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eBook Energieatlas

ISBN 978-3-86859-888-9

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INTERNATIONALE BAUAUSSTELLUNG HAMBURG (HG.)

ENERGIEATLAS

Zukunftskonzept

Erneuerbares Wilhelmsburg

JOVIS


Das IBA Zukunftskonzept Erneuerbares Wilhelmsburg

6 Christoph Ahlhaus

Die moderne Großstadt als Green Capital

8 Anja Hajduk

11 Uli Hellweg

Klimawandel und Klimapolitik

14 Klaus Töpfer

21 Simona Weisleder, Karsten Wessel

Unsere städtische Zukunft

27 Peter Droege

Kleine Energiegeschichte der Elbinseln

36 Margret Markert

METHODIK UND STRATEGIEENTWICKLUNG

Grundlagen und Ausgangssituation

43

50 Stadtraumtypen im IBA-Gebiet

ZUKUNFTSSZENARIEN FÜR WILHELMSBURG

71 Harry Lehmann

Prognosen für die Referenzszenarien

79

4

Von der Notwendigkeit eines Klimaschutzkonzepts Erneuerbares Wilhelmsburg

WILHELMSBURG AUF DEN WEG IN DIE ZUKUNFT ERNEUERBARER ENERGIEN

Die postfossile und atomenergiefreie Metropole von morgen

Dieter D. Genske, Jana Henning-Jacob, Thomas Joedecke, Ariane Ruff

Wilhelmsburg auf dem Weg in das industrialisierte Solarzeitalter

Dieter D. Genske, Jana Henning-Jacob, Thomas Joedecke, Ariane Ruff


97

118

121

Prognosen für die Exzellenzszenarien

Dieter D. Genske, Jana Henning-Jacob, Thomas Joedecke, Ariane Ruff

Szenarienvergleich

Mensch, Stadt, Klimawandel

Stefan Schurig

ENERGIEEFFIZIENZ DURCH KOSTENEFFIZIENZ

130

146

Kosten und Erträge des Zukunftskonzepts Erneuerbares Wilhelmsburg

Joost Hartwig

Herausforderungen und Chancen städtischer Energiepolitik: Keine Frage der Kosten

Irene Peters

SOZIOLOGISCHE ASPEKTE DES KLIMAWANDELS

156

Energie und Bewusstsein

Udo Kuckartz, Anke Rheingans-Heintze

WEGWEISER FÜR WILHELMSBURG

170

189

196

Räumlich-energetisches Leitbild

Manfred Hegger

Räumlich-energetisches Handlungskonzept für die Elbinseln

Simona Weisleder, Karsten Wessel

Projektgalerie

218 Glossar 222 Autoren 223 Bildnachweise 224 Impressum

5


CHRISTOPH AHLHAUS

Das IBA Zukunftskonzept

Erneuerbares Wilhelmsburg

Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier?

Wer, wenn nicht wir? Städte, wie wir sie heute

erleben, von der gebauten Umwelt, der Wirtschaft

und dem Verkehr bis zu ihrer gesellschaftlichen

Struktur, sind das Ergebnis der

Industrialisierung, und damit abhängig von der

Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Auch die

Landwirtschaft ist zum Großteil darauf ausgerichtet,

die Stadt mit Lebensmitteln zu versorgen.

Die gesamten Stoffströme innerhalb der

und für die Ballungszentren der Welt bauen auf

einer fossilen Energieproduktion auf. So erklärt Rohstoffe.

sich, dass weltweit rund 80 Prozent aller Öl-,

Gas- und Kohlevorkommen für die Versorgung

der Metropolen verbraucht werden. Und das,

obwohl Städte nur zwei Prozent der Erdoberfläche

bedecken. Über zwei Drittel aller Menschen

in den Industrieländern lebt heute schon in

Städten. Tendenz steigend: Der prognostizierte

Zuwachs der Weltbevölkerung wird laut der

Vereinten Nationen vor allem in den Städten

geschehen.

Im Hinblick auf die zunehmenden Bedrohungen

durch den Klimawandel sind Städte zudem

Täter und Opfer zugleich. Täter, weil der größte

Teil des weltweiten CO 2

-Ausstoßes auf ihr Konto

geht. Opfer, weil der größte Teil aller Städte

in Küstennähe liegt und damit teilweise völlig

ungeschützt dem Anstieg des Meeresspiegels

ausgesetzt ist. Hinzu kommt ein erheblicher

wirtschaftlicher Schaden durch den Klimawandel.

Forscher warnen davor, dass in den

nächsten 50 Jahren wegen des Klimawandels

allein auf Deutschland volkswirtschaftliche

Kosten von rund 800 Milliarden Euro pro Jahr

zukommen.

6

Ob es dem Menschen gelingen wird, den rasanten

Anstieg der Welttemperatur zu stoppen,

hängt also vor allem davon ab, wie sich die

Städte der Zukunft organisieren. Seismografen

für erfolgreiche Städte sind ihre Zukunftsfähigkeit

und die Lebensqualität der darin lebenden

Menschen. Der Energieversorgung kommt

dabei eine zentrale Rolle zu, denn nicht nur die

Strom- und Wärmeerzeugung, sondern auch

unsere Mobilität hängen fast vollständig ab

von der klimaschädlichen Verbrennung fossiler

Überall auf der Welt stellt man sich nun die Frage,

wie die Städte auf diese Herausforderungen

reagieren müssen. Wie können sie in kurzer Zeit

auf ein nachhaltiges Energiesystem umgestellt

werden? Wie kann die eingesetzte Energie effizienter

genutzt werden? Wie viel Mobilität ist in

Zukunft notwendig, oder besser, möglich?

Selbstverständlich ist es keine leichte Aufgabe,

sich diesen Fragen zu stellen. Schließlich geht

es auch um die Frage, wie wir künftig leben

und arbeiten werden. Neue Technologien, neue

Raumordnungskonzepte und neue Energieversorgungskonzepte

müssen her, allerdings nicht,

ohne die Menschen dabei zu vergessen. Klimaschutz,

wirtschaftliche Entwicklung, gerechte

Bildung, Integration und Kultur müssen bei der

Suche nach Lösungen für eine nachhaltige

Stadtentwicklung zusammen gedacht werden.

