Berichte des Forschungszentrums Jülich

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16 KAPITEL 2. GRUNDLAGEN DER OZONCHEMIE

oder anstatt Reaktion (2 .9) unter Anwesenheit von Sonnenlicht :

C10 + BrO ~ BrCI + 0 2 (2.12)

BrCI + hv -~ Br + Cl . (2.13)

Da der C10-BrO-Zyklus ohne die Bildung des Dimers abläuft, führt er auch bei hohen

Temperaturen zu einem effektiven Ozonabbau . Ferner können Cl und Br Radikale auch

ohne photochemischen Prozeß (G1.2 .9) gebildet werden, so daß der C10-BrO-Zyklus

theoretisch auch ohne Sonnenlicht Ozon zerstören könnte . Dieser Prozeß wird aber

durch den Übergang von C10 in das Nachtreservoir C1 2 0 2 gestoppt . Die Reaktion

zwischen C10 und BrO kann auch in einem Nullzyklus enden, bei dem kein Ozon

abgebaut wird :

C10 + BrO -~ OC10 + Br (2.14)

OC10 + hv -~ C10 + O . (2.15)

Ozonabbau durch die Reaktion zwischen C10 und H0 2 ist analog zum C10-BrO-Zyklus

ebenfalls möglich im sogenannten HOCI-Zyklus [Solomop et al ., 1986] :

C10 + H 2 HOCI + 0 2 (2.16)

HOCI + hv OH + Cl (2.17)

Cl + 0,3 C10 + 0 2 (2.18)

OH +03 H0 2 + 02 (2.19)

Netto :

2 0 3 + hv --+ 302-

Schließlich ist auch Ozonabbau über den C10-O-Zyklus möglich, der noch vor der

Entdeckung des Ozonlochs von Molina und Rowland [1974] vorgeschlagen wurde und

in mittleren Breiten eine zentrale Rolle beim Ozonabbau in großen Höhen spielt (vgl .

Kap . 2 .3) :

C10 + O Cl + 2 (2.20)

Cl + 0,3 C10 + 0 2 (2.21)

0,3 + hv 0+02 (2.22)

Netto :

2 0 3 + hv --+ 3 0 2 .

Neben diesen chlorinduzierten katalytischen Ozonabbauzyklen existieren weitere katalytische

Ozonabbauzyklen unter Beteiligung von HO [Bates und Nicolet, 1950], NO X

[Crutzen, 1971 ; Johnston, 1971] und Br0 X [Wofsy et al., 1975] . Die genannte Zyklen

laufen natürlich in der Stratosphäre parallel ab und sind durch gemeinsame Reaktanten

gekoppelt . Der größte Ozonabbau wird aber durch die katalytischen Zyklen unter

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