Monographie Bonn-Rhein-Sieg

kommunikationundwirtschaft

Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg

Business Region Bonn/Rhein-Sieg


Herausgegeben in Zusammenarbeit mit:

Published in cooperation with:

Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg

Redaktion / Edition:

Michael Pieck, Pressesprecher,

Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg

Autoren / Authors:

Stephanie Bulang-Matern und Birthe Fiedler, Die PR-Manufaktur, Bonn

Lothar Schmitz, Wirtschaftsjournalist, WORT & WIRTSCHAFT, Bonn

Dritte, völlig neue Ausgabe 2016

Third, completely new edition 2016

Verlag Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg (Oldb)


Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg

Business Region Bonn/Rhein-Sieg


4

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Das Buch erscheint im Verlagsbereich Regionalmedien.

Alle Rechte bei Kommunikation & Wirtschaft GmbH,

Oldenburg (Oldb)

Printed in Germany 2016

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um die PR-Texte der Unternehmen.

Übersetzungen:

KERN AG, Sprachendienste, Bremen

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Kommunikation & Wirtschaft GmbH, Oldenburg (Oldb)

Druck:

gutenberg beuys feindruckerei, Hannover/Langenhagen

Bildquellen: Seite 184

ISBN 978-3-88363-383-1

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KERN AG, Sprachendienste, Bremen

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Printing:

gutenberg beuys feindruckerei, Hannover/Langenhagen

Picture sources: page 184

ISBN 978-3-88363-383-1


Inhalt

Contents

Vorwort

Preface

Stark und selbstbewusst 10

Strong and confident

Wolfgang Grießl, Präsident der IHK Bonn/Rhein-Sieg

Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg

Einleitung

Introduction

5

125 Jahre wirtschaftliche Selbstverwaltung in Bonn und der Region –

Rückblick und Ausblick 12

125 years of economic self-administration in Bonn and the region –

looking back and looking forward

Michael Pieck, Pressesprecher der IHK Bonn/Rhein-Sieg

Die Region im Überblick

An overview of the region

Die Bundesstadt Bonn – vom Behörden- zum Wirtschaftsstandort 16

From an administrative to a business location – the federal city of Bonn

Stephanie Bulang-Matern

Der Rhein-Sieg-Kreis – Erfolg durch Vielfalt 20

Rhein-Sieg district – success through diversity

Birthe Fiedler

Das politische Bonn – Kompetenzzentrum für Deutschland und die Welt 28

The political Bonn – centre of competence for Germany and the world

Lothar Schmitz

Jenseits des Kirchturmdenkens – eine Region formiert sich 34

Outside of parochial thinking – a region is forming

Lothar Schmitz


Chancen und Perspektiven

Opportunities and prospects

6

Fachkräfte für morgen sichern –

Aus- und Weiterbildung intensivieren 40

Securing specialists for tomorrow –

intensifying vocational education and further education

Stephanie Bulang-Matern

Der Arbeitsmarkt von heute und morgen –

die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf 44

The labour market of today and tomorrow –

compatibility of family, nursing care and career

Lothar Schmitz

Investitionen in die Zukunft – Verkehrsinfrastruktur an Rhein und Sieg 48

Investments in the future – Rhine and Sieg transport infrastructure

Lothar Schmitz

REGINEE Bonn/Rhein-Sieg – für eine saubere Umwelt 54

REGINEE Bonn/Rhein-Sieg – for a clean environment

Birthe Fiedler

Unterstützung für Gründer und Jungunternehmer –

Raum für Büros, Raum für Ideen 60

Support for company founders and start-up entrepreneurs –

space for offices, space for ideas

Stephanie Bulang-Matern

Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen –

das CSR-Kompetenzzentrum 64

Social responsibility of companies –

the CSR competence centre

Lothar Schmitz


Branchen und Märkte

Industries and markets

Kunststoffregion Bonn/Rhein-Sieg – ein weltweiter Trendsetter 68

Bonn/Rhein-Sieg plastics region – a global trendsetter

Lothar Schmitz

Automotive und Maschinenbau –

Erfolgsgeschichten mit Tradition und Zukunft 74

Automotive and mechanical engineering –

success stories with tradition and future

Stephanie Bulang-Matern

7

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort – Logistik und Transport 82

At the right time in the right place – logistics and transportation

Lothar Schmitz

Dienstleistungen im Wandel – Digitalisierung als Chance 90

Services in transition – digitalisation as an opportunity

Birthe Fiedler

Wachstumsstadt Bonn – Immobilienwirtschaft im Aufwind 100

Bonn, city of growth – real estate economy on the up and up

Birthe Fiedler

Sparkassen und Banken – in der Region tief verwurzelt 106

Savings banks and banks – deeply rooted in the region

Stephanie Bulang-Matern

Der Handel zwischen den Welten –

sinnliches Einkaufserlebnis oder „Click-to-buy“? 110

Retail between the different worlds –

a sensual shopping experience or “click-to-buy”?

Stephanie Bulang-Matern


Kultiviert und kreativ – Bonn setzt sich in Szene 116

Cultivated and creative – Bonn is drawing attention to itself

Birthe Fiedler

Stadt-Land-Fluss – Naturerlebnis und urbanes Flair 122

City-land-river – experiencing nature and urban flair

Birthe Fiedler

8

Bonn und munter – Gesundheitsmarkt mit Perspektive 128

Bonn and vivacious – a healthcare industry with development potential

Birthe Fiedler

Von Menschen für Menschen –

soziale Dienstleistungen im demografischen Wandel 134

By the people for the people –

social services in times of demographic change

Stephanie Bulang-Matern

Wissenschaft, Forschung und Bildung

Science, research and education

Leistungsfähige Hochschullandschaft – Lehre mit Praxisbezug 138

High-performance higher education landscape –

apprenticeship with practical orientation

Birthe Fiedler

Wissenschaftsregion Bonn – Forschung auf Weltniveau 144

Science region Bonn – world-class research

Birthe Fiedler

caesar, DZNE und LIFE & BRAIN –

drei neurowissenschaftliche Schwergewichte 150

caesar, DZNE and LIFE & BRAIN –

three neuroscientific heavyweights

Lothar Schmitz


Erfolgsfaktor Klimaschutz –

Energiewende an Rhein und Sieg 154

Climate protection as a success factor –

energy transition along the Rhine and the Sieg

Birthe Fiedler

Kultur und Lebensqualität

Culture and quality of life

9

Kultur hoch fünf – Museumsmeile Bonn 158

Culture to the power of five – Museum Mile Bonn

Birthe Fiedler

Theater und Konzerte – kulturelle Veranstaltungen mit Format 164

Theatre and concerts – cultural events with format

Stephanie Bulang-Matern

Beethoven, Wasserburgen, Siebengebirge –

Sehenswürdigkeiten und Sehenswertes 170

Beethoven, Wasserburgen, Siebengebirge –

places of interest and places worth visiting

Lothar Schmitz

Bürgerschaftliches Engagement und Stiftungswesen 176

Civic involvement and the philanthropic sector

Stephanie Bulang-Matern

Register

Index

Verzeichnis der PR-Bildbeiträge / List of illustrated contributions 182

Bildquellen / Picture sources 184


STARK UND SELBSTBEWUSST

10

Wolfgang Grießl

Dr. Hubertus Hille

Die Entscheidung war denkbar knapp.

Mit 338 zu 320 Stimmen nahm der

Bundestag am 20. Juni 1991 den

Antrag „Vollendung der Einheit Deutschlands“

an. Damit war das Ende Bonns als

Bundeshauptstadt besiegelt. Wenige Jahre

später wurde der Parlaments- und Re gie -

rungssitz nach Berlin verlegt, Bonn war „nur“

noch Bundesstadt – ohne „haupt“. Damals

waren Politik, Wirtschaft und Bevölkerung in

großer Sorge um die Zukunft der Region

Bonn/Rhein-Sieg. Der Umzugsbeschluss des

Deutschen Bundestages drohte zu einer politisch

verursachten Strukturkrise zu führen.

Heute, 25 Jahre später, können wir festhalten: Der Strukturwandel

war erfolgreich. Das war möglich, weil alle Verantwortlichen

in Bonn und der Region die Mittel des Bundes

für eine Gemeinschaftsaktion im Interesse aller genutzt

haben. Zusammenarbeit und gegenseitige Rücksichtnahme

waren das Geheimnis dieses Erfolges! Dazu kamen wichtige

Entscheidungen der kommunalpolitisch Verantwortlichen.

Erinnert sei an den Bau des Post-Towers oder die Entwicklung

des „Bonner Bogens“, heute ein Wirtschaftsstandort und

eigenes Stadtviertel mit erheblicher Ausstrahlungskraft.

Der Wandel der Region basierte auf einem „Fünf-Säulen-

Modell“:

Bonn als Bundesstadt

– Zentrum für internationale Zusammenarbeit

– Region der Wissenschaft und Forschung

– Region zukunftsorientierter Wirtschaftsstruktur

– Modell einer umweltgerechten Städtelandschaft und

Kulturregion

Heute ruhen Stadt und Region fest auf diesen fünf Säulen.

Das Vierteljahrhundert war richtungweisend – und Bonn

ebenso wie der Rhein-Sieg-Kreis gingen gestärkt aus dem

Wandel hervor. Heute können sie selbstbewusst in die

Zukunft blicken.

Wobei „ruhen“ das falsche Wort ist. Die Region ist in Bewegung

und entwickelt sich äußerst dynamisch: Bonn und der

Rhein-Sieg-Kreis sind eine Wachstumsregion. Nach der

Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes

IT.NRW werden Stadt und Region mindestens bis 2040

weiter wachsen. Derzeit leben auf einer Fläche von knapp

1300 Quadratkilometern fast eine Million Menschen. Viele

fühlen sich angezogen, weil sie exzellente Ausbildungs -

stätten vorfinden, attraktive Arbeitgeber und einen kulturell

wie landschaftlich reizvollen Wohn- und Lebensstandort.

Trotz des Umzugs von Parlament und großen Teilen der

Bundesministerien konnten Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis

übrigens auch an Arbeitsplätzen zulegen. Durch zahlreiche

neue Einrichtungen, Neugründungen und Ansiedlungen

wurden nach dem Regierungsumzug mehr als 25 000

zusätz liche Arbeitsplätze geschaffen. Städterankings be -

schei nigen Bonn immer wieder eine hohe Attraktivität, etwa

hinsichtlich Arbeitsmarkt und Wohlstand, Demografie und

Lebensqualität, Kaufkraft und Wirtschaftsstruktur.

Die Zahl der IHK-zugehörigen Unternehmen stieg seit 1991

um fast 50 Prozent auf rund 53 000. Dominierend ist dabei

der Dienstleistungssektor, insbesondere die Informationsund

Telekommunikationsbranche, die Logistikbranche und

andere produktionsnahe Dienstleister. Der Anteil des

Dienstleistungssektors an allen Beschäftigten liegt im IHK-

Bezirk mit 82 Prozent deutlich höher als im Bundes- und

Landesdurchschnitt. Im produzierenden Gewerbe sind die

Kunststoffindustrie, der Maschinenbau und die Auto -

mobilzulieferer die Leitbranchen. Der Anteil der hoch qua -

lifizierten Beschäftigten erreicht in der Region mit 17,1

Prozent einen sehr hohen Wert. Die Arbeitslosenquote lag

in den vergangenen Jahren immer deutlich unter dem

Landesdurchschnitt.

Die Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg hat definitiv das

Potenzial, weiter zu wachsen und im zunehmenden Stand -

ortwettbewerb mitzuhalten. Dazu ist es allerdings unab -

dingbar, die auf vielen Gebieten längst praktizierte Zusammenarbeit

zwischen Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis, aber

auch darüber hinaus, etwa in der sich gerade formierenden

Metropolregion Rheinland, zu vertiefen und auf Bereiche zu

erweitern, in denen nach wie vor zu wenig kooperiert wird.

Das gilt vor allem für die Weiterentwicklung der Verkehrs -

infrastruktur und die Sicherung der Zukunft Bonns als

Bundesstadt gegen die zunehmende Aushöhlung des

Berlin/Bonn-Gesetzes.

Die Region ist stark. Doch nur gemeinsam bleiben wir

stark!

Wolfgang Grießl

Präsident der IHK Bonn/Rhein-Sieg

President of the Bonn/Rhein-Sieg

Chamber of Industry and Commerce

Dr. Hubertus Hille

Hauptgeschäftsführer

der IHK Bonn/Rhein-Sieg

Managing director of the Bonn/Rhein-

Sieg Chamber of Industry and Commerce


STRONG AND CONFIDENT

It was an extremely tight decision. Ultimately, with

338 votes to 320, the German Bundestag accepted the

decision on the “Completion of the Unification of

Germany”, which was taken on 20 June 1991. Bonn’s fate was

sealed with this decision, and it was no longer the capital

city of the Federal Republic of Germany. A few years later,

the parliamentary seat and the seat of government were

relocated to Berlin. Now, Bonn was “only” a federal capital,

but no longer the German capital. Back then, the political

scene, the industry and the population were gravely concerned

regarding the future of the Bonn/Rhein-Sieg region.

The decision to relocate the German Bundestag threatened

to result in a politically-induced structural crisis.

Today, 25 years later, we can state the following: the structural

change was successful. This was possible because all

responsible persons in Bonn and the surrounding region

used the means of the federal government for a joint initiative

that benefitted all involved parties. Cooperation and

mutual consideration was the secret to this success story!

Still to be added to this were important decisions taken by

the persons responsible for local politics. In this regard,

reference is to be made to the construction of the Post-

Tower or the development of the “Bonner Bogen”, which

today is a business location and own city district with

considerable charisma.

The region’s transition was based on a “five pillar model“:

Bonn as a federal city

– a centre for international cooperation

– a region for science and research

– a region for future-oriented economic structure

– a model for an environmentally-friendly city landscape

and cultural region

Today both the city and the region rest firmly on the foundation

of these five pillars. The quarter of a century was

pioneering – and Bonn as well as the Rhein-Sieg district

emerged stronger than before from this transition stage.

Today, it can look ahead with confidence.

Whereat, in this regard, “resting” would be the wrong word.

The region is in motion and displays exceptionally dynamic

development: Bonn and the Rhein-Sieg district represent a

region of growth. According to the population forecast of

the Statistical Office IT.NRW, the city and the region will

continue to grow until at least 2040. Currently, almost one

million people are living on a surface of about 1,300 square

kilometres. Many are attracted to this region because they

find excellent educational facilities here, attractive em -

ployers and a both culturally and scenically appealing

residential location that offers high quality of life. Despite

the relocation of the parliament and significant parts of the

federal ministries, Bonn and the Rhein-Sieg district could

also, coincidentally, increase the number of jobs. More than

25,000 additional jobs have been created following the

government relocation. This was thanks to numerous new

institutions, newly established companies and new settlements.

Time and again, city rankings confirm that Bonn is

highly attractive, for instance when it comes to the labour

market and prosperity, demography and quality of life,

purchasing power and the economic structure.

Since 1991, the number of companies belonging to the

Chamber of Industry and Commerce has increased by almost

50 percent to about 53,000. In this regard, the service

sector is dominating, and here especially the information

and telecommunication industry, the logistics sector and

other production-related service providers. In the Chamber

of Industry and Commerce district, when looking at all employees,

the service sector share is at 82 percent and, as

such, significantly higher than the federal and state average.

In the manufacturing sector, it is the plastics industry,

mechanical engineering and automotive suppliers that are

counted among the main industries. The share of highlyqualified

employees is at 17.1 percent, thus reflecting a very

high rate. In the past years, the unemployment rate has

always been significantly lower than the national average.

The Bonn/Rhein-Sieg economic region definitely has the

potential to grow further and to remain competitive in the

growing competition for attractive locations. However, for

this it is absolutely essential to further intensify the co -

operation between the City of Bonn and the Rhein-Sieg district,

which is already being practised in numerous areas, but

also to go beyond this and cooperate more with the

currently developing metropolitan Rhineland region, and to

expand this cooperation to areas in which there still is too

little cooperation. This applies especially for the continued

development of the traffic infrastructure and the securing

of the future of Bonn as a federal city against the increasing

erosion of the Berlin/Bonn law.

The region is strong. However, only together will we remain

strong!

11


Michael Pieck

125 JAHRE WIRTSCHAFTLICHE SELBSTVERWALTUNG IN

BONN UND DER REGION – RÜCKBLICK UND AUSBLICK

12

Im Jahre 1891 wurde die Industrie- und Handelskammer

(IHK) in Bonn gegründet. Damit gehörten Bonn und die

umliegenden Kreise zu jenen Regionen im Rheinland, die

erst relativ spät zu einer eigenen Kammer gelangten – viele

rheinische Kammern entstanden bereits Anfang des

19. Jahrhunderts während der Zeit der napoleonischen

Besatzung. Seit ihrer Gründung hat die Wirtschaftsregion

Bonn/Rhein-Sieg eine wechselvolle Geschichte mit

mehreren, teils tiefgreifenden Strukturbrüchen durchlaufen.

Die IHK hat die Interessen der gewerblichen Wirtschaft

wahrgenommen und gegenüber Politik, Verwaltung und

Gesellschaft kraftvoll vertreten. Als Körperschaft in Selbst -

verwaltung waren es Unternehmerinnen und Unternehmer,

die die Richtung der Kammerpolitik in ihren Gremien dis -

kutierten und letztlich beschlossen – dabei freilich gut

beraten und unterstützt durch die hauptamtlichen Mit -

arbeiterinnen und Mitarbeiter der IHK.

Festschrift erarbeitet, die die Geschichte der IHK

Bonn/Rhein-Sieg sowie der Wirtschaftsregion auf 160 Seiten

zusammenfasst.

Nicht erst seit Gründung der Bundesrepublik hat die Region

durch ihre Hauptstadtfunktion und später durch Ausgleichsmaßnahmen

stets Unterstützung „von oben“ erhalten. Doch

diese Zeiten haben sich deutlich geändert. Die Region wird

lernen müssen, sich künftig stärker auf die eigene Kraft der

regionalen Wirtschaft zu fokussieren. Die Chancen, als

IT-Standort zu reüssieren, als Beethoven- und Tourismus -

region zu punkten, als Industrie- und Logistikstandort

Kernkompetenzen zu entwickeln, auch als Behörden -

standort etwas zu bieten sowie als Wohn- und Einkaufs -

region mit Lebensqualität aufzutrumpfen, liegen in den

eigenen Händen. Es gilt, das Bewusstsein für die Eigen -

verantwortung in Gesellschaft und Politik zu schärfen.

Das Jahr 2016 ist deshalb ein ganz besonderes für die IHK

Bonn/Rhein-Sieg gewesen. Seit der Gründung im Jahr 1891

vertritt die IHK unabhängig von Einzel- oder Gruppen -

interessen die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft sowie

die Freiheit und Verantwortung des ehrbaren Kaufmanns.

Die IHK hat 125 Jahre wirtschaftliche Selbstverwaltung mit

vielen Gästen und Zaungästen in Bonn und der Region

gefeiert. Erstmals hat sie als wichtiger Bestandteil der Stadtgesellschaft

– ausschließlich durch Spenden finanziert – am

Bonner Rosenmontagszug teilgenommen: ein einzig artiges

Erlebnis für alle Beteiligten. Auch der Festakt im World

Conference Center Bonn war ein Glanzstück des Festjahres

mit einer zum Nachdenken anregenden Rede von

Bundestagspräsident Professor Dr. Norbert Lammert.

Zum 125-jährigen Jubiläum hat die Bonner Historikerin

Dr. Barbara Hillen eine eindrucksvolle und reich bebilderte

Dazu zählt natürlich auch, dass Bonn und Rhein-Sieg für den

Verbleib jener Bundesministerien in Bonn hartnäckig

kämpfen, die eine überaus wichtige Bedeutung für den

Verbleib der in Bonn ebenfalls ansässigen Bildungs-,

Umwelt-, UN- und Entwicklungsinstitutionen haben: Verliert

man das eine, gehen möglicherweise auch die anderen.

Der Gedanke der Selbstverwaltung der Wirtschaft, der den

IHKs zugrunde liegt, ist aktueller denn je. Überall wollen

Menschen in unserer Gesellschaft an Entscheidungs -

prozessen beteiligt werden – Demokratie, Partizipation und

Mitbestimmung sind Prozesse, die immer wieder zu Recht

eingefordert werden. Die IHK bietet dies: Gewählte Vertreter

aus den Unternehmen bestimmen die Leitlinien der

regionalen IHK-Arbeit in den IHK-Gremien selbst – nicht

etwa eine staatliche Verwaltung, die meint zu wissen, was


13

125 Jahre IHK Bonn/Rhein-Sieg:

Festakt im World Conference Center Bonn

125 years anniversary Bonn/Rhein-Sieg Chamber of Industry and Commerce:

official ceremony in the World Conference Center Bonn

125 YEARS OF ECONOMIC SELF-ADMINISTRATION IN BONN AND THE REGION –

LOOKING BACK AND LOOKING FORWARD

The Chamber of Industry and Commerce (IHK) was founded

in Bonn in 1891. By means of this, Bonn and the surrounding

districts belong to those regions in Rhineland that only got

an own chamber relatively late. This is because a large

number of Rhenish chambers already came into being at

the beginning of the 19th century, during the period of

Napoleonic occupation. Since its founding, the Bonn/Rhein-

Sieg economic region has already lived through an eventful

history with numerous, and in part far-reaching, structural

breaks. The Chamber of Industry and Commerce took note

of the business economy’s interests and represented these

with fervour toward political and administration authorities

as well as society. As a corporation in self-administration, it

was the entrepreneurs who discussed the direction of

the chamber politics within their committees and,

ultimately, also decided on these. Admittedly, in so doing,

they were provided with sound consultation and support

by the Chamber of Industry and Commerce’s full-time

employees.

For this reason 2016 was a very special year for the

Bonn/Rhein-Sieg Chamber of Industry and Commerce.

Since its founding in 1891 and independently of individual

or market interests, it has represented the principles of a


14

IHK-Präsident Wolfgang Grießl war einer der Festredner anlässlich

der Feierlichkeiten zum Jubiläum der IHK Bonn/Rhein-Sieg.

Chamber of Industry and Commerce president Wolfgang Grießl

was one of the keynote speakers at the Bonn/Rhein-Sieg Chamber

of Industry and Commerce anniversary celebration.

gut für die Wirtschaft sei. Wer, wenn nicht die IHK

Bonn/Rhein-Sieg, kann als wirtschaftspolitischer Berater der

staatlichen Stellen und kritischer Mahner in unserer Region

aktiv sein? Dabei muss die IHK ihren Weg hin zu einer

modernen, dienst leistungsorientierten Organisation kon -

sequent weiter gehen: Transparenz ihrer Arbeit, ihrer Strukturen

und ihrer Entscheidungen gegenüber ihren Mitgliedern

ist Voraus setzung für Akzeptanz und Vertrauen.


social market economy and the liberty and accountability

of the honourable merchant. With many guests and lookerson,

the Chamber of Industry and Commerce celebrated 125

years of economic self-administration in Bonn and the

region. For the first time ever, as an important part of the

urban community and exclusively financed by donations, it

participated in the Bonn Rose Monday parade – a unique

experience for all parties involved. The ceremonial act in the

World Conference Center Bonn was also a showpiece of the

festive year, with a thought-provoking speech by the

presiding officer of German parliament, Professor Dr Norbert

Lammert. On the occasion of the 125th anniversary, the

Bonn historian Dr Barbara Hillen elaborated an impressive

and richly illustrated commemorative publication. On a total

of 160 pages, it summarises the history of the Bonn/Rhein-

Sieg Chamber of Industry and Commerce as well as the

economic region.

Owing to its role as a capital, the region has not only

received support “from above” since the founding of the

Federal Republic and, subsequently, as a result of the compensatory

measures. However, meanwhile, these times have

changed significantly. In future, the region will have to learn

to focus more strongly on the regional economy’s own

power. The opportunities to succeed as an IT location, to

benefit as a Beethoven and tourism region and develop core

competences as an industrial and logistics locations are all

in the region’s own hands. This also applies for its potential

as a government authority city, and when it comes to holding

trump cards regarding the region’s appeal as a residential

and shopping region with a high quality of life. The

awareness for the own responsibility, both as regards society

and politics, must increase.

It goes without saying that this also means that Bonn and

Rhein-Sieg must stubbornly fight for the retention of those

federal ministries that are still in Bonn, as they are of sig -

nificant importance for the retention of education, environmental,

UN and development institutions that are also headquartered

in Bonn: if one is lost, the possibility of losing the

other is also given.

The notion of self-administration of the economy, for which

the Chamber of Industry and Commerce forms the foundation,

is more topical than ever before. Wherever we look,

people in our society would like to be involved in decisionmaking

processes – time and again, democracy, partici -

pation and co-determination processes are demanded, and

quite rightly so. The Chamber of Industry and Commerce

offers this: selected representatives from the companies

determine the guidelines of the regional Chamber of In -

dustry and Commerce and work in the Chamber of Industry

and Commerce committees themselves; not, for instance a

state administration that believes to know what is good for

business. Who, if not the Bonn/Rhein-Sieg Chamber of

Industry and Commerce, can be active as a business-political

consultant of the government offices and a critical ad -

monisher in our region? To achieve this, the Chamber of

Industry and Commerce must consistently continue on its

path toward a modern, service-oriented organisation: transparency

with its work, its structures, decisions and toward

its members, is a prerequisite for acceptance and trust.

15


Stephanie Bulang-Matern

DIE BUNDESSTADT BONN –

VOM BEHÖRDEN- ZUM WIRTSCHAFTSSTANDORT

16

An Tagen, die bereits den Morgenkaffee durch Zeitungs -

schlagzeilen zum Abzug der Ministerien nach Berlin zu

einer finsteren Plörre werden lassen, hilft neben einem

Schluck Wasser und tief durchatmen zur Senkung des

eruptiv gestiegenen Blutdrucks die Erkenntnis, dass ein

Gesetz offenbar nicht Gesetz sein muss.

Denn wenn es anders wäre, müsste sich kein Mensch

darüber echauffieren, dass der Verbleib aller noch ansäs -

sigen Ministerien in der einstigen Bundeshauptstadt überhaupt

zur Disposition stehen könnte. Der Kaffeeduft würde

den Start in den Tag zu einer schnuckeligen Angelegenheit

machen und sein Geschmack für beflügelnde Wohligkeit

sorgen. Aber es geht auch so! Muss ja! Und deshalb wenden

wir uns lieber der Frage zu, wie das kleine Bonn mit der Entfernung

des „haupt“ aus Bundeshauptstadt fertig geworden

ist.

Die Identität einer Stadt

Bonn verändert sich oder noch besser: Bonn hat sich neu

erfunden. Nach dem Exodus der Bundesorgane und fast

aller diplomatischen Vertretungen hat sich der Bonner des

Rheinischen Grundgesetzes erinnert und mit „Et kütt wie

et kütt“ die Trümmer seines angeschlagenen Selbstbewusstseins

ausgeräumt. Die pittoresk-traditionelle Stadt am Rhein

packte ihren Charme selbstbewusst in beide Hände,

schürzte ihren Kussmund, wurde weltoffen, innovativ und

wegweisend. Die Sorge, kein Profil mehr zu haben, erwies

sich schnell als unbegründet. Im Gegenteil – die Bundesstadt

empfahl sich als Standort für einen gesunden

Mittelstand und mehrere DAX-Unternehmen. Sie öffnete

den neu angesiedelten UNO-Organisationen ihr Herz und

machte sich für Global Player interessant.

Aus dem Behördenstandort wurde eine prosperierende

Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg mit einer Vielzahl an

Dienstleistungen und einem feinen industriellen Mittelstand

– vor allem im Rhein-Sieg-Kreis. Wirtschaftlich hat die Region

den Regierungsumzug entgegen erster Befürchtungen und

negativer Erwartungen gut verkraftet. Sie hat an Einwoh -

nerzahl und Unternehmen kräftig zugelegt: bei den IHK-

Unternehmen von 33 492 im Jahr 1990 um satte 57,6

Prozent auf 52 795 im Jahr 2016. Als besonderer wirt -

schaftlicher Schwerpunkt hat sich die IT-Branche entwickelt,

und das nicht allein durch die Privatisierung der Deutschen

Bundespost.

Bonn ist „in“

Schon vor mehr als 2000 Jahren verstanden die Römer was

von der Schönheit dieses Fleckchens Erde; denn nicht

umsonst schlugen sie genau hier am Rhein ihr Lager

auf. Den Römern folgten viele Wahlbonner nach. Aus Bonn

ist heute ein attraktiv-bedeutender Kultur-, UNO-, Universitäts-,

Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort geworden.

Das Bundesviertel ist ein aktuelles Beispiel für den erfolg -

reichen Strukturwandel Bonns nach dem Ende der Hauptstadt-Ära:

Wo jahrzehntelang Bundesregierung und Par -

lament zu Hause waren, haben 19 UNO-Sekretariate mit

rund 1000 Mitarbeitern ihren Sitz. Im ehemaligen Plenarsaal

des Deutschen Bundestages, dem Herzstück des modernen

World Conference Center Bonn, trifft sich die Welt und gleich

nebenan stehen die modernen Firmenzentralen der

Deutschen Telekom und der Deutschen Post DHL.


FROM AN ADMINISTRATIVE TO A BUSINESS LOCATION – THE FEDERAL CITY OF BONN

There are days when the morning coffee already loses all

appeal after reading the newspaper headlines regarding

the relocation of the federal ministries from Bonn to

Berlin. Then, apart from a sip of water and a deep breath

to sink the rapidly rising blood pressure, the only thing

that helps is the realisation that a law obviously doesn’t

have to be a law.

Because, if it were different, nobody would have had to get

upset about the fact that the retention of all still remaining

ministries in the former federal capital of Germany could

even be worth the discussion. The coffee aroma would

make the start in the new day a cosy affair, and its wonderful

flavour would ensure an inspiring feeling of well-being.

However, things also work the way they are! They have to!

And for this reason, we rather ask ourselves how little Bonn

has coped with now only being a capital city and no longer

the capital city of Germany.

The identity of a city

Bonn has changed. Or, even better: Bonn has reinvented

itself. Following the exodus of the federal agencies and

almost all diplomatic representatives, the citizens of Bonn

recalled the Rhenish fundamental law and with “Et kütt wie

et kütt” cleared away the debris of their battered self-con -

fidence. The picturesque traditional city along the Rhine

River resolutely took its charm in both hands, puckered its

lips to a kiss, and became cosmopolitan, innovative and

pioneering. The concern that the city would no longer have

a profile rapidly proved itself to be unfounded. Quite the

contrary – the federal capital soon recommended itself as a

location for a healthy mittelstand (this refers to German midsized

companies) and numerous DAX companies. It opened

its heart to the newly-located UNO organisations and

became interesting for global players.

The city metamorphosed from an administrative location to

a prosperous Bonn/Rhein-Sieg business region with a large

array of service offers and a wonderful industrial mittelstand

– especially in the Rhein-Sieg district. From a business point

of view, the region has done a good job in mastering the

federal government’s relocation, and this despite initial fears

and negative expectations. There has been a significant

increase in the number of inhabitants and companies: at the

Chamber of Industry and Commerce, companies that numbered

33,492 back in 1990, have increased considerably by

57.6 percent, to 52,795 in 2016. The IT industry has developed

into a special economic area of focus, and this not only

due to the privatisation of the Deutsche Bundespost.

Bonn is “in”

Already more than 2,000 years ago, the Romans came to

appreciate the beauty of this little piece of earth. It was not

without reason that they selected this very location to set

up camp, here on the Rhine River. A large number of people

have subsequently decided to follow this example and

settle in Bonn. Today, it can rightly be said that Bonn has

evolved into an attractive and important cultural, UNO,

university, industry, scientific and business location.

The government quarter is a current example for the successful

structural transition Bonn has undergone following

the end of its era as the capital city of Germany: there where,

for decades, the federal government and parliament had

their headquarters, 19 UNO secretariats with about 1,000

employees now have their headquarters. The world meets

in the former plenary assembly room of the German

Bundestag, the heart of the modern World Conference

Center Bonn and, directly next door, visitors find the modern

company headquarters of Deutsche Telekom and Deutsche

Post DHL.

17


Die Bundesstadt Bonn hat den Strukturwandel vom

Behörden- zum Dienstleistungsstandort hervorragend bewältigt.

Bonn has done an outstanding job in mastering the structural transition

from an administrative city to a service-provider location.

Scientia Bonnensis – die Weisheit Bonns

Das Berlin/Bonn-Gesetz zusammengefasst

18

Seit 1996 nennt Bonn sich „die UN-Stadt am Rhein“. Am

28. Mai 2003 entschied die Bundesregierung, den „Langen

Eugen“ und das Bundeshaus den Vereinten Nationen zur

dauerhaften Nutzung zu überlassen und dort einen

UN-Campus zu bilden. Der Campus hat den Status eines

exterritorialen Gebietes. Jüngste UN-Organisation in Bonn

ist das am 3. März 2016 eingeweihte Wissenszentrum für

nachhaltige Entwicklung der Fortbildungsakademie des

Systems der Vereinten Nationen (UNSSC). Die Ansiedlungen

der Vereinten Nationen führten zu einem Anstieg der in

Bonn tätigen internationalen Institutionen und Nicht regie -

rungsorganisationen (NGOs), von denen sich in Bonn

inzwischen ungefähr 170 niedergelassen haben.

Seit der Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin haben

– geregelt durch das Berlin/Bonn-Gesetz vom 26. April 1994

– sechs Bundesministerien weiterhin ihren ersten Dienstsitz

in Bonn. Außerdem dürfen in den Berliner Ministerien nicht

mehr als die 10 000 Mitarbeiter in den Bonner Ministerien

beschäftigt sein. Ebenfalls durch das Gesetz geregelt wurde

der Umzug von 22 Bundesbehörden aus Berlin und dem

Rhein-Main-Gebiet in die Bundesstadt. Und der Bund legte

die Ansiedlung der privatisierten Staatsunternehmen

Deutsche Telekom, Deutsche Post und Postbank per Gesetz

fest.

Das Thema Ausgleich

Diese starke Vernetzung von UN, NGOs und regionaler

Wirtschaft ist von immenser Bedeutung. Gerade in den

Bonn hat den Strukturwandel vom

Behörden- zum Dienstleistungsstandort

hervorragend bewältigt.“

IHK-Hauptgeschäftsführer Hubertus Hille

Feldern Umwelt-, Klimaund

Naturschutz, Nachhaltigkeit

und Ökologie

sowie Entwicklungs -

zusammenarbeit ist die

Region sehr gut auf -

gestellt. Das Cluster aus UN, Bundesministerien, Verbänden,

NGOs und Unternehmen ist bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal.

Von Mitte 1991 – dem Zeitpunkt des Bonn/Berlin-Be -

schlusses – bis Mitte 2002 stieg die Zahl der beschäftigten

Arbeitnehmer in der Stadt Bonn um annähernd 11 400

(8,5 Prozent) auf 145 558 Personen. Ermöglicht wurde die

positive Entwicklung unter anderem durch die Ausgleichs -

zahlungen des Bundes an die Region, die sich insgesamt auf

etwa 1,4 Mrd. Euro belaufen.

Wenn da nicht die Art und Weise des Umgangs mit dem

Berlin/Bonn-Gesetz wäre, könnte man sich hierzulande jetzt

ganz entspannt zurücklehnen und den entgangenen

Morgenkaffee mit Blick auf den Rhein in aller Form genießen.

Wichtig ist, die noch verbliebenen Ministerien am

Ort zu halten, aber genauso wichtig ist es, die wirt schaft -

lichen Anreize und Perspektiven auszuweiten. Dann lässt

sich abschließend konstatieren: „Et es noch immer jot

jejange.“


Viele internationale Player, wie zum Beispiel die Deutsche Telekom,

haben ihre Unternehmenszentrale in Bonn.

Many international players such as Deutsche Telekom have their

corporate headquarters in Bonn.

Scientia Bonnensis – the wisdom of Bonn

Ever since 1996, Bonn has called itself “the UN-city on the

Rhine River”. On the 28th of May 2003, the federal government

of Germany decided to leave “Langen Eugen” and the

Bundestag building for permanent utilisation by the United

Nations and to form a UN campus there. The campus has

the status of an ex-territorial area. The youngest UN organisation

in Bonn is the knowledge centre that was inau -

gurated on the 3rd of March 2016. It focuses on sustainable

development of the further education academy of the

System of the United Nations (UNSSC). The settlement of

the United Nations resulted in an increase in the number of

internationally-active institutions and non-governmental

organisations (NGOs), of which about 170 have meanwhile

settled in Bonn.

This strong interconnectedness of the UN, NGOs and the

regional economy is of immense significance. The region is

very well-positioned, especially in the fields of the environment,

climate and nature conservation, sustainability,

ecology, and development assistance. The cluster, consisting

of the UN, federal ministries, associations, NGOs and

companies is a unique selling proposition throughout

Germany.

The Berlin/Bonn law, in a nutshell

Ever since the relocation of the government’s headquarters

to Berlin – which was regulated by the Berlin/Bonn law of

26 April 1994 – six federal ministries retained their official

place of residence in Bonn. In addition to this, not more than

the 10,000 employees employed in the Bonn ministries may

be employed in the Berlin ministries. Also regulated by

the law, was the relocation of 22 federal authorities from

Berlin and the Rhine-Main area to the federal city. And the

federation also stipulated by law the settlement of the

privatised government companies Deutsche Telekom,

Deutsche Post and Postbank.

The topic of compensation

From the middle of 1991 – the time of the Bonn/Berlin

decision – until the middle of 2002, the number of persons

employed in the City of Bonn increased by about 11,400

Bonn has done an outstanding job in

mastering the structural transition from

an administrative city to a service-provider

location.”

Chamber of Industry and Commerce managing

director, Hubertus Hille

(8.5 percent) to

145,558 persons.

This was facilitated

by the positive development

brought

on, among others,

by the compensation

payments of the Bund made to the region, which

amount to a total of about 1.4 billion euros.

Were it not for the way people deal with the Berlin/Bonn

law, it would be possible to lean back and feel completely

relaxed. It would also be possible to enjoy the cup of coffee

that couldn’t be drunk yet and enjoy the view across Rhine

in all its beauty. It is important to keep the still remaining

ministerial offices here on site, but equally important is

the expansion of business incentives and perspectives. Then,

in closing, it could be confirmed: “Et es noch immer jot

jejange.”

19


Birthe Fiedler

DER RHEIN-SIEG-KREIS –

ERFOLG DURCH VIELFALT

20

25 Jahre nach dem Hauptstadtbeschluss behauptet

sich der Rhein-Sieg-Kreis als Wachstumsregion. Er ist

ein wirtschaftlich starkes Gebiet mit einem vitalen Mittelstand,

einer exzellenten Wissenschaftslandschaft und

einer lebendigen Start-up-Szene.

Die Region als Tor zum romantischen Rhein hat zahlreiche

Naturschönheiten und kulturelle Perlen zu bieten. So

ursprünglich und facettenreich wie die Tourismusregion, so

authentisch und vielseitig präsentiert sich auch die

Hochschul-, Forschungs- und Unternehmenslandschaft an

Rhein und Sieg. Als Boom-Region hat der Rhein-Sieg-Kreis

das weit verbreitete Vorurteil widerlegt, dass ländlich mit

provinziell gleichzusetzen ist. Mehrere Hundert Betriebe

haben hier ihren Sitz – darunter auch Global Player, Hidden

Champions und eine wachsende Anzahl von Start-ups. Die

optimale Infrastruktur und die hohe Wohn- und Lebens -

qualität sind ein Markenzeichen der Region und garantieren

ein attraktives Arbeitsumfeld. Mit seinen 19 Städten und

Gemeinden zählt der Rhein-Sieg-Kreis zu den Gebieten mit

der dynamischsten Wirtschaftsentwicklung Deutschlands.

Die Erfolge, die der Rhein-Sieg-Kreis bei der Umstrukturierung

seiner Wirtschaft und Schaffung neuer Arbeits -

plätze verbuchen konnte, spiegeln sich in der Arbeitsmarkt -

bilanz: Mit 5,3 Prozent (Dezember 2015) weist die Region

eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Nordrhein-Westfalen

(NRW: 7,7) auf.

CGN – das Tor zur Welt

Expansive Wirtschaftsentwicklung, erfolgreiche Neugründungen

und Neuansiedlungen von Unternehmen ebnen

den Weg in die Zukunft. Hauptursache für die Wachstumsstärke

des Rhein-Sieg-Kreises ist seine Lage- und

Infrastrukturqualität. Die Anbindung an den Flughafen

Köln/Bonn (CGN) ist zu einem entscheidenden Standort -

faktor für Unternehmen geworden. Nach einer Studie des

Bundesverbands der deutschen Luftverkehrswirtschaft

(DBL) würden 23 Prozent der Unternehmen an einen

anderen Standort wechseln, wenn die Flugverbindung wegfallen

würde. Für Geschäftsreisende eröffnet sich das Tor zur

Welt, die Luftfracht eignet sich hervorragend für den

Versand von Kleinteilen und Expresslieferungen. Neben

den idealen Verkehrsanbindungen profitiert die Region

weiterhin von der unmittelbaren Nachbarschaft zu Köln und

Bonn, von der überdurchschnittlichen Ausstattung mit

Wissenschafts-, Forschungs- und Bildungseinrichtungen,

von einem außerordentlich hoch qualifizierten Arbeits -

kräftepotenzial sowie vom Angebot an attraktiven und

preisgünstigen Gewerbegrundstücken.

Stimmungsbarometer Rhein-Sieg

Ob Lebensqualität, Infrastruktur oder Wissenschaft – die hier

angesiedelten Unternehmen schätzen den Standort. „Wir

sind im Rheinland und der Welt zu Hause. Durch die Nähe

zur Metropolregion Köln/Bonn, die ausgezeichnete Ver -

kehrsanbindung, die facettenreichen Schul- und Uni ver -

sitäts angebote sowie die schöne Lage am Sieben gebirge ist

Siegburg für unsere Mitarbeiter ein attraktiver Platz zum

Leben und Arbeiten“, erklärt Ulrike Lüneburg, Director

Human Resources Germany von Siegwerk, und ergänzt: „Für

uns als technisch-naturwissenschaftliches Unternehmen ist

besonders auch die Nähe zur Hoch schule Bonn-Rhein-Sieg

und der Uni Bonn eine ideale Voraus setzung, um bereits früh

auf die Fach- und Füh rungs kräfte von morgen zu treffen und

sie für uns begeistern zu können.“ Diese Faktoren zählen

auch für die Grafschafter Krautfabrik. Neben der lokalen

Nähe zu den ergiebigen Anbaugebieten der Zuckerrüben

und Obstplantagen in der Voreifel profitiert der Hersteller

auch von der zentralen Lage. „Die gute verkehrstechnische

Anbindung rund um den Wirtschaftsstandort Köln/Bonn

Fortsetzung Seite 24


RHEIN-SIEG DISTRICT – SUCCESS THROUGH DIVERSITY

25 years after the decision on the capital of Germany, the

Rhein-Sieg district is holding its ground as a growth

region. It is a strong economic region with a vital mittelstand

of small and medium-sized businesses, an ex cellent

scientific landscape and a vital start-up scene.

Being the gate to the romantic Rhine, the region has numerous

natural attractions and cultural pearls on offer. The

tourism region is original and multifaceted, and this also

applies for the higher education, research and entrepreneurial

landscape along the Rhine and the Sieg. As a boom

region, the Rhein-Sieg district has refuted the broadly held

prejudice that rural automatically equals agrarian. Hundreds

of companies have their registered office here. There are also

global players among these, hidden champions and a growing

number of start-up companies. The optimal infrastructure,

the high residential quality and quality of life found

here are trademarks of this region, all of which guarantee an

attractive working environment. With its 19 cities and

municipalities, the Rhein-Sieg district is one of the areas

boasting the most dynamic economic development in

Germany. The successes the Rhein-Sieg district can report

with the reorganisation of its economy and the creation of

new jobs are mirrored in the labour market projections: with

5.3 percent (December 2015), the region has one of the lowest

rates of unemployment in North Rhine-Westphalia

(NRW: 7.7).

CGN – gate to the world

Expansive economic development, successful start-ups and

new company settlements pave the way for the future.

The location and infrastructure quality is the main reason for

the Rhein-Sieg district’s strong growth. The connection

to the Cologne/Bonn airport (CGN) has become a decisive

locational factor for companies. According to a study by the

Federal Association of the German Aviation Industry (DBL),

23 percent of the companies would change to another

location if the flight connection were no longer there. The

gate to the world is opened for business travellers, and air

freight is excellently suited for shipping small parts and

express deliveries. Apart from ideal transport connections,

the region continues to benefit from the direct proximity

to Cologne and Bonn, as well as the above-average supply

of scientific, research and education institutions, an exceptionally

highly-qualified workforce potential, and the offer

of attractive and low-priced commercial properties.

Mood barometer Rhein-Sieg

Regardless of whether it is the quality of life, infrastructure

or science – the companies that are located here appreciate

the location. “We are at home here in Rhineland and around

the globe. Thanks to the vicinity to the metropolitan region

of Cologne/Bonn, the outstanding transport connection,

the diverse offer of schools and universities, as well as the

appealing location at the Siebengebirge, Siegburg is an

attractive place to live and work for our employees“, explains

Ulrike Lüneburg, Director of Human Resources Germany at

Siegwerk, and she supplements: “for us as a technicalscientific

company, it is in particular also the closeness to

the Bonn-Rhein-Sieg University of Applied Sciences and the

University of Bonn that provide an ideal prerequisite to meet

the experts and managers of tomorrow and get them

excited about working for us.” These factors also apply for

Grafschafter Krautfabrik. Apart from the local vicinity to the

fertile cultivation areas for sugar beets and orchards in the

Voreifel region, the manufacturer also benefits from the

central location. “The good transport connection around the

business location of Cologne/Bonn allows efficient transportation

of our goods to the large main warehouses of our

customers from the trade and industry sector. In addition to

Continued on page 25

21


Information

Gründungsjahr: 1893

Mitarbeiter: 100

Leistungsspektrum:

Herstellung und Vertrieb

von Sirupen und Frucht -

aufstrichen

Produkte:

– Zuckerrübensirup

– Fruchtaufstriche

– Flüssigzucker-Produkte

Year of foundation: 1893

Employees: 100

Range of services:

manufacture and sale of

syrups and fruit spreads

Products:

– sugar beet molasses

– fruit spreads

– liquid sugar products

www.grafschafter.de

Grafschafter Krautfabrik Josef Schmitz KG

22

Seit über 120 Jahren widmet sich das Unternehmen

aus Meckenheim der Herstellung des beliebten Zucker -

rübensirups „Grafschafter Goldsaft“ und weiterer süßer

Brotaufstriche. Dazu gehört die rheinische Spezialität

Apfelkraut. Für die Lebensmittel herstellende Industrie

bietet Grafschafter Flüssigzucker-Produkte nach indivi -

dueller Rezeptur an.

For more than 120 years, the Meckenheim-based company

has been dedicated to manufacturing the popular

“Grafschafter Goldsaft” sugar beet molasses and other

sweet spreads. This also includes the Rhenish apple syrup

speciality. For the food producing industry, Grafschafter

offers liquid sugar products in the form of individualised

recipes.

Information

Wirtschaftsdaten:

Einwohner (2016): 49 100

SV-pflichtig Beschäftigte

(2015): 10 014

Arbeitslosenquote (2016):

3,9 Prozent

GewSt.-Hebesatz (v.H.)

(2015): 485

Vermarktung:

Wirtschaftsförderungsund

Entwicklungsgesellschaft

mbH Bornheim

Economic statistics:

Inhabitants (2016): 49,100

Insurable employees

(2015): 10,014

Rate of unemployment

(2016): 3.9 percent

Trade tax rate (per cent)

(2015): 485

Marketing:

Wirtschaftsförderungsund

Entwicklungsgesellschaft

mbH Bornheim

www.wfg-bornheim.de

Wirtschaftsstandort Bornheim

Business location Bornheim

Die Stadt Bornheim ist auch aufgrund ihrer Lage am Rhein

zwischen Köln und Bonn durch ein kontinuierliches Wirtschafts-

und Bevölkerungswachstum gekennzeichnet.

Die günstigen infrastrukturellen Bedingungen haben in

den letzten 20 Jahren zur Ansiedlung von rund 150 Betrieben

verschiedenster Branchen in den neu erschlossenen

Gewerbegebieten Bornheim-Süd/Alfter-Nord, Kardorf und

Sechtem geführt, was mit der Schaffung von circa 2500

neuen Arbeitsplätzen verbunden war. Erweiterungen sind

in Planung.

Also thanks to its location along the Rhine River, the City

of Bornheim, which is situated between Cologne and Bonn,

is characterised by continuous population growth. The

beneficial infrastructural conditions have resulted in about

150 companies settling here in the past 20 years. They

represent a variety of different industries and are found

in the newly developed industrial estates of Bornheim-

Süd/Alfter-Nord, Kardorf and Sechtem, which was asso -

ciated with the creation of about 2,500 new jobs. Expan -

sions are being planned.


Dr. Starck & Co. Gesellschaft für Wärme- und Kältetechnik mbH

23

Seit 70 Jahren ist Dr. Starck Industriedienstleister für Privathaushalte

und die Industrie. Von der Entwicklung über

die persönliche Betreuung bis hin zur Endmontage in

höchster Qualität sind wir ein zuverlässiger Partner.

Energie ist kostbar geworden. In jeder Hinsicht. Wir bieten

Ihnen zahlreiche Möglichkeiten, Ihre Immobilie so auszustatten,

dass Sie Geldbeutel und Umwelt gleichermaßen

schonen können. Unsere Lösungen für Privat kunden sind

so individuell wie deren Wünsche. Egal ob Heizungsoder

Klimatechnik, ob Elektro, regenerative Energien oder

Bäder: Wir bieten alle Leistungen komplett aus einer Hand

– als Ihr star(c)ker Partner.

Für unsere Industriekunden bieten wir vom Kälte- bis zum

Schallschutz, von der Gebäude- über die Umwelttechnik

bis hin zum Rohrleitungsbau ebenfalls ein breites Leistungsspektrum.

Unsere 470 Mitarbeiter in 13 bundes -

weiten Städten betrachten ihre Arbeit dabei nicht nur als

reines Handwerk, sondern verstehen sich als moderne

Dienstleister, die Ihre individuellen Wünsche erkennen

und umsetzen.

Information

Gründungsjahr: 1947

Mitarbeiter: 470 an

13 Standorten bundesweit

Leistungsspektrum:

für Privatkunden:

– Heizungstechnik

– Badmodernisierung

– regenerative Energien

– Elektro/MSR

– Kälte-, Klima-, Lüftungstechnik

für Industriekunden:

– Isoliertechnik

– Gebäude- und

Umwelttechnik

– Rohrleitungsbau

– Verfahrenstechnik

www.dr-starck.de

Year of foundation: 1947

Employees: 470 at 13 locations

throughout Germany

Range of services:

for private customers:

– heating engineering

– bathroom modernisation

– regenerative sources

of energy

– electro/ICA

– refrigeration, air-condi -

tioning and ventilation

engineering

for industrial customers:

– insulation technology

– building services and

environmental tech -

nology

– pipeline construction

– process technology

Dr. Starck has been an industrial service provider for

private households and the industry for 70 years. From

development to personal support and right up to the final

assembly in highest quality, we are a reliable partner.

Energy has become valuable. In every respect. We offer

you a range of different possibilities for your property that

are environmentally-friendly and, to an equal extent, kind

to your wallet. Our solutions for private customers are as

individual as their wishes: be it for heating or air-condi -

tioning technology; as regards electric or regenerative

sources of energy, or bathrooms: as your powerful partner,

we offer all services from one single source.

We also offer a wide array of services for our industrial customers.

This covers everything from thermal to acoustic

protection, building to environmental technology, and

right up to pipeline construction. In the process, our 470

employees in 13 cities throughout the country do not only

consider their work from the craftsmanship perspective.

They also see themselves as modern-day service providers

who recognise your individual wishes and realise these.


Information

Gründungsjahr: 1985

Mitarbeiter: 3000 in der

Region Rheinland, davon

189 in der NL Bonn Rhein-

Sieg-Ahr

Leistungsspektrum:

Full-Service-Anbieter der

Entsorgungswirtschaft mit

Betriebsstätten in Bonn,

Hennef und Sinzig sowie

einer Wertstoffaufbereitungsanlage

in Troisdorf

www.remondis-rheinland.de

Year of foundation: 1985

Employees: 3,000 in the

Rhineland region, of which

189 are in the Bonn Rhein-

Sieg-Ahr subsidiary

Range of services:

Full-service waste management

provider with production

sites in Bonn, Hennef

and Sinzig, as well as a re -

cycling facility in Troisdorf

REMONDIS GmbH Reinland, Niederlassung Bonn Rhein-Sieg-Ahr

Branch Bonn Rhein-Sieg-Ahr

24

Die REMONDIS GmbH ist ein Full-Service-Anbieter der

Entsorgungs wirtschaft. Zu ihrem Leistungsangebot zählen

umweltgerechte Ver wertungs- und Entsorgungslösungen

für private, gewerbliche, insti tutionelle, industrielle und

kommunale Kunden. Die Dienstleistungen reichen von

der Abfallberatung über die Erfassung und den Umschlag

von Abfällen bis hin zur Behandlung, Aufbereitung und

Entsorgung. Darüber hinaus stellt das Unternehmen

seinen Kunden Behälter und Systeme für Abfall und Transport

in allen Größen zur Verfügung.

