MCE - Sherco 250 SE-R - Teil 1-5

mce71

Wir haben die Möglichkeit erhalten, vom deutschen Sherco-Importeur Asimo ein 2015er Modell ausgiebig auf Herz und Nieren zu prüfen. Nicht einfach ein paar Stunden fahren, sondern über einen längeren Zeitraum sämtliche Strecken mit verschiedenem Anspruch zu testen. In den kommenden Ausgaben wollen wir über unsere Erfahrungen mit dem Motorrad, genauer gesagt mit einer Sherco 250 SE-R, berichten. Anfangen wollen wir in dieser Ausgabe mit der Einstellung der Bedienelemente und wir wollen euch ein paar Details zum Fahrzeug zeigen.

Teil 1 / Erste Einstellungen
Teil 2 / Der erste Fahreindruck
Teil 3 / Wartung und Pflege
Teil 4 / Enduro meets Motocross
Teil 5 / Luftfilterwechsel und Motorölwechsel

TEST

MCE - DAUERTESTBIKE / TEIL 1 BIS 5

Sherco 250 SE-R


DAUERTEST

INHALT

SEITE

3 BIS 16

SEITE

17 BIS 20

SEITE

21 BIS 24

SEITE

25 BIS 28

SEITE

29 BIS 31

Sherco 250 SE-R - Teil 1

ERSTE EINSTELLUNGEN

Sherco 250 SE-R - Teil 2

DER ERSTE FAHREINDRUCK

Sherco 250 SE-R - Teil 3

WARTUNG UND PFLEGE

Sherco 250 SE-R - Teil 4

ENDURO MEETS MOTOCROSS

Sherco 250 SE-R - Teil 5

LUFTFILTERWECHSEL UND MOTORÖLWECHSEL

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Sherco 250 SE-R - Teil 1

ERSTE

EINSTELLUNGEN

Wir haben die Möglichkeit erhalten, vom deutschen Sherco-Importeur

Asimo ein 2015er Modell ausgiebig auf Herz und Nieren zu prüfen.

Nicht einfach ein paar Stunden fahren, sondern über einen längeren

Zeitraum sämtliche Strecken mit verschiedenem Anspruch zu testen.

In den kommenden Ausgaben wollen wir über unsere Erfahrungen

mit dem Motorrad, genauer gesagt mit einer Sherco 250

SE-R, berichten. Anfangen wollen wir in dieser Ausgabe

mit der Einstellung der Bedienelemente

und wir wollen euch ein paar Details

zum Fahrzeug zeigen.

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DAUERTEST

FMF „Gnarly“ ist serienmäßig an Bord, ein Kickstarter

ist nicht vorhanden

Ein relativ langer, aber schmaler Endschalldämpfer

ABHOLUNG

Wir sind gespannt auf unseren Dauertester und zur Abholung

nach Flöha gefahren. Das Motorrad durften wir bei Multi-

Champion Marcus Kehr abholen, der sich jetzt um die Sherco-

Academy und somit auch um den deutschen Nachwuchs im Endurosport

kümmert. Marcus erklärte uns, was zu beachten sei

und übergab uns das Serienmodell Sherco 250 SE-R. Nach einigen

„Fachgesprächen“ bedankten wir uns und fuhren mit einem

breiten Grinsen davon.

Der Stoßdämpfer kommt von WP und ist in Druck- und

Zugstufe einstellbar. Er arbeitet in Kombination mit

einer Umlenkung

Details

Für den nötigen Grip soll der Michelin-Enduro-Competition-Reifen

sorgen

Relativ volle, aber gelochte 220-mm-Bremsscheibe

mit Brembo-Bremszange

4


Sehr sparsamer Motorschutz

CNC-gefräste Gabelbrücke mit

der Möglichkeit, den Lenker zu

verstellen

Kompakter Zweitaktmotor mit S3-Zylinderkopf, Keihin-PWK-36-Vergaser,

hydraulischer Kupplungsbetätigung

und VFORCE 3 Membran

Der relative gerade schwarze Lenker ist von Oxia und besitzt ein

schmales Lenkerpolster. Links eine Brembo-Kupplungsarmatur und

rechts eine Brembo-Bremsarmatur. Die Handschütze sind mit an Bord

Diese Einheit steuert die elektronische Auslasssteuerung

Ohne viel Schnickschnack – einfach

ein kleiner kompakter Ausschalter

Serienmäßiger Mappingschalter

mit zwei Stufen für verschiedene

Leistungscharakteristik

Vorn kommt ebenfalls ein Michelin-Enduro-Competition-Reifen

zum Einsatz

Der Schalter links neben

dem Display ist der

Lichtschalter

Das Display zeigt einige wichtige Informationen,

wie momentane Geschwindigkeit,

Betriebsstunden, Durchschnittsgeschwindigkeit,

Maximalgeschwindigkeit, Gesamtkilometer.

