Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

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Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

ACTIVITIES 2009

Insgesamt kann festgestellt werden, dass koronarchirurgische Eingriffe (ACB) zunehmend

durch die technischen Fortschritte des interventionellen Vorgehens (PCI) zurückgedrängt

werden. Nach den Leitlinien bleibt die Indikation zur Bypassoperation mit der Ausnahme

von Rezidivstenosen, Stenosen des linkskoronaren Hauptstammes und isolierten proximalen

RIVA-Stenosen überwiegend auf komplexe und schwierige Befunde beschränkt, wie

sie gerade bei älteren multimorbiden Patienten mit entsprechend erhöhtem

Operationsrisiko auftreten. Durch eine weitere kontinuierliche Verbesserung der Techniken

auf beiden Seiten werden sich gerade für diese Risikopatienten die Überlebenschancen

weiter verbessern. Dabei ist der Trend zu einem weniger invasiven Vorgehen klar absehbar

und sinnvoll.

2) Therapie von Erkrankungen der Herzklappen zur Beseitigung von Verengungen

(Stenosen) oder Schlussunfähigkeiten (Insuffizienzen).

Trotz nahezu vollständigen Verschwindens des rheumatischen Fiebers als Hauptursache

für erworbene Verengungen der Mitralklappe in Industrienationen, nehmen

Klappenerkrankungen kontinuierlich zu. Dies liegt im Wesentlichen neben einer verbesserten

Diagnostik daran, dass bei ständig steigender Lebenserwartung der Bevölkerung

durch degenerative Prozesse bedingte Klappenerkrankungen häufiger erlebt und deren

Symptomatik subjektiv verspürt wird. Die Therapie von Herzklappenerkrankungen ist

heute (noch) eine Domäne der Herzchirurgie. Deshalb ist die Zahl der klappenchirurgischen

Eingriffe in Deutschland von 7440 im Jahre 1990 kontinuierlich auf 20107 im Jahre

2006 angestiegen. „Im Jahre 2006 wurden in 79 der 80 herzchirurgischen Zentren insgesamt

20 107 Klappenoperationen durchgeführt, davon 20066 bzw. 99,8% mit HLM und 41

bzw. 0,2% ohne HLM …“ (Zitat aus Herzbericht 2006, Ernst Bruckenberger). Auch hier

führt die herzchirurgische Überkapazität mit Konzentration der komplexen Eingriffe auf

spezialisierte Zentren dazu, dass „ … in den zehn Herzzentren mit den meisten

Klappenoperationen … rund 35% aller derartiger Eingriffe durchgeführt (wurden).“ (Zitat

aus Herzbericht 2006, Ernst Bruckenberger). Dies gilt auch für Kombinationseingriffe in

Verbindung mit einer Koronaroperation, deren Zahl sich in Deutschland seit 1980 von 1481

auf 13134 im Jahre 2006 erhöht hat. In den Jahren 2004-2006 stagnierte allerdings auch

die Zahl dieser Kombinationseingriffe.

Ganz ähnlich wie bei den koronaren Operationen ist auch bei den Klappenoperationen ein

eindeutiger Trend zu weniger invasiven Operationstechniken und hin zu klappenerhaltenden

Operationen zu erkennen. Wurde noch vor ca. 10 Jahren überwiegend ein mechanischer

oder biologischer Klappenersatz mit konventionell großer Thorakotomie durchgeführt,

wird heute zumindest an spezialisierten und erfahrenen Zentren eine Rekonstruktion

und damit klappenerhaltende Operation der Mitralklappe immer favorisiert. So hat der

Anteil an Rekonstruktionen der Mitralklappe bis zu den letzten vorliegenden Zahlen 2006

immer weiter zugenommen auf ca. 56% aller Operationen an der Mitralklappe (2514 von

insgesamt 4507 Operationen). Eine Rekonstruktion der Aortenklappe, insbesondere bei

Schlussunfähigkeit (Insuffizienz) wird vermehrt versucht, ist technisch aber noch

anspruchsvoller und bisher kein klinischer Standard. Standard bei der Therapie der

Aortenklappe ist der operative Klappenersatz, mit oder ohne Ersatz der Aorta ascendens.

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