2015-03_pfarrbrief

SigridStadler

P.b.b. Verlagspostamt 4020 Linz - GZ 02Z030640 M

Dompfarrbrief

Linz

3/2015

„Chromotopia“

von Victoria Coeln -

Kunstprojekt

im Mai und Juni

2015


Chronik

Aus Datenschutzgründen

darf die Chronik auf unserer

Homepage nicht veröffentlicht

werden.

Gottesdienste

im Mariendom

(Abweichungen sind möglich, bitte beachten Sie den Aushang!)

Sonntage

Sa 18.15 Uhr Vorabendmesse

So 9.00 Uhr Kinder- und

Familienmesse

(während der Schulzeit)

10.00 Uhr Hochamt

11.30 Uhr Mittagsmesse

16.30 Uhr Hl. Messe in

englischer Sprache

18.15 Uhr Abendmesse

täglich

17.45 Uhr Rosenkranz

18.15 Uhr Hl. Messe

jeden 3. montag im monat

(nicht in den Sommerferien)

18.15 Uhr Frauenmesse

Tagzeitenliturgie

jeden Samstag (während der Schulzeit)

8.00 Uhr Laudes

jeden freitag

17.00 Uhr Gesungene Vesper

Aussprache/Beichte

Mo - Sa 17.00 - 18.00 Uhr

(lt. Aushang)

Anbetung

Mo - Sa 8.00 - 9.30 Uhr

17.00 - 18.00 Uhr

(keine Anbetung an Sonn- und Feiertagen)

Bürozeiten

Herrenstraße 26

4020 Linz

Telefon: 0732/77 78 85-0

email: dompfarre@dioezese-linz.at

www.dioezese-linz.at/dompfarre

Mo - Fr 9.00 - 11.00 Uhr

während der Schulzeit auch:

Di 17.00 - 19.00 Uhr

10. Oktober

14. November

12. Dezember

9. Jänner

6. Februar

12. März

9. April

21. Mai

18.15 Uhr im

Marien dom

Gottesdienste (Messfeiern) im Gebiet der Dompfarre

2

montag - Samstag

Sonntag

barmherzige brüder 5.55 Uhr 9.15 Uhr

Herrenstraße 33 Di (mit Krankensalbung), Mi, Do 17.30 Uhr 10.30 Uhr polnisch

Sa 16.30 Uhr tschechisch/slowakisch*

barmherzige Schwestern 5.55 Uhr 8.15 Uhr Patientenkapelle

Herrenstraße 37

Mo, Di 18.30 Uhr Patientenkapelle

Mi Krankensalbung 18.30 Uhr Patientenkapelle

jeden ersten Sonntag im Monat 10.00 Uhr türkisch

Karmelitenkirche 7.15 Uhr 6.30 Uhr

Landstraße 33 10.00 Uhr 9.00 Uhr

17.30 Uhr 10.00 Uhr

11.00 Uhr

17.30 Uhr

Unterkirche (Eingang Harrachstraße) jeden ersten und dritten Sonntag im Monat 10.00 Uhr ukrainisch,

Liturgie altslawisch

Karmelitinnenkirche 6.45 Uhr 8.00 Uhr

Langgasse 17 jeden zweiten Sonntag im Monat 9.30 Uhr slowenisch*

Kreuzschwestern ca. 6.45 Uhr 8.30 Uhr

Wurmstraße 5

marienschwestern 7.00 Uhr 9.00 Uhr

Friedensplatz 1

Ursulinenkirche (Mo - Fr) 12.15 Uhr * 20.00 Uhr

Landstraße 31

* entfällt in den Ferien

Dompfarrbrief 3/2015


Die Frage des Pilatus

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ich beginne heute mit einem paradoxen

Satz: Ein Lügner will, dass seine

Lüge für wahr gehalten wird. Er

weiß, was wahr ist, sagt aber etwas

Anderes und nützt so die Ehrlichkeit

seines Gesprächspartners aus. Er

macht dem anderen etwas vor; er

will, dass der, den er belügt, etwas

Anderes für wahr hält, als es tatsächlich

ist.

LÜGE

Wenn auf einem Produkt eine falsche

Information über die Inhaltsstoffe

oder deren Zusammensetzung aufscheint,

wenn bei einem Lebensmittel

das Ablaufdatum nachträglich „korrigiert“

wurde, wird der Käufer getäuscht,

der auf die Richtigkeit der

Information vertraut. Ich vertraue

meiner Autowerkstätte, aber ich

könnte nicht überprüfen, ob alles,

was auf der Rechnung steht, wirklich

durchgeführt wurde.

Diese Liste von Beispielen könnte

wahrscheinlich beliebig verlängert

werden. Sie zeigt jedenfalls eines: Es

geht bei den alltäglichsten Dingen

Die erste Kreuzwegstation:

„Was ist Wahrheit?“ (Joh. 18,38)

nicht ohne die Wahrheit und den

„Willen zur Wahrheit“, die Ehrlichkeit

oder Wahrhaftigkeit.

Jedes Gespräch (auch der sog. smalltalk)

setzt die Wahrheit voraus. Stellen

Sie sich vor, in einem Gespräch

würde Ihr Gesprächspartner nach

jedem Satz sagen: „Stimmt das?“ Einerseits

käme darin der Wunsch nach

Wahrheit zum Ausdruck, anderseits

ein so grundlegender Zweifel, dass

letztlich ein Gespräch unmöglich

würde. Wir setzen in jedem Gespräch

voraus, dass es „die Wahrheit gibt“.

Die Frage des Pilatus an Jesus „Was

ist Wahrheit?“ (Joh 18,38) bleibt

trotzdem.

HALBWAHRHEIT

Im Alltag erfahren wir die bewusste,

auf Täuschung des anderen angelegte

Falschaussage (die Lüge). Sehr oft

werden Halbwahrheiten gesagt, die

der Andere für die ganze Wahrheit

halten soll. Auch hier kann eine bewusste

Täuschung vorliegen. Werbung

und Propaganda stellen oft

einen Teil der Wirklichkeit dar und

machen darüber

richtige Aussagen,

verschweigen

aber gewisse Informationen,

die

für den Anderen

durchaus wichtig

wären und erst die

ganze Wahrheit

ergäben.

Foto: Sigrid Stadler

Die Frage nach

der Wahrhaftigkeit

(der Ehrlichkeit)

und nach der

Wahrheit berührt

alle Bereiche des

Lebens. Entscheidungen

können

dann verantwortet getroffen werden,

wenn eine wahrheitsgemäße Information

erfolgt ist. Versprechen können

gegeben werden, wenn klar ist, was

genau versprochen wird. Wer ein Versprechen

gibt, muss ehrlich einschätzen

können, ob er das Versprechen

auch halten kann. Vereinbarungen

müssen klar und eindeutig sein und

vom Willen getragen sein, die Vereinbarung

einzuhalten.

IRRTUM

Neben der Lüge, der bewussten Täuschung,

gibt es eine zweite Grundform

der Unwahrheit, den Irrtum.

Der Irrende sagt die Unwahrheit,

aber er ist ehrlich. Irgendetwas beeinträchtigt

seine Wahrheitserkenntnis,

nicht aber den „Willen zur Wahrheit“,

die Wahrhaftigkeit. Weil der irrende

Mensch wahrhaftig ist, wird er seinen

Irrtum korrigieren, sobald dieser ihm

bewusst wird. Würde er am „Irrtum“

festhalten trotz besseren Wissens,

würde er zum Lügner.

In diesem Pfarrbrief werden einige

Aspekte von „Wahrheit“ und „Wahrhaftigkeit“

besprochen. Sicher nicht

alle Fragen, die sich bei diesem

Thema ergeben.

Für Ihren Alltag wünsche ich Ihnen

einen guten Umgang mit der Wahrheit

und gute, von Ehrlichkeit getragene

Kommunikation.

