeiträge 0,1 0,2

Bilanzierte Rückstellung 31. 12.

Entwicklung der versicherungsmathematischen

Gewinne/ Verluste (kumuliert)

Kumulierter versicherungsmathematischer Gewinn (+) /

91,2 91,7

Verlust (-) 1. 1. -25,5 -8,9

Versicherungsmathematischer Gewinn (+) / Verlust (-) 0,9 -14,9

Veranlagungsgewinne (+) / -verluste (-) des Jahres -2,3 -1,5

Nettoverlust / (Gewinn) wegen Übertritten

Kumulierter versicherungsmathematischer Gewinn (+) /

-0,1 -0,2

Verlust (-) * -27,0 -25,5

* Ausweis erfolgt im sonstigen Ergebnis


Entwicklung der Pensionsrückstellungen

in Mio. EUR 2011 2010

Entwicklung des Barwerts der Verpflichtung (DBO)

Barwert (DBO) 1. 1. 140,7 129,1

Dienstzeitaufwand (erworbene Ansprüche) 0,9 0,7

Zinsaufwand 5,8 6,3

Pensionszahlungen -10,1 -10,5

Übertragungsbetrag wegen Zugängen 0,1 0,2

Versicherungsmathematische Gewinne / Verluste -0,9 14,9

Tatsächliche DBO 31. 12. 136,5 140,7

Entwicklung des Fondsvermögen

Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert 1. 1. 49,0 51,0

Beiträge zum Planvermögen 0,0 0,0

Fonds-Auszahlungen -3,3 -3,2

Erwarteter Ertrag des Planvermögens 1,9 2,7

Versicherungsmathematische Gewinne (+) / Verluste(-) -2,3 -1,5

Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert 31. 12. 45,3 49,0

Historische Information zur Pensionsverpflichtung

in Mio. EUR 2011 2010

Pensionsverpflichtung (DBO) zum 31.12. 136,5 140,7

Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert -45,3 -49,0

Unterdeckung (+) / Überschuss (-) 91,2 91,7

103


104

Fondsvermögen

in % 2011 2010

Renten – Euro 46,2 37,14

Renten – Euro Emerging Markets 2,61 0,00

Unternehmensanleihen – Euro 21,86 25,01

Aktien – Euro 4,40 9,82

Aktien – Non-Euro 9,70 14,74

Aktien – Emerging Markets 0,40 3,46

Immobilien 9,82 0,00

Alternative Investmentinstrumente 5,01 6,84

Bargeld 0,00 2,99

Gesamt 100,00 100,00

Erfahrungsbedingte Anpassungen der Versicherungsmathematischen

Gewinne und Verluste

in Mio. EUR 2011 2010 2009

Erwarteter Barwert (DBO) zum Periodenende 137,1 125,9 113,7

- Barwert (DBO) zum Periodenende gem. Bewertungspararmeter

des Periodenbeginns -136,5 -126,4 -117,8

+/- Übertragungsbetrag wegen Zu- / Abgängen 0,1 0,2 0,2

+ Erwartete Pensionszahlungen 10,3 10,2 10,1

- Aktuelle Pensionszahlungen -10,1 -10,5 -10,4

= Erfahrungsbedingte Anpassung der versicherungs-

mathematischen Gewinne / Verluste 0,9 -0,6 -4,2


Entwicklung der Rückstellungen für Abfertigung

in Mio. EUR 2011 2010

In der Bilanz ausgewiesene Rückstellung

Barwert (DBO) der Verpflichtung 62,3 61,3

Bilanzierte Rückstellung zum 31.12. 62,3 61,3

Der Aufwand für Abfertigungsrückstellungen gliedert

sich wie folgt:

Dienstzeitaufwand 1,1 0,3

Zinsaufwand 2,6 2,8

In der GuV erfasster Abfertigungsaufwand 3,7 3,1

Entwicklung der Rückstellung

Bilanzierte Rückstellung 1. 1. 61,3 58,0

Erfolgswirksam erfasster Nettoaufwand 3,7 3,1

Veränderung der vollständig realisierten versicherungsmathematischen

Gewinne / Verluste in der Periode -0,7 4,2

Abfertigungszahlungen -1,9 -3,9

Bilanzierte Rückstellung 31. 12. 62,3 61,3

Entwicklung der versicherungsmathematischen

Gewinne/ Verluste (kumuliert)

Kumulierter versicherungsmathematischer

Gewinn (+) / Verlust (-) 1. 1. -9,3 -5,2

Versicherungsmathematischer Gewinn (+) / Verlust (-) 0,7 -4,2

Nettoverlust / (Gewinn) wegen Übertritten

Kumulierter versicherungsmathematischer

0,1 0,0

Gewinn (+) / Verlust (-) -8,6 -9,3

Rückstellungen für

Abfertigungen

105


106

Sonstige langfristige

Rückstellungen

Erfahrungsbedingte Anpassungen der Versicherungsmathematischen

Gewinne und Verluste

in Mio. EUR 2011 2010 2009

Erwarteter Barwert (DBO) zum Periodenende 62,5 57,5 51,9

- Barwert (DBO) zum Periodenende gem. Bewertungspararmeter

des Periodenbeginns -62,3 -56,5 -52,9

+ erwartete Gesamt-Auszahlungen 2,4 3,5 3,2

- tatsächliche Gesamt-Auszahlungen -1,9 -3,9 -3,7

= Erfahrungsbedingte Anpassung der versicherungs-

mathematischen Gewinne/Verluste 0,7 0,7 -1,6

In den sonstigen langfristigen Rückstellungen sind Vorsorgen für drohende Verluste aus

belastenden Verträgen erfasst worden. Weitere wesentliche Posten betreffen notwendige

Maßnahmen auf Grund von Behördenauflagen bei bestehenden Kraftwerksanlagen sowie

Vorsorgen in Zusammenhang mit anhängigen und erwarteten Gerichtsverfahren. Die langfristigen

Rückstellungen werden mit 3,5 % (im Vorjahr 3,5 %) abgezinst.

Die Entwicklung der sonstigen langfristigen Rückstellungen zeigt für das Geschäftsjahr

2011 folgendes Bild:

Rückstellungen Rückstellungen Rückstellungen

in Mio. EUR für Vorruhestand für Jubiläumsgelder für Sonstige

Buchwert 1. 1. 2010 13,2 10,4 69,1

Zuführung 8,7 1,0 6,9

Aufzinsung 0,6 0,5 0,3

Verwendung 0,0 0,8 6,7

Auflösung 1,2 0,0 0,1

Sonstige neutrale Veränderung 0,0 0,0 1,4

Umbuchung 0,0 0,0 -0,1

Buchwert 31. 12. 2010 / 1. 1. 2011 21,3 11,1 70,7

Zuführung 0,0 1,4 14,6

Aufzinsung 0,9 0,5 0,4

Verwendung 0,0 0,9 1,1

Auflösung 0,6 0,0 2,1

Sonstige neutrale Veränderung 0,0 0,0 -0,5

Umbuchung 0,0 0,0 4,3

Buchwert 31. 12. 2011 21,5 12,0 86,4


Im Strombereich betrafen rd. 37,2 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 37,0 Mio. EUR) Baukostenzuschüsse

für Netzbereitstellung und rd. 49,5 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 51,2 Mio. EUR) Baukostenzuschüsse

zu Anschlusskosten. Die Baukostenzuschüsse werden auf Grund der Systemnutzungstarife-Verordnung

2006 § 3 Abs. 6 ab 2007 mit 5 % aufgelöst und in den Umsatzerlösen

verrechnet.

Die langfristigen sonstigen Verbindlichkeiten betrafen mit 3,8 Mio. EUR (im Vorjahr 7,6 Mio.

EUR) Verbindlichkeiten gegenüber beteiligten Unternehmen sowie mit 57,5 Mio. EUR (im

Vorjahr 57,4 Mio. EUR) andere sonstige Verbindlichkeiten.

Kurzfristige Schulden

Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten schlugen sich im Abschlussjahr mit rd. 13,4 Mio.

EUR (im Vorjahr rd. 18,9 Mio. EUR) zu Buche. Der Abbau lässt sich im Wesentlichen aus der

Rückzahlung kurzfristiger Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie sonstigen

Darlehensgebern erklären.

