Buch Grünewald

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Buch Grünewald

Kölner

Mädchen und Jungen entdecken

jüdische Spuren…

Kommt mit!

Im Schuljahr 2008/9 erforschten die Achtklässler

der Ernst-Simons-Realschule mit

meiner Kollegin Ilse Baldeaux und mir das

jüdische Köln. Unser Schulgründer Ernst Simons

war ein bekannter Kölner Jude, und wir fühlen

uns seinem Erbe verpfl ichtet.

Unser Maskottchen „Uri“ begleitet

die hauptsächlich von

Schülern gestalteten Seiten.

Die von ihnen aus Zeitgründen

nicht mehr fertig

gestellten Artikel habe ich selber hinzugefügt.

Wir Spurensucher würden uns freuen, wenn

viele Kölner Jugendliche unserem Beispiel

folgen und die jüdischen Spuren in Köln für

sich entdecken würden.

Es gibt eine „Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische

Zusammenarbeit“, bei der ich

Mitglied bin. Wenn ihr also noch Ergänzungen

zu diesem Heft habt, etwas gut oder schlecht

fi ndet, so schneidet und füllt die beiliegende

Karte an diese Gesellschaft aus, frankiert sie

und schickt sie ab. Die Adressaten werden

sich auf jeden Fall darüber freuen.

Köln, im Juni 2009

Ingrid Grünewald, Realschullehrerin

Unterwegs bei der

Spurensuche gab

es für fi ndige Spürnasen

bei den

Schülern Extra-Punkte. So können

auch andere „Detektive“ z. B.

folgende Fragen beantworten:

• Wo befinden sich noch weitere

„Stolpersteine“ auf Kölner Bürgersteigen?

(Augen abwärts)

• Wer sieht zuerst den Davidstern

auf dem Weg zur Synagoge in

der Roonstraße oder auf dem

Gebäude am Westfriedhof?

(Augen aufwärts)

• Wer erkennt die Mesusa am

Türrahmen der Synagoge?

• Wer kann bei der Führung in

der Synagoge die meisten

Fragen beantworten?

• Wer findet unterwegs Namen

von Straßen oder Plätzen, die

einen Bezug zum Judentum

haben? (Augen aufwärts)

• Wer entdeckt in der Nähe des

EL-DE-Hauses die Erklärung für

diesen seltsamen Namen, der

eigentlich nur eine Abkürzung

ist? (in Augenhöhe bzw. etwas

aufwärts)

• Wer findet im Stadtmuseum im

Erdgeschoss und im 1. Stock die

Vitrinen mit jüdischen Gegenständen?

• Wer findet am Offenbachplatz

an der Oper die Gedenktafel für

die größte Kölner Synagoge, die

dort bis zum 9./10.11.1938 gestanden

hat? (Augen aufwärts)


Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Inhalt

Wir von der Ernst-Simons-Realschule .............................................................................................4

Ernst Simons ........................................................................................................................6

Stolpersteine .....................................................................................................................................8

Unterwegs durch Müngersdorf, Braunsfeld und Lindenthal .........................................................9

Synagogen .......................................................................................................................................10

Interview mit Rabbiner Engelmayer ...............................................................................12

Yitzhak-Rabin-Platz .........................................................................................................................13

Frauenbrunnen und jüdisches Leben im Mittelalter ...................................................................14

Ausgrabungen auf dem Rathausplatz und ein altes Dokument ................................................16

Weitere Straßen und Plätze mit jüdischen Namen .....................................................................17

Ma’alot .............................................................................................................................................18

Davidstern .......................................................................................................................................19

EL-DE-Haus und Kölnisches Stadtmuseum ...................................................................................20

Erich-Klibansky-Platz und Löwenbrunnen ....................................................................................22

Die jüdische Grundschule Lauder-Morijah ....................................................................................24

Hebräisches Alphabet und Geschichten zu den Buchstaben ........................................25

Jüdische Festtage ..............................................................................................................28

Koschere Speisen ..............................................................................................................32

Kim-Spiel ............................................................................................................................33

Lösung für das Kim-Spiel ..................................................................................................36

Lieder ..................................................................................................................................37

Ans Simons ........................................................................................................................38

Das Tagebuch der Anne Frank .........................................................................................41

Der jüdische Friedhof in Bocklemünd ...........................................................................................42

Interview mit Prof. Dr. Ahren über jüdische Traditionen ...............................................44

Was ist ein Golem? ...........................................................................................................46

Empfohlene und zitierte Bücher und Hefte .................................................................................47

Worterklärungen .............................................................................................................................48

Anhang: Englische Texte von unserer polnischen Partnerschule mit deutscher Erklärung .....50

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Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Wir von der

Ernst-Simons-Realschule

Klasse 8a

Wir, die 28 Mädchen und Jungen der Klasse 8a, haben uns mit unseren

Lehrerinnen Frau Grünewald und Frau Baldeaux auf die Suche

nach jüdischen Spuren in Köln gemacht. Manchmal haben einige Mitschüler

auch Veranstaltungen abends oder am Wochenende besucht.

Wir haben uns auf dem Foto unter dem Porträt unseres Schulnamensgebers

Ernst Simons versammelt, das uns im Eingangsbereich unserer

Schule immer an ihn erinnert.

Wir, das sind:

Andrea, Angelina, Annganina, Annika, Aron, Dardanie, Eric, Eugen, Janett,

Jasmin, Jasmin-Charlin, Kevin A., Kevin D., Lara, Laura, Lena, Lucas, Marcel,

Marco F., Marco K., Natalie, Ramona, Roman, Sarah, Sebastian, Sinem,

Tobias und Vanessa

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Die Ergebnisse unserer Spurensuche haben wir auf Englisch übersetzt und

mit den polnischen Schülern der Zespol Szkol Ekonomiczno-Gastronomicznych

und ihrer Lehrerin Malgorzata Krzeminska aus Tarnow über eine

Internet-Plattform von „eTwinning“, einer Aktion von „Schulen ans Netz“,

ausgetauscht. Einige Informationen hierzu befinden sich im Anhang.

Jeweils 12 Schüler von beiden Schulen hatten einen eigenen „Gesprächspartner“.

Wir warteten immer gespannt auf Nachrichten aus Polen. Die

anderen Schüler haben mitgearbeitet und können sich demnächst mit

interessierten Schülern aus Rumänien über deren jüdische Spurensuche

unterhalten.

Klasse 8a

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Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Ernst Simons

Wer war Ernst Simons?

Ein „Kölscher Jude“. So nannte er sich selbst. Er lebte vom 07.08.1919 bis

zum 29.01.2006. Seine Kindheit verbrachte er in Köln-Deutz, wo sein Vater

Dr. Julius Simons der letzte Rabbiner vor dem 2. Weltkrieg war. Vor den

Nazis musste er kurz vor seinem Abitur nach Holland fliehen. Dort lernte

er seine Frau Ans kennen. Am Tag nach der Hochzeit wurde das junge

Paar in das KZ Bergen-Belsen deportiert; aber beide überlebten. Von

Herrn Simons‘ großer Familie waren 123 Personen umgekommen. Ernst

Simons wurde in Köln Lehrer, Schulleiter und Regierungsschuldirektor. Das

Ehepaar bekam 3 Töchter, die heute in Israel leben. Am 19. August 2005

erlebte Ernst Simons noch ein besonderes Highlight: die persönliche Begegnung

mit Papst Benedikt XVI in der Synagoge.

„Warum konnte man nicht aus dem KZ fliehen, und wie haben Sie

das dort überhaupt ausgehalten?“

Diese Fragen wurden Herrn Simons oft gestellt. Er berichtete dann von

den Wachhunden, die viel mehr Nahrung bekamen als die Häftlinge, vom

Stacheldraht um das KZ, vom Elektrozaun, von den Wachtürmen und von

der Todesstrafe für Flüchtlinge. Dass er und seine Frau überlebten, grenzt

Quelle: Wilhelm, Greven Verlag Köln

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

auch für Herrn Simons an ein Wunder. Aber sie waren damals sehr jung,

voll Glauben und Hoffnung auf ein Leben nach dem KZ, und er hatte den

Rat eines jüdischen Arztes befolgt und nach der Arbeit versucht zu ruhen

oder zu schlafen, um den geschundenen Körper zu regenerieren. Er wurde

aber trotzdem sehr krank.

Warum wurde eine Realschule nach ihm benannt?

Nach den Schrecken der Nazi-Zeit wollte er sich aktiv für Kinder einsetzen,

wollte Jungen und Mädchen mit und ohne Behinderung die gleichen

Zukunftschancen geben. In seine Realschule nahm er daher auch körperbehinderte

Kinder auf. Am 20. Juni 1991, 24 Jahre nach dem Umzug von

der Geilenkircher Straße in einen größeren Neubau am Alten Militärring,

wurde seine Schule nach ihm benannt. Er war der erste, dem zu seinen

Lebzeiten eine solche Ehre zuteil wurde.

Was würde er uns heute als sein „Vermächtnis“ sagen wollen?

Sein Motto für das Miteinander, das auch auf unserer Schul-Homepage

www.ernst-simons-realschule.de nachzulesen ist, lautete: „Es gibt keine

Bildung ohne gegenseitiges Kennenlernen, ohne Achtung der unterschiedlichen

Fähigkeiten und ohne Bereitschaft zu Kooperation und Toleranz.“

Und am Ende seines Zeitzeugen-Besuchs 1998 in seiner Schule formulierte

er selber sein „Vermächtnis“ für die Lehre aus der deutschen Nazi-

Vergangenheit:

“ …damit ihr erkennen könnt, was gewesen ist – aus authentischem Mund – und

dafür sorgen sollt, auch in Zukunft, …dass dies nie wieder geschieht – ganz gleich,

gegen wen es sich immer richten mag…; denn jeder Mensch ist ein Ebenbild

Gottes!

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Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Stolpersteine

Eugen und Roman sind mit uns in der Büsdorfer


Straße vor dem Haus Nr. 2 in Müngersdorf:

Eugen: Was ist das?

Roman: Das sind Stolpersteine.

Eugen: Und warum sind sie ausgerechnet hier auf dem Bürgersteig vor

diesem Privathaus?

Roman: Weil sie an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, die hier

gewohnt haben, deportiert worden und umgekommen sind.

Eugen: Ich kann nicht gut lesen, was darauf geschrieben ist. Ich muss näher

herangehen.

Roman: Der Künstler hat gesagt: „Um die Namen der Opfer zu lesen,

müssen wir vor ihnen in die Knie gehen.“

Eugen: Das verstehe ich. Mir tun die Opfer leid. Es ist wichtig, dass die Opfer

des Nationalsozialismus nicht vergessen werden. Welcher Künstler

hatte die Idee zu den Stolpersteinen?

Roman: 1993 hat der Kölner Künstler Gunter Demnig zum ersten Mal ein paar

Pflastersteine auf dem Bürgersteig durch Kupfer-Stolpersteine mit einer

Inschrift ersetzt. Inzwischen gibt es sie auch in anderen europäischen

Ländern, z. B. in Österreich, Ungarn, Polen, Holland und Tschechien.

Eugen: Ich werde jetzt besser auf solche Mahnmale achten.

? Unsere Frage:

Gibt es auch in eurer

Umgebung Stolpersteine?

