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NicoHe

EifelDie meisten Alltagsgegenstände wurden früher aus Holz gefertigt.Nach Originalfunden wurden die Wikingerschiffe rekonstruiert. Fotos: bwp„Vom Holzklotz zum Meisterwerk“Vom Mittelalter bis in die Neuzeit sind Holzinstrumente klingende Kostbarkeiten.Nideggen.Mit Erfindungsreichtum setzten unsere Vorfahren den WerkstoffHolz ein: Beim Siedlungs- und Waffenbau, zur Herstellungalltäglicher Gebrauchsgegenstände oder kostbarer sakralerKunstwerke. Die neu eröffnete Ausstellung im NideggenerBurgenmuseum zeichnet all diese vielfältigen Verwendungsfelder nach. MitExponaten aus dem 10. Jahrhundert bis in die Jetztzeit.Welch wichtige Funktion der Baustoff Holz über die Jahrhunderte hinweg in derArchitektur spielt, belegen die Beispiele von ersten befestigen Verteidigungsanlagen,die aus starken Holzstämmen in Holzbauweise entstanden. Bereits auf dem im11. Jahrhundert kostbar gestickten Wandteppich von Bayeux, der als Kunstdruckausgestellt wird, sind solche Turmhügelburgen zu sehen. Um die Konstruktionspäterer Fachwerkhäuser nachvollziehen zu können, ist ein hölzerner Rahmenaufgebaut, in den die Besucher schmale Weidenzweige einflechten können.Das Thema „Holz im Handwerk und Beruf“ beleuchtet die kunstfertige Arbeitder Drechsler und Küfer, Zimmerleute, Schreiner und Tischler. Spannend auch zuverfolgen, wie sich aus der früheren Holzwachstafel, dem „Laptop der Ritter“, dieHolzschiefertafel entwickelt, die inzwischen von der Plastiktafel abgelöst wurde.Der Rundgang durch alle Stockwerke des trutzigen Bergfrieds führt dieeinzelnen Entwicklungsschritte beim Umgang mit Holz eindrucksvoll vor Augen.Ob mittelalterliche Küche oder Kemenate, beim einfachen Volk wurden dieGebrauchsgegenstände des alltäglichen Lebens aus Holz gefertigt, denn nurwenige Adelige konnten sich den Luxus von Geschirr aus Glas und Ton oderSchuhe aus Leder leisten. Wie sehr sich das Selbstverständnis der Holzschnitzerund Bildhauer im Laufe der Jahrhunderte wandelte, zeigt der Themenschwerpunkt„Holz in der Kunst“. Hier sind die unterschiedlichsten Skulpturen zusammengetragen.In den Vitrinen stehen bunt bemalte Krippenfiguren und idealisierendeMadonnenfiguren aus dem 13. Jahrhundert. Gleich daneben thront die„Prinzessin auf der Erbse“. Eine moderne Holzskulptur, die nichts beschönigt.Breiten Raum nehmen die Themenfelder Musik und Spiel ein, zu denen historischeInstrumente und hölzerne Spielsachen aus vielen Jahrhunderten zu sehensind. Im historischen Verlies, in das man über eine eng gewendelte Treppehinabsteigt, wartet ein ganz besonderes „Schmankerl“. Hier können Besucherden Nachbau eines Wikinger-Bootes bestaunen, das bereits im Film „Wickieund starken Männer“ zum Einsatz kam.Über Monate hinweg hat Museumsleiterin Luzia Schlösser sich mit der Holz-Thematik beschäftigt, eruiert und erkundet, um die über 300 Leihgaben zu deneinzelnen Themenfeldern aus ganz Deutschland zusammengetragen. Bei derVernissage, die von mittelalterlicher Musik und modernen Klangassoziationenbegleitet wurde, lobte Käthe Rolfink als Vorsitzende der Kulturinitiative im KreisDüren die Ausstellung als „Highlight für die Region.“ Die Ausstellung ist nochbis Ende des Jahres zu sehen. Und wer sie besucht, ist garantiert nicht auf dem„Holzweg“, denn selbst der Ursprung vieler Redensarten wird erläutert.Das Museum hat Dienstag bis Sonntag jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhrgeöffnet. Im Begleitprogramm werden Workshops angeboten, in denenbesonders Kinder den Werkstoff erleben und selber bearbeiten können.www.burgenmuseum-nideggen.de [bwp]12

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