Die Entwicklung der kurzfristigen Rückstellungen im KELAG-Konzern weist nachfolgend

angeführtes Bild auf:

Laufende

in Mio. EUR Steuer Sonstige Summe

Buchwert 1. 1. 2010 0,0 54,9 54,9

Zuführung 0,2 35,0 35,2

Verwendung 0,0 22,6 22,6

Auflösung 0,0 1,3 1,3

Umbuchung 0,0 0,1 0,1

Sonstige neutrale Veränderungen und

Konsolidierungskreisänderungen 0,0 -1,2 -1,2

Buchwert 31. 12. 2010 / 1. 1. 2011 0,2 64,9 65,1

Zuführung 0,1 15,5 15,6

Verwendung 0,2 25,8 26,0

Auflösung 0,0 2,8 2,8

Umbuchung 0,0 -4,3 -4,3

Sonstige neutrale Veränderungen und

Konsolidierungskreisänderungen 0,0 0,0 0,0

Buchwert 31. 12. 2011 0,1 47,5 47,5

(24)

Baukostenzuschüsse

(25)

Langfristige sonstige

Verbindlichkeiten

(26)

Kurzfristige

Finanzverbindlichkeiten

(27)

Kurzfristige

Rückstellungen

107


108

(28)

Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und

Leistungen und

sonstige Verbindlichkeiten

Berichterstattung zu

Finanzinstrumenten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten

standen mit 159,2 Mio. EUR (im Vorjahr 137,0 Mio. EUR) zu Buche, was einen Aufbau gegenüber

dem Vorjahr in Höhe von rd. 22,2 Mio. EUR bedeutet.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und

sonstige Verbindlichkeiten

in Mio. EUR 2011 2010

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

gegenüber Fremden 43,0 46,1

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen

Unternehmen 28,7 14,1

Verbindlichkeiten gegenüber beteiligten Unternehmen 8,8 7,3

Übrige Verbindlichkeiten 78,8 69,5

Summe Verbindlichkeiten aus Lieferungen und

Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 159,2 137,0

Übrige Verbindlichkeiten

in Mio. EUR 2011 2010

Verbindlichkeiten aus Steuern 17,6 18,3

Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 2,2 2,2

Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen 1,1 3,1

Marktwert Derivate 12,6 10,3

Diverse 45,2 35,6

Summe übrige Verbindlichkeiten 78,8 69,5

Zur Bewertung der Derivate sei auf die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden auf Seite

75 f verwiesen.

Sonstige Angaben

Finanzinstrumente und Risikomanagement

Der KELAG-Konzern hält mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente in Verbindung

mit dem Handelsgeschäft ausschließlich originäre Finanzinstrumente, die aktivseitig im


Wesentlichen Zahlungsmittel, Wertpapiere, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,

Guthaben bei Kreditinstituten und sonstige Forderungen sowie passivseitig Bankdarlehen,

Anleihen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

umfassen. Die beizulegenden Zeitwerte ergeben sich aus den Börsenkursen oder

werden mit anerkannten Bewertungsmethoden ermittelt.

Der beizulegende Zeitwert der in 2009 begebenen Anleihe beträgt zum Bilanzstichtag

259,9 Mio. EUR und wurde aufgrund beobachtbarer Börsekurse (Level 1) ermittelt. Zu den

sonstigen Finanzinstrumenten gemäß IFRS 7 sei auf RZ (18) – Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen sowie sonstige Forderungen und Vermögenswerte, RZ (19) – Liquide Mittel,

sowie RZ (28) – Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

– verwiesen. Der in der Bilanz unter den genannten Positionen ausgewiesene

Buchwert entspricht dem Marktwert zum Bilanzstichtag.

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2010

Tilgungszahlungen Zinszahlungen

Buchwerte 2012 - ab 2012 - ab

in Mio. EUR 2011 2015 2016 2011 2015 2016

1. Anleihen 248,2 0,0 248,2 0,0 11,3 36,0 0,0

2. Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten 20,8 12,7 4,8 3,2 0,5 0,7 0,1

3. Verbindlichkeiten gegenüber

Sonstigen 7,3 6,4 0,2 0,7 0,1 0,0 0,0

Summe Finanzverbindlichkeiten

276,2 19,1 253,2 3,9 11,9 36,7 0,1

Lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 2011

Tilgungszahlungen Zinszahlungen

Buchwerte 2013 - ab 2013 - ab

in Mio. EUR 2012 2016 2017 2012 2016 2017

1. Anleihen 248,7 0,0 248,7 0,0 11,3 23,8 0,0

2. Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten 21,4 15,6 3,4 2,4 0,4 0,6 0,1

3. Verbindlichkeiten gegenüber

Sonstigen 7,4 0,1 6,1 1,3 0,3 0,6 0,1

Summe Finanzverbindlichkeiten

277,5 15,7 258,1 3,7 12,0 25,1 0,3

109


110

Während des Geschäftsjahres kam es zu keinerlei Zahlungsverzögerungen bzw. -ausfällen

und Vertragsverletzungen im Rahmen von Darlehensverbindlichkeiten.

Fair-Value-Hierarchie in der Bewertung der

derivativen Finanzinstrumente 2010

in Mio. EUR Level 1 Level 2 Level 3 Summe

Marktwert Derivate (aktiv) 0,0 11,7 0,0 11,7

Marktwert Derivate (passiv) 0,0 10,3 0,0 10,3

Fair-Value-Hierarchie in der Bewertung der

derivativen Finanzinstrumente 2011

in Mio. EUR Level 1 Level 2 Level 3 Summe

Marktwert Derivate (aktiv) 0,0 17,7 0,0 17,7

Marktwert Derivate (passiv) 0,0 12,6 0,0 12,6

Das Nettoergebnis aus der Bewertung der eingesetzten Derivate beträgt rd. 3,7 Mio. EUR (im

Vorjahr rd. 1,3 Mio. EUR). Aufgrund der Erfassung in den entsprechenden energiewirtschaftlichen

Aufwands- und Ertragskonten ist dieses Ergebnis Teil des operativen Ergebnisses.

Nettoergebnis gemäß IFRS 7 aus derivativen

Finanzinstrumenten

in Mio. EUR 2011 2010

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte

finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 3,7 1,3

davon zu Handelszwecken gehalten 3,7 1,3

Die Risiken aus dem Bereich der derivativen Finanzinstrumente stellen im Wesentlichen

Markt- und Kreditrisiken dar, welche aus dem Eigenhandel mit und dem Vertrieb von Energie

entstehen. Im Bereich der Marktrisiken stellen für die KELAG ungünstige Preisentwicklungen

das Hauptrisiko dar. Dem wird durch ein aus dem zentralen Risikomanagementsystem

abgeleiteten Commodity-Risiko-Managementsystem mit seinen Limitsystemen

begegnet. Selbiges gilt für den Bereich der Kreditrisiken, wo durch eine strenge Auswahl

und ein ausgeprägtes Monitoring der Handels- und Vertriebspartner der Forderungsausfall

und das Wiedereindeckungs- und Wiederverwertungsrisiko begrenzt und gesteuert

wird.


Der Buchwert der Ausleihungen sowie Kredite und Forderungen entspricht im Wesentlichen

dem beizulegenden Zeitwert.