Eine extra Lampe für Blinker,

Licht, Benzinanzeige und FI

Um das Motorrad zu starten,

ist eine Batterie notwendig, die

unter dem Luftfilter sitzt

Eine 260 mm gelochte Bremsscheibe mit Brembo-

Bremszange

Ein Kettenschutz schützt die Kette vor grobem

Schmutz

Kleine Tankentlüftung

auf

Ein wichtiger Schalter ist rechts neben dem

Display angebracht, damit wird das Motorrad

dem Tankdeckel

eingeschaltet und die elektronische Auslasssteuerung

mit Strom versorgt

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DAUERTEST

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DAUERTEST

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DAUERTEST

9


Doch bevor wir mit dem Dauertest starten,

gehören ein paar grundlegende Einstellungen,

die gemacht werden müssen, dazu

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DAUERTEST

Erste Einstellungen

Den Fußbremshebel stellen wir etwas höher, damit

wir auch im Stehen gut an den Hebel herankommen.

Leider ist man bei der Höhe eingeschränkt, da

der Fußbremshebel am Motorgehäuse anschlägt. Die

Federelemente lassen wir für unsere erste Ausfahrt unangetastet,

damit wir in erster Linie diese Einstellung

bewerten können. Damit sind wir bereit und wollen

losfahren. Den ersten Fahreindruck gibt es in der kommenden

Ausgabe. Ihr dürft gespannt sein ;-)

7:35 Betriebsstunden bei der Übergabe

Bevor wir uns auf die Strecke begeben, wollen wir die Sherco nach unseren Vorlieben anpassen. Das bedeutet: In erster Linie möchten wir die Armaturen für Bremse und

Kupplung in die richtige Höhe bringen, den Druckpunkt der Bremse und Kupplung anpassen sowie den Schalthebel und den Fußbremshebel justieren. Um die Armaturen

anzupassen, ist lediglich ein 8er T-Schlüssel notwendig und für den Fußbremshebel ein Maulschlüssel. Wir stellen den Kupplungshebel etwas weiter zum Lenkerinneren

und auch den Bremshebel etwas weiter nach innen. Die Höhe brauchen wir nicht verändern, da dies passend für unsere Größe ist. Der Lenker ist schon relativ weit hinten

montiert und sollte korrekt für ein gut kontrollierbares Fahren sein. Der Schalthebel sitzt auf der selben Höhe wie die Fußraste, was uns gut gefällt.

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• Text u. Testfahrer: Marko Barthel; Fotos: Marco Burkert


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DAUERTEST

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DAUERTEST

Sherco 250 SE-R

TECHNISCHE DETAILS

Motor

1-Zylinder SHERCO 2-Takt,

elektrisches Auslass-

Booster-System

Hubraum

249,32 ccm

Bohrung x Hub 66,40 x 72 mm

Vergaser Keihin PWK 36

Batterie

12 V / 4Ah Yuasa

Kühlung

Flüssigkeitskühlung

mit Zwangszirkulation

Starter

Zündung

Getriebe

Kupplung

Lichtmaschine

Rahmen

Tankinhalt

Bremssystem

Vorderradaufhängung

Hinterradaufhängung

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E-Starter

Kokusan DC – kontaktlos

gesteuert, vollelektronisch

und mit digitaler

Zündverstellung

6-Gang

Mehrscheibenkupplung

im Ölbad, hydraulisch

betätigt

Kokusan 220 W

Semi-Perimeter-Rahmen

aus Chrommolybdän-

Stahl

9,5-Liter-Kunststofftank

Hydraulische Scheibenbremsen

von Brembo:

Ø 260 mm (vorne),

Ø 220 mm (hinten)

WP Suspension Upsidedown

Ø 48 mm, 300 mm

Federweg Zug- und

Druckstufe verstellbar

WP Suspension, 330 mm

Federweg (am Rad),

progressiv mit mehrfacher

Verstellmöglichkeit

Vorderrad

Hinterrad

1,60 x 21“ Aluminiumfelge,

Michelin-Enduro-

Competition-Bereifung

2,15 x 18“ Aluminiumfelge,

Michelin-

Enduro- Competition-

Bereifung

2.15 x 18” Aluminiumfelge,

Stahlspeichen und

Michelin-Enduro-

Competition-Bereifung

Gewicht

Radabstand

Bodenfreiheit

(unbelastet)

Sitzhöhe (unbelastet)

Preis (inkl. MwSt.)