REMONDIS GmbH is a full-service provider in the waste

disposal industry. Included in its range of services are

environmentally-friendly utilisation and disposal solutions

for private, commercial, institutional, industrial and muni c -

ipal customers. The services cover everything from waste

consulting to the collection and handling of waste, right

up to waste treatment, processing and disposal. In addi -

tion to this, the company provides its customers with

containers and systems for waste and transportation in

all sizes.

ermöglicht einen effizienten Transport unserer Waren an die

großen Hauptlager unserer Kunden aus Handel und

Industrie. Der Rhein-Sieg-Kreis bietet außerdem eine große

Auswahl qualifizierter Arbeitskräfte, nicht zuletzt aufgrund

der vielen Bildungsmöglichkeiten und der hier angesiedelten

Institute für Forschung und Wissenschaft", unterstreicht

der Geschäftsführer Stefan Franceschini.

Ein gesunder Branchenmix zahlt sich aus

Die Region beherbergt eine große Vielfalt an traditionellen

sowie innovativen forschungs- und entwicklungsintensiven

Branchen. Zukunftsweisende Wirtschaftscluster sind vor

allem Gesundheitswirtschaft, Informations- und Kommunikationswirtschaft

sowie Geo-Informationswirtschaft und

Kunststoffindustrie. So zählt das Rheinbacher Unternehmen

Inmatec Technologies, das auf Design und Herstellung von

Feedstocks für den keramischen Spritzguss spezialisiert ist,

zu den Hidden Champions. Ein Schwergewicht unter den

heimlichen Weltmarkführern ist die Reifenhäuser-Gruppe,

die Technologien und Komponenten für die Kunststoff -

extrusion entwickelt. Außerdem hat sich die technologie -

orientierte Gründerszene weit über die Grenzen der Region

hinaus einen Namen gemacht. So zum Beispiel das Startup-Unternehmen

SIDACT in Sankt Augustin, dessen Software

die Größe von Crash-Simulationsergebnissen komprimiert

und somit die verteilte Produktionsentwicklung im

Automobilsektor möglich macht. Ebenso das Troisdorfer

Start-up WPX Faserkeramik, das eine Hochleistungs-

Faserverbundkeramik aus der Luft- und Raumfahrt in die

industrielle Anwendung überführt.


Blick auf Siegburg – die Kreisstadt des Rhein-Sieg-Kreises

A view toward Siegburg – the district city of the Rhein-Sieg district

this, the Rhein-Sieg district also offers a large selection of

qualified workers, not least owing to the great number of

education possibilities and the institutes for research and

science that are located here“, the managing director Stefan

Franceschini emphasises.

A healthy branch mixture pays

The region is home to a great variety of traditional and

innovative research- and development-intensive industries.

Pioneering economic clusters are found, in particular, in the

health business, the information and communications industry

as well as the geo-information business sector and

the plastics industry. Here, Rheinbacher-based Inmatec

Technologies, which is specialised in the design and production

of feedstocks for ceramic injection moulding, is con -

sidered one of the hidden champions. The Reifenhäuser

Group is a heavyweight among the secret world market

leaders, and it develops technologies and components for

plastic extrusion. What is more, the technologically-oriented

start-up scene has made a name for itself far beyond

regional boundaries. Here, for instance, the startup company

SIDACT in Sankt Augustin, whose software condenses

the size of crash-simulation results and as such allows

distributed production development in the automotive

sector. This applies equally for the Troisdorf startup, WPX

Faserkeramik, which transfers high-performance fibrecomposite

ceramic from the aerospace industry to industrial

applications.

Metropolitan region Rhineland:

setting the course for the future

Globalisation starts with the little things. The future viability

and versatility of the region is further strengthened by

the formation of the Rhineland metropolitan region – the

association going by the same name is currently in the foundation

stage. “Already today, the individual boundaries

between the regional administrative bodies often become

blurred in daily life. Topics such as the traffic infrastructure,

the securing of commercial premises, the population

growth in cities, and national and international location

marketing or the securing of specialised workers can only

be solved in a mutual approach. The influence on regional,

federal and Europe politics is significantly greater when

appearing as a single region. What is more, the metropolitan

region promotes intercommunal cooperation, and efficiency

and coordinated regional planning is strived for“, is

the conclusion of Dr Hubertus Hille, managing director of

the Bonn/Rhein-Sieg Chamber of Industry and Commerce.

This has the purpose of benefitting companies, with an

improved communal and regional offer.

25


26

Die Benediktinerabtei Michaelsberg ist eine der vielen kulturellen

Sehenswürdigkeiten des Rhein-Sieg-Kreises.

The Michaelsberg Benedictine abbey is one of many cultural places

of interest in the Rhein-Sieg district.

Metropolregion Rheinland:

Weichen für die Zukunft stellen

Globalisierung fängt im Kleinen an. Die Zukunftsfähigkeit

und Vielseitigkeit der Region wird durch die Bildung der

Metropolregion Rheinland – der gleichnamige Verein

befindet sich in der Gründungsphase – weiter gestärkt.

„Schon heute verschwimmen im Alltag oft die Grenzen

zwischen den einzelnen Gebietskörperschaften. Themen

wie die Verkehrsinfrastruktur, die Sicherung von Gewerbeflächen,

das Bevölkerungswachstum in den Städten,

nationales und internationales Standortmarketing oder die

Fachkräftesicherung lassen sich nur gemeinsam lösen. Der

Einfluss auf Landes-, Bundes- und Europapolitik ist bei einem

gemeinsamen Auftreten als eine Region wesentlich größer.

Zudem wird durch die Metropolregion die interkommunale

Zusammenarbeit und deren Effizienz gefördert und eine

abgestimmte Regionalplanung angestrebt“, bilanziert

Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/

Rhein-Sieg. Dies soll den Unternehmen durch ein ver -

bessertes kommunales und regionales Angebot zugute

kommen.


WIR SIND LANDGARD

WE ARE LANDGARD

27

Täglich frische Produkte und Konzepte für Qualität und

Vielfalt, dafür steht Landgard als moderne vermarktende

Erzeugergenossenschaft für Blumen und Pflanzen sowie

Obst und Gemüse mit mehr als 3200 Mitgliedsbetrieben.

Auch bei der Landgard Vermarktungsgesellschaft für Obst

& Gemüse am Standort Bornheim-Roisdorf dreht sich alles

um die ersthändige Warenversorgung der Kunden sowie

maßgeschneiderte Produkt- und Dienstleistungskonzepte.

Der traditionsreiche Standort ist ein wichtiger Partner für

die Obst- und Gemüsebetriebe der Region. Neben einer

leistungsfähigen Logistik und einem eigenen Qualitäts -

Information

Gründungsjahr: 1914

Mitarbeiter: 3000

(Landgard gesamt)

Leistungsspektrum:

ganzjährige Vermarktung

eines Frische-Vollsortiments

regionaler, natio -

naler und internationaler

Herkunft an den Einzel-,

Fach- und Lebensmittelhandel

sowie den Discount,

Zentrallager- und

Filialbelieferung, flexible

Logistik- und Packdienstleistungen,

E-Commerce-

Lösungen, innovative

Vermarktungskonzepte,

professionelles Qualitätsmanagement

www.landgard.de

Year of foundation: 1914

Employees: 3,000

(Landgard in total)

Range of services:

all-year round marketing

of a full assortment of

fresh, regional, national

and international pro v -

enance products to the

retail, specialist, and food

trade, as well as to the

discount, central warehouse

and subsidiary store

delivery, flexible logistics

and packing services,

e-commerce solutions,

innovative marketing

concepts and professional

quality management

management ermöglicht eine zentrale Packstation

umfassende Packdienstleistungen nach den individuellen

Verpackungsanforderungen der Kunden.

Darüber hinaus ist die Niederlassung in Roisdorf Sitz der

Landgard Bio GmbH. Aufgrund der wachsenden Nachfrage

nach Bioprodukten wird der Bereich, der ein um -

fassendes Bio-Obst- und -Gemüse-Sortiment aus kontrollierten

biologischen Erzeugerbetrieben bündelt, aktuell

weiter ausgebaut.

Fresh products every day and concepts for quality and

variety. This is what characterises Landgard, a modern,

marketing producers’ cooperative for flowers and plants

as well as fruit and vegetables, with more than 3,200

member companies.

At the Landgard marketing company for fruit & vege -

tables, which is located in Bornheim-Roisdorf, everything

also revolves around the first-hand supply of goods for

the customers in addition to customised product and

service concepts. The location, which can look back at a

long tradition, is an important partner for the fruit and

vegetable companies found in the region. Apart from

high-performance logistics and own quality management,

a central packing station also facilitates extensive packing

per formances that are tailored to the customers’ individual

packaging requirements.

In addition to this, the subsidiary in Roisdorf is the head

office of Landgard Bio GmbH. This sector, which bundles

a comprehensive assortment of organic fruits and vege -

tables from controlled organic production operations,

is currently being expanded further as a result of the

growing demand for organic products.


Lothar Schmitz

DAS POLITISCHE BONN – KOMPETENZZENTRUM

FÜR DEUTSCHLAND UND DIE WELT

28

Die Silbe „haupt“ ist verschwunden. Bonn ist „nur“ noch

Bundesstadt. 25 Jahre nach dem historischen Votum des

Bundestages für Berlin ist Bonn jedoch nach wie vor Sitz

vieler Bundesministerien. Hinzugekommen sind bedeutende

Bundesbehörden – und die UNO mit inzwischen 19

Institutionen, in denen rund 1000 Menschen arbeiten.

Zahlreiche internationale Institutionen runden das neue

Profil der Bundes- und UNO-Stadt ab.

Für die meisten Bonner ist es ein ganz besonderer Ort: der

ehemalige Plenarsaal des Deutschen Bundestages im heu -

tigen World Conference Center Bonn direkt am Rhein. 1992

bis 1999 tagten hier die Bundestagsabgeordneten – auf

Abruf; denn seit dem historischen Hauptstadtbeschluss des

Bundestages vom 20. Juni 1991 war klar, dass der Parlaments-

und Regierungssitz von Bonn nach Berlin verlagert

würde. Im Sommer 1999 war es so weit.

Bundesministerien in Berlin. Nach dem Berlin/Bonn-Gesetz

vom 26. April 1994 sollte das anders sein. Der IHK-Präsident

forderte deshalb „eine neue, verlässliche Vereinbarung

zwischen Bund, der Region Bonn/Rhein-Sieg sowie den

Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz“. Sie

müsse unter den heutigen Bedingungen formulieren, was

mit der Festlegung im Berlin/Bonn-Gesetz beabsichtigt

gewesen sei: Bonn als Verwaltungsstadt des Bundes und

zugleich politische Präsenz der Bundesregierung in Bonn.

So steht es im Gesetz. Es regelt unter anderem die

Aufteilung der Ministerien. Demnach haben bis heute sechs

Ministerien ihren ersten Dienstsitz in Bonn: Verteidigung;

Ernährung und Landwirtschaft; Wirtschaftliche Zusammen -

arbeit und Entwicklung; Umwelt, Naturschutz, Bau und

Reaktorsicherheit; Gesundheit sowie Bildung und For -

schung.

In diesem besonderen Saal feierte die IHK Bonn/Rhein-Sieg

im Juli 2016 ihr 125-jähriges Bestehen. In einem zentralen

Punkt waren sich die Redner des Festakts – darunter

Bundestagspräsident Professor Dr. Norbert Lammers – einig:

„Wir brauchen Verlässlichkeit und Berechenbarkeit. Das gilt

auch für die vom Deutschen Bundestag beschlossene

Arbeits teilung zwischen der Bundeshauptstadt Berlin und

der deutschen UNO-Stadt und Bundesstadt Bonn“, um es

mit den Worten von IHK-Präsident Wolfgang Grießl zu sagen.

Eine Zäsur: das Berlin/Bonn-Gesetz

1991, nach dem Umzugsbeschluss, war die Region in großer

Sorge um ihre Zukunft. Heute sorgt sie sich erneut. Denn inzwischen

arbeiten über 60 Prozent der Beschäftigten der

Hinzugekommen ist zudem eine ganze Reihe bedeutender

Bundesbehörden, etwa das Bundeskartellamt, der Bundesrechnungshof,

das Bundesamt für Finanzdienst leis -

tungsaufsicht oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte.

Sechs Bundesministerien mit Hauptsitz in Bonn

Zwischen den sechs Bundesministerien mit Hauptsitz in

Bonn und vielen anderen Einrichtungen in Bonn bestehen

enge Verflechtungen. So arbeitet das Bundesministerium

für Bildung und Forschung eng mit den in Bonn ansässigen

Einrichtungen der Wissenschaftsverwaltung zusammen,

etwa der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder

dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).


Das Bundeshaus war bis 1999 Sitz des Deutschen Bundestages.

The Bundestag building was the seat of the

German Bundestag until 1999.

29

THE POLITICAL BONN – CENTRE OF COMPETENCE FOR GERMANY AND THE WORLD

The syllable “capital” has vanished. Now Bonn is “only” a

federal city. However, 25 years after the historical vote of

the German Bundestag in favour of Berlin, Bonn is still the

registered office for numerous federal ministries. Still

to be added to these are important federal authorities

and the UNO with meanwhile 19 institutions, in which

about 1,000 people work. Numerous international institutions

round off the new profile of the federal and UNO

city.

For the majority of Bonn’s citizens, this is a very special

location: the former plenary hall of the German Bundestag,

located in the present-day World Conference Center Bonn,

directly on the Rhine. The members of the Bundestag

convened here from 1992 to 1999 – on call, because, since

the historic decision of the German Bundestag on the capital

of Germany on 20 June 1991, it was clear that the seat

of parliament and government would be shifted from Bonn

to Berlin. In the summer of 1999 the time for this had come.

The Bonn/Rhein-Sieg Chamber of Industry and Commerce

celebrated its 125th anniversary in this special hall in July

2016. The speakers of the official ceremony, including

among others, the President of the Bundestag, Professor Dr

Norbert Lammers, all shared the same opinion on one

central point: “We need reliability and predictability. This also

applies for the division of labour decided by the German

Bundestag between the German capital Berlin and the

German UNO city and federal City of Bonn“, to say it with

the words of Chamber of Industry and Commerce president,

Wolfgang Grießl.

A caesura: the Berlin/Bonn law

In 1991, following the decision to relocate, the region was

gravely concerned for its future. Today, it is concerned once

again. This is because, meanwhile, more than 60 percent of

the employees of the federal ministries are working in Berlin.

Based on the Berlin/Bonn law of 26 April 1994, this was not


30

Insbesondere die beiden Bundesministerien für Umwelt,

Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie für Wirt -

schaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung profitieren

von der Nähe zu zahlreichen Institutionen und NGOs, die

ihren Sitz in Bonn haben oder hierher verlagerten, darunter

die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammen -

arbeit (GIZ) mit 17 300 Beschäftigten weltweit.

UNO-Stadt Bonn:

18 Institutionen mit 1000 Beschäftigten

Eine dieser Institutionen verdient es, besonders hervor -

gehoben zu werden: Bonn hat sich neben Genf und Wien

zum wichtigsten UNO-Standort in Europa entwickelt. Zu

den insgesamt 18 UNO-Institutionen mit Sitz in Bonn

gehören unter anderem das Klimasekretariat, das Sekretariat

zur Bekämpfung der Wüstenbildung oder das Freiwilligenprogramm

der Vereinten Nationen. 1000 Beschäftigte zählen

alle UNO-Einrichtungen inzwischen zusammen.

Die Vereinten Nationen sind damit für die Region Bonn zu

einem wichtigen Image- und Wirtschaftsfaktor geworden.

Was „die Folgen des Verlustes des Parlamentssitzes und des

Regierungssitzes“, wie es im Berlin/Bonn-Gesetz heißt, etwas

schmälert. Diese sollen nämlich „angemessen ausgeglichen“

werden durch die „Übernahme und Ansiedlung neuer Funktionen

und Institutionen von nationaler und internationaler

Bedeutung im politischen, wissenschaftlichen und kulturellen

Bereich sowie durch Unterstützung bei notwendigen

Umstrukturierungsmaßnahmen“. Einer der Bereiche, in

denen der Ausgleich realisiert wurde, ist „Bonn als Standort

für Entwicklungspolitik, nationale, internationale und supranationale

Einrichtungen“. Die 18 UNO-Institutionen sowie

die zahlreichen anderen internationalen Akteure mit insgesamt

über 7000 Beschäftigten haben Bonn tatsächlich einen

„angemessenen Ausgleich“ beschert.

Ministeriumsarbeitsplätze:

den „Rutschbahneffekt“ stoppen

Wie die Stellenaufteilung der Bundesministerien zwischen

2002 und 2015 zeigt, steht es um den Ausgleich auf diesem

Gebiet weniger gut. Waren 2002 knapp 60 Prozent der

Stellen in Bonn angesiedelt, sank diese Zahl in den Folgejahren

kontinuierlich. Bereits 2007 war es nur noch die

Hälfte, 2015 sank die Anzahl auf 36 Prozent. Tendenz: weiter

fallend. Nicht nur die IHK und viele andere regionale Akteure,

sondern auch der Rat der Stadt Bonn forderte deshalb in

den vergangenen Jahren die Bundesregierung mehrfach

zur Einhaltung des Berlin/Bonn-Gesetzes auf.

Seit einigen Monaten wird der Druck auf den Bund erhöht

– und zwar mit vereinten Kräften. Die politischen Vertreter

der Stadt Bonn, die Spitzen des Rhein-Sieg-Kreises und des

Kreises Ahrweiler, Vertreter der Landesregierungen Nord -

rhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie die Landtags-,

Bundestags- und Europaabgeordneten der Region ziehen

an einem Strang – sie treten gemeinsam für die Sicherung

der Zukunft Bonns und der Region als Bundesstadt ein. Der

Bonner Oberbürgermeister: „Wir stehen zusammen, wie vor

25 Jahren!“

In einem einstimmig verabschiedeten Positionspapier

forderten sie im Juli 2016, das Berlin/Bonn-Gesetz dürfe

nicht weiter ausgehöhlt werden, und es müssten ver -

bindliche Vorkehrungen getroffen werden, damit der bis -

herige „Rutschbahneffekt“ gestoppt werde. „Bundesstadt

Bonn – Kompetenzzentrum für Deutschland“ heißt das

Positions papier. Angesichts der Bedeutung, die Bonn als

UNO-Stand ort erlangt hat, könnte man auch sagen: ein

Kompetenz zentrum für Deutschland und die Welt.


31

Der UN Campus ist das Zentrum der Organisationen der Vereinten

Nationen in Bonn und ist als exterritoriales Gebiet ausgewiesen.

The UN Campus is the centre of the organisations of the United Nations

in Bonn and is designated as an ex-territorial area.

intended like this. For this reason, the Chamber of Industry

and Commerce president is calling for “a new, reliable

arrangement between the federation, the Bonn/Rhein-Sieg

region and the federal states of North Rhine-Westphalia and

Rhineland-Palatinate.“ By taking current conditions into

account, it has to formulate what was intended with the

regulation in the Berlin/Bonn law: Bonn as the administrative

city of the federal government and, at the same time, the

political presence of the federal government in Bonn.

This is what is stipulated in the law. Among other things, the

ministries’ division is regulated. According to this, six

ministries have their first place of residence in Bonn:

Defence; Nutrition and Agriculture; Economic Cooperation

and Development; Environment, Nature Conservation, Construction

and Nuclear Safety; Health, as well as Education

and Research.

Also added to this is a whole range of important federal

authorities such as the Federal Cartel Office, Federal Audit

Office, Federal Financial Supervisory Authority or the Federal

Institute for Drugs and Medical Devices.

Six federal ministries with their head office in Bonn

There are close ties between the six federal ministries with

their head office in Bonn and numerous other institutions

in Bonn. In this respect, the Federal Ministry of Education

and Research cooperates closely with the institutions for

scientific administration that are located in Bonn, such as

the German Research Foundation (DFG) or the German

Academic Exchange Service (DAAD).

Continued on page 33


32

Gustav-Stresemann-Institut e.V.

Das Gustav-Stresemann-Institut – getragen von einem

gemeinnützigen Verein – vereint die klassische politische

Bildung mit den ausgezeichneten Tagungsmöglichkeiten

eines großen Konferenzzentrums sowie einem 3-Sterne-

Superior Hotel und bietet damit die Plattform für einen

politischen „Think-Tank“.

Es gehört zu den führenden Institutionen, die sich mit

unterschiedlichen Angeboten und Formaten in die aktu -

ellen politischen Debatten einmischen und in der Öffentlichkeit

als wichtige Stimme gehört werden.

Das GSI setzt dabei Themen auf die Agenda, bietet die

inhaltliche und organisatorische Plattform für Diskus -

sionen, organisiert Expertise, führt die Experten der

Themen zusammen und macht so den politischen Diskurs

möglich, transparent und öffentlich.

Information

Gründungsjahr: 1951

Gründung des Internationalen

Jugendsekretariats

der Europäischen Bewegung;

1959 Umbenennung

in Gustav-Stresemann-

Institut e. V. (GSI)

Mitarbeiter: rund 80

Politischer Auftrag:

Internationale Kooperation,

übernationale Integration

– insbesondere in Europa –

und grenzüberschreitende

Zusammenarbeit in möglichst

weiten Bereichen;

politische Bildung

Angebotsspektrum:

– politische Bildung

– Tagungszentrum

– Hotel

www.gsi-bonn.de

Year founded: 1951 found -

ing of “Internationales

Jugendsekretariat der

Europäischen Bewegung”;

1959, renaming into

Gustav-Stresemann-Institut

e. V. (GSI)

Employees: about 80

Political brief:

International co-operation,

supranational integration -

in particular in Europe -

and transnational cooperation

in the largest

number of fields; civic

education

Range of services:

– civic education

– conference centre

– hotel

The Gustav-Stresemann-Institut – based on a non- profit

association – combines classic civic education with

the outstanding conference facilities of a large con ference

centre and a 3-star superior hotel. As such, it offers the

platform for a political “think tank”.

It ranks among the leading institutions which get involved

in a number of different offers and formats in current

political debates and are heard as an important voice in

the public sphere.

In this regard, GSI puts topics on the agenda, offers the

content-relevant and organisational platform for discussion;

organises expertise, bringing together experts on the

topics and, in so doing, facilitates the political discussion

possible, in a transparent and public manner.


Especially the two federal ministries for Environment, Nature

Conservation, Building and Nuclear Safety as well as Economic

Cooperation and Development benefit from the

proximity to numerous institutions and NGOs that have their

head office in Bonn or have relocated here. Among these is

the German Federal Enterprise for International Cooperation

(GIZ), with 17,300 employees worldwide.

UNO city Bonn: 18 institutions with 1,000 employees

One of these institutions deserves particular mention: apart

from Geneva and Vienna, Bonn has developed into the most

important UNO location in Europe. Counting among the

total of 18 UNO institutions that have their head office in

Bonn are, among others, the Climate Secretariat, the Se -

cretariat to Combat Desertification or the volunteer programme

of the United Nations. Meanwhile, when adding

together all UNO institutions, they employ 1,000 people.

Thus, the United Nations has become an important image

and economic factor for the Bonn region. This has slightly

mitigated “the consequences arising from the loss of the

parliamentary residence and seat of government“, as it is

formulated in the Berlin/Bonn law. These losses are to be

“appropriately compensated for” by the “assumption and

establishment of new functions and institutions of national

and international significance in the political, scientific and

cultural sectors, as well as with support by means of the

required restructuring measures.“ One of the sectors in

which the compensation has been realised is “Bonn as a

location for development policy, national, international and

supranational institutions.” The 18 UNO institutions, as well

as numerous other international actors, with a total of more

than 7,000 employees, have actually provided Bonn with

“adequate compensation”.

Jobs in ministries: stopping the “slide effect”

When looking at the distribution of workplaces of the

federal ministries between 2002 and 2015, it can be seen

that the compensation in this area is not as good. Whilst

almost 60 percent of the workplaces were in Bonn in 2002,

the number has continually decreased in the following

years. Already by 2007, it was only half of the amount in

2002, and in 2015 the number had decreased to 36 percent.

Trend: decreasing further. Thus, not only have the Chamber

of Industry and Commerce and a large number of other

regional actors been calling on the federal government to

comply with the Berlin/Bonn laws in the past years but also,

on numerous occasions, the municipal council of the City

of Bonn.

The pressure on the federation has been increased for a

number of months now – and this has been done in the

form of a combined effort. The political representatives of

the City of Bonn, the heads of the Rhein-Sieg and Ahrweiler

district, representatives of the provincial governments of

North Rhine-Westphalia and Rhineland-Palatinate, as well as

members of the Landtag, federal government, and members

of the European Parliament of the region are all pulling

together and acting in concert to secure the future of Bonn

and the region as a federal city. The Bonn senior mayor: “We

stand together, like we did 25 years ago!”

In July 2016, in an unanimously adopted position paper,

they demanded that the Berlin/Bonn law must not be undermined

further, and that binding measures are to be taken

to ensure that the “sliding effect“, which has been observed

to date, is to be stopped. “The Federal City of Bonn – Centre

of Competence for Germany” is the name of the position

paper. In the light of the significance that Bonn has attained

as a UNO location, one could also say: a Centre of Com -

petence for Germany and the world.

33


Lothar Schmitz

JENSEITS DES KIRCHTURMDENKENS –

EINE REGION FORMIERT SICH

34

Allein oder gemeinsam? Versuchen kann man beides,

doch auf den meisten Gebieten wird man schnell zu der

Erkenntnis gelangen, dass es gemeinsam besser geht. In

Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis wissen die Verantwortlichen:

„Gemeinsam sind wir stark!“ Gemeinden

weisen gemeinsame Gewerbegebiete aus, Ausschüsse

von Stadt und Kreis tagen gemeinsam, gegenüber Land

und Bund werden die Reihen geschlossen.

Nicht überall werden Kooperation und Zusammenwirken

geschätzt. Im Juni 2016 stimmten rund 52 Prozent der Briten

für den „Brexit“, also dafür, dass Großbritannien die EU verlassen

soll. Eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger

glaubt also tatsächlich, dass man allein besser klarkomme

als in der Gemeinschaft.

Das sieht man in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis anders. Zwar

sind Beethoven und der romantische Rhein weltbekannt,

doch macht man sich in Stadt und Kreis keine Illusionen

darüber, dass man im bundes-, europa- und weltweiten

Standortwettbewerb allein kaum bestehen kann. Gemeinsam

hingegen lässt sich viel bewegen.

Kommunen kooperieren

Fangen wir auf der kleinsten Ebene an: bei den Kommunen.

Nicht immer erweisen sich deren Grenzen als sinnvoll, etwa

wenn es um Gewerbeansiedlungen geht. Also werden die

Grenzen dort, wo es möglich und sinnvoll ist, ein wenig

gelockert. Als gutes Beispiel für ein gemeinsames Ge -

werbegebiet gilt zum Beispiel die Zusammenarbeit

zwischen den Nachbargemeinden Alfter und Bornheim. Die

dortige Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungs gesell -

schaft kümmert sich um die Vermarktung – und hat damit

mehr Erfolg, als wenn jede Kommune für sich allein agieren

würde. Ein anderes Beispiel ist der bio innovation park

Rheinland. Zwei Städte – Rheinbach und Meckenheim –

haben sich zusammengetan, um gemeinsam einen

Standort für grüne Technologien zu entwickeln; mit dabei

sind drei Hochschulen der Region.

Wie die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis

zusammenarbeiten

Auch auf der nächsthöheren Ebene geht man lieber

gemeinsam vor als jeder für sich. Die Stadt Bonn und der

Rhein-Sieg-Kreis arbeiten inzwischen auf so vielen Feldern

zusammen, dass es gar nicht so einfach ist, den Überblick

zu bewahren. Wie auch auf kommunaler Ebene spielen

dabei Flächenentwicklung und Raumordnung eine wich -

tige Rolle. Sowohl Bonn als auch der die Bundesstadt

umgebende Rhein-Sieg-Kreis wachsen, die Bevölkerungs -

zahl nimmt stetig zu. Eine der zentralen Voraussetzungen

für die Entstehung neuer und die Sicherung bestehender

Arbeitsplätze ist jedoch ein bedarfsgerechtes Gewerbeflächenangebot.

Dieses bereitzustellen, ist man sich einig,

geht nur gemeinsam.

Interkommunale Gewerbegebiete sind ein Instrument,

gemeinsame Raumplanung ein anderes. Dazu hat man

sogar den südlichen Nachbarkreis Ahrweiler mit ins Boot

genommen und den regionalen Arbeitskreis Entwicklung,

Planung und Verkehr Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler (:rak) ins

Leben gerufen.

Verkehr ist ein wichtiges Stichwort: Auch hier geht man in

vielen Belangen gemeinsam vor. Die Stadt und der Rhein-

Sieg-Kreis entwickeln das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs

gemeinsam weiter und setzen sich zudem

Seite an Seite für Verbesserungen im regionalen Eisen -

bahnverkehr ein. Beispiele dafür sind der Ausbau der Voreifelbahn,

die rechtsrheinische Verlängerung der Linie S13


OUTSIDE OF PAROCHIAL THINKING – A REGION IS FORMING

Should we go it alone or collectively? Both options are

possible but in most sectors one will quickly come to the

conclusion that things run better when performed in

cooperation. In Bonn and in the Rhein-Sieg district, the

responsible persons know: “working together, we are

strong!” Municipalities designate mutual commercial

areas; municipal and district committees convene joint

meetings, and they are closing ranks in their communi -

cation toward the state and federal governments.

Cooperation and collaboration is not appreciated everywhere.

In June 2016, about 52 percent of the British voted

for “Brexit”, thus that Great Britain should leave the EU. Thus,

a majority of the citizens actually believe that it is better to

handle things on one’s own than in the community.

In Bonn and in the Rhein-Sieg district, people have a dif -

ferent opinion on this. Although Beethoven and the romantic

Rhine River are world famous, both the city and district

have no illusions that in federal, European and global location

competition, it is virtually impossible to remain standing

when going it alone. Together, on the other hand, a great

deal can be achieved.

Municipalities cooperate

Let’s start at the smallest level: with the municipalities. Their

boundaries do not always prove sensible, for instance when

considering the establishment of businesses. Thus, there

where it is possible and sensible, the boundaries are not

taken so seriously. A good example for a mutual industrial

park, for instance, is found with the cooperation between

the neighbouring municipalities of Alfter and Bornheim. The

business support and development company there takes

care of the marketing work – and is more successful with

this than would be the case if every municipality were to act

for itself. Another example can be seen with the bio innovation

park Rheinland. Two cities – Rheinbach and Meckenheim

– have joined forces to develop a mutual location for

green technologies, and three tertiary institutions from the

region are also involved.

How the City of Bonn and the Rhein-Sieg district

work together

Also at the next higher level, the option of taking joint action

is preferred to that of each party acting for itself. Meanwhile,

the City of Bonn and the Rhein-Sieg district are working

together in so many areas that it is not so simple to keep a

clear overview. Here, too, as was the case at a municipal

level, land development and regional planning play an

important role. Both Bonn and the Rhein-Sieg district

surrounding the federal city are growing, and the population

is constantly increasing. However, one of the key prerequisites

for the creation of new jobs and the securing of

existing jobs is a needs-based offer of commercial space.

Achieving this, and here everyone agrees, is only possible in

a mutual effort.

Inter-municipal commercial areas is one instrument, mutual

land use planning is another. For this, even the southern

neighbouring district of Ahrweiler was taken on board and

the regional Development, Planning and Traffic Bonn/Rhein-

Sieg/Ahrweiler (:rak) working group was established.

Traffic is an important key word in this regard: there also is a

mutual approach in numerous matters here. The city and

the Rhein-Sieg district work together to advance the offer

for local public transportation and, what is more, by working

side by side, they are standing up for improvements in

regional rail traffic. Examples for this are found in the expansion

of the Voreifel railway, the extension of line S13 on the

35


Information

Gründungsjahr: 2008

Tätigkeitsgebiet:

Der NVR reicht von der

deutsch-niederländischbelgischen

Grenze im

Westen bis zum Oberbergischen

Kreis im Osten. Im

NVR verkehren S-Bahnen,

Regionalbahnen und Regional-Express-Linien

auf

einer Streckenlänge von

insgesamt rund 670 km.

Year founded: 2008

Field of activity:

The NVR extends from the

German-Dutch-Belgian

border in the west to

the Oberbergisch district

in the east. The NVR has

suburban railways, re -

gional trains and regional

express lines on a track

length totalling about

670 km.

www.nvr.de

Nahverkehr Rheinland GmbH

36

Mit der Gründung des NVR beschritten Verkehrsverbund

Rhein-Sieg und Aachener Verkehrsverbund einen gemeinsamen

Weg, um ein leistungsfähiges regionales SPNV-

Angebot bereitzustellen. Neben Planung, Organisation

und Finanzierung des Nahverkehrs auf der Schiene gehören

zum Aufgabenspektrum des NVR auch die finanzielle

Abwicklung und Förderung von kleinen und großen Infrastrukturprojekten.

Wesentliche Ziele des NVR sind ein

leistungsfähiges und kundenorientiertes Angebot bereitzustellen

sowie die Infrastruktur bedarfs- und zukunfts -

gerecht zu verbessern.

With the founding of the NVR transport association, Rhein-

Sieg and Aachener transport association embarked on a

mutual path. The purpose of this was to provide a highperformance

regional rail passenger service offer. Apart

from the planning, organisation and financing of the

short-distance rail traffic, the NVR’s range oftasks also

includes the financial processing and promotion of small

and large infrastructure projects. Essential objectives of the

NVR are the provision of a high-performance and

customer-oriented offer, in addition to improving the infrastructure

in a needs-oriented and future-proof manner.

von Troisdorf bis Bonn-Oberkassel und eine linksrheinische

S-Bahn-Verbindung Köln–Bonn.

Auch bei der Straßenverkehrsinfrastruktur kooperieren Stadt

und Kreis eng – ebenso wie bei der Mobilität der Zukunft:

Gemeinsam mit den regionalen Stromversorgern erarbeiten

die Stadt- und die Kreisverwaltung ein Starthilfekonzept

Elektromobilität. Ziele: ein ausreichendes Netz an E-Tank -

stellen für Pkws, Werbung für den Einsatz der elektrisch betriebenen

Fahrzeuge – zum Beispiel in Form des jährlichen

gemeinsamen „Tages der Elektromobilität“ – und die re -

generative Erzeugung des erforderlichen Stroms.

Weitere Kooperationsthemen sind unter anderem ein

gemeinsames Baustellenmanagement, Abfallentsorgung,

Naturschutz, Schaffung von Naherholungsräumen, Hoch -

wasserschutz, Wirtschafts- und Wissenschaftsmarketing,

Fachkräftesicherung, Tourismus- und Kongressförderung

(gemeinsam mit dem Kreis Ahrweiler) und ein regionales

Übergangsmanagement, um für Jugendliche einen mög -

lichst reibungslosen Wechsel von der Schule in die be -

rufliche Ausbildung zu gewährleisten.

Region Köln/Bonn e. V.

Weil man in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis weiß, dass es

Themen gibt, für die bilaterale Kooperation nicht reicht,

wirken Stadt und Kreis auch auf größerer Ebene gemeinsam

mit. Im Verein Region Köln/Bonn e. V. haben sich die drei

Städte Köln, Bonn und Leverkusen, der Rhein-Sieg-Kreis und


ight side of the Rhine from Troisdorf to Bonn-Oberkassel

and the suburban rail connection on the left side of the

Rhine from Cologne to Bonn.

Also with the road traffic infrastructure, the city and district

work closely together – as is the case with the mobility of

the future: together with the regional energy suppliers, the

city and district administration are elaborating a jump-start

concept in the field of electric mobility. Here the objectives

are: an adequate network of e-filling stations for automobile;

advertisement for the use of electrically-operated vehicles –

for instance in the form of the annual mutual “Day of Electric

Mobility” – and the renewable generation of the required

electricity.

The objective of this is to strengthen regional cooperation

and, by working together, to intensify the strategic orien -

tation of the Cologne/Bonn region. In the years from 2000

to 2011, the structural programme of the federal state of

North Rhine-Westphalia “Regionale 2010” has provided

strong impulses for cooperation and regional structural development,

which the association has expanded continually

ever since. An important aspect in this regard is also the

raising of grants from the federal state, country and the

EU – and the chances of success are significantly greater

than would be the case if the city or district were to act

alone.

Metropolregion Rheinland e. V.

37

Additional cooperation topics are, among others, mutual

site management, waste disposal, nature conservation, the

creation of local recreational areas, flood protection, business

and science marketing, securing of specialists, tourism

and congress promotion (together with the Ahrweiler

district) and regional transition management, to ensure the

smoothest possible transition for young adults from school

to their vocational apprenticeship.

Region Köln/Bonn e. V.

Because it is known in Bonn and in the Rhein-Sieg district

that there are topics where bilateral cooperation is not sufficient,

the city and district also collaborate at a higher level.

In Region Köln/Bonn e. V., the three cities of Cologne, Bonn

and Leverkusen, the Rhein-Sieg district, in addition to four

additional districts, the regional savings banks and chambers

of commerce, the Rhineland Regional Council, as well as the

DGB-Region Köln-Bonn have joined forces. What is more, the

district government of Cologne and the Ahrweiler district

are also involved in the decision-making and working

bodies of the association, as guests.

It’s still possible to go a number bigger. Currently, the

Metropolregion Rheinland e. V. association is being formed.

In future, by means of appropriate measures, it would like

to intensify the cooperation of the municipal regional

authorities – among these Bonn and the Rhein-Sieg

district – and the chambers of commerce in Rhineland at a

political, economic and administrative level, right up to a

metropolitan region of European significance. Going hand

in hand with this, the business and living location of

Rhineland is to be made more attractive, and the perception

internally and externally is to be strengthened. The asso -

ciation would like to position the metropolitan region of

Rhineland as a region for working, living, doing business and

sharing knowledge, as well as traffic, planning, tourism,

culture and sport both nationally and internationally – and

as a coherent and mutual living space.

Thus, in the Bonn/Rhein-Sieg region, things will come

together that belong together – and in solidarity among

one another as well as with many additional actors, the

region will significantly increase its chances to secure

growth and prosperity also in future.


38

Information

Gründungsjahr: 1887

(damals Verband der

Berufsgenossenschaften)

Mitarbeiter: ca. 1100

Leistungsspektrum:

Interessenvertretung und

Koordination der Berufsgenossenschaften

und

Unfallkassen in Fragen

der Prävention, Rehabilitation

und Versicherung

Year founded: 1887

Employees: approx. 1,100

Range of services:

Representing the interests

of and coordinating

the German Social

Accident Insurance Institutions

as to safety and

health at work, rehabili -

tation and insurance

www.dguv.de

Deutsche Gesetzliche Unfall -

versicherung e.V. (DGUV)

Die gesetzliche Unfallversicherung ist der Zweig der So -

zialversicherung in Deutschland, der für die Absicherung

der Beschäftigten gegen Arbeits- und Wegeunfälle sowie

Berufskrankheiten zuständig ist. Schulkinder, ehrenamtlich

Tätige und weitere Gruppen stehen ebenfalls unter ihrem

Schutz. Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sind die

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Die DGUV ist

ihr Spitzenverband. Sie vertritt die Interessen ihrer Mit -

glieder gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und

koordiniert ihre Arbeit auf den Feldern der Prävention, der

Rehabilitation und der Versicherung.

The German Social Accident Insurance is the branch of

social security competent for insuring employees, school

children, volunteers and other groups against occupa -

tional accidents, commuting accidents and occupational

diseases. The DGUV is the umbrella organization of the

German Social Accident Insurance Institutions. The DGUV

represents the interests of its members vis-à-vis political

and social institutions and the business community and it

coordinates their activities in the fields of safety and health

at work, rehabilitation and insurance.

vier weitere Kreise, die regionalen Sparkassen und Wirt -

schaftskammern, der Landschaftsverband Rheinland sowie

der DGB-Region Köln-Bonn zusammengeschlossen. Als

Gäste sind zudem die Bezirksregierung Köln und der Kreis

Ahrweiler in die Entscheidungs- und Arbeitsgremien des

Vereins einge bunden.

Ziel ist es, die regionale Zusammenarbeit zu stärken und

gemeinschaftlich eine strategische Ausrichtung der Region

Köln/Bonn zu intensivieren. In den Jahren 2000 bis 2011 hat

das Strukturprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen

„Regionale 2010“ starke Impulse für die Zusammenarbeit

und die regionale Strukturentwicklung gegeben, die der

Verein seitdem weiter ausbaut. Ein wichtiger Aspekt ist dabei

auch das Einwerben von Fördergeldern von Land, Bund und

EU – was im Verbund deutlich mehr Erfolg verspricht, als

wenn Stadt oder Kreis allein agieren.

Metropolregion Rheinland e. V.

Es geht noch eine Nummer größer. Derzeit formiert sich der

Verein Metropolregion Rheinland e. V. Durch geeignete

Maßnahmen möchte er künftig die Zusammenarbeit der

kommunalen Gebietskörperschaften – darunter Bonn und

der Rhein-Sieg-Kreis – und Wirtschaftskammern im Rheinland

auf politischer, wirtschaftlicher und Verwaltungsebene

intensivieren, hin zu einer Metropolregion von europäischer

Bedeutung. Damit einhergehend sollen der Wirtschaftsund

Wohnstandort Rheinland attraktiver und die Wahr -

nehmung nach innen und außen gestärkt werden. Der

Verein möchte die Metropolregion Rheinland als Arbeits-,

Wohn-, Wirtschafts-, Wissens-, Verkehrs-, Planungs-, Tourismus-,

Kultur- und Sportregion national und international

posi tionieren – und zwar als zusammenhängenden und

gemeinsamen Lebensraum.

In der Region Bonn/Rhein-Sieg kommt also zusammen, was

zusammengehört – und im Schulterschluss untereinander

sowie mit vielen weiteren Akteuren erhöht die Region beträchtlich

ihre Chancen, auch in Zukunft Wachstum und

Wohlstand zu sichern.


RSAG AöR

39

Die RSAG ist der kommunale Full-Service-Dienstleister im

Abfallbereich für die rund 600 000 Menschen in den

19 Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises. Das

Portfolio reicht von der reibungslosen Entsorgung der

Siedlungsabfälle bis hin zur hochwertigen Erfassung und

Weiterbehandlung verschiedener Wertstoffe.

Die RSAG ist ein verlässlicher Kooperationspartner auch

über die Kreisgrenzen hinaus. So leisten wir für den Abfallzweckverband

REK Rheinische Entsorgungs-Kooperation –

zu den Mitgliedern gehören der Rhein-Sieg-Kreis, die Stadt

Bonn, der Kreis Neuwied und der Rhein-Lahn-Kreis – die

Information

Gründungsjahr: 2014

(hervorgegangen aus der

RSAG mbH)

Mitarbeiter: rund 460 im

Unternehmensverbund

RSAG-Gesellschaften:

– ERS EntsorgungsService

Rhein-Sieg-GmbH

– RSEB Rhein-Sieg Erdendeponiebetriebe

GmbH

– KRS Kompostwerke

Rhein-Sieg GmbH

– Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft

mbH

Leistungsspektrum:

– Abfallentsorgung

und -verwertung

– Containerdienst

Konzernumsatz 2015:

79,9 Mio. Euro

www.rsag.de

Year founded: 2014

(arisen from RSAG mbH)

Employees: about 460 in

the group of companies

RSAG companies:

– ERS EntsorgungsService

Rhein-Sieg-GmbH

– RSEB Rhein-Sieg Erdendeponiebetriebe

GmbH

– KRS Kompostwerke

Rhein-Sieg GmbH

– Rhein-Sieg-Abfallwirt -

schaftsgesellschaft mbH

Range of services:

– waste disposal and

recycling

– container service

Consolidated sales 2015:

79.9 million Euro

Geschäftsbesorgung für die operativen und logistischen

Vorgänge. Gleichzeitig stellen wir den Partnern in der

Region unsere Entsorgungs- und Behandlungsanlagen zur

Mitbenutzung zur Verfügung. Ziel der Kooperation ist die

Stärkung der interkommunalen Zusammenarbeit und

die schrittweise Zusammenführung der regionalen Abfallmengen

und Stoffströme, um eine hohe Auslastung der

kommunalen Anlagen im Verbandsgebiet sowie stabile

Gebühren für die Menschen vor Ort zu erreichen.

For about 600,000 people in the 19 cities and communal

areas of the Rhein-Sieg district, RSAG is the municipal fullservice

provider in the waste industry. The portfolio consists

of trouble-free disposal of municipal waste, right up

to the high-quality collection and further treatment of a

variety of different recyclable materials.

Also beyond the district’s borders, RSAG is a reliable cooperation

partner. In this regard, for instance, we have

the contract of agency for the Abfallzweckverband REK

Rheinische Entsorgungs-Kooperation (Waste Administration

Unit REK Rhine Waste Disposal Cooperation) – which,

as members the Rhein-Sieg district, includes the City of

Bonn, the Neuwied and Rhein-Lahn district – for operative

and logistic operations. At the same time, we provide our

disposal and treatment facilities to the regional partners

for joint use. The objective of the cooperation is to

strengthen inter-municipal cooperation and attain gradual

amalgamation of the regional waste volumes and material

flows. The goal is to obtain a high degree of utilisation

with the municipal facilities in the areas covered, and

stable fees for the people on site.


Stephanie Bulang-Matern

FACHKRÄFTE FÜR MORGEN SICHERN –

AUS- UND WEITERBILDUNG INTENSIVIEREN

40

Was ist zu tun? Wie gut sind die bestehenden Voraussetzungen?

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Welche Anreize müssen zusätzlich geschaffen werden? Was

sagen die Betriebe dazu? Welche Branchen trifft besonderer

„Lehrlingsschwund“? Wie gut funktioniert Inklusion – die

Integration von Behinderten – in Betrieben? Wie ist es um

oftmals viel zu wenig genutztes Potenzial älterer

Beschäftigter, Arbeitsloser und Eltern in Teilzeit bestellt?

Wie lassen sich die bei

„Don’t immitate – innovate“ – um dieses uns lebenden Flücht -

Ziel zu erreichen, bedarf es der Ausbildung linge mit und ohne

von Fachkräften, Spezialisten, Könnern.“ (Fach-)Ausbildung in die

Arbeitswelt integrieren?

Gibt es ein Patentrezept für gute Aus- und Weiterbildung?

Was kann jeder dazu beitragen, um sich in seinem Beruf

weiterzubilden? Wie muss sich die Bildungs- und Beschäf -

tigungspolitik ändern? Welche Hilfen und Wege schlagen

IHK oder Handwerks kammer vor bzw. ein?

Fragen über Fragen. Doch um entsprechende Antworten

zu finden, ist es zunächst hilfreich, eine Bestandsaufnahme

zu machen.

Wie sieht’s aus?

Der demografische Wandel gibt das Szenario vor: Viele

Fachkräfte – nicht nur aus dem Handwerk, sondern auch aus

dem breiten Spektrum der IHK-Berufe – sind aktuell auf dem

Weg Richtung Rente. Das Land braucht mehr qualifizierten

Nachwuchs denn je. Gelingt es nicht, entsprechende Maßnahmen

zu ergreifen, werden bis 2030 eine Million

Fachkräfte mit beruflicher Ausbildung und mehr als sechs

Millionen Arbeitskräfte insgesamt fehlen. Ideen müssen her

und das schnellstmöglich, für wirtschaftliches Wachstum,

Wohlstand und Fortschritt in einem funktionierenden

demokratischen Gesellschaftssystem.

Strukturprobleme

In einigen Regionen Deutschlands sind die sinkende Zahl

junger Menschen und der Rückgang an Arbeitskräften

schon heute spürbar. Vor diesem Hintergrund haben Politik

und Wirtschaft die Aufgabe, Lösungen zur bestmöglichen

Nutzung des vorhandenen Potenzials und darüber hinaus

zu finden.

Wer heute nicht ausbildet, hat morgen keine Facharbeiter.

Doch rund 40 Prozent der Betriebe finden keine passenden

Auszubildenden. Blieben laut Bundesagentur für Arbeit (BA)

im Jahr 2009 noch 17 255 Ausbildungsstellen unbesetzt, so

waren es nur fünf Jahre später bereits 37 101. Woran liegt

das? Die Kultusministerkonferenz der Länder prognostiziert

für 2025 im Vergleich zu heute etwa 120 000 Jugendliche

weniger, die die allgemeinbildenden Schulen verlassen.

Folglich wird es auch weniger Ausbildungsinteressierte

geben. Hinzu kommt, dass immer mehr junge Menschen

studieren wollen. Schon 2013 gab es erstmals mehr Studienals

Ausbildungsanfänger.

Und so fehlen dem Mittelstand, insbesondere kleineren

Betrieben, die Azubis. Neben begehrten und weniger

begehrten Berufen spielt auch das „Wo“ eine Rolle. Die

meisten Azubis wollen während der Ausbildung möglichst

nah am Heimatort bleiben. Zudem macht das sogenannte

„Matching“ Probleme. Denn viele Betriebe sehen die

„mangelnde Ausbildungsreife“ der Jugendlichen als das

größte Problem an. Sie sind aus ihrer Sicht noch nicht reif

genug, eine Rolle im Unternehmen zu übernehmen.

An zweiter Stelle nennen die Betriebe „unklare Berufsvor -

stellungen“. Auf der anderen Seite beklagen sich viele

Jugendliche über die mangelhafte Ausbildungsqualität

der Betriebe.

Lösungsansätze

Auf bundespolitischer Ebene besteht einer der zentralen

Ansätze darin, die Ausbildung attraktiver zu machen, um

mehr Jugendliche zu gewinnen. In der „Allianz für Aus- und

Weiterbildung“ (2015–2018) haben die Bundesregierung,

die Wirtschaft, Gewerkschaften, die Bundesagentur für

Arbeit und die Länder festgelegt, die duale Berufsaus -

bildung aufzuwerten und zu stärken. Das Ziel: mehr

Jugendliche mit Schul- und Berufsabschluss, ein reibungs -

loser Übergang von der Schule in die Ausbildung, Lösung

der Matching-Probleme, höhere Qualitätsstandards und

interessante Wei terbildungsmöglichkeiten.


Die IHK Bonn/Rhein-Sieg fördert mit verschiedenen Initiativen die

Ausbildung insbesondere in kleinen und mittelständischen Betrieben.

With a number of different initiatives, the Bonn/Rhein-Sieg Chamber

of Industry and Commerce encourages vocational training, in particular

in small and medium-sized companies.

SECURING SPECIALISTS FOR TOMORROW – INTENSIFYING VOCATIONAL EDUCATION AND FURTHER EDUCATION

41

What must be done? How good are the existing prere -

quisites? Which prerequisites must be in place? Which

additional incentives need to be created? What do com -

panies say about this? Which industries are hit particularly

hard by the so-called “decline in apprentices”? How well

does inclusion – the integration of persons with disabilities –

work in companies? What is the situation with the potential

of older employees, unemployed persons and parents

working part-time, which is frequently still utilised too in -

frequently? How can those refugees who live with us, both

with and without (technical) training, be integrated into our

working environment? Is there a patent remedy for good

vocational education and further education? What con -

tribution can every individual make to educate him- or

herself further in the selected profession? What has to

change in education and employment policies? Which aids

do the Chambers of Commerce or Chambers of Crafts

suggest or deploy, and which paths do they take or suggest?

Questions upon questions. However, to find the correspond -

ing answers, it is a good idea to start by taking stock of the

current situation.

What do things look like?

The scenario is defined by demographic change: many

skilled workers - not only from the craftsman sector but also

from the wide range of Chamber of Industry and Commerce

professions - are currently in the final leg of their profession

before retiring. More than ever before, the country

needs more qualified

young talents.

Should the country

fail to succeed at

adopting the cor -

responding measures, there will be a lack of one million

skilled workers with a vocational training and more than six

million employees in general by 2030. For this reason, ideas

must be found, and they must be found as quickly as pos -

sible to ensure economic growth, prosperity and progress

in a functioning, democratic social system.

Structural problems

“Don’t imitate – innovate” – to attain this

goal, skilled workers, specialists and adept

artists need to be educated.

In some German regions, the declining number of young

people and the corresponding labour force decline can

already be felt today. Against this background, it is the task

of politics and the industry to find solutions for the bestpossible

utilisation of the existing potential and beyond.

Those who do not educate workers today will have no

skilled workers tomorrow. However, about 40 percent of

these companies no longer find any suitable apprentices.

According to the Federal Labour Office (BA), there were

17,255 vocational training places that remained vacant in

2009. This amount had already increased to 37,101 a mere


42

Ein Großteil der heranwachsenden Fachkräfte wird

in rund 330 Berufen dual ausgebildet.

A large share of the future skilled workers receives

a dual education in about 330 professions.

