Berichte des Forschungszentrums Jülich

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44 KAPITEL 5 . DER ARKTISCHE WINTER 1999/2000

Am 27 . Januar 2000 wurde der Ballon um ca . 12 .00 lokaler Zeit (11 .00 UT) gestartet,

erreichte eine maximale Höhe von ca . 25 km (ti 20 hPa) und sank dann auf eine Höhe

von ca . 22 km (ti 37hPa) . Innerhalb der gleichen Luftmasse trieb der Ballon auf diesem

Druckniveau (im folgenden als sogenanntes Float-Niveau bezeichnet) in den Sonnenuntergang

bei einem Sonnenzenitwinkel (SZW) zwischen 92° und 98° . Der anschließende

Abstieg fand in der Dämmerung bzw . in der Dunkelheit statt .

Am 1 . März 2000 wurde entlang eines ähnlichen Flugprofils geflogen . Einziger Unterschied

ist, daß der Ballon auf dem Float-Niveau in den Sonnenaufgang flog . Die

TRIPLE-Gondel wurde während der Nacht um ca . 5 .00 Uhr lokaler Zeit (4.00 UT)

gestartet, erreichte eine maximale Höhe von 22 km (ti 27 hPa ) und sank auf ein Float-

Niveau von ca . 21 km (ti 42 hPa) bei einem SZW zwischen 82° -88° . Der endgültige

Abstieg des Ballons fand bei Tageslicht statt .

Die CIO-Messungen

Die beobachteten C10-Mischungsverhältnisse sind für beide Flüge als Funktion der potentiellen

Temperatur in Abbildung 5 .4 gezeigt . Am 27 . Januar 2000 wurde ein vertikales

C10-Profil bei Tageslicht gemessen mit einem maximalen C10-Mischungsverhältnis

von 1300 ppty auf der 540 K-Isentropenfläche . Auf dem Float-Niveau bei O = 490 K

sanken die C10-Mischungsverhältnisse während des Sonnenuntergangs auf ca . 300 pptv .

Im allgemein liegt der 16-Fehler der C10-Messung bei 20 % (vgl . Kap . 3 .2), jedoch trat

während des Fluges im Januar ein Leck in der NO-Injektionseinheit auf, so daß der

Fehler für die C10-Messung bei 35 % im Aufstieg und bei 25 % im Abstieg liegt [Stroh,

2000] . Am 1 . März 2000 wurde die aktivierte C10-Schicht um 500 K potentieller Temperatur

beobachtet mit erhöhten C10-Mischungsverhältnissen bis zu 2100 pptv .

Die 0 3-Messungen

Auf beiden Flügen lag eine längere Störung der Übertragung der Messungen der

Ozonsonde an Bord der TRIPLE-Gondel vor, so daß keine simultanen Ozonmeßdaten

gewonnen werden konnten . Im folgenden werden für die Analyse des Ozonverlusts

quasi-simultane Ozonmessungen herangezogen (s . Abb . 5 .4) . Für den 27 . Januar werden

Ozonmessungen einer Ozonsonde an Bord der HALOZ-Gondel verwendet, die

ca . eine Stunde nach der TRIPLE-Gondel von Kiruna aus gestartet wurde . Für den

1 . März stehen Daten einer Ozonsonde zur Verfügung, die um ca . 11 .15 UT von Sodankylä

(67 .4° N, 26 .6° 0), Nordfinnland gestartet wurde . Wegen der jeweiligen guten

räumlich-zeitlichen Übereinstimmung der Messungen sollten die Luftmassen vergleichbar

sein und damit die 0 3-Messung übertragbar sein .

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