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Die Wirtschaft 06_2015

28 LEBEN & WISSEN Auf

28 LEBEN & WISSEN Auf dornigem Grund Höchst professionell wird in Bad Rothenfelde der Winter mit projizierten Licht- und Bildeffekten vom Dunkel befreit. Heristo AG erhielt dafür diesmal den Deutschen Kulturförderpreis des BDI. Szenegrößen wie William Kentridge, mehrfacher Teilnehmer der Biennale in Venedig und der Documenta in Kassel, und Robert Wilson, weltweit als Künstler und Theatermacher gefeiert, zeiht es ins niedersächsischen Bad Rothenfelde. Warum nur? Robert Wilson zeigt in Bad Rothenfelde seine „Video Portraits“, 2004 – 2015. Foto: Franz Wamhof Enorme Kraft geht von den großflächigen Videoprojektionen aus. Über 400 Meter lang ist das größte Gradierwerk Wintertage können auch in Bad Rothenfelde trist und trübe sein. Noch vor Jahren versank der Kern des Kurortes in Finsternis, wenn Besucher abends an den unendlich lang erscheinenden dornigen Gradierwerken vorbei ihren Weg durch die Dunkelheit des Parks suchten. 2007 war es damit vorbei: Die Heristo AG, das in Bad Rothenfelde ansässige umsatzstarke Familienunternehmen, initiierte über die Heinrich W. Risken-Stiftung die erste „Lichtsicht – Projekts-Biennale“. Eine faszinierende und reizvolle Licht- und Videoinszenierung auf Salinen, mit der sich Weltstädte gerne schmücken würden. Im beschaulichen Kurort, wo zurzeit „Lichtsicht 5“ die Menschen lockt, verbucht man indes einen Achtungserfolg. Nicht Konzerne wie Audi, BASF oder Bayer, sondern die Heristo AG (u.a. Stockmeyer, Appel) wurde in diesem Jahr mit dem Deutschen Kulturförderpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. ausgezeichnet. Der Ritterschlag für das kreative Unternehmen. Vor Gästen aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Medien erfolgte die Auszeichnung in Berlin. Marion T. Carey-Yard, Geschäftsführerin der Lichtsicht gGmbH, und Prof. Dr. Peter Weibel, Leiter des Karlsruher Zentrums für Kunst und Medientechnologie, der die Projektions-Biennale erstmals kuratiert, nahmen den Preis entgegen. Höchst professionell wird in Bad Rothenfelde seit 2007 der Winter unter freiem Himmel mit projizierten Licht- und Bildeffekten vom Dunkel befreit. Bis in die Nacht hinein entstehen auf der wuchtigen und dornigen Haut der Salinen dank 54 Hochleistungsbeamern und einem Laserprojektor mal atemberaubend schöne, mal verstörende, doch stets magische Bilderwelten. Auch „Lichtsicht 5“, die am 18. September eröffnet wurde, vereint die Arbeiten einer internationalen Künstlerriege. 11 000 Quadratmeter Fläche werden bei freiem Eintritt bespielt. Bei Wind, Regen, Eis und Schnee. Das ungemein imponierende Neue Gradierwerk – über 400 Meter lang, fast zehn Meter hoch – wird dabei zur mutmaßlich größten Leinwand der Welt. „Ziel ist es, die Projektionskunst als autonome Kunstgattung weiter zu etablieren“, erläuterte kürzlich Peter Weibel in einem Interview. Der Lichtsicht-Macher spricht von „digitalen Visionen“, wobei die fünfte Auflage mehr interaktive und partizipative Arbeiten als die früheren Biennalen bietet. Auch 3D-Simulationen auf der Fontäne im Kurpark gehören diesmal dazu. Mit einer Handy-App lassen sich Inszenierungen mitgestalten. Szenegrößen wie William Kentridge, mehrfacher Teilnehmer der Biennale in Venedig und der Documenta in Kassel, und Robert Wilson, weltweit als