Gina, Laura &

Sinem

Die Inschrift auf

den beiden

Stolpersteinen

in der Büsdorfer

Straße lautet:

“ “

HIER WOHNTE

LEONHaRD DüRING

JG. 1898

DEPORTIERT

aUScHWITZ

FüR TOT ERKLäRT

HIER WOHNTE

ESTHER DüRING

GEB. HERScHaFF

JG. 1890

FLUcHT/HOLLaND

DEPORTIERT

aUScHWITZ

FüR TOT ERKLäRT

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Unterwegs durch

Müngersdorf, Braunsfeld und Lindenthal

Im Stadtwald in Müngersdorf hinter dem Kämpchensweg

vor dem Fußball- und Sportplatz an

der Stelle des ehemaligen Fort V, dem „Judenlager

Müngersdorf“, liegt seit 1981 etwas versteckt ein

großer Stein mit einer Inschrift „Zur Erinnerung an

die Toten und als Mahnung für die Lebenden“.

Ob viele Fußgänger die kleine Gedenktafel an dem

Haus Aachener Str. 443 am Dreifaltigkeits-Krankenhaus

in Braunsfeld lesen, auf der daran erinnert

wird, dass hier einmal ein israelitisches Waisenhaus

gewesen ist, aus dem viele Kinder und Betreuer

1941 vertrieben und deportiert wurden?

Und auf dem Boden befinden sich 5 Stolpersteine.

Im Universitätsbereich in Lindenthal gibt es die Herbert-Lewin-Straße, die

nach Herbert Lewin (1899-1982), dem 1. Vorsitzenden der Synagogengemeinde

Köln ab 1946, benannt wurde.

An der Universitätsbibliothek wird es bald den Elise-und-Helene-Richter-

Platz zum Gedenken an die gleichnamigen jüdischen Gelehrten aus Wien

geben. Elise war ab 1901 Doktor der Philosophie und ab 1922 Universitätsprofessor.

Unter dem Nazi-Terror wurden beide Schwestern 1942 nach

Theresienstadt deportiert, wo sie 1942 bzw. 1943 umkamen.

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Synagogen

Charlin, Lara &

Kevin D.

Was ist typisch für eine Synagoge?

Das Wort „Synagoge“ ist griechisch und heißt übersetzt „Haus der Zusammenkunft“.

Dort kommen die jüdischen Gläubigen am Sabbat und

an Feiertagen zusammen und beten und lesen aus der Thora. Die Thora-

Rollen befinden sich an einem heiligen Platz in dem nach Jerusalem ausgerichteten

Schrein hinter einem Vorhang. Männer müssen aus Respekt

ihren Kopf mit einer Kippa bedecken. Es gibt einen abgetrennten Bereich

für Männer und Frauen.

Was haben Synagogen mit Jerusalem zu tun?

Eine Synagoge ersetzt in der Fremde den Dienst in dem im Jahre 70 n.

Chr. zerstörten Tempel in Jerusalem. Nach einer Legende teilte Gott bei

der Erschaffung der Welt alle Schönheit in 10 Teile. Neun Teile davon

bekam die Stadt Jerusalem. Aber er verteilte auch alles Leid in 10 Teile.

Auch davon bekam Jerusalem 9 Teile. Deshalb ist Jerusalem nicht nur sehr

schön und für viele Religionen wichtig, sondern auch immer umkämpft.

Auch die Synagogen sind oft zerstört worden.

Gibt es in Köln viele Synagogen?

In Köln gab es vor der Pogromnacht vom 9./10. November

1938, in der alle Synagogen in Deutschland von den Nationalsozialisten

zerstört wurden, für die etwa 19.500 Kölner Juden

7 Synagogen. An die größte und bedeutendste damalige

Synagoge erinnert heute eine Gedenktafel am Opernhaus an

der Glockengasse neben dem Offenbachplatz. Sie war vom

Architekten und Dombaumeister Zwirner erbaut worden.

Nach dem Krieg bildeten 30 bis 80 Kölner Juden die 1. jüdische Synagogen-Gemeinde,

und nach den Renovierungsarbeiten konnte im September

1959 die heute bekannteste Kölner Synagoge in der Roonstraße 50,

wo schon früher die erste Synagoge gestanden hatte, wieder eingeweiht

werden. Inzwischen ist die jüdische Gemeinde durch zahlreiche russische

jüdische Flüchtlinge auf fast 5.000 Mitglieder angewachsen.

Über dem Eingang der Synagoge steht auf Hebräisch ein Satz des Propheten

Zacharia 4,6:

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

„Nicht durch Macht und nicht durch Stärke, sondern durch meinen Geist

spricht der Herr der Heerscharen.“

Eine kleine Synagoge gibt es außerdem im jüdischen Kulturzentrum in

Ehrenfeld und in der liberalen jüdischen Gemeinde in Riehl.

Kann man die Synagoge besuchen?

Ja, aber für den Besuch muss man einige Sicherheitsvorkehrungen beachten.

Man zeigt seinen Ausweis vor und wird erst durch eine Sicherheitsschleuse

eingelassen. An Sabbat und jüdischen Festtagen bewachen auch

immer Polizisten im Streifenwagen die Synagoge.

Am besten meldet man sich unter 0221 / 92 15 60 0 an, um eine Führung

oder einen Besuch des Gottesdienstes oder einer anderen Veranstaltung

zu vereinbaren.

In dem Synagogen-Gebäude gibt es nämlich auch ein koscheres Restaurant,

ein kleines Museum, eine Bibliothek, einen Versammlungsraum,

eine Gedenkhalle, Jugendräume, einige Lehrräume und die Verwaltung.

Charlin, Lara &

Kevin D.

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Interview mit

Rabbiner Engelmayer

Am 30. März 2009 besuchten wir, Annika und Jasmin,

mit unserer Klassenlehrerin den Vortrag von

Rabbi Jaron Engelmayer über die Pessach-Tradition in

der Bibliothek Judaica im Synagogen-Gebäude. Vor

dem Betreten mussten wir alle unsere Ausweise zeigen.

Dann wurden wir durch die Sicherheitsschleuse

eingelassen. Wir gingen durch den Museumsraum und

schauten uns die alten Thorarollen und die jüdischen

Kultgegenstände an.

Im Anschluss an den Vortrag, bei dem es auch Getränke und Gebäck gab,

baten wir Rabbi Engelmayer um ein Interview.

“ Hallo, ich bin Jaron Engelmayer. Ich bin 32 Jahre alt und Rabbiner in Köln. Ich bin einer

der drei jüngsten Rabbiner von Deutschland. Bevor ich nach Köln kam, war ich 3 Jahre

lang Rabbiner in aachen. Ich arbeite gerne für die Kölner Synagogen-Gemeinde.

Er hat die schweizerische und israelische Staatsbürgerschaft,

ist verheiratet und hat 3 Kinder. Er spricht auch

Russisch, was für die vielen neuen Gemeindemitglieder

aus Russland sehr hilfreich ist.

Wir lernten viel über das Amt eines Rabbiners, er…

» ist der wichtigste Lehrer und das geistige Oberhaupt;

» kennt die Thora besonders gut und weiß viel über

die jüdische Lehre, ihre Gebote und Literatur;

» ist verantwortlich für die Gemeinde und ihr Beachten der jüdischen Lehre;

» vertritt die Gemeinde im öffentlichen Leben und hält an Festtagen Reden;

» ist verantwortlich für die Unterstützung der Armen, Kranken oder Hilflosen;

» ist kein Priester, der in erster Linie religiöse Aufgaben hat;

» sagt, dass jedes Gemeindemitglied den Gottesdienst und die Gebete

leiten und aus der Thora vorlesen kann.

Vielen Dank, Rabbi Engelmayer, für das Interview!

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Yitzhak-Rabin-Platz

Yitzhak Rabin – wie soll man sich so einen schwierigen Namen

merken?

Seinen Vornamen kennt man aus der Bibel: Abrahams Sohn hieß so,

nämlich Isaak.

Und Rabin erinnert an das Wort „Rabbi“. Er war aber kein Rabbiner, sondern

ein Politiker, genauer gesagt ein israelischer Ministerpräsident. Obwohl er

27 Jahre in der Armee verbracht hatte, war sein höchstes Ziel, seinem Land

Frieden zu bringen. Er bekam dafür 1994 den Friedens-Nobelpreis.

Rabin lebte vom 01.03.1922 bis zu seinem gewaltsamen Tod am 04.11.1995.

Er wurde nämlich während einer öffentlichen Friedensversammlung in Tel

Aviv auf dem „Platz der Könige Israels“ von einem jüdischen Fanatiker

erschossen. Dieser Platz hat danach seinen Namen bekommen. Menschen

auf der ganzen Welt trauerten um diesen großen Politiker.

Seine Witwe Leah Schlossberg, mit der er 2 Kinder hatte, Dalia und Juwal,

ist im Jahr 2000 gestorben.

Wir Kölner können uns an ihn erinnern, wenn wir in der Kölner Innenstadt

in der Nähe der Synagoge am Hohenstaufenring, Ecke Beethovenstraße,

einen kleinen, unscheinbaren Platz mit einem Kiosk, ein paar Bäumen

und Autos aufsuchen. Er heißt „Yitzhak-Rabin-Platz“ und müsste dringend

verschönert werden!

Annika & Jasmin Dardanie & Ramona

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Frauenbrunnen und jüdisches

Leben im Mittelalter


Wir „belauschen“ ein Gespräch am Frauenbrunnen

in einem idyllischen Innenhof An Farina zwischen

der Jüdin von 1424 mit den langen schwarzen

Zöpfen und einer Kölnerin der Neuzeit:

Jüdin:

Wir müssen in einem eigenen Judenviertel leben. Es ist

die größte jüdische Gemeinde nördlich der alpen!

Wir haben mehrere Brunnen und viele Gebäude.

Das wichtigste ist unsere Synagoge, die wir

„Judenschule“ nennen, denn sie ist der Versammlungs-,

Gebets- und Unterrichtsort. Es

gibt auch eine Frauensynagoge, ein Hospital

(eine Herberge für durchreisende Juden), ein

Hochzeits- und Spielhaus, eine Backstube, eine

Badestube und seit 1165/70 unser Kultbad,

die Mikwe, zu der man von der Synagoge

über einen kleinen Hof gelangen kann. Wir

Juden müssen uns rituell reinigen, wenn

wir „unrein“ geworden sind, z. B. Tote oder

Blut berührt haben oder unreine Speisen

gegessen haben. Wir Frauen müssen uns vor

der Hochzeit, nach der Geburt eines Kindes

und nach der Menstruation rituell reinigen.

Die Mikwe führt 15 m tief zum Grundwasser,

dessen Höhe vom Rheinpegel abhängt. Es

gibt Nischen für Leuchten und Tücher, denn wir

müssen nackt in das 70 cm tiefe Becken eintauchen.

Juden dürfen zwar weder Bauern noch Handwerker

sein. aber es gibt viele reiche Kaufleute oder Geldverleiher.

Unser Judenviertel wurde 1096 als Folge des 1.

Kreuzzuges und 1349 zerstört, und viele Juden wurden

umgebracht. 1372 durften einige Familien wieder in Köln

wohnen. aber genau 1424, also jetzt, werden wir wieder

alle aus Köln vertrieben, weil man uns beschuldigt, die

Brunnen vergiftet und die Pest verursacht zu haben. Viele

von uns flüchten nach Deutz oder noch weiter fort.

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Kölnerin der Neuzeit:

Der Name „Judengasse“ weist

heute noch am Rathaus auf das

Judenviertel hin. Es umfasste

die Straßen Obenmarspforten,

Unter Goldschmied, Kleine

Budengasse und Bürgerstraße.

