Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

euro.acad.eu

Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

ACTIVITIES 2009

und der Lokalisation der Stenosen auch zu einer signifikanten Verbesserung der Prognose

der Patienten. Mit der 1967 durch R. Favaloro in Cleveland, USA, erstmals durchgeführten

koronaren Bypassoperation (Aorto-Coronarer Bypass, ACB) steht seitdem eine effektive

Therapie zur Verfügung. Wurden zunächst fast ausschließlich venöse Bypassgrafts verwendet,

kommen heute, wo immer möglich, auch arterielle Bypässe zum Einsatz. Die

Operationstechnik hat sich in Anhängigkeit von der geplanter Operation, dem individuellem

Patientenrisiko und der Ausbildung des Chirurgen von einem zunächst ausschließlich

traditionellen Vorgehen mit großer Thorakotomie und Einsatz der Herz-Lungen-Maschine

gewandelt hin zu kleineren Zugangswegen bis hin zu minimal-invasiven und endoskopischen

Operationen, auch am schlagenden Herzen und ohne Herz-Lungen-Maschine.

Als alternatives Verfahren steht seit der klinischen Einführung durch A. Grüntzig 1977 in

Zürich die koronare Angioplastie (Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie, PTCA)

zur Verfügung. Aufgrund der im Verhältnis zur Bypassoperation erheblich geringeren

Invasivität hat die Methode rasch eine weltweite Verbreitung und breite Anwendung gefunden.

Ständige technische Verbesserungen und Neuerungen insbesondere die Einführung

der koronaren Stents (Percutane Coronary Intervention, PCI), zuletzt der medikamentenbeschichteten

Stents (Drug Eluting Stents, DES) einerseits, andererseits die demographische

Entwicklung bei gleichzeitiger Zunahme der Lebenserwartung mit konsekutiver

Zunahme an alten, koronarkranken Patienten, haben zu einer erheblichen Ausweitung der

Anwendung der Methode geführt. Wurden zunächst überwiegend koronare 1-Gefäßerkrankungen

interventionell behandelt, gelten heute auch 2- und 3- Gefäßerkrankungen,

sowie Hauptstammstenosen bei fokalen Stenosen, bei relevanter Komorbidität oder bei

hohem Operationsrisiko als Indikation für eine PCI, sofern diese technisch mit vertretbarem

Risiko möglich ist. Prospektive Vergleichsstudien mit randomisierter Zuordnung der

Patienten bei 3-Gefäß-KHK zur operativen oder interventionellen Therapie konnten Vorund

Nachteile der beiden Methoden bei vergleichbaren Ergebnissen zeigen. Der

Hauptnachteil einer interventionellen Therapie (PCI) ist in einer signifikant erhöhten Rate an

Wiederholungseingriffen zu sehen. Der Hauptnachteil des chirurgischen Vorgehens ist in

einer erhöhten Rate an intraoperativen Schlaganfällen zu sehen. Langzeitergebnisse gibt

es allerdings im direkten Vergleich bisher keine, vor allem deshalb, weil in beide Methoden

ständig Verbesserungen eingebaut werden, auf die klinisch nicht verzichtet werden kann

und die jeweils neue Vorraussetzungen schafft.

So steigt die Anzahl der interventionellen Eingriffe an den Koronararterien (PCI) ständig. Im

Jahre 2006 wurden in Deutschland 291050 percutane Interventionen (PCI`s) durchgeführt,

2005 waren es noch 270964, das entspricht einer Steigerung um 7,4% gegenüber 8,9%

von 2004 auf 2005. Die Zahl der Stents hat 2006 gegenüber dem Vorjahr um 8,2% zugenommen,

bundesweit betrug die Zahl der Stentanwendungen 249486, das sind im

Bundesdurchschnitt rund 86%. Auf die „Drug Eluting Stents“ (DES) entfielen rund 33%.

Insgesamt hat sich die Zahl der PCI`s in Deutschland seit 1980 von 540 auf 291050 im

Jahre 2006 erhöht. Von 1979 bis 1989 wurde eine jährliche Zuwachsrate von 40% nie

unterschritten, in den Jahren 1990 bis 1995 lag sie immer noch zwischen 33 und 26%,

seitdem hat die jährliche Zuwachsrate auf 6 bis 12% abgenommen. Parallel dazu hat die

Zahl der gesamten Koronaroperationen von 18466 im Jahre 1986 auf 74003 im Jahre 1998

auf den bisherigen Höchstwert zugenommen, seitdem geht die Zahl laufend zurück. Von

59

More magazines by this user
Similar magazines