Landkreis Rastatt

kommunikationundwirtschaft

Deutsche Landkreise

IM PORTRAIT

LANDKREIS

RASTATT


Deutsche Landkreise im Portrait

Landkreis Rastatt

Herausgegeben in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung

Redaktion: Martin Walter, Leiter des Kreisarchivs, und

Gisela Merklinger, Pressesprecherin und persönliche Referentin des Landrats

Vierte, völlig neue Ausgabe 2015


Das Buch erscheint in der Edition «Städte – Kreise – Regionen».

Alle Rechte bei Kommu nikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg (Oldb)

Herausgegeben in Zu sam menarbeit mit dem Landkreis Rastatt;

Redaktion: Martin Walter, Leiter des Kreisarchivs, und Gisela Merklinger,

Pressesprecherin und persönliche Referentin des Landrats

Printed in Germany 2015

Das Manuskript ist Eigentum des Verlages. Alle Rechte vorbehalten.

Auswahl und Zusammen stellung urheberrechtlich geschützt. Dem Buch

liegen neben den illustrierten Autorentexten Bilder und PR-Texte der

Firmen, Verwal tungen und Ver bände zu grunde, die mit ihrer finan -

ziellen Beteili gung das Ersche inen des Bandes ermöglicht ha ben. Sie

sind im Anhang aufgeführt. Für die Rich tig keit der im Inhalts verzeichnis

aufgeführten Autorenbeiträge und der PR-Seiten übernehmen Verlag

und Redaktion keine Haftung.

Bildbearbeitung: Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg (Oldb)

Druck: gutenberg beuys feindruckerei, Hannover/Langenhagen

Bildnachweis: Seite 124

Bibliographische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publi kation in der Deutschen

National bibliographie; detaillierte biblio gra phische Daten sind

im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

ISBN 978-3-88363-366-4


INHALT

G R U S S W O R T

Grußwort 6

Landrat Jürgen Bäuerle

EIN KREIS MIT VIELFALT UND KULTUR

Zur Geschichte des Landkreises Rastatt 8

Martin Walter, Leiter des Kreisarchivs Rastatt

Schlösser, Burgen und Moderne – sehenswerte Architektur 12

Dr. Ulrich Coenen, Bauhistoriker, Redakteur BNN Bühl

Kultur pur – Museen, Kunst, Theater, Konzerte 16

Martin Walter, Leiter des Kreisarchivs Rastatt

Feste, Bräuche, Events –

ein bunter Veranstaltungskalender mit Tradition 20

Martin Walter, Leiter des Kreisarchivs Rastatt

Landkreis Rastatt im europäischen Dialog 22

Claus Haberecht, Dezernent beim Landratsamt Rastatt

E I N K R E I S M I T D Y N A M I K

Zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort und

Partner der TechnologieRegion Karlsruhe 24

Manuela Behrendt, freie Journalistin, Durmersheim

Branchenmix im Überblick 33

Ralf Joachim Kraft, freier Journalist, Rastatt

Starker Standort – Wirtschaftsregion Mittelbaden 42

Claus Haberecht, Dezernent beim Landratsamt Rastatt

Straße, Schiene, Luft und Wasser – Adern der Wirtschaft 46

Holger Staib, stellvertretender Leiter des Amtes für Strukturförderung,

Landratsamt Rastatt

3


Ein Kreis mit Power – Standort für Energieerzeugung 51

Michael Janke, Redakteur BNN und Leiter der Lokalredaktion Rastatt

und Murgtal

Sichere Entsorgung – Voraussetzung für die Zukunft 54

Michael Janke, Redakteur BNN und Leiter der Lokalredaktion Rastatt

und Murgtal

Handel und Dienstleistungen auf Erfolgskurs 56

Dr. Swantje Huse, Redakteurin BNN Rastatt

Zwischen Hightech und Tradition – das Handwerk 62

Dr. Swantje Huse, Redakteurin BNN Rastatt

Ackern mit Konzept –

moderne Landwirtschaft und Verbraucherschutz 64

Manuela Behrendt, freie Journalistin, Durmersheim

Weinbau mit Qualität und Lebensgefühl 66

Cordula von Junker, Weinbauberaterin, Landratsamt Rastatt

Der Wald im Landkreis – moderne Forstwirtschaft 68

Thomas Nissen, Amtsleiter des Kreisforstamtes, Landratsamt Rastatt

E I N K R E I S M I T V E R A N T W O R T U N G

Potenziale nutzen – Bildungswesen als Standortvorteil 70

Cornelia Casper M. A., Amtsleiterin der Volkshochschule, Landratsamt Rastatt

Jugend und Jugendkultur 74

Moritz Hirn, Redakteur BT Baden-Baden

Vom Landsitz zur modernen Tagungsstätte –

Akademie Schloss Rotenfels 76

Ingrid Merkel, Direktorin der Akademie Schloss Rotenfels, Gaggenau

4

Vorbildliche medizinische Versorgung –

Gesundheitswesen mit Profil 78

Jürgen Jung, Geschäftsführer der Klinikum Mittelbaden gGmbH, Baden-Baden


INHALT

Vielfalt und Qualität – soziale Angebote für junge Menschen 81

Stefan Biehl, Amtsleiter des Kreisjugendamtes, Landratsamt Rastatt

Zukunft gestalten –

Seniorenarbeit und Altenhilfe im Landkreis Rastatt 84

Rolf Schnepf, Altenhilfe-Fachberatung, Landratsamt Rastatt

E I N K R E I S M I T L E B E N S Q U A L I T Ä T

Lebendiges Gemeinwesen – Porträts der 23 Kommunen 86

Gisela Merklinger, Pressesprecherin und persönliche Referentin des

Landrats, Landkreis Rastatt

Mensch und Natur im Einklang –

Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord 106

Dr. Heiko P. Wacker, Journalist, Odenheim

Nationalpark Schwarzwald 108

Dr. Wolfgang Schlund, Leiter der Verwaltung des Nationalparks

Schwarzwald, Seebach, und

Dr. Thomas Waldenspuhl, Leiter der Verwaltung des Nationalparks

Schwarzwald, Seebach

Kulinarische Genüsse und herzliche Gastlichkeit 110

Hans-Peter Hegmann, freier Journalist, Kuppenheim

Wander- und Fahrradregion – Touren durch den Landkreis 112

Philipp Ilzhöfer, Tourismusbeauftragter des Landkreises Rastatt

Ausflugsziele, Sport- und Freizeitangebote für Gäste und Bürger 114

Rainer Wollenschneider, freier Journalist, Rastatt

Nachbarschaftliches Miteinander – Baden-Baden und Elsass 120

Dr. Heiko P. Wacker, Journalist, Odenheim

R E G I S T E R

Verzeichnis der PR-Bildbeiträge 122

Bildquellen 124

5


Grußwort

Der Landkreis Rastatt glänzt unter den Landkreisen in Baden-Württemberg mit einer

äußerst attraktiven Visitenkarte. Mit 23 engagierten Städten und Gemeinden präsentiert

er sich als Wirtschaftsstandort mit hoher Ausstrahlungskraft und durchschlagender Prosperität.

In der von „Schwarzwald, Rhein und Reben“ geprägten Landschaft, inmitten von

Nationalpark Schwarzwald und Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, geht es den Menschen

gut. Der Rhein mit seinen weiten, geschützten Auenlandschaften, die Vorgebirgszone

mit fruchtbaren Böden und Weinbergen sowie der nördliche Schwarzwald mit

weit sichtbaren Höhen und idyllischen Tälern machen den Reiz dieses landschaftlichen

Eldorados aus. Hier lässt es sich bestens leben und arbeiten.

Als Mitglied der „TechnologieRegion Karlsruhe“ zählt der Landkreis Rastatt zu einem

Zentrum europäischer Wirtschaftskompetenz mit einer erstklassigen Bildungs-, Forschungsund

Technologiedichte. Namhafte Unternehmen mit Weltruf haben ihren Sitz zwischen

Rhein und Murg. Die prädestinierte Lage in Europa mit besten Verkehrsanbindungen

und dem Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden vor der Haustüre gilt dabei als interna -

tionaler Premiumvorteil. Für noch mehr Schlagkraft hat sich der Landkreis Rastatt mit

Kommunen, Betrieben und Dienstleistern sowie der Stadt Baden-Baden zur Interessengemeinschaft

„Wirtschaftsregion Mittelbaden“ zusammengeschlossen.

Die Rahmenbedingungen für Industrie und Mittelstand, für Handwerksbetriebe und

den Dienstleistungssektor liegen uns als Landkreisverwaltung sehr am Herzen. Zusammen

mit dem Kreistag möchten wir dafür auch künftig die Weichen richtig stellen,

wichtige Impulse für die Infrastruktur geben und die hohe Lebensqualität der Bevölkerung

sichern.

Bildung und Ausbildung genießen hierbei oberste Priorität. Wir investieren in modern

ausgestattete berufliche Schulen mit gefragten Profilen und erstklassigen Be dingungen

für unseren Nachwuchs. Zudem stärken wir die soziale Sicherung durch Vernet zung von

Trägern und Einrichtungen und gezielte Hilfen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen und

fördern leistungsfähige Strukturen im Verbund des Klinikums Mittelbaden.

Der vom Verlag „Kommunikation & Wirtschaft“ in der Reihe „Deutsche Landkreise

im Portrait“ in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt herausgegebene vorliegende

Band „Landkreis Rastatt“ ist ein eindrucksvoller Nachweis über den landschaftlichen

Charme, die hohe wirtschaftliche Dynamik, das gelebte kulturelle Erbe und das einmalige

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GRUSSWORT

Flair seiner Städte und Gemeinden. Ich lade Sie herzlich ein zu einer durch herrliche Fotos

inspirierenden und exzellente Beiträge namhafter Autoren begleiteten Entdeckungsreise

durch unseren schönen Landkreis Rastatt mit seinen unzähligen Trümpfen.

Das Landratsamt in Rastatt

Jürgen Bäuerle

Landrat des Landkreises Rastatt

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Martin Walter

Zur Geschichte des Landkreises Rastatt

Kaum eine Region ist so reich an Geschichte und geschichtlichen Ereignissen wie der

Oberrhein. Schon früh war die Region zwischen Rhein und Schwarzwald von Menschen

besiedelt. Bereits in der Mittelsteinzeit, dem sogenannten Mesolithikum (bis etwa

8000 v. Chr.), wurden in der Vorbergzone Zeugnisse menschlicher Präsenz gefunden. In

der sogenannten jüngeren Steinzeit (etwa 8000 bis 5500 v. Chr.) nimmt die Besiedelung

vor allem in der fisch- und wildreichen Kinzig-Murgrinne zu.

Der „Heiligenbuck“ bei Hügelsheim

Zu den beeindruckenden und weithin sichtbaren Zeugnissen der Jahre zwischen 700

und 400 v. Chr. zählt zweifelsohne der frühkeltische Großgrabhügel zwischen Hügelsheim

und dem Baden-Airpark. Tatsächlich ist der „Heiligenbuck“ das bekannteste

archäologische Denkmal im Landkreis Rastatt. Wissenschaftlich untersucht wurde der

ursprünglich gut 3,5 Meter hohe Hügel zum ersten Mal im Oktober 1880 durch den

Großherzoglich Badischen Konservator Ernst Wagner. Die Funde waren damals wie heute

erstaunlich. Wagner fand mit seinem 20-köpfigen Team die Reste eines vierrädrigen

Prunkwagens, Bronzegefäße, Fibeln, Gefäße und vieles mehr. Leider ist beim Bau des

Flughafens zu Beginn der 1950er-Jahre ein weiterer Grabhügel, der sogenannte „kleine

Heiligenbuck“, eingeebnet worden. Seit 2005 gibt es übrigens am „Heiligenbuck“, am

Abzweig der Zufahrtsstraße zum Baden-Airpark an der B 36, eine Informationstafel, die

das Landesdenkmalamt in Auftrag gegeben hat.

Die Römer am Oberrhein

Natürlich ließe sich über die Präsenz der Römer ein ganzes Buch schreiben, denn

auch die Römer haben zahlreiche Spuren hinterlassen. Vor allem im ersten nachchrist -

lichen Jahrhundert konnten die Römer dank ihrer militärischen Überlegenheit die Grenzen

des römischen Reiches bis an den Oberrhein ausbauen. Zur Sicherung des Gebietes

wurde ein umfassendes Straßenbauprogramm realisiert und damit die Grundlage für

eine bestens funktionierende Infrastruktur gelegt. Zeugen davon sind vor allem die

Meilen- und Leugensteine, die in Bühl, in Au am Rhein, in Sinzheim oder in Elcheshein-

Illingen gefunden wurden. Natürlich war das römische Aquae (das heutige Baden-

Baden) zentraler Ort der Region in jenen Jahren. Kleinere Höfe gab es beispielsweise

bei Gaggenau-Oberweier. Römische Grabfunde etwa fanden sich auf den Gemarkungen

der späteren Orte Bietigheim, Rastatt oder Durmersheim. Rund 80 Münzen aus römischer

Zeit wurden gefunden, aber auch beeindruckende römische Kunstwerke, Altäre,

Reliefs, Statuen oder Statuetten.

8


EIN KREIS MIT VIELFALT UND KULTUR

Nachdem sich die Spuren der Römer ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. wieder verlieren,

schien die Region zunächst einmal verödet zu sein. Erst mit Spuren aus der Mero -

wingerzeit (etwa 450 bis 750 n. Chr.) kommt wieder „Leben“ in das Gebiet des Landkreises

Rastatt. So fanden sich Gräber in Sinzheim, Bietigheim, Hügelsheim oder in

Rastatt-Plittersdorf. Erst im frühen Mittelalter wird das im Grunde siedlungsfeindliche

Rheinauengebiet besiedelt und im hohen Mittelalter die Schwarzwaldtäler.

Schloss Eberstein (Stahlstich)

Die Grafen von Eberstein – neue Machtverhältnisse in der Region

Ab etwa dem Jahr 1100 bilden sich bedeutende lokale Herrschaften heraus. Im

nördlichen Kreisgebiet und vor allem im Murgtal entsteht die Grafschaft Eberstein,

deren Territorium allerdings schon im 13. Jahrhundert an die mehr und mehr dominierenden

Markgrafen von Baden abgegeben wird. Die Stadt Gernsbach im Murgtal mach-

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Schloss Rastatt

ten die Ebersteiner zu ihrem Hauptort und fassten so den Rahmen für eine Stadt -

werdung des Ortes. Nach dem Aussterben des Geschlechtes im 17. Jahrhundert, er -

innern heute Ortsnamen wie Haueneberstein oder Ebersteinburg an die lange Jahre

währende Präsenz der Grafen von Eberstein in unserer Region.

Die staufische Herrschaft bricht zusammen

Nach dem Zusammenbruch der staufischen Herrschaft im 13. Jahrhundert nimmt

die wechselvolle Geschichte der Markgrafen von Baden ihren Anfang. Zunächst entstand

ein kleines Territorium um Baden-Baden und Pforzheim. Der ursprüngliche Besitz

im Neckarraum ging zwar nach und nach verloren, aber am Oberrhein konnten die

badischen Markgrafen ihre Herrschaft festigen. Die Übernahme von Teilen der Herrschaft

Eberstein (1283, 1387), von Stollhofen (1309) und der Erhalt der Vogtei über die

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EIN KREIS MIT VIELFALT UND KULTUR

Klöster Frauenalb (1387)

und Schwarzach (1422)

sind Meilensteine des

Aufstiegs der Markgrafen

am Oberrhein. 1503

wurde unter Markgraf

Chris toph I. die untere

Markgrafschaft (Baden-

Baden, Pforzheim) mit

der oberen Markgrafschaft

(Sausenberg, Rötteln,

Badenweiler) ver -

einigt. Damit festigten die

Markgrafen ihren terri -

torialen Mittelpunkt im

mittelbadischen Raum.

Rastatt wird Residenz

und Mittelpunkt der

Region

1535 kommt es zu

einer Teilung der Markgrafschaft

in eine evangelische Linie in Durlach und eine katholische in Baden-

Baden/Rastatt. Nach der Zerstörung Baden-Badens im August 1689 wird Rastatt 1700

durch Markgraf Ludwig Wilhelm, den legendären Türkenlouis, zur Residenzstadt und

Sitz eines nach Versailler Vorbild erbauten Residenzschlosses. Architekt ist der Faneser

Domenico Egidio Rossi, dem auch die Stadtplanung des „neuen“ Rastatt zu verdanken

ist. Nach dem Aussterben der baden-badischen Dynastie werden beide Landesteile

1771 vereinigt. Die Landesverwaltung wird nach Karlsruhe verlagert.

Gaggenau: Benzwerke,

Bergmannswerke, ca. 1911

Industrialisierung und Urbanisierung

Das 19. Jahrhundert wird durch den wachsenden Verkehr, durch die beginnende

Industrialisierung geprägt. Städte wie Bühl (Stadterhebung 1835) und Gaggenau (Stadterhebung

1922) gewinnen an Bedeutung. Vor allem wegen des unerschöpflichen Vorkommens

des Rohstoffes Holz und aufgrund der zur Verfügung stehenden Wasserkraft

siedelt sich auch die Papier verarbeitende Industrie im Murgtal an. Daneben entstehen

zu kunftsweisende, hoch technisierte Unternehmen wie Bergmann oder die Süd -

deutsche Automobilfabrik, die in den Jahren nach 1900 den Grundstein für den Automobilbau

im heutigen Landkreis legen.

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Dr. Ulrich Coenen

Schlösser, Burgen und Moderne –

sehenswerte Architektur

Schwarzacher Münster

Der Landkreis Rastatt wird durch Baudenkmäler aus acht Jahrhunderten geprägt. Die

ältesten Gebäude im Kreisgebiet gehören der Romanik an. Zu den bedeutendsten

Denkmälern in Mittelbaden überhaupt zählt die ehemalige Benediktinerabteikirche in

Schwarzach, die zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstand. Die bestehende dreischif fige

Basilika mit Querhaus und einem Chor mit drei Apsiden besitzt einen mächtigen Vierungsturm,

der die Rheinebene überragt. In seinem Erscheinungsbild entspricht das

Gotteshaus völlig den Bauregeln, die seit Ende des 11. Jahrhunderts in den zur cluniazensischen

Reform zählenden Klöstern verbindlich wurden. Die Schwarzacher Abtei -

kirche ist das späteste Beispiel dieser Bauschule und entstand in einer Zeit, als die Bauregeln

des Zisterzienserordens, der als Gegenbewegung zu Cluny entstand, bereits das

Erscheinungsbild der Klöster bestimmten.

Der einzige weitgehend erhaltene Profanbau der Romanik im Kreisgebiet ist die

Burgruine Altwindeck aus dem frühen 13. Jahrhundert, die sich oberhalb von Bühl

erhebt. Gründer der ovalförmigen Anlage mit zwei Türmen und zwei Palasbauten sind

die Herren von Windeck. Höhenburgen mit dieser Grundrissgestalt sind im Hochmittelalter

keineswegs selten. Der bedeutendste Vertreter dieses Typus ist die Herrenburg

Münzenberg in der Wetterau,

die in der zweiten

Hälfte des 12. Jahrhunderts

entstand.

Auch aus der Gotik

blieben nur wenige Denkmäler

im Landkreis erhalten.

Der Chor der ansons -

ten barocken Wallfahrtskirche

Maria Linden in

Ottersweier entstand

1484, der Westturm des

heutigen Bühler Rathauses,

das bis 1877 als Pfarrkirche

diente, wurde 1524

von Hans von Maulbronn

errichtet. Ein weitgehend

12


EIN KREIS MIT VIELFALT UND KULTUR

einheitlicher Bau der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ist die Jakobskirche in Gernsbach,

ein Saalbau mit stern gewölbtem Polygonchor. Große Teile der Liebfrauenkirche in

Gernsbach, die wahrscheinlich aus der ehemaligen Burgkapelle entstand, gehören dem

13. bis 14. Jahrhundert an.

Das Barock hat die Architektur im Kreisgebiet nachhaltig geprägt. Schloss und Stadt

Rastatt wurden nach der Zerstörung der bisherigen Residenz Baden-Baden im orlea -

nischen Krieg 1689 unter der Bauherrschaft von Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden

(„Türkenlouis“) errichtet. Die Verlegung des Fürstensitzes in die Ebene ist eine Forderung

des Zeitgeschmacks. Mit dem Auftrag des Schlossneubaus übernahm Domenico

Egidio Rossi auch die Gestaltung des Stadtplans. Vom Schloss, an dessen Rückseite sich

ein großer Garten erstreckt, laufen drei Straßen strahlenförmig in die Stadt. Auf dem

Marktplatz stehen sich, symmetrisch angeordnet, zwei Monumentalbauten gegenüber:

die 1756 bis 1764 erbaute katholische Stadtkirche St. Alexander und das 1750 errichtete

Rathaus. Architekt war Johann Peter Ernst Rohrer.

Burgruine Altwindeck

13


Schloss Favorite

Sein Bruder Johann Michael Ludwig Rohrer lieferte ebenfalls den Entwurf für Schloss

Favorite bei Kuppenheim, dem 1710 bis 1712 erbauten Sommersitz der Markgräfin

Sibylla Augusta. Die Dreiflügelanlage steht mehr in der Überlieferung des Kaiserhofes in

Wien als in der Ludwigs XIV.

Zu den bedeutendsten Baumeistern des Spätbarock in Baden gehört Franz Ignatz

Krohmer, der in der Mitte und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter anderem

die Pfarrkirchen in Kappelwindeck, Stollhofen, Moosbronn und Rotenfels plante,

außerdem schuf er ab 1762 den Südflügel des Rastatter Schlosses. Friedrich Weinbrenner,

großherzoglicher Baudirektor in Karlsruhe und einer der bedeutendsten Vertreter

des Klassizismus in Deutschland, ist der Architekt der evangelischen Pfarrkirche in

Scherzheim (1811) und des ehemaligen Badehauses Hub bei Ottersweier (1811/12).

1816 bis 1818 baute er im Auftrag von Markgraf Wilhelm von Baden-Hochberg Schloss

Rotenfels in der Formensprache eines Landhauses.

Die bei Weitem größte Zahl denkmalwerter Bauwerke im Landkreis Rastatt gehört

dem Historismus an. Unter den Baumeistern dieser Epoche ist Heinrich Hübsch hervorzuheben,

der als Nachfolger Friedrich Weinbrenners in der Mitte des 19. Jahrhunderts

der führende Architekt des Großherzogtums Baden war. Im Landkreis blieben zwei

Spätwerke des großherzoglichen Baudirektors erhalten: die Pfarrkirchen in Bühlertal

(1862/64) und Altschweier (1863/66). Hübsch, einer der bedeutendsten Architekturtheoretiker

seiner Zeit, trug zur Überwindung des Klassizismus in Deutschland bei.

14


EIN KREIS MIT VIELFALT UND KULTUR

Die Jahrhundertwende prägt der Kirchenbaumeister Johannes Schroth, der unter

anderem die Pfarrkirchen in Kuppenheim (1902), Ottersweier (1906) und Neusatz

(1911) erbaute. Er bevorzugte Neoromanik und Neugotik und wandte sich später dem

Jugendstil zu. Zu den herausragenden neogotischen Sakralbauwerken der Region zählt

die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul in Bühl, die 1872 bis 1876 nach Plänen

von Karl Dernfeld und nach dem Vorbild des Freiburger Münsters erbaut wurde.

An der Schwarzwaldhochstraße entstanden um 1900 mehrere bedeutende Hotelbauten,

die als wichtige architektonische Zeugnisse für die wachsende Bedeutung des

Fremdenverkehrs stehen. Herausragend ist die Bühlerhöhe, die Wilhelm Kreis 1912 bis

1914 in der Formensprache einer barocken Schlossanlage errichtete. Den Innenhof

gestaltete er im Hinblick auf die ursprünglich zugedachte Aufgabe als Offiziers -

genesungsheim nach Motiven der Festungsarchitektur. Vorbildfunktion für den winkelförmigen

Grundriss des Hauptgebäudes hat Schloss Stupinigi bei Turin, das Filippo Javarra

ab 1729 erbaute.

Eines der bedeutendsten Bauwerke der Moderne im Landkreis ist das USM-Firmengebäude

in Bühl. Es entstand 1982 nach dem von Fritz Haller entworfenen Baukastensystem

Maxi und wurde 1987 und 1992 erweitert.

Architektur lebt . . . das Land -

rats amt (unten rechts) mit

der be nachbarten Baustelle

für das Stadthotel

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Martin Walter

Kultur pur –

Museen, Kunst, Theater, Konzerte

Hardtmuseum Durmersheim

Der Landkreis ist eine pulsierende Region voller Menschen, die gestalten und erleben,

die Ideen haben und umsetzen und die genau wissen was es bedeutet, in einer Landschaft

mit vielfältigsten kulturellen Angeboten zu leben.

Von überregionaler kulturhistorischer Bedeutung sind vor allem die beeindruckenden

Schlösser in Rastatt und in Niederbühl-Förch (Favorite) mit ihren originalen Ausstattungen

und musealen Sammlungen. Im Lustschloss Favorite der Markgräfin Sibylla

Augusta kann man wunderbare Fayencen, Gläser und Porzellane entdecken und

bestaunen. Zudem ist der im englischen Stil angelegte Landschaftsgarten ein ganz

besonderes Erlebnis. In der wunderbaren Umgebung der Rastatter Barockresidenz sind

gleich zwei Museen von überregionaler Bedeutung untergebracht: Zum einen die 1974

vom damaligen Bundespräsidenten Gustav W. Heinemann gegründete Erinnerungs -

stätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte. Deren engagierte

Leitung trägt mit sehr vielfältigen Sonderausstellungen und Veranstaltungen wesentlich

dazu bei, die Begriffe Demokratie und Freiheit in unserer Gesellschaft zu verankern.

Zum anderen präsentiert das 1934 gegründete renommierte Wehrgeschichtliche

Museum (WGM) im Südflügel des Barockschlosses auf 1500 Quadratmetern Ausstellungsfläche

eine sehr sehenswerte Schau zur deutschen, insbesondere aber zur süddeutschen

Militärgeschichte. Auch hier sorgt die Direktion des WGM mit vielfältigen

Sonderaktionen für ständig neue museale Erlebniswelten.

Die Museumslandschaft im Landkreis basiert in weiten

Teilen auf der Idee, eine ganze Region als Museum

zu begreifen. Das beinhaltet nicht nur rein museale Einrichtungen,

sondern auch Besonderheiten der Natur beiderseits

des Rheins. Die PAMINA-Museen umfassen insgesamt

zehn Einrichtungen beiderseits des Rheins im

Elsass, der Pfalz und in Baden. Im Landkreis Rastatt gibt

es vier Museen, die in das PAMINA-Programm einge -

bunden sind. Diese besitzen jeweils besondere Schwerpunkte

und sind als Ensemble zu betrachten (Museum

Arbeit am Rhein in Elchesheim-Illingen, Hardt museum

Durmersheim, Riedmuseum in Rastatt-Ottersdorf und

Flößereimuseum Steinmauern). Weitere sehenswerte

und zum Teil neu konzipierte Einrichtungen gibt es mit

den Stadtmuseen in Rastatt und Bühl oder mit den

Städ tischen Sammlungen in Gaggenau. Einzigartig ist in

16


EIN KREIS MIT VIELFALT UND KULTUR

Rastatt das 2010 eröffnete Kantorenhaus, dessen zentrales

Thema die Bewahrung der Geschichte der jüdischen

Mitbürger in Rastatt ist. Kernstück der Präsentation

ist eine topografische Darstellung Rastatts, in der die

Häuser und Liegen schaften jüdischer Eigentümer eingetragen

sind.

Lohnenswerte Ausflugsziele sind darüber hinaus die

historische Geiserschmiede in Bühlertal, das Kuppen -

heimer Heimatmuseum im Alten Schulhaus, das Murgtal-Museum

in Forbach-Bermersbach oder das Lichten -

auer Heimatmuseum, das in dem liebevoll restaurierten

„Hans-Michels-Hus“ untergebracht ist. Nicht außer Acht

lassen sollten Technikbegeisterte einen Besuch des einzigartigen

Unimog-Museums in Gaggenau-Bad Rotenfels

oder des Deutsch-Kanadischen Luftwaffenmuseums, das

sich in einem Hangar auf dem Gelände des Baden-Airparks

befindet. Das von einem Verein getragene Museum

wartet mit zahl reichen Exponaten, darunter drei Jets,

auf und erinnert damit an die Präsenz der kanadischen

Streitkräfte auf der ehemaligen Nato-Air Base Rheinmünster-Söllingen.

Aber auch in Sachen Kunst hat die Region einiges zu bieten. In der Städtischen

Galerie Rastatt werden vor allem Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die in

Baden wirken oder gewirkt haben, gezeigt. Das Hauptwerk der Sammlung ist die großformatige

Holzschnitt-Collage „Wege der Weltweisheit: die Hermannsschlacht“ des

weltberühmten Künstlers Anselm Kiefer. Im Rahmen der öffentlichen Kunstförderung

veranstaltet der Landkreis

Rastatt alljährlich im

Foyer des Landratsamts

gut besuchte und weithin

beachtete Kunstausstellungen

mit Künstlern aus

der Region, aber auch

viele Städte und Gemeinden

des Kreises organi -

sieren Kunstausstellungen

von großer Anziehungskraft.

In Ötigheim ist eine

der schönsten Freilichtbühnen

Deutschlands zu

entdecken! Seit 1906

wird in einer ehemaligen

Kiesgrube Freilichttheater

Führung im Riedmuseum

Rastatt-Ottersdorf

Stadtmuseum Bühl

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Heimatmuseum Lichtenau

vom Feinsten geboten. Den Ötigheimer Volksschauspielen gelang vor dem Ersten Weltkrieg

der Durchbruch mit Schillers „Wilhelm Tell“. Und der Erfolg gibt den Volksschauspielen

bis heute recht. Beinahe alljährlich durchbrechen die Besucherzahlen die ma -

gische Schallmauer von 100 000 Besuchern.

Das Bild wird abgerundet durch mehrere ehrgeizige Theaterinitiativen, nämlich das

von Harald Hemprich geleitete „ensemble 99“ in Rastatt, dessen Vorläufer im Schul -

theater zu finden sind, das „Theater im Kurpark“ (TiK) in Gernsbach, das 1991 durch den

jungen Theatermacher Martin Rheinschmidt gegründet wurde. Im Norden des Land -

kreises sind die Klosterfestspiele in Durmersheim-Bickesheim in den letzten Jahren

zu einer festen Größe im kulturellen Leben des Landkreises Rastatt geworden. Unter

der Ägide von Dieter Baldo sorgt ein frisches und ein begeisterndes Ensemble für ein

spannendes Theaterprogramm im Garten des Klosters Bickesheim.

Kleinkunst vom Feinsten kann man gleich an mehreren Orten im Landkreis entdecken.

Da gibt es die legendäre Gaggenauer Klag-Bühne, die schon seit vielen Jahren

aktiv ist, ohne jemals an Attraktivität eingebüßt zu haben. Im Gegenteil. Gäste in Gaggenau

waren unter anderen die Blueslegende Odetta, der Entertainer und Multi-Instrumentalist

Götz Alsmann, Schlagerbarde Dieter Thomas Kuhn, Bülent Ceylan, Annette

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EIN KREIS MIT VIELFALT UND KULTUR

Postel, Georg Schramm oder Max Raabe. Alle schätzten sie die „Weltbühne mit

Brettlcharakter“. Im südlichen Landkreis hat sich in besonderem Maße das Hoftheater

Scherzheim, das 1982 vom legendären Elmer Bantz begründet wurde, einen großen

Namen gemacht. Und im Bühler „Hänferdorf“ ist es vor allem der Schüttekeller, der mit

einem großartigen (musikalischen) Programm für Highlights in rascher Folge sorgt. In

Bühl sorgt zudem seit 2003 alljährlich im Mai das Bluegrass Festival für vollbesetzte

Reihen im Bürgerhaus „Neuer Markt“, aber auch das Jazztival Bühl unter der Progra m m -

leitung von Bernd Kölmel besitzt eine riesige Fangemeinde.

Bei einer Darstellung der kulturellen Highlights des Landkreises dürfen die renommierten

Schwarzacher Münsterkonzerte nicht fehlen. Das erste Konzert, das der Kulturkreis

Achern-Bühl mit Unterstützung des Landkreises Bühl organisierte, fand am 30.

November 1969 als musikalische Feierstunde zum 1. Advent statt. An zwei Terminen

im Jahr werden künstlerisch hochrangige Konzerte mit dem Schwerpunkt auf geistliche

Musik geboten. Diese Konzerterlebnisse werden vom Landkreis Rastatt zusammen mit

der Gemeinde Rheinmünster und der Pfarrei Peter und Paul organisiert und vom SWR

mit großem Engagement unterstützt.

Bluegrass Festival in Bühl

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Martin Walter

Feste, Bräuche, Events – ein bunter

Veranstaltungskalender mit Tradition

20

Zwetschgenverladung am

Güterbahnhof in Bühl

Die Menschen im Landkreis Rastatt verstehen zu feiern. Gerne tun sie das und mit

großer Intensität. Oftmals liegen diesen Veranstaltungen dörfliche Besonderheiten

zugrunde. In Steinmauern gibt es seit vielen Jahren das Hähnchenfest, in Rastatt-

Plittersdorf das Fischerfest, das „Bäretriewerfescht“ in Durmersheim-Würmersheim, in

Gaggenau-Oberweier das „Keschdefest“ oder die „Dorfhockete“ in Forbach-Gausbach,

um nur einige wenige zu nennen.

Eines der alljährlichen regionalen Highlights im Süden des Landkreises ist das Bühler

Zwetschgenfest, dessen Ursprünge in den bewegten Jahren der Weimarer Republik zu

suchen sind. Nachdem 1927 das erste Zwetschgenfest stattfand, wurde erst in der

Nachkriegszeit wieder, genauer 1949, das zweite Ereignis dieser Art ins Leben gerufen.

Heute hat sich das jährlich veranstaltete Bühler Zwetschgenfest zu einem Unter -

haltungsevent gewandelt, das viele Tausende von Besuchern in die Stadt an der Bühlot

zieht. In Hügelsheim begeistert das Spargelfest zu Ehren

des königlichen Gemüses, das schon seit weit über 100

Jahren dort angebaut wird und auf den sandigen Böden

der Rheinebenen bestens gedeiht.

Natürlich sind es nicht nur agrarisch geprägte Strukturen

oder Sonderkulturen, die für die „Festkultur“ in

Mittelbaden verantwortlich sind. Auch das traditions -

reiche Handwerk ist oftmals Anlass für besondere Veranstaltungen.

Erinnert sei hier an den jährlich stattfindenden

wunderbaren Handwerkermarkt im Klosterhof des

1840 abgetragenen Klosters Schwarzach, das auf die

einst große wirtschaftliche Bedeutung Schwarzachs seit

dem Mittelalter verweist. Großartig ist zudem das

Ambiente des Iffezheimer Töpfermarktes, das meist im

Mai an der Iffezheimer Pferderennbahn viele Tausende

Besucher fasziniert.

Einer der ältesten nachweisbaren Bräuche im Murgtal

hängt eng mit der Fastnacht zusammen. Vor allem der

Gaggenauer Stadtteil Hörden ist ein karnevalistisches

Zentrum der Region. Rund 30 Wagenmotive sorgen für

ein besonderes Spektakel beim alljährlichen Fastnachts-

Lindwurm, der sich aus rund 2000 Mitwirkenden zusammensetzt.

Damit aber nicht genug, die Hördener Tanz-


EIN KREIS MIT VIELFALT UND KULTUR

garden konnten neben

zahlreichen badischen

und süddeutschen Titeln

zudem mehrere deutsche

Meis terschaftstitel im

Schau tanz erringen. Un -

ge brochen ist nach wie

vor die Begeisterung der

Jugend, die sich für die

Erhaltung des dörflichen

Brauchtums einsetzt. Vor

allem in der Karwoche

ziehen Gruppen von Mädchen und Jungen laut „ratschend“

durch ihre Heimatgemeinden wie Kuppenheim-

Oberndorf oder Sinzheim-Halberstung. Im idyllisch gelegenen

Obern dorf, am Eingang zum Murgtal gelegen, hat

sich ebenso der Brauch des Pfingstträgs oder des

Pfingst rittes erhalten. Ein Brauch, der von der KJG

(Katho lische Junge Gemeinde) dort seit vielen Jahren mit

Leben erfüllt wird und vor allem die Kinder begeistert.

In Lichtenau, dem ehemaligen Verwaltungsmittelpunkt

des Hanauer Landes, lebt seit einiger Zeit ein

Handwerk wieder auf, das in Vergessenheit geraten war:

die Herstellung von Strohschuhen. Sie sind aus vielfäl -

tigen Gründen heute sehr gefragt. Allerdings ist die Herstellung

dieser Schuhe, die sich übrigens sehr angenehm

tragen, sehr arbeitsintensiv: 16 bis 18 Stunden benötigt

ein geübter Strohschuhmacher für ein Paar Schuhe.