Bei den ausgrabungen

sieht man einen Brunnen

in der Mitte der halbrunden

Mauer. Die Grundrisse der jüdischen Gebäude konnte

man, bevor die ausgrabungen begonnen hatten, im Pflaster

erkennen.

Die Mikwe wurde später mit einer Glaspyramide überdacht,

und der Pförtner im Rathaus gibt den Schlüssel

gegen ein Pfand heraus.

Im Stadtmuseum kann man den Schatz von 280 Gold-

und Silbermünzen einer jüdischen Familie sehen, der

wahrscheinlich versteckt worden war.

Im Dom links neben der Sakramentskapelle gibt es eine 2 m

hohe Steinurkunde, das „Judenprivileg“, von Erzbischof Engelbert II

von Falkenburg aus dem Jahr 1266. auf Latein wird den Kölner

Juden darauf in einigen Bereichen Schutz angeboten.

Man machte aus der Synagoge die Rathauskapelle und nannte sie

„St. Maria in Jerusalem“. Erst als die Franzosen 1794 Köln besetzten,

hatte die ausgrenzung der Juden ein (vorläufiges) Ende.

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Quelle: Wilhelm, Greven Verlag Köln

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Ausgrabungen auf dem Rathausplatz

und ein altes Dokument

Angie & Roman

Am 18. August 2008 haben meine Klassenlehrerin

und ich, Angelina, an einer Führung des Ausgrabungsleiters

Dr. Sven Schütte „durch das Kölner Judenviertel

und die archäologische Zone“ teilgenommen.

Ich war die jüngste Teilnehmerin. Zuerst konnten wir

mehrere Entwürfe für den geplanten Museumsbau

miteinander vergleichen. Inzwischen gibt es allerdings

ganz andere Planungen für die archäologische Zone mit

dem Haus der jüdischen Kultur. Dann gingen wir in den

Zeltpavillon über den aktuellen Ausgrabungen. Wir balancierten

über Mauerreste und konnten die freigelegten Bereiche der

mittelalterlichen Synagoge erkennen.

Wir erfuhren, dass es schon davor, nämlich im 4. Jahrhundert, eine Kölner

jüdische Gemeinde hier gegeben haben muss. Darüber berichtet ein

Schreiben des Kaisers Konstantin des Großen vom 11.12.321 an die Räte

der Stadt Agrippina, so hieß Köln nämlich damals, das

heute in der Vatikanbibliothek in Rom aufbewahrt wird.

Darin wurden die in Köln lebenden Juden, die vorher

von öffentlichen Ämtern aus religiösen Gründen befreit

waren, in derartige Ämter berufen. „Iudaeos vocari

ad curiam“ erkennt man in diesem Text in der 4. Zeile,

was so viel heißt wie „Juden in den Stadtrat berufen“.

Das lässt darauf schließen, dass es in Köln die älteste

jüdische Gemeinde nördlich der Alpen gegeben haben

muss. Der römische Brunnen vor der Synagoge konnte

damals durchaus dazu gedient haben, Regenwasser zu

sammeln, um sich vor dem Betreten der Synagoge die

Hände zu waschen.

Bei den Ausgrabungen säubern, zeichnen und digitalisieren die Mitarbeiter

alle Teile äußerst sorgfältig: jeden Stein, alle Scherben, Knochen,

Textilreste, Schnallen und sogar winzige Spielwürfel – Zeugen der Kölner

Geschichte aus 2 Jahrtausenden!

Auf jeden Fall ist es für uns alle spannend zu verfolgen, was noch in

nächster Zeit auf dem Rathausplatz ausgegraben wird.

Weitere Straßen und Plätze

mit jüdischen Namen

Die Judengasse am Rathausplatz weist darauf

hin, dass sich hier früher das jüdische Viertel befunden

hat. Geht man in Richtung Hohe Straße, kommt man an der

Salomonsgasse vorbei, die an den weisen König Salomon, den Erbauer

des 1. Tempels 961 vor Chr. erinnert. Der Platz vor der Oper heißt

Offenbachplatz nach dem jüdischen Operetten-Komponisten und Theaterregisseur

Jacques Offenbach (20.06.1819 in Köln bis 05.10.1880 in Paris),

der schon 1833 nach Paris zog und auch dort starb. „Orpheus in der Unterwelt“

und „Hoffmanns Erzählungen“ mit der „Barcarole“ haben ihn weltbekannt gemacht.

Stadteinwärts an der Nord-Süd-Fahrt beginnt die große Tel-Aviv-Straße.

Sie weist auf Kölns Partnerstadt in Israel hin. Die Partnerschaft besteht seit dem

06.08.1979. Außerdem gibt es noch den Judenpfad in Rodenkirchen.

Judengasse

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Auf der anderen Rheinseite in Köln-Deutz liegt die Dr.-Simons-Straße, die an

den Vater von Ernst Simons erinnert, der dort der letzte Rabbiner vor dem

2. Weltkrieg gewesen ist. Der Judenkirchhofsweg führt von dort auf den

jüdischen Friedhof. Die Familie Simons hatte am Reischplatz 6 gewohnt,

wo heute am Polizeigebäude noch eine Gedenktafel daran erinnert. In dem

Haus war früher unten eine Religionsschule untergebracht, im 1. und 2.

Stock die Synagoge und im 3. Stock die Wohnung der 7-köpfigen Familie

Simons. Da das Haus ein Reihenhaus ist, wurde es in der Pogromnacht nur

von innen zerstört. Auf dem Messegelände in Deutz nahe der Fähre an der

Rheinpromenade am Kennedyufer erinnert ein Mahnmal daran, dass hier

ein Außenlager des Vernichtungslagers Buchenwald war und von hier aus

die Transporte für 11.000 Kölner in den Tod begannen. Eine weitere Gedenktafel

befindet sich am ehemaligen Aufgang zum Bahnhof Deutz-Tief.

Die Wolffsohnstraße am Westfriedhof und die Carlebachstraße in Eil weisen

auch auf jüdische Namen hin.

Viele Spuren weisen auf die gebürtige Jüdin Edith Stein hin, die 1891 in Breslau

geboren und 1942 in Auschwitz umgekommen ist. Sie trat mit 42 Jahren als

Katholikin in den Kölner Karmel ein, der sich damals in der Dürener Straße befand

und an den eine Gedenktafel am Haus Nr. 89 heute erinnert. Besonders

eindrucksvoll ist das bronzene Denkmal von Bert Gerresheim von 1999 vor

dem Priesterseminar des Erzbistums Köln an der Ecke Unter Sachsenhausen/

Kardinal-Frings-Straße.

Salomonsgasse

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Marco F., Lucas &

Kevin D.

Ma’alot

Der jüdische Künstler

Dani Karavan gestaltete das

Denkmal „Ma’alot“ am Heinrich-

Böll-Platz an der Philharmonie über dem

Rhein von 1980 bis 86. Ma’alot heißt „Stufen”

auf Hebräisch und bezieht sich auf die Psalmen 120

bis 134 im Alten Testament. Es besteht aus verschiedenen

Teilen und Materialien, z. B. einem Turm mit 6 dunkel- und hellgrauen

Stufen und schmalen Öffnungen und einer Schiene, die

zum Turm führt und von dort weiter nach Köln-Deutz weist, von

wo aus viele Menschen unter dem Nazi-Terror in die Konzentrationslager

deportiert wurden. Der 6-stufige Turm erinnert an

einen KZ-Wachturm und an die 6 Millionen damals ermordeten

Juden. So ist das Denkmal Ma’alot zugleich ein Mahnmal. Auf

dem Platz wiederholen 6 hell- und dunkelgraue Kreise, die einer

Zielscheibe ähneln, das Zahlenmotiv. Die Treppen zum Rhein mit den

Wasserspielen gehören ebenfalls zum Kunstwerk – wie auch die Baumgruppen

– und erinnern an das Wasserschöpfen am Laubhüttenfest.

Davidstern

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Der Davidstern hat eine lange jüdische Tradition und ist ein

wichtiges religiöses Symbol. Seit Israels Staatsgründung im

Mai 1948 ist er in blauer Farbe auf blau-weißem Grund, der an

einen Gebetsschal erinnert, auf der Staatsflagge zu sehen. Der Begriff

„Magen David“ ist Hebräisch und heißt „Schild“ oder „Siegel

Davids“. Er wurde in Prag Ende des 30-jährigen Krieges auch als

Wappenschild geführt.

2 Buchstaben D, der Anfangs- und der Endbuchstabe von David, dem

jüdischen König, bzw. 2 Dreiecke, ergeben übereinander gelegt einen

sechszackigen Stern. Jedes Dreieck kann einen Schöpfungstag bedeuten,

in der Mitte ist dann der 7. Tag der Ruhe.

Während des Nationalsozialismus mussten die Juden auf ihrer Kleidung

deutlich sichtbar einen gelben „Judenstern“ tragen, um sie als Juden

zu kennzeichnen und zu demütigen. Im Stadtmuseum wird daran erinnert.

Auch in der Antoniter-Kirche auf der Schildergasse befindet sich ein

Mahnmal:

Vor dem schwebenden Engel von Barlach links im Bereich des Gedenkens

an die Toten der beiden Weltkriege befindet sich die „Holocaust-Stele“

von Dieter Boers aus dem Jahr 1995, die ein bronzener Davidstern bedeckt.

Unabhängig davon ist das Hexagramm, der 6-zackige Stern, seit dem 15.

Jahrhundert auch das Zunftzeichen der deutschen Brauer.

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Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

EL-DE-Haus und

Kölnisches Stadtmuseum

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Das EL-DE-Haus ist eine Gedenk- und Dokumentationsstätte für die

Opfer und die Zeit des Nationalsozialismus am Appellhofplatz 23-25.

Es war vom 01.12.1935 bis 05.03.1945 Sitz der Geheimen Staatspolizei

(Gestapo) in Köln. Im Keller befinden sich bis heute die Zellen für die

inhaftierten Gegner des Regimes. Sie haben auf mehr als 1.500 Wandinschriften

ihr Leid und ihren Protest dokumentiert.

Um den Namen des Hauses zu

verstehen, muss man links vom

Eingang die Bepflanzung etwas

beiseite schieben. Dann kann man

den Namen des früheren Hausbesitzers

lesen.

Es gibt zu unterschiedlichen Themen immer wechselnde aktuelle Sonderausstellungen.

Die Öffnungszeiten: Eintritt:

Di, Mi, Fr 10.00 - 16.00 Uhr, Erwachsene 3,60 Euro

Do 10.00 - 18.00 Uhr, ermäßigt 1,50 Euro

Sa, So 11.00 - 16.00 Uhr an Köln-Tagen gibt es Sonderbedingungen.

Das Sekretariat ist erreichbar unter 0221/22 12 63 32.

Vom EL-DE-Haus aus kann man schon das Kölnische Stadtmuseum mit

den rot-weißen Fensterläden sehen. Der Eingang ist in der Zeughausstraße

1-3. Dieses Museum zeigt Gegenstände vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

3 interessante Info-Hefte über das Judentum sind hier erhältlich.

Sowohl im Erdgeschoss als auch im 1. Stock gibt es mehrere Vitrinen zum

Thema „Juden in Köln“.

i

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Die Öffnungszeiten: Eintritt:

Di 10.00 - 20.00 Uhr Erwachsene 4,20 Euro

Mi-So 10.00 - 17.00 Uhr ermäßigt 2,60 Euro

Kölner Schüler/innen haben freien Eintritt.

aktuelle Infos gibt es unter www.museenkoeln.de

Telefonisch kann man Kontakt aufnehmen unter 0221/22 12 57 89.