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach

Bewertungskategorien 2011

Vermögenswerte - Bilanzposten

Bewertungs- Buchwert Beizulegender

kategorie zum Zeitwert zum

in Mio. EUR nach IAS 39 Level 31. 12. 2011 31. 12. 2011

Sonstige Anteile an anderen

Unternehmen FAAC 125,9 -

Wertpapiere

Ausleihungen gegenüber

FAAFS 1 27,9 27,9

Beteiligungsunternehmen LAR 0,1 -

Sonstige Ausleihungen LAR 4,8 -

Sonstige

Sonstige Finanzanlagen und sonstige

- 2,1 -

langfristige Forderungen

Forderungen aus Lieferungen

34,9 -

und Leistungen

Forderungen gegenüber

LAR 40,3 40,3

Beteiligungsunternehmen

Derivative Finanzinstrumente im

LAR 2,8 2,8

Energiebereich FAHFT 2 17,7 17,7

Sonstige

Forderungen aus Lieferungen und

Leistungen und sonstige kurzfristige

- 18,2 -

Forderungen 79,1 -

Liquide Mittel LAR 87,6 87,6

Aggregiert nach Bewertungskategorien

Finanzielle Vermögenswerte zu

Anschaffungskosten FAAC 125,9 -

Kredite und Forderungen

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle

LAR 135,6 -

Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte im

FAAFS 27,9 27,9

Handelsbereich FAHFT 17,7 17,7

FAAC … financial assets at cost

LAR … loans and receivables

FAAFS … financial assets available for sale

FAHFT … financial assets held for trading

111


112

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach

Bewertungskategorien 2011

Schulden - Bilanzposten

Bewertungs- Buchwert Beizulegender

kategorie zum Zeitwert zum

in Mio. EUR nach IAS 39 Level 31. 12. 2011 31. 12. 2011

Anleihen FLAAC 1 248,7 259,9

Finanzverbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten und Sonstigen FLAAC 28,8 -

Lang- und kurzfristige

Finanzverbindlichkeiten 277,5 -

Verbindlichkeiten aus Lieferungen

und Leistungen FLAAC 0,2 -

Verbindlichkeiten gegenüber

Beteiligungsunternehmen FLAAC 3,8 -

Sonstige - 57,5 -

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 61,4 -

Verbindlichkeiten aus Lieferungen

und Leistungen FLAAC 43,0 43,0

Verbindlichkeiten gegenüber

Beteiligungsunternehmen FLAAC 8,9 8,9

Verbindlichkeiten gegenüber nicht

konsolidierten Tochterunternehmen FLAAC 28,7 28,7

Derivative Finanzinstrumente im

Energiebereich FLHFT 2 12,6 12,6

Sonstige - 66,1 -

Verbindlichkeiten aus Lieferungen

und Leistungen und sonstige

kurzfristige Verbindlichkeiten 159,2 -

Aggregiert nach Bewertungskategorien

Finanzielle Schulden zu fortgeführten

Anschaffungskosten FLAAC 348,7 -

Finanzielle Schulden im Handelsbestand FLHFT 12,6 -

FLAAC … financial liabilities at amortized cost

FLHFT … financial liabilities held for trading


Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach

Bewertungskategorien 2010

Vermögenswerte - Bilanzposten

Bewertungs- Buchwert Beizulegender

kategorie zum Zeitwert zum

in Mio. EUR nach IAS 39 Level 31. 12. 2010 31. 12. 2010

Sonstige Anteile an anderen

Unternehmen FAAC 129,6 -

Wertpapiere FAAFS 1 28,1 28,1

Ausleihungen gegenüber

Beteiligungsunternehmen LAR 0,1 -

Sonstige Ausleihungen LAR 5,5 -

Sonstige - 1,2 -

Sonstige Finanzanlagen und sonstige

langfristige Forderungen 34,9 -

Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen LAR 53,1 53,1

Forderungen gegenüber

Beteiligungsunternehmen LAR 0,3 0,3

Forderungen gegenüber nicht

konsolidierten Tochterunternehmen LAR 0,3 0,3

Derivative Finanzinstrumente im

Energiebereich FAHFT 2 11,7 11,7

Sonstige - 23,6 -

Forderungen aus Lieferungen und

Leist-ungen und sonstige kurzfristige

Forderungen 89,0 -

Liquide Mittel LAR 116,1 -

Aggregiert nach Bewertungskategorien

Finanzielle Vermögenswerte zu

Anschaffungskosten FAAC 129,6 -

Kredite und Forderungen

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle

LAR 175,4 -

Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte im

FAAFS 28,1 28,1

Handelsbereich FAHFT 11,7 11,7

FAAC … financial assets at cost

LAR … loans and receivables

FAAFS … financial assets available for sale

FAHFT … financial assets held for trading

113


114

Buchwerte und beizulegende Zeitwerte nach

Bewertungskategorien 2010

Schulden - Bilanzposten

Bewertungs- Buchwert Beizulegender

kategorie zum Zeitwert zum

in Mio. EUR nach IAS 39 Level 31. 12. 2010 31. 12. 2010

Anleihen FLAAC 1 248,2 261,3

Finanzverbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten und Sonstigen FLAAC 28,0 -

Lang- und kurzfristige

Finanzverbindlichkeiten 276,2 -

Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen FLAAC 0,1 -

Verbindlichkeiten gegenüber

Beteiligungsunternehmen FLAAC 7,6 -

Sonstige - 57,4 -

Sonstige langfristige

Verbindlichkeiten 65,1 -

Verbindlichkeiten aus Lieferungen

und Leistungen FLAAC 46,1 46,1

Verbindlichkeiten gegenüber

Beteiligungsunternehmen FLAAC 7,3 7,3

Verbindlichkeiten gegenüber nicht

konsolidierten Tochterunternehmen FLAAC 14,1 14,1

Derivative Finanzinstrumente im

Energiebereich FLHFT 2 10,3 10,3

Sonstige - 59,2 -

Verbindlichkeiten aus Lieferungen

und Leistungen und sonstige

kurzfristige Verbindlichkeiten 137,0 -

Aggregiert nach Bewertungskategorien

Finanzielle Schulden zu fortgeführten

Anschaffungskosten FLAAC 351,4 -

Finanzielle Schulden im Handelsbestand FLHFT 10,3 -

FLAAC … financial liabilities at amortized cost

FLHFT … financial liabilities held for trading


In der Gewinn- und Verlustrechnung wurde ein nach der Effektivzinssatzmethode berechneter

Gesamtzinsaufwand in Höhe von rd. 1,2 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 0,9 Mio. EUR) für finanzielle

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfasst, welche nicht erfolgswirksam zum

beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Liquiditätsrisiko

Der KELAG-Konzern ist hinsichtlich der Liquiditätslage gut positioniert und ist im Geschäftsjahr

2011 all seinen Zahlungsverpflichtungen pünktlich und ordnungsgemäß nachgekommen.

Einem möglichen Liquiditätsrisiko wird durch vorausschauende Planung der

Liquidität und Zahlungsströme, einer mittel- und langfristigen Kapitalbedarfsplanung, bewussten

Halten von ausreichenden Liquiditätsreserven sowie offenen Kreditrahmen bei

Banken entgegengewirkt. Die Aufrechterhaltung der jederzeitigen Liquidität und Erhöhung

der finanziellen Flexibilität sind einerseits durch hohe Cash-Bestände (87,6 Mio. EUR

per 31. 12. 2011 / 116,1 Mio. EUR per 31. 12. 2010) sowie andererseits durch eine kontrahierte

Barvorlagen-Kreditlinie in Höhe von 150 Mio. EUR (im Vorjahr 150 Mio. EUR) bis April

2013 mit Verlängerungsoption gewährleistet. In Konkretisierung der übergeordneten Unternehmensstrategie

bleiben die Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsreserve

und die Erhaltung einer ausgezeichneten Bonität primäre Ziele des KELAG-Konzerns. Das

Liquiditätsrisiko kann daher als sehr moderat eingestuft werden, was auch von der Ratingagentur

bestätigt wurde.

Kreditrisiko

Kreditrisiken resultieren aus der Nichterfüllung vertraglich vereinbarter Leistungen. Auf

der Aktivseite (im Wesentlichen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände) stellen

die ausgewiesenen Beträge gleichzeitig das maximale Ausfalls- bzw. Kreditrisiko dar.

Das Ausfallsrisiko wird durch regelmäßige Bonitätsanalysen und Marktbeobachtungen

überwacht. Geschäfte werden prinzipiell nur mit Kontrahenten erstklassiger Bonität auf

Basis eines externen Ratings einer international anerkannten Ratingagentur oder nach einer

internen Bonitätsüberprüfung abgeschlossen. Sofern bei den finanziellen Vermögenswerten

Ausfallsrisiken erkennbar sind, werden diese entsprechend umgehend durch

Wertberichtigungen erfasst. In Einzelfällen werden in Abhängigkeit von Art und Höhe der

jeweiligen Leistung Sicherheiten gefordert.

Die Veranlagungsstrategie der KELAG sieht grundsätzlich eine konservative Veranlagung

in einem gestreuten Veranlagungsportfolio bei Banken mit einem guten bis erstklassigem

Rating vor. Darüberhinaus erfolgt eine Risikobegrenzung im Rahmen von Geldmarktveranlagungen

durch Limitsysteme und Monitoring. Das Kontrahentenrisiko wird konzerneinheitlich

limitiert, bewertet und überwacht.