Ich bin deshalb besonders froh darüber, dass die

Internationale Bauausstellung (IBA) sich genau

diese Schwerpunkte gesetzt hat. Und es hat sich

bewährt. Die vielen bereits entwickelten innovativen

Ideen und Konzepte werden inzwischen

Klimaschutz, wirtschaftliche

Entwicklung, gerechte Bildung,

Integration und Kultur müssen

bei der Suche nach Lösungen

für eine nachhaltige Stadtentwicklung

zusammen gedacht

werden.


Die vielen zukunftsweisenden

Ideen und Projekte der IBA sind

schon jetzt von großem Nutzen

für ganz Hamburg. Sie liefern

starke Impulse für die internationale

Diskussion über nachhaltige

Stadtentwicklung.

auch weit über Hamburg hinaus diskutiert. Erste

konkrete Projekte wie das „IBA DOCK“ sind

realisiert und finden großen Anklang.

Mit dem „Klimaschutzkonzept Erneuerbares

Wilhelmsburg“ wird nun ein Gesamtmodell

vorgestellt, wie ein Stadtteil sich Schritt für

Schritt energetisch unabhängig machen kann

und zugleich um ein Vielfaches attraktiver wird

für die Bewohner und die Wirtschaft. Aufbauend

auf einer umfassenden wissenschaftlichen

Studie wird durch verschiedene Szenarien der

zukünftige Energiebedarf ermittelt, werden

Potenziale der Einsparung und des Einsatzes

erneuerbarer Energien erfasst und gegenübergestellt

und schließlich werden ganz konkrete

Maßnahmen abgeleitet.

In vier Schritten – beginnend mit der Realisierung

der IBA-Projekte bis 2013 und den

Perspektiven für 2020/2030/2050 – wird aufgezeigt,

wie ein Stadtteil bei seiner Energieversorgung

nach und nach seine CO 2

-Emissionen

auf Null reduzieren kann. Der erste Schritt ist

die Klimaneutralität aller IBA-eigenen Bauprojekte.

Die nicht vermeidbaren CO 2

-Emissionen

der Neubauten werden durch Einsparungen

in bestehenden Gebäuden und beim Ausbau

erneuerbarer Energieprojekte auf den Elbinseln

kompensiert.

Durch das IBA-Klimaschutzkonzept werden

nicht nur innovative Schritte in Wilhelmsburg

angeschoben. Die vielen zukunftsweisenden

Ideen und Projekte der IBA sind schon jetzt von

großem Nutzen für ganz Hamburg. Sie liefern

darüber hinaus starke Impulse für die internationale

Diskussion über nachhaltige Stadtentwicklung.

Hamburg hat mit der IBA die besondere Chance,

Konzepte für eine nachhaltige Stadt zu

entwickeln und so die Entwicklung der Städte

in der ganzen Welt positiv zu beeinflussen. Mit

dem IBA-ENERGIEATLAS platziert sich Hamburg

ganz weit vorne, wenn es darum geht, wie

Gesellschaften in Städten künftig leben werden.

EINLEITUNG 7


ZUKUNFTS-

SZENARIEN FÜR

WILHELMSBURG


HARRY LEHMANN

Wilhelmsburg auf dem Weg in das

industrialisierte Solarzeitalter

Napoleonische Straßenbrücke 1814

Erste Nord-Süd-Querung der Elbinsel Wilhelmsburg

Das zu einer Zeit in einer Region genutzte

Energiesystem setzt Rahmenbedingungen,

unter denen sich gesellschaftliche, technische

und ökonomische Strukturen bilden. Die Art der

Energieversorgung ist daher nicht ein Faktor

unter anderen, sondern ein bestimmender

Faktor menschlicher Entwicklung. Die bisherige

Geschichte lässt sich grob in drei, durch die

Energienutzung bestimmte Perioden aufteilen,

die Jäger- und Sammlergesellschaft, das

„vorindustrielle Solarzeitalter“ und das „fossil/

nukleare Industriezeitalter“.

Etwa zwei Millionen Jahre lang zog der Mensch

als Sammler und Jäger über diesen Planeten.

Zu dieser Zeit war sein Nettoenergieertrag

etwa 0,2 bis 2 Kilowattstunden pro Hektar und

Jahr; dies erlaubte nur an wenigen bevorzugten

Stellen den Aufbau von Siedlungen. Mit der

Erfindung der Landwirtschaft vor etwa 12.000

Jahren änderte sich dies schlagartig. Zu dieser

Zeit lebten etwa zehn Millionen Menschen auf

der Erde. Die vorindustrielle Solarwirtschaft

war in die natürlichen Energie- und Stoffströme

eingebunden und nutzte sie mehr oder weniger

nachhaltig. Am Ende dieser Periode, im 17.

Jahrhundert, war die Bevölkerung auf etwa 500

Millionen weltweit angestiegen. Biomasse war

neben Wind und Wasserkraft die dominierende

Energieressource dieser Periode. Sie fütterte

sowohl die Menschen als auch die „Maschinen“

(wie Pferd, Bulle und Sklave). Die bewirtschafteten

Flächen wurden immer ertragreicher. Ein

starker Bevölkerungszuwachs und der Anstieg

des Wohlstandes waren die Folge. Der Nettoenergieertrag

stieg in den agrarischen Hochkulturen

wie Mexiko auf 8300 Kilowattstunden pro

Hektar und Jahr oder in China auf bis zu 78.000

Kilowattstunden pro Hektar und Jahr an. Dies ist

eine 50.000-fache Steigerung der Effizienz der

Bodennutzung im Lauf der Jahrtausende.

Fortschritte in der Verkehrstechnik ermöglichten

schließlich die Erkundung, Erschließung

und Kolonialisierung der Welt. Landtransporte

waren aber nach wie vor in Reichweite und Geschwindigkeit

durch den „Treibstoff“ Biomasse

und die ineffizienten Wandler (Mensch und Tier)

beschränkt. Der Mensch schaffte am Tag ungefähr

25 Kilometer, Tiere unter Last konnten das

Doppelte zurücklegen. So verwundert es nicht,

dass Wasserstraßen für die Entwicklung der

Menschheit von großer Bedeutung waren, um

die hohen Transportvolumina in vernünftigen

Zeiträumen zu ermöglichen. Nachrichten und

Menschen brauchten in dieser Zeit Jahre, um

die Welt zu umrunden.