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Erich-Klibansky-Platz

und Löwenbrunnen

Uaah…

Ich bin der bronzene Löwe, das Wappentier von Juda. Ich stehe mit

der rechten Hinterpranke auf der Erdkugel und mit der linken auf

dem 12-fachen Grund der 12 Stämme Israels.

Einer davon heißt Juda. Mit der rechten

Vorderpranke halte ich die beiden

Thoratafeln mit den 10 Geboten, die linke

strecke ich zum Himmel und schaue auch

dort klagend hinauf.

Ich kröne einen Brunnen auf dem Erich-Klibansky-Platz,

gegenüber dem Pullman-Hotel Cologne

in der Helenenstraße direkt neben dem

Ristorante La Vita, das heißt „das Leben“.

Hier war es früher auch sehr lebendig, denn

hier war der Schulhof des jüdischen Gymnasiums

Jawne, das aber durch einen Bombenangriff

im Krieg zerstört wurde. Erich Klibansky

war der letzte Schulleiter, der vor seiner

Ermordung durch die Nazis noch 130 Schülerinnen

und Schüler retten konnte.

Die großen Bronzetafeln rund um den Brunnen erinnern

an die 1.100 jüdischen Kinder, die während der nationalsozialistischen

Gewaltherrschaft zwischen

1938 und 1945 von Köln aus in den Tod deportiert

wurden. Ihre Namen sind in alphabetischer

Reihenfolge hier aufgeschrieben, damit

sie nicht vergessen werden.

Wenn Jungen und Mädchen der Ernst-Simons-

Realschule mit ihren Lehrern hier regelmäßig

vorbeikommen und ganz still werden,

legen sie oft einen Stein, manchmal bemalt

oder beschriftet, auf den Brunnenrand und

prägen sich einen jüdischen Kindernamen

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

ganz besonders gut in ihrem Herzen ein. Dazu ist jeder

Besucher auch eingeladen.

Die Bronzearbeiten wurden von dem jüdischen Künstler

Hermann Gurfinkel geschaffen. Er war früher selber hier

Schüler der Jawne, konnte aber rechtzeitig in die USA fliehen.

Zur feierlichen Übergabe seines Kunstwerks, das ein

Zeichen der Hoffnung und Versöhnung sein soll, ist er 1997

extra aus Amerika nach Köln gekommen, obwohl er zu

diesem Zeitpunkt bereits im Rollstuhl saß.

Der letzte Satz auf der Gedenktafel stammt aus der Bibel. Es

ist der 18. Vers des 19. Kapitels aus dem 3. Buch Mose. Auf

Hebräisch und Deutsch kann jeder die wichtige Friedensbotschaft

lesen: „Liebe deinen Nächsten; er ist wie du!“

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Die jüdische Grundschule

Lauder-Morijah in Köln-Ehrenfeld

Wir haben uns angemeldet, um die jüdische Grundschule in Ehrenfeld

zu besuchen. Es gibt eine schützende Mauer um das Gebäude

des Jüdischen Wohlfahrtszentrums, Polizeiwagen, Sicherheitspersonal und

Videokameras. Ein Bus-Shuttledienst holt die Kinder aus dem gesamten

Stadtgebiet vor 8 Uhr ab und bringt sie nach 16 Uhr wieder nach Hause.

Außer der Grundschule befinden sich eine Synagoge, ein Kindergarten,

eine Kantine und ein Elternheim für Senioren in der bewachten Anlage,

in der auch Frau Simons wohnt.

Die Viertklässler zeigten uns ihre Schule. In manchen Räumen, z. B. dem

Computerraum und der Bibliothek, muss man die Schuhe ausziehen. Es

gibt eine Cafeteria, in der täglich koscher und offensichtlich lecker gegessen

wird. Dort hat jede Klasse einen eigenen Tisch. Wir lernten von der

4a ein Lied, die Bedeutung von jüdischen Festtagen und etwas Hebräisch

vom Nachmittagsunterricht. Wir erzählten ihnen Geschichten aus dem

Buch von Herrn Simons über das hebräische Alphabet.

Hebräisches Alphabet und Geschichten

zu den Buchstaben

Die 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets sind ganz anders als

unsere. Sie ähneln denen der kyrillischen Sprache. Auf jüdischen

Gräbern sieht man oft die beiden hebräischen Buchstaben:

Sie bedeuten etwa: „Hier ruht…“ Punkte bedeuten Abkürzungen.

Man liest und schreibt die Wörter von rechts nach links und lässt meistens

die Vokale aus. Deshalb ist Hebräisch sehr schwer. Vor seiner Bar Mizwa lernt

ein jüdischer Junge Hebräisch, um aus der Thora vorzulesen. Aber nicht alle

Juden können es lesen oder schreiben. Die Schüler der jüdischen Grundschule

haben uns etwas Hebräisch beigebracht. Alle Buchstaben sind gleichzeitig

Zahlen. Manche Buchstaben werden anders geschrieben, wenn sie am Wortende

stehen. Das hebräische Alphabet sieht folgendermaßen aus:

Jetzt kann jeder versuchen, selber einige Wörter auf Hebräisch aufzuschreiben:

ֹֹנֹפ

א a Aleph ט t Tet ס s Samech

ב b Beth י j Jod ע a Ajin

ג g Gimel כ k Kaph פ p Pe

ד d Daleth ל l Lamed צ ts Tzade

ה h He מ m Mem ק q Qoph

ו w Waw ם m End-Mem ר r Resch

ז z Sajin נ n Nun ש s Sin, Schin

ח ch Chet ן n End-Nun ת t Taw, Tav

Menorah (Kerzenleuchter)

Israel

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Schalom (Guten Tag)

Magen Dawid (Davidstern)

Als Lehrer sammelte unser Schulnamensgeber Ernst Simons um 1960 für

jüdische Kinder Geschichten über die 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets.

Das „a“, der 1. Buchstabe des Alphabets, heißt „aleph“, das „b“

heißt „beth“. Deshalb nannte Herr Simons sein Buch, das allerdings nicht

mehr gedruckt wird, „Aleph Beth“. Es war eine genehmigte Nacherzählung

der „Aleph Beth Stories“ der Jewish Publication Society.

Natalie & Ramona Andrea & Aron

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“ Die vorletzte Geschichte handelt vom Traum des Buchstaben Schin,

des Anfangsbuchstaben des Wortes „Schabbath“.

als Schin einmal singend die Feldwege entlang ging, sah er einen alten zerbeulten

Kerzenleuchter. Dieser erzählte, dass seine gute, alte Besitzerin ihn jeden Freitag

Morgen geputzt, und er mit seinem Schabbath-Licht das Haus erleuchtet hatte, bis

ihn eines Nachts Einbrecher mitnahmen, in der annahme, er sei aus Gold.

Da er aber nur aus Kupfer war, warfen sie ihn einfach weg.

Andrea, Aron &

Vanessa

auf seiner Wanderschaft begegnete Schin als nächstes einem schmutzigen,

zerrissenen Gebetsschal (der auf Hebräisch „Tallith“ heißt). auch seine Geschichte

war traurig, denn er hatte einem guten, frommen Mann gehört, der ihn an jedem

Schabbath vor dem Gebet angelegt hatte. als der Mann aber einen kostbaren

Edelstein fand, wurde er reich, geizig und gemein und warf den Gebetsschal fort.

Danach fand Schin eine zerrissene, schmutzige Bibel. Sie war der wertvollste Schatz

einer 5-köpfigen Familie gewesen, und aus ihr wurde am Schabbath immer vorgelesen.

als die Eltern starben, zogen die 3 Söhne fort und vergaßen die Bibel.

Voll Mitleid bestieg Schin einen Hügel und sah auf einer weißen Wolke die weiß

gekleidete, weinende Schabbath-Königin.

Sie trauerte um den zerbrochenen Kerzenleuchter,

den zerrissenen Gebetsschal und

die alte Bibel, die früher den Schabbath

bereichert hatten. Nur Schin, der anfangsbuchstabe

vom Schabbath, konnte ihr helfen,

wenn er den Leuchter, den Gebetsschal und

die Bibel berührte, damit sie wieder Freude

in den Schabbath tragen konnten.

Und so berührte Schin leise die 3 Gegenstände,

die sich in 3 Sterne

verwandelten, in die Krone der

Schabbath-Königin flogen und

dort strahlten. So stieg die

Schabbath-Königin strahlend

auf die Erde und verbreitete

die Freude und den Frieden

des Schabbaths bei den Men-

schen, die sie freudig grüßten.

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“ Die letzte Geschichte zum jüdischen Alphabet erzählt Tav, der Anfangsbuchstabe

des Wortes Thora:

Ein reicher, alter Mann will dem klügsten seiner 3 Söhne seinen ganzen Reichtum

vererben und schickt jeden in eine andere Richtung, um ihm das Kostbarste von

der Welt nach einem Jahr mitzubringen.

als die Zeit abgelaufen ist, treffen alle 3 Söhne wieder bei ihrem Vater ein, und

jeder bringt ihm in einem Kasten seinen Schatz mit:

Der älteste hatte einen reichen Mann vor 3 Räubern gerettet und sich aus

dessen Schatzkammer Gold und die schönsten Juwelen aussuchen dürfen.

Der zweite Sohn hatte in der armee des mächtigen Königs Selim viele Heldentaten

vollbracht und für seine Tapferkeit aus dem Königspalast das wertvollste mit

Rubinen besetzte Königsschwert mitnehmen dürfen.

Der dritte Sohn hatte die ganze Zeit mit dem Studium der Thora verbracht. Er war

dabei zwar nicht reich aber glücklich geworden. Er hatte sich von seinem Lehrer

eine alte Schriftrolle der Thora zum abschied ausgesucht, weil sie für ihn das

Wertvollste auf der Welt geworden war.

Der alte Vater erkennt, dass für seinen ältesten Sohn der Reichtum, für den zweiten

die Macht und für den jüngsten Sohn die Weisheit der wichtigste Schatz im

Leben ist. Deshalb wird der jüngste Sohn sein Erbe, weil die Weisheit das kostbarste

Gut auf der Welt ist.

Andrea & Aron

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Jüdische Festtage

Suche die Festtage aus der alphabetischen Liste und trage sie in das

Kreuzworträtsel ein. Das Fest Nr. 9 ist zugleich das Lösungswort.

1. Das Wort heißt „Vorüberschreiten“. Es ist ein wichtiges 8-tägiges Familienfest

im Frühling, um am Sederabend mit einem feierlichen Essen,

Gebeten und Liedern an die Befreiung der Juden aus der Sklaverei in

Ägypten zu erinnern.

2. Es heißt „Wochenfest“ und wird 50 Tage nach dem Fest Nr. 1 gefeiert.

Es erinnert an die 10 Gebote und die erste Ernte.

3. Es wird jeden Freitag beim Einbruch der Dunkelheit begangen. Arbeit

ist dann verboten.

4. Es sind 2 Gedenktage im September oder Oktober, denen 10 Bußtage

für alles Unrecht, das man begangen hat, folgen. Juden bitten um Vergebung

und Wiedergutmachung. Es ist der Beginn eines neuen Jahres,

z. B. ist das Jahr 2009 n. Chr. das jüdische Jahr 5770.

