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unternehmen Dezember 2014

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 42 | Dezember 2014 | 3,00 €

4 197821 303000 4 2

Lesen ist

Familiensache

Was für ein schönes Geschäft! Spiele, Kinder- und

Jugendbücher: Das ist Ravensburger. Clemens

Maier, der Ur-Enkel des Gründers, im Interview.

Finanzen Rechtzeitig packen: Notfallkoffer für Unternehmer Seite 20

Weihnachten Man nehme 25 Tonnen Schokolade . . . Seite 24

Umfrage Ist der Chef immer schön brav gewesen? Seite 46


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unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[inhalt]

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter

unternehmen [!]

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit Schwung ist die deutsche Wirtschaft ins

Jahr gestartet, doch davon blieb fast nichts

übrig. Seit dem Frühsommer hat sich Mehltau

übers Land gelegt. Die Bundesregierung

bringt soziale Wohltaten unters Volk, macht

Politik nach Stimmungslage und belastet

die Betriebe. Ein gefährlicher Kurs. Einmal

mehr sind die Unternehmen auf sich und

ihre Leistungskraft angewiesen. Vorsorge in

eigener Sache ist da ein wichtiges Thema,

wie unsere Artikel über den betrieblichen

Notfallkoffer (Seite 20) und die Unterstützung

von Führungskräften zeigen (Seite 44).

Wie sich die Ravensburger AG für die Zukunft

rüstet, erklärt Vorstandsmitglied Clemens

Maier im Titelinterview (Seite 10).

Und wer neugierig ist, wem Führungskräfte

gerne den Krampus auf den Hals schicken

würden, sollte einen Blick in unsere Umfrage

werfen (Seite 46). Ich wünsche Ihnen eine anregende

Lektüre.

Ihr Alexander Bögelein

[spezial]

6 Das schau her! Welche Messestände

die Besucher anlocken

[titelthema]

10 Die Firma geht vor Familie Clemens

Maier im Gespräch

[finanzieren]

20 Ans Schlimmste denken – und

vorsorgen Gerüstet für Notfälle

[machen]

24 Man nehme: 25 Tonnen Schokolade ...

Der Weihnachtsstress fängt bei

Lebkuchen Weiss im Mai an

32 Aus 2 mach 900 Das rasante

Wachstum der Asys Group

38 Schneller Einsatz am laufenden Band

Schäfer Technik – der Antriebsprofi

bewegt was

[energie]

28 Das Stromnetz der Zukunft

Wieviel Energie in Niederspannungsleitungen

steckt

[führen]

36 Kaffee – und Hilfe in jeder

Lebenslage Personalumfrage mit

Sabrina Ring von Seeberger

42 Bekannt, sympathisch, attraktiv

Wie man die Arbeitgebermarke formt

44 Erika hat‘s auch nicht leicht

Wie Führungskräfte lernen, besser

mit Stress umzugehen

[leben]

46 Immer schön brav gewesen? Umfrage

mit einem Blick zurück auf den Nikolaus

[namen & nachrichten]

4 Ulm ist Car2klein

5 Das Miteinander von Mensch

und Maschine

40 Meilenstein der Raumfahrt

41 Seifert investiert 15 Millionen Euro

in neues Logistikzentrum

50 Ausbildungsmarketing im Truck

50 Impressum

44 28

6 24

20

3


[namen & nachrichten] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Ulm ist Car2klein

An großen Selbstzweifeln mussder

gemeine Ulmer normalerweise

nicht leiden. Die reichsstädtische

Tradition, großer

Ruhm im Spätmittelalter durch

Vertreter der Ulmer Schule, wie

Hans Multscher und Martin

Schaffner, der blühende Handel

die Donau hinunter und nicht

zuletzt der höchste Kirchturm

der Welt haben das Selbstverständnis

geprägt. Obendrein

gehört die 120.000 Einwohner

zählende Stadt zu den 20 wirtschaftsstärksten

Regionen in Europa.

Trotz aller Vorzüge erhält

Ulms Selbstbewusstsein nun einen

kleinen Dämpfer. Das liegt

weniger daran, dass die Daimler-

Tochter Car2go ihr Automietsystem

zum Jahresende einstellt,

sondern vielmehr an der Begründung:

Ulm sei zu klein und

zu ländlich strukturiert, um ein

solches Konzept wirtschaftlich

erfolgreich betreiben zu können.

Für viele der 20.000 Nutzer in

Ulm ist das Aus herb.

Abschied vom Mietsystem Car2go in Ulm. Der Großteil der Mietfahrzeuge

wird 2015 in der Daimler-Niederlassung Stuttgart verkauft.

Das Prinzip: Nutzer erhalten bei

ihrer Anmeldung einen Chip auf

ihren Führerschein. Mit diesem

können sie über ein Lesegerät die

im Stadtgebiet verstreuten Fahrzeuge

spontan mieten – oder

auch übers Internet für sich reservieren.

Abgerechnet wird pro Minute

für zuletzt 31 Cent.

Allerdings zeichnete sich am

Car2go-Pilotstandort Ulm schon

seit dem Start im Jahr 2009 ab,

dass die Stadt für ein solches Konzept

zu klein ist. Eines der Probleme

war, dass Pendler aus den

Ortsteilen die Smarts rege nutzen,

aber so die Flitzer für andere

Nutzer nur schwer erreichbar waren.

Zudem stiegen nur etwa ein

Drittel der Nutzer häufig in die

Smarts ein, in anderen Städten

liegt dieser Anteil bei 80 Prozent.

Auch eine Verringerung der Flotte

von 300 auf 200 Fahrzeuge, höhere

Preise und eine Strafgebühr

für den Außenbereich verhalfen

Car2go in Ulm nicht in die Gewinnzone.

Daher das Aus.

Weltweit zählt Car2go 900.000

Nutzer in 29 Städten, von Kopenhagen

bis New York. Kleiner

Trost für die Ulmer: Sie können

mit ihren Chips die Smarts an

den anderen Standorten nutzen.

Die Entwicklung der Telematik-

Software bei der Daimler-Tochter

TSS bleibt in Ulm. Zudem bieten

die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm

ein gutes Grundgerüst für den

Öfffentlichen Nahverkehr. Täglich

befördern sie auf 19 Linien

rund 100.000 Fahrgäste. [!] amb

Premiere in Süddeutschland: Kunstharz macht dicht

Eine innovative Form der Brückensanierung

hat das Bauunternehmen

Leonhard Weiss in Ulm

getestet. Die 107 Jahre alte Neutorbrücke

ist als erstes Straßenbauwerk

in Süddeutschland mit

Hilfe der neuen Technik saniert

worden, sagt Leonhard-Weiss-

Bereichsleiter Oliver Zscherpe.

Dabei wird der alte Belag abgefräst

und eine Asphaltschicht mit

Hohlräumen aufgebracht. Der

noch warme Asphalt wird bei

40 bis 60 Grad Temperatur mit

Kunstharz gefüllt und eine weitere

Asphaltschicht aufgegetragen.

„Für uns war das ein gelungener

Test“, sagt Gerhard Fraidel,

Abteilungsleiter Verkehrsinfrastruktur

der Stadt Ulm. Die Kosten

beziffert er auf 185.000 Euro.

Derzeit prüfe man, ob diese Art

der Sanierung auch für Brücken

an der Bundesstraße 10 sinnvoll

ist. Der große Vorteil der Kunstharzmethode

sei, dass sie dreimal

so schnell funktioniere wie

eine herkömmliche Sanierung.

Dadurch verringerten sich auch

die Kosten für die Verkehrssicherung

und Umleitungen, sagte

Fraidel.

Allerdings ist laut Zscherpe die

Lösung mit Kunstharz kein Patentrezept.

Sie eignet sich nur für

Betonbrücken. Dazu ist sie teurer

als eine Sanierung mit Bitumenschweißbahnen.

Die Kunstharzmethode

sei dann sinnvoll, wenn

nur geringe Schäden vorliegen

und das Verkehrsaufkommen

hoch ist. Leonhard Weiss (Göppingen/Crailsheim)

erwirtschaftete

im vergangenen Jahr mit

3800 Beschäftigten 886 Millionen

Euro Umsatz. [!] AMB

Das heiße Kunstharz sickert in die Asphaltschicht und dichtet ab.

4


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[namen & nachrichten]

Das Miteinander von Mensch und Maschine

Industrie 4.0, das ist ein weiterer

Sprung in der Evolution der

Maschinen – und kein Thema,

das ratzfatz verstanden und abgearbeitet

werden kann. Der IT-

Spezialist Ingenics befasst sich

im Rahmen seiner Veranstaltung

„Ulmer Gespräche“ auch im kommenden

Jahr damit. Der Titel: „Industrie

4.0 – vom Nebeneinander

zum Miteinander von Mensch

und Maschine.“ Die zunehmende

Automatisierung und Vernetzung

sowie die Chancen, die die

Entwicklung bietet, sind für das

Beratungsunternehmen ein interessantes

Beschäftigungsfeld.

Deshalb hat es auch eine Studie

zu diesem Thema in Auftrag gegeben;

sie zeigt, dass auch bei den

Unternehmen das Interesse groß

ist. Und dass viele noch einiges

nachholen müssen. Der Studie

zufolge fehlen in rund 50 Prozent

der 518 befragten Unternehmen

mit durchschnittlich 250 Mitarbeitern

wichtige Voraussetzungen.

Mehr als 60 Prozent gaben

an, es mangle an der Fähigkeit

zur Veränderung in der Organisation

oder an technischen Voraussetzungen.

Von 4.0 erwarten sie

sich vor allem die Effizienzsteigerung

im Bereich der Vernetzung

von Maschinen (72 Prozent), der

Supply Chain (78 Prozent) und

der Auftragsabwicklung (77 Prozent).

Ingenics- Vorstandschef

Oliver Herkommer: „Neben der

Technik sind noch Themen wie

geistiges Eigentum und Datensicherheit

zu lösen.“ [!] cast

In der Fabrik der Zukunft unterhalten sich nicht nur Menschen mit Maschinen,

sondern auch Bauteile untereinander.

Türgriffe von

Jette Joop

Jette Joops Name

steht für

Schmuck- und

Modedesign.

Doch die 46-

Jährige hat

auch schon

Küchen, Uniformen

für die

Billigfluggesellschaft

Air

Hat für Griffwerk

eine Kollektion gestaltet:

Jette Joop.

Berlin und manches mehr gestaltet.

Für das Blausteiner Unternehmen

Griffwerk hat sie eine Kollektion

von Türbeschlägen und

Glastüren entworfen und sie gemeinsam

mit Geschäftsführer

Matthias Lamparter vor 200 geladenen

Gästen vorgestellt.

Das Unternehmen ging 1999 als

deutscher Ableger des italienischen

Unternehmens Frascio an

den Start. 2013 firmierte es in

Griffwerk um und stellt heute

mit 83 Mitarbeitern hochwertige

Türbeschläge her. [!] PAU

Trunzer löst Handtmann

als Bezirkschef ab

Der neue Ulmer Südwestmetall-

Bezirksvorsitzende Mario Trunzer

wirft der IG Metall eine zu

hohe Anspruchshaltung vor. Alle

Wachstumsprognosen für 2014

und 2015 seien nach unten korrigiert

worden, sagte er mit Blick

auf die anstehende Tarifrunde.

Trunzer, der Geschäftsführer der

Liebherr Werk Ehingen GmbH

ist, hat Thomas Handtmann abgelöst.

Der Geschäftsführer der

Albert Handtmann Holding

GmbH & Co. KG (Biberach) hatte

das Südwestmetall-Amt seit 2008

inne. Er ist nun Stellvertreter wie

auch Stefan Halder, Geschäftsführender

Gesellschafter der Erwin

Halder KG (Achstetten). Die

Bezirksgruppe Ulm von Südwestmetall

betreut rund 125 Betriebe

mit 49.400 Mitarbeitern. [!] Pau

Wolfgang Clement, ehemaliger Bundeswirtschaftsminister, war Gast auf der

Mitgliederversammlung. Eingerahmt wird er (von links) von Götz Maier,

Geschäftsführer Südwestmetall Ulm, Peer-Michael Dick, Hauptgeschäftsführer

Südwestmetall (Stuttgart), Dr. Jan Stefan Roell; auf Clements anderer

Seite: Mario Trunzer und Thomas Handtmann.

Grieshaber

wird Stiftung

Die Grieshaber Logistik AG

(Weingarten) wird in eine GmbH

umgewandelt und nach dem

Willen der Inhaber Heinrich und

Gabriele Grieshaber als Stiftungsunternehmen

weitergeführt. Die

Stiftung ist der Förderung von Talenten

bei Kindern und Jugendlichen

und der Unterstützung von

Mitarbeitern gewidmet, die in eine

wirtschaftliche Notlage geraten

sind. Ihr kommen die Erträge

zugute, die nicht für Investitionen

und zum Erhalt der Firma

benötigt werden. Schon bisher

haben die Grieshabers Bildungsprojekte

für Kinder und Jugendliche

jährlich mit rund 100.000

Euro unterstützt. Spätestens

2019 will sich das Paar aus der Geschäftsführung

zurückziehen

und in den Stiftungsrat wechseln.

Ein Verkauf wurde trotz attraktiver

Angebote ausgeschlossen.

Nachkommen hat das

Ehepaar nicht. [!]

HAM

5


[spezial] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Da schau her!

Mit rund 150 internationalen und nationalen Ausstellungen ist der Messeplatz Deutschland weltweit die Nummer eins.

Wer in der Masse die Blicke auf sich ziehen möchte, benötigt Ideen und Fantasie.

Das Auge kann gar nicht anders. An grasbewachsenen

Lampenschirmen, meterhohen

Wänden aus Handtüchern

oder an Robotern, die über den Köpfen der Besucher

millimetergenau Glasscheiben in die

Fassade eines Messestandes puzzeln, bleibt

jeder Blick hängen. Für Uta Goretzky sind solche

Messeauftritte echte Volltreffer – und Paradebeispiele

dafür, wie Unternehmen die

Aufmerksamkeit des Messepublikums gewinnen

können. „Dies gelingt am besten, wenn

man mit seinem Standkonzept ausbricht aus

den üblichen Schemata und man sich etwas

Besonderes einfallen lässt. Man muss die

Wahr nehmung der Menschen gewinnen.