Für zahlreiche Pferdefreunde ist der Wendelinusritt in

Leiberstung, der jedes Jahr am 2. Sonntag im Oktober

gefeiert wird, schon zur liebgewonnenen Tradition

geworden. Seit 1964 wird diese Veranstaltung anlässlich

des Patroziniumsfestes des Ortsheiligen St. Wendelinus

im Herbst mit mehreren Hundert Reitern, Kutschen und

Gespannen durchgeführt.

Oberndorfer Pfingstträg

Hördener Fastnacht

21


Claus Haberecht

Landkreis Rastatt im europäischen

Dialog

Partnerschaften mit der

Provinz Pesaro e Urbino

Angesichts dieses hervorragend

ausgebauten und einma ligen

Partnerschaftsnetzes mit bisher

elf offiziell besiegelten Partnerschaften

– Bietigheim – Saltara

– Forbach – Monte Maggiore

al Metauro

– Gernsbach – Pergola

– Hügelsheim – Cartoceto

– Iffezheim – Mondolfo

– Lichtenau – Serrungarina

– Loffenau – Montefelcino

– Muggensturm – Gradara

– Ötigheim – Gabicce Mare

Rastatt – Fano

– Weisenbach – San Costanzo

sind weitere Partnerschaften

innerhalb des großen Verbundes

zwischen der Provinz Pesaro

e Urbino und dem Landkreis

Rastatt geplant.

Kommunale Partnerschaften in Europa, die überwiegend nach dem Zweiten Weltkrieg

gegründet wurden, hatten zum Ziel, den Frieden zu sichern sowie die Versöhnung und

die Völkerverständigung zu fördern. So ist es auch zu erklären, warum Deutschland

anteilsmäßig in Europa die meisten internationalen kommunalen Partnerschaften vorweisen

kann. Diese tragen dazu bei, dass Europa für die Menschen erfahrbar und erlebbar

wird. Sie fördern das europäische Bewusstsein und sind Plattformen europäischer

Zusammenarbeit. Auch als Lern- und Erfahrungsgemeinschaften sind diese von großem

Nutzen. Denn sie bieten die Chance, gemeinsam Probleme wie die demografische Entwicklung,

Fragestellungen im Bereich der Bildung und Ausbildung oder zu Herausforderungen

des Klimaschutzes miteinander zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen

zu suchen. In der Agenda des Landkreises Rastatt wurden dazu die Weichen für das

„europäische“ Mit einander gestellt und Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Partner -

schaften von Interessen füreinander und dem Willen nach zukunftsfähiger Weiterentwicklung

ge tragen werden.

Neben den sehr engen Beziehungen zum benachbarten Frankreich, die sich auch

durch die intensive Mitwirkung in zwei grenzüberschreitenden deutsch-französischen

Organisationen, dem Eurodistrict Regio-PAMINA und dem PAMINA-Rheinpark e. V.,

manifestieren, hat die engagierte Pflege der Partnerschaft mit zwei kulturellen und

geo grafisch sehr unterschiedlichen europäischen Regionen in Italien und Finnland

bereits eine lange Tradition.

Stadt Vantaa in Finnland

Bereits seit 1968 besteht mit dem finnischen Vantaa

eine besondere Partnerschaft. Die in der Agglomeration

des Großraums Helsinki gelegene, stark expandierende

Stadt Vantaa mit über 220 000 Einwohnern wird auch

durch den großen internationalen Flughafen Helsinki/

Vantaa geprägt. Seit der Öffnung Russlands hat sich die

viertgrößte Stadt Finnlands zu einem wichtigen Verkehrs-

und Logistikknoten entwickelt. Techno logie,

Import- und Export-Unternehmen nutzen die Tatsache,

dass Finnland zur Europä ischen Union gehört und siedeln

sich in diesem großen Wirtschaftsraum an.

22

Vantaa, Heureka Science Center


EIN KREIS MIT VIELFALT UND KULTUR

Neben dem Jugend- und Schüleraustausch mit landkreiseigenen

Schulen – bislang haben nahezu 3900

Jugendliche teilgenommen – besteht auch im Bereich

Wirtschaft, Tourismus und Kultur eine fruchtbare Zu -

sammenarbeit. Gegenseitige Messebesuche wie auf der

MATKA in Helsinki oder offerta in Karlsruhe, gemeinsame

Veranstaltungen wie zum Beispiel das Wirtschaftsforum

in Bühl oder Kulturevents im Rahmen der Feierlichkeiten

zum 40-jährigen Partnerschaftsjubiläum sind Zeichen

dieser erfolg reichen Kooperation. Auch durch die

Steinbeis Business Academy, einer staatlich an erkannten

privaten Hochschule für Kompetenztransfers zwischen

Wissenschaft und Wirtschaft, findet ein Austausch mit

der Universität in Vantaa statt.

Gabicce Mare, Strand

Provinz Pesaro e Urbino in Italien

Die Partnerschaft mit der italienischen Provinz Pesaro e Urbino wurde 1996

be siegelt. Pesaro e Urbino, südlich der Emilia-Romagna gelegen, ist die nördlichste

Provinz der Region Marken und erstreckt sich von der Adria bis zu den Hügeln des

Apen nins. Direkt an der Adria, wie die Stadt Fano, oder auf grünen Anhöhen liegen

über 50 Städte und Dörfer, die Besucher mit historischem Charme und zahlreichen

Sehens würdig keiten beeindrucken. Herausragenden Charakter hat hier sicherlich Urbino,

eine der ältesten Universitätsstädte Italiens, in der der berühmte Maler Rafael gelebt

hat. Die größte Stadt Pesaro ist weltberühmt für ihre Majoliken, die dem feinen Ton

ihrer Erde vor Ort zu verdanken sind.

In den Sommermonaten wird in Pesaro das Rossini Opera Festival, das zu Ehren

ihres berühmten Mitbürgers Gioachino Rossini veranstaltet wird, durchgeführt. Die Aufführungen

der lyrischen Werke des großen Meisters genießen weltweit Beachtung.

Im wirtschaftlichen Bereich spielt besonders die Möbel- und Kleidungsindustrie eine

große Rolle. Im Rahmen des 10-jährigen Partnerschaftsjubiläums wurde eine Verein -

barung mit dem Ziel unterzeichnet, die Zusammenarbeit und die Weiterentwicklung in

verschiedenen Bereichen weiter auszubauen. Neben dem kontinuierlich durch geführten

Jugend- und Schüleraustausch entstehen gerade im Bereich Tourismus und Kultur zahlreiche

neue Angebote. Darüber hinaus wurden auf der kommunalen Ebene zahlreiche

Partnerschaften initiiert (siehe Infospalte).

Zudem unterstützt der Landkreis Rastatt, außer den oben genannten elf „deutschitalienischen“

Partnerschaften, auch viele weitere Partner-Aktionen. Von den insgesamt

über 40 kommunalen Partnerschaften sind die meisten im Bereich der Europäischen

Union entstanden. Aber auch zu Städten und Gemeinden aus Übersee werden Kontakte

gepflegt wie beispielsweise Kooperationen zwischen der Gemeinde Hügelsheim mit

dem kanadischen Cold Lake.

Partnerschaften auf kommunaler Ebene sind wichtige emotionale Bausteine bei der

Weiterentwicklung eines zukunftsfähigen Europas.

Kontaktdaten der

euro pä ischen Partner:

Stadt Vantaa:

www.vantaa.fi

Provincia di Pesaro e Urbino:

www.provincia.pu.it

Ufficio Turismo:

www.turismo.pesarourbino.it

23


Manuela Behrendt

Zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort

und Partner der TechnologieRegion

Karlsruhe

Romantische Naturlandschaften vom mächtigen Rhein ins gemütliche Murgtal, durch

märchenhaftes Rebland in erhabene Höhen und zauberhafte Täler des Nordschwarzwalds

verbinden sich im Landkreis Rastatt auf rund 740 Quadratkilometern mit ex -

zellenter Lebensart. Qualifizierte Fachkräfte – in der Region herangewachsen und hochkarätig

ausgebildet oder als begeisterte Nutzer der hervorragenden Infrastruktur und

Wohnkultur in den Landkreis zugezogen und verwurzelt – bilden die solide Basis für ein

tatkräftiges Unternehmenskonglomerat mit eminentem Potenzial. Die wirtschaftlich

starke Region schreitet mit Siebenmeilenstiefeln in die Zukunft.

Neben der beeindruckenden Präsenz von Global Playern agieren zahlreiche kleine

und mittelständische Firmen. Ambitioniert, risikobereit, mit regem Erfindungsgeist

gehen sie erfolgreich ihren Weg. Im landesweiten Vergleich punktet die Region mit

imposanter Firmendichte und großem Schneid zu Betriebsgründungen. Nicht mit Ellenbogenpower

drängen Unternehmen in der Landschaft in den Vordergrund. Sie betten

ihre Standorte sorgfältig in die regional-rustikale Schönheit ein. Städte und Gemeinden

weisen verkehrsgünstig platzierte Gewerbeflächen aus. Vorzeigebeispiel ist der Baden-

Airpark an der Autobahn 5 in Rheinmünster-Söllingen. Von Karlsruhe trennen ihn nicht

ganz 40 Kilometer, 10 Kilometer von der Barockstadt Rastatt. Der Regionalflughafen

Karlsruhe/Baden-Baden verzeichnet rund eine Million Passagiere im Jahr, ist der zweitgrößte

Verkehrsflughafen in Baden-Württemberg. Berlin und Hamburg sowie Barcelona,

London und Rom sind auf dem Luftweg einen Katzensprung entfernt. Die Effizienz -

bündelung mit 142 Hektar Gewerbeareal und Freizeitanlagen macht den Baden-Airpark

zum perfekten Standort für ein Füllhorn von Branchen.

Im Landkreis Rastatt ist das produzierende Gewerbe von immenser wirtschaftlicher

Bedeutung. Führend ist der Fahrzeugbau, gefolgt von Elektro-, Medizin-, Mess-, Steuerund

Regeltechnik. Da der Entwicklungsprozess der Informations-, Kommunikations- und

Medientechnik im Formel-1-Tempo unterwegs ist, rückt der Dienstleistungssektor mit

wirtschaftlicher Dynamik in den Fokus, eröffnet neue Perspektiven. Expandierender

Handel, weit gefächerter mittelständischer Branchenmix sowie eine ansehnliche Handwerkerschaft

vervollständigen die Unternehmensvielfalt. Kompetente Lotsen, die mit

Beratung, Service und unbürokratischer Fachunterstützung aktiv parat stehen, sind die

Fortsetzung Seite 26

24


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr:

Johnson Controls Werk Rastatt

Launch der ersten Generation

der A-Klasse: März 1997

Werksgröße: 20 250 m 2

Mitarbeiter: 700

Produktionsportfolio:

– Sitzsysteme

– Instrumententafeln

– Türsysteme

Kunden:

Johnson Controls Automotive

Experience beliefert alle namhaften

Fahrzeughersteller weltweit.

www.johnsoncontrols.com

unten: Montage der Vordersitzanlagen

Johnson Controls Automotive Experience

Johnson Controls wurde im Jahr 1885 in Milwaukee (USA) von Warren

Johnson, dem Erfinder des ersten elektrischen Raumthermostaten,

gegründet und ist ein globales Multi-Industrie-Unternehmen mit Kerngeschäftsfeldern

in der Automobil-, Gebäude- und Batteriebranche mit

insgesamt 130 000 Mitarbeitern weltweit. Der globale Umsatz für das

Geschäftsjahr 2014 belief sich auf 42,8 Mrd. US-Dollar, davon entfielen

ca. 22 Mrd. US-Dollar auf die Geschäftsbereiche Automotive Seating

und Automotive Interiors.

Johnson Controls Automotive Experience ist weltweit führend bei Autositzsystemen

und -komponenten. Mit seinen Produkten, Technologien

und fortschrittlichen Fertigungsmethoden unterstützt das Unternehmen

alle großen Automobilhersteller dabei, sich mit ihren Fahrzeugen im

Markt zu differenzieren. Mit über 200 Standorten weltweit ist Johnson

Controls dort vertreten, wo seine Kunden das Unternehmen brauchen.

Vom Einzelbauteil bis hin zu kompletten Sitzsystemen begeistern Komfort

und Design der Johnson Controls Produkte die Konsumenten. Dank

seiner globalen Leistungsfähigkeit stattet das Unternehmen rund

50 Millionen Fahrzeuge pro Jahr aus.

1997 eröffnete Johnson Controls einen Standort in Rastatt – für die Justin-time-/Just-in-sequence-Montage

von Autositzen – im Zulieferpark

von Daimler. Heute laufen hier die Sitzanlagen für verschiedene

Modelle von Mercedes Benz vom Band. Des Weiteren werden Instru-

mententafeln und Seitentürverkleidungen ebenfalls für Mercedes produziert.

Johnson Controls Rastatt ist einer der großen Arbeitgeber der

Region – aktuell sind 700 Mitarbeiter beschäftigt – und ein anerkannter

Ausbildungsbetrieb sowie Anbieter von dualen Studiengängen. Hier

verbinden sich Tradition, Erfolg und Zukunftsfähigkeit.

25


26

Wirtschaftsförderungen des Landkreises sowie der Städte und Kommunen. Existenzgründer

erhalten optimale Startchancen. Der leistungsfähige Landkreis Rastatt ist ein

unverzichtbarer Partner der Technologieregion Karlsruhe, einer regionalen Aktions -

gemeinschaft, der er mit drei weiteren Landkreisen aus Baden-Württemberg und

Rheinland-Pfalz angehört. In den Sparten Wissenschaft, Kultur und Verwaltung bündeln

die Kooperationspartner ihre Ressourcen im Wettbewerb der Regionen, stärken ihre

Position durch kontinuierliche Weiterentwicklung und schaffen eine beeindruckende

gemeinschaftliche Außenwirkung. Partner in der Technologieregion Karlsruhe arbeiten

nach den Prinzipien der Freiwilligkeit und Eigenständigkeit zusammen. Mit den Städten

Baden-Baden, Rastatt, Bühl und Gaggenau bildet der Landkreis Rastatt die potente

Wirtschaftsregion Mittelbaden.

Deren privilegierte Lage am Oberrhein sowie ein intelligent verzweigtes Verkehrsnetz

machen die Gegend zu einer der wichtigsten Industrie- und Gewerberegionen in

Baden-Württemberg. Der Landkreis Rastatt ist Teil der von Südengland über Belgien

nach Norditalien verlaufenden, zentralen Verkehrsachse und auf der Straße, der Schiene,

in der Luft sowie auf dem Wasser schnell und gut erreichbar. Über die sechsspurig aus -

gebaute Autobahn 5 gelangt man rasch durch das zukunftsorientierte Mittelbaden in

die großen Industriezentren – etwa 150 Kilometer sind es nach Frankfurt und Basel. Die

Bundesstraßen 3, 36, 462 und 500 schaffen schnelle Verbindungen in die Region von

Norden nach Süden sowie in West-Ost-Richtung. Kurze Wege verlinken Industrie- und

Gewerbegebiete mit den Hauptverbindungsachsen. Flott unterwegs sind Menschen und

Güter im Landkreis auch auf Bahnschienen. Die neue Streckenführung der Teiltrasse auf

den Routen Amsterdam–Basel–Mailand–Genua sowie Paris–Wien–Budapest wird mit

dem Rastatter Tunnel (im Bau) ihren Beitrag zur Reisezeitverkürzung von 31 Minuten

leisten. Schiffsanlegestellen und Häfen (Staustufe Iffezheim und Rheinmünster-

Greffern) stellen die Wasserwegsverbindung zum 35 Kilometer entfernten Binnenhafen

in Karlsruhe her.


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1983

Mitarbeiter: 103

Leistungsspektrum:

– Sondermaschinen

(mecha nische Konstruktion,

Elektro-Konstruktion, Programmierung,

Schaltschrankbau,

Einzelteil-/Serienfertigung,

mechanische Installation,

elektrische Instal lation,

Ausprobe, Vorort-Montage)

– Komponentenfertigung

– Montagetechnik

– Handlingssysteme

– Steuerungstechnik

– Pulverbeschichtungsanlagen

– Verfahrenstechnik

– Prozesstechnik

www.braunsondermaschinen.de

Kommunikation in 3-D

Braun Sondermaschinen GmbH

In ihrer über 30-jährigen Firmengeschichte wuchs die Braun Sonder -

maschinen GmbH zu einem namhaften Hersteller von Sondermaschinen

in Deutschland heran. Mit einem umfangreichen Programm fertigt das

Team Braun im Werk Ottersweier (Baden-Württemberg) eine Vielzahl

technischer Anlagen von hohem Niveau – unter Einbeziehung des

Kundenwunsches.

Dies erreichen wir durch eigene Entwicklungen unserer Konstruktions -

abteilung. Die unmittelbare Produktionsbegleitung wird unterstützt

durch das CAD-Programm AutoDesk Inventor, mit dem wir Maschinen,

Anlagen und Entwicklungen planen und konstruieren.

Im firmeneigenen Maschinenpark werden die Einzelteile angefertigt und

direkt in der Werkshalle montiert. Auch die Elektro-Installation sowie die

Software-Entwicklung für Maschinen und Anlagen zählen zu unseren

Kernkompetenzen.

Lebenserfüllung – von Hightech umgeben

27


BWR Waggonreparatur GmbH

Waggons sämtlicher Bauarten werden von der BWR Waggonreparatur

GmbH fachgerecht instand gehalten. Diese Kompetenz bietet sie

bereits seit 1897. Zu den Kunden zählen renommierte Verkehrsgesellschaften,

Speditionen und Waggonvermieter.

Die Basis des Erfolges ist das solide Fachwissen der Mitarbeiter. Dazu

gehören qualifizierte Schlosser, Schweißer, Schreiner, Lackierer und

Schriften maler. Technische Innovationen, neue Waggontypen und

zukunfts weisende Entwicklungen werden stets berücksichtigt und

flie ßen in das bestehende Know-how ein, um das Angebot laufend

marktgerecht an zu passen. Anspruchsvolle und individuell zugeschnit -

tene Aufträge sind dabei eine Heraus forderung, der in kürzester Zeit

professionell nachgekommen wird.

Voraussetzung ist dabei eine hervorragende Anbindung an das

Schien e nnetz. Das gesamte Werk ist innerhalb und außerhalb der Werk -

stätten von einem weitläufigen Netz normalspuriger Gleise durchzogen.

Benötigte Baustoffe sowie die Waggons selbst können jederzeit transportiert

werden.

Das umfangreiche Leistungsspektrum des Unternehmens reicht von

Reparaturarbeiten an Untergestellen, Bremsen oder Technik über die

Modernisierung bis hin zur vollständigen Aufarbeitung historischer

Waggons. Spezialisiert ist man sowohl auf die Überarbeitung von

Güter- als auch Reisewaggons. Ein hervorragender Service rundet das

Angebot schließlich ab: Auf der Basis von kundenspezifischen Rahmen-

Revisionsarbeiten am

Unter gestell/Radsätze

Schreiner-/Innenausbauarbeiten

an Reisezugwagen

28


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1897

Mitarbeiter: 65

Vermessung eines Radsatzes bei der Aufarbeitung

verträgen werden deren Waggons in regelmäßigen Abständen ge -

wartet, geprüft und repariert. So sind die Fahrzeuge stets einsatzbereit

und kostenintensive Fahrausfälle werden vermieden.

Als engagiertes Familienunternehmen übernimmt die BWR Waggon -

reparatur GmbH Verantwortung – nicht nur gegenüber ihren Kunden,

sondern auch für die Region. Sie unterstützt u. a. den Rastatter Fußballverein

und bezieht das Büromaterial über Blindenwerkstätten.

BWR in Zahlen: Der Firmensitz

in Rastatt verfügt über 20 000

Quadratmeter Werk stätten- und

Hallenfläche auf einem Grundstück

von ins gesamt 30 000

Quadratmetern. Jährlich werden

etwa 2000 bis 2400 Eisenbahnwaggons

instand gesetzt.

Leistungsspektrum:

– Revisionsarbeiten an

Unter gestellen, Bremsen

und Rad sätzen bei Güterund

Reisezugwagen

– Umbau- bzw. Modernisierungsarbeiten

an Güter- und Reisezugwagen

einschließlich

Konstruktionstätigkeiten und

Abwicklung des Genehmigun gs -

verfahrens

– Restaurierung von historischen

Fahrzeugen einschließlich

Innenausbau und kompletter

Neulackierung

– Kesselprüfung an Druckund

Gefahrengutwagen

– Aufarbeiten von Armaturen

– Sicherheitsdämpfungen und

Entgasung von Behältern

(Mineralöl-, Chemie- und

Druckgaskesselwagen)

– Außenreinigung

– Auffrischungs- sowie

Neuanstrich mit Sandstrahl -

entrostung an Güter- und

Reisezugwagen

– Anbringung von Werbe -

anschriften (Schablonieren

oder Klebefolien)

– Durchführung von

Isolier arbeiten

– Beseitigung größerer

Gewaltschäden

– Stickstoffspülungen

– Durchführung von

Serviceeinsätzen

– Elektroarbeiten an

Schienenfahrzeugen

(Hoch- und Niederspannung)

– Durchführung von Zerstörungsfreien

Prüfungen etc.

www.bwr.de

Modernisierte Küche in

einem Reisezugwagen

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links: Rammarbeiten

im Hafen Duisburg

Demontage einer Rohrbrücke

OHF Hafen- und Flussbau GmbH

Seit dem Jahresbeginn 1987 bietet die Firma OHF Hafen- und Flussbau

GmbH ihr Know-how und ihre Technik an.

Ihr Arbeitsprogramm umfasst den Bereich des gesamten Wasserbaus

von der Planung über die Ausführung bis zur Projektübergabe von

Neu- und Umbauten sowie Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen.

Dabei setzt die Firma OHF Hafen- und Flussbau GmbH den Schwerpunkt

im konstruktiven Wasserbau. Konkret heißt das, dass sie Schiffsverlade-

und Umschlagsanlagen sowie Schiffsanlegestellen erstellt.

Auch Kaimauern und Baugrubenumschließungen für Brückenpfeiler

bzw. Auslassbauwerke gehören dazu.

Uferböschungsbauwerke in Spundwandbauweise errichtet sie in senkrechter

wie in kombinierter Bauweise mit geneigtem Böschungsbau,

genauso wie Einlass- und Auslaufbauwerke.

Düker baut sie für Fluss- und Hafenkreuzungen im Einzieh- und Einschwimmverfahren,

genauso wie Einlass- und Auslaufbauwerke. Für

diese Arbeiten stehen der Firma OHF Hafen- und Flussbau GmbH

schwimmende Gerätschaften – nach modernsten Gesichtspunkten auf

den heutigen technischen Stand abgestimmt – zur Verfügung.

Erstellung einer Schiffs -

verladebühne

30


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Dazu zählen unter anderem hydraulische Stelzenpontons mit Seilzugoder

Hydraulikbaggern von 25 bis 90 Tonnen Größe sowie Kranmotorschiffe,

selbst fahrende Hydroklappschuten, Bohrpontons, Schub- und

Schleppboote, Schuten, Vibrationsrammgeräte in allen Größenord -

nungen sowie dynamische Rammausrüstungen und vieles mehr.

Mit ihrer Erfahrung und mit ihrer Technik ist sie in der Lage, große Projekte

zügig und natürlich in der erforderlichen Genauigkeit auszuführen.

Zu den Auftraggebern zählen die Wasser- und Schifffahrts -

ämter, die Hafenverwaltungen, Raffinerien, Mineralölfabriken, petrochemische

Indus trie werke sowie alle weiteren Hafen- und Flussanliegerfirmen,

Yachthäfen und Wassersportfreunde.

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1987

Mitarbeiter: 53

Ausstattung: hydraulische

Stelzenpontons mit Seilzug- oder

Hydraulikbaggern, Kranmotorschiffe,

selbst fahrende Hydroklappschuten,

Bohrpontons,

Schub- und Schleppboote, Vibrationsrammgeräte,

dynamische

Rammausrüstungen u. v. m.

www.ohf-wasserbau.de

Leistungsspektrum:

– Wasserbau

–Hafenbau

– Rammarbeiten

(Dalben/Spundwände)

– Fluss- und Hafenbaggerungen

– Böschungsbefestigungen

und Ufersicherungen

– Dükerbau

– Sanierungen

– Bauberatung, Entwurfs- und

Konstruktionsarbeiten, Statik

Erstellung einer Spundwand für

eine Kaimauer, Hafen Mannheim

Demontage einer Schiffsverlade -

anlage, Westhafen Mannheim

Erstellung einer Baugrubenumschlie ßung

für eine Hellinganlage, Koblenz

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Hörig GmbH Maschinen- und Metallbau

Bei hochwertigen Toranlagen stehen Sicherheit und Individualität an

erster Stelle. Hier sind Experten gefragt, die maßgeschneiderte Lösungen

entwickeln können: Die Hörig GmbH aus Bischweier spielt dabei in

der ersten Liga. Ihre Spezialisten fertigen qualitätsvolle Toran lagen und

bewährte Sicherheitssysteme aus hochwertigen Komponenten und

bieten den dazugehörigen Service sowie Wartung und Prüfung.

Gegründet 1976, verfügt das Unternehmen nach einem Umzug in das

Industriegebiet Nassenacker heute zudem über 150 Quadratmeter

Aus stellungsfläche.

Das Team um Geschäftsführer Thomas Kropp mit seinen rund 30 Mit -

arbeitern entwickelt passgenaue Lösungen für seine Kunden. Die Planung

und Umsetzung der individuellen Toranlagen erfolgt im eigenen

Haus. Ebenso die komplette Planung der Montage inklusive der Ab -

sprache mit anderen Gewerken vor Ort.

Durch Kooperationen mit namhaften Herstellern wie Hörmann, Mag -

netic Autocontrol, Heroal – um nur einige zu nennen –, ist das Unter -

nehmen in der Lage, die komplette Bandbreite kraftbetätigter Anlagen

abzudecken.

Unter der Führung von Thomas Kropp wurde die Ausrichtung des

Unternehmens an die heutigen Erfordernisse des Marktes angepasst.

Mit der Aufnahme der Kooperationspartner erweiterte er das Produktportfolio.

Daneben lag und liegt auch heute noch sein Fokus ganz

besonders auf dem Servicebereich. Bei der Hörig GmbH hört die

Leis tung nicht mit der Montage der Anlagen auf. Ganz in Gegenteil –

dann beginnt die Partnerschaft. Das geschulte und qualifizierte Ser -

vicepersonal steht dafür ein, dass die Anlagen der Kunden reibungslos

und sicher funktionieren. Denn falls Toranlagen einmal ausfallen, kann

dies bei den Unternehmen schnell zu Problemen oder Engpässen in

der Produktion führen. Hörig bietet daher einen 24-Stunden-Service

an – sieben Tage in der Woche. Die Servicetechniker sind ebenso in der

Lage, Störungen an den verschiedensten Toranlagen innerhalb

kürzester Zeit zu beheben. Dank des umfangreich ausgestatteten

Geschäftsführer Thomas Kropp mit seiner Frau Sabine

im Hörig-Ausstellungsraum

Ersatz teillagers in Bischweier sind alle wichtigen und gängigen Teile

vorrätig. Steuerung und Koordination der Servicetechniker erfolgen im

Innendienst. Je nach Bedarf und Dringlichkeit werden die anstehenden

Serviceanforderungen dabei eingeplant und terminiert. Bei Notfällen

reagieren die Spezialisten innerhalb kürzester Zeit.

Auch Innovation und Entwicklung sind wichtige Themen im Hause

Hörig. Derzeit entwickelt das Unternehmen neue Tore, die sowohl

Funktionalität, raffinierte Technik und Belastbarkeit mit Ästhetik kom -

binieren. Terminals in einem erlesenen Design ergänzen bereits heute

das Produktportfolio.

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Die Hörig GmbH hat ihren Sitz in Bischweier.

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1976

Mitarbeiter: 30

Kundenspektrum:

– Kommunen

– gewerbliche Kunden

– Industriekunden

Leistungsspektrum:

– Entwicklung und Planung

individueller Lösungen

– Lieferung und Montage

von Toranlagen

– Service

– Wartung und Prüfung

Mitglied im BVT

Bundesverband Tore

Produktspektrum:

– Rolltore

– Sektionaltore

– Schnelllauftore

– Verladetechnik

– Rollgitter

– Drehtore

– Schiebetore

– Schranken

– Sonderbau

Vertriebsgebiet:

–Pfalz

– Südhessen

– Nordbaden (Unternehmenssitz)

– rund um Offenburg

– rund um Pforzheim

www.hoerig-toranlagen.de


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Ralf Joachim Kraft

Branchenmix im Überblick

Attraktiver Lebensraum und starker Wirtschaftsstandort: Mitten im Herzen Europas, im

Westen Baden-Württembergs gelegen, ist der Landkreis Rastatt mit seinen Großen

Kreisstädten Rastatt, Gaggenau und Bühl und 20 weiteren Gemeinden nicht nur ein

anziehender Platz zum Leben mit einzigartiger Naturlandschaft, unzähligen Sehens -

würdigkeiten und vielfältigem Freizeit- und Kulturangebot. Er ist auch ein attraktiver,

moderner und zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort, der den Menschen und der

Wirtschaft mit einem umfassenden Bildungsangebot beste Zukunftschancen bietet. Sein

vielfältiger Branchenmix hat den Landkreis Rastatt, in dem aktuell rund 225 000 Menschen

leben, zu einer der bedeutendsten und wirtschaftlich stärksten Industrie- und

Gewerberegionen im Land wachsen lassen.

International tätige Konzerne sind hier dank des unternehmensfreundlichen Klimas

und des großen Potenzials an hoch qualifizierten Fachkräften ebenso zu Hause wie

kleine und mittelständische Unternehmen aller Branchen, Familienunternehmen, Dienst -

Fortsetzung Seite 36 unten

Der Landkreis Rastatt ist ein

attraktiver Wirtschaftsstandort –

auch für die Industrie.

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Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1864

Mitarbeiter: 4600 weltweit,

650 in Gernsbach

Produktionsbereiche:

– composite fibers

– specialty papers

– advanced airlaid materials

Standorte: Hauptsitz Glatfelter:

York, Pennsylvania (USA);

Hauptsitz Composite Fibers

Business Unit: Gernsbach;

Produktion: Deutschland,

Frankreich, Großbritannien,

Kanada, Philippinen, USA;

Verkaufsniederlassungen: China,

Deutschland, Frankreich, Großbritannien,

Russland, USA

Umsatz (2014):

1,802 Mrd. Dollar

www.glatfelter.com

Glatfelter Gernsbach GmbH

Glatfelter ist ein internationaler Konzern mit Sitz in York, Pennsylvania

(USA). Das Unternehmen ist ein führender Lieferant für Spezialpapiere

und technische Spezialprodukte.

Der Standort Gernsbach gehört zur sogenannten Composite Fibers Busi -

ness Unit (CFBU) und ist gleichzeitig die Zentrale dieser Geschäfts -

einheit. Die vorhandene Infrastruktur sorgt für weltweite Just-in-time-

Lieferungen. Entwicklungen und hohe Servicestandards dienen dazu,

die Produkte für die Wertschöpfungskette der Kunden zu optimieren.

Innovative Lösungen sorgen für hohe technische Anforderungen, die

jederzeit bedient werden.

Der Produktionsprozess von Spezialpapieren ist komplex und erfordert

hoch qualifiziertes Personal sowie Know-how vor allem im Umgang mit

Rohstoffen und Papiermaschinentechnik. Heute ist Glatfelter in vielen

Bereichen Weltmarktführer und Spezialist in der Herstellung von Spezialpapieren

mit der Schrägsiebtechnologie. Dank dieser Technik lassen sich

insbesondere Langfasern zu qualitativ hochwertigem Spezialpapier verarbeiten.

Glatfelters Langfaserpapiere werden beispielsweise eingesetzt als Tee -

filterpapier, Kaffeepads, Tapetenvlies und technische Papiere zum Beispiel

für Kondensatoren, in der Automobilindustrie, in der Medizin oder

in der Fußboden- und Möbelindustrie. Eine weitere Spezialität ist das

Metallisieren von Papieren. Diese Spezialpapiere werden hauptsächlich

für Flaschenetiketten verwendet.

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EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1894

Mitarbeiter: 6500

Leistungsspektrum:

– manuelle und automatisierte

Schaltgetriebe

– Außenplaneten- und

Portalachsen

– Drehmomentwandler

– Umformtechnik

– Zerspanungstechnik

– Werkstoff- und Prozesstechnik,

Umweltschutz

– Werkzeug- und

Betriebsmittelbau

– Logistik International

– Getriebe-Service-Center

www.daimler.com

Mercedes-Benz Gaggenau, ein Werk der Daimler AG

Das traditionsreiche Werk Gaggenau wurde 1894 als Bergmann Indus -

triewerke GmbH gegründet und gilt somit als das älteste Automobilwerk

der Welt. Als Aggregate-Werk ist es heute eingebunden in den

Nutzfahrzeugbereich Daimler Trucks.

Auf einer Fläche von 412 041 Quadratmetern in Gaggenau und

227 005 Quadratmetern in Rastatt werden manuelle und automa -

ti sierte Schaltgetriebe, Achsen, Wandler und Pressteile – für verschiedene

interne und externe Kunden – hergestellt.

Die Produktpalette der Aggregatefertigung reicht von leichten bis

schweren Getrieben für Nutzfahrzeuge, Vans, Pkw und Busse sowie

Achsen für Nutzfahrzeuge und den Unimog.

In weiteren Produktionsbereichen werden Wandler für Pkw sowie

Pressteile für die Nutzfahrzeug- und Pkw-Werke der Daimler AG her -

gestellt. Zudem ist am Standort die Logistik International beheimatet;

mit ihren Dienstleistungen wird das weltweite Produktionsnetzwerk

versorgt.

Ein weiterer Gewinn für die Region ist die Erweiterung der Produk -

tionskapazitäten mit der Einweihung des neuen Presswerkes im Jahr

2011 in Kuppenheim, dessen Erweiterung im Frühjahr 2016 abgeschlossen

ist.

Getriebeproduktion Montage,

Werkteil Rastatt

Qualitätskontrolle in der Getriebeproduktion, Werk Gaggenau

35


Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1985

Mitarbeiter: 5

Leistungsspektrum:

Anbieter von hochwertiger

Büro- und Wohneinrichtung

inklusive Beratung, Büroraumplanung

und Montage

Hersteller:

USM, Vitra, Haworth, Kinnarps,

Dauphin, Brunner, Hund Möbelwerke,

ProfiM

www.habich-gmbh.de

Habich GmbH Büro- und Wohndesign

Seit 1985 macht es sich die Habich GmbH, gegründet von Karlheinz

und Aira Habich, zur Aufgabe, intensive Beratung, durchdachte Planung

– von der Ausführung bis zur Endmontage – und eine bestens sortierte

Produktpräsentation im Haus zu bieten. 1999 entstand ein Neubau mit

2700 Quadratmetern Fläche – Raum für Kundenberatung, Entwurf und

Planung, Verwaltung und Lagerung von Büroeinrichtungsgegenständen.

Kernstück ist die 900 Quadratmeter große Ausstellungsfläche, auf der

Einrichtungslösungen namhafter Hersteller wie Haworth, Kinnarps,

Hund Möbelwerke, Dauphin sowie USM und Vitra präsentiert werden.

2014 erfolgte die Übergabe des Unternehmens an die Söhne Kaj und

Mathias Habich. Obwohl der Schwerpunkt weiterhin klar auf

Objekteinrich tungen beruht, hat sich das Unternehmen in jüngster Zeit

auch dem Wohnmöbelbereich zugewandt.

leister, Handwerker und ein expandierender Handel. Insgesamt zeichnet sich die Region

durch eine große Unternehmensdichte aus. Von großer Bedeutung ist das produzie -

rende Gewerbe. Standbeine sind vor allem der Maschinen- und Fahrzeugbau. Die

Daimler AG ist mit Werken in Gaggenau, Rastatt und Kuppenheim mit rund 13 000 Mitarbeitern

der größte Arbeitgeber. Viele Menschen sind in der Automobilzulieferindustrie

beschäftigt. Etwa in Bühl bei den Firmen LuK als Hersteller automatischer Getriebe und

Bosch als Produzent von Scheibenwischermotoren. Die „Zwetschgenstadt“ ist ebenso

Sitz der Marktführer Kaba Gallenschütz bei Drehkreuzen und Sicherheitskarusselltüren,

Pepperl + Fuchs bei industriellen Sensoren oder USM bei modularen Möbelsystemen.

Nicht zu vergessen das Unternehmen UHU, das seit 1932 für Klebstoff schlechthin steht.

