Berichte des Forschungszentrums Jülich

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6.3 . ZUSAMMENFASSUNG UND DISKUSSION 85

Mischungsverhältnissen, da innerhalb von 24 Stunden unter den genannten Bedingungen

kein signifikanter Ozonabbau stattfindet . Die Ergebnisse der Simulationen der 0 3-

Mischungsverhältnisse für das Fallbeispiel für mittlere Breiten reproduzieren die an

Bord der TRIPLE-Gondel gemessenen 0 3-Mischungsverhältnisse von 14 . November

1996 (s . Abb . 6 .4, links) . Für Simulationen unter der Annahme, daß der Flug der

TRIPLE-Gondel im Polarwirbel stattfand, zeigt das simulierte Ozonprofil einen ähnlichen

Verlauf wie die Ozonsondenmessung vom 15 . November 1996 (s . Abb . 6 .4, Mitte) .

6.3 Zusammenfassung und Diskussion

der Studien für mittlere Breiten

Es wurde das tageszeitliche Verhalten der C10-Mischungsverhältnisse für zwei Flüge

in mittleren Breiten entlang von 24 Stunden-Rückwärtstrajektorien simuliert und mit

gemessenen C10-Mischungsverhältnissen verglichen . Es konnten erstmals Modellsimulationen

mit in-situ C10-Messungen in einem Höhenbereich von ca . 20 - 31 km für

mittlere Breiten verglichen werden . Sensitivitätstests bezüglich der Chlor- und Stickstoffpartitionierung

wurden durchgeführt .

Modellsimulationen der C10-Photochemie für den 3 . Mai 1999 (Aire sur 1'Adour)

stimmen sehr gut mit dem beobachteten Tagesgang von C10 innerhalb des gesamten

Höhenbereichs von ca . 20 - 31 km überein .

Die C10-Beobachtungen vom 14 . November 1996 wurden mit Modellsimulationen

verglichen, die im wesentlichen durch Messungen des Satelliteninstruments HALOE

und durch Tracer-Tracer-Korrelationen initialisiert wurden . Das beobachtete C10

Nacht- bzw . Dämmerungsprofil und das beobachtete C10-Tagesprofil konnten durch

Modellsimulationen reproduziert werden, aber nicht beide Profile gemeinsam durch die

gleiche Modellsimulation . Die abgeleiteten Initialisierungen sind allerdings mit großen

Unsicherheiten behaftet, da keine Tracer-Messungen des kryogenen Luftprobensammlers

an Bord der TRIPLE-Gondel vorlagen .

Hier ist keine eindeutige Aussage möglich, ob der Ballonflug vom 14 . November

1996 in mittleren Breiten oder innerhalb des Polarwirbels stattfand . Die meteorologischen

Analysen sprechen für O > 500 K für Luftmassen aus dem Polarwirbel, während

die Ozonmessung für Luftmassen aus mittleren Breiten spricht . Von der C10-Messung

selbst eine Aussage über den Ursprung der Luftmassen abzuleiten ist schwierig, jedoch

deuten C10-Mischungsverhältnisse von > 200 pptv eher auf Luftmassen aus dem

Polarwirbel hin .

Die Tatsache, daß das Nacht- und Tagesprofil von C10 nicht gleichzeitig simuliert

werden konnte, läßt mehrere Ursachen zu . Es könnte sein, daß während des Aufund

Abstiegs des Ballons Luftmassen unterschiedlicher Herkunft beobachtet wurden .

Jedoch zeigen 10 Tage-Rückwärtstrajektorien keine signifikanten Unterschiede für Trajektorien

gleicher potentieller Temperatur, die jeweils im Auf- bzw . Abstieg der Bal-

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