Montessori-RB_10_Druck

lowe1998

Montessori

Rundbrief

Nr. 10 · Februar 2015

Halbjahreszeitschrift des Montessori Jena e.V.

Titelthema:

Lernen in Bewegung


Inhalt

2 Inhalt / Impressum

3 Kolumne / Titelthema: Lernen in Bewegung

5 Schule und Lernen in Bewegung

6 Lernen und Bewegung

7 Lernen in Bewegung in- und außerhalb der

Montessori-Kindertagesstätte „Munketal“

9 Mathematisches Lernen und Bewegung

10 Neuigkeiten aus dem Verein

11 Neuigkeiten aus der Schule

16 Neuigkeiten aus den Kitas

19 Neuigkeiten von den Tagesmüttern

Impressum

Herausgeber: Montessori Jena e.V.

Erscheinungsweise: halbjährlich

Redaktion: Harald Hempel (V. i. S. d. P.),

email: montessori@jena.de,

Anschrift: Montessori-Rundbrief, Montessorischule Jena,

Friedrich-Wolf-Straße 2, 07743 Jena.

Layout, Satz: Jens Welscher

Die Verantwortung für die namentlich gekennzeichneten

Artikel tragen die Verfasser.

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Kolumne/Titelthema

Liebe LeserInnen,

vielleicht erinnern Sie sich noch daran, als Sie Ihre letzte

Abschlussarbeit zu Hause geschrieben haben? Wie

wohltuend war es doch, zwischendurch einmal in die

Küche zu gehen, um sich einen Kaffee zu brühen. Oder

Sie haben Ihre Arbeit unterbrochen, um die Blumen zu

gießen, an die frische Luft zu gehen oder gar eine Runde

mit dem Fahrrad zu drehen. Und vermutlich hatten Sie

damals nicht im Ansatz den Drang verspürt, sich auf

die Couch zu legen und ein Buch zu lesen. Sie brauchten

Bewegung! Sie brauchten Bewegung, um danach

wieder konzentriert arbeiten zu können.

Unseren Kindern geht es in Kindergarten

und Schule heute ebenso wie

uns damals.*

„Wenn man immer so krumm

sitzt, dann kann man ja auch

nicht denken.“ (Melanie, 8

Jahre) „Wenn wir ein bisschen

mehr Spiele machen würden,

da hätte man auch mehr Lust

zum Lernen.“ (Daniel, 12

Jahre) „Bewegungspausen haben

deswegen einen guten Sinn,

weil dann einmal das Gedächtnis ein

wenig heller wird!“ (Florian, 11 Jahre)

„Also dabei habe ich gedacht, dass man

auch, wenn man Heimat- und Sachkunde macht, auch

rumlaufen kann und zeigen kann, wie das und das geht

und dann Sachen untersucht, und der Lehrer uns das

erklärt, wie das entstanden ist und dass wir auch ein

bisschen rechnen, wie viel Wasser den Bach runterfließt,

dass man das irgendwie messen kann mit Geräten.“

(Michael, 10 Jahre) „Bewegungspausen braucht man,

damit man wieder ein freies Hirn hat, einfach damit

man ein bisschen Bewegung hat, sonst rostet man ja

ein.“ (Katharina, 10 Jahre) „Und dann könnte man das

auch verbinden mit dem Unterricht und dem Sport, das

wir so durch den Ort joggen und dann der Lehrer immer

was erklärt.“ (Michael, 10 Jahre)

Das Thema „Lernen in (und) Bewegung“ ist bei meinem

Aufruf, Texte für den aktuellen Rundbrief zu

schreiben, auf große Resonanz gestoßen. Aus allen

Montessori-Einrichtungen der Stadt Jena

kamen sehr schöne Zuarbeiten, die belegen,

welch große Bedeutung es in

der täglichen Arbeit mit unseren

Kindern besitzt. Und so ist unser

Rundbrief wieder randvoll

mit interessanten Texten und

schönen Bildern.

Außerdem lesen Sie in unserem

10. Rundbrief vom 50.

Geburtstag der Kita „Munketal“,

die für die Montessori-Pädagogik

in Jena ja eine ganz besondere

Rolle spielte und spielt.

Und Sie erfahren, was sich sonst so in

den Montessori-Kitas und der Montessorischule

im letzten halben Jahr ereignet hat.

Herzlichst,

Ihr Harald Hempel

*Peter Kuhn. Was Kinder bewegt, Bayreuth 2002. Siehe auch

www.waskinderbewegt.de.

Lernen in Bewegung

Vor einigen Jahren hat ein Fernsehfilm über „Das

Schwinden der Sinne“ viele Gemüter bewegt. Am Beispiel

von Großstadtkindern wurde gezeigt, dass bei

immer mehr dieser Kinder die Beweglichkeit abgenommen

hat und sich Probleme mit der Koordination

ihres Körpers einstellen, weil sie nicht genug Bewegung

haben. Es wurden Zusammenhänge mit Störungen

in der Lernfähigkeit und der Intelligenzentwicklung

der Kinder beobachtet.

Kinderärzte einer renommierten Kinderklinik in

Stockholm kommen 1999 zu dem gleichen Schluss:

Kinder, die sich gut bewegen, haben auch eine besser

ausgeprägte Sprache und lernen leichter. Kindern, die

ein schlechteres Bewegungsschema haben, fällt es hin-

Montessori-Rundbrief Nr. 10 · Februar 2015

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Titelthema

gegen schwerer, zu verstehen und zu sprechen (Upsala

Nya Tidningen vom 27. Mai 1999).

Auch Maria Montessori machte auf dieses Zusammenwirken

von körperlicher Bewegung und Intelligenz

in der Entwicklung aufmerksam. Immer wieder

hat sie im Laufe der Jahre darauf hingewiesen und die

Problematik dann noch einmal

zusammenfassend in dem Buch

„Das kreative Kind“ dargestellt.

„Aufgrund von Irrtümern und

Missverständnissen wurde die

Bewegung stets als etwas weniger

Wichtiges betrachtet, als sie

in Wirklichkeit ist: Vor allem

wurde die Bewegung des Kindes

auf dem Gebiet der Erziehung

betrüblicherweise vernachlässigt

und alle Bedeutung dem intellektuellen

Lernen beigemessen.

Nur der Turnunterricht befasste sich mit der Bewegung,

ohne sie aber in Verbindung mit der Intelligenz

zu sehen … wenn wir an geistige Übungen

denken, sehen wir uns alle sitzend und unbeweglich.

Aber die geistige Entwicklung muss mit der Bewegung

verbunden sein und von ihr abhängen. Diese neue

Idee muss in die Erziehungstheorie und Praxis Eingang

finden.“

Wenn Kinder in der Grundschule nicht rückwärts gehen

können, keinen „Hampelmann“ hüpfen können,

sich nicht getrauen, mit geschlossenen Augen zu gehen

usw. brauchen sie mit dem Mathematikunterricht gar

nicht erst anzufangen.

Montessoris Übungen zum „Gehen auf der Linie“

treffen ziemlich genau dieses Phänomen.