115


116

Marktrisiko

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko hält sich aktuell aufgrund der Struktur der Finanzverbindlichkeiten

in einem überschaubaren Rahmen, da der KELAG-Konzern eine konservative Veranlagungs-

und auch Finanzierungspolitik verfolgt. Der Anteil des variabel verzinsten Fremdkapitals

beträgt rund 9,80 % des gesamten Fremdkapitalschuldenstandes (im Vorjahr rd.

7,51 %). Der überwiegende Teil des Finanzierungsportfolios weist daher eine fixe Verzinsung

auf und unterliegt deshalb keinen zahlungswirksamen Schwankungen. Der variabel

verzinste Anteil wird laufend überwacht und ist aus Risikoaspekten auf Konzernebene mit

40 % limitiert. Ein Zinsanstieg in Höhe von 1 % bei den zum Bilanzstichtag bestehenden variabel

verzinsten Finanzverbindlichkeiten hätte eine Verringerung des Finanzerfolges in

Höhe von rd. 0,27 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 0,21 Mio. EUR) per anno zur Folge. Ein Zinsabfall

in Höhe von 1 % bei den zum Bilanzstichtag bestehenden variabel verzinsten Finanzverbindlichkeiten

hätte eine Erhöhung des Finanzerfolges in Höhe von rd. 0,27 Mio. EUR

(im Vorjahr rd. 0,21 Mio. EUR) per anno zur Folge. Zinssicherungsinstrumente kommen keine

zur Anwendung. Der KELAG-Konzern ist mit einem durchschnittlichen Effektivzinssatz

in Höhe von 4,60 % (im Vorjahr 4,57 %) finanziert. Die äquivalente Nominalverzinsung beträgt

4,34 % (im Vorjahr 4,36%).

Währungsrisiko

In der Konzernrahmenrichtlinie Finanzen ist geregelt, dass für die vollkonsolidierten Konzerngesellschaften

mit Sitz in Österreich nur Geschäfte in EURO zugelassen sind. Der Konsolidierungskreis

der KELAG weist per Ultimo keine Finanzverbindlichkeiten in Fremdwährung

auf und aus diesem Grund ist das Fremdwährungsrisiko zu vernachlässigen. Aufgrund

der geringen Vermögenswerte in Fremdwährungen (rd. 4,34 % des Gesamtvermögens

2011 bzw. rd. 2,7 % des Gesamtvermögens 2010) ist im Bereich der Währungsrisiken

ebenso das Translationsrisiko der Firmen- und Vermögenswerte vernachlässigbar.

Finanzrisiko

Der KELAG-Konzern agiert als international tätiger Energieversorger in einem zunehmend

komplexer werdenden Umfeld. An den Finanzmärkten sind Energieversorger aufgrund des

nicht zyklischen Geschäftsverlaufes und der Cash Flow-Stabilität nicht so stark von den

negativen Auswirkungen der wirtschaftlich angespannten Situation betroffen. Der KELAG-

Konzern sieht sich dennoch bei seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit Liquiditäts-,

Markt- und Kreditrisiken konfrontiert. Die konservative und auf Kontinuität ausgerichtete

und dennoch den vielfältigen Herausforderungen des Wirtschaftsalltags angepasste Finanzierungsstrategie

des KELAG-Konzerns hat sich auch im aktuell vorherrschenden instabilen

Umfeld gut bewährt. Im Bereich Finanzmanagement dienen eine Konzernrahmenrichtlinie

sowie operative Umsetzungsrichtlinien als Grundlage für die Geschäftsaus-


übung, in der strikte Risikomaßnahmen, Verantwortlichkeiten und Kontrollen verbindlich

vorgeschrieben werden.

Das Rating des KELAG-Konzerns wurde für 2011 von Standard & Poor‘s mit „A“ bestätigt,

womit das Unternehmen sowohl im nationalen als auch internationalen Vergleich eine

Spitzenposition einnimmt. Das Bekenntnis zu einer nachhaltig stabilen und robusten Kapitalstruktur,

die Einhaltung der wesentlichen ratingrelevanten Kennzahlen sowie eine regelmäßige

intensive Kommunikation und Diskussion der strategischen Zielsetzungen des

Konzerns mit der Ratingagentur sind Grundvoraussetzungen, um diese Position zu halten.

Die vollkonsolidierten Konzerngesellschaften des KELAG-Konzerns verfügen über keine

derivativen Finanzinstrumente, mit Ausnahme jenen aus den Handelsgeschäften.

Die Risikominimierung der Zins- und Währungsrisiken erfolgt durch ein ausreichendes internes

Kontrollsystem für sämtliche in Verwendung stehenden Finanzprodukte. Der Einsatz

von Derivaten zu Spekulationszwecken ist nicht gestattet. Das Kontrahentenrisiko

wird durch schriftliche Vorgaben für das Treasury verringert. Geschäfte mit Kontrahenten

(Banken) werden nur durchgeführt, wenn diese zumindest die gleiche Bonität wie die KE-

LAG aufweisen.

Per 31. Dezember 2011 sind für das Geschäftsjahr 2011 keine weiteren finanzwirtschaftlichen

Risiken erkennbar, die den Geschäftsverlauf des KELAG-Konzerns beeinträchtigen

könnten.

Kapitalmanagement

Zielsetzung des Kapitalmanagements ist es, eine starke Kapitalbasis zu erhalten, den eingeschlagenen

Kurs der wertorientierten Wachstums- und Innovationsstrategie auf Basis

erneuerbarer Energien erfolgreich fortzusetzen und somit die zukünftige Entwicklung des

Unternehmens zu fördern.

Das Management betrachtet als Kapital das buchmäßige Eigenkapital nach IFRS. Zum Bilanzstichtag

betrug das Eigenkapital 588,0 Mio. EUR (im Vorjahr 526,8 Mio. EUR). Die Finanzverbindlichkeiten

(kurz- und langfristig beliefen sich auf 277,5 Mio. EUR (im Vorjahr

276,2 Mio. EUR), die liquiden Mittel auf 87,6 Mio. EUR (im Vorjahr 116,1 Mio. EUR). Der Konzern

überwacht sein Kapital mithilfe der Kennzahl „Net Gearing“, die dem Verhältnis der

Nettofinanzverbindlichkeiten zur Summe des Eigenkapitals entspricht.

Mit einem Net-Gearing von 32,3 % (im Vorjahr 30,4 %) zum Bilanzstichtag weist der KE-

LAG-Konzern eine stabile Kapitalstruktur auf.

117


118

Prozessrisken

Net Gearing

in Mio. EUR 2011 2010

Langfristige Finanzverbindlichkeiten 264,1 257,3

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten 13,4 18,9

Summe Finanzverbindlichkeiten 277,5 276,2

Abzüglich liquider Mittel -87,6 -116,1

Nettofinanzverbindlichkeiten/Nettoverschuldung 189,9 160,1

Eigenkapital 588,0 526,8

Net Gearing 32,3% 30,4%

Weitere Ziele des Kapitalmanagements sind die Beibehaltung einer hohen Bonität („A-Rating“),

welche auch als Baustein in der Unternehmensstrategie verankert ist, eine adäquate

Verzinsung des Eigenkapitals und eine kontinuierliche Dividendenpolitik.

Zum 31. Dezember 2011 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren

des Kapitalmanagement vorgenommen.

Risikopolitik

Unternehmerisches Handeln bedeutet „keine Chance ohne Risiko“. Es gilt daher, den Grad

der Risikobereitschaft und somit die jeweiligen Risikogrenzen zu definieren. Dementsprechend

betreibt die KELAG ein Risikomanagement, das sich mit den Risiken aus eigenem

Handeln sowie mit den Risiken aus dem Marktumfeld befasst. Die konzernweite Vorgabe

von Regeln und Mindeststandards stellt ein systematisches und konzerneinheitliches Risikomanagement

sicher. Strategisches Ziel des KELAG-Konzerns ist es, über die reine

Pflichtumsetzung zur Erfüllung der gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus das Risikobewusstsein

auf allen Ebenen zu erhöhen, Risikoaspekte systematisch in unternehmerische

Entscheidungen einzubeziehen, die Leistungsfähigkeit der Internen Kontrollsysteme

und des Berichtswesens zu verbessern und damit eine wertorientierte Risikokultur auf

allen Ebenen des Konzerns zu etablieren.