105 kg

1480 mm

Bezugsadresse

ASIMO GmbH

Generalimporteur SHERCO Enduro

Carl-Scheufelen-Str. 23, 73275 Ohmden

E-Mail: info@sherco-motorrad.de

Homepage: www.sherco-motorrad.de

355 mm

950 mm

8835 Euro

zzgl. Überführungskosten


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DAUERTEST

Sherco 250 SE-R - Teil 2

Der erste

Fahreindruck

Da kommt er schon, unser Teil 2 zum Sherco-

250-SE-R-Dauertest-Motorrad. Die Bedienelemente

sind angepasst, die Strecke für unsere erste Ausfahrt

ausgesucht und die Klamotten sind passend

gewählt. Nun fehlt nur noch der Transport zur Strecke

und los geht’s mit der ersten Ausfahrt ...

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21:30 Betriebsstunden werden

nun schon angezeigt

..

Fahreindrucke

Vor dem Start müssen wir, wie beim Vergaser üblich,

den Benzinhahn öffnen. Ja, aber wo ist der Benzinhahn

und wie komme ich daran?

Sehr ungünstig wurde der Benzinhahn unter dem

Tank zwischen Vergaser und Auspuffkrümmer angebracht.

Solange das Motorrad noch kalt ist, sollte es

möglich sein, den Benzinhahn zu betätigen, aber

sobald der Auspuffkrümmer eine höhere Temperatur

hat, wird es schwer, an den versteckten Hahn heranzukommen.

Nach kurzer Rücksprache mit Marcus

Kehr wurde uns erläutert, dass es tatsächlich

etwas schwierig ist heranzukommen. Die Ingenieure

von Sherco haben den gleichen Tank verwendet,

der auch für Modelle mit Einspritzanlage eingesetzt

wird und deshalb war es bisher nicht möglich, den

Benzinhahn anders anzubringen. Okay, da müssen

wir uns wohl daran gewöhnen, den Hahn immer nur

dann zu betätigen, wenn das Motorrad kalt ist.

Jetzt geht’s aber los und vor dem Anlassen muss der

kleine rote Schalter gleich hinter der Lampenmaske

auf der rechten Seite eingeschaltet werden.

Damit wird die Stromzufuhr aktiviert und man hört,

wie die elektronische Auslasssteuerung kurz arbeitet.

Ab jetzt ist das Motorrad bereit und wir starten

die Zweitakt-Sherco mit dem Elektrostarter. Auf einen

Kickstarter wird verzichtet und wir hoffen, dass

wir auch nie einen brauchen :-)

Der Zweitakter läuft anfänglich etwas fett, aber

nach zwei bis drei intensiven Gasstößen und einer

kurzen Aufwärmphase läuft der Motor rund. Die

Kupplung geht leichtgängig und der erste Gang

wird eingelegt. Wir fahren langsam ein paar Runden

im leeren Fahrerlagerbereich und testen das Handling

in Zusammenhang mit der Wendigkeit. Der

Lenkanschlag ist so eng wie möglich eingestellt, damit

können auch 180-Grad-Kurven mühelos umgesetzt

werden. Der Lenker ist anfänglich etwas hoch

im Verhältnis zur Sitzbank, aber wir gewöhnen uns

schnell daran. Insgesamt ist die Position auf dem

Motorrad im Stehen sowie im Sitzen angenehm und

passt für Fahrer mit einer Größe von 175 bis 185 cm

sehr gut. Weiter geht’s auf die Endurostrecke und

die Spannung steigt ;-) Das Gas geht zum ersten Mal

über 50 Prozent und der Vorschub der 250er ist

enorm. Einige Runden später haben wir uns an die

Leistungscharakteristik gut gewöhnt und wissen

nun, wie die Sherco tickt. Der Motor reagiert im unteren

Drehzahlbereich ausgeglichen und ruhig, was

ihn sehr fahrbar in langsamen Passagen macht. Der

Übergang zum mittleren Bereich ist agil, ja fast

schon spontan, dabei ist ein gelegentlicher Einsatz

der Kupplung angebracht. Gerade bei rutschigem

Boden und engen Kurven merken wir das zügige

Ausbrechen des Hinterrades. Mit dem Einsatz der

Kupplung ist das natürlich unproblematisch und ein

Traumdrift ist möglich :-) In den höheren Drehzahlen

zeigt der Motor, was wirklich in ihm steckt. Gerade

auf langen Geraden und griffigen Böden ist es eine

Wucht, was für ein Vortrieb möglich ist, wenn der

Gasgriff auf „laut“ geht.