Dies ist besonders dann wichtig, wenn das Gehirn

mit Informationen und Eindrücken

überfrachtet wird, der Mensch unter Zeitdruck

steht und schwierige Entscheidungen

fällen muss“, erklärt die Sprecherin des

Verbandes Direkte Wirtschaftskommunikation

e.V. (FAMAB). Oder anders ausgedrückt:

Die Beine gehen nur dorthin, wo das Auge

schon war.

Mit Alice im Wunderland

Doch wie lockt man Besucher an den eigenen

Stand, um sie für die ausgestellten Produkte

und angebotenen Dienstleistungen zu begeistern?

Uta Goretzky hat ein Rezept parat, denn

für sie sind große Bilder ein sehr effizientes

Mittel: „Großflächige Fotos und Darstellungen

bleiben schneller im Kopf hängen als Texte.“

Aus diesem Grund ist für sie auch der Auftritt

des Brillenherstellers Cazal ein

herausragendes Beispiel für eine durch und

durch gelungene Inszenierung: Er ließ seinen

Stand wie eine Szene aus Alice im Wunderland

gestalten.

Nur das Auge zu befriedigen, genügt freilich

nicht: „Natürlich ist es nicht zielführend, ein-

An einem solch wundersamen Stand kann man

nur schwer vorbeigehen – Auftrag erfüllt.


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[spezial]

fach nur Riesenplakate aufzuhängen. Das

Standdesign muss immer in Verbindung mit

der Markenbotschaft stehen, sonst bringt das

nichts.“

Neben einem auffallenden Erscheinungsbild

ist entscheidend, dass sich der Besucher gut

aufgehoben fühlt. Ist er einmal da, will man

ihn auch nicht mehr so schnell wieder ziehen

lassen: „Endverbraucher sind oftmals ja richtige

Schnäppchenjäger, so dass sich ein offenes

Standkonzept anbietet, das viel Platz für die

Präsentation der Produkte lässt, aber auch genügend

Raum für persönliche, vertrauensvolle

Gespräche. Geht es jedoch auf einer Messe

primär um Vertragsverhandlungen, so empfiehlt

sich ein geschlossener, mit Wänden umbauter

Stand, schließlich möchte man ja die

Wettbewerber nicht an vertraulichen Unterredungen

teilhaben lassen“, erklärt Goretzky.

Schall, Rauch – und der richtige Boden

Wer Anregungen für eine erfolgreiche

Standgestaltung sucht, wird im Internet

schnell fündig. Wertvolle Hinweise findet

man unter anderem unter messestand.de.

Hier einige Tipps: Interaktive und multimediale

Elemente mit Bewegtbildern helfen,

die Aufmerksamkeit der Besucher

auf den Stand zu ziehen. Zudem sollten

komplexe Inhalte auf verständliche und

interessante Weise dargestellt und vermittelt

werden. Der Bodenbelag ist ein

wichtiger Faktor der Messeplanung, der

häufig unterschätzt wird, obwohl er das

Design des Messestandes maßgeblich

Die Hemmschwelle senken

Auch für Jürgen Eilts, den Geschäftsführer der

Ulm-Messe, steht der Verkaufsprozess auf einer

Messe heute nicht mehr so sehr im Vordergrund

wie früher: „Heute geht es oftmals

mehr um die Kundenbindung. Mit großen,

plakativen Flächen kann man den Besuchern

die Hemmschwelle nehmen, an den Stand zu

mitträgt. Der Boden ist im wahrsten Sinne

des Wortes die Grundlage der Produktpräsentation.

Entscheidend für die

Atmosphäre des Standes ist auch die

Wandgestaltung. Sie prägt genau wie der

Bodenbelag das Standdesign und sollte

sich ebenfalls am Corporate-Design orientieren.

Je nach Produkten und Kerngeschäft

kann auch der Einsatz von Duftstoffen

und Beschallung wirksam sein. Allerdings

will der Einsatz genau geplant sein: Permanente

oder zu laute akustische

Berieselung wird von den Besuchern

leicht als unangenehm empfunden. loe

kommen. Der sollte zudem mit viel Licht,

Flachbildschirmen und einer zentralen Info-

Theke ausgerüstet sein. Auf keinen Fall darf er

mit Textbotschaften überladen sein.“ Ganz

entscheidend ist für Eilts, wie das Standperso-

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Donauhalle –

die unterschätzte Ulmer Veranstaltungslocation

Wer in letzter Zeit an der Donauhalle vorbeigekommen

ist, wird keine sichtbaren Umbaumaßnahmen

wahrgenommen haben. Aber

passiert ist trotzdem einiges. Um auf dem hart

umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu bleiben,

wurden diverse Modernisierungs­ und Umbaumaßnahmen

im Inneren der Donauhalle

sowie in den nun angrenzenden Konferenzräumen

durchgeführt. Mit neuen Belüftungsund

Klima anlagen, modernem Interieur und

gutem Beleuchtungskonzept wurde eine Optimierung

des Raumkonzeptes bewirkt. Die

vielseitigen Cateringangebote und die traumhafte

Lage neben der Donau und am Rande

des Naherholungs gebietes Friedrichsau schaffen

ideale Voraussetzungen für eine professionelle

und gelungene Veranstaltung.

Als Mehrzweckhalle wurde die Donauhalle konzipiert.

Bekannt ist sie jedoch hauptsächlich

in der Generation Abschlussball oder bei den

Konzertgängern. Dass tatsächlich beste Raummöglichkeiten

auch für Kongressmessen, Fachtagungen,

Firmenpräsentationen und große

Versammlungen bestehen, ist dem Gelände im

ersten Moment nicht anzusehen. Die wahren

Werte stecken eben im Inneren. Flexible Wände

und die dadurch resultierenden flexiblen Raumkonzepte

sowie kompetente Partner für Ton

und Technik ermöglichen es, individu elle Kundenideen

und ­wünsche umzusetzen. In Verbindungen

mit den Messehallen, dem Freigelände

und den Parkplätzen entsteht eine funktionale

Veranstaltungslocation. Das gesamte Messegelände

ist direkt an das öffentliche Verkehrsnetz

(Bahn, Straßenbahn, Bus) und dadurch an die

Innenstadt angeschlossen. Ebenfalls garantiert

Ulm als Knotenpunkt eine ideale infrastrukturelle

Anbindung an die Autobahn zwischen

Stuttgart und München.

Ulm­Messe GmbH

Böfinger Straße 50

89073 Ulm

Tel. (07 31) 9 22 99­0

www.ulm­messe.de

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7


[spezial] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

für langfristige Geschäftsbeziehungen. Hier

geht es selten um Spontankäufe.“

Für Harald Kötter stand und steht der Mensch

ganz klar im Mittelpunkt einer Messe. Deshalb

gehören für deutsche Unternehmen Ausstellungen

zu den wichtigsten Instrumenten

in der Business-to-Business-Kommunikation:

„Über 40 Prozent der B-to-B-Etats fließen in

Messebeteiligungen. Insgesamt geben Aussteller

und Besucher für ihr Messe-Engagement

in Deutschland pro Jahr rund 12 Milliarden

Euro aus.“ Er nennt weitere Zahlen: „Für

die Durchführung überregionaler und internationaler

Messen stehen auf 22 deutschen

Messegeländen rund 2,8 Millionen Quadratmeter

Hallenfläche zur Verfügung. Drei der

fünf größten Messeareale der Welt liegen in

Deutschland.“

Große, klare Bilder funktionieren besser als überfrachtete Texttafeln. Nur schön reicht aber nicht: Es

muss eine Verbindung zu den Produkten geben. Beispiel unten: Unsere weiße Ware tut der Natur gut.

nal geschult ist: „Die Mitarbeiter der Teams

sollten mit einer offenen, freundlichen Körpersprache

überzeugen und auf gar keinen

Fall aufdringlich sein. Das schreckt die Gäste

eher ab. Wenn die ,Software Mensch‘ nicht

funktioniert, dann kann der schönste Stand

auch nicht mehr viel ausrichten.“

Auch für Uta Goretzky spielt das Miteinander

der Menschen eine große Rolle: „Nicht umsonst

heißt es in der Branche: ,You can‘t e-mail

a handshake.‘ Die Stärke einer Messe besteht

noch immer im persönlichen Kontakt. Die

Kunden möchten ja wissen, ob man den Menschen

hinter dem Produkt oder der angebotenen

Dienstleistung voll und ganz vertrauen

kann. Und dies erfährt man eben nur im Gespräch.“

Von Mensch zu Mensch

So sieht das auch Harald Kötter, Sprecher des

Ausstellungs- und Messe-Ausschusses der

Deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA) in Berlin:

„Messebesucher suchen definitiv die reale

Begegnung mit den Ausstellern und nutzen so

die Chance, einen zukünftigen Geschäftspartner

persönlich kennenzulernen. Man möchte

ihn einschätzen können, denn meistens

knüpft man auf einem Messestand Kontakte

Bloss nicht tiefstapeln

Dazu zählt auch das Messegelände der niedersächsischen

Landeshauptstadt, wo einmal im

Jahr die „Hannover Messe“ ihre Pforten öffnet.

Ein Muss auch für die Industrie- und Handelskammer

(IHK) in Ulm. Sie bietet kleineren

und mittleren Mitgliedsfirmen mit einem Gemeinschaftsstand

die Möglichkeit, sich auf

der weltweit bedeutendsten Industrieausstellung

zu präsentieren. Karl Schick, Leiter der

IHK-Sparte „Internationale Unternehmensförderung“

hebt hervor, wie wichtig es ist,

dass man auf einer Messe nicht tiefstapeln

darf. Deshalb will die IHK auf der Hannover-

Messe auch immer ganz hoch hinaus: „Mit

einer sechs Meter hohen, blauen Leitwand

werben wir sehr auffällig für unsere Region

und dienen so auch als Orientierungspunkt

und Blickfang für unsere Kunden.“

Das digitale Zeitalter wird dem anhaltenden

Erfolg der Messen nichts anhaben können,

davon ist Harald Kötter überzeugt: „Internet

hin oder her. Die sozialen Medien wie Facebook

werden die Messeaktivitäten der Firmen

nicht schmälern. Ganz im Gegenteil, denn sie

werden von den Firmen sogar ganz gezielt eingesetzt,

um zum Beispiel mit Online-Marketing

neue Interessenten zu mobilisieren und

auf die Messen zu locken.“ Auch die sogenannten

virtuellen Messen stellen für Kötter

keine ernstzunehmende Bedrohung des

Messestandorts Deutschland dar: „Das sind

meistens einfache Handels- oder Informationsplattformen,

die sich an das positive

Image des Begriffs Messe anhängen und auf

denen man Kontakt mit einem Unternehmen

aufnehmen und Produkte bestellen kann. Die

8


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[spezial]

Wirkung ist jedoch sehr limitiert, da eine effiziente

Interaktion im Netz technisch sehr aufwendig

ist und deshalb oft nicht realisiert

wird.“

Reizende Entdeckungen

Das Konzept, die Besucher auf einem Messestand

ganz gezielt aktiv werden zu lassen,

läuft auch bei der Liqui Moly GmbH wie geschmiert.

Das Ulmer Familienunternehmen,

das auf die Herstellung und den Vertrieb von

Additiven, Schmierstoffen und Ölen spezialisiert

ist, tritt pro Jahr bei bis zu hundert Messen

auf der ganzen Welt auf.

Um den direkten Kontakt mit den Kunden zu

vertiefen, ist für das Messeteam aus Lehr kein

Weg zu weit. In diesem Jahr hat die Mannschaft

unter anderem schon in Frankfurt,

Shanghai, Las Vegas, Mailand und in Saudi-

Arabien für ihr Unternehmen geworben. Für

Tobias Gerstlauer, Leiter Öffentlichkeitsarbeit

Inland, ist eine Messe viel mehr ein Marke-

tinginstrument: „Für uns sind nicht nur reine

Leistungsschauen wichtig, sondern ganz speziell

auch die Präsentation unserer Produkte

auf Verkaufsmessen.“ Auch die Mitarbeiter

von Liqui Moly nutzen eine Ausstellung bewusst,

um ausgiebige Gespräche mit ihren

Kunden zu führen. Tobias Gerstlauer: „Unsere

Stände sind immer mindestens zu drei Seiten

offen. Wir möchten uns ja nicht abschotten,

sondern die Besucher anlocken. Zudem verzichten

wir auf visuelle Effekthascherei, um

nicht zu sehr von unseren Neuheiten abzulenken.

Egal, in welchem Land wir uns präsentieren.

Bei uns stehen der Mensch und das Produkt

immer im Vordergrund.“

Vor allem das männliche Publikum kommt

am Stand von Liqui Moly gerne vorbei. Immerhin

kann man sich da mitunter schon einmal

mit reizenden Hostessen fotografieren

lassen. Tobias Gerstlauer: „Bei uns gibt es immer

etwas zu entdecken. Speziell, wenn wir

unsere Erotikkalender verteilen, stehen die

Manches funktioniert immer wie geschmiert:

Shooting mit Hostessen am Liqui-Moly-Stand.

Besucher sogar in Schlangen an.“ Es gibt eben

Situationen auf Messen, da kann das Auge gar

nicht anders als hinzusehen. [!]


STEFAN LOEFFLER

Ulmer Spezialist stärkt Präsenz

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Seit jeher gilt die Objekta Immobilienkontor

GmbH als regionaler Spezialist für die qualifizierte

Vermittlung von Gewerbeimmobilien

und Investmentobjekten – immer mit dem

Blick auf die Besonderheiten des lokalen

und regionalen Immobilienmarktes. Gespräche

mit Kunden und Interessenten haben

ergeben: Global agierende Unternehmen und

Organisationen brauchen das bisschen Mehr,

nämlich durchgängig professionelle und zuverlässige

Betreuung – deutschlandweit und

international.

Um nun auch diesen überregional tätigen

Mandanten den gewohnt sachkundigen und

diskreten Service zu bieten, erweitert die

Objekta Immobilienkontor GmbH ihre Kompetenz

und wird ab 2015 Teil eines internationalen

Netzwerks unabhängiger Immobilienberatungsunternehmen.

Kein Land und keine Region sind gleich.

Deshalb ist es selbstverständlich, dass die

Netzwerk-Partner vor Ort mit den Besonderheiten

des jeweiligen Immobilienmarktes

bestens vertraut sind.