Im zentralen Fokus des unternehmensweiten Risikomanagements stehen die für den KE-

LAG-Konzern identifizierten fünf Risiko-Kategorien Marktrisiken, Betriebsrisiken, Finanzrisiken,

Umfeldrisiken und sonstige Risiken. Diese werden je Geschäftsbereichsebene sowie

für die wesentlichen Beteiligungen erfasst und gesteuert.

In allen Geschäftsbereichen und bei allen Beteiligungen können Risiken bei der Umsetzung

betrieblicher Prozesse auftreten. Diese werden u. a. durch ein umfassendes inter-


nes Kontrollsystem und durch die Unterstützung von entsprechender Hard- und Software

minimiert.

Der Ausfall von Handelspartnern oder Kunden birgt die Gefahr, dass bereits gelieferte Energie

nicht bezahlt wird oder Energie nochmals beschafft werden muss (Replacement- und

Settlementrisiko). Darüber hinaus entstehen Risiken durch Wertveränderungen bei Commodity-Positionen

sowie bei gesetzlichen Veränderungen von Verrechnungspreisen. Risikominimierung

erfolgt durch initiale Bonitätsprüfung und laufende Bonitätsüberwachung

in Abhängigkeit vom Vertragsvolumen mit den Handelspartnern bzw. Kunden sowie durch

Schließen und Ausgleich von betroffenen Commodity-Positionen.

Weiterführende sonstige Angaben

Dem Cash Flow aus der operativen Tätigkeit werden Dividendeneinzahlungen sowie Zinseinzahlungen

zugeordnet. Dividendenauszahlungen sowie Zinsauszahlungen werden unter

dem Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Aufgrund des Beteiligungserwerbes der KelaVENT s.r.o. besteht zum Stichtag 31. Dezember

2011 eine Einzahlungsverpflichtung in Höhe von 1,0 Mio. EUR, wobei diese in den

nächsten Jahren fällig ist.

Die KELAG hat eine Garantie für sämtliche aus dem Dienstleistungsvertrag vom 27. Oktober

1998 zwischen der KÄRNTNER Entsorgungsvermittlungs GmbH und der Kärntner Restmüllverwertungs

GmbH resultierenden Verbindlichkeiten übernommen. Durch die Wertsicherung

dieser Garantie mit dem Verbraucherpreisindex 1996 ergibt sich zum 31. Dezember

2011 eine Eventualverbindlichkeit von rd. 3,9 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 3,8 Mio. EUR).

Diese Garantie läuft bis zum Ende des Dienstleistungsvertrages, in welchem die beiden

Vertragsparteien auf die Ausübung ihrer Kündigungsrechte bis zum 31. Dezember 2023

verzichten.

Für das slowenische Tochterunternehmen Interenergo und deren Töchter sowie die

KelKos Energy Sh.p.k. wurden Bankgarantien übernommen, welche mit rd. EUR 4,1 Mio. als

Eventualverbindlichkeiten erfasst wurden. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Haftungsklärungen

für den Stromhandel.

Weiters besteht eine Eventualverbindlichkeit aus der Verpflichtung der KI-KELAG International

GmbH, an die KelaVENT 0,8 Mio. EUR als Gesellschafterzuschuss im Falle eines Finanzierungsbedarfs

zu zahlen, sofern die KelaVENT dies nicht selbst aufbringen kann. Zum

31. Dezember 2011 ist davon jedoch nicht auszugehen.

Die KELAG Wärme GmbH hat im Rahmen der Restrukturierung der SWH einen 50-%-igen

Markt- und Kreditrisiken

im Energiehandel

und Vertrieb

Erläuterung zur Konzern-

Geldflussrechnung

Offene

Zahlungsverpflichtungen

Eventualverbindlichkeiten

119


120

Ereignisse nach dem

Bilanzstichtag

Haftungsausschluss für die Geschäftsführer der SWH-Gruppe unterzeichnet. Im Falle einer

Haftung der Geschäftsführer bis zu einem Maximalbetrag von 2,8 Mio. EUR übernimmt die

KELAG Wärme GmbH 50 %, also maximal 1,4 Mio. EUR.

Zusätzlich wurden vier Patronatserklärungen für die Gesellschaften Interenergo iHv EUR

11,5 Mio. und Windfarm MV I iHv EUR 1,7 Mio. ausgestellt.

Mit Jahresbeginn 2012 wurde die Verrechnungspreis-Verordnung 2012 zur Festlegung der

Ökostrom-Verrechnungspreise zwischen der Abwicklungsstelle für Ökostrom und den

Stromhändlern in Kraft gesetzt. Der Verrechnungspreis für Strom aus Kleinwasserkraftwerksanlagen

reduzierte sich um 49 %, jener für Strom aus sonstigen Ökostromanlagen

um 25 % gegenüber 2011.

Mit 1. Jänner 2012 trat auf Basis der zweiten Regulierungsperiode Strom (2010 – 2013) im

Rahmen des mehrjährigen Anreizregulierungssystems die neue Systemnutzungsentgelte-

Verordnung (SNE-VO) Strom in Kraft. Die Systemnutzungstarife Strom wurden für Kunden

der KELAG Netz GmbH von der Regulierungsbehörde um durchschnittlich 2,8 % angehoben.

Ebenfalls mit 1. Jänner 2012 trat auf Basis des mehrjährigen Anreizregulierungssystems

für Erdgas (2008 – 2012) die neue Systemnutzungstarife-Verordnung Erdgas in Kraft und

bedeutet für Kunden auf Netzebene 3 mit einem Verbrauch von 15.000 kWh/a eine Senkung

der Tarife um ca. 6,8 %. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus höheren vorgelagerten

Netzkosten der Ebene 1, der Veränderung der Netzabgabemenge sowie der

Berücksichtigung der Inflationsentwicklung.

Im Zusammenhang mit dem Kauf der Geschäftsanteile für die Windparkprojekte Kelavent

Echo und Golf (je 8 MW) kam es Anfang Februar zum Signing der Kaufverträge, mit einem

Closing ist im ersten Halbjahr 2012 zu rechnen.

Zu Beginn des Jahres 2012 wird die KELAG Wärme GmbH den vereinbarten Ausgleich

der Strom und Wärme aus Holz, Heizwerke Errichtungs-Betriebs GmbH gemeinsam mit

der Partnerin ÖBf Beteiligungs GmbH endgültig abschließen. Die Integration der von der

SWH durch die KWG erstandenen Werke und Gesellschaften in den standardisierten Betrieb

der KWG wird ebenso im ersten Quartal 2012 erfolgreich abgeschlossen werden.

Geschäftsbeziehungen zu nahe stehenden

Unternehmen und Personen

Zu den nahestehenden Unternehmen des KELAG-Konzerns sind alle nicht konsolidierten

verbundenen oder assoziierten Unternehmen sowie die beherrschenden Gesellschaften

und deren verbundene Unternehmen zu zählen. Die KEH Kärntner Energieholding Beteili-


gungs GmbH ist aufgrund ihrer Stellung als Mehrheitsaktionärin ein nahestehendes Unternehmen

und damit auch ihre Eigentümer das Land Kärnten und die RWE Energy Beteiligungsgesellschaft.

Ebenso gelten auch unter dem beherrschenden Einfluss des Landes

Kärnten stehende Unternehmen als nahestehende Unternehmen. Aufgrund der Direktbeteiligung

an der KELAG gilt auch die VERBUND und ihre Tochterunternehmen als nahestehend,

ebenso wie die Republik Österreich als Mehrheitseigentümer der VERBUND mitsamt

ihren Mehrheitsbeteiligungen.

Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den größten Konsolidierungskreis

erstellt, ist die KÄRNTNER ENERGIEHOLDING BETEILIGUNGS GMBH mit Sitz in Klagenfurt.

Der Konzernabschluss wird beim Firmenbuch des Landesgerichtes Klagenfurt offengelegt.

Das Mutterunternehmen, das den Konzernabschluss für den kleinsten Konsolidierungskreis

erstellt, ist die KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft mit Sitz in Klagenfurt.

