Berlin

lex.eisler

Berlin

A. Poleev. Berlin - Zoologischer Garten. Enzymes, 2015.

Berlinale.

An Festivaldirektor und

Intendant der Internationalen Filmfestspiele Berlin

An Mitglieder der Internationalen Jury

Potsdamer Straße 5

10785 Berlin

6.02.2015

Am Tag der Eröffnung der Berlinale wurde ich in meinen Rechten schwer verletzt. An diesem Tag bin ich zum

Potsdamer Platz gefahren, um vor dem Filmpalast mit meinem Poster gegen massive Rechtsverletzungen in

der BRD zu demonstrieren. Zum Ort, wo die Teilnehmer der Berlinale aus ihren Autos ausgestiegen sind, um

sich den Journalisten sowie dem Publikum zu präsentieren, könnte ich nicht durchdringen - nicht zuletzt, weil

der Sicherheitsdienstler meinte, ich könnte mit meinem Poster aus Pappe, Papier und leichtem Holzgriff

jemandem verletzen, was offensichtlich nur ein Vorwand war, um mich beim Ausübung meiner Rechte zu

behindern. Ich wurde auf diese Weise an die Periferie gedrängt, wo ich weiterhin nicht in Ruhe gelassen

wurde: Die Polizisten belästigten mich mit der Überprüfung meiner Ausweispapiere, und mit dem

Protokollieren meines Posters, um die strafrechtlichen Inhalte darin festzustellen. Nachdem die Überprüfung

zu Ende war, wechselte ich meine Position, wo ich erneut von anderen Polizeibeamten belästigt wurde, die

mich aufforderten, die Veranstaltung zu verlassen, sonst würden sie mir mein Poster abnehmen.

Während der Regierende Bürgermeister Michael Müller im Saal des Filmpalastes darüber redete, wie wichtig

ist, die Grundrechte der Künstler und Filmschaffender zu wahren, wurden hinter den Kulissen meine

Grundrechte mit Füssen getreten. In diesem Zusammenhang verweise ich auf Unzulässigkeit einer solchen

Vorgehensweise, und fordere eine Entschuldigung von dem Direktor der Filmfestspiele und von den

Mitglieder der Jury, sowie einen freien Zutritt zu allen Bereichen der Veranstaltung, wo ich beabsichtige,

meine Protestaktion fortzuführen.

Dr. Andrej Poleev

Artikel 14 Verfassung von Berlin

(1) Jedermann hat das Recht, innerhalb der Gesetze seine Meinung frei und öffentlich zu äußern, solange er

die durch die Verfassung gewährleistete Freiheit nicht bedroht oder verletzt.

(2) Jedermann hat das Recht, sich über die Meinung anderer, insbesondere auch anderer Völker, durch die

Presse oder Nachrichtenmittel aller Art zu unterrichten.

Eine Zensur ist nicht statthaft.

Artikel 36 Verfassung von Berlin

(1) Die durch die Verfassung gewährleisteten Grundrechte sind für Gesetzgebung, Verwaltung und

Rechtsprechung verbindlich.

Enzymes ISSN 1867-3317 www.enzymes.at © by Dr. A. Poleev 6

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