Künstler und Theatermacher gefeiert, sind im niedersächsischen Bad Rothenfelde mit beeindruckenden Arbeiten vertreten. Ryoji Ikeda zeigt in „the radar [bad rothenfelde]“ Daten, Radarbilder und die Kartographie des Universums. Ebenso dabei sind die Künstlergruppe Random International, die Künstlerin „rosalie“, Hightech-Visionär Eyal Gever, Tim Otto Roth, eine deutsche Künstlergruppe mit ihrem Projekt LASACT, Holger Förterer und Daniel Crooks. Kuratorische Klammer der Arbeiten ist der Einsatz aktuellster technischer Verfahren – vom „projection mapping“, mit dem man bereits das Opernhaus in Sydney in einen Farbtempel verwandelte, bis hin zu 3D-Simulationen. Das Ganze im Kurort auf dem bizarren Flechtwerk des Schwarzdornreisig. „Lichtsicht 5“, bis 7. Februar 2016 täglich im Kurpark von Bad Rothenfelde. Projektionsbeginn um 17.30 Uhr; Projektionsende sonntags bis donnerstags um 22 Uhr, freitags und samstags um 23 Uhr. Eintritt frei. wk Foto: Franz Wamhof „Wendelstein 7-X“ ahmt die Sonne nach Der Kernfusionsreaktor in Greifswald hat zum ersten Mal Plasma erzeugt. Nach neun Jahren Bauzeit ist in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern die weltweit größte Anlage zur Erprobung eines speziellen Kernfusionsreaktors in Betrieb gegangen. Mit der Erzeugung des ersten Helium-Plasmas begann in der Fusionsanlage „Wendelstein 7-X“ der Experimentierbetrieb, wie das Max- Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) mitteilte. Plasma ist ionisiertes Gas und Brennstoff von Fusionsreaktoren. Ziel der Fusionsforschung ist es, ein klima- und umweltfreundliches Kraftwerk zu entwickeln. Ähnlich wie die Sonne soll es aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie gewinnen. „Wendelstein 7-X“ ist eine Fusionsanlage vom Typ Stellerator und soll die Eignung dieses Bautyps als Kraftwerk untersuchen. Eine Kernfusion zur Energieerzeugung ist in der Anlage nicht geplant. Bei der Kernfusion wird Energie nach dem Vorbild der Sonne durch das Verschmelzen von Atomen erzeugt – im Gegensatz zur Kernspaltung, wie sie in Atomkraftwerken zur Energiegewinnung angewandt wird. Laut IPP könnte ein Gramm Brennstoff in einem Fusionskraftwerk 90 000 Kilowattstunden Energie erzeugen – das entspricht der Verbrennungswärme von elf Tonnen Kohle. Trotz jahrelanger Forschung gelang es den Wissenschaftlern bisher nicht, eine Kernfusion herbeizuführen, bei der nennenswert mehr Energie herauskam als hineingesteckt wurde. Das Problem: Um eine Kernfusion zu schaffen, sind extrem hohe Temperaturen von mindestens hundert Millionen Grad nötig und ein extrem hoher Druck von außen – wie etwa bei Sternen. Weil das Fusionsfeuer erst bei Temperaturen von über 100 Millionen Grad Celsius zündet, darf in einem Fusionskraftwerk der Brennstoff – ein dünnes Wasserstoffplasma – nicht in Kontakt mit kalten Gefäßwänden der Anlage kommen. Vielmehr schwebt er von Magnetfeldern gehalten nahezu berührungsfrei im Inneren einer Vakuumkammer. „Wir beginnen mit einem Plasma aus dem Edelgas Helium. Erst im nächsten Jahr wechseln wir zu dem eigentlichen Untersuchungsobjekt, einem Wasserstoff-Plasma“, erläuterte der Projektleiter Thomas Klinger. Ein farbig aufbereitetes Computerbild vom ersten Plasma präsentiert hier der Projektdirektor der Forschungsanlage „Wendelstein 7- X“, Thomas Klinger. Foto: dpa

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