Die Flächenabhängigkeit führte zu einer dezentralen

Struktur der Gesellschaft. Es gab keinen

vom „System“ bedingten Vorteil für zentrale

Infrastrukturen. Die Größe von Siedlungen war

durch die zur Verfügung stehenden Ressourcen

definiert – die erreichten Ertragssteigerungen

erlaubten an verkehrsgünstig gelegenen Stellen

die Bildung von Städten und Metropolen.

Rapides Bevölkerungswachstum löste im vorindustriellen

Solarzeitalter (18. Jahrhundert)

in Europa eine schwere Krise (unter anderem

Hungersnöte) aus. Die Einführung neuer

Pflanzensorten (Kartoffel), Kolonialisierung

und Auswanderung milderten den Druck. Die

beginnende gewerbliche Produktion steigerte

jedoch gleichzeitig den Verbrauch an Ressourcen.

Die Menschen in Europa litten an zu

ZUKUNFTSSZENARIEN FÜR WILHELMSBURG 71


geringen Erträgen der Landwirtschaft und an

einer Versorgungskrise mit Holz, dem wichtigsten

vorindustriellen Rohstoff.

Gelöst wurde diese europäische Krise durch die

Nutzung bereits bekannter, aber bis dahin nicht

intensiv genutzter Rohstoffe – Kohle und Eisen.

Parallel dazu fand eine naturwissenschaftlichtechnische

Revolution statt. Sie beschleunigte

den Wandel durch die Entwicklung neuer

Werkstoffe, neuer Energiewandler und neuer

Produktionsverfahren.

Der Einsatz von Dampfmaschinen und die Verhüttung

von Eisen sind eng verbunden mit dem

Wachstum des Kohleverbrauchs. Am Beispiel

des Ruhrgebiets mit seinen Fördermengen und

seiner Beschäftigtenzahl lässt sich das exponentielle

Wachstum dieser Zeit gut darstellen:

Während noch im Jahr 1800 nur 1600 Bergleute

0,2 Millionen Tonnen Kohle förderten, waren

es 1957, im Jahr der höchsten Produktion, 137

Millionen Tonnen Kohle und 380.000 Bergleute.

Stahlproduktion und ein Großteil der Industrie

folgten der Energieversorgung.

Die in dieser Zeit erfundenen Energiewandler

stellten verglichen mit jenen des vorindustriellen

Solarzeitalters schier unglaubliche Kräfte

zur Verfügung. Lag das Leistungsmaximum

bei Transporten zu Land bei 50 Kilometern

pro Tag, so stieg es auf über 100 Kilometer pro

Stunde an. Die Schifffahrt, die Eisenbahn und

der Straßenverkehr stellten riesige Transportkapazitäten

für Massengüter zur Verfügung, die

eine vollständige Entkopplung des Produktionsstandortes

von Nahrungsmitteln, Massengütern

und Konsumenten erlaubten.

Dieses System löste die Flächenabhängigkeit

des vorindustriellen Solarzeitalters durch eine

Ressourcen- und Technologieabhängigkeit

ab. Die nur an wenigen Orten abbaubaren

Ressourcen, der hohe Kapitalbedarf und der im

Zuge des Ausbaus der Infrastruktur entstehende

Vorteil für bestimmte Regionen führte

zu einer Zentralisierung, zu immer größeren

Firmen, zu Monopolisten und letztlich zu multinationalen

Konzernen und dem Kapitalismus.

Regionen mit einem hohen allgemeinen Bildungsstand

und hohen Kapitalreserven hatten

einen Vorteil gegenüber anderen. Es kam zum

Wettlauf der Regionen um die globalen Märkte

und Ressourcen.

Inzwischen bekommen wir die Grenzen dieser

Art des Wirtschaftens deutlich zu spüren: Das

Klima ändert sich und unsere Umwelt wird in

zunehmender Weise zerstört. Einige Ressourcen

neigen sich nach 300 Jahren der Verschwendung

in den nächsten Jahrzehnten dem

Ende zu. Hinzu kommt die extrem ungerechte

Die Elbinsel um 1568

Ausschnitt aus der Elbkarte von Melchior Lorichs

72


16 Abb6

und noch einmal ab 2040 deutlich, wenn die

Stadtraumtypen mit drei Prozent Sanierungsquote

einmal komplett energetisch saniert

sind. Durch die anschließende Sanierung der

Stadtraumtypen V und VI auf ein höheres energetisches

Niveau (zweite Sanierungsrunde) verbleiben

bis ca. Mitte der 2040er Jahre jährliche

Investitionen von mehr als zwei Millionen Euro,

bevor die jährlichen Kosten durch die geringere

Anzahl von Niedrigenergiehäusern im Bestand

der Exzellenzszenarios sogar unter die Investitionen

der Referenzszenarien fallen.

Investitionen in

Effizienzsteigerung, erneuerbare

Energien und IBA-Projekte

Parallel zur energetischen Sanierung der Gebäude

wird die Energieversorgung zur Deckung

des verbleibenden Energiebedarfs optimiert

(Effizienzsteigerung) und auf erneuerbare

Energieträger umgestellt. Für die betrachteten

Szenarien ergeben sich unterschiedliche Investitionen

in die Energieinfrastruktur, die aus den

flächenbezogenen, in Stadträumen zu realisierenden

Potenzialen (Photovoltaik, Solarthermie,

Erdwärmesonden und Abwasserwärmerückgewinnung)

und den konkreten IBA- und Folgeprojekten

resultieren.

Die jährlichen Investitionen in flächige Energieerträge

(Photovoltaik, Solarthermie, Erdwärmesonden

und Abwasserwärmerückgewinnung)

unterscheiden sich nicht wesentlich in den

Referenz- und Exzellenzszenarien. Im Referenzszenario

2 sind sie aufgrund des Betriebs

des Kohlekraftwerks Moorburg und dem daraus

resultierenden geringeren Bedarf an solar

erzeugter Wärme etwas geringer als in den übrigen

Szenarien. Die beiden Exzellenzszenarien

unterscheiden sich in diesem Punkt nicht. Die

Investitionen in flächige Energieerträge wurden

auf der Basis des prognostizierten Zuwachses

erneuerbarer Energiequellen abgeschätzt.

