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Buch_Ueli_Kestenholz_vorschau

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DER BILDBAND EINES VERRÜCKTEN

LEBENS. EINE LIEBESERKLÄRUNG

AN DIE FREIHEIT. EIN APPELL, FÜR

SEINEN LEBENSTRAUM ZU KÄMPFEN.

DAS ALLES IST DIESES BUCH.

6

20

INHALT

Ein Fensterplatz

WIE ALLES BEGANN

AUF REISEN

Der Schnee ist das Ziel

4

13

18

WIE DIESES BUCH ENTSTAND

MEILENSTEINE

Kurzbiografie von Ueli

TANJA FRIEDEN

über ihre Freundschaft zu Ueli

54

ALASKA

Liebe auf den ersten Blick

72

MÄTTU GEHT

Der Tod des besten Freundes

80

Die grosse Frage:

UND WAS JETZT?

86

PLAY GRAVITY

Eine Lebensphilosophie

10 6

112

DAS MIT DER ANGST

Ein kurzes Kapitel

Zu viele Regeln:

WETTKÄMPFE UND OLYMPIA

110

GERDA KESTENHOLZ

über Uelis Werdegang und die Angst

12 6

156

DAS PERFEKTE BILD

«Shit, das ist ein Shot!»

BÜRO MIT AUSSICHT

Ueli der Unternehmer

14 6

STEFAN HUNZIKER

über die Zusammenarbeit mit Ueli

19 5 GLOSSAR

» 2 Markus Zimmermann

3 »


KANADA: DER LEICHTESTE

SCHNEE DER WELT

Während Ueli Kestenholz die Schweizer Berge fast wie seine Westentasche

kennt, ist er im Ausland oft auf lokale Helfer angewiesen.

«Wenn du irgendwo hin kommst und den Schnee-Aufbau

nicht kennst, musst du dir helfen lassen.» An diese Informationen

zu kommen sei selten ein Problem. «In Kanada zum Beispiel sind

die Leute sehr offen und herzlich. Dort findest du immer jemanden,

der dir weiterhilft.» Mehr als ein Dutzend Mal war er schon

für Wettkämpfe oder für Aufnahmen in Kanada. Der Schnee dort,

speziell in den Selkirks und in den Monashees, der sei schon einzigartig:

«Ganz leicht. Der Schnee kommt von der Pazifikküste her

und trocknet leicht ab. Zudem liegt meist unglaublich viel Schnee.

Dort musst du nie schauen, ob dir noch irgendwo ein Stein oder

ein Schneeklumpen im Weg liegt. Da kannst du einfach losfahren

und der Powder fliegt nur so durch die Luft. Paradiesisch!» Und:

Speziell schön seien Fahrten durch tief verschneite Wälder, sogenannte

Tree-Runs. Waldstücke in Schweizer Skigebieten würden

meist zu Schutz- oder Wildruhezonen erklärt, das werde in Kanada

lockerer gehandhabt.

» 34 Alex Papis

35 »


IM ABGESCHIEDENEN BERGDORF PETRAN IST

DAS LAZ-BOARD SEIT HUNDERTEN VON JAHREN DAS

HAUPTFORTBEWEGUNGSMITTEL UND WIRD AUCH

HEUTE NOCH GENERATIONENÜBERGREIFEND GENUTZT.

» 52 Privat Federico Bellini 53 »


IN ALASKA GIBT ES UNGLAUBLICH STEILE,

TIEFVERSCHNEITE BERGE, WELCHE ABER DANK DER

SPEZIELLEN SCHNEEBESCHAFFENHEIT DIESER

REGION RELATIV SICHER BEFAHREN WERDEN KÖNNEN.

» 58 Hans Christian Gulsvik Court Leve 59 »


« AUCH NACH FAST 10 JAHREN SPEEDRIDING ETWAS

VOM SCHÖNSTEN: ÜBER DIE KLIPPE HINAUS

SPRINGEN, UM ANSCHLIESSEND SANFT IM PULVER

AUFZUSETZEN, OFT IN HÄNGEN, WELCHE OHNE

SCHIRM NICHT ZUGÄNGLICH WÄREN.»

» 104 Marc Weiler

105 »


Marc Weiler

« EINES MEINER ABSOLUTEN LIEBLINGSBILDER:

LICHT, SCHATTEN, DER GANZE SCHNEE IN BEWEGUNG.

DA HAT SICH DER 20-MINÜTIGE AUFSTIEG DURCH

HÜFTTIEFEN SCHNEE GELOHNT.»


Dieser Unfall habe ihm vor Augen geführt, wie rasch sein Lebensmodell

nicht mehr aufgehen könnte. Gesundheit oder Einsatzfähigkeit

sind Grundvoraussetzung, ohne die die Kestenholz-AG

nicht funktionieren kann. Ueli hat sich innert sechs Wochen von

seinem Unfall erholt. «Zum Glück!», fügt er an.