Bewegung ist für Kinder elementar. Man kann ihnen

Bewegungsmöglichkeiten schaffen, die sie meistens

mit großem Spaß von selbst nutzen: rennen, klettern,

balancieren, kämpfen, hüpfen, bauen, aber auch im

weitesten Sinne Werkzeuge ausprobieren und anwenden:

kurz gesagt: motorisch aktiv sein mit Händen,

Füßen, dem ganzen Körper, mit allen Sinnen. Im Übrigen

ist kaum etwas so leicht zu beobachten wie die

Bewegungen des Kindes. Die Bewegungen geben wichtige

Signale.

Aber nicht die einzelne Bewegung war für Montessori

das Wesentliche, sondern die Koordination der Bewegungen.

Denn diese Koordinierung ist eine besondere

eigene Leistung des Kindes. Wenn wir Leistungsanforderungen

an Kinder stellen, denken wir selten an diese

grundlegenden Leistungen, welche die Voraussetzungen

für schulische Intelligenzleistungen

sind. Für Montessori war

dieser Zusammenhang von Bewegung

und Intelligenz ein sehr

wichtiger Punkt, den sie als das

Zusammenspiel von Sinnen und

Muskeln mit dem Gehirn als

dem Zentrum beschrieben hat.

Die Besonderheit in der Montessori-Pädagogik

zeigt sich auch

hierin deutlich: Die unmittelbare

Verknüpfung von Diagnostik

und Didaktik. Ein wichtiger

Punkt hierbei ist immer die Beobachtung.

Die komplizierten Vorgänge im Gehirn sind

der Beobachtung nicht zugänglich, aber das Verhalten

der Kinder, insbesondere ihre Bewegungen erlauben

Rückschlüsse auf den Stand der Entwicklung.

Ein weiteres Prinzip der Montessori-Pädagogik besagt:

erst die Tätigkeit – das Be-greifen mit der Hand

– dann das Begreifen im Kopf.

„Der Geist organisiert sich mit Hilfe der Hand. Es ist

unmöglich, dass sich die so mächtige und so eindrucksvolle

Kraft des Psychischen, diese faktische

Grundlage all unserer Arbeit, äußert, ohne dass die

Hand zusammen mit dem Geist tätig wird.“

[Maria Montessori: Texte und Gegenwartsdiskussion,

Hrsg. Böhm, S. 36]

Die Übungen zur Koordinierung von Bewegungen haben

in Montessori-Einrichtungen einen hohen Rang.

Die „Übungen des praktischen Lebens“ wie das Anzünden

einer Kerze, das Wassergießen in ein Gefäß oder

das Schleifenbinden, trainieren über ihren Nutzen für

die Alltagspraxis hinaus jeweils eine spezielle Motorik.

Bei Maria Montessori waren das medizinische und

das pädagogische Denken eng miteinander verbunden.

Auch in der heutigen Zeit ist zu wünschen, dass es

an vielen Stellen ein Zusammenwirken von Medizin

und Pädagogik gibt: ob es sich um eine Mitteilung an

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die Lehrerin über ärztliche Untersuchungsbefunde

handelt, die zu wissen für den Schulalltag wichtig sind,

ob es um die Notwendigkeiten von körperlicher Bewegung

aus ärztlicher Sicht, um das Gewicht der

Schultasche, um ergonomisch geeignetes Mobiliar

oder nicht zuletzt um die Ernährung der Kinder geht.

Und auch die Kinderärzte könnten vieles von den Pädagogen/innen

lernen: zum Beispiel zu den sozialen

Bedingungen und Hintergründen des Lernens in der

Klasse, das Rollenverhalten, das Hineinwachsen in

eine hierarchische Institution, in der sich staatliche

und gesellschaftliche Strukturen abbilden.

[Literatur: Hans-Dietrich Raapke „Montessori heute“,

rororo 2004, S. 29-38]

Regina Blume, Montessorischule

Schule und Lernen in Bewegung

Maria Montessori erkannte bereits sehr früh, welche

Bedeutung die Sinnesschulung und die Bewegung für

das Lernen haben. Die von ihr entwickelten Materialien

lassen das Kind arbeiten und fordern und fördern

in großem Maße seine Sinne, seine Bewegung und

sein Lernen. Die Prinzipien der Montessori-Pädagogik

unterstützen dies in

hohem Maße. Die Freiarbeit erlaubt

es dem Kind, sich frei zu

bewegen. Das Kind holt sich

das Material seiner Wahl

und bringt es am Ende wieder

an seinen Platz zurück.

Dabei kann das Kind auch

selbst wählen, wo es seine

Arbeit tun möchte – am

Tisch, auf dem Fußboden

oder … Das Material selbst hat

dabei einen hohen Aufforderungscharakter

und fordert das Kind zu

sinnvollen Bewegungen auf. Durch das

Hantieren, Greifen und Begreifen wird das Lernen

angeregt, es unterstützt und aktiviert die Speicherung

im Gedächtnis.

An unserer Schule wird dem Zusammenhang von Lernen

und Bewegung ein großer Stellenwert. beigemessen.

Unsere therapeutische und sonderpädagogische

Arbeit wird bereits durch vielfältige schulspezifische

Bewegungs- und Sportangebote unterstützt und bereichert.

Sehr bewegungsaktive Kinder können hier nach

ihrer Interessenlage auswählen und neben dem Ausleben

der Bewegungsfreude soziale Kompetenzen einüben.

Dabei richtet sich unser Augenmerk nicht „nur“

auf den Schulsport. Ganz wichtige Bereiche sind hier

vor allem auch der Hort- und Freizeitbereich mit seinen

Angeboten sowie die Pausengestaltung. Bewegungsimpulse

geben dabei u. a. das bewegte Lernen,

das jährliche Schulsportfest, der Schul- und Stadtcrosslauf,

die Fußball-AG für Jungen und Mädchen,

Tischtennis, Badminton und außerschulische

Sportveranstaltungen – um nur

eine kleine Auswahl zu nennen.

Natürlich ist auch die Gestaltung

des Schulgeländes sowie

das Angebot verschiedener

Bewegungsmaterialien eine

wichtige Grundlage für Bewegungsimpulse:

Rollbretter,

Pezzibälle, Pedalos,

Seile, Bälle, Wippbretter,

Schaukeln…

Im Bereich der psychomotorischen

Förderung geht es insbesondere

um vielfältige Bewegungsund

Wahrnehmungsangebote, die Kinder

mit besonderen Bedürfnissen in kleinen Gruppen

nutzen können.

Bei der Entwicklung der Kinder stehen die Entwicklungsbereiche

Kognition, Motorik, Wahrnehmung,

Emotion und Sozialverhalten in einem engen Zusammenhang.

Kinder haben in der Regel einen Drang und

ein natürliches Bedürfnis nach Bewegung. Dazu benötigen

sie vielfältige Möglichkeiten zum Entdecken, Experimentieren

und Ausprobieren. Die geänderten Lebenssituationen

haben ein verändertes Bewegungsverhalten

der Kinder zur Folge. Die heutige Schule sollte

besonders in der täglichen Arbeit darauf eingehen.

Arlett Uhlig-Thie und Uta Winkler,

Montessorischule

Montessori-Rundbrief Nr. 10 · Februar 2015

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Lernen und Bewegung

Es ist offensichtlich, dass Lernen etwas mit Wachstum

und Entwicklung zu tun hat. Das betrifft sowohl das

Körperliche als auch das Persönliche. Körperliches

und persönliches Wachstum wiederum ist ohne Bewegung

nicht denkbar.