Ihr Pfarrer

3

Dompfarrbrief 3/2015


Alltagsgedanken

4

1. Muss ich jedem die Wahrheit sagen?

2. Wann darf ich zur Not lügen?

3. Was unterscheidet die Lüge vom Irrtum?

Diese drei Fragen stellte das Redaktionsteam einigen Personen

im Bekanntenkreis - hier sind die Ergebnisse:

1. Alles, was ich mitteile, sollte wahr

sein, aber ich muss nicht alles sofort

und jedem sagen. Umfang/Intensität,

auch Art und Weise und Zeitpunkt

der Weitergabe von Informationen

hängt auch von der Art bzw. Ausprägung

der Beziehung ab.

2. Durch die begrenzenden Worte

„zur Not“ suggeriert die Fragestellung

zumindest, dass Lügen nur „ausnahmsweise“,

also zur Not, erlaubt

sei bzw. nicht unmoralisch oder sogar

angebracht sei, was sich sodann im

verstärkenden Verb „soll oder muss“

niederschlagen müsste. Es geht hier

darum, ob es höhergereihte Werte

gibt, die Lügen rechtfertigen. Wenn

ich das Leben eines anderen Menschen

als höherwertiges Gut einstufe,

werde ich möglicherweise sogar verpflichtet

sein zu lügen, wenn ich dieses

Gut damit aufrechterhalten kann.

Die Lüge kann also zur Rettung des

Lebens dienen, wenn z. B. das

LEBEN eines Menschen in unmittelbarer

Gefahr ist.

3. Bei der Lüge wird die Wahrheit

bewusst verfälscht, beim Irrtum

nicht. Gedächtnislücken und Wahrnehmungsmängel,

die in Zusammenhang

mit Emotionen auftreten

können, oder Aufmerksamkeitsdefizite

gehören in die Kategorie der Irrtümer.

(männlich, 55 Jahre)

Wenn du die Wahrheit sagst,

gibt es nichts, was du im

Kopf behalten müsstest.

Mark Twain

1. Im Normalfall ja (außer Notlüge

oder bei allgemeinen Redewendungen,

z.B. „Guten Morgen“, „Viel

Glück“ etc., auch Komplimente zähle

ich da dazu - siehe 2. Frage), aber

man hat ja auch immer noch zusätzlich

die Option, die Aussage zu verweigern

oder die Formulierungen

entsprechend zu ändern.

2. Eine Notlüge ist für mich, wenn

die Gesundheit ansonsten in Gefahr

ist (sei es die körperliche oder psychische).

3. Die ABSICHT - eine Lüge ist eine

absichtliche Irreführung

(männlich, 33 Jahre)

Foto: „Pinocchio“ von Enrico Mazzanti (1852-1910) - http://www.linguaggioglobale.com/Pinocchio/menu_pinocchio.htm.

Lizenziert unter Gemeinfrei

über Wikimedia Commons -

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pinocchio.jpg#/media/File:Pinocchio.jpg

Die nase des pinocchio - sie wächst

mit jeder Lüge:

pinocchio – Darstellung von enrico mazzanti

1. Ja.

2. Wenn ich jemanden mit der

Wahrheit schaden würde.

3. Lüge ist bewusst - Irrtum ist

unbewusst.

(weiblich, 32 Jahre)

1. Wahrheit verstanden als Gegenteil

von Lüge: Prinzipiell JA, sofern es

sich nicht um ein Notlüge handelt.

Wahrheit verstanden als persönlich

richtige Sichtweise: Hier ist zu prüfen,

ob ich jemanden lediglich meine

Überzeugung aufdrängen will oder

im Sinne einer Suche nach dem Wahren

ein offenes Gespräch auf Augenhöhe

führen möchte.

2. Wenn ich dadurch Mitmenschen

oder mich selbst in der Würde des

Menschen schütze. Es sollte jedoch

nicht aus Bequemlichkeit oder Feigheit

passieren. Manchmal ist es ausreichend,

kundzutun, dass ich

befangen bin und mich nicht äußern

möchte. Die Notwendigkeit einer

Notlüge bleibt letztlich eine Gewissensfrage.

3. Eine Lüge stellt eine Sache bewusst

falsch oder irreführend – aus

welchen Motiven auch immer - dar.

Ein Irrtum beruht auf Unwissenheit,

sollte aber nach dem Bewusstwerden

des Irrtums nach Möglichkeit richtiggestellt

werden.

(weiblich, 48 Jahre)

Wer schreit, der lügt. Die

Wahrheit hat immer eine

leise Stimme.

Aus Japan

1. Ich möchte mit einer Aussage von

Thomas Mann antworten: „Es ist

schwer, es zugleich der Wahrheit und

den Leuten recht zu machen.“

2. Gründe dafür: ich möchte den anderen

nicht verletzen, in Verlegenheit

bringen.

Eine Alternative dazu wäre: Schweigen!

3. Eine Lüge ist eine bewusste

Falschaussage.

Ein Irrtum passiert unabsichtlich, aus

Mangel an Information, Wissen. Verkennung

einer Situation etc.

(männlich, 30 Jahre)

Dompfarrbrief 3/2015


Wahrheit

zum Thema Alles was du sagst, sollte

wahr sein. Aber nicht alles

was wahr ist, solltest du

auch sagen.

Voltaire

Wahrheit und Glaube

Die Wahrheit bedeutet für jeden

etwas anderes, da jeder seine eigenen

Erfahrungen und unterschiedliche

Lebensumstände hat.

Es gibt so viele verschiedene Mentalitäten

auf dieser Welt. Das jeweilige

Land prägt den Menschen in seiner

Kultur und Lebensart und somit seine

Wahrheit im Dasein.

Die Weltreligionen sind auch ein Beispiel

dafür, dass jeder einen anderen

Zugang zur Göttlichkeit hat. Der

Mensch braucht die Religion als erweiterte

Sinnfindung.

Im Bezug auf die Weltreligionen

finde ich, dass jede einzelne Religion

im Kern denselben Sinn hat, um den

Menschen die Göttlichkeit erkennen

zu lassen.

Der christliche Glaube und der Zweifel

daran, und dann trotzdem wieder

zu glauben, da man das Gefühl hat,

das es was geben muss, das ist auch

eine Wahrheit. Die Schöpfung ist so

wunderbar, und wissenschaftlich ist

nicht alles zu ergründen, das ist die

Wahrheit. Es werden immer wieder

Fragen offen bleiben, auch wenn die

Wissenschaft sich weiterentwickelt.

Die Göttlichkeit wirkt in Wahrheit

für mich in jedem einzelnen Menschen,

auf der Erde und im Universum.

Sie ist allgegenwärtig, jedoch

haben viele Menschen die Göttlichkeit

vergessen, und manche haben

keinen Respekt vor der Schöpfung

(Ausbeutung der Natur und der Menschen

und der Tiere).

Dompfarrbrief 3/2015

„bocca della verità“ in rom.

nach der Legende beißt der mund zu, wenn ein Lügner die Hand hineinhält.

Es gibt jedoch auch Menschen, die

keine Religion brauchen und trotzdem

im Leben gut zurecht kommen

und gute Menschen sind. Für diese

Menschen steht fest, dass es nach

dem Tod kein Leben mehr gibt und

dass sie dieses so akzeptieren.

Der Zeitgeist prägt ebenfalls den

Menschen sehr stark. Der heutige

Leistungszwang und das Konsumverhalten

in den westlichen Ländern verdrängt

manchmal die Wahrheit in der

Religion.

Ich finde, dass die Wahrheit sich über

die unmittelbare Gegenwart manifestiert.

Das heißt, es ist so, wie es im

Augenblick ist.

(weiblich, 56 Jahre)

Wer einmal lügt,

dem glaubt man nicht,

und wenn er auch

die Wahrheit spricht.

Gajus Julius Phaedrus

(1. Hälfte des 1. Jh. n. Chr.), griechischer

Fabeldichter, ehemaliger römischer

Sklave

Lügen habe kurze Beine - so zumindest

das Sprichwort. Ich glaube, jeder

Mensch war schon in einer Gelegenheit,

in der er die Botschaft dieser

Weisheit zu spüren bekommen hat.