In Sachen Getriebe ist es notwendig, vom Wechsel

1. zu 2. Gang mit Nachdruck den Gang einzulegen,

sonst landet man ungewollt im Leerlauf. Daran haben

wir uns schnell gewöhnt und drücken beim

Schaltvorgang einfach etwas mehr mit dem Stiefel

nach oben.

Mappingschalter

Der kleine Schalter unter dem E-Starter ist dafür da,

dass eine zweite Zündkurve und damit die Motorcharakteristik

angepasst werden kann. Der Mappingschalter

kann während der Motor läuft und sogar

während der Fahrt betätigt werden. Gegenüber

anderen Marken spürt man bei der SE-R 250 deutlich

einen Unterschied zwischen den beiden Einstellungen.

Wir haben beide Einstellungen ausgiebig

getestet und können Folgendes sagen:

Schalter rechts: Der Motor bietet in allen Bereichen

ausreichend Leistung und dreht schnell und weit

nach oben aus. Dafür ist der Motor spritzig, spontan

und fühlt sich allgemein agil an. Einsatzgebiet:

schnelle Streckenpassagen, griffiger Boden, Sandboden,

fortgeschrittene Fahrer/in.

18


DAUERTEST

Spritzig und agil, so

ist die Sherco 250 SE-R

Schalter links: Der Motor wirkt träger, weniger

Spontan und dreht auch gefühlt weniger hoch. Einsatzgebiet:

harter Boden sowie rutschiger/schlammiger

Boden, weniger ermüdend und damit gerade

für Anfänger/Einsteiger gut geeignet.

Um den Motor zu bändigen und natürlich die Leistung

auch dementsprechend auf den Boden zu bekommen,

ist das Fahrwerk verantwortlich. Sherco

vertraut bei den R-Modellen auf eine WP-Upsidedown-Telegabel

und auf einen WP-Stoßdämpfer mit

Umlenksystem. Die WP-Federelemente harmonieren

miteinander und bisher haben wir alle Einstellungen

beibehalten. Insgesamt betrachtet, spricht

das Fahrwerk gut an, arbeitet direkt im mittleren Bereich

und fühlt sich im Grenzbereich progressiv an.

Wir haben es bisher nur ein- bis zweimal geschafft,

die Telegabel zum Durchschlagen zu bringen, aber

das war eher gewollt, um zu sehen, wo der Grenzbereich

liegt.

In Sachen Traktion ist der WP-Stoßdämpfer mit dem

Umlenksystem weit entwickelt, jedoch kennen wir

von den Sherco-Viertaktmodellen eine höhere

Spurtreue, was wir bis jetzt bei der 250 SE-R so nicht

bestätigen können. Bei langsamer bis zügiger Fahrweise

baut der Stoßdämpfer ausreichend Traktion

auf, nur bei Sonderprüfungstempo und auf der Jagd

zur besseren Rundenzeit tendiert das Hinterrad dazu

auszubrechen. Aber wir wollen das Setting für

den nächsten Teil anpassen und kommen, dann

eventuell zu einem anderen Ergebnis. Als Letztes

wollen wir uns noch den Bremsen widmen. Die Vorderbremse

ist eine Wucht, sie bietet immer einen

harten Druckpunkt und sorgt für eine gleichbleibende

Bremsleistung. Das ist natürlich eine gute Basis,

dank der Brembo-Bremsanlage. Am Hinterrad fungiert

ebenfalls eine Brembo-Anlage mit ähnlich guten

Werten für Bremsleistung und Dosierbarkeit.

Was uns bisher aufgefallen ist ...

Der Tankdeckel ist leider nicht ganz dicht, auf Rückfrage

ist das Problem bekannt und es sollte bei den

2016er Modellen behoben sein. Wir haben festgestellt,

dass es von Vorteil ist, den Tank nicht randvoll

mit Benzin zu füllen, sondern ein paar Zentimeter

Luft zu lassen. Damit tritt dieses Problem fast nicht

auf.

Das Fahrwerk arbeitet

gut und glänzt mit gutem

Ansprechverhalten

Die Verlegung der Vergaser-Entlüftungsschläuche

ist teilweise nicht optimal. Ein Schlauch sitzt genau

auf dem Motorschutz auf und verhindert ein Abfließen.

Das wollen wir im nächsten Teil optimieren.