Beim Menschen steht die Entwicklung motorischer

Fähigkeiten in engem Zusammenhang mit der Ausbildung

wichtiger geistig-seelischer Funktionen, wie etwa

der Wahrnehmung, der Sprache, dem Denken und

Fühlen.

Aristoteles zum Beispiel versteht unter Bewegung jegliche

Art von Veränderung: „Das endliche Zur-Wirklichkeit-Kommen

eines bloß der Möglichkeit nach

Vorhandenem, insofern es eben ein solches ist – das ist

Bewegung“. Nach seiner Auffassung muss jede Veränderung

bereits in den Möglichkeiten des sich verändernden

Dinges (Mensch) angelegt sein. Bewegung ist

in diesem Sinne das zentrale Mittel, sich und die Welt

zu verändern; weiterführend: sich in dieser zu verwirklichen,

d. h. das in ihm (dem Menschen) Angelegte zu

entfalten.

auf die Umwelt angewiesen, die es ihm ermöglicht,

seinen eigenen Lernprozess zu gestalten.

Im allgemeinen Sprachgebrauch denken wir bei dem

Wort Lernen vorwiegend an das Lernen in der Schule

oder während einer Ausbildung. Dadurch ordnen wir

dem Lernprozess einen zeitlichen Rahmen zu, d. h. einen

Anfang und ein Ende. Ist es so? Hat Lernen einen

Anfang und ein Ende? Ein solches Verständnis kann

für die Entwicklung eines Menschen sehr einschränkend

sein. Denn wir dürfen zum Beispiel die Voraussetzungen

nicht vergessen, die ein Kind mitbringen

muss, um sich auf diese Weise Wissen anzueignen.

Dazu gehört die Freude und Motivation an einem

angst- und stressfreien Wissenserwerb, ebenso wie die

körperlichen Bedingungen. Zum Beispiel schafft es ein

Baby, wenn die Zeit dafür reif ist, nach unzähligen

Versuchen, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen

und wieder zurück. Es freut sich darüber und zeigt

diese Freude auch – es wird es immer wieder tun. Es

hebt den Kopf in der Bauchlage und kann somit seine

Umwelt visuell anders erfassen als in der Rückenlage,

Maria Montessori spricht „vom inneren Bauplan“

des Kindes, es sei sein „eigener Baumeister“. Es lernt

aus eigenem Antrieb heraus, geht den Weg des Lernens

nach einem eigenen inneren Plan. Wenn für das

Kind der nach eigenem Empfinden entsprechende

Zeitpunkt gekommen ist, wendet es sich entsprechenden

Lerninhalten zu. Was das Kind zu welchem Zeitpunkt

bereit ist zu lernen, richtet sich nach seiner ganz

eigenen sensiblen Phase.

Auch Piaget sieht wie Montessori das Kind als in

einem ständigen Lernprozess befindliches Wesen, das

von sich aus die Welt zu be-greifen sucht. Dabei ist es

es hat seine Wahrnehmung erweitert. Durch zunehmende

Bewegung reift das Kind körperlich (Muskelaufbau)

als auch geistig (hirnorganisch). Aus unserer

Entwicklungsgeschichte wissen wir, dass der aufrechte

Gang entscheidend für unsere geistige Entwicklung

war und für den Erwerb von Fähigkeiten, die den

Einsatz beider Hände bedürfen.

Ein Kind kann sich nicht ohne weiteres (Nachahmung)

auf den Bauch drehen, krabbeln, laufen, sprechen.

All diese Dinge lernt es in seinem eigenen

Tempo, nach eigenen Prioritäten. Es lernt erst, seine

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„Angst“ zu überwinden, um von einer Stufe oder

Bank zu springen, eine Schräge zu erklimmen, zu balancieren.

Diese Dinge getan zu haben, sie geschafft

zu haben, fördert den Selbstwert und das Selbstvertrauen

ungemein. Wir lassen den Kindern die Möglichkeit

dazu. Wenn die Zeit zur Bewältigung von

Aufgaben für ein Kind gekommen ist, wird uns das

Kind um Unterstützung bitten, nach unserer sicheren

Hand greifen, uns Fragen stellen und um Erklärungen

bitten. In diesen Phasen stehen wir in unserer Kita als

„Helfer und Lehrender“ dem Kind zur Seite, begleiten

und unterstützen es mit Hilfe und Antworten in

seinem eigenen Lernprozess.

Montessori folgend bedeutet dies, dass das Kind

seinem „inneren Bauplan“ bzw. „Zur-Wirklichkeit-

Kommen der Möglichkeit des Vorhandenem“ (Aristoteles)

folgt.

Bewegung hat somit den Anspruch, ein wesentliches

Instrument für den Lernprozess zu sein. Dabei

baut das Kind seine Instrumentarien, um sich und die

Welt zu verändern immer weiter aus – natürlich bewegend

lernend. Bewegung ermöglicht dem Kind sich

mit räumlichen Bedingungen, mit Materialien, mit anderen

und nicht zuletzt mit sich selbst auseinander zu

setzen. Wir geben ihm die Möglichkeiten dazu!

Kita Kleine Forscher

Lernen in Bewegung in- und außerhalb der Montessori-

Kindertagesstätte „Munketal“

„Nichts auf der Welt ist von innen heraus bewegt,

ohne dass es lebt.“

Ein Satz mit fundamentaler Bedeutung. Diese, vermeintlich

simple, Aussage die bereits seine Gültigkeit

in der Antike besaß und sich bis in unsere moderne

Zeit hinein erhalten sollte, spricht auf sehr deutliche

Weise an, dass Bewegung das elementarste Charakteristikum

des Lebens ist: das der Pflanzen, Tiere und des

Menschen. Somit wird deutlich, welchen hohen Stellenwert

Bewegung vor allem in der kindlichen Entwicklung

einnimmt und welche Bedeutung sie infolgedessen

für unsere tägliche pädagogische Arbeit hat. Sei

es die grob-, fein- oder psychomotorische Bewegung,

sie alle sind von unschätzbarem Wert für die Kinder.

Auch Maria Montessori erkannte den hohen Stellenwert

der Bewegung. Ihre Übungen sind stets durch

das eigenständige „Tun“ definiert, was die Kinder

fortwährend befähigen sollte (und soll) sich mit ihrer

Umwelt „(be-)greifend“ auseinanderzusetzen.

„Die Kinder sind also in einem Alter, in dem die Bewegungen

grundlegendes Interesse haben. Sie scheinen

darauf erpicht, zu erfahren, wie man sich bewegen

muß. Sie durchlaufen eine Lebensepoche, in der

sie Herr über ihr eigenes Tun werden müssen. Wir erkennen

von außen her die innersten physiologischen

Gründe nicht, und doch durchlaufen die Werkzeuge

der Muskeln und Nerven dann eine Periode, in der die

Koordination der Bewegung gefestigt wird.“ [Maria

Montessori: Die Entdeckung des Kindes, Freiburg/Br.,

2005, S. 97 f.]

In diesem Tun lernt das Kind, ganz ohne dass es dies

beabsichtigt oder beabsichtigen muss. Es absorbiert

Montessori-Rundbrief Nr. 10 · Februar 2015

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seine Umgebung, akquiriert und generiert ganz eigene

Erfahrungen. Die Welt und ihre Elemente werden

durch die eigene Bewegung kennen gelernt.