Man findet für sich meist einen guten

Grund, warum man in einer bestimmten

Situation gelogen oder zumindest

nicht die Wahrheit - denn die Wahrheit

zu verschweigen kommt der

Lüge oft sehr nahe - gesagt hat. Doch

jemand, der lügt, sollte immer auch

die Konsequenzen bedenken. Man

schadet vielleicht nicht nur jemand

anderem, sondern vor allem sich

selbst. Denn kommt die Lüge ans Tageslicht,

ist der Vertrauens- und

Glaubwürdigkeitsverlust danach oft

nur schwer wieder auszugleichen. Es

gibt dennoch Situationen, in denen

eine sogenannte „Notlüge“ richtig erscheint.

Das ist vor allem dann der

Fall, wenn man durch eine Lüge

einen verhältnismäßig großen Schaden

- sei es von sich oder jemand anderem

- abwenden kann.

(männlich, 31 Jahre)

Foto: Dnalor_01,Wikimedia Commons CC-BY-SA 3.0

5


Verstehen – Behaupten – Begründen

Die Erkenntnis von Wahrheit geschieht im Dreischritt „Verstehen – Behaupten – Begründen“.

Eine Aussage muss ich zuerst verstehen, bevor ich sie als wahr behaupten oder sie als wahr anerkennen

kann.

Ich habe einmal auf eine graue Tischplatte

gezeigt und gesagt: „Diese

Tischplatte ist grün.“ Meine Zuhörer

haben sofort widersprochen. Ich habe

darauf hingewiesen, dass sie meine

Aussage verstanden haben, sonst hätten

sie ihr nicht widersprechen können.

Verstehen heißt Klarheit haben,

was eine Aussage bedeutet. Ich sage

das deshalb, weil im alltäglichen

Sprachgebrauch oft „verstehen“ als

„zustimmen“ verstanden wird. „Ich

versteh‘ dich“ heißt noch lange nicht

„Was du sagst, ist richtig“. Verstehen

ist immer von der Wahrhaftigkeit,

dem Willen zur Wahrheit, getragen.

Manchmal muss ich Dinge verstehen,

die mir nicht passen, die mir vielleicht

auch wehtun. Verstehen ist die

unabdingbare Voraussetzung dafür,

dass ich etwas behaupten bzw. einer

Behauptung zustimmen kann.

Wenn ich eine Aussage verstehe und

der in der Aussage dargestellte Sachverhalt

zutrifft, kann ich das behaup-

ten, d.h. eine Aussage machen, die

den Anspruch erhebt, wahr zu sein.

Ich muss einer Behauptung widersprechen,

wenn ich sie verstanden

habe, aber dem Wahrheitsanspruch

dieser Aussage nicht zustimmen

kann. Die Wahrhaftigkeit, der Wille

zur Wahrheit, ist auch hier die unerlässliche

Voraussetzung.

Der dritte Schritt der Wahrheitserkenntnis

besteht in der Begründung

der aufgestellten Behauptung. Bei

Alltagsaussagen wird das relativ

leicht möglich sein. Bei komplexen

Aussagen wird die Begründung

immer wichtiger. Wer eine Aussage

macht, muss gute Gründe dafür

haben und sich dieser Gründe auch

bewusst sein, er muss diese Gründe

auch darlegen und seinen Gesprächspartner

mit seinen Gründen überzeugen

können. Ebenso muss der

Widerspruch gegen eine Behauptung

mit guten Gründen gemacht werden.

Die Wahrheit richtet sich

nicht nach uns,

lieber Sohn,

sondern wir müssen uns

nach ihr richten.

Matthias Claudius

(1740 - 1815), deutscher Dichter

Die Methode der Wahrheitsfindung

ist der Dialog, das Gespräch, das

vom Willen zur Wahrheit und von der

Achtung der Person geprägt ist.

Wahrheit verlangt so etwas wie

Demut. Wahrheit wird gesucht und –

wenn sie gefunden wurde – angenommen.

Wahrheit wird nie dekretiert,

verordnet oder mit Gewalt

durchgesetzt. Die Wahrheit appelliert

an die Vernunft und an das Gewissen.

Einzig die Vernunft und das Gewissen

verpflichten einen Menschen, die

Wahrheit anzuerkennen.

Pfarrer Maximilian Strasser

6

Wahrheit steht am Anfang des Vertrauens.

Je echter die Wahrheit, um so kürzer der Weg

zur Verständigung.

Søren Aabye Kierkegaard

(1813 - 1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Tauftermine

(jeweils am Samstag

10.30 Uhr und 16.00 Uhr)

12. September 2015 Diakon P. Schwarzenbacher

26. September 2015 Diakon A. Birngruber

3. Oktober 2015 Pfarrer M. Strasser

Weitere Termine standen bei Drucklegung noch nicht fest. fragen Sie bitte im

pfarrbüro nach (0732/77 78 85-0)

Feiern Sie heuer

einen „runden“

Hochzeitstag?

Wenn Sie heuer einen „runden“

Hochzeitstag feiern und dieses Fest

gemeinsam mit anderen Jubelpaaren

im Mariendom begehen wollen,

melden Sie sich bitte bis Donnerstag,

8. Oktober 2015, im Pfarrbüro

(Tel. 0732/777885-0 oder

email: dompfarre@dioezese-linz.at).

Das Hochamt am Sonntag,

11. Oktober 2015, 10.00 Uhr,

feiern wir mit

den Jubelpaaren dieses Jahres.

Dompfarrbrief 3/2015


Wahrheit und Vertrauen

Wenn jemand die Unwahrheit sagt,

entsteht Misstrauen. Wenn sich jemand

wiederholt irrt, tritt sicher die

Frage auf, ob man sich auf diesen

Menschen verlassen kann. Dem Irrenden

muss man Ehrlichkeit zugestehen.

Das Misstrauen richtet sich

nicht gegen ihn als Person, sondern

gegen seine Fähigkeit, etwas richtig

wahrzunehmen oder aus den Wahrnehmungen

die richtigen Schlussfolgerungen

zu ziehen. Der Mensch, der

irrt, wird sich (gerade wegen seiner

Ehrlichkeit) darum bemühen, dass

ihm keine oder weniger Fehler unterlaufen.

Der Lügner lebt mit einem grundlegenden

Misstrauen. Er muss immer

befürchten, dass seine Lüge offenbar

wird. Er belastet auch sein Gedächtnis,

denn er muss sich zwei Sachen

merken, was war und was er gesagt

hat. Es gibt ganz wenige Lügen, die

nicht aufgedeckt werden. Die Wahrheit

sagen kann manchmal unangenehm

sein. Es ist immer noch besser,

als im Bewusstsein der Lüge zu

leben.

Es kann sein, dass einem Menschen

etwas anvertraut wird unter der Voraussetzung,

dass er „es für sich behält“.

Diese Voraussetzung der

Verschwiegenheit kann ausdrücklich

gegeben sein, z.B. im Falle des Amtsoder

Berufsgeheimnisses. Ein Arzt,

ein Berater, ein Lehrer u.a erfahren

oft Dinge, die sie für sich behalten

müssen, die sie nicht weiter erzählen,

von denen sie auch in einem anderen

Zusammenhang keinen Gebrauch

machen dürfen. Ohne die Voraussetzung

der Verschwiegenheit hätten sie

ja diese Sachverhalte nicht erfahren.

Diese Verschwiegenheit müssen auch

„Dritte“ respektieren, sie müssen zu

fragen aufhören, wenn sie Signale

bekommen, dass sie mit ihren Fragen

an etwas rühren, was der Verschwiegenheit

unterliegt. Es kann auch sein,

dass jemand etwas erfährt, ohne dass

er ausdrücklich zur Verschwiegenheit

verpflichtet ist. Es kann sein, dass er

Dompfarrbrief 3/2015

spürt, dass „das bei ihm bleiben

muss“. Dann darf er nicht darüber

reden.