In Rastatt produziert der Medizintechnikhersteller Maquet Komplettlösungen für Operationssäle

und Intensivstationen. Die Lawo Informationssysteme GmbH gilt als einer der

Pioniere bei der Herstellung von Vollmatrix-Anzeigensystemen und neuer Entwicklungen

in der mobilen Fahrgast-Informationstechnologie. Bei der ebenfalls in der Barockstadt

ansässigen Siemens Building Technologies dreht sich alles um Heizung, Lüftung

und Klima. Die Firma Ruf Betten ist Marktführer im Polsterbettenbereich. Im Murgtal ist

mit den Unternehmen Glatfelter, MayrMelnhof und Smurfit Kappa die Stadt Gernsbach

ein Zentrum der Papierindustrie. Die Katz Gruppe in Weisenbach ist der weltweit größte

Fortsetzung Seite 38 unten

36


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1838

Mitarbeiter: 7000 (Maquet),

16 000 (Getinge Group)

Muttergesellschaft:

Getinge AB, Schweden

Leistungsspektrum:

– Operationstische und

-leuchten

– Deckenversorgungseinheiten

– Anästhesie- und Beatmungsgeräte

– Unterstützungssysteme für

Herz und Lunge

– Produkte für die Herz- und

Gefäßchirurgie

– Raumkonzepte für Operationssaal

und Intensivstation

– IT-Lösungen

Standorte:

– 13 Fertigungsstandorte in

8 Ländern

– 53 internationale Vertriebsund

Serviceorganisationen

– 300 Vertriebspartner weltweit

Maquet Academy in Rastatt:

Showroom und Aus-/Weiter -

bildungszentrum für klinisches

Personal und Mitarbeiter der

Getinge Group

Umsatz 2014:

1,55 Mrd. Euro (Maquet) von

2,93 Mrd. Euro (Getinge Group)

www.maquet.com

rechts: Hybrid Operationssaal –

intelligente Kombination von

OP-Saal und interventioneller

Radiologie

MAQUET Holding B.V. & Co. KG

Seit mehr als 175 Jahren ist Maquet ein weltweit führender Anbieter

für medizinische Systeme. Das Unternehmen ist auf Lösungen, Thera -

pien und Produkte für chirurgische Eingriffe, interventionelle Kardio -

logie und die Intensivpflege spezialisiert. Maquet ist die größte

Tochtergesellschaft der börsennotierten schwedischen Getinge Group,

deren medizintechnisches Portfolio unter den Marken ArjoHuntleigh,

Getinge und Maquet angeboten wird und entscheidend zur Qualitätssteigerung

und Kostensenkung im Gesundheitswesen beiträgt.

37


Auf einen Blick

Gründungsjahr: 2006

Mitarbeiter: 10

Leistungsspektrum:

– 2,7 Kilometer Rundkurs

von Streckendesigner

Hermann Tilke

– Fahrsicherheitstraining

– verschiedene Streckenmodule

– Eventhangar: Location für

Kundenevents, Tagungen,

Sommerfeste, Weihnachts -

feiern, Hochzeiten

auf 500 Quadratmetern

für bis zu 450 Personen

www.drivingcenter-baden.de

Fahrsicherheitszentrum mit einzigartiger Eventlocation

Ein Areal mit 100 000 Quadratmetern hat sich zum Ort für exklusive

Events und jede Menge Fahrvergnügen entwickelt: Das LuK Driving

Center Baden zeigt, wie unvergessliche Veranstaltungen heute aus sehen

können. Vom atemberaubenden Rundkurs für spannendes Fahrtraining

bis zum perfekt ausgestatteten Eventhangar überzeugt das hochmo -

derne Driving Center – eine der beliebtesten Locations in Süddeutschland.

Ein ehemaliger Flugzeughangar bietet mit seiner spannungsvollen Architektur

die großartige Kulisse für vielseitige Events, Tagungen und Groß -

veranstaltungen – direkt am Flughafen Baden Airpark gelegen. Vor dem

Hangar liegt der unvergleichliche Rundkurs mit seinen insgesamt 2,7

aufregenden Kilometern – vom international bekannten Strecken -

designer Hermann Tilke gestaltet –, perfekt für ein Fahrtraining der Super -

lative, beispielsweise als anregende Incentive-Maßnahme.

Anbieter von Getränkeuntersetzern aus Pappe. In Gaggenau ist mit Dambach Deutschlands

führender Hersteller von Verkehrsschildern beheimatet, in Lichtenau-Scherzheim

mit der Firma Sieger Deutschlands zweitgrößter Anbieter von Freizeitmöbeln und in

Muggensturm mit Freiberger Europas größte Pizza-Bäckerei. Viele Unternehmen sind in

den Bereichen Elektro-, Mess-, Steuer- und Regeltechnik tätig.

Auch expandierende Handelsunternehmen, ein qualitätsbewusstes Handwerk mit

rund 2500 Betrieben und ein an Bedeutung gewinnender Dienstleistungssektor

machen den Wirtschaftsstandort aus. Geballt zeigt sich die Vielfalt der regionalen Wirtschaft

im Baden-Airpark, der neben dem Regionalflughafen Karlsruhe/Baden-Baden

auf einem über 600 Hektar großen Gelände einen 142 Hektar großen Gewerbe- und

Freizeitpark mit Dienstleistungs-, Versorgungs- und Verwaltungszentrum vereint. Im

Gewerbepark haben sich mehr als 140 Firmen diverser Branchen mit mehr als 2400

Beschäftigen angesiedelt. Rund 100 Hektar des Areals sind schon vermarktet. Das

Spektrum reicht von Weltmarktführern wie Stratasys im Bereich des 3-D-Drucks oder

der Firma Rauch im Bereich der Landmaschinen bis zum regionalen Ein-Mann-Dienst -

leister. Hier tummelt sich eine bunte Mischung aus Jungunternehmern und Global Playern.

Auch Gastronomie und Hotellerie, Bundesbehörden, Vereine, Freizeitanlagen,

Museen, ein Fahrsicherheitszentrum oder ein Biomassekraftwerk haben hier ihren Platz

gefunden.

38


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1997

Mitarbeiter: 80

Leistungsspektrum:

– Motorsport

– Offroadfahrzeuge

– Promotionfahrzeuge

– Pferdetransporter

– Übertragungsfahrzeuge

– Medical

Service:

– Eventbetreung

– Fahrzeugservice

– Vermietung

www.bischoff-scheck.de

Renntransporter

Bischoff + Scheck AG – motion is a state of mind!

„Was vorstellbar ist, ist auch machbar.“ Das ist das Credo der Bischoff +

Scheck AG. Mit dieser Denkweise werden einzigartige Ergebnisse

erzielt. Das Fachgebiet: intelligente Konzepte im Spezial-Fahrzeugbau.

Das Portfolio: weit gefächert. Ob Motorsport-Auflieger, Hospitality, Offroad-Fahrzeuge

oder Pferde-Trailer, Promotiontrucks, Mobile Technical

Units sowie Medizinlabore oder fahrbare Kompaktkliniken – mit

großem Know-how verwirklichen die Spezialisten innovative Lösungen,

die ihresgleichen suchen. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die

Wünsche der Kunden – auch wenn sie noch so ausgefallen sind.

Das Ergebnis: eine Synthese aus Kundenwünschen und eigener Expertise.

In enger Kommunikation wird exakt das Fahrzeug gestaltet, das in

der Vorstellung der Auftraggeber existiert. Überbordende Fan tasie wird

bei Bischoff + Scheck Realität!

Die Referenzen: Das Vertrauen der Kunden in die innovativen Produkte

ist groß. So gehören zum Beispiel im Motorsport international führende

Rennteams zu den Kunden (Mercedes AMG Petronas F1, McLaren

Honda, Scuderia Ferrari, Porsche, Audi, BMW). Bischoff + Scheck ist

zudem mit Spezial-Fahrzeugen (Hospitalities) präsent vor Ort und bietet

einen Meeting-Point für VIPs, Rennsport begeisterte und Fahrer – hier

lässt es sich reden, feiern und verhandeln.

Die Qualität: Um die Wünsche der Auftraggeber bis ins Detail zu er -

füllen, entwickeln über fünfzig hoch qualifizierte Mitarbeiter funktionelle

Hospitality

und auf den Punkt bedarfsgerechte Konstruktionen. Dabei kommen

nur ausgesuchte Materialien zum Einsatz, wie zum Beispiel edle Hölzer

(die in der betriebseigenen Schreinerei verarbeitet werden), hoch -

wertige Metalle und Gesteine sowie erlesenes Leder.

39


Mayr-Melnhof Gernsbach GmbH

Das Unternehmen besteht seit 1841 am Standort Gernsbach und

beschäftigt sich seit 1951 mit der Herstellung von Karton. In optimaler

Weise verbinden sich modernste Technik und Prozesse mit nachhaltigen

Werten der Mitarbeiter wie Motivation, Identifikation und Loyalität. Das

Ergebnis: hochwertiger Recyclingkarton und zufriedene Kunden.

Die im Werk Gernsbach produzierten Recyclingkartonqualitäten zeichnen

sich durch eine gleichmäßig hohe Qualität und Anwendungssicherheit

aus und sind so ideal für jede Anwendung im Food- und Non-Food-

Bereich.

Die Mayr-Melnhof Gernsbach GmbH gehört innerhalb der Mayr-Melnhof

Gruppe zur MM Karton Division. Die Mayr-Melnhof Gruppe ist der weltweit

größte Hersteller von gestrichenem Recyclingkarton mit einer

wachsenden Position in Frischfaserkarton, sowie Europas führender

Produzent von Faltschachteln mit einer steigenden Präsenz außerhalb

Europas. Die Leistungen der Mayr -Melnhof Gruppe konzentrieren sich

ausschließlich auf diese Kernbereiche, die in zwei operativen Seg -

menten, MM Karton und MM Packaging geführt werden.

Die MM Karton Division hat sieben europäische Standorte mit einer

Gesamtjahres kapazität von mehr als 1,7 Millionen Tonnen. Das Produktsortiment

umfasst die gesamte Palette an Kartonsorten.

Auf einen Blick

Werke:

Gründungsjahr: 1950

– Frohnleiten, Hirschwang

Mitarbeiter: 240 in Gernsbach (Österreich)

– Baiersbronn, Gernsbach,

Leistungsspektrum:

Neuss (Deutschland)

weltweit größter Hersteller von

– Eerbeek (Niederlande)

gestrichenem Recyclingkarton

– Kolicevo (Slowenien)

– FollaCell (Norwegen)

Produkte:

– FOODBOARD

Zertifikate:

– Frischfaserkarton

FSC ®

– Recyclingkarton

PEFC

– White Top Coated Liner

ISO 9001

– Zellstoff

ISO 50001

HACCP

www.mm-karton.com

Halal

Die Vision der Mayr-Melnhof Gruppe ist es, langfristig ertragsstark weiter

zu wachsen und in neuen Märkten führende Positionen zu besetzen.

Dabei orientieren wir uns am nachhaltigen Nutzen für unsere Kunden,

Aktionäre und Mitarbeiter zur Schaffung dauerhafter Werte.

40


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1997

als Bada Plast GmbH & Co. KG

Mitarbeiter: 87 in Bühl,

60 in Spanien

Produkte:

hochwertige technische

Thermoplaste und thermo -

plastische Elastomere

Branchen:

Automobil, Elektronik, Bau,

Möbelherstellung, Medizin -

technik, Haushaltswaren,

Sport und Freizeit

Standorte:

Bada AG Stammsitz Bühl/Baden,

Bada Hispanaplast S.A. Werks -

niederlassung in Huesca, Spanien

www.bada.de

Bada AG – die Spezialisten für Thermoplaste und

thermoplastische Elastomere

Qualität, Flexibilität und Zuverlässigkeit haben die Bada AG mit Stamm -

sitz in Bühl (Baden-Württemberg) im Markt als Spezialitätencompoundeur

etabliert. Seit 1998 werden hochwertige technische Thermoplaste

und thermoplastische Elastomere für so unterschiedliche Branchen wie

Automobil, Elektronik, Bau, Möbelherstellung, Medizintechnik, Haushaltswaren,

Sport und Freizeit gefertigt. Gleiches gilt für den Standort

im spanischen Huesca, der im Jahr 2005 gegründet wurde.

Unterstützt durch modernste Produktionstechnologie, entwickelt unser

hoch qualifiziertes, dynamisches Team in effizienten Abläufen Com -

pounds mit genau den Eigenschaften, die für die gewünschte Kundenanwendung

entscheidend sind. Unsere maßgeschneiderten Kunden -

lösungen liefern wir in konstant hochwertiger Qualität. Die Standorte

in Deutschland und Spanien sind nach der ISO/TS 16949:2009 zerti -

fiziert und in Deutschland ist seit 2008 zusätzlich ein nach ISO 14001

und EMAS zertifiziertes Umweltmanagementsystem installiert.

Dank unseres engmaschigen Vertriebsnetzes werden die Produkte

auf kürzesten Wegen in mittlerweile über 70 Länder exportiert. Der

Kundenstamm reicht von Europa bis nach Asien, Amerika und Afrika.

Die Bada AG produziert und vermarktet sehr erfolgreich Spezialitäten auf

Basis der Marken Badamid ® (PA6, PA66, PA66/6, PA6/6T, PPA, PA10T,

PA610, PA612, PA12), Badadur ® (PBT), Badaflex® (TPE-S, TPE-E, TPU)

sowie Badalac ® (ABS/ASA und Blends), Badaprene ® (TPV), Badatech

HT ® (Hochleistungs-Compounds) und Badatron ® (PPS). Ein Schwerpunkt

neben den vielfältigen Additivierungsmöglichkeiten stellt die präzise Einfärbung

der Compounds gemäß den individuellen Kundenwünschen dar.

Analytisches Labor für chemische und physikalische Messungen

Mit den Produktionen in Bühl und Huesca verfügt die Bada AG über

zwei der modernsten Compoundierwerke weltweit, die zusammen

eine Kapazität von 28 000 Tonnen pro Jahr erreichen. Durch die regelmäßige

Teilnahme an geforderten Forschungsprojekten und einem

engmaschigen Netzwerk stellt die Bada AG sicher, dass die Kunden

auch in Zukunft weiterhin mit innovativen Produktlösungen beliefert

werden.

41


Claus Haberecht

Starker Standort –

Wirtschaftsregion Mittelbaden

42

Ziele der Interessen -

gemeinschaft Wirtschafts -

region Mittelbaden (WRM):

– Stärkung und Positionierung

der Wirtschaftsregion Mittelbaden

(WRM) innerhalb der

TechnologieRegion Karlsruhe

(TRK)

– Förderung der regionalen

Identität

– abgestimmte projektbezogene

Unterstützung regionaler Infrastrukturmaßnahmen

– Förderung der beruflichen

Weiterbildung zur Fachkräftegewinnung

und Sicherung des

Fachkräftenachwuchses

– Ansprechpartner bei der

Förderung von Existenz -

gründungen

– Sicherung und Akquise von

Fördermitteln

– Verbesserung des Regional-

Marketings und Zusammen -

arbeit mit Einrichtungen der

Wissenschaft und Forschung

(z. B. Hochschule Karlsruhe/

Technik und Wirtschaft,

KIT, Steinbeis Hochschule,

Fraunhofer-Institute etc.)

weitere Informationen unter:

www.wirtschaftsregionmittelbaden.de

Die Raumschaft zwischen der Ortenau und Karlsruhe verfügt über eine außergewöhn -

liche Wirtschaftskraft und zeigt sich auch durch eine überdurchschnittliche Dynamik aus.

Darüber hinaus bietet sie eine einzigartige Landschaft und den Menschen eine herausragende

Lebensqualität.

Um den Zukunfts-Herausforderungen wirksam und schlagkräftig zu begegnen,

haben sich 2012 der Stadtkreis Baden-Baden, der Landkreis Rastatt, alle Kommunen

des Landkreises Rastatt sowie zahlreiche Unternehmen und Kreditinstitute aus der Re -

gion zu der Interessengemeinschaft Wirtschaftsregion Mittelbaden (WRM) zusammengeschlossen.

Der Zweck der Interessengemeinschaft ist die Koordination, Bündelung und Stärkung

der Zusammenarbeit der Mitglieder auf dem Gebiet der Wirtschaftsförderung in der

Region Mittelbaden sowie die Durchführung gemeinsamer Maßnahmen, die der Förderung

der wirtschaftlichen Entwicklung in Mittelbaden und der Stärkung der wirtschaft -

lichen Position der Mitglieder dienen (siehe auch Infospalte).

Wirtschaftskraft

Die Wirtschaftsregion Mittelbaden umfasst eine Gesamtfläche von nahezu 900 Quadratkilometern,

in der derzeit ca. 280 000 Menschen leben. Risikobereitschaft, Innova -

tionsfreudigkeit, ein unternehmensfreundliches Klima und ein großes Potenzial hoch

qualifizierter Fachkräfte bilden die Basis für eine überdurchschnittliche wirtschaftliche

Power. Überall in der Wirtschaftsregion Mittelbaden – in Baden-Baden, in den großen

Kreisstädten Rastatt, Gaggenau und Bühl, aber auch in den anderen 20 Kom munen des

Landkreises Rastatt – gibt es zahlreiche innovative Unternehmen mit ausgezeich neten

Zukunftsperspektiven: weltweit agierende Großunternehmen ebenso wie eine Vielzahl

kleiner und mittelständischer Unternehmen.

Dabei ist nach wie vor das produzierende Gewerbe, vor allem im Fahrzeug- und

Maschinenbau, von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Ein großer Vorteil für die zahlreichen

Unternehmen ist die unmittelbare Nähe zu den hervorragenden Forschungs -

einrichtungen der TechnologieRegion Karlsruhe, allen voran dem Karlsruher Institut für

Technologie (KIT). Die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft ist ein

Markenzeichen und natürlich ein starker Innovationstreiber für die Wirtschaft. Darüber

hinaus sorgen die Forschungs- aber auch die zahlreichen Bildungseinrichtungen für die

Ausbildung hoch qualifizierter Fachkräfte mit einem hohen Praxisbezug, die dem Unternehmen

die Möglichkeit eröffnen, neue Entwicklungen umzusetzen. Und den jungen

Menschen bieten sich so ausgezeichnete Perspektiven der beruflichen Karriere.


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Ein breites Netzwerk von Wirtschaftsförderung des Landkreises Rastatt und der

Städte und Gemeinden der Region unterstützt aktiv die Betriebe vor Ort. Dabei verstehen

sich die Wirtschaftsförderungen als Anlaufstellen sowie kompetente Partner und

halten ein umfassendes Beratungs- und Serviceangebot vor. Für Jungunternehmen

bieten das ELAN-Gründerzentrum Baden-Baden, das Gründerzentrum Rastatt und das

Bühler Innovations- und Technologiezentrum (BITZ) optimale Startchancen.

Staustufe Iffezheim

Schnell unterwegs

Die Wirtschaftsregion Mittelbaden liegt an einer der wichtigsten europäischen Entwicklungsachsen.

Herausragende Verkehrsanbindungen über Straße und Schiene, aber

auch mit dem Regionalflughafen Karlsruhe/Baden-Baden, eine topografisch aus -

43


gezeichnete Lage und die Bereitstellung unterschiedlicher, zum Teil auch ökologisch

werthaltiger Gewerbeflächen bieten optimale Rahmenbedingungen zur Ansiedlung von

Betrieben und Unternehmen. Über die sechsspurig ausgebauten Autobahnen 5 und 8

ist man in kürzester Zeit in den großen industriellen Zentren der näheren Umgebung.

Auch mit der Bahn sind Menschen und Güter in der Wirtschaftsregion Mittelbaden

schnell unterwegs. In Nord-Süd-Richtung sorgt die Schienenstrecke Amsterdam–Basel–

Mailand mit dem ICE-Haltepunkt Baden-Baden für schnelle Verbindungen, in Ost-West-

Richtung ist es die Verbindung Paris–Budapest. In gerade mal drei Stunden beispielsweise

bringen ICE und TGV die Reisenden von Baden-Baden in die französische Metropole.

Vorbildlich ist das großzügig ausgebaute Nahverkehrssystem. In ca. 90 Minuten

zum Geschäftstermin oder Shopping nach London – vom Regionalflughafen Karlsruhe/

Baden-Baden (FKB) aus ist das kein Problem. Gleich mehrmals am Tag starten die

Maschinen in Richtung Berlin und Hamburg. Für die Unternehmen in der Region ermöglicht

schließlich der Rhein über die Schiffsanlegestellen Staustufe Iffezheim, Rheinmüns -

ter-Greffern und Rastatt-Plittersdorf und den nur 25 Kilometer entfernt gelegenen

Hafen Karlsruhe die Verbindung zum bedeutendsten Seehafen Europas in Rotterdam.

Lebensqualität und Bildung

Eine bedarfsorientierte Bildungslandschaft, die für jedes Lebensalter, Qualifikationsniveau

und Zielrichtung das richtige Bildungsangebot bereithält, das zeichnet die

Re gion Mittelbaden aus und macht sie zu einem Wissensstandort, der den Menschen

und der Wirtschaft einmalige Chancen bietet.

„Für jeden das Richtige“ zeigt den Anspruch, den die WRM mit ihrem Bildungs -

angebot beschreibt. Ganztagsschulen, Förderangebote, Schulmittagessen, Berufsorientierung

und eine enge Zusammenarbeit der Schulen mit der Wirtschaft ergänzen und

gestalten das schulische Angebot. Kernkompetenz und tragende Säule stellt dabei

selbstverständlich eine an den wirtschaftlichen Bedarfen orientierte Vielfalt an dualer

Berufsausbildung dar. Im gewerblich-technischen Bereich dominieren die Berufsfelder

Metalltechnik, Fahrzeugtechnik und Elektrotechnik. Aber auch Bautechnik, Holztechnik,

Farbtechnik, Mechatronik und Lebensmittelhandwerk spielen eine wichtige Rolle.

Der Qualitätsvorsprung in der Ausbildung, breite Kooperationen mit Betrieben und

Kammern sowie maßgeschneiderte Angebote – das zeichnet die Berufsausbildung in

Mittelbaden aus. Große Bedeutung kommt aufgrund der Grenznähe und der Internationalisierung

der Wirtschaft der Sprachförderung und dem Kennenlernen anderer Arbeitstechniken

in deren Kulturräumen zu. Schulpartnerschaften und der Schüleraustausch

mit Frankreich und vielen anderen Ländern sowie die Beteiligung an europäischen

Projekten der Berufsausbildung tragen dazu bei. Herausragend ist die Stellung der

Techno logieRegion Karlsruhe im Bereich der universitären Bildung und Forschung. Mehr

als 40 000 Menschen studieren allein in Karlsruhe an insgesamt neun Hochschulen. In

verschiedenen Rankings erreichen die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in

Karlsruhe regelmäßig Spitzenplätze. Hervorgegangen aus dem Zusammenschluss des

Forschungszentrums Karlsruhe und der Universität Karlsruhe ist das Karlsruher Institut

44


EIN KREIS MIT DYNAMIK

für Technologie (KIT) mit mehr als 22 000 Studierenden und rund 9500 Mitarbeitern. In

den Fächern Physik und Informatik gehört das KIT zur absoluten Spitzengruppe der

forschungsstarken Universitäten in Deutschland und in den MINT-Fächern (Mathematik,

Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu den TOP 3-Universitäten.

Aber auch in Sachen Lebensqualität ist die Region Mittelbaden spitze. Einzigartige

Naturlandschaften – Schwarzwald, Rhein und Reben – und das äußerst vielfältige und

anspruchsvolle Kultur- und Freizeitangebot zeichnen die Raumschaft aus. Der Rhein mit

seinen weiten, geschützten Auenlandschaften, die traumhaften Rebenlandschaften, der

nördliche Schwarzwald mit weit sichtbaren Höhen und idyllischen Tälern und der touris -

tischen Schwarzwaldhochstraße, die moderne Kultur-, Bäder- und Kongressstadt Baden-

Baden mit dem bekannten Festspielhaus, die großen Kreisstädte Rastatt, Bühl und Gaggenau,

aber auch viele kleinere Gemeinden – dies alles macht die Vielfalt der Region

Mittelbaden aus.

Rheinmünster Schwarzach –

im Hintergrund Standortfaktoren

wie der Regionalflug hafen

Karlsruhe/Baden-Baden und

der Baden-Airpark

45


Holger Staib

Straße, Schiene, Luft und Wasser –

Adern der Wirtschaft

46

Vorbildliche Verkehrsinfrastruktur

im Landkreis Rastatt

in allen Bereichen:

– leistungsfähiges Straßennetz

– dichtes Schienen- und Busnetz

im Fernverkehr sowie im

Nahverkehr innerhalb des

Karls ruher Verkehrsverbundes

– Spitzenstandortfaktor „Flug-

hafen Karlsruhe/Baden-Baden“

– optimale Nutzungsmöglich -

keiten der Rheinschifffahrt

Steckbrief Rastatter Tunnel

im Rahmen der ABS/NBS

Karls ruhe–Basel

– Länge: 4270 Meter

– Verlauf: östlich von Ötigheim

bis Rastatt-Niederbühl mit

Unterquerung des gesamten

Stadtgebietes von Rastatt

– Bauweise: geschlossene

Tunnelvortriebsmaschinen

– Bauzeit Rohbau:

2013 bis 2018

– Innendurchmesser: 9,6 Meter

– Ausbruchsdurchmesser:

11 Meter

– Ausbruchsmassen beim

Tunnelvortrieb: 710 000 m³

– Überdeckung der Tunnelröhren:

4 bis 20 Meter

– mögliche Höchstgeschwindigkeit

der Züge: 250 km/h

– geplante Inbetriebnahme: 2022

Die Mobilität von Personen, Gütern und Dienstleistungen stellt eine unverzichtbare Säule

der modernen Dienstleistungs- und Industriegesellschaft dar. Schnelle Erreichbarkeit

und die gute Vernetzung von Regionen durch eine hochwertige Verkehrsinfrastruktur

sind daher nach wie vor wichtige regionale Standortfaktoren. Dies gilt insbesondere für

produktions- und exportorientierte Wirtschaftsräume wie den Landkreis Rastatt, der

innerhalb des europäischen Städtenetzes von seiner Lage in der Kernwachstumszone

Europas, der sogenannten „blauen Banane“ profitiert. Diese Korridorlage mit einer

guten Anbindung an die transeuropäischen Achsen ist mit Entwicklungspotenzialen verbunden,

allerdings müssen für eine derartig beanspruchte Transitregion dann auch die

infrastrukturellen Voraussetzungen für eine reibungslose Verkehrsabwicklung ge geben

sein. Die zu erwartende Verdoppelung des Güterverkehrsaufkommens in Baden-

Württemberg bis 2050 stellt daher den Landkreis Rastatt vor große Herausforderungen,

die sich nur durch eine sinnvolle wechselseitige Ergänzung von Straße, Schiene und

Binnenschifffahrt bewältigen lassen. Der Landkreis Rastatt bietet sehr gute strukturelle

Voraussetzungen, diese zukünftigen Herausforderungen zu bewältigen.

Die Wirtschaftsader Straße

Wichtigster Verkehrsträger im Personen- und Güterverkehr ist und bleibt auch in

Zukunft die Straße. Mit rund 30 Kilometer Autobahnen, 120 Kilometer Bundesstraßen

und 425 Kilometer Landes- und Kreisstraßen besitzt der Landkreis ein dichtes und leis -

tungsfähiges Straßennetz. Über die die 6-spurig ausgebaute Bundesautobahn 5 Frankfurt–Karlsruhe–Basel

wird die großräumige Nord-Süd-Verbindung sichergestellt, mit der

man in kurzer Zeit die Zentren Karlsruhe, Frankfurt, Freiburg und Basel erreichen kann.

Ergänzt wird diese Hauptverkehrsader durch ein dichtes Bundesstraßennetz (3, 36, 462,

500), welche die Nord-Süd-Verbindung verdichten und die großräumigen West-Ost-

Verbindungen in den Schwarzwald und nach Frankreich herstellen. Um auch in Zukunft

einen weitgehend ungehemmten Verkehrsfluss sicherzustellen, sind im Landkreis

Rastatt – unter Einbezug der ökologischen Verhältnisse – punktuelle Verbesserungen

unumgänglich. Ein direkter Autobahnanschluss für den Baden-Airpark, der Bau einer

neuen Anschlussstelle im Bereich Rastatt sowie die Realisierung von Lückenschlüssen

der neuen Trassenführung der Bundesstraße 3 sind hier die wichtigsten Verkehrspro -

jekte mit überregionaler Bedeutung.

Fortsetzung Seite 49 unten


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr:

Baden-Airpark GmbH 2001

Gesellschafter:

Flughafen Stuttgart GmbH 66 %,

Baden-Airpark Beteiligungs -

gesellschaft 34 %

Mitarbeiter: ca. 200

Passagiere 2015: ca. 1 050 000

Leistungsspektrum:

– 3 Kilometer lange Start-/

Landebahn

– Flughafenbetriebszeit von

06:00 Uhr bis 23:00 Uhr

– 10 Abstellpositionen

– umfangreiches Angebot an

Linien- und Pauschalflügen

www.baden-airpark.de

Baden-Airpark GmbH

Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden (FKB)

Der 600 Hektar umfassende Baden-Airpark, bestehend aus dem Flughafen

Karlsruhe / Baden-Baden (FKB), dem Gewerbepark sowie diversen

Freizeitanlagen, ist für die Menschen und die Wirtschaft der Region

von großer Bedeutung.

Mit fortschreitendem Ausbau des Flughafens entwickelte sich auch der

Gewerbepark stetig weiter und zahlreiche Firmenneuansiedlungen in

allen Sektoren prägen zwischenzeitlich das Bild rund um die reinen

Flugbetriebsflächen.

Die strategisch günstige Lage des Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden

(FKB) lässt nicht nur Urlauber aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz

und dem Elsass von hier aus in den Urlaub zu einem der zahlreichen

Städte- oder Badereiseziele starten. Auch Geschäftsleute nutzen den

FKB mehr und mehr als idealen Ausgangspunkt, um zeitgünstig und

preiswert etwa nach Berlin und Hamburg oder in andere europäische

Metropolen zu fliegen. Zahlreiche renommierte Fluggesellschaften wie

airberlin, Eurowings, Ryanair, Wizz Air, TUIfly und Turkish Airlines fliegen

den Regionalflughafen in Baden an.

Als „Flughafen der kurzen Wege“ punktet der FKB bei immer mehr

Passagieren, die den schnellen und unkomplizierten Ablauf eines überschaubaren

Regionalflughafens schätzen.

Flughafen Karlsruhe / Baden-

Baden (FKB) – Besser kommen

Sie nicht weg!

Baden-Airpark: Flughafen und Gewerbepark auf 600 Hektar Gesamtfläche

47


Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1989

Mitarbeiter: rund 450

Fahrgäste: rund 33 Millionen

Leistungsspektrum:

– dienstleistungs- und markt -

orientiertes Linienbusangebot

– Speziallinien im Freizeit -

verkehr

– Groß- und Sonderverkehr

Firmensitz: Karlsruhe

Niederlassungen:

Karlsruhe, Pforzheim,

Offenburg, Freudenstadt

www.suedwestbus.de

Südwestbus –

sichere und zuverlässige Mobilität für die Menschen in der Region

Südwestbus, vielen Fahrgästen unter dem Kürzel RVS bekannt, bietet

seit 25 Jahren zuverlässige, sichere und kundenfreundliche Mobilität.

Unser Firmensitz befindet sich in Karlsruhe. Vier Niederlassungen mit

teilweise eigenen Werkstätten sorgen für die Nähe zu Fahrgästen und

Aufgabenträgern. Hier werden unter anderem jährlich die Fahrpläne

zum Fahrplanwechsel den geänderten Mobilitätsbedürfnissen der

Be völkerung angepasst. Südwestbus bietet ein dienstleistungs- und

marktorientiertes Linienbusangebot auch außerhalb des Schüler- und

Berufsverkehrs an. Speziallinien zu beliebten Ausflugszielen wie zum

Mummelsee und zur Hornisgrinde sowie unsere Fahrradbusse haben sich

in der Re gion etabliert. Auch bei Großveranstaltungen oder bei Schienen -

ersatzverkehren ist die Kompetenz und Erfahrung der RVS gefragt.

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 2010

Mitarbeiter: 42

Leistungsspektrum:

Nahverkehrsdienstleister

Fuhrpark:

28 Omnibusse

Linienverkehrsleistung:

– Partner der Verkehrsgesellschaft

Rastatt (VERA)

– Partner des Karlsruher

Verkehrsverbundes (KVV)

www.nvw-walz.de

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NVW – Nahverkehr Mittelbaden Walz GmbH

Die NVW Nahverkehr Mittelbaden Walz GmbH ist ein modernes,

regionales Dienstleistungsunternehmen und ein Tochterunternehmen

der SWEG Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft.

Als Nah verkehrsunternehmen erfüllt die NVW innerhalb von Mittel -

baden eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Daseinsvorsorge für die

Menschen in dieser Region.

Mit einer Verkehrsleistung von rund 1,1 Millionen Fahrplankilometern

führt der Verkehrsdienstleister neben dem Stadtverkehr Rastatt auch

Verkehre innerhalb des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) durch.

Mit ihrem Engagement trägt die NVW dazu bei, die Lebensqualität in

der Region, in den Städten und den Gemeinden zu sichern und deren

Wirtschaftskraft zu stärken.


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1994

Verbundunternehmen: 20

Haltestellen: rund 1900

Fahrgäste (2014): 174 Millionen

Fahrgeldeinnahmen (2014):

135 Mio. Euro

Leistungsspektrum:

– Planung und Koordination des

Nahverkehrs in der Region

Karlsruhe

– einheitliches Fahrplan- und Tarif -

system für das Verbundgebiet

– Marketing/Öffentlichkeitsarbeit

– Kundenbetreuung u. v. m.

www.kvv.de

KVV – Durchfahren statt Umsteigen

Aus dem Umland direkt ins Karlsruher Zentrum ohne das Verkehrs -

mittel zu wechseln: Diesen Komfort können die Fahrgäste des Karls -

ruher Verkehrsverbunds (KVV) schon seit den 1990er-Jahren nutzen.

Das „Karlsruher Modell“ verbindet Straßenbahn in der City und Eisenbahn

in der Region mit eigens von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft

(AVG) entwickelten „Zweisystem-Fahrzeugen“. Zur Verknüpfung der

Systeme wurden mehrere Verbindungsstrecken zwischen dem vor -

handenen Straßenbahn- und Eisenbahnnetz gebaut, um einen durchgehenden

Betrieb zu ermöglichen. So müssen die Reisenden aus dem

Landkreis Rastatt auf der Fahrt mit der S 4 oder S 41 nicht am Bahnhof

umsteigen, sondern können mit der Stadtbahn direkt ins Karlsruher

Zentrum fahren. Die innovative Technik des „Karlsruher Modells“ wurde

in den letzten Jahrzehnten von anderen Städten übernommen.

Die Wirtschaftsader Schiene

Auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind Personen und Güter im Landkreis

Rastatt schnell unterwegs. Mit der ICE-Strecke Amsterdam–Frankfurt–Karlsruhe–Basel–

Mailand ist der Landkreis sowie der gesamte Oberrhein an das nationale und inter -

nationale Schienennetz in Nord-Süd-Richtung angebunden. Aufgewertet wird diese

Verbindung aktuell durch die Aus- und Neubauplanung Karlsruhe–Basel der DB AG. Eine

„Jahrhundertmaßnahme“ stellt hierbei der Bau des 4,3 Kilometer langen Rastatter

Tunnels im Landkreis Rastatt dar. Großräumige Verknüpfungen in Karlsruhe und Baden-

Baden (Magistrale Budapest–Paris) ermöglichen zudem hervorragende Verbindungen

zu den Metropolen im Osten und Westen.

Im ergänzenden ÖPNV-Netz ist der Landkreis betrieblich und tariflich in den Verbund -

raum des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) integriert. Ein dichtes Netz von Regionalund

Stadtbahnlinien verbinden die regionalen Zentren. Weltweit bekannt ist hier inzwischen

das „Karlsruher Modell“, mit dem Stadt und Region durch den Einsatz spezieller

Zweisystemfahrzeuge („Tram-Train“) optimal umsteigefrei vernetzt werden. Ein auf die

Schiene abgestimmtes und in den letzten Jahren sukzessiv ausgebautes dichtes Busnetz

übernimmt die Feinverteilung der Fahrgäste. Damit im gesamten Landkreis auch in den

49


Schwachlastzeiten und

den Nachtzeiten eine

Bedienung sichergestellt

ist, ergänzt ein flächendeckendes

Anruf-Linien -

taxi-System das Netz,

welches vom Land Baden-

Württemberg mit dem

ÖPNV-Innovationspreis aus -

gezeichnet wurde.

Die Wirtschaftsader Luft

Schiffahrtsweg Rhein, der Goldkanal

auf der rechten Seite,

links das Elsass

Nur wenige Landkreise

in Deutschland können

sich mit dem Luftverkehrsangebot

des Landkreises

Rastatt messen.

