Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

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Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

EUROPEAN ACADEMY OF SCIENCES & ART

höher, als bei der invasiven Herzkatheteruntersuchung. Mit der technischen

Weiterentwicklung der Geräte ist aber mit abnehmenden Strahlendosen zu rechnen. Da es

sich um eine rein diagnostische Methode handelt, muss sich im Falle des Nachweises von

signifikanten koronaren Stenosen entweder eine koronare Angioplastie (PCI) mittels

Koronarangiographie oder eine Koronarangiographie vor geplanter herzchirurgischer

Bypassoperation anschließen.

Für das Cardio-NMR gilt dagegen derzeit, dass sich die direkte Darstellung der

Koronararterien zur Stenosebeurteilung und zur Plaquedarstellung in klinischer Erprobung

befindet und nicht zur Routinediagnostik eingesetzt werden soll. Bei weiterer

Verbesserung der Ortsauflösung und damit der Bildqualität ist ein klinischer Einsatz der

Kernspintomographie auch zur nichtinvasiven Koronardarstellung vorstellbar. Andererseits

kann das Cardio-NMR heute ganz wesentliche Zusatzbefunde bei koronarer

Herzerkrankung liefern (s.2) und das ohne Verwendung von Röntgenstrahlung oder

Röntgen-Kontrastmitteln.

Als akzeptierte Indikationen für das Cardio-CT gelten heute bei sehr hohen negativ-prädiktiven

Werten (> 95-99%) die Ausschlussdiagnostik einer koronaren Herzerkrankung bei

Patienten mit fraglicher Symptomatik und geringer Krankheitswahrscheinlichkeit. Darüber

hinaus eignet sich diese Methode ausgezeichnet zur Beurteilung von artokoronaren

Bypässen und zum Nachweis, sowie zur Beurteilung des anatomischen Verlaufs von

Koronaranomalien. Bedenkt man, dass nach den aktuellen Zahlen im Rahmen einer invasiven

Koronarangiographie bei mindestens 10 bis 15% der Patienten ein Ausschluss einer

koronaren Herzerkrankung, zusätzlich bei ca. 20 % der Patienten Stenosen < 50 % gefunden

werden, ergibt sich daraus ein zahlenmäßig ganz wesentliches Potential für eine nichtinvasive

Koronarangiographie. Deutschlandweit könnte damit auf ca. 250 000 invasive

Herzkatheter zugunsten einer nichtinvasiven Methode verzichtet werden. Zudem führt die

Möglichkeit einer nichtinvasiven Koronarangiographie zu einer Aufweichung der strengen

Indikationen, wie sie für die invasive Katheteruntersuchung gelten. Andererseits kann

dadurch zumindest teilweise im Vorfeld auf eine aufwendige Ischämiediagnostik verzichtet

werden. Gerade prognostisch besonders ungünstige Stenosen des linken

Hauptstamms mit oft weitgehend fehlender oder atypischer Syptomatik und nicht eindeutigem

Ischämienachweis können so sicher diagnostiziert werden. Berücksichtigt man

außerdem noch den nachdrücklichen Wunsch aus Patientenkreisen nach einer möglichst

wenig- oder nichtinvasiven Methode zur Darstellung der Koronararterien anstelle der

Herzkatheteruntersuchung, wird das Potential des Cardio-CT offensichtlich. Gerade der

letzte Punkt birgt aber auch die Gefahr einer unkritischen, übertriebenen und unnötigen

Anwendung. Erkennbar wird dies am Beispiel der USA, wo die Methode für jedermann frei

zugänglich. Die Zahl der Applikationen steigt ständig, ein Einfluss auf die Zahl oder

Qualität der Herzkatheteruntersuchungen findet sich (bisher zumindest) nicht.

Aus den obigen Ausführungen ergeben sich konsequenterweise folgende

Schlussfolgerungen:

1) Die Möglichkeiten von Cardio-CT und Cardio-NMR zur Diagnostik der koronaren

Hrzerkrankung gehen weit über einen isolierten Ersatz des Herzkatheters hinaus. Beide

Methoden erweitern die diagnostischen Möglichkeiten erheblich.

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