Dahinter steht die Überlegung, dass

es Unterschiede gibt, welches „Recht

auf Wahrheit“ jemand hat. Wenn ein

„Wildfremder“ in der Stadt nach

einer Sehenswürdigkeit oder nach

dem Weg fragt, hat er ein Recht auf

eine wahrheitsgemäße Antwort.

Wenn derselbe „Wildfremde“ nach

persönlichen Verhältnissen zu fragen

beginnt, hat er kein Recht auf eine

Antwort.

Wenn jemand vor Gericht als Zeuge

aussagen muss, ist er verpflichtet, die

Wahrheit zu sagen. Aus bestimmten

Gründen darf er sich der Aussage

enthalten, er darf aber nicht die Unwahrheit

sagen. Es gibt Menschen,

die ein Recht auf die Wahrheit haben.

Ihnen muss die Wahrheit gesagt werden.

Eine besondere Form der Wahrhaftigkeit

betrifft die Körpersprache. Haltung,

Gestik, Ton sagen oft viel über

die „Wahrheit“ des Gesprochenen

aus. Es gibt eine ehrliche und eine

Freitag, 18. September 2015

15.00 - 19.30 Uhr

Samstag, 19. September 2015

8.00 Uhr - 13.00 Uhr

unehrliche Kommunikation ohne

Worte.

Die Notlüge ist eine besondere Frage.

Die „alltägliche“ Notlüge ist meist

eine Ausrede, weil die Wahrheit im

Moment unbequem, unvorteilhaft erscheint.

Eigentlich lohnt sich diese

Notlüge nicht. Auch wenn beim Aufdecken

der Notlüge viele Menschen

„verständnisvoll“ reagieren und die

Erklärung für die Notlüge annehmen,

zeigt sich meist, dass es ohne Notlüge

auch, vielleicht sogar besser gegangen

wäre.

Sittlich verantwortbar ist die Notlüge

nur, wenn ein höherer Wert als die

Wahrheit und das Vertrauen dessen,

der fragt, auf dem Spiel steht. Ich

denke an die Familie, die im Februar

1945 zwei Russen beherbergt hat, die

aus dem KZ Mauthausen ausgebrochen

waren. Die Verneinung der

Frage nach der Anwesenheit der

Flüchtigen war eine Lüge. Der höhere

Wert war das Leben dieser beiden

Menschen und die Erkenntnis,

dass die Verfolgung zu Unrecht geschah.

Die sittlich verantwortbare

Notlüge kommt ganz selten vor.

Pfarrer Maximilian Strasser

7


Talk im Dom

Zum Jubiläum 50 Jahre II. Vatikanisches Konzil sind im Herbst 2015 drei besondere Abende im Dom geplant.

Wenn der Dom geöffnet wird, um sich mit wichtigen Fragen der Menschen heute auseinanderzusetzen, soll

gezeigt werden, wofür die Kirche in Oberösterreich steht: Offenheit, Gesprächsbereitschaft, Interesse für die

wichtigen Fragen der Menschen und der Gesellschaft heute.

Dienstag, 22. September 2015

Dienstag, 6. Oktober 2015

Dienstag, 20. Oktober 2015

jeweils 19.00 - 21.00 in der Rudigierhalle im Dom

Form:

Anders als bei Podiumsveranstaltungen,

bei denen die eingeladenen

Gäste bzw. Referentinnen jeweils

halbstündige Statements halten, soll

hier gleich ins Gespräch gestartet

werden. Die Moderatorin (Gabi Eder-

Cakl) stellt daher unmittelbar nach

der Vorstellung der Gäste eine entsprechende

Einstiegsfrage. Das Publikum

darf also auf interessante,

facettenreiche, tiefgründige und breit

angelegte Gespräche gespannt sein,

wobei auch die christliche Perspektive

gut zum Zug kommt.

Folgende Schwerpunktthemen sind

geplant:

Krieg und Gewalt

Hat der Friede angesichts der vielen

Konfliktherde eine Chance?

Bleibt als einzige Lösung der mehr

oder weniger kontrollierte Einsatz

von Gewalt?

Erscheint die Seligpreisung der

Sanftmütigen nicht als überholt und

naiv?

Welche Perspektiven für Frieden gibt

es?

Foto: Sigrid Stadler

erika Kirchweger (Diözesanleitung

der Kfb)

wünscht dem wiedergewählten

pfarrleitungsteam

der Kfb alles

Gute: elisabeth niederklapfer,

roswitha

Schauer, Ulli agfalter

(und maria Kornhuber,

die bei der Wahl nicht

anwesend war).

Gnade und Leistung

Was uns dazu verleitet, Menschen in

„bedeutendere“ und „unbedeutendere“

einzuteilen, ist der Blick auf

das, was „Leistung“ genannt wird.

Was aber ist mit „Leistung“ eigentlich

gemeint - und welche Tätigkeiten

oder Eigenschaften bleiben

unbedacht und unbedankt? Was ist

mit Menschen, die in einer Hochleistungsgesellschaft

nicht „mitspielen“

können - woraus beziehen sie ihren

Wert und ihre Würde? Welches Korrektiv

für diese gesellschaftliche

Engführung kennen die christlichen

Kirchen? Wie kann man in diesem

Zusammenhang den theologischen

Begriff der „Gnade“ fassen?

Lebensglück

Die Frage nach dem Glück gehört zu

den Grundfragen der Menschen.

Was aber ist mit Glück gemeint?

Worauf zielt Glück?

Was heißt es, in einer vermeintlichen

„Glücks-Gesellschaft“ unglücklich

oder schwer krank zu sein?

Ist Glück nur eine Sache für Privilegierte?

Stefan Schlager, Theol. Erwachsenenbildung

8

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Dompfarrbrief 3/2015


PGR-Splitter

Bei der Pfarrgemeinderatssitzung am

21. Mai 2015 haben alle Fachausschüsse,

die katholische Frauenbewegung

und die katholische Männerbe -

wegung über die Aktivitäten informiert:

Der Fachausschuss Caritas konnte

über einen gut besuchten Seniorengottesdienst

mit Krankensalbung, anschließend

Kaffeejause, berichten.

Aus dem Fachausschuss Feste &

Drumherum war zu hören, dass die

Vorbereitungen für den Klostermarkt,

die Erwachsenenfirmung, das Dankfest

sowie auf die sechs Konzerte am

Domplatz und für den Flohmarkt im

September bereits voll im Gange

sind.

Der Fachausschuss Gloxwald konnte

mitteilen, dass das Ortnerhaus wieder

auf Schuss gebracht wurde.

Der Fachausschuss Jugend teilte mit,

dass die Firmvorbereitung abgeschlossen

ist und dass die älteren Ministranten

und Ministrantinnen die

„Mini-Wallfahrt“ nach Rom fixiert

haben.

Im Fachausschuss Liturgie wurden

die Feierabläufe der Karwoche reflektiert,

Ideen für die Gestaltung von

Fronleichnam besprochen und überlegt,

wie die neuen Lieder aus dem

Gotteslob in die Feiern eingebracht

weden können.

Der Fachausschuss Öffentlichkeitsarbeit

teilte mich, dass das Info-System

inklusive Pfarr-Homepage nun dank

guter Pflege schon sehr gut laufe.

Unter dem nächsten Tagesordnungspunkt

berichtete Dompfarrer Max

Strasser über den aktuellen Stand betreffend

Altarraumgestaltung. Sieben

Projekte wurden eingereicht. Die

Entscheidung wird am 26. Mai fallen.

Das siegreiche Projekt wird im

Herbst im Ausstellungsraum des

Domes zu besichtigen sein.

Auch das Thema „Glockenschlag“

war wieder auf der Tagesordnung. Da

die gegnerische Partei mit dem Kompromiss

nicht einverstanden sei,

werde es am 19. Juni aller Voraussicht

nach zu einer Gerichtsentscheidung

kommen.

Emil Lauß

Ein besonderer Heiliger …

Nikolaus von Flüe

1417 wird Nikolaus von Flüe im

Kanton Obwalden in der Schweiz

geboren. Er war Bauer, schon in

jungen Jahren war er aber auch als

Richter und Politiker erfolgreich.

