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atw Vol. 62 (2017) | Issue 7 ı July 450 DATF NOTES required level of institutional control can be guaranteed and that, in the event of perturbations (natural or anthropogenic), risks of loss of radionuclide containment can be precluded. On-site disposal clearly provides many technical benefits and is cost effective. Although it is the only option that fully defines final disposal of waste, it goes against existing political commitments to remove waste from site and thus would have difficulties gaining required local public acceptance. If new rules for damaged waste classification and treatment/disposal are established in future, these may provide major advantages in terms of: • Waste volume reduction (e.g. if a central decontamination/recycling facility allowed material to be free released or recycled for nuclear applications – including waste disposal) • Improved waste treatment within a holistic disposal concept (e.g. avoiding separate consideration of conditioning/packaging for storage and disposal) • Cost reduction (which could certainly exceed 5 T JPY for an optimised approach) • Much safer working conditions (for both expected conditions but also in case of any unexpected perturbations). However, it will still be very difficult to complete all decommissioning activities within 40 years. Such a tight time schedule precludes benefiting from synergies, which make best use of expert staff, equipment and infrastructure. Time pressure requires also a sophisticated management system, which may be less robust in case of perturbations, which is a special consideration for 1F, due to high media interest and the importance of rebuilding public confidence in the safe operation of this site. 7 Conclusions and future perspective The decommissioning of the 1F site presents unique challenges and requires a plan that is tailored to the specific boundary conditions of this project. The road map provides basic goals, but specifies an extremely ambitious implementation schedule and leaves key constraints undefined – in particular the site end state and waste disposal concepts. Development and assessment of different end state and implementation scenarios has highlighted the huge cost of the reference option and the potential savings and other benefits of alternatives. To date, however, this assessment has been technically superficial with qualitative evaluation. As a next step, the more favourable options need to be described in detail and the basis developed for a more quantitative evaluation of specific pros and cons of variants. For the on-site disposal option, this requires better characterisation of the geological environments accessible and assessing their potential for hosting an appropriately-designed repository. Because waste management is such a large proportion of the total cost – and also a likely focus of public concern – it is critical that the safety, environmental impact and socio-economic issues involved are communicated to all key stakeholders so that they can participate in the decision-making process and fully buy into the option selected. Based on past experience, this may be as difficult as any of the technical aspects of this challenging project. References 1. IAEA (2007), Decommissioning strategies for facilities using radioactive material, SR No.50. 2. METI (2015), Mid-and-long-Term Roadmap towards the Decommissioning of Fukushima Daiichi Nuclear Power Station Units 1-4, TEPCO (revised on June 2015). 3. McKinley I.G., Grogan H.A. and McKinley L.E. (2011). Fukushima: Overview of relevant international experience. J. Nuclear Fuel Cycle and Environment, 18, 89-99. Authors Hideki Kawamura mcm japan Setagaya-ku,Tokyo,154-0016, Japan Shoko Yashio Obayashi Corporation Minato-ku, Tokyo 108-8502, Japan Ian G. McKinley McKinley Consulting Oberer Rainweg 15 5070 Frick, Switzerland Notes Development of Reserve Power Plant Requirements in Germany 2011–2018 1) in 2011 identified without formal procedure and provided by ad-hoccontracting by TSOs 12,000 10,000 8,000 p Reserve Power Plant Requirements in MW (rounded) 7,500 10,400 For further details please contact: Nicolas Wendler DAtF Robert-Koch-Platz 4 10115 Berlin Germany E-mail: presse@ kernenergie.de www.kernenergie.de 6,000 4,000 2,000 0 1,900 1) 2012/13 2011/12 2,500 2,500 2013/14 3,100 2014/15 2015/16 5,400 2016/17 2017/18 Source: Bundesnetzagentur DAtF Notes

atw Vol. 62 (2017) | Issue 7 ı July Alea iacta est: Der Countdown für die Verhandlungen über den Ausstieg Großbritanniens aus EU und Euratom hat begonnen 451 Ulrike Feldmann Am 29. März 2017 wurde das offizielle Schreiben Großbritanniens (GB) an den EU-Ratspräsidenten Donald Tusk überreicht, mit dem GB gemäß Art. 50 EU-Vertrag (EUV) den Europäischen Rat über seine Absicht unterrichtet, aus der Europäischen Union (EU) auszutreten. Damit hat die in Art. 50 EUV für die Austrittsverhandlungen vorgesehene Frist von 2 Jahren zu laufen begonnen. Da GB in dem Schreiben an den EU-Ratspräsidenten ausdrücklich seine Absicht erklärt, mit dem Austritt aus der EU auch aus dem Euratom-Vertrag (EAV) auszutreten, ist folglich der in der Literatur geführte Meinungsstreit, ob mit dieser Austrittserklärung auch rechtlich zwingend der Austritt aus