• Text u. Testfahrer: Marko Barthel; Fotos: Marco Burkert

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Bezugsadresse (weitere Informationen)

ASIMO GmbH

Generalimporteur Sherco Enduro

Carl-Scheufelen-Str. 23

73275 Ohmden/Baden-Württemberg

E-Mail: info@sherco-motorrad.de

Homepage: www.sherco-motorrad.de


Jopa Racing Products

Veldegge 8, NL-7468 DJ Enter

Tel. 0031 (0)547 382717, Fax

0031 (0)547 382769

E-Mail: info@jopa.nl

www.jopa.nl


DAUERTEST

Sherco 250 SE-R - Teil 3

WARTUNG

UND PFLEGE

Mittlerweile sind wir schon bei Teil 3 unseres

Dauertests angelangt. Diesmal geht es

darum, was zur Pflege des Motorrads dazugehört.

Eigentlich könnte man diesen

Teil auch als Tipps & Tricks zur Motorradwartung

und Pflege verwenden und auf jedes

andere Enduro- bzw. Motocrossmotorrad

anwenden. Wir haben nun schon

knapp 30 Betriebsstunden hinter uns

und möchten die Sherco einer

kleinen Wartung unterziehen.

• Text u. Testfahrer: Marko Barthel; Fotos: Marco Burkert

21


Telegabel entlüften

Je nachdem wie stark die Kette beansprucht wird

und wie gut die Qualität der Kette ist, muss die Kettenspannung

überprüft und gegebenenfalls korrigiert

werden. Die Kettenspannung sollte im gereinigten

Zustand überprüft werden. Dazu bitte mittig

aufs Motorrad setzen und es sollten zwei Finger zwischen

Schwingenschleifer und Kette passen. Wenn

mehr als zwei Finger dazwischen passen, ist eine

Kettenspannung notwendig.

Vergaser-Entlüftungsschläuche

beschneiden

Nicht erst nach 30 Betriebsstunden, sondern nach

jeder Ausfahrt sollte die Telegabel auf beiden Seiten

entlüftet werden. Jede Telegabel „pumpt“ sich

mehr oder weniger stark auf und es kann zu einem

schlechten Ansprechverhalten führen. Also nach jedem

Fahren, oder wenn möglich sogar in den Pausen

die Gabel entlüften.

Zur Kettenspannung erst die Steckachsenmutter lösen,

damit die Kettenspanner neu positioniert werden

können.

Damit der Kettenspanner

neu positioniert

werden

kann, muss erst einmal

die Kontermutter

auf beiden Seiten

gelöst werden.

Bei der Sherco haben wir bemerkt, dass sich die

Vergaser-Entlüftungsschläuche verklemmen können

und dadurch der Abfluss vom Vergaser beeinträchtigt

wird.

Das Motorrad dazu auf einen Mittelständer stellen,

um das Vorderrad zu entlasten. Wenn man das Vorderrad

nicht entlastet und die Telegabel dennoch

entlüftet, kann es zu einem Unterdruck in der Gabel

kommen, was sich negativ auf den Fahreindruck äußert.

Jetzt können beide

Seiten der Telegabel

mit einem

Schraubendreher

vorsichtig entlüftet

werden. Die

Schrauben langsam

herausdrehen,

da meistens

ein Überdruck

herrscht und es

passieren kann,

dass die Schraube

davonfliegt. Die

Luft entweichen

lassen und anschließend

die

Schraube wieder

einschrauben.

Kettenspannung anpassen

Nun ist die

Kontermutter

gelöst und wir

können auf

beiden Seiten

mit gleich viel

Umdrehungen

den Kettenspanner

neu

positionieren.

Je nach Notwendigkeit

können die Schrauben ein bis sechs

oder mehr Umdrehungen nach hinten gedreht werden.

Wenn auf beiden Seiten die Muttern gedreht wurden,

sollte eigentlich das Rad gerade zwischen der

Schwinge laufen. Zusätzlich kann jedoch das Rad

mit Hilfe eines Werkzeugs – wir haben hier einen

kleinen Maulschlüssel verwendet – arretiert werden.

Somit richtet sich das Rad gerade aus und falls

der Kettenspanner nicht mit der Mutter auf beiden

Seiten Kontakt hat, kann die Mutter nun nochmals

nachgestellt werden.

Wir schneiden oder knipsen jeden einzelnen

Schlauch schräg ab. Damit erhält der Ablauf des

Schlauchs eine größere Oberfläche und ein besserer

Abfluss ist gewährleistet. Außerdem wird die

Länge der Schläuche nun so gewählt, dass diese

sich nicht mehr verklemmen können.

Der Schlauch ist nun kurz genug und kann sich nicht

mehr verklemmen.