Bei den Exzellenzszenarien werden zu den Investitionen

in die flächigen Energieerträge die Investitionen

in konkrete IBA-Projekte und deren Folgeprojekte

addiert. Für diese konkreten Einzelprojekte

wurde der Investitionsbedarf bestimmt. Im

Exzellenzszenario 2 wird von nur einer Tiefengeothermie-Bohrung

ausgegangen. Der verbleibende

Wärmebedarf wird aus anderen erneuerbaren

Energiequellen (zum Beispiel Elbwasserwärme,

Solarthermie, Biomethan und Bio-Abfall) gedeckt.

Daraus resultiert im Exzellenzszenario 2 ab dem

Jahr 2020 ein höherer Investitionsbedarf.

Durch die laufenden Betriebsoptimierungen

können allein

im Rahmen gering investiver

Maßnahmen dauerhaft Einsparungen

im Bereich von 20

Prozent des Strom- und Wärmebedarfs

erzielt werden.

06 Entwicklung der jährlichen Investitionen in

die Energieinfrastruktur und konkrete IBA-Projekte

für die Exzellenz- und Referenzszenarien

(R=Referenzszenario, E=Exzellenzszenario)

Vergleich der jährlichen Investitionen

jährliche Investitionen [Euro]

30.000.000

25.000.000

20.000.000

15.000.000

10.000.000

5.000.000

0

2007 2010 2013 2020 2030 2040 2050

Zeit [a]

R1 Investitionen in

Energieerträge

R2 Investitionen in

Energieerträge

E1 Investitionen in

Energieerträge

E1 Investitionen in IBA-

Projekte und Folgeprojekte

E2 Investitionen in

Energieerträge

E2 Investitionen in IBA-

Projekte und Folgeprojekte

138


Am Beispiel Moorburg zeigt

sich, dass der Einsatz fossiler

Energien zu geringeren Kosteneinsparungen

führt als der

Einsatz regenerativer Energien.

Kostenträger und Akteure

Die notwendigen Investitionen und der Betrieb

der Energieinfrastruktur müssen von den beteiligten

Akteuren (Energieversorger, Verbraucher,

öffentliche Hand) zu unterschiedlichen

Anteilen getragen werden. Die Anteile an der

Kostenträgerschaft unterscheiden sich dabei

je nach verwendeter Technologie. Die Investitionskosten

eines Wärmenetzes werden zum

Beispiel vom Energieversorger getragen, der

diese Kosten über den anschließenden Verkauf

der Wärme des Netzes auf die Verbraucher

umlegt. Dem gegenüber werden die Kosten für

das Bohren von Erdsonden und die Installation

von Photovoltaik-Anlagen auf Hausdächern vom

Besitzer der Gebäude getragen. Im Falle von

selbstgenutztem Wohneigentum ist der Besitzer

gleichzeitig auch der Verbraucher. Ein Teil der

Energieversorgung findet dann unabhängig von

einem Versorgungsunternehmen statt.

Die Eigentümerstruktur der Gebäude wird dabei

ebenfalls einen Einfluss auf die Installation

gebäudebezogener Energieversorgungsanlagen

haben. Analog zur energetischen Sanierung der

Gebäudehülle werden hier von Eigentümern

Investitionen zu tragen sein. Geht man davon

aus, dass Ein- und Zweifamilienhäuser überwiegend

von privaten Eigentümern selbst genutzt

werden, während Mehrfamilienhäuser von Wohnungsbaugesellschaften

verwaltet werden, sind

aufgrund des hohen Selbstversorgungsgrads

der Einfamilienhausgebiete in den Exzellenzszenarien

hohe Investitionen überwiegend für

private Eigentümer zu tätigen.

Beim Einbau gebäudeintegrierter Energieerzeugung

können Synergien im Zusammenhang

mit einer Sanierung der Gebäudehülle

genutzt werden. Diese Maßnahmen können

zusammen durchgeführt und die vorhandene

Baustellen infrastruktur kann doppelt genutzt

werden, außerdem können energieerzeugende

Komponenten Funktionen in der Gebäudehülle

übernehmen (etwa dachintegrierte Photovoltaik).

Allerdings fallen dann Investitionen für

Energietechnik und Sanierung der Gebäudehülle

gleichzeitig an, sodass diese Kombination

insbesondere für private Eigentümer eine

höhere Belastung darstellt, die gegebenenfalls

gesondert gefördert werden sollte.

Wirtschaftliche

Gesamtbetrachtung

Aus den Investitionen in die Gebäudesanierung,

in die energetische Infrastruktur und die

IBA-Projekte sowie deren Folgeprojekte lässt

sich unter Berücksichtigung der zu erzielenden

Einsparungen eine wirtschaftliche Gesamtbetrachtung

der Maßnahmen getrennt nach

Szenarien durchführen. Auf der Grundlage des

Energieverbrauchs der betrachteten Energieparteien

(Haushalte sowie Gewerbe, Handel und

Dienstleistungen GHD) und unter Berücksichtigung

des Potenzials der verschiedenen Stadtraumtypen,

regenerativ Energie zu erzeugen,

lassen sich Kosten und Nutzen des geplanten

energetischen Stadtumbaus abschätzen. Dabei

werden auf der Kostenseite (in den Grafiken

negativ dargestellt) die stadtraumtypischen

Sanierungskosten und die Investitionen in

erneuerbare Energien berücksichtigt. Auf der

Nutzenseite (in den Grafiken positiv dargestellt)

werden Einsparungen beim Energieeinkauf

durch die Nutzung erneuerbarer Energien

berücksichtigt. 7

Im Referenzszenario 1 stehen Investitionskosten

in eine Sanierung der Gebäudehüllen und

flächige Energieerträge vermiedenen Energiekosten

gegenüber. Ab dem Jahr 2020 gleicht

die Einsparung durch vermiedene Energiekosten

die Kosten für Investitionen aus. Durch

den höheren Anteil erneuerbarer Energieträger

steigen die Einsparungen durch vermiedene

Energiekosten in der Folge weiter an. Die ab

2040 weitgehend abgeschlossene energetische

Sanierung der Gebäudehüllen trägt außerdem

zu sinkenden Investitionskosten in diesem

Bereich bei.