In der gegenwärtigen Fachmeinung zum Thema Lernen,

Bildung und Bildungsinitiierung gibt es ein eindeutiges

Statement: Bildung beginnt beim Individuum und

kann nicht von außen oktroyiert werden. Letztenendes

können wir als Pädagogen zwar Lernprozesse anregen,

beispielsweise durch eine lernförderliche Umgebung,

durch facettenreiche Aufarbeitung von Lerninhalten

oder durch interessenforcierte Arbeit am Kind, aber den

Pfad des Lernens und der sich daraus entwickelnden

Bildung muss jeder selbst begehen. Nun ist diese Fachmeinung

aber nicht neu, schrieb doch bereits Montessori,

dass unser erzieherisches Ziel nicht darin liegt Bildung

zu vermitteln, sondern der Entwicklung behilflich

zu sein (Maria Montessori: Die Entdeckung des Kindes,

Freiburg/Br., 2005, S. 190.). In diesem Sinne bieten wir

den Kindern Möglichkeiten und Anreize zur Entfaltung

an, in denen die Elemente des Lernens und der Bewegung

„Hand in Hand“ gehen können.

Die Montessori-Kindertagesstätte „Munketal“ wurde

im Jahr 2010 erstmals als „bewegungsfreundliche Kita“

zertifiziert. Im Jahr 2014 wurden wir im Rahmen unseres

50jährigen Bestehens und unserer diesbezüglichen

Festwoche rezertifiziert und dürfen nun für weitere drei

Jahre den vom Landessportbund Thüringen gestifteten

Titel tragen. Doch was genau tun wir dafür?

Unsere Konzeption fußt auf drei Säulen, die unseren

pädagogischen Alltag im Wesentlichen definieren.

Das sind die Montessori-Pädagogik, die Bilingualität

„Spanisch-Deutsch“ und die Bewegung.

Jeden Morgen öffnen wir 8:00 Uhr den Bewegungsraum,

um allen Kindern des Hauses die Möglichkeit zu

gewähren, sich sportlich zu betätigen, sich auszuleben

oder Sportgeräte verschiedener Art zu nutzen. Ein(e)

Erzieher(in) begeht dabei mit den Kindern den allmorgendlichen,

als offenes Angebot geplanten, Frühsport.

Den sieben Gruppen des Hauses steht zudem der Raum

für diverse Sportangebote im weiteren Wochenverlauf,

in gegenseitiger Absprache, zur Verfügung. Im gleichen

Maße kann auch der Snoezel- oder Stilleraum, für Entspannungsübungen

genutzt werden, die reziprok zur

Bewegung die „innere Ruhe“ forciert. Weiterhin bietet

das Außengelände der Kita weitreichende Gelegenheiten

der sportlichen Betätigung, wie beispielsweise Fußballspielen

auf einem kleinen Fußballfeld mit zwei Toren

im oberen Garten oder die verschiedenen Sandspielelemente

im unteren Bereich des Geländes, der

insbesondere im Sommer wegen des Bachlaufs gern genutzt

wird. Gerade im Jahr 2014, als die Fußball-WM

in vollem Gange war, war auch der Fußball bei uns ein

allgegenwärtiges Phänomen. Hierzu veranstalteten wir

mit den Kindern eine eigene Fußballweltmeisterschaft

für Jungen und Mädchen und schauten uns das

Deutschlandspiel gegen Brasilien auf großer Leinwand

an. Auch am Kita-Fußball-Cup (im Juni 2014), der

vom FC Carl Zeiss Jena organisiert wurde, nahmen

wir mit großer Begeisterung teil.

Neben all dem Fußball waren aber auch andere

Sportarten von Interesse, wie die Teilnahme am Crosslauf

im Frühjahr und im Herbst oder die sportliche

Betätigung zur Erlangung des Sportabzeichens, mit

den Disziplinen Weitsprung, Weitwurf, 800m Lauf

und Sprint (organisiert vom Jenaer Stadtsportbund).

Im Rahmen des Kindertages und unserer Festwoche

zum 50jährigen Bestehen spielten wir Bewegungsund

Kreisspiele aus alten Zeiten, wie Büchsenwerfen,

Stelzenlaufen, Sackhüpfen oder „der Plumpssack geht

rum“. Eine gute Möglichkeit unsere technifizierte Welt

ein Stück in den Hintergrund zu rücken und uns ande-

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en Facetten des Lebens zu widmen. Zudem nutzen

wir auch den nahegelegenen Wald, nur wenige Minuten

von unserem Kindergarten entfernt, als Möglichkeit

mit der Natur in Kontakt zu treten und der Bewegungsfreude

Ausdruck zu verleihen.

Die Elemente der Bewegung sind dabei nicht an das

Alter der Kinder oder an ihr Geschlecht gebunden,

sondern orientieren sich an den jeweiligen Entwicklungsbedürfnissen.

In diesem Zusammenhang sollten

die Kinder stets Anreize finden sich grob-, fein- und

psychomotorisch bewegen und entwickeln zu dürfen.

Dadurch gewinnen sie nicht nur an Sicherheit in der

Bewegung und ihrer Umsetzung, sondern lernen auch

Regeln (z.B. in Kreisspielen), gemeinsames Handeln

(z.B. beim Fußballspielen) oder mathematische Bezüge

(z.B. beim Abzählen von Sprüngen) kennen. In der Bewegung

lassen sich dabei alle Bereiche des Thüringer

Bildungsplanes wiederfinden, der künstlerische beispielsweise

beim großzügigen Malen mit Kreide), der

sprachliche beim Sprechen über Regeln und der musische

beim Singen von Kreisspielliedern. Dies unterstreicht

nicht zuletzt was die eingangs gestellte Aussage

noch einmal.

Daneben darf nicht vergessen werden, dass Bewegung

auch zu einer geistigen Ausgeglichenheit führt

und Kinder, wie auch Erwachsene, mit ihrer Umgebung

ganz anders interagieren können, nachdem sie

ihrer Bewegungsfreude Raum gegeben haben. Kinder

sind nach einer bewegungsintensiven Zeit ganz anders

in der Lage Bildungsinhalte der Umgebung aufzunehmen

und sich intensiver mit ihnen zu beschäftigen

oder sogar die verschiedenen Erfahrungen zu kombinieren.

Eine Vielzahl an aktuellen Forschungsreihen

bestätigt die These, wonach Bildungsaspekte durch

das „bewegende Element“ viel effektiver und nachhaltiger

im Gehirn verarbeitet und gespeichert werden.

Aber nicht nur das, bereits die Bewegung an sich birgt

positive Effekte die es hervorzuheben gilt, denkt man

an den gesundheitlichen Aspekt, wie Muskelaufbau,

Stärkung der Abwehrkräfte etc.

Alles in allem sind „Geist und Aktivität zwei Teile

des gleichen Zyklus“ (Maria Montessori: Das kreative

Kind. Der absorbierende Geist, Freiburg/Br., 2005, S.