Der Landkreis liegt zum

einen im Schnittpunkt von vier schnell erreichbaren Großflughäfen (Frankfurt, Stuttgart,

Strasbourg, Basel) und kann zudem noch mit dem Standortfaktor des „eigenen“ Regionalflughafens

Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) punkten. Der FKB ist zwar noch ein junger

Flughafen, der erst Mitte der 90er-Jahre im Rahmen eines Konversionsprojektes entwickelt

wurde, er konnte sich aber schnell im deutschen Flughafenbetrieb etablieren

und ist inzwischen der zweitgrößte Flughafen in Baden-Württemberg mit rund einer

Million Passagieren pro Jahr. Die moderne technische Ausstattung entspricht den Anforderungen

eines Großflug hafens. Linienverbindungen u. a. nach Alicante, Barcelona,

Bari, Berlin, Cagliari, Göteborg, Hamburg, London, Moskau, Porto, Rom, Stockholm und

Wien verbinden den Landkreis mit den Metropolen Europas. Zahlreiche Destinationen

im außereuropäischen Linienflug- und internationalen Charterflugverkehr ergänzen das

Angebot. Nicht zu vernachlässigen ist insbesondere für die regionale Wirtschaft der

Luftfrachtverkehr, der insbesondere auch für das 600 Hektar große angrenzende

Gewerbegebiet Baden-Airpark von erheblicher Bedeutung ist.

Die Wirtschaftsader Wasser

50

Die Binnenschifffahrt ist für den nationalen und internationalen Güterverkehr immer

noch ein volkswirtschaftlich unterschätzter Verkehrsträger. Aus ökologischen, ökono -

mischen und sicherheitstechnischen Aspekten ist die Schifffahrt allerdings insbesondere

für Massengüter ein bevorzugtes Beförderungsmittel mit zunehmender Bedeutung für

Unternehmen in der Region. Zwei Drittel des gesamten binnenländischen Verkehrsaufkommens

wird auf dem Rhein abgewickelt. Der Landkreis hat drei Schiffsanlegestellen

am Rhein. Der große Karlsruher Hafen ist mit einer Entfernung von ca. 25 Kilometern

ebenfalls schnell erreichbar.


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Michael Janke

Ein Kreis mit Power –

Standort für Energieerzeugung

Fünf Turbinen rattern unter dem Asphalt. Der Rhein bei Iffezheim treibt die Wasserräder

an, die über einen Generator Strom erzeugen. Es entstehen hier 146 Megawatt elek -

trische Energie, damit lassen sich 250 000 Haushalte mit Strom versorgen. Das Rheinkraftwerk

im Landkreis Rastatt ist das größte Wasserkraftwerk Baden-Württembergs.

„Beim Wasser sind wir richtig gut dabei“, erklärt Dezernent Claus Haberecht.

Die EnBW, der die fünf Turbinen in der Iffezheimer Rheinstaustufe gehören, unterhält

noch weitere Wasserkraftwerke im Landkreis – darunter die Schwarzenbachtal -

sperre oberhalb von Forbach. Hier entstehen 44 Megawatt, daran hängen rund 75 000

Haushalte. Hinzu kommen weitere Turbinen in der Murg, im Schwarzbach und in Seite n -

kanälen. Die Topografie des Landkreises Rastatt mit der oberrheinischen Tiefebene und

den Zuflüssen aus dem Schwarzwald ist geradezu prädestiniert für diese Form regenerativer

Energie.

„Die Windkraft bietet sich in dieser Region nicht vorrangig an“, berichtet Claus

Haberecht. Wasserkraft deckt rund 20 Prozent des Bedarfs an elektrischer Energie im

Landkreis ab. Stetig steigend ist die Erzeugung von Solarstrom – Energie direkt aus der

Sonne also. Und sogar der Müll wird teilweise zu Strom veredelt: Aus der Trocken -

vergärung des Bioabfalls in Iffezheim entsteht Gas, dieses treibt Generatoren an, der

da raus gewonnene Strom reicht immerhin für 400 Haushalte. Alles in allem können

330 000 Haushalte mit Strom, der im Landkreis Rastatt mit erneuerbaren Energien

erzeugt wird, versorgt werden.

Dies alles basiert freilich nicht auf einem Zufallsprinzip. „Der Landkreis hatte im

Jahr 2008 beschlossen, ein Energiekonzept zu erstellen“, berichtet Dezernent Claus

Haberecht. Oberstes Ziel: die Bewusstseinsbildung der Behörden – und vor allem der

Bürger. Hierfür wurde die Energieagentur gegründet, an der neben dem Landkreis

Rastatt auch die Stadt Baden-Baden und die örtlichen Energieversorger beteiligt sind.

Die Energie agentur berät die Bürger, wie sie ganzheitlich in ihren Gebäuden und mit

ihrem Verbrauchsverhalten Energie einsparen können.

„Wir setzen verstärkt auf Bewusstseinsbildung“, erklärt Claus Haberecht. Mit dem

Fifty-Fifty-Projekt werden Schüler zur Energieeinsparung animiert: Von dem Betrag, den

eine Schule bei den Energiekosten weniger braucht, bekommt sie die Hälfte zurück. Bis

zu 15 Prozent Energie wurde mit diesem Anreiz eingespart. Im Stand-by-Projekt werden

Jugendliche in speziellen Unterrichtseinheiten an den Schulen für eine nachhaltige

Energienutzung sensibilisiert.

Denn auch ein Landkreis mit Power muss seine Energie nicht unnötig ver -

schleudern: Am verträglichsten für die Umwelt ist immer der Strom, der gar nicht erst

verbraucht wird.

51


Auf einen Blick

Gründungsjahr:

Wasserversorgung seit 1763

Gasversorgung seit 1863

Stromversorgung seit 1913

Mitarbeiter: derzeit 130,

darunter 12 Auszubildende

Leistungsspektrum:

Energieversorgung und Dienstleistungen

in den Kernbereichen

Strom, Erdgas, Wasser, Nah -

wärme und Telekommunikation

www.star-energiewerke.de

star.Energiewerke GmbH & Co. KG

Die star.Energiewerke sind ein modernes, ökologisch orientiertes

Energieversorgungs- und Dienstleistungsunternehmen. Die Kernaktivitäten

konzentrieren sich auf die Betriebszweige Strom, Erdgas, Wasser,

Nahwärme sowie Telekommunikation. Die star.Energiewerke orien -

tieren sich konsequent an den Interessen ihrer Kunden und möchten

so die Stellung als örtlicher Dienstleister festigen und weiter ausbauen.

Mit dem klaren Fokus auf energie- und wasserwirtschaftliche Dienst -

leistungen investieren die star.Energiewerke in neue Geschäftsfelder,

die das Stammgeschäft ergänzen. Beim Einsatz neuer Technologien

werden umweltschonende Verfahren bevorzugt. Das Unternehmen

gestaltet durch innovative Projekte die Zukunft aktiv mit, ist stets offen

für neue Entwicklungen, wird aber auch an seinen bewährten Stärken

wie Versorgungssicherheit und Vor-Ort-Service festhalten.

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 2000

Mitarbeiter: 30

Gesellschafter:

– Stadt Kuppenheim: 34 %

– Gemeinde Muggensturm: 34 %

– EnBW Kommunale

Beteiligungen GmbH 32 %

Leistungsspektrum:

Versorgungsdienstleister für

–Strom

– Gas (auch Bioerdgas)

– Wasser

Standorte:

Muggensturm (Hauptsitz)

Kuppenheim (Vor-Ort-Service)

52

eneREGIO GmbH

Die eneREGIO GmbH ist hervorgegangen aus den Gemeindewerken

Muggensturm, die zuvor seit Jahrzehnten das Strom- und Wasserversorgungsnetz

der Gemeinde betreuten. eneREGIO hat sich zum Ziel

gesetzt, eine regional gesteuerte Energieversorgung mit Strom, Gas

und Wasser zu gewährleisten. Unter dem Motto „Zeigen Sie Lokal -

www.eneregio.com

patrio tismus!“ wird den Bürgern die Möglichkeit geboten, über eneREGIO

ihre gesamte oder partielle Energieversorgung abzuwickeln. Der Clou:

Die Überschüsse von eneREGIO fließen in gemeinnützige, kommunale

Projekte zurück. So wird eine Energieversorgung durch eneREGIO für

alle (teilnehmenden) Bürger, Haushalte sowie Unternehmen zu einem

Beitrag mit Zusatznutzen!


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Das Rheinkraftwerk Iffezheim ist das größte Laufwasserkraftwerk

Europas. In vierjähriger Bauzeit wurde eine fünfte Turbine eingebaut,

die seit 2013 in Betrieb ist.

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1997

Mitarbeiter: ca. 20 000

Kunden: 5,5 Millionen

Hauptstandorte:

Karlsruhe, Stuttgart

Leistungsspektrum:

Strom, Gas, Wasser sowie

energienahe Produkte und

Dienstleistungen

www.enbw.com

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Mit starken Wurzeln in Baden-Württemberg gehört die EnBW Energie

Baden-Württemberg zu den größten Energieversorgungsunternehmen

in Deutschland und in Europa.

Ihre Vorgängerunternehmen haben vor einhundert Jahren begonnen,

Elektrizität und damit Industrie und Wachstum in die Region zu

bringen. Im Rahmen der Strategie „Energiewende. Sicher. Machen.“

treibt die EnBW heute die Umgestaltung des Energiesystems voran.

Das Unternehmen betreibt immer mehr Anlagen, um Strom aus

erneuerbaren Quellen zu erzeugen. Die Wasserkraft von Rhein, Iller,

Neckar und vielen weiteren Flüssen in Baden-Württemberg ist dabei

ein wichtiges Standbein. Gleichzeitig baut die EnBW die Windkraft an

Land und auf See aus und sorgt mit ihren Netztöchtern für die Stabilität

des Strom netzes.

Das Pumpspeicherkraftwerk Forbach im Landkreis Rastatt besteht

aus einem komplexen System mehrerer natürlicher Zuflüsse, Sammelbecken

sowie Laufwasser-, Speicher- und Pumpspeicher kraftwerk.

53


54

Michael Janke

Spitzenpositionen erreicht man nicht immer mit

großen Zahlen. Beim Müll belegt der Landkreis

Rastatt einen Spitzenplatz im Land Baden-Württemberg

– weil die Menge an entsorgtem Restmüll

niedriger ist als in fast allen anderen Regionen. „Bei

uns wird sehr viel verwertet“, berichtet Erster

Landesbeamter Jörg Peter. Nur 73 Kilogramm Hausmüll pro Einwohner werden jährlich

verbrannt, „der Landesdurchschnitt ist um 50 Kilogramm höher“, ergänzt Klaus Hildenbrand,

kaufmännischer Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs.

Wie kommt es, dass die rund 225 000 Einwohner des

Landkreises Rastatt Musterbürger in der Müllvermeidung

sind? Dafür gibt es mehrere Gründe – das Landratsamt

hat im Laufe der Jahrzehnte mit verschiedenen Instrumenten

das Bewusstsein der Bevölkerung geschärft.

„Niederschwellige Alternativen“ heißt ein Zauberwort:

Die Biotonne nimmt einen Großteil der Abfälle aus den

privaten Haushalten auf. In die Wertstofftonne darf nicht

nur gekennzeichneter Verpackungsabfall, auch stoffgleiche

Nichtverpackungen können hinein, wie zum Beispiel

Kinderspielzeug aus Kunststoff oder gar eine Bratpfanne.

Für Papier und Kartonagen gibt es die Grüne Tonne. Glas

wird über eine Straßensammlung geholt, für Grüngut

gibt es Sammelplätze. Sperrmüll wird ab geholt, wenn es ein Bürger anfordert. Elektrogeräte

werden an Abgabestellen ent gegengenommen.

Damit sich die Mülltrennung für die Bürger auch finanziell auszahlt, sind beim Restmüll

nur sechs Leerungen pro Jahr frei, alle weiteren Leerungen werden zusätzlich

berechnet. Das heißt: Wer Müll vermeidet, wird belohnt. Seit 2004 läuft dieses System

– die anfängliche Befürchtung, dass dadurch mehr Unrat in der Landschaft landen

könnte, hat sich nicht bewahrheitet.

Unter dem Strich hat der Landkreis Rastatt ein nachhaltiges und sicheres Ent -

sorgungspaket geschnürt, das schonend mit den Ressourcen umgeht und damit die

Zukunft im Blick hat. Dafür investiert der Abfallwirtschaftsbetrieb immer wieder in neue

Projekte: Bei Iffezheim ist eine innovative Anlage zur Trockenvergärung von Bioabfall

entstanden, bei deren Betrieb Strom für 400 Haushalte entsteht. „In Bühl-Vimbuch

wird der moderne Wertstoffhof den Aspekt des Recyclings nochmals unterstreichen“,

berichtet Klaus Hildenbrand.

Am Ende soll das alles freilich bezahlbar bleiben – Sicherheit muss es auch für den

Geldbeutel der Bürger geben. „Wir haben mit unseren Partnerfirmen langfristige Ver -

träge ausgehandelt, die eine hohe Kostensicherheit gewährleisten“, erklärt Jörg Peter.

Die Gebühren für die Bürger sind seit vielen Jahren stabil. Der Betrieb hat außerdem ein

finanzielles Polster, mit dem in Zukunft Schwankungen ausgeglichen und stabile Preise

garantiert werden können. Auch bei der Gebührenhöhe nimmt der Landkreis Rastatt

einen Spitzenplatz ein, dies bedeutet, dass er zu den Landkreisen mit den niedrigsten

Abfallgebühren zählt.

Sichere Entsorgung –

Voraussetzung für die Zukunft

Ein Warentauschtag hilft,

Abfall zu vermeiden.


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1963

Mitarbeiter: ca. 253

Leistungsspektrum:

kommunale Abfallwirtschaft

sowie Entsorgung von Abfällen

aus Industrie, Handel, Gewerbe

und von Privat

Standorte:

2 Umladestationen

3 Sortieranlagen

1 Anlage für Bauschuttrecycling

1 Anlage für Papierverwertung

www.merb.de

Der Geschäftsführer und die Pro -

kuristinnen (v. l. n. r.): Irene Weis,

Carmen-Lea Gerber, Hugo Gerber,

Kathrin Gerber-Schaufler

Mittelbadische Entsorgungs- und Recyclingbetriebe GmbH (MERB)

Die MERB ist schon seit über 50 Jahren ein geschätzter und anerkannter

Partner bei der Lösung von Aufgaben im Bereich der kommunalen

Abfallwirtschaft sowie bei der Entsorgung betrieblicher Abfälle aus

Indus trie, Handel und Gewerbe. Qualitätsbewusstsein und fortwährende

Innovation prägen das Bild des Unternehmens seit seiner Gründung.

Somit entwickelte sich im Lauf der Jahre ein umfangreiches und

zukunftsweisendes Know-how mit einer Infrastruktur auf hohem

Niveau. Besonderen Wert legt die MERB aber nicht nur auf den tech -

nischen Zustand ihrer Fahrzeuge und Anlagen, sondern vor allem auf

das Gesamtkonzept.

Dieses überzeugt vor allem durch individuelle Kundenberatung

und -betreuung, kurze Wege zwischen Auftragsannahme und -abwicklung,

Flexibilität und Schnelligkeit bei der Einsatzplanung, einem Fuhrpark

mit modernen Logistiksystemen und Fahrzeugen, Um lade -

stationen, hochmoderne Sortieranlagen und eine aktive Verwertungspolitik,

durch die ein hoher Verwertungsgrad aller anfallenden Wert -

stoffe erreicht wird.

Getragen von den Pionierleistungen, der Kreativität und der Einsatz -

bereit schaft, steht die MERB als sicherer, kompetenter Partner von

Städten, Landkreisen, gewerblichen und privaten Kunden zur Ver -

fügung.

55


Dr. Swantje Huse

Handel und Dienstleistungen

auf Erfolgskurs

Der Lebensmittelhandel ist

auch stets in Einkaufszentren

zu finden.

Dienstleistungswüste Deutschland – was früher einmal galt, stimmt schon lange nicht

mehr. Das Dienstleistungsgewerbe befindet sich seit geraumer Zeit in einem steten

Aufschwung. Der Landkreis Rastatt kann von dieser Entwicklung besonders profitieren,

da er zu jenen Regionen gehört, in denen die Symbiose von Industrie und Dienst -

leis tung schon immer bestanden hat. So ist es möglich, auf Bestehendem aufzubauen

und es kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ausschlaggebend hierfür ist auch die Renaissance,

die die Industrie seit einigen Jahren erfährt – in diesem Bereich ist der Landkreis

landesweit im oberen Drittel angesiedelt, während Baden-Württemberg die höchste

Industriequote bundesweit hat.

Während das produzierende Gewerbe nach neuesten Daten des Statistischen

Landesamts allerdings nur geringfügig zulegen kann, boomt der Dienstleistungssektor

regelrecht. Seit der Jahrtausendwende hat es hier einen Beschäftigungsanstieg von

12,4 Prozent (Stand 2013) im Landkreis Rastatt gegeben. In absoluten Zahlen sind dies

61 100 Menschen, die im Dienstleistungssektor beschäftigt sind. Die Industrie hat da -

gegen nur leicht um 0,8

Prozent zulegen können

(50 700 Erwerbstätige).

Besondere Bedeutung im

Landkreis haben – angesichts

der stark verwurzelten

Automobilindustrie

– Logistikunternehmen.

Doch auch die IT-Branche

wächst weiter. Nicht zu

verkennen ist auch die

Bedeutung des Regionalflughafens

in Rheinmünster-Söllingen

mit dem

angegliederten Gewerbepark,

dem Baden-Airpark.

Ein Bereich, der in den

vergangenen Jahren

immer größere Bedeutung

erhalten hat und

dies auch zukünftig wird,

Fortsetzung Seite 58 unten

56


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf Werten gebaut: Die Genossenschaftsbanken im Landkreis

Wer nach der Basis und den Kernelementen von erfolgreichen und

langfristigen Geschäftsbeziehungen forscht, stößt immer wieder auf

die gleichen Werte: Es geht um Vertrauen, Fairness, Partnerschaft,

Kompetenz, persönliche Wertschätzung und Verantwortung. Die

Genossenschaftsbanken im Landkreis Rastatt stehen uneingeschränkt

für diese Werte.

Die Volksbank Baden-Baden · Rastatt, die Volksbank Bühl, die VR-Bank

in Mittelbaden und die Raiffeisenbank Südhardt bekennen sich aktiv zu

ihrer besonderen Verpflichtung für die Region und ihre Menschen, die

Unternehmen und Vereine. Sie sind sich ihrer, im 19. Jahrhundert ge -

legten genossenschaftlichen Wurzeln bewusst – und damit auch ihrer

Stärken. Es ist die unmittelbare Nähe zu den Menschen und mittelständischen

Unternehmen in der Region, die persönliche Ansprache

und es sind die guten Produkte und modernen Dienstleistungen, die

damals wie heute Garanten des Erfolgs sind.

Mehr als 200 000 Kunden vertrauen auf den Service und die Kom -

petenz der vier Genossenschaftsbanken – gut die Hälfte davon sind als

Mitglieder auch Teilhaber ihrer Bank. Gemeinsam zählen sie gut 1000

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unterhalten 73 Filialen. Damit

sorgen die Raiffeisenbank Südhardt, die VR-Bank in Mittelbaden, die

Volksbank Bühl und die Volksbank Baden-Baden · Rastatt für eine vielfältige

Wertschöpfung in der Region und für eine verlässliche Bank-

Infrastruktur im gesamten Landkreis Rastatt.

Auf einen Blick

Volksbank Baden-Baden ·

Rastatt eG

Gründungsjahr: 1867

Mitarbeiter: 449

Filialen: 28

Mitglieder: 34 500

www.volksbankbaden-baden-rastatt.de

Volksbank Bühl eG

Gründungsjahr: 1869

Mitarbeiter: 290

Filialen: 28

Mitglieder: 43 400

www.volksbank-buehl.de

VR-Bank in Mittelbaden eG

Gründungsjahr: 1880

Mitarbeiter: 210

Filialen: 12

Mitglieder: 23 000

www.vr-miba.de

Raiffeisenbank Südhardt eG

Gründungsjahr: 1898

Mitarbeiter: 76

Filialen: 5

Mitglieder: 10 200

www.raiba-suedhardt.de

57


Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1990

Mitarbeiter: 110

Arbeitsgebiete: Wasserwirtschaft,

Wasserbau, Siedlungswasserwirtschaft

und kommunaler

Tiefbau

Leistungsspektrum:

Gutachten, Studien, Unter -

suchungen, Planung, Bauleitung

und Projektsteuerung

Auftraggeber:

Wasser- und Schifffahrtsämter,

Landesverwaltungen, Städte

und Gemeinden, kommunale

Zweckverbände, Unternehmen

www.wald-corbe.de

WALD + CORBE Beratende Ingenieure

Spitzen-Know-how im Bereich Wasserbau und Infrastrukturplanung

bietet die Unternehmensgruppe WALD + CORBE. Hauptsitz der Unternehmensgruppe

ist Hügelsheim. Daneben gibt es Niederlassungen in

Stuttgart, Haslach im Kinzigtal und Speyer. WALD + CORBE ist inter -

national tätig.

Die Leistungsschwerpunkte sind großräumige hydrologische und

hydraulische Untersuchungen mit Flussgebietsmodellen und ein- bzw.

zwei dimensionalen Strömungsmodellen, Grundwassermodellunter -

suchungen, Kanalnetzmodelle, die Planung von Flussbau- und Hochwasserschutzmaßnahmen,

Wasserkraftanlagen sowie Infrastruktur -

maßnahmen im Bereich Siedlungswasserwirtschaft und Straßenbau.

ist der Sektor der Gesundheitsdienstleistungen. Angesichts der immer älter werdenden

Gesellschaft stehen Kreise und Kommunen hier vor neuen Herausforderungen vor allem

im Bereich der Alten- und Krankenpflege: Von 1999 bis zum Jahr 2011 ist die Anzahl

der Pflegeheime im Landkreis Rastatt von 14 auf 22 gewachsen – und es kommen

immer noch weitere hinzu.

Mit seinen drei Mittelzentren – Rastatt im nördlichen und Bühl im südlichen Landkreis

sowie Gaggenau/Gernsbach im Murgtal – ist der Kreis Rastatt auch für den Einzelhandel

attraktiv. Bestes Beispiel ist der Versuch eines großen schwedischen Möbel -

hauses, sich in Rastatt anzusiedeln, der jedoch vom Regierungspräsidium gestoppt

wurde. Einkaufszentren wie das Murgtalcenter in Gaggenau oder die 2015 eröffnete

Schlossgalerie in Rastatt vereinen neben dem Lebensmittelhandel zahlreiche kleine

Dienstleister etwa aus der Reise- oder Kosmetikbranche. Ob im Großen oder im

Kleinen, mit seinem breiten Branchenmix und seiner Nähe zu Industrie und Gesellschaft

ist der Dienstleistungssektor auf dem besten Weg, in Zukunft eine noch größere

Rolle im Landkreis Rastatt einzunehmen, als dies bereits jetzt schon der Fall ist.

58


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Otterbach – Full Service & Crossmedia Agentur

Otterbach ist seit über fünf Jahrzehnten ein exzellenter Mediendienstleister.

Qualität auf höchstem Niveau, Entwicklungen am Puls der Zeit

und nachhaltiges Wirtschaften sichern Arbeitsplätze an allen Stand -

orten. Das Unternehmen versteht die Ausbildung von jungen Mensch e n

als eine soziale Verpflichtung. Mit einer Quote Azubis/Mitarbeiter

von über 15 Prozent wird das überdurchschnittliche Engagement von

Otterbach erkennbar.

Stolz kann Otterbach behaupten, dass sehr wahrscheinlich jeder

Bundesbürger Bilder gesehen und bestaunt hat, die bei Otterbach

kon zipiert und/oder bearbeitet wurden. Denken wir an Max Maulwurf

der Deutschen Bahn, Verkaufsliteratur, Magazine, Zeitschriften, Plakate

von und über viele Automobilmarken, Getränkehersteller, Pharma- und

Kosmetikprodukte, Möbelhersteller u. v. m. Es gibt kaum eine Branche,

für die Otterbach noch nicht tätig war und ist. Da versteht es sich von

selbst, dass die Bilder heute crossmedial die Landesgrenzen längst

überschritten haben. Viele der Kunden, die Otterbach schon jahrelang

begleitet, sind weltweit sehr erfolgreich.

Full Service & Crossmedia aus einer Hand heißt für Otterbach: Die

Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden erkennen, verstehen und

realisieren. Der Erfolg der Kunden ist der Maßstab.

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1961

Geschäftsführung und

Gesellschafter:

Ulrich Otterbach,

Otto Engelhard

Mitarbeiter: rund 100

an allen Standorten

Leistungsspektrum:

Full Service &

Crossmedia Agentur

Niederlassungen:

Rastatt

Hamburg

Wolfsburg

Ingolstadt

Würzburg

www.otterbach.de

59


Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1995

Mitarbeiter: ca. 100

Leistungsspektrum:

– Oberflächenbearbeitung

– Industrielackierung

– Laserclean

– Messtechnik

– Montage und

Qualitätssicherung

– Nachbearbeitung

– Outsourcing

www.gmvsanli.com

Erfahren und kompetent

durch ein starkes Team

GMV Sanli GmbH

GMV Sanli bietet im Bereich der Oberflächentechnik sämtliche Reinigungs-

und Entfettungsaufgaben sowie Oberflächenbearbeitungen mit

Sandstrahlen, Glasperlenstrahlen u. a. Zum Portfolio gehört ebenso

Messtechnik mit der neuesten Technologie, um auch die kleinsten

Abweichungen ausschließen zu können. Das Unternehmen bietet

zudem externe Produktionstechniken mit modernsten Maschinen und

jahrzehntelanger Erfahrung in der Kunststoff-, Gummi- und Metallbearbeitung.

Bei der Nachbearbeitung wird durch präzise Feinarbeit jeder

Mangel beseitigt, um ein perfektes Endergebnis zu erhalten. In verschiedensten

Bearbeitungsschritten erfüllen die Spezialisten ganz individuelle

Wünsche. Ebenfalls erledigen die Spezialisten hochwertige

Gravuren aller Art für sämtliche Artikel aus Metall, Aluminium oder

Kunststoff.

as Architektur + Stadtplanung GdBR Bühl

Bei as Architektur + Stadtplanung können Sie sich auf ein erfahrenes,

gut eingespieltes Team verlassen. Neben den Architekten Andreas

Thoma und Jürgen Sauer, die das Architekturbüro 2004 gründeten,

arbeitet auch ein engagiertes Büroteam für Sie.

Gemeinsam setzen wir für unsere Bauherren Hochbauprojekte im

Industrie- und Gewerbebau, im Wohnungsbau, im Gesundheits- sowie

im kommunalen Bauwesen um.

Dabei übernehmen wir alle Leistungsphasen von 1 bis 9 der HOAI

(Honorarordnung für Architekten und Ingenieure). Ob Neubau oder

Sanierung, Großprojekt oder kleines Bauvorhaben – wir sind stets mit

Erfahrung, Können und Herzblut für unsere Bauherren am Werk.

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 2004

Mitarbeiter: 5

www.architekturbuero-as.de

Umbau/Erweiterung/Sanierung –

Verwaltungsgebäude,

Stadtwerke Bühl,

Fertigstellung: 2014

Leistungsspektrum:

– Beratung, Planung, Bauleitung

– Wohnbau

– Industrie- und Gewerbebau

– 3-D-Planung und

-Visualisierung

– Bauleitplanung

– Energieberatung

– Teilungserklärung

– altersgerechtes Umbauen

und Sanieren

60


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1949

Mitarbeiter: 12

Mitglieder: 1577

(Stand: 31.12.2014)

Bestand:

746 Wohnungen in

66 Häusern

2 gewerbliche Einheiten

602 Garagen und Stellplätze

Bilanzsumme: 25,6 Mio. Euro

(Stand: 31.12.2014)

www.familienheim-rastatt.de

Energetische Sanierung

des Bestandsgebäudes

Stein mauerner Straße 10,

10a, 12, 12a in Rastatt

Baugenossenschaft Familienheim Rastatt eG

Die Baugenossenschaft Familienheim Rastatt eG wurde im März 1949

gegründet und hat einen eigenen Wohnungsbestand von 746 Mietwohnungen,

zwei gewerblichen Einheiten sowie 602 Garagen und

Stellplätzen in 66 Häusern.

Die Verwaltung von Wohnungseigentümergemeinschaften ist ein weiteres

Geschäftsfeld der Baugenossenschaft Familienheim Rastatt eG. 846

Wohnungen in 48 Wohnungseigentümergemeinschaften werden aktuell

von der Baugenossenschaft Familienheim Rastatt eG verwaltet.

Die Baugenossenschaft hat die im Jahr 1989 errichteten Mietwohnungsgebäude

Steinmauerner Straße 10, 10a, 12, 12a in Rastatt, in schön

gelegener Wohnlage an der Murg, in zwei Teilabschnitten energetisch

modernisiert. Im ersten Abschnitt 2012 wurden sämtliche Fenster der

Liegenschaft getauscht und neue, größere Vorstellbalkone montiert. In

einem weiteren Abschnitt wurde dann im Jahr 2014 die Gebäudehülle

energetisch optimal wärmegedämmt und das Dach des Gebäudes

er neuert. Insgesamt wurden ca. 700 000 Euro investiert. Die vermiet -

bare Wohnfläche vom 1473 Quadratmetern verteilt sich auf 24 Miet -

woh nun gen.

Der Firmensitz der Baugenossen -

schaft Familienheim Rastatt eG

61


Dr. Swantje Huse

Zwischen Hightech und Tradition –

das Handwerk

Wer will fleißige Handwerker seh’n, der sollte in den Landkreis Rastatt geh’n: 2595

Handwerksbetriebe gab es hier im Jahr 2014 – und damit 33 mehr als noch im Vorjahr.

Damit verzeichnete der Landkreis Rastatt im Kammerbezirk Karlsruhe – zu dem die drei

Städte Karlsruhe, Baden-Baden und Pforzheim sowie die vier Landkreise Karlsruhe,

Rastatt, Calw und der Enzkreis gehören – den zweitstärksten Betriebszuwachs. Nur im

Landkreis Calw haben 2014 mehr Handwerksbetriebe eröffnet (76), im Landkreis Karlsruhe

waren es lediglich drei. In allen anderen Städten und Kreisen setzt sich dagegen

das Handwerkersterben fort. Dieser positive Trend im Landkreis Rastatt spiegelt sich

auch in den Lehrlingszahlen wider: Nach Jahren des Schwundes und einem absoluten

Tiefpunkt im Jahr 2013, in dem lediglich 330 junge Menschen einen Handwerksberuf

erlernen wollten, scheint dieser Abwärtstrend nun gestoppt: 2014 waren es immerhin

wieder 339 Beginner, davon knapp ein Viertel Mädchen (82 = 24 Prozent). Mit ins -

gesamt 13 500 Beschäftigten (davon 882 Lehrlingen) ist das Handwerk nach wie vor

einer der wichtigsten Arbeitgeber im Landkreis.

Auch mit Blick auf die Gewerke stemmt sich der Landkreis erfolgreich gegen den

allgemeinen Trend: Zwar sind die Hochzeiten der Büchsenmacher, Buchbinder, Müller,

Siebdrucker oder Weinküfer vorbei, doch sind sie alle noch mit einem Betrieb im Kreis

zu finden. Und dass das traditionelle Handwerk noch lange nicht am Ende ist, zeigen

Betriebsgründungen wie die einer Wachszieherei. Mit Blick auf die großen industriellen

Arbeitgeber in der Region verwundert es auch nicht, dass der Kreis besonders viele

Kraftfahrzeug- und Elektrotechniker beherbergt und Berufe wie der des Karos serie- und

Fahrzeugbauers, des Feinmechanikers und des Metallbauers sowie Berufe der Medizinbranche

stark vertreten sind. Auch der Wandel hin zu einer Dienst leis tungsgesellschaft

lässt sich im Landkreis Rastatt gut nachvollziehen: Gebäude reiniger, Kosmetiker und

Friseure haben Hochkonjunktur.

Auf Handwerkermessen etwa in der Großen Kreisstadt Rastatt werben die Betriebe

erfolgreich um Auszubildende und Kunden und präsentieren sich in ihrer Bandbreite,

die von A wie Ausbeiner bis Z wie Zahntechniker reicht. Mit attraktiven Angeboten wie

dem Handwerkerparkausweis, der im gesamten Kreisgebiet gültig ist, stärkt der Landkreis

das Handwerk. Auch die kreiseigenen gewerblich-technischen Schulen in Gernsbach,

Gaggenau, Rastatt und Bühl tragen mit ihren Lehrangeboten zur hohen Qualität

des Handwerkernachwuchses bei. Das Haus des Handwerks, eine Außenstelle der

Handwerkskammer Karlsruhe, das in Baden-Baden angesiedelt ist, bietet nicht nur

Handwerkern wichtige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, sondern potenziellen

Kunden eine praktische Handwerkersuche.

62


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1831

Mitarbeiter: rund 590,

davon 31 Auszubildende

Filialen: 48

Leistungsspektrum:

süße und herzhafte Köstlich -

keiten ohne künstliche Zusätze

– frisches Brot

– vielseitiges Angebot an

Backwaren

– Torten und süße Teilchen

– kalte und warme Snacks

– BIOLAND-Lebenskeimbrot

– BIOLAND-Chiabrot

– 3 Vortagsläden

Die beiden Geschäftsführer

Bernhard Peter und Bruno

Ketterer setzen auf hochwertige

Zutaten aus der Region.

– Belieferung von mittelstän -

dischen Unternehmen und

Industriebetrieben

– Sonderanfertigungen und

Belieferung von Großevents

– hauseigene Schulungsakademie

mit Fortbildungen und

Schulungen zu aktuellen

Themen und neuen Produkten

Produktionsfläche: 4800 m 2

www.petersgutebackstube.de

Mit Liebe zum Backhandwerk: Peter’s gute Backstube GmbH & Co. KG

Die Bühler Bäckerei setzt auf traditionelles Bäcker-Handwerk – nur eine

Nummer größer: Die handwerkliche Kunst des Brotbackens geht hier

Hand in Hand mit moderner Technik. 150 emsige Mitarbeiter backen

leckeres Brot, garnieren individuelle Tortenträume und schlingen jede

einzelne Brezel von Hand. Die süßen und herzhaften Köstlichkeiten

werden in Peter’s guter Backstube nach eigenen Rezepturen, ohne

künstliche Zusätze und vor allem mit viel Herzblut gebacken – mit

besten natürlichen Zutaten erreicht, zumeist von regionalen BIOLAND -

Höfen. In den Filialen der Region, von Offenburg bis Karlsruhe, erwarten

den Genießer der Duft von herrlich frischem Brot, ein vielseitiges Angebot

an Backwaren, süße Teilchen, allerlei kalte und warme Snacks und

eine herzliche Atmosphäre. Zu den besonderen Spezialitäten zählen das

BIOLAND-Lebenskeimbrot und – ganz neu – das BIOLAND-Chiabrot.

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1955

Mitarbeiter: 7

Leistungsspektrum:

Werkzeuge und Maschinen

für Fagott und Oboe:

– Fagott:

Barockfagott, Kontrafagott,

historische Instrumente,

Heckelphon und klassisches

Fagott, Kontraforte

– Oboe:

Barock oboe und Englischhorn,

Oboe d’amore

– Klarinette

www.georgrieger.com

Georg Rieger GmbH

Längst ist die Werkstatt für Rohrbaumaschinen, Rohrbauwerkzeuge und

Rohrholz für Holzblasinstrumente in Gaggenau bei Musikern und

Liebhabern aus nah und fern in aller Munde. Mit größtem handwerk -

lichem Geschick und tiefer Leidenschaft zu ihrem Beruf führen Georg

Rieger und sein Sohn Johann Rieger im Familienbetrieb eine lange Tradition

fort.

Die Werkstatt ist immer auf dem technisch neuesten Stand und garantiert

solide, zuverlässige Arbeiten. Unsere langjährigen Mitarbeiter sind

ehrgeizig, gewissenhaft und wissen, worauf es ankommt. Dazu unsere

kompetente und ehrliche Beratung – so, wie es Musiker brauchen. Für

alles, was wir verkaufen, stehen wir mit unserem guten Ruf gerade!

Darauf können Sie sich verlassen. Kurz gesagt: perfektes Handwerk

und höchste Qualität – anspruchsvoll – harmonsich – zeitlos!

63


Manuela Behrendt

Ackern mit Konzept –

moderne Landwirtschaft und

Verbraucherschutz

Zufriedene Kunden empfehlen

ihren Lieblingsapfel gern weiter.

Köstliche Erdbeeren, schmelzzarter Spargel, aromatische Äpfel sowie viele weitere

Obst- und Gemüsearten gedeihen auf den Feldern Mittelbadens. Durch kurze Wege

vom Erzeuger zum Verkaufstresen stehen sie frisch und qualitativ hochwertig dem Verbraucher

in Hofläden, Biohöfen und beim Anbauer zur Verfügung. Etwa 50 landwirtschaftliche

Betriebe im Landkreis Rastatt vermarkten ihre Erzeugnisse direkt.