Zudem macht es Sinn, einen Blick darauf zu werfen, wie viel

Einsatz Betriebe bei der Werbung um potenzielle Aus -

zubildende zeigen. Denn auch hier geht es um Attraktivität:

die Attraktivität als Arbeitgeber – beispielsweise durch

gelungenes Marketing und interessante Aus- und Weiter -

bildungsangebote.

Ob Ingenieure, IT-Experten, Humanmediziner oder Pflege -

personal – in vielen Branchen fehlen gut ausgebildete Kräfte.

Ein Trend, der sich langfristig durch den demogra fischen

Wandel dramatisch verstärken wird. Um dieser Entwicklung

entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung eine Fach -

kräfteoffensive gestartet. Insbesondere die Potenziale von

Frauen und Älteren, Behinderten, Geringqualifizierten oder

auch Menschen mit Migrationshintergrund sollen in Zukunft

noch besser in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Gleichzeitig geht es darum, die heute schon Erwerbstätigen

in den Betrieben zu halten.

Begleitung tut gut

So hat die IHK unter anderem eine Senior-Experten-Initiative

namens VerA zur Begleitung der künftigen Fachkräfte auf

ihrem Weg durch die Ausbildung ins Leben gerufen. VerA

soll dazu beitragen, dass sich die Zahl von Ausbildungs -

abbrüchen verringert. Das ist im Interesse aller, denn qualifizierte

Fachkräfte sind Kopf, Herz und Hände des deutschen

Mittelstands.

Ein Großteil der heranwachsenden Fachkräfte wird in rund

330 Berufen dual ausgebildet: Sie lernen in zwei oder drei

Jahren die Praxis im Betrieb, die Theorie in der Berufsschule.

Bereits Schülern vermittelt die IHK, welche Erwartungen

Unternehmen an ihre Mitarbeiter stellen. Unternehmer und

Auszubildende werden von Beratern vom Ausbildungs -

vertrag bis hin zur Prüfung begleitet.

In der Berufsbildung setzt die IHK Standards für lebens -

begleitendes Lernen, Karriere und Unternehmensentwicklung

– zum Beispiel in ihrer Gemeinschaftslehrwerkstatt,

dem Weiterbildungszentrum mit der Dr. Reinold Hagen

Stiftung oder mit der Industriemeisterschule in der Stadt

Troisdorf. Sie ist gleichermaßen Forum für Unternehmer,

regionale Personalentwickler, arbeitsmarktpolitische Rat -

geber und Interessenvertreter. Und nicht zuletzt besteht

eine ihrer großen Aufgaben darin, sich an einer regionalen

Infrastruktur zu beteiligen, die Informationen und Hilfen

zum Thema Aus- und Weiterbildung für jeden bietet.


five years later. What is the explanation for this? When

compared with the numbers today, the Kultusminister -

konferenz (Conference of Ministers of Education) of the

federal states forecast that by 2025, there will be approx -

imately 120,000 fewer young adults than those who leave

the general education schools. As a consequence, there will

also be fewer persons interested in completing a vocational

apprenticeship. Still to be added to this is that increasing

numbers of young adults would like to study. Already in

2013, for the first time ever, there were more university

entrants than persons starting a vocational training.

And, as a result of this, the German mittelstand (German

mid-sized companies), and here in particular smaller companies,

is experiencing a lack of apprentices. Apart from the

popular and less popular professions, the location of the

profession also plays a role. For the course of the vocational

training, the majority of the apprentices would like to remain

as close as possible to their home town. What is more, the

so-called “matching” also causes problems. This is because a

large number of companies see the “lacking educational

maturity” of the young adults as the greatest problem. In

their opinion, they are not yet mature enough to assume a

position within the company. Coming second, the com -

panies also refer to “unclear impressions regarding the

vocation”. On the other hand, many young adults complain

about the companies’ lacking vocational training quality.

Possible solutions

At the federal policy level, one of the central approaches is

that of increasing the attractiveness of vocational education.

The purpose of this is to attract more young adults. In the

“Alliance for Vocational Education and Further Education”

(2015–2018), the federal government, the industry, trade

unions, the Federal Labour Office and the federal states have

determined that the dual vocational training is to be

upgraded and strengthened. The objective: offering more

young adults with school and vocational qualification a

smooth transition from the school to vocational training,

finding a solution for the matching problems, higher quality

standards and interesting further training opportunities.

In addition to this, it makes sense to take a look at how

dedicated companies are with regard to their advertising

that is targeted at winning potential apprentices. Because

here, too, it is about attractiveness: the attractiveness as an

employer - for instance by means of successful marketing

and interesting vocational education and further education

offers.

Be it engineers, IT experts, medical doctors or nursing

personnel – there is a lack of well-educated persons in many

industries. This is a trend that, owing to demographic

change, will become much more dramatic in the long term.

So as to counter this development, the federal government

has launched a skilled workers campaign. In particular, this

is targeted at the potential offered by women and more

senior persons, as well as persons with disabilities, lowskilled

people or also people with an immigration background

who are in future to be integrated into the labour

market even better than before. At the same time, the campaign

has the goal of keeping those people who are already

working today in the companies.

Accompaniment works well

Thus, among other things, the Chamber of Industry and

Commerce has introduced a senior expert initiative that

goes by the name of VerA. It has the purpose of accom -

panying future skilled workers on their path through the

vocational training course. VerA should contribute in re -

ducing the number of students who decide not to continue

with their vocational training. This is in the interest of all

parties, because qualified skilled workers are the head, heart

and hands of the German mittelstand.

A large share of the future skilled workers receives a dual

education in about 330 professions: within two or three

years, they get to know the practical side of work in the

company they are at and the theory in the corresponding

vocational school. The Chamber of Industry and Commerce

already conveys to school children which expectations

companies have as regards their employees. Entrepreneurs

and apprentices are accompanied by consultants, from the

signing of the apprenticeship contract right up to the

examination.

In vocational education, the Chamber of Industry and

Commerce sets standards for life-long learning, career and

corporate development – for instance in its community

training workshop, the further training centres with the

Dr Reinold Hagen foundation or with the master school for

industrial craftsmen in the City of Troisdorf. Equally, it is a

forum for entrepreneurs, regional personnel developers,

labour-political advisors and stakeholder lobbyists. And, not

least, a large portion of its tasks is found in that it participates

in a regional infrastructure that offers infor mation and

support on the topic of vocational education and further

training for everyone.

43


Lothar Schmitz

DER ARBEITSMARKT VON HEUTE UND MORGEN –

DIE VEREINBARKEIT VON FAMILIE, PFLEGE UND BERUF

44

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird zu einem

immer wichtigeren Thema. Dabei geht es nicht nur um

die Kombination von Kind und Karriere. In unserer alternden

Gesellschaft wird für immer mehr Arbeitnehmer auch

die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zur Herausforderung.

Viele Firmen in der Region Bonn/Rhein-Sieg

stellen sich dieser Herausforderung. Die IHK Bonn/Rhein-

Sieg unterstützt sie dabei auf vielfältige Weise.

„Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ – das ist längst kein

neuer Trend mehr, sondern vielfach gelebte Realität. Sie

gehört zum Arbeitsleben dazu. Immer mehr große, mittlere

und kleine Unternehmen in Deutschland haben erkannt,

dass sie ihren Beschäftigten Möglichkeiten bieten müssen,

ihre Arbeit mit Zeit für die Familie in Einklang zu bringen.

Das gilt nicht nur für bereits Beschäftigte, sondern auch für

die zukünftigen Arbeitskräfte. Familienfreundlichkeit ist in

Zeiten des Fachkräftemangels nämlich ein wichtiges Plus im

Wettbewerb um die besten Köpfe.

Auch in der Region Bonn/Rhein-Sieg orientieren sich immer

mehr Firmen an den Prinzipien einer familienbewussten Personalpolitik

und Unternehmenskultur. Dabei richten sie ihr

Augenmerk auf beide Seiten der „Medaille Familie“: Sie

nehmen nicht nur diejenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

in den Fokus, die Kinder und Karriere miteinander

vereinbaren möchten, auch immer mehr ältere Beschäftigte

stehen heute vor der Aufgabe, einen Familienangehörigen,

meist die eigene Mutter oder den Vater, pflegen oder

zumindest einige Zeit darauf verwenden zu müssen, alles

Erforderliche für eine Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung

zu organisieren. Dafür sind die Beschäftigten heute

mehr denn je zwingend auf flexible Arbeitszeitmodelle

angewiesen.

Drei Beispiele: familienfreundliche Unternehmen

in Bonn und Rhein-Sieg

Diese Flexibilität bietet beispielsweise die Reifenhäuser-

Gruppe aus Troisdorf. Der Maschinenbauer beschäftigt dort

900 Menschen. „Beschäftigte und Bewerber fragen heute

viel häufiger, was wir ihnen bieten können, um Arbeit und

Familienbelange miteinander verbinden zu können“,

be richtet Dr. Monika Küpper, Leiterin Personalentwicklung.

„Wir vermitteln ihnen sehr stark, dass für Reifenhäuser

Familienfreundlichkeit ein zentraler Wert ist.“

Das reicht von einem Eltern-Kind-Zimmer im Unternehmen,

in dem sich zu einem voll ausgestatteten Arbeitsplatz

Wickelkommode und Spielecke gesellen, bis zu speziellen

Modellen für Außendienstler, bei denen diese Arbeitszeiten

ansparen können für eine spätere Auszeit oder Qualifiz ie -

rungsmaßnahme. Außerdem bietet Reifenhäuser jedem

Beschäftigten eine individuell vereinbarte Lösung, wenn Zeit

für kranke und pflegebedürftige Angehörige benötigt wird

– und zwar vom Azubi bis zum Topmanager.

Familienorientierte Personalpolitik hat sich auch die Steyler

Bank GmbH aus Sankt Augustin auf die Fahnen geschrieben.

Ein Kernpunkt dabei: Mitarbeiterbindung bei Elternzeit und

Wiedereinstieg. Bei dem kleinen Unternehmen mit 60

Beschäftigten gehen Mütter wie Väter selbstverständlich in

Elternzeit. Um ihre Fachkräfte zu halten, pflegt die Bank zu

Eltern einen intensiven persönlichen Kontakt.

Die Grundlagen für einen guten Wiedereinstieg legt das

Unternehmen bereits vor der Elternzeit. Die Arbeit wird

rechtzeitig umstrukturiert und delegiert. Ist das nicht


Immer mehr Betriebe haben erkannt, dass sie ihren Beschäftigten Möglichkeiten

bieten müssen, um Arbeitszeit und Familie in Einklang zu bringen.

More and more companies have come to realise that they must offer their

employees opportunities to reconcile their working hours with family life.

THE LABOUR MARKET OF TODAY AND TOMORROW – COMPATIBILITY OF FAMILY, NURSING CARE AND CAREER

45

The compatibility of family and career is becoming

increasingly more important. This topic does not only

refer to finding a balance between children and career

because, in our aging society, the compatibility of nursing

care and career is also becoming a challenge for a growing

number of employees. A large number of companies

in the Bonn/Rhein-Sieg region are facing this challenge.

In this regard, the Chamber of Industry and Commerce

Bonn/Rhein-Sieg supports them in manifold ways.

“Compatibility of Family and Career” – this has long since

changed from a trend to a fact that is lived-out reality, as it

is a part of daily working life. Increasing numbers of large,

medium-sized and small companies in Germany have

recognised that they will have to offer their employees

possibilities to harmonise their work with time for their

family. This does not only apply for persons who are already

employed but also for the future workforce. In times in

which there is a lack of family-friendliness, this is an im -

portant benefit in the competition for the best brains.

Also in the Bonn/Rhein-Sieg region, more and more companies

are aligning themselves to the principles of a familyconscious

corporate culture and personnel policy. Here,

attention is paid to both sides of the “family coin”. The focus

is not only on those employees who would like to have both

children and a career, since increasing numbers of older

employees are also facing the task of nursing a member of

the family, in most cases the own mother or father or, at

least, they spend quite a bit of time doing what is necessary

to organise accommodation in a care facility. For this, today

more than ever before, the employees are reliant on flexible

work time models.

Three examples: family-friendly companies in

Bonn and Rhein-Sieg

This flexibility, for instance, is offered by the Reifenhäuser

Group, based in Troisdorf. The machine builder employs 900

people at this location. “Today, much more frequently than

in the past, employees and applicants ask what we can offer

them to unite work and family interests with one another”,


auch daheim viel Verantwortung übernehmen“, betont die

stellvertretende Direktorin Olga Frank. Pflegekräfte mit

Kindern profitieren von einem Zuschuss zu Kinderbetreuungskosten,

dem Angebot von Teilzeit, flexiblen Arbeits -

zeiten und ausgewogenen Dienstplänen. Zudem können

ihre Kinder kostengünstig in der Einrichtung essen.

Diesen Ansatz versteht das zur Berliner Kursana Seniorenvilla

GmbH gehörende Unternehmen als Bestandteil einer wert -

schätzenden Führungskultur. Um gute Fachkräfte zu ge -

winnen und an sich zu binden, setzt Kursana zudem auf

Weiterbildungen, Präventions- und Gesundheitskurse,

flexible Dienstplangestaltung und gute Entwicklungs mög -

lichkeiten.

46

Hilfe auf dem Weg zum familienfreundlichen

Unternehmen: das Angebot der IHK

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg versteht sich als Partner von Firmen auf dem

Weg zu mehr Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf.

The Bonn/Rhein-Sieg Chamber of Industry and Commerce sees itself

as a partner for companies that are on the path toward

increased com patibility of family, nursing care and career.

möglich, findet die Bank andere Lösungen, etwa in Form

zeitweiser Auslagerung an externe Dienstleister. Während

der Elternzeit besuchen die betreffenden Personen

regelmäßig ihre Kolleginnen und Kollegen in der Bank,

nehmen auch an Veranstaltungen und Weihnachtsfeiern

des Unternehmens teil. Außerdem hält ihr Arbeitgeber sie

über alle wichtigen Belange auf dem Laufenden und lädt

sie zu wichtigen Strategiesitzungen ein. Mit der Detail -

planung des Wiedereinstiegs beginnt die Personalabteilung

schon sechs Monate vorher.

Ein drittes Beispiel für familienfreundliche Unternehmen in

der Region: die Kursana Villa Bonn – Villa Camphausen. „Wir

freuen uns über Altenpflegerinnen und Altenpfleger, die

Die Beispiele zeigen die Vielfalt familienorientierter

Unternehmensführung in der Region. Viele Betriebe haben

sich längst auf diesen Weg gemacht, andere stehen noch

am Anfang. Insbesondere kleinere Firmen stehen oft vor der

Frage, wie sie angesichts ihres geringen Personalstamms die

nötige Flexibilität aufbringen können. Die IHK Bonn/Rhein-

Sieg versteht sich als Partner dieser Firmen auf dem Weg zu

mehr Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf. Allein und

als Akteur in zahlreichen Netzwerken steht sie ihren Mitgliedsunternehmen

mit Rat und Tat zur Seite.

Sie betrachtet die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und

Beruf als unverzichtbaren Bestandteil der Fach kräfte -

sicherung und hat deshalb ihre Erfahrung und Expertise

im Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung gebündelt.

Dessen Qualifizierungsberater unterstützen die Personal -

verantwortlichen in den Unternehmen ganz individuell,

unabhängig von Branche, Größe des Unternehmens oder

Erfahrungshorizont.

Zu den Informationsangeboten gehören persönliche

Beratung, Austausch in Arbeitskreisen und Netzwerken,

Checklisten und Merkblätter sowie umfangreiche Links zu

weiteren Partnern in der Region, etwa dem von der IHK mitgegründeten

Bündnis für Fachkräfte. Das wurde übrigens

2014 für seine gute Arbeit bei einem bundesweiten Wett -

bewerb des Innovationsbüros Fachkräfte für die Region

ausgezeichnet als „Innovatives Netzwerk“.


Dr Monika Küpper, Head of Personnel Development reports.

“We explain very clearly that family friendliness is a key value

for Reifenhäuser.”

This covers everything from a parent-child room in the company,

in which, apart from a fully-equipped workplace, there

also is a baby’s changing unit and play corner, right up to

special models for field sales personnel, where they can save

working time for a subsequent break or qualification measure.

What is more, Reifenhäuser offers every employee an

individually agreed solution, should time be required for ill

family members and those in need of nursing care – and

this covers everyone, from apprentices to top managers.

Steyler Bank GmbH from Sankt Augustin is also proud of its

family-oriented personnel policy. A core element in this

regard: employee retention during parental leave and

reentry. With the small company, with its 60 employees,

mothers and fathers take parental leave as a matter of

course. So as to retain their skilled members of staff, the bank

nurtures intensive personal contact with the parents.

The legal foundations for good re-entry are already determined

by the company before the employees go on

parental leave. The work is redistributed and delegated in a

timely manner. If this is not possible, the bank finds other

solutions, for instance in the form of temporary outsourcing

to an external service provider. During parental leave, the

impacted persons regularly visit their colleagues in the bank,

and also participate in events and the company’s Christmas

celebration. What is more, their employer keeps them up

to date regarding all important matters and invites them to

important strategy meetings. The personnel department

already starts with detailed re-entry planning six months

earlier.

A third example for family-friendly companies in the region:

Kursana Villa Bonn – Villa Camphausen. “We are delighted

about geriatric nurses who also take over a great deal

of responsibility at home”, emphasises the deputy direct,

Olga Frank. Nursing staff members with children benefit

from a grant for child care costs, in addition to the offer of

working part-time, having flexible working hours and wellbalanced

duty rosters. What is more, their children can eat

in the institution for a small charge.

The company, which belongs to Berlin-based Kursana

Seniorenvilla GmbH sees this as part of an appreciative

management culture that has the purpose of finding wellskilled

members of staff and ensuring that they remain loyal

to the company. Kursana also relies on further education

measures, prevention and health courses, flexible duty roster

organisation, and good development possibilities.

Assistance on the way toward family-friendly companies:

the offer by the Chamber of Industry and Commerce

The examples demonstrate the diversity of family-oriented

company management in the region. Many companies

have long since embarked on this path; others are still at the

very beginning. When considering the small number of

employees, it is in particular smaller companies that often

have to find answers to the question as to who can provide

the required flexibility. The Bonn/Rhein-Sieg Chamber of

Industry and Commerce sees itself as a partner for these

companies that are on the path toward increased com -

patibility of family, nursing care and career. Alone and as an

actor in numerous networks, they support their member

companies with words and deeds.

It considers the compatibility of family, care and career an

indispensable component to secure the loyalty of skilled

members of staff. Thus it has bundled its experience and

expertise in the competence centre for securing skilled

members of staff. Their qualification consultants support the

persons who are responsible for personnel in the companies

in an entirely individualised manner and independent of

the sector and size of the companies or their experience

horizon.

Included among the information offers are personal consultation,

exchange in working groups and networks, checklists

and data sheets as well as comprehensive links to other

partners in the region, such as the alliance co-founded by

the Chamber of Industry and Commerce for skilled staff

members. By the way, it was distinguished as an “Innovative

Network” for its good work in 2014, in a nationwide com -

petition hosted by the innovation office for skilled staff

members for the region.

47


Lothar Schmitz

INVESTITIONEN IN DIE ZUKUNFT –

VERKEHRSINFRASTRUKTUR AN RHEIN UND SIEG

48

Flughafen, ICE-Fernbahnhof, Autobahnen und eine der

wichtigsten Wasserstraßen Europas – die Region Bonn/

Rhein-Sieg ist mit einer exzellenten Lage und sehr guten

Verkehrsanbindungen gesegnet. Da aber die Verkehrs -

leistung in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen ist

und weiter steigen wird, gibt es insbesondere auf den

Straßen oft Engpässe. Die IHK Bonn/Rhein-Sieg und

andere Akteure setzen sich für einen Ausbau der

Verkehrs infrastruktur ein.

Der Flughafen Köln/Bonn eilt von Rekord zu Rekord. Im Jahr

2016 zählte er nach Prognosen im Herbst erstmals in der

Flughafengeschichte über elf Millionen Passagiere, genauer

11,7 Millionen. Das sind 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Damit gilt Köln/Bonn unter den großen deutschen Airports

mit über zehn Millionen Passagieren jährlich als wachstumsstärkster

Flughafen und liegt bundesweit auf Platz 6,

im Cargo-Bereich sogar auf Platz 3. Top-Ziel mit bis zu 33 Flügen

pro Tag bleibt Mallorca. Die beliebtesten Reiseziele

dahinter sind Istanbul, Antalya, London, die Kanaren, Wien,

Izmir, Rom, Zürich und Barcelona. Neu im Angebot: die

Langstrecken von Eurowings. Die Lufthansa-Tochter fliegt

von Köln/Bonn aus zu neun Fernzielen nach Thailand, in die

Karibik, nach Kuba, Mexiko, Mauritius sowie in die USA.

Nicht nur die Region Bonn/Rhein-Sieg profitiert vom

Flughafen. Etwa 17 Millionen Menschen leben im Umkreis

von 100 Kilometern um den Airport – ein beträchtliches

Einzugsgebiet. Der Flughafen Köln/Bonn ist ein wichtiger

Teil der hiesigen Verkehrsinfrastruktur – und profitiert

seinerseits von der guten, schnellen Erreichbarkeit.

Angeschlossen ist er über Autobahn, ICE, Regional- und

S-Bahnen.

Eines der größten Verkehrsinfrastrukturprojekte

S-Bahn ist ein gutes Stichwort: Eines der größten Verkehrs -

infrastrukturprojekte der Region und Nahverkehrsprojekte

der Deutschen Bahn ist die Erweiterung der S-Bahn-Linie 13

von Troisdorf nach Oberkassel. Anfang 2017 soll mit dem

circa 13 Kilometer langen Ausbau begonnen werden. End -

lich, sagen viele Bonnerinnen und Bonner. Der Unter -

zeichnung des Realisierungs- und Finanzierungsvertrags

durch Land, Deutsche Bahn und Zweckverband Nahverkehr

Rheinland im Dezember 2014 war ein zehnjähriges Geneh -

migungsverfahren vorausgegangen.

Ziele der Baumaßnahme sind die bessere und schnellere

Anbindung Bonns an den Flughafen Köln/Bonn und die

Verbesserung der Schienenverbindungen zwischen den

Ballungsräumen Bonn und Köln. Außerdem ergibt sich eine

deutliche Verbesserung in Sachen Lärmbelastung für die

Anwohner der stark güterbefahrenen Strecke, die Teil der

Hauptschlagader Rotterdam–Genua ist. Die Jungfernfahrt

ist zurzeit für das Jahr 2028 angesetzt.

Apropos Hauptschlagader: Die erste deutsche Bahn-

Neubaustrecke, die ausschließlich für den Hoch ge schwin -

digkeitsverkehr vorgesehen ist, führt seit 2002 durch den

Rhein-Sieg-Kreis. Mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde

verkehren ICE-Züge zwischen Köln und Frankfurt (Main). Gut

für die Region: Der ICE-Fernbahnhof Siegburg/Bonn sorgt

seitdem für erstklassige Verbindungen in Richtung Köln,

Ruhrgebiet und Benelux sowie Frankfurter Flughafen und

Süddeutschland – und für eine positive wirtschaftliche

Entwicklung in und um Siegburg.

Straße – Wunsch und Wirklichkeit

Das Sorgenkind der regionalen Wirtschaft und vieler Politiker

ist die Straße. Hier kommt es inzwischen zu erheblichen

Engpässen. Die Region profitiert auf der einen Seite ganz

erheblich von der zentralen Lage und dem insgesamt guten

Fernstraßennetz. Die Wege in andere Ballungsräume und zu

den bedeutenden Seehäfen in Belgien und den Nieder -

landen sind kurz, außerdem ermöglichen das Straßen- und


49

Der Flughafen Köln/Bonn zählte im Herbst 2016 erstmals in der Flug -

hafengeschichte über elf Millionen Passagiere.

In autumn 2016 the Cologne/Bonn airport counted for the first time in

airport history more than eleven million passengers.

INVESTMENTS IN THE FUTURE – RHINE AND SIEG TRANSPORT INFRASTRUCTURE

An airport, an ICE long-distance train station, motorways,

and one of Europe’s most important waterways – the

Bonn/Rhein-Sieg region is blessed with an excellent location

and very good transport connections. However, since

the transport load has increased significantly in the past

years and will also continue to rise, there are frequent bottlenecks,

especially on the streets. The Bonn/Rhein-Sieg

Chamber of Industry and Commerce and other actors are

advocating an expansion of the transport infrastructure.

The Cologne/Bonn airport is speeding from one record to

the next. In 2016, according to forecasts in the autumn, he

counted for the first time in airport history more than eleven

million passengers, more precisely 11.7 million. This is a

13 percent increase when compared with the same time in

the previous year. As such, among the large German airports

with more than ten million pas sengers annually, Cologne

Bonn Airport has the strongest growth and comes in 6th in

the German ranking. In the cargo area, it is even ranked 3rd.

Mallorca remains the top destination, with up to 33 flights a

day. The next most popular travel destinations are Istanbul,

Antalya, London, the Canary Islands, Vienna, Izmir, Rome,

Zurich and Barcelona. New destinations on offer: the longhaul

routes of Euro wings. From Cologne/Bonn, the Luft -

hansa subsidiary flies to nine distant destinations in Thailand,

the Caribbean, Cuba, Mexico, Mauritius and the USA.

The Bonn/Rhein-Sieg region does not only benefit from the

airport. About 17 million people live within 100 kilometres

around the airport – which is a considerable commuting

area. Cologne/Bonn airport is an important component in

this transport infrastructure. In turn, it profits from good and

rapid accessibility. It is connected via the motorway, ICE,

regional and suburban railways.


50

Der Ausbau des Schienennahverkehrs hat für die Region eine große

Bedeutung, um die täglichen Pendlerströme zu bewältigen.

In order to master the daily commuter flow, the expansion of the local rail

transport is of great importance for the region.

Schienennetz große Pendlerströme und Individualverkehr.

Auf der anderen Seite ist die Region eben wegen ihrer

günstigen geografischen Lage ein wichtiger Transitraum, die

Verkehrsinfrastruktur wird also in starkem Maße auch von

anderen Akteuren beansprucht. Hinzu kommt, dass die

Bevölkerungszahl in der Region in den kommenden Jahr -

zehnten weiter steigt. Das Gleiche gilt – wie im „Verkehrs -

leitbild Rheinland 2016“ der IHK-Initiative Rheinland

nachzulesen ist – für die Güterverkehrsleistung im Rheinland.

Sie wird bis 2030 um rund 40 Prozent zunehmen – und

mit ihr die Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur.

Gemeinsam mit den anderen Industrie- und Handels -

kammern des Rheinlandes setzt sich deshalb beispielsweise

die IHK Bonn/Rhein-Sieg intensiv für eine Ertüchtigung der

vorhandenen Infrastruktur sowie eine sinnvolle Erweiterung

ein.

So stehen etwa in Bonn umfangreiche Sanierungsarbeiten

an den beiden Autobahn-Rheinbrücken im Stadtgebiet an.

2016 begann die Gesamtinstandsetzung der Friedrich-

Ebert-Brücke (A 565), über die schon jetzt mehr als 100 000

Fahrzeuge pro Tag rollen; sie soll drei bis vier Jahre dauern.

Ab 2019 soll die gesamte Konrad-Adenauer-Brücke (A 562)

instand gesetzt und verstärkt werden. Zudem befindet sich

der Ausbau der A 565 in Planung – inklusive Ersatzneubau

des „Tausendfüßers“ sowie Aus- und Umbau des Autobahnkreuzes

Bonn-Nord.

Aus Sicht der IHK und anderer Akteure reichen die beiden

Autobahn-Rheinquerungen längst nicht mehr aus, um den

wachsenden Fernverkehr aufzunehmen, zumal es der A 562

– übrigens die kürzeste Autobahn Deutschlands – an

sinnvollen Anschlüssen sowohl im Rechtsrheinischen als

auch im Linksrheinischen fehlt. Den Lückenschluss zur A 3

im östlichen Rhein-Sieg-Kreis soll nach Wünschen der

Wirtschaft der sogenannte „Ennertaufstieg“ bringen, die

Verbindung zur A 565 im westlichen Rhein-Sieg-Kreis erhofft

man sich über den „Venusbergtunnel“. Damit wäre der

Autobahnring um Bonn geschlossen. Die Wahrscheinlichkeit

für eine Realisierung der beiden Mammutprojekte ist derzeit

allerdings gering.


One of the largest transport infrastructure projects

In this regard, suburban railway is a good keyword: one of

the largest transport infrastructure projects of the region

and local traffic projects of the Deutsche Bahn is the suburban

railway line 13 expansion from Troisdorf to Oberkassel.

Work is to commence on the approximately 13 kilometre

long expansion at the beginning of 2017. Finally, many

citizens of Bonn say. The signing of the realisation and

financing contract by the federal state, Deutsche Bahn and

local traffic administration union in Rhineland in December

2014 was preceded by a ten-year approval procedure.

The objectives of the construction measure are to attain a

better and faster connection to Bonn at the Cologne/Bonn

airport and improve the rail connections between the

metropolitan areas of Bonn and Cologne. In addition to this,

the measures will result in a significant improvement regarding

noise pollution for the inhabitants of the strongly trafficfrequented

stretch, which is part of the main artery to

Rotterdam–Genoa. The maiden voyage is currently planned

for 2028.

And speaking about main artery: the first new Deutsche

Bahn railway line that is exclusively intended for high-speed

traffic has passed through the Rhein-Sieg district since 2002.

Reaching speeds of up to 300 kilometres per hour, ICE trains

travel between Cologne and Frankfurt (Main). Good for the

region: since then, the Siegburg/Bonn ICE long-distance

train station has ensured first-class connections to Cologne,

the Ruhr area and Benelux, as well as Frankfurt airport and

southern Germany – in addition to a positive economic

development in and around Siegburg.

Street – wish and reality

The street is the problem child of the regional economy and

of numerous politicians. Meanwhile, a number of major

bottlenecks are found here. On the one hand, and to no

small extent, the region profits from the central location and

the highway network that, all in all, is well-developed. The

distances toward other metropolitan areas and the most

important seaports in Belgium and the Netherlands are

short; what is more, the road and rail network can handle

large commuter flows and individual traffic. On the other

hand, due to its favourable geographic location, the region

is an important transit area; thus the transport infrastructure

is also used by other actors to a considerable extent. Still to

be added to this is that the population in the region is set

to grow further in the coming decades. The same applies –

as can be read in the “Verkehrsleitbild Rheinland 2016” of the

Chamber of Industry and Commerce Initiative Rhineland –

for the freight transport performance in Rhineland. It is set

to increase by about 40 percent until 2030 – and, with it, the

demands that are to be satisfied by the transport infrastructure.

Thus, together with the other Rhineland industry and

chambers of commerce, the Bonn/Rhein-Sieg Chamber of

Industry and Commerce is intensively advocating the

modernisation of the existing infrastructure, in addition to

a sensible expansion.

In this regard, for instance, there are plans for extensive

restoration work at both Rhine motorway bridges in the city

area in Bonn. In 2016, work commenced on the overall

corrective maintenance of the Friedrich-Ebert bridge (A 565),

which today already sees more than 100,000 vehicles driving

over it every day; the work is to last three to four years. As of

2019, the entire Konrad-Adenauer bridge (A 562) is to be

refurbished and reinforced. What is more, the expansion of

the A 565 is currently being planned – including a replacement

construction of the “Tausendfüßer” as well as the

expansion and reconstruction of the Bonn-North motorway

junctions.

In the opinion of the Chamber of Industry and Commerce

and other actors, the two Rhine motorway crossings have

long since not been sufficiently able to cope with the growing

long-distance traffic, especially as the A 562 – which, by

the way, is the shortest motorway in Germany – lacks sen -

sible connections both on the right and left side of the

Rhine. Based on the wishes expressed by the economy, the

so-called “Ennertaufstieg” is to close the gap to the A 3 in the

eastern Rhein-Sieg district, and the connection to the A 565

in the western Rhein-Sieg district is to be achieved, at least

this is the hope, via the “Venusbergtunnel”. By means of this,

the motorway ring around Bonn would be closed. However,

currently, there is only a small probability of realising the two

mammoth projects.

51


52

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg kämpft für eine bessere Finanzierung

der bestehenden Verkehrswege.

The Bonn/Rhein-Sieg Chamber of Industry and Commerce is fighting

for improved financing of the existing traffic routes.

Größere Chancen auf eine Realisierung verspricht eine

weitere Rheinquerung bei Wesseling, für die sich zahlreiche

Akteure einsetzen und die im Sommer 2016 im überarbei -

teten Referentenentwurf des Bundesverkehrswegeplans als

„vordringlicher Bedarf“ eingestuft wurde. Diese Autobahnbrücke

zwischen der A 555 und der A 59 könnte zu einer

erheblichen Entlastung des bestehenden Autobahnnetzes

führen.

Mehr Geld für die Verkehrsinfrastruktur

Visionen sind wichtig. Doch haben Akteure wie die IHK auch

die Gegenwart und nahe Zukunft fest im Blick. Gemeinsam

kämpfen sie für eine bessere Finanzierung der bestehenden

Verkehrswege. Alleine der Erhaltungs- und Nachholbedarf

bei den Bundesverkehrswegen seit 2012 beträgt jährlich

3 Mrd. Euro zusätzlich. Immerhin: Durch verschiedene

Sonderprogramme des Bundes wurden die Mittel für die

Verkehrswege seit 2015 erstmals wieder deutlich erhöht.

„Jetzt gilt es, diese Steigerung zu verstetigen und den

Verkehrsetat dauerhaft– über eine Legislaturperiode hinaus

– auf einem angemessenen Niveau zu halten“, fordern die

IHKs in ihrem „Verkehrsleitbild Rheinland 2016“.

Platz ist übrigens noch auf Deutschlands bedeutendster

Wasserstraße: dem Rhein. Auch er – das wird bisweilen

unterschätzt und wenig beachtet – ist Teil der Verkehrsinfrastruktur

und weit mehr als ein touristisches Highlight. Die

IHKs fordern deshalb eine deutliche Stärkung dieses

Verkehrsträgers.


53

Der Rhein, hier bei Königswinter, ist für die Binnenschifffahrt eine der

wichtigsten Wasserstraßen Europas.

The Rhine River, here at Königswinter, is one of the most important

waterways for inland shipping in Europe.

A project that has a bigger chance of being realised is

another Rhine crossing at Wesseling, which numerous actors

are advocating and which was classified as “an urgent

requirement” in the summer of 2016, in the reworked draft

bill of the Plan for Federal Traffic Routes. This motorway

bridge between the A 555 and the A 59 could result in providing

clear relief for the existing motorway network.

More money for the transport infrastructure

Visions are important. However, actors such as the Chamber

of Industry and Commerce also have the present and near

future closely in their sights. Together, they are fighting for

improved financing of the existing traffic routes. Since 2012,

merely the maintenance and backlog for the federal traffic

routes amounts to an additional 3 billion euros a year.

At least: by means of different special programmes of the

federal government, the means for the traffic routes have

for the first time since 2015 been clearly increased once

again. “What has to be achieved now is that this increase is

to be solidified and the traffic budget is to be kept at an

appropriate level permanently – beyond a legislative period“,

is the demand by the Chamber of Industry and Commerce

in their “Verkehrsleitbild Rheinland 2016”.

By the way, there is also still space on Germany’s most

important waterway: the Rhine. Although it is sometimes

underestimated and little attention is paid to it, it is also part

of the transport infrastructure and so much more than

touristic highlight. The Chamber of Industry and Commerce

thus demands a considerable strengthening of this traffic

carrier.


Birthe Fiedler

REGINEE BONN/RHEIN-SIEG –

FÜR EINE SAUBERE UMWELT

54

Energiekosten im eigenen Unternehmen zu senken und

dabei gleichzeitig einen Beitrag für den Klimaschutz zu

leisten, ist Ziel des REGINEE-Netzwerks Bonn/Rhein-Sieg.

Mit einem systematischen Wissens- und Erfahrungs -

austausch können Einsparpotenziale identifiziert und

ausgeschöpft werden, sodass sich Investitionen in Ener -

giesparmaßnahmen noch effizienter gestalten.

Energieeffizienz steigern ja – aber wie? Diese Frage umtreibt

derzeit zahlreiche Unternehmen. Die Möglichkeiten und

Herausforderungen sind dabei so individuell wie die

Betriebe selbst. Nichtsdestotrotz gibt es gemeinsame

Nenner, die zu gleichen Fragestellungen führen: Wie kann

eine effektive Abwärmenutzung strukturiert werden? Was

ist bei der Umrüstung der Beleuchtung auf moderne LED-

Technik zu beachten? Was sind die rechtlichen Rahmen -

bedingungen?

Hier setzt das REGIonale Netzwerk für EnergieEffizienz

(REGINEE) an, das Unternehmen dabei unterstützt, sich zu

allen Aspekten rund um die Themen Energiesparen und

Klimaschutz auszutauschen. Das Projekt ist Teil des Natio -

nalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) und des Aktions -

programms Klimaschutz der Bundes regierung. 500 Netz -

werke sollen bis Ende 2020 geschaffen werden. Die IHK

Bonn/Rhein-Sieg beteiligt sich gemeinsam mit dem Bundesverband

der Energieabnehmer e. V. (VEA) an dieser

bundesweiten „Initiative Energieeffizienz-Netz werke“ und

hat Anfang 2016 damit begonnen, REGINEE zu initiieren und

vor Ort umzusetzen.

Bisher haben sich elf Unternehmen (Stand August 2016)

REGINEE Bonn/Rhein-Sieg angeschlossen: die Reifenhäuser

GmbH & Co. KG Maschinenfabrik, die AKZENTA Paneele +

Profile GmbH, die Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG,

die Elektrisola Dr. Gerd Schildbach GmbH & Co. KG, die

die Stadtwerke Troisdorf GmbH, die SGL Carbon GmbH,

die Wilhelm Stolle GmbH, die WW-K Warmwalzwerk

Königswinter GmbH und die Grafschafter Krautfabrik Josef

Schmitz KG.

REGINEE in der Praxis: Ablauf der Netzwerkarbeit

Im ersten Schritt führen die teilnehmenden Unternehmen

mithilfe einer qualifizierten Energieberatung eine Bestands -

aufnahme über ihr jeweiliges Einsparpotenzial durch. Sie

setzen sich dann für die Laufzeit des Netzwerks je ein

eigenes Einsparziel sowie aus den kumulierten Zielen aller

Unternehmen ein Einsparziel für das Netzwerk insgesamt.

Das ist die Basis für den Erfahrungsaustausch: Während der

vereinbarten Laufzeit stehen regelmäßige Treffen auf der

Agenda, um untereinander und gegebenenfalls mit ex -

ternen Fachleuten konkrete Themen und Entwicklungen

der Energieeffizienz zu diskutieren. Die Expertenrunden

schaffen damit die Grundlage für die einzelnen Unter -

nehmen, gezielte Investitionen zur Energiekostenersparnis

zu beschließen. Die Erfahrung zeigt, dass sich auf diese

Weise die anfänglich gesetzten Netzwerkziele über die

Gesamtlaufzeit erreichen lassen oder sogar deutlich überboten

werden, sodass spürbare Energiekostensenkungen

wahrscheinlich sind.

Win-win für alle: Ideentransfer plus Motivation

Mit den elf Netzwerkpartnern ist der Zuspruch in der Region

Bonn/Rhein-Sieg sehr groß. Die Teilnehmer profitieren vor

allem vom zielgerichteten und unbürokratischen Wissensund

Erfahrungsaustausch, um neue Denkanstöße fürs

eigene Unternehmen zu erhalten. So lassen sich rentable

Effizienzpotenziale schnell und mit geringem Aufwand

verfügbar machen. Der folgende Verbesserungsprozess

steigert die Motivation und fördert einen Know-how- und

Ideentransfer.

Griebling Keramik GmbH & Co. KG, die KRUPP Druck OHG, Fortsetzung Seite 58


REGINEE BONN/RHEIN-SIEG – FOR A CLEAN ENVIRONMENT

Reducing the costs for energy within the own company

and making a contribution to climate protection at

the same time, is the objective of the Bonn/Rhein-Sieg

REGINEE network. With a systematic exchange of knowledge

and experience, savings potential can be identified

and utilised, so that investments in energy-saving measures

can be performed with even greater efficiency.

GmbH & Co. KG Maschinenfabrik, AKZENTA Paneele + Profile

GmbH, Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG, Elektrisola

Dr. Gerd Schildbach GmbH & Co. KG, Griebling Keramik

GmbH & Co. KG, KRUPP Druck OHG, Stadtwerke Troisdorf

GmbH, SGL Carbon GmbH, Wilhelm Stolle GmbH, WW-K

Warmwalzwerk Königswinter GmbH and Grafschafter Krautfabrik

Josef Schmitz KG.

Increasing energy efficiency? For sure, the answer is a definite

yes – but how to go about it? Presently, this is an

important question for a number of companies. The various

possibilities and challenges are as individual as the com -

panies themselves. Nevertheless, there are common denominators

that lead to the same questions being posed:

how can effective utilisation of waste heat be structured?

What are the important aspects to pay attention to when

changing the lighting presently used to modern LED technology?

What are the legal framework conditions?

It is here where the REGIonal Network for EnergyEfficiency

(REGINEE) comes into play. It supports companies in

exchanging views regarding all aspects revolving around

the topics of energy-saving measures and climate protection.

The project is part of the National Action Plan for

Energy Efficiency (NAPE) and the climate protection action

programme of the federal government. 500 networks are

set to be created by the end of 2020. The Bonn/Rhein-Sieg

Chamber of Industry and Commerce, together with the

Bundesverband der Energie abnehmer e. V. (VEA) (Federal

Association of Energy Consumers, non-profit organisation),

participates in this federal “Initiative Energie Effizienz-Netz -

werke” (Initiative of Energy Efficiency Networks) and started

initiating and implementing REGINEE on site at the be -

ginning of 2016.

To date, eleven companies (status August 2016) have joined

REGINEE in the Bonn/Rhein-Sieg district: Reifenhäuser

REGINEE in practice: sequence of the network’s work

To start with, the participating companies are provided with

qualified energy consultation. This has the purpose of

evaluating the respective potential for savings. Then, for the

duration of the network, each sets an own savings goal and

another savings goal for the network as a whole, which is

based on the accumulated goals of all companies. This is

the foundation for the exchange of experience: regular

meetings are on the agenda for the agreed duration. These

have the purpose of discussing concrete topics and energy

efficiency developments with one another and, as the case

may be, with external experts. Thus the expert round creates

the foundation for the individual companies to take

concrete decisions regarding targeted investments aimed

at saving energy costs. Experience has shown that, by means

of this, the initially set network goals are attained in the

course of the entire duration or even significantly exceeded.

The result is that notable energy cost reductions are

prob able.

Win-win for all: idea transfer plus motivation

With the eleven network partners, the popularity in the

Bonn/Rhein-Sieg region is very big. First and foremost, the

participants benefit from targeted and unbureaucratic

knowledge and experience exchange, providing them with

food for thought for the own company. By means of this,

viable efficiency potentials can be made available rapidly

55


56

Stadtwerke Bonn GmbH

Die Stadtwerke Bonn sind als kommunales Unternehmen

Träger der Daseinsvorsorge in Bonn und der Region,

stehen für Lebensqualität, die wirtschaftliche Entwicklung

und die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts. Dabei bauen

wir auf eine mehr als 135 Jahre lange Tradition als kommunales

Unternehmen im Eigentum der Stadt Bonn.

Als Sitz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen trägt

die Bundesstadt Bonn besondere Verantwortung für den

Klimaschutz. Ausgerichtet an den kommunalen Zielen,

entwickeln die Stadtwerke Bonn klimaschonende Angebote

in der Strom- und Wärmeversorgung, bringen die

Information

Gründungsjahr: 1879

Mitarbeiter: etwa 2300

Leistungsspektrum:

– öffentlicher Nahverkehr

– Energie- und Wasser -

versorgung

– Abfallwirtschaft

Gesellschaften:

SWB Energie und Wasser

SWB Bus und Bahn

SWB Mobil

SWB Service

SWB Verwertung

EGM (Gesellschaft für

Energie- und Gebäude -

management)

SWB Regional in Adenau

Umsatz: rund 500 Mio.

Euro pro Jahr

www.stadtwerke-bonn.de

Year of foundation: 1879

Employees: approx. 2,300

Range of services:

– local public transport

– energy and water supply

– waste management

Operative companies:

SWB Energie und Wasser

SWB Bus und Bahn

SWB Mobil

SWB Service

SWB Verwertung

EGM (company for energy

and facility management)

SWB Regional in Adenau

Turnover: approx.

500 million Euro per year

lokale Energiewende voran, arbeiten ressourcenschonend

in der Abfallwirtschaft und sichern die Mobilität durch umfassende

Nahverkehrsangebote mit Bussen und Bahnen.

Der langfristige Nutzen für die kommenden Generationen

steht im Zentrum unseres unternehmerischen Handelns

und zeigt sich in unserem Engagement als aktiver Förderer

der Kultur, des Brauchtums sowie von Jugend und Sport.

So tragen wir Verantwortung für eine lebenswerte und

zukunftsorientierte Stadtgesellschaft.

The Stadtwerke Bonn is a community-owned company

and public services provider in Bonn and the surrounding

region. It stands for quality of life, business development

and the future sustainability of our location. As a community-owned

company, we can look back at a long, reliable

tradition of more than 135 years.

Being the location for the headquarters of the Climate

Change Secretariat of the UN, the federal city of Bonn has

a particular responsibility when it comes to climate protection.

Aligned to the municipal objectives, Stadtwerke

Bonn have developed climate-friendly offers regarding the

provision of electricity and heating. The purpose of this is

to promote the local energy transition. Apart from this, it

works in a resource-saving manner in waste management,

and secures mobility with comprehensive short-distance

traffic offers in the form of buses and trains.

The long-term benefits for the coming generations are at

the centre of all our endeavours. This is reflected in our

commitment as an active promoter of cultural events,

traditional customs and our support for the young generation

and sports. We assume responsibility for a sustainable

future urban society that is worth living in.


REGINEE at a glance

Eight to twelve companies within one region join forces in

one network. The objectives:

– increasing energy efficiency,

reducing costs and reducing carbon dioxide emissions

(achieving the climate objectives)

–practically-oriented approach, by means of customised initial

consultation and formulation of goals

– regular meetings in the participating companies result in

an intensive exchange on topics of their own choice.

– Chamber of Industry and Commerce and VEA actively

implement the association agreement

REGI NEE



BONN/

RHEIN-SIEG

and with little effort. The following improvement process

increases motivation and promotes the own transfer of

know-how and ideas.

The municipal works of Troisdorf utilise the energy efficiency

network as an aid for the implementation of an own energy

management system in accordance with DIN EN ISO 50001.

“Promising ideas and practically-oriented measures targeted

at increasing energy efficiency or reducing carbon dioxide

emissions can be communicated in the group in a targeted

manner“, explains Dr André Baade, environmental officer

and energy manager of the municipal works of Troisdorf. The

company sees itself as the local engine and promotor

for the deployment of energy-efficient technologies – for

instance with regard to regenerative sources of energy or

an environmentally-friendly mobility concept. Concretely,

these include, among other things, fuel cell technology,

energy storage and also electromobility. “Owing to the

experience already available, these innovative technologies

and our progressive approaches can provide valuable

stimuli for emulation and continuation for our partners in

the REGINEE network“, the energy expert explains in more

detail.

To date, the thematic focal point has been the utilisation of

waste heat. In this regard, the Troisdorf municipal works is

currently inspecting whether, from energetic perspectives,

the utilisation of waste heat can be improved even further

in the area of sewage treatment plants. In addition to this,

providing the own buildings with warmth is to be optimised.

“Against this backdrop, we have invited an expert

from the REGINEE network to us. The objective is to provide

us with an overall energetic evaluation, based on his knowhow

and by taking account of concrete efficiency-increasing

options“, says Dr André Baade.

Unternehmen vernetzen

Wissen teilen

Energie sparen

Companies rely on energy efficiency

The first meeting of the Bonn/Rhein-Sieg REGINEE network

took place at Reifenhäuser GmbH & Co. KG Maschinenfabrik

in Troisdorf. Jakob Aaberg, who is the energy manager and

host, explains: “We deliver our equipment and products

throughout the world and are in international competition.

As an energy-intensive company, electricity and gas prices

play an essential role. In this regard, this naturally also applies

for energy efficiency and cost savings.” This makes it all the

more important to remain up-to-date regarding legislative

developments and investment possibilities – and exchange

experiences gained with other participants. For this, the

companies from Bonn and the Rhein-Sieg district want to

meet three times a year. They are provided with professional

support by VEA and the Bonn/Rhein-Sieg Chamber of

Industry and Commerce. The network is open for additional

participants.

57


Elektromobilität ist eine der künftigen Schlüsseltechnologien der

Partner im REGINEE-Netzwerk.

Electric mobility is one of the key future technologies of the

partners in the REGINEE network.

58

Die Stadtwerke Troisdorf nutzen das Energieeffizienz -

netzwerk als Hilfestellung für die eigene Umsetzung eines

Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001. „In

der Gruppe können erfolgversprechende Ideen und praxis -

orientierte Maßnahmen zur Energieeffizienz stei gerung oder

CO 2 -Reduzierung zielgerecht kommuniziert werden“, erklärt

Dr. André Baade, Umweltbeauftragter und Energiemanager

der Stadtwerke Troisdorf. Das Unter nehmen versteht sich als

lokaler Motor und Förderer für den Einsatz von energie -

effizienten Technologien – beispielsweise im Hinblick auf

regenerative Energien oder ein umweltfreundliches Mobili -

tätskonzept. Dazu zählen konkret unter anderem die

Brennzellentechnologie, Energiespeicher und auch die Elektromobilität.

„Diese innovativen Tech nologien und unsere

fortschrittlichen Ansätze können im REGINEE-Netzwerk

aufgrund der schon vorliegenden Erfahrungen wertvolle

Impulse zur Nachahmung und Fortführung für unsere

Partner liefern“, führt der Energieexperte weiter aus.

Der bisherige Themenschwerpunkt war die Abwärmenutzung.

In diesem Zusammenhang prüfen die Stadt -

werke Troisdorf aktuell, ob im Bereich der Kläranlage die

Abwärmenutzung unter energetischen Gesichtspunkten

noch weiter verbessert werden kann. Zudem soll die

Versorgung der eigenen Gebäude mit Wärme optimiert

werden. „Vor diesem Hintergrund haben wir einen Experten

aus dem REGINEE-Netzwerk zu uns eingeladen, um mit

seinem Know-how eine energetische Gesamtbewertung

unter Berücksichtigung konkreter Effizienzsteigerungs -

optionen vorzunehmen“, sagt Dr. André Baade.

REGINEE im Überblick

8 bis 12 Unternehmen einer Region schließen sich in einem

Netzwerk zusammen mit dem Ziel:

– die Energieeffizienz zu steigern,

die Kosten zu reduzieren und ihren CO 2-Ausstoß zu senken

(Erreichung der Klimaziele)

– praxisorientierter Ansatz durch individuelle Startberatung

und Zielformulierung

– regelmäßige Treffen in den teilnehmenden Unternehmen

führen zu einem intensiven Austausch selbstgewählter

Themen

– IHK und VEA setzen die Verbändevereinbarung aktiv um

Unternehmen setzen auf Energieeffizienz

Das erste Treffen des REGINEE-Netzwerks Bonn/Rhein-Sieg

fand bei der Reifenhäuser GmbH & Co. KG Maschinenfabrik

in Troisdorf statt. Energiemanager und Gastgeber Jakob

Aaberg erklärt: „Wir liefern unsere Anlagen und Produkte in

alle Welt und stehen im internationalen Wettbewerb. Als

energieintensives Unternehmen spielen die Strom- und

Gaspreise und in diesem Zusammenhang natürlich auch

Energieeffizienz und Kosteneinsparung eine ganz wesent -

liche Rolle.“ Umso wichtiger sei es, auf dem Laufenden über

die gesetzlichen Entwicklungen und Investitionsmöglich -

keiten zu bleiben – und Erfahrungen mit anderen Teilnehmern

auszutauschen. Hierzu wollen sich die Unter neh -

men aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis dreimal jährlich

treffen. Sie werden durch den VEA und die IHK Bonn/Rhein-

Sieg fachlich betreut. Das Netzwerk ist offen für weitere Teilnehmer.


Wahnbachtalsperrenverband (WTV)

59

Der Wahnbachtalsperrenverband (WTV) hat zur Sicherheit

bei der Gewinnung über die Aufbereitung bis zur Verteilung

von Trinkwasser in hoher Qualität ein sogenanntes

Multi-Barrieren-System installiert. Jede einzelne Stufe von

nacheinander geschalteten „Hürden“ unterliegt einer

kontinuierlichen Qualitätsüberprüfung durch die WTVeigenen

Laboratorien sowie der Sicherheitsüberwachung

durch den zentralen Leitstand rund um die Uhr. Die Einzugsgebiete

und Zuläufe der Talsperre sowie die Grundwasserwerke

Untere Sieg in Meindorf sowie Hennefer

Siegbogen zur weiteren Wassergewinnung sind ausge -

wiesene Wasserschutzgebiete. In enger Zusammenarbeit

mit dem Arbeitskreis Landwirtschaft, Wasser und Boden

im Rhein-Sieg-Kreis (ALWB) wird dort jeweils Beratung und

Hilfestellung bei der landwirtschaftlichen Nutzung angeboten,

um die Gewässerqualität zu stabilisieren beziehungsweise

zu verbessern. Dieses Ziel verfolgt der WTV

auch mit seiner naturnahen Forstwirtschaft und seinem

Fischereimanagement.