5. Es erinnert an die Zeit der jüdischen Sklaverei in Babylon im 6. Jahrhundert

v. Chr., als Haman, der persische Statthalter des Königs, das

Los warf, um den Tag festzulegen, an dem alle Juden im Reich getötet

werden sollten. Die jüdische Königin Ester überzeugte den persischen

König aber davon, das Urteil rückgängig zu machen, und Haman wurde

stattdessen gehenkt. Deshalb wird dieser Tag wie Karneval gefeiert mit

Musik, Tanz, Essen, Trinken und Kostümieren. Aus der Ester-Rolle wird

in der Synagoge vorgelesen, und die Kinder lärmen laut beim Vorlesen

des Namens „Haman“.

6. Es ist ein 8-tägiges Erntedank- und Laubhüttenfest zur Erinnerung an

die Zeit, als das Volk Israel durch die Wüste wanderte. Man baut Hütten

und deckt sie mit Laub, um sich dort aufzuhalten und gemeinsam zu

essen.

7. Das Versöhnungsfest ist der Abschluss der Bußzeit vom Fest Nr. 4.

Es ist der höchste jüdische Feiertag, ein Fasttag mit dem Besuch der

Synagoge.

8. Es ist der letzte Tag von den Festtagen zu Nr. 6, ein Fest zu Ehren der

Thora, der 5 Bücher Mose, weil das letzte Kapitel zu Ende vorgelesen

wurde. Man tanzt und singt mit der Thora-Rolle, und die Kinder bekommen

Süßigkeiten.

9. Dieses Lichterfest im November oder Dezember erinnert an ein Ereignis

im Jahr 167 v. Chr., als der Tempel nach einer Schändung wieder

eingeweiht wurde. Dort soll ein Ölfläschchen, das normalerweise nur

für einen Tag Licht gereicht hätte, wie durch ein Wunder 8 Tage lang

Licht gespendet haben. Deshalb zünden bis heute gläubige Juden 8

Tage lang täglich eine Kerze mehr auf einem bestimmten Leuchter

an. Manchmal, wie hier in Köln, werden die Kerzen auch auf einem

zentralen Platz öffentlich angezündet.

4

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1 9

Chanukka – Jom Kippur – Pessach – Purim – Rosch Haschana –

Sabbat – Schawuot – Simchat Thora – Sukkot

Sarah & Sebastian Sarah & Sebastian

8

7

2

6

3

5

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Quelle: Wilhelm, Greven Verlag Köln

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Sarah & Sebastian

Am Purim-Fest wird aus der Ester-Rolle vorgelesen, deren Hülse im

Gegensatz zu anderen jüdischen Buchrollen reich illustriert sein darf.

Es ist auch erlaubt, sich wie an Karneval zu verkleiden. Es gibt besondere

Spiele, Speisen und vor allen Dingen: Geschenke!

Diese Ester-Rolle ist in einer Vitrine des

Kölnischen Stadtmuseums ausgestellt.

Wenn beim Vorlesen der Geschichte

der Name des Bösewichts „Haman“

genannt wird, lärmen die Kinder mit

ihren Rasseln jedes Mal gewaltig. Wer

die 10 Kapitel des Buches Ester im

Alten Testament der Bibel nachliest,

findet den Namen „Haman“ dort im

3. Kapitel allein 13-mal, und insgesamt

54-mal. Das kann ganz schön

Krach geben!

Die Geschichte ereignete sich während

der Babylonischen Gefangenschaft im 6.

Jahrhundert vor Christus, bzw. im Jahr

3405 der jüdischen Zeitrechnung.

Mordechai zieht den Zorn des höchsten

Palastbeamten Haman auf sich, weil er

sich nicht vor ihm niederwirft.

Unter Einsatz ihres Lebens tritt Ester

vor ihren Gatten und bittet um eine

Unterredung mit dem Judenfeind Haman

und um Gnade für das jüdische Volk.

Das wunderschöne jüdische Waisen mädchen

Ester, die Cousine des Mordechai, wird die

2. Frau des Königs Ataxerxes (Xerxes I)

am Hofe in Susa, nachdem die 1. Königin wegen

Ungehorsams in Ungnade gefallen war.

Haman bekommt im 1. Monat (Nisan) des 12.

Jahres der Regierung des Königs die Erlaubnis,

das Los (Pur) werfen zu lassen, um den

Tag festzulegen, an dem alle Juden in den 127

Provinzen durch das Schwert ausgerottet

werden sollen - für 10.000 Talente Silber!

Das Los bestimmt: am 13. Tag des 12. Monats

(Adar) soll es soweit sein!

Nachdem Haman einen Galgen für Mordechai

vorbereitet hat, wird er selber dort

gehenkt. Mordechai, der wahre Freund

des Königs, übernimmt Hamans Stellung

bei Hofe und sein Hab und Gut.

Mordechai deckt eine Verschwörung bei

Hofe auf und rettet dem König das Leben.

Die Täter werden gehenkt.

Während der Erlass im ganzen Reich

verkündet wird und das jüdische Volk

trauert, bittet Mordechai Ester,

den König umzustimmen.

Aus dem Tag der Vernichtung wird per

Gesetz ein Tag der Freude am 14. und 15.

des 12. Monats (Adar), nachdem die Juden

ihrerseits ihre Feinde vernichtet haben.

Dieses Fest (Purim) soll für immer eine

Erinnerung an Esters Einsatz mit Gottes

Hilfe zum Wohl des jüdischen Volkes sein.


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Koschere Speisen

Marco K. & Tobias

Die jüdischen Speisegesetze heißen „Kaschrut“ und beruhen zum Teil

auf dem 3. Buch Mose.

„Koscher“, das heißt „rein“ oder „geeignet“ nach dem jüdischen Gesetz,

sind zum Beispiel weder Schweinefleisch noch Blut. Tiere müssen geschächtet,

das heißt auf besondere Weise geschlachtet werden.

Auch dürfen Fleisch- und Milchprodukte nicht gemischt und nicht zusammen

zubereitet werden.

Es gibt Organisationen, die prüfen, ob

Lebensmittel koscher sind. Dann bekommen

sie den Aufkleber

oder das Zeichen

רשכ

Mazzen sehen ähnlich aus wie Knäckebrot. Es handelt sich um ungesäuertes

Brot, das besonders in der Pessach-Zeit gegessen wird.

Kim-Spiel

Es folgt ein Gedächtnis-Spiel, und ihr braucht dazu:

ein Blatt, einen Stift und eine Eier- oder Stoppuhr. Wenn ihr parat seid,

stellt die Eieruhr auf genau 2 Minuten. Nun schaut euch die Gegenstände

auf der nächsten Seite genau 2 Minuten lang an. Es sind mindestens 10

Dinge, die mit dem jüdischen Leben zu tun haben.

Wenn ihr die genauen Bezeichnungen nicht kennt, könnt ihr sie ja beschreiben.

Das gilt auch. Nach 2 Minuten auf der Stoppuhr sollt ihr das

Heft schließen und auf euer Blatt die Dinge schreiben, an die ihr euch

erinnert. Erst danach betrachtet das Bild noch einmal. Wie viele Gegenstände

hattet ihr behalten? Wer mitgemacht hat, hat auf jeden Fall gewonnen;

nämlich beim Gedächtnistraining!

Die Lösung findet ihr auf Seite 36.

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Auswertung:

» Hast du dich an bis zu 8 Gegenstände

(unabhängig von ihrem korrekten Namen) erinnert,

bist du ein Gedächtnis-Genie.

» Sind dir 5 bis 7 Dinge eingefallen,

hast du ein gutes Gedächtnis.

» Beim Notieren von 2 bis 4 Gegenständen

wird dein Bemühen anerkennend gelobt.

» Wenn dir kaum etwas eingefallen ist,

solltest du es später noch einmal probieren…

33


36

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Lösung für das Kim-Spiel Jüdische Lieder

Im Uhrzeigersinn:

Matzen » Ungesäuertes Brot,

so ähnlich wie Knäckebrot, wird

besonders zu Pessach gegessen

und erinnert an die Zeit vor dem Aufbruch aus

der ägyptischen Gefangenschaft, als es keine

Zeit gab, Hefeteig zuzubereiten

Menorah » 7-armiger Leuchter,

jüdisches Symbol

Kippa » Kopfbedeckung für

männliche Besucher der Synagoge

oder des jüdischen Friedhofs als Zeichen

des Respekts

Blühender Stacheldraht » Anstecker

der Holocaust-Gedenkstätte

Yad Vashem in Jerusalem

mit der Botschaft, nicht zu

vergessen: Stacheldraht für den erlittenen

Schmerz in der Vergangenheit, Blätter für

das Zeichen einer hoffnungsvollen Zukunft

Tonkrug der Schriftrollen vom Toten

Meer » In Qumran fand 1947

ein Hirtenjunge Texte, die in derartigen

großen Tonkrügen die Jahrhunderte

überdauert hatten. Sie beschreiben

das Leben der Essener, deren Kloster 67 n.

Chr. von den Römern zerstört worden war.

Auf abenteuerliche Weise gelangten diese

bruchstückhaften Texte in die Hände von

weltbekannten Gelehrten, die sie teilweise

wie ein Puzzle entziffern konnten. Heute

befinden sich einige Texte in einem Schrein-

Museum, das nach dem Deckel der Krüge

gestaltet wurde

Neujahrs-Heft » Mit Sternzeichen-Rad-Mosaik.

Heft zu den

Gebeten und Ritualen an den

Festen Rosh Hashana = dem

Neujahrsfest und Yom Kippur

= dem Versöhnungsfest

Pessach-Hagadah » Mit Kelch

und Bildern vom Auszug aus

Ägypten. Hefte mit Gebeten,

Liedern und Anweisungen zum

Feiern des Pessach-Festes

Chanukka-Leuchter

und Karton für

Chanukka-Kerzen

» Leuchter, an dem

an 8 Tagen hintereinander jeden Tag ein

Licht mehr angezündet wird – vergleichbar

mit dem Adventskranz mit 4 Kerzen – um

das Chanukka-Fest freudig zu feiern

Öllämpchen aus Ton

Mesusa » Gebetshülle, die immer

am Türpfosten angebracht wird

und das wichtigste Gebet „Höre

Israel…“ enthält, das der gläubige

Jude mehrmals am Tag beten soll

Hebräische Textrolle » Pergamentrolle mit

hebräischen und übersetzten Texten

Die Schüler der 4a sangen mit uns ein jüdisches Lied. Bekannter sind aber

die beiden jüdischen Friedenslieder:

Hewenu Schalom

Schalom Chaverim

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Ans Simons

Am 29.01.2008, auf den Tag genau 2 Jahre nach dem Tod ihres Mannes,

folgte Frau Simons in Begleitung ihrer Freundin Helga Fechner,

einer ehemaligen Lehrerin, unserer Einladung in die Bibliothek. Wir durften

filmen, wie sie aus ihrem Leben voll Höhen und Tiefen erzählte. Nachher

bedankte sich Annika als Klassensprecherin mit einem Blumenstrauß.

Anna, genannt Ans, aus Holland

1918 wurde sie als Anna, genannt Ans, Frank geboren. Dieser Name, der

durch das „Tagebuch der Anne Frank“ weltweit bekannt wurde, mit der

sie aber nicht verwandt ist, war damals in Hilversum sehr geläufig, denn

etwa 30 Familien hießen so. Das entspricht bei uns in Köln dem Namen

„Schmitz“. Ihre Mutter war Deutsche, ihr Vater Holländer. Sie wuchs also

in Holland mit einem Bruder und einer Schwester in einer jüdischen Kaufmannsfamilie

auf. Ans ging immer sehr gerne zur Schule.