Im Landkreis sprechen Leckermäuler von erntefrischen Produkten stets im Super -

lativ. Fruchtigste Kirschen, schmackhaftester Blumenkohl, verführerischste Zwetschgen

und zuckersüße Erdbeeren verarbeiten bodenständige wie kreative Hausfrauen, ambitionierte

Feierabendküchenchefs, heimatverbundene Gastronomen und hochdekorierte

Sterne köche zu erlesenen Häppchen, Gerichten und Desserts. Auch wenn Gott einem

ge flügelten Wort zufolge bevorzugt bei den Nachbarn in Frankreich tafelt, hat er

den Landkreis zwischen Schwarzwald und Elsass, Rheintal und Rebhängen äußerst

wohl wollend mit fast

me diterraner Klimagunst

und fruchtbaren Böden

gesegnet.

Erdbeeren im Landkreis

sind mit einer An -

baufläche von über 200

Hektar flächenmäßiger

Spitzenreiter in Baden-

Württemberg. Die Historie

des roten Naschwerks

beginnt im Barock. Der

erste Erdbeeranbau in

Deutschland spielte sich

in der Gegend um Baden-

Baden ab. Als Speise

nutzte man die Beeren

nicht; in pürierter Form

sorgte sie als Kosmetikum

für zarte Haut. In den

Sechzigerjahren des vori-

64


EIN KREIS MIT DYNAMIK

gen Jahrhunderts machten junge, nach Mittelbaden

zugezogene Landwirte im Norden des Landkreises

brachliegende Sandbodenflächen erdbeertauglich,

schufen die Wurzeln für die Erfolgsgeschichte des Erd -

beer anbaus in der Region. Mit modernster Anbau -

technik, dazu gehören eine umweltgerechte Düngung

und gezielte Bewässerung nach dem Bedarf der Pflanzen,

erzeugen die Landwirte höchste Qualität.

Spargel wird im Landkreis seit über 100 Jahren an -

gebaut. Heutzutage können die Verbraucher bereits zu

Ostern den auf über 130 Hektar lokal erzeugten Spargel

ge nießen. Die Spargelanbauer verstehen es, mit entsprechenden

Spargelsorten und dem Einsatz von Folien

und Folientunneln die Ernte zu verfrühen.

Die Landwirte der Region sind mit badischer Gelassenheit,

landwirtschaftlicher Virtuosität, agrartechnischer

Perfektion und hoher Verbraucherorientierung am Werk.

Nachhaltiges Wirtschaften bestimmt ihr Handeln. Regional

sind die Landwirte fest verwurzelt, bringen Ertrag der

Ackerflächen mit Produktqualität in Einklang. Oberstes

Gebot ist der Verbraucherschutz. Dieser gewährleistet,

dass appetitmachende Früchte und Gemüse, die in

Mittelbaden reifen, bedenkenlos genießbar sind.

Unterstützt werden die Landwirte beim Anbau ihrer landwirtschaftlichen Kulturen

und Tierhaltung sowie bei der Entwicklung ihrer Betriebe in Form von Beratung, Vor -

trägen und Seminaren. Dabei geht es vor allem um die Einhaltung der hohen Standards

bei der Produktion und deren Erzeugnisse. Das Landwirtschaftsamt ist ein wichtiger

Anbieter von Aus- und Fortbildungen und von Beratung für die Landwirte der Region.

Mit der Landesaktion „Gläserne Produktion“ gibt es seit 25 Jahren eine Kommuni -

kations- und Erlebnisplattform für die Landwirtschaft mit den Endverbrauchern. Das

Landwirtschaftsamt organisiert dabei, dass Verbraucherinnen und Verbraucher regionale

Bauernhöfe und Produktionsstätten besuchen können, um mehr über die Verarbeitung,

die Erzeugung und die Qualität der Produkte zu erfahren.

Das weiße Gold bei der

Sortierung nach Größe

65


Cordula von Junker

Weinbau mit Qualität und Lebensgefühl

Nichts macht mit der Landschaft vertrauter als der

Genuss der Weine, die auf ihrer Erde gewachsen und von ihrer

Sonne durchleuchtet sind. (Ernst Jünger)

Der Weinbau verbindet auf besondere Weise Tradition und Genuss mit der wunder -

schönen Kulturlandschaft in der nördlichen Ortenau. Von Herbst zu Herbst ist es für den

Winzer ein ereignisreiches Arbeitsjahr. Neben den Arbeiten in den Weinbergen und im

Weinkeller gehört auch die Vermarktung der Weine zu den Aufgaben eines Winzers.

Der Verkauf und Vertrieb erfolgt auf verschiedenen Wegen. Dabei spielen nicht nur

Gastronomie oder Einzelhandel eine wichtige Rolle. Auch der Besucher, der direkt auf

das Weingut oder in die Winzergenossenschaft kommt, ist interessiert an der Philo -

sophie, dem Handwerk und den Besonderheiten des Anbaugebietes. Häufig fällt der

Begriff „Weinerlebnis“. Hoffeste oder Themenabende mit kulinarischen Begeg nungen

wie beispielsweise Wein und Schokolade begeistern Einheimische und Gäste.

Dass es touristische Konzepte nicht erst seit gestern gibt, zeigt beispielsweise das

60-jährige Jubiläum zum Bestehen der Badischen Weinstraße im vergangenen Jahr.

Auch die seit 20 Jahren bestehende Bühlertaler Weinmesse macht deutlich, wie gut

sich regionale Produkte mit Wein verknüpfen lassen. Dort können kulinarische Leckerbissen

und Weine der Region in einem schönen Ambiente gemeinsam mit den Er -

zeugern, den Winzern und Kellermeistern verkostet werden. Die Besucherzahlen und

das Publikum zeigen, dass das Thema Wein alle Generationen miteinander verbindet.

Neben den Weingütern prägen die Affentaler und Baden-Badener Winzergenossenschaft

die Weinbaustruktur des Landkreises. Modern gestaltete Einkaufs- und Verkos -

tungsräume laden zum Probieren ein. Neben klassischen Weinproben und Kellerführungen

gibt es zahlreiche kulinarische Wein- und Erlebniswanderungen, Lesungen, Winzerund

Adventsfeste. Oftmals werden Veranstaltungen von sogenannten Wein-Guides

durchgeführt. Dies sind speziell ausgebildete Erlebnisführer, die sich insbesondere mit

der Region, aber auch dem weinbaulichen Handwerk auskennen. Das Ausbildungs -

seminar zum Wein-Guide ist aus einer Kooperation des Weinparadies Ortenau e. V.

sowie den Volkshochschulen Ortenau und Rastatt entstanden.

Wer die schöne Landschaft auf eigene Faust entdecken will, kann auf gut begeh -

baren Panoramawegen wandern. Weinlehrpfade bieten dazu eine Kombination aus

Informationen über die Region und dem Wandern in der Natur. Auf dem Sinzheimer

Wanderweg erklären beispielsweise 20 Schautafeln die Besonderheiten des Anbau -

gebietes und des Weinbaus. Ebenso lädt der Klettersteig am Engelsberg in Bühlertal

dazu ein, eine der steilsten Weinbergslagen Europas kennenzulernen.

Die Weinwelt des Landkreises bietet mit vielen spannenden Veranstaltungen

ganzjährig unzählige „Weinerlebnisse“ an. Das Weinparadies Ortenau ist ein Erlebnis

und Genuss – ob für Gäste oder für die Menschen der Region.

66


EIN KREIS MIT DYNAMIK

Die badischen Weinprin -

zes sinnen und Hoheiten

Weinwanderung

67


Thomas Nissen

Der Wald im Landkreis

moderne Forstwirtschaft

Die Forstwirtschaft ist im

Landkreis Rastatt von großer

Bedeutung.

Mit einem Waldanteil von 52 Prozent gehört der Landkreis Rastatt zu den waldreichsten

Regionen Baden-Württembergs. Die herausragende naturräumliche und landschaftliche

Vielfalt spiegelt sich in einem breiten Spektrum unterschiedlicher Waldbilder wider. Entlang

des Rheins findet der Wanderer urwaldartige Auewälder von beeindruckender

Schönheit in engem Verbund mit leistungsstarken Wirtschaftswäldern aus Esche, Ahorn,

Eiche und Pappel vor. Auf den trockenen Rücken der Niederterrasse, der sogenannten

Hardt, bestimmen Kiefernwälder das Bild. Buchen- und eichendominierte Laubmisch -

wälder sind charakteristisch für die Vorbergzone des Schwarzwalds. Mit zunehmender

Höhenlage gehen diese in nadelholzreiche Mischwälder aus Fichte, Tanne, Kiefer und

Buche über. Die höchsten Lagen am Hohen Ochsenkopf und am Kaltenbronn werden

von Moor- und Grindenflächen eingenommen und muten fast skandinavisch an.

Ob als Viehweide, als Jagdgebiet oder als Lieferant von Brennholz, Bauholz und

Rohstoffen – der Wald und seine Nutzung waren stets von herausragender Bedeutung

für die Bevölkerung. Auch heute spielen der Wald und die Forstwirtschaft im Landkreis

Rastatt eine wichtige Rolle. Auf einer Waldfläche von 38 200 Hektar werden pro Jahr

rund 220 000 Festmeter Holz produziert, was etwa 10 000 Lkw-Ladungen entspricht.

Der Wald ist Erholungsraum,

liefert sauberes

Wasser, reinigt die Luft,

schützt vor Ero sion und ist

Rückzugsraum für viele

Tier- und Pflanzenarten.

Mehr als die Hälfte der

Waldfläche liegt in Schutz -

gebieten. Zahl reiche, selten

gewordene Tierarten

wie zum Beispiel Auerhuhn,

Rauhfußkauz, Mittelspecht,

Schwarzmilan,

Hirschkäfer und Eichenheldbock

finden im Wald

einen Lebensraum.

Die bedeutendsten

Waldeigentümer sind die

Städte und Gemeinden,

68


EIN KREIS MIT DYNAMIK

das Land Baden-Württemberg und die Murgschifferschaft. Die Verwaltung und Bewirtschaftung

des öffentlichen Waldes ist Aufgabe des Forstamts, das seit 2005 in das

Landratsamt integriert ist. Zusammen mit seinen drei Außenstellen in Gaggenau, Forbach

und Bühl leitet es die Forstbetriebe der Städte und Gemeinden sowie den Betriebsteil

Rastatt des Landesforstbetriebs Baden-Württemberg. Die Waldbewirtschaftung in

den 28 Forst revieren erfolgt mit dem Ziel, die vielfältigen Funktionen des Waldes nachhaltig

für die kommenden Generationen zu erhalten. Biodiversität, Strukturreichtum

und Naturnähe der Wälder werden gefördert, seltene Biotope und Habitate seltener

Arten werden geschützt und gepflegt. Das Ziel einer modernen Forstwirtschaft im

Landkreis Rastatt sind ökologisch hochwertige und wirtschaftlich leistungsfähige

Mischwälder, die durch hohe Vitalität, Stabilität und Diversität gut auf die Herausforderungen

des Klimawandels vorbereitet sind.

Ein moderner Maschinenpark

erleichtert die Arbeit in schwierigem

Gelände.

69


Cornelia Casper

Potenziale nutzen –

Bildungswesen als Standortvorteil

Schweißerausbildung an einer

Berufsschule in der Trägerschaft

des Landkreises

Der Landkreis Rastatt kann nicht nur mit seiner landschaftlich reizvollen Lage zwischen

Rhein und Schwarzwald, sondern auch mit den vielfältigen und wohnortnahen Aus -

bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Jung und Alt punkten.

Die schulische Infrastruktur im Landkreis Rastatt bietet Grund- und Hauptschulen in

allen 23 Städten und Gemeinden, acht Werkrealschulen, vier Gemeinschaftsschulen und

zehn Realschulen.

Von den sechs allgemeinbildenden Gymnasien kann das Ludwig-Wilhelm-Gym na -

sium in Rastatt auf eine 300-jährige Geschichte zurückblicken. Jenseits der Schulpflicht

bieten die Abendrealschule und das Abendgymnasium des Landkreises Rastatt die

Möglichkeit, auf dem zweiten Bildungsweg Mittlere Reife und Abitur zu erwerben.

Für Kinder mit Handicap bietet der Landkreis Rastatt spezialisierte Förder- und

Sonder schulen in Gaggenau, Rastatt, Iffezheim und Bühl. Die Inklusion von behinderten

Kindern an regulären Schulen ist ebenso selbstverständlich geworden.

Die Gewerbeschulen des Landkreises Rastatt bieten in den drei großen Kreisstädten

Bühl, Gaggenau und Rastatt zahlreiche Ausbildungszweige wie beispielsweise Metalltechnik,

Fahrzeugtechnik, Werkzeugmechaniker, Elektrotechnik, Holztechnik, Gestaltungs-

und Medientechnik. Der Landkreis investiert erhebliche Finanzmittel in die

Modernisierung und die notwendigen baulichen Erweiterungen seiner Schulen, so in

jüngs ter Zeit in den architektonisch und energietechnisch bemerkenswerten Neubau

der Metall- und Holzwerkstätten der Josef-Durler-Schule in Rastatt.

Die kaufmännische Ausbildung mit Schwerpunkt

Wirtschaft, Büro und Handel sowie Fremdsprachen steht

an den Handelslehranstalten (HLA) in Bühl, Gernsbach

und Rastatt im Mittelpunkt. Außerdem werden in Rastatt

und Bühl die Ausbildungsprofile Biotechnologie,

Ernährung und Hauswirtschaft, Gesundheit und Pflege,

Labortechnik, Sozialpädagogik oder Landwirtschaft angeboten.

In Zuge der steigenden Zahlen ankommender Flüchtlinge

reagiert man im Landkreis Rastatt selbstverständlich

auch auf den Bedarf an ganz spezifischen Bildungs -

an ge bo ten. Neben dem Deutschkursangebot wurden für

jugendliche Flüchtlinge ohne bzw. mit wenigen Deutschkenntnissen

sogenannte VABO-Klassen (Vorqualifizierungsjahr

Arbeit/Beruf für Menschen ohne Deutschkenntnisse)

eingerichtet.

70


EIN KREIS MIT VERANTWORTUNG

Eine ganz spezielle Berufsfachschule findet sich in der Gernsbacher Papiermacherschule,

die ihre Existenz der im Murgtal seit 1882 angesiedelten Papierindustrie verdankt.

Auszubildende aus Deutschland und der Schweiz können hier neben dem

Abschluss Papier-Technologe auch ein Duales Studium mit Abschluss Bachelor of

Engineering – Papiertechnik sowie die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer

absolvieren.

Die Volkshochschule des Landkreises Rastatt bietet – in der Regel abends und an

den Wochenenden – Weiterbildung für jedermann und ohne Zugangsvoraussetzung an.

Dazu legt die VHS in zwei Semestern pro Jahr ein rund 2000 Kurse umfassendes Bildungsangebot

auf, das Allgemeinwissen und Sprachen lehrt, vielfältige berufliche und

persönliche Qualifizierungsthemen schult sowie Gesundheit und Kreativität fördert.

Fortsetzung Seite 72 unten

Landrat Jürgen Bäuerle (rechts)

und im Hintergund Ernst Kopp

(MdL) bei einer Besichtigung

der Josef-Durler-Schule in Rastatt

71


Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1974

Mitarbeiter: 70 (Industrie)

sowie 30 staatliche Lehrer

Leistungsspektrum:

– Ausbildung und Studium,

Papiertechnologen

(staatliche Schule,

Duale Hochschule Baden-

Württemberg, Karlsruhe),

Industriemeister Papier -

erzeugung/-verarbeitung

– Fort- und Weiterbildung,

Beratung durch die

Bildungsakademie Papier

– Verbandsorganisation

www.papierzentrum.org

Papierzentrum Gernsbach

Das Papierzentrum Gernsbach bietet Ausbildung und Studium mit einer

staatlichen Schule (Papiertechnologen), mit der Dualen Hochschule

Baden-Württemberg (Studiengang Papiertechnik) sowie Fort- und Weiter -

bildung, Beratung durch die Bildungsakademie Papier (Umschulungen,

Seminare, Workshops, Management-Training, unternehmensspezifische

Beratung etc.) Zudem ist es die Verbandsorganisation der Vereinigung

der Arbeitgeberverbände, der Deutschen Papierindustrie – VAP – e. V., des

Arbeitgeberverbandes der Papierindustrie Baden-Württemberg – AGP – e. V.,

des Wirtschaftsverbandes Papier Baden-Würt tem berg – WVP – e. V., des Verbandes

Papierindustrie Rheinland-Pfalz – PRP – e. V., des Ver bandes der

Papier- und Pappenindustrie Hessen – VPH – e. V., des Förder ver eins Papierzentrum

Gernsbach – FÖP – e. V., des Aus bildungs zent rums Mittelbaden –

AZB – e. V. und der Tarifgemeinschaft Badischer Genossenschaften – TBG.

Auch die Fortbildung der Mitarbeiter von Unternehmen und Verwaltungen im Bereich

EDV sowie in den sogenannten Schlüsselkompetenzen gehören neben Deutsch- und

Integrationskursen für Arbeitnehmer mit Zuwanderungshintergrund zum umfassenden

Aufgabenportfolio der VHS.

Die Steinbeis Business Academy (SBA) mit Hauptsitz in Gaggenau und interna -

tionaler Lehrtätigkeit ist mit rund 2500 eingeschriebenen Studenten die größte „School“

der Steinbeis-Hochschule in Berlin. Die SBA bietet berufsbegleitende Bachelor- und

Masterstudiengänge, zum Beispiel in den Studiengängen General Management, Public

Management, Technical and IT-Management, Social-, Healthcare and Education

Manage ment. Das erfolgreiche Konzept der SBA begründet sich in der Verbindung von

Wissenschaft und Forschung mit der Berufspraxis und bietet somit für alle Beteiligten

einen Mehrwert.

Einen guten Mehrwert können auch die Menschen in diesem Landkreis für sich

schöpfen, indem sie eine Aus- und Weiterbildung entsprechend ihren Neigungen und

Begabungen absolvieren und die Chancen für eine erfolgversprechende persönliche

und berufliche Entwicklung nutzen.

72


EIN KREIS MIT VERANTWORTUNG

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 2001

Studierende: rund 2500

Lehrkräfte: rund 300

Standorte:

mehr als 50 Seminarstandorte

bundesweit

Angebotsspektrum:

Ausbildungs- und berufs -

begleitende Studiengänge

zum Bachelor und Master in

den Bereichen Wirtschaft,

Gesundheits- und Sozialwesen,

Handel, Industrie und Tourismus

www.steinbeis-academy.de

Steinbeis Business Academy – Berufsbegleitend studieren

Seit 2001 bietet die private Steinbeis Business Academy (SBA) mit

Hauptsitz in Gaggenau bei Baden-Baden ausbildungs- und berufs -

begleitende Studiengänge zum Bachelor und Master an. Auch ohne

Abitur kann man sich in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheits- und

Sozialwesen, Handel, Industrie und Tourismus akademisch weiter -

bilden.

Das Studium fördert ganz gezielt den direkten Wissenstransfer von der

Theorie in die berufliche Praxis: Zum einen durchlaufen die Studie -

renden ein praxisorientiertes Studium, in dem alle Seminarinhalte mit

Fragestellungen aus dem Arbeitsalltag verknüpft werden. Zum anderen

arbeiten sie ein umfangreiches wissenschaftliches Projekt aus, das

dem Unternehmen einen realen Mehrwert liefert. Dabei spielt die

Größe des Unternehmens oder der Organisation keine Rolle.

Speziell in der Region wird der Bachelor of Arts Business Ad minis -

tration mit den branchenspezifischen Schwerpunkten Business Admi -

nistration, Product Engineering Management, Gesundheits- und Sozial -

management, dualer Studiengang Kfz-Gewerbe mit der Option, den

Meister oder Studienabschluss anzustreben, angeboten.

Die Steinbeis Business Academy

Die SBA ist mit rund 2500 Studierenden der größte Institutsverbund

der Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB). Sie bietet ihre Bachelor- und

Masterstudiengänge sowie Promotionen an mehr als 50 Seminar -

standorten in Deutschland an.

Die SHB ist eine staatlich anerkannte private Hochschule für den Kompetenz-Transfer

zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Derzeit werden

über 6500 Studierende von mehr als 1800 Lehrkräften praxisorientiert

ausgebildet – subventionsfrei. Die SHB mit Sitz in Berlin ist eine Orga -

nisation im Verbund der Steinbeis-Stiftung in Stuttgart.

Die Dozenten und Partner der SBA

Bei der Wahl der Dozenten legt die SBA höchsten Wert auf die wissenschaftliche

und berufliche Qualifikation. Viele renommierte Koopera -

tionspartner ermöglichen es der SBA, spezielle fachliche Ausrichtungen

anzubieten sowie Ausbildungs- und Studienmodelle zu verzahnen.

Neben Partnern aus der Wirtschaft zählen Universitätskliniken, DRK-

Kreisverbände, verschiedene Handwerkskammern sowie Verwaltungsund

Wirtschaftsakademien zu den langjährigen und festen Partnern,

um nur einige zu nennen. Hier in der Region kooperiert die SBA unter

anderem mit der Handwerkskammer Karlsruhe oder der Also Akademie

in Heidelberg.

Visualisierung des neuen

Verwaltungsgebäudes der

Steinbeis Business Academy

in Gaggenau

73


Moritz Hirn

Jugend und Jugendkultur

Park der Sinne in Forbach

Kraxeln im Klettergarten, zocken auf einer LAN-Party, abrocken bei Konzerten oder einfach

nur chillen mit Freunden: Das kulturelle Angebot und die Freizeitmöglichkeiten für

Jugendliche im Landkreis Rastatt könnten unterschiedlicher kaum sein. Nico Köninger

beispielsweise steht auf Action. Der Ottersweierer ist leidenschaftlicher Skater: „Ich

bring’ mir alles selber bei. Man braucht Talent, aber auch Mut“, sagt der 15-Jährige.

Dann schnappt er sich sein Brett und springt über die Hindernisse in der Bühler Skaterhalle.

Nico ist einer von rund 24 000 Jugendlichen im Alter zwischen elf und 20 Jahren,

die im Landkreis leben. Selbstredend lässt sich über eine derart heterogene Gruppe mit

all ihren individuellen Lebensläufen und Interessen kaum eine allgemeingültige Aus -

sage treffen. Aber eines ist klar: „Die Jugend von heute ist auch nicht besser oder

schlechter als früher“, sagt Werner Hoffmann mit einem Augenzwinkern und fügt hinzu:

„Sie ist einfach nur anders.“ Der ehemalige Kreisjugendpfleger hat sich beim Rastatter

Landratsamt 35 Jahre lang für die Belange der Kids eingesetzt und kennt die Vielfalt der

Angebote für junge Mittelbadener: Da wären beispielsweise die unzähligen Sport -

vereine. Ungewöhnlicher, aber deshalb nicht weniger spannend sind Gruppen wie etwa

das Maibaum-Team aus Balzhofen oder die Oberndorfer Rätscher, die sich um Brauchtumspflege

kümmern. Selbstverwaltete Vereine wie Art Canrobert oder Caracol fördern

das kulturelle und soziale

Leben in Rastatt beziehungsweise

Bühl. Hinzu

kommt eine Vielzahl junger

Menschen, die ganz

informell zusammen -

finden – bei Proben im

Bandkeller oder zum

Zocken auf dem Basketballplatz.

Veranstaltungen

wie die Gernsbacher

Puppentheaterwoche oder

das Kinder- und Jugend -

theater-Festival in Bühlertal

und Ottersweier be -

reichern das kulturelle

Angebot gleichermaßen.

Auch der Landkreis

selbst, vor allem aber die

74


EIN KREIS MIT VERANTWORTUNG

23 Städte und Gemeinden haben sich ihren jungen Bewohnern verschrieben – beispielweise

durch das Engagement in den zahlreichen Jugendhäusern. Das größte ist das

KOMM in Bühl, zu dem auch die eingangs erwähnte Skaterhalle gehört. Wie sich das

für die heutige „Generation Facebook“ gehört, haben die Jugendreferenten im Landrats -

amt auf der Plattform „a22“ viele Infos rund um die Angebote im Landkreis zu -

sammengestellt. Bezeichnenderweise heißt die Internetadresse: www.mit-uns-gehtwas-ab.de.

Apropos Facebook: In dem sozialen Netzwerk ist seit Anfang 2015 auch der Kreis -

jugendring Rastatt vertreten. Ziel des neu gegründeten Vereins ist es, sich für die

Jugend in der Region einzusetzen und dafür die bestehenden Verbände „unter einem

Dach“ zu vernetzen, wie Vorstandsmitglied Erkan Tasci erklärt.

Und egal ob klettern, zocken, rocken oder chillen – das kulturelle Angebot für Kids in

Mittelbaden lässt sich mit den Worten von Landrat Jürgen Bäuerle wohl am trefflichsten

zusammenfassen: „Es ist sehr schwer, nix zu tun!“

Spieleabend bei einem

Jugendzeltlager

75


Ingrid Merkel

Vom Landsitz zur modernen Tagungsstätte

– Akademie Schloss Rotenfels

76

Aufgabenschwerpunkte

der Landesakademie:

– Lehrerfortbildungen im

Kunst- und Theaterbereich für

Lehrerinnen und Lehrer aller

Schularten sowie Schülerabrufveranstaltungen

mit kunst-/

theater-/kulturpädagogischer

interdisziplinärer Ausrichtung

für alle Schularten

Daneben führt die Akademie

zahlreiche weitere Maßnahmen,

Projekte und Initiativen durch:

– Fachtagungen mit unterschiedlicher

thematischer

Ausrichtung im Bereich der

kulturellen Bildung

– Sommerschulaktionen in

Zusammenarbeit mit dem

Staatlichen Schulamt Rastatt,

um das Lernen in den Kernfächern

Deutsch, Mathematik

und Englisch durch kreative

Arbeitstechniken in den Küns -

ten lust- und damit einprägungsvoll

werden zu lassen

– Studienwochen und internationale

Kunst- und Theaterbegegnungen

mit unterrichtsbezo -

genen Schwerpunktsetzungen

– kostenpflichtige Erwachsenenkurse

im Rahmen der Sommer -

akademie und Ferien akademie

in allen Schulferien sowie eine

Sommerakademie für Kinder

und Jugendliche im Rahmen

der Ferienspaß-Aktion der

Stadt Gaggenau

– Nutzung der Akademie für

Veranstaltungen von Dritten

– Geschäftsstelle des Kleinkunstpreises

des Landes

Wenn merkwürdig anmutende Laute, Geräusche und Wortfetzen die Flure und Büros

der Akademie durchdringen oder laute Sägegeräusche skulpturale Arbeiten ankün -

digen, bedeutet dies in aller Regel, dass wieder einmal ein Kunst- oder Theaterwork -

shop stattfindet. Lehrkräfte aus ganz Baden-Württemberg kommen an die Akademie,

um sich in landesweiten Veranstaltungen in dem weiten Feld der Theater- und Kunstpädagogik

fort- bzw. weiterzubilden oder sie reisen mit ihren Schulklassen an, um unter

professioneller Anleitung von Künstlern und Theaterexperten einen Workshop zu be -

suchen.

In der Organisationsform eines Landesbetriebs und zur Stärkung des musisch-kulturellen

Unterrichts in den Schulen des Landes Baden-Württemberg 1995 errichtet, versteht

sich die Landesakademie als ein Ort des Lernens, des Experimentierens, der

künstlerischen Produktion,

der Präsentation und des

Die am 1. Juli 1995 als Landesbetrieb errichtete „Landesakademie

Dialogs. Die einstige für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater Schloss Rotenfels“ mit

markgräfliche Sommer - Sitz in Gaggenau-Bad Rotenfels, entstand auf dem Areal des 1725

residenz steht allen schulischen

Zielgruppen sowie

erbauten ehemaligen Landsitzes des Markgrafen Ludwig Georg

von Baden-Baden. Ihre heutige architektonische Gestaltung er -

hielt sie zwischen 1817 und 1827 durch den großherzoglich ba -

allen Kunst- und Kultur -

dischen Oberbaudirektor Friedrich Weinbrenner. Er gestaltete das

interessierten offen, um

ehemalige „Rothenfelser Schmelzguth“ zu einem repräsentativen

die Einblicke in die Vielfalt klassizistischen Landsitz im oberitalienischen palladianischen Villen -

des ästhetisch-kulturellen

Angebots mit den Möglichkeiten

zu reflektierter

stil um. Inmitten eines atmosphärisch stimmungsvollen Parks

gelegen, setzt sich die streng symmetrisch gegliederte Schloss -

anlage aus dem Schlossgebäude mit zentral angeordnetem Säulenportal

und zwei Nebengebäuden zusammen, in denen einst

künstlerischer Erfahrung

die großherzoglichen Pferde aufgestallt und die Equipagen untergebracht

waren. Im Obergeschoss des Schlossgebäudes, der so -

zu verbinden.

Als Aus-, Fort- und genannten „Beletage“, befinden sich heute die Verwaltung,

Weiterbildungseinrichtung

hat die Akademie den

Auftrag, Dienstleistungen

Besprechungs- und Tagungsräume für Theater- und Festveranstaltungen,

Ausstellungen und Konzerte. Im Gartengeschoss des

Schlosses sind die Cafeteria, die Küche, das Fotolabor, die Tonund

Keramikräume sowie eine Freiterrasse untergebracht. Die

zur Sicherstellung einer

Kreativebenen sind in die beiden alten Remisen vor dem Schloss

systematischen Qualitätsentwicklung

und -siche-

Werkstättenkomplex. So erlauben die räumlichen Verhältnisse

integriert und bilden, durch Anbauten erweitert, den eigentlichen

rung durch fachliche Bei - der Akademie ein breites Spektrum künstlerischer Arbeit, das von

träge zur Schul- und den klassischen Arbeitsbereichen der bildenden und darstellenden

Unter richtsentwicklung

so wie zur Weiterentwicktalen

Künste bis hin zum experimentellen Umgang mit den digi -

Medien reicht.


EIN KREIS MIT VERANTWORTUNG

lung des Bildungswesens

zu entwickeln. Die praxis -

orientierten Kunst- und

Theaterfortbildungen an

der Akademie Schloss

Rotenfels haben zum

einen das Ziel, die Darstellungs-

und Gestaltungsfähigkeit

der Lehrenden

zu fördern und

anderseits die Umsetzungsmöglichkeiten

unter

methodisch-didaktischen

Aspekten zu untersuchen

und zu reflektieren.

Angesichts der übermächtigen

Routinen der

Wissenskultur in ihrer

fachlichen Spezialisierung

erhält die künstlerische

Arbeit mit Kindern und

Jugendlichen im Gesamt konzept der Akademie einen exponierten Stellenwert. Aufgrund

des Einbezugs von Theaterfachleuten, Musikern, Schriftstellern, bildenden Künstlern

und sonstigen Fachleuten des kulturellen Lebens in die Veranstaltungen mit den

Schülern weist dieses Veranstaltungssegment für die Schulen des Landes eine hohe

Attraktivität auf. Durch die Mitwirkung außerschulischer Experten werden über

den Unterricht hinausgehende Impulse gesetzt und neue Lernwege beschritten.

Ins besondere die persönliche Begegnung mit den Künstlern und deren Erfahrungen

fördern Momente des Austauschs und der Inspiration.

Darüber hinaus werden talentierte Jugendliche im Rahmen der Kulturakademie

Baden-Württemberg individuell und begabungsspezifisch gefördert. Die Akademie

Schloss Rotenfels ist Partner der Baden-Württemberg Stiftung im Bereich der bildenden

Kunst und stellt das Experimentieren mit verschiedenen Materialien, Werkstoffen und

Techniken sowie das Entwickeln eigener ästhetischer Konzepte in den Mittelpunkt der

Kreativwochen, die durch Exkursionen, Museums- und Atelierbesuche ergänzt werden

und differenzierte Einblicke in die „Welt der Kunst“ ermöglichen. Denn schließlich

braucht „unsere Gesellschaft . . . dringend begeisterte Gestalter. Die bekommen wir

nicht mit der üblichen Methode der Wissensvermittlung. Es kommt aber nicht nur darauf

an, wie gut unsere Kulturgüter an die Kinder weitergegeben werden. Es kommt

darauf an, dass in den Kindern der Geist immer wieder neu entfacht wird, der diese

Kulturgüter hervorgebracht hat“ (G. Hüther, Göttingen, Neurobiologe).

Akademie Schloss Rotenfels

77


Klinikum Mittelbaden gGmbH

in Zahlen

3300 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter stehen unseren Mitbürgern

in medizinischen und

pflegerischen Dienstleistungs -

bereichen zur Verfügung.

42 000 Menschen jährlich

nehmen unsere Angebote im

stationären Krankenhausbereich

genauso gerne an wie mehrere

Zehntausende, denen wir mit

ambulanten medizinischen und

pflegerischen Angeboten weiter -

helfen können. Rund 650 Dauer -

pflegegäste verlassen sich auf

die bekannt gute Pflegequalität

in unseren spezialisierten Pflege -

einrichtungen.

Mehr Informa tionen unter:

www.klinikum-mittelbaden.de

Hofgut Aspich –

soziales Engagement

Das Hofgut Aspich, 100-prozentige

Tochter der Klinikum Mittelbaden

gGmbH, ist eine der

wenigen noch erhaltenen landwirtschaftlichen

Einrichtungen,

die von Acker-, Obst-, Weinbau

bis hin zu einer umfassenden

Viehwirtschaft die Vielfalt

frü herer landwirtschaftlicher

Betriebe aufrechterhält. Der

geringe Automatisierungs- und

Spezialisierungsgrad ist bewusst

gewählt, um behinderten

Menschen Therapie- und Arbeits -

möglichkeiten in einer natür -

lichen Umgebung zu bieten.

Dies gilt auch für die angegliederte

Gärtnerei. Hochwertige

Produkte werden in eigener

Bäckerei und Metzgerei für

den Verkauf im betriebseigenen

Hofladen hergestellt.

Mehr Informa tionen unter:

www aspichhof.de

Jürgen Jung

Vorbildliche medizinische Versorgung –

Gesundheitswesen mit Profil

Gemeinsam mit der Stadt Baden-Baden gründete der Landkreis Rastatt zum 1. Januar

2004 die Klinikum Mittelbaden gGmbH und hält selbst 60 Prozent der Gesellschafts -

anteile. Von Beginn an bildeten vier Akutkrankenhäuser, die früheren Kreiskranken -

häuser Rastatt, Forbach und Bühl sowie die Stadtklinik Baden-Baden, das Rückgrat der

stationären medizinischen Versorgung des Unternehmens. Ergänzend wurde 2013 von

einem katholischen Orden das Krankenhaus Ebersteinburg sowie 2014 die DRK-Klinik

Baden-Baden von einem Trägerverband des Roten Kreuzes übernommen und mit der

Stadtklinik Baden-Baden zum Klinikum Mittelbaden Baden-Baden zusammengeführt.

Die stationären Pflegeeinrichtungen Haus Fichtental in Kuppenheim, Theresienheim und

Schafberg in Baden-Baden, das Erich-Burger-Heim in Bühl sowie das Pflege- und

Betreuungszentrum Hub in Ottersweier runden das stationäre Angebot der Klinikum

Mittel baden gGmbH ab. Ergänzend wird ein Ambulanter Pflegedienst betrieben und im

unter nehmenseigenen Hofgut Aspich werden Arbeitsplätze für behinderte Menschen in

der Landwirtschaft angeboten. Wichtige Bestandteile des Unternehmens sind die Medi -

zinischen Versorgungszentren in Baden-Baden, Rastatt und Durmersheim geworden,

die wohnortnahe ambulante fachärztliche Angebote ergänzen. Eine eigene Service -

gesellschaft und eine Cateringgesellschaft runden das Portfolio ab.

Auslöser der sicher nicht gewöhnlichen Zusammenarbeit über Kreisgrenzen hinweg

war – wie so oft in den vergangenen Jahrzehnten – ein starkes gesetzgeberisches Eingreifen

in vorhandene Versorgungsstrukturen und -angebote. Während viele Kreise und

Städte in der Bundesrepublik sich vom „Risiko“ Gesundheitswesen durch Verkauf ihrer

Einrichtungen an private Anbieter entledigten, sagten die Kommunalpolitiker des Landkreises

Rastatt und der Stadt Baden-Baden weiterhin „Ja“ zu einer Verantwortung in

diesem Bereich. Ein wirtschaftliches Dach des Engagements in Gesundheit und

Pflege bildet die Klinikum Mittelbaden gGmbH mit ihren Tochtergesellschaften, die als

eine Kernaufgabe den Erhalt einer wohnortnahen Versorgung der Bevölkerung und

damit die Sicherung der vorhandenen Einrichtungen übertragen bekam.