Information

Gründungsjahr: 1953

Mitarbeiter: 170 und

17 Auszubildende

Leistungsspektrum:

Betrieb zur Produktion und

Förderung von Trinkwasser

für circa 800 000 Menschen

in der Region Bonn/Rhein-

Sieg/Ahr

Förderung und

Produktion:

– drei Trinkwasser -

aufbereitungsanlagen

– 230 km Transport -

leitungen bis DN 1600

– 16 Trinkwasserbehälter

– 17 Pumpwerke zur

Druckerhöhung

– 74 Stationen zur

Trinkwasserübergabe

www.wahnbach.de

Year founded: 1953

Employees: 170 and

17 apprentices

Range of services:

Company for the production

and delivery of

drinking water for approx.

800,000 people in the

Bonn/Rhein-Sieg/Ahr

region

Delivery and production:

– three drinking water

treatment plants

– 230 km of conveyor pipelines

up to DN 1600

– 16 drinking water tanks

– 17 pumping stations for

pressure increase

– 74 stations for drinking

water delivery

Wahnbachtalsperrenverband (WTV) has installed a socalled

multi-barrier system to ensure safe production,

treatment and distribution of high-quality drinking water.

Every single step of consecutively connected “hurdles” are

subjected to 24/7, continuous quality inspection by WTVown

laboratories, in addition to safety monitoring that is

conducted by the central control station. The catchment

and inlet areas of the barrage as well as the Untere Sieg

in Meindorf and Hennef’s Siegbogen ground water works

for additional water extraction have been declared water

protection areas. In close cooperation with “Arbeitskreis

Landwirtschaft, Wasser und Boden” (ALWB) in the Rhein-

Sieg-Kreis district, consultation and support is offered in

each case with regard to agricultural utilisation so as to

stabilise or improve water quality. This purpose is also

pursued by WTV with its near-natural forestry and its

management of fisheries.


Stephanie Bulang-Matern

UNTERSTÜTZUNG FÜR GRÜNDER

UND JUNGUNTERNEHMER –

RAUM FÜR BÜROS, RAUM FÜR IDEEN

60

Um es gleich von vornherein festzustellen: Bonn und die

Region Rhein-Sieg sind ein guter Nährboden für alle, die den

Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen. Gerade für

Existenzgründer im Dienstleistungsbereich und Freiberufler

bietet das Umfeld besonders viele Möglichkeiten. Das liegt

zum einen an der Kaufkraft, zum anderen an den

Standortvorteilen durch etliche mittelständische und große

Unternehmen.

Und wer hat’s erfunden?

Gute Chancen haben Start-ups, die eine neue Geschäftsidee

entwickeln. Ein Musterbeispiel: True Fruits. Die gesunden

Smoothies in der puristischen Glasflasche begannen

ihren Siegeszug

„Die gute Position Bonns auf dem Gebiet der im Biologiestu -

Existenzgründung ist auch eine Bestätigung für dium der drei

die umfassenden (Beratungs-)Angebote der Firmengründer.

städtischen Wirtschaftsförderung an Gründer.“ Heute gehören

Victoria Appelbe, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung die Früchtchen

zum Programm

so ziemlich je des Geschäftes in und um Deutschland, das

Lebensmittel anbietet.

Gleich mehrere Großkonzerne und DAX-notierte Unter -

nehmen bieten ein internationales, technologiefreundliches

und innovatives Umfeld. Ein paar der großen sind Deutsche

Telekom, Deutsche Post, Postbank ebenso wie Tank & Rast

oder aber mittelständische Firmen vieler Branchen. Die Universität

Bonn, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und die

Alanus-Hochschule fördern das innovationsfreundliche

Klima ebenso. Die hohe Medienaffinität der Region hilft

auch so manches Mal dabei, Interesse zu wecken und tolle

Ideen zu verbreiten.

Regionaler Gründergeist

Das Institut für Mittelstandsforschung (kurz IfM) in Bonn

berechnet seit 1998 jährlich das sogenannte NUI (Neue

Unternehmerische Initiative) Regionen-Ranking. Dabei

werden Existenz- und Betriebsgründungen, Übernahmen,

Zuzüge von Gewerbebetrieben und Aufnahmen einer

gewerblichen Nebenerwerbstätigkeit herangezogen. Tendenziell

lässt sich feststellen, dass sich die Gründungs -

neigung in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis leicht verringert

hat.

Dennoch ist die Gründungsdynamik im Rhein-Sieg-Kreis

nach wie vor gut. Begünstigt wird sie in erster Linie durch

ein breites, fundiertes Angebot an Informations- und

Beratungsveranstaltungen. Außerdem stehen unter dem

Namen „BusinessCampus Rhein-Sieg“ in Sankt Augustin und

Rheinbach moderne Büroräume mit hervorragender Infrastruktur

zur Verfügung. Darüber hinaus existiert eine sehr

intensive regionale Kooperation im Bereich der Gründungsund

Unternehmensberatung – insbesondere durch das

STARTERCENTER Bonn/Rhein-Sieg.

Ein zentraler Baustein der Beratungsaktivitäten der Wirt -

schaftsförderung ist die Initiative BonnProfits. Sie informiert,

motiviert und berät (gemeinsam mit der Sparkasse

KölnBonn als Projektpartner) ganz gezielt Gründerinnen und

Gründer aus den wissensintensiven Dienstleistungen.

Erfolg reiches Element dieser Initiative ist das im Januar 2011

eröffnete „BonnProfits – Innovations- und Gründungs -

zentrum“, das für Jungunternehmen optimale Startmög -

lichkeiten schafft, nicht zuletzt durch Büros an bester

Adresse, viele Hilfsangebote und als Netzwerkschmiede.


61

Erfolgreiches Start-up aus der Region: die True Fruits Gründer Inga

Koster, Nic Lecloux und Marco Knauf (v. li.)

Successful start-up from the region: True Fruits founders Inga Koster,

Nic Lecloux and Marco Knauf (from left to right)

SUPPORT FOR COMPANY FOUNDERS AND START-UP ENTREPRENEURS – SPACE FOR OFFICES, SPACE FOR IDEAS

To make it clear right from the start: Bonn and the Rhein-

Sieg region are a good breeding ground for everyone

wishing to take the plunge and set up an own business. This

surrounding offers a myriad of possibilities, especially for

founders of a new business in the service-providing sector

and for freelancers. On the one hand, this is due to the

purchasing power and, on the other, the locational ad -

vantages offered by numerous medium-sized and large

companies.

And who invented it?

Start-ups that develop a new business idea have a good

shot at success. In this regard, True Fruits is a textbook ex -

ample. The healthy smoothies in the puristic glass bottle

started their triumphal procession during the biology

studies of the three company founders. Today, the fruits are

part of the product programme at almost every business

that offers food in and around Germany.

A large number of major multinational and DAX-listed

companies offers an international, technologically-friendly

and innovative surrounding. A few of the large ones

are Deutsche Telekom, Deutsche Post, Postbank just like

Tank & Rast but also medium-sized companies from a variety

of different industries. The University of Bonn, the Bonn-

Rhein-Sieg University of Applied Sciences and the Alanus

University promote the innovation-friendly climate to an

equal extent. The region’s high degree of media affinity also

sometimes helps to arouse interest and disseminate great

ideas.

Regional entrepreneurial spirit

Since 1998, the Institute for Research on Medium-Sized

Companies (abbreviated with IfM) in Bonn has been cal -

culating the so-called NUI (New Entrepreneurial Initiative)

regional ranking. In so doing, entrepreneurial and business

start-ups, takeover companies, new arrivals in the form of


62

Telekom Healthcare Solutions: Mithilfe von Tablet-PCs können

Ärzte Patienten direkt am Patientenbett besser ihre

gesundheitliche Lage erklären.

Telekom Healthcare Solutions: with the help of tablet computers, doctors can

better explain the health status to patients directly at their bed.

Wer wagt, gewinnt

In regelmäßigen Abständen lädt die IHK Bonn/Rhein-Sieg

beispielsweise zu ihren Ideenbörsen. Newcomer, Interessierte

und arrivierte Unternehmer aus Bonn und der

Region nutzen diese Plattform, sich zu präsentieren, zum

Austausch – und manches Mal ist auf dieser Veranstaltung

auch schon eine neue Idee geboren worden.

Generell ist zu beobachten, dass die Gründer immer besser

qualifiziert sind und ihre Selbstständigkeit mit mehr Vorlaufzeit

als in der Vergangenheit planen.

Viele staatliche und private Stellen unterstützen und fördern

Existenzgründer. Dabei lässt sich die Art der Förderung der

Existenzgründung grob in drei Bereiche aufteilen: die

Förderung des Lebensunterhalts, Zuschüsse für Beratung

und Coaching und der größte Bereich, die finanzielle

Förderung für Existenzgründer durch Kredite, Darlehen,

Bürgschaften und anderes mehr.

Eine ganze Reihe unterschiedlicher Behörden unterstützen

Existenzgründer mit Förderungen. Dazu gehören die

Arbeits agentur, die KfW-Bank und andere regionale Förderbanken

oder das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und

Ausfuhrkontrolle).

Rückblickend war 2015 ein echt gutes Jahr für die deutsche

Wirtschaft und die Region Bonn/Rhein-Sieg – mit Rekord -

zahlen auf dem Arbeitsmarkt. Aber damit es auch in den

kommenden Jahren weiter so gut läuft, braucht die Region

ständig neue Innovationen und Ideen.


commercial enterprises and persons taking up a commercial

secondary occupation are consulted. As a trend, it can be

said that the tendency to found a start-up in Bonn and the

Rhein-Sieg district has decreased slightly.

Nevertheless, it can be stated that the start-up dynamics in

the Rhein-Sieg district are still good. This is favoured, first and

foremost, by a variety of offers in the form of information

and consultation events. What is more, modern office pre -

mises with an outstanding infrastructure in Sankt Augustin

and Rheinbach that go by the name of “BusinessCampus-

Rhein-Sieg” are available. In addition to this, there is highly

intensive regional cooperation in the field of company startup

and management consulting- in particular with the

STARTERCENTER Bonn/Rhein-Sieg.

A central building block of the consultation activities of the

economic development is the BonnProfits initiative. It

informs, motivates and consults (in cooperation with

Sparkasse KölnBonn as a project partner) start-up founders

from the knowledge-intensive services in a highly targeted

manner. A successful element of this initiative is “BonnProfits

– Innovations- und Gründungszentrum” (BonnProfits –

Innovation and Start-Up Founder Centre), which opened in

January 2011 and offers optimal launching possibilities for

young companies, not least by means of offices at the best

address, numerous offers of help and as a network forger.

Nothing ventured, nothing gained

The Bonn/Rhein-Sieg Chamber of Industry and Commerce

regularly issues an invitation to attend its idea exchange.

Newcomers, interested parties and successful entrepreneurs

from Bonn and the region utilise this platform for presenting

themselves, for exchanging information and, every once in

a while, a new idea has also already been born at this event.

As a general principle it can be observed that the company

founders are increasingly better qualified and that they plan

their self-employment with more lead time than in the past.

Start-up founders are supported and promoted by many

governmental and

private agencies. In

so doing, the type

of support provided

with the establishment

of a business

can, roughly stated,

be divided into

“When it comes to establishing a business,

Bonn’s good position also serves as

confirmation for the comprehensive

(consultation) offers by the municipal promotion

of trade and industry for founders.”

Victoria Appelbe, Head of the Office

for Economic Development

three areas: the support regarding livelihood, grants for consultation

and coaching, and the largest area, the financial

support for start-up founders, by means of credits, loans,

guarantees, and many others.

A whole string of different authorities support business startups

with subsidies. These include the employment agency,

the KfW Bank and other regional development banks or the

BAFA (Federal Office of Economics and Export Control).

Looking back, 2015 was a really good year for the German

economy and the Bonn/Rhein-Sieg region – with record

figures on the labour market. However, to ensure that

business will also remain this good in the coming years,

the region will always be in need of new innovations and

ideas.

63


Lothar Schmitz

GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG VON

UNTERNEHMEN – DAS CSR-KOMPETENZZENTRUM

64

Corporate Social Responsibility (kurz: CSR), also die

gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, spielt

inzwischen eine wichtige Rolle nicht nur in großen

Betrieben, sondern auch in immer mehr kleinen und

mittleren Firmen. Um diese bei ihrem verdienstvollen

Engagement zu unterstützen und weitere Akteure zu

gewinnen, hat sich in Bonn eines von landesweit fünf

CSR-Kompetenzzentren gebildet.

Freiheit und Leistung allein machen noch keine gute

Wirtschaftsordnung aus. Das wussten schon die Kaufleute

im Mittelalter. Um sich gegen Misstrauen und Bedrohung

zu wappnen, grenzten sie sich mithilfe eines Ehrenkodexes

gegen Betrüger ab – das „Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns“

war geboren. Es steht für ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein

für das eigene Unternehmen, für die Gesell -

schaft und die Umwelt. Den wohl bekanntesten „Ehrbaren

Kaufmann“ der Weltliteratur hat Thomas Mann geschaffen:

Johann Buddenbrook. Seinem Unternehmensnachfolger

schreibt er ins Stammbuch: „Mein Sohn, sey mit Lust bey

den Geschäften am Tage, aber mache nur solche, dass wir

bey Nacht ruhig schlafen können!“

Diese Maxime hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt.

Für viele mittelständische Unternehmen in der Region

Bonn/Rhein-Sieg ist es überhaupt keine Frage, sich sozial

gegenüber ihren Beschäftigten, Geschäftspartnern und in

der Gesellschaft zu engagieren. Auch richten viele von ihnen

von jeher ihr wirtschaftliches Handeln nach nachhaltigen

und ökologischen Aspekten aus.

Der moderne Name für solches Handeln: „Corporate Social

Responsibility“ (CSR). CSR ist inzwischen in zahlreichen

kleinen, mittleren und großen Firmen Teil einer Unter neh -

mensphilosophie, eines von Beschäftigten wie Führungs -

kräften getragenen Leitbildes. Die individuelle Haltung wird

zu einer strategischen Ausrichtung des jeweiligen

Unternehmens.

Wie geht das eigentlich – CSR?

Viele, gerade kleinere Unternehmen tun sich bisweilen dennoch

schwer damit, CSR im eigenen Betrieb umzusetzen.

Wie übernimmt man eigentlich ganz konkret gesell -

schaftliche Verantwortung? Ist die jährliche Überweisung an

den örtlichen Sportverein schon CSR? Und wie verknüpft

man unternehmerische Aktivitäten auf verschiedenen

Handlungsfeldern mit der Unternehmensstrategie und den

Firmenzielen?

Weil CSR viel mehr ist als das Sponsoring des benachbarten

Vereins und insbesondere kleinere Betriebe in der Region

Unterstützung benötigen, haben sich die IHK Bonn/Rhein-

Sieg und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zusammengetan

und in einem Wettbewerb des nordrhein-westfälischen

Wirtschaftsministeriums um die Einrichtung eines CSR-Kompetenzzentrums

beworben. Mit Erfolg: Sie wurden als einer

von fünf CSR-Kompetenzzentren in NRW ausgewählt und

gingen damit im Januar 2016 – für zunächst drei Jahre – an

den Start.

Seitdem bringt das Team des CSR-Kompetenzzentrums

kleinen und mittleren Betrieben CSR als Managementansatz

näher und sensibilisiert sie für das Konzept verantwortlicher

Unternehmensführung. Es versteht sich als zentraler und

fester Ansprechpartner, bündelt bereits vorhandene

Formate und vermittelt praxisgerechte Informationen. Das

betrifft die vier Handlungsfelder Markt, Mitarbeiter/Arbeits -

platz, Umwelt und Gemeinwesen. Wichtig ist der ganz -

heitliche Ansatz, wobei CSR nicht als lästige Pflichtaufgabe

gesehen wird, sondern als Strategie und Methode, um

Wettbewerbsvorteile am Markt zu erreichen. Nur so erreicht

CSR eine breite Akzeptanz.


SOCIAL RESPONSIBILITY OF COMPANIES – THE CSR COMPETENCE CENTRE

65

Meanwhile, Corporate Social Responsibility (abbreviated

form: CSR), which refers to the social responsibility of

companies, plays an important role not only in large

companies but increasingly also in small and mediumsized

companies. To support them with their commendable

dedication and so as to win additional actors, one of

five country-wide CSR competence centres has been

established in Bonn.

Freedom and performance alone do not yet make for a

good economic system. The merchants in the Middle Ages

already knew this. To steel themselves against suspicion and

threats, they used a code of honour to distance themselves

from fraudsters. By means of this, the “Mission Statement of

the Honourable Businessman” was born. It stands for a

pronounced awareness of the responsibility for the own

company, society and the environment. Probably the bestknown

“honourable merchant” of universal literature was

created by Thomas Mann: Johann Buddenbrook. He wrote

in the family register of the successor of his company: “My

son passionately conducts business by day but only the kind

of business that ensures we can sleep peacefully by night!”

To this very day, this maxim has not lost any of its topicality.

For numerous medium-sized companies in the Bonn/Rhein-

Sieg region there is absolutely no doubt that they must treat

their employees and business partners in accordance with

social principles, and become involved in society. What is

more, many of them have always aligned their economic

actions to satisfy sustainable and ecological principles.

The modern name for this conduct: “Corporate Social

Responsibility” (CSR). Meanwhile, CSR is a part of the corporate

philosophy in plenty of small, medium-sized and large

companies; a mission statement that is underpinned by

both employees and managers. The individual attitude

constitutes the strategic alignment for the respective company.

How does it actually work – CSR?

Many and here especially smaller companies sometimes

have a hard time implementing CSR in their own company.

How, quite concretely, does a company actual assume social

responsibility? Is the annual transfer of money to the local

sport club already CSR? And how does a company link

entrepreneurial activities in different areas of activity with

the company strategy and company objectives?

Because CSR is so much more than the sponsoring of neighbouring

clubs and associations, and it is in particular smaller

companies in the region that are in need of support, the


Beim „Marktplatz Gute Geschäfte“ verhandeln Unternehmen und

Organisationen auf Augenhöhe.

At the “Marktplatz Gute Geschäfte” (Marketplace for Good Business

Transactions), companies and organisations negotiate at eye level.

66

Äußerst vielfältiges Engagement in der Region

Das gesellschaftliche Engagement der Unternehmen in

Bonn und Rhein-Sieg ist äußerst vielfältig. Das Tanzhaus

Bonn etwa setzt im Rahmen von CSR ein Tanzprojekt für

ältere Menschen mit und ohne Demenzerkrankung um und

kooperiert dabei mit dem Caritasverband für die Stadt Bonn

e. V. Außerdem unterstützt das Unternehmen Waisenkinder

in der Demokratischen Republik Kongo durch den Verein

„Sun for Children e. V.“. Die PROJEKTSERVICE Schwan GmbH

aus Meckenheim setzt auf sportliche Aktivitäten, kombiniert

mit der Förderung von Kindern und Jugendlichen. So rief

Unternehmer Holger Schwan mit Partnern den „Bonner

Nachtlauf“ ins Leben. Dessen Einnahmen kommen dem

Projekt „Sportvereine bewegen Bonner Kinder“ zugute.

Schwan und Tanzhaus-Geschäftsführer Timo Müller

engagieren sich übrigens auch ehrenamtlich als „CSR-

Botschafter“ und werben beispielsweise bei Veranstal -

tungen öffentlich für CSR.

Drittes Beispiel: das Bonner Business Center DER THÜNKER.

Seit über einem Jahrzehnt unterstützen Wilfried Thünker –

ebenfalls CSR-Botschafter – und sein Team regelmäßig Ver -

eine und Initiativen, zum Beispiel die ZNS – Hannelore Kohl

Stiftung, das Sarkoidose-Netzwerk, die German Angel Initiative,

die Hilfe für schwerstkranke Kinder „Bunter Kreis“, die

Lebenshilfe oder die international tätige Hilfsorganisation

German Doctors.

Ebenso vielfältig sind in Bonn und Rhein-Sieg die Angebote

für Unternehmen, die bereits CSR betreiben und sich

austauschen und stärker vernetzen wollen, sowie solche, die

neugierig sind und wissen wollen, wie’s geht. Da sind zum

Beispiel die regelmäßigen CSR-Frühstücke. Unter dem

Motto „Von Unternehmen für Unternehmen“ stellen kleine

und größere Betriebe ihre CSR-Strategie vor, sodass andere

Firmen davon lernen und sich untereinander austauschen

können. Ziel ist der Aufbau eines immer dichteren Unter -

nehmensnetzwerkes zum Thema CSR in der Region

Bonn/Rhein-Sieg.

Beim jährlichen „Marktplatz Gute Geschäfte“ treffen

Unternehmen auf Vereine und gemeinnützige Organisa -

tionen, die Unterstützung in Form von Dienstleistungen,

persönlichem Einsatz, logistischer Hilfe oder Zusammen -

arbeit suchen. Wie auf einem Markt handeln die Akteure

Kooperationsprojekte aus, sodass Angebot und Nachfrage

überein gebracht werden.

Mehrmals pro Jahr bietet zudem die „CSR-Freitagswerkstatt“

der IHK Bonn/Rhein-Sieg den verantwortlichen CSR-

Akteuren in Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen

sowie engagierten Bürgern und Fachreferenten eine

Plattform zum Austausch über aktuelle gesellschaftliche

Herausforderungen am Standort Bonn/Rhein-Sieg.

Das CSR-Kompetenzzentrum bündelt alle diese Formate –

und entwickelt zugleich weitere, etwa spezielle CSR-Workshops

und Infoveranstaltungen. Zum Wohle der Unter -

nehmen und der Menschen in der Region.


Bonn/Rhein-Sieg Chamber of Industry and Commerce and

the Bonn-Rhein-Sieg University of Applied Sciences have

joined forces and applied for the establishment of a CSR

competence centre in a competition called out by the North

Rhine-Westphalian Ministry of Economics. With success:

they were selected as one of five CSR competence centres

in NRW and took up their activities in January 2016 – initially

for three years.

Third example: the Bonn-based DER THÜNKER business

centre. For more than a decade, Wilfried Thünker, who is also

a CSR ambassador, and his team have regularly supported

clubs and initiatives, for example the ZNS – Hannelore Kohl

foundation, the Sarcoidosis network, the German Angel

Initiative, assistance for severely ill children “Bunter Kreis”,

Lebenshilfe (counselling) or the internationally-active relief

organisation “German Doctors”.

Ever since this time, the CSR competence centre team has

been acquainting small and medium-sized companies with

CSR as a management approach, in addition to sensitising

them for the concept of responsible company management.

It sees itself as a central and permanent contact

instance. It bundles existing formats and conveys practiceoriented

information. This refers to the four areas of market

activity, employees/workplace, environment and community.

The holistic approach is important in this respect,

whereby CSR is not viewed as a tiresome obligatory task but

a strategy and method to attain competitive advantages on

the market. This is the only way to ensure CSR will achieve

the objective of broad acceptance.

Exceptionally diverse engagement in the region

The social engagement of the companies in Bonn and

Rhein-Sieg is characterised by exceptional diversity. Within

the framework of CSR, for instance, “Tanzhaus Bonn” (Dance

House Bonn) realises a dance project for older people with

and without dementia and, in so doing, cooperates with the

Caritas association for Stadt Bonn e. V. What is more, through

the “Sun for Children e. V.” association, the company supports

orphans in the Democratic Republic of Congo.

PROJEKT SERVICE Schwan GmbH from Meckenheim promotes

sports activities, combined with the advancement of

children and young adults. Here, together with partners, the

entrepreneur Holger Schwan initiated the “Bonner Nachtlauf”

(Bon Night Run). The funds generated here benefit the

“Sportvereine bewegen Bonner Kinder” (Sport Clubs Get

Bonn’s Children Moving) project. What is more, the man -

aging director of Schwan and Tanzhaus, Timo Müller, is also

active as a volunteer “CSR ambassador” and at events, e.g.

he publicly promotes CSR.

In Bonn and Rhein-Sieg, the offers for companies that are

already implementing CSR and wish to exchange ex -

perience and network to an even greater degree is just as

varied, as well as for those who are curious and would like

to know how this works. In this regard, e.g. there are the

regular CSR breakfasts. According to the motto of “By

Companies for Companies”, small and larger companies

present their CSR strategy so that other companies can learn

from it and exchange views among one another. The ob -

jective is the establishment of an increasingly more dense

company network on the topic of CSR in the Bonn/Rhein-

Sieg region.

At the annual “Marktplatz Gute Geschäfte” (Marketplace for

Good Business Transactions), companies meet associations

and non-profit organisations who are in need of support in

the form of services, personal participation, logistic support

or cooperation. Like on a market, the actors negotiate

cooperation projects, so that supply and demand is co -

ordinated and aligned.

What is more, several times a year at the Bonn/Rhein-Sieg

location, the “CSR-Freitagswerkstatt” (CSR Friday Workshop)

of the Bonn/Rhein-Sieg Chamber of Industry and

Commerce offers a platform for exchange on current social

challenges faced by the responsible CSR actors in com -

panies and non-profit organisations, as well as dedicated

citizens and subject specialists.

The CSR competence centre bundles all these formats – and

at the same time develops additional ones, for instance

special CSR workshops and information events. All of this is

done for the benefit of the companies and the people in the

region.

67


Lothar Schmitz

KUNSTSTOFFREGION BONN/RHEIN-SIEG –

EIN WELTWEITER TRENDSETTER

68

Handy und Lenkrad, Shampooflasche und Tupperdose –

es ist fast unmöglich, sich den Alltag ohne Kunststoff

vorzustellen. Ebenso unmöglich ist es, sich die Wirt -

schafts region Bonn/Rhein-Sieg ohne Kunststoff vor zu -

stellen. Hier wurde nicht nur Kunststoffgeschichte

geschrieben, sondern hier hat sich im Lauf der Jahrzehnte

eine vielfältige und starke Kunststoffszene etabliert.

Getragen von weit über 100 großen, mittleren und

kleinen Kunststofferzeugern, -verarbeitern sowie Ma -

schinen- und Werkzeugbauern, aber auch Bildungs- und

Forschungseinrichtungen.

Bonn gilt als die Keimzelle der Blasformtechnik, oder

richtiger: der Übertragung der Blasformtechnik von Glas auf

Kunststoff. Das Blasformen ist ein Verfahren zur Herstellung

von Hohlkörpern aus thermoplastischen Kunststoffen. Im

Mai 1950 ließ Dr. Reinold Hagen, Gründer der Kautex-Werke

in Bonn-Holzlar, die Technik patentieren. 1950 entstand hier

zum Beispiel mit einem 10-Liter-Ballon aus Polyethylen der

erste nahtlos geblasene Großbehälter der Welt. Einige Jahre

später folgte der erste zugelassene Reservekanister aus

Kunststoff, 1966 der weltweit erste Benzintank aus Kunststoff

– ein Prototyp für Ford. 1973 wurden erstmals serienmäßig

Kraftfahrzeuge mit Kautex-Benzintanks ausgestattet.

Aus einem Unternehmen wurden zwei – und beide sind

auch heute noch Schwergewichte am Kunststoffstandort

Bonn/Rhein-Sieg. Die Kautex Maschinenbau GmbH ist für

viele Kunststoffverarbeiter ein unverzichtbarer Partner. Das

Unternehmen entwickelt und baut Maschinen für alle

wichtigen Anwendungssegmente der Blasformtechnologie

– von der Automobilindustrie bis zu Industrie- und Konsumverpackungen.

Kautex Maschinenbau gilt als Weltmarkt -

führer im Segment der Maschinen zur Herstellung von Kraftstoffbehältern

aus Kunststoff. KAUTEX TEXTRON wiederum

gilt als einer der Top-100-Automobilzulieferer weltweit. Das

Kerngeschäft liegt in der Herstellung von Kunststoff-Tank -

systemen für nahezu alle Automobilhersteller. Jüngst hat

man die Produktpalette um Speicherbehälter für alternative

Antriebssysteme, zum Beispiel Hybrid-Tanks oder Wasserstoff-Drucktanks,

erweitert.

Troisdorf: von Dynamit Nobel bis heute

Nur wenige Kilometer trennen Holzlar von Troisdorf, dem

anderen Ursprungsort der hiesigen Kunststoffbranche. Für

diesen Ursprung steht bis heute Dynamit Nobel – das

Weltunternehmen bot hier noch in den 1970er-Jahren über

10 000 Menschen Arbeit. Wichtige Entwicklungen im

Kunststoffsektor sind mit dem Namen Dynamit Nobel verbunden.

Das ursprüngliche Unternehmen existiert nicht mehr. Dafür

sind – auch durch die Nähe zu Dynamit Nobel, Kautex und

anderen – zahlreiche weitere Kunststoffunternehmen am

Standort Troisdorf entstanden. Das zur Wirtschaftsförderung

gehörende Kompetenzzentrum Kunststoff zählt rund 50

branchenzugehörige Betriebe in Troisdorf. Die Angebots -

palette reicht von Spezialfolien für Verbundsicherheitsglas

in Fahrzeugen, Gebäuden und Solaranlagen bis zur Wiederaufbereitung

von Kunststoffabfällen, die bei der Produktion

anfallen und zu Granulaten mit unterschiedlichsten Eigenschaften

vermahlen werden, die wiederum in den Produktionskreislauf

gehen.

Eine besonders intensive Bindung an den Standort hat die

Reifenhäuser-Gruppe, einer der großen „Hidden Champions“

in der Region: Das Unternehmen ermöglicht seinen Kunden

mit Technologien und Komponenten für die Kunststoff -

extrusion die Produktion von Folien, Vliesstoffen, Mono -

filamenten und Holz-Polymer-Verbund-Profilen. Reifenhäuser

gilt, gemessen am Umsatz, als weltweit größter

Extrusionsanlagenbauer.

Gute Standortbedingungen

Die Unternehmen der Kunststoffbranche profitieren in Bonn

und dem Rhein-Sieg-Kreis sowie der Umgebung von einem

exzellenten Nachwuchsreservoir. Die Rekrutierung junger

Fachkräfte bereitet den Akteuren bisher weniger Sorgen als

anderswo.

An der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg zum Beispiel sind insbesondere

zwei Fachbereiche für die örtlichen Kunststoff -

unternehmen interessant: Im Fachbereich „Elektrotechnik,

Maschinenbau und Technikjournalismus“ am Standort Sankt


BONN/RHEIN-SIEG PLASTICS REGION – A GLOBAL TRENDSETTER

Mobile phones, steering wheels, shampoo bottles and

Tupperware containers – it’s almost impossible to

imagine everyday life without plastic. And it’s just as hard

to imagine the Bonn/Rhein-Sieg economic region without

plastic. Not only was plastic history written here but

a diverse and strong plastics scene has established itself

in the course of the past decades. And this scene is borne

by far more than 100 large, medium-sized and small

plastic producers, processors, machine builders and toolmakers,

in addition to education and research establishments.

Bonn is considered the nucleus of blow moulding. Or, to be

more precise: the transfer of blow moulding from glass to

plastic. Blow moulding is a procedure used for manufac -

turing hollow bodies made of thermoplastic synthetics.

Reinold Hagen, founder of the Kautex plants in Bonn-Holzlar,

had the technology patented in May 1950. Here, for instance,

in 1950, the worldwide first seamlessly blown large

container was created by using a 10-litre balloon made of

polyethylene. A few years later, this was followed by the first

approved spare canister made of plastic, and in 1966, the

first petrol tank made of plastic worldwide – a prototype for

Ford. In 1973, vehicles were equipped with Kautex petrol

tanks as a serial feature for the first time.

One company became two – and to this very day, both are

still heavyweights at the Bonn/Rhein-Sieg plastic location.

Kautex Maschinenbau GmbH is an indispensable partner for

a large number of processors of plastic. The company develops

and builds machines for all important blow moulding

technology application segments – covering everything

from the automotive industry right up to industrial and

consumer packaging. Kautex Maschinenbau is considered

a global leader in the segment of machines used for

the manufacture of fuel containers made of plastic. In turn,

KAUTEX TEXTRON is one of the top 100 automotive sup -

pliers worldwide. Its core activity is in the manufacture of

plastic tank systems for virtually all automobile manufac -

turers. Recently, the product range has been expanded to

include storage tanks for alternative propulsion systems, for

instance for hybrid tanks or hydrogen pressure tanks.

Troisdorf: from Dynamit Nobel until this day

Only a few kilometre separates Holzlar from Troisdorf, the

present day plastics branch’s other place of origin. Dynamit

Nobel is considered responsible for this – back in the 1970s,

the global player still provided jobs to more than 10,000

people. Important developments in the plastics sector are

associated with Dynamit Nobel.

The original company no longer exists. Yet, therefore – also

thanks to the proximity to Dynamit Nobel, Kautex and

others – numerous additional plastic companies have arisen

at the Troisdorf location. The plastics competence centre,

which is a part of business development, has about 50

industry-affiliated companies in Troisdorf. The product range

covers everything from special films for laminated safety

glass in vehicles, to buildings and solar panels, right up to

the recycling of plastic waste that is created during pro -

duction and ground to granulate with a great variety of

different properties. These varieties of granulate are in turn

used in the production cycle.

The Reifenhäuser Group has a particularly strong commitment

to the location, and it is one of the large “hidden champions”

in the region: with technologies and components for

plastic extrusion, the company makes it possible for its

customers to produce films, fleeces, monofilaments and

timber-polymer composite profiles. Based on its turnover,

Reifenhäuser is considered the largest extrusion line manufacturer

worldwide.

Good location conditions

In Bonn and the Rhein-Sieg district as well as the surrounding

area, the companies affiliated to the plastics branch

benefit from an excellent reservoir of junior staff. To date, the

recruiting of young specialists has been less difficult than

elsewhere.

For instance, at the Bonn/Rhein-Sieg University of Applied

Sciences there are two interesting faculties in particular for

the local plastic companies: the faculty for “Electrical Engi-

Continued on page 73

69


Information

Gründungsjahr: 1899

Mitarbeiter: 20 800 weltweit,

davon 140 in Troisdorf/Overath

Leistungsspektrum:

– thermoplastische

Spritzgussteile

– Wickelhülsen und Rollenverpackungen

für die

Folien-, Klebeband- und

Papierindustrie

– Garnträger für die

Textilindustrie u. v. m.

www.sonocoeurope.com

Year of foundation: 1899

Employees: 20,800 worldwide,

of whom 140 in

Troisdorf/Overath

Range of services:

– thermoplastic moulded

parts

– cores and roll packaging

for the film, adhesive

tape and paper industry

– yarn carriers for the

textile industry and many

more

www.sonoco.com

70

Sonoco Molded Plastics Europe

Seit inzwischen über 40 Jahren vertrauen unsere Kunden

auf unsere hochleistungsfähigen Präzisionsprodukte aus

thermoplastischen Kunststoffen. Gefertigt im Spritzgussoder

Extrusionsverfahren, finden diese Anwendung bei

Folien-, Klebeband- und Papierproduzenten sowie in der

Textilverarbeitung und -veredelung. Unser Portfolio wird

ergänzt durch medizinische Reinraumprodukte, Filtrationsprodukte

und individuell zugeschnittene Verpackungs -

lösungen. Unsere Kunden schätzen unsere Komplettlösungen,

da sie helfen, effizienter produzieren, geschützter

verpacken und sicherer transportieren zu können.

Our customers have relied on our high performance

products made from thermoplastic plastics for already

more than 40 years. Manufactured in injection moulding

or extrusion processes, these products are used by pro -

ducers of film, adhesive tape and paper, as well as in the

textile processing and finishing sector. Our portfolio is

completed by med ic inal cleanroom products, filtration

products and individually-customised packaging solu -

tions. Our customers appreciate our comprehensive

solutions because they help them produce their products

more efficiently, pack them with improved protection and

transport them with increased safety.

Augustin befasst man sich unter anderem intensiv mit

Kunst stoff und Kunststoffmaschinen. Im Fachbereich „Angewandte

Naturwissenschaften“ am Standort Rheinbach gibt

es eine Professur für Werkstoff- und Bauteilprüfung,

insbesondere Polymere. Die intensive Zusammenarbeit

zwischen den beiden Fachbereichen deckt einen großen

Teil der Wertschöpfungskette Kunststoff ab, vom Polymer

über die Verarbeitung bis hin zu Life-Cycle-Analysen. Die

Hochschule hat ein hohes Interesse an Kooperationen und

tauscht sich mit zahlreichen örtlichen Unternehmen aus.

Zudem bilden viele Unternehmen des Kunststoffsektors aus,

sie haben frühzeitig erkannt, dass sie damit einen Teil ihres

Fachkräftebedarfs selbst decken können. Die 1988 gegründete

Dr. Reinold Hagen Stiftung unterstützt sie dabei und

versteht sich als Partner der betrieblichen Ausbildung.

Angehende Fachkräfte finden die Unternehmen auch in

Troisdorf – und zwar im Bildungsgang Kunststoff- und

Kautschuktechnik der Fachschule für Technik am Georg-

Kerschensteiner-Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises. Der

Abschluss zu „staatlich geprüften Technikern“ befähigt

zur Übernahme von Aufgaben im mittleren Management.

Die Industriemeisterschule Troisdorf bietet unter anderem

eine 1190 Unterrichtsstunden umfassende Qualifizierung

zum/zur „Industriemeister/-in Fachrichtung

Kunststoff (IHK)“.

Zwei weitere Institutionen runden das Profil der Kunststoff -

region ab: die 2002 gegründete Interessengemeinschaft

Kunststoff (IGK) mit mehr als 30 vorwiegend kleinen und

mittleren Mitgliedsunternehmen, die unter anderem neue

gemeinschaftliche Produktentwicklungen und die Ausund

Weiterbildung von Fachkräften organisiert, sowie

der Qualitätsverband Kunststofferzeugnisse e. V. (QKE), der

sich für die Koordination und Organisation der Güte -

sicherung zahlreicher marktführender Kunststofferzeugnisse

einsetzt. Es sind also nicht allein die vielen Unternehmen,

sondern es ist eben auch die Mischung aus Tradition und

Moderne, Nähe und Vernetzung, Bildungseinrichtungen

und Bran chen institutionen, die den Kunststoffstandort

Bonn/Rhein-Sieg so besonders macht.


Bonn gilt als die Keimzelle der Blasformtechnik.

Das Blasformen ist ein Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern

aus thermoplastischen Kunststoffen.

Bonn is considered the nucleus of blow moulding.

Blow moulding is a procedure used for manufac turing hollow bodies

made of thermoplastic synthetics.

71


72

Reifenhäuser GmbH & Co. KG Maschinenfabrik

Das Familienunternehmen Reifenhäuser besteht bereits

seit über 100 Jahren und ist in den letzten sechs Jahr -

zehnten zu einem der weltweit erfolgreichsten Unternehmen

des Kunststoffmaschinenbaus gewachsen. Höchstes

Technologie-Know-how, außerordentliche Ingenieurs -

kompetenz gepaart mit anerkannter Zuverlässigkeit und

Präzision „Made in Germany“ sind die Wesensmerkmale

des Unternehmens.

Das Unternehmen entwickelt und produziert heute Extrusionsanlagen

zur Herstellung von Folien, Vliesstoffen und

Monofilamenten einschließlich aller Kernkomponenten.

Information

Die Reifenhäuser Unternehmensgruppe

bildet mit

sechs Business Units das

größte Extrusionsnetzwerk

der Branche.

Gründungsjahr: 1911

Mitarbeiter: 1500

Leistungsspektrum:

– Blasfolientechnologie

– Flachfolientechnologie

– Vliesstofftechnologie

– Monofilament -

technologie

– Komponenten

– Wickler

– Hochverschleißfeste

Schnecken & Zylinder

– Spinndüsen und

Mikrokomponenten

www.reifenhauser-group.com

With six business units, the

Reifenhäuser group of companies

constitutes the largest

extrusion network

found in this sector.

Year of foundation: 1911

Employees: 1,500

Range of services:

– blown film technology

– cast film technology

– non-woven fabric

technology

– monofilament technology

– components

– winders

– highly wear-resistant

screws & barrels

– spinnerets and microcomponents

Reifenhäuser versteht sich als ein den Zukunftsthemen

der weltweiten Herausforderungen verpflichtetes Unter -

nehmen – mit intelligenter Produktion, modernster Produktionstechnik

und entsprechenden Markt-, Marketingund

Managementstrategien. Darüber hinaus ist das Selbstverständnis

von Reifenhäuser geprägt von einer klaren

Werte orientierung, einer starken Unternehmenskultur und

einem verantwortungsbewussten und umweltgerechten

Handeln auf allen Ebenen.

Reifenhäuser is a family-owned company and has already

been in business for more than 100 years. In the course of

the past six decades, it has developed into one of the

most successful companies worldwide in the plastics

machinery industry. The essential features of the company

are characterised by the highest level of technological

expertise and exceptional engineering competence,

accompanied by recognised reliability and precision

“Made in Germany”.

Today the company develops and produces extrusion

machines for manufacturing films, non-woven fabrics and

monofilaments, including all core com ponents. Reifen -

häuser sees itself as a company that is dedicated to pro -

viding solutions for the future topics revolving around the

global challenges. For this, it uses intelligent production,

state-of-the-art production tech nology and the corresponding

market, marketing and management strategies.

In addition to this, Reifenhäuser’s self-perception is char -

acterised by a clear orientation as regards its values, a

strong corporate culture and respon sible and environmentally

compatible actions at all levels.


73

Polymere sind die Basis zahlreicher Produktinnovationen von

heimischen Unternehmen aus der Kunststoffbranche.

Polymers represent the basis for a large number of product innovations

by local companies that are active in the plastics industry.

neering, Mechanical Engineering and Technical Journalism”

at the location in Sankt Augustin intensively busies itself,

among other things, with plastic and plastic machines. And

at the “Applied Sciences” faculty at the Rheinbach location,

there is a professorship for material and component testing,

and here, in particular, polymers. The intensive cooperation

between the two faculties covers a large part of the added

value plastic chain, from polymers to processing and right

up to life-cycle analyses. The University of Applied Sciences

has a great interest in cooperations and exchanges insights

and opinions with numerous local companies.

What is more, many companies belonging to the plastic

sector offer apprenticeships. This is because they have

realised early on that this places them in a position to cover

a share of their specialist staff requirements themselves. The

Dr Reinold Hagen foundation, which was founded in 1988,

supports them in this regard and considers itself a partner

for company-based training.

The companies also find future skilled workers in Troisdorf -

and here, in the course of education for plastic and rubber

technology which is offered by the Technical College at

the Georg-Kerschensteiner Vocational College of the Rhein-

Sieg district. The qualification as a “state certified technician”

provides persons with the skills to assume respon sibility

in medium-sized management. Among other things, the

industry master school in Troisdorf offers a qualification

measure consisting of 1190 teaching hours, allowing

graduates to bear the title of “Industrial Supervisor Subject

Area of Plastic (Chamber of Industry and Commerce)”.

Two additional institutions round off the plastic region’s profile:

the Interessengemeinschaft Plastik (IGK) (Interest Group

Plastics), which was founded in 2002 and consists of more

than 30 predominantly small and medium-sized member

companies that, among others, organise new mutual

product developments and the education and further

education of skilled workers, as well as the Qualitätsverband

Plastikerzeugnisse e. V. (QKE) (Quality Association Plastic

Products non-profit association), which is committed to

the coordination and organisation of quality assurance of

numerous market-leading plastic products.

Thus, it is not only the many companies but also the mixture

of a long-standing tradition and modern developments,

proximity and networking, as well as education institutions

and industry institutions that make the Bonn/Rhein-Sieg

plastic location so special.


Stephanie Bulang-Matern

AUTOMOTIVE UND MASCHINENBAU –

ERFOLGSGESCHICHTEN MIT TRADITION UND ZUKUNFT

74

Das Rheinland ist einer der wichtigsten nationalen Stand -

orte für den Automotive-Sektor mit den beiden großen

Automobilherstellern Ford in Köln und Daimler-Chrysler in

Düsseldorf. Ebenso wichtig wie diese Global Player sind

jedoch die zahlreichen kleinen und mittleren Zulieferer.

Beiderseits des Rheins von Bad Honnef bis zur Landeshauptstadt

wird fast alles produziert, was für den Bau und die

Ausrüstung von Fahrzeugen erforderlich ist.

Mit harten Bandagen

Zunehmender globaler Wettbewerb der Automobil -

hersteller untereinander, kürzer werdende Produktzyklen,

daraus resultierende rückläufige Fertigungstiefe und

steigende internationale Qualitätsstandards wirken sich auf

die Zulieferbeziehungen aus. Eingebunden in die knallhart

kalkulierten Wertschöpfungsketten der Fahrzeughersteller

und den durch sie ausgeübten Kostendruck, wird der

Handlungsspielraum der Zulieferunternehmen zunehmend

enger. Jüngste Ereignisse zeigen, wie explosiv das Spannungsfeld

ist, in dem die Zulieferbetriebe leben und liefern

müssen. Dennoch boomt die Branche, werden immer neue

Erfindungen gemacht und verbaut.

So erklärt sich auch, dass in der Region Bonn/Rhein-Sieg

neben der Branche Automotive auch der Maschinenbau

eine führende Rolle spielt. Beide Industrien zeichnen sich

durch eine starke Exportorientierung aus. Das bedeutet

mehr neue Arbeitsplätze und dadurch einen wesentlichen

Schub für die regionale wirtschaftliche Entwicklung.

Die rheinischen Zulieferbetriebe brauchen in diesem Spannungsfeld

zwischen Erfolg, Zielvorgaben und Kostendruck

Unterstützung. Um den Dialog zwischen den Zulieferern

und Herstellern zu fördern, haben die Industrie- und

Handelskammern Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf,

Köln, Mittlerer Niederrhein und Wuppertal-Solingen-

Remscheid die Aktion „Automotive Rheinland“ gegründet.

Ziel dieser Initiative ist es, für mehr Transparenz und Hilfe bei

der Lösung aktueller Probleme einschließlich Image -

werbung zu sorgen.

Netzwerken für Innovation

Zudem unterstützt die IHK gerade produzierende Unternehmen

mit seinem FORUM Innovation bei der Suche

nach Lösungen für innovative Fragestellungen. Dazu

Dr. Rainer Neuerbourg, Experte für Innovation und Technologie

bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg: „Dies geschieht

beispielsweise durch die Vermittlung von kompetenten

Partnern aus dem Unternehmensnetzwerk, das Aufzeigen

von Lösungen im Rahmen von Workshops sowie den

Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen und Wissen -

schaftseinrichtungen in der Region. Die aus diesen Kon -

takten resultierenden Partnerschaften und Kooperationen

sind die treibenden Kräfte für Innovationen im Unter -

nehmens- und Wissenschaftsbereich. Damit wird nicht nur

das Innovationsmanagement in den Unternehmen selbst

verbessert, sondern auch die Innovationskraft in der

gesamten Region gestärkt.“

Und – wie schon im Beitrag über die Intensivierung von

Aus- und Weiterbildung eingehend beschrieben – setzt sich

die IHK für die stetige Verbesserung von Bildungsangeboten

ein: Denn ohne neue und gut ausgebildete Fachkräfte und

Ingenieure wäre zukunftsorientierte industrielle Produktion

nicht (mehr) möglich.

Fortsetzung Seite 78


AUTOMOTIVE AND MECHANICAL ENGINEERING – SUCCESS STORIES WITH TRADITION AND FUTURE

With the two major automobile manufacturers, Ford in

Cologne, and Daimler-Chrysler in Düsseldorf, Rhineland is

one of the most important locations nationwide for the

automotive sector. However, the large number of small and

medium-sized suppliers is just as important as these global

players. On both sides of the Rhine River, from Bad Honnef

right up to the federal state capital, almost everything that

is needed for manufacturing and equipping vehicles is

produced.

The gloves are off

Within this field of tension between success, clear targets

and price pressure, the Rhenish supplier companies are in

need of support. With the purpose of promoting the

dialogue between the supplier companies and manufac -

turers, the Chambers of Industry and Commerce Aachen,

Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Cologne, Mittlerer Niederrhein

and Wuppertal-Solingen-Remscheid have founded the

“Automotive Rheinland” (Automotive Rhineland) drive. The

goal of this initiative is to ensure increased transparency and

support with finding solutions to current problems, in -

cluding image advertising.

75

There is increasing global competition among automobile

manufacturers, with product cycles that are becoming

shorter all the time and a decline in the depth of manu -

facturing. These factors and increasing international quality

standards are having an impact on subcontracting relationships.

More and more, the subcontracting companies’

leeway is being restricted. This is due to the fact that they

are increasingly integrated into the vehicle manufacturers’

competitively-calculated value-added chains. This, in turn,

increases the cost pressure exerted on them. Most recent

events have demonstrated how explosive this field of

tension, in which subcontractors have to survive and supply

their products, is. However, this sector is booming despite

this, and there are constant new inventions that are being

installed.

This also explains why, apart from the automobile industry,

mechanical engineering also takes on a leading role in the

Bonn/Rhein-Sieg region. Both industries are characterised

by a clear export-oriented focus. This, in turn, leads to the

creation of new jobs and – as a result – a significant boost

for regional business development.

Networks for innovation

In addition to this, in particular with its FORUM Innovation,

the Chamber of Industry and Commerce supports manufacturing

companies that are search of solutions to inno -

vative questions. In this regard, Dr Rainer Neuerbourg, expert

for Innovation and technology at the Chamber of Industry

and Commerce Bonn/Rhein-Sieg: “This is achieved, for

instance, by mediating competent partners from the cor -

porate network; by developing solutions within the context

of workshops as well as the exchange of experience

between companies and scientific institutions in the region.

The partnerships that arise from these contacts and co -

operation represent the driving power for innovation in the

corporate and scientific sector. By means of this, not only is

innovation management improved in the company itself,

but the innovative power in the entire region is also

strengthened.”

And – as already described in detail in the contribution

regarding the intensification of vocational training and

further education – the Chamber of Industry and Com-

Continued on page 81


76

Mannstaedt GmbH

Mannstaedt ist ein Unternehmen der Georgsmarienhütte

Holding GmbH und weltweit führender Hersteller von

warmgewalzten Spezialprofilen aus Stahl für internationale

Industrieunternehmen.

Die Möglichkeiten erlauben eine beinahe unbegrenzte

Palette möglicher Formen – von einfachen Profilen mit

nicht standardmäßigen Abmessungen bis hin zu hochkomplexen

Profilen.

Der Einsatz erfolgt in zahlreichen Bereichen wie zum

Beispiel der Flurfördertechnik, der Automobilindustrie,

der Nutzfahrzeug- und der Bauindustrie, aber auch im

Landmaschinenbau, dem Schiff-, Berg-, Maschinen- und

Anlagenbau sowie in der Bahn- und Schienentechnik.

Es gibt kaum eine Industrie, die nicht von Mannstaedt-

Lösungen profitiert.

Neben der Warmverformung werden weitere Bearbeitungsschritte

wie zum Beispiel Ablängen, Kaltziehen,

Strahlen, Längsnahtschweißen sowie verschiedene Fertigungs-

und Nachbearbeitungsprozesse angeboten.

Die rund 750 Mitarbeiter sind täglich hoch motiviert, um

das hohe Qualitäts- und Leistungsversprechen bei den

Kunden in aller Welt einzulösen. Das Unternehmen erzielte

2015 einen Umsatz von circa 200 Mio. Euro, mehr als die

Hälfte davon im Ausland.

Dieter Wilden, Geschäftsführer Technik und Vertrieb bei

Mannstaedt, will vor allem in Deutschland industrielle

Arbeitsplätze erhalten und schaffen, denn, so Wilden

„diese Art Industrie ist die Keimzelle, und nicht 1:1 durch

Dienstleistungsarbeitsplätze ersetzbar.“ Wilden will am

Standort festhalten – nicht nur wegen der kurzen Entfernungen

zu Großkunden, sondern auch weil hier das

Potenzial der Mitarbeiter sehr gut ist. Er betont die Ver -

antwortung gegenüber der Gesellschaft. Ein guter Arbeitgeber

mit guten Umsätzen und einer Verantwortung gegenüber

der Region, Gesellschaft, Bildung und Industrie

gehört in den Kernmarkt seiner Kunden. Hinzu kommt,

dass gerade im asiatischen Markt auf deutsche Qualitätsprofile

gesetzt wird – hier ist es also von Vorteil, im Stammmarkt

zu bleiben.

Information

Gründungsjahr: 1825;

seit 2006 ein Unternehmen

der Georgsmarienhütte

Holding GmbH

Mitarbeiter: rund 750

Kompetenzen:

– Engineering

– Metallurgie

– Walzendesign

– Warmwalzen

– Weiterverarbeitung

Produktspektrum:

maßgeschneiderte

Lösungen aus Stahl für

die Branchen

– Automobilindustrie

– Flurfödertechnik

– Nutzfahrzeugindustrie

– Bauindustrie

www.mannstaedt.de

– Landmaschinenbau

– Schiffbau

– Bahn- und

Schienentechnik

– Bergbau

– Maschinen- und

Anlagenbau u. v. m.