129) und es verwundert nicht, dass beide Elemente

stets in Zusammenhang stehen und gefördert werden

sollten. Und so bleibt es unsere pädagogische Pflicht

den Kindern ausreichend Möglichkeiten anzubieten,

die Welt um sie herum mit Freude und Begeisterung zu

entdecken und „bewegt zu lernen“.

Florian Granda, Kita „Munketal“

Mathematisches Lernen und Bewegung

„Zu Gast im Zahlenland“

Mathematisches Lernen in unserem Kindergarten heißt

vor allem „Alltagslernen“ – Vergleichen, Ordnen, Zählen,

Sortieren, Bilden von Serien und Abfolgen.

Dabei begleitet bewegtes mathematisches Lernen

die Kinder durch den gesamten Tagesablauf: Wir groß

bin ich? Bist du größer als ich? Wer ist Erster? Wir

brauchen noch 2 Stühle. Wir haben noch 5 Minuten

Zeit. Meine Schuhe sind länger als deine. Das Kuscheltier

ist schwerer als das andere. Unsere Rutsche im Kindergarten

ist viiiel länger… Durch Erleben, Bewegung,

Klettern und Rollen erhalten Kinder Vorstellungen von

räumlichen Dimensionen. Handlungspraktische Aktivitäten,

wie Schneiden, Malen, Spiele im Sand, mit Naturmaterial

und der Umgang mit den Montessori-Materialien

aus dem Bereich der Mathematik runden das

tägliche mathematische Erleben im Kindergarten ab.

Am Beispiel des „Zahlenlandes“ in unserem Kindergarten

wird nun der direkte Zusammenhang zwi-

Montessori-Rundbrief Nr. 10 · Februar 2015

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schen dem mathematischen Erleben und der Bewegung

deutlich.

Was ist das „Zahlenland“? In Anlehnung an das Projekt

„Zahlenland“ von Prof. G. Preiß heißen wir alle

interessierten Kinder ab 4 Jahren im Zahlenraum

herzlich willkommen.

Ziel des Angebots:

• Erleichterung des Verständnisses für Mengen und

Zahlen

• Unterstützung des Entdeckungsdranges und der

Neugier der Kinder

• Verbindung von Menge und Zahl, wiederkehrendes

Zählen, sortieren, überprüfen in Aktion

• Mathematik sinnlich und bewegungsfreudig erleben

durch Fühlen, Anfassen, genaues Betrachten

• erste mathematische Rechenaufgaben („Ich habe

schon 3 Steine, brauche aber 5. Dann hole ich mir

noch 2 Steine.“)

• gemeinsames Tun

• Beachten der Grenzen anderer

• gegenseitige Unterstützung

• phantasievolle freudige Erlebnisse

• Erfahren von Erfolgserlebnissen

Ablauf:

Jedes Kind erhält eine Zahl im Zahlenraum 1-10, baut

sein Zahlenhaus und ordnet verschiedenste Materialien

zu. Dies geschieht durch Holen und Bringen durch

den gesamten Raum. Die Übungen stehen auf dem Boden,

so dass eine ständige größtmögliche Bewegungsvielfalt

gewährleistet ist. Begleitet wird der gesamte

Ablauf spielerisch mit 2 Handpuppen.

Materialien:

Farbige Perlenketten, Rot-blaue Stangen, Ziffern und

Chips, große Teppiche in unterschiedlichen geometrischen

Grundformen, Materialien zum Abzählen (Glitzersteine,

Insekten, Meerestiere, Dinosaurier, Naturmaterialien…)

aus einer großen Menge, Stirnbänder

Zahlenkärtchen, Zahlenhäuser

Die Kinder sind von der Vielfalt der Materialien

stets begeistert und mit Lust dabei, ihr Zahlenland zu

vergrößern.

Bedeutung:

Die Kombination der ständigen Aktivität im Raum,

die Berührung des Materials, das gemeinsame Tun

und das Zählen fördert das mathematische Verständnis

und die Lust und Freude daran. Immer wieder fragen

die Kinder: „Wann geht es wieder ins Zahlenland?“

Mathematik im Kindergarten ist zum Anfassen, zum

selber ausprobieren, zum aktiv sein, zum ganz individuellen

Umgang mit dem angebotenen Material durch

das Kind.

Vor allem aber ist sie abhängig von der persönlichen

Bedeutsamkeit und dem individuellen Interesse

des Kindes, ganz im Sinne Maria Montessoris:

„Jedes Kind hat seinen ihm innewohnenden Bauplanes

kommt darauf an, dass der junge Mensch seine ihm

innewohnenden Potentiale optimal entfaltet und er

durch den Erwachsenen die Möglichkeit dazu erhält.“

Susann Wolf, Kita „Spatzennest“

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Neuigkeiten aus dem Verein

Mitgliederzahlen

Zum 1. Januar 2015 zählen wir

297 Mitglieder in unserem Verein.

Theaterprojekt

Das Projekt „Theaterarbeit“, das

der Verein in den letzten Jahren mit

Unterstützung von Bürgerarbeit

durchführen konnte, ist zum 31.

Dezember 2014 ausgelaufen. Wir

freuen uns, dass die beiden Projektmitarbeiterinnen

der ersten Stunde,

Iris Bähler und Christiane Szkrobka,

nun als Ezieherinnen in der

Montessorischule tätig sein dürfen.

Von Seiten des Vereins an dieser

Stelle noch einmal ein herzliches

Dankeschön für die hervorragende

Arbeit, die nicht nur vielen Kindern

schöne und bereichernde Stunden

beschert haben!

Bilder vom Montessori-Fest im September 2014

Montessori-Rundbrief Nr. 10 · Februar 2015

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Neuigkeiten aus der Schule

Montessorischule Jena

Staatliche Gemeinschaftsschule

Friedrich-Wolf-Straße 2, Telefon 03641-331950

Träger: Stadt Jena

Romantikprojekt – Eine Einladung von Caroline Schlegel

14 Tage zu Gast bei den Jenaer Frühromantikern

Salonrunde (von links): Dorothea Veit,

Friedrich Schlegel, Caroline Schlegel,

August Wilhelm Josef Schelling,

Auguste, Novalis, August Schelling,

Johann G. Fichte und Ludwig Tieck

Aus Frieda und Josie wurden beim

Fechtkampf Friedrich und Josef, denn

Mädchen hatten damals keine Chance

zum Studieren.

Jan und Carla in der Druckwerkstatt

„Im Jahr 2015 sollen Jenaer, Jenenser

sowie Gäste unserer Stadt vom

Romantischen fasziniert werden,

denn die Romantik nahm vor 200

Jahren ihren Ursprung in Jena.“

Wir, das Team 2 der Montessorischule,

ließen uns bereits im Herbst

2014 davon inspirieren und begaben

uns auf eine spannende Reise

in die Vergangenheit unserer Heimatstadt,

in die Zeit um 1800. Zunächst

klopften wir Lehrerinnen im

Romantikerhaus an und baten bei

den Spezialisten um Unterstützung.

Hier prasselten die Fachkenntnisse,

die Ideen und Vorschläge nur so auf

uns ein, so dass uns erst einmal

große Zweifel kamen, ob wir diesem

Thema überhaupt inhaltlich

gerecht werden können, ob es wirklich

möglich ist, jüngeren Schulkindern

das Leben der Frühromantiker

nahe zu bringen.