Gerechtigkeit spielte in seinem

Leben eine große Rolle, aber auch

die Zwiesprache mit Gott im Gebet

war ihm von Kind an wichtig. Mit

etwa fünfzig Jahren verspürte er den

Ruf Gottes, und nach einer Zeit der

inneren Zerrissenheit und des Suchens

verließ er mit dem Einverständnis

seiner Frau Dorothea die

Familie. Sein Sohn übernahm den

elterlichen Hof, und so konnte sich

Nikolaus auf Pilgerreise begeben.

Nach kurzem Umherirren zeigte

ihm Gott in einer Vision den Ort,

wo er als Einsiedler leben sollte. In

der Nähe vom Haus seiner Familie

baute er sich in einer Schlucht -

dem Ranft - eine Hütte, wo er zwanzig

Jahre lebte. Er schlief auf einer

Holzbank, ein Stein war sein Kopfkissen.

Zeitgenossen berichteten,

dass er keine Nahrung zu sich nahm

außer der heiligen Kommunion.

Seine ganze Kraft setzte Nikolaus

von Flüe für den Frieden ein. „Friede

ist allwegen in Gott“, waren seine

Worte. Viele Menschen suchten Rat

bei ihm in ihren Streitigkeiten, auch

Politiker und Staatsmänner. Nach seinem

Tod im Jahre 1487 trauerte man

nicht nur in der Schweiz. Seitdem

sind immer wieder Menschen in großer

Zahl nach Sachseln zu seinem

Grab gepilgert, um dort für den Frieden

zu beten. Am 15. Mai 1947

wurde er durch Papst Pius XII. heiliggesprochen.

Quellen:

www.bruderklaus.com

www.heiligenlexikon.de

Foto: www.bruderklaus.com

bruder Klaus: Holzschnitt von 1518

nikolaus von flüe

Gedenktag: 25. September

einfaches radsymbol: bruder Klaus

sagte dazu: „Dies ist das ‚buch’, in

dem ich die Lehre von der ungeteilten

Gottheit lerne und suche.“

9

Dompfarrbrief 3/2015


Die Darstellungen der zwei Kanzeln im Dom -

eine für‘s Wort, eine für d’Lehr‘

10

Die Kirchenlehrer-Kanzel

Im Kapellenkranz, links vor dem Rudigierkenotaph,

ist die Kanzel der

Votivkapelle aufgestellt. Der Kanzelkorpus

ruht auf einer Bündelsäule mit

achteckigem Fuß. Sechs Stufen führen

zum Kanzelkorb mit vier geschnitzten

Segmenten. Der obere

Abschluss wird von stilisierten Blumen

gebildet, wobei sich jeweils vier

verschiedene Blüten in einem Segment

abwechseln. Das Hauptfeld ist

unterteilt in zwei untereinanderliegende

Felder und widmet sich den

vier großen Kirchenlehrern der Spätantike.

Im ersten Feld, gegenüber der Stiege,

ist Hieronymus, der Übersetzer der

Bibel ins Lateinische, abgebildet. Er

lebte von 347 bis 420 in Trier, Aquileia,

Syrien, Antiochia, Konstantinopel

und Bethlehem. Als Attribut ist

im unteren Feld eine Rute für seine

Bußfertigkeit beigestellt inmitten von

Blättern, Blüten und Früchten. Er

selbst ist darüber mit Buch, Schreibstift,

Kardinalshut und Einsiedlerbart

zu sehen.

Die Kanzel aus der Votivkapelle an

ihrem neuen platz betont die Kirchenlehre.

Der zweite Kirchenlehrer ist Ambrosius;

Schreibfeder, Buch und Mitra

sind seine Erkennungs merkmale, der

Bienenkorb sein Attribut. Er lebte von

339 (Trier) bis 397 (Mailand) und war

29 Jahre Bischof von Mailand.

Das flammende Herz, Lilien und Disteln

erscheinen in dem Feld über Augustinus,

der mit Buch, Feder und

Bischofsmitra dargestellt ist. Augustinus

von Hippo (*354 in Tagaste - Algerien)

war 35 Jahre Bischof von

Hippo, Philosoph, Verfasser vieler

theologischer Schriften und starb 430.

Mit Tiara, Schwurhand und Buch ist

Gregor der Große als Relief im oberen

Feld ins Eichenholz geschnitzt.

Die Heilig-Geist-Taube ist eines seiner

Kennzeichen. Er ist 540 in Rom geboren

und 604 ebenfalls in Rom gestorben.

Nach seiner weltlichen Tätigkeit

als Politiker wurde er Mönch und war

von 590 bis 604 Papst.

Die Wort-Gottes-Kanzel

Die Kanzel im Hauptschiff wird von

sieben Säulen getragen, hat einen

Schalldeckel mit einem neugotischen

Turm, Wimpergen, Krabben und floralem

Rankwerk als Verzierung. An der

Unterseite des Schalldeckels ist eine

Heilig-Geist-Taube montiert. Der gerundete

Stiegenaufgang umschließt

die Jochsäule neben der Orgel im

Chor zur Hälfte und ist mit Maßwerkverzierungen

ausgestattet. In den Feldern

des Kanzelkorpus sind die vier

Evangelisten mit ihren Attributen als

Halbfiguren in Frontalansicht geschnitzt.

Jeweils im Maßwerkrahmen

auf einem vorspringenden Sockel

sind: Matthäus mit Engel, Markus mit

Löwe, Lukas mit Stier und Johannes

mit Adler ersichtlich. Johannes wird

wie üblich bartlos als Jüngling gezeigt.

Allen gemeinsam ist, dass sie

mit offenem Buch oder Schriftrolle zu

sehen sind.

Die Kanzel im Hauptschiff verweist

auf das Wort Gottes.

Seit der Liturgiereform des II. Vatikanischen

Konzils ist die Predigt vom

Ambo aus vorgesehen. Die durch die

Prediger- und Bettelorden eingeführten

erhöhten Lese- und Sprechpulte

hatten ihren praktischen Wert in der

Verständlichkeit und Sichtbarkeit des

Verkünders.

In unserer Alltagssprache haben sich

einige Redewendungen als Synonym,

wie es nicht gemeint war und sein

sollte, erhalten, wie z. B. „abkanzeln“,

„von oben herab“, „von der

Kanzel herunter“ und „über die

Köpfe hinweg“.

Der Domgucker

Dompfarrbrief 3/2015

Fotos: Franz Wurm


Neugestaltung des Altarraums

bzw. des Dom-Innenraums

Am 30. Juni d. J. hat die Jury (bestehend

aus neun Personen) eine Entscheidung

für eines der sieben eingereichten

Projekte getroffen. Zur Vorbereitung

der Entscheidung fanden

im Herbst 2014 im Pfarrsaal zwei

„Consulte“ statt, bei denen wesentliche

Fragen der Altarraumgestaltung

erörtert wurden. Am ersten Nachmittag

ging es um die Grundzüge einer

Erneuerung aus liturgischer Sicht, am

zweiten um Fragen des Raums und

der Architektur. Im Dezember 2014

wurden sieben Teams aus Architekten

und Künstlern zu einem Wettbewerb

eingeladen. Ein „geladener Wettbewerb“

ist durchaus üblich, neu war,

dass Künstler und Architekten gemeinsam

einen Plan erstellten und

vorlegten. Im Jänner 2015 wurden

diese Teams eingeladen, Rückfragen

zur Ausschreibung zu stellen, den

Dom zu begehen und sich an Ort und

Stelle noch einmal zu informieren.

Dass sie dabei auch ein intensives

Raumerlebnis hatten, tat allen Entwürfen

gut.

Die Jury hat sich für den Entwurf des

fotomontage: blick vom rudigierportal

zum Hafnerportal

Dompfarrbrief 3/2015

Architektenbüros Kuehn-Malvezzi

aus Berlin und des österreichischen

Künstlers Heimo Zobernig entschieden.