Die Kettenspannung überprüfen (zwei Finger zwischen

Schwingenschleifer und Kette) und wenn es

passt, anschließend die Steckachsenmutter wieder

fest anziehen und zum Schluss die Kontermuttern

arretieren.

Alle Schläuche wurden passend gekürzt und schräg

abgeschnitten.

22


DAUERTEST

Je nach Modell kann die Kürzung der Schläuche

mehr oder weniger ausfallen.

Diverse Teile schmieren

einfach einklappen kann, dieses Gelenk ebenfalls

einsprühen.

Genau wie der Handbremshebel muss auch der

Kupplungshebel eingesprüht werden. Damit lässt

sich die Kupplung immer einfach und kraftsparend

betätigen.

Sämtliche beweglichen Teile sollten nach jedem

Waschen mit einem Öl- oder Mehrzweckspray behandelt

werden. Nur so ist eine lange Lebensdauer

und eine gute Beweglichkeit möglich. Hier im Bild

werden beide Radlager zusammen mit der Steckachse

am Vorderrad eingesprüht. Bitte nur so viel

einsprühen, dass es nicht auf die Bremsscheibe

tropft. Falls doch, sollte die Bremsscheibe mit einem

Bremsenreiniger gereinigt werden.

Auch der Fußbremshebel besitzt mindestens ein

Gelenk, das eingesprüht werden sollte.

Auch die Kette braucht öfters eine Schmierung, besonders

nach der Reinigung mit dem Hochdruckreiniger.

Hierfür sollte sie auf beiden Seiten, also der

Ober- und Lauffläche eingesprüht werden. Dafür

verwenden wir ein spezielles Kettenspray, das eine

bessere Haftung des Kettenfettes gewährleistet.

In der kommenden Ausgabe zeigen wir euch den

Motoröl- und Luftfilterwechsel an unserem Sherco-

Dauertest-Motorrad.

Der Handbremshebel sollte für eine gute Leichtgängigkeit

nach jedem Reinigen eingesprüht werden.

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Auch am Hinterrad beide Seiten einsprühen.

Der Schalthebel besitzt ein kleines Gelenk, damit er

23

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24


DAUERTEST

Sherco 250 SE-R - Teil 4

Enduro meet

Weiter geht es mit unserem Dauertest-Motorrad Sherco 250 SE-R. Diesmal sind wir mit dem Endur

eigenschaften auf dem harten Boden und bei weiten Sprüngen testen. Warum begeben wir uns mit

egal ob im Hobby- oder Profibereich, werden Motocrossstrecken als Sonderprüfungen genutzt. Al

25


s Motocross

omotorrad auf der Motocrossstrecke des MC Flöha e.V. unterwegs gewesen und wollten die Fahreinem

Enduromotorrad auf eine Motocrosspiste? Ganz einfach, bei immer mehr Veranstaltungen,

so müssen die Enduromotorräder auch hier eine gute Performance abliefern.

26


DAUERTEST

In den ersten Runden wünschen

wir uns ein direkteres

Fahrgefühl, denn das Fahrwerk

ist zu weich abgestimmt

entfernen an der Unterseite der Telegabel auf

beiden Seiten die Schutzkappen. Bevor wir eine

Einstellung vornehmen, entlüften wir beide Gabelholme

(siehe Dauertest, Teil 3). Jetzt haben wir eine

neutrale Ausgangslage und können mit der Einstellung

beginnen. Hinter der Schutzkappe an der unteren

Gabelseite verbirgt sich die Druckstufeneinstellung

der WP-Telegabel. Wir drehen auf beiden

Seiten zehn Klicks auf Plus, um die Einwärtsdämpfung

zu erhöhen. Auch am WP-Stoßdämpfer drehen

wir an der oberen Schlitzschraube zehn Klicks auf

Plus. Damit sollten wir etwas mehr Reserven bei

den Schanzen haben und das Durchschlagsrisiko

ist etwas minimiert. Zusätzlich passen wir noch die

Auswärtsdämpfung an der Telegabel auf beiden

Oberseiten mit fünf Klicks und ebenfalls am Stoßdämpfer

unten mit fünf Klicks auf Plus an. Wir wollen

damit erreichen, dass unsere Sherco weniger

Kicks beim Absprung bekommt und bei der Landung

nicht zu schnell ausfedert. Nun nehmen wir das Motorrad

vom Ständer und fahren zurück auf die MX-

Strecke.