Der Konzernabschluss wird beim Firmenbuch des Landesgerichtes Klagenfurt offengelegt.

Zu den nahestehenden Personen zählen die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates

der KELAG und deren nahe Familienangehörige.

Mit den nach der Equity-Methode bilanzierten Beteiligungen fanden nachstehende Transaktionen

statt und stellten sich wie folgt dar:

Geschäftsvorfälle zu nahestehende Unternehmen

und Personen

in Mio. EUR 2011 2010

Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse 4,8 4,5

Sonstige Erträge 0,5 0,5

Sonstige Aufwendungen 2,5 2,3

Bilanz

Forderungen 2,8 0,3

Verbindlichkeiten 12,6 14,9

An die Gesellschafter und deren verbundene Unternehmen wurden Umsätze aus Stromhandelsaktivitäten

in Höhe von rd. 41,2 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 66,8 Mio. EUR) erbracht.

Von den Gesellschaftern und deren verbundenen Unternehmen wurden Leistungen aus

Stromhandelsaktivitäten, Bezugsrechten sowie Netzkosten in Höhe von rd. 91,1 Mio. EUR

(im Vorjahr rd. 101,9 Mio. EUR) bezogen.

Geschäftsbeziehungen mit

assoziierten Unternehmen

Geschäftsbeziehungen

mit Gesellschaftern

und deren verbundene

Unternehmen

121


122

Gezahlte

Dividende

Angaben zu den Organen

Honorare des

Abschlussprüfers

Weiteres wurden im Geschäftsjahr 2011 gegenüber der KEH-Kärntner Energieholding Beteiligungs

GmbH rd. 17,2 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 12,2 Mio. EUR) an Aufwendungen aus

der Steuerumlage verrechnet.

Alle Geschäfte sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen. Die Geschäftsbeziehungen

unterscheiden sich nicht von den Liefer- und Leistungsbeziehungen mit Gesellschaften,

die dem KELAG-Konzern nicht nahestehen.

Mit allen nahestehenden Unternehmen des Landes Kärnten werden in Summe weniger als

10 % des Gesamtumsatzes erwirtschaftet.

Angaben, die sich auf konzerninterne Sachverhalte beziehen, sind zu eliminieren und unterliegen

nicht der Angabepflicht im Konzernabschluss. Geschäftsvorfälle der KELAG mit

Tochterunternehmen, die vollkonsolidiert sind, sind somit nicht ausgewiesen.

Gezahlte Dividende

Anzahl der

Gesamt Aktien pro Aktie

in Mio. EUR EUR

Für Geschäftsjahr 2010 in 2011

gezahlte Dividende 30,0 8.000.000 3,75

Für Geschäftsjahr 2009 in 2010

gezahlte Dividende 25,0 8.000.000 3,13

Im Geschäftsjahr 2011 betrugen die fixen Bezüge des Vorstandes der KELAG 696 Tsd. EUR

(im Vorjahr 683 Tsd. EUR), die variablen Bezüge 294 Tsd. EUR (im Vorjahr 293 Tsd. EUR) und

die Sachbezüge 34 Tsd. EUR (im Vorjahr 34 Tsd. EUR). Hierbei handelt es sich ausschließlich

um kurzfristig fällige Leistungen aus der Vergütung der Personen in Schlüsselpositionen

des KELAG-Konzerns.

An Mitglieder des Aufsichtsrates der KELAG wurden keine Vergütungen bezahlt.

Es gibt keine wesentlichen zusätzlichen Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen

der KELAG.

Der KELAG-Konzern wird durch die Gesellschaften Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

m.b.H. und MOORE STEPHENS ALPEN ADRIA Wirtschaftsprüfungs GmbH im Rahmen

eines Joint Audit geprüft. Für die Konzernabschlussprüfer fielen Aufwendungen in

Höhe von je rd. 115 Tsd. EUR an, welche die Prüfung der Jahresabschlüsse betreffen. Wei-


ters wurden Aufwendungen für Beratungsleistungen in Höhe von rd. 36 Tsd. EUR von Ernst

& Young verrechnet.

Der Vorstand setzte sich im Berichtsjahr aus folgenden Herren zusammen:

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hermann Egger

Dipl.-Ing. Harald Kogler

Dipl.-Kfm. Armin Wiersma

Dem Aufsichtsrat gehörten im Berichtsjahr nachstehende Mitglieder an:

Mag. Dr. Günther Pöschl

Vorsitzender

Dr. Rolf Martin Schmitz

1. Stellvertreter des Vorsitzenden

Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (bis 20. 5. 2011)

Ing. Willibald Dörflinger

Dr. Thomas Glimpel

Mag. Leopold Rohrer (ab 20. 5. 2011)

Dr. Joachim Schneider (ab 20. 5. 2011)

Dr. Johann Sereinig

Dkfm. Dr. Heinz Taferner

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt (bis 20. 5. 2011)

Dr. Bernd Widera (ab 20. 5. 2011)

Dipl.-Ing. Jochen Ziegenfuß

Dr. Knut Zschiedrich (bis 20. 5. 2011)

Mitglieder des

Vorstand

Mitglieder des

Aufsichtsrates

123


124

Freigabe des

Konzernabschlusses 2011

zur Veröffentlichung

Vom Zentralbetriebsrat sind gemäß § 110 Arb VG folgende Herren delegiert:

Gerald Loidl

2. Stellvertreter des Vorsitzenden

Gerd Altersberger

Herwig Kircher

Ing. Helmut Polsinger

Johann Prentner

Der vorliegende Konzernabschluss wurde mit dem unterfertigten Datum vom Vorstand

aufgestellt. Der Konzernabschluss der KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft wird

am 16. März 2012 dem Aufsichtsrat zur Prüfung und Feststellung vorgelegt. Der Vorstand

versichert, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungslegungsstandards aufgestellte

Jahresabschluss ihres Wissens ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz-

und Ertragslage des KELAG-Konzerns vermittelt.

Klagenfurt am Wörthersee, am 10. Februar 2012

Der Vorstand:

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Hermann Egger e. h.

Sprecher des Vorstandes

Dipl.-Ing. Harald Kogler e. h.

Mitglied des Vorstandes

Dipl.-Kfm. Armin Wiersma e. h.

Mitglied des Vorstandes


BEILAGEN

Anlagenentwicklung

Bebaute

Grund- Geleistete

stücke mit Tech- Anzahl-

- Betriebs- Unbe- nische ungen,

Immaterielle und baute Anlagen Sonstiges Anlagen in Summe

Vermögens- Geschäfts- Grund- und Sach- Bau und Sachin

Tsd. EUR werte gebäuden stücke Maschinen anlagen Projekte anlagen

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Stand per 1. 1. 2010 332.149 138.076 4.260 1.575.975 117.190 71.516 1.907.017