Der Entwurf sieht eine Altarinsel

zwischen den Vierungssäulen vor.

Sie ist 13 mal 4,6 m groß und längs

ausgerichtet. Altar und Ambo stehen

genau in der Längsachse des Doms,

Bischofs- und Priestersitz am vorderen

Ende der Altarinsel links bzw.

rechts der Achse. Die Querachse des

Doms geht genau zwischen Altar und

Ambo durch. Der Mittelpunkt des

Doms liegt genau im Spannungsfeld

von Altar und Ambo, diese Mitte

selbst bleibt offen.

Die Bänke für die Mitfeiernden werden

sich im hinteren Teil des Doms

und in den beiden Querschiffen befinden.

So wird im Dom, der eine

längs ausgerichtete Wegkirche ist, ein

Versammlungsort entstehen, der um

Altar und Ambo die Versammlung

um das Wort Gottes und die Eucharistie

erfahrbar machen wird. Zwischen

der neuen Altarinsel und dem historischen

Hochaltar (Baldachinaltar)

wird Platz sein für die Musiker, auch

für viele Konzelebranten bei großen

Feiern. Die Chororgel wird um ein

Joch nach hinten versetzt, das Chorgestühl

kommt wieder an den Ort, wo

es ursprünglich war, es wird rechts

und links um eine Bank verkleinert.

Der schöne Steinboden vor dem Baldachinaltar

wird freigelegt. Dort entsteht

ein Raum für neue

Gottesdienstformen (möglicherweise

für die Abend- und Morgenmeditationen,

für Gebete mit kleineren Gruppen

u.ä.).

Ich bin mir bewusst, dass der neue

Raum eine Herausforderung darstellen

wird. Der architektonische Eingriff

in den Dom wird so sein, dass

die ursprüngliche Gestalt des

(neu)gotischen Raums hervorgehoben

wird und zugleich Gottesdienst

als Versammlung um den Herrn der

Kirche neu erlebbar gemacht werden

muss. Es wird kaum jemand seinen

fotomontage: Der neue altarraum mit

blick zum Hochaltar

Platz im Dom behalten, die feiernde

Gemeinde wird sich neu zusammenfinden.

Das wird wahrscheinlich einmal

Unsicherheit auslösen, bietet

aber auch eine Chance, sich als Feiergemeinde,

die sich versammelt, neu

zu erleben.

Geplant ist eine Ausstellung der

Pläne und des Modells, das verwirklicht

werden soll, aber auch der anderen

Entwürfe, die nicht gewählt

wurden. Die Detailplanung (unter

Beachtung des sprichwörtlichen Teufels,

der im Detail steckt) wird im

September stattfinden. Die Ausschreibung

der Arbeiten und ihre Vergabe

an die entsprechenden Firmen

erfolgt Ende dieses Jahres. Die Umbauarbeiten

werden nach Pfingsten

2016 beginnen.

Ich danke allen, die bisher mitgedacht

haben, und spreche die Bitte

aus, den Umbau zu unterstützen:

durch Hinweise auf Einzelheiten, die

nicht übersehen werden dürfen, durch

eine Spende auf das Konto der

Pfarre, vor allem durch das Gebet,

das den Umbau begleitet.

Pfarrer Maximilian Strasser

Fotomontage: Architektenbüros Kuehn-Malvezzi, Originalfotos: Franz Wurm

11


Mini-Tag in St. Florian

am 14. Juni 2015

Alle zwei Jahre organisiert das Mini-

Team der Katholischen Jungschar

einen Ministrantentag. Dass die

Domministranten etwas Besonderes

sind, zeigt sich bereits in der „Anreise“.

Sie waren die einzigen, die

etwa 75 Minuten Wanderung (zu

Fuß) hinter sich hatten, als sie in St.

Florian in die Ministrantenkleider

schlüpften, um mit den anderen ca.

1400 Minis und unserem Bischof in

der Stiftskirche die Eucharistie zu

feiern.

Ich weiß nicht, ob sich alle die drei

„F“ der Bischofspredigt gemerkt

haben. Ich kann mich an „fröhlich“,

„fleißig“ und „fromm“ erinnern.

Diese drei Wörter nennen drei wichtige

Eigenschaften eines Ministranten.

(Wie unser Bischof die drei

Wörter im Einzelnen ausgelegt hat,

fragen Sie bitte die Mädchen und

Buben, die dabei waren.)

Nach einer kräftigenden Mittagsjause

gab es verschiedene Möglichkeiten,

ein Thema zu bearbeiten. Ein großer

Teil unserer Minis begab sich auf

„Schatzsuche

in Galiläa“.

Sie

schnupperten

hinein

in die hebräische

Schrift,

suchten zu

Bildern die

passenden

Texte in

der Bibel,

schöpften

minitag in St. florian - 13 Domministrantinnen brauchen nach

der messe bewegung.

Papier und erfuhren einiges über die

Lebensgewohnheiten zur Zeit Jesu.

Die Sportlichen konnten sich in verschiedenen

Spielen erproben, z.B. im

Gummistiefel-Weitwerfen.

Zum Abschluss erklang das Jungscharlied

mit der eigenen (vierten)

Mini-Strophe.

Den Rückweg legten wir – wie alle

anderen – mit Autos zurück (Danke

den Eltern, die als „Taxi“ fungierten).

Im nächsten Jahr ist ein pfarrlicher

Mini-Tag in Aussicht genommen,

wahrscheinlich am Pfingstdienstag.

Es wird ein Ausflug sein, der eine

oberösterreichische Sehenswürdigkeit

einschließt.

Ich schließe meinen „Bericht“ mit

einem Danke an alle Minis, die verlässlich

und treu ihren Dienst verrichten,

auch an die Eltern, die ihre

Töchter und Söhne zum verlässlichen

Dienst ermutigen und begleiten.

Pfarrer Maximilian Strasser

Foto: Hayes

Treffpunkt

12

zehn Dompfarrministrantinnen

waren heuer anfang august in rom

als Teilnehmer einer großen Wallfahrt,

hier auf der Spanischen Treppe.

Foto: Karoline Mayer

Das DomCenter ist ein wichtiger

Ort der Kommunikation und Information

rund um den Mariendom. Es

ist Anlaufstelle für zahlreiche Veranstaltungen

wie Domführungen,

Konzerte, aber auch für die EremitInnen,

die für eine Woche im

Turmstübchen Einkehr halten.

Das DomCenter ist auch ein kleiner

Shop mit individuellen Produkten,

wo man besondere Geschenkideen

finden kann (Klosterprodukte,

handwerkliche Einzelstücke, Dom-

Teelicht, Eremitenbrot, Herbstneuheiten

uva.).

Im Sommer begeisterte die Konzertreihe

„Klassik am Dom“ tau-

sende Gäste aus nah und fern. Das

besondere Ambiente am Domplatz

wurde heuer durch die farbige

Lichtinstallation ‚Chromotopia‘ der

Künstlerin Victoria Coeln verstärkt,

die die imposante Fassade des Doms

durch Lichtmalerei in ein fantastisches

Farbraumkonzept verwandelte,

das den gesamten Domplatz

als spirituellen, raum-zeitlichen

Kosmos fühlbar und erlebbar

machte.

Der Herbst ist die Zeit der Domführungen,

der Erkundung und Entdeckung

des imposanten, neugoti -

schen Bauwerkes mit Freunden oder

Familie, mit Geschäftspartnern und

anderen Besuchern

Dompfarrbrief 3/2015


Sie machen sich Sorgen

um Ihr Gedächtnis oder

um das eines Angehörigen?

MAS Alzheimerhilfe: Ihre Anlaufstelle in Linz für Menschen mit Demenz

und deren Angehörige

Die Zahl der an Demenz erkrankten

Menschen nimmt stark zu. In Österreich

leben derzeit ca. 130.000 Personen

mit einer Demenzerkrankung.