Im Referenzszenario 2 verringert sich durch

den Betrieb von Moorburg der Anteil der

vermiedenen Energiekosten. Im Vergleich

zum Referenzszenario 1 wird deutlich, dass die

Einsparungen, die sich aus der Vermeidung

von konventionellen fossilen Energien ergeben

würden, erheblich geringer sind.

ENERGIEEFFIZIENZ DURCH KOSTENEFFIZIENZ 139


07 Jährliche Investitionen und Einsparungen für das

Referenzszenario 1

16 Abb7

16 Abb8

Referenzszenario 1

200

180

160

Investitionen/Einsparungen [Mio. Euro]

140

120

100

80

60

40

20

0

-20

-40

Vermiedene

Stromkosten

Vermiedene

Wärmekosten

Sanierungskosten

Investition Energieerträge

-60

2007 2010 2013 2020 2030 2040 2050

Zeit [a]

08 Jährliche Investitionen und Einsparungen für das

Referenzszenario 2

Referenzszenario 2

Investitionen/Einsparungen [Mio. Euro]

200

180

160

140

120

100

80

60

40

20

0

-20

-40

Vermiedene

Stromkosten

Vermiedene

Wärmekosten

Sanierungskosten

Investition Energieerträge

-60

2007 2010 2013 2020 2030 2040 2050

Zeit [a]


Autoren

Christoph Ahlhaus

*1969. 1988 bis 1990 Ausbildung zum Bankkaufmann. 1990 bis

1999 Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg, Berlin

und München. 2004 bis 2006 Abgeordneter der Hamburgischen

Bürgerschaft; 2006 bis 2008 Staatsrat der Behörde

für Inneres. 2008 bis 2010 Senator der Behörde für Inneres.

Seit August 2010 Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt

Hamburg.

Peter Droege

Prof., Studium der Architektur mit Schwerpunkt Stadtgestaltung

an der TU München bis 1976, postgraduierter Abschluss

am Massachusetts Institute of Technology (MIT) 1978. Lehrund

Forschungsaufträge an den Universitäten von Tokio,

Sydney und Peking (1992–2008). Seit 2001 leitet er sein Büro

für erneuerbare Stadtentwicklung und seit 2004 lehrt er als

Conjoint Professor an der Universität Newcastle, Australien.

Seit 2002 Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien

für Asien-Pazifik. Von 1999 bis 2004 leitete er ein internationales

„Solar City“ Forschungsentwicklungsprogramm unter

der Schirmherrschaft der Internationalen Energieagentur.

Publikationen: The Renewable City – a Comprehensive Guide to

an Urban Revolution (2006/08) und Urban Energy Transition

(2008).

Dieter D. Genske

*1956, Prof. Dr.-Ing., Dipl.-Geol., Dipl.-Ing., Studium der Naturund

Ingenieurwissenschaften in Deutschland und den USA.

Anschließend Post-Doktorat der Alexander von Humboldt

Stiftung an der Universität von Kyoto. 1990 wurde Dieter

Genske Projektmanager im Bereich Wasser- und Bodenschutz

bei der Deutschen Montan Technologie DMT Essen. Leitung

von Großprojekten, u.a. im Rahmen der Internationalen

Bauausstellung IBA Emscherpark und der Entwicklung des

Berliner Spreebogens als neuem Regierungssitz. Zeitgleich

Realisierung des Visualisierungsprojekts „Graf Moltke“, der

virtuellen Revitalisierung einer Industriebrache, in Kooperation

mit der Kunsthochschule für Medien in Köln. Professuren an

verschiedenen Hochschulen in Deutschland, den Niederlanden

und der Schweiz. Forschungsaufenthalte in Südafrika und

Japan. Projekte zur Entwicklungszusammenarbeit in Afrika

und Osteuropa. Sein interaktives Distance-Learning-Projekt

wurde durch den Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen

ausgezeichnet. 2006 bis 2010 Gastprofessur an der

ETH Zürich. Seit 2009 Gastprofessur an der Universität Liechtenstein

am Institut für Architektur und Raumentwicklung.

Vertretungsprofessur für Flächenrecycling und Landschaftstechnologie

an der Fachhochschule Nordhausen.

Anja Hajduk

*1963 in Duisburg. 1982 bis 1988 Studium der Psychologie

in Düsseldorf und Hamburg, Schwerpunkte Kommunikation

und Organisationsentwicklung. 1989 bis 1997 Psychologin im

interkulturellen Jugendaustausch. 1997 bis 2002 Abgeordnete

der Hamburgischen Bürgerschaft für die Grün-Alternative

Liste (GAL). 1998 bis 2001 Mitglied des Fraktionsvorstands und

parlamentarische Geschäftsführerin der GAL-Fraktion. 2002

bis 2008 Mitglied des Deutschen Bundestages, Landesvorsitzende

der GAL Hamburg. 2004 bis 2008 haushaltspolitische

Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Seit 2008 Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt der

Freien und Hansestadt Hamburg.

Joost Hartwig

*1980, Dipl.-Ing. Studium der Architektur an der Technischen

Universität Darmstadt. Seit 2008 Auditor Deutsches

Gütesiegel Nachhaltiges Bauen (Büro- und Verwaltungsbau).

Seit 2007 freier Mitarbeiter bei HHS Planer + Architekten

AG, Kassel. Seit 2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am

Fachgebiet Entwerfen und Energieeffizientes Bauen bei Prof.

Manfred Hegger an der Technischen Universität Darmstadt.

2009 Lehrauftrag an der Fachhochschule Erfurt, Fachbereich

Architektur. Forschungsschwerpunkte Ökobilanzierung und

Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden.

Manfred Hegger

*1946, Prof., Studium der Architektur an der Universität Stuttgart/Hochschule

für Gestaltung Ulm, der Systemtechnik an der

TU Berlin und der Planung an der University of London/London

School of Economics and Political Science. 1976 bis 1989

Mitarbeit im Büro ANF Arbeitsgruppe Nutzungsforschung.