Ans trifft Ernst

Auf ihrer Arbeitsstelle traf sie Ernst Simons, der aus Köln-Deutz, wo sein

Vater Rabbiner gewesen war, fliehen konnte. Am 9. November 1938 war,

wie überall in Deutschland, die Synagoge, in der die Familie Simons gewohnt

hatte, geplündert und zerstört worden. Ernst Simons und Ans verliebten

sich und heirateten.

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Schreckliche Erfahrungen

Die Nazis hatten inzwischen auch Holland besetzt. Kurz nach der einfachen

jüdischen Hochzeit wurden beide nach einem kurzen Aufenthalt

im Durchgangslager Westerbork in das Konzentrationslager Bergen-Belsen

bei Hannover deportiert. Sie wurden in getrennten Baracken eingepfercht,

von der Außenwelt abgeschnitten und litten großen Hunger

und Durst. Frau Simons weiß es noch genau: „Es waren so schreckliche

Zustände, man kann es gar nicht beschreiben.“

Ans musste für die SS Putzdienste leisten. Sie sah ihren Mann nur gelegentlich

auf dem Appellhof bei den quälend langen Zählappellen, die

mehrmals täglich stundenlang bei jedem Wetter in Fünferreihen durchgeführt

wurden. Viele Insassen wurden krank und starben. Es gab ja keine

Medikamente.

Am 9. April 1945 wurden sie evakuiert, das heißt in Viehwaggons verladen,

die immer nur nachts erst in Richtung Norden, dann in Richtung

Osten fuhren. Sie kamen durch Kriegsgebiete, und keiner kannte das Ziel.

Ernst Simons war schwer an Rippenfellentzündung erkrankt, aber er hatte

die Hoffnung, das Elend zu überleben, nie aufgegeben.

Endlich Rettung!

Am 21. April 1945 wurde der Zug in Tröbitz, 100 km von Leipzig entfernt,

von russischen Soldaten befreit. Nur 800 der etwa 2.000 Evakuierten hatten

die Zugfahrt überlebt. Ans transportierte ihren kranken Mann in einer

Schubkarre ins Dorf. Man „organisierte“ sich Lebensmittel und ein Dach

über dem Kopf, bis die Amerikaner ihnen zur Rückkehr in die Heimat verhalfen.

Sie wussten noch nicht, dass die meisten ihrer Familienangehörigen

umgekommen waren. Nur ihre Schwester, 2 Onkel und eine Tante

hatten den Nazi-Terror überlebt.

Zurück nach Köln!

Nach kurzen Aufenthalten in den USA und in Holland zog es ihren Mann

wieder nach Köln. Er wurde Lehrer und half mit beim Aufbau der jüdischen

Gemeinde.

Lena & Vanessa Lena & Vanessa

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Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Lena & Vanessa

Frau Simons arbeitete überall mit und betreute aktiv das jüdische Ferienheim.

Viele Menschen holten sich Rat bei Familie Simons, die inzwischen

3 Töchter hatte. Alle Kinder wurden nach verstorbenen Verwandten benannt.

Inzwischen ist die Witwe stolze Großmutter und Urgroßmutter und

wohnt im jüdischen Elternheim in Ehrenfeld.

Frau Simons wird 90!

Lena, Vanessa, Natalie und Andrea waren mit 2 Kolleginnen und den

Schulleitern eingeladen, an der Geburtstagsfeier am 29. Oktober im großen

Saal des jüdischen Wohlfahrtszentrums teilzunehmen. Die 3 Töchter

saßen neben der Jubilarin, und viele Gäste feierten mit. Es gab ein musikalisches

Programm und einige Reden, Kaffee und Kuchen. Die Schülerinnen

trugen einige Geschichten zu den Buchstaben des jüdischen

Alphabets aus dem Buch von Herrn Simons vor und hatten Bilder dazu

gemalt.

Ihr zu Ehren wird in der Ernst-Simons-Realschule seitdem bei der offiziellen

Abschlussfeier dem besten Schüler der Abschlussklassen der „Ans-Simons-Preis“

mit einem Geldgeschenk verliehen. Er wird von Frau Simons

persönlich überreicht.

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Das Tagebuch

der Anne Frank

Wer war Anne Frank?

Anne Frank wurde am 12.06.1929 als 2. Tochter von Otto und Edith Frank

in Deutschland geboren. Die jüdische Familie floh 1933 vor den Nationalsozialisten

nach Holland, war aber auch dort ab 1940 nicht mehr sicher.

Das Versteck

Sie mussten sich auf dem Speicher in einem Geschäftshaus an der Prinsengracht

263, dem heutigen Sitz des Anne-Frank-Museums, verstecken.

Hinter einem drehbaren Regal befand sich ein geheimer Zugang zum Hinterhaus.

Die Sekretärin von Herrn Frank, Miep Gies, und andere Freunde

brachten ihnen heimlich Lebensmittel. Zu ihnen kam noch das Ehepaar

van Daan mit ihrem Sohn Peter, der 2 Jahre älter war als Anne, und in

den sie sich verliebte. Als 8. „Untertaucher“ wurde der Zahnarzt Albert

Dussel in die Notgemeinschaft aufgenommen, mit dem Anne widerwillig

ihr Zimmerchen teilen sollte. Alle mussten in diesem „Gefängnis“ auf

engstem Raum mehr als 2 Jahre verbringen. Tagsüber musste jeder Lärm

unterdrückt werden. Ihr Versteck durften sie nie verlassen.

Das Tagebuch

In dieser Notlage schrieb Anne ihre Erfahrungen, Hoffnungen und Enttäuschungen

in ihr Tagebuch in Briefform an eine Freundin Kitty, die es nur

in ihrer Vorstellung gab. Annes erste Eintragung ist vom 12. Juni 1942,

ihre letzte vom 1. August 1944. So notierte sie z. B. am Samstag, den 7.

November 1942, dass ihr die Mitbewohner auf engstem Raum zum Hals

heraushingen, weil niemand ihre Probleme verstand. Am Sonntag, den

13. Februar 1944, merkte sie aber, dass Peter sie immer so anders als

sonst ansah. Das gefiel ihr natürlich besonders gut.

Tod und „Überleben“

Am 4. August wurde ihr Versteck entdeckt, und alle, auch ihre Helfer,

wurden in holländische oder deutsche Konzentrationslager deportiert. Im

März 1945, 2 Monate vor der Befreiung Hollands, starb Anne Frank im

Vernichtungslager Bergen-Belsen. Nur ihr Vater überlebte und veröffentlichte

ihr privates Tagebuch, das die inzwischen 100-jährige Miep Gies

ungelesen aufbewahrt hatte. Es wurde in 70 Sprachen übersetzt und berührt

alle Menschen, die es kennen.

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Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Lucas,Tobias &

Marco F.

Der jüdische Friedhof

in Bocklemünd

Wir stellen Angelina einige Fragen nach unserem Besuch auf dem

jüdischen Friedhof in Bocklemünd, der ein Teil des Westfriedhofs

und mit etwa 3.000 Grabsteinen Kölns größter jüdischer Friedhof ist.

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

“ Was ist der Unterschied zu einem christlichen Friedhof?

angelina: Die Gräber sind für die Ewigkeit gedacht und dürfen nicht eingeebnet

werden. Beim Betreten müssen die männlichen Besucher eine Kopfbedeckung

tragen. Und beim Verlassen soll man sich die Hände rituell waschen.

Wie sieht der Grabschmuck aus?

angelina: Die meisten Gräber sind ganz schlicht gehalten. Gepflanzte Blumen sind

nicht üblich, aber wir haben einige Pflanzschalen gesehen. Oft erinnern Steine

daran, dass Besucher hier waren. Darum haben wir auch Steine auf die Marmorplatte

von Herrn Simons Grab gelegt.

Wofür gibt es Denkmäler auf diesem Friedhof?

angelina: Es gibt z. B. ein Denkmal für die jüdischen Kriegsgefallenen im 1. Weltkrieg,

ein Denkmal für die 11.000 von den Nazis ermordeten Kölner Juden und

ein Denkmal für die zerstörten Thora-Rollen, weil sie heilig sind und auch beerdigt

werden müssen.

Was hat dich auf dem jüdischen Friedhof besonders beeindruckt?

angelina: Ich fand die biblischen Namen schön, z.B. abraham, Isaak oder Moses.

Ich habe auf den Gräbern im hinteren Teil des Friedhofs russische Schriftzeichen

gesehen; es gibt also in letzter Zeit viele russische Juden hier in Köln. aber

schlimm fand ich einige Kommentare auf den Grabsteinen, z.B. „Ermordet in

auschwitz im Jahre 1942“.

Danke, angelina, für deine ausführungen!

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Interview mit Prof. Dr. Yizhak Ahren

über jüdische Traditionen

Janett & Marcel

Wir kennen Herrn Dr. Ahren, der in Jerusalem geboren und seit 2003

Professor für Psychologie an der Universität zu Köln ist, weil er seit

1976 bis heute Psychologe an der Anna-Freud-Schule in unserem Schulgebäude

ist.

Wir luden ihn am 1. Dezember 2008 in unsere Klasse ein und stellten ihm

viele Fragen zum Judentum. Vielen Dank, Herr Dr. Ahren!

8 Fragen haben wir notiert. Die Antworten müssen den Fragen zugeordnet

werden und ergeben von 1-8 ein Lösungswort.

1. Wann beginnt die jüdische

Zeit rechnung, bei der das Jahr

2009 n. Chr. mit 5769 A.M.

bezeichnet wird?

4. Was geschieht mit

jemandem, der nicht

genug Geld für eine

Grabstätte hat?

6. Was bedeutet die hebräische

Inschrift auf dem Eingangsgebäude

des jüdischen Friedhofs

in Bocklemünd?

U » Sie wird

beerdigt, weil sie

heilig ist.

E » Es gibt

Wohltätigkeitsorganisationen,

die sich darum

kümmern.

1 2 3 4 5 6 7 8

2. Was geschieht

mit

einer defekten

Thora­Rolle?

3. Was bedeuten

die Zeichen und Schriftzeichen

auf den jüdischen

Gräbern?

5. Was kann man machen, wenn es

nicht mehr genug Platz auf einem

jüdischen Friedhof gibt, denn die Gräber

sollen ja ewig dort bleiben?

7. Warum ist die

jüdische Religion

unserer Meinung

nach so streng?

T » Sie ist eine Bibelstelle

aus dem Buch Habakuk 2,4

(und auch Röm 1,17): „Der

Gerechte aber bleibt wegen

seiner Treue am Leben.“

U » Für uns sind die Regeln der Thora

wichtig. Das kann man streng nennen,

aber sie sind eher ernst, weil sie von

unserem göttlichen Gesetzgeber kommen.

Und manchmal ist es nicht leicht,

sie einzuhalten, z. B. wenn man nicht

schlecht über jemanden reden darf.

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

J » Sie beginnt

nach der Schöpfung,

wie es im

1. Buch Mose

steht.

8. Werden Juden

in der heutigen

Zeit immer noch

diskriminiert?

M » Antisemitische Taten

gibt es trotz Verbot

immer wieder, überall

auf der Erde. Dagegen

muss man vorgehen.

D » Die gespreizten segnenden Hände weisen

auf einen verstorbenen Priester hin; eine

Kanne bezeichnet einen Leviten, der dem

Priester vor dem Segen die Hände waschen

musste; die hebräischen Buchstaben können

auch Zahlen bedeuten für das Geburts­ und

Todesjahr; oft findet man oben auch 2 Buchstaben,

die „Hier ist beerdigt“ bedeuten.