Zertifizierungen:

DIN EN ISO 9001

DIN EN ISO 14001

DIN ISO/TS 16949

DIN EN ISO 50001

Tochterunternehmen:

Mannstaedt Inc. in

Peachtree City, Georgia,

USA


Mannstaedt GmbH

77

Mannstaedt belongs to Georgsmarienhütte Holding

GmbH and is a global leader in the field of hot-rolled

special steel profiles for international industrial businesses.

Mannstaedt’s production facilities allow an almost infinite

range of different forms – ranging from simple profiles

with non-standardized dimensions right up to highlycomplex

profiles.

The profiles are used in numerous sectors such as the

forklift truck, automotive, commercial vehicle and construction

industries, but also for agricultural machinery,

ship building, mining, mechanical and plant engineering

as well as for railway technology.

There is almost no industry that does not benefit from

Mannstaedt solutions. Besides hot rolling further pro -

cessing such as cutting-to-length, cold drawing, shot

blasting, longitudinal welding or other finishing steps are

available.

Day by day around 750 highly motivated employees

guarantee an outstanding quality and performance level

to all customers worldwide. In 2015 Mannstaedt reached

a total turnover of around 200 million Euro. More than half

of it was generated outside of Germany.

Dieter Wilden, Mannstaedt’s Managing Director in charge

of sales and production is dedicated to create and retain

industrial jobs especially in Germany, because “this kind of

industry is a core sector and cannot be replaced one to

one by jobs in the service sector”. Wilden wants to stand

by Mannstaedt’s location – not only because of the short

distances to key accounts, but also due to the employees’

high qualification and potential.

He emphasizes the company’s responsibility towards

the society. An excellent company with a sustainable

turnover and a sense of responsibility towards the region,

the society, educational institutions and other businesses

should remain in the core market of its customers. In addition,

especially customers in Asian markets rely on special

profiles made in Germany – in this regard Mannstaedt’s

production premises in its home country are a clear

advantage.

Information

Year of foundation: 1825,

since 2006 a company

of Georgsmarienhütte

Holding GmbH

Number of employees:

around 750

Expertise:

– Engineering

– Metallurgy

– Roll design

– Hot rolling

– Further processing

Product range:

Customized steel

profiles for the following

sectors:

– Automotive

– Material Handling

– Commercial Vehicles

– Construction

– Agricultural machinery

– Shipbuilding

– Railway technology

– Mining

– Mechanical and Plant

engineering

Certifications:

DIN EN ISO 9001

DIN EN ISO 14001

DIN ISO/TS 16949

DIN EN ISO 50001

Subsidiaries:

Mannstaedt Inc.,

Peachtree City, GA, USA

www.mannstaedt.de


In der Region Bonn/Rhein-Sieg wird fast alles produziert, was für den

Bau und die Ausrüstung von Fahrzeugen erforderlich ist.

In the Bonn/Rhein-Sieg region almost everything that is needed for

manufacturing and equipping vehicles is produced.

78

Beispiele

Die bch cad/cam service GmbH entwickelte sich aus der

Systemgruppe eines großen Kölner Engineering-Dienst -

leisters. Nach einer ersten Fokussierung auf Ford-spezifische

CAD-Anwendungen hat das Unternehmen sein produkt -

unabhängiges Augenmerk in Richtung aller gängigen CAD-

Systeme erweitert. Seit vielen Jahren arbeiten zahlreiche,

renommierte Unternehmen aus den Bereichen Automotive,

Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik mit dem

Lohmarer Unternehmen zusammen.

Einer der führenden Hersteller für wärmeschrumpfende Produkte,

die DSG-Canusa GmbH hat ihren Sitz in Meckenheim.

Mit ihren Produkten liefert sie Lösungen zur elektrischen

und mechanischen Isolation von Bauteilen und Leitungen.

Deren Einsatzbereiche sind die Branchen Automotive,

Energieversorgung, Elektronik und Telekommunikation.

Die Firma Verton Technik UG hat sich auf Oberflächenver -

edlung und Korrosionsschutz spezialisiert. Das Bonner

Unternehmen arbeitet regional, national und international

mit großen Namen der Automobil- und Industriebranche

zusammen. Weitere größere Arbeitgeber sind etwa GKN

Sinter Metals, SGL Carbon, Kautex, ZF, Maxion Wheels und

EMITEC.

Zum guten Schluss

Es ist nur eine kleine Auswahl aus einer Vielzahl an

Unternehmen aus dem Bereich Automotive und Maschinenbau

in der Region Bonn/Rhein-Sieg. Sie soll stellver -

tretend Einblick in die Unterschiedlichkeit und das Spe -

zialistentum geben, das die Produktion in unserer Region

ausmacht. Allein anhand der Kurzvorstellung lässt sich be -

reits erahnen, wie vielschichtig das Angebot ist, welche

Möglichkeiten sich daraus für den Wirtschaftsstandort

Bonn/Rhein-Sieg ergeben und wie wichtig die Investition in

Wettbewerbsvorteile ist. Wir sollten „dran bleiben“ – mit

erfolgreicher Standortpolitik – in unserer Region, für unsere

Region.


GKN Sinter Metals Components GmbH

79

GKN Sinter Metals bietet eine komplette Palette von

Produkten, Technologien und technischen Lösungen aus

dem Bereich Pulvermetallurgie.

Indem wir in unseren Konstruktionsbüros die PM-verfahrensgerechte

Produktgestaltung fördern, erzielen wir in

Zusammenarbeit mit unseren Kunden den maximalen

Nutzen, den die Pulvermetallurgie für deren Anwendungen

durch einzigartige Werkstoffe, kreative Formgebung

und modernste Verfahren zu bieten hat. Unterstützt durch

unsere engagierten Entwicklungszentren und unsere weltweiten

Fertigungsstandorte, sind wir darauf bedacht,

unseren Kunden die aktuellsten Neuerungen der PM-

Technologie zugänglich zu machen.

GKN Sinter Metals, als ein Bereich des britischen Engineering-Konzerns

GKN plc, ist der weltweit größte Hersteller

von Präzi sionsbauteilen aus Metallpulver. Unser globales

Netzwerk für Produktion und Vertrieb beschäftigt 6600

Mitarbeiter in mehr als 30 Niederlassungen auf fünf Kon -

tinenten.

Information

Gründungsjahr: 1934

Mitarbeiter: 6600 weltweit,

in Bonn 600

Leistungsspektrum:

– Sintermetall -

komponenten

– selbstschmierende Lager

– Filtertechnik und Komponenten

der spezifizierten

Porosität

– Pulvermetall -

spritzgussteile

– Pulverschmiedeteile

– Sintermetallkompo -

nenten aus Aluminium

– weichmagnetische

Sintermetall -

komponenten

Year founded: 1934

Employees: 6,600 worldwide,

600 in Bonn

Range of services:

– sinter metal components

– self-lubricating bearings

– filter technology and

components of the

specified porosity

– powder metal

moulded parts

– powder forgings

– sintered metal

com ponents made

of aluminium

– magnetically soft sinter

metal components

GKN Sinter Metals offers a complete range of products,

technologies and technical solutions in the sector of

powder metallurgy.

In that we promote procedurally just PM product design

in our construction offices in cooperation with our cus -

tomers, we provide the maximum benefit that can be

offered by powder metallurgy for their applications, with

unique materials, creative design and cutting-edge pro -

cedures. Supported by our dedicated development

centres and worldwide manufacturing facilities, we strive

to provide the latest technological PM innovations to our

customers.

As a division of the British GKN plc engineering group,

GKN Sinter Metals is the largest manufacturer worldwide

of precision components made of metal powder. Our

global production and distribution network employs 6,600

people in more than 30 subsidiaries on five continents.

www.gkn.com/sintermetals


Die Wilh. Stolle GmbH ist ein weltweit anerkanntes Unternehmen in

der Herstellung von fertig bearbeiteten Sondergussstücken mit

höchster Präzision.

Wilh. Stolle GmbH is a globally recognised company in the manufac -

turing sector of finished special castings with highest precision.

80

Wilh. Stolle GmbH Maschinenfabrik und Eisengießerei

Die Wilh. Stolle GmbH ist ein Familienunternehmen in der

vierten Generation. Wir sind ein international erfolgreiches

mittelständisches Industrieunternehmen der Metallbranche

und zählen in unserem Branchensegment in Europa zu den

Marktführern. Das Unternehmen hat sich seit seiner Gründung

vor knapp 120 Jahren stetig weiterentwickelt und

aus der damaligen Eisengießerei mit angeschlossener Be -

arbeitung ist ein weltweit anerkannter Systemlieferant für

Spezialprodukte erwachsen. Wir bieten das gesamte Port -

folio von der Planung, Entwicklung und Konstruktion über

die Produktion bis hin zu Logistik und weltweiter Montage

– alles aus einer Hand. An zwei Standorten in Bonn be -

schäftigen wir rund 180 Mitarbeiter. Die vielen Kunden aus

Maschinenbau, Messtechnik und Prüfstandtechnik schätzen

unsere große Flexibilität und Fertigungstiefe verbunden mit

einem kompromisslosen Qualitätsanspruch. In unseren

Gießereien werden in Auftragsfertigung Großgussstücke bis

25 Tonnen Einzelgewicht hergestellt, die anschließend auf

den verschiedensten Zerspanungsmaschinen mit höchster,

μ-genauer Präzision bearbeitet werden.

Information

Gründungsjahr: 1898

Mitarbeiter: rund 180

Leistungsspektrum:

– Planung

– Entwicklung und

Konstruktion

– Gießerei

– Bearbeitung

– Logistik

– Montage

Produkte:

– Aufspanntechnik

– Messtechnik

– Prüftechnik

– Standardartikel

– Sonderanfertigungen

nach Kundenwunsch

www.stolle.net

Year founded: 1898

Employees: approx. 180

Range of services:

– planning

– development and

construction

– foundry

– processing

– logistics

– assembly

Products:

– clamping technology

– measurement

technology

– inspection technology

– standard items

– custom-made products

in accordance with the

customers’ wishes

Wilh. Stolle GmbH is a family-run business, managed in the

fourth generation. We are active in the metal industry and

an internationally successful medium-sized industrial

company. What is more, we are one of the European market

leaders in our industry segment. Since its founding almost

120 years ago, the company has constantly developed.

It started out as an iron foundry with adjoining processing

and over time has evolved to a globally recognised system

supplier for special products. We offer the entire portfolio,

covering everything from planning, development and construction

to production, logistics and assembly worldwide –

all from one single source. We have about 180 employees at

two locations in Bonn. The large number of customers from

mechanical engineering, measurement technology and

test bench technology appreciate our great flexibility and

vertical range of manufacture, combined with an uncompromising

quality standard. Within the context of contract

manufacturing, large castings, with an individual weight

of up to 25 tons, are produced in our foundries and sub -

sequently processed with μ-precision on the great variety

of different metal cutting machines.


81

Die Ausbildung von eigenen Nachwuchsfachkräften ist eines der

Hauptanliegen der Maschinenbaubranche.

The education of own junior staff is one of the main concerns

of the engineering industry.

merce is also dedicated to the continual improvement

of educational opportunities: because, without new and

well-educated workers and engineers, sustainable, futureoriented

manufacturing would not, or no longer, be pos -

sible.

Examples

bch cad/cam service GmbH arose from the system group of

a major Cologne-based engineering service provider. After

initially focussing on Ford-specific CAD applications, the

company expanded its product-independent focus to include

all commonly used CAD systems. For a number of

years, numerous well-known companies that are active in

the fields of automobile, mechanical engineering and aerospace

technology have been cooperating with this company,

which has its headquarters in Lohmar.

One of the leading manufacturers of thermal contracting

products, DSG-Canusa GmbH, has its headquarters in

Meckenheim. With its products, it provides solutions for electrical

and mechanical insulation components and wiring. Its

fields of application are found in the automobile, energysupply,

electronic and telecommunication industries.

Verton Technik UG is specialised in the fields of surface

finishing and corrosion protection. The company, which is

based in Bonn, cooperates regionally, nationally and internationally

with well-known companies in the automotive

and industry sectors. Additional major employers are, for

instance, GKN Sinter Metals, SGL Carbon, Kautex, ZF, Maxion

Wheels and EMITEC.

To end with

This is only a small excerpt of a large number of companies

that are active in the automobile and mechanical engi -

neering industry in the Bonn/Rhein-Sieg region. The idea is

to provide a representative impression regarding the di -

versity and scope of specialisation that characterises the

production diversity in our region. Merely by means of this

brief introduction, readers can already gain a first impression

as to how multi-faceted the offers are and which possibilities

arise from these companies for the Bonn/Rhein-Sieg in -

dustry location. In addition, it also becomes apparent how

important it is to invest in competitive advantages. We

should stay on the ball – with successful regional economic

policies – in our region, for our region.


Lothar Schmitz

ZUR RICHTIGEN ZEIT AM RICHTIGEN ORT –

LOGISTIK UND TRANSPORT

82

Die Lage macht es möglich: Bonn und der Rhein-Sieg-

Kreis liegen im Herzen Europas und im Zentrum einer

Reihe von bedeutenden Nord-Süd- und West-Ost-Ver -

bindungen. Wichtige Wirtschaftszentren lassen sich

schnell erreichen, und entsprechend hat sich die Region

zu einem wichtigen Logistikstandort entwickelt. Zugleich

gehen von hier wichtige Impulse für die Zukunft von

Logistik und Transport aus – Stichwort: Digitalisierung.

Die Region Bonn/Rhein-Sieg ist Teil einer global vernetzten

Volkswirtschaft und liegt im Schnittpunkt transeuropäischer

Transport- und Logistikkorridore. Hier kreuzen sich wichtige

Nord-Süd-Routen – etwa Rotterdam–Genua – und Ost-

West-Verbindungen – zum Beispiel Paris–Moskau. Im Güterverkehr

werden insbesondere die von den Industrie -

unternehmen produzierten Waren von Logistikspezialisten

zu Land, zu Wasser und in der Luft an ihre Bestimmungsorte

und damit zu den Kunden in Deutschland, Europa und aller

Welt gebracht. Umgekehrt gelangen Tag für Tag Rohstoffe

und Zwischenprodukte zu den produzierenden Unter -

nehmen in der Region sowie fertige Waren aller Art, insbesondere

auch Konsumgüter zu den Handelsunter -

nehmen und Endverbrauchern. Die Aktivitäten der Industrie,

der Handel in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis und die

Kaufkraft der hiesigen Bevölkerung sind wesentliche

Auslöser für Logistik und Transport in der Region.

Der drittgrößte Frachtflughafen Deutschlands

Ein zentraler Bestandteil der örtlichen Verkehrsinfrastruktur

ist der Flughafen Köln/Bonn. Er gilt als einer der größten

Verkehrsflughäfen Deutschlands und liegt mit rund 11,7

Millionen Passagieren pro Jahr bundesweit auf Platz sechs.

Mit knapp 770 000 Tonnen Luftfracht belegt Köln/Bonn

hinter Frankfurt (Main) und Leipzig im Cargo-Bereich sogar

Platz drei. Die weltweit größten Expressfracht-Unternehmen

fliegen Köln/Bonn an. UPS betreibt hier sein Europa-

Drehkreuz, FedEx sein Umschlagzentrum für Zentral- und

Osteuropa. Auch für DHL, den dritten Global Player, ist

Köln/Bonn ein wichtiger Standort. Über ein Dutzend Frachtfluggesellschaften

fliegen zu rund 70 Zielen in 35 Ländern

weltweit.

Auf dem Wasserweg in alle Welt

Wer für den Ex- oder Import seiner Güter auf den Wasserweg

setzt, ist in Bonn/Rhein-Sieg ebenfalls richtig. Im Bonner

Norden, bei Rheinkilometer 658, sorgt der Hafen Bonn für

den Umschlag zwischen Straße und Binnenschiff. Mittels

IT-gestützter Containerbrücken und Multifunktionskranen

sowie einer IT-gebundenen Stellplatzverwaltung ist ein

schneller Umschlag möglich. Der Bonner Hafen zählt über

50 An- und Abfahrten pro Woche zu und von den Überseehäfen

Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam.

Betreiber ist die Bonner Hafenbetriebe GmbH, ein Zusammenschluss

der Stadtwerke Bonn GmbH und der Am

Zehnhoff-Söns GmbH. Dieses traditionsreiche Logistik -

unternehmen, gegründet 1907 von dem Kaufmann August

am Zehnhoff und heute in der dritten Generation familiengeführt,

hat sich auf den Containertransport per Schiff

von und zu den großen Seehäfen sowie den Lkw-Zubringerdienst

zwischen Bonner Hafen und den Kunden in einem

Umkreis von rund 100 Kilometern spezialisiert. Die Flotte

besteht aus 130 Zugmaschinen und 200 Chassis.

Heimat von Global Playern

In Bonn haben zahlreiche Transportunternehmen ihren Sitz.

Das größte unter ihnen und einer der weltweit führenden

Logistikkonzerne: die Deutsche Post DHL Group. DHL ist

nach eigenen Angaben in über 220 Ländern und Territorien

weltweit präsent und zählt mehr als 340 000 Beschäftigte.

Das Logistikangebot reicht von weltweiter Express-Lieferung

und Frachttransport per Flugzeug, Lkw, Schiff und Zug über

Lagerlösungen, die auf Wunsch auch alles von der Ver -

packung bis zur Reparatur beinhalten, bis zu internationalen

Briefsendungen sowie kundenspezifischem und spe -

zialisiertem Versand.

Auch der Rhein-Sieg-Kreis ist ein starker Logistikstandort. In

Troisdorf beispielsweise befindet sich der deutsche Hauptsitz

des niederländischen Unternehmens TNT, das gerade

erst vom US-Dienstleister FedEx übernommen worden ist.

Es beschäftigt weltweit 58 000 Menschen, 3700 davon in

Deutschland. TNT befördert täglich rund eine Million

Sendungen in aller Welt. 45 Frachtflugzeuge kommen in

Fortsetzung Seite 86


83

Der Flughafen Köln/Bonn ist eine Logistikdrehscheibe der Region und

nimmt Platz 3 im Cargogeschäft unter den deutschen Airports ein.

Cologne/Bonn Airport is a logistics hub in the region and,

among German airports, it ranks 3rd with the cargo business.

AT THE RIGHT TIME IN THE RIGHT PLACE – LOGISTICS AND TRANSPORTATION

The location makes it possible: Bonn and the Rhein-Sieg

district are in the heart of Europe and at the centre of a

whole string of important North-South and West-East

connections. Important business centres can be reached

quickly and, as a result of this, the region has developed

into an important logistics location. At the same time,

important stimuli for the future of logistics and transportation

start from here – and in this regard digitalisation

is the keyword.

TheBonn/Rhein-Sieg region is part of a globally-linked

national economy, and it is located at the intersection point

of trans-European transportation and logistics corridors.

Important North-South routes are found here-for instance

Rotterdam–Genoa – and East-West connections – for

instance Paris–Moscow. With freight transport, it is especially

the goods produced by industry companies that are

brought to customers in Germany, Europe and across the

globe by logistics specialists. These goods are transported

to their destinations by land, water and air. The other way

round, day by day, raw materials and intermediate products

are transported to the producing companies in the region,

as well as completed goods, in particular also consumer

goods to the commercial enterprises and end consumers.

The activities of industry and trade in Bonn and in the Rhein-

Sieg district, and the purchasing power of the population

here are prime triggers for logistics and transportation in the

region.

The third-largest freight airport in Germany

Cologne/Bonn airport is acentral component of the local

traffic infrastructure. It is considered one of the largest

passenger airports in Germany and, with about 11.7 million

Continued on page 87


84

Deutsche Post DHL Group

Deutsche Post DHL Group ist der weltweit führende

Anbieter für Logistik und Briefkommunikation und vereint

zwei starke Marken: Deutsche Post ist Europas führender

Postdienstleister, während DHL in den Wachstumsmärkten

der Welt ein großes Spektrum von Leistungen im inter -

nationalen Expressversand, Frachttransport, Supply-Chain-

Management sowie im Bereich E-Commerce anbietet. Der

Konzern verbindet Menschen, ermöglicht den globalen

Handel und leistet mit verantwortungsvollem unternehmerischem

Handeln einen positiven Beitrag für die Welt.

Deutsche Post DHL Group ist in Bonn zu Hause und

Information

Unternehmensdaten:

– in über 220 Ländern und

Territorien tätig

– rund 500 000 Mitarbeiter

– eine Million Kunden -

kontakte pro Stunde

– mehr als 59 Mrd. Euro

Umsatz (2015)

Leistungsspektrum:

– Brief- und Paketdienstleistungen

– Dialogmarketing

– E-Commerce-Lösungen

– Expressdienstleistungen

– Luftfracht, Seefracht,

europäischer Straßentransport

– Kontraktlogistik

www.dpdhl.com

Company data:

– active in more than 220

countries and territories

– about 500,000

employees

– one million customer

contacts per hour

– turnover (2015) of more

than 59 billion euros

Range of services:

– mail and parcel services

– dialogue marketing

– e-commerce solutions

– international express

– air freight, ocean freight,

european road freight

– contract logistics

beschäftigt hier fast 8000 Mitarbeiter. Von hier aus wird

nicht nur das weltweite Geschäft gesteuert, sondern auch

die Schwerpunkte der eigenen Nachhaltigkeitsaktivitäten

gesetzt. Unter anderem spielt das Unternehmen eine führende

Rolle bei der Entwicklung von umweltfreundlichen

Logistiklösungen, wie beispielsweise der Elektromobilität.

Mit dem elektrisch betriebenen StreetScooter hat der

Konzern sogar ein eigenes zukunftsweisendes Zustellfahrzeug

entwickelt, das zuerst in Bonn eingesetzt wurde und

mittelfristig die Zustellflotte in Deutschland ersetzen soll.

Deutsche Post DHL Group is the world’s leading mail and

logistics company and operates under two strong brands:

Deutsche Post is Europe’s leading postal services provider.

DHL is uniquely positioned in the world’s growth markets,

with a comprehensive range of international express,

freight transportation, e-commerce and supply chain

management services. The Group connects people,

en ables global trade and is committed to responsible

business practices, making a positive contribution to

the world.

Deutsche Post DHL Group is headquartered in Bonn,

where it employs a workforce of almost 8,000 people.

The Group’s global business agenda and the key pillars of

its sustainability efforts are managed from the Corporate

Center. Among others, the company plays a leading role

in the development of environmentally-friendly logistics

solutions such as, for example electromobility. With the

all-electric StreetScooter, the Group even has developed

a pioneering delivery vehicle that was first deployed in

Bonn and, in the medium-term is set to substitute the

delivery fleet in Germany.


Asendia Germany GmbH

85

Bei Asendia geht es um viel mehr als nur um den Versand.

Als Tochtergesellschaft der beiden führenden Postgesellschaften

La Poste (Frankreich) und Swiss Post (Schweiz),

bieten wir unseren Kunden ein umfassendes Know-how,

um erfolgreich neue Märkte zu erschließen. Per Direct

Marketing, beim Warenversand mit umfangreichen Services

für E-Commerce, bei der Distribution von Zeitungen

und Zeitschriften sowie beim zuverlässigen Versand der

täg lichen Geschäftskorrespondenz in mehr als 200 Länder.

Wir bieten Ihnen ein Servicepaket, das auf Ihre individuellen

Bedürfnisse ausgerichtet ist. Unsere Produkte sind auf

Ihre branchenspezifischen Anforderungen zugeschnitten,

wobei wir Best Practices für Handhabung und Zuverlässigkeit

sicherstellen. Vor allem aber stellt der Kunden fokus

von Asendia sicher, dass unsere Lösungen die spe zifischen

Anforderungen Ihrer weltweiten Kunden widerspiegeln.

Darüber hinaus bieten wir Ihnen eine Vielzahl an Zusatzleistungen,

um Ihren Mehrwert zu erhöhen. Ihre Logistikprozesse

laufen reibungslos ab und Sie können sich auf

Ihr eigenes Geschäft konzentrieren.

Information

Gründungsjahr: 2012

Mitarbeiter: 1000 Mitarbeiter

in 15 Ländern weltweit,

etwa 100 in Deutschland

und Österreich

Leistungsspektrum:

– internationale Postdienstleistungen

und Versandhandel

mit indi viduellen

Branchenlösungen

– Lösungen für Print -

medien für jede Stufe

des Versandprozesses

– umfassende logistische

Zusatzleistungen und

Tools

www.asendia.de

Year of foundation: 2012

Employees: 1,000 employees

in 15 countries

worldwide, about 100 in

Germany and Austria

Range of services:

– international postal

services and mail-order

business, with individual

industry solutions

– print media solutions

for every step of the

shipping process

– comprehensive addi -

tional logistic services

and tools

At Asendia, it’s about much more than just shipping. As a

subsidiary of the two leading postal companies, La Poste

(France) and Swiss Post (Switzerland), we provide our

customers with the extensive know-how that is necessary

to develop new markets successfully. This is achieved by

means of direct marketing, with commercial shipments

involving comprehensive services for e-commerce, the

distribution of newspapers and magazines, and with the

reliable shipment of daily business correspondence in

more than 200 countries.

We offer you a service package that is aligned to your

individual needs. Our products are customised to your

industry-specific requirements. In so doing, we secure best

practices regarding handling and reliability. However, first

and foremost, the customer focus of Asendia ensures that

our solutions reflect the specific requirements of your

customers worldwide. In addition to this, we offer you a

variety of additional services to increase your added value.

Your logistics processes run smoothly, and you can

concentrate on your own business.


Information

Gründungsjahr: 1880

Mitarbeiter: 26

Leistungsspektrum:

Logistik und Transport,

Umzüge

Fuhrpark: Der Fuhrpark

umfasst moderne

Sattel- und Gliederzüge,

7,5-Tonner und Sprinter

Zertifizierung:

Qualitätsmanagement

nach DIN EN ISO 9001

Year founded: 1880

Employees: 26

Range of services:

Logistics and transpor tation,

relocations

Fleet of vehicles:

modern articulated trucks

and trains, 7.5 ton vehicles

and sprinters

Certification: Quality

management in accordance

with DIN EN ISO 9001

www.spedition-dueren.de

Mathias Düren Transport GmbH & Co. KG

86

Die Spedition Mathias Düren ist ein traditionsreiches

Familienunternehmen und seit Jahrzehnten in den

Geschäftsfeldern Projektlogistik und Umzüge erfolgreich

am Markt etabliert. Als Spezialist für Gütertransport und

-spedition bietet die Firma einen umfassenden Service aus

einer Hand, der die Leistungen Planung, Lagerung, Kommissionierung

und Beförderung im Nah- und Fernverkehr,

im In- und Ausland, per Lkw, Schiff oder Flugzeug umfasst.

Abgerundet wird das Portfolio durch einen zuverlässigen

und kompetenten Umzugs service.

The Mathias Düren forwarding company is a traditional

family business. Already for decades, it has successfully

established itself on the market in the business fields of

project logistics and relocations. As a specialist for the

carriage of goods and freight forwarding, the company

offers a comprehensive service from one single source

that consists of planning, storage, order picking and

packing, and local and national transportation, domestic -

ally and abroad, by truck, ship or plane. The portfolio is

rounded off by a reliable and competent relocation service.

Europa auf rund 700 Flüge pro Woche, auf deutschen

Straßen sind rund 1800 TNT-Fahrzeuge unterwegs.

Die Zukunft der Logistik

In Troisdorf ist auch die Zukunft der Logistik zu Hause. Im

„DHL Innovation Center“ befasst sich die Deutsche Post DHL

Group mit dem Morgen und Übermorgen des Transports.

In verschiedenen „Trend Cubes“ zeigt der Konzern Logistiktrends

der kommenden fünf bis zehn Jahre. Ein „Trend Cube“

beleuchtet das Thema autonome Logistik. Zu sehen: der

„Paketkopter“, ein unbemanntes Fluggerät, mit dem Pakete

transportiert werden können. Zukunftsmusik? Ja und nein.

Denn ein Pilotprojekt gab es bereits: 2015 transportierte der

„Paketkopter“ in rund 40 Flügen Medikamente und andere

dringend benötigte Güter vom Festland zur Nordseeinsel

Juist.

Ein anderer „Trend Cube“ widmet sich dem Thema

„Augmented Reality“. Bei DHL geht man davon aus, dass in

den kommenden Jahren sogenannte „Wearables“ in die

Logistik Einzug halten werden, etwa in Lager oder auch

Werkstätten. Computersysteme also, die während der

Anwendung am Körper des Benutzers befestigt sind.

Beispielsweise Computerbrillen wie „Google Glass“. Im Lager

bekommt die Fachkraft bei der Kommissionierung der Ware

auf einem Brillenglas, das sozusagen zum Mini-Bildschirm

wird, genau angezeigt, aus welchem Fach er wie viele

Produkte nehmen muss. Er benötigt weder eine Liste und

einen Stift noch einen Barcode-Scanner und hat jederzeit

beide Hände frei. Die Arbeit lässt sich akkurater und

schneller erledigen.

Auch TNT setzt bereits auf Digitaltechnik, etwa in Wiegeund

Messsystemen, Scannern und automatisierten Sortieranlagen

in Lagerhallen oder Lkw-Cockpits. Überhaupt ist

Troisdorf ein innovativer Logistikstandort. Denn auch die

dortige Agheera GmbH befasst sich mit der Zukunft der

Logistik – Stichwort „Logistik 4.0“ –, die gerade zur Gegenwart

wird. Das kleine, noch junge Unternehmen hat eine

mobile GPS-Einheit entwickelt, die sich über eine Solarzelle

mit Strom versorgt und beispielsweise an Containern zum

Einsatz kommt. Damit lässt sich jeder Container zu jedem

Zeitpunkt exakt orten.


Die Aktivitäten der Industrie sind wesentliche Auslöser für

Logistik und Transport in der Region.

The activities of industry are prime triggers for

logistics and transportation in the region.

87

passengers per year, it ranks sixth in Germany. When considering

the cargo, with almost 770,000 tons of air freight,

Cologne/Bonn ranks third after Frankfurt (Main) and Leipzig.

The world’s largest express-freight companies fly to

Cologne/Bonn. UPS operates its European hub, and FedEx

has its transshipment hub for Central and Eastern Europe.

Cologne/Bonn is also an important location for DHL, the

third global player. More than a dozen cargo airfreight

carriers fly to about 70 destinations in 35 countries worldwide.

By water across the world

Whoever relies on waterway transport for the export or import

of their goods need look no further than Bonn/Rhein-

Sieg. In the north of Bonn, at Rhine kilometre 658, Bonn

harbour ensures cargo handling between the roads and

inland waterway vessels. Rapid cargo handling is possible

by means of IT-supported container bridges and multi-functional

cranes, as well as IT-bound slot administration. The

port of Bonn has more than 50 arrivals and departures per

week to and from the international ports of Zeebrügge,

Antwerp, Rotterdam and Amsterdam. The operator is

Bonner Hafenbetriebe GmbH, a merger between Stadt -

werke Bonn GmbH and Am Zehnhoff-Söns GmbH. This tradition-steeped

logistics company, which was founded in

1907 by the merchant August am Zehnhoff and is still

operated by family members in the third generation today,

has specialised in container transport by ship from and to

the large seaports as well as the truck feeder service

between the port of Bonn and the customers in a radius of

about 100 kilometres. The fleet consists of 130 traction

engines and 200 powered trucks.

Home of global players

Numerous transportation companies have their registered

offices in Bonn. The largest among these, and one of the

worldwide leading logistics multi-corporate enterprises, is

the Deutsche Post DHL Group. By its own account, DHL is

represented in more than 220 countries and territories

worldwide and has more than 340,000 employees. The

logistics offer covers everything from worldwide express

deliveries and cargo transportation by plane, truck, ship and

train to storage solutions that, should this be desired, also

comprise of packaging to repairs, international letters, as

well as customer-specific and specialised shipping.

The Rhein-Sieg district is also a strong logistics location. For

instance, the German headquarters of the Dutch TNT company

are located in Troisdorf, which has just recently been

taken over by the US service provider FedEx. Worldwide, it

employs 58,000 people, 3,700 of which are in Germany.

Every day, TNT transports about one million shipments

Continued on page 89


Seit mehr als 125 Jahren fürs Schwerste gut:

Die Firma Baumann verfügt in den Geschäftsfeldern Schwertransporte

und Autokrane über besondere Expertise.

For more than 125 years, for heaviest goods: Baumann has

special expertise in the business sectors of heavy-duty transports

and truck-mounted cranes.

88

Viktor Baumann GmbH & Co. KG

Im Jahr 1888 gründete Heinrich Baumann sein Fuhr -

geschäft. 60 Jahre später stieg die Familie ins Schwertransport-Geschäft

ein. Heute wird das Unternehmen in vierter

Generation geführt und hat sich als international bekannter

Projektdienstleister im Schwergutbereich am Markt

positioniert.

Besonders schwerstes Gut bewegen wir mit Fingerspitzengefühl

und Augenmaß. Neben Präzision, exaktem Timing

sowie dem passenden Equipment haben wir immer noch

einiges in Reserve; denn aus langjähriger Erfahrung wissen

wir: Die Schwierigkeit liegt oftmals im Detail.

Darum arbeiten unsere Spezialisten bereichsübergreifend

und Hand in Hand. Dieses gebündelte Know-how zeichnet

unsere Kundenbetreuung aus.

Unser zweites großes Geschäftsfeld ist der Einsatz von

Kranen. Ob im Hochbau, Brückenbau, beim Aufbau von

Wind rädern oder im Anlagenbau, ob schwer oder nur

schwierig – wir erledigen nahezu alle Hubaufgaben. Dabei

umfasst unser Equipment angefangen vom kleinen Mobilkran,

speziell für Einsätze in Hallen, bis zum Tandemhub

unter Einsatz mehrerer Großkrane bis 650 Tonnen Hubkraft

das komplette Spektrum.

Information

Gründungsjahr: 1888

Mitarbeiter: etwa 120

Geschäftsbereiche:

– Schwertransporte

– Krane

–SPMT

– Spezial-Equipment

– Montage

– Lagerung

Serviceleistungen:

– Beratung

– Streckenführung

– Brückenüberfahrsystem

– CAD-Studien

– Projektmanagement

www.viktor-baumann.de

Year of foundation: 1888

Employees: about 120

Business segments:

– heavy-duty transports

– cranes

– SPMT

– special equipment

– assembly

– storage

Services:

– consultation

– traffic routing

– bridge crossing system

– CAD studies

– project management

Heinrich Baumann founded his driving business in 1888.

60 years later, the family entered the heavy-transport

business. Today the company is managed in the fourth

generation and has positioned itself on the market as an

internationally renowned project service provider in the

heavy-duty transport sector.

We transport heaviest goods, and we do this with sure instinct

and sound judgement. Apart from precision, exact

timing and the matching equipment, we still have quite a

bit more in reserve. We are aware that the devil is often

found in the details. For this reason our specialists work

hand in hand and across different sectors. Our customer

care is characterised by this bundled know-how.

Our second large business segment focuses on the use of

cranes. Building construction, bridge building, the assembly

of wind turbines or in plant engineering – we can take

care of almost all lifting tasks. Our equipment comprises

the complete spectrum, starting from a small mobile

crane right up to tandem lifts with the use of large

cranesthat have a lifting capacity of up to 650 tons.


Innovation von Deutsche Post DHL: Der „Paketkopter“ ist ein

unbemanntes Fluggerät, mit dem Pakete transportiert werden können.

Innovation by Deutsche Post DHL: The “package-copter” is an unmanned

flying device, of which packages can be transported.

across the globe. 45 cargo aircrafts have about 700 flights in

Europe per week; on German streets, about 1,800 TNT

vehicles are on the road.

The future of logistics

The future of logistics is also at home in Troisdorf. In the

“DHL Innovation Center”, Deutsche Post DHL Group busies

itself with the transportation of tomorrow and the day thereafter.

In a variety of different “Trend Cubes”, the multi-cor -

porate enterprise presents logisticstrends of the coming five

to ten years. One “Trend Cube” casts light on the topic of

autonomous logistics. What can be seen: the “packagecopter”,

an unmanned flying device, by means of which

packages can be transported. Is this still all up in the air? Yes

and no. Because there already was a pilot project: in 2015,

in about 40 flights, the “package-copter” transported

medication and other urgently needed goods from the

mainland to the Island of Juist in the North Sea.

Another “Trend Cube” is dedicated to the topic of

“augmented reality”. DHL assumes that so-called “wearables”

will find their way into logistics in the coming years, for

instance in warehousing or also in workshops. Thus, this

refers to computer systems that are attached to the body of

the user during the specific event. An example in this regard

would be computer glasses, like “Google Glass”. When picking

the order, the skilled worker in the warehouse will have

a spectacle lens that shows him exactly where, on which

shelf, he will have to pick how many products. To do this, he

will not require a list and a pen or a barcode scanner and,

what is more, he will always have both hands free. As a result,

the work can be done more accurately and rapidly.

TNT also already relies on digital technology, for instance

with weighing and measuring systems, scanners and

automated sorting plants in warehouses or truck cockpits.

No matter which way one looks at it, Troisdorf is an inno -

vative logistics location. Because of this, also Agheera GmbH,

which is located there, busies itself with the future of

logistics – and in this regard, the keyword is “logistics 4.0” –

which is currently becoming highly topical. The small and

still young company has developed a mobile GPS unit that

uses a solar cell to supply it with electricity and is deployed,

for instance, on containers. By means of this, the exact

location of every container can be determined at any

time.

89


Birthe Fiedler

DIENSTLEISTUNGEN IM WANDEL –

DIGITALISIERUNG ALS CHANCE

90

Der Dienstleistungsstandort Bonn/Rhein-Sieg wächst und

gedeiht. Anbieter von innovativen und qualitativ hoch -

wertigen Dienstleistungen erschließen nicht nur eigene

Wachstumspotenziale, sondern verhelfen gleichzeitig

auch ihren Kunden zu mehr Produktivität und Innovation

– erst recht im digitalen Zeitalter.

Bit für Bit verändert die Digitalisierung das Leben und den

Geschäftsalltag. Im Zuge der digitalen Transformation er -

geben sich neue Chancen für die Anbieter von unter -

nehmensnahen Dienstleistungen. Diese sind schon heute

so eng mit der industriellen Wertschöpfung verzahnt, dass

sie zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor für die Produktion

werden. Das haben die beiden in Bonn ansässigen DAX-

Konzerne Deutsche Post DHL und Telekom längst erreicht.

Logistik als Dienstleistung zeichnet sich durch ein schnelles

Wachstum aus. Haupttreiber der wachsenden Produktivität

sind nach Meinung des Deutsche Post-Chefs Frank Appel

der zunehmende Einsatz von Digitaltechnik. Insbesondere

das Paketgeschäft im In- und Ausland wächst weiter rasant,

getrieben vom dynamischen Onlinehandel, ebenso wie das

Geschäft der Division Express mit zeitgenauen inter -

nationalen Sendungen (TDI). Auch die Telekom stellt

die Weichen für die Zukunft und stellt der vernetzten

Arbeitswelt mit dem IP-basierten Telekom-Anschluss

mo dernste Anschlusstechnik zur Verfügung. Bis 2018

werden alle Standard- und Universal-Anschlüsse auf die

neue IP-Technologie umgestellt, wodurch die gesamte Netz -

infrastruktur deutlich leistungsfähiger und zukunftssicherer

wird.

Die Telekom stellt der vernetzten Arbeitswelt bis 2018 modernste

Anschlusstechnik zur Verfügung.

Telekom will provide the connected labour world with state-of-the-art

connection technology by 2018.


SERVICES IN TRANSITION – DIGITALISATION AS AN OPPORTUNITY

The Bonn/Rhein-Sieg service location is growing and

flourishing. Providers of innovative and high-quality

services not only pave the way for own growth potentials

but at the same time also help their customers to increase

their productivity and innovation – and this applies more

than ever in the digital era.

Bit by bit, digitalisation has been changing life and day-today

business. In the course of the digital transformation, new

opportunities are arising for the providers of businessrelated

services. Already today these are so closely linked to

industrial value creation that they are a key success factor

for the production sector. The two multinational DAX enterprises,

Deutsche Post DHL and Telekom, which are located

in Bonn, have long since attained this. Logistics as a service

is characterised by rapid growth. According to the Deutsche

Post CEO, Frank Appel, the main drivers for growing pro -

ductivity are the increasing deployment of digital tech -

nology. It is in particular the parcel business, domestically

and abroad, that is continuing to display rapid growth,

driven by dynamic online trade, and this also holds true with

the business of the express division, with punctual inter -

national shipments (TDI). Telekom has also set the course

for the future and provides the linked world of labour with

state-of-the-art component mounting technology and an

IP-based Telekom connection. Until 2018, all standard

and universal connections will be changed to the new

IP technology, by means of which the entire network infrastructure

will become significantly more efficient and

future-proof.

91

Die Digitalisierung führt in der deutschen Wirtschaft zu grundlegenden

Veränderungen der Marktbedingungen.

In the German economy, digitalisation is leading to fundamental

changes in the market conditions.


Information

Gründungsjahr: 2000

Mitarbeiter: 40

Services: Beratung und

Projektdurchführung in

den Bereichen Server- &

Client-Administration,

IT Security-Management,

Netzwerkmanagement,

Lizenz management,

Service Desk & Support

Hotline, Inhouse- und

Classroom-Schulungen

Year of foundation: 2000

Employees: 40

Services: consultation and

project execution in server

& client administration,

IT security management,

network management,

licence management,

service desk & support

hotline, in-house and classroom

training sectors

www.offlimits-it.com

Off Limits IT Services GmbH

92

Wir sind ein mittelständisches Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen,

das Ihnen maßgeschneiderte

IT-Lösungen aus einer Hand bietet. Seit dem Jahr 2000

sind wir vor allem in den Bereichen Beratung, Konzeption,

Realisierung und Integration tätig. Dabei halten wir uns an

die Standards der IT Infrastructure Library (ITIL), die bewährte

Praxismodelle der IT aufgreift und zu einem ganzheitlichen

prozessorientierten Ansatz verbindet. Das von

uns praktizierte IT Service Management bedeutet, die

Qualität der erbrachten IT-Services zu verbessern und die

Kosten der Servicetätigkeit auf lange Sicht zu reduzieren.

We are a medium-sized consultation and IT-service pro -

vider and offer you customised IT solutions from a single

source. Since 2000, our main focus has been in the areas

of consultation, conception, realisation and integration.

In so doing, we comply with the standards of the IT Infrastructure

Library (ITIL), which pick up on tried-and-tested

practical IT models and unite these to a holistic, processoriented

approach. The IT service management practiced

by us improves the quality of IT services and reduces the

costs of service activity in the long term.

ITK-Branche als Wachstumstreiber

Big Data, Cloud Computing, Internet der Dinge – die

Digitalisierung führt in der deutschen Wirtschaft zu grund -

legenden Veränderungen der Marktbedingungen. In mehr

als jedem zweiten Unternehmen ändert sich als Folge das

Geschäftsmodell – so das Ergebnis einer BITKOM-Studie. Die

digitale Transformation durchdringt alle Bereiche eines

Unternehmens von der Produktentwicklung über den

Vertrieb bis hin zum Kundenservice. Das führt dazu, dass

immer mehr Mittelständler IT-Services einkaufen. „Die Digitalisierung

dringt in völlig neue Bereiche vor. Dadurch wird

auch das Thema IT-Sicherheit weiter an Bedeutung ge -

winnen. Mit steigender Komplexität der Systeme müssen

vorhandene Sicherheitsmechanismen angepasst und neue

Bereiche eingebunden werden. Weiterhin bleiben drahtlose

Übertragungswege als Anbindungstechnologien im Umfeld

von Industrie 4.0 ein wichtiger Zukunftsmarkt. WLAN erlaubt

im Vergleich zur festen Verkabelung deutlich mehr Flexi -

bilität bei der Datenübertragung zwischen Maschinen und

ist daher ein entscheidender Baustein für Industrie

4.0-Pläne“, sagt Enrico Bujotzek, Geschäftsführer von

EnBITCon. Als IT-Systemhaus hat sich das Bonner

Unternehmen auf die passgenaue Zusammenstellung der

IT-Infrastruktur spezialisiert – ein hartumkämpfter Markt in

Bonn/Rhein-Sieg, der nichtsdestotrotz Perspektive hat.

Fortsetzung Seite 96


Information

Gründungsjahr: 2001

Mitarbeiter: > 150

Leistungsspektrum:

– B2B-Telemarketing

– International

– Tele Sales

– Account Management

– Channel/Partner

Management

Year founded: 2001

Employees: > 150

Range of services:

– B2B-Telemarketing

– International

– Tele Sales

– Account Management

– Channel/Partner

Management

www.signforcom.de

SIGN FOR COM GmbH & Co. KG

SIGN FOR COM unterstützt den Vertrieb national und

weltweit agierender Unternehmen vom internationalen

Wirtschaftsstandort Bonn aus in 27 Sprachen und

55 Ländern. Das mittelständische Outbound- und Sales -

Center ist als Kommunikationsspezialist seit über 15 Jahren

fest im europäischen B2B-Markt etabliert.

Fachlich versierte Muttersprachler führen internationale

Telemarketingprojekte zur Vermarktung erklärungsbe -

dürftiger Produkte und Themen durch. In Geschäftsfeldern

wie IT, ITK, Automotive, Messe und Dienstleistung werden

neue Märkte erschlossen, Kunden gewonnen sowie langfristig

betreut – schnell und kosteneffizient.

SIGN FOR COM supports sales activities of national and

worldwide operating companies from the international

business location of Bonn. The medium-sized outbound

and Sales Center, offering services in 27 languages and

55 countries is been solidly established as a communi -

cation specialist in the European B2B Market for more than

15 years.

Experienced and technically versed native speakers carry

out international telemarketing projects, focusing on

product marketing and topics requiring explanation.

Our scope of work is to develop and support new and

existing markets cost efficient and on a long term base in

the fields of IT, ITC, Automotive and trade fairs.

93

ICT sector as a growth driver

Big Data, Cloud Computing, the Internet of Things – in the

German economy, digitalisation is leading to fundamental

changes in the market conditions. In more than every

second company, the business model is changing as a

result – this is the outcome of a BICTOM study. Digital transformation

is penetrating all divisions of a company, from

product development to distribution and right up to

customer service. Due to this, increasing numbers of

medium-sized enterprises are purchasing IT services. “Digitalisation

is now entering entirely new divisions. In so doing,

the topic of IT security will also become more important.

With the systems’ increasing complexity, existing security

mechanisms have to be adapted and new divisions are to

be integrated. Furthermore, wireless transmission routes, as

linking technology in the environment of Industry 4.0,

remains an important future market. In comparison with

fixed cabling, WiFi allows considerably more flexibility with

data transmission between machines and, as such, is a

decisive building block for the Industry 4.0 plans“, says Enrico

Bujotzek, managing director of EnBITCon. As an IT systemhouse,

the Bonn-based company has specialised in the

customised compilation of the IT infrastructure – a highly

competitive market in Bonn/Rhein-Sieg, which, despite this

very fact, still remains a market with perspective.

Continued on page 97


Information

Gründungsjahr: 1949

Mitarbeiter: mehr als 500

an den Standorten Bonn,

Bergisch Gladbach, Berlin,

Bornheim, Euskirchen,

Frankfurt, Gummersbach,

Köln, Trier und Wiesbaden

Leistungsspektrum:

Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung,

Rechtsberatung,

Insolvenzverwaltung,

Sanierungsberatung

Year founded: 1949

Employees: more than 500

at the locations in Bonn,

Bergisch Gladbach, Berlin,

Bornheim, Euskirchen,

Frankfurt, Gummersbach,

Cologne, Trier and Wies -

baden

Range of services: auditing,

tax consultation, legal

consultation, insolvency,

restructuring consulting

www.dhpg.de

DHPG Dr. Harzem & Partner mbB

94

Die DHPG ist eines der führenden, mittelständischen

Beratungsunternehmen in Deutschland, das sich auf die

Kernbereiche Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung

sowie Insolvenzverwaltung und Sanierungsberatung

spezialisiert hat. Kern der Firmenphilosophie ist die

persönliche Betreuung. Davon profitieren mittelständische

Unternehmen ebenso wie Unternehmen der öffentlichen

Hand, Non-Profit-Organisationen und Privatpersonen

sowie auch Großunternehmen. Die DHPG ist Teil des

NEXIA-Netzwerks, das zu den Top 10 der internationalen

Beratungs-Netzwerke zählt.

DHPG is one of the leading, medium-sized consulting

firms in Germany specialised in the core areas of auditing,

tax consultation, legal consultation, as well as insolvency

and restructuring consulting. Personal support is at the

core of the firm’s corporate philosophy. Benefitting from

this are medium-sized enterprises as well as public sector

companies, non-profit organisations, private persons and

large enterprises. DHPG is part of the NEXIA network,

which is among the top 10 international consulting

networks.

Information

Gründungsjahr: 1892

Mitarbeiter: ca. 70

Produkte:

– elektrotechnische

Produkte für Gebäudetechnik,

Gongs, Klingeltaster,

Sicherheits- und

Klingeltransformatoren

– Industriesignalisation

– Sprech- und Alarm -

anlagen, Türsprechstellen

– Sicherheitstechnik,

Videoüberwachung

www.grothegmbh.de

Year of foundation: 1892

Employees: ca. 70

Products:

– electro-technical devices

for building technology,

chimes, push-buttons,

safety- and bell trans -

formers

– industrial signaling

– door phones, alarm

systems, entrance panels

– security solutions,

video surveillance

Grothe GmbH – Urmet Group

Die Grothe GmbH feiert 2017 ihr 125-jähriges Jubiläum.

Im Jahr 1892 in Köln gegründet, verlegte das Unter -

nehmen 1998 seinen Firmensitz nach Hennef. Seit 2001

gehört Grothe zu der italienischen Urmet-Gruppe mit

weltweit 2800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von

rund 270 Mio. Euro.

Die besondere Stärke der Firma liegt in der Entwicklung

und Fertigung von innovativen Produkten und Systemen

für die Gebäude- und Sicherheitstechnik.

In 2017 Grothe GmbH celebrates its 125th anniversary.

Founded in 1892, the company relocated to Hennef in

the year 1998. Since 2001 Grothe has been part of the

Italian Urmet Group with 2,800 employees worldwide

generating 270 million Euro total revenues.

Grothe’s par ticular strength lies in research & development

and the manufacturing of innovative products and systems

for building and security technology.


ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH

95

ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informations -

systeme mbH mit Hauptsitz in Bonn ist seit 1985

kompetenter Ansprechpartner, wenn es um die

umfassende und individuelle IT-Beratung geht.

Kunden profitieren davon, dass Hard- und Software

sowie Serviceleistungen aus einer Hand bereitgestellt

werden.

Als spezialisierter IT-Dienstleister bietet ORBIT seinen

Kunden mithilfe von modernen Projektmanagement -

methoden und agiler Softwareentwicklung eine

indi viduelle Rundumbetreuung – von Datacenterüber

bedarfsgerechte Collaboration- und Business

Intelligence-Lösungen bis hin zu Managed Services.

ORBIT pflegt in diesem Zusammenhang enge Partnerschaften

zu aus gewählten Herstellern.

Als selbstständiges, wachstumsstarkes Unternehmen

gehört ORBIT zur Deutschen Telekom Gruppe.

Information

Gründungsjahr: 1985

Mitarbeiter: mehr als 250

Leistungsspektrum:

Beratung, Konzeption

und Integration von

IT-Projekten

Referenzkunden

aus der Region:

– DEVK Versicherungen

– HARIBO

– KHD Humboldt Wedag

– Kölner Verkehrs-Betriebe

– Bundesstadt Bonn

u. v. m.

www.orbit.de

Year founded: 1985

Employees: more than 250

Range of services:

consulting, conception

and integration of

IT projects

Reference customers

from the region:

– DEVK Versicherungen

(Insurances)

– HARIBO

– KHD Humboldt Wedag

– Kölner Verkehrs-Betriebe

(Cologne Public

Transport)

– Federal City of Bonn

and plenty more

ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informations -

systeme mbH, which has its headquarters in Bonn,

has been a competent contact partner in the field

of com prehensive and individual IT consulting since

1985. Customers benefit from the provision of hardand

software from one single source as well as service

per formances.

As a specialised IT service provider, ORBIT offers

custom ised complete support with the help of

state-of-the-art project management methods and

agile software development – from datacentres to

needs-based colla boration – as well as business

intelligence solutions and managed services. In this

regard, ORBIT maintains close partnerships with

selected manufacturers.

ORBIT belongs to the Deutsche Telekom Group as

an independent, high-growth company.


Information

Gründungsjahr: 1991

Mitarbeiter: 6

Leistungsspektrum:

Softwareentwicklung,

Analyse, Beratung,

Web-, Multimedia-, Printdesign,

Netzwerkadministration,

IT-Sicherheits -

konzepte

Produkt:

openrooms – webbasierte

Verwaltungssoftware von

Besprechungsräumen

www.arche-consulting.de

Year of foundation: 1991

Employees: 6

Range of services:

software development,

analysis, consultation,

web design, multimedia

and print design, network

administration, IT security

concepts

Product:

openrooms – web-based

administration software

for conference rooms

96

ARCHE Consulting GmbH

Die ARCHE Consulting GmbH ist seit über 25 Jahren als

innovativer IT-Systemdienstleister am Markt positioniert.

