Berichte des Forschungszentrums Jülich

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52 KAPITEL 5 . DER ARKTISCHE WINTER 1999/2000

sen anhand des dynamischen Tracers PV (vgl . Anhang A .2) definiert : PV >_ 50 PVU

auf 475 K, PV >_ 100 PVU auf 550 K und PV >_ 200 PVU auf 675 K . Im Rahmen der

Simulationen bezüglich des Fluges im März werden die HCI, NO, N0 2 und H 20-

Messungen dieser Zeitperiode für die Initialisierung benutzt . Im Rahmen der Simulationen

bezüglich des Fluges im Januar werden die HCI und NO X-Mischungsverhältnisse

(= NO + N0 2 ) an das C10-Tageslichtprofil angepaßt, d . h ., die Initialisierung

der HCI und NO-Mischungsverhältnisse wird so variiert, daß die aus der entsprechenden

CLaMS-Simulation resultierenden C10-Mischungsverhältnisse mit den gemessenen

C10-Mischungsverhältnissen übereinstimmen . Die so angepaßten HCI und NO,

Mischungsverhältnisse stimmen im Rahmen der Meßungenauigkeit gut mit Messungen

der ER-2 überein . Zusätzlich wurden die angepaßten HCI und NO -Mischungsverhältnisse

mit den Modellergebnissen der Langzeitstudien verglichen, um insbesondere die

Anpassung in Höhen oberhalb der Flughöhe der ER-2 20 km) zu überprüfen, in

denen keine Messungen zur Verfügung standen . Dieser Vergleich ergab ebenfalls eine

gute Übereinstimmung . Die Details der chemischen Initialisierung sind in Tabelle

5 .2 dokumentiert . Die genauen Mischungsverhältnisse der jeweiligen Spezies sind dem

Anhang B .4 zu entnehmen .

Für beide TRIPLE-Flüge wurden Sensitivitätstest bezüglich der heterogenen Chemie

durchgeführt . Es wurden Modellsimulationen unter Variationen des mikrophysikalischen

Moduls des CLaMS-Modells durchgeführt : (a) im Standardfall", (b) nur

STS-Partikel", (c) hauptsächlich NAT-Partikel" und (d) ohne heterogene Chemie (zur

Erläuterung der Fälle (a) - (c) vgl . Kap . 4) .

Photochemische Studien unter Berücksichtigung von Leewellen

Es wurde ebenfalls der Einfluß von mesoskaligen PSC-Partikeln, die durch adiabatische

Abkühlung der Luftmassen in Leewellen über den Skandinavischen Gebirgen

enstehen (vgl . Kapitel 2 .2 .2), auf die Chloraktivierung untersucht . Hierzu wurden

CLaMS-Simulationen entlang von 24 Stunden-Rückwärtstrajektorien durchgeführt, die

mit dem mesoskaligen Modell MM5 (Pennsylvania State University / National Center

for Atmospherie Research mesoseale model) [Dudhia, 1993 ; Grell et al., 1994]

berechnet wurden [Därnbrack et al ., 2001] . Im Gegensatz zu den meteorologischen

Datensätzen von UKMO, kann das MM5-Modell Temperaturfluktuationen aufgrund

von Leewellen erfassen . Ergebnisse des mesoskaligen MM5-Modells sind in Abbildung

5 .6 gezeigt . Es wurden mehrere Trajektorien, beginnend in der Umgebung des jeweiligen

Orts der TRIPLE-Gondel in Höhen zwischen 22-26km mit einer Trajektorienlänge

von 7-8 Stunden berechnet . Aus diesen Trajektorien wurden dann die Trajektorien

mit der besten Übereinstimmung in Ort und Zeit zur Messung ausgewählt

(O = ± 5 K, Zeit = ± 1 min, geogr . Breite = ± 1° und geogr . Länge = ± 0 .3°) . Um den

Einfluß von mesoskaligen PSC-Partikeln zu analysieren, wurden CLaMS-Simulationen

entlang der ausgewählten MM5-Trajektorien durchgeführt, die die stärkste adiabatische

Abkühlung zeigen . Da die MM5-Rückwärtstrajektorien kürzer als 24 Stunden

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