Die ersten Runden auf der Strecke

Der Boden ist sehr hart und eine leichte Schicht

Sand ist auf der Oberfläche, einige harte Spurrillen

haben sich herausgefahren und teilweise sind einige

Steine zum Vorschein gekommen. Die Sprünge

sind ein Mix aus kurzen und weiten Table-Tops und

zwischendurch gibt es ein paar Schanzen ohne Landehügel

und eine Sechser-Sprungkombination. Alles

in allem also eine optimale Teststrecke für unseren

MX-Test. Ohne eine Änderung am Fahrwerk

drehen wir die ersten Runden auf der Strecke. Dabei

spricht das Fahrwerk zwar gut an, aber bei dem harten

Boden und den vielen Sprüngen bietet es nicht

die nötigen Reserven. Außerdem fühlt sich eine

schnelle Fahrt „schwammig“ an und das Motorrad

lässt sich nicht zu direkt bewegen, wie wir es gerne

hätten.

Uns bleibt nichts anderes übrig, als zurück zum Servicewagen

zu fahren und das Fahrwerk zu optimieren


Jetzt sind die

Absprünge und

die Landungen

stabiler

Kurze, enge Kurven

ohne hohen

Speed lassen sich

auch auf der

Crosspiste unkompliziert

fahren

27

Wir haben die Sherco auf

den Mittelständer gestellt

und fangen mit der Optimierung

des Fahrwerks an

Eine Optimierung der Fahrwerkseinstellung ist nötig

Um das Fahrwerk für die Crosspiste anzupassen,

stellen wir die Sherco auf einen Mittelständer und

Nach der Fahrwerksanpassung

Schon in der ersten Runde haben wir ein direkteres

Fahrgefühl und jede Kurve ist stabiler zu fahren, ohne

dass wir ein „schwammiges“ Gefühl haben. Gerade

im Vergleich zu den Runden vor der Anpassung

ist das eine definitive Verbesserung. Bei der Anfahrt

zum Sprung drückt es die Sherco weniger in die Federung

und auch die Landung, gerade bei den

Schanzen ohne Landehügel, ist viel stabiler und

selbst ein zu weiter Sprung wird besser verkraftet,

ohne dass ein Rad gleich im Kotflügel schleift. Der

Fahrkomfort ist durch die härtere Anpassung definitiv

schlechter geworden und wenn man weniger

schnell unterwegs ist, dann sollte man eventuell auf

eine Änderung verzichten.


Fazit

Die Sherco 250 SE-R eignet

sich bedingt als MX-

Bike, aber mit einer Anpassung

der Druck- und

Zug- stufe kann man den

Einsatzbereich in die passende

Richtung bewegen.

Wer öfters mit der Sherco

auf der Crosspiste fahren

möchte, dem empfehlen

wir einen Umbau des

Fahrwerks, um noch mehr

Reserven zu haben. Dazu

gehört sicherlich eine härtere

Federrate in der Telegabel

sowie im Stoßdämpfer

und

gegebenenfalls eine Anpassung

der Shimps.

Im nächsten Teil zeigen

wir euch den Motoröl- und

den Luftfilterwechsel an

unserem Sherco-Dauertest-Motorrad.

• Text u. Testfahrer: Marko

Barthel; Fotos: Marco Burkert

Kein perfektes MX-Bike,

aber dank der Anpassung

dennoch schnell auf der Motocrossstrecke

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2016


DAUERTEST - SHERCO 250 SE-R / TEIL 5

Wir entfernen zuerst die

Sitzbank, welche sich einfach

mit einem Karabinerverschluss

öffnen lässt

Luftfilterwechsel und Motorölwechsel

Mittlerweile sind wir mit unserem Dauertester, der Sherco 250 SE-R, bei knapp 43 Betriebsstunden angelangt und wollen Euch noch ein paar

Tipps zur Motorradpflege geben. Dazu wollen wir Euch zeigen, wie man bei der Sherco den Luftfilter wechselt und was dabei zu beachten ist.

Außerdem gibt es noch eine Erläuterung zum Motorölwechsel. • Text: Marko Barthel; Fotos: Marco Burkert

Luftfilterwechsel

Bevor wir den Luftfilter wechseln sollte das Motorrad gereinigt werden. Anschließend

stellen wir das Motorrad auf einen Mittelständer und können so

besser mit der Demontage des Filters beginnen.