Langjährige Projekterfahrungen in der Softwareentwicklung

wie zum Beispiel die Erstellung von Intranet- und

Internet-Anwendungen, Office-Add-Ins oder daten -

bankgestützter Verwaltungssoftware sowie allgemeine

Themenfelder eines IT-Systemhauses werden aus einer

Hand gewährleistet. Zu den Auftraggebern gehören

sowohl Institutionen der öffentlichen Verwaltung als auch

zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen.

For more than 25 years, ARCHE Consulting GmbH has

been positioned as an innovative IT system service pro -

vider on the market. Many years of project experience

in software development such as the programming of

Intranet and Internet applications, office add-ins or database-supported

administration software as well as the

general areas of work typical for an IT systems house are

guaranteed from one single source. Our clients include

both public sector entities and numerous small and

medium-sized enterprises.

Beratungsqualität – das A und O

Die Digitalisierung ist auch in der Werbebranche ange -

kommen. Onlinemedien spielen heute eine wichtige Rolle

im Media-Mix. Die Beziehung zwischen Unternehmen und

Konsumenten ist zunehmend geprägt von Facebook,

Twitter & Co. Während sich Kommunikation auf einem

immer schnelleren Level bewegt und ein Hype den

nächsten jagt, wächst auf Agenturseite der Beratungsbedarf.

„Viele Kunden sind noch unschlüssig. Meine Philosophie:

Digitalstrategie ja, aber nicht Social Media um jeden Preis.

Es ist für uns ein wichtiger Aspekt, strategisch zu beraten

und den Kurs auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden

abzustimmen. Es gibt nichts Schlimmeres als nicht ge -

pflegte Onlineseiten oder ein Social-Media-Auftritt, der

brach liegt“, erklärt Nicole Hölscher, Geschäftsführerin von

Kreativ Konzept.

Darüber hinaus wird der Ortsbezug in der Werbung immer

wichtiger. Als Full-Service-Agentur nutzt Nexiga ihre

langjährige Erfahrung in Sachen Geomarketing. So ent -

stehen Lösungen, welche die wirtschaftliche Betrachtung

und Bewertung eines Marktes durch die räumliche Be -

trachtung mit der Frage nach dem „Wo“ grundlegend

be antworten. Auf Basis dieser Informationen kann der

Kunde ohne große Streuverluste zielgenau werben.

Geoinfor mationen sind ein wichtiger „Rohstoff“ für viele

Branchen und bieten neue Wertschöpfungspotenziale.

Bonn/Rhein-Sieg ist ein Hotspot der Geobusiness-Szene, der

durch Forschung, Entwicklung und Anwendung weiter an

Be deutung gewinnen wird.


97

Consultation quality – Alpha and Omega

Digitalisation has also found its way into the advertising

branch. Online media play an important role in the media

mix today. The relationship between companies and

consumers is increasingly characterised by Facebook, Twitter

& Co. Because communication is becoming faster all the

time, and one hyped-up trend ends up chasing the next, the

need for consultation on the part of agencies is growing.

“Many customers are still indecisive. My philosophy: yes to

a digital strategy but not social media at any cost. It’s an

important aspect for us to provide strategic consultation

and coordinate the course to the customer’s individual

requirements. There is nothing worse than online sites that

do not look professional, or a social media appearance that

is not used“, explains Nicole Hölscher, managing director

of Kreativ Konzept.

Beyond this, geographical reference is becoming increasingly

more important in advertising. As a full-service agency,

Nexiga uses its many years of experience in the field of geomarketing.

By means of this, solutions are created that

provide a fundamental answer to the commercial perspective

and evaluation of a market with the spatial view and the

question relating to the “where”. On the basis of this information,

the customer can advertise in a pinpointed manner

and without any significant spreading losses. For a large

number of industries, geoinformation is an important “raw

material” and offers new value-creation potentials. Bonn/

Rhein-Sieg is a hotspot in the geo-business scene, and this

is set to become increasingly more important, with research,

development and application.


Bechtle ist der umsetzungsstarke Partner für

zukunftsfähige IT-Architekturen.

Bechtle is the highly capable partner for

future-oriented IT architectures.

98

Bechtle IT-Systemhaus Bonn/Köln

Das Bechtle IT-Systemhaus Bonn/Köln ist ein Unter -

nehmen der Bechtle AG, einem der führenden IT-Anbieter

in Europa. Über 270 Mitarbeiter am Sitz in Bonn sowie

in den Niederlassungen in Koblenz und Köln betreuen

Unternehmenskunden und öffentliche Auftraggeber mit

einem lückenlosen Angebot rund um die IT-Infrastruktur.

Zu den Fokusthemen des Standorts gehören E-Government-Lösungen

(eAkte) und der Arbeitsplatz der Zukunft.

Darüber hinaus befinden sich in Bonn eines der bundesweit

vertretenen Bechtle Schulungszentren und insgesamt

fünf Bechtle Competence Center: Cisco, SAP Basisund

Technologie-Services, Datacenter, Virtualisierung

sowie eGov Solutions.

Bechtle ist seit Jahren mit dem spezialisierten Geschäftsbereich

„Öffentliche Auftraggeber“ erfolgreich und bietet

seinen Kunden unter anderem den Einkauf ihrer IT über

die maßgeschneiderte Online-Beschaffungsplattform

bios® an.

Im Erlebnisforum des Systemhauses Bonn können

modernste IT-Lösungen direkt vor Ort getestet werden.

Wir bieten Ihnen eine außer gewöhnliche Plattform zum

aktiven Erleben der Fujitsu Private-Cloud-Infrastruktur.

Durchgängige Anwendungsszenarien aus den Bereichen

IT-Arbeitsplatz und dynamisches Rechenzentrum zeigen

auf anschauliche Weise die Zusammenhänge und können

nach Ihren individuellen Anforderungen angepasst

werden. Ausprobieren ausdrücklich erwünscht. Unsere

Experten sind für Sie da.

Es ist unser Ziel, gemeinsam mit Ihnen ein modernes

End-to-End-Konzept für Ihre IT-Infrastruktur zu entwickeln.

Leistungsfähig, wirtschaftlich und zukunftsstark.

Die Anforderungsanalyse durch die Experten unserer

Competence Center stellt dabei sicher, dass Sie in kürzester

Zeit einen Überblick zu geeigneten Lösungen erhalten.

In unserem Erlebnisforum können Sie hautnah erfahren,

welche Vorteile Sie mit innovativen Strategien und Best

Practices realisieren können.

Information

Gründungsjahr: 2005

Mitarbeiter: über 270

IT-Lösungen:

– Client Management

– Datacenter

– Networking Solutions

– Virtualisierung

– IT-Security

– Software

Spezielle Angebote:

– SAP Basis- und Tech -

nologie-Services

– BSI IT-Grundschutz

– Sicherheitskonzepte

– diverse Lösungen im

Bereich E-Government

(eAkte)

– Java und SharePoint

– Erlebnisforum/moder -

nes Rechenzentrum

– Arbeitsplatz der Zukunft

Umsatz:

rund 113 Mio. Euro (2015)

Standorte:

Bonn, Köln und Koblenz

Das Bechtle IT-Systemhaus

Bonn/Köln bietet

Praktika für Studierende

in den Bereichen Cisco,

SAP und Projektmanagement.

Auch die Betreuung

von Bachelor- und

Master arbeiten ist möglich.

www.bechtle.com


Lernen Sie unsere Experten persönlich kennen. Bei unseren

Veranstaltungen, Workshops und Webinaren.

Get to know our experts in person at our events,

workshops and webinars.

Bechtle IT System House Bonn/Cologne

99

Bechtle IT systems House Bonn/Cologne is part of the

Bechtle Group, one of Europe’s leading IT providers. More

than 270 employees at the headquarters in Bonn as well

as in the branches in Coblenz and Cologne support cor -

porate customers and public clients with a complete offer

relating to all IT infrastructure matters.

Belonging to the location’s areas of focus are e-government

solutions (eAkte) and the workplace of the future.

In addition to this, one of the Bechtle training centres,

which are found nationwide, is located in Bonn, as well

as a total of five Bechtle Competence Center: Cisco,

SAP Basic and Technology Services, Datacenter, Virtuali -

sation as well as eGov solutions.

Bechtle has been successful with a specialised “public

clients” business segment for a number of years and,

among others, offers its customers the option of pur -

chasing their IT products via the customised bios® online

procurement platform.

In the computer retailer’s experience platform in Bonn,

state-of-the-art IT solutions can be tested directly on site.

We offer you an exceptional platform for actively experi -

encing the Fujitsu private cloud infrastructure.

Consistent application scenarios from the IT workstation

and dynamic datacenter sectors vividly demonstrate the

connections and can be adjusted to satisfy your individual

requirements. Trying them out is strongly encouraged.

Our expert advisors are there for you.

In cooperation with you, it is our objective to develop a

modern end-to-end concept for your IT infrastructure –

performance-capable, economic and future-oriented.

In so doing, the requirements analyses carried out by our

Competence Center’s experts ensure that you are pro -

vided with an overview of appropriate solutions within

the shortest time.

In our experience forum you can also observe at first hand

which advantages you can realise with innovative strategies

and best practices.

Information

Year founded: 2005

Employees:

more than 270

IT solutions:

– client management

– datacenter

– networking solutions

– virtualisation

– IT security

– software

Special offers:

– SAP Basic and Tech -

nology services

– BSI IT basic protection

– security concepts

– various solutions in the

field of e-government

(eAkte)

– Java and SharePoint

– experience forum/

modern datacenter

– workplace of the future

Turnover:

approx. 113 million Euro

(2015)

Locations:

Bonn, Cologne and

Coblenz

Bechtle IT systems house

Bonn/Cologne offers

internships for students

in the sectors of Cisco,

SAP and project management.

The supervision

of bachelor and master

theses is also possible.

www.bechtle.com


Birthe Fiedler

WACHSTUMSSTADT BONN –

IMMOBILIENWIRTSCHAFT IM AUFWIND

100

Im Ranking der teuersten Städte Deutschlands, deren

Immobilienpreise bis 2030 weiter anziehen werden,

belegt Bonn Platz 5. Die Stadt und ihre Region sind

begehrt bei Mietern, Käufern und Gewerbetreibenden –

was sich auch in der Immobilienwirtschaft spiegelt.

Die Rheinmetropole boomt, Mietwohnungen und Kauf -

gelegenheiten werden knapp. Bonn zählt zu den belieb -

testen Städten Deutschlands. Die Postbank-Studie „Wohn -

atlas 2016“ prognostiziert eine Bevölkerungsentwicklung

von plus 3,69 Prozent bis 2030. Die damit verbundene

Preisentwicklung bei Eigentumswohnungen wird um 12,04

Prozent anziehen. Schon heute haben es Miet- und

Kaufinteressenten schwer, das passende Objekt zu finden –

erst recht, wenn es um exklusive Immobilien in den

bevorzugten Lagen geht. „Wer seinen Traum vom Eigenheim

realisieren will, hat es nicht leicht. Im Bereich der Eigentumswohnungen

besteht im mittleren und gehobenen

Preissegment ein gravierendes Angebotsdefizit. Die ange -

spannte Marktsituation für Eigenheime wird sich auch in

absehbarer Zeit nicht ändern“, erklärt Franz Lanzendörfer,

Inhaber des gleichnamigen Bonner Maklerbüros.

Geringer Leerstand und moderate Mieten

prägen den Büromarkt

Im Bereich der Gewerbeimmobilien ist die Lage ent -

spannter. Mit rund 64 800 Quadratmeter Büroflächenumsatz

wies der Bonner Büromarkt 2015 ein geringes Ergebnis auf.

Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 27

Prozent. „Nichtsdestotrotz weisen die Büroflächen einen

geringen Leerstand auf. Hier gilt das Sprichwort: Wer suchet,

der findet!“, sagt Dirk Dobat, Geschäftsführer von Engel &

Völkers Commercial Bonn. In weiten Teilen der Stadt liegen

die Bürodurchschnittsmieten zwischen 10 und 12 Euro je

Quadratmeter. In den guten Lagen rund ums ehemalige

Bundesviertel und am Bonner Bogen reicht das Spektrum

bis zu 17,50 Euro pro Quadratmeter. Kaufgesuche sind im

Bereich der Büroflächen eher selten. „Es sind allen voran die

großen Kanzleien, Konzerne oder Wirtschaftsprüfungs -

gesellschaften, die entweder selbst bauen oder kaufen

möchten“, so Dirk Dobat. Reges Kaufinteresse verzeichnet

Engel & Völkers Commercial dagegen im Bereich der

Gewerbe- und Industrieflächen. „Hier haben wir zuletzt ein

großes Objekt in Troisdorf verkauft. In der gesamten Region

gibt es florierende Gewerbegebiete, die sich beim Mittelstand

großer Beliebtheit erfreuen. Hier wird fleißig gekauft

und verkauft – und zwar zu vernünftigen Preisen“, erklärt der

Fachmann. Am gravierendsten sei die Preisspanne im

Bereich der Handelsflächen. Während die 1-a-Lagen im

Bonner Zentrum beispielsweise in der Post- oder Sternstraße

mit bis zu 120 Euro pro Quadratmeter zu Buche schlagen,

werden Einzelhändler in den Nebenlagen schon ab 13 Euro

pro Quadratmeter fündig.

Unternehmensnahe Dienstleistungen rund

um die Immobilie

Während Engel & Völkers Commercial ein zuverlässiger Partner

auf der Suche nach der passenden Gewerbeimmobilie

ist, geht DER THÜNKER Business Center den anderen Weg

und vermietet bedarfsgerecht mit variierender Laufzeit. „Wir

vermieten viele Büros, Tagesbüros und Konferenzräume,

erhalten Anfragen von Verbänden und Vorständen, die

unser Business Center nutzen wollen. Alles in allem also eine

leichte Verschiebung vom produzierenden Gewerbe, das

nach wie vor eine große Bedeutung für die Region hat, hin

zu Dienstleistern und Konzernen, die Präsenz in Bonn


101

Die Rheinmetropole boomt, Mietwohnungen und Kauf gelegenheiten

werden knapp. Bonn zählt zu den belieb testen Städten Deutschlands.

The Rhine metropolis is booming, and rental apartments and

buying opportunities are become scarce.

Bonn is one of the most popular cities in Germany.

BONN, CITY OF GROWTH – REAL ESTATE ECONOMY ON THE UP AND UP

Bonn comes in 5th in the ranking of the most expensive

German cities, where the real estate prices are expected

to continue rising until 2030. The city and surrounding

region are popular with tenants, buyers and tradesmen

alike – which is also mirrored in the real estate business.

The Rhine metropolis is booming, and rental apartments

and buying opportunities are become scarce. Bonn is one

of the most popular cities in Germany. The Postbank

“Wohnatlas 2016” study forecasts population growth of 3.69

percent until 2030. The price development associated with

it, with regard to owner-occupied apartments, is set to

increase by 12.04 percent. Already today, those parties

interested in renting and buying properties have a hard time

finding the matching object – and this applies to an even

greater extent when they are searching for exclusive real

estate in favoured locations. “Everyone wishing to realise

the dream of living in the own four walls is having a hard

time. In the field of owner-occupied apartments there is a

noticeable lack of offers in the mid- and high-range price

segment. There will also be no change in the precarious

market situation for private homes in the foreseeable future“,

explains Franz Lanzendörfer, owner of the Bonn-based realestate

agency.

Office market is characterised by low vacancy level

and moderate rent

In the commercial real estate sector, the situation is more

relaxed. With about 64,800 square metres of office space

turnover, the Bonn office market had a low result in 2015. In

comparison to the previous year, this means a minus of 27


102

suchen“, unterstreicht Wilfried Thünker, der mit seinem

Business Center schon über 30 Jahre erfolgreich ist. Ins -

gesamt bieten in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis rund 4500

Unternehmen Dienstleistungen im Zusammenhang mit

Immobilien an. Die Branche steht damit für etwa acht

Prozent der knapp 53 000 IHK-Unternehmen in Bonn/Rhein-

Sieg. Dienstleistungen, die in direktem Zusammenhang mit

Immobilien stehen wie Makler, Verwalter und Facility

Manager sind in der Region sehr gefragt. Weiterhin pro -

fitieren unternehmensnahe Dienstleister wie Sicherheits -

dienste und das Gebäudereinigungshandwerk vom

boomenden Markt.

Auf Nummer sicher: Gut versichert ist halb gewonnen

Poppelsdorf und die Südstadt gehören zu den beliebtesten

Wohnlagen der Bundesstadt.

Poppelsdorf and the south city are among the most popular

residential areas of the federal city.

Wer sein Betriebsgebäude gegen Gefahren wie Einbruchsdiebstahl,

Feuer oder Unwetter und damit verbunden

gegen finanzielle Risiken absichern will, benötigt Versicherungsschutz.

Die Sachversicherung Firmen SachSchutz

der Zurich Versicherung bietet Geschäftskunden maß ge -

schneiderte Lösungen im flexiblen Baustein-System. Der

Versicherungsstandort Bonn/Rhein-Sieg hat lange Tradition.

So ist der Deutsche Herold 2002 in der Zurich Versicherung

aufge gangen, die heute ihre Deutschland-Zentrale in Bonn

unterhält. 2344 Versicherungsvermittler sind derzeit im IHK-

Bezirk Bonn/Rhein-Sieg gemeldet – darunter sind 835 ungebundene

Vermittler direkt bei der IHK registriert. Im Bereich

der Gewerbekunden profitiert die Versicherungsbranche

vom einem gesunden Mittelstand mit einem Schwerpunkt

im Dienstleistungssektor.


Information

HUCKO IMMOBILIEN

Firmeninhaberin Bettina Hucko

Company owner Bettina Hucko

Gründungsjahr: 2008

Mitarbeiter: 4

Leistungsspektrum:

Vermietung und Verkauf

von gewerblichen und

privaten Immobilien jeder

Art und Größe in Bonn

und Umgebung

Year founded: 2008

Employees: 4

Range of services:

rental and sale of every

kind and size of commercial

and private property

in Bonn and the surround -

ing area

www.hucko.de

BETTINA HUCKO ist seit über 25 Jahren auf dem Bonner

Immobilienmarkt aktiv. Das Team von HUCKO IMMOBILIEN

arbeitet seit vielen Jahren über den Dächern von Bonn in

der Friedrichstraße. Das Immobilienbüro hat sich zunächst

mit der Vermietung von Büro- und Einzelhandelsflächen

einen Namen gemacht. Zum Portfolio gehört aber auch die

Vermittlung von Privatimmobilien. Dienstleistung im wahren

Sinne des Wortes, gepaart mit hoher Fachkompetenz,

Verlässlichkeit, Diskretion und vertrauensvoller Zusammenarbeit,

ist das Arbeitsprinzip aller Mitarbeiter des Teams.

Das bedeutet auch: Lieber auf ein Geschäft verzichten, als

diesem Wert etwas schuldig bleiben!

BETTINA HUCKO has been active in the Bonn property

mar ket for over 25 years. For many years the HUCKO

IMMOBILIEN team has been working in Friedrichstraße,

above the rooftops of Bonn. Initially, the real es tate office

made their name through rental of office and retail space.

The portfolio in cludes also act ing as an estate agent for private

individuals. Service in the true sense of the word, coupled

with a high degree of professional competence, reliability,

discretion and trusting collaboration. These are the

watchwords of the entire team. What also means: rather

forgo business than forgo these values!

103

percent. “Nevertheless, the vacancy rate of the office facilities

is low. Here the following saying holds true: he who seeks

shall find!”, says Dirk Dobat, managing director of Engel &

Völkers Commercial Bonn. In many parts of the city, the

average office rent is between 10 and 12 euros per square

metre. In the good locations surrounding the former federal

government quarter and the Bonner Bogen area, the scope

is up to 17.50 euros per square metre. Purchase requests in

the area of office facilities are relatively rare. “First and

foremost, it is the large law firms, multi-national enterprises

or auditing companies that either take the decision to

purchase, or have their premises built“, says Dirk Dobat. By

contrast, Engel & Völkers Commercial registers great interest

in the field of commercial and industrial premises. “Here, we

most recently sold a large object in Troisdorf. There are

flourishing industrial parks in the entire region that are very

popular with medium-sized companies. In this area, there is

a lot of buying and selling going on – and the prices are

reasonable“, the specialist explains. The most serious situation

is found with the price scope in the commercial space

sector. Whilst the 1A locations in Bonn’s city centre, in Post

or Sternstraße cost up to 120 euros per square metre, re -

tailers in the secondary locations can already find property

starting from 13 euros per square metre.

Industry-related services revolving around

the real estate

Whilst Engel & Völkers Commercial is a reliable partner when

searching for the matching commercial property, DER

THÜNKER Business Centertakes another path and lets

property in accordance with the lessees’ needs and with

Continued on page 105


Der „Lange Eugen“ steht im Zentrum des UN-Campus

in der Bundesstadt Bonn und ist nur eine der besonderen

Liegenschaften aus dem Portfolio der Bundesanstalt

für Immobilienaufgaben.

The building "Langer Eugen" is located at the centre of

the UN campus in the federal city of Bonn, and it is only

one of the special properties belonging to the portfolio

of the Institute for Federal Real Estate.

104

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ist die

zentrale Dienstleisterin für Immobilien des Bundes. Sie

gehört zum Geschäftsbereich des Bundesfinanzminis -

teriums und handelt nach den modernen Standards der

Immobilienwirtschaft. Zu den Aufgabenschwerpunkten

der BImA gehören das einheitliche Immobilienmanagement

des Bundes, Immobilienverwaltung und -verkauf

sowie der Bundesforst. Sitz der Zentrale ist Bonn.

Insgesamt betreut die BImA rund 21 000 Liegenschaften.

Mehr als 37 000 Wohnungen und etwa 480 000 Hektar

Grundstücksfläche befinden sich in ihrem Eigentum.

Davon entfallen rund 436 000 Hektar auf Forstflächen.

Zusammen mit ehemals militärisch genutzten Flächen

sowie Wohn-, Industrie- und Gewerbeimmobilien bildet

diese Flächenkulisse eines der größten Portfolios Deutschlands.

Konversionsimmobilien der Bundeswehr und der

ausländischen Streitkräfte führt die BImA zivilen Folge -

nutzungen zu. Hierfür erarbeitet die BImA gemeinsam mit

Kommunen unter anderem neue Erschließungskonzepte

und Nutzungsmodelle.

Information

Gründungsjahr: 2005

Mitarbeiter: 7100

Standorte: Zentrale in

Bonn und 9 Direktionen

mit insgesamt rund 120

Nebenstellen

Aufgaben:

– einheitliches Liegenschaftsmanagement

– Deckung des Grundstücks-

und Raumbedarfs

für Bundeszwecke

– Immobilienverwaltung,

-ankauf und -verkauf

– Bauherrenaufgaben

– forstliche Dienst -

leistungen

– Aufgabenspektrum

Konversion

www.bundesimmobilien.de

Year founded: 2005

Employees: 7100

Locations: Headquarters

in Bonn and 9 regional

offices and a total of 120

satellite locations

Tasks:

– standardized real estate

management

– coverage of the federal

government's need for

property sites and space

– managing, purchasing,

and selling real estate

– tasks as developer

– forest services

– tasks concerning

conversion

The Institute for Federal Real Estate (BImA) is the key pro -

vider of real estate services to Germany’s federal government.

It belongs to the purview of the Federal Ministry

of Finance and acts in accordance with modern real estate

management stan dards. Standardized management of

the federal government’s real estate, real estate administration

and sale and the Federal Forest Service are among

the BImA’s main areas of focus. The headquarters are

located in Bonn.

All in all, the BImA is in charge of about 21,000 properties.

It has within its possession more than 37,000 apartments

and 480,000 hectares of land. Of these areas, a surface of

about 436,000 hectares is wooded area. Along with former

military areas, residential, industrial, and commercial real

estate these sites constitute one of the largest portfolios

in Germany. With conversion real estate of the German

armed forces and allied forces, the BImA makes these

areas available for subsequent civic use. For this, among

other things, the BImA elaborates new land developement

and use concepts in cooperation with communities.


105

Geringer Leerstand und moderate Mieten prägen den Büromarkt.

The office market is characterised by low vacancy level

and moderate rent.

varying terms. “We let out many offices, day offices and

conference rooms. We also receive requests from asso -

ciations and management boards that would like to use

our Business Center. Thus, all in all, there is a slight shift from

the manufacturing sector, which still is of great importance

for the region, to service providers and multi-national

enterprises that are in search of a location in Bonn“, Wilfried

Thünker underscores, who has been successful for more

than 30 years with his Business Center. Everything added up,

there are about 4,500 companies offering services that are

related to real estate in Bonn and the Rhein-Sieg district.

Thus this industry stands for about eight per centof the

almost 53,000 Chamber of Industry and Commerce com -

panies in Bonn/Rhein-Sieg. Services that are directly linked

to real estate, such as real estate agents, administrators and

facility manager are highly in demand in the region. In

addition to this, industry-related service providers such as

security services and the building cleaning trade benefit

from the booming market.

Better safe than sorry: well-insured is half the battle

Insurance protection is required for those wishing to insure

their office building against dangers such as burglary, fire or

severe storms, and who desire to be insured against the

financial risks that are associated with this. SachSchutz of

Zurich Versicherung (Zurich Insurance) offers business

customers customised solutions in a flexible building block

system. The Bonn/Rhein-Sieg insurance location can look

back at a long tradition. In this regard, the German Herold

was integrated in Zurich Versicherung in 2002, which today

has its German headquarters in Bonn. 2344 insurance

brokers are currently registered in the Chamber of Industry

and Commerce Bonn/Rhein-Sieg district – among these are

835 independent brokers that are directly registered at the

Chamber of Industry and Commerce. In the area of the

commercial customers, the insurance industry profits from

a healthy medium-sized business sector that has a focal

point on the service industry sector.


Stephanie Bulang-Matern

SPARKASSEN UND BANKEN –

IN DER REGION TIEF VERWURZELT

106

Das Kerngeschäft von Sparkassen und Banken ist der

Zahlungs- und Kreditverkehr. In erster Linie befassen sie sich

mit der Vergabe von Krediten, von Spareinlagen, dem Wertpapierhandel

und der Verwaltung von Vermögen. Die einen

haben sich auf bestimmte Bereiche fokussiert, andere

fungieren als Universalbanken. Auf einen Nenner gebracht,

ist der ständige Kreislauf von Spareinlage und Kreditvergabe

das klassische Kerngeschäft, mit dem sich Geldinstitute

beschäftigen.

In der Region Bonn/Rhein Sieg sind neben den regionalen

Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken auch national und

international operierende Geschäfts- und Privatbanken

inklusive ihrer Filialen vertreten.

Öffentlicher Auftrag

Viele Menschen können und wollen ihre alltäglichen

Geldgeschäfte nicht ausschließlich online oder per Telefon

erledigen. Dabei ist der obligatorische Gang zur Bank des

Vertrauens keineswegs nur eine Frage des Lebensalters. Es

ist auch eine Frage des Vertrauens. Denn das Instrumen -

tarium, das die materielle Absicherung der eigenen Zukunft

bedeutet, weiß wahrscheinlich jedermann lieber in der

Obhut vertrauter Personen als in der von Formularen oder

elektronischer Stimmen, die monoton Banking-Möglich -

keiten herunterleiert. Nein, dafür braucht es Ansprech -

partner mit Kontinuität, am besten in Wohnort- oder

Firmennähe. Gerade Sparkassen und Genossenschaftsbanken

kommen dieser Idee einer gemeinwohlorientierten

Finanz wirtschaft mit ihrer engmaschigen Filialstruktur

besonders nahe.

Das Geschäftsmodell der Sparkassen ist nicht, in erster Linie

hohe Renditen zu erzielen. Ihr öffentlicher Auftrag lautet

vielmehr: kommunale beziehungsweise regionale Kredit -

finanzierung. Da die allgemeinen Vergaberichtlinien und

Ratingkriterien in den vergangenen Jahren wesentlich

weniger Spielraum lassen, ist es auch für diese Geldinstitute

einfacher, ihr Geschäft gewinnorientiert zu führen und den

öffentlichen Auftrag im Nachhinein durch Sponsoring, Existenzgründungen

und über ihre Stiftungen wahrzunehmen.

In Bonn und der Region Rhein-Sieg gehen die Sparkassen

dieser Aufgabe mit großem Engagement nach, ohne das in

Zeiten leerer kommunaler Geldtöpfe viele gesellschaftliche,

sportliche, kulturelle und soziale Angebote nicht mehr

möglich wären. „För üch do“ lautet der Slogan der Sparkasse

KölnBonn – und das ist gut so!

Genossenschaftliche Unterstützung

Die Genossenschaftsbanken investieren – ähnlich wie Spar -

kassen – in erster Linie nachhaltig. Das bedeutet: Stabile

Renditen haben Vorrang vor risikoreicher Spekulation. Per

Genossenschaftsgesetz ist geregelt, dass jedes Genossen-

In Kürze:

Die Bankenlandschaft in Deutschland ist vielfältig. Zusammen

mit den Bausparkassen sind insgesamt rund 75 Kreditinstitute

aktiv. Dazu kommen etwa 20 Privatbanken und derzeit noch

acht Landesbanken mit fallender Tendenz.

schaftsmitglied – unabhängig von der Höhe seiner eigenen

Einlagen – eine Stimme hat. Zunächst sind Genossenschaftsbanken

erst einmal dem Wohl der Genossen ver -

pflichtet, also einer Gewinnmaximierung für alle Mitglieder.

Im zweiten Schritt sehen Genossenschaftsbanken aber auch

ihren Auftrag darin, sich für das Gemeinwohl zu engagieren.

Die Volks- und Raiffeisenbanken in Bonn und der gesamten

Region unterstützen vielfältige Projekte. Ein Fokus liegt dabei

auf der Kinder- und Jugendförderung in den unterschiedlichsten

Bereichen.


SAVINGS BANKS AND BANKS – DEEPLY ROOTED IN THE REGION

The core business of savings banks and banks is found in

payment and credit transactions. First and foremost, their

business is that of awarding credits, depositing savings,

trading securities and administrating assets. Some have

focussed on specific areas; others act as universal banks.

Brought down to a common denominator, the classic core

business of financial institutions revolves around the

constant cycle of savings deposits and the awarding of

credits.

In the Bonn/Rhein Sieg region, apart from regional savings

banks, credit unions and Raiffeisen banks are also re -

presented, as well as nationally- and internationally-oper -

ating business and private banks, including their branches

offices.

Public contract

the following: communal or regional credit financing. Since

the general lending guidelines and rating criteria have left

significantly less scope in the past years, it has also become

easier for these financial institutions to manage their business

in a profit-oriented manner and, in retrospect, observe

the public contract by means of sponsoring, start-ups and

via their foundations. In Bonn and the Rhein-Sieg region,

the savings banks perform this task with great dedication.

Without this, in these times of empty municipal coffers,

numerous societal, sporting, cultural and social offers could

no longer be provided. “För üch do” is the slogan of

KölnBonn savings bank – and this is a good thing!

Cooperative support

Similar to savings banks, cooperative banks’ primary objective

is that of investing sustainably. This means that stable

107

Many cannot and also do not want to manage all of their

daily financial transactions online or by phone. In this regard,

the obligatory physical visit to their bank is by no means

only related to the customers’ age. It is also a question of

trust. Because, and this probably applies for every individual,

one would prefer to know that the instrument that means

material security for the own future is entrusted in the hands

of trustworthy persons, rather than in forms or electronic

voices that monotonously provide different banking

options. No, in this regard, contact persons are required with

whom clients have developed a relationship over time;

ideally there where they live or close to their work. With their

dense branch structure, it is especially savings and co -

operative banks that are particularly close to this idea of a

financial sector that is aligned to the principles of serving

the common good.

The primary business model of savings banks is not that of

attaining high returns. Much rather, their public contract is

In a nutshell:

The German banking landscape is highly varied. Together with

the home loan banks, a total of about 75 credit institutes are

active. To be added to this are about 20 private banks and,

currently, still eight regional state banks, however there is a

declining trend in this regard.

yields take precedence over high-risk ventures. The law

governing the operations of cooperatives regulates that

every cooperative member – independently of the amount

of its own deposits – has one vote. First of all, cooperative

banks are liable for the members’ well-being, thus maxi -

mising profits for all members. Thereafter, though, the

cooperative banks also see their task to be that of getting

involved for the common good. The cooperative and

Raiffeisen banks in Bonn and the entire region support a

diverse number of projects. In this regard, attention is


Information

Geschäftszahlen der

Volksbanken und

Raiffeisenbanken der

Region Bonn . Rhein-Sieg:

Bilanzsumme:

6,43 Mrd. Euro

Einlagen: 4,92 Mrd. Euro

Kredite: 4,05 Mrd. Euro

Anzahl der Banken: 7

Geschäftsstellen: 90

Mitarbeiter: 1310

Business figures of the

co-operative banks and

Raiffeisenbanks in the

Region Bonn . Rhein-Sieg:

Balance sheet total:

6.43 billion Euro

Deposits: 4.92 billion Euro

Credits: 4.05 billion Euro

Number of banks: 7

Offices : 90

Employees: 1,310

Volksbanken und Raiffeisenbanken der Region Bonn . Rhein-Sieg

108

Die sieben Genossenschaftsbanken – VR-Bank Rhein-Sieg,

VR-Bank Bonn, Volksbank Bonn Rhein-Sieg, Rosbacher

Raiffeisenbank, Raiffeisenbank Sankt Augustin, Volksbank

Wachtberg, Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel – sorgen in

der Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg für kompetente

und bedarfs gerechte Beratung. Neben dem klassischen

Bankgeschäft liegt den Volks banken und Raiffeisenbanken

aber vor allem die Förderung der Region am Herzen.

Durch die Schaffung von Arbeitsplätzen, Investitionen in

gemein nützige Projekte und den Einbezug der über

155 000 Mitglieder in die Geschäftspolitik, bringen sie ihre

regionale Verwurzelung zum Ausdruck und tragen zur

Wirtschaftsförderung bei.

The seven cooperative banks – VR-Bank Rhein-Sieg,

VR-Bank Bonn, Volksbank Bonn Rhein-Sieg, Rosbacher

Raiffeisenbank, Raiffeisenbank Sankt Augustin, Volksbank

Wachtberg, Raiffeisenbank Rheinbach-Voreifel – ensure

competent and needs-based consultation in the Bonn/

Rhein-Sieg business region. Apart from the classic banking

business, it is the promotion of the region that is of

primary concern for co-operative banks and Raiffeisenbanks.

With the creation of jobs, investments in charitable

projects and the involvement of the more than 155,000

members in the business policies, they emphasise their

regional roots and contribute toward business development.

Geschäfts- und Privatbanken

In Bonn und der Region sind als weitere Anbieter auch

etliche Geschäftsbanken ansässig. Die meisten davon sind

Aktiengesellschaften. Im Unterschied zu genossenschaftlich

geführten Kreditinstituten erfordert ihre Unterneh mens -

strategie in erster Linie möglichst hohe Gewinnsteigerung

für ihre Anleger. Doch auch hier wird Unterstützung

beziehungsweise Sponsoring zum Wohle der Allgemeinheit

großgeschrieben. Ein gesellschaftlich stark engagiertes

Kreditinstitut, die Commerzbank, ist gerade erst wieder in

ihren frisch rekonstruierten Sitz am Münsterplatz gezogen.

Einen ganz anderen Ansatz als die bereits beschriebenen

Institute haben Privatbanken. Ihr Wesen besteht darin, das

Vermögen einer ganzen Familie über Generationen hinweg,

durch gute und schlechte Zeiten, in Krisen, Kriegen und

Währungsreformen zu schützen und zu mehren. So erklärt

sich auch, warum das Gründungsjahr einer (Privat-)Bank

wichtige Anhaltspunkte über deren Reputation gibt. Bei

den meisten Privatbanken öffnen sich die Türen für Neukunden

in der Regel ab einer Mindesteinlagesumme von rund

einer Million Euro. Auch in Bonn und dem Umland sitzen

Ableger einiger Privatbanken, zum Beispiel das „Bankhaus

Lampe“.

Mittlertätigkeiten

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg fördert den Austausch zwischen

Kreditinstituten und Unternehmen aus anderen Branchen.

Dabei sieht sie eine ihrer Aufgaben darin, als Mittler und

Moderator für Transparenz beim Zugang und der Vergabe

von Krediten zu sorgen. Auch die Begleitung von Gründern

oder Unternehmern in Entscheidungsprozessen und ihre

Vorbereitung auf mögliche Bankgespräche sind wichtige

Anliegen der zuständigen IHK-Experten.


109

In der Region Bonn/Rhein-Sieg ist das komplette Spektrum

an Finanzdienstleistern ansässig.

The complete spectrum of financial service providers is based

in the Bonn/Rhein-Sieg region.

focussed on the promotion of children and young adults in

a host of different areas.

Business and private banks

As an additional banking service provider, several business

banks are also found in Bonn and the surrounding region.

The majority of these are joint stock companies. In contrast

to the cooperatively-managed credit institutions, their

primary corporate strategy is that of attaining the highest

possible increase in profits for their investors. However, also

here, support or sponsoring for the benefit of the general

public is strongly emphasised. Commerzbank, a credit institute

that is strongly involved in society, has just moved back

into its newly renovated office at Münsterplatz.

An entirely different approach than that of the already described

institutions is found with private banks. Essentially,

their purpose is that of protecting and increasing the assets

of an entire family over several generations, both through

good times and bad, through crises, wars and currency

reforms. There you also find the explanation as to why the

founding year of a (private) bank provides important

indications regarding its reputation. As a general rule, with

the majority of private banks, the doors open for new

customers who bring along a minimum deposit amount of

about one million euros. There also are subsidiaries of a

number of private banks in Bonn and the surrounding area,

for instance “Bankhaus Lampe”.

Intermediation activities

The Bonn/Rhein-Sieg Chamber of Industry and Commerce

promotes exchange between credit institutions and companies

from other industries. In this regard, it considers one

of its tasks to be that of ensuring transparency relating to

the access and awarding of credits, as a mediator and

moderator. Other important issues for the responsible

Chamber of Industry and Commerce experts are also found

in the accompaniment of founders or companies in

decision-making processes and preparing them for possible

discussions with banks.


Stephanie Bulang-Matern

DER HANDEL ZWISCHEN DEN WELTEN –

SINNLICHES EINKAUFSERLEBNIS ODER „CLICK-TO-BUY“?

110

Seit der eigentliche Erfinder des Telefons Johann Philipp Reis

seinen Schwager den legendären Satz „Das Pferd frisst

keinen Gurkensalat“ in den Hörer tröten ließ, hat sich die

Technik fast schon in Quantensprüngen entwickelt. Dem

Fortschritt eine Chance zu geben, war zwar eine Bomben -

idee, hat aber bis heute nicht immer funktioniert. Denn die

menschliche Leistungsfähigkeit, sich mit neuen Dingen vertraut

zu machen und sie zielführend einzusetzen, ließe sich

manchmal mit „dezent eingeschränkt“ umschreiben.

Es war einmal . . .

Viel hat das mit Möglichkeiten zu tun, viel aber auch mit

Erziehung, (Aus-)Bildung, dem Mut zu Neuem und einer

gewissen Risikofreudigkeit. Der sattsam bekannte Satz „Das

haben wir schon immer so gemacht.“ ist wenig geeignet,

dem Fortschritt eine Chance zu geben. Wer nicht auf den

fahrenden Zug springt – der (technischen) Entwicklung

quasi hinterherhoppelt – darf sich nicht wundern, wenn sein

geschäftliches Überleben zeitlich begrenzt ist.

Ein Paradebeispiel für das Prinzip „Bloß nix Neues“ ist das

immer wieder praktizierte Verhalten des stationären Einzelhandels.

Konsequenz: Ein Laden nach dem anderen muss

schließen. Das Institut für Handelsforschung Köln prognostiziert

bis 2020 jedem zehnten Ladengeschäft in Deutschland

das Aus. Und dabei ist der stationäre Handel unver -

zichtbar. Schöne Geschäfte mit qualifizierter Beratung,

Ser vice und einem „Gesicht“ geben jedem Ort sein ganz

besonderes Flair. Einkaufen ist ein sinnliches Vergnügen.

Riechen, Schmecken, Fühlen lassen sich durch kein Internet

dieser Welt ersetzen. Aber all das hilft nichts, wenn der

Kunde immer häufiger von der Couch aus einkaufen geht.

Neue Geschäftsmodelle wagen

Was nun? Die große Frage besteht aus drei Teilen: Wie tickt

der Kunde? Was will er? Wodurch kann der Einzelhandel

den Kunden halten? Und die Antwort? Die ist recht eindeutig,

denn viele Einzelhändler haben die Entwicklung

verstanden. Für sie heißt es nicht mehr entweder-oder,

sondern sowohl-als auch. Cross-Channel-Strategien bieten

vielverspre chen de Möglichkeiten, das Angebot vor Ort mit

dem World Wide Web, die Bindung von Bestandskunden

und die Gewinnung neuer Zielgruppen zu bündeln. Hier

treffen und ergänzen sich sinnliches Einkaufserlebnis und

direkte Produktverfügbarkeit vor Ort mit Transparenz und

Bequemlichkeit beim Einkauf im Internet. Auf diese Weise

wird das Beste aus beiden Welten zusammengeführt.

Nun darf natürlich nicht unter den Teppich gekehrt werden,

dass der Weg ins Internet einer Vielzahl stationärer Händler

nicht ganz leicht fällt. Zumal sich die Frage stellt, ob sich der

Aufwand eines eigenen Onlineshops rechtfertigt. Un -

bedingt ja, aber niemand muss den Gang ins Internet alleine

wagen. Sinnvoll ist es vielmehr, sich geeignete Mitstreiter zu

suchen. Denn ein Zusammenschluss im Interessenverband

stellt für alle Beteiligten eine günstige Alternative zu

Alleingängen dar. Beruhigend, dass es dazu in Nordrhein-

Westfalen schon eine ganze Reihe funktionierender

Beispiele gibt.

Handel im Wandel

Und dann geht es sofort darum, Cross-Channel-Konzepte

für den stationären Handel zu entwerfen, die mit den

spe zifischen Vorzügen des Local Commerce zwecks


RETAIL BETWEEN THE DIFFERENT WORLDS – A SENSUAL SHOPPING EXPERIENCE OR “CLICK-TO-BUY”?

Ever since Johann Philipp Reis, the actual inventor of the

telephone, first said the legendary words “The horse doesn’t

eat any cucumber salad” to his brother-in-law on the phone,

technology has developed further. One could almost even

say in quantum leaps. The decision to give progress a

chance was a great idea. However, to this very day, it does

not always function. This is because the human ability to

become acquainted with new things and then deploy them

in a targeted manner can sometimes be paraphrased as

“discreetly restricted”.

Once upon a time . . .

This has a lot to do with possibilities but also a great deal

with upbringing, education, the courage to attempt something

new, and a certain willingness to take a risk. The

extremely well-known sentence “This is how we have always

done things.” is hardly suited for giving progress a chance.

Those who do not jump onto the moving train – and

essentially see themselves scampering behind (technical)

development – should not be surprised when noticing their

business survival is limited.

A prime example for the principle of “don’t dare try anything

new” is the behaviour practised time and again by stationary

retailers. The result: one store after the other has had to shut

down. The Institut für Handelsforschung Köln (Institute for

Retail Research Cologne) has forecast that every tenth retail

store in Germany will have closed by 2020. And this holds

true even though stationary retail is absolutely crucial. It

is beautiful stores, with qualified consultation, service and

a “face” that give every location its unique flair. Shopping is

a sensual pleasure. Smelling, tasting and feeling can never

be replaced by any form of Internet that can be found today.

However, all of this really doesn’t help if customers in -

creasingly take the decision to do their shopping from the

comfort of their couch.

Venturing new business models

What to do now? This big question consists of three parts:

how does the customer function? What does he want to

have? With what measures can retail business keep its

customers? And what is the answer to all these questions?

It is quite clear, actually, because many retail traders have

understood the development. For them, it is no longer a

case of the one or the other but rather of the one and the

other. Cross-channel strategies offer promising possibilities

for bundling the offers on site with the benefits offered by

the worldwide web; the option of ensuring the loyalty of

existing customers and acquiring new target groups. Here,

when shopping on the Internet, a sensual shopping ex -

perience and direct product availability on site is combined

with transparency and convenience. By means of this, the

best options of both worlds are combined.

However, it goes without saying that, for a large number of

stationary retailers, the decision to sell online is not a very

simple one. Especially because the question has to be asked

whether the effort involved in an own online shop would

be justified. This is answered with a definite yes. Yet, nobody

has to take the risk and establish the Internet selling channel

all by themselves. Much rather, it would be sensible to

search for suitable employees. This is because, when compared

with the option of going it alone, a coalition in an

interest group would provide a cost-effective alternative for

all involved parties. It is reassuring to know that there already

are quite a number of functioning examples in North Rhine-

Westphalia.

111


Information

Gründungsjahr: 1963

Mitarbeiter: mehr als 100

Leistungsspektrum:

– Gartencenter

– Beetpflanzen

– Zimmerpflanzen

– Baumschule

– Objektbegrünung

– Dekoration

– Innen-/Außenkeramik

– Grills

– Gartenmöbel

– Café Grün Sankt Augustin

www.pflanzen-breuer.de

Year founded: 1963

Employees: more than 100

Range of services:

– garden centre

– bedding plants

– indoor plants

– tree nursery

– object greener projects

– decoration

– indoor/outdoor ceramics

– grills

– garden furniture

– Café Grün Sankt Augustin

Pflanzen Breuer e. K. Sankt Augustin

112

Pflanzen Breuer in Sankt Augustin präsentiert sich heute als

modernes und attraktives Gartencenter mit einem breit

aufgestellten Sortiment, erstklassiger Qualität in allen

Produktbereichen und einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Familienbetrieb in zweiter Generation

hat seinen gärtne rischen Schwerpunkt nie verloren.

Neben der kompetenten Beratung schätzen Kunden das

außergewöhnliche Einkaufserlebnis auf über 8000 Quadratmetern

Verkaufsfläche und lassen sich gerne von den

Dekotrends von Breuer inspirieren. Ein Café und ein spannender

Kinderbereich runden das Angebot ab.

Today, Pflanzen Breuer in Sankt Augustin presents itself as

a modern and attractive garden centre with a diverse

product range, first-class quality in all product sectors and

an outstanding price-performance ratio. The family-run

business, which is managed in the second generation, has

never lost sight of its focus on gardening.

Apart from competent consultation, customers also appreciate

the exceptional shopping experience and a retail

surface of more than 8,000 square metres. What is more,

they are often inspired by Breuer’s decoration trends. The

offer is rounded off by a café and interesting children’s area.

Umsatzsteigerung und Kunden(rück)gewinnung punkten

können – mit Kundennähe, hoher Produktverfügbarkeit und

schneller Kaufabwicklung.

Online-Schwergewichte wie Zalando, Amazon und Co.

haben die Entwicklung in die andere Richtung klar erkannt.

Sie eröffnen Showrooms und stationäre Ladengeschäfte in

zentralen Lagen als lukratives zweites Standbein. So können

sie die Kundenbedürfnisse erfüllen, die ihnen als reine

Onlineshops fehlen.

Davon braucht sich ein innovativer, lebendiger Einzelhandel

nicht bange machen zu lassen. Zumal die steigenden

Umsatzzahlen der letzten Jahre ungebremstes Wachstum

belegen. Das soll für den Zeitraum bis 2018 so bleiben.

Pro Einkauf im stationären Ladengeschäft

Sofortige Verfügbarkeit von Produkten

Kompetente Beratung

Anfassen und Testen der Ware

Spaß und Inspiration beim Kauf

Pro Online-Einkauf

Orts- und Zeitunabhängigkeit

Niedrigere Preise

Große Produktauswahl

Einfache Bestellung

Verschiedene Bezahlungs- und Lieferoptionen

Vorzüge Kombination (in Auswahl)

Telefonische Auskunft zur Warenverfügbarkeit

Onlinebestellung

SMS- oder E-Mail-Benachrichtigung bei Eintreffen bestellter

Waren

Abholung im Laden

Warenlieferung nach Hause


Nachhaltigkeit umfasst alle Bereiche: Die KRINGS Gruppe versteht

darunter den verantwortungsvollen Umgang mit Mitarbeitern,

Kunden und Lieferanten sowie den natürlichen Ressourcen.

Sustainability covers all sectors: in this, the KRINGS Group

includes responsible dealings towards its employees, customers

and suppliers, as well as natural resources.

Information

Gründungsjahr: 1955

Mitarbeiter: über 100

Leistungsspektrum:

– eigener Obstanbau

– Handel

– Sortieren & Verpacken

– Qualitätskontrolle

– Spedition & Logistik

– Lagerung &

Kommissionierung

www.w-krings.de

Year of foundation: 1955

Employees: more than 100

Range of services:

– own fruit cultivation

– trade

– sorting & packing

– quality controls

– freight forwarding &

logistics

– storage & order picking

KRINGS Unternehmensgruppe

Die Unternehmensgruppe KRINGS wurde 1955 als Ackerbauunternehmen

durch Wilhelm Krings gegründet. Mit

anfänglichen fünf Hektar Anbaugebiet wuchs das Unternehmen

zu einer Vertriebsfirma heran. Heute besteht die

Gruppe aus vier Unternehmensteilen. Eigener Obstanbau,

sortieren und verpacken in moderner Packstation, Logistik

mit eigenem Fuhrpark, Lagerung und Qualitätskontrolle

sowie der Handel in Deutschland und im europäischen

Lebensmitteleinzelhandel – alles aus einer Hand.

The KRINGS group of companies was founded by Wilhelm

Krings in 1955 as an agricultural company. It originally

started out with five hectares of cultivation area. Over

time, it became a marketing company. Today the group

consists of four business units. It provides own fruit culti -

vation, sorting and packing in a modern packing station,

logistics with an own vehicle fleet, storage and quality

controls as well as trade in Germany and the European

food retail sector – all from one single source.

113

Retail in transition

And then, with the purpose of increasing turnover and

winning (back) customers, it’s immediately all about developing

cross-channel concepts for stationary business that

can benefit from the specific advantages of local commerce

– with customer proximity, high product availability and

rapid purchasing transactions.

Online heavyweights such as Zalando, Amazon and co. have

clearly recognised the development in the other direction.

They are opening up showrooms and stationary stores in

central locations as a lucrative second mainstay. By means

of this, they can satisfy the customer requirements they are

unable to offer as pure online shops.

There is no reason why innovative, vital retail trade need be

afraid of this. Least because the growing sales figures of the

past years confirm undamped growth. This is set to remain

the case until 2018.

Advantages of purchasing in a stationary retail shop

Immediate product availability

Competent consultation

Touching and testing of the goods

Fun and inspiration during shopping experience

Advantages of shopping online

No location and time restrictions

Lower prices

Large product selection

Simple ordering

A variety of different payment and delivery options

The advantages of combining the two (in selection)

Information by phone regarding availability of goods

Online orders

SMS or e-mail notification when the ordered goods arrive

The goods can be picked up in the store

Delivery of goods to home address


114

Autobahn Tank & Rast GmbH

Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr: Das Bonner Rast -

stätten-Unternehmen Autobahn Tank & Rast bietet mit

seinen Pächtern einen umfassenden Service auf deutschen

Autobahnen. An den Servicebetrieben erwartet

Reisende abwechslungsreiches Essen, Einkaufsmöglich -

keiten für die Reise, Sanitäranlagen, Übernachtungs -

möglichkeiten, Tagungsräume sowie Tankstellen.

Als Dienstleistungsunternehmen stellt Tank & Rast den

Kunden in den Mittelpunkt aller Aktivitäten. Mit Blick

auf die vielfältigen Wünsche aller Reisenden arbeitet

Tank & Rast mit vielen bekannten Gastronomiemarken

zusammen – wie zum Beispiel Burger King, McDonald’s,

Nordsee, Lavazza, Segafredo oder Coffee Fellows. Diese

modernen Marken sowie regional geprägte Angebote

ergänzen die klassische Gastronomie und gehen auf die

unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche der Kunden

bestmöglich ein. Die Tankstellen bieten die verschiedensten

Kraftstoffe aller bekannten Mineralölmarken. Zudem

werden auch Mobilitätskonzepte der Zukunft wie Erd- und

Flüssiggas, AdBlue sowie Elektromobilität aktiv gefördert.

Information

Gründungsjahr: 1998

Privatisierung

(Autobahn Tank & Rast)

Mitarbeiter: ca. 350

in der Bonner Zentrale

Leistungsspektrum:

moderner Infrastrukturdienstleister

und führender

Anbieter von Gastronomie,

Einzelhandel, Hotellerie

und Kraftstoffen entlang

des Autobahnnetzes in

Deutschland

Servicenetz:

rund 390 Raststätten,

350 Tankstellen und

50 Hotels

www.tank.rast.de

Year founded: 1998

priva tisation

(Autobahn Tank & Rast)

Employees: approx. 350

at the headquarters in Bonn

Range of services:

modern infrastructure service

provider and leading

provider of food services,

retail, accommodation and

fuels along the autobahn

network in Germany

Service network:

approx. 390 service stations,

350 petrol stations and

50 hotels

Around the clock, 365 days a year: Autobahn Tank & Rast,

with headquarters in Bonn, Germany, works with its tenant

partners to offer a full range of services on Germany’s

autobahn. The service stations offer travellers a wide selec -

tion of food choices and travel needs, sanitary facilities,

overnight accommodation, conference rooms and petrol

stations.