Demenz/Alzheimer bedeutet viele

kleine und große Veränderungen, die

die Betroffenen und ihre Familien

tagtäglich vor neue Herausforderungen

stellen. Die Mitarbeiterinnen der

MAS Alzheimerhilfe sind in allen

Fragen rund um Demenz - für Betroffene

und Angehörige - die richtigen

Ansprechpartnerinnen. Für Linz ist

die Demenzservicestelle Ottensheim

zuständig.

Das Team der Demenzservicestelle

Ottensheim besteht aus einer Psychologin,

einer Sozialarbeiterin und

MAS-Trainerinnen. Angeboten werden

telefonische und persönliche Beratung

für Betroffene und Angehörige,

psychologische Abklärung für

Betroffene sowie Früherkennung für

alle, die sich Sorgen um ihr Gedächtnis

machen, Angehörigentreffen, Vortragsreihen

für Angehörige, sowie

stundenweise Entlastung von Angehörigen

mit gleichzeitigem Training

der Betroffenen.

Für nähere Informationen steht Ihnen

DSA Karin Laschalt, Demenzservicestelle

Ottensheim (0664/8546699)

gerne zur Verfügung.

petra Steinmüller und Gerlinde anselm

leiten die maS-Gruppen, die im Dompfarrheim

eingemietet sind.

Der gemeinnützige Verein MAS Alzheimerhilfe

(gegründet 1997) sieht

sich als Impulsgeber für eine fortschrittliche

bedürfnisgerechte Begleitung

von Personen mit Demenz unter

Einbeziehung der Familien und des

Umfeldes, sowie als kompetenter Ansprechpartner

auch im Aus- und Weiterbildungsbereich

und in der Forschung.

Darüber hinaus entwickelt

der Verein praxisorientierte Konzepte,

die Personen mit Demenz und

ihren Angehörigen wieder Lebensqualität

und Lebensfreude erleben

lassen. Die MAS Alzheimerhilfe ist

österreichweit tätig.

Kontakt:

Karin Laschalt

MAS Alzheimerhilfe

Leitung der Demenzservicestelle Ottensheim

4100 Ottensheim, Marktplatz 17

Tel.: 0664/8546699

E-Mail: karin.laschalt@mas.or.at

www.alzheimerhilfe.at

Foto: MAS Alzheimerhilfe

DomCenter

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o

bei geführten Entdeckungsreisen

von der Krypta zum Dachboden,

geheime Gänge und Wendeltreppen

erleben,

oder bei mystischen Touren bei

Dunkelheit mit Taschenlampen

die Innen- und Außengalerie des

Domes erkunden,

den Turm erklimmen und den

Turmfalken hoch oben beobachten

und einen herrlichen Rundblick

über Linz genießen und

anschließend den Abend mit

einem ‚Dinner for two‘ ausklingen

lassen,

aber auch in einer speziellen

Kombinationsführung den Domturm

und den Höhenrausch bezwingen.

Anmeldungen und Gutscheine für

Domführungen:

DomCenter Linz

Herrenstraße 36

4020 Linz

T: 0732/946100,

E-mail: domcenter@dioezese-linz.at

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Samstag

10.00 - 13.00 und

14.00 - 17.00 Uhr

21. Oktober 2015, Linz

Über-Macht

u n d Wü r d e

EINLADUNG

AKTIV GEGEN

MENSCHENHANDEL IN OÖ

In Kooperation mit

13

Dompfarrbrief 3/2015


Silbenrätsel

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

Die blauen Kästchen ergeben - jeweils von oben

nach unten gelesen - die Lösung.

1. gelbe, süße Frucht mit großem Kern

2. diese gibt’s im Meer, in Seen und in Flüssen

3. Jesus ruft in die ...

4. Ureinwohner Amerikas

5. Gelsen und Wespen ...

6. der mit dem Stier kämpft

7. die linke und die ... Hand

8. Nachbarort von Helfenberg, Baum

9. in einem ... muss man rasch helfen

10. engl. Wort für einen besonderen Regenmantel

11. klettert flink auf den Baum, sammelt Nüsse

für den Winter

12. Staat in Westafrika

13. US-Staat am Michigan-See

14. schon wieder

Verwende zur Lösung diese Silben:

a - a - a - a - ber - chen - chen - coat - con -

di - eich - fall - fol - ge - ge - hoern - horn -

in - in - le - ma - mals - nach - ner - ni - not

- re - rech - ri - ril - ro - seln - sin - ste - te -

to - trench - wis

14

quer

gedacht

Was bin ich?

14

Diese beiden Bilder unterscheiden sich in fünf Punkten voneinander.

Lösung der rätsel vom letzten pfarrbrief:

Silbenrätsel:

1. DACHRINNE, 2. AUSRUHEN, 3. SCHREINER,

4. DRECHSELN, 5. IRRATIONAL, 6. NIAGARA,

7. GRAMMATIK, 8. ABERDEEN, 9. NACH OSTEN,

10. STIMMLAGE, 11. IRREPARABEL,

12. CHARLOTTE, 13. HEIMAT, 14. SPRITZE,

15. PRINZESSIN

Lösungswort: DAS DING AN SICH SPRÜHT AM

DOMPLATZ

Quergedacht: Kokosnuss

o Ich ziehe viele Blicke auf mich.

o Ich werde auch „King of the Road“

genannt.

o Mich findet man weltweit.

o Ich werde oft und viel poliert.

o Ich feierte 1953 meinen 50. Geburtstag.

o Ich bin (nicht nur) ein Männertraum.

o Mein Logo ist ein beliebtes Tattoo.

o Ich habe eine gerade Räderanzahl.

o Viele Leute erkennen mich am Geräusch.

o Ich bin nach meinem Erfinder benannt.

o Ohne Benzin mache ich weniger

Spaß.

o Ich komme aus Amerika.

o Ich bin für „Heizer“.

o William und Arthur haben mich erfunden.

o Ich bin schwer.

o Mich gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Dompfarrbrief 3/2015

aus: Querdenker deluxe


Termine . . . . bitte vormerken

freitag, 18. September und

Samstag, 19. September 2015

Freitag, 15.00 - 19.30 Flohmarkt

Samstag, 8.00 - 13.00 Flohmarkt

Dienstag, 22. September 2015

9.30 Uhr Babyrunde

(jeden Dienstag)

19.00 Uhr Frauenturnen

(jeden Dienstag)

19.00 Uhr Talk im Dom

Sonntag, 4. oktober 2015

10.00 Uhr Erntedankfest und

Brotfest der Landwirtschaftskammer

Dienstag, 6. oktober 2015

19.00 Uhr Talk im Dom

freitag, 9. oktober 2015

19.30 Uhr Kabarett

Lainer & Aigner

„Frühling, Sommer,

Ernst und Günther“

im Festsaal der Kreuzschwestern

Kartenbestellung im

Pfarrbüro

freitag, 16. oktober und

Samstag, 17. oktober 2015

PGR-Klausur

Trauermauer

Die Trauermauer im Mariendom

ist täglich von

17.00 - 18.30 Uhr frei zugänglich.

Mittagsgebet

Innehalten in der

Mitte des Tages

Donnerstag

jeweils um 12.15 Uhr in der

Krypta des Mariendomes

In der Zeit, in der die Türmerstube

bewohnt ist (Advent, Fastenzeit,

Sommerferien) auch freitags.

Der Terminüberblick gibt den Stand bei Druck legung bekannt. Bitte beachten Sie die Infor mationen

in den Schaukästen oder auf unserer Homepage (www.dioezese-linz.at/dompfarre).

Dompfarrbrief 3/2015

Dienstag, 20. oktober 2015

19.00 Uhr Talk im Dom

Samstag, 21. november 2015

13.00 Uhr KFB-Einkehrnachmittag

mit Pfarrer M. Strasser

Thema: Die Rolle der getauften

Christin in der

Feier der Gottesdienste

Samstag, 7. november 2015

Seniorenmesse in der Kirche der

Barmherzigen Brüder

14.00 Uhr Beichtgelegenheit

14.30 Uhr Messe mit

Krankensalbung;

anschl. Jause

freitag, 13. november 2015

19.00 Uhr Martinsfest

Dienstag, 17. november 2015

14.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst

für Senioren

(Martin-Luther-Kirche)

freitag, 27. november 2015

14.00 Uhr Adventkranzbinden

im Pfarrsaal.