Zum Wechsel des Filters haben wir

uns ein paar Handschuhe übergezogen,

damit unsere Finger schön sauber

bleiben :-) Nun lösen wir die große

Schraube, die den Filter mit dem

Luftfilterkasten verbindet

29

Damit der Schmutz am Luftfilter bzw. in der Airbox haftet und sich

während der Demontage nicht ablöst, empfiehlt es sich, mit einen

Ölspray den Filter und den Filterkasten ein wenig einzusprühen. Grobe

Verschmutzungen sollte man vor dem Wechsel mit der Hand entfernen

Jetzt können wir vorsichtig den Filter

herausnehmen. Wichtig: Achtet unbedingt

darauf, dass kein Schmutz

in den Ansaugtrakt fällt


Hier sieht man deutlich, dass sich einiges an Schmutz angesammelt hat. Eine Reinigung

ist hier notwendig

Nochmals den Filterkorb auf Schmutzrückstände überprüfen und gegebenenfalls

reinigen

Ein sauberer Luftfilter wird nun wieder

auf den Filterkorb eingesetzt und es ist

darauf zu achten, dass sämtliche Pins

korrekt sitzen

Der Luftfilter wird vom Filterkorb getrennt und beides sorgfältig gereinigt

Jetzt reinigen wir die Airbox sowie das innere vom Ansaugtrakt. Bitte diesen Vorgang

sorgfältig durchführen, es sollte absolut kein Schmutz in diesem Bereich vorhanden

sein, da es sonst zu Motorschäden kommen kann

Der Luftfilter wird zusammen mit dem Filterkorb wieder eingesetzt. Achtet darauf,

dass der Filter ordnungsgemäß abschließt und die Schraube fest angezogen wird.

Zum Schluss fahrt ihr mit den Fingern noch einmal zur Kontrolle ringsherum, somit

kann man feststellen, ob der Filter richtig zum Ansaugtrakt abdichtet. Achtung: Bei

der Sherco stört beim Einbau etwas das Stromkabel bzw. der Kabelbaum

Anmerkung: Ab dem Modelljahr 2016 wurde dieser Kabelbaum besser verlegt und

stört nicht mehr beim Luftfilterwechsel

Motorölwechsel

Bevor es los geht, sollte das Motorrad komplett gereinigt werden, um ein sauberes

Arbeiten zu ermöglichen. Damit wir das Motoröl/Getriebeöl wechseln

können, müssen wir den Motor etwas warmfahren. Somit lässt sich das Öl einfacher

wechseln.

Im Ansaugtrakt können sich Benzin und Ölreste ansammeln. Besonders hier bei

Sherco sollte man sehr genau kontrollieren, dass alles optimal gereinigt ist. Der

Ansaugtrakt ist relativ verwinkelt und erfordert etwas Feingefühl

Den Schalthebel etwas nach

oben drücken und die Ölablassschraube

lösen, aber

noch nicht komplett herausdrehen.

Auf der anderen Motorseite

ist ebenfalls eine Ablassschraube,

diese

ebenfalls lösen

30


DAUERTEST - SHERCO 250 SE-R / TEIL 2

Nun stellen wir das Motorrad auf, platzieren

einen Ölauffangbehälter unter dem

Motorrad und drehen erst die eine Ablassschraube

vorsichtig heraus und anschließend

auf der anderen Seite die zweite Ablassschraube

Laut Sherco-Handbuch sollten wir ein Getriebeöl „SAE 10W40“ verwenden. Insgesamt

kommen 800 ml Öl in den Zweitaktmotor

Beide Ölablass-Schrauben sind magnetisch

und sammeln somit die Späne vom

Abrieb

Nun öffnen und entfernen wir die Öleinlassschraube und reinigen gegebenenfalls den

Gewindeansatz sowie die Schraube

Es ist genug Öl im Motor, sobald es aus der Kontrollschraube herausläuft. Achtet auf einen

geraden Stand vom Motorrad, sonst läuft das Öl zu spät oder zu früh heraus. WICH-

TIG: Ein falscher Ölstand kann den Motor zerstören.

Zum Schluss werden die Ölstandskontrollschraube und die Öleinlassschraube wieder

eingedreht. Bevor wir wieder ins Gelände gehen, lassen wir den Motor warmlaufen und

überprüfen alle Schrauben auf Dichtigkeit

Beide Schrauben reinigen. Nachdem das Öl komplett herausgelaufen ist und der Gewindeansatz

am Gehäuse mit einem Lappen gereinigt wurde, können die Schrauben mit

maximal 15 Nm festgedreht werden

31

Nun öffnen und entfernen wir die Ölstandskontrollschraube (das ist

die Schraube mit dem Kupferring)

Bezugsadresse (weitere Informationen):

ASIMO GmbH

Generalimporteur SHERCO Enduro

Carl-Scheufelen-Str. 2

73275 Ohmden/Baden-Württemberg

E-Mail: info@sherco-motorrad.de

Homepage: www.sherco-motorrad.de

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