As a service provider, Tank & Rast puts the customer first in

all of its activities. With the diverse wishes of all guests in

mind, Tank & Rast cooperates with many well-known hospitality

brands – such as Burger King, McDonald’s, Nordsee,

Lavazza, Segafredo and Coffee Fellows. These modern

brands as well as regional specialities complement the

classical food options and optimally meets the needs and

wishes of all customers. The filling stations supply various

fuels of all well-known fuel brands. In addition, mobility

concepts of the future such as natural and liquid gas,

AdBlue as well as E-mobility are actively promoted.


Geschäftsführer Christoph Windel: „Unsere Kunden vertrauen

der Qualität unserer Dienstleistung als spezieller E-Commerce-Anbieter

der pharmazeutischen Industrie.“

Managing director Christoph Windel: “Our customers rely on

the quality of our service as a special e-commerce provider for

the pharmaceutical industry.”

pharma mall Gesellschaft für Electronic Commerce GmbH

115

Wann immer eine Apotheke Bestellungen an ihre Lieferanten

versendet, wird pharma mall aktiv: Das Unternehmen

nimmt Bestellungen entgegen, verarbeitet und übermittelt

diese an die angebundenen Hersteller. Bestellende

Kunden sind (Klinik-)Apotheken und der pharmazeutische

Großhandel. Zur Abwicklung werden E-Commerce-Bestellkanäle

eingesetzt, beispielsweise Web-Shops. Die Harmonisierung

der Transaktionen reduziert manuellen Aufwand

und erhöht die Bestellqualität und Übertragungssicherheit.

Bei sinkenden Prozesskosten wird die Kundenorientierung

intensiviert. Herz dieser Dienstleistung sind die Mitarbeiter

und ihr Know-how. Einerseits benötigt pharma mall

Pharma-Kompetenz, andererseits erfordert die E-Commerce-Dienstleistung

umfassendes IT-Know-how, um die

Lösungen erfolgreich zu betreiben und Datensicherheit

zu gewährleisten.

Das Wachstum hält an. Deshalb ist der attraktive Arbeit -

geber immer auf der Suche nach interessanten Bewerbern

und Auszubildenden.

Information

Gemeinschaftsunternehmen

der Unternehmensgruppen

Bayer, Boehringer

Ingelheim, GlaxoSmith-

Kline, Merck, Novartis und

PharmLog

Gründungsjahr: 2002

Mitarbeiter: 85

Dienstleistungen:

Auftragsmanagement

für die Pharmaindustrie,

Schnittstellen zur Anbindung

der Partner-Systeme,

Software entwicklung

Ausbildungsberufe:

– Fachinformatiker –

Systemintegration/Anwendungsentwicklung

– Kauffrau/-mann für

Büromanagement

– duales Studium

www.pharma-mall.de

Joint venture of the enterprise

groups Bayer, Boehringer

Ingelheim, Glaxo-

SmithKline, Merck, Novartis

and PharmLog

Year founded: 2002

Employees: 85

Services:

order management for the

pharmaceutical industry,

interfaces to connection of

the partner systems, software

development

Vocational training

professions:

– IT specialist – system

integration/application

development

– management assistant

for office management

– integrated dual-study

degree programme

Every time a pharmacy sends orders to its suppliers,

pharma mall becomes active: the company receives

orders, processes them and then transmits them to the

connected manufacturers. Existing customers are (clinic)

pharmacies and pharmaceutical wholesale trade. For

handling these orders, e-commerce ordering channels,

such as web shops, are deployed. Harmonisation of the

transactions reduces the manual effort and increases

the order quality and transmission reliability.

Customer orientation is intensified with decreasing

process costs. Our employees and their know-how are

at the heart of this service. On the one hand, pharma mall

requires pharmaceutical competence; on the other hand,

e-commerce service calls for comprehensive IT know-how

to ensure data security and practice solutions successfully.

Growth is continuing. For this reason, the attractive

employer is always searching for interesting applicants

and apprentices.


Birthe Fiedler

KULTIVIERT UND KREATIV –

BONN SETZT SICH IN SZENE

116

Obwohl Bonn als Medienstadt nicht den Status genießt

wie Köln oder Hamburg sind heute mehr als 7,5 Prozent

der Bonner Beschäftigten in den Medien tätig. Als Stand -

ort für Kultur- und Kreativwirtschaft ist die UN-Stadt auf

der Überholspur und setzt Impulse auf regionaler und

internationaler Ebene.

Die Wahrnehmung einer Stadt als Medien- und Kreativ -

standort ist immer auch ein Stück Prestige. Nachdem der

„Bericht aus Bonn“, der 36 Jahre lang jeden Freitag Pflichttermin

für den politisch interessierten Zuschauer war, dem

„Bericht aus Berlin“ weichen musste, hatte Bonn zum

Jahrtausendwechsel in der deutschen Medienlandschaft

vorübergehend an Glanz eingebüßt. Heute kann sich

die Rheinmetropole jedoch wieder als Medienstandort

behaupten. Der mit Abstand größte Medienbetrieb ist die

Deutsche Welle (DW), die seit 2003 im Schürmann-Bau ihren

Hauptsitz hat. Der staatliche Auslandsrundfunk der

Bundes republik Deutschland gilt mit rund 1000 fest -

angestellten Mitarbeitern als Platzhirsch in der Bonner

Medienszene. Sein Angebot umfasst fünf TV-Sender in vier

Sprachen sowie Radioprogramme und digitale Dienste in

30 Sprachen. Das Flaggschiff sind die „DW News“ – ein

englischsprachiges TV-Programm, das seit 2015 nahezu

weltweit zu empfangen ist. Während die DW von der UN-

Stadt aus Themen internationaler Relevanz in alle Welt

überträgt, geht das WDR-Studio Bonn den umgekehrten

Weg – es berichtet über das, was Menschen im Rheinland

bewegt, Themen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport. Die

„Lokalzeit aus Bonn“, eine der erfolgreichsten Regional -

sendungen Deutschlands, ist ein Sprachrohr der Region

Bonn/Rhein-Sieg. Der dritte im Bunde ist der im ehemaligen

ZDF-Hauptstadtstudio beheimatete öffentlich-rechtliche

Spartensender Phoenix. Das Programm setzt sich aus Dokumentationen,

Nachrichten- und Diskussionssendungen

sowie Ereignisübertragungen zusammen. Radio Bonn/

Rhein-Sieg gibt regionalen Protagonisten eine Stimme.

Auch die Printmedien sind in Bonn/Rhein-Sieg stark

auf gestellt. Neben dem General-Anzeiger ringen unter

anderem die Bonner Rundschau, der Express, der Rhein-

Sieg-Anzeiger und die Rhein-Sieg Rundschau, die Rhein-

Zeitung sowie zahlreiche Anzeigenblätter und Citymagazine

um die Gunst des Lesers.

Medien-Davos am Rhein

Bonn als das „Davos der Medienwelt“? Mit dem jährlich

stattfindenden Global Media Forum hat die DW Fakten

geschaffen. Was 2008 noch recht ambitioniert klang, ist

heute nicht mehr weit von der Realität entfernt. Nichts

weniger als ein Medien-Davos sollte etabliert werden, als

der damalige DW-Intendant Erik Bettermann erstmals zur

dreitätigen Tagung einlud. Mittlerweile findet der vom

Auswärtigen Amt geförderte internationale und interdis -

ziplinäre Medienkongress im World Conference Center

(WCCB) statt. Den Status des Weltwirtschaftsforums mag das

DW-Event noch nicht erreicht haben, aber zur neunten

Ausgabe kamen im Sommer 2016 rund 2300 Teilnehmer aus

über 90 Ländern zusammen – Medienmacher und Politiker,

Wissenschaftler, Kulturschaffende und Aktivisten. Mit dem

Global Media Forum wollte die DW eine Institution im internationalen

Gedankenaustausch schaffen – und gleichzeitig

die Bundesstadt als Tagungsort stärken. Beides ist gelungen.

Seit dem Start hat sich die Teilnehmerzahl fast verfünffacht

und liegt heute nahezu auf gleicher Höhe wie das Welt -

wirtschaftsforum im Schweizer Kurort. Die IHK Bonn/Rhein-

Sieg richtete 2016 erstmals in Zusammenarbeit mit der DW

einen Workshop aus. „Mit unserem Beitrag zu dieser wich -

tigen internationalen Medienkonferenz wollen wir den

Medienstandort Bonn stärken und den Bezug zwischen

Entwicklungszusammenarbeit und Privatwirtschaft heraus -

arbeiten“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille.

Fortsetzung Seite 120


CULTIVATED AND CREATIVE – BONN IS DRAWING ATTENTION TO ITSELF

Although, in its capacity as a media city, Bonn does not

enjoy the same status as Cologne or Hamburg, more than

7.5 percent of Bonn’s employees work in the field of

media today. As a location for the cultural and creative

industry, the UN city is living life in the fast lane and

providing stimuli both at a regional and international

level.

For a city to be perceived as a location for media and the

creative industry, involves a certain degree of prestige. After

the “Bericht aus Bonn”, which was an absolute must for

politically interested viewers every Friday for 36 years, before

having to give way to “Bericht aus Berlin”, Bonn temporarily

lost some of its glamour in the German media landscape at

the start of the new millennium. Today, however, the Rhine

metropolis can once again rightfully hold its ground as an

important media location. The largest media operation by

far is Deutsche Welle (DW), which has had its headquarters

in the Schürmann building since 2003. With about 1,000

persons in its permanent employ, the state-owned foreign

broadcasting service of the Federal Republic of Germany is

considered a top dog in the Bonn media scene. Its service

offer comprises five TV channels in four languages, as well

as radio programmes and digital services in 30 languages.

The flagship is “DW News”. This TV programme is presented

in English and, since 2015, can be received almost everywhere

on earth. Whilst DW broadcasts topics of international

relevance worldwide from its base in the UN city, the WDR

studio in Bonn takes the opposite approach in that it reports

on those topics that are of importance for the people in

Rhineland. This refers to topics from the world of politics,

business, culture and sport. The “Lokalzeit aus Bonn”, one of

the most successful regional broadcasts in Germany, is a

mouthpiece for the Bonn/Rhein-Sieg region. The third member

of the group is Phoenix, the public-law specialist field

broadcaster that is located in the former ZDF capital city

studio. The programme consists of documentation, news

and discussion shows, in addition to presenting special

event transmissions. Radio Bonn/Rhein-Sieg provides

regional protagonists a voice. In addition to this, print media

is also on a sound footing in Bonn/Rhein-Sieg. Apart from

the General-Anzeiger, among others, Bonner Rundschau,

Express, Rhein-Sieg-Anzeiger and Rhein-Sieg Rundschau,

Rhein-Zeitung as well as numerous advertising journals and

city magazines compete for the readers’ favour.

Media Davos on the Rhine

Bonn, as “Davos of the media world”? With the annually

hosted Global Media Forum, DW took action and created

facts. What still sounded rather ambitious in 2008 is today

no longer far removed from reality. When the former DW

director Erik Bettermann first invited guests to the three-day

conference, the vision was that nothing less than a media

Davos were to be established. Meanwhile, the international

and interdisciplinary media congress, which is sponsored by

the Ministry of Foreign Affairs, is hosted in the World

Conference Center (WCCB). Although it might be possible

that the DW event has not quite attained the status of the

World Economic Forum yet, on the occasion of the ninth

meeting in the summer of 2016, about 2,300 participants

from more than 90 countries came together – makers of

media broadcasts and politicians, as well as scientists,

creative artists and activists. With the Global Media Forum,

DW wanted to create an institution for the international

exchange of ideas – and, at the same time, reinforce the

federal city as a conference venue. Both of these points were

successfully realised. Since its start, the number of parti -

cipants has increased almost five-fold and today is at almost

the same level as the World Economic Forum in the Swiss

health resort. For the first time in 2016, the Bonn/Rhein-Sieg

Chamber of Industry and Commerce hosted a workshop in

117


Moderne Architektur und beste Ausstattung ermöglichen

Veranstaltungen jeglicher Art für bis zu 5000 Personen.

Modern architecture and top-class furnishings offer a venue for every kind

of event for up to 5,000 persons.

118

Bonn Conference Center Management GmbH

Die Bonn Conference Center Management GmbH ist eine

100-prozentige Beteiligungsgesellschaft der Stadt Bonn.

Sie betreibt das World Conference Center Bonn und die

Beethovenhalle Bonn.

Direkt am Rhein gelegen und ein außergewöhnlicher

Veranstaltungsort: das World Conference Center Bonn, das

aus dem ehemaligen Plenarsaal und dem neu eröffneten

Hauptgebäude besteht. Bonns Kongresszentrum besticht

durch internationales Flair, prämierte Architektur, hochwertige

Ausstattung und modernste Technik. Flexible

Raumnutzungsvarianten ermöglichen Veranstaltungen

jeglicher Art für bis zu 5000 Personen.

Im Hauptgebäude bietet der Saal New York als größter

Raum Platz für 3500 Teilnehmer in Reihenbestuhlung.

Eine Erweiterung um zusätzliche 700 Plätze ist durch den

abtrennbaren, benachbarten Saal Genf möglich. Im ehemaligen

Plenarsaal des Deutschen Bundestages tagten

die Bundestagsabgeordneten von 1992 bis 1999, heute

bietet der Saal Platz für Veranstaltungen mit bis zu 1230

Personen.

Information

Gründungsjahr:

Kongresszentrum: Plenargebäude

seit 1999; Hauptgebäude

mit erheblich

erweiterten Kapazi täten

seit 2016

Mitarbeiter: 27

Eckdaten:

– Veranstaltungen bis

5000 Personen

– 5000 Quadratmeter

Ausstellungsfläche

– multifunktionale

Nutzungsmöglichkeiten

– modernste ICT-Infrastruktur

und Konferenztechnik

– einzigartiges Ambiente

im ehemaligen Plenarsaal

– zentrale Lage am Rhein

www.worldccbonn.com

Year founded:

Congress centre: plenary

building since 1999; main

building with significantly extended

capacities since 2016

Employees: 27

Basic information:

– Events for up to 5,000

persons

– 5,000 square metres of

exhibition space

– multi-functional possible

uses

– state-of-the-art ICT infrastructure

and conference

technology

– unique ambience in the

former plenary hall

– central location along

the Rhine River

Bonn Conference Center Management GmbH is a 100

percent holding company of the City of Bonn. It operates

the World Conference Center Bonn and the Beethovenhalle

concert hall in Bonn.

It is situated directly on the Rhine River and is an excep -

tional event venue: the World Conference Center Bonn,

which consists of the former plenary hall and the re -

opened main building. The appeal of Bonn’s congress

centre is found in its international flair, prize-winning

architecture, high-quality furnishings, and state-of-the-art

technology. Flexible space utilisation possibilities allow

all manner of events for up to 5,000 persons.

The New York hall is the largest room in the main building

and offers space for 3,500 participants in row seating.

Expansion by an additional 700 seats is possible, thanks to

the separable, neighbouring Genf hall. The members of

the Bundestag used to meet in what was formerly the

plenary hall of the German Bundestag, from 1992 to 1999.

Today the hall offers space for events with up to 1,230

persons.


Foyer des World Conference Centers Bonn

Foyer of the World Conference Center Bonn

cooperation with DW. “With our contribution to this important

international media conference, we would like to

strengthen the media location of Bonn by elaborating the

connection between development assistance and the

private sector enterprise,” says Chamber of Industry and

Commerce chief executive officer, Dr Hubertus Hille. At

Global Media Forum, it is all about the media and the interlocking

between media, politics and the industry – a vision

which, by means of this, does not only become a reality at

an international level but also at the location of Bonn.

It all started with an idea

Creative persons ensure dynamic motion in the region. They

initiate innovations that result in economic growth. The

bandwidth covered by culture and the creative industry is

huge. It covers everything from the broadcasting scene

to the book, music and art market, the film industry and the

market of performing arts, right up to the design industry,

architecture market, the press and advertising market, as

well as the software and gaming industry. The mutual

denominator is the so-called creative act – the idea that is

reflected in works, contents, productions and services. With

the creative industry, first and foremost, one tends to think

of large publishing houses, fashion companies and ad -

vertising agencies. However, for the largest part, the scene

consists of solo-acting, self-employed persons, as well as

small companies with two to five employees. This is confirmed

by the corresponding figures: in Bonn/Rhein-Sieg

about 5,600 companies are active in the cultural and creative

industry and, as such, represent a share of almost ten

percent of the Chamber of Industry and Commerce member

companies. All in all, in jobs in which social security

contributions are paid, the industry employs about 7,500 of

the total of 230,000 employees in the Chamber of Industry

and Commerce companies within the region. Of this share,

about 6,000 are employed in the City of Bonn and approx -

imately 1,500 in the Rhein-Sieg district. With nearly 3,000

companies, the advertising and market research sector is

the outstanding industry sector. The Kreativ Konzept agency

for advertising, the SimpleThings internet agency, the

Schwind’ agency for future communication as well as the PR

agency Patrick Schaab in Siegburg are among the most

renowned addresses in the region.

A stage for the creative industry

In Bonn/Rhein-Sieg, people working in the creative industry

come into contact with innovative companies. So as to

ensure that ideas and the recipients of these can gain even

better access to one another, the Chamber of Industry and

Commerce and Podium49 have established creative event

formats. At more than 25 idea portals, a dozen ITC forums

and four successful idea markets, more than 250 idea

providers, founders and young entrepreneurs have been

provided with a stage for presenting innovative ideas, in addition

to being offered an opportunity for networking in the

past years. Meanwhile, no small share of the former parti -

cipants has gone on to become highly successful – also far

beyond the regional borders.

119


120

Seit 2003 hat die DW ihren Sitz im sogenannten „Schürmannbau“ und

sendet von dort aus in 30 Sprachen ihr Programm in alle Welt.

DW has had its headquarters in the so-called “Schürmannbau” since 2003.

From this location, it broadcasts its programmes throughout

the world in 30 languages.

Beim Global Media Forum geht es um die Medien und um

die Verzahnung zwischen Medien, Politik und Wirtschaft –

eine Vision, die dadurch nicht nur auf internationaler Ebene,

sondern auch am Standort Bonn zur Realität wird.

Am Anfang war die Idee

Die Kreativen sorgen für Dynamik in der Region. Von ihnen

gehen Innovationen aus, die für ökonomisches Wachstum

sorgen. Die Bandbreite der Kultur- und Kreativwirtschaft ist

riesig. Sie reicht von der Rundfunkszene über den Buch-,

Musik- und Kunstmarkt, die Filmwirtschaft und den Markt

der darstellenden Künste bis hin zur Designwirtschaft, dem

Architekturmarkt, dem Presse- und Werbemarkt sowie der

Software- und Gaming-Industrie. Der gemeinsame Nenner

ist der sogenannte schöpferische Akt – die Idee, die sich in

Werken, Inhalten, Produktionen und Dienstleistungen

widerspiegelt. Bei der Kreativwirtschaft denkt man in erster

Linie an große Verlage, Modefirmen und Werbeagenturen.

Zum überwiegenden Teil setzt sich die Szene aber aus

Soloselbstständigen sowie Mini-Unternehmen mit zwei bis

fünf Angestellten zusammen. Das belegen die Zahlen: In

Bonn/Rhein-Sieg sind knapp 5600 Unternehmen im Bereich

der Kultur- und Kreativwirtschaft tätig und stehen damit für

fast zehn Prozent der IHK-Mitgliedsunternehmen. Insgesamt

beschäftigt die Branche rund 7500 der insgesamt 230 000

sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer in

IHK-Unternehmen der Region. Davon arbeiten knapp 6000

in der Stadt Bonn und etwa 1500 im Rhein-Sieg-Kreis. Mit

knapp 3000 Unternehmen ist der Bereich Werbung und

Marktforschung die herausragende Branchensparte. Die

Kreativ Konzept Agentur für Werbung, die Internetagentur

SimpleThings, die Schwind‘ Agentur für Zukunftskommunikation

sowie die Siegburger PR-Agentur Patrick Schaab

zählen zu den renommiertesten Adressen der Region.

Eine Bühne für die Kreativwirtschaft

In Bonn/Rhein-Sieg treffen schöpferisch Tätige auf inno -

vative Unternehmen. Damit Ideen und Abnehmer noch

besser zueinander finden, haben die IHK und das Podium49

kreative Veranstaltungsformate ins Leben gerufen. Auf mehr

als 25 Ideenbörsen, einem Dutzend ITK-Foren und vier

erfolgreichen Ideenmärkten wurde in den letzten Jahren

über 250 Ideengebern, Gründern und Jungunternehmern

eine Bühne zur Präsentation innovativer Ideen sowie die

Chance zum Networking geboten. Viele der ehemaligen

Teilnehmer sind mittlerweile sehr erfolgreich – auch weit

über die Grenzen der Region hinaus.


121

Die Kreativen sorgen für Dynamik in der Region. Von ihnen gehen

Innovationen aus, die für ökonomisches Wachstum sorgen.

Creative persons ensure dynamic motion in the region. They initiate

innovations that result in economic growth.


Birthe Fiedler

STADT-LAND-FLUSS –

NATURERLEBNIS UND URBANES FLAIR

122

Obwohl das politische Herz des wiedervereinigten

Deutschlands nicht mehr in Bonn pocht, strotzen die

Adern der Stadt vor urbaner Vitalität. Der Charme der

Rheinmetropole und ihres romantischen Umlands

machen die Region zu einem Touristenmagnet.

Die Legende besagt, vor mehr als 200 Jahren habe der

Naturforscher und Weltenbummler Alexander von Humboldt

am alten Zoll gestanden und seinen Blick über den

Rhein hinweg zum gegenüberliegenden Siebengebirge

schweifen lassen – und diesen Anblick den schönsten

Panoramen dieser Welt zugeordnet. Die Rheinromantik, die

rund um Bonn viele Wurzeln hat, ist bis heute lebendig. Der

Zauber der Landschaft zieht auch in modernen Zeiten

Besucher aus aller Welt in ihren Bann.

In Bonn/Rhein-Sieg ist der Tourismus mit über 2,8 Millionen

Übernachtungen und rund 8000 sozialversicherungs -

pflichtig Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe ein

bedeutender Wirtschaftsfaktor. Neben dem Geschäfts- und

Kongresstourismus zieht es vor allem Naturfreunde und

Kulturbegeisterte in die Region. „Im touristischen Bereich

zeigt sich deutlich, dass die geschaffenen Produkte greifen

und gerade die Kombinationsmöglichkeiten aus Stadt und

Region, beispielsweise Kultur und Natur, immer stärker

nachgefragt werden. Hier werden Themen wie Beethoven

und der romantische Rhein oder ein Besuch der Mu -

seumsmeile kombiniert“, erklärt Udo Schäfer, Geschäftsführer

der Tourismus & Congress GmbH Region Bonn/Rhein-

Sieg/Ahrweiler (T&C), anlässlich des positiven Trends im

ersten Halbjahr 2016. Mit einem Gesamtplus von 1,7 Prozent

in den ersten sechs Monaten 2016 liegt Bonn/Rhein-Sieg

über dem NRW-Schnitt von 1,2 Prozent und kann sich damit

im Rheinland-Ranking behaupten.

Im Spannungsfeld der Gegensätze

Fünf Jahrzehnte lang wurde in Bonn Weltpolitik gemacht.

Nach dem Regierungsumzug war die Sorge groß, die Rheinmetropole

könne im Dornröschenschlaf versinken – eine

Befürchtung, die sich als unbegründet erwies. Heute zeigt

sich Bonn wieder so kosmopolitisch wie in der Ära von

Brandt, Schmidt und Co. Wer die Beethovenstadt besucht,

ist begeistert von der modernen, lebendigen und welt -

offenen Metropole – und kommt gerne wieder. Doch was

macht die Attraktivität der 320 000-Einwohner-Stadt mit

ihrer 2000-jährigen Historie aus? Es ist vor allem der Reiz der

Gegensätze, der beim Besucher Spannung weckt. Hier trifft

Internationalität auf rheinische Identität und Lebensart. Die

Gesichter der Stadt sind facettenreich: weltoffen und doch

idyllisch. Entspannt, aber nicht verschlafen. Überschaubar,

aber nicht provinziell. Modern, aber doch traditionell und

atmosphärisch.

Mit den zahlreichen erhaltenen historischen Gebäuden und

der Lage am romantischen Rhein ist Bonn überaus attraktiv.

Alles, was das Herz begehrt, ist auf kurzen Wegen erreichbar.

Mit einer der größten zusammenhängenden Fußgänger -

zonen Deutschlands begeistert das historische Zentrum

Touristen und Einheimische gleichermaßen. Zahlreiche

Geschäfte reihen sich in den schmalen Gassen aneinander

und laden zum Bummeln ein. In der multikulturellen

Altstadt, der Südstadt mit ihren schönen Gründerzeit -

häusern, in Poppelsdorf oder an der Endenicher Kulturmeile

findet sich Gastronomie für jeden Geschmack und jedes

Budget.


CITY-LAND-RIVER – EXPERIENCING NATURE AND URBAN FLAIR

Although the political heart of the reunited Germany no

longer beats in Bonn, the city’s veins are still brimming

with urban vitality. The charm of the Rhine metropolitan

city and its romantic surroundings ensure the region’s

popularity as a true tourist magnet.

According to legend, the natural scientist and globetrotter

Alexander von Humboldt, was said to have stood at “alten

Zoll” more than 200 years ago. From here, he looked

out across the Rhine toward the Siebengebirge on the other

side of the river and stated that this view was the most

beautiful panorama to be found on earth. Rhine roman -

ticism, which also has many roots around Bonn, has remained

vibrant to this very day, and the magic of this landscape

also captivates visitors from around the world in

modern times.

With more than 2.8 million overnight stays and about 8,000

socially-insured employees in the hotel and guest industry,

tourism is a significant business factor in the Bonn/Rhein-

Sieg region. Apart from business and congress tourism, it is

especially nature lovers and cultural fans who are attracted

to this region. In the tourism field, it can easily be seen that

there is a good response to products which have been

developed. It is especially the combination possibilities of

city and region, for instance culture and nature, which are

increasingly being requested. Here, different elements such

as Beethoven and the romantic Rhine River or a visit to the

Museum Mile are combined“, Udo Schäfer, managing di -

rector of Tourismus & Congress GmbH Bonn/Rhein-Sieg/

Ahrweiler region (T&C) explains the positive trend in the first

half of the year 2016. With an overall plus of 1.7 percent in

the first six months of 2016, the Bonn/Rhein-Sieg region

reflects a higher average than that of the NRW, which is at

1.2 percent. As such, it can hold its ground in the Rhineland

ranking.

The field of tension of opposites

Global politics were practised in Bonn for five decades.

Following the government’s relocation, many were very

concerned that the Rhine metropolitan region could fall into

a form of Sleeping Beauty-like oblivion – a fear that for -

tunately never materialised. Today, Bonn is once again as

cosmopolitan as in the era of Brandt, Schmidt and Co. Those

who visit the city of Beethoven are delighted by the modern,

vibrant and open-minded metropolitan city – and are happy

to come again. Yet, what is it that characterises the city’s

attractiveness, with its 320,000 inhabitants and 2,000-yearold

history? It is especially the appeal of these contrasts that

attracts the visitors’ interest. Here, international flair meets

Rhenish identity and savoir vivre. The city offers a number

of different faces: cosmopolitan and yet idyllic. Relaxed, but

not sedate. Not too big, yet not provincial. The city is

modern, yet traditional and atmospheric.

With the large number of preserved historic buildings and

the location along the romantic Rhine River, there can be no

doubt that Bonn is an exceptionally attractive city. Everything

the heart could wish for is within easy reach. With one

of the largest continuous pedestrian zones in Germany, the

historic centre is a special highlight for tourists and locals

alike. A large number of shops lace the narrow little streets

and invite shoppers to come in and browse at their leisure.

In the multicultural and historic part of town, “Südstadt”,

there are beautiful Gründerzeit houses. In Poppelsdorf or

along the Endenich cultural mile, people who are in search

of a meal are sure to find something to fit every taste and

every budget.

123


124

Das frühere Wohnhaus des 1967 verstorbenen Bundeskanzlers Konrad

Adenauer in Rhöndorf, einem Stadtteil von Bad Honnef bei Bonn,

beherbergt heute die gleichnamige Bundesstiftung.

In Rhöndorf – a quarter of Bad Honnef by Bonn – the former home of

the Federal Chancellor Konrad Adenauer, who passed away in 1967,

is home to the Federal Foundation of the same name today.

Bonner Idylle – zwischen Tradition und Moderne

Ein kühles Kölsch vor dem barocken Rathaus, einen Espresso

auf dem belebten Kaiserplatz oder ein Stück Torte in einem

der alteingesessenen Kaffeehäuser genießen – es gibt kaum

einen besseren Weg, Bonner Lebensart zu zelebrieren. Wer

ein eher stylishes, modernes Ambiente bevorzugt, findet in

der 17. Etage des Marriott World Conference Hotel im

ehemaligen Regierungsviertel eine angesagte Location.

Konrad’s Skybar, der neue Hotspot für After-Work-Drinks,

bietet neben hervorragenden Cocktails in plüschiger Bar -

atmosphäre einen Panoramablick über Bonn, den Rhein und

das Siebengebirge.

Was die Gunst der Besucher angeht, liegen das „alte“ und

das „neue“ Bonn beinahe gleichauf. Traditionsevents wie

Rhein in Flammen, Beethovens Geburtshaus und das poli-

tische Erbe mit dem Kanzlerbungalow und dem Haus der

Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gehören

ebenso zu den Publikumslieblingen wie die hochkarätigen

Ausstellungen auf der Museumsmeile. Die Brücke zwischen

Vergangenheit und Zukunft schlägt das ehemalige Re gie -

rungsviertel, das sich mit der Ansiedlung der UNO sowie

internationalen Unternehmen und Institutionen in den

vergangenen Jahren zu einem Motor des Bonner Strukturwandels

entwickelt hat. Geführte Touren durch „das neue

Bonn“ inklusive Innenbesichtigung des Post-Towers erfreuen

sich großer Beliebtheit. Ab Herbst 2016 wird das geschichts -

trächtige Viertel zur Amüsiermeile. Dann heißt es „Vorhang

auf!“ fürs neue GOP-Varieté-Theater Bonn. Faszinierende

Shows, ansprechendes Ambiente und exzellente Küche

werden hier völlig neue Akzente setzen.


125

Mit einer der größten zusammenhängenden Fußgänger zonen

Deutschlands begeistert das historische Zentrum Touristen

und Einheimische gleichermaßen.

With one of the largest continuous pedestrian zones in Germany,

the historic centre is a special highlight for tourists and locals alike.

Bonn idyll – between tradition and modernity

Enjoying a chilled Kölsch beer in front of the baroque town

hall, an espresso at the vibrant Kaiserplatz or a piece of cake

in one of the long-established coffee shops – there is hardly

a better way to celebrate the savoir vivre of Bonn. And, for

those who rather prefer a stylish, modern ambience, there

is a hip location on the 17th floor of the Marriott World

Conference Hotel, which is located in the former government

district. Apart from outstanding cocktails in a plush

bar atmosphere, Konrad’s Skybar, which is the new hot spot

for after-work drinks, also offers a panoramic view across

Bonn, the Rhine and the Siebengebirge.

When comparing what the visitors prefer, the “old” and “new”

Bonn is almost on a par. Traditional events such as Rhein in

Flammen (Rhine in Flames), Beethoven’s birth house and the

political legacy, with the Kanzlerbungalow (chancellor

bungalow) and the Haus der Geschichte der Bundesrepublik

Deutschland (House of the History of the Federal Republic

of Germany) are just as popular as the high-calibre exhi -

bitions along the Museum Mile. The bridge between the

past and the future is represented by the former government

district. In the past years, with the settling of the UNO

as well as international companies and institutions, it has

become an engine for Bonn’s structural transition. Guided

tours through “das neue Bonn” (the new Bonn), which

include indoor visits to the Post Tower, are very popular.

Starting in autumn 2016, the historic quarter will be an

amusement mile. Then the time will have arrived to raise the

curtain on the new GOP Varieté theatre in Bonn. In this

regard, fascinating shows, an appealing ambience and

outstanding cuisine will emphasise the completely new

features.


126

Die „Rheinaue“ ist ein 160 Hektar großes, als Park

angelegtes Naherholungsgebiet in Bonn.

The “Rheinaue” is a recreational area that spans 160 hectares.

It is laid out as a park in Bonn.

Im Spiel der Elemente:

Natur- und Lebensräume entdecken

Landschaften wie aus dem Bilderbuch: Tiefe Wälder, schroffe

Felsen, steile Weinberge, grüne Auen und tiefe Flusstäler

machen die Region zu einem Sehnsuchtsziel. Alte Klöster,

düstere Burgruinen und romantische Schlösser zeugen von

einer ereignisreichen Vergangenheit. Die linksrheinische

Voreifel, die im ersten Halbjahr 2016 einen zweistelligen

Besucherzuwachs verbuchen konnte, besticht durch ihren

Abwechslungsreichtum. Auf idyllischen Routen durch das

Drachenfelser Ländchen, entlang am Römerkanal oder

durch das Vorgebirge erfährt der Wanderer ein Wechselspiel

unterschiedlichster Landschaftsperspektiven. Die Weinberge

im Ahrtal und die Naturlandschaften entlang der Sieg finden

bei Natur- und Wanderfreunden ebenfalls großen Anklang.

Neben dem Kulturtourismus ist der Wunsch nach Erholung

ein bedeutsames Reisemotiv im regionalen Tourismus, die

Grenzen sind jedoch fließend. Der Natursteig Sieg, die

Wasserburgenroute und der Rhein-Radweg haben dem

Aktivurlauber beides zu bieten – Naturschönheiten und

Kulturschätze. Für den Rheinromantiker ist das Rheintal mit

Siebengebirge, Drachenfels und Rolandsbogen ein Muss.

Der legendäre Drachenfels zählt zu den beliebtesten

Ausflugszielen NRWs. Wer das Plateau erklommen hat, wird

mit einem traumhaften Ausblick auf das Rheinland und bei

guter Sicht sogar bis auf den Kölner Dom belohnt.


127

Idyllisches Siegtal bei Dattenfeld, Gemeinde Windeck,

im Rhein-Sieg-Kreis

Idyllic Siegtal at Dattenfeld, municipality of Windeck,

in the Rhein-Sieg district

The play of the elements: discover natural

environments and habitats

Landscapes that appear to have come straight from a

storybook: dense, dark forests, jagged rocks, steep vineyards,

green meadows and deep river valleys turn this region into

an object of yearning. Ancient monasteries, bleak fortress

ruins and romantic castles bear witness to an eventful past.

In the first half of 2016, with its captivating, rich variety, the

Voreifel region, which is on the left side of the Rhine, registered

double-digit growth. When following idyllic routes

through Drachenfelser Ländchen, along the Römerkanal or

through the foothills, hikers experience a varied assortment

of different landscape perspectives. The vineyards in Ahrtal

and the natural landscapes along the Sieg are also very

popular with nature aficionados and hiking fans. Apart from

culture tourism, the desire to experience rest and relaxation

is a significant reason for regional tourism, yet the boundaries

are fluid. The Sieg natural trail, the so-called “Wasser -

burgen-Route“ and the Rhine cycle track offer holidaymakers

wishing to experience active relaxation both –

natural beauty and cultural treasures. For the fans of Rhine

Romanticism, the Rhinetal, with the Siebengebirge,

Drachen fels and Rolandsbogen, is an absolute highlight that

is not to be missed. The legendary Drachenfels is one of the

most popular excursion destinations in North Rhine-Westphalia.

Whoever has climbed up to the plateau is rewarded

with a fantastic view across the Rhineland and, when

weather conditions are favourable, it is even possible to

see Cologne Cathedral.


Birthe Fiedler

BONN UND MUNTER –

GESUNDHEITSMARKT MIT PERSPEKTIVE

128

Der menschliche Organismus besteht aus zahlreichen

miteinander vernetzten Nervenzellen – ein komplexer

„Apparat“, der von Kommunikation und Austausch lebt.

Nach dem gleichen Muster ist Bonn als Spitzenstandort

der Gesundheitswirtschaft aufgestellt.

Bonn ist doppelt gesund: Die Rheinmetropole ist die gesündeste

Stadt Nordrhein-Westfalens. Im „Gesundheitsatlas“ der

Medizinischen Hochschule Hannover belegte Bonn unter

den 81 größten Städten Deutschlands Platz vier. Die

Forscher werteten für ihre Studie Kennzahlen wie unter

anderem zur Luftqualität, zu Grünflächen und zur medizi -

nischen Versorgung aus. Darüber hinaus hat sich Bonn zu

einem starken Standort der Gesundheitswirtschaft ent -

wickelt, der sowohl auf nationaler wie auch auf inter -

nationaler Ebene einen hervorragenden Ruf besitzt. Die

Stadt beherbergt eine Vielzahl medizinischer und gesundheitsorientierter

Einrichtungen. So gibt es neben dem

Universitätsklinikum mit seinen über 30 klinischen Abtei -

lungen und 20 Forschungseinrichtungen etwa 20 Krankenhäuser,

Fachambulanzen und Tageskliniken. Insgesamt

praktizieren in Bonn rund 2700 Ärzte in über 40 verschie -

denen Fachgebieten. In den Kernbereichen des Gesundheitswesens

– das heißt stationäre und ambulante Versorgung,

therapeutische Praxen, Pflege, Facheinzelhandel

und Gesundheitshandwerk – konnten Mitte 2014 rund

24 700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte verzeichnet

werden. Dazu kommen eine große Zahl von Beratungs -

einrichtungen sowie der Sitz vieler Organisationen und

Institutionen aus dem Gesundheitsbereich – so zum Beispiel

der Sitz des Bundesministeriums für Gesundheit, das

Europäische Zentrum für Gesundheit und Umwelt der WHO

und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkran -

kungen e. V.

Medizintouristen aus aller Welt

Bonn und die Region bieten hervorragende Möglichkeiten

der medizinischen Versorgung. Hunderte von Patienten aus

dem Ausland reisen jedes Jahr an, um sich in den hiesigen

Kliniken und Rehazentren stationär oder ambulant behandeln

zu lassen. Die medizinische Betreuung internationaler

Gastpatienten hat in Bonn eine lange Tradition, die bereits

in der Hauptstadtära ihren Anfang nahm und sich mit der

wachsenden Bedeutung des Gesundheitsstandorts positiv

entwickelte. Zahlreiche Hotels in Bonn/Rhein-Sieg pro -

fitieren vom internationalen Renommee der Gesundheitsmetropole.

„Die medizinischen Einrichtungen Bonns

erfreuen sich besonders bei Patienten aus Russland und den

Golfstaaten großer Beliebtheit. Wir haben regelmäßig Medizintouristen

zu Gast, die je nach Art und Umfang der

Behandlung Zimmer für kurze Treatments oder auch für

längere Zeiträume buchen. Ich sehe in dem Bereich noch

ein großes Potenzial, das wir in den nächsten Jahren weiter

nutzen und ausbauen werden“, sagt Julian Teske, Marketingmanager

vom Kameha Grand Hotel.

Austausch ist alles: Vernetzte Gesundheit

Um die Position Bonns als Kompetenzzentrum im Bereich

der medizinischen Forschung, Versorgung und Verwaltung

auszubauen, gewinnt die Netzwerkarbeit an Bedeutung.

„Dort, wo eine nachhaltige enge Zusammenarbeit von

vielen Experten und Spezialisten aus Medizin und Industrie


BONN AND VIVACIOUS – A HEALTHCARE INDUSTRY WITH DEVELOPMENT POTENTIAL

The human organism consists of a myriad of neural cells

that are connected with one another – it is a complex

“apparatus” that lives from communication and exchange.

Bonn, as a world-class location for health management,

functions according to the same principle.

the Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen

e. V. (German Centre for Neuro-Degenerative Illnesses,

non-profit association).

Medical tourists from around the world

Bonn is healthy in two ways: the Rhine metropolis is the

healthiest city in North Rhine-Westphalia. In the “health atlas”

of the Medical University of Hanover, Bonn ranked fourth

among the 81 largest cities in Germany. For their study, the

researchers evaluated key figures such as the air quality,

green areas and medical care offers. In addition to this, Bonn

has also developed into a strong location when it comes to

the health economy, and it has acquired an excellent reputation

both nationally and internationally. The city has a large

number of medical and health-oriented facilities. Thus, in

this regard, apart from the university clinic, with its more

than 30 clinical departments and 20 research institutions,

there are about 20 hospitals, specialist outpatient facilities

and day-care hospitals. All in all, approximately 2,700

medical doctors practise their profession in Bonn, in about

40 fields of specialisation. In the core areas of the healthcare

sector – this referring to inpatient and outpatient treatment,

therapeutic practices, nursing, specialist retailers and health

trade professions – by the middle of 2014, there were about

24,700 persons in jobs in which social insurance is paid. Still

to be added to this is a large number of counselling services

as well as the registered offices of numerous organisations

and institutions found in the healthcare industry. In this

regard, for instance, reference is to be made to the headquarters

of the Federal Ministry for Health, the European

Centre for Environment and Health of the WHO and

When it comes to medical care, Bonn and the surrounding

region offer outstanding possibilities. Every year, hundreds

of patients travel here from abroad to receive stationary or

outpatient treatment. In Bonn, the medical care of inter -

national patients can look back at a long tradition. This

already started back when Bonn still used to be the capital

of Germany, and it has displayed a positive development

with the growing importance of this healthcare location.

A large number of hotels in the Bonn/Rhein-Sieg district

benefit from the international reputation of the metropo -

litan city’s health-care offers. “The medical institutions in

Bonn are particularly popular with patients from Russia and

the Gulf countries. We regularly welcome medical tourists

who, depending on the type and scope of treatment, book

rooms for more minor treatments or also for longer periods

of time. I still see great potential for utilising and expanding

this field in the coming years“, says Julian Teske, marketing

manager of Kameha Grand Hotel.

Exchange is everything: connected health

With the purpose of expanding Bonn’s position as a com -

petence centre in the area of medical research, care and

administration, networking is becoming increasingly more

important. “True hot spots for modern medicine can

develop with sustainable, successful and closely-linked

129


Information

Gründungsjahr: 1996

Mitarbeiter: mehr als 200

Leistungsspektrum:

Fachklinik für Rehabilitative

Medizin mit den Abtei -

lungen Orthopädie, Innere

Medizin und Geriatrie

sowie einer Ambulanz für

Chinesische Medizin

Weitere Einrichtungen:

Restaurant KAROLINGER

Year founded: 1996

Employees: more than 200

Range of services:

Specialist clinic for rehabilitative

medicine with the

orthopaedics, internal

medicine and geriatrics

medicine divisions, as well

as an outpatient clinic for

Chinese medicine

Additional establishments:

KAROLINGER restaurant

www.kaiser-karl-klinik.de

Kaiser-Karl-Klinik GmbH

130

Die Kaiser-Karl-Klinik ist spezialisiert auf die rehabilitative

und konservative Behandlung von Patienten mit ortho -

pädischen, internistischen und geriatrischen Erkrankungen.

Ziel ist die bestmögliche Wiederherstellung der

Lebensqualität. Bei der Behandlung wird der Mensch in

seiner Einzigartigkeit und Ganzheit berücksichtigt. Das

medizinisch-therapeutische Konzept beruht auf neuesten

wissenschaftlichen Erkenntnissen, und das zu Beginn formulierte

Behandlungsziel wird erreicht durch eine enge

und interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Abteilungen:

Die notwendige medikamentöse Therapie wird verbunden

mit der physikalischen Medizin, der Naturheilkunde,

dem Gesundheitstraining und der Ernährungsberatung.

Kaiser-Karl Clinic is specialised in the rehabilitative and

conservative treatment of patients with orthopaedic,

internal and geriatric medical conditions. The objective

is to achieve the best-possible restoration of quality of life.

With the treatment, each individual is looked at as a

unique whole. The medicinal-therapeutic concept is based

on latest scientific insights and the treatment objective,

as stated previously, is attained thanks to closely-inter -

meshed and interdisciplinary cooperation among all

departments: the necessary drug therapy is combined

with physical medicine, natural medicine, health training

and nutrition counselling.

gelingt und zudem eine ausreichende Finanzierung hoch -

wertiger und innovativer Lösungen bereitgestellt wird,

können sich echte ,hot spots‘ für eine moderne Medizin

entwickeln“, erklärt Professor Dr. Wolfgang Goetzke,

geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Vereins Gesundheitsregion

KölnBonn e. V. Die Region Bonn/Rhein-Sieg

profitiert seiner Meinung nach von der engen Verbundenheit

mit der gesamten Gesundheitswirtschaft im Rheinland.

„Bezieht man Düsseldorf und Aachen mit ein, dann findet

man in enger örtlicher Nähe gleich vier der insgesamt

sieben Universitätskliniken in NRW, die zudem noch auf

vielfältige Weise miteinander kooperieren“, führt der Experte

weiter aus. Neue Impulse für die Zukunft der Medizin wird

der allgemeine Trend zur Digitalisierung setzen. Sie könnte

das heutige Gesundheitssystem grundlegend verändern,

sodass der Patient von besseren Diagnosen und indivi -

duelleren Behandlungen profitiert. Auf diesem Gebiet hat

Bonn/Rhein-Sieg bereits einiges zu bieten. Auch hier ist

die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und

Medizin gefragt, um gemeinsam Weichen für die Zukunft

zu stellen.


131

Das Bonner Universitätsklinikum ist nicht nur Treiber

der medizinischen Forschung, sondern auch ein Ort für die Generierung

medizinischer Nachwuchskräfte.

The University Hospital in Bonn is not only the driver for medical research but

also a location for training future medical staff.

cooperation among many experts and specialists from

medicine and the industry, and when sufficient financing

for high-quality and innovative solutions is also provided for“,

explains professor Wolfgang Goetzke, managing director of

Gesundheitsregion KölnBonn e. V. In his opinion, the

Bonn/Rhein-Sieg district also benefits from the close

connection to the entire health economy in the Rhineland

region. “If we were to include Düsseldorf and Aachen, we

would immediately have four of the total of seven university

clinics in North Rhine-Westphalia, all within a small distance

from one another. What is more, they also cooperate with

one another in manifold ways“, the expert continues. The

general trend toward digitalisation will provide new stimuli

for the future of medicine. It could result in fundamentally

changing the present-day health system, so that the patient

can benefit from improved diagnoses and more indi -

vidualised treatments. In this area, the Bonn/Rhein-Sieg

district already has plenty to offer. Here, too, the close co -

operation among industry, science and medicine is needed

to set the right mutual course for the future.


Information

Gründungsjahr:

Johanniter-Krankenhaus:

1852

Waldkrankenhaus: 1970

Mitarbeiter:

mehr als 1400

Betten: mehr als 600

Medizinisches Spektrum:

Zehn Fachabteilungen und

Leistungsschwerpunkte

Year founded:

Johanniter Hospital: 1852

Waldkrankenhaus

hospital: 1970

Employees:

more than 1,400

Beds: more than 600

Medical range:

Ten departments and key

services

www.johanniter-krankenhaus-bonn.de

132

Johanniter-Kliniken Bonn

Zwei für den Patienten: Das Johanniter-Krankenhaus und

das Waldkrankenhaus in Bonn verfügen gemeinsam über

600 Betten und mehr als 1400 Mitarbeiter. Gemeinsam

bilden sie einen der bedeutendsten Gesundheitsversorger

in der Region Bonn.

Beide Kliniken gehören zur Johanniter GmbH und arbeiten

in vielen Bereichen eng und fachübergreifend zusammen.

Ob renommierte Ärzte oder engagierte Pflegekräfte:

Wir sind für Sie da. Jederzeit, einfühlsam, kompetent.

Two for the patient: together, the Johanniter hospital and

Waldkrankenhaus hospital in Bonn have more than 600

beds and more than 1400 employees. Combined, they are

one of the most important healthcare providers in the

Bonn region.

Both clinics belong to Johanniter GmbH and cooperate

closely in many areas and across different disciplines.

Be it renowned doctors or dedicated carers: we are there

for you. At all times, empathetic, competent.

Information

Mitarbeiter:

1000 (150 Ärzte, 450

Pflegende und Therapeuten,

400 Verwaltung,

Technik, Küche usw.)

Betten: 479

stationäre Patienten:

jährlich 18 000

ambulante Patienten:

jährlich 36 000

www.gk-bonn.de

Employees:

1,000 (150 doctors, 450

nursing personnel members

and therapists, 400

administrative personnel,

technology, kitchen, etc.)

Beds: 479

Stationary patients:

18,000 annually

Number of out-patients:

36,000 annually

Gemeinschaftskrankenhaus Bonn gGmbH

Das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn gGmbH St. Elisa -

beth/St. Petrus/St. Johannes ist das einzige Innenstadtkrankenhaus

Bonns und zeichnet sich durch Hightech -

medizin, menschliche Zuwendung und Ko operationen

der einzelnen Fachbereiche aus. Es hat insgesamt neun

Fachabteilungen und sieben medi zinische Zentren. Diese

Struktur spiegelt die interdiszi plinäre Arbeitsweise der

Mediziner, Pflegenden und Therapeuten wider und hilft

den Patienten auf ihrem Weg zum Therapieerfolg.

Die Klinik entstand 1996 aus der Fusion des St. Elisabeth

Krankenhauses mit dem Brüderkrankenhaus St. Petrus. Als

dritter Partner stieß 2002 das St. Johannes-Hospital hinzu.

The “Gemeinschaftskrankenhaus Bonn gGmbH St. Elisabeth/St.

Petrus/St. Johannes” communal hospital is Bonn’s

only hospital in the city centre. It is characterised by hightech

medicine, dedicated patient care and cooperation

among the various departments. It has a total of nine

specialised departments and seven medical centres. This

structure is mirrored in the interdisciplinary operating principles

of the physicians, nursing personnel and therapists,

and these all contribute to the successful therapy of the

patients. The clinic came into being in 1996, as a result of

the merger of St. Elisabeth hospital with the Brüderkrankenhaus

St. Petrus hospital. The third partner to join was

St. Johannes hospital in 2002.


LVR-Klinik Bonn

133

Die LVR-Klinik Bonn ist einer der größten Gesundheits -

versorger in der Region und sichert die psychiatrische,

psychotherapeutische, psychosomatische und neuro -

logische Versorgung für die Bevölkerung der Städte Bonn

und Wesseling sowie des Rhein-Sieg-Kreises.

Das breit gefächerte Angebot umfasst die stationäre,

tagesklinische und ambulante Diagnostik und Behandlung

von psychischen, psychosomatischen, entwicklungsbedingten

und neurologischen Erkrankungen oder

Störungen. Mit ihren acht Abteilungen und mehr als

800 Behandlungsplätzen versteht sich die LVR-Klinik Bonn

als Dienstleister für Menschen jeden Alters.

Knapp 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen sich

Tag für Tag um das Wohl der Patientinnen und Patienten.

Eine Gesundheits- und Krankenpflegeschule sorgt für die

berufliche Qualifizierung des Nachwuchses.

Die wohnortnahe stationäre, tagesklinische und ambulante

Versorgung in den Behandlungszentren Meckenheim,

Eitorf, Euskirchen, Wesseling und im Bonner

St. Johannes-Hospital rundet das Angebot ab.

Information

Die Klinik in Zahlen:

Betten und Plätze 835

davon Plätze

teilstationär 139

Behandlungen/Fälle

im KHG-Bereich 11 910

davon Kinder und Jugend -

liche bis 18 Jahren 1191

Behandlungen/Fälle

stationär 10 751

teilstationär 1160

ambulant 15 775

Beschäftigte gesamt 1460

davon Männer 467

davon Frauen 993

Umsatz in Mio. Euro 89,6

Stand 1. Januar 2016

www.klinik-bonn.lvr.de

The clinic in figures:

beds and treatment

places 835

of which places

semi-stationary 139

treatments/cases

in the KHG field 11,910

of which children and young

adults up to the age of

18 years 1,191

treatments/cases

stationary 10,751

semi-stationary 1,160

outpatient 15,775

employees in total 1,460

of which men 467

of which women 993

turnover in million euro 89.6

status 1 January 2016

LVR-Klinik Bonn is one of the largest healthcare providers

in the region and provides psychiatric, psychotherapeutic,

psychosomatic and neurological care for the population in

the cities of Bonn and Wesseling as well as the Rhein-Sieg

district.

The highly-varied offer consists of stationary, day-clinic

and ambulant clinical diagnostics, in addition to the treatment

of psychological, psychosomatic, developmentrelated

and neurological diseases or disorders. With its

eight departments and more than 800 treatment places,

LVR-Klinik Bonn sees itself as the service provider for

people of all ages.

About 1,500 employees look after their patients every day

and ensure their well-being. A health and nursing school

provides the professional qualification for junior staff.

The healthcare offer is rounded off by healthcare facilities

that are located in the vicinity and provide stationary,

day-clinic and outpatient care in the treatment centres

of Meckenheim, Eitorf, Euskirchen, Wesseling and in the

St. Johannes Hospital in Bonn.