Medizinische und pflegerische Qualität zu beweisen und neue Angebote für die

Menschen in Mittelbaden zu entwickeln, stellen zwei weitere wichtige Säulen des mittelbadischen

Gesundheitsunternehmens dar. Bereits im ersten Jahr des Bestehens

schafften es sowohl das Kreispflegeheim Hub als auch das Alten- und Pflegeheim

Kuppenheim das damals in Baden-Württemberg selten verliehene Qualitätssiegel

Pflege zu erreichen. Weitere folgten und bestätigen jährlich ihre hervorragende Arbeit

durch die Bewertungen der Medizinischen Dienste.

Fortsetzung Seite 80

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EIN KREIS MIT VERANTWORTUNG

Der Rettungsdienst des DRK – rund um die Uhr für Sie da!

Ein Unfall auf der Autobahn, eine Frau wird in der Fußgängerzone ohnmächtig,

der Großvater hat plötzlich einen Herzinfarkt. Der Rettungsdienst

des Deutschen Roten Kreuzes rettet Leben – 24 Stunden jeden

Tag. Er ist jederzeit über die Notrufnummer 112 erreichbar.

Jeder neunte Bundesbürger nutzt Jahr für Jahr die Leistungen des DRK-

Rettungsdienstes. Unser Anspruch: Der DRK-Rettungsdienst ist nicht nur

schnell, professionell und zuverlässig, sondern vor allem auch menschlich.

Der Rettungsdienst ist eine staatliche/öffent liche Aufgabe der

Daseinsvorsorge.

In Baden-Württemberg hat das Land diese Aufgabe an die Rettungsdienstorganisationen

übertragen. Der Rettungsdienst gliedert sich in

Notfallrettung und Krankentransport. In der Notfallrettung geht es um

Kranke oder Verletzte, die sich in Lebensgefahr befinden oder bei

denen schwere gesundheitliche Störungen zu erwarten sind – ein

Krankentransport ist die fachgerechte Beförderung von Kranken, Verletzten

oder sonstigen Hilfebedürftigen.

Der DRK-Kreisverband Rastatt e. V. – zuverlässiger Partner und

Helfer der älteren Generation und der Angehörigen

Das Deutsche Rote Kreuz unterstützt mit seinen Diensten „Essen auf

Rädern“ und „Hausnotruf“ Seniorinnen und Senioren. Ziel des DRK ist es,

alten und kranken Menschen ein möglichst langes Verbleiben in ihrer

gewohnten, lieb gewordenen häuslichen Umgebung zu ermöglichen.

Der DRK Hausnotruf Dienst bietet zudem den Teilnehmern Sicherheit

für unvorhergesehene Notsituationen.

Der DRK Kreisverband Rastatt ist auch Betreuungsträger in zwei Senio -

ren wohnanlagen für betreutes Wohnen in Rastatt. In seniorengerechten

Wohnungen leben die Bewohner selbstständig. Die Wohnungen

sind am Hausnotruf des DRK angeschlossen und es gibt im Haus einen

Ansprechpartner. Für die Bewohner werden Hilfsangebote vermittelt,

soziale Beratung und gesellige Veranstaltungen organisiert.

Die Tagespflege des DRK ist ein Treffpunkt für Menschen, die zu Hause

wohnen bleiben und dennoch tagsüber professionell gepflegt und

liebevoll versorgt werden möchten.

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 1948

Mitarbeiter:

hauptamtlich: 122

ehrenamtlich: 935

Leistungsspektrum:

– Rettungsdienst

– Behindertenfahrten

– Tagespflege

– Essen auf Rädern

– Hausnotruf

– Schulsanitätsdienst

– Erste Hilfe – Breitenausbildung

– Sanitätsdienst/

Katastrophenschutz

www.drk-rastatt.de

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80

Das Hofgut Aspich – ein Ort für

soziales Engagement – ist eine

100-pro zen tige Tochter der

Klinikum Mittelbaden gGmbH.

Groß war der Wunsch der Menschen in Mittelbaden

nach einer umfassenden Behandlung in lebensbedroh -

lichen Notfallsituationen. Was keine unserer akut -

stationären Einrichtungen alleine erreicht hätte, gelang

im Verbund. Das Klinikum Mittelbaden Rastatt verfügt

über einen Linksherzkathetermessplatz, der allen Herz -

infarktpatienten eine schnelle Behandlung sichert. Das

Klinikum Mittelbaden verfügt über spezialisierte Schlaganfalleinheiten,

die gemeinsam mit der Klinik für Alters -

medizin in Bühl und der zur MediClin-Gruppe gehörenden

Geriatrischen Reha-Klinik in Gernsbach ein um -

fassendes Weiterbehandlungskonzept entwickelt haben.

Onkologie und Chemotherapiezentrum in Baden-

Baden wurden ebenfalls binnen weniger Monate ein -

gerichtet und inzwischen um einen Linearbeschleuniger

ergänzt; somit verfügen die Menschen in Mittelbaden

nach rund 15-jähriger Pause wieder über ein wohnortnahes Strahlentherapieangebot.

Umfassende Krebsbehandlung ist damit in Mittelbaden möglich geworden.

Einer Plage der modernen Menschheit nimmt man sich in Bühl an. Neuroortho -

pä dische Eingriffe an der Wirbelsäule sind ein wichtiger Baustein unseres Konzeptes

zur Behandlung von Erkrankungen des Rückens. Das dortige stationäre Angebot

wurde ergänzt um ein Ärztezentrum am Krankenhaus. Ganz neu 2015 in Bühl eröffnet,

er gänzen ein Kinderwunschzentrum und ein Endometriosezentrum das Angebot der

Frauenklinik.

Dass wir wohnortnahe Grundversorgung ernst nehmen, verdeutlicht unser viertes

Akutkrankenhaus in Forbach. Stationäre internistische und chirurgische Behandlungen in

einer wunderschön gelegenen und gut ausgestatteten Klinik gibt den Menschen im

Murgtal und darüber hinaus die notwendige medizinische Versorgungssicherheit. Einmal

mehr muss sich unser Haus mit Blick auf die nächste Gesundheitsreform, die 2016

in Kraft treten wird, einer großen Herausforderung stellen.

Denkmalgeschützte Bausubstanzen zu erhalten und mit einem wichtigen Pflegeund

Betreuungsangebot zu versehen ist eine herausfordernde Aufgabe in unserem

„Pflegedorf“ Klinikum Mittelbaden Hub in Ottersweier. Rund 300 Pflegegäste und

behinderte Menschen werden betreut und verfügen über unterschiedliche tagesstruk -

turierende Angebote. Das zentrale Baudenkmal des weitläufigen Areals konnte mit

großzügiger Hilfe eines Stifters langfristig gesichert werden. Die Stiftung Hub ermöglichte

nicht nur die Renovierung des Gebäudes, sie entwickelt und fördert eine Palliativ -

einrichtung sowie einen Schwerstpflegebereich und schließt in Zusammenarbeit mit

ehrenamtlichen Gruppen sowie dem seit 2013 zum Unternehmen gehörenden Hospiz

Kafarnaum in Baden-Baden und weiteren Organisationen eine große Lücke in der Versorgung

von Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Gemeinsam mit der Scherer-

Stiftung wurde aus dem ebenfalls denkmalgeschützten Haus am Park ein Demenz -

centrum mit integrierter Pflegeoase.


EIN KREIS MIT VERANTWORTUNG

Stefan Biehl

Vielfalt und Qualität –

soziale Angebote für junge Menschen

In der Regel erfährt ein junger Mensch seine soziale Verwurzelung in der Familie und

regional betrachtet in der Heimatgemeinde. Dort hat er seine peer-group, seine An -

bindung an Vereine und örtliche jugendspezifische Angebote sowie oftmals seine erste

Anlaufstelle überhaupt, um soziale Kontakte zu pflegen. Spätestens mit dem Wechsel

in eine weiterführende Schule oder in Ausbildung öffnet sich der regionale Fokus auch

über die Gemeindegrenzen hinaus.

Der Landkreis als politisches Gebilde, der die kreisangehörigen Städte und Gemeinden

umfasst und Aufgaben für diese wahrnimmt, hat hingegen im Erleben junger Menschen

eine eher untergeordnete Rolle und Bedeutung. Dabei ist den jungen Menschen

der Landkreis als derjenige, dessen Angebote und Leistungen sie in vielfältiger Form

mittelbar und unmittelbar nutzen, häufig nicht präsent. Hier gilt es also, den Landkreis

stärker ins Bewusstsein zu bringen und das, was er für junge Menschen zur Verfügung

stellt, offensiver darzustellen. Dies soll nachfolgend mittels eines kurzen Blitzlichtes

erfolgen.

Im Bereich der kreisweiten Jugendarbeit sind die mannigfachen Schulungen und

Fortbildungen für haupt- und ehrenamtlich in der gemeindlichen und vereinsbezogenen

Jugendarbeit tätige Personen zu nennen. Freizeitpädagogische Angebote, wie Zelt -

freizeiten oder der internationale Jugendaustausch sind seit vielen Jahren stark nachgefragt.

Die im Landkreis gut vernetzte geschlechtsspezifische Mädchen- und Jungen -

arbeit hat nach wie vor ihre Bedeutung und findet regelmäßig ihre Nutzerinnen und

Nutzer. Besondere Veranstaltungen und Projekte, wie zum Beispiel die Landkreisinitiative

„Jugend und Ehrenamt – Das bringt’s!“ oder „Was uns bewegt – Jugendliche und

Landes politiker/-innen im Gespräch“, greifen ausgewählte Lebens- und Bedürfnislagen

der jungen Menschen auf. Die Jugendagentur www.mit-uns-geht-was-ab.de als On line -

plattform für Kinder und Jugendliche ermöglicht einen Einblick in die Vielzahl von

Jugendeinrichtungen und Trägern, die Aktivitäten für junge Menschen im Landkreis vorhalten.

Der Landkreis Rastatt hat im Jahr 2015 für Angebote, Leistungen und die Wahr -

nehmung gesetzlicher Aufgaben in der Kinder- und Jugendhilfe Aufwendungen von

rund 18,5 Mio. Euro eingeplant. Ein doch beeindruckendes Finanzvolumen, das den

jungen Menschen im Landkreis in vielfältiger Art und Weise direkt oder indirekt zugutekommt.

Beispielsweise werden alleine für die Durchführung der Schulsozialarbeit für

insgesamt 44 Projekte in 17 kreisangehörigen Städten und Gemeinden im Schuljahr

2014/2015 Finanzmittel von über 700 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Bei Problemen unterschiedlichster Art bietet der Landkreis den jungen Menschen

und ihren Familien mit seinen Sozialen Diensten sowie Psychologischen Beratungs -

stellen, die jeweils dezentral im Landkreis zur Verfügung stehen, Unterstützung und

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82

Die Angebote der Jugendpflege

des Landkreises sind vielfältig

und immer spannend.

Hilfeleistung an. Bei Bedarf werden Leistungen in sozialer Gruppenarbeit, Tages -

gruppen, Pflegefamilien, Heimgruppen oder betreuten Jugendwohngruppen vorge -

halten. Für die Allerkleinsten stehen bereits die Frühen Hilfen zur Beratung der Eltern

zur Verfügung. Der erzieherische Kinder- und Jugendschutz greift Risiken und Gefahren,

mit denen junge Menschen im Alltag konfrontiert sind, proaktiv und präventiv durch

unterschiedlichste Aktionen, Projekte und Veranstaltungen auf. Die Ansprechstelle

gegen Rechtsextremismus bietet auch Kindern und Jugendlichen bei Bedarf gezielte

weiterführende Information und Beratung an.

Last but not least ermöglicht der Landkreis durch gezielte Förderzuschüsse an Träger

der freien Jugendhilfe, Verbände und Vereine, eine für die jungen Menschen kostengünstigere

Nutzung von Jugendfreizeitmaßnahmen sowie trägerspezifischen sozialen

Angeboten.

Die Vielfalt an den skizzierten sozialen Angeboten zu erhalten und gleichzeitig

deren Qualität zu sichern und auszubauen, wird mittels eines gut vernetzten Agierens

multiprofessioneller Fachkräfte, engagierter ehrenamtlicher Personen, Betroffener

sowie politischer Gremien ermöglicht und sichergestellt. Diese so wichtige Netzwerk -

arbeit, die zu den unterschiedlichsten Themen im Landkreis stattfindet, ist kein Selbstläufer,

sondern muss besonders gepflegt werden. Es verlangt den kontinuierlichen

Einsatz aller Beteiligten, stellt gleichzeitig allerdings ein äußerst wichtiges Instrument

dar, die sozialen Angebote für junge Menschen im Landkreis miteinander abzustimmen

und zu optimieren. Und dies sollte den Einsatz allemal wert sein.


EIN KREIS MIT VERANTWORTUNG

Auf einen Blick

Gründungsjahr:

– Lebenshilfe Baden-Baden –

Bühl – Achern e. V.: 1966

– Lebenshilfe Rastatt/

Murgtal e. V.: 1965

Aufgabe:

Ziel ist es, die Lebenssituation

von Menschen mit Behinderung

und ihren Familien zu ver -

bessern.

CAP-Märkte:

– in Bühl und in Sandweier

(Lebenshilfe Baden-Baden –

Bühl – Achern e. V.)

– in Gaggenau-Bad Rotenfels

(Lebenshilfe Rastatt/

Murgtal e. V.)

www.lebenshilfe-bba.de

www.lebenshilferastatt-murgtal.de

Mit Ihrem Einkauf bei einem CAP-Markt sichern Sie Arbeitsplätze für

Menschen mit Behinderung. Denn „CAP“ steht für Handicap!

Auch Menschen mit hohem Unterstützungs- und Betreuungs bedarf

erhalten bei der Lebenshilfe die Möglichkeit der Teilhabe am

Gemeinschafts- und Arbeitsleben, je nach ihren individu ellen

Fähigkeiten und Möglich keiten.

Lebenshilfe Baden-Baden – Bühl – Achern e. V.

Lebenshilfe Rastatt/Murgtal e. V.

Seit 50 Jahren vertreten die Lebenshilfen Baden-Baden – Bühl – Achern

und Rastatt/Murgtal die Interessen von Menschen mit Behinderung

aller Altersstufen. Mit dem Ziel der Integration und Teilhabe fördern sie

Menschen mit Handicap in den Bereichen Bildung, Wohnen, Arbeiten

und Freizeit und setzen sich für deren Wohl und Rechte ein. Außerdem

unterstützen und entlasten sie Angehörige und Betreuer durch Beratung,

Informationsveranstaltungen und durch familienunterstützende

Dienste.

Menschen mit Behinderung sollen die Chance erhalten, ihre Fähig -

keiten zu entwickeln, um ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben nach

ihren Bedürfnissen und Wünschen mitten in unserer Gesellschaft zu

führen. Den Weg dahin kennzeichnen Wertschätzung, Mitgefühl,

Freude – und jede Menge Selbstbewusstsein.

Insgesamt betreuen die Lebenshilfe Baden-Baden – Bühl – Achern

ca. 900 Menschen mit Behinderung und die Lebenshilfe Rastatt/

Murgtal insgesamt 700 Menschen mit Behinderung. Gemeinsam

betreiben sie das Integrationsunternehmen INTEGRA Mittelbaden

gGmbH.

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Rolf Schnepf

Zukunft gestalten – Seniorenarbeit

und Altenhilfe im Landkreis Rastatt

Auch im Landkreis Rastatt wächst der Anteil der älteren Menschen stetig an. Knapp

über ein Viertel der Bevölkerung ist derzeit 60 Jahre und älter und nach Prognosen des

Statistischen Landesamtes wird der Anteil der älteren Menschen im Landkreis Rastatt

bis zum Jahr 2030 über dem Landesdurchschnitt in Baden-Württemberg liegen. Die

Generation 60plus nimmt damit eine zunehmend wichtigere Rolle ein und der Wunsch

vieler älterer Menschen ist es, so lange wie möglich aktiv und selbstbestimmt am

gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Für den Landkreis ergibt sich daraus die Konsequenz, die immer älter werdende

Gesellschaft nicht als eine Last, sondern als Gewinn zu betrachten, denn immer mehr

Menschen bietet sich die Chance, ihr Alter aktiv zu gestalten. Damit kommt dem Landkreis

die Aufgabe zu, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es älteren Menschen

ermöglichen, so lange wie möglich zu Hause leben zu können und hilfebedürftigen

älteren Menschen und Familien die Hilfen vermitteln, die sie benötigen. Diesen Anforderungen

trägt der Landkreis durch Gestaltungslösungen Rechnung, die in den durch

die Sozialplanung im Sozialamt erstellten Kreispflegeplänen und den Fortschreibungen

der Bedarfsplanungen dokumentiert sind (www.landkreis-rastatt.de unter Landratsamt/

Senioren).

Darüber hinaus wird durch ein vielfältiges Beratungs- und Bildungsangebot das

bürgerschaftliche Engagement der älteren Generation gefördert. Schon heute sind im

Landkreis Rastatt rund 14 500 Menschen über 65 Jahren ehrenamtlich engagiert und ihr

vielfältiges Engagement trägt zu einer positiven Veränderung von Altersbildern in der

Öffentlichkeit bei. Mit Unterstützung des Landkreises wurde der Kreisseniorenrat für den

Landkreis Rastatt e. V. gegründet, der sich aus 60 Mitgliedern – Vertretern von Träger -

organisationen aus der Altenhilfe und Seniorenarbeit sowie den kreisangehörigen

Städten und Gemeinden – zusammensetzt.

Der Kreisseniorenrat vertritt die Interessen der älteren Menschen und führt in enger

Zusammenarbeit mit der Altenhilfe-Fachberatung des Landkreises Veranstaltungen und

Projekte durch, zum Beispiel die Zertifizierung seniorenfreundlicher Betriebe und

Geschäfte. Ein besonderes Angebot stellt die mobile und kostenlose Wohnberatung

dar, in der 30 ehrenamtliche Wohnberater/-innen in den kreisangehörigen Gemeinden

über barrierefreies und altersgerechtes Wohnen informieren (www.kreisseniorenratrastatt.org).

In jährlich sechs runden Tischen erhalten die Verantwortlichen und Ehrenamtlichen

der über 100 Seniorenvereinigungen und 80 Seniorengymnastikgruppen im

Landkreis Schulung und Unterstützung. Immer größer wird auch das Netz der Senioren-

84


EIN KREIS MIT VERANTWORTUNG

büros und Seniorenbeiräte in den kreisangehörigen Städten

und Gemeinden, die durch Beratung, Bewegungsund

Sportangebote oder Internet-Cafés gerade auch die

jüngeren Senioren erreichen. Gleichzeitig können Senioren

ihr Wissen, ihre Lebenserfahrung und ihre Talente

weitergeben und leisten so ihren speziellen Beitrag zur

Solidarität der Generationen.

Neben der Förderung der Aktivitäten der älteren

Generation steht die Sicherung der häuslichen und stationären

Pflege im Mittelpunkt der Aufgaben des Landkreises.

Nach der aktuellen Pflegestatistik erhalten im

Landkreis Rastatt rund 6000 Einwohner Leis tungen der

Pflegekassen. Im Rahmen der Sozialhilfe werden vom

Landkreis die im Einzelfall entstehenden Pflegekosten

übernommen, wenn der Pflegebedürftige die Pflege -

leistungen weder selbst tragen kann noch sie von Dritten

finanziert werden. In den vergangenen Jahren sind

diese Netto-Aufwendungen des Landkreises für die „Hilfe

zur Pflege“ auf jährlich rund 7,5 Mio. Euro angestiegen.

Die bedarfsgerechte Pflege und Betreuung wird im

Landkreis Rastatt aktuell durch 28 ambulante Pflegedienste

und Sozialstationen, 123 Tagespflegeplätzen in

neun Einrichtungen, der Vorhaltung von 119 Kurzzeitund

Urlaubsbetreuungsplätzen sowie durch 20 Alten -

pflege heime mit ins gesamt 1822 Pflegeheimplätzen gesichert.

Im Mittelpunkt der Weiterentwicklung der Hilfen steht dabei der Ausbau der Hilfs -

angebote für demente Menschen und ihre Angehörigen sowie der häuslichen Besuchsdienste

in den Städten und Gemeinden, zum Beispiel durch das Projekt „Begleitetes

Wohnen zu Hause“ in den Gemeinden Forbach und Weisenbach oder im Rahmen der

„Aktivierenden Hausbesuche“ des Deutschen Roten Kreuzes. Den Ausbau der Hilfsangebote

unterstützt der Landkreis finanziell im Rahmen seiner Richtlinien zur Förderung der

ehrenamtlichen ambulanten Hilfen im Vor- und Umfeld der Pflege.

Vor dem Hintergrund des wachsenden Hilfebedarfs, der immer vielfältigeren geset z -

lichen Regelungen und des differenzierten Hilfeangebotes gewinnt auch die Informa -

tions- und Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises zunehmend an Bedeutung. In Zusammenarbeit

mit den Pflegekassen wurde deshalb beim Landkreis ein Pflegestützpunkt

eingerichtet, der allen Rat- und Hilfesuchenden eine kostenlose und neutrale Beratung

zu allen Fragen im Vor- und Umfeld einer Pflegesituation bietet.

Darüber hinaus können sich Ratsuchende mit der kostenlosen Broschüre „Seniorenwegweiser“

des Landkreises über Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten im

Landkreis informieren (www.landkreis-rastatt.de unter Landratsamt/Senioren/Broschüre:

Seniorenwegweiser).

Die Alterssimulationsanzüge des

Kreisseniorenrates ermöglichen

es jungen Menschen, die mög -

lichen Einschränkungen durch

das Alter zu erfahren.

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Gisela Merklinger

Lebendiges Gemeinwesen –

Porträts der 23 Kommunen

Au am Rhein

Au am Rhein war schon in der römischen Zeit besiedelt. Heute leben rund 3300 Menschen

in der schmucken Gemeinde, die sich von einem kleinen Fischerdorf zu einem

modernen Wohlfühlort entwickelt hat. Mediterranes Flair, dörflicher Charme, freund -

liche Wohnbaugebiete, liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser, unberührte Natur im

Auenwald und romantische Altrheinarme zeichnen das attraktive Gesicht einer

Kom mune, die für Einheimische und Gäste viel zu bieten hat. Den Strukturwandel, der

Anfang des 20. Jahrhunderts viele landwirtschaftliche und handwerkliche Betriebe

zum Aufgeben zwang, hat die Gemeinde gut gemeistert. Gewerbeansiedlungen, neue

familienfreundliche Baugebiete, eine umfassende Ortssanierung, Investitionen in Kulturund

Freizeiteinrichtungen und die Förderung des Vereinslebens haben aus Au am Rhein

eine interessante Wohngemeinde gemacht, die von den nahe gelegenen Metropolen

Karlsruhe und Rastatt profitiert. Die lebendige Dorfgemeinschaft feiert gerne, liebt Fußball,

pflegt leidenschaftlich Brauchtum und setzt im mittelbadischen Veranstaltungs -

kalender viele Highlights.

Bietigheim

Bietigheim: das Bürgerzentrum

„Alter Tabakschuppen“

Bietigheim (121 Meter über NN), im Jahr 991 erstmals urkundlich er wähnt, liegt

nördlich von Rastatt am Gestadebruch der Rheinebene, der das Ortsbild prägt. Das

Wahrzeichen der Gemeinde ist die Alte Kirche aus dem Jahr 1150, die wohl äl tes te Kirche

auf der Hardt, deren wehrhafter Turm bis heute erhalten wurde. Die rund 6300 Einwohner

schätzen die zentrale Lage, die Anbindung an die Stadtbahn, die in takte Infra-

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EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

struktur, das viele Grün,

Freizeitangebote für Jung

und Alt, ein lebendiges

Vereinsleben, ein attrak ti -

ves Bürgerzentrum, luftige

Biergärten, gemütliche

Lokale und die 1300 vorhandenen

Arbeitsplätze.

Das an der „Badischen

Spargelstraße“ liegende

Bietigheim, mit einer

der größten Spargelanbauflä

chen im Landkreis, ist

um geben von einem Streu -

obstgürtel. Im Ort stehen

zwei Stationen des grenz -

überschreitenden Öko -

museums „PAMINA-Rheinpark“,

die Wissenswertes über den Lebensraum vermitteln und über ein Radwegesystem

verknüpft sind. Höhepunkt des jährlichen Veranstaltungskalenders ist das Bietigheimer

Volksfest, das weit über die Grenzen Mittelbadens hinaus bekannt ist und seit 1949

immer am ersten Wochenende im August veranstaltet wird. Kinder haben in der

familienfreund lichen Gemeinde einen hohen Stellenwert. Zwei Kindergärten mit Kleinkindbetreuung

und Hort sowie eine Ganztagsschule bieten ein umfangreiches Angebot

für Kinder ab einem Jahr. Die Betreuung und Versorgung der älteren Mitbürger organisieren

das Senioren zentrum „Haus Edelberg“ und das Seniorenbüro mit 50 ehrenamt -

lichen Mitarbeiter innen und Mitarbeitern. Einzigartig ist der ehrenamtliche „Graue

Panther“-Fahrdienst, der ältere Einwohner kostenlos innerhalb der Ortschaft oder in

die nähere Umgebung transportiert. Obwohl Bietigheim stetig wächst, gelingt es, den

dörflichen Charme zu erhalten und Altbewährtes mit Fortschrittlichem in Einklang zu

bringen.

Obstblüte in Bischweier

Bischweier

Die Gemeinde am Rande des Murgtals ist über 750 Jahre alt und dennoch jung

geblieben, überschaubar und abwechslungsreich. Der Ort, seine Bürger und Kultur

bilden eine Einheit, die in der Region auf sich aufmerksam macht. Die Theatertage verwandeln

das Dorf einmal im Jahr in eine Schauspielhochburg. Eine vielseitige Vereinslandschaft

mit zahlreichen Angeboten und Veranstaltungen ist Ausdruck einer starken

Dorfgemeinschaft, die auch nach außen wirkt. Gemeinsam aktiv die Zukunft gestalten

ist die De vise. Attraktive Wohngebiete, eine zentrale Lage mit intakter Infrastruktur,

gute Kinderbetreuungseinrichtungen und Wanderwege entlang saftiger Streuobst -

wiesen machen Bischweier zu einem attraktiven Wohnort für Jung und Alt.

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Bühl

Blick über Bühl

Die Große Kreisstadt

Bühl hat interessante

Kon traste. Modernste In -

dus trie, ländlich-idyl lische

Kulturlandschaften und der

Charme als Nationalparkgemeinde

bieten Einwohnern

und Besuchern den

Luxus, auf der Ge markung

Natur pur und pralles

Leben gleichermaßen ge -

nießen zu können.

Genießen können die

Menschen in und um

Bühl sehr gut. Die

Lebensart ist gemütlich,

bodenständig, fleißig,

zielstrebig und vor allem liebenswert. Bühl ist eine wohl habende Stadt, ein pulsierendes

Mittelzentrum, in dem Natur, Kulinarik und Kultur zusammentreffen.

Der prosperierenden Stadt gelingt es, Idylle und Beschaulichkeit zu bewahren. Die

Innenstadt mit ihren historischen Gebäuden, ausgedehnten Fußgängerzonen und

attraktiven Geschäften bestimmt ebenso die Lebensqualität wie ausgezeichnete Lokale,

hochkarätige kulturelle Veranstaltungen, zahlreiche Sport- und Erholungsmöglichkeiten,

ein sehr gutes Bildungsangebot und ein abwechslungsreiches Vereinsleben. Große

Sportereignisse und vor allem das jährliche Zwetschgenfest machen die Stadt weit über

die Region hinaus bekannt.

Von einem ehemaligen kleinen Amtsstädtchen hat sich Bühl zu einem modernen

und überaus beliebten Industriestandort entwickelt. Bühler Unternehmen profitieren

von der günstigen Lage mitten im europäischen Wirtschaftsraum zwischen Karlsruhe

und der Europastadt Straßburg. Die ökonomische Bedeutung Bühls wird auch daran

deutlich, dass in der rund 30 000 Einwohner zählenden Stadt etwa 21 000 Arbeitsplätze

angeboten werden.

Handelsunternehmen expandieren und erschließen von Bühl aus neue Märkte.

Technische Betriebe stellen ihre Innovationskraft unter Beweis. Bau- und Handwerks -

betriebe arbeiten bodenständig, traditionell, qualitätsbewusst und orientieren sich an

den modernsten technischen Entwicklungen. Die Stadt Bühl ist Dienstleistungszentrum

für den gesamten südlichen Bereich des Landkreises Rastatt und den nördlichen Teil

des Ortenaukreises mit mehr als 100 000 Menschen, direkt an der Nahtstelle zwischen

der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) und der Wirtschaftsregion Offenburg (WRO)

gelegen. Rund 237 Hektar Gewerbe- und Industrieflächen sind stark nachgefragt. Das

hohe Flächenpotenzial ermöglicht ein rasches und unkompliziertes Wachstum.

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EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Bühl pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu mehreren europäischen Städten

und wurde für dieses Engagement mit der Ehrenplakette, der zweithöchsten von vier

mög lichen Auszeichnungen des Europarats, ausgezeichnet.

Bereits im Jahr 1283 wurde Bühl zum ersten Mal urkundlich erwähnt, doch Funde

aus der Stein- und Bronzezeit belegen eine wesentlich ältere, sehr bewegte und in

vielen Bauwerken immer noch lebendige Geschichte. Von der Verleihung des Marktrechts

1403, über die Erlangung des Stadtrechts 1835 und die Ernennung zur Großen

Kreisstadt 1973 hat sich Bühl enorm entwickelt. Diese Entwicklung kann anschaulich

und hörbar im Stadtmuseum in der Schwanenstraße erlebt werden.

Bühlertal

Als Portalgemeinde des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord und Sitz dessen

Geschäftsstelle hat Bühlertal viel zu bieten. Ein mit schönen Ausblicken verbundenes

Wanderwegenetz, zahlreiche Spielplätze, Grillplatz, Minigolfanlage, Weinlehrpfad,

Mountainbike- und Nordic Walking-Rundwege, Geocaching-Trailer, ein beheiztes Freibad

und das Heimatmuseum mit Führungen und museumspädagogischen Kursen bieten

Gästen einen attraktiven Aufenthalt im Luftkurort Bühlertal, am Fuße des Nationalparks.

Die Erkundung des Engelssteigs, einem Wanderweg mit Klettersteigvariante, vermittelt

die Landschaftserhaltung auf interessante Art und Weise. In einer der steilsten Wein -

berglagen sind Europas faszinierende Trockenmauerbereiche, offene Felsbildungen,

historische Einzelstockrebenanlagen und einmalige Ausblicke zu entdecken. Die Bühlertäler

Gastronomie verwöhnt die Gäste mit allerhand kulinarischen Leckereien und

identifiziert sich gerne auch mit dem heimischen Weinbau. Alljährlich stattfindende

Weinmessen und Weinwandertage sind Garanten für Wohlfühlerlebnisse.

Als Wohngemeinde

weist Bühlertal eine

intakte Infrastruktur auf.

Neben einer verkehrsmäßig

guten Anbindung,

öffentlichem Personennahverkehr,

Senioren -

zentrum, Schul- und Kindergartenangebot

samt

Be treu ungsmöglichkeiten

gibt es auch viele Fach -

geschäfte und Handwerksbetriebe.

Ein lebendiges

Vereinsleben mit

einem ab wechs lungs rei -

chen Jahresveranstaltungs -

kalender trägt zur attraktiven

Freizeitgestaltung bei.

Bühlertal: Portalgemeinde

des Naturparks Schwarzwald

Mitte/Nord

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„Aktiv und erholsam leben zwischen Wald und Reben“ ist die Überschrift des Leit -

bildes, das von Bühlertäler Bürgern erstellt worden ist. Der Slogan bringt die Atmos -

phäre in der rund 8000 Einwohner zählenden Wohn- und Tourismusgemeinde Bühlertal

auf den Punkt.

Durmersheim

Das Freibad in Durmersheim

Das Herzstück der Hardt an der Grenze zum Landkreis Karlsruhe ist kulinarisch im

Frühsommer in aller Munde. Die beiden größten Erdbeeranbauer der Region bieten mit

ihren Früchten ein unwiderstehliches Paradies. Zudem kommt der erste Spargel des

Jahres stets aus Durmersheim, wo das royale Gemüse unter Sonnentunneln verfrüht

reif wird. Mit vielen romantischen Ecken und Winkeln besticht das 3,5 Kilometer lange

Straßendorf. Zu seinen Schmuckstücken zählen die Wallfahrtskirche Maria Bickesheim

mit Decken- und Wandfresken aus dem 14. Jahrhundert sowie die dynamische katho -

lische Jugendkirche Via als erste ihrer Art im Landkreis und in der Erzdiözese Freiburg.

Durmersheim mit seinem beschaulichen Ortsteil Würmersheim ist als idyllische Wohngemeinde

bei Pendlern beliebt. Sie schätzen die schnelle Verbindung nach Karlsruhe

oder Rastatt, die lückenlose Infrastruktur und den gut funktionierenden öffentlichen

Personennahverkehr. Für aktive Lebensqualität sorgen etliche Vereine und Organisa -

tionen. Das versetzt im dreijährigen Turnus stattfindende Durmersheimer Bäretriewerund

Würmersheimer Speckkälblefest offenbart gediegene Lebensfreude und zünftige

Feierlaune bei den ehrenamtlich Engagierten und ihren Gästen aus nah und fern. Der

traditionelle Bickesheimer Krämer- und Vergnügungsmarkt zieht dreimal jährlich viele

Be sucher aus dem Umland an.

Elchesheim-Illingen

90

Elchesheim-Illingen

liegt am Goldkanal, dem

größten Baggersee in

Baden-Württemberg,

einem Eldorado für

Wassersportfreunde. Die

ca. 140 Hektar große

Wasserfläche lädt ein

zum Segeln, Rudern, Surfen,

Paddeln oder Angeln.

Wer die Idylle sucht, der

findet bei einer Fahrrad -

tour auf dem PAMINA-

Radwanderweg entlang

des Rheins oder aber bei

einem Spaziergang in den

Rheinauen umgeben von


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

einer bewundernswerten

Pflanzen- und Tierwelt

Erholung pur. Umgeben

von zahlreichen Naturschutz-

und Landschaftsschutzgebieten

liegt die

Gemeinde mit ihren ca.

3300 Einwohnern im

Herzen der Technologie-

Region, zwischen Karls -

ruhe, Rastatt und Baden-

Baden. Die ursprünglich

eigenständigen Gemeinden

Elchesheim und Illingen

haben sich im Jahr

1971 zu sammen ge schlos -

sen. Der Prozess des

Zusammenwachsens des

Fischerdorfes Illingen und

des landwirtschaftlich geprägten Elchesheim war nicht einfach. Heute, nach über

40 Jahren, hat sich ein Wir-Gefühl entwickelt und gemeinsam wird die Lebensqualität

stetig verbessert. Die unternehmer- und familienfreundliche Kommune hält für ansiedlungswillige

Firmen eine Gewerbefläche mit rund 51 000 Quadratmetern und für junge

Familien ein neues attraktives Wohngebiet, umgeben von herrlicher Natur, bereit. Am

Ort befinden sich ein Kindergarten mit flexiblen Öffnungszeiten für Kinder von ein bis

drei Jahren und von drei bis sechs Jahren, eine pädagogische Akademie für Lehrkräfte,

eine Grundschule mit offenem Ganztagsangebot, eine öffentliche Bücherei und ein

„Haus der Begegnung“ als generationen übergreifende Begegnungsstätte. Kulturelle

Vereine und Sportorganisationen, acht Tennisplätze, Tennishalle, eine Skater-Anlage, das

Museum „Arbeit am Rhein“ mit wechselnden Kunst- und Sonderausstellungen und ein

Bürgerhaus mit üppigem Veranstaltungskalender laden zur Freizeitgestaltung ein.

Forbach: Die gedeckte und freitragende

Holzbrücke wurde im

Jahr 1778 fertiggestellt.

Forbach

Forbach, Nationalparkgemeinde und Luftkurort, ist die größte Flächengemeinde des

Landkreises. Sie erstreckt sich von den Höhen des Kaltenbronn über das Murgtal bis

hinauf zur Schwarzwaldhochstraße und wird von der Murg durchschlängelt. Die 4800-

Einwohner-Gemeinde mit den Ortsteilen Bermersbach, Gausbach, Langenbrand, Hundsbach,

Erbersbronn, Raumünzach, Herrenwies und Schwarzenbach ist ein beliebter

Wohn- und Urlaubsort. Auch Wanderer, Ausflügler oder Radsportler aus dem Raum

Karlsruhe oder Stuttgart gelangen mit der Stadtbahn bequem ins idyllische Forbach mit

seinen riesigen Wäldern, Karseen, Hochmooren und Heuhüttentälern sowie einem vielfältigen

ganzjährigen Angebot an Freizeitmöglichkeiten. Sie bestaunen die einzigartige,

überdachte historische Holzbrücke, die im Jahr 1778 erbaut und 1954/55 originalgetreu

91


Adventsmarkt in Gaggenau

erneuert wurde. Eine

wichtige Rolle in der

Gemeinde spielt das Thema

Wasser. Auf einer

Höhe von 700 Metern

liegt die Schwarzenbach-

Talsperre, die mit ihren

Wasservorräten das Elektrizitätswerk

der EnBW in

Forbach speist. Im zen -

tralen Murggarten bilden

Wasserspiele einen An -

ziehungspunkt. Vorbild -

lich ist die Gemeinde

in der Landschaftspflege

durch Ziegenbeweidung

und Rinderhaltung. Im

schmucken Ortsteil

Bermers bach, der im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2006 und 2012

mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde, gibt es einen Verein der Ziegenfreunde.