Deshalb lernten zunächst die Erwachsenen:

Herr Schwarz, Leiter

des Romantikerhauses, veranstaltete

für unser Kollegium eine sehr

informative, einprägsame und kurzweilige

Führung in seinem Haus.

Am Ende blieben zwar immer noch

Unsicherheiten, aber das Verständnis

für die damalige Zeit, für ihre

Protagonisten und deren Gedanken

hatte sich nun eingestellt. Zurück

in der Schule splitteten wir das

Thema in neun Unterthemen. In einer

gemeinsamen Unterrichtsstunde

versuchten wir das Interesse der

Kinder für die Romantik zu wecken.

Zielsicher und freudig wählten

sich die Kinder nach einem Tag

„Bedenkzeit“ in die verschiedenen

Gruppen ein.

Dann begann die spannende Arbeit

des Erkundens, des Ausprobierens,

des Erlebens der romantischen Zeit

in Jena. Zu Beginn besuchte jede

Gruppe das Romantikerhaus. Auf

die Frage, was denn Romantik sei,

antwortete Otto: „Das hat etwas

mit Liebe zu tun. Da gibt es einen

Verehrten und ... eine Verehrte.“

So wie uns Erwachsenen vorher,

wurde den Kindern alles wunderbar

erklärt und gezeigt. Auf einige

Themen wurde gezielt eingegangen.

So erhielten zum Beispiel unsere

„Studenten“ anschaulichen

Fechtunterricht und die „Schauspieler“

durften im Märchenzimmer

das erste Mal ihr Stück „Der

gestiefelte Kater“ nach Ludwig

Tieck proben sowie sich Kostüme

ausleihen.

Nach zwei Wochen anstrengender

Beschäftigung lud „Caroline Schlegel

gemeinsam mit ihrer Tochter

Auguste“ die befreundeten „Frühromantiker“

in ihren Salon ein.

Wir, gemeinsam mit vielen Eltern

und weiteren Gästen durften dort

den Gesprächen lauschen sowie die

Geschehnisse in Jena um 1800 verfolgen.

Im Salon zum Tee trafen

sich der Märchendichter Ludwig

Tieck, Dorothea Veit, die Brüder

August und Wilhelm Schlegel,

Friedrich Schelling, der Universitätsprofessor

Johann G. Fichte und

der Dichter Novalis.

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Herr Fichte regte sich besonders

über seine Studenten auf: Sie sollten

doch fleißiger studieren und das

gefährliche Fechten unterlassen!

Wir hingegen sahen eine tolle sport-

Zauberten unendlich viele blaue

Farbtöne, vordere Reihe: Sophie,

Zirui, Selma. Hintere Reihe: Ida, Jara,

Leonie, Charlotte, Milla, Chantal und

Johannes

Dass es sich auch damals in Jena

„bene“ lebte, erkundeten Richard,

Nils, Paul, Finn, Marwin, Norman,

Hendrik und Florian

Carla, Moritz, Jan, Konstantin, Frieda,

Samuel, Eva, Lara und Luna

präsentieren stolz ihre Buchseiten

liche Vorführung von studentischen

Duellen.

Für Herrn Fichte war es auch wichtig,

dass sich der Buchdruck rasch

entwickelte. Eine Kindergruppe

versuchte sich in diesem anstrengenden

und schmutzigen Handwerk

und druckte ein eigenes Buch

mit den beweglichen Lettern von

Johann Gutenberg.

Stadtchronisten berichteten von

dem kleinen Jena damals und ihren

Streifzügen durch die Stadt sowie

ihren Funden aus der Vergangenheit:

zum Beispiel dem grünen Haus

und den Resten des Stadtschlosses.

Fasziniert erzählten sie uns von der

damaligen „Stadtreinigung – der

Leutrafege“.

Carolines Tochter verließ zwischenzeitlich

die mütterliche Teestunde

und beteiligte sich an gemeinsamen

Kinderspielen: Nein – nicht am

Computer! Sie murmelten, bastelten

kleine Guckkästen, ließen den

Reifen rollen oder sprangen über

das Seil.

Eine blaue Blume, mit dem Antlitz

eines wunderschönen Mädchens,

weckte die Sehnsucht Heinrichs

von Ofterdingen, der Romangestalt

Novalis‘. So wurde diese geheimnisvolle

Blume zum Symbol der Romantiker

und zur Gestaltungsaufgabe

der malinteressierten Kinder.

Mit Stolz präsentierten sie der Salongesellschaft

ihre Ergebnisse.

Ähnliches Interesse erweckten die

Silhouetten der Scherenschnittgruppe.

Das Erkennen der dargestellten

Kinder bereitete Spaß und

war gar nicht so schwer.

So wie heute bummelte man auch

um 1800 gern über den Weihnachtsmarkt.

Mit glänzenden Augen

sahen die Kinder auf geröstete

Kastanien und allerlei Spielzeug

und bei Frau Schlegel auf den Weih-

nachtsbaum. Damals wurde dieser

u. a. mit goldenen Nüssen, Rosinenketten

und Papierblumen geschmückt.

Zum Schluss gab es für alle Salon-

Im Märchenland unterwegs: Kutscherin

Elli, Kater Jasmin, Erzählerin

Helene, Müllersbursche Marius, König

Colin, Zauberer Finn, Bäuerin

Antonia, Bauern Luke und Thaddäus

Bei fröhlichen Kinderspielen dabei:

Karina, Ian, Agnes, Alina, Grete,

Katha rina, Elena, Laura, Leonie und

Josie

Beim Weihnachtsmarktbummel gab es

für die Kinder und ihre Eltern

glänzende Augen. Esskastanienröster

Tobias, Marktfrauen Hermine und Lia,

Marktverkäufer Lukas, Tochter

Mareike, Vater Niclas, Tochter Stefanie,

Sohn „Miriam“ und Mutter Ronja

Montessori-Rundbrief Nr. 10 · Februar 2015

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Unsere Studenten, die sich ausgiebig im

studentischen Fechten übten: Vincent,

Leonard, Frieda, Josephine, Gabriel,

Otto, Tassilo, Tinko, Lennart und Eric

gäste noch eine tolle Überraschung:

eine Theatervorstellung. „Der gestiefelte

Kater“ wurde aufgeführt

und danach mit viel Beifall bedacht.

Große Aufregung gab es allerdings

während der Aufführung. Ein Gast

störte immer wieder mit spitzzüngigen

Bemerkungen. Da spielte wohl

Ludwig Tieck seine zeitkritische

Rolle aus.

Am Ende unseres Romantikerprojektes

ziehen wir ein sehr positives

Fazit: Es hat Spaß gemacht! Kleine

und Große hat es gleichermaßen

gefordert und wachsen lassen.

Nun gilt es noch einmal ganz herzlich

denen zu danken, die mitgeholfen

haben: den MitarbeiterInnen

des Romantikerhauses, Herrn

Krause für das fotografische Dokumentieren,

dem Montessoriverein

für die finanzielle Unterstützung,

Frau Steiner und Frau Bähler für

die Übernahme je einer Kinder-

Nicht nur die eigenen Porträts wurden

aus schwarzem Papier geschnitten, auch

wunderschöne Schneesterne gelangen

ihnen mit feiner geduldiger Schneidtechnik:

Jannis, Luca, Ibo, Jeremias,

Hannes, Emma, Bruno und Alina

gruppe, Frau Golderer für die historischen

Gewänder, Eltern für

Kostüme, Requisiten und Bastelmaterial

und allen, die ihren Kindern

die Daumen drückten.