Seit 1980 Partnerschaft HHS Planer + Architekten in Kassel;

Vorstandsvorsitz. Beratung u.a. als Consultant der OECD, als

Director des UIA Work Programme „Sustainable Architecture

of the Future“ (1999–2008) und in der EU Expert Working

Group „Sustainable Construction Methods and Technologies“.

Mehrere Lehraufträge und Gastprofessuren. Seit 2001 Leitung

des selbst eingerichteten Fachgebiets Entwerfen und Energieeffizientes

Bauen an der Technischen Universität Darmstadt.

Zahlreiche Auszeichnungen und Publikationen (u.a. Baustoff

Atlas 2005, Energie Atlas – Nachhaltige Architektur 2007).

Lebt in Kassel und Darmstadt.

Uli Hellweg

*1948, Dipl.-Ing. Architektur. Architektur- und Städtebaustudium

an der RWTH Aachen. 1980 freiberuflicher Stadtplaner

in Berlin. 1982 Koordinator bei der IBA Berlin GmbH 1984/87

für Pilotprojekte. 1986 Planungskoordinator der S.T.E.R.N.

GmbH für das Stadterneuerungsgebiet Moabit in Berlin. 1992

Dezernent für Planen und Bauen der Stadt Kassel. 1996 Geschäftsführer

der Wasserstadt GmbH, Berlin. 2002 Geschäftsführer

der agora s.à.r.l., Luxemburg. Seit 2006 Geschäftsführer

der IBA Hamburg GmbH.

Jana Henning-Jacob

*1973, Dipl.-Ing. (FH). Studium an der Fachhochschule Nordhausen

im Studiengang Flächen- und Stoffrecycling mit dem

Schwerpunkt Verfahrenstechnik. Danach fünf Jahre Wissenschaftliche

Mitarbeiterin in den Bereichen Umwelttechnik und

regenerative Energien. Seit 2008 als freiberufliche Ingenieurin

tätig.

Thomas Jödecke

*1979, Dipl.-Ing. (FH). Studium des Geoengineerings und der

Technischen Informatik an der Fachhochschule Nordhausen.

Seit 2008 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe

von Dr. Genske tätig.

Udo Kuckartz

*1951 in Aachen. Prof. Dr., Studium der Soziologie, Politikwissenschaft

und Informatik an der RWTH Aachen. Doktorarbeit

in Soziologie „Computer und verbale Daten. Chancen zur

Innovation sozialwissenschaftlicher Forschungs-Methoden“.

1993 Habilitation für Empirische Erziehungswissenschaft

an der Freien Universität Berlin. 1979 bis 1985 Wissenschaftlicher

Mitarbeiter am Institut für Sozialpädagogik

und Erwachsenenbildung der Freien Universität Berlin. 1986

bis 1994 Wissenschaftlicher Angestellter an der Service-

Einrichtung Information und Datenverarbeitung der Freien

Universität Berlin. 1994 und 1995 Professor für Methoden

und Evaluation an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1995

bis 1999 Privatdozent und Wissenschaftlicher Angestellter

am Fachbereich Erziehungswissenschaft, Psychologie und

Sportwissenschaft der Freien Universität Berlin. Seit 1999

Professor für Empirische Erziehungswissenschaft Philipps-

Universität Marburg.

Harry Lehmann

*1954, Dr. Bis 1984 Studium der Physik an der RWTH

Aachen. 1985 Gründung des Ingenieurbüros UHL Data für

Softwareentwicklung, Systemanalyse und Systemsimulation

in der Energie technik und im Umweltschutz. 1985 bis 1998

Lehraufträge an der Fachhochschule Aachen, Fachbereich

Physikalische Technik und Fachbereich Kerntechnik und

Biotechnik. 1992 bis 1999 stellvertretender Vorsitzender der

Deutschen Sektion von Eurosolar und Mitglied des europäischen

Vorstandes. Seit 1997 Mitglied des wissenschaftlichen

Beirats des Projektes „50 Solarsiedlungen“ des Landes

NRW. Seit 1998 Mitglied des Factor 10 Club, Frankreich. 1999

bis 2000 Leiter des Forschungsbereichs des Präsidenten des

Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie. 2000

bis 2002 Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen

Bundestages „Nachhaltige Energieversorgung unter den

Bedingungen der Globalisierung und der Liberalisierung“.

2000 bis 2003 Director of the Solutions and Innovations Unit;

Greenpeace International, Amsterdam. Seit 2000 Vizepräsident

Eurosolar. 2001 bis 2004 Gründung und Leitung des

Institute for Sustainable Solutions and Innovations, Aachen.

Seit 2001 Mitglied des World Renewable Energy Council.

2001 bis 2002 Lehraufträge an der Universität Lüneburg,

Fachbereich Umweltwissenschaften. 2003 Promotion an der

Universität Lüneburg im Fachbereich Umweltwissenschaften.

Seit 2004 Leiter des Fachbereichs Umweltplanung und Nachhaltigkeitsstrategien

des Umweltbundesamtes, Berlin. Seit

2004 Vorsitzender des Factor 10 Clubs.

Margret Markert

*1953. Studium der Kunstpädagogik an der HfBK in Hamburg.

Seit 1980 Mitarbeiterin des Kulturzentrums Honigfabrik in

Wilhelmsburg. Von 1983 bis 1987 Modellversuch und wissenschaftliche

Begleitung der Freien Schule e. V. Hamburg in Wilhelmsburg.

Seit 1990 Koordinatorin der Geschichtswerkstatt

Wilhelmsburg & Hafen in der Honigfabrik. Zahlreiche Ausstellungen

und Buchpublikationen zur Lokalgeschichte. Seit 2001

Mitglied im Vorstand des Verbands Stadtkultur Hamburg.