Dieser hat die Offenhaltung der wertvollen Kulturlandschaft zum Ziel. Auf dem rund

fünf Kilometer langen Ziegenpfad, der sich durch die Weiden schlängelt, können Wanderer

und Spaziergänger die vierbeinigen Rasenmäher hautnah kennenlernen.

Gaggenau

92

Gaggenau ist familienfreundlich. Ansprechende Wohngebiete werden erschlossen,

die Innenstadt zu einer attraktiven Einkaufsstadt weiterentwickelt, die Wirtschaft aktiv

gefördert, das kulturelle und sportliche Vereinsleben gestärkt, das bürgerliche Engagement

unterstützt und neue Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote für Jung

und Alt geschaffen. Die Große Kreisstadt mit ihren rund 29 000 Einwohnern hat in den

Bereichen der Inklusion, Kleinkind- und Schulkinderbetreuung sowie Seniorenarbeit die

Nase vorn.

Stolz ist die Murgtalmetropole auf ihre üppige Infrastruktur. Die Stadtbibliothek mit

umfassendem Angebot, ein attraktiver und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannter

„Kulturrausch“, vitale Sport- und Kulturvereine, eine renommierte Schule für Musik

und darstellende Kunst, tolle Freizeitangebote wie „Kunst im Park“ oder „Gesundheit im

Park“, ein spürbares ehrenamtliches Engagement der Bürgerinnen und Bürger, das

Hallenbad „Murgana“, das landschaftlich herrlich gelegene und chlorfreie Naturbad

„Waldseebad“, das attraktive Thermal-Mineralbad „Rotherma“, die beliebte Landesakade -

mie für Schulkunst, Schul- und Amateurtheater Schloss Rotenfels und das Museum „Haus

Kast“ mit den Themen Flößerei und Waldgewerbe prägen für Einheimische und Gäste

die Wohlfühlqualität. Unter dem Motto „Gemeinsam für Europa“ unterhält Gaggenau

Städtepartnerschaften mit dem französischen Annemasse und dem polnischen Sieradz.


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Gaggenau hat eine mehr als 100-jährige Tradition im Fahrzeugbau. 1895 wurde im

Stadtteil Ottenau mit dem „Orient-Express“ der erste marktfähige Benzinkraftwagen

gebaut. Bis 1967 blieb die Herstellung von Schwerlastkraftwagen eine Domäne des

Automobilbaus an der Murg. Heute werden im Mercedes-Benz-Werk Gaggenau, dem

ältesten durchgehend produzierenden Automobilwerk der Welt, insbesondere Getriebe

hergestellt. Die enge Verbundenheit der Großen Kreisstadt Gaggenau mit der Geschichte

der Automobilindustrie und vor allem mit dem Unimog, der bis 2002 in Gaggenau

gebaut wurde, wird im weltweit einzigartigen Unimog-Museum eindrucksvoll dokumentiert.

In Gaggenau faszinieren die Kontraste. Die moderne Industriestadt ist umgeben von

einer reizvollen Landschaft, hat Wallfahrtsromantik in Moosbronn, Wellness-Charme in

Bad Rotenfels, Fachwerkromantik in Michelbach, Flößergeschichte und Narretei in

Hörden, „Keschtefeste“ in Oberweier, eine malerische Umgebung in Sulzbach, eine

herr liche Wohnlage in Freiolsheim und die älteste Pfarrkirche des Murgtals in Selbach.

Die landschaftliche Attraktivität beruht auf einem abwechslungsreichen Neben -

einander von Wiesentälern und zusammenhängenden Waldflächen, die durch ein

um fassendes Wegenetz erschlossen sind. Klangvolle Bezeichnungen wie Wohnstadt

im Grünen, dynamische Industriestadt oder Automobilstadt an der Murg beschreiben

das stimmige Nebeneinander von leistungsfähiger Wirtschaft und landschaftlicher

Attrak tivität.

Gernsbach

Die Stadt Gernsbach

mit den Ortsteilen Hilpertsau,

Obertsrot, Staufenberg,

Scheuern, Lautenbach

und Reichental

liegt idyllisch im Murgtal.

Der beliebte Ausflugsort

mit rund 14 000 Einwohnern

ist ein wichtiger

Standort der Papier -

indus trie und bietet

zahlreiche Möglichkeiten

der Freizeitgestaltung. Ob

Wandern, Schwimmen,

Wintersport oder Fahrrad -

fahren – der staatlich

anerkannte Luftkurort mit

seiner historischen Altstadt

ist eine Reise wert.

Zertifizierte Wanderwege

Gernsbach bei Nacht

93


Iffezheim: eine der schönsten

Galopprennbahnen Europas

und sagenumwobene

Strecken führen durch

einzigartige Heuhütten -

täler. Besonders das

Infozentrum Kaltenbronn,

auf der Höhe inmitten

des Schwarzwaldes ge -

legen, lädt kleine und

große Besucher zur Entdeckungsreise

ein. In un -

mittelbarer Nähe befindet

sich eines der letzten

intakten Hochmoore Mitteleuropas.

Das gut ausgebaute,

idyllisch gele -

gene Loipennetz auf dem

Kaltenbronn gilt als Ge -

heimtipp unter Wintersportlern.

Gernsbach wird 1219 erstmals urkundlich als Gründung der Grafen von Eberstein

erwähnt und gelangte im Laufe seiner wechselvollen Geschichte durch den Holzhandel,

die Flößerei und die Murgschifferschaft zu Wohlstand. Im 19. Jahrhundert war das von

dem Flüsschen Murg durchzogene Gernsbach, das auch Murgtalperle genannt wird,

eine großherzoglich-badische Amtsstadt.

Hügelsheim

94

Hügelsheim ist die Heimat des mittelbadischen Spargels. Das zweijährlich statt -

findende Spargelfest ist ein Mekka für Freunde des königlichen Gemüses. Die Gemeinde

gehört zu den ältesten Siedlungsflächen im Landkreis, was keltische Hügelgräber

bezeugen. 1951 baute die NATO in Hügelsheim einen Militärflugplatz, der über 40 Jahre

lang von den kanadischen Streitkräften genutzt wurde.

Eine Ära, welche die Gemeinde an der Badischen Spargelstraße stark prägte.

Freundschaften und Beziehungen, die während dieser Zeit entstanden sind, werden

auch heute noch gepflegt. Nach dem Abzug der Kanadier wurde im Schulterschluss der

gesamten Region das brachliegende Gelände in einen florierenden Gewerbepark mit

einem erfolgreichen Regionalflughafen umgewandelt, dem Baden-Airpark mit jährlich

rund einer Million Passagieren und über 2400 Arbeitsplätzen.

Hügelsheim hat sich mit dieser Konversion zu einer aufstrebenden, weltoffenen

Gemeinde mit fast 5000 Einwohnern weiterentwickelt. Eine gute Infrastruktur, engagierte

Jugendarbeit, beispielhafte Integrationsmaßnahmen für Neubürger und lebhafte

Beziehungen zu den Partnergemeinden in Italien und Kanada prägen den Lebensstil

ebenso wie Golfplatz, Erländersee, Eisarena, erstklassige Gastronomie oder die Repräsentation

der Gemeinde durch ihre charmanten Spargelhoheiten.


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Iffezheim

Die Gemeinde Iffezheim mit ihren rund 5000 Einwohnern ist international bekannt

durch die dreimal im Jahr stattfindenden Galopprennen auf einer der schönsten Galopp -

rennbahnen Europas. Eine mehr als 150 Jahre alte Galoppgeschichte, Spuren der Kelten

und Römer und Funde aus der Steinzeit und der frühen Merowingerzeit sind Zeugen

einer interessanten historischen Vergangenheit.

Ereignisreich ist der Veranstaltungskalender der Gemeinde. Iffezheim ist Trainingszentrale

für Vollblüter, veranstaltet alljährlich ein originelles Bauernrennen und Auk -

tionen für Vollblüter.

Anziehungspunkte für Touristen und Naturfreunde sind auch die Staustufe am Rhein

mit Europas größter Fischtreppe und die Natur- und Landschaftsschutzgebiete in der

Nähe des Rheins.

Die liebenswerte Gemeinde hat ein reges Vereinsleben und ist bekannt für ihren

Spargel- und Erdbeeranbau.

Neben zahlreichen kleinen Einzelhandels- und Versorgungsbetrieben gibt es Seniorenwohnanlagen,

eine Kleintier- und Pferdeklinik, eine gemeindeeigene Mediathek/

Bibliothek, ein Jugendhaus und diverse Gaststätten. Zwei in kirchlicher Trägerschaft

befindliche Kindergärten, eine Grundschule mit bilingualem Zug, eine Sprachheilschule

mit sonderpädagogischem Kindergarten, eine Real- bzw. Werkrealschule und eine

Musikschule bereichern die Infrastruktur. Hervorzuheben sind außerdem die lebhaften

Beziehungen zu den Partnergemeinden Hoppegarten in Brandenburg und Mondolfo in

Italien.

Die unmittelbare Nachbarschaft zum Elsass, die ausgezeichnete Anbindung an die

A 5 bzw. die B 36 und B 500 sowie die Nähe zum Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden

machen Iffezheim zu

einem lebenswerten und

attraktiven Wohnort und

Ausflugsziel.

Historischer Stadtkern

von Kuppenheim

Kuppenheim

Kuppenheim hat nicht

nur einen hohen Wohnund

Freizeitwert. Es ist

auch ein starker Wirtschaftsstandort,

an dem

der „Daimler-Konzern“

mitten in der Wirtschaftskrise

ein neues Presswerk

zur Belieferung seiner

Werke gebaut hat. Die

8100-Einwohner-Stadt ist

seit 1234 mit dem Markt-

95


echt ausgestattet und wird gerne als „Tor zum Murgtal“ bezeichnet. Die ehemalige

Amtsstadt hat eine bewegte Vergangenheit. Die histo rische Stadtmauer mit Resten des

Stadtgrabens, der jüdische Zentralfriedhof und das Unimog-Museum sind beliebte

Sehenswürdigkeiten, ebenso wie das am Stadtrand ge legene Lustschloss „Favorite“ der

legendären Markgräfin Sibylla Augusta. Die auf strebende, zukunftsorientierte Gemeinde

pflegt nicht nur die Zeugen der Vergangenheit, sondern arbeitet ehrgeizig an ihrem

Image als leistungsstarke Stadt mit idealen Rahmenbedingungen zum „gut leben und

arbeiten“. Dabei kommt ihr die ausgezeichnete Lage mit schnellem Autobahnanschluss,

kurzen Wegen nach Baden-Baden, zum Baden-Airpark, ins Elsass und nach Karlsruhe

zugute. Diese zentrale Ausgangslage, eine bemerkenswerte Gastronomie mit einem

Gourmetlokal im Stadtteil Oberndorf, ein lückenloses Waren- und Leistungsangebot

heimischer Betriebe, ein großes Freizeit angebot sowie das Familienbad Cuppamare sind

Pluspunkte der Stadt, die für Einhei mische, Pendler und Gäste viele Entfaltungsmöglichkeiten

bieten.

Lichtenau

Das Stadttor verweist auf die

bewegte urbane Vergangenheit

der Stadt Lichtenau.

Die einst nördlichste Bastion des Hanauerlandes hat eine bewegte Vergangenheit

und eine lebhafte Gegenwart. Das charmante Städtchen Lichtenau an der Grenze des

Landkreises Rastatt ist eine aktive und gesunde Kommune mit zwei Gewerbegebieten

und einer lückenlosen Infrastruktur, die sich auch den Erhalt ihrer idyllischen Auwälder

auf ihre Agenda geschrieben hat. Mit etwa 5000 Einwohnern hat Lichtenau mehr als 50

Vereine und ein vielfältiges Freizeit- und Kulturangebot, das von aktiven und engagierten

Bürgern getragen wird. Die in den siebziger Jahren eingemeindeten Ortsteile Grauelsbaum,

Muckenschopf, Scherzheim und Ulm leisten ihren Beitrag zu dem Lichtenau,

wie es sich heute präsentiert:

als liebenswürdige

Stadt mit Charme und

Flair. Weltweit agierende

Unternehmen und ört -

liche Gewerbebetriebe

tragen mit ihren hervor -

ragenden Produkten und

Dienstleistungen zum

positiven Image Lichtenaus

bei. Der Rhein, die

Nähe zum Schwarzwald

und zum Elsass . . . – in

Lichtenau hat man das

Glück, zu leben und zu

arbeiten, wo andere

Urlaub machen.

96


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Loffenau

Der Frühling ist in Loffenau

mit allen Sinnen zu

spüren, wenn am Ortsrand

die Streuobstwiesen

in voller Blüte stehen. Für

Sommerfrischler bietet

Loffenau ein herr liches

Wanderwegenetz mit zahl -

reichen Sehens würdig kei -

ten und Naturschönheiten.

Leckere Wald heidelbeeren

und Waldpilze warten auf

Sammler. Im Winter sind

Loipen gespurt und die

ganze Winterpracht des

Schwarzwaldes kann er -

lebt werden.

Die hohe Wohn- und

Lebensqualität am Ort hat schon manchen Gast und Besucher dazu veranlasst, ganz

nach Loffenau zu ziehen. Die Gemeinde kann noch günstige Bauplätze in besten Lagen

mit Familienrabatt anbieten und das Angebot der Kinderbetreuung lässt keine Wünsche

offen.

Der historische Ortskern mit vielen denkmalgeschützten Fachwerkhäusern und

malerischen Winkeln ist von modernen Wohngebieten umgeben. Der Pfarrberg ist ein

Naturerlebnisbereich mitten im Ort, von der Sonnenlaube bietet sich eine beeindruckende

Rundumsicht und vom Hausberg Teufelsmühle (908 Meter über NN) mit

Turm, Jugendwanderheim und Gaststätte hat man bei schönem Wetter eine herrliche

Aussicht über das Rheintal bis zu den Vogesen. Bei guter Thermik starten dort die

Drachen- und Gleitschirmflieger. Das Observatorium der astrologischen Vereinigung

Karls ruhe ermöglicht einen Blick zu den Sternen.

Beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ erhielt Loffenau in den Jahren

1983, 1985 und 1989 Goldmedaillen und 2009 eine Silbermedaille mit Sonderpreis.

Blick auf Loffenau

Muggensturm

Muggensturm ist eine aufstrebende und moderne Gemeinde, die in der Rhein -

ebene, zentral zwischen Karlsruhe und Baden-Baden – direkt an der Autobahn Karls -

ruhe–Basel liegt.

Historische Fachwerkgebäude und Hofansichten sind charakteristische Bestandteile

des Muggensturmer Altdorfkerns. Sie erinnern an verschiedene Epochen der vergange-

97


Das Muggensturmer Rathaus

nen Jahrhunderte. Schon immer ist es für die Muggensturmer wichtig, den Erhalt des

örtlichen Charakters zu pflegen. Durch fantasievolle und abwechslungsreiche Blumen -

arrangements gelingt es der engagierten Bevölkerung, hier immer wieder neue

Ak zente zu setzen.

Leben und Arbeiten in Muggensturm – dafür hat die Gemeinde auch für die Zukunft

die Weichen gestellt: Umfassende Gewerbe- und Industrieflächen bieten die Möglichkeit,

im Ort einer Berufstätigkeit nachzugehen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

hat einen hohen Stellenwert. Das Angebot an Kinderbetreuungsplätzen mit der Kinderkrippe

Storchennest und der Ganztagsschule mit Kernzeitbetreuung wird stetig er -

weitert. Im Blickpunkt steht auch die Lebensqualität älterer Menschen.

Muggensturm bezeichnet sich gerne als „Gemeinde auf der Überholspur“. In der Tat

ist die Gemeinde ehrgeizig und vorwärtsstrebend. Stolz sind die 6200 Einwohner darauf,

dass ihr Muggensturm auch ein interessanter Indus trie- und Gewerbestandort mit

2500 Arbeitsplätzen ist.

Hohe Gewerbesteuereinnahmen

sorgen für Wohlstand

und erlauben eine

kontinuierliche Weiterentwicklung

der Infrastruktur

und des Ortsbildes. Die

mit Preisen im Wett -

bewerb „Unser Dorf hat

Zukunft“ und im bundesweiten

Blumenschmuckwettbewerb

„Entente

Florale“ verwöhnte Ge -

meinde legt Wert auf den

Erhalt des dörflichen Charakters.

Das Ortsbild mit

seinen historischen Fachwerkhäusern

wird liebevoll

gepflegt, ebenso wie

die Freizeit-, Sport- und

Grünanlagen, Rad- und

Wanderwege oder das Tiergehege am Ortsrand, das ein beliebtes Ausflugsziel ist. Ein

Schmuckstück ist nach Umbau und Sanierung das spät klassizistische Rathaus, das vom

ehemaligen Ministerpräsidenten Dr. Erwin Teufel als das schönste in Baden-Württemberg

gelobt wurde.

98


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Ötigheim

Die größte Freilichtbühne Deutschlands mit 4000 überdachten Sitzplätzen macht

Ötigheim weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Die Bühnenanlage gilt als die

schönste ihrer Art, vor allem wegen der in Normalgröße aufgeführten Bühnenbauten,

die in ein weiträumiges Feld gestellt den Zuschauern imposante Eindrücke bieten.

In Ötigheim sprengt Theater alle herkömmlichen Dimensionen. Rund 100 000

Besucher pilgern alljährlich seit über 100 Jahren in das „Telldorf“, um vom überdachten

Zuschauerraum aus die einzigartigen Aufführungen zu genießen. Bis zu 600 Amateurdarsteller

bevölkern dabei die riesige Bühne. Gesang, Tanz, Massenszenen, Reiterkavalkaden,

eigenes Orchester – Aufführungen in Ötigheim haben eine ganz eigene, außer -

gewöhnliche Atmosphäre. „Ein Dorf spielt Theater“ – dieser Slogan ist auch Ausdruck

dafür, dass sich die Ötigheimer mit ihrem Wohnort identifizieren und einen großen

Beitrag dazu leisten, dass

ein ganz besonderes Miteinander

gelebt wird.

Ötigheim zählt rund

4500 Einwohner. Der

Stadtbahnanschluss komplettiert

die hervorragende

Lage inmitten der

Wachstumsregion des

Landkreises Rastatt und

der TechnologieRegion

Karlsruhe.

Im Ortskern finden

sich Gastronomie und

Einzelhandelsbetriebe und

die öffentlichen Einrichtungen

reichen von beispielhaften

Sportstätten

über bedarfsgerechte

Kinder gärten und Schulen

bis hin zu einer modernen

Veranstaltungshalle. Ein gut ausgebautes Wegenetz lädt zum Wandern und Spazierengehen

ein durch eine idyllische Landschaft, geprägt von einzigartigen Landschaftsund

Naturschutzgebieten.

Durch die direkte An bindung an die B 3/B 36 und die nahe gelegene Autobahn

konnte sich die Gemeinde auch zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort entwickeln.

Ötigheim: „Ein Dorf

spielt Theater“

99


Ottersweier

Die Dorfkirche St. Johannes

in Ottersweier

Ottersweier mit seinem

Ortsteil Unzhurst

liegt eingebettet in Streuobstwiesen

und Feldern

im Herzen Mittelbadens.

Bekannt ist die 6500-Einwohner-Gemeinde

nicht

nur wegen der Wallfahrtskirche

Maria Linden oder

der Keltereien, in denen

köstlicher Saft hergestellt

wird, sondern auch

wegen des Kreispflegeheims

Hub mit dem

Aspichhof, der als Musterhof

gilt. Dort werden auf

78 Hektar Nutzfläche

Viehzucht, Wein- und

Ackerbau betrieben und auch Patienten des Pflegeheims sinnvoll beschäftigt. Die einst

hauptsächlich durch die Landwirtschaft geprägte Gemeinde hat sich zu einem modernen

Wohnort entwickelt mit vielen mittelstän dischen Betrieben und rund 2000 Arbeitsplätzen.

Kleinkunstfreunde sind begeistert von der Zunftstub der „Otterschwierer Leimewängst“,

in der sich Musikgruppen, Lieder macher und Mundartdichter ein Stelldichein

geben. Stolz ist die Kommune auch auf ihre Geschichte, nach der Ottersweier eine der

ältesten geschlossenen Siedlungen der Raumschaft ist. Vom Ende des 15. Jahrhunderts

bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war Ottersweier Treffpunkt der noblen Gesellschaft.

Der Ortsteil Hub beherbergte nämlich ein bekanntes Heilbad, das später als erstes

deutsches Bad mit eigener Badeordnung ausgestattet wurde.

Rastatt

Rund 47 500 Einwohner leben in der Barockstadt. Und sie leben gerne hier, denn

Rastatt ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität, einem umfassenden Bildungs- und

Betreuungsangebot, mit vielfältigen Möglichkeiten zur Entspannung und Naherholung.

Ein leistungsstarkes Mittelzentrum. Eine Stadt, die sich dynamisch entwickelt und die

stolz auf ihr historisches barockes Erbe ist.

Prächtige barocke Bauten prägen das Stadtbild ebenso wie hochmoderne Gebäude

zum Wohnen und Arbeiten. Im Zentrum der Barockstadt befindet sich eines der schöns -

ten Barockschlösser am Oberrhein. Die Pagodenburganlage und weitere bemerkenswerte

Bauwerke des italienischen Baumeisters Domenico Egidio Rossi zeugen heute

noch von der Zeit Rastatts als Residenzstadt der Markgrafschaft Baden-Baden. In die

100


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

unverkennbare barocke Kulisse fügen sich moderne Gebäudekomplexe wie beispielsweise

das neue Landratsamt zu einem einzigartigen Gesamtbild aus Tradition und

Moderne.

Rastatt ist ein wichtiger Arbeitgeber in einer wirtschaftsstarken Region: Sowohl

Großunternehmen wie Daimler, Maquet und Hauraton als auch zahlreiche mittel -

stän dische Unternehmen schätzen das hervorragende Innovationsklima und die hohe

Lagegunst.

Auch einzigartige Naturlandschaften zeichnen Rastatt aus und laden dazu ein, die

Gegend zu erkunden, zu entspannen und zu genießen: Während die Murg beschaulich

durch die Innenstadt fließt, liegt mit den Rastatter Rheinauen ein wahrer badischer

Dschungel direkt vor der Haustüre. Der Schwarzwald ist zum Greifen nah und Frankreich

nur eine Fährüberfahrt entfernt. Ein gut ausgebautes Radwegenetz macht es einfach,

die zahlreichen Ausflugsziele und Museen mit dem Fahrrad anzusteuern, sich in Bädern

und Seen zu vergnügen oder die fünf Ortsteile mit ihren schmucken Häusern und ihrer

idyllischen Lage zu besuchen.

Kultureller Glanzpunkt ist das internationale Straßen-Theaterfestival tête-à-tête, das

größte seiner Art in Deutschland. Alle zwei Jahre verwandelt das Festival die Straßen

und Plätze in offene Bühnen und zieht mit seiner einmaligen Atmosphäre Hundert -

tausende Besucher an.

Schließlich und vor allem sind es die Menschen, die Rastatt so sympathisch

machen: badische Originale und kreative Köpfe, Traditionsbewusste und Trendsetter,

Familienmenschen und Familienunternehmen leben hier in kultureller Vielfalt und

Offenheit zusammen. Sie engagieren sich ehrenamtlich in mehr als 300 Vereinen und

prägen die Barockstadt

als lebens- und liebenswerte

Stadt mit großem

Wir-Gefühl.

Rheinfähre

Drusenheim–Greffern

Rheinmünster

Rheinmünster, 1974

im Zuge der Kreisreform

aus den damals selbstständigen

Gemeinden

Greffern, Schwarzach mit

Hildmannsfeld, Söllingen

und Stollhofen entstanden,

präsentiert sich als

aufstrebende Kommune.

Wenn auch das Zusammenwachsen

zunächst

schwierig war, so ziehen

die Rheinmünsteraner

101


doch an einem Strang, um ihre Gemeinde zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Die gute

verkehrliche Lage, der Regionalflughafen Karlsruhe/Baden-Baden auf eigener Gemarkung,

die mit der Rheinfähre „Drusus“ vorhandene Verbindung ins Nachbarland Frankreich,

ein eigenes Hafenbecken und die Nähe zu Baden-Baden, Bühl und Rastatt bieten

Möglichkeiten, die Rheinmünster geschickt zu nutzen weiß. Beeindruckendes Zeugnis

einer bewegten Vergangenheit als einst einflussreiche, reichsunmittelbare Benediktiner -

abtei ist das ehrwürdige romanische Münster. Die Schwarzacher Münsterkonzerte sind

eine langjährige Konzertreihe, die Musikfreunde aus dem gesamten süddeutschen

Raum anspricht. Eine erstklassige, beeindruckende Klangfülle und eine ganz besondere,

unbeschreibliche, geschichtlich geprägte Umgebung zeichnen diese Veranstaltungen

aus. Reizvolle Rheinauelandschaften, ein unvergleichliches Erleben am Hafenbecken,

der erste deutsche Polderinfopfad, Hallenbad, Golf, Tennis und Eissport – Rheinmünster

hat seinen Einwohnern und Gästen vieles zu bieten. Im Jahr 2004 wurde die junge

6700-Einwohner-Gemeinde angesichts ihrer Vorzüge als Ausflugs- und Erholungsort

anerkannt.

Sinzheim

Blick auf das Ortszentrum

von Sinzheim

Sinzheim hat sich im Kleinzentrum zwischen Baden-Baden und Bühl zu einer

beliebten Wohngemeinde entwickelt, die von der Nähe zur Autobahn und dem Baden-

Airpark profitiert und mit einer idyllischen Lage zwischen Vorgebirgszone und Rhein -

ebene punktet. Neben dem örtlichen Einzelhandel versorgen Verbrauchermärkte, Handwerksbetriebe

und Dienst -

leistungsunternehmen

Shoppinggäste und die

11 000 Ein wohner. Die

Infrastruktur der „Stabsgemeinde“

– wie sie

gerne genannt wird – ist

bemerkenswert. Zu den

seit Jahrhunderten zu -

gehörigen Teilorten Kartung,

Winden, Halbers -

tung, Müllhofen, Schiftung

und Vormberg mit

Ebenung kam im Rahmen

der Gemeindereform

1973 der Ortsteil Leibers -

tung hinzu. Die Vorbergzone

am Westhang des

Fremersbergs prägen rund

130 Hektar Weinberge.

Auf den schweren Löß -

102


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

böden gedeiht vor allem

der Riesling, aber auch

Spätburgunder und andere

Sorten werden angebaut.

Das im Jahr 2000 neu

entstandene Ortszentrum

mit Rathaus, Geschäfts -

zentrum, Marktplatz und

Tiefgarage bildet ein

modernes Ensemble und

stellt einen Spannungsbogen

zu den historischen

Gebäuden wie der Grundschule,

dem früheren Rathaus,

dem Pfarrhaus und

dem Haus St. Vinzenz dar.

Ein reges Vereinsleben

prägt den Sinzheimer

Veranstaltungskalender.

Mehrere Sport treibende

Vereine, rund zehn

Gesang- und Musikvereine und Gemeinschaften, die im sozialen Bereich tätig sind,

bieten Freizeitangebote für alle Generationen. Der Frühjahrsmarkt und die Kirchweih im

Oktober, der Wendelinusritt in Leiberstung, das Straßenfest in Kartung sowie verschiedene

Feste in den Ortsteilen zeugen von einem vorbildlichen bürgerschaftlichen

Engage ment. Der 2014 eröffnete Mehrgenerationenpark ist ein beliebter Treffpunkt für

Jung und Alt.

Steinmauern –

Flößerdorf am Oberrhein

Steinmauern

Im Jahr 1239 erstmals urkundlich erwähnt, konnte das Dorf 2014 sein 775-jähriges

Ortsjubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen feiern. Über Jahrhunderte hinweg war

Steinmauern eines der bedeutendsten und wohlhabendsten Flößerdörfer am Oberrhein.

Verkehrsgünstig gelegen an der Mündung der Murg in den Rhein, war hier ein großer

Umschlagplatz und Hauptmarkt für den Transport von Schwarzwaldholz bis nach

Holland. Die Geschichte der Flößerei hat die Gemeinde in einem speziellen Flößerei -

museum – das eingebunden ist in das grenzüberschreitende Museumsprojekt PAMINA-

Rheinpark – dokumentiert.

Heute ist das 3200-Einwohner-Dorf eine beliebte und stetig wachsende Wohn -

gemeinde mit einer für ihre Größe beispielhaften Infrastruktur. Neben guten Einkaufsmöglichkeiten

für den täglichen Bedarf sind es vor allem die familienfreundlichen

Betreuungsangebote in Kindergarten und Schule, weswegen junge Familien gerne in

Steinmauern eine neue Heimat suchen.

103


Malerische Ansicht von

Weisenbach

Mit der neu gestalteten

Ortsmitte – im Zentrum

der Dorfplatz und

das Bürgerhaus „Alte

Schule“ – wurden wich -

tige generationsübergreifende

Begegnungsstätten

geschaffen. Hoch ist der

Erholungs- und Freizeitwert

inmitten einer herr -

lichen Auen- und Streuobstlandschaft,

vor allem

der „Goldkanal“ ist ein

überregional bekanntes

Wassersportrevier. Von

vielfältigen Jugend- und

Vereinsaktivitäten über

eine aktive Seniorenarbeit

bis hin zum „Kleverhaus“

als kulturelle Begegnungsstätte

der besonderen Art gibt es Angebote für alle Altersgruppen.

Steinmauern ist für die Zukunft gerüstet. Beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

konnten zahlreiche Auszeichnungen errungen werden. Mit dem Prädikat „Genera-

tionendorf“ war Steinmauern Landessieger und holte 2013 auf Bundesebene sogar

eine Silbermedaille.

Weisenbach

Weisenbach mit seinem Ortsteil Au ist eine beliebte Wohngemeinde mit zwei Stadtbahnanschlüssen,

drei Kirchen, guten Einkaufsmöglichkeiten, Grund- und Werk -

real schule mit Ganztagsgrundschule, einem Dienstleistungszentrum und mehreren

Handwerksbetrieben. Der Weltmarktführer in der Bierdeckelherstellung, die Firma Katz

GmbH, sowie die Firma Smurfit Kappa Baden Packaging sind in Weisenbach be -

hei matet. Familien mit Kindern schätzen einen modernen Kindergarten, der Kinder

bereits ab Geburt bis zum zehnten Lebensjahr betreuen kann. Doch nicht nur die junge

Generation soll sich wohlfühlen. Ein Seniorenrat kümmert sich um die Belange der

älteren Einwohner, gibt Hilfen und Unterstützung und bietet Veranstaltungen, Infor -

mationsnachmittage und Aktivitäten für ältere Mitbürger. Projekte wie „Begleitetes

Wohnen zu Hause“, „Helfende Hände“, „Barrierearmes Wohnen“ und die Wohnanlage

„Servicewohnen“ sollen die Lebensqualität im Alter verbessern.

104


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Die ca. 2500 Weisenbacher bilden eine sehr lebendige Dorfgemeinschaft, in deren

Mittelpunkt über 30 Vereine und Gemeinschaften mit einem abwechslungsreichen,

sportlichen und kulturellen Angebot stehen. Ausdruck des vorbildlichen bürgerschaft -

lichen Engagements ist auch die Homepage der Gemeinde, die von einer ehrenamtlich

tätigen Internetgruppe gestaltet und gepflegt wird.

Naturfreunde, Wanderer, Gäste und Einheimische loben die idyllische Landschaft

und das gute Klima in Weisenbach. Sie genießen das Wandern in den Seitentälern oder

auf dem Weinberg Kapf, auf dem Rot- und Weißwein sowie Prosecco angebaut werden.

Sie erfreuen sich an Sportanlagen, Grillplätzen und planschen in einem der schönsten

Freibäder des Murgtals, das unter Vereinsregie geführt wird.

105


Dr. Heiko P. Wacker

Mensch und Natur im Einklang –

Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Der Schwarzwald? Das wohl bekannteste Mittelgebirge der Republik. Vor dem Auge des

Betrachters öffnet sich hier ein wertvoller Naturraum, geprägt von landschaftlicher

Schönheit und einer opulenten Tier- und Pflanzenwelt. Schützenswert ist er, dieser

Naturraum – gleichwohl darf dies nicht in einer musealen „Musternatur“ münden, in

der der Mensch zur Staffage wird. Stattdessen braucht es Wege, Mensch und Natur in

Einklang zu bringen: Im Dezember 2000 führte dieser Gedanke zur Gründung des

„Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord“.

Seit 2003 ist der Naturpark, mit rund 375 000 Hektar einer der größten seiner Art,

offiziell als Großschutzgebiet anerkannt. Etwa 700 000 Menschen leben im Park, der

von 106 Gemeinden, sieben Land- und zwei Stadtkreisen sowie von Verbänden und

Einzelpersonen getragen wird. Denn der Park ist kein über die Region „gestülptes“

Gebilde, sondern wurde vielmehr von den Bürgern und regionalen Entscheidungs -

trägern entwickelt. „Dieser Ansatz ist bis heute Wahrzeichen unseres Naturparks,

der sich als Verein organisiert“, betont Jürgen Bäuerle, Landrat des Kreises Rastatt und

Vorsitzender des Naturpark-Vereins.

Dieser will die besondere Landschaft erhalten, er will sie aber auch erlebbar

machen. „Das kann durch einheitlich beschilderte Wanderwege ebenso geschehen wie

durch gezielte Angebote zur Natur- und Umweltbildung. Möglichkeiten gibt es viele.

Tourismus und Landschaftsschutz schließen sich nicht aus.“

Anfangs gab es indes eine gewisse Skepsis: „Manche befürchteten eine Lähmung

der regionalen Entwicklung“, erinnert sich Jürgen Bäuerle. Der Begriff vom „Verhinderungsinstrument“

machte die Runde – deshalb wird weder in die Planungshoheit der

Gemeinden eingegriffen, noch werden einseitige Auflagen gemacht. „Vielmehr geht es

uns um eine nachhaltige Entwicklung der Region im Sinne eines attraktiven Lebens-,

Erholungs-, Natur- und Wirtschaftsraums.“ Die Förderung regionaler Produkte liegt hier

nahe, wobei es im Schwarzwald mehr als nur Schinken zu entdecken gibt.

Wie vielfältig die Region tatsächlich ist, erkennt man schon beim ersten Besuch des

etwa 90 auf 65 Kilometer messenden Gebiets. Bereits eine einzige Fahrt aus der mediterran

geprägten Rheinebene durch die „Portalgemeinden“ in die alpin anmutenden

Höhen verdeutlicht den Reiz des Parks. „Mir persönlich gefällt vor allem der Wechsel

zwischen Natur- und Kulturlandschaft“, meint Jürgen Bäuerle. „Aber auch die Moore

und die Grinden faszinieren mich.“

Grinden – das sind offene Bergkuppen, die im Laufe der Jahrhunderte durch Beweidung

entstanden sind. Die „Hornisgrinde“ dürfte wohl die bekannteste sein. Doch es

gibt noch einige mehr zu entdecken. Hier, im Naturpark. Hier, im Schwarzwald . . .

106


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Natürlicher Schwarzwald

107


Dr. Wolfgang Schlund / Dr. Thomas Waldenspuhl

Nationalpark Schwarzwald

Eine Spur wilder – das darf der Schwarzwald im ersten Nationalpark des Landes Baden-

Württemberg wieder sein. Motto: Natur Natur sein lassen. Am 1. Januar 2014 gegründet,

zieht sich der 10 000 Hektar große Park zwischen Baden-Baden und Freudenstadt

den Höhenrücken des Nordschwarzwalds entlang.

Dunkle Wälder, schroffe Felswände, friedlich ruhende Karseen – die landschaftliche

Vielfalt ist riesig und bietet Lebensraum für viele, zum Teil seltene Arten. Besucher -

innen und Besucher dürfen sich nicht nur an herrlichen Fernblicken über die Hügel -

ketten des Schwarzwaldes in die Rheinebene bis nach Frankreich erfreuen. Anziehungspunkte

sind auch die schon länger bestehenden Erlebnispfade wie Lothar-, Wildnis- und

Luchspfad.

Aus der Hektik des Alltags können die Gäste eintauchen in die Ruhe der Natur.