der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) verbunden ist, obsolet geworden. Parlamentarische „Unterfütterung“ der Austrittserklärung Gegner des Brexit hatten nach dem Referendum geltend gemacht, das 2015 vom britischen Parlament beschlossene Gesetz zur Durchführung des Brexit-Referendums beinhalte kein Vorrecht („royal prerogative“) für den britischen Staat, den Austritt aus der EU gemäß Art. 50 EUV zu erklären, ohne zuvor vom Parlament dazu ermächtigt worden zu sein. Das mit dem Gesetz beschlossene Referendum habe erkennbar nur beratenden Charakter. Da Premierministerin Theresa May diese Auffassung bestritt, erhoben zwei Gegnerinnen des Brexit Klage vor dem britischen High Court (Miller and Dos Santos v Secretary of State Exiting the European Union), der mit seiner Entscheidung vom 03.11.2016 den Klägerinnen Recht gab. Mit der Entscheidung des UK Supreme Court vom 24.01.2017 wurde die Entscheidung des High Court bestätigt. Die britische Regierung sah sich daher veranlasst, dem britischen Unterhaus am 26.01.2017 einen Gesetzentwurf für den Austritt aus der EU – (European Union ( Notification of Withdrawal) Bill (Bill 132)) mit Erläuterungen – vorzulegen, mit dem die Premierministerin durch das Parlament ermächtigt wird, den Austritt nach Art. 50 EUV zu erklären. In den Erläuterungen zu dem Gesetzentwurf wird expressis verbis festgestellt, dass die Ermächtigung, den Austritt aus der EU zu erklären, auch den Austritt aus dem Euratom- Vertrag umfasst. Ferner veröffentlichte die britische Regierung am 02.02.2017 ein Weißpapier „The United Kingdom’s exit from and new partnership with the European Union“. Das Weißpapier nennt für den Austritt und die, wie die Premierministerin vielfach betont, neue „tiefe und spezielle“ Partnerschaft mit der EU insgesamt 12 Schwerpunkte bzw. Ziele: • Bestimmtheit und Klarheit für Behörden, Wirtschaft, Arbeitnehmer, Investoren und Verbraucher über die Sach- und Rechtslage während der Austrittsverhandlungen („as much certainty as possible“), • Zurückgewinnung der britischen Rechtsetzungskompetenz, • Stärkung Großbritanniens durch Austrittsverhandlungen, die allen Landesteilen zugutekommt, • Bewahrung der historisch starken Verbindung zu Irland und des gemeinsamen Grenzverkehrs, • Kontrolle der Immigration, • Sicherung der Rechte von EU-Bürgern in GB sowie Sicherung der Rechte britischer Bürger in anderen EU-Staaten („as early as we can“), • Schutz der Arbeitnehmerrechte, • Abschluss einer neuen strategischen Partnerschaft mit der EU mit einem weitreichenden, mutigen und ehr geizigen Freihandelsabkommen sowie mit einem gegenseitigen neuen Zollabkommen mit der EU, • Abschluss neuer Freihandelsabkommen mit anderen Staaten, • Sicherstellung, dass GB „remains the best place“ für Wissenschaft und Innovation, und Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern, • Zusammenarbeit mit der EU im Kampf gegen Kriminalität und Terrorismus sowie • ein „weicher“, geordneter Austritt aus der EU. Die britische Regierung ist sich dabei bewusst, dass es eine „Rosinenpickerei“ nicht geben kann und dass die 4 Freiheiten des Binnenmarktes (Waren-, Dienstleistungs-, Personenverkehrs- und Kapitalfreiheit) unteilbar sind. Zu der im Unterhaus verabschiedeten Fassung des Austrittsgesetzes (Bill 132) brachte das Oberhaus zwei Änderungsvorschläge ein, die zum einen die Weitergeltung der Rechte von EU-Bürgern in GB und zum anderen die Zustimmung beider Häuser des britischen Parlaments zu den Brexit-Vereinbarungen zwischen GB und EU forderten. Das Unterhaus wies jedoch beide Vorschläge zurück. Mit der formalen Zustimmung der britischen Königin am 16.03.2017 trat das Austrittsgesetz in Kraft. Weißpapier zum „Great Repeal Bill“: Weitergeltung des EU-Rechts Am 30.03.2017, einen Tag nach der Übergabe der Austrittserklärung an den EU-Ratspräsidenten, legte die britische Regierung ein zweites Weißpapier vor, und zwar zu einem „Great Repeal“-Gesetz „Legislating for the United Kingdom’s withdrawal from the European Union“. Mit dem „Great Repeal“-Gesetz, das dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden soll, sollen 4 Ziele verfolgt werden: Erstens soll mit dem Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Austritts aus dem EU-Vertrag und dem Euratom- Vertrag der „European Communities Act“ von1972 (ECA) zurückgenommen werden. Im ECA wurde ausdrücklich der Anwendungsvorrang des europäischen Rechts festgelegt. Das „Great Repeal“-Gesetz“ ist also insoweit der „actus contrarius“ zum ECA von 1972. Da sich der ECA in Part I.1 (2) ausdrücklich auch auf Euratom bezieht, bedeutet das, dass der Geltungsbereich des „Great Repeal“-Gesetzes ebenfalls Euratom mit umfasst. Soweit daher das Weißpapier von „EU“ spricht, ist immer auch Euratom gemeint. Zweitens soll mit dem „Great Repeal“-Gesetz“ eine Ermächtigung geschaffen werden, europäisches Recht in nationales britisches Recht mit dem Ziel zu transformieren, dass, wie David Davies, Staatsminister für den Austritt aus der EU, in seinem Vorwort zum Weißpapier schreibt, überall dort, wo es praktisch und sinnvoll ist, dieselben Gesetze und Regeln vor dem Austritt aus der EU SPOTLIGHT ON NUCLEAR LAW Spotlight on Nuclear Law The Countdown for the Negotiations on the Exit of Great Britain from the EU and Euratom has Begun ı Ulrike Feldmann