Anke Rheingans-Heintze

*1968 in Gütersloh. Dr., Berufsausbildung zur Verlagskauffrau,

Studium der Erziehungswissenschaft und Betriebswirtschaftslehre

an der FU Berlin. Doktorarbeit in Erziehungswissenschaft

„Lokale Akteursnetzwerke als lernende Organisationen –

Analysen am Beispiel von lokalen Agenda 21-Prozessen“ an der

Philipps-Universität Marburg. 1996 bis 1998 Wissennschaftliche

Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Freien

Universität Berlin. 1999 bis 2002 Promotionsstipendiatin der

Deutschen Bundesstiftung Umwelt. 2003 Wissenschaftliche

Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Centre

for Sustainability Management, der Leuphana Universität

Lüneburg. 2003 bis 2007 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am

Institut für Erziehungswissenschaft, AG Methoden und Evaluation,

der Philipps-Universität Marburg. Seit 2007 selbstständig

als Research Consultant für Sozial- und Evaluationsforschung

in Hamburg.

Irene Peters

*1962, Prof. Dr. Studium der Volkswirtschaftslehre und

Philosophie in Deutschland und den USA. Erwarb 1995 den

Ph.D. in Economics von der Clark University, Massachusetts.

Von 1989 bis 1997 arbeitete sie am Tellus Institute for Ressource

and Environmental Strategies zu Abfallwirtschaft,

Energie- und Verkehrsplanung, ökologischer Steuerreform und

umweltökonomischen Themen. 1997 Wechsel an die EAWAG,

ein der Schweizer ETH angegliedertes, international ausgerichtetes

Wasserforschungsinstitut. Seit 2003 Professorin

für Infrastrukturplanung und Stadttechnik im Studiengang

Stadtplanung der HafenCity Universität Hamburg (ehemals

Technische Universität Hamburg-Harburg). Themen ihrer

222


Arbeit sind Stadtwerke der Zukunft, Ausschöpfen der Effizienzpotenziale

in städtischer Energieversorgung und -nachfrage

sowie Möglichkeiten des Übergangs zu einer nachhaltigen

Siedlungswasserwirtschaft.

Ariane Ruff

*1972, Diplom-Geografin. Studium der Geografie an der

Universität Potsdam. Von 2000 bis 2003 Lehraufträge und

Forschungsprojekte an der Universität Erfurt am Institut für

Geografie. Seit 2003 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der

Fachhochschule Nordhausen. Seit 2009 Geschäftsführerin der

EKP Energie-Klima-Plan GmbH Nordhausen.

Stefan Schurig

*1971, Dipl.-Ing. Architekturstudium an der Technischen Fachhochschule

Berlin. Arbeitet seit Anfang der 1990er Jahre in

der Umweltpolitik. Zunächst als Mitglied des Bundesvorstandes

der „Naturschutzjugend“. Mitte der 1990er Jahre beteiligte er

sich an der Gründung der Jugendorganisation von Bündnis90/

Die Grünen und war Mitglied des Wirtschaftsarbeitskreises

der Grünen in Berlin. Schurig blieb als Kommunikations- und

Energieexperte auch nach seinem Studium dem politischen

Umweltschutz gegenüber verpflichtet und wurde hauptamtlicher

Pressesprecher von Greenpeace Deutschland. In den folgenden

drei Jahren war er für die Kommunikation sämtlicher

Energiethemen zuständig und führte u.a. den Stromversorger

Greenpeace Energy in den Markt ein. Ab 2001 Leiter der

Pressestelle von Greenpeace Deutschland, 2002 Leiter der

Abteilung für Klima und Energie und Mitglied des Senior Management

Teams. Seit April 2007 Director Climate Energy beim

World Future Council und Leiter der internationalen Expertenkommission

Cities and Climate Change in Zusammenarbeit mit

der HafenCity Universität Hamburg.

Klaus Töpfer

*1938, Prof. Dr. Studium der Volkswirtschaftslehre. 1968

Promotion. Von 1978 bis 1979 Professor an der Universität

Hannover sowie Direktor des Instituts für Raumforschung und

Landesplanung und Mitglied im Rat der Sachverständigen für

Umweltfragen. 1978 bis 1985 Staatssekretär im Ministerium für

Soziales, Gesundheit und Umwelt des Landes Rheinland-Pfalz.

1985 und 1986 Honorarprofessor für Umwelt- und Ressourcenökonomie

an der Universität Mainz, gleichzeitig bis 1987

Minister für Umwelt und Gesundheit in Rheinland-Pfalz. Von

1987 bis 1994 Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und

Reaktorsicherheit. 1994 und 1995 Vorsitzender der UN-Kommission

für nachhaltige Entwicklung, zwischen 1994 und 1998

Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau.

Von 1998 bis 2006 Exekutiv-Direktor des UN-Umweltprogramms

(UNEP) und General-Direktor des UN-Büros (UNON)

in Nairobi. Gründungsdirektor des IASS Potsdam – Institute for

Advanced Sustainability Studies e.V.

Simona Weisleder

*1965, Studium der Architektur und Stadtplanung an der

Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Tätigkeit in

verschiedenen Büros in Hamburg, Dresden und Montevideo.

1999 Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Sabine Busching im

Fachgebiet Gebäudetechnik an der HfbK Hamburg. 2001 Projektleiterin

bei der ZEBAU, Hamburg. Seit 2008 Projektkoordinatorin

„Stadt im Klimawandel“ bei der IBA Hamburg GmbH.

Karsten Wessel

*1962, Studium der Landschafts- und Freiraumplanung an der

TU Berlin. 1987 Angestellter im Büro für Landschaftsarchitektur

Hans-Peter Flechner, Berlin. 1996 Koordinator bei der

Wasserstadt GmbH, Berlin. Seit 2007 Projektkoordinator „Stadt

im Klimawandel“ bei der IBA Hamburg GmbH. Lebt in Berlin

und Hamburg.