Stephanie Bulang-Matern

VON MENSCHEN FÜR MENSCHEN – SOZIALE

DIENSTLEISTUNGEN IM DEMOGRAFISCHEN WANDEL

134

Wer sich diesem Thema nähert, wird rasch feststellen,

dass die Definition des Begriffs „Soziale Dienstleistungen“

nicht gerade zu den eindeutig besten gehört. Daher ist

es schon fast unumgänglich, sich der Erläuterung eines

Experten zu bedienen, um das Thema zu schärfen.

Die Wissenschaftlerin Dr. Birgit Trukeschitz beschäftigt sich

mit der Komplexität von „Sozialen Dienstleistungen“ am

Forschungsinstitut für Altersökonomie/WU Wien. Ihr ist es

gelungen, eine allgemein verständliche Begriffsregelung zu

verfassen.

Eine Definition

„Soziale Dienstleistungen sind Dienstleistungen, die sich an

benachteiligte Personen bzw. Personengruppen einer

Gesellschaft (Zielgruppe) richten und die Verbesserung der

Lebenssituation dieser Personen(-gruppen) dienen (Ziel -

setzung). Sie umfassen Beratungs-, Behandlungs-, Betreuungs-

und Pflegeleistungen sowie Aktivierungs-, Beschäf -

tigungs- und Qualifizierungsleistungen, sofern sozial unterstützende

Aspekte eine wesentliche Rolle spielen (Ab -

grenzung der Dienstleistungsbereiche) und werden in

direktem Kontakt mit Klienten und Klientinnen und damit

personenbezogen erstellt (Charakterisierung des Produktionsprozesses).“

(Trukeschitz 2006: 28f)

Solchermaßen mit einer Basis der Beschreibung ausgerüstet,

fällt es wesentlich leichter, sich über „Soziale Dienstleis -

tungen im demografischen Wandel“, über Prognosen,

notwendige Weichenstellungen und Konsequenzen klar zu

werden.

Märkte für Senioren

Durch die steigende Lebenserwartung auf der einen und

sinkende Geburtenzahlen auf der anderen Seite ist die

demografische Waage schon lange aus der Balance geraten.

Unsere Gesellschaft altert stetig und bei gleich bleibenden

Voraussetzungen unaufhaltsam. Damit verschieben sich

auch die Bedürfnisse; denn eine immer älter werdende

Bevölkerung verlangt nach neuer, nach anders gearteter

Unterstützung als frühere Generationen. Angebote, um

auch im hohen Alter gesund, fit und mobil zu bleiben,

haben Konjunktur – allen voran altersgerechtes Wohnen

und Pflegedienstleistungen. Denn Prognosen sprechen bis

zum Jahr 2030 von einer Zunahme der Pflegebedürftigen

um fast 60 Prozent.

Wachstumsmarkt Gesundheitswirtschaft

Die Zeichen der Zeit führen zwangsläufig dazu, dass sich der

Gesundheitssektor mehr und mehr zu einer, wenn nicht

sogar zu der zukunftsträchtigsten Branche in Deutschland

entwickelt. Allein in Nordrhein-Westfalen liegt das prognostizierte

Wachstum proportional zum Bedarf in den nächsten

14 Jahren bei rund 200 000 Arbeitsplätzen. In Bonn ist schon

heute etwa jeder Siebte in der Gesundheitswirtschaft tätig.

Das entspricht einem Anteil von 13,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtig

Beschäftigten.

Aufgrund der medizinischen Versorgung ist Bonn bereits

jetzt im bundesweiten Vergleich einer der Spitzenstandorte

der Gesundheitswirtschaft. Mit einer komfortablen Ausstattung

an Krankenhäusern, Fachärzten und Apotheken zur


135

Prognosen sprechen bis zum Jahr 2030 von einer Zunahme der

Pflegebedürftigen um fast 60 Prozent.

Prognoses forecast an increase in the number of persons in need of

nursing care by almost 60 percent by 2030.

BY THE PEOPLE FOR THE PEOPLE – SOCIAL SERVICES IN TIMES OF DEMOGRAPHIC CHANGE

Whoever addresses this topic, quickly notices that it is not

easy to find a good definition for “social services”. Because

of this, and in order to address this theme, it is almost

unavoidable to use a statement provided by an expert.

At the research institution for the Economy of Ageing/WU,

Vienna, the scientist Dr Birgit Trukeschitz busies herself with

the complexity of “social services”. She has succeeded at

drawing up a generally understandable concept wording.

A definition

“Social services are services that address disadvantaged

persons or groups of persons within a society (the so-called

target group) and serve the purpose (objective) of im -

proving the life situation of this person (group/s). It consists

of consultation, support and nursing services, as well as

activation, employment and qualification services, to the

extent that socially-supporting aspects play a key role


136

Auch in der Region Bonn/Rhein-Sieg wird sich

der demografische Wandel auswirken, bietet aber gleichzeitig

Chancen für die Gesundheitswirtschaft.

The demographic change will also have an impact in

the Bonn/Rhein-Sieg region. However, it simultaneously offers

opportunities for the health economy.

medizinischen Versorgung der Bevölkerung (den soge -

nannten Gesundheitsindikatoren) hat die Region Bonn/

Rhein-Sieg in diesem Bereich die Chance auf dauerhafte

Zukunftssicherung und Expansion. Der demografische

Wandel und der hohe Freizeitwert der Region werden dabei

helfen, die Gesundheitswirtschaft und sie ergänzende

Branchen – zum Beispiel Tourismus und Wellness – weiter

auszubauen.

Ideen mit Tiefgang

Der Sektor Soziale Dienstleistungen birgt jede Menge Potenzial

für Geschäftsideen und zusätzliche Arbeitsplätze in sich.

Mehr Ideen braucht das Land, um die kommende Bedarfs-

flut abzudecken. Mehr Ideen brauchen mehr Existenzgründungen.

Doch dazu reicht es nicht aus, eine Vorstellung vom

möglichen Leistungsangebot zu haben. Dafür bedarf es

einer Vielzahl von Kenntnissen. Beispielsweise geht es nicht

ohne betriebswirtschaftliches Vorwissen über Finanzierung,

Kundenakquise und Marketing, über Wettbewerb und

Alleinstellungsmerkmale. Gerade in diesem Segment der

Dienstleistungen ist es unerlässlich, sich mit der bestehenden

Gesetzgebung und den politischen Rahmenbedin -

gungen auszukennen. Für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen

gilt das in besonderem Maße. Ausführliche Beratung

und Begleitung bieten die Industrie- und Handelskammern,

Berufsverbände, regionale Gründerinitiativen ebenso wie

Technologie- und Gründerzentren an.


(delimitation of the service areas) and are created in direct

contact with clients and, as such, are personalised (char -

acterisation of the production processes).” (Trukeschitz 2006:

28f)

Thus, now equipped with the foundation of a description,

gaining a clear impression is now much easier when it

comes to “social services in demographic change” as regards

projections, the necessary positioning of points and con -

sequences.

Markets for seniors

The demographic scales have long since lost their balance.

This is due to the increasing life expectancy on the one hand

and decreasing birth numbers on the other. Our society is

continually getting older and, unless the framework con -

ditions change, this trend is unstoppable. As a result of this,

the needs are also shifting, since a continually ageing society

calls for new, differently disposed support than was the case

with earlier generations. Offers that allow people to remain

healthy, fit and mobile also in old age are very popular –

most notably in this regard, age-appropriate living and

nursing care services. This holds true because, according to

forecasts, the number of persons in need of care will increase

by almost 60 percent until 2030.

Growth market health economy

The signs of the times inevitably lead to a situation in which,

increasingly, the health sector is developing into one of

the most promising industries, if not the most promising

industry in Germany. Merely in North Rhine-Westphalia, the

forecast growth in proportion to the needs will be at about

200,000 jobs in the coming 14 years. Already today, every

seventh person working in Bonn is employed in the health

economy sector. This corresponds with a share of 13.1 percent

of all persons with insurable employment.

Thanks to the medical care and when compared with the

rest of Germany, Bonn is already one of the top locations

with regard to the health economy. With a comfortable

number of hospitals, specialised doctors and pharmacies

that are tailored to provide medical care to the population

(the so-called health indicators), the Bonn/Rhein-Sieg region

has the chance to ensure permanent safeguarding of the

future and expansion in this area. Demographic change and

the high degree of recreational value in the region will fa -

cilitate the health economy and further expand supplementing

industries – such as tourism and wellness.

Ideas with depth

The social services sector harbours plenty of potential, both

for business ideas and additional jobs. Regarding the needs,

the country needs more ideas so as to satisfy the coming

deluge. More ideas call for more start-ups. However, it is not

sufficient only to have an idea regarding the possible range

of services. For this, a great variety of different skill sets and

knowledge is required. For instance, this is not possible without

prior business knowledge regarding the aspects of

financing, customer acquisition and marketing, competition

and unique selling propositions (USPs). Especially in this

segment of services, it is essential to know ones way around

existing legislature and the political framework conditions.

For health and nursing care facilities, this applies to a par -

ticular degree. Exhaustive consultation and accompaniment

is offered by the Chambers of Industry and Commerce,

professional associations, a regional founders’ initiative, as

well as technology and business incubators.

137


Birthe Fiedler

LEISTUNGSFÄHIGE HOCHSCHULLANDSCHAFT –

LEHRE MIT PRAXISBEZUG

138

Ein dichtes Netz an Hochschulen spannt sich über die

Region. Neben der Uni Bonn, die sich seit zwei Jahr -

hunderten der Forschung verschrieben hat, glänzt der

Rhein-Sieg-Kreis mit einer Fülle neuer Akademikerschmieden.

Mit den Hochschulen in Köln und Aachen

gibt es einen regen Wissenschaftsaustausch.

Wissen ist bekanntlich Macht. Soll sich das Sprichwort

bestätigen, darf Wissen allerdings nicht isoliert im Raum

stehen. Erst dann, wenn Bildung, Forschung, Wissenschaft

und Wirtschaft eine Symbiose eingehen, kann Großes

entstehen. So zum Beispiel der Digital Hub Bonn – ein Startup-Zentrum

das in Partnerschaft mit der regionalen

Wirtschaft, der IHK Bonn/Rhein-Sieg, diversen Wirtschaftsförderungen

sowie der Universität Bonn und der Hoch -

schule Bonn-Rhein-Sieg entsteht. Obwohl das Projekt, das

Jungunternehmer mit den ansässigen Firmen vernetzen soll,

gerade in den Startlöchern steht, eilt ihm schon heute der

Ruf eines kleinen Silicon Valley voraus. „Mit dem Digital Hub

werden wir die Zusammenarbeit der Region bei der Schaffung

zukunftsfähiger IT-Kompetenzen und der Gründung

neuer IT-Unternehmen sehr verstärken“, sagt Professor

Dr. Hartmut Ihne, Präsident der Hochschule Bonn-Rhein-

Sieg (H-BRS). Die Hochschule arbeitet schon lange im Schulterschluss

mit der regionalen Wirtschaft, anderen Hoch -

schulen und Forschungseinrichtungen an der Weiterent -

wicklung digitaler Technologien für eine wirtschaftlich

erfolg reiche und nachhaltige Gesellschaft. Ein Exempel für

die gelungene Kooperation zwischen Hochschulen ist das

inter national renommierte IT-Forschungsinstitut Bonn-

Aachen International Center for Information Technology

(b-it), das seit 2002 als Gemeinschaftsprojekt der Uni Bonn,

der H-BRS, der RWTH Aachen und der Fraunhofer Gesell -

schaft betrieben wird. Finanziert wird das B-IT durch die

eigens eingerichtete Stiftung, die B-IT Foundation. Ihr Ziel

ist es, Studiengänge der angewandten Informatik auf

Eliteniveau zu internationalisieren und zu beschleunigen.

200 Jahre Uni Bonn: Exzellenz und Forschergeist

Konrad Adenauer, Friedrich Nietzsche, Heinrich Heine,

Robert Schumann, Max Ernst – die Alumni-Liste der Rhei -

nischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn liest sich wie

ein Who’s Who aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Das

Hauptgebäude der Universität ist von jeher ein Wahrzeichen

der Rheinmetropole: das prächtige kurfürstliche Schloss

in der Innenstadt, einst Residenz der Kurfürsten zu Köln.

2018 steht ein großes Fest ins Haus: Die Uni Bonn feiert

200-jähriges Bestehen. Dementsprechend blickt die altehr -

wür dige Universität auf eine lange Tradition zurück. Schon

im 20. Jahrhundert zählte die Bonner Alma Mater zu den

bedeutendsten Universitäten Deutschlands – eine Erfolgs -

story, die sich bis heute fortgesetzt hat. Das britische Magazin

„Times Higher Education“ zählt die Uni Bonn zu den 200

besten Universitäten weltweit, sie landete auf Platz 94. Im

Deutschland-Ranking behauptet sie sich auf Platz acht.

Derzeit sind über 35 600 Studenten eingeschrieben, davon

etwa 4500 aus dem Ausland. Das wissenschaftliche Ansehen

der Uni Bonn wird bestimmt von den Leistungen ihrer rund

555 Professoren, knapp 4000 wissenschaftlichen und etwa

5400 nicht wissenschaftlichen Mitarbeiter – dazu zählen

auch die Mitarbeiter der medizinischen Fakultät und des

Universitätsklinikums. Die wissenschaftlichen Einrichtungen

verteilen sich auf das gesamte Stadtgebiet. Im Sommer 2017

eröffnet der Campus Poppelsdorf, in dem Informatiker und

Ernährungswissenschaftler lehren und lernen werden. In

den Naturwissenschaften hat sich die Friedrich-Wilhelms-

Universität in die internationalen Spitzenränge vorge -

arbeitet. Davon zeugen unter anderem zwei Exzellenzcluster

in Immunologie und Mathematik, 13 Verbundforschungs -

projekte des Bundesministeriums für Bildung und For -

schung (BMBF), 18 European Research Council-Grants sowie

ein BMBF-Forschungsschwerpunkt.

Fortsetzung Seite 142


HIGH-PERFORMANCE HIGHER EDUCATION LANDSCAPE – APPRENTICESHIP WITH PRACTICAL ORIENTATION

The entire region is covered in a dense network of higher

education institutions. Apart from the University of Bonn,

which has been committed to research for two centuries,

the Rhein-Sieg district also shines with a host of new

academic institutions. There is an intensive scientific

exchange among the higher education institutions in

Cologne and Aachen.

Scientia potentia est. If the saying of “knowledge is power”

turns out to be true, this knowledge may not, however,

remain isolated within the room. Only when education,

research, science and economy enter into a symbiotic

relationship, something great can be created. Thus, for

instance, the Digital Hub Bonn – a start-up centre that is

created in partnership with the regional economy, the

Bonn/Rhein-Sieg Chamber of Industry and Commerce,

diverse business developments, as well as the University of

Bonn and the Bonn-Rhein-Sieg University of Applied

Science. Although the project – which has the purpose of

providing networking opportunities for young entrepreneurs

with the local companies – is still getting off the starting

blocks, it has already gained the reputation of a small

Silicon Valley today. “With the digital hub, we will significantly

increase the cooperation of the region related to the

creation of sustainable IT competences and the founding of

new IT-competences“, says Prof Dr Hartmut Ihne, President

of the Bonn-Rhein-Sieg University of Applied Science

(H-BRS). The H-BRS has long since successfully been working

in close collaboration with the regional economy, higher

education institutions and research establishments on the

further development of digital technologies for an eco -

nomically successful and sustainable society. An example

for the successful cooperation between higher education

institutions is that of the internationally-renowned IT

research institute Bonn-Aachen International Center for

Information Technology (b-it), which has been operated

since 2002 as a joint venture of the University of Bonn,

H-BRS, RWTH Aachen and the Fraunhofer Society. B-IT is

financed by the B-IT foundation, which was created es -

pecially for this purpose. Its objective is to internationalise

and accel erate degree programmes in applied informatics

to an elite level.

200 years University of Bonn: excellence and

investigative spirit

Konrad Adenauer, Friedrich Nietzsche, Heinrich Heine,

Robert Schumann, Max Ernst – the alumni list of the Rhenish

Friedrich-Wilhelms University of Bonn reads like a who’s who

of politics, science and culture. The main building of the

University has always been a landmark of the Rhine metro -

polis: the beautiful electoral castle in the city centre, which

once used to be the residence of the Electors of Cologne.

2018 will see the celebration of a great festival: the University

of Bonn will be celebrating its 200-year anniversary. Cor -

respondingly, the venerable university can look back at a

long-standing tradition. Already in the 20th century, the

Bonn-based Alma Mater was considered among the most

important universities in Germany – a success story that has

continued to this very day. The British “Times Higher Education”

magazine ranks the University of Bonn among the 200

best universities worldwide, it was positioned 94th. In the

German ranking, it is at place eight. Currently, more than

35,600 students are registered here, of which about 4,500

are from abroad. The scientific prestige of the University of

Bonn is determined by the performance of its approximately

555 professors, almost 4,000 scientific and about 5,400 nonscientific

employees – these also include employees of the

medical faculty and the university clinic. The scientific institutions

are distributed across the entire metropolitan area.

Campus Poppelsdorf will be inaugurated in the summer of

2017, where computer scientists and nutritional scientists

will be lecturing and learning. In the field of natural sciences,

Friedrich-Wilhelms University has worked itself into top

Continued on page 141

139


Einladend, modern und gut erreichbar:

der Campus Sankt Augustin der H-BRS

Inviting, modern and readily accessible:

the Sankt Augustin campus of H-BRS

Anwendungsnah lernen und forschen: Die H-BRS bietet Studierenden

eine optimale Vorbereitung für den Einstieg in das Berufsleben.

Application-oriented learning and research: H-BRS optimally prepares

students for entering professional life.

140

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) begann 1995

ein in der Bundesrepublik bislang einmaliges Experiment:

Im Rahmen des Bonn-Berlin-Ausgleichs wurde eine vom

Bund finanzierte Hochschule gegründet, um den Wandel

der Region von einer Verwaltungs- zu einer Wissensregion

zu unterstützen. Gestartet als Lehr- und Forschungsinsti -

tution für 2500 Studierende, lernen inzwischen über 8100

Studierende in 29 Studiengängen in den Hochschul -

städten Hennef, Rheinbach und Sankt Augustin. In zehn

Forschungsinstituten treibt die H-BRS die angewandte

Forschung voran; in Bonn betreibt sie gemeinsam mit der

RWTH Aachen, der Universität Bonn und der Fraunhofer

Gesellschaft das Bonn-Aachen International Center for

Information Technology (b-it), eines der führenden Lehrund

Forschungsinstitute für Informatik in Europa.

Auch im Wissenstransfer und bei Ausgründungen ist die

H-BRS sehr aktiv: Aktuell kooperieren mehr als 50 Unternehmen

mit der Hochschule; rund 100 Unternehmen

hat die H-BRS bei ihrer Gründung begleitet.

Information

Gründungsjahr: 1995

Studierende: über 8100

Studiengänge: 29

(14 Bachelor, 15 Master)

Forschungsinstitute: 10

Forschungsschwerpunkte:

– Sicherheitsforschung

– Visual Computing

– Autonomous Systems

– Ressourcenschonung

und Energieeffizienz

www.h-brs.de

Year of foundation: 1995

Students: more than 8,100

Degree courses: 29

(14 Bachelor, 15 Master)

Research institutes: 10

Research focuses:

– security-related research

– visual computing

– autonomous systems

– conservation of resources

and energy efficiency

With the Bonn-Rhein-Sieg University of Applied Sciences

(H-BRS) in 1995, a hitherto unique experiment was launch -

ed in the Federal Republic of Germany: within the framework

of the Bonn-Berlin Compensation agreement, a

higher education institution was founded that was funded

by the federal government. The purpose of this was to

support the transition from an administration region to a

knowledge region. Having started as a teaching and research

institution for 2,500 students, more than 8,100

students are meanwhile registered in 29 degree courses

in the university towns of Hennef, Rheinbach and Sankt

Augustin. In ten research institutions, the H-BRS promotes

applied research; in Bonn, in cooperation with the RWTH

Aachen, the University of Bonn and the Fraunhofer

Society, it operates the Bonn-Aachen International Center

for Information Technology (b-it), which is one of the

leading teaching and research institutes for infor matics

in Europe. H-BRS is also very active in knowledge transfer

and when it comes to spin-off companies: currently, more

than 50 companies cooperate with the University; H-BRS

has accompanied the founding of about 100 companies.


141

Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ist eine der

großen Universitäten in Deutschland.

The Rhineland Friedrich Wilhelm University of Bonn is one of the

largest universities in Germany.

international rankings. Evidence of this is borne, among

others, by two excellence clusters in immunology and

mathematics, 13 joint research projects of the Federal

Ministry for Education and Research (BMBF), 18 European

Research Council Grants as well as a BMBF research focal

point.

Evolution of the scientific region

The range of offers available at institutions of higher learning

has been expanded considerably in the past two decades,

with the founding of H-BRS at the locations Sankt Augustin,

Rheinbach and Hennef, the International University IUBH in

Bad Honnef, and the Alanus University of Arts and Social

Sciences in Alfter. The latter has a unique concept that is

found nowhere else in the whole of Germany: it connects

scientific content with philosophy and art. Since 2006, the

economic faculty has been educating the managers of

tomorrow – and teaches how the economy can be looked

at in a new way and developed sustainably. The business

administration course of studies has long since established

and distinguished itself: the Council for Sustainable Development

has already distinguished the study programme

with the “Werkstatt N” hallmark of quality four times. What is

more, persons interested in economically-aligned subjects

will also find a number of different degree programmes at

the University of the Sparkassen Finance Group, which came

into being in 2003, after the Deutsche Sparkassen- und

Giroverband (German Savings Banks and Clearing House

Association) relocated its office to Berlin. The offer is complemented

by the study opportunities for already employed

persons at the FOM University of Applied Sciences for Econ-


Nachhaltige Entwicklung das Studium schon mit dem

Qualitätssiegel „Werkstatt N“ prämiert. Die an wirtschafts -

nahen Fächern Interessierten finden darüber hinaus

verschiedene Studiengänge an der Hochschule der Spar -

kassen-Finanzgruppe, die 2003 entstanden ist, nachdem der

Deutsche Sparkassen- und Giroverband seinen Standort

nach Berlin verlagert hat. Ergänzt wird das Angebot durch

Studiermöglichkeiten für Berufstätige an der FOM Hoch -

schule für Ökonomie und Management Bonn sowie Fernstudiengänge

an der Diploma in Bonn.

Praxisnah, international und gut vernetzt

142

Die Absolventen der Bonner Hochschulen sind gut ausgebildete Fachkräfte

von morgen für die Unternehmen der Region.

For the companies in the region, graduates from the Bonn universities

are the well-educated specialists of tomorrow.

Die größte Hochschule unter den Neuzugängen ist die

H-BRS, die seit ihrer Gründung 1995 ein rasantes Wachstum

hingelegt hat. 155 Professoren forschen und lehren dort,

rund 8000 Studierende sind eingeschrieben – 1200 davon

kommen für das Studium aus dem Ausland. Studenten

lernen hier Unternehmen zu gründen und erhalten dabei

Unterstützung durch vielfältige Informations- und Infrastrukturangebote.

Als eine der wenigen Hochschulen Deutschlands

verfügt die H-BRS über eine große Anzahl an Stiftungs -

professuren, welche die Basis für die dauerhafte Vernetzung

mit Institutionen und Unternehmen bilden. Die letzte der

derzeit zwölf Stiftungsprofessuren wurde 2015 in Kooperation

mit der Max-Planck-Gesellschaft eingerichtet – Titel:

„Digitale Signalverarbeitung und radioastronomische Instrumentierung“.

Ein Professor der Hochschule forscht nun am

Radioteleskop in Effelsberg. Aktuell betreibt die H-BRS neun

Forschungsinstitute zu Themen anwendungsorientierter

Forschung. Schwerpunkte liegen insbesondere in den

Bereichen Visual Computing und Sicherheitsforschung.

Evolution der Wissenschaftsregion

Mit der Gründung der H-BRS an den Standorten Sankt

Augustin, Rheinbach und Hennef, der Internationalen

Hochschule IUBH in Bad Honnef und der Alanus Hochschule

für Kultur und Gesellschaft in Alfter wurde das Hochschul -

angebot in den letzten zwei Jahrzehnten stark ausgebaut.

Letztere hat ein deutschlandweit einzigartiges Konzept: Sie

verbindet wirtschaftliche Inhalte mit Philosophie und Kunst.

Seit 2006 bildet der Fachbereich Wirtschaft die Manager von

morgen aus – und lehrt, wie man Wirtschaft neu denken

und nachhaltig gestalten kann. Längst ist der BWL-Studiengang

etabliert und ausgezeichnet: Viermal hat der Rat für

Die private Internationale Hochschule Bad Honnef Bonn

(IUBH) ist eine Karriereschmiede für die Dienstleistungsbranche.

Sie lehrt Luftverkehrs-, Tourismus-, Hotel- und

Eventmanagement sowie Internationale Betriebswirtschaft.

Das praxisorientierte Studium in englischer Sprache bereitet

die rund 1500 Studierenden optimal auf eine internationale

Karriere vor.

Die Absolventen der Bonner Hochschulen sind gut

ausgebildet, praxisorientiert und wissen sich auf inter -

nationalem Parkett zu bewegen. Hier finden die Unter -

nehmen aus Bonn und der Region die Fach- und

Führungskräfte von morgen.


143

Derzeit sind über 35 600 Studenten an der Universität Bonn eingeschrieben,

davon etwa 4500 aus dem Ausland.

Currently, more than 35,600 students are registered at the University

of Bonn, of which about 4,500 are from abroad.

omy and Management in Bonn as well as distance learning

courses at Diploma in Bonn.

Practically-oriented, international and well connected

H-BRS is the largest higher education institution among the

new additions, and it has grown rapidly since its founding

in 1995. At this location, 155 professors conduct research

and teaching, about 8,000 students are registered – and

1,200 of these come from abroad to study here. Here,

students learn to found companies and, in the process,

receive support in the form of a variety of information and

infrastructure offers. As one of only a few higher education

institutions in Germany, H-BRS has a large number of

endowment professorships, which constitute the foundation

for long-lasting networking activities with institutions

and companies. The last of currently twelve endowment

professorships was established in 2015 in cooperation with

the Max Planck Society. The title: “Digital Signal Processing

and Radio Astronomical Instrumentation”. A professor of the

higher education institution is now doing research on a

radio telescope in Effelsberg. H-BRS is presently operating

nine new research institutes related to topics of applicationoriented

research. In particular, the focal points are in the

areas of visual computing and security-related research.

The private International University Bad Honnef Bonn (IUBH)

forges careers for the service industry. It teaches aviation,

tourism, hotel and event management as well as inter -

national business management. The practice-oriented

course of studies, which his offered in English, optimally

prepares the approximately 1,500 students for an inter -

national career.

The graduates from Bonn’s higher education institutions are

well-trained, practically-oriented and know how to act with

confidence in international circles. Here the companies from

Bonn and the surrounding region find the specialists and

managers of tomorrow.


Birthe Fiedler

WISSENSCHAFTSREGION BONN –

FORSCHUNG AUF WELTNIVEAU

144

Know-how „made in Bonn/Rhein-Sieg“: Die Wissen -

schafts region Bonn gehört zu den bedeutendsten

Forschungsstandorten Europas. Hier herrscht eine

dynamische Forschungskultur, welche die Innovations -

kraft der Region auf hohem Niveau sicherstellt.

In den unendlichen Weiten des Universums warten Entdeckungen,

von denen der Mensch kaum zu träumen wagt.

Je tiefer das kosmische Schauen reichen soll, umso schneller

kommen radioastronomische Solisten an ihre Grenzen. Das

bisher schärfste Bild der Astronomie – das Radiobild der

900 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie BL Lacertae –

entstand, indem Forscher die Messdaten von insgesamt

15 Radioteleskopen auf der Erde und einer Antenne im

Weltraum im Computer miteinander verknüpft, und so ein

virtuelles Teleskop mit dem achtfachen Erddurchmesser

geschaffen haben. Die Winkelauflösung ist so gut, dass

damit eine Zwei-Euro-Münze auf dem Mond auszumachen

wäre. Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn

(MPIfR) war mit seiner 100-Meter-Antenne Effelsberg be -

teiligt und hat alle gemessenen Signale in einem Spezialrechner

zusammengeführt. Das Beispiel zeigt, dass For -

schung von Kooperation, Austausch und Vernetzung lebt.

Es ist bezeichnend für die Richtung, die Wissenschaft und

Forschung in der Wissenschaftsregion Bonn eingeschlagen

haben: hoch hinaus.

Wissenschaftsregion Bonn: stark und dynamisch

Wissen ist der Rohstoff der Zukunft – er ermöglicht Innovation

und ist damit ein entscheidender Wettbewerbsfaktor

für jedes Unternehmen. In der Region Bonn/Rhein-Sieg hat

Wissenschaft lange Tradition. Die Gesellschaft für Luft- und

Raumfahrt (DLR), drei Max-Planck Institute, das Fraunhofer

Institutszentrum Schloss Birlinghoven oder auch die For -

schungsgesellschaft für angewandte Naturwissen schaften

(FGAN) gehören zu den renommiertesten Forschungs -

adressen. Der etablierte Wissenschaftsstandort wurde im

Zuge der Bonn-Berlin-Ausgleichsvereinbarung weiter

gestärkt. Mit den bereitgestellten Mitteln wurde in der Stadt

Bonn insbesondere die Spitzenforschung unterstützt, in den

Kreisen Rhein-Sieg und Ahrweiler durch die Neugründung

von Fachhochschulen vor allem die anwendungsnahe

Forschung und Ausbildung. Inzwischen hat sich die Region

zu einem der führenden Standorte für Forschung und

Wissen in Europa entwickelt. Die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-

Kreis und der Kreis Ahrweiler bilden gemeinsam mit den hier

ansässigen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen

die Wissenschaftsregion Bonn, die einen hohen Grad an

regionaler und internationaler Vernetzung aufweist.

Hohe Dichte an Hochschulen und Forschungsinstituten

Im Zuge des Ausbaus der Wissenschaftsregion Bonn

wurden in den letzten Jahren mehrere neue Fachhochschulen

aufgebaut – darunter die Hochschule Bonn-

Rhein-Sieg, der RheinAhrCampus und die private Inter -

nationale Hochschule IUBH. Mehr als 40 000 Studierende

sind derzeit eingeschrieben und bilden ein exzellentes

Fachkräftereservoir. Weitere Neuzugänge sind das For -

schungs zentrum caesar in Bonn und die an der Bonner

Universität angesiedelten neuen Zentren für Entwicklungsforschung

(ZEF) und für Europäische Integrationsforschung

(ZEI), das Hirnforschungszentrum Life & Brain sowie das

Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen

(DZNE). Gleichzeitig ist die Region auch Sitz der großen

deutschen Wissenschaftseinrichtungen. Mehr als 20

nationale und internationale wissenschaftliche Einrich -

tungen haben sich rund um das Wissenschaftszentrum

Bonn angesiedelt. Darunter auch die nationalen Förder- und

Mittlerorganisationen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft

(DFG), der Deutsche Akademische Austauschdienst

(DAAD) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

Praxisnahe Forschung für den Klimaschutz

Im Idealfall liegen Forschung, Entwicklung und Anwendung

nahe beieinander. Es gibt beispielhafte Projekte, die

aufzeigen, wie sich die Bereiche zu beiderseitigem Vorteil

verzahnen – so zum Beispiel im „Bio Innovation Park Rheinland“

auf dem Campus Klein-Altendorf. In Kooperation der

Initiatoren Universität Bonn, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg,

Fortsetzung Seite 148


SCIENCE REGION BONN – WORLD-CLASS RESEARCH

Know-how “made in Bonn/Rhein-Sieg”: the science region

of Bonn is among the most important research locations

in Europe. A dynamic culture of research is found

here, which secures the region innovative power at a high

level.

Discoveries are awaiting people in the infinite expanses of

the universe they hardly dare dream of. The deeper the

cosmic insights are to reach, the faster radio astronomical

soloists reach their boundaries. The sharpest image of

astronomy to date – the radio image of Galaxy BL Lacertae,

which is 900 million light years away – came into being in

that researchers linked the measurement data of a total of

15 radio telescopes on earth and an antenna in space with

one another in a computer, and as such created a virtual

telescope that has the eightfold diameter of the earth. The

angular resolution is so good that it could be used to

identify a two-euro coin on the moon. The Max Planck Ins -

titute for Radio Astronomy in Bonn (MPIfR) was involved

with its 100-metre Effelsberg antenna, and entered the data

of all measured signals into one special computer. The

example demonstrates that research lives from cooperation,

exchange and networking. It is also characteristic for the

direction science and research have taken in the science

region of Bonn: sky high.

Science region Bonn: strong and dynamic

Knowledge is the raw material of the future – it makes

innovation possible and, as such, is a crucial competitive

factor for every company. In the Bonn/Rhein-Sieg region,

science can look back at a long tradition. The National

Aeronautics and Space Research Centre of the Federal

Republic of Germany (DLR), three Max Planck Institutes,

the Fraunhofer Institute Centre Schloss Birlinghoven or also

the Research Society for Applied Natural Sciences (FGAN)

are among the most renowned research addresses. Within

the context of the Bonn-Berlin compensatory arrangement,

the well-established science location was further streng -

thened. With the budgetary resources provided and the

new formation of universities of applied sciences, it was especially

cutting-edge research that was supported in the

City of Bonn, the Rhein-Sieg and Ahrweiler district and here,

first and foremost, application-oriented research and vocational

training. Meanwhile, the region has developed into

one of the leading locations for knowledge and research in

Europe. The City of Bonn, the Rhein-Sieg district and the

Ahrweiler district, together with the science and research

institutions that have established themselves here, form the

science region of Bonn, which reflects a high degree of

regional and international networking.

High density of higher education and

research institutions

In the course of the past years, numerous new universities

of applied science have been established within the context

of the development of the science region of Bonn – among

these, the Bonn-Rhein-Sieg University of Applied Sciences,

the RheinAhr Campus and IUBH, a private International

University of Applied Sciences. More than 40,000 students

are currently registered and constitute and excellent reservoir

of specialised personnel. Additional new arrivals are the

research centre caesar in Bonn and the new Centre for

Development Research (ZEF) and European Integration

Research, located at the University of Bonn; the brain research

centre Life & Brain as well as the German Centre for

Neuro-Degenerative Diseases (DZNE). At the same time, the

region is also the place of residence for major German

scientific institutions. More than 20 national and inter -

national scientific institutions have settled around the

science centre of Bonn. Among these are also national funding

and intermediary organisations such as the German

Research Foundation (DFG), the German Academic Exchange

Service (DAAD) and the German Rectors’ Conference

(HRK).

Practice-relevant research for climate protection

In a perfect world, research, development and application

would be located in close proximity to one another. There

are exemplary projects that reveal how the areas that are of

Continued on page 149

145


Fachtagungen sind wesentlicher Teil der intensiven

Wissenschafts-Politik-Praxis-Kommunikation des BIBB.

Specialist conferences are an essential part of BIBB’s intensive

scientific, policy, and practice-related communication.

146

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Der technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche

Wandel stellt hohe Anforderungen an die Qualifikation der

Fachkräfte in den Unternehmen. Maßgebliche Grundlage

für diese Qualifikationen sind in Deutschland die duale

Berufsausbildung und die betriebliche Weiterbildung. Die

Ausbildung im dualen System ist zugleich Basis für lebensbegleitendes

Lernen. Berufliche Aus- und Weiterbildung

sind Investitionen in die Zukunft.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist das anerkannte

Kompetenzzentrum zur Erforschung und Weiterentwicklung

der beruflichen Aus- und Weiterbildung in

Deutschland und wurde 1970 als Einrichtung des Bundes

auf der Basis des Berufs bil dungs gesetzes (BBiG) gegründet.

Seit 1999 ist das BIBB in Bonn ansässig.

Mit seinen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie

Beratungsaktivitäten trägt das BIBB dazu bei, durch

zukunftsfähige Qualifikationen die wirtschaftliche und

berufliche Zukunft der Menschen zu sichern und den

Standort Deutschland wettbewerbsfähig zu halten.

Information

Gründungsjahr: 1970

Mitarbeiter: rund 660

Leistungsspektrum:

Das BIBB identifiziert

Zukunftsaufgaben der

Berufsbildung, fördert

Innovationen in der

nationalen wie inter -

nationalen Berufsbildung

und entwickelt neue,

praxisorientierte Lösungsvorschläge

für die beruf -

liche Aus- und Weiter -

bildung.

www.bibb.de

Year of foundation: 1970

Employees: about 660

Range of services:

BIBB identifies tasks for

the future of vocational

education and training,

promotes innovations in

both national and inter -

national professional

education and develops

new proposals for practiceoriented

vocational train -

ing solutions.

The transition found in the field of technological, eco -

nomic and social development places high demands

on the qualifications of skilled workers in companies. In

Germany, dual vocational and in-service training provides

a substantial basis for these qualifications. At the same

time, dual vocational training also represents the foun -

dation for life-long learning. Vocational apprenticeship and

in-service training are investments in the future.

The Federal Institute for Vocational Education and Training

(BIBB) is the renowned competence centre for research

and further development of vocational apprenticeship

and in-service training in Germany. It was founded 1970,

on the basis of the Vocational Training Act (BBiG), as an

institution of the federal government. Since 1999, BIBB

has had its registered office in Bonn.

With its research and development work, in addition to

its consultancy activities, BIBB contributes to ensuring

people’s economic and professional future. This is

achiev ed by means of sustainable future qualifications,

in addition to ensuring that the location of Germany

remains competitive.


Fraunhofer-Institutszentrum Schloss Birlinghoven

147

Das Fraunhofer-Institutszentrum Schloss Birlinghoven in

Sankt Augustin ist einer der größten außeruniversitären

Forschungsstandorte für Informatik und Mathematik in

Deutschland. Seine Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

erforschen und entwickeln in interdisziplinären

Teams IT-Lösungen zum Nutzen für die Wirtschaft und

zum Wohl der Gesellschaft. Das Zentrum besteht aus den

Fraunhofer-Instituten für Algorithmen und Wissenschaft -

liches Rechnen SCAI, Angewandte Informationstechnik FIT,

Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS sowie

einer Außenstelle des Fraunhofer SIT (Darmstadt).

Information

Gründungsjahr: 1968

Mitarbeiter: 800

Leistungsspektrum:

Angewandte Forschung

und Entwicklung, Projektdurchführung,

ganzheit -

liche Systementwicklung –

von der Validierung von

Konzepten oder Proto -

typen bis zu Entwurf und

Implementierung inno -

vativer Kundenlösungen

www.izb.fraunhofer.de

Year founded: 1968

Employees: 800

Range of services:

applied research and

development, project

execution, holistic system

development – from

validation of concepts or

prototypes to the design

and implementation of

innovative solutions to

customer problems

Vom hohen Niveau der Forschung profitieren auch die

Unternehmen in der Region, in deren Auftrag maßgeschneiderte

innovative Lösungen erarbeitet werden.

Forschungsschwerpunkte sind benutzerfreundliche,

sichere Systeme, Optimierung, numerische Simulationen,

High-Performance Computing, Life Science Informatik,

Entwicklungen in den Bereichen Industrie 4.0 und dem

Internet der Dinge sowie Erschließung, Analyse und zielgerichtete

Nutzung von großen Datenmengen (Big Data,

Maschinelles Lernen, Künstliche Intelligenz).

The Fraunhofer Institute Center Schloss Birlinghoven

at Sankt Augustin is one of the largest extra-university

research centers for informatics and applied

mathematics in Germany. The scientists work together

in inter disciplinary teams, developing IT solutions that

are used in many sectors of the economy and help

to foster society as a whole. The center is home to the

Fraunhofer institutes for Algorithms and Scientific

Computing SCAI; Applied Information Technology FIT;

Intelligent Analysis and Information Systems IAIS as

well as a branch office of Fraun hofer SIT (headquartered

in Darmstadt).

The excellent research at the Fraunhofer Institute Center

Schloss Bir linghoven also helps regional companies for

whose problems the researchers develop innovative

bespoke solutions. Current research topics include

user-friendly, secure systems, optimization, numerical

simulation, high-per formance computing, life science

infor matics, Industry 4.0, Internet of Things, as well as

access to, analysis and utilization of large volumes of data

(Big Data, Machine Learning, Artificial Intelligence).


Untersuchung von Mensch-Maschine-Schnittstellen

in virtueller Realität im IFA

Inspection of man-machine interfaces in virtual reality in IFA

Information

Gründungsjahr: 1935 als

Staubbekämpfungsstelle

in Berlin; in Sankt Augustin

seit 1980

Mitarbeiter: 250

Leistungsspektrum:

– Forschung im Auftrag von

Berufsgenossenschaften

und Unfallkassen

– Gefahrstoffanalytik

– Prüf- und Zertifizierungsstelle

(Persönliche Schutzausrüstung,

Maschinen)

www.dguv.de/ifa

Year founded: 1935, as a dust

control location in Berlin; in

Sankt Augustin since 1980

Employees: 250

Range of services:

– research by order of pro -

fessional associations and

Federal Accident Insurances

(so-called “Unfallkassen”)

– hazardous materials

analysis

– Test and Certification

Centre (personal protective

equipment, machines)

Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)

148

Beratung, Forschung und Prüfung zu naturwissen -

schaftlich-technischen Fragen im Arbeitsschutz – auf

diese Formel lässt sich die Arbeit des IFA mit Sitz in Sankt

Augustin bringen. Rund 250 Personen untersuchen dort

die Ursachen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten

und entwickeln praktische Hilfen für mehr Sicherheit und

Gesundheit bei der Arbeit. Die Palette der Forschungs -

gebiete reicht von A wie Atemschutz, über R wie Roboter

bis hin zu W wie Wirbelsäulenerkrankung und Z wie zerti -

fizierte Produkte.

Consultation, research and inspection regarding scientifictechnical

questions in occupational safety; the work of

IFA – which has its headquarters in Sankt Augustin – can

be reduced to this formula. About 250 people investigate

the cause of occupational accidents and occupational

disease and develop practical aids for improving safety

and health at work. The range of research areas covers

everything from B like breathing protection, to C like cer -

tified products, R like robots and right up to S like spinal

diseases.

Stadt Meckenheim, Stadt Rheinbach und mehrerer

Unternehmen wurde der klimaneutrale, regionale Wissen -

schafts- und Gewerbepark geschaffen, der sich „Grünen

Technologien“ widmet. Dabei stehen die Themen Lebensmittel,

nachwachsende Rohstoffe, erneuerbare Energien

und Gesundheit im Fokus. Im Technikum des Campus

entstehen unter anderem neuartige Dämmstoffe aus

nachwachsenden Rohstoffen. Teilnehmende Unternehmen

und Hochschulen profitieren gleichermaßen von einem

intensiven Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch

zwischen Theorie und Praxis. So sollen Ideen und For -

schungsergebnisse schneller Marktreife erlangen und Startup-Unternehmen

hervorbringen. Erste vor zeigbare Produkte:

Der Hermes-Versand testet Kartons aus Graspapier,

für die Grafschafter Krautfabrik gibt es den Prototyp einer

nachwachsenden Verpackung. Die Ergebnisse mit dem

Dämmstoff aus Chinaschilf, der künftig in der Wärmedämmung

für Hausfassaden zum Einsatz kommen könnte, sind

ebenfalls vielversprechend.

Innovation „made in Bonn/Rhein-Sieg

Im Laufe der Jahre hat die Forschung zahlreiche Innovationen

hervorgebracht. In den 1970er-Jahren hat der Bonner

Botaniker und Bioniker Professor Wilhelm Barthlott den

Lotus-Effekt entdeckt. Die Pflanze hält ihre im Wasser

schwimmenden Blätter trocken und sauber, denn abperlendes

Wasser spült den Schmutz mit sich fort. Die Fähigkeit zur

Selbstreinigung diente Forschern als Ansporn. So ist es

gelungen, die raue Mikrostruktur auf künstlichen Oberflächen

nachzubilden. Mittlerweile ist der Lotus-Effekt

patentiert und im praktischen Einsatz – beispielsweise bei

Fassadenfarben und Nanoversiegelungen. Ein jüngeres

Beispiel für Innovation „made in Bonn/Rhein-Sieg“ ist Geo -

information beziehungsweise Geomarketing der Nexiga

GmbH. Die Software liefert Anwendern Antworten auf

Fragen zu Expansionsplanung, Standortoptimierung oder

Vertriebsgebietssteuerung. Informationen zur Bevölkerung

in einem bestimmten Raum – etwa Haushaltseinkommen,

Kaufverhalten oder Verkehrs- und Passantenströme – bilden

die Basis für eine optimierte Filialnetzplanung. In Bonn

tummeln sich zahlreiche Akteure der Geobusiness-Branche.

Daher gilt die Region bereits als das Silicon Valley der Geo -

informatik.


Das bisher schärfste Bild der Astronomie entstand unter Beteiligung

der 100-Meter-Antenne Effelsberg.

The sharpest astronomical image that has been captured to date was

realised with the involvement of the 100-metre Effelsberg .

149

mutual benefit are intermeshed with one another – here,

for instance in the “Bio Innovation Park Rheinland” on the

Klein-Altendorf campus. The climate-neutral regional

sciences and industrial park, which is dedicated to “green

technologies”, was created in cooperation with the initiators

of the University of Bonn, Bonn-Rhein-Sieg University of

Applied Sciences, the City of Meckenheim, the City of Rheinbach

and numerous companies. In this regard, the topics of

food products are at the centre of focus, as well as re -

newable raw materials, renewable sources of energy and

health. In the technical centre of the campus, novel insulating

materials made of renewable raw materials are being

created, among others. To an equal degree, participating

companies and higher education institutions benefit from

intensive knowledge transfer and an exchange of ex -

periences between theory and practice. Ideas and research

results are to reach market maturity more rapidly here and

see the creation of start-up companies. First presentable

products: Hermes Versand is testing cartons made of grass

paper; for the Grafschafter Krautfabrik there is the prototype

for renewable packaging. The results with the insulating

material made of Chinese reed, which could in future be

deployed in thermal insulation for house facades, are also

promising.

Innovation “made in Bonn/Rhein-Sieg

In the course of the past years, the research conducted has

resulted in numerous innovations. In the 1970s, the Bonnbased

botanist and bionics researcher, Professor Wilhelm

Barthlott discovered the so-called lotus effect. The plant

keeps its leaves that are swimming in water dry and clean,

because water that pearls off washes away the dirt with it.

The self-cleaning ability served as an incentive for

researchers. Thus they succeeded at simulating the raw

microstructure on artificial surfaces. Meanwhile, the lotus

effect has been patented and is used in practice – for

instance with façade paints and nano-sealing. A more recent

example of innovation “made in Bonn/Rhein-Sieg” is geoinformation,

or geomarketing by Nexiga GmbH. The software

provides users answers to questions pertaining to

expansion planning, location optimisation or distribution

area steering. Information on the population in a particular

area – for instance, household income, purchasing be -

haviour or traffic and pedestrian flows – constitute the

foundation for optimised branch network planning. In Bonn

there are numerous actors to be found in the geo-business

industry. For this reason, the region is already referred to as

the Silicon Valley of geoinformatics.


Lothar Schmitz

CAESAR, DZNE UND LIFE & BRAIN –

DREI NEUROWISSENSCHAFTLICHE SCHWERGEWICHTE

150

Bonn/Rhein-Sieg ist einer der wichtigen Forschungs -

standorte der Bundesrepublik mit zahlreichen universitären

und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Ein besonderer Schwerpunkt in Bonn: die Neurowissen -

schaften.

Sie befassen sich mit der Struktur und Funktion von Nervensystemen

– und haben Konjunktur. Seit einigen Jahren

rücken sie zunehmend in den Fokus der öffentlichen

Aufmerksamkeit, weil das Interesse an den körperlichen und

psychischen Grundlagen menschlicher Fähigkeiten stark

gestiegen ist. In Bonn widmen gleich drei bedeutende Einrichtungen

ihr Schaffen speziell dem Zusammenhang von

Gehirn und Geist: das Forschungszentrum caesar, die LIFE &

BRAIN GmbH sowie das Deutsche Zentrum für Neuro -

degenerative Erkrankungen (DZNE).

Forschungszentrum caesar – die Grundlagen

von Sinneswahrnehmung und Verhalten

Die Signalverarbeitung in biologischen Zellen und die

neuronalen Grundlagen von Sinneswahrnehmung und

Verhalten bilden den Mittelpunkt der Forschung bei caesar.

Der ehrwürdige Name steht für „center of advanced

european studies and research“. Das Bonner Forschungs -

zentrum, das mit der Max-Planck-Gesellschaft assoziiert und

wie ein Max-Planck-Institut strukturiert ist, wird von einer

gleichnamigen Stiftung privaten Rechts betrieben. caesar

forscht an den Grenzen zwischen Neurowissenschaften,

Zellbiologie und Biophysik. Beispielsweise haben die

Wissenschaftler komplexe Methoden entwickelt, mit denen

die Gehirnaktivität auch bei freilaufenden Tieren untersucht

werden kann. Das Ziel dabei ist es zu verstehen, wie Tiere

aufgrund des Sehsinnes Entscheidungen fällen und welche

neurobiologischen Mechanismen diesem Prozess zugrunde

liegen.

Das caesar-Gebäude an der Rheinaue verfügt über eine ausgezeichnete

Forschungsinfrastruktur – unter anderem eines

der weltweit besten Labore für Elektronenmikroskopie.

Hierbei unterstützen die Wissenschaftler auch externe

Anwender bei ihren analytischen Fragestellungen, beraten

bei der Auswahl einer geeigneten Messmethode, bei der

Probenpräparation und bei der Auswertung der Messdaten.

caesar profitiert von der hohen Dichte verwandter Institutionen

am Standort Bonn. So kooperiert caesar nicht nur mit

der örtlichen Universität – in Form von gemeinsamen

Projekten und Exzellenzclustern sowie in der Doktoran -

denausbildung –, sondern auch mit dem in Bonn ansäs -

sigen Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkran -

kungen (DZNE).

caesar ist zudem Gesellschafter der Life Science Inkubator

GmbH. Deren Ziel ist es, qualifizierte Ausgründungen aus

der Wissenschaft durch professionelle Weiterentwicklung

von Forschungsergebnissen zu fördern.

Das DZNE – neue Strategien für Prävention,

Therapie und Versorgung

Der Wissenschaftsstandort Bonn wird um eine Attraktion

reicher: Auf dem Venusberg, in direkter Nachbarschaft zum

Universitätsklinikum, bezieht das Deutsche Zentrum für

neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) im Frühjahr 2017

sein neues, großes Forschungsgebäude. Damit wird der

Standort Bonn des DZNE mit derzeit nahezu 500 Mitarbei -

terinnen und Mitarbeitern weiter gestärkt. Es ist der größte

von insgesamt neun DZNE-Standorten in Deutschland, hier

sitzen auch Vorstand und Verwaltung.

Die Wissenschaftler des DZNE wollen die Ursachen und

Risikofaktoren, die Neurodegeneration, vorbestimmen, verstehen

und neue Strategien zur Prävention, Therapie und

Versorgung entwickeln. Der Bonner Venusberg ist ein idealer

Ort dafür, da hier auch die starken Partner des DZNE be -

heimatet sind, die sich im Bereich neurodegenerativer

Erkrankungen bereits heute durch eine exzellente For -

schung und Patientenversorgung auszeichnen. Etwa die

Uniklinik für Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik, in


CAESAR, DZNE AND LIFE & BRAIN – THREE NEUROSCIENTIFIC HEAVYWEIGHTS

Being home to numerous university and non-university

research institutions, Bonn/Rhein-Sieg is one of the

important research locations of the Federal Republic of

Germany.

And a particular area of focus in Bonn is that of neurosciences,

which busies itself with the structure and function

of neural systems - which is currently in vogue. For a number

of years it has increasingly being attracting public attention.

This is because the interest in the physical and psychological

foundation of human ability has grown considerably. There

are three important institutions in Bonn that are dedicated

to the correlation between the brain and the spirit: the

caesar research centre, LIFE & BRAIN GmbH as well as the

German Center for Neurodegenerative Diseases (DZNE).

caesar research centre – the principles of sensory

perception and behaviour

with the selection of an appropriate measuring method, the

preparation of samples and the evaluation of measurement

data.

caesar benefits from the great density of related institutions

at the location in Bonn. Here, not only does caesar cooperate

with the local university in the form of mutual projects and

excellence clusters, as well as regarding postgraduate

education; it also cooperates with the German Center for

Neurodegenerative Diseases (DZNE), which is located in

Bonn.

In addition to this, caesar is a shareholder of Life Science

Inkubator GmbH. Its objective is that of promoting qualified

spin-offs from science, by means of the professional advancement

of research findings.

DZNE – new strategies for prevention, therapy and care

151

At caesar, the centre of research is represented by signal

processing in biological cells and the neural principles of

sensory perception and behaviour. The venerable name

stands for “center of advanced european studies and

research”. The Bonn-based research centre is operated by a

foundation established under private law of the same name.

It is associated with the Max Planck Society and structured