Auf die Sommersportarten würde er aber nie verzichten wollen,

sagt Ueli Kestenholz: «Diese Vielseitigkeit gefällt mir. Nach einem

langen Winter auf dem Wasser wieder das Gefühl für das Brett zu

finden, das reizt mich. Ich liebe die Vielseitigkeit.» Als dreijähriger

Junge begann alles mit Skifahren, bald kamen Skateboarden,

Windsurfen, Biken, Snowboardfahren, Wellenreiten, Kitesurfen,

Fallschirmspringen, Wingsuit-Fliegen, Speedriden und Gleitschirmfliegen

dazu. Ueli Kestenholz wird deshalb oft als Multisportler

bezeichnet.

gefährlich, also war dies die einzige Lösung.» Dean Dunbar reiste

in die Schweiz. Die beiden übten einen Tag lang: Zuerst in Uelis

Materialraum, dann auf dem Schnee. Der Schotte erlebte zum

ersten Mal das Gefühl, mit Skis auf dem Schnee zu gleiten. Am

zweiten Tag waren sie bereit abzuheben. «Dean war nach dem

ersten Flug begeistert. Wir fuhren am Anfang nur beim Start und

bei der Landung. Dazwischen hielt ich uns immer in der Luft.»

Beim dritten Flug fragte Ueli seinen blinden Passagier, ob er bereit

sei für einen Touchdown, eine Bodenberührung während des

Fluges: «Wir setzten mehrere Male auf dem Schnee auf. Einmal

fuhren wir circa 150 Meter, bis wir wieder abhoben. Dabei spürte

Dean das hohe Tempo so richtig. Ich werde Deans Begeisterung

und Freude nie vergessen. Mich kostete das Ganze Denkarbeit

und Tüftelei, aber für Dean ging mit dieser Aktion ein Traum in

Erfüllung. Was will ich mehr?»

DEAN DUNBAR –

DER BLINDE PASSAGIER

So vielfältig lebt Ueli Kestenholz seinen Traum und betont immer

wieder, dass er dafür dankbar sei: «Die Welt meint es gut mit mir!

Manchmal kann ich etwas zurückgeben, indem ich anderen Menschen

ein unvergessliches Erlebnis ermögliche.» Ueli deutet auf

einen Stapel Flyer auf dem Pult: Tandemflüge mit Ueli Kestenholz.

Er macht im Sommer öfter Flüge mit Passagieren, die dann dieses

Gefühl in der Luft zum ersten Mal erleben. Das sei immer wieder

speziell. Diese Menschen führten ihm vor Augen, wie schön und

einzigartig sein Alltag sei. «Eine Anfrage werde ich nie mehr vergessen:

Ich erhielt eine Email von einem Mann namens Dean Dunbar.

Dean ist ein schottischer Abenteurer, er ist blind. Er wollte

von mir wissen, ob es möglich sei, dass ich ihn zum Speedriden

mitnehmen könnte. Er schrieb, dass er übrigens noch nie auf

Skiern gestanden sei.»

Ueli schrieb Dean zurück, dass er diese Herausforderung gerne

annehme. Stundenlang brütete er in der Folge darüber, wie er

Dean Dunbars Traum wahr werden lassen könnte: «Ich montierte

schliesslich eine Snowboard-Bindung auf einen breiten Freeride-Ski,

die Snowboard-Bindung vor meine eigene Bindung. Dass

Dean mit eigenen Skis mitfliegen würde, war unrealistisch und zu

DAS GROSSE MATERIALLAGER

VON UELIS MULTISPORTWELT

Wir verlassen das Hauptquartier der Kestenholz AG und gehen

wieder hinaus in den Garten. Kalani flitzt vorbei, immer noch in

voller Bike-Montur, und verschwindet im Nebengebäude, in einer

umgebauten Scheune. Ueli erklärt: «Das ist mein Materiallager.

Da habe ich zusammen mit Handwerkern selber Hand angelegt.

Wir haben neue Fenster eingebaut und ein neues Dach gemacht,

mit Sonnenkollektoren, die die Wärme für den Innenraum liefern.»

Hier drin also lagert die Welt von Ueli Kestenholz: seine Bretter,

seine Schirme – aufgereiht oder fein säuberlich aufgehängt, ein

buntes Gesamtbild mit vielen Mustern und Farben. Mehrere Paar

Ski, unzählige Snow-, Skate- und Surfboards, dazu Kite-, Fallund

Gleitschirme in verschiedensten Grössen. «Und mit meiner

Schuhsammlung kann ich es mit den meisten Frauen locker aufnehmen!»,

lacht Ueli und zeigt auf ein Regal mit unzähligen Ski-,

Snowboard-, Wander- und Trekkingschuhen sowie Surf-Finken.

«Weisch, das alles hier drin bedeutet für mich Freiheit. Das ist

mein Leben und das macht mich glücklich!» Und plötzlich bewegt

sich das gelbe Tuch eines Schirms und ein feines Stimmchen kichert

darunter hervor. Kalani spielt Verstecken. Auch er ist Teil

dieser Welt.

» 160 Petra Wolf 161 »


AN BORD DER «SAMA SAMA»: « MEINEN BESTEN

SURFTRIP VERBRACHTE ICH ZUSAMMEN MIT MEINEN

ÖSTERREICHISCHEN SKI-UND SNOWBOARD-BUDDIES.

MIT DIESEM MASSIVEN HOLZ-SEGELBOOT WAREN

WIR DREI WOCHEN LANG IN INDONESIEN UNTERWEGS.»

» 188 Jakob Polacsek

189 »

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