Wie unser Foyer zum Riesenkoordinatensystem wurde

In Klasse 5 lernen die Schüler,

Punkte in das Koordinatensystem

einzutragen bzw. die Lage von

Punkten exakt zu bestimmen. In

späteren Schuljahren ist das eine

wichtige Grundlage z. B. für die

Themen Spiegelung, Symmetrie,

Verschiebung, für Diagramme und

nicht zuletzt für Darstellung der

Graphen von Funktionen. Umso

wichtiger ist es, sich von Anfang an

die Bezeichnung der x-Achse und

der y-Achse einzuprägen und immer

wieder nach demselben Muster

Punkte zu finden oder einzutragen.

Dazu klebten wir in der Freiarbeit

mit ganz viel Malerkrepp ein

Quadratgitter auf den Fußboden

im Foyer.

Mit Kärtchen wurden die Achsen

bezeichnet und eingeteilt.

Dann ging es los. Wir fanden die

Lage des Punktes A = (2;3) indem

wir auf der x-Achse vom Ursprung

an 2 Schritte nach rechts und dann

3 Schritte parallel zur y-Achse nach

oben machten. So lernten wir es: 2

nach rechts, 3 nach oben. Jeder

konnte immer wieder neue Kärtchen

aufnehmen und die Punkte

dazu finden, Schritt für Schritt.

Durch Zuschauen bei anderen Kindern

lernten es auch diejenigen, die

anfangs noch unsicher waren. Am

Ende durften Süßigkeiten abgeräumt

werden, aber nur, wenn man

die richtigen Koordinaten wusste.

Tracy Mary Bogedein,

Montessorischule

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Klassensprecherseminar im Polaris

Am 27. und 28. Oktober trafen sich

die gewählten Klassensprecher/innen

der Sekundarstufe der Montessorischule

Jena im Jugendbildungsund

Begegnungszentrum polaris,

um sich besser kennenzulernen und

gemeinsam Pläne für das kommende

Schuljahr zu schmieden.

Den ersten Tag könnte man unter

dem Motto „Lernen in Bewegung“

zusammenfassen, denn bevor sich

die Klassensprecher/innen der Planung

für das kommende Schuljahr

widmen konnten, gab es einige

Kennenlernspiele zur Auflockerung

und Stärkung der Gemeinschaft.

Das Highlight war sicherlich die

Fotorallye durch Jena-Nord. Basierend

auf der Überzeugung, dass

körperliche Aktivität einen positiven

Effekt auf die geistige Leistungsfähigkeit

hat, wurde diese

Übung in altersgemischten Gruppen

durchgeführt. Die Aufgabe be-

Planung von Projekten für das

kommende Schuljahr

Spiele zur Auflockerung und Stärkung

der Gemeinschaft

stand darin 30 Motive in Jena-

Nord zu finden und sich davor zu

fotografieren. Diese Herausforderung

wurde erfolgreich gemeistert

und ganz nebenbei lernten die Schüler/innen

nicht nur den Stadtteil,

sondern auch die Klassensprecher/

innen der anderen Klassen besser

kennen.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen

von „Kommunikation und

Schuljahresplanung“. Dabei wurden

u. a. folgende Fragen geklärt:

Wie laufen die Klassensprechersitzungen

ab? Welche Angebote, Projekte

und Neuigkeiten sind wichtig

für meine Klasse? Wie präsentiere

ich die Informationen meiner

Klasse? Zum Abschluss des zweitägigen

Seminars wurde gesammelt,

mit welchen Themen sich die Klassensprecher/innen

in diesem Jahr

beschäftigen möchten.

Gemischte Gruppen bei der Fotorallye

in Jena-Nord

Schulbegleiter

Wir möchten uns vorstellen.. wir,

das sind zur Zeit zehn Schulbegleiter

von drei verschiedenen Trägern

an der Montessorischule.

Seit 2007 gibt es die Schulbegleitung

an unserer Schule. Da unser

Anliegen die Unterstützung der Integration

von Schülern mit besonderem

Bedarf im Schulalltag ist,

kann sich diese Arbeit in der Praxis

sehr unterschiedlich gestalten –

eben je nach Beeinträchtigung der

jeweiligen Schüler/innen.. Hierbei

arbeiten wir eng mit den Eltern,

Lehrern, Sonderpädagogen, Erziehern,

aber auch mit den anderen

Kindern im Klassenverband zusam-

men. Denn Schüler zu interaktivem

Lernen und sozialem Miteinander

anzuregen, ist eine unserer Hauptaufgaben.

Außerdem gilt es Rahmenbedingungen

mitzugestalten,

zu beobachten, zu reflektieren und

zu reagieren. So ist unsere Arbeit

an der Montessorischule geprägt

von Vielseitigkeit, genau wie die individuelle

Vielfalt unserer Schüler.

Und damit sind auch wir ganz im

Sinne von Lernen und Entwicklung:

Immer in Bewegung!

Montessori-Rundbrief Nr. 10 · Februar 2015

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Neuigkeiten aus den Kitas

„Munketal“

Kita „Munketal“, Schützenhofstraße 7, Telefon 03641-424232

Träger: Stadt Jena

Europäische Freiwillige

Seit September 2014 arbeiten bei

uns in der Einrichtung zwei Spanierinnen

aus dem Projekt „Youth in

Action“ (Europäischer Freiwilligendienst

EFD). Bei „Youth in Action“

handelt es sich um ein Projekt, bei

dem junge Menschen aus ganz Europa

zusammenkommen, um in anderen

EU-Ländern aktiv zu werden.

Maria Martin und Ana Belen Molina

haben in ihrem Heimatland

Medienwissenschaft (Theater, Radio

und TV) studiert und waren

daraufhin als au-pair-Mädchen in

Deutschland tätig. Nun unterstützen

sie uns ein Jahr lang bei der pädagogischen

Arbeit, mit diversen

Angeboten, wie spanischem Tanz

oder Sprachspielen, sowie durch

ihre sehr einfühlsame Art mit Kindern

umzugehen. Unsere Kinder

finden in ihnen liebevolle Spielpartner

und lernen ganz nebenbei etwas

über die spanische Kultur und

Sprache.

50. Geburtstag

Vom 15. bis 19. September 2014

feierte die Montessori-Kindertagesstätte

„Munketal“ ihr Jubiläum,

ein halbes Jahrhundert pädagogischer

Arbeit! 1964 öffnete die Kita

in der Schützenhofstraße 7 erstmals

ihre Tore. Damals noch mit einer

Aufnahmekapazität von über 200

Kindern! Heute sind es bis zu 116

Kinder die bei uns „zu Hause“ sind.

In den vielen Jahren hat das Haus

eine Menge Kinder kommen und

gehen sehen und so mancher hat

nun seine eigenen Kinder in unsere

Betreuung gegeben.