N » Man schüttet etwa 1 m Erde auf

und beerdigt darüber. Auf dem jüdischen

Friedhof in Prag gibt es sogar

7 oder 8 Schichten übereinander.

Das Lösungswort heißt: JUDENTUM

45


46

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Was ist ein Golem?

A) ein Zwerg

B) ein Außerirdischer

C) ein Torwart

D) etwas anderes

Am 11. September gab Mirjam Pressler in

der Zentralbibliothek Hinweise auf die richtige

Antwort (D), als sie aus ihrem neuen Buch

„Golem stiller Bruder“ vorlas.

Es handelt von dem 15-jährigen Jankel, der

mit seiner kleinen Schwester Rochele vom

Land in die große Stadt Prag zu seinem Großonkel,

dem berühmten Rabbi Löw, geschickt

wird, weil sie keine Eltern und Pflegeeltern

mehr haben.

Jankel lernt Josef, den unheimlichen Synagogendiener, kennen, der auch

bei dem Rabbi wohnt, allerdings alleine unter dem Dach. Er ist ein Golem,

ein künstlicher Mensch, der die Juden schützt, die damals in Prag ausgegrenzt

und als Kindermörder beschuldigt wurden.

Abwechselnd, aus der Sicht des Erzählers und aus der Sicht Jankels, wird

ein spannender, eindrucksvoller Einblick in das Leben der Prager Juden

um das Jahr 1600 gegeben.

Ein eigenes Kapitel handelt von der dramatischen Erschaffung eines Golem,

einer Gestalt aus der jüdischen Legende.

Bar-Chen, Eli und Specht, Heike

Warum Schabbat schon am Freitag

beginnt. Die Kinder-Uni reist in die Welt

des Judentums. Deutsche Verlags-Anstalt.

(München 2007)

Erzbischöfliches Generalvikariat Köln,

Hauptabteilung Seelsorge (Hg.)

Kommt und singt. Ein Liederbuch nicht

nur für Kinder. (Köln 1992)

Frank, Anne

Das Tagebuch der Anne Frank.

Fischer Bücherei. (Frankfurt a.M. 1955)

Harbecke, Ulrich

Das Kölner Buch der Religionen.

KVW-Verlag (Reinfeld 2008/9)

Hürtgen, Günter und Mick, Elisabeth

Juden in Köln. Arbeitsheft 1.

Das Wohnviertel im mittelalterlichen Köln.

Museumsdienst. (Köln 2003)

Ibd. Arbeitsheft 2

Stationen der Geschichte vom

Mittelalter bis zur NS-Zeit.

Museumsdienst. (Köln 2003)

Ibd. Arbeitsheft 3

Religiöses Leben.

Museumsdienst. (Köln 2003)

Ibd. Juden in Köln

Lehrerheft zu den Schülerarbeitsheften 1,

2, und 3. Museumsdienst. (Köln 2003)

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Empfohlene und zitierte

Bücher und Hefte

Marquardt, Marten (Hg.)

Köln grüßt Jerusalem. Juden und

Christen in Köln. Melanchthon Akademie.

(Köln 2002)

Meier, Marcus (Hg.)

Antisemitismus als Problem in der politischen

Bildungsarbeit. ibs. (Köln 2009)

Mick, Elisabeth

Mit der Maus durch Köln. 2000 Jahre

Stadtgeschichte für Kinder. J. P. Bachem

Verlag. (Köln 2. Aufl. 2007)

Pressler, Mirjam

Golem stiller Bruder. Beltz & Gelberg.

Weinheim. (Basel 2007)

Simons, Ernst (Hg.)

Aleph Beth. Geschichten für jüdische

Kinder. Wissenschaftliches Archiv. (Bonn

1960) (nicht mehr erhältlich) Hinweis auf

ähnliche Geschichten. Deborah Pessin.

Howard Simon. Aleph-Bet-Story Book.

Jewish Publication Society. (1995)

Stiftung Jüdisches Museum Berlin (Hg.)

Geschichten einer Ausstellung. Zwei Jahrtausende

deutsch-jüdische Geschichte.

Ausstellungskatalog. (Berlin. 2. Aufl. 2002)

Wilhelm, Jürgen (Hg.)

Zwei Jahrtausende Jüdische Kunst und

Kultur in Köln. Greven Verlag. (Köln 2007)

(verwendete Bilder auf den Seiten 6, 16, 30)

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48

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Worterklärungen

Antisemitismus » Abneigung und Feindseligkeit gegen Juden, besonders

unter den Nationalsozialisten

Bar Mizwa » hebräisch für „Sohn des Gebots“: Feier im Familienkreis und

in der Synagoge, bei der ein 13-jähriger jüdischer Junge aus der Thora

vorliest und religionsmündig wird

Deportation » gewaltsamer Abtransport gegen den Willen der Betroffenen;

meistens im Zusammenhang mit KZ gebraucht

Geheime Staatspolizei » auch Gestapo abgekürzt: Polizeibehörde im Nationalsozialismus,

die rücksichtslos alle Gegner des Regimes verfolgte,

einsperrte oder tötete

Golem » hebräisch für „Ungeformtes“, „Ungebildetes“: nach einer jüdischen

Legende eine menschenähnliche starke Gestalt, die aus Lehm und

Ton künstlich gebildet wurde, um den böhmischen Juden in Notzeiten zu

Hilfe zu kommen

Holocaust » griechisch für „Brandopfer“: bezieht sich auf Massenvernichtung,

auf die Ermordung von 6 Millionen Juden während des Nazi-

Terrors

Kippa » Kopfbedeckung für männliche Besucher der Synagoge oder des

jüdischen Friedhofs als Zeichen des Respekts

Konzentrationslager » auch abgekürzt „KZ“: Gefangenen- und Zwangsarbeitslager

ab 1941 für angebliche Gegner des Nationalsozialismus, in

denen sie eingesperrt, gedemütigt, gefoltert und umgebracht wurden

Koscher » hebräisch für „rein“, „geeignet“: bezeichnet Speisen oder Verhaltensweisen,

die nach dem jüdischen Gesetz erlaubt sind. So müssen etwa

Fleisch- von Milchprodukten getrennt zubereitet und gegessen werden

Mesusa » Gebetshülle, die am Türpfosten angebracht wird und die das

wichtigste Gebet „Höre Israel…“ enthält, das der gläubige Jude mehrmals

am Tag beten soll

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Nationalsozialismus » Zeit von der Machtergreifung Hitlers (1933) bis

zum Ende des 2. Weltkrieges (1945), in der Willkür und Judenhass regierten

NSDAP » Abkürzung für „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“,

politische Partei mit dem Programm des Nationalsozialismus, deren Vorsitzender

seit 1921 Adolf Hitler war und die von 1933 bis 1945 die einzig

zugelassene Partei war. Nach dem Krieg wurde sie als verbrecherische

Organisation verboten

Pogromnacht » „Pogrom“ kommt aus dem Russischen für „zerstören“;

auch „Reichskristallnacht“ genannt: in der Nacht vom 9. auf den

10.11.1938 ließen die Nationalsozialisten alle deutschen Synagogen

plündern und niederbrennen und die jüdischen Geschäfte zerstören

Sederabend » am Vorabend von Pessach versammelt sich die jüdische

Familie, um bei einem Festmahl mit bestimmten Gebeten und Liedern an

den Auszug der Israeliten aus Ägypten zu erinnern

SS » Abkürzung für „Schutzstaffel“ der NSDAP: besonders brutale Organisation,

die die angeblichen Gegner des Regimes verhaftete und bestrafte

Thora » hebräisch für „Lehre“, „Gesetz“: eine wichtige, mit der Hand

geschriebene Schriftrolle, die die fünf Bücher Moses enthält und in einem

Schrein hinter einem Vorhang in der Synagoge aufbewahrt wird. Sie ist

den Juden heilig, da sie auf Gottes Willen beruht

Zeitzeugen » Menschen, die den Nazi-Terror überlebt haben und noch

darüber berichten (wollen)

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Kölner Mädchen und Jungen entdecken Jüdische Spuren… Komm mit!

Englische Texte

von unserer polnischen Partnerschule

Einige Schüler erzählen über die Workshops, an denen sie am

25. November 2008 zum Thema „Holocaust“ und „Nationalsozialismus“

teilgenommen haben. Sie lernten dabei Menschen kennen, die

Juden während der Verfolgung geholfen hatten, probierten jüdische Speisen

und sahen einen Film über Anne Frank. Sie diskutierten auch über

Antisemitismus heute in Polen.

Am 21. April 2009 nahmen die Schüler an einem „Holocaust-Gedenktag“

teil. Sie hatten eine Fotoausstellung vorbereitet, für die sie Preise bekamen,

und auch ein Stück vorgetragen, das ausgezeichnet wurde.

Andere Schüler berichten über jüdische Feste. Ein längerer Text handelt

vom Purim-Fest. Einige Schüler durften bei der 1. Purim-Feier nach dem

Krieg in Tarnow dabei sein, bei der aus der Ester-Rolle vorgelesen, viel

Lärm gemacht und danach viel gefeiert und getrunken wurde.

Ein weiterer Artikel berichtet über die Juden in Tarnow, die es seit dem

15. Jahrhundert dort sehr zahlreich gegeben hat. Hatten dort vor dem

2. Weltkrieg noch 25.000 Juden gewohnt, so wurden seit Juni 1942 etwa

13.500 Juden von den deutschen Besatzern in das KZ Belzec deportiert,

die anderen in ein Ghetto gesperrt. Es gab zwar auch eine Widerstandsgruppe,

die aber blutig niedergeschlagen wurde. Im September 1943

wurden die überlebenden 10.000 Juden nach Auschwitz oder Krakow deportiert

und Tarnow als „judenrein“ bezeichnet. 1945 kehrten zwar etwa

700 Juden nach Tarnow zurück, emigrierten dann aber nach Israel. Erst

allmählich fängt wieder jüdisches Leben in Tarnow an.

Kölner Mädchen und Jungen entdecken Jüdische Spuren… Komm mit!

Nazism and Holocaust workshops

On Thursday, 6th November 2008, some students from our school together

with our History teacher took part in a special workshop about

Nazism and holocaust. The title was “Europe for its citizens 2007-2012

– Culture and Education”.

At the beginning we were shown some photos taken by the students

from other schools. Later some interviews with the people who saved

Jews during the World War II were presented to us. The interviews were

made by the students from the other schools, too.

After this presentation we were invited to a special “Jewish street” where

we could see an almost real street typical for Jewish parts of the cities a

long time ago. We could also taste some delicious Jewish food prepared

by the students.

50 51

Later there was a special conference about the history of Jews and anti-

Semitism. This lecture by a lady from Holland was for the teacher only, so

we could not stay. Instead, we were invited to another room where there

was a lecture for the students. The lecture was very interesting, too.

After that, we saw a film about Anne Frank and her life. She was a Jewish girl,

an author of a diary. During the World War II she was hiding in Amsterdam for

a few years and later she was taken to a concentration camp where she died.

We liked the film very much, although it was a tragic and moving story.

After watching the film we worked in groups and discussed the most

important things from the film. We also talked about the anti-Semitism in

Poland today. We liked this workshop very much.

agnieszka Wawrzon and Paweł Starzec

» » »

Holocaust workshops 25th November 2008

On 25th November 2008 our school organized special regional workshops

for the students from Tarnów, Dębica and Dębrowa Tarnowska who take

part in an educational project about Jews.


Kölner Mädchen und Jungen entdecken Jüdische Spuren… Komm mit!

