Berichte des Forschungszentrums Jülich

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Berichte des Forschungszentrums Jülich - JuSER

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Auf der Basis der Ergebnisse dieser Arbeit ergeben sich offene Fragen für die Zukunft

im wesentlichen hinsichtlich der Studien zum arktischen Ozonverlust im Winter

1999/2000 . Insbesondere ergibt sich die Frage, warum konnten im Winter 1999/2000

Modellsimulationen den beobachtete Ozonabbau reproduzieren im Gegensatz zu Studien

für vorangegangene arktische Winter . Diskrepanzen zwischen beobachtetem und

simuliertem Ozonverlust traten bisher im wesentlichen für die Frühwinterperiode auf.

Da im arktischen Winter 1999/2000 im Frühwinter aufgrund der späten PSC-Bildung

kein signifikanter Ozonverlust auftrat, ist dieser Winter nicht geeignet, um die offenen

Fragen zur halogeninduzierten Ozonchemie in dieser Zeitperiode zu überprüfen .

Deshalb sind weitere Studien zum polaren Ozonverlust notwendig, um vor allem die

Mechanismen zum Ozonabbau in dieser Zeitperiode zu analysieren .

Außerdem wird im Rahmen dieser Arbeit bezüglich des Meßfluges am 14 . November

1996 in Leon, die Frage aufgeworfen, ob es möglich ist, innerhalb des Polarwirbels im

Frühwinter eine geringe Chloraktivierung 50 pptv) aufgrund von durch Leewellen

induzierten PSCs zu beobachten . Geeignete MM5-Trajektorien zur Analyse mesoskaliger

PSCs standen für diesen Flug nicht zur Verfügung, so daß diese Frage nicht

untersucht werden konnte . Mesoskalige PSCs im Frühwinter könnten eine bisher unterschätzte

Quelle polaren Ozonverlusts sein .

In Bezug auf das übergeordnete Ziel dieser Arbeit, die Rolle der C10-Photochemie im

Zusammenhang mit dem stratosphärischen Ozonabbau in mittleren und hohen Breiten

zu untersuchen, lassen sich demnach folgende generelle Schlußfolgerungen ziehen :

Es konnte gezeigt werden, daß die simulierten tageszeitlichen Variationen der C10-

Mischungsverhältnisse in Einklang mit den Messungen sind . Die C10-Photochemie

kann somit nicht die Ursache für eine unverstandene halogeninduzierte Ozonchemie

sowohl in mittleren als auch in hohen Breiten sein . Darüberhinaus konnte die Schlüsselfrage,

inwieweit Modelle die vertikale Verteilung der C10-Mischungsverhältnisse und

den gleichzeitig beobachteten Ozonverlust beschreiben können, für den arktischen Winter

1999/2000 positiv beantwortet werden .

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