Zugänge 37.704 4.107 633 43.580 7.321 62.508 118.148

Veränderung Konsolidierungskreis 441 -312 0 -7.529 -1.063 2.572 -6.332

Abgänge -2.718 -175 -2 -6.407 -4.862 -672 -12.118

Umbuchungen 12.468 2.611 -112 28.493 3.902 -47.361 -12.468

Wechselkursdifferenzen (netto) 0 0 0 -3 5 -3 -2

Stand per 31. 12. 2010 380.043 144.306 4.779 1.634.109 122.491 88.559 1.994.245

Kumulierte Abschreibungen

Stand per 1. 1. 2010 124.137 81.371 17 1.017.143 74.373 4.450 1.177.354

Zugang Abschreibungen 2010 19.783 4.220 0 34.496 6.878 307 45.901

Veränderung Abschreibung

Konsolidierungskreis -5 -151 0 -2.276 -165 0 -2.593

Abgang Abschreibungen 2010 -2.702 -172 0 -4.781 -4.638 0 -9.592

Umbuchungen 0 7 -17 188 -178 0 0

Stand per 31. 12. 2010 141.213 85.274 0 1.044.769 76.271 4.757 1.211.070

Nettobuchwert Stand 31. 12. 2010

Anschaffungs-/Herstellungskosten

238.830 59.032 4.779 589.340 46.221 83.803 783.174

Stand per 1. 1. 2011 380.043 144.306 4.779 1.634.109 122.491 88.559 1.994.245

Zugänge 60.706 10.061 0 63.562 8.968 29.844 112.436

Veränderung Konsolidierungskreis 78 2.433 0 11.746 4.238 2.580 20.997

Abgänge -294 -211 0 -12.789 -2.084 -2.031 -17.115

Umbuchungen 2 22.698 0 43.666 299 -66.665 -2

Wechselkursdifferenzen (netto) 0 -1 0 0 0 -140 -141

Stand per 31. 12. 2011

Kumulierte Abschreibungen

440.536 179.286 4.779 1.740.294 133.913 52.147 2.110.420

Stand per 1. 1. 2011 141.213 85.274 0 1.044.769 76.271 4.757 1.211.070

Zugang Abschreibungen 2011 *) 14.100 4.881 0 37.159 7.243 0 49.283

Zuschreibungen 2011

Veränderung Abschreibung

0 0 0 -196 0 -296 -492

Konsolidierungskreis 25 754 0 4.689 255 0 5.699

Abgang Abschreibungen 2011 -233 -185 0 -9.745 -1.966 0 -11.897

Umbuchungen 1 9.164 0 -9.177 23 -11 -1

Stand per 31. 12. 2011 155.106 99.889 0 1.067.498 81.826 4.450 1.253.662

Nettobuchwert Stand 31. 12. 2011 285.430 79.397 4.779 672.796 52.086 47.697 856.756

*) In der Gewinn- und Verlustrechnung des KELAG-Konzerns wurden die Wertminderungen auf Grund der Verwendung einer Rückstellung um rd. 0,3 Mio. EUR vermindert.

125


126

In der Bilanz werden unter der Position immaterielle Vermögenswerte auch die Firmenwerte

in Höhe von rd. 6,8 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 0,2 Mio. EUR) dargestellt. Für nähere Angaben

sei auf Rz (10) Geschäfts- und Firmenwerte verwiesen.

Gemäß IAS 23 wurden im vorliegenden Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011 in

den immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen rd. 4,2 Mio. EUR (im Vorjahr rd. 1,8

Mio. EUR) an Fremdkapitalkosten aktiviert, was einem Finanzierungskostensatz von 4,5 %

(im Vorjahr: 4,5 %) entspricht.

Im Geschäftsjahr 2011 wurden durch Unternehmenserwerbe rd. 15,4 Mio. EUR an Buchwerten

in die immateriellen Vermögenswerte und ins Sachanlagevermögen übernommen

und stellen einen vorläufigen Wert dar.


V. BESTÄTIGUNGSVERMERK

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der

KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, Klagenfurt

für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Dieser Konzernabschluss

umfasst die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011, die Konzern-Gewinnund

Verlustrechnung, die Konzern-Gesamtergebnisrechnung, die Konzerngeldflussrechnung

und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das am 31. Dezember 2011

endende Geschäftsjahr sowie eine Zusammenfassung der wesentlichen angewandten Bilanzierungs-

und Bewertungsmethoden und sonstige Anhangangaben.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und für die

Konzernbuchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die

Aufstellung eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International

Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese

Verantwortung beinhaltet: Gestaltung, Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen

Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des Konzernabschlusses und die Vermittlung

eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens , Finanz- und Ertragslage des Konzerns

von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei es auf Grund

von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung

der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang der

gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss

auf der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung

der in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing

and Assurance Standards Board (IAASB) der International Federation of Accountants (IFAC)

herausgegebenen International Standards on Auditing (ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze

erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die Prüfung so planen und

durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber bilden können,

ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von

Prüfungsnachweisen hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss.

Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers

unter Berücksichtigung seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens

wesentlicher Fehldarstellungen, sei es auf Grund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten

Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt der Abschluss-

127


128

prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses

und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens, Finanz- und Ertragslage

des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen

geeignete Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über

die Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst

ferner die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

und der von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen wesentlichen

Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt

haben, sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil

darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen

Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den

gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und

Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2011 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme

des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis zum 31. Dezember

2011 in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRSs), wie

sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist auf Grund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er

mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht

nicht eine falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk

hat auch eine Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht

mit dem Konzernabschluss in Einklang steht.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Klagenfurt am Wörthersee/Wien, am 10. Februar 2012

MOORE STEPHENS

ALPEN ADRIA Ernst & Young

Wirtschaftsprüfungs GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H.

Dr. Leopold Kraßnig Mag. Erich Lehner Mag. Elfriede Baumann

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüferin

*) Bei Veröffentlichung oder Weitergabe des Konzernabschlusses in einer von der bestätigten (ungekürzten deutschsprachigen) Fassung

abweichenden Form (z. B. verkürzte Fassung oder Übersetzung) darf ohne unsere Genehmigung weder der Bestätigungsvermerk zitiert

noch auf unsere Prüfung verwiesen werden.


BERICHT DES AUFSICHTSRATES

Der Aufsichtsrat hat im Berichtsjahr 2011 in fünf Plenarsitzungen die ihm nach Gesetz und

Satzung obliegenden Aufgaben und Befugnisse wahrgenommen.

Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle relevanten

Fragen der Geschäftsentwicklung sowie über die Lage und die Strategie des Unternehmens

und den Gang der Geschäfte, einschließlich der wesentlichen Konzerngesellschaften,

sowie über die Risikolage und das Risikomanagement mündlich und schriftlich informiert.

Über Maßnahmen, die der Zustimmung des Aufsichtsrates bedurften, wurde der

Aufsichtsrat rechtzeitig und umfassend informiert. Die Kontrolle, die aufgrund der laufenden

Berichterstattung des Vorstandes erfolgte, hat zu keinerlei Beanstandungen Anlass gegeben.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates behandelte in vier Sitzungen sämtliche Abschlussunterlagen

zur Vorbereitung der Beschlussfassung über den Jahresabschluss bzw.

Bestellung des Abschlussprüfers und berichtete darüber dem Aufsichtsrat.

Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss wurden unter Einbeziehung der Buchführung

und des Lageberichtes und Konzernlageberichtes von den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

MOORE STEPHENS Alpen-Adria Wirtschaftsprüfungs GmbH und Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

m.b.H. geprüft. Die Abschlussprüfer haben über das Ergebnis

schriftlich berichtet und gemäß § 274 (1) UGB festgestellt, dass die Buchführung und der

Jahresabschluss sowie der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen und

dass der Lagebericht und Konzernlagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss und dem

Konzernabschluss stehen. Es wurde daher seitens der Abschlussprüfer der uneingeschränkte

Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis der Prüfung zustimmend zur Kenntnis genommen.

Nach eingehender Prüfung und Erörterung im Prüfungsausschuss und im Aufsichtsrat hat

der Aufsichtsrat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2011

gebilligt, wodurch dieser gemäß § 96 Abs 4 Aktiengesetz festgestellt ist. Der Lagebericht

des Vorstandes wurde genehmigt und dem Vorschlag zur Gewinnverteilung wurde zugestimmt.

Der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht wurden vom Aufsichtsrat zustimmend

zur Kenntnis genommen.

Der Aufsichtsrat verbindet damit Dank und Anerkennung für die durch den Vorstand und

den MitarbeiterInnen des Unternehmens geleistete Arbeit.

Klagenfurt am Wörthersee, 16. März 2012

Für den Aufsichtsrat:

Der Vorsitzende

Mag. Dr. Günther Pöschl

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater

129


Egon StraSzEr

130


Detail „amygdale_sculptur“ , 2011, fluß_edel_stein Osttiroler Serpentin

131


132

links: „partnership Quattro“, 2011, vierteilig, 60/60/210 cm, Impala

„partnership“, 2011, zweiteilig, 30/60/210 cm, Rosso Vanga

rechts: „partnership“, 2009, zweiteilig, 14/25/80 cm, Osttiroler Serpentin


133


134

links:

rechts:

„parntership quattro“ und „immer korrekt“

„parntership quattro“


135


136

links: „my house“, 2009, zweiteilig, 37/80/250 cm, Osttiroler Serpentin

rechts: „partnership“, 2011, zweiteilig, 30/60/210 cm, Rosso Vanga


137


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links: Detail „immer korrekt“

rechts: „immer korrekt“, 2008, 43/43/192 cm, Osttiroler Serpentin

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„partnership“ und „Frucht Stück“


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Egon StraSzEr

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textausschnitte aus Beiträgen zur Werkserie „stone_clearing“ von

Carl aignEr

Direktor Landesmuseum

Niederösterreich

Vom Objekt zur Skulptur.

