Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

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Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

EUROPEAN ACADEMY OF SCIENCES & ART

Durch interventionelle Verschlusssysteme, die kathetergestützt implantiert werden, hat

sich insbesondere bei der Therapie von isolierten Vorhofseptumdefekten eine weitgehende

Abkehr von dem bisher etablierten chirurgischen Vorgehen vollzogen.

5) Therapie von sonstigen Herzerkrankungen

Unter diesem Überbegriff werden eine Reihe unterschiedlicher Erkrankungen wie Aortenund

Ventrikelaneurysmen, kardiale Tumore, Perikarderkrankungen, Implantation von

Herzunterstützungssystemen bei hochsymptomatischer Herzinsuffizienz etc. zusammengefasst.

Diesbezüglich wiederholen sich die oben gemachten Aussagen: Ursprünglich

waren diese Erkrankung praktisch ausschließlich einer chirurgischen Therapie zugänglich.

Größtenteils trifft dies immer noch zu, allerdings ermögliche moderne interventionelle

Kathetertechniken in zunehmendem Umfang die Implantation von Stents in die Aorta zur

Therapie von Aortenaneurysmen. Zahlreiche Herzunterstützungssysteme können heute

teilweise interventionell implantiert werden, auch wenn die Leistung dieser Systeme bisher

nicht die der chirurgisch implantierten Systeme erreicht.

Aus den obigen Ausführungen ergeben sich konsequenterweise folgende Schlussfolgerungen:

Auch wenn sich das Gutachten wegen der guten Verfügbarkeit bei validen Daten überwiegend

auf aktuelle Zahlen aus Deutschland stützt, sind die Ergebnisse doch uneingeschränkt

auf andere europäische Länder, sowie international auf Industriestaaten übertragbar.

Abhängig von der zugrunde liegenden kardialen Erkrankung bestehen deutliche

Unterschiede in der Anwendung zwischen herzchirurgischer und interventioneller Therapie

bezüglich Anzahl, Komplikationen und Rezidivrate. Grundsätzlich kann aber festgestellt

werden, dass die interventionellen (Katheter-) Methoden mit immer besseren technischen

Möglichkeiten immer aggressivere Therapien in allen Bereichen der Therapie von Herzerkrankungen

ermöglichen. Gleichzeitig werden die herzchirurgischen Techniken immer feiner,

die Zugangswege atraumatischer, die Operationstechniken weniger invasiver bzw.

minimal-invasiv. Teilweise kommen bereits rein endoskopische Techniken zur Anwendung.

Das traditionelle chirurgische Vorgehen wird von den modernen Techniken weitgehend

zurückgedrängt und auf wenige komplexe Fälle beschränkt werden. Damit nähern sich die

beiden Fachrichtungen auch in ihrem technisch-therapeutischen Vorgehen zunehmend

einander an. Mittel- bis langfristig wird es dabei zu einer Verschmelzung der Fachrichtungen

kommen, was sich auch in einer modifizierten Ausbildung niederschlagen

muss. Auf dem Weg dahin muss eine enge Kooperation der beiden Fachrichtungen

gefordert werden.

Prof.Dr.med.Dr.med.habil. W. Moshage

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