Binden Sie Ihren eigenen

Adventkranz. Bitte nehmen

Sie Blumendraht,

Blumenschere und Kerzen

mit.

Raumerlebnis

Dom

Morgenmeditation

Dienstag,

20. Oktober und 17. November

jeweils um 6.15 Uhr

Abendmeditation

Donnerstag,

1., 8., 15., 22. und 29. Oktober,

jeweils um 19.30 Uhr

Treffpunkt:

Turmportal in der Baumbachstraße

D e n k m a l

Kunst

Ein Beitrag zur

Vergeistigung der Welt

In der Kunst äußert sich die Fähigkeit

einzelner Menschen zu demiurgischer

Kreativität: Aus der

vorgegebenen Schöpfungswirklichkeit

vermögen sie kraft ihrer speziellen

Begabung etwas Neues,

Eigenständiges zu schaffen, das vorher

in dieser Form nicht da war.

Für die Religion bedeutet Kunst die

Möglichkeit, dem Menschen bei

seiner Heimkehr zu Gott und in

seine verlorene Heimat (Paradies)

zu helfen. Dies kann auf mehrfache

Weise geschehen: Kunst kann in all

ihren Ausdrucksformen (Malerei,

Plastik, Architektur, Musik, Tanz,

Dichtung usw.)

1) die Wirklichkeit Gottes und seines

Reiches in dieser unserer irdischen

Wirklichkeit vorbildhaft

abbilden und damit Sehnsucht nach

dem ewigen Ziel und Sinn menschlicher

Existenz wecken und stärken.

2) Kunst kann das Verborgene, Unbewußte,

die Tiefe der Welt, die geheimen

Zusammenhänge

verdeutlichen und damit das Bewußtsein

des Menschen erweitern

und vergeistigen helfen.

3) Kunst kann das Gefährliche, Entfremdete,

Verlorene aufdecken und

auf diese Weise aufklärend und aufrüttelnd

wirken und zur Umkehr

rufen.

Immer hat es Kunst also mit der

geistig-seelischen Dimension des

Menschen zu tun, mit seinen Gefühlen

und seiner Phantasie, mit seinem

Sinn für Schönheit und

Ordnung, für Sinn und Weisheit.

Indem sie Werte dieser Art vor

Augen stellt, arbeitet sie mit an der

Vergeistigung und das heißt Heimholung

und Erlösung der Welt.

für Sie gelesen von

Pfarrer Maximilian Strasser

Gottfried Hierzenberger, in:

Kleines Religiöses Wörterbuch. Was uns

glauben lässt. Wien 1984, 190.

15


Impressum und Offenlegung gemäß § 25 MedienG

Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: Dompfarre Linz, Herrenstraße 26, 4020 Linz, (vertreten durch Pfarrer

Dr. Maximilian Strasser), Tel.: 0732/77 78 85-0, E-mail: dompfarre@dioezese-linz.at; http://www.dioezese-linz.at/dompfarre

Unternehmensgegenstand: Römisch-Katholische Pfarrgemeinde

Hersteller: kb-offset, Kroiss & Bichler GmbH & CoKG, Römerweg 1, 4844 Regau

Verlagsort: Linz

Herstellungsort: Regau

Blattlinie: Kommunikations- und Informationsorgan der Dompfarre Linz

Es werden keine Beteiligungen an Medienunternehmen oder Mediendiensten gehalten.

Redaktionsteam:

Johanna Breuer, Adelheid Hartmann, Bernhard Kirchweger, Emil Lauß, Sigrid Stadler, Pfarrer Maximilian Strasser, Franz Wurm

Titelbild und Fotozeile: Franz Wurm

Gestaltung: Sigrid Stadler

Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: Montag, 12. Oktober 2015

Gottesdienste und Kirchenmusik im mariendom

2 4 . S o n n t a g i m J a h r e s k r e i s

Samstag, 12. September 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 13. September 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

2 5 . S o n n t a g i m J a h r e s k r e i s

Samstag, 19. September 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 20. September 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt

Gunter Waldek

Kleine deutsche Messe

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

2 6 . S o n n t a g i m J a h r e s k r e i s

S o n n t a g d e r V ö l k e r

Samstag, 26. September 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 27. September 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt zum Sonntag der Völker

Gestaltung durch die Volksgruppen

11.35 Uhr Hl. Messe (Kirche der Barmherzigen

Brüder)

18.15 Uhr Sendungsfeier in den pastoralen

Dienst

2 7 . S o n n t a g i m J a h r e s k r e i s

Samstag, 3. oktober 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 4. oktober 2015

10.00 Uhr Erntedankfest

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

2 8 . S o n n t a g i m J a h r e s k r e i s

Samstag, 10. oktober 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 11. oktober 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt - Ehejubilare

Musik für zwei Orgeln

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Sendungsfeier der

ReligionslehrerInnen

2 9 . S o n n t a g i m J a h r e s k r e i s

S o n n t a g d e r We l t k i r c h e

Samstag, 17. oktober 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 18. oktober 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt

Michael Haydn

Missa sub titulo sancti Leopoldi

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

3 0 . S o n n t a g i m J a h r e s k r e i s

Samstag, 24. oktober 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 25. oktober 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt

Motetten alter Meister

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

a l l e r h e i l i g e n

Samstag, 31. oktober 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 1. november 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt

Wolfgang Amadeus Mozart

Messe in C-Dur, KV 220 „Spatzenmesse“

11.30 Uhr Hl. Messe

14.30 Uhr Totengedenken

am Barbarafriedhof

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

a l l e r s e e l e n

montag, 2. november 2015

18.15 Uhr Requiem

Michael Haydn

Requiem in C-moll

3 2 . S o n n t a g i m J a h r e s k r e i s

Samstag, 7. november 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 8. november 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt

Roman Bislin-Wild

Messe Gib uns Frieden, Gott

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

H e i l i g e r L e o p o l d

Samstag, 14. november 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 15. november 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt

Musik für zwei Orgeln

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

C h r i s t k ö n i g s o n n t a g

Samstag, 21. november 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 22. november 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt

Charles Gounod

Caecilienmesse

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

1 . a d v e n t s o n n t a g

Samstag, 28. november 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse mit Segnung

der Adventkränze

Sonntag, 29. november 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse mit

Segnung der Adventkränze

10.00 Uhr Hochamt

Adventmotetten alter Meister

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

2 . a d v e n t s o n n t a g

Samstag, 5. Dezember 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 6. Dezember 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt

Gesänge im Gregorianischen Choral

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

H o c h f e s t d e r o h n e e r b s ü n d e

e m p f a n g e n J u n g f r a u u n d

G o t t e s m u t t e r m a r i a

montag, 7. Dezember 2015

18.15 Uhr Erste Vesper

Dienstag, 8. Dezember 2015

10.00 Uhr Hochamt

Franz Schubert

Messe in G-Dur

11.30 Uhr Hl. Messe

18.15 Uhr Hl. Messe

3 . a d v e n t s o n n t a g

Samstag, 12. Dezember 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 13. Dezember 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt

Adventliche Chormusik

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

4 . a d v e n t s o n n t a g

Samstag, 19. Dezember 2015

18.15 Uhr Vorabendmesse

Sonntag, 20. Dezember 2015

9.00 Uhr Kinder- und Familienmesse

10.00 Uhr Hochamt

Hans Leo Hassler

Missa Dixit Maria

11.30 Uhr Hl. Messe

16.30 Uhr Messe in engl. Sprache

18.15 Uhr Hl. Messe

Der Terminüberblick gibt den Stand bei

Drucklegung bekannt. Bitte beachten Sie die

Informationen in den Schaukästen und auf

unserer Homepage (www.dioezeselinz.at/dompfarre).

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