Oder: die Wiederkehr des Steins

Diese plastische Wahrnehmbarkeit

resultiert aus einer

neuen Relation von Skulptur

und Licht. In dieser faszinierenden

Verbindung wird

nicht nur ein Entmateriali-

sierungseffekt zuwege gebracht,

indem Lichträume im

Inneren des Steins durch

spezielle Schnitttechniken

geschaffen werden, sondern

auch die Figuration selbst

dematerialisiert. Der Künstler

schafft eine wahrnehmungspsychologisch

neue Transparenz

des harten Steinmaterials,

Innen und Außen verkehren

sich permanent in das

Gegenteil: Schwebend erscheint

und verschwindet je

nach Blickperspektive die in

den Steinblöcken herausgearbeiteten

Personagen.

In der genuinen Ver-Wendung

des Arbeitsmaterials

wird dieses sozusagen gegen

seinen eigenen Materialcharakter

ge-wendet. Der Stein

wird nicht mehr in eine

kunsthistorische Semantik

eingebunden, sondern von

dieser freigesetzt. Damit

werden auch neue rezeptive,

vor allem emotionale Zugänge

geöffnet, die den außerordentlich

immateriellen

Aspekt betonen.

Darüber hinaus gelingt es

ihm, eine neue Verschränkung

von geometrisch-

abstrakten mit biomorphen

Formen in einem Werkprozess

selbst zu vollziehen und

die oft unglückliche Diskussion

über abstrakt und

figurativ aufzuheben.

nora lEitgEB

Markant ist die klassische

Herangehensweise, die Subtraktion,

der Öffnungsaufbau

der inneliegenden

Skulpturen, das Öffnungsverhältnis

zur Materialstärke

des noch immer gesamten

erhaltenen geometrischen

Steinblockes.

Obwohl die Maschinen für

einen bestimmten Entwurf

eingestellt sind, und der

Künstler dann mehrere

gleiche Skulpturen auf einmal

produzieren könnte,

lehnt er das kategorisch ab.

Alle Skulpturen sind Einzelstücke.

Manchmal sind sie auf den

ersten Blick nicht zu erkennen,

dann macht man einen

Schritt zur Seite und die Figuren

treten deutlich hervor.

Aber auch die Farbe der Steine

verändert sich. Von einem

Blickwinkel aus ist der Granit

bräunlich, vom anderen rötlich,

der Serpentin wirkt zuweilen

fast schwarz, dann

wieder blau oder grün. Fällt

das Licht durch den geöffneten

Steinkubus, entstehen

Lichtmäntel, die die reale

Skulptur um eine transluzide

erweitern.

anna Maria EdEr

Der Entwicklungsgedanke zur Werkgruppe „stone_clearing“ ist ein Versuch

von Transformation der Steinbildhauerei in die Gegenwart.

Experimentierfreude – Lust auf Restrisiko – Neugierde – Achtsamkeit –

Wachsamkeit & Ausdauer bilden die Basis.

Doch das Konzept kippt in

eine mystische Seite, die sich

erst in der Betrachtung

manifestiert. Das Prinzip der

aktiven Wahrnehmung spielt

auch hier eine große Rolle.

Skulptur braucht Zuwendung.

Es ergibt sich ein Stundenplan

der idealen Betrachtung,

ein „Horarium der

Steinschnitte“.

Die Jalousie geht auf, die

Jalousie geht zu. Das Auge

kann nicht alles klar erfassen,

ein mystischer Nebel um

die im Kern stehengelassene

Form entsteht zuweilen.

Der Umriss definiert die

mystische Mitte.

Stele, 1998, Osttiroler Serpentin, 60/10/10 cm, Figur, Krastaler Marmor, 20/5/3 cm

dagMar BöhM

Alles auf der Welt liegt im

Auge des Betrachters.

Man muss sich mit Stone_

Clearing befassen, um es zu

begreifen. Wer sich die Wendigkeit

des eigenen Körpers

zu Nutze macht, um die

Arbeiten zu erforschen, dem

eröffnen sich verschiedenste

Durchblicke.

„Jedes Licht wirft Schatten

und das gibt unendliche

Möglichkeiten in der Betrachtung.

Man kann es

Lichtschürzen oder Schattenröcke

nennen oder einen anderen

Begriff dafür erfinden.

Das Licht ist und bleibt ein

wesentlicher Teil des Konzepts.

Er gibt in Stone_Clearing

einen Gedanken vor, der

Betrachter findet für sich

selbst seine Interpretation.

Der geometrische Mittelpunkt,

gleichzeitig Schwerpunkt

jeder Stone_Clearing-

Skulptur, verleiht den Arbeiten

eine angenehm schwere

Ruhe, das Lichtspiel erweckt

sie gleichzeitig zum Leben.

Und der Betrachter fängt all

das über das Auge ein, lässt

seine Eindrücke hinein in

den eigenen Geist. Und findet

sich womöglich selbst in

einer heilenden Stille, wie

einst Egon Straszer in der

Krypta des Gurktaler Doms.

Steadiness of mind can be

caused by focused contemplation

of an object.

Sutra 35, Samadhi Pada,

Pantajali Yoga Sutras


Biografie

Egon Straszer wurde 1966 in

Malta/Kärnten geboren und

absolvierte in den 1980er

Jahren die Ausbildungen

zum Kunstschmied und zum

Holz- und Steinbildhauer.

Anfang der 1990er Jahre

kam er über seine künstlerischen

Aktivitäten in den

Steinbrüchen von Adnet bei

Hallein zum Bronzeguss nach

Salzburg. Dort gründete er

mit Kolleginnen und Kollegen

die Künstlergruppe

„EUG“. Sie bauten einen Ausschmelzofen

und eine Versuchswerkstätte

für Bronzeguss

in Zusammenarbeit mit

der damaligen Glockengießerei

Oberascher auf. Parallel

dazu war er einige Jahre bei

Prof. Zenzmaier als Assistent

an der Internationalen Sommerakademie

Salzburg tätig.

Mitte der 1990 Jahre begann

er, in experimentellen Auseinandersetzungen

die Auslotung

von Steinbildhauerei

in der Gegenwart.

1999 begann sein jahrelanges

Engagement für Infrastruktur,

Organisation von

Symposien und Vorstandstätigkeit

im Verein Kunstwerk

Krastal.

2007 übersiedelt er nach

Großrust bei St. Pölten in

Niederösterreich, wo er lebt

und seine Werkstatt hat.

ausstellungen und

ausstellungsbeteiligungen

u.a. Kunstraum Walker/

Klagenfurt, Sammlung

Würth/Böheimkirchen,

Künstlerhaus Klagenfurt,

Galerie Freihausgasse/

Villach, Galerie Walker/

Schloss Ebenau,

Galerie Prisma/Bozen,

Natura Arte/Mailand,

Galerie Raumimpuls/Waidhofen

an der Ybbs, Akademie

der Künste_Künstlerhof

Buch/Berlin, Galerie am

Berg/Windischgarsten,

Galerie Pro Arte/Hallein,

Kleine Galerie/Wien,

Berchtoldvilla/Salzburg,

Der menschliche Körper,

Lainz-Wien

Mitherausgeber des 2004 im

Wieser-Verlag erschienenen

Buches „Dinge an sich“ und

Förderpreisträger 2006 für

Bildende Kunst des Landes

Kärnten.


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Impressum

Medieninhaber und Herausgeber

KELAG-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft

Arnulfplatz 2, A 9020 Klagenfurt am Wörthersee

Telefon: +43 (0)463 525-0

www.kelag.at

Redaktionelle Verantwortung

Klaus Grumet, Alexander Marchner

Grafische Gestaltung

TopTeam Werbeagentur

Feldkirchnerstraße 117

A 9020 Klagenfurt am Wörthersee

Umschlag

Egon Straszer, „partnership“, zweiteilig, 30/60/210 cm, Rosso Vanga

Satz

KELAG-Grafik

Druck

Druckerei Theiss GmbH., 9431 St. Stefan

Irrtümer und Druckfehler vorbehalten

Klagenfurt am Wörthersee, 2012

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