Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

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Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

ACTIVITIES 2009

3. EUROPEAN INSTITUTE OF MEDICINE (EOM)

Salzburg, Chairman Felix Unger

St.-Peter-Bezirk 10, 5020 Salzburg, Austria

Phone: +43/662/841 345

Fax: +43/662/841 343

BRAUCHEN WIR BALD KEINEN HERZKATHETER MEHR?

Cardio-CT und Cardio-NMR

Gesundheitspolitisch, aber auch ökonomisch und selbstverständlich medizinisch spielen

Veränderungen an den Herzkranzarterien mit der Folge von akuten Koronarsyndromen bis

hin zum Myokardinfarkt unverändert eine extrem wichtige Rolle. Dokumentiert wird dies

durch die jährlichen Statistik der Todesursachen, die in den Industrienationen regelmäßig

von Herz- und Kreislauferkrankungen angeführt wird, aber auch durch die

Diagnosestatistiken und die zunehmenden Kosten für Diagnostik und Therapie von

Herzerkrankungen. Dynamisiert wird die Problematik durch ein individuelles menschlichen

Fehlverhalten (Fehl- und Überernährung, mangelnde Bewegung, Nikotinabusus) mit

Ausbildung des bekannten atheromatösen Risikoprofil, die demographische Entwicklung

mit Verschiebung der Alterspyramide hin zu älteren Personen, aber auch durch eine insuffiziente

Prävention bei unzureichender politischer Einflussnahme. Die Bedeutung dieser

Problematik kann nicht hoch genug angesetzt werden.

Die definitive Diagnostik der koronaren Herzerkrankung (KHK), erfolgt heute ganz überwiegend

durch invasive Herzkatheteruntersuchungen, deren Zahl konsequenterweise jährlich

kontinuierlich ansteigt. So wurden in Deutschland „Mit den in 422 Zentren im Jahre

2006 (2005) insgesamt betriebenen 653 (603) Linksherzkatheter-Messplätzen für

Erwachsene … 806533 (772137) Linksherzkatheter-Untersuchungen und 291050 (270964)

percutane Interventionen (PCI`s) durchgeführt. Pro 1 Mio. Einwohner 9798 (9366)

Linksherzkatheter-Untersuchungen und 3536 (3287) PCI`s erbracht. Die

Linksherzkatheter-Untersuchungen haben gegenüber dem Vorjahr um 4,5% (7,9%), die

der PCI`s um 7,4% (8,9%) zugenommen (Zitat aus Herzbericht 2006, Ernst

Bruckenberger).

Auch wenn Deutschland zusammen mit Österreich, der Schweiz, Belgien und Island mit

der Zahl an Untersuchungen pro 1 Mio. Einwohner in Europa an der Spitze liegen, ist dieser

Trend doch in allen europäischen Ländern gleichermaßen erkennbar. Andererseits

beträgt in Deutschland die Interventionsrate (PCI´s) lediglich 36%, selbst wenn man die

Zahl der operativen herzchirurgischen Eingriffe vollständig mit einberechnet, ergibt sich

maximal aus jeder 2. Linksherzkatheter-Untersuchung eine operative oder interventionelle

Behandlungskonsequenz. Vergleichbare Zahlenverhältnisse gelten auch für die meisten

anderen europäischen Länder.

Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass eine Linksherzkatheter-Untersuchung, wie

große, gut dokumentierte Zahlen belegen, zwar eine risikoarme, sichere und aussagekräftige

diagnostische Methode darstellt, aber natürlich vor allem in Folge der Invasivität trotz-

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