Auf und davon ..

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Ausgabe 29 Auf und davon…

4 Russisch - Deutsche Projektesamara.deEs ist Montag, der 28. April, kurzvor zehn Uhr. Die Aula des SamaraerInstituts für Marktwesen(Mezhdunarodny Institut Rynka) fülltsich langsam. Vorn ist ein langerTisch aufgebaut, an dem bereitseine Gruppe Leute mittleren AltersPlatz genommen hat – die Referenten.Es handelt sich um Professorenund Dozenten aus Deutschlandund Russland, darunter auch ausWolgograd und Saarbrücken, derenKleidungsstil – vom Jackett überBaumwollpullover bis zur Lederjacke– etwas sonderbar ist und somitdie Stimmung auflockert und demGanzem einen internationalheterogenemTouch verleiht. Nachdemjeder der Zuhörer einen Platzgefunden hat, kann es los gehen.Leicht nervös erhebt sich KristofSteichert, Projektleiter und Sprachassistentdes Goethe-Instituts, underöffnet die Konferenz. Das Projekt„Schlagbäume im Kopf?“ hat begonnen.Es folgen Vorlesungen über literarische,geschichtliche und politischeThemen, unterbrochen vonanregenden Fragen und Diskussionenund einem gemeinsamen Mit-Schlagbäume kaputt?Rückblick eines deutschen Projektteilnehmerstagessen. Alldiese DenkanregungenimHinblick aufd e u t s c h -russische Beziehungenundden Umgangmit der Vergangenheitwirdeine Grupperussischer unddeutscher Studenten,Professorenund Dozentenauf ihrerReise die Wolgah i n u n t e r(Samara, Saratow, Engels, Marx,Wolgograd und Wolzhski) beschäftigen.Intensive Gruppenarbeit bis in die NachtEröffnung der internationalen Konferenz „Erinnerungskultur und Geschichtsbewußtsein iminterkulturellen Vergleich – Deutschland und Rußland“Ein wesentlicher Bestandteil unsererProjektreise durch die Vergangenheitwar die Gruppenarbeit. Ichselbst fand mich mit zwei deutschenund drei russischen Geschichtsstudentenin der Gruppemit dem Thema „StalingraderSchlacht“ wieder. Was mich sehrüberraschte und womit ich michschnell anzufreunden begann, warder liberale und antiautoritäre Führungsstilunserer Leiterin Tatjana Ewdokimowa,einer Wolgograder Geschichtsprofessorin.Ganz am Anfangstellte sie klar, dass sie keineLinie vorgeben, sondern nur moderierenwürde. So war es zunächstschwierig, unser abstraktes Themazu bearbeiten, geschweige dennein Konzept für die finale Präsentationzu finden. Dennoch war eineangenehme Atmosphäre innerhalbder Gruppe zu spüren; es wurdegefragt, vorgeschlagen, diskutiertund – das wichtigste – einanderzugehört. Von Schlagbäumen imKopf konnte hier keine Rede sein.Eine kleine Barriere war natürlichdie russische Sprache – das akademische„Hardcore-Russisch“ vonTatjana E. – , was ich als Sprachinteressierterjedoch mit Wissbegieraufsog und mit der Zeit immer besserverstand. Da die Zeit der Gruppenarbeitbegrenzt war, war esdoch umso erstaunlicher, dass wirnach mehrmaliger Umgestaltungdes Konzeptes, hitzigen Sondersitzungenunter Zeitdruck und bei unterschiedlicherArbeitsweise undMethodik der Deutschen undRussen in unserer Gruppe zu einemErgebnis und einer eindrucksvollenPräsentation kamen.

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