Allein oder in Begleitung erfahrener Rangerinnen und Ranger auf die Spuren der Wildnis

gehen. Zum Jahresprogramm des Nationalparks gehören Hunderte spannende Vorträge,

Seminare und Führungen. Bis 2018 wird am Ruhestein auch ein neues Besucher -

zentrum mit großer Ausstellungsfläche entstehen. Denn das Interesse am neuen Nationalpark

ist groß. 41 000 Gäste nahmen im vergangenen Jahr an Veranstaltungen teil

oder besuchten die Ausstellungen im Infozentrum am Ruhestein. Bereits im ersten Jahr

hat sich die Zahl der Besucherinnen und Besucher dort auf rund 26 000 mehr als

ver doppelt.

Spätestens in 30 Jahren bleiben drei Viertel der Nationalparkfläche ganz der Natur

überlassen, der Mensch wird hier nicht mehr eingreifen. Bäume dürfen dann mehrere

Hundert Jahre alt werden – bis sie Licht und Platz machen für die nachfolgende Generation.

Auf scheinbar totem Holz sprießt neues Leben. Im ehemaligen Bannwald Wilder

See, der sich bereits seit 100 Jahren frei von menschlichen Eingriffen entwickeln darf,

ist dieser Zauber unberührter Natur bereits jetzt erfahrbar.

Mehr als 100 Käferarten besiedeln dort inzwischen Totholz und Baumhöhlen.

18 davon werden bundesweit als gefährdet eingestuft. Von den mehr als 30 Brutvogelarten

des Bannwaldes profitieren vor allem Sperlingskauz, Raufußkauz, Garten -

rotschwanz, Dreizehenspecht und Schwarzspecht vom wilder werdenden Wald.

Es wird spannend sein zu verfolgen, wie sich der derzeitige fichtendominierte

Nadelwald über die kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte verändern wird. Welche

Bäume sich durchsetzen, welche Arten zurückkehren, welche dauerhaft heimisch

werden, lässt sich nur bedingt vorhersagen.

Es erfordert natürlich auch Mut, der Natur das Ruder zu überlassen, die Kontrolle

abzugeben und nicht mehr selbst zu entscheiden, wohin die Reise geht. Dieser Mut

wächst aus dem Vertrauen in die Kraft der Natur und ihre eigene Weisheit – in das

Wunder der Wildnis.

108


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Der ehemalige Bannwald Wilder See darf sich bereits seit 100 Jahren

frei von menschlichen Eingriffen entwickeln.

109


Hans-Peter Hegmann

Kulinarische Genüsse und

herzliche Gastlichkeit

110

Weinanbau – mit den Besenwirtschaften

gehen hier Genuss

und Gastlichkeit Hand in Hand.

Es ist kein Geheimnis, dass in Baden neben guten Weinen auch eine hervorragende und

sehr abwechslungsreiche regionale Küche angeboten wird. Die oft zitierten Einflüsse aus

Frankreich, hier insbesondere aus dem nahen Elsass, sind nicht zu übersehen. Dabei

reicht die Bandbreite der Anbieter – ohne eine Wertung treffen zu wollen – vom Sternelokal

bis zur Besenwirtschaft.

In (fast) jeder Stadt oder Gemeinde des Landkreises finden sich „gutbürgerliche“

Lokale – auf gut badisch einfach liebevoll „Wirtschaft“ genannt – in denen oftmals saisonal

abhängig ganz unterschiedliche Spezialitäten angeboten werden. Einige Köche oder

Besitzer der Gaststätten, die selbst am Herd stehen, haben inzwischen wieder traditionelle

heimische Produkte und deren Verarbeitung nach zum Teil alten Rezepten entdeckt. Es

wird wieder Fleisch von Rindern aus der Region, dem hinteren Murgtal beispielsweise,

verarbeitet, die nie in einem Stall gestanden haben. Oder die Schweinefilets kommen

von lokalen Bauernhöfen, die sich auf bestimmte Rassen spezialisiert haben und deren

Tiere einen großen Teil des Jahres im Freien verbringen und ausschließlich mit Futter aus

der eigenen Produktion gefüttert werden. Einen Hauch von kulinarischer Exotik bieten die

Produkte der Straußenfarm

im Süden des Landkreises,

deren Angebote

sich einem immer größer

werdenden Zuspruch er -

freuen.

Interessante Adressen

für einen kulinarischen

Zwischenstopp sind zu -

dem die Hausbrauereien

im Landkreis, oft kombiniert

mit einem idyllischen

Biergarten. Immer einen

Besuch wert sind die von

Winzern meist im Frühjahr

und Herbst für einige

Wochen geöffneten sogenannten

Besenwirtschaften.

Daneben gibt es noch

die aus Rheinland-Pfalz

stammenden Begriffe


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Strauß- oder Kranzwirtschaft. Hier ist den Winzern gestattet, den selbst erzeugten Wein

zu bestimmten Zeiten selbst zu vermarkten. Dazu gibt es ein regionales Angebot an

einfachen Speisen oder ein Vesper. Die hausgemachten Wurst waren stammen oft vom

einheimischen Metzger, der sein Handwerk noch bestens versteht. Als augenfälliges

Erkennungszeichen, dass die Gaststube, die auch mal in einer urigen Scheune sein kann,

geöffnet hat, dienen die an der Straße aufgestellten Heckensträuße, Besen oder manchmal

„nur“ ein an der Tür aufgehängter Kranz. Bei dieser Art des Essens und Trinkens kann

man sehr gut und hautnah die badische Gastfreundschaft kennenlernen. Meistens sitzen

die Gäste zusammengerückt auf Bänken und bedient werden sie oftmals von der Oma

oder vom Opa.

Aber auch die Haute Cuisine der Sterneköche bietet im Landkreis eine grandiose Auswahl

an wunderbaren Leckereien an. Ausgezeichnet mit einem Stern im Guide Michelin

zaubert Chefkoch Bernd Werner auf Schloss Eberstein bei Gernsbach eine originelle

leichte, badisch-französische Gourmetküche und begeistert damit seine Gäste. Der Landgasthof

von Wolfgang Raub in Kuppenheim-Oberndorf zählt seit vielen Jahren zu den

besten Adressen Deutschlands und wurde vielfach ausgezeichnet. Im Süden des Landkreises

ist es Pavel Pospisil, der mit seinen Ideen und seiner Kreativität seine Gäste im

Gasthaus Krone in Bühl-Oberbruch einfach verzaubert.

Urige Gemütlichkeit

im Landkreis Rastatt

111


Philipp Ilzhöfer

Wander- und Fahrradregion –

Touren durch den Landkreis

Tour de Murg

Qualitativ hochwertige Naherholungs-, Freizeit- und Tourismusstrukturen gewinnen für

die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen kontinuierlich an Bedeutung. Der Landkreis

Rastatt bietet mit seinen drei prägenden Kulturlandschaften die besten landschaftlichen

und topografischen Voraussetzungen für einen hohen Freizeitwert: Der Rhein als

bedeutende Wasserstraße mit seinen einzigartigen Auenlandschaften, die Vorbergzone

mit den typischen Reblandschaften und der nördliche Schwarzwald mit den weit sichtbaren

Höhen und malerischen Tälern, dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und

dem 2014 eröffneten Nationalpark Schwarzwald. Die Grenzlage zum benachbarten

Frankreich und die unmittelbare Nähe zur Kurstadt Baden-Baden verleihen dem Landkreis

zusätzlich internationales Flair. Durch diese vielfältige Kultur- und Naturlandschaft

ist der Landkreis zu einem Mekka für Rad- und Wanderfreunde geworden.

Ein engmaschiges Radwegenetz macht den Landkreis Rastatt zu einem idealen

Terrain für Radfreunde. Sowohl Freizeitradler wie auch Rennsportbegeisterte und Mountainbiker

kommen voll auf Ihre Kosten. Rückgrat im Freizeitnetz sind die überregionalen

Radfernwege „Rheintalweg“, „Schwarzwaldradweg“, „Schwarzwälder Höhenradweg“

und die „Veloroute Rhein“. Der 130 Kilometer lange „PAMINA-Radwanderweg Rhein -

auen“ ist Teil des PAMINA-Rheinparks, einem räumlichen Museum beidseits des Rheins

zwischen Rheinmünster-Greffern und Leimersheim. Der Weg verläuft zum Großteil auf

den Rheindämmen auf deutscher und französischer Seite und passiert viele Museen

und Stationen am Wegesrand. Ein weiterer grenzüberschreitender Radweg ist die ca.

60 Kilometer lange Radstrecke „Radeln ohne Grenzen“

vom elsässischen Haguenau bis nach Iffezheim.

Schmackhafte regionale Produkte und reizvolle Kulturlandschaften

können auf der „Hofladentour“ rund um

Bühl, Ottersweier, Lichtenau und Sasbach entdeckt werden.

Auf rund 45 Kilometern laden zahlreiche Hofläden

zum Zwischenstopp ein. Ein besonderes Highlight der

Region ist die „Tour de Murg“, welche auf 67 Kilo metern

von den Schwarzwaldhöhen entlang des Flusses Murg

bis zur Barockstadt Rastatt in der Rheinebene führt. Wer

es etwas sportlicher mag, ist in den beiden Mountain -

bikearenen „Murg-/Enztal“ und „Hornisgrinde-Ortenau“

richtig. Über 1300 Kilo meter ausgeschilderte Touren in

allen Schwierigkeitsgraden sind ein Genuss für jeden

ambitionierten Biker.

112


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Ebenso abwechslungsreich und interessant gestaltet sich das gut ausgeschilderte,

über 500 Kilometer lange Wanderwegenetz, welches bei jeder Jahreszeit zu an -

spruchsvollen Wanderungen oder zu gemütlichen Spaziergängen einlädt. Neben dem

klassischen Fernwanderweg „Westweg“ wurde im Landkreis ein dichtes Netz mit regionalen

Wanderwegen ausgebaut. Das Premiumprodukt stellt die 111 Kilometer lange

„Murgleiter“ dar. Während des Verlaufs von Gaggenau hinauf zum Schliffkopf werden

Teile des Nationalparks Schwarzwald durchquert. Als einer der höchstzertifiziertesten

Wanderwege Deutschlands ermöglicht die „Murgleiter“ Wandergenuss der Spitzen -

klasse. Mit der „Gernsbacher Runde“ und dem „Gernsbacher Sagenweg“ runden zwei

weitere Premiumwanderwege das Spitzenangebot ab. Wandern mit dem Themenschwerpunkt

Wein bietet auf einer Länge von 103 Kilometern der Ortenauer Weinpfad.

Hier können die Wanderer sonnenverwöhnte Rebanlagen erkunden, fruchtige Weine

der Ortenau in den Weingütern probieren oder sich von einem Wein-Guide alles zum

Thema Wein erläutern lassen. Zahlreiche weitere Themenpfade ergänzen das vielfältige

Angebot.

Der Landkreis ist jedoch nicht nur zur Sommerzeit ein Wanderparadies, sondern hat

auch im Winter überregionale Bedeutung für Skilangläufer. Gut ausgebaute und prä -

parierte Rundloipen und Skiwanderwege führen die Besucher im nördlichen Schwarzwald

in ein zauberhaftes Winterparadies.

Alles in allem ist der Landkreis Rastatt für Radfahrer und Wanderer ein Eldorado. Für

alle Touren im Landkreis gibt es vielfältige Informationsmaterialien. Wer eher geführte

Wanderungen bevorzugt, kann spezielle Angebote bei den ausgebildeten Wein-,

Schwarzwald- und Rheinparkguides buchen (www.tourismus.landkreis-rastatt.de).

Wandern am Füllenfelsen

113


Rainer Wollenschneider

Ausflugsziele, Sport- und Freizeitangebote

für Gäste und Bürger

Der Landkreis Rastatt mit Schwarzwald, Vorbergzone, Rheinschiene und dazu mit den

höchsten Durchschnittstemperaturen Deutschlands ist geradezu für bevorzugte Freizeitgestaltung

von Touristen und Einheimischen prädestiniert. Im Sommer, aber auch im

Winter, eröffnen sich Perspektiven und ein Angebot, das von der Palette her als etwas

ganz Besonderes zu bezeichnen ist. Dazu kommt, dass durch den PAMINA-Raum grenz -

überschreitende Perspektiven vorhanden sind. Dabei sind für den Publikumsverkehr

die Fähren von Drusenheim, Neuburgweier und ganz besonders die Seilfähre von

Plittersdorf attraktive touristische Anziehungspunkte.

Was den Wassersport betrifft, bietet so mancher Baggersee ideale Möglichkeiten,

dieses gerade auf dem Goldkanal zwischen Steinmauern und Elchesheim-Illingen. Der

Ruder-Club Rastatt ist seit 50 Jahren mit seinem Bootshaus dort ansässig. Die Ruderer

finden ideale Ausgangsmöglichkeiten für Touren auf Rhein und Murg oder der Sauer bei

Munchhausen. Zudem trägt die Segelabteilung des Vereins seit Jahren Ranglisten -

regatten des Deutschen Seglerverbandes aus und selbst verwöhnte Bodenseesegler

schätzen das Revier des Goldkanals. Da finden sich oft enorm große Starterfelder bei

der Schneeglöckchen-, Oster- oder Herbstwindregatta. Gerade, was die Jüngstenklasse

der „Optimisten A + B“ betrifft, so gab es schon Starterfelder mit bis zu 100 Segel-

Jollen. Auch Kanufahrer finden in den Rheinauen oder der renaturierten Murg ideale

Freizeitsportmöglichkeiten. Da lockt viele Freizeitpaddler die ausgewiesene Route vom

Goldkanal über den Damm ins Altwasser bis Plittersdorf. Eine Ausnahmestrecke für

Kanuten findet sich zudem im Murgtal. Fordernd und wildromantisch ist die Flusspartie

zwischen Forbach und Schönmünzach, wo sich je nach Wasserstand eine extrem sportliche

Kajakstrecke findet.

Unweit von diesem Areal befinden sich die Wintersportgebiete des Landkreises:

Herrenwies, der Bühlertallift Hundseck, Kaltenbronn und der Mehliskopf. Dieser bietet

zudem einen Kletterpark und ganzjährig eine Bobbahn. Die Skipisten an der Schwarzwaldhochstraße

sind zwar vermehrt von der Schneelage abhängig. Aber sie sind, wenn

die weiße Pracht – ergänzt durch Schneekanonen – vorhanden ist, absolute Anziehungspunkte.

Dazu gehören auch ein ausgebautes Loipennetz, Schneeschuhwanderungen

und Rodelhänge. Dort, wo im Bereich des Mehliskopfs die Skiwanderer im Winter ihr

Eldorado finden, tummeln sich hinterher die Nordic Walking-Fans bzw. die Moutain biker.

114


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

So ist für Extremsportler auch das Klettern an den Brett- und Eulenfelsen bei Forbach

etwas Besonderes. Mancher Motorradfan rauscht hier an der Traumkulisse des ein -

rahmenden Murgtals und des Schwarzwalds vorbei – wie Tausende andere Fans –, in

der Hoffnung, dass er sich nicht überschätzt. Teams, die das andere Motorradfahren –

und das als Sport – im Griff haben, widmen sich dem Motorball. Dazu gehören der MSC

Comet Durmersheim und MSC Puma Kuppenheim, die erfolgreich diesen außergewöhnlichen

Sport ausüben. Ein Relikt aus der Zeit, als der heutige Baden-Airport noch ein

kanadischer NATO-Flugplatz war, ist der Eissportverein Hügelsheim. Dagegen „abge -

hoben“ geht es beim Segelsportverein Rastatt zu, der auf der Baldenau äußerst rege

Aktivitäten entfaltet. Bei guter Thermik starten und landen zahlreiche Sportflugzeuge

Die Seilfähre in

Rastatt-Plittersdorf

115


Wassersport spielt im Landkreis

eine große Rolle...

auf dem großzügigen Gelände mit dem ausladenden Grasteppich. Außerdem ist es bei

den „Teufelsfliegern“ ein lohnender Besuch. Der Drachen- und Gleitschirmclub Loffenau

e. V. hat für mutige Aktive oder auch Zuschauer bei der Teufelsmühle einiges zu bieten.

Wenn auch so mancher glaubt, Iffezheim mit seiner Galopprennbahn gehöre zu

Baden-Baden, so liegt der Rennplatz doch im Landkreis Rastatt. Viele Tausend Besucher

werden seit 1858 vom Rennplatz angezogen. Ob bei dem Frühjahrsmeeting oder der

„Großen Woche“ im Spätsommer, aber auch beim „Sales & Racing Festival“ – die Rennwochen

von Iffezheim haben hohen überregionalen Ruf.

Auch wer den Golfschläger schwingen will, der ist im Landkreis Rastatt bei den Plätzen

von Baden-Baden und dem elsässischen Soufflenheim in der Nachbarschaft sehr

gut aufgehoben. Neben dem „Golfclub Altrhein e. V.“ bei Rastatt-Plittersdorf am Rand

der Rheinauen kann der Baden Hills und Curling Club eine attraktive 18-Loch-Golfanlage

anbieten. Was das Curling betrifft, so zeigen die Mitglieder mit der Eishalle auf dem

116


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Gelände des Baden-Airparks seit Jahren nationale und internationale Spitzenleistungen.

Zum sportlichen Angebot im Rastatter Landkreis gibt es auch Ausflugsziele, die nicht

gerade jede Region bieten kann. Diese Anziehungspunkte sind zu Fuß oder auch mit

dem Fahrrad anzusteuern, gerade, wenn man auf das Auto und öffentliche Verkehrsmittel

verzichten will. Ein Glanzpunkt dabei ist der Katz’sche Garten in Gernsbach mit

seinem Skulpturengarten, welcher nach 1800 von der wohlhabenden Familie Katz eingerichtet

worden war. Auch in dessen Nähe, der 13 Kilometer lange Parcour unter dem

Motto „Sagenhaftes Gernsbach“, ist besonders ein Anziehungspunkt für Eltern mit

Kindern.

Was noch herauszuheben ist – die ständig erweiterte Initiative im Murgtal seit 2004

von Rüdiger Seidt und Jürgen Dieskau: der Kunstweg am Reichenbach. Auf über drei

Kilometern, zwischen den Gernsbacher Ortsteilen Hilpertsau und Reichental, haben sich

mehrere Künstler mit ihren Exponaten in die malerische Landschaft eingebunden.

. . . Wintersport selbstverständlich

auch – in vielen Facetten.

117


Bühler Sportstätten GmbH

Die Bühler Sportstätten GmbH ist aus dem ursprünglichen Eigenbetrieb

Schwarzwaldbad entstanden. Das Schwarzwaldbad ist ein kombiniertes

Hallen- und Freibad mit fünf Schwimmbecken, einem Sprungbecken,

einem Warmsprudelbecken, verschiedenen Planschbereichen für

Kinder sowie einer Großrutsche. Es steht in großem Umfang auch der

schulischen Nutzung und dem Vereinssport zur Verfügung. Jährlich

besuchen durchschnittlich 200 000 Gäste das Schwarzwaldbad.

Das Leistungsspektrum der Bühler Sportstätten GmbH wurde im Jahr

2010 um den Betrieb der benachbarten Schwarzwaldhalle erweitert.

Gleichzeitig erhielt die Gesellschaft den Auftrag, eine neue Groß -

sporthalle mit angebauter Geräteturnhalle (siehe rechte Seite) zu

errichten, die den Volleyballbundesligaspielern und den Turnern des

TV Bühl bessere Trainings- und Wettkampfbedingungen bieten und vor

allem die Engpässe bei der Bereitstellung von Sportstätten für den

Schulsport beseitigen sollte. Dieses Ziel wurde mit der Inbetriebnahme

der Halle im Jahr 2012 erreicht.

Auf einen Blick

Gründungsjahr: 2001

Mitarbeiter: 21

www.schwarzwaldbad-buehl.de

Das Schwarzwaldbad macht

seinem Namen alle Ehre.

Leistungsspektrum:

Gegenstand des Unternehmens

ist der Betrieb, die Instandhaltung

und die Unterhaltung des

Schwarzwaldbades Bühl und

der Schwarzwaldhalle sowie

der Neubau und der Betrieb,

die Instandhaltung und die

Unterhaltung der Großsporthalle

mit angebauter Geräteturnhalle

mit den notwendigen

Nebeneinrichtungen sowie alle

damit zusammenhängenden

und diese Aufgabe fördernden

Dienstleistungen.

118


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Großsporthalle mit Geräteturnhalle in Bühl

Mit dem Neubau der Sporthalle wurde in Bühl ein bereits seit langer

Zeit benötigtes Sportzentrum mit überregionaler Bedeutung geschaffen.

Planung und Bau der Sporthalle ging eine intensive Abstimmung

und Diskussion zum benötigten Raumbedarf für Schulen und Vereine

voraus. Zielvorstellung war die Schaffung einer flexibel nutzbaren Sportund

Veranstaltungsanlage, welche bei einer durchgehend hohen Aus -

lastung alle Anforderungen des Schulsports, wie auch die des wettkampfmäßigen

Vereinssports mit hohem Besucheraufkommen erfüllt.

Neben einer modernen Drei-Feld-Sporthalle sollte auch eine Geräteturnhalle

für den wettkampforientierten Trainingsbetrieb erstellt werden.

Der Neubau der Sporthalle vereint die gestellten Anforderungen an

eine optimale Nutzbarkeit mit einem frischen zeitgemäßen Erscheinungsbild

– innen wie außen.

Der Sprothallenbereich wird durch eine konsequente Trennung der

Erschließung für Besucher und Aktive auf zwei Ebenen effektiv nutzbar

für Wettkampf- und Großveranstaltungen organisiert. Die durchgehend

barrierefrei gestaltete Besucherebene umgreift auf allen vier Seiten

den arenaartig abgesenkten Spielfeldbereich.

An beiden Längsseiten des Spielfeldes werden bis zu 400 Sitzplätze

angeboten. Dieser Raum lässt sich bei Großveranstaltungen durch

zusätzliche ausziehbare Teleskoptribünenanlagen auf bis zu 1000

Besucher sitzplätze erweitern. Als Maximalauslegung sind bis zu 1600

Besucher zulässig. Das effektive Fluchtwegekonzept und die auf unterschiedliche

Betriebsfälle ausgelegte Gebäudetechnik erlauben variable

Nutzungen im Sport- und Veranstaltungsbetrieb.

119


Dr. Heiko P. Wacker

Nachbarschaftliches

Miteinander –

Baden-Baden und Elsass

Wenn Politiker vom „Europäischen Miteinander“ reden,

dann geschieht dies gerne mit staatstragendem Pathos.

Dabei kann man gute, nachbarschaftliche Beziehungen

auch in ganz anderen, sehr viel alltäglicheren Dimensionen

erfahren – beispielsweise bei einem kurzen Besuch

der westlich von Baden-Baden zu findenden Rheinfähre.

Sie schlägt eine Brücke zwischen dem elsässischen

Drusenheim und dem badischen Greffern . . .

Die Geschichte dieser Verbindung reicht weit ins

Mittelalter, wobei die jetzige Motorfähre sicherlich komfortabler sein dürfte. Und

unkomplizierter zudem, was vergessen macht, wie sehr der Rhein noch vor wenigen

Jahren als Grenze wahrgenommen wurde. Heute hingegen rollen Autos, Motorräder

oder auch Radausflügler entspannt auf die Fähre – um den Weg kurz darauf am jen -

seitigen Ufer fortzusetzen.

Das Angebot einer kostenlos nutzbaren Fährverbindung – am Wochenende kann es

zugegebenermaßen einen gewissen Rückstau geben – wird auch von den zahlreichen

Pendlern genutzt. Nicht wenige Bundesbürger ließen sich in der Vergangenheit im

Elsass nieder, ohne ihre Arbeit im „Ländle“ deshalb aufzugeben. Gleichzeitig finden

auch immer mehr junge Franzosen den Weg zu deutschen Ausbildungsplätzen: Qualität

und Bezahlung sind gewichtige Argumente, und auch die gerne in die Pflicht ge -

nommene Arbeitslosenquote in Frankreich sollte man nicht unterschätzen.

Manche Firmen wiederum haben Niederlassungen auf beiden Seiten des großen

europäischen Stroms. Ein interessantes Beispiel wäre hier der US-amerikanische

Chemie-Riese „Dow Chemical“ aus Michigan. Der in zahlreichen Ländern aktive Konzern

betreibt sowohl in Greffern wie auch nur leicht rheinaufwärts oberhalb von Drusenheim,

und damit direkt gegenüber, ein Werk.

Betrachtet man den Rhein mit solchen Fakten im Hinterkopf, dann nimmt der Strom

mehr und mehr den Charakter einer „Nahtstelle“ an, die zwei Landschaften verknüpft.

Man könnte auch den Vergleich zu einem Buch ziehen, das mit aufgeklappten Seiten

vor dem Betrachter liegt – während der Rhein zum Falz wird, ohne den die Buchseiten

nurmehr einzelne Blätter wären. Ihres Kontextes beraubt und damit wenig sinnvoll . . .

Sinn macht es hingegen, den Bereich beidseits des Flusses als einen einzigen

Kulturraum wertzuschätzen. Die Nummernschilder mögen sich unterscheiden, die Verwaltung

auch. Doch das sind neuzeitliche Facetten zweier nicht nur in kulinarischer

Hinsicht sehr ähnlicher Gegenden. Immerhin klingeln inzwischen dieselben Münzen im

Portemonnaie. Verzeihung – im Geldbeutel natürlich. Obwohl das nun wirklich keine

Rolle mehr spielt.

Entsprechend freudig wechseln die Konsumenten auf die andere Rheinseite: vor

allem an Feiertagen, die am jeweils eigenen Ufer nicht begangen werden. So pilgern

nicht wenige Deutsche zur Shoppingtour ins Outlet-Center bei Roppenheim im Elsass.

Im Gegenzug vernimmt man in den Fußgängerzonen von Baden-Baden oder Rastatt

gern und häufig französisches Geplauder.

120


EIN KREIS MIT LEBENSQUALITÄT

Wer seine Nachbarn

von jenseits des Rheins

jedoch nicht nur hören,

sondern auch verstehen

möchte, der kann auf

verschiedene Weiterbil

dungs angebote zurückgreifen.

So bietet

„up PAMINA vhs“, eine

deutsch-französische Einrichtung

der Erwach -

sen en bildung mit Sitz

in Weißenburg im Elsass,

grenzüberschreitende

Ver anstaltungen für den

gesamten PAMINA-Raum:

„PA“ steht für die Pfalz,

„MI“ für Mittlerer Ober -

rhein und „NA“ für Nord

Alsace. Grenzüberschreitende

Exkursionen oder unterhaltsame Sprachkurse richten sich an ein breites Publikum

– wie man es erwartet von einer VHS. Das französische Pendant unserer Volkshochschule

steuert das „up“ im Namen bei. Es steht für „université populaire“.

Zur VHS geht man – es gibt indes auch Bildungsangebote, die rollen bis fast vor die

Haustür. So versorgt die Fahrbücherei des Landkreises Rastatt seit über 50 Jahren ihre

Leser. Knapp 30 Haltestellen steuert der Bücherbus an, weitere sieben Haltestellen sind

es in Baden-Baden: ein gutes Beispiel für sinnvolle Kooperation. Knapp 5000 Medien

hat der Bus an Bord, in den Magazinen lagert noch ein Mehrfaches dieser Menge.

Den Bücherbus kann man als Inbegriff kultureller Kooperation betrachten – die

gemeinsame Trägerschaft des „Klinikums Mittelbaden“ hingegen beweist, dass die

Stadt Baden-Baden und der Landkreis Rastatt auch in deutlich größeren Dimensionen

verbunden sind. Denn beide, Stadt- wie auch Landkreis, sind als Gesellschafter für

das regional verankerte Unternehmen mit seinen vier Akutkliniken, fünf Pflegeeinrich

tungen, dem ambulanten Pflegedienst und dem Hospiz verantwortlich.

Der Blick über die Kreisgrenze: in Rastatt ist er ganz alltäglich. Denn sowohl die

historischen Verflechtungen mit Baden-Baden, wie auch die als ein Kulturraum wahr -

genommene Region dies- wie jenseits des Rheins sorgen für eine gemeinsame Identität.

Letzten Endes ist es also einerlei, ob man sich in der Fußgängerzone, bei einer

zweisprachigen Veranstaltung oder eher lapidar auf der Fähre begegnet. Denn immer

sind es ganz einfach Menschen, Bürger Europas, die eben zufällig in Baden-Baden oder

im Kreis Rastatt leben, die eben zufällig einen deutschen oder einen französischen Pass

haben. Und das Schönste: Das funktioniert alles komplett ohne Pathos . . .

Soufflenheim im Elsass

121


Verzeichnis der PR-Bildbeiträge

Die nachstehenden Firmen, Verwaltungen und Verbände haben mit ihren Public-Relations-

Beiträgen das Zustande kommen dieses Buches in dankenswerter Weise gefördert.

as Architektur + Stadtplanung GdBR, Bühl ................60

www.architekturbuero-as.de / info@architekturbuero-as.de

Bada AG, Bühl .......................................41

www.bada.de / info@bada.de

Baden-Airpark GmbH, Flughafen Karlsruhe /

Baden-Baden (FKB), Rheinmünster ...................47

www.baden-airpark.de / info@baden-airpark.de

Baugenossenschaft Familienheim Rastatt eG, Rastatt ......61

www.familienheim-rastatt.de

info@familienheim-rastatt.de

Bischoff + Scheck AG, Rheinmünster.....................39

www.bischoff-scheck.de / office@bischoff-scheck.de

Braun Sondermaschinen GmbH, Ottersweier ..............27

www.braun-sondermaschinen.de

info@braun-sondermaschinen.de

Bühler Sportstätten GmbH, Bühl ...................118, 119

www.schwarzwaldbad-buehl.de

info@schwarzwaldbad-buehl.de

BWR Waggonreparatur GmbH, Rastatt ................28, 29

www.bwr.de / info@bwr.de

DEUTSCHES ROTES KREUZ, Kreisverband Rastatt e. V.,

Rastatt ...........................................79

www.drk-rastatt.de / info@drk-rastatt.de

EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe ..........53

www.enbw.com / kontakt@enbw.com

eneREGIO GmbH, Muggensturm ........................52

www.eneregio.com / post@eneregio.com

Glatfelter Gernsbach GmbH, Gernsbach ..................34

www.glatfelter.com / info@glatfelter.com

GMV Sanli GmbH, Bühl ...............................60

www.gmvsanli.com / info@gmvsanli.com

Habich GmbH Büro- und Wohndesign, Bühl-Vimbuch .......36

www.habich-gmbh.de / info@habich-gmbh.de

Hörig GmbH Maschinen- und Metallbau, Bischweier .......32

www.hoerig-toranlagen.de / info@hoerig-toranlagen.de

Johnson Controls Interiors GmbH & Co. KG, Rastatt .........25

www.johnsoncontrols.com

KVV Karlsruher Verkehrsverbund GmbH, Karlsruhe .........49

www.kvv.de / info@kvv.karlsruhe.de

Lebenshilfe Baden-Baden – Bühl – Achern e. V.

Lebenshilfe Rastatt/Murgtal e.V. .....................83

www.lebenshilfe-bba.de

geschaeftsfuehrung@lebenshilfe-bba.de

www.lebenshilfe-rastatt-murgtal.de

info@lebenshilfe-rastatt-murgtal.de

LuK Driving Center Baden, Rheinmünster .................38

www.drivingcenter-baden.de

info@drivingcenter-baden.de

MAQUET Holding B.V. & Co. KG, Rastatt...................37

www.maquet.com / info.sales@maquet.de

122


REGISTER

Mayr-Melnhof Gernsbach GmbH, Gernsbach ..............40

www.mm-karton.com

sales.gernsbach@mm-karton.com

Mercedes-Benz Werk Gaggenau ........................35

www.daimler.com / dialog@daimler.com

Mittelbadische Entsorgungs- und Recyclingbetriebe

GmbH (MERB), Achern ..............................55

www.merb.de / info@merb.de

NVW – Nahverkehr Mittelbaden Walz GmbH,

Kuppenheim ......................................48

www.nvw-walz.de / info@nvw-walz.de

OHF Hafen- und Flussbau GmbH, Au am Rhein .........30, 31

www.ohf-wasserbau.de / info@ohf-wasserbau.de

Otterbach Medien KG GmbH & Co., Rastatt ...............59

www.otterbach.de / info@otterbach.de

Papierzentrum Gernsbach .............................72

www.papierzentrum.org

info@papierzentrum.org

RVS Regionalbusverkehr Südwest GmbH, Karlsruhe ........48

www.suedwestbus.de / info@suedwestbus.de

star.Energiewerke GmbH & Co. KG, Rastatt ................52

www.star-energiewerke.de

info@star-energiewerke.de

Steinbeis Business Academy, Gaggenau .................73

www.steinbeis-academy.de / info@shb-sba.de

Volksbank Baden-Baden • Rastatt eG, Baden-Baden

und Rastatt........................................57

www.volksbank-baden-baden-rastatt.de

info@vb-babara.de

Volksbank Bühl eG, Bühl ...............................57

www.volksbank-buehl.de / info@volksbank-buehl.de

VR-Bank in Mittelbaden eG, Iffezheim ...................57

www.vr-miba.de / info@vr-miba.de

WALD + CORBE Beratende Ingenieure GmbH & Co. KG,

Hügelsheim .......................................58

www.wald-corbe.de / mail@wald-corbe.de

Peter’s gute Backstube GmbH & Co. KG, Bühl-Vimbuch......63

www.petersgutebackstube.de

info@petersgutebackstube.de

Raiffeisenbank Südhardt eG, Durmersheim ...............57

www.raiba-suedhardt.de / info@raiba-suedhardt.de

Rieger GmbH, Georg, Gaggenau ........................63

www.georgrieger.com / mail@georgrieger.com

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Bildquellen

Bodo Nussdorfer, Bielefeld: S. 25, 27–29, 36, 40, 41, 48 u., 52 u., 58, 60, 63 u., 72, 79 u.

Archiv (Werkaufnahmen): S. 30–32, 34 o., 35, 37–39, 47, 53, 55, 61, 63 o., 73, 79 o., 83.

Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Rastatt: S. 54; adisa/fotolia.com: S. 56; Affentaler Winzer

eG, Bühl: S. 67 u.; Manuela Behrendt, Durmersheim: S. 64, 65; Blattgrün Fotografie GbR,

Karlsruhe: S. 34 u.; Uli Deck/Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH, Karlsruhe: S. 49; Europäische

Fotoakademie/Matthias Gessler: S. 13, 14, 111, 117, 121; Gemeinde Bietigheim: S. 86; Gemeinde

Bischweier: S. 87; Gemeinde Bühlertal: S. 89; Gemeinde Durmersheim: S. 90; Gemeinde Forbach:

S. 91; Gemeinde Iffezheim: S. 94; Gemeinde Loffenau: S. 97; Gemeinde Muggensturm: S. 98;

Gemeinde Ötigheim: S. 99; Gemeinde Ottersweier: S. 100; Gemeinde Rheinmünster: S. 101;

Gemeinde Sinzheim: S. 102; Gemeinde Steinmauern: S. 103; Gemeinde Weisenbach: S. 104;

Marcus Gernsbeck, Baden-Baden: S. 57; H. Felix Groß, Ettlingen: S. 10; Heimatverein Medicus

Lichtenau: S. 18; Marion Huber, Rastatt: S. 70; Jens Holger Jensen: S. 19; Stephan Kaminski/

Tourismus zweckverband „Im Tal der Murg“, Gaggenau: S. 113; Bernd Kappler, Gaggenau: S. 3 Mi.,

21 o.; Ulrike Klumpp/Tourismuszweckverband „Im Tal der Murg“, Gaggenau: S. 112; Kreisarchiv

Rastatt: S. 9, 11, 20; Landratsamt Rastatt: Titel 1–3, S. 3 o., 4–7, 12, 22, 23, 71, 74, 75, 82, 85,

105, 110; Landratsamt Rastatt/Forstamt: S. 68, 69; Löweneck + Schöfer Architekten GmbH,

München: S. 119; National park Schwarzwald/Charly Ebel: S. 109; Naturpark Schwarzwald

Mitte/Nord: Titel 4; Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord/Jochen Denker: S. 107; Naturpark

Schwarzwald Mitte/Nord/Peter Gutsche: Titel 5; Hans Neukircher Neale, Rastatt: S. 59; PAMINA-

Rheinpark: S. 16; pandesign, Karlsruhe: S. 52 o.; Monika Schlangen/AERO-SÜDWEST: S. 118;

Schwarzwald Tourismus GmbH/Hauptgeschäftsstelle Freiburg: S. 67 o.; Stadt Bühl: S. 88; Stadt

Gaggenau: S. 77, 92; Stadt Gernsbach: S. 93; Stadt Kuppenheim: S. 95; Stadt Lichtenau: S. 96;

Stadtgeschichtliches Institut Bühl: S. 17 u.; Stadtmuseum Rastatt: S. 17 o.; Südwestbus, Pforzheim:

S. 48 o.; Willi Walter, Gaggenau (www.luftbilder-baden-baden.de): S. 3 u., 15, 33, 43, 45, 50, 80;

Philipp Weber, Kuppenheim-Oberndorf: S. 21 u.; Rainer Wollenschneider, Rastatt: S. 115, 116.

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