In diesen 50 Jahren Kitageschichte

hat sich viel getan und verändert:

gesetzlich, personell, aber auch

konzeptionell. 1991 hielt die Montessori-Pädagogik

Einzug in die erzieherische

Tätigkeit und wurde

fortan zum zentralen Bestandteil

der Konzeption. Damit kann die

Kita „Munketal“ zu Recht als eine

Wiege der Montessori-Pädagogik

in Jena angesehen werden.

Die Festwoche begann mit dem feierlichen

„Verpacken“ der Kita als

Geschenk. Mit einer großen Schleife,

die unter Mithilfe der Erzieher und

Eltern genäht wurde, packten wir

unsere Einrichtung mit roten „Geschenkband“

und großer Schleife

ein. Die Feuerwehr unterstützte uns

dabei mit großem Engagement. Gefeiert

wurde die ganze Woche über

mit allen Kindern, ErzieherInnen,

vielen Gästen und Freunden. Es

wurde getanzt, gespielt und gelacht.

Die Folgetage waren geprägt von

Spielen von vor 50 Jahren, dem Tag

der offenen Tür, mitsamt Präsentation

unserer Kooperationspartner

(wie Eine-Welt-Haus e.V. oder

Zahnarztpraxis Abendroth) sowie

Elementen der Montessori-Pädagogik

und der Rezertifizierung als „bewegungsfreundliche

Kita“, mit vielen

Bewegungsspielen und gesunder

Ernährung. Der letzte Tag der Festwoche

wurde mit dem Öffnen der

Schleife und dem Steigenlassen von

über 100 Luftballons begangen.

Auf diesem Wege bedanken wir uns

noch einmal bei all denen, die uns

unterstützt haben und wünschen

Ihnen und uns für die nächsten 50

Jahre nur das Beste.

Das Team der Montessori-Kita

„Munketal“ Jena

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„Spatzennest“

Kita „Spatzennest“, Tümplingstraße 30 a, Telefon 03641-826850

Träger: Thüringer Sozialakademie gGmbH

Kinder backen ihren Geburtstagskuchen.

Der Binomische Würfel

Gemeinsames Kochen

Herbstpicknick für alle am Saaleufer

Auch die Vesper wird allein zubereitet.

Am Schleifenrahmen

Einführung eines wöchentlichen

Praxistages – Kooperation mit der

Freien Fachschule für Erzieher der TSA

Schatzheberin im Spatzennest – ein Jahr lang geht es jede Woche als freies

Angebot um Insekten, Kleintiere und Spinnen.

Weihnachtswerkstatt – tägliche

weihnachtliche Überraschungen zum

Selbermachen mit großer Unterstützung

der Eltern

Montessori Sommerfest – Auftritt

unserer Tanzkinder

Hurra – Anschaffung von ERZÄHL-

BILDERN aus allen Jahreszeiten mit

dazugehörigem Sprachmaterial –

Herzlichen Dank an den Montessori

Verein Jena für die Spende von 500,00

Euro!

Montessori-Rundbrief Nr. 10 · Februar 2015

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„Weltentdecker“

Kita „Weltentdecker“, Scharnhorststraße 1, Telefon 03641-227577

Träger: Kommunale Kindertagesstätten Jena

Buchkinder-Weihnachtswerkstatt in der Kita Weltentdecker

Seit Montag, dem 3. November

2014 arbeiteten 13 Vorschulkinder

der Kita Weltentdecker in einer

wöchentlich wiederkehrenden gemeinsamen

Weihnachtswerkstatt

und stellten individuelle kreative

Geschenkartikel und kleine Kunstwerke

her. Im Teamwork zusammen

mit ihren Erzieherinnen und

Buchkinder Jena zeichneten sie erst

auf Linolplatten, ritzten danach

ihre Weihnachtsmotive und druckten

diese zuletzt mit eigens gemischten

Farben auf verschieden

farbige Kartons ihrer Wahl. So entstanden

50 hochwertige Weihnachtskarten,

und nebenbei wurde

die Technik des Linolschnittes bzw.

Linoldruckes entdeckt. Doch das

war noch nicht alles. Die kleinen

Gestalter hatten noch etwas Zeit

und probierten sich auch an einer

Objektgestaltung aus, in dem sie

eigene Weihnachts-Buttons illustrierten.

Dazu musste ein Entwurf

in ein kreisrundes Format gezeichnet

werden und dieser mit der Button-Maschine

der Buchkinder Jena

gestanzt werden. Die entstandenen

Werke wurden am Dienstag, dem

9. Dezember 2014 zu wohltätigen

Zwecken auf dem Weihnachtsmarkt

der Kita Weltentdecker verkauft.

Die Weihnachtswerkstatt

fand im Rahmen des Buchkinder-

Kurses der Kita Weltentdecker

statt, dessen Ergebnisse im Sommer

2015 auf einer öffentlichen

Lesung vorgestellt werden.

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Neuigkeiten von den Tagesmüttern

Kindertagespflege „Schritt für Schritt“

Grit Seiffert, Brändströmstrasse 57, Jena Ost, Telefon 0171-6889378

Beweglichkeit des Raums

Seit einigen Wochen schwindet unser

Vorrat an Spiel- und Lernmaterial

erheblich. Vieles geht beim

Spielen und nennen wir es Extremforschen

kaputt. Manches kann repariert

werden, anderes ist einfach

nicht mehr nutzbar.

Bücher habe ich meistens sofort im

Beisein der Kinder wieder geklebt.

Das führte zum wirklich inflationären

Bücherwerfen. Mittlerweile

kann auch fast jedes Kind in unserer

Runde die Bitte „Ganzmachen“

aussprechen.

Als großer Bücherliebhaber war

dann irgendwann meine Aushaltegrenze

erreicht. Wir sortierten die

leeren Raum zurück. Die Kinder

nahmen sich Bücher und setzten

sich damit an den Tisch. Später legten

sie sich in die Ecken, in denen

bisher die Kisten standen. Einmal

hörte ich den Satz „Eisenbahn nicht

baut mehr.“

Nach dem Mittagsschlaf holten wir

gemeinsam das Bällebad vom

Schrank und die großen Schaumstoffbausteine.

Ein wildes Ballwerfen

begann, plötzlich hielt einer der

Jungen inne und fragte: „Bälle rumschmeissen?“

„Ja“, sagte ich, „Die

Bälle sind auch zum Werfen da.“

Große Erleichterung machte sich

breit. Nach kurzer Zeit hatten sich

Sommerbücher aus und legten sie

auf zwei Stapel beiseite, noch lesbar

und nicht mehr lesbar. Von den

Herbst- und Winterbüchern stellte

ich dann viel weniger als früher ins

Regal. Und es gibt ein neues großes

Schild am Bücherregal mit dem

Hinweis, dass die Bücher nach dem

Lesen wieder hineingestellt werden.

Darauf muss ich mehrfach täglich

verweisen.

Schließlich kam der Tag, an dem

unsere Spielküche durch Tritte kaputtging.

Schluss!

Gemeinsam mit den Kindern trug

ich die Kisten mit Spielzeug und die

Spielküche in den Flur. Danach

kehrten wir alle in einen eigenartig

die Kinder an die neuen Möglichkeiten

im Spielzimmer gewöhnt

und genießen sie immer noch.

Kinder sind in Bewegung, so muss

auch ihr Umfeld in Bewegung bleiben.

Grit Seiffert

Montessori-Rundbrief Nr. 10 · Februar 2015

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