Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

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Activities 2010 - European Academy of Sciences and Arts

ACTIVITIES 2009

2) Das Cardio-CT eröffnet wesentliche neue Perspektiven in der kardiovaskulären

Prävention, die leitliniengerecht und konsequent genutzt werden sollten.

3) Das Cardio-NMR verbessert derzeit in erster Linie die Ischämie- und Vitalitätsdiagnostik

des Ventrikelmyokards bei selektionierten Patienten.

4) Als Ersatz für den Herzkatheter eignet sich derzeit zum klinischen Einsatz aufgrund einer

besseren Ortsauflösung und kürzeren Akquisitionszeit nur das Cardio-CT, die Qualität

eines Linksherzkatheters wird bisher aber nicht erreicht. Im Zuge des technischen

Fortschritts sind sowohl für das Cardio-CT wie das Cardio-NMR weitere Optimierungen

der Bildqualität zu erwarten.

5) Sinnvoll eingesetzt kann das Cardio-CT bereits jetzt und in zunehmendem Umfang

zumindest einen Teil der Herzkatheteruntersuchungen ersetzen, die zu keiner direkten

Konsequenz im Sinne einer PCI oder Bypassoperation führen. Daraus ergibt sich bereits

heute ein wesentliches zahlenmäßiges und gesundheitspolitisches Potential. Bei weiter

verbesserter Bildqualität kann vermutlich kurz- bis mittelfristig auch die Planung einer

koronaren Bypassoperation ohne Herzkatheter mit Hilfe des Cardio-CT erfolgen. Damit

wird sich der Herzkatheter in zunehmendem Maße von einer überwiegend diagnostischen

Methode, hin zu einer (fast ausschließlich) therapeutischen Methode (PCI) wandeln.

In welchem Umfang koronare Angioplastien (PCI) und damit Herzkatheteruntersuchungen

langfristig erforderlich sein werden, hängt von der Effizienz der kardiovaskulären

Prävention und dem zukünftigen Ausmaß an koronaren Interventionen im

Verhältnis zur Bypasschirurgie ab.

6) Die moderne Bildgebung wird wegen ihrer Nichtinvasivität und damit besseren

Akzeptanz (auch bei den Patienten) zu einer wesentlichen Ausweitung der Indikation zur

direkten Koronardarstellung führen. Klinische Symptomatik und Ischämiediagnostik

werden parallel dazu aufgrund ihrer unterschiedlichen subjektiven Ausprägungen und

Ergebnisse für die Indikationsstellung zur Koronarangiographie an Bedeutung verlieren.

7) Insgesamt wird die nichtinvasive Koronarangiographie mit dem Cardio-CT, später möglicherweise

auch mit dem Cardio-NMR, zu einer erheblichen Zunahme der Zahl an

Untersuchungen führen, parallel wird die Zahl an Herzkatheteruntersuchungen zunächst

langsamer als bisher anwachsen, stagnieren, danach zurückgehen und sich die

Linkherzkatheter-Untersuchung immer mehr auf koronare Interventionen (PCI) nach

nichtinvasiver Koronardarstellung beschränken.

8) Auch wenn sich das Gutachten wegen der guten Verfügbarkeit bei validen Daten überwiegend

auf aktuelle Zahlen aus Deutschland stützt, sind die Ergebnisse doch uneingeschränkt

auf andere europäische Länder, sowie international auf Industriestaaten übertragbar.

Die weitere Verbreitung und sinnvolle Nutzung der neuen Methoden wird auch

von der Kooperationsform zwischen Radiologie und Kardiologie abhängig sein.

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. W. Moshage

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