„Die Wirtschaft wird zunehmend globaler,

daher ist es uns wichtig, unseren Mandanten

zukünftig einen überregionalen Zugang

zu gewährleisten“, erläutert Michael Wägerle,

Geschäftsführer von Objekta Immobilienkontor

diesen Unternehmensschritt.

Das Netzwerk besteht ausschließlich aus inhabergeführten

Immobilienspezialisten mit

einem identischen Leistungsprofil wie die

Objekta Immobilienkontor GmbH, die wiederum

federführend in der Metropolregion

Ulm/ Neu-Ulm und darüber hinaus tätig ist.

9


[titelthema] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

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unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[titelthema]

Die Firma

geht vor Familie

Clemens Maier ist der Urenkel des Gründers von Ravensburger. Dass er heute

zum Vorstand des Unternehmens gehört, ist keine Selbstverständlichkeit. Der

Leitsatz „Firma geht vor Familie“ bedeutet in dem Spiele- und Bücherverlag: Wer

ins Unternehmen geht, muss der Aufgabe gewachsen sein.

Haben Sie Kinder?

Meine Frau und ich haben zwei Jungs mit neun und

sieben, dazu ein Mädchen mit zwei Jahren. Der Mittlere

wird morgen sieben. Da steht uns ein Kindergeburtstag

ins Haus.

Wie sieht ein Kindergeburtstag aus, wenn der Vater

Vorstandsmitglied des größten deutschen Spieleherstellers

und Kinderbuchverlags ist?

Ich bin am Nachmittag dabei. Das schaffe ich aber nicht

bei jedem Kindergeburtstag. Wir haben die Regel, dass

so viele Kinder eingeladen werden wie das Kind alt

wird, mit Bruder und Geburtstagskind sind es also

neun. Wir machen dann sicher nicht nur Spiele im

Haus. Mit neun Jungs geht das nicht. Es gibt auch eine

Schnitzeljagd.

Lesen Sie Ihren Kindern aus Büchern vor, auch dem

Ältesten?

Nach wie vor. Das ist bei uns ein Ritual. Ich versuche,

an einem normalen Tag zum Vorlesen im Bett zuhause

zu sein. Am Anfang waren das meist Bücher wie „Wieso?

Weshalb? Warum?“ mit vielen Bildern, wo die Kinder

etwas entdecken können. Inzwischen sind es eher

Geschichten, erste Romane. Der Größte ist eine richtige

Leseratte – zum Glück.

Das ist bei Jungs nicht selbstverständlich.

Das stimmt. Als ich angefangen habe, Harry Potter vorzulesen,

hat er das regelrecht aufgesaugt. Jetzt nimmt

er die Bücher und liest selber weiter. Beim abendlichen

Vorlesen bleibt es aber – weil es einfach schön ist.

Was lesen Sie selbst?

Ich habe ja mal Literatur studiert und bin literaturinteressiert.

Aber ich muss gestehen, dass ich nicht

mehr viel zum selber lesen komme. Und wenn, sind es

Bücher, die mit dem Geschäft zu tun haben. Im Moment

lese ich ein Buch über den Gründer von Patagonia,

das ist ein US-Hersteller von Outdoor-Bekleidung.

In „Let my people go surfing“ schildert Yvon Chouinard

die Erfolgsgeschichte seines Unternehmens.

Wie ist es um die Lesekultur in Deutschland bestellt?

Bei Kindern und Jugendlichen – also unserer Zielgruppe

– besser als viele denken. Je nach Studie lesen zwischen

Zweidrittel und Dreiviertel aller Kinder – oder

geben an zu lesen. Die Mädchen mehr, die Jungs etwas

weniger. Da muss man sich keine Sorgen um die Lesekultur

per se machen. Natürlich vollzieht sich in der

Form der Bücher ein Wandel: Die Bedeutung der

E-Books nimmt zu.

Stichwort: Harry-Potter-Effekt. Was ist damit gemeint?

Harry Potter hat damals viele Jungs zum Lesen gebracht.

Der Effekt ist inzwischen verebbt.

Braucht man also einen neuen Knaller?

Ja, der Markt für Jugendbücher ist bestsellergetrieben.

Wir sind als Verlag führend im Bereich Kinderbuch,

also der Vorlese- oder Sachbücher und Bücher für die

Jüngsten, vertreten. Daher stand bisher bei uns die Frage

nach den erzählenden Bestsellern im Jugendbuch

nicht im Vordergrund. Aber das wird auch für uns zunehmend

wichtig.

Zur Person

Clemens Maier hat

seit jeher engen Kontakt

zum Familienunternehmen

Ravensburger

– und das im

wörtlichen Sinne. Als

Kleinkind trennte nur

eine Tür das Wohnzimmer

der Familie

vom Büro des Vaters

im Stammhaus des

Verlags in der Ravensburger

Marktstraße.

Später lernte

er auf dem Firmenhof

das Autofahren. Nach

dem Studium (Volkswirtschaft,

Literatur)

und ersten Berufsstationen

außerhalb

trat er 2005 ins Unternehmen

ein. Seit

vier Jahren ist er Mitglied

des Vorstands

und verantwortet unter

anderem das

Buchgeschäft. Maier

lebt mit Frau und drei

Kindern am Bodensee.

Zum Abschalten

geht er morgens

Joggen. amb

Müssen Sie heute mehr Jugendbücher anbieten,

weil die geburtenschwächeren Jahrgänge auch

Lesen und vor allem seinen eigenen Kindern vorzulesen, ist einfach schön, sagt Clemens Maier.

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[titelthema] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Es gibt immer weniger Kinder.

Dennoch ist der Kinderund

Jugendbuchmarkt stabil,

sagt Clemens Maier. Der

Grund: Die Kinder werden

reicher beschenkt als früher.

einem Kinderbuchhersteller wie Ihnen zu schaffen

machen?

Wir wollen den Bereich der erzählenden Jugendbücher

ausbauen, weil er uns Wachstumschancen bietet und

verzeichnen bereits erste schöne Erfolge. Der Aspekt

Demografie ist im Übrigen sowohl für den Buchhandel

als auch für Spielware interessant.

Warum?

Die Zahl der Geburten geht zurück. Aber der Kinder-

und Jugendbuchmarkt ist relativ stabil, und der Spielwarenmarkt

ist in den vergangenen drei, vier Jahren

gewachsen.

Woran liegt das?

Die Ausgaben pro Kind steigen. Wir bei Ravensburger

erklären uns das unter anderem mit der Zunahme der

Patchwork-Familien. Heute gibt es mehr Partnerschaften,

die auseinandergehen, mehr Ehen, die geschieden

werden – und die später neue Familien bilden. Damit

wächst der Kreis der Schenkenden, zum Beispiel mit

Stiefgroßeltern, -Tanten und -Onkeln.

Wie groß – und wichtig – sind die Unterschiede zwischen

Mädchen- und Jungen-Büchern?

Die Unterschiede sind groß, aber es gibt auch eine

Schnittmenge. In der Tendenz sprechen phantasiegetriebene

Themen eher Mädchen an, Abenteuer oder

actiongetriebene Themen eher die Jungs. Das hängt in

hohem Maße auch von einzelnen Autoren ab. Und

nach wie vor sind je nach Altersgruppe klassische

Abenteuer- und Detektivgeschichten beliebt. Was bei

allen gut ankommt, ist zum Beispiel das Thema Tier-

Fantasy. Und auch Drachen sind nach wie vor ein Thema

für beide Geschlechter. Bei den Sachbüchern verschwinden

die Unterschiede ohnehin, etwa bei unserer

neuen Serie „Profiwissen“ für Kinder ab 8 Jahren. Wissensvermittelnde

Bücher sind für uns seit jeher sehr

wichtig, ebenso allererste Vorlesebücher.

Verändert der Einzug des Tablets die Entwicklung

von Kinderbüchern?

Im Belletristik-Markt für Erwachsene sind Tablets und

E-Reader voll etabliert. In Amerika ist das normale Taschenbuch

weitgehend verdrängt. Auch in Deutschland

steigen die E-Book-Anteile bei Erwachsenen. Im

Kinderbuchmarkt, der hauptsächlich grafisch getrieben

ist, ist es noch nicht so weit. Die meisten Reader

sind schwarz-weiß, das begrenzt die Möglichkeiten,

aber wir bereiten uns auf diese „zweite Welle“ aktiv vor.

Und bei rein textbasierten Büchern?

Nicht jeder Zwölfjährige hat heute schon ein Tablet

oder einen Reader. Der E-Book-Anteil im Kinder- und

Jugendbereich beträgt in Deutschland rund 2,5 Prozent.

Die Verbreitung der Tablets bei Erwachsenen ist

da viel weiter. All unsere rein textbasierten Titel verlegen

wir automatisch auch als E-Book und bieten sie auf

allen Plattformen an.

Wie sieht das Kinderbuch im Jahr 2030 aus? Planen

Sie so weit voraus?

Das ist bei Kinderbüchern kaum möglich. In der wirtschaftlichen

Planung denken wir zwei bis drei Jahre

voraus. Wenn es um strategische Fragen geht, wie

„Wohin wollen wir das Unternehmen entwickeln?“

12


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[titelthema]

denken wir durchaus zehn Jahre voraus. Wir haben

vergangenes Jahr eine neue Vision für diesen Zeitraum

entwickelt.

Was kam dabei heraus?

Ein Element unserer Vision ist, uns

zunehmend von der Ausgabeform

unserer Angebote unabhängig zu

machen. Im Kern geht es bei unseren

Produkten um den Inhalt: im

Buchbereich um die Geschichte

oder das Wissen, das vermittelt

wird, im Spiel um das spielerische

Konzept. Ob etwas auf Papier gedruckt

wird und zwischen zwei Buchdeckeln auf den

Markt kommt oder auf einem Tablet als E-Book erscheint

oder in irgendeiner Form dazwischen, die wir

hybrid nennen, soll zweitrangig werden. Unsere Inhalte

bieten wir also in verschiedenen Ausgabeformen an:

haptisch, hybrid oder digital.

Haben Sie ein Beispiel für ein Hybrid-Produkt?

Ein physisches Produkt, das mit den Möglichkeiten aus

Ob etwas

zwischen

Buchdeckeln

steht, wird

zweitrangig

der Digitalisierung angereichert ist, ist beispielsweise

unser interaktives Lernsystem Tiptoi, das mit einem

intelligenten Stift ausgestattet ist. Mit dem können

Kinder Bücher und Spiele eigenständig

akustisch erleben und erkunden.

Haben Sie mit dem Erfolg von

Tiptoi gerechnet?

Der Businessplan war ehrgeizig,

aber wie das so ist: Diese Pläne sind

immer falsch. Bei Tiptoi sind wir

positiv überrascht worden. Wir

haben in Deutschland mittlerweile

mehr als 1,5 Millionen Stifte im Markt. Das ist die

Basis für den Verkauf weiterer Bücher und Spiele.

Und neuerdings auch von Tierfiguren und Dinosauriern.

Die kommen gut an, weil sie einen echten Mehrwert

bieten. Die Kinder können sie mit dem Tiptoi-Stift antippen.

Dann machen sie Geräusche, vermitteln Wissen

oder laden zum Spielen ein.

Tische mit Charakter

Schaffen Sie Raum für Persönlichkeit.

Fragen Sie nach detaillierten Unterlagen

beim autorisierten Fachhandel.

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13


[titelthema] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Die Menschen verbringen immer

mehr Zeit mit digitalen

Spielen, beobachtet Clemens

Maier. Deshalb vereinen viele

der neuen Spiele klassische

und digitale Elemente.

Inwieweit verändert die Digitalisierung Ihre Absatzwege?

Der klassische Buchhandel ist der Hauptabsatzweg.

Keine Frage. Aber natürlich ist Online die vergangenen

Jahre stark gewachsen. Übers Internet gibt es ganz andere

Marketingmöglichkeiten: Filme, Leseproben, man

kann die Bücher anders erklären. Es gibt Rezensionen

und Bewertungen.

Wir haben den Anspruch, uns immer wieder neu zu

erfinden und auch mit Innovationen nach einer gewissen

Anlaufphase Geld zu verdienen. Für Neuheiten fallen

natürlich höhere Kosten an. Gleichzeitig pflegen

wir unsere Klassiker und bauen sie zu Produktmarken

aus, wie „Das Verrückte Labyrinth“ im Spielebereich.

Das ist ein Spiel, das seit mehr als 25 Jahren erfolgreich

ist und von dem es verschiedene Editionen gibt.

Was bedeutet das für Ihre

marketingstrategie und fürs

Unternehmen?

Als Unternehmen müssen wir zum

Beispiel Marketingwerkzeuge für

Online-Händler zur Verfügung stellen.

Da geht es um gemeinsame

Maßnahmen wie Direktmarketing

mit Newslettern oder Verlinkungen.

Eine ganze Abteilung in unserem

Haus kümmert sich um diese Themen.

Was sich

verändert,

ist die

Art des

Spielens

Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Tradition

und Moderne, innovativen Ideen und Ihren vielen

Klassikern? Und was ist wirtschaftlich erfolgreicher?

Verändert sich die Art des Spielens

in Deutschland – der Spieltrieb

der Menschen?

Der Spieltrieb der Deutschen ist

hoch. Der Spielwarenmarkt hierzulande

wächst. Was sich verändert,

ist die Art des Spielens.

Warum?

Weil die Menschen mehr Zeit mit

digitalen Spielen verbringen. Das ist eine Chance für

Ravensburger, da wir diese zwei Welten – klassisch und

digital – in neue Produkte integrieren.

Wächst nicht auch in unserer umtriebigen Welt die

Ungeduld der Spieler? Und verkürzt Ravensburger

14


R

unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[titelthema]

in der Folge die Dauer der einzelnen Spieldurchgänge?

Das tun wir. Wir sind ein marktorientiertes Haus und

schauen auf die Bedürfnisse unserer Kunden. Deren

Zeit ist heute enger getaktet als früher. Man hat nicht

mehr so viel Ruhe für das klassische Brettspielszenario:

vier Leute am Tisch, das Regelbuch durchlesen und

dann anfangen. Spiele müssen heute schneller zugänglich

sein, zum Teil dauern sie auch kürzer.

Was verändert sich noch?

Wir gestalten die Regeln einfacher und erleichtern den

Einstieg ins Spiel, auch durch Demos und Filme im Internet

oder durch unsere jüngste hybride Innovation

„Smartplay“.

Wie funktioniert das?