Bildnachweise

07: IBA Hamburg GmbH /Johannes Arlt

08: Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt,

Umwelthauptstadt Europas 2011

09: IBA Hamburg GmbH /Falcon Crest

10: IBA Hamburg GmbH /Johannes Arlt

13: IBA Hamburg GmbH /Johannes Arlt

14: www.mediaserver.hamburg.de / Hamburg / Liaison Office

17: ullstein bild - AP

20: Freie und Hansestadt Hamburg / Landesbetrieb für Geoinformation und

Vermessung / Grafik: urbanista

26: National Aeronautics and Space Administration

28: Rolf Disch SolarArchitektur

29: Jim Tetro, U.S. Department of Energy, Solar Decathlon

30: Jeff Kubina, www.flickr.de

34/35: bloomimages

36: Archiv des Museums Elbinsel Wilhelmsburg

37 oben: Archiv Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg

37 unten: Margret Markert

38: Archiv Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg

39: Staatsarchiv Hamburg, Bestand Conti-Press

42: IBA Hamburg GmbH / Martin Kunze

50/51: (von links nach rechts, von oben nach unten)

(Erste Zeile)

alle IBA Hamburg GmbH/ Johannes Arlt

(Zweite Zeile)

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

LAN Architecture

bloomimages

(Dritte Zeile)

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

Sprinkenhof AG, Hamburg / Sauerbruch Hutton, Berlin

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

(Vierte Zeile)

bof Architekten Hamburg mit bloomimages

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

53: IBA Hamburg GmbH/ bloomimages

57: IBA Hamburg GmbH/ Jost Vitt

67: IBA Hamburg GmbH / Martin Kunze

70: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

71: Museum Elbinsel Wilhelmsburg e.V.

72: Staatsarchiv Hamburg

73: Museum Elbinsel Wilhelmsburg e.V.

77: IBA Hamburg GmbH /Axel Nordmeier / www.nordmeier-photodesign.de

81: IBA Hamburg GmbH / Axel Nordmeier / www.nordmeier-photodesign.de

85: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

94/95: bloomimages

101: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

105: IBA Hamburg GmbH/ Martin Kunze

118/119: (von oben nach unten)

HHS Planer + Architekten AG

Oliver Joswig, www.mediafrac.de

Markus Hartmann / BBE

BA Hamburg GmbH / bloomimages

C.A.R.M.E.N. e.V.

120: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

124: Vincent Laforet / Pool / Reuters / Corbis

126/127: bloomimages

134: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

135 oben: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

135 unten: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

136: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

144: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

145: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

153: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

157: IBA Hamburg GmbH

166/167: IBA Hamburg GmbH / Andreas Schmidt

172 mitte: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

172 rechts: Hans-Jörg Peter

173 links: IBA Hamburg GmbH / bloomimages

173 rechts: IBA Hamburg GmbH / Brandlhuber + NiehüserS

174 links: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

174 mitte: IBA Hamburg GmbH/ Alexander Hoba

175 links: IBA Hamburg / kfs krause feyerabend sippel architektur +

innenarchitektur/ bloomimages

175 mitte: IBA Hamburg / Ercan Agirbaş / Eckehard Wienstroer / FLUMDESIGN

Hamburg

175 rechts: IBA Hamburg GmbH / VELUX Deutschland GmbH

176 mitte: IBA Hamburg / Gutzeit + Ostermann Architekten

176 rechts: IBA Hamburg GmbH / Hager Landschaftsarchitektur AG

177 links: igs 2013 gmbh / Ulrike Brandi Licht

177 mitte: IBA Hamburg GmbH / VELUX Deutschland GmbH

178 mitte: IBA Hamburg / Sprinkenhof AG, Hamburg / Sauerbruch Hutton, Berlin

178 rechts: IMMOSOLAR / K. Peleikis

179 mitte: IBA Hamburg GmbH/Kennedy & Violich Architecture

179 rechts: IBA Hamburg GmbH / HÄFNER/JIMENEZ Landschaftsarchitekten und

Konermann Siegmund Architekten

180 links: IBA Hamburg GmbH / HHS Planer + Architekten AG

180 rechts: Oliver Joswig, www.mediafrac.de

181 links: Genossenschaft Bürgersolarkraftwerke Rosengarten eG

181 mitte: EnergieBauZentrum / Tim Gerdts

182 links: IBA Hamburg GmbH/ Johannes Arlt

182 mitte: Topotek 1

182 rechts: igs 2013 gmbh / Visualisierung Gärtner + Christ

183 mitte: IBA Hamburg GmbH / hauschild+siegel architect

183 rechts: IBA Hamburg / Spengler + Wiescholek Architekten Stadtplaner

184: IBA Hamburg GmbH / HOCHTIEF Construction formart AG mit Schenk +

Waiblinger Architekten

186/187: bloomimages

188: IBA Hamburg GmbH / Johannes Arlt

197: IBA Hamburg GmbH

202: Markus Hartmann / BBE

205 links: IBA Hamburg GmbH/Falcon Crest Air / bloomimages

205 rechts: Studio NL-D, Rotterdam

206: IBA Hamburg GmbH / bloomimages

207 links: IBA Hamburg GmbH / Knerer und Lang Architekten

207 mitte: IBA Hamburg GmbH / bloomimages / Gerber Architekten

207 rechts: Hauke Hass

208 links: IBA Hamburg GmbH / hauschild+siegel architect

208 mitte: IBA Hamburg GmbH / LAN Architecture* in Zusammenarbeit mit

BASE und Franck Boutté Consultants

208 rechts: IBA Hamburg GmbH / Spengler + Wiescholek Architekten Stadtplaner

209 links: IBA Hamburg / Lorenz + Partner

209 mitte: IBA Hamburg / Lorenz + Partner

212 links: west 8urban design & landscape architecture

212 rechts: 3D-CAD / Joerg Eberlein

213 rechts: IBA Hamburg GmbH / Kennedy & Violich Architecture

214 links: IBA Hamburg GmbH / Barkow Leibinger Architekten

214 mitte: IBA Hamburg GmbH / Peter Olbert Architekt

214 rechts: IBA Hamburg GmbH / zillerplus Architekten und Stadtplaner

215 mitte: IBA Hamburg GmbH / Institut für urbanen Holzbau, Berlin

215 rechts: IBA Hamburg GmbH / Adjaye Associates, London

216 links: IBA Hamburg GmbH/ Fusi & Ammann Architekten, Hamburg; Schwörer

Haus KG

216 rechts: Sprinkenhof AG, Hamburg / Sauerbruch Hutton, Berlin

Alle Karten

FH Nordhausen, Fachbereich Ingenieurwissenschaften, Flächen- und

Stoffrecycling

Alle Grafiken

IBA Hamburg GmbH / urbanista

223

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