At the beginning we were invited for a walk around Tarnów where we

could see and learn about traces of Jewish people and culture. Our guide

Janusz Kozioł from the Regional Museum of Tarnów told us about the

history of Tarnów’s Jews, their traditions and the tragedy of holocaust

during World War II. Later that day we went to another school in Tarnów

where we saw a theatrical performance prepared by the students from

that school. The title was “The children of holocaust”. The performance

was very interesting.

Next we came back to our school where we had 5-hour-long workshops

about Jews and holocaust. During the workshops we worked with and

used source documents about the culture and history of Jewish people in

Poland. We also made some posters about Jews. We could also try some

Jewish dishes prepared by the students from our school.

The Holocaust Remembrance Day

On 21st April 2009 a group of students from our school went to Dębrowa

Tarnowska for a competition about Jewish culture. The competition contained

singing, dancing, reciting, cooking and photography. Some students

from our school showed an introduction about Jews from Tarnów.

They’re got a distinction.

I won the photography competition and I got a prize – an encyclopedia

and a diploma.

We also tasted Jewish dishes. I took a lot of photos of this competition.

alan Lachowicz II LO

» » »

On 21st April 2009 some students from our school together with a History

teacher went to Dębrowa Tarnowska to take part in a special event – The

Holocaust Remembrance Day. It had taken us a long time to prepare for

the day. We had had to practice reciting, choose our best photos connected

with the Jewish culture and prepare some Jewish dishes.

Kölner Mädchen und Jungen entdecken Jüdische Spuren… Komm mit!

A lot of interesting things happened in Dębrowa Tarnowska, but the contests

were the most important for everyone. There were 5 categories:

reciting, drama, singing, dancing and photography. We won the drama

competition and achieved the first and the second places in the photography

competition. We got diplomas and prizes and we were very happy.

After the competitions we saw an exhibition of photos and posters about

Jews. During the break we also tried some traditional Jewish dishes. Later

we also listened to a speech by Reli Boguucka-Wałęga about tolerance,

hatred, nationalism and the future which can be created by people who

value diversity. Finally, we watched a film about Holocaust.

52 » » »

Purim

Purim is the most festive of Jewish holidays, a time of prizes, noisemakers,

costumes and treats. The Festival of Purim commemorates a major victory

over oppression and is recounted in the Megillah, the scroll of the

story of Esther. Purim takes place on the fourteenth and fifteenth days of

Adar, the twelfth month of the Jewish calendar. This year (2009) Purim

begins at sundown on the 9th of March.

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» » »

Facts, Figures and Folklore about the Jewish Holiday of Purim

1. Purim is one of the most joyous holidays in the Jewish religion. So

joyous, in fact, that the rabbis have actually commanded adults to get

drunk on the holiday of Purim.

2. Purim is one of the only Jewish holidays not commanded in the Torah.

The holiday can trace its roots to the Talmudic period. The earliest

known celebration of Purim was in the 2nd century CE.

3. The word Purim is Hebrew for „lots“. The name of the holiday refers

to the plot of the king‘s advisor, Haman, to draw lots for which Jews to

kill first. He planned to massacre all the Jews. Esther, one of the king‘s

wives and a Jewess herself, saved the Jewish people from Haman‘s

„lots“ plot by revealing it to the king.

4. The only holy Jewish book in which the word for „lots“ appears is the

Book of Esther, traditionally read on Purim.

5. Purim is celebrated during a Jewish leap month. The holiday falls on


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Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

the 14th of the month of Adar. When there is a leap year, there are

two Adars (Adar Aleph and Adar Bet). Purim is celebrated in Adar Bet

during a leap year.

6. In walled cities, like the Persian city in which the story of Purim first

took place, Purim is celebrated a day later, on the 15th of Adar. Today,

the only recognized walled cities celebrating the later Purim date are

Jerusalem, Hebron and the Old City of Tzfat in northern Israel.

7. The holiday of Purim begins on the 13th of Adar (regardless of whether

or not you live in a walled city) with the Fast of Esther. In Hebrew,

this fast is known as Ta‘anit Esther. The day-long fast commemorates

Esther‘s three-day fast before she revealed her true identity to the king

and pleaded for her people‘s safety.

8. The expression „the whole megillah“ comes from the holiday of Purim.

On Purim, the story of Esther is read from a scroll known as a megillah.

The whole megillah must be read twice on Purim, once at night and

once the following morning.

9. In addition to being one of the most festive holidays, Purim is also one

of the noisiest. That‘s because every time Haman‘s name is mentioned

during the reading of the megillah, worshippers are instructed to make

as much noise as possible to drown out his name. A special instrument

was even created for all this noisemaking, called a gragger (grogger).

10. The Book of Esther is the only holy Jewish book that does not ever

mention God‘s name.

11. Jews are commanded to give charity on Purim. Another commandment

on Purim is to give gifts of food to friends and loved ones.

12. On Purim, children dress up in costume for Purim parades and carnivals?

Traditional fare includes little Queen Esthers. Of course, modern

day revelers also dress up as Disney Princesses and Super Heroes.

13. Hamantashen are a three cornered pastry filled with poppy seed that

are served on Purim. The cookies are named for the three-cornered

hat that Haman wore. In Hebrew, hamantashen are called oznei haman,

or Haman‘s ears. (Hamantashen recipes)

14. There is a town in Missouri called Esther. There is also one in Louisiana.

On Monday, 9th March 2009, Jewish people from Tarnów celebrated Purim.

It was a great celebration due to the fact, that it has been the first

celebration of Purim in our city since World War II. The Celebration was

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

organized by the representatives of Chabad Lubawicz and it took place in

the only remaining part of the old synagogue – The Bimah. A rabi and the

manager of the Polish division of Chabad said: “This event has a unique

meaning for the Jewish community. Before the Holocaust, Tarnów used to

be a hometown for thousands of Jews. Now, after a 70-years-long break

we celebrate Purim here again and these celebrations are a symbol of our

great joy, which accompanies this holiday”.

The students from our school took part in the celebration, which started at

5.30 p.m. After the initial speeches of the invited guests, the rabi Szalom

Ber Stambler sang ‘Megilat Ester’ in Hebrew. When the name of Haman

was read out, people stamped their feet and made noise (many had

noise makers for this) to drown out the evil name of the villain. The boys

had to cover their heads as we were in the synagogue and the girls were

not let in near the Bimah. They had to move to the back, to a special

place for women. At the end we were given special cakes called Haman‘s

ears and the adults were given some vodka which was supposed

to make them joyful and happy.

» » »

The Jews of Tarnów

Before World War II, about 25,000 Jews lived in Tarnów. Jews, whose

recorded presence in the town went back to the mid-fifteenth century,

comprised about half of the town‘s total population. A large portion of

Jewish business in Tarnów was devoted to garment and hat manufacturing.

The Jewish community was ideologically diverse and included both

religious Hasidim and secular Zionists.

Immediately following the German occupation of the city on September

8th, 1939, the persecution of the Jews began. German units burned

down most of the city‘s synagogues on September 9th and drafted Jews

for forced-labor projects. Tarnów was incorporated into the General

government. Many Tarnów Jews fled to the east, while a large influx of

refugees from elsewhere in occupied Poland continued to increase the

town‘s Jewish population. In early November, the Germans ordered the

establishment of a Jewish council (Judenrat) to transmit orders and regu-

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Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

lations to the Jewish community. Among the duties of the Jewish council

were enforcement of special taxation on the community and providing

workers for forced labor.

During 1941, life for the Jews of Tarnów became increasingly precarious.

The Germans imposed a large collective fine on the community. Jews

were required to hand in their valuables. Roundups for labor became

more frequent and killings became more commonplace and arbitrary.

Deportations from Tarnów began in June 1942, when about 13,500 Jews

were sent to the Belzec extermination camp. During the deportation

operations, German SS and police forces massacred hundreds of Jews in

the streets, in the marketplace, in the Jewish cemetery, and in the woods

outside the town. After the June deportations, the Germans ordered the

surviving Jews in Tarnów, along with thousands of Jews from neighboring

towns, into a ghetto. The ghetto was surrounded by a high wooden fence.

Living conditions in the ghetto were poor, marked by severe food

shortages, a lack of sanitary facilities, and a forced-labor regimen in

factories and workshops producing goods for the German war industry.

In September 1942, the Germans ordered all ghetto residents to report at

Targowica Square, where they were subjected to a „Selektion“ (selection)

in which those deemed „unessential“ were selected out for deportation

to Belzec. About 8,000 people were deported. Thereafter, deportations

from Tarnów to extermination camps continued sporadically; the Germans

deported a group of 2,500 in November 1942.

In the midst of the 1942 deportations, some Jews in Tarnów organized a

Jewish resistance movement. Many of the resistance leaders were young

Zionists involved in the Ha-Shomer Ha-Tsa‘ir youth movement. Many of

those who left the ghetto to join the partisans fighting in the forests later

fell in battle with SS units. Other resisters sought to establish escape

routes to Hungary, but with limited success.

The Germans decided to destroy the Tarnów ghetto in September 1943.

The surviving 10,000 Jews were deported, 7,000 of them to Auschwitz

and 3,000 to the Plaszow concentration camp in Kraków. In late 1943,

Tarnów was declared „free of Jews“ (judenrein). By the end of the war,

Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

the overwhelming majority of Tarnów Jews had been murdered by the

Germans. Although 700 Jews returned in 1945, some of them soon left

the city and headed mostly to Israel.

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Meine Ergänzung:

Ich finde nicht gut:

An die Kölnische Gesellschaft

für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e. V.

Richartzstr. 2-4

50667 Köln

Ich finde gut:

Betr.: Kölner Mädchen und Jungen entdecken jüdische Spuren… Kommt mit!

Alter Telefon

Straße, Nr. PLZ, Ort

Name Vorname


Postkarte an die Kölnische Gesellschaft

für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Auf der Rückseite befindet sich der Vordruck für eine Postkarte an die Kölnische

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Wer möchte, kann diese Karte

herausschneiden, einen Kommentar zu diesem Buch schreiben, mit Adresse und

45-Cent-Briefmarke versehen und abschicken.

Die Adressaten freuen sich über jede Rückmeldung!

Kommunale Geodaten:

Stadt Köln, Amt für Liegenschaften,

Vermessung und

Kataster, KT 2009/214

Gestaltung:

The Vision Company

Werbeagentur GmbH

Warum machen sich Jugendliche

auf die Suche nach jüdischen Spuren

in ihrer Heimatstadt? Was gibt

es da zu entdecken? Seit wann gibt

es überhaupt jüdische Spuren in

Köln? Wer oder was ist Uri, und wer

oder was ist ein Golem?

Antworten auf diese und viele

weitere Fragen fi nden sich in

unserem Buch „Kölner Mädchen

und Jungen entdecken jüdische

Spuren… Kommt mit!“ Es ist im

Schuljahr 2008/9 an der Ernst-

Simons-Realschule in Müngersdorf

entstanden und will möglichst viele

Jugendliche einladen, sich mit der

jüdischen Kultur zu beschäftigen.

Dabei darf gesungen, Hebräisch

gelernt, ausgemalt, geraten, gespielt,

gestaunt, bewertet, gelacht,

getrauert und natürlich den besprochenen

jüdischen Spuren in Köln

gefolgt werden.

Ernst-Simons-Realschule » Alter Militärring 96 » 50933 Köln » Tel. 0221/3 55 01 29-0

Fax 0221/4 97 14 11 » E-Mail: esrs@netcologne.de » www.ernst-simons-realschule.de

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