Ein übliches Smartphone wird mit einer Vorrichtung

über dem Spielbrett befestigt und registriert mit seiner

Kamera alles, was dort passiert. Per App wird es zum

intelligenten Spielleiter, erklärt die Regeln, gibt Aufgaben,

schafft die Audio-Atmosphäre. Spieldauer und

Schwierigkeitsgrad können angepasst werden.

Sind die Deutschen besonders ungeduldig?

Dass man die Spiele kürzer und zugänglicher gestalten

muss, das geht quer durch Europa – ist also kein deutsches

Thema.

Themenwechsel: Sie haben bald Zehnjähriges bei

Ravensburger. Kriegt man da eine Gratifikation?

Nein, mit 10 Jahren noch nicht, da muss man ein

bisschen länger dabei sein. Wir haben lange Zugehörigkeiten.

So lange arbeiten Sie nun für Ravensburger. Wann

war Ihnen klar, dass Sie ins Familienunternehmen

einsteigen?

Die Verbindung zum Unternehmen war immer da.

Mein Vater hat mit uns Kindern früh über das Unternehmen

gesprochen, uns ein Stück weit mit einbezogen.

Das hat er stets auf eine sehr angenehme Art gemacht.

Wir hatten immer das Gefühl, dass wir über ihn

mit dem Unternehmen in Kontakt stehen. Er hat uns

mitgenommen, hat uns die Produktion gezeigt; ich habe

übrigens hier auf dem Hof Autofahren gelernt. Aber

er hat keinen Druck aufgebaut. Die konkrete Entscheidung,

ins Unternehmen einzusteigen, kam viel später.

Wie haben Sie diesen Freiraum genutzt?

Im Studium und die zehn darauffolgenden Berufsjahre

bin ich meinen eigenen Weg gegangen und habe das

studiert und gearbeitet, was mich als Person ausgebil­

Die Zeiten sind hektischer, die

Leute haben weniger Zeit:

Also müssen auch die Regeln

der Spiele einfacher gestaltet

werden, erklärt Vorstandsmitglied

Clemens Maier.

Bauen zu können ist die eine Sache, zu dürfen die andere.

Wir sagen DANKE und freuen uns über neue Herausforderungen!

F.

KIRCHHOFF SYSTEMBAU

Auftraggeber (v. l).: URACA GmbH & Co. KG - Bad Urach, Dr. Hannes Egle - Tuttlingen, Marc Cain Holding GmbH- Bodelshausen

Architektur: Hank + Hirth, Eningen, Objekt Mitte: Architekturbüro Weber, Gosheim - Fotos: Oliver Starke, FRICON - Alexander Frick

15


[titelthema] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Literatur und Volkswirtschaft:

Für sein Studium und

seine ersten Berufsstationen

hat Clemens Maier Bereiche

gewählt, die ihn als Person

weiterbringen – die aber auch

gut zu Ravensburger passen.

det hat. Natürlich habe ich Themen gewählt, die

im weitesten Sinne zu Ravensburger passen. Also

habe ich Wirtschaft studiert. Nicht BWL, sondern

Volkswirtschaft. Dann einen Master in Literatur

– in erster Linie für mich. Das war

mit Blick aufs Unternehmen aber

auch nicht schlecht. Gleiches galt

für meine ersten Berufsstationen:

Bei Viacom, dem Kinderfernsehsender

Nickelodeon und bei Bertelsmann

in der Verlagsgruppe

Random House. Ich arbeitete in

England und in den USA. Aber es

war mir klar, eines Tages ins Unternehmen

zu gehen. 2005 war es

soweit.

Gab es einen konkreten Auslöser?

Mit 34 Jahren und circa 10 Jahren Erfahrung außerhalb

des Unternehmens war das ein guter Zeitpunkt. Mir

wurde immer mehr bewusst, wie sehr ich mit dem Unternehmen

verbunden bin. Dass ich ein Teil davon bin

und dass ich dort meinen Beitrag leisten will.

Mir ist hier

nicht der

rote Teppich

ausgerollt

worden

Sie sind Urenkel des Gründers, treten ins traditionsreiche

Familienunternehmen ein, wo Sie wahrscheinlich

auch kritisch beäugt worden sind. Spürten

Sie einen gewissen Druck?

Durchaus, aber damit kann ich relativ

gut umgehen. Es hängt ja

auch davon ab, wie man gestrickt

ist. Bei Ravensburger habe ich als

Geschäftsführer der spanischen

Tochtergesellschaft angefangen,

weit entfernt vom Stammsitz. Das

war am Anfang gut. Ich glaube,

mit der Zeit konnte ich die Mitarbeiter

kennenlernen und Barrieren

abbauen. Die Leute haben

gemerkt, dass ich ein ganz normaler Typ bin. Mich

darf man auch mal kritisieren, das nehme ich nicht

persönlich.

Sind das dann Ravensburger Werte, die Sie geprägt

haben?

Ja, das Unternehmen ist in hohem Maße von der Familie

geprägt und umgekehrt. Zu den Werten gehören

16


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[titelthema]

Das Verlagsgebäude im Ravensburger Süden. Von dort werden auch Händler mit Spielen und Puzzeln beliefert.

Anspruchsvoll und

erfolgreich seit 131 Jahren

Für Unterhaltung und Bildung der Gesellschaft

Nutzen zu stiften, lautet einer

der Unternehmensgrundsätze der Ravensburger

AG. Sich immer wieder neu zu

erfinden, ist ein anderer Anspruch. Daher

bringt das 1883 von Otto Maier gegründete

Unternehmen jährlich 1700 Neuheiten

im Spiel- , Puzzle- und Kreativbereich sowie

450 neue Kinder- und Jugendbücher

heraus. Das Programm umfasst rund

8000 verschiedene Produkte, die zu

90 Prozent in den eigenen Werken am

Stammsitz und im tschechischen Policka

gefertigt werden.

Die Bandbreite der Spiele reicht von Klassikern

wie Memory, „Fang den Hut“ und

Malefiz über „Scotland Yard“, „Tempo,

kleine Schnecke“ bis hin zu „Wer war‘s“

und dem elektronischen Tiptoi-Stift, der

Kinderbücher und Spiele um eine Audio-

Dimension bereichert. Bei Spielen und

Kinderbüchern ist das Familienunternehmen

Marktführer in Deutschland, bei

Puzzles sogar in Europa. Der Umsatz

kletterte 2013 um 8,7 Prozent auf 359

Millionen Euro. Rund 80 Prozent entfallen

auf den Geschäftsbereich Spiele, Puzzles,

Beschäftigung, knapp ein Fünftel (67,9

Millionen Euro) auf den Buchbereich. Der

Geschäftsbereich Freizeit und Promotion,

zu dem das Spieleland gehört, ist mit Abstand

der kleinste der drei Bereiche. 925

der insgesamt 1720 Mitarbeiter arbeiten

in Ravensburg.

AMB

unter anderem eine selbstbewusste Bescheidenheit

und Stetigkeit.

Gibt es so etwas wie eine eherne Regel?

Wir haben ein Prinzip: Die Firma geht vor Familie.

Mein Vater (Otto Julius Maier) und meine Tante

(Dorothee Hess-Maier, Anmerkungen der Redaktion)

haben das bewusst entschieden. Was die Firma macht,

wofür sie steht, die Marke, ihre Entwick lung, die Arbeitsplätze,

die sie vielen Menschen bietet – das alles ist

viel wichtiger als diese relativ kleine Familie, der das

Unternehmen gehört. Daraus leitet sich ab,

dass jemand aus der Familie nur dann ins Unternehmen

gehen kann, wenn er dieser Aufgabe auch

gewachsen ist.

Was folgt daraus?

Um die nötigen klaren Strukturen zu schaffen, haben

wir das Unternehmen in eine AG umgeformt, also

nicht etwa um an die Börse zu gehen. Zu dem Zeitpunkt

war auch klar, dass es aufgrund des Altersunterschieds

in der Familie von der dritten zur vierten Generation

keinen fließenden Übergang geben wird und für eine

Übergangszeit ausschließlich familienfremdes Management

das Unternehmen lenkt.

Haben Sie Chancen erhalten, weil Sie zur Familie

gehören?

Ja, aber immer unter dem kritischen Auge des Managements

und des Aufsichtsrats. Mir ist hier nicht der rote

Teppich ausgerollt worden. Ganz im Gegenteil. Manchmal

bin ich ein bisschen härter angefasst worden – und

das ist auch richtig so. Sich durchzubeißen und durchzusetzen,

gehört dazu.

Seit dem Jahr 2000 setzt Ravensburger auf

Fremdmanager an der Spitze. Wie ist es als Miteigentümer,

sich von einem externen Chef etwas

sagen zu lassen?

Richtig, denn so sind die Spielregeln. Von meinen unterschiedlichen

Chefs konnte ich viel lernen, fachlich

und menschlich.

Karsten Schmidt war Deutschlandchef von Philip

Morris, bevor er zu Ravensburger wechselte. Ihr

Finanzchef Jörg-Viggo Müller kam von Hugo Boss.

17


[titelthema] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Wer sich von niemandem

etwas sagen lässt, bekommt

keine wirklich guten Leute ins

Unternehmen, erklärt

Clemens Maier im Gespräch

mit Irmgard Städele und

Alexander Bögelein von der

Redaktion unternehmen[!].

Das Interview führten

Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter Unternehmen

[!] und Irmgard

Städele, Redaktion

Unternehmen [!]

Fotos: Marc Hörger

Dokumentation:

Isabella Burk

Ihr Aufsichtsrat ist gespickt mit namhaften Wirtschaftsvertretern.

Ja, wir suchen bewusst nach hochkarätigen Personen

in Management und Aufsichtsrat. Am Ende geht es um

das Unternehmen und dessen richtige strategische

Ausrichtung. Jede einzelne Person muss sich in diese

Struktur unseres Familienunternehmens einfügen. Logischerweise

auch ich.

So dass sich die emotionale Frage

„Was hat mir ein Fremdmanager

zu sagen?“ für Sie gar nicht

stellt?

Das muss man abkönnen. Wenn einer

sagt, „ich bin hier der Familienunternehmer,

ich lass mir nichts

von niemandem sagen“, kann das

aus meiner Sicht nicht funktionieren.

So kriegt man keine wirklich

guten Leute ins Unternehmen. Die

Inhaber eines Familienunternehmens müssen Fremdmanagern

Freiräume zugestehen.

Ist die Führung durch das Fremdmanagement beim

Familienunternehmen Ravensburger aus Ihrer

Sicht gelungen?

Absolut! Schauen Sie sich die Entwicklung von Ravensburger

in den vergangenen 13 Jahren mit Karsten

Schmidt an. Zudem hat das Fremdmanagement Prozesse

etabliert und Strukturen ins Unternehmen gebracht,

die für einen Mittelständler wie Ravensburger schon

ziemlich professionell sind. Wir können damit auch

wachsen.

Richtig ist:

Macht

keine reine

Familienaffäre

daraus

Unter welchen Voraussetzungen verläuft so eine

Zusammenarbeit zwischen Familie und externem

Management erfolgreich?

Struktur und natürlich definierte Prozesse im Unternehmen.

Wie kommt man zur Entscheidungsfindung?

Wie werden Themen durch die Hierarchie bearbeitet?

Was gibt es für Meetings? Wo werden welche Themen

abgestimmt? Diese Schnittstellen muss jedes Unternehmen

definieren. Zum anderen brauchen sie externe

Manager, die mit einer solchen Situation

umgehen können, die ihren

Mann stehen, die sich nicht

unterordnen, nur weil der andere

ein Familienmitglied ist. Ob das

jetzt im Vorstand ist oder auf einem

anderen Level. Und die Familienmitglieder

müssen ebenso bereit

sein, nach diesen Spielregeln

zu spielen.

Welchen Rat würden Sie anderen Familienunternehmen

geben?

Da gibt es kein Patentrezept. Ich halte den Grundsatz

„Firma geht vor Familie“ für richtig. Jedes Unternehmen

steht mit seinen Angeboten für irgendwas, das ist

der eigentliche Zweck eines Unternehmens. Wenn ich

mit Menschen spreche, die ihr Unternehmen strukturieren,

sage ich: Macht keine reine Familienaffäre daraus,

strukturiert es, und stellt euch auch der Reibung,

die es zwischen Fremdmanagement und Familie geben

kann. Natürlich ist das nicht immer einfach. Aber

wenn man es richtig macht, bringt die Reibung das Unternehmen

voran. [!]

18


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[finanzieren] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Ans Schlimmste denken – und vorsorgen

Ein Firmenlenker fällt aus, zum Beispiel durch einen Unfall. Vielleicht stirbt er sogar. Das kann einen Betrieb schnell in

Existenznöte bringen. Ein betrieblicher Notfallkoffer hilft, für den Ernstfall vorzusorgen.

Total-Chef Christophe de Margerie stieg

Ende Oktober auf dem Moskauer Flughafen

in seinen Privatjet – damit begann

eine Verkettung unglücklicher Umstände.

Beim Start stieß das Flugzeug mit einem

Schneepflug zusammen, der zum falschen

Moment über die Startbahn fuhr – wohl auch,

weil der Fahrer Berichten zufolge angetrunken

war. Der Jet hob nach der Kollision noch

ab. Doch bei der versuchten Notlandung zerschellte

der Rumpf. Alle vier Insassen kamen

ums Leben. Die Verantwortlichen des Öl-Multis

handelten schnell. Bereits einen Tag nach

dem Unglück kam der Verwaltungsrat zu einer

Krisensitzung zusammen und beschloss

eine Nachfolgelösung. Damit war einer der

größten französischen Industriekonzerne nur

24 Stunden ohne Führung.

Der Chef ist bei bester Gesundheit. Und überhaupt denkt er gar nicht daran, die Fäden aus der Hand zu

geben. Wer so kurzsichtig denkt, gefährdet im Ernstfall sein Unternehmen – besser rechtzeitig alles regeln.

Manager üben Katastrophen

Nun sind börsennotierte Konzerne schon von

Gesetzes wegen verpflichtet, Verhinderungsund

Vertretungsregelungen zu treffen. Häufig

gibt es klare Anweisungen, was in einer Krisensituation

zu tun ist. Nicht selten werden

solche Situationen sogar regelmäßig in Übungen

simuliert. In großen, von Managern geführten

Unternehmen ist es zudem üblich,

dass der Vorstand aus mehreren Mitgliedern

besteht, die im Fall des Falles füreinander einspringen

können. Doch was geschieht in einem

mittelständischen Betrieb, wenn etwa

der geschäftsführende Alleininhaber bei einem

Unfall ums Leben kommt oder zumindest

zeitweise nicht entscheidungsfähig ist?

„Kommt es zu einem solchen Problemfall,

kann das für das Unternehmen schnell zu einer

existenzbedrohenden Krise werden“, weiß

Markus Schweinstetter, Betriebsberater der

Handwerkskammer Ulm, aus seiner Berufspraxis.

Walter Müller, Inhaber einer Logistik-Gruppe

in Opfenbach, hat am eigenen Leibe erlebt,

wie es sein kann, wenn es der Firmeninhaber

versäumt, frühzeitig eine verbindliche

20


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[finanzieren]

Regelung für den Notfall zu treffen. Als sein

Vater plötzlich verstarb, musste er als junger

Mann von heute auf morgen die Geschäfte des

elterlichen Betriebes übernehmen – und sich

allein um alles rund um die Übergabe kümmern,

eben weil es keine Regelung für diesen

Fall gab. Aus dieser

Erfahrung hat der

heute 54-Jährige

die Konsequenzen

gezogen: Schon

vor 15 Jahren ist

Müller, dessen Unternehmen

einen

zweistelligen Millionenumsatz

pro

Walter Müller musste Jahr erzielt, zum

plötzlich die Firma führen. Notar gegangen

und hat Verfügungen

für den Notfall getroffen. Zwei sehr

enge Freunde von ihm, die selbst in der Wirtschaft

tätig sind, hat er als Nachlassverwalter

bestimmt. Sie übernehmen die Gesellschafterfunktion

und führen das Unternehmen

weiter, sollte ihm unerwartet etwas zustoßen.

„Ich wollte nicht, dass meiner Frau und meinen

Kindern das Gleiche wie mir passiert“,

begründet Müller seinen Entschluss.

sCHMERZHAFTE gEDANKEN

Doch damit ist er die Ausnahme. „Häufig wird

dieses Thema erst dann zum Thema, wenn die

Notsituation bereits eingetreten ist“, sagt

Schweinstetter. Bei Betriebsbesuchen spricht

er das Thema Vorsorgeregelung regelmäßig

an – oft mit mäßigem Erfolg. „Der gute Vorsatz

ist bei vielen Unternehmern vorhanden,

aber er wird dann nicht umgesetzt, weil das

schnell im Tagesgeschäft untergeht.“

„Schätzungsweise haben nur 30 Prozent aller

Betriebsinhaber eine Not- oder Nachfolgeregelung

getroffen“, sagt Norbert Lang, Spezialist

in der Unternehmensberatung Kern und

Partner, „schließlich heißt das auch, sich mit

der eigenen Endlichkeit und Sterblichkeit zu

beschäftigen.“ Gerade unternehmerisch tätige

Persönlichkeiten sind oftmals aktive „Macher-Typen“,

die eine Vielzahl von Plänen ver-

folgen – und

solche Gedanken

gerne beiseite

schieben. „Das eigentliche

Problem

dabei ist nicht das

Doing, sondern die

Frage: Wer soll

mich vertreten,

wenn ich zeitweise

oder gar nicht Norbert Lang ist Profi für

mehr im Betrieb Unternehmensnachfolge.

bin“, weiß Lang.

Mitunter hapert es aber auch an einer Orientierungshilfe,

um das Problem entschlossen

genug anzugehen. Schließlich gilt es; Regelungen

für teilweise sehr komplexe Fragestellungen

zu finden, die am Ende auch juristisch

wasserdicht sein müssen. „Jeder Unternehmer

sollte daher rechtzeitig einen betrieblichen

Notfallkoffer packen“, empfiehlt Lang. Darin

sollten Pläne für alle unerwarteten Ereignisse

stecken, die den Fortbestand des Unternehmens

gefährden können.

Wir finanzieren den Mittelstand.

Nutzen Sie das Sparkassen-Finanzkonzept für Firmenkunden.

21


[finanzieren] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

In der Praxis ist der Koffer dann mehr ein Notfall-Ordner,

in dem alle wichtigen Punkte – sowohl

aus dem privaten als auch unternehmerischen

Bereich – zusammengefasst und für

den Krisenfall geregelt werden, sollte der Unternehmer

ganz oder zeitlich befristet ausfallen.

Um jedoch mit diesem Instrument arbeiten

und es systematisch entwickeln zu

können, empfiehlt es sich, in bestimmten

Schritten vorzugehen:

1. Vermögensbilanz machen

Erster Schritt sollte eine Aufstellung sein, mit

der sich der vorsorgewillige Unternehmer einen

Überblick darüber verschafft, welche Arten

von Vermögenswerten er überhaupt besitzt.

Dazu gehören die eigentlichen

Firmenwerte ebenso wie privater Besitz – zum

Beispiel Immobilien, Barvermögen und Guthaben

auf Bankkonten. „Auf diese Weise kann

der Unternehmer nach und nach erfassen, wo

etwas und was genau zu regeln ist“, sagt Lang.

2. Entscheidungen treffen

Liegt die Vermögensbilanz vor, gilt es für den

Unternehmer zu entscheiden, wem einzelne

Vermögenswerte zufallen sollen und wer ihn

an welchen Stellen und in welcher Form vertritt.

„Darüber sollte mit den Betroffenen unbedingt

vorher gesprochen werden, denn die

Bevollmächtigen müssen im Ernstfall auch

zur Verfügung stehen“, spricht Berater Lang

einen heiklen Punkt an, der oft zu Unsicherheit

und Spannungen führt. „Sobald ich mich

bei der Frage ,Wer soll mich vertreten?‘ für eine

bestimmte Person entscheide, entscheide

ich mich gegen andere – und enttäusche zum

Beispiel Mitarbeiter, die dann unter Umständen

den Betrieb verlassen.“ Ebenso erfahren

die potenziellen Erben, ob ihnen selbst das

Unternehmen zufällt oder die Anteile zum

Beispiel in eine Stiftung eingebracht werden.

3. Vollmachten erteilen

Sind alle Absprachen getroffen und Entscheidungen

gefällt, gilt es die notwendigen juristischen

Schritte einzuleiten. Dazu gehört etwa,

einen Nachlassverwalter zu bestellen und zu

bestimmen, ob er entweder selbst die Geschäfte

des Unternehmens weiterführt oder einen

Interims-Manager bestellt, bis er einen dauerhaften

Nachfolger gefunden hat. Zu überlegen

ist auch, an welche Personen Einzel- beziehungsweise

Generalvollmachten erteilt

werden und bei welchen Punkten immer nur

mehrere Personen gemeinsam entscheiden

können.

4. RechtsFallen vermeiden

Zu beachten sind im Zuge des Eigentumsübergangs

auch die Besonderheiten des deutschen

Gesellschaftsrechts. Grundsätzlich gilt:

Gesellschaftsrecht geht vor Erbrecht. Gesellschaftervertrag

und testamentarische Verfügungen

müssen daher sozusagen synchronisiert

werden, damit es keine

Unklarheiten oder späteren juristischen Auseinandersetzungen

gibt. Wenn etwa im Gesellschaftsvertrag

festgelegt wurde, dass bei

Tod eines Gesellschafters der Anteil den restlichen

Gesellschaftern angeboten werden muss

(die sogenannte Erbausschlussklausel), kann

der Erbe des Verstorbenen nicht im Geschäft

die Nachfolge antreten, auch wenn dies das

Testament so vorsieht. Ebenso wird zum Beispiel

eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts

vom Gesetz her aufgelöst, wenn einer der Gesellschafter

stirbt und nichts anderes geregelt

ist. Mit der rechtzeitigen Vereinbarung einer

Fortsetzungsklausel im Gesellschaftervertrag

können Betroffene die Zerschlagung verhindern.

In diesem komplexen Gebiet sollte unbedingt

auf die Expertise eines Fachanwalts

oder Notars zurückgegriffen werden.

Was in den

Notfallkoffer gehört

Wer Vorsorge trifft, verhindert, dass

im Ernstfall wertvolle Zeit verstreicht,

ehe Zuständigkeiten geklärt sind, damit

der Betrieb wieder in geordneten

Bahnen verlaufen kann. Es gilt Fragen

zu klären und Entscheidungen zu treffen.

Neben Verträgen und Vollmachten

sollten alle Passwörter und die Zugangsdaten

für das Onlinebanking gesondert

abgelegt werden. Dazu kommen

Bank- und Kontoübersicht,

Schlüssellisten, Zweitschlüssel für zentrale

Zugänge, Patente und geheime

Produktinformationen („Familienrezepte“).

Nicht fehlen darf eine Übersicht

mit wichtigen Geschäftspartnern und

-adressen und nicht zuletzt persönliche

Unterlagen wie Testament und Patientenverfügung.

Mit dem integrierten

Notfallplan wissen alle Beteiligten wissen,

was im Ernstfall zu tun ist.

Link zur Checkliste:

http://www.lfi-muenchen.de/lfi/moe_

cms/main/ASSETS/bwl_pdfs/LFI_

bwl_Checkliste_Notfallplan.pdf tl

5. Notfallplan machen

Mit den juristischen Entscheidungen sind sozusagen

die Rahmenbedingungen im Krisenfall

festgelegt worden. Genauso wichtig ist jedoch

im Krisenfall, dass alle Beteiligten

wissen, was zu tun ist und wer was macht.

Notfall- oder Krisenpläne (siehe Kasten) helfen

dabei. Sie sind eine Art Checkliste, die systematisch

abgearbeitet wird. Darin wird zum

Beispiel festgelegt, wann und in welcher Form

die Öffentlichkeit, Mitarbeiter, Kunden und

Lieferanten informiert werden.

6. RegelmäSSig überprüfen

Ebenso wie sich die persönliche Lebenssituation

im Zeitablauf ändern kann, verändern

sich auch Unternehmen. Empfehlenswert ist

es daher, die Notfallregelungen mindestens

alle fünf, besser aber alle drei Jahre daraufhin

zu überprüfen, ob sie noch den eigenen Vorstellungen

entsprechen. „Dazu kommt die

Frage, ob sie auch juristisch noch gültig sind“,

sagt Unternehmer Müller. „Da sich zum Beispiel

meine Firmenstruktur vor einiger Zeit

geändert hat und nun bei einigen Tochterfirmen

Mitgesellschafter im Boot sind, war ich

erneut beim Notar und habe mit ihm zusammen

einige Regelungen angepasst und verändert.“

[!]

Thomas Luther

22


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[machen] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

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dem zur Lambertz-Gruppe gehörenden

Werk im Gewerbegebiet von Neu-Ulm/

Schwaighofen das gleiche Ritual ab: Die Führungskräfte

treffen sich zum professionellen

Naschen. Geprüft und verkostet werden in

dieser Runde die Produkte der zurückliegenden

Produktionsschichten. Stimmen der Geschmack,

die Form, die Konsistenz, der Glanz

der Kuvertüre?

„Die verwendeten Rohstoffe sind lebende Produkte,

da gibt es schon mal leichte Schwankungen,

etwa beim Kleber im Mehl“, erklärt

Werksleiter Kurt Stiffel die Prozedur – die ihm

ungeachtet der beachtlichen Zahl von rund

30 Proben nach wie vor Vergnügen bereitet.

Wenn nötig, werden dann die Einstellungen

an den Anlagen

angepasst.

Neben Lebkuchen

bilden „HSB“-Gebäcke

– das Kürzel

steht für „Herzen,

Sterne, Brezeln“ –

die Hauptprodukte

der Neu-Ulmer.

Obwohl im industriellen

Maßstab Werksleiter Kurt Stiffel in

produziert, haben seiner Dienstkleidung.

sich handwerkliche

Grundsätze erhalten. Chemische Zusätze

und Hilfsmittel seien tabu, sagt Stiffel, der als

ausgebildeter Konditormeister seinen jetzigen

Job von der Pike auf gelernt hat. „Und wir

halten an der Tradition fest, für Lebkuchen-

Teige Mehl und flüssigen Zucker bei 80 Grad

drei Tage lang anzusetzen.“

Gleichbleibende Wareneigenschaften sind

bei Markenprodukten von entscheidender Bedeutung

– und eine Erklärung für den Erfolg

von Weiss (Marke „Weissella“) über Jahrzehn-

Bis die Herzen so richtig lecker schmecken, haben

die Rohlinge noch einen weiten Weg auf der Produktionsstraße

vor sich. Fotos: Marc Hörger

24


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[machen]

te hinweg. Wer als Erwachsener in einen

Weissella-Lebkuchen beißt, erwarte den Geschmack

seiner Kindheit, erklärt Stiffel. Die

Rezepturen gehören daher zum wohlgehüteten

Firmengeheimnis, aber auch zum unumstößlichen

Bestand. Klassiker bleibt Klassiker,

Experimente daran würden die Verbraucher

nur irritieren.

Freilich hat dies auch eine Kehrseite. Produktmodifikationen

– und sei es lediglich eine zusätzliche

Konfitüre-Sorte als Füllung – lassen

sich am Markt oft nur schwer durchsetzen.

Das ruhige Frühjahr werde für Versuchsgebäcke

genutzt, die Zuständigkeit dafür obliegt

ebenso wie der Einkauf und das Marketing

der in Aachen ansässigen Mutter-Gesellschaft.

Weitaus mehr zeige sich der Konsument bei

den Gebäckgrößen gesprächs- und genussbereit,

siehe Mini-Lebkuchen.

Ruhe zur Nikolaus-Zeit

Wenn bei Weiss die Saison läuft, ist das noch

im weiteren Umkreis zu riechen. Dann liegt

süßlich-würziger Lebkuchen-Duft in der Luft.

Manche Weihnachtsgebäcke müssen nach

dem Backen einige Monate lagern, damit die

Gewürze ihren vollen Geschmack entfalten

können – das ist der eine Grund für den Start

der Back-Hochsaison schon im Mai. Der andere

liegt im Verbraucher-Verhalten. Der viel

geschmähte Einzug von Weihnachtsartikeln

in die Supermärkte kurz nach dem Sommerurlaub

liegt genau darin begründet. Ein Drittel

des Saisongebäcks geht mittlerweile schon

im September und Oktober über die

Ladentheke.

Von Nikolaus an werde es im Neu-Ulmer

Werk merklich ruhiger. Nach den Festtagen

Ein Neu-Ulmer Traditionsunternehmen unter dem Dach

der Aachener Lambertz-Gruppe

Ursprung der Firma ist das 1925 eröffnete

Feinback- und Nährmittelwerk des Firmengründers

Max Weiß sen. in der Neu-

Ulmer Krankenhausstraße. Sohn Max Weiß

jun., 2010 verstorben, übernahm den Betrieb

1954 und baute ihn stetig aus. 1965

entwickelte er einen Lebkuchen-Streichautomaten

und ließ ihn patentieren. Seit

1994 gehört die Max Weiss Lebkuchenfabrik

Neu-Ulm GmbH zur Lambertz-Gruppe

(Aachen). Unter deren Dach nimmt sie die

Funktion eines Kompetenzzentrums für

die so genannte „Braune Ware“ ein: Gemeint

sind Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen,

Brezeln, Sterne oder Herzen. Anfang

der 1990er Jahre wurde die Produktion in

den Stadtteil Schwaighofen verlagert. Der

Jahresumsatz beträgt rund 90 Millionen

Euro. Die gesamte Lambertz-Gruppe kam

im Geschäftsjahr 2013/2014 auf 585 Millionen

Euro – was einem Umsatzplus von

vier Prozent entspricht.

Bis 1976 war Lambertz ein reiner Printenhersteller

mit einem eher regionalen Verbreitungsgebiet.

Mit der Übernahme der

Weiss-Gruppe GmbH & Co rückte das Aachener

Unternehmen ins Top-Feld der

deutschen Gebäckhersteller auf. thv

verschwinden „HSB“ dann meist sehr schnell

wieder aus den Regalen. Jedenfalls im deutschsprachigen

Raum, wo sie stark mit Weihnachten

verknüpft sind. Mit einem Anteil von drei

Vierteln ist dieser Stiffel zufolge der Hauptabnehmer

der Weiss-Produktion. Anders sei das

Konsumentenverhalten im Ausland. In Brasilien,

aber auch in Polen würden die Artikel

ganzjährig nachgefragt. Dazu kommt, dass

der deutsche Markt Branchenangaben zufolge

weitgehend gesättigt ist. Statistisch gesehen

verputzt jeder Deutsche zwischen September

und Ende Dezember rund 800 Gramm Lebkuchen,

Zimtsterne, Printen und Co. Nach Anga-

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25


Genuss in Sicht: Die Mitarbeiter legen letzte Hand an die Verpackung.

ben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie

ist diese Menge seit Jahren

stabil. Kein Wunder also, dass Weiss/Lambertz,

wenn es um das Thema Wachstum

geht, vor allem das Ausland ins Visier nimmt.

In China sei man bereits vertreten, berichtet

Stiffel, „der US-Markt springt gerade an“. An

den starken saisonalen Schwankungen in der

Neu-Ulmer Produktion hat dies bislang kaum

etwas ändern können.

Im Mai sind, verstärkt durch Saisonkräfte, bis

zu 250 Mitarbeiter an Bord. Gebacken wird

immer rund um die Uhr, jetzt aber sieben Tage

die Woche. Die Rezepturen sind nun auf einen

Ausstoß von bis zu 500 Paletten pro Tag ausgerichtet.

„Man nehme: 50 Tonnen Mehl, 25 Tonnen

Schokolade, eine Tonne Gewürze …“

Allein die täglich verbackenen Zutaten machen

klar, dass im Anschluss an die Backstraßen

ein ausgeklügeltes Logistik-Netz gespannt

sein muss, sonst würde das eigene

Lager in Neu-Ulm schnell an seine Grenzen

stoßen.

„Verschoben“ sind bei Weiss nicht nur die Jahreszeiten,

sondern gleichzeitig auch die Wetterwünsche.

Ein sonniger, warmer Herbst sei

nun mal schlecht für den Absatz. Stiffel räumt

ein, dass die wahre Lust der Verbraucher auf

die süßen Gebäcke erst mit kühleren Temperaturen

so richtig erwacht, je ungemütlicher,

desto besser ist das für den Absatz. „Weiße

Weihnachten“ spielen bei Weiss hingegen

keine große Rolle mehr. [!] Thomas Vogel

Einblicke in die Produktion: (links oben) Die Lebkuchen müssen so schmecken wie immer – deshalb ist

die richtige Mischung der Gewürze entscheidend. Die Herzen auf dem Weg zur Schokolade (rechts

oben). Und am Ende fehlt nur noch die geschmacksdichte Verpackung.

26


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Arbeiten eng bei der Erforschung des Stromnetzes zusammen: SWU-Netze-Geschäftsführer Wolfgang Rabe (links) und Hochschulprofessor und Energieexperte

Gerd Heilscher.

Fotos: Marc Hörger

Das Stromnetz der Zukunft

Die Energiewende hat Tücken. Tausende kleiner Dach-Solarkraftwerke speisen ihre Leistung in die Stromleitung. In Ulm

untersuchen Forscher in einem bundesweit beachteten Modellprojekt, wie der Ausbau kostengünstig gelingen kann.

Strahlend blauer Himmel mit kräftigen

Sonnenstrahlen. Wenn ein solches

Wetter an einem Ostermontag herrscht,

dann liefern im Stadtgebiet von Ulm mehr als

3000 Photovoltaik-Anlagen ihre volle Leistung

von 60 Megawatt: „An so einem Feiertag,

also wenn die Industrie nicht am Netz ist,

deckt der Solarstrom 60 Prozent des Verbrauchs“,

erläutert Wolfgang Rabe, Geschäftsführer

der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU)

Netze GmbH.

Schiebt sich jedoch eine Wolke vor die Sonne,

lässt die Leistung der kleinen Solarkraftwerke

in Sekundenschnelle nach. Das erschwert das

Netzmanagement für die Betreiber erheblich,

sind sie doch dazu verpflichtet, die Netzspannung

von 230 Volt innerhalb einer vorgeschriebenen

Bandbreite von plus/minus 10

Prozent zu halten. Denn ansonsten drohen

Schäden an elektrischen Geräten in den Privathaushalten.

„Solche Tage stellen für uns

eine physikalische Herausforderung dar“, betont

Rabe. „Wir müssen den an allen Ecken

und Enden unseres Netzes eingespeisten

Strom aufnehmen und weiterleiten. Gelänge

das nicht, käme es zu einem Kollaps. Denn

elektrische Energie kann man nur schwer direkt

speichern. Meist ist es wirtschaftlicher,

den Strom in eine andere Energieart umzuwandeln

– und bei Bedarf retour.

230 Volt im Fokus

Bei der zuweilen hoch emotionalen Debatte

um die Energiewende geht es häufig um die

Schwierigkeiten rund um den Bau der Strom-

Autobahnen von Nord nach Süd, von den

Windparks in Ost- und Nordsee zu den wirtschaftsstarken

Regionen in Bayern und Baden-Württemberg.

Beim Modellprojekt der

Hochschule Ulm und der Stadtwerke steht

das sogenannte Niederspannungsnetz mit

230 Volt im Fokus, also jene Stufen des Verteilnetzes,

an die die Haushaltskunden angeschlossen

sind. Das sieht sich im wörtlichen

Sinne einer zunehmenden Belastung ausgesetzt.

Denn durch die Energiewende hat sich

vor allem in Süddeutschland die Zahl der Photovoltaik-Anlagen

auf Wohnhäusern drastisch

erhöht.

Daher sind laut SWU-Netze-Geschäftsführer

Rabe die Ergebnisse des Modellprojekts „von

elementarer Bedeutung für den süddeutschen

Raum“. Zwar sind die Ulmer nicht die einzigen,

die sich dieses Themas annehmen, doch

nehmen sie bei der Erforschung des Niederspannungsnetzes

eine führende Rolle ein.

Gerd Heilscher, Professor am Institut für Ener-

28


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[energie]

gie- und Antriebstechnik der Hochschule

Ulm, leitet das Projekt und ist daher bundesweit

ein gefragter Ansprechpartner.

Das Besondere an dem Ulmer Ansatz: Während

viele andere Forscher Stromerzeugung

und Verbrauch simulieren, misst das Team

der Hochschule an vielen Stellen im real existierenden

Netz die Spannungen und Leistungsflüsse,

analysiert die Situation in den

Stromverteilnetzen in zwei Pilotgebieten: den

Dörfern Hittistetten, einem Ortsteil der bayerischen

Stadt Senden, und Einsingen, einem

Ulmer Ortsteil. Wie viel Solarstrom verträgt

das Stromnetz in Ulm? Was kostet ein intelligentes

Stromnetz für Ulm? Wie muss der Ausbau

aussehen? Welche technischen Lösungen

gibt es und welche ist die wirtschaftlich sinnvollste?

Das sind fünf der zentralen Fragen,

auf die die Forscher Antworten finden sollen.

45 Mal um den Äquator

Das deutsche Stromnetz ist nach Berechnungen

des Bundesverbandes der

Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)

rund 1,8 Millionen Kilometer lang. Damit

ließe sich rechnerisch der Äquator 45 Mal

umrunden. Etwa 80 Prozent des Stromnetzes

besteht aus Erdkabeln, die insgesamt

1,44 Millionen Kilometer lang sind.

Vor zwölf Jahren hatte dieser Anteil noch

bei 70 Prozent gelegen. Rund 350.000 Kilometer

werden aktuell durch Freileitungen

abgedeckt.

Der längste Teil der Stromnetze, der sich

in vier Spannungsebenen unterteilt, entfällt

mit 1,16 Millionen Kilometern auf die

Niederspannungsebene. In den regionalen

Verteilnetzen kommt die Mittelspannungsebene

auf eine Länge von 513.500

und die Hochspannungsebene auf knapp

80.000 Kilometer. Die überregionalen

Höchstspannungsnetze sind in Deutschland

34.810 Kilometer lang.

Die Niederspannungsebene (bis 1000

Volt) versorgt vor allem Haushalte, kleinere

Gewerbebetriebe und die Landwirtschaft

lokal mit Strom. Die regionalen

Verteilnetze sind in der Mittelspannungsebene

angesiedelt (über 1000 bis einschließlich

72.500 Kilovolt). Die Kunden

der Hochspannungsebene (über 72.500

bis einschließlich 125.000 Volt) sind insbesondere

lokale Stromversorger, Industrie

sowie größere Gewerbebetriebe. Die

überregionalen Stromautobahnen sind

die Höchstspannungsnetze (über 125.000

Volt). Kunden in diesem Großhandelsbereich

sind regionale Stromversorger und

sehr große Industriebetriebe. Darüber hinaus

verbinden die Höchstspannungsleitungen

Deutschland mit dem Ausland.

tempo 50 auf der Autobahn

„Das Stromnetz war in der Vergangenheit für

die Verteilung von großen Kraftwerken über-

Hoch-, Mittel- und Niederspannungsleitungen

zu den Kunden ausgelegt“, erklärt Heilscher.

Heute profitiere man davon, dass die

Netze großzügig ausgelegt und sehr solide gebaut

worden sind. „Das ist, wie wenn man mit

einem Auto mit Tempo 50 unterwegs ist, das

eigentlich Tempo 200 fahren kann“, erläutert

Heilscher. Doch nach Einschätzung von

SWU-Netze-Geschäftsführer Rabe werden

auch die technischen Reserven, die beispielswiese

in Form von größeren Kabelquerschnitten

geschaffen wurden, schon in vier oder

fünf Jahren nicht mehr ausreichen. Investitionen

ins Netz erhöhen aber die Netzentgelte

und damit den Strompreis. In den vergangenen

drei Jahren habe das Unternehmen wegen

des Erneuerbare-Energien-Gesetzes rund

500.000 Euro ins Netz investiert.

Dessen Management ist deutlich schwieriger

geworden. Denn infolge von Wolken und Nebel

schwankt die Sonneneinstrahlung und

damit auch der eingespeiste Strom. „Das

konnten wir mit unseren Messungen nachweisen.

Derzeit ist der Spannungsanstieg im

Netz kein Problem“, sagt Heilscher. In Einsingen

liefert die Sonne übers Jahr hinweg insgesamt

ein Viertel der benötigten Energie.

Würden alle gut geeigneten Dächer in den

beiden Testgebieten mit Solarstromanlagen

bestückt, würden diese innerhalb eines Jahres

doppelt so viel Energie liefern, wie die Bewohner

benötigen. „Das führt dazu, dass der Strom

immer häufiger die Richtung ändert, also von

Haus zu Haus oder zum Trafo. Die Häuser mit

Solarstromanlagen versorgen so auch die Bewohner

in der Nachbarschaft“, sagt Heilscher.

Die Dachpotenzialanalyse hat ergeben, dass

beim Ausnutzen des gesamten Solarstrompotenzials

auf Privathäusern 270 von rund 600

Trafostationen im Niederspannungsnetz

überlastet wären und ausgetauscht werden

müssten.

mehr intelligente Zähler

Nach seinen Worten gibt es grundsätzlich

zwei Wege, auf die veränderte Situation zu

reagieren: Der klassische und teurere ist der

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[energie] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Ausbau der Netze. Der zweite: „Unser Vorschlag

ist es, alle Photovoltaik-Anlagen im

Netz der SWU mit einem elektronischen Zähler

auszustatten“, sagt Heilscher. Diese so genannten

Gateways oder Smart Meters könnten

sich mit dem Wechselrichter der

Photovoltaik-Anlage unterhalten. In intelligenten

Netzen lasse sich die schwankende

Stromnachfrage mit dem noch stärker

schwankenden Angebot an erneuerbaren

Energien aufeinander abstimmen. Die Gateways

würden zudem aktuelle Daten über den

Netzzustand an die Leitwarte der SWU liefern

und helfen, die veränderte Spannung im Blick

zu behalten. In gefährlichen Situationen

könnten so bestimmte Anlagen vom Netz genommen

werden. Würde man das im Ernstfall

bei nur drei Prozent der Anlagen tun, lasse

sich die Hälfte der Netzausbaukosten im Niederspannungsbereich

einsparen, sagt Heilscher

und verweist auf eine aktuelle Studie.

Sparen mit Flexibilität

Ohnehin liegt nach seiner Meinung in der Flexibilisierung

der Stromnachfrage ein großes

Potenzial. Der Gesetzgeber habe die Stromnetzbetreiber

verpflichtet, Partner in der Industrie

zu finden, die bereit seien, bei Engpässen

im Netz ihren Energiebedarf zu reduzieren

oder auch zu steigern. Das komme aber für

Unternehmen mit komplexen Prozessen

nicht in Frage. Außerdem seien die entsprechenden

Regeln aus Sicht vieler Industriebetriebe

zu wenig flexibel.

Und noch etwas anderes fehlt aus Sicht des

Energieexperten: Zurzeit gebe es mehr als 150

technische Sprachen, mit denen die Photovoltaik-Anlagen

angesprochen und gesteuert

werden: „Um das Stromnetz intelligent zu machen,

benötigen wir einen einheitlichen Standard“,

sagt Heilscher und mahnt mit Blick auf

den steigenden Anteil an erneuerbarer Energie

im Netz: „Dafür haben wir weniger als

zehn Jahre Zeit.“

Moderne Technik an Trafos

Smart Meter baut die SWU Netze GmbH

schon heute ein. Bei neuen Gebäuden mit einem

Verbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden

im Jahr sind sie Pflicht. „In den Testgebieten

haben wir Anwohnern und

Betreibern angeboten, solche intelligenten

In diesem alten Trafohäuschen in Ulm-Einsingen

steckt moderne Messtechnik. Das Stromnetz soll

intelligent werden.

30


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[energie]

Zähler einzubauen. Das geht aus datenschutzrechtlichen

Gründen nur mit Zustimmung

der Kunden. Doch die Bereitschaft ist groß“,

sagt Rabe.

Der Ulmer Netzbetreiber will erst weitere Ergebnisse

der Forscher abwarten, bevor er entscheidet,

auf welche technische Lösung er

setzt. Die Smart Meter seien zwar technisch

sinnvoll, der flächendeckende Einsatz sei

wirtschaftlich aber nicht zu vertreten, zumal

die Kunden nicht bereit seien, diese Kosten zu

übernehmen.

Viel zu wenig Informationen

Vorstellen kann sich Rabe, dass die intelligente

Technik in Trafostationen zum Einsatz

kommt, die etwa 100 bis 120 Häuser mit

Strom versorgen. „Das wäre schon ein erheblicher

Fortschritt.“ Klar sei aber, dass alle Netzbetreiber

künftig mehr Daten aus dem Niederspannungsnetz

erheben müssten. Von

diesen gebe es im Gegensatz zu den gut überwachten

Hoch- und Mittelspannungsleitun-

5000 Kilometer Leitungen und 118.000 Anschlüsse

gen viel zu wenig Informationen. Doch die

seien für mehr Flexibilität im Netz dringend

nötig. Die Forschungskooperation mit der

Auf Geheiß der EU mussten auch die

Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm den Netzbetrieb

in ein eigenständiges Unternehmen

ausgliedern. Das heißt nun Stadtwerke

Ulm/Neu-Ulm Netze GmbH.

2013 erwirtschafteten 280 Mitarbeiter

171 Millionen Euro Umsatz. Zu den Aufgaben

gehört der Transport von Strom

in dem 3200 Kilometer langen Netz,

von Gas (1055 Kilometer), Wasser (777

Kilometer) und Fernwärme (40 Kilometer).

Die Zahl der Hausanschlüsse für

Strom, Erdgas, Trinkwasser beträgt

118.000. Zu den technischen Einrichtungen

gehört auch das Umspannwerk

im Ulmer Donautal (Bild).

Foto: Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm.

Hochschule Ulm hat diese Situation in den

Niederspannungsnetzen bereits gut beleuchtet.

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Aus 2 mach 900

Für viele global agierende Konzerne der Elektronik- und Solarindustrie ist Dornstadt eine feste Größe. Denn dort hat die

Asys Group ihre Wurzeln – Hersteller von innovativen Maschinen und Anlagen für automatisierte Produktionsprozesse.

entwickelt, mit dem sich Standardmaschinen

wirtschaftlich fertigen und zusätzlich an kundenspezifische

Anforderungen anpassen lassen.

Der zweite Schritt, der die rasante Expansion

zu erklären vermag, war der Einstieg in den

Bereich der Prozessmaschinen. Gleichzeitig

wurde die Internationalisierung vorangetrieben.

1999 gründete das Unternehmen die ersten

Niederlassungen in Amerika und Asien.

In dieser Zeit kamen Maschinen ins Programm,

die einzelne Aufgabenfelder bei der

Leiterplattenfertigung ab decken, das Bedrucken

mit Lotpaste etwa oder das Vereinzeln

von vielen Leiterplatten aus einem „Nutzen“,

also der Gesamtleiterplatte.

Automatisch und geschmeidig: der Produktionsprozess von Solarzellen.

Manche Erklärungen sind einfacher als

man denkt. „Da stand eine Halle leer.

In Autobahnnähe und ziemlich in

der Mitte zwischen unseren Wohnorten liegend.“

Aus diesem eher unkomplizierten Anforderungsprofil

heraus wurde einst gerade

Dornstadt unweit von Ulm auserkoren bei der

Standortwahl. Die Belegschaft, die es unterzubringen

galt, war noch sehr übersichtlich:

„Wir waren lediglich zu zweit“, erzählt Klaus

Mang. Er und sein Kompagnon Werner Kreibl

haben mit Asys dann eine schier unglaubliche

Unternehmensgeschichte auf den Weg

gebracht: Aus einem winzigen Start-up entwickelte

sich in nur 22 Jahren eine Unternehmensgruppe

mit globaler Ausrichtung und

rund 900 Mitarbeitern.

Den Maschinenbau haben beide im Blut, und

beide hatten etliche Jahre bei einem Anlagenbauer

der Region gearbeitet, bevor sie den Entschluss

fassten, gemeinsam etwas Eigenes auf

die Beine zu stellen. Ihre Idee, die sie schließlich

vom Einstieg bis zur Marktreife entwickelten,

waren Handling-Maschinen für die

Leiterplatten-Produktion – jene Komponenten

in einer Fertigungslinie also, die für die

vollautomatische Zuführung der Leiterplatten

und das Stapeln am Ende der Fertigungsstraße

zuständig sind.

Rasante Expansion

Anfangs waren die Anlagen hauptsächlich

Sonderlösungen. Nach geraumer Zeit wurde

ein modulares, flexibles Fertigungskonzept

Leicht zu bedienen

Als in Bönnigheim in Folge einer Insolvenz

die Möglichkeit bestand, durch einen Firmenzukauf

das Spektrum der Leiterplatten-Bearbeitung

auszuweiten, griffen die beiden geschäftsführenden

Inhaber zu. Die Tochter

Ekra Automatisierungssysteme ist seither in

der Gruppe für Sieb- und Schablonendrucksysteme

zuständig. So wurden die Kompetenzbereiche

immer weiter ausgebaut. Heute

befinden sich unterm Dach der Asys-Gruppe

14 Tochtergesellschaften, wodurch vermehrt

Angebote von Komplettlösungen aus einer

Hand möglich sind. Ein weiteres schlagkräftiges

Verkaufsargument ist die leichte Bedienbarkeit

der

Maschinen via

Touchscreen, eine

intuitive, im eigenen

Haus entwickelte

Benutzeroberfläche

inbegriffen.

„Es war schwierig

am Anfang“, sagt

Mang – trotz des

guten Konzepts, Klaus Mang verantwortet

des Know-hows die Entwicklung.

32


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[machen]

der Gründer und ihrer vorhandenen Kontakte

zur Industrie. Vor allem das Startkapital

musste hart erarbeitet werden. Heute aber, da

die Banken noch restriktiver bei der Kreditvergabe

vorgingen, würden wohl noch größere

Steine im Weg liegen. Mang übernahm

am Start die Geschäftsbereiche Entwicklung

und Produktion,

Werner Kreibl ist zuständig

fürs Kaufmännische.

Kreibl verantwortete

Vertrieb, Marketing

und das

Kaufmännische.

Bei dieser Aufteilung

ist es bis heute

geblieben. Seit

2002 brachte insbesondere

der Solarboom

Aufwind.

Noch bis 2011 hat

Asys mehr als 70

Prozent des Umsatzes

mit Produzenten aus der Photovoltaikbranche

gemacht, beispielsweise Herstellern

von Solarzellen. Überkapazitäten in der Solar-

Fertigung, insbesondere in Asien, ließen diesen

Markt dann umso jäher einbrechen. Heute

bringt er nach Mangs Angaben gerade noch

rund 15 Prozent des Asys-Umsatzes.

Rechtzeitig reagiert

Eine realistische Markteinschätzung bewahrte

das Unternehmen, mit in den Abwärtssog

gerissen zu werden. Rechtzeitig hatten die beiden

Inhaber den Technologiebereich erweitert,

wodurch der Umsatzeinbruch auf dem

Gebiet kompensiert werden konnte. So ergaben

sich auch Synergieeffekte, die sich für die

Diversifizierung des Portfolios nutzen ließen.

Wie Mang ausführt, zählen heute Automobilzulieferer

zu den wichtigsten Kunden. Weil

auch diese Branche stark von konjunkturellen

Zyklen geprägt sei, sei das Unternehmen

längst dabei, sich noch breiter aufzustellen.

In den Blick gerückt ist der kaum schwankende

Pharmabereich, für den der Maschinenund

Anlagenbauer Handling-Lösungen im

Angebot hat. Auf der Kundenliste stehen aber

ebenso die großen Haushaltsgerätehersteller

und die Erzeuger technischer Komponenten

und Bauteile. Als stabil habe sich gerade der

Elektronikbereich erwiesen, der für eine kontinuierliche

Nachfrage nach Sonderanforderungen

und Marktnischen stehe.

„Es läuft gerade sehr gut“, mehr lässt sich

Mang über die wirtschaftliche Lage von Asys

In über 40 Ländern präsent, von Dornstadt aus gesteuert

Der Stammsitz der Asys-Gruppe in Dornstadt.

Vor 22 Jahren fing alles in einer Halle in

Dornstadt an. Heute ist die Asys-Gruppe

mit ihren schwäbischen Wurzeln ein

global tätiges Unternehmen und ein

führender Hersteller von Maschinen und

Anlagen für die Elektronik- und Solarindustrie.

Sämtliche Kapazitäten, vom Metall- und

Gehäusebau über die Oberflächenveredelung

bis hin zur Montage, befinden

sich am Standort der Unternehmenszentrale

in Dornstadt bei Ulm. Hier werden

Handlingsysteme und Prozessmaschinen

im Bereich Markieren, Nutzentrennen und

Testen entwickelt und produziert.

Am Standort in Bönnigheim produziert

die Ekra Automatisierungssysteme GmbH

nicht entlocken, schon gar nicht konkrete Unternehmenszahlen.

Das inzwischen recht

breite Portfolio, die Flexibilität der Mitarbeiter,

der Einsatz von Zeitarbeit, die internationale

Ausrichtung, all dies trage dazu bei, die

Ausschläge bei der Nachfrage auszutarieren.

Etwa zwei Drittel der Maschinen oder Anlagen

aus Dornstadt und den beiden anderen

Produktionsstandorten in Baden-Württemberg

werden im Ausland aufgestellt. Im Produktportfolio

gibt es Maschinen und komplette

Linienlösungen, die preislich im

vierstelligen bis sechsstelligen Bereich liegen.

Blick auf den Klimawandel

Die Zukunft? Wachstum werde weiterhin angestrebt,

sagt Mang, „doch keinesfalls um jeden

Preis“. Auch durch Zukäufe? „Wir warten

auf gezielte Chancen, die sich positiv auf unser

Portfolio auswirken und einen Mehrwert

für unsere Kunden bieten.“ Ziel bei Firmenübernahmen

sei in jedem Fall der Kompetenzund

Technologieausbau der Gruppe. Die

Sieb- und Schablonendrucksysteme.

In Wertheim entwickelt die Firma Botest

Test- und Prüfsysteme für die High-Tech-

Industrie.

Mit der Übernahme 2011 der Grässlin

GmbH und der Gründung der Asys Tecton

GmbH kamen Palettierungs- und Transfertechnologien

ins Programm. Maschinen

des Unternehmens sind in der Automobilzulieferindustrie,

im Maschinenbau,

der Elektro- und Feinwerktechnik sowie in

der Hausgeräte- und in der Medizintechnik

in mittlerweile mehr als 40 Ländern

im Einsatz. Forschungs- und Entwicklungsabteilungen

befinden sich in Dornstadt,

Bönnigheim, Wertheim und

Mönchweiler.

thv

Trends der Zukunft würden durch den Klimawandel

und die Ressourcenverknappung als

den globalen Herausforderungen vorgegeben:

Energie- und Materialeffizienz müssten immer

höher werden, was wiederum den Kunden

aus der Elektronik- und Solarbranche

neue Potenziale erschließe. Bei Zukunftsthemen,

wie beispielsweise der Erzeugung und

der Speicherung von Energie, wolle man, wo

passend, dabei sein. Mang: „Wir sind am Markt

präsent und beobachten genau, was sich da

tut oder tun könnte. Ergibt sich eine Gelegenheit,

dann nutzen wir sie, wenn innovative

Technologien in unser Portfolio passen und es

ergänzen.“

Ein Problem plagt die Asys Group dann doch:

der Mangel an Fachkräften, der sich trotz einer

hohen Ausbildungsquote von derzeit über

50 Auszubildenden und Studenten nicht in

jedem Fall ausgleichen lässt. Zwar wurde 2011

ein neues Ausbildungszentrum eingerichtet.

Was derzeit dennoch fehle, seien insbesondere

Elektriker. [!] Thomas Vogel

33


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Veranstaltungsort der SÜDWEST PRESSE-Vortragreihe: Die Hochschule für angewandte Wissenschaften (HNU) in Neu-Ulm

Foto: HNU

Ich werde besser!

Im Januar 2015 startet die von der SÜDWEST PRESSE veranstaltete achtteilige Vortragsreihe an der Hochschule für

angewandte Wissenschaften in Neu-Ulm. 8 TOP-Referenten, 8 Themen, 8 Mal die Möglichkeit, sich persönlich weiter zu

entwickeln, Erfolge zu sichern und besser zu werden.

Alltag und Beruf stellen immer neuen Anforderungen

– besser, schneller und noch leistungsfähiger

muss man sein, um nach oben zu

klettern. Für viele bedeutet beruflicher Erfolg

auch oft persönlicher Erfolg. Man misst sich

an Stressresistenz, Geduld, Führungsfähigkeiten

– Wettbewerbsfähigkeit ist wichtiger denn

je, auch im persönlichen Bereich.

Doch wie wird man beruflich und persönlich

erfolgreich? Wie wird man besser? Was macht

besser eigentlich aus? Wie wird man wettbewerbsfähig?

Wie verschafft man sich Respekt,

wie motiviert man sich und andere, wie gelingt

es einem, trotz Dauerstress ruhig zu bleiben

und die Dinge strukturiert anzugehen?

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SÜDWEST PRESSE an der Hochschule Neu-

Ulm veranstaltet wird, lehrt sie, lässt sie sich

weiterentwickeln und sichert Ihnen neue persönliche

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steht unter einem Motto an dem einer unserer

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• Monika Matschnig – Dipl. Psychologin

und Expertin für Körpersprache,

Wirkung & Performance

• Gereon Jörn – Experte für das Menscheln

und empfängerorientierte Kommunikation

• Sabine Asgodom – Bestsellerautorin und

Fernseh-Coach

• Christian Bischoff – Life-Coach und

Sachbuchautor

• Peter Brandl – Berufspilot, Unternehmer,

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1

2 3

4

29.01.2015 | René Borbonus

Respekt!

Ansehen gewinnen bei Freund und

Feind

26.02.2015 | Monika Matschnig 26.03.2015 | Gereon Jörn

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Aber nur eine Sprache die alle Menschen

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wie Sie selbst, oder so, wie sie selbst gern

sein möchten.“

„ Gelassenheit brauchen alle – Frau, Mann,

jung, alt, angestellt, selbstständig oder

im Unruhestand!“

5 6 7

8

© CommonLense.de

24.09.2015 | Christian Bischoff 22.10.2015 | Peter Brandl 19.11.2015 | Johannes Warth

17.12.2015 | Prof. Dr. Gunter Dueck

Selbstvertrauen

Die Kunst, Dein Ding zu machen

Hurricane Management

Führen in stürmischen Zeiten

Achtsamkeit –

oder was ERFOLGt daraus?

Das Neue und seine Feinde

Innovationen voranbringen

„ Jeder Meister seines Fachs hat eines Tages

als totale Katastrophe angefangen.“

„ Menschen versagen nicht, sie funktionieren

– man sollte nur wissen wie!“

„ Nur wer selbst brennt kann andere

entzünden!“

(Irgendein Brenner)

„ Innovation heute ist wie Wollen, Wandel

morgen ist wie Müssen“


[führen] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Kaffee – und Hilfe in jeder Lebenslage

Das Ulmer Familienunternehmen Seeberger schaut genau auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter. In unserer Serie

Gute Leute finden und halten erklärt Personalchefin Sabrina Ring das Konzept.

Personalchefin Sabrina Ring an der Cafébar, an der sich die Mitarbeiter kostenlos bedienen können

– eine der vielen Segnungen fürs Personal. Foto: Marc Hörger

Die Mitarbeiter zu entlasten, ihnen in

schwierigen Situationen Unterstützung

anzubieten: Diesen Anspruch hat

das Ulmer Familienunternehmen Seeberger.

„Das setzt voraus, die Angebote für die Mitarbeiter

stetig weiterzuentwickeln“, sagt Sabrina

Ring, Personalleiterin der Ulmer Seeberger

GmbH. Der Anbieter von Trockenfrüchten,

Kaffee und Tee setzt auf ein ausgeklügeltes

Personalkonzept, das die Beschäftigten in allen

Lebensphasen unterstützt. Jüngster Baustein

ist das Thema Pflege. „Ein Mitarbeiter

aus der Verwaltung hat jahrelang seine Mutter

zu Hause gepflegt. Erst nachdem sie gestorben

war, haben wir davon erfahren“, erzählt

Ring. „Über all die Jahre haben wir nichts von

seiner Doppelbelastung bemerkt.“ Den Fall

nahm das Unternehmen zum Anlass, sein

Konzept „Seeberger family“ um einen vierten

Baustein zu erweitern: Neben den Themen Familie

und Beruf, Gesundheit und Wohlbefinden

sowie Gesundheit und Dienstleistungen

steht nun auch Pflege auf dem Programm.

Während beispielsweise das Thema Schwangerschaft

positiv besetzt sei, „ist beim Thema

Pflege viel Aufklärungsarbeit nötig, zudem

tritt es meist kurzfristig und oft unerwartet

auf, dann ist schnelles und gemeinsames

Handeln nötig“, sagt Ring. Deshalb sollte als

erstes die Belegschaft sensibilisiert werden. In

der Mitarbeiterzeitschrift erschienen dazu

mehrere Artikel zu Themen wie Demenz. „Damit

wollen wir als Arbeitgeber das Signal setzen,

dass das Thema Pflege und Beruf eine

hohe Bedeutung in unserem Unternehmen

hat.“ Gleichzeitig sollen die Artikel wissenswerte

Informationen vermitteln, die denUmgang

mit dem Themaerleichtern, schildert

Ring den Einstieg. Nach dieser Phase wurde

ein Ansprechpartner, eine Art Vertrauensperson,

in der Personalabteilung benannt, an die

sich die Mitarbeiter wenden können. „Zudem

haben wir angefangen, pflegende Angehörige

ebenso wie Eltern schulpflichtiger Kinder bei

der Urlaubsplanung vorrangig zu berücksichtigen.“

In Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt

baute das Unternehmen ein Netzwerk auf: Es

hilft Mitarbeitern, Pflegeplätze zu suchen,

vermittelt Kontakte zu Gesprächskreisen und

zu Beratungsstellen, zum Beispiel wenn man

zweifelt, ob der Angehörige in der richtigen

Pflegestufe eingestuft ist. In weiteren Schritten

sollen die Führungskräfte geschult werden,

um den Austausch in den Teams anzukurbeln,

später soll das durch fachliche

Schulungen ergänzt werden.

„Unser Ziel ist es, die Mitarbeiter zu entlasten.

Damit sollen sowohl die persönlichen, als

auch die arbeitsbezogenen Folgen von Pflegeaufgaben

gemildert werden“, sagt Ring. Dieses

Vorgehen wirke auf die gesamte Belegschaft

und rufe eine positive Resonanz hervor,

auch bei jenen, die von dem Thema Pflege gar

nicht betroffen seien. In den anderen Bausteinen

von „Seeberger family“ bietet das Familienunternehmen

eine ganze Reihe von Maßnahmen

an. Dazu gehören Kita-Plätze in einer

nahegelegenen Einrichtung, die längere Öffnungszeiten

hat. Seeberger stellt den Mitar-

Zur Person

Sabrina Ring (31, verheiratet) arbeitet

seit dem Jahr 2010 für das Familienunternehmen

Seeberger, seit 2012 ist sie

Personalchefin. Nach dem Abitur hat

die gebürtige Ulmerin an der Dualen

Hochschule Heidenheim Sozialmanagement

studiert und für die Deutsche

Telekom in Bonn gearbeitet. Dort

legte sie berufsbegleitend den Master

of Business Administration (MBA) ab.

36


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[führen]

beitern Plätze in der äußerst beliebten Ferienbetreuung

im Ulmer Ruhetal: Um solche

Plätze zu ergattern, stellen sich andere Eltern

mitten in der Nacht an. An der Mitarbeiter-

Cafébar können sich die Leute so viel Kaffee,

Latte Macchiato und Tee holen, wie sie mögen.

Es gibt Gesundheitskurse, Lauftraining

im Sommer und einen Physiotherapeuten,

der für günstige Kurzmassagen ins Unternehmen

kommt, ebenso wie einen Reinigungsservice:

Kleidung kann in der Firma angenommen

und wieder abgeholt werden. Bereits seit

30 Jahren gibt Seeberger Genussrechte an seine

Mitarbeiter aus. Im Jahr 2013 schüttete das

Unternehmen 1 Million Euro aus. Das Geld ist

für sechs Jahre fest angelegt. Danach können

die Mitarbeiter darüber frei verfügen.

„Wir wollen für jeden unserer Beschäftigten

etwas bieten. Unser Ziel ist es, ein attraktiver

Arbeitgeber zu bleiben“, betont Ring. Schließlich

will das boomende Unternehmen in den

nächsten fünf Jahren rund 150 neue Arbeitsplätze

schaffen – von der Verwaltung bis zur

Produktion. [!] ALEXANDER BÖGELEIN

Spezialist für Nüsse, Trockenfrüchte und Kaffee

Vor dem Verpacken werden die aus aller Herren Länder importierten Nüsse intensiv geprüft.

Die Wurzeln der Seeberger GmbH reichen

bis ins Jahr 1844 zurück. Damals

gründete Christoph Seeberger in der Ulmer

Altstadt einen Kolonialwarenhandel.

Heute ist Seeberger der führende Markenanbieter

von getrockneten Früchten,

Nüssen und Getreide europaweit und liefert

in mehr als 60 Länder weltweit. Als eine

der ältesten Kaffeeröstereien Deutschlands

beliefert Seeberger seit 1882

exklusiv die Gastronomie. Zuletzt erwirtschaftete

das Unternehmen mit 500 Mitarbeitern

einen Jahresumsatz von rund

200 Millionen Euro. Das Unternehmen

wächst seit Jahren und will bis zum Jahr

2019 rund 150 neue Stellen schaffen.

GUTE LEUTE MUSS

MAN EBEN HABEN.

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37


Im Lager von Schäfer gibt es fast jedes Ersatzteil. Fehlt doch etwas oder ist eine Sonderlösung nötig, stellt es die eigene Fertigungsabteilung her.

Schneller Ersatz am laufenden Band

„Technik, die bewegt“, das ist der Slogan der Ulmer Schäfer Technik GmbH. Alles was mit Antriebs- und Fördertechnik

zusammenhängt, blitzschnelle Ersatzteilbeschaffung inklusive, zählt zu ihren Kompetenzfeldern.

Einst, in den Kindertagen der Industrialisierung,

waren sie unverzichtbar – Lederflachriemen

mit der Funktion, die

Kraft quer durch den Raum angebrachter Wellen

auf die Maschinen darunter zu übertragen.

Als 1856 eine Rotledergerberei, gelegen

in der Bleichstraße im heutigen Ulmer Dichterviertel,

an den Start ging, waren solche

Treib- und Transmissionsriemen eines der

Hauptprodukte.

Heute befindet sich an deren Stelle die Schäfer

Technik GmbH, die mit ihrem Vorgänger

zweierlei verbindet: Zum einen wird sie in Person

des Alleininhabers Markus Schäfer von

einem direkten Nachfahren des Gründers besagter

Groß-Gerberei geführt. Zum andern ist

die Antriebstechnik ein wichtiges Thema

geblieben. An Stelle der Lederriemen ist heute

allerdings eine Vielzahl von Stahlgelenk-, Flyer-,

Buchsen-, Zahn- oder Sonderketten sowie

Zahn-, Antriebs-, Tangential-, Falt- oder Förderriemen

aus Metall oder Kunststoff getreten,

verbaut in Maschinen oder in Förderanlagen.

Was heute in Kassen von Geschäften

steckt, hat da noch die größte Ähnlichkeit zu

den Riemen von einst. Damit wäre dann das

Tor in die Schäfer-Welt bereits ein kleines

Stück weit aufgestoßen.

Zwei Etagen unter Schäfers Büro steht der Besucher

dann auch schon mittendrin: im wohl

sortierten Lager nämlich, der Herzkammer

von Schäfer Technik. 1964, ein Jahr nach der

Liquidation der Gerberei, hat der Vater des

heutigen Chefs die GmbH gegründet. Zwischen

40.000 und 50.000 verschiedene Teile

aus der Sphäre der Antriebs- und Fördertechnik

sind hier wohlsortiert in Boxen verstaut.

Geht draußen in der technischen Welt an einer

entsprechenden Maschine ein Teil kaputt,

ist es mit großer Wahrscheinlichkeit hier vorhanden.

Falls nicht, treten die verschiedenen

Fachabteilungen der Firma auf den Plan und

Alleininhaber

Markus Schäfer.

besorgen den Artikel

kurzfristig.

„Wir waren lange

Zeit ein reiner

Händler und konnten

gut damit leben“,

fasst Markus

Schäfer diese

Spanne der Firmengeschichte

zusammen.

Was nirgendwo

auf Lager

war, ließ man eben

bei Lohndrehern anfertigen. Dann aber

wurden – vor allem in Phasen der Hochkonjunktur

– die Lieferzeiten immer länger. „Uns

ging allmählich unser Wettbewerbsvorteil

flöten.“

Schäfer Technik hat reagiert: Um nicht länger

von anderen abhängig zu sein, investierte die

Firma im Gewerbegebiet Neu-Ulm/Schwaig-

38


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[machen]

hofen und baute dort 2006 eine eigene Metall-

Fertigung auf. Ihr Schwerpunkt liegt in Verzahnungsteilen

wie Scheiben und Zahnrädern

in kleineren bis mittleren Serien: „Das sichert

uns die Flexibilität bei der Herstellung und

Lieferung von Ersatzteilen.“ Hinzu kam nun

auch die Möglichkeit, zum produzierenden

Zulieferer im Maschinenbau zu werden, an

den heute rund die Hälfte der Produkte geht.

Schäfer Technik auf sanftem Expansionskurs

Es darf nichts stillstehen

Zu den Kunden zählen unter anderem die Hersteller

von Verpackungsmaschinen, die Lebensmittel-

und Getränkeindustrie, der Bereich

Papier und Druck, aber auch Zement-,

Kies- und Sägewerke – eigentlich alles, wo etwas

auf Bändern transportiert wird oder wo es

um die Antriebstechnik geht. Fast schon logisch

erscheint der Einstieg in den Förderanlagenbau

selbst – 1995 war das. Er wird komplett

abgedeckt von der Projektierung bis zum

Bau und zur Installierung. Die GmbH bewegt

sich zwar in einer Nische, ist aber dabei, diese

zu erweitern. Der Bereich der Fertigung steht

bei Schäfer Technik heute für rund 40 Prozent

des Umsatzes. Zehn Prozent bringt die Montage

ein, der Rest entfällt weiter auf den

Handel.

Ein wichtiger Pluspunkt im teils harten Wettbewerb

ist das hohe Tempo der Ersatzteil-Beschaffung

in Notfällen. Über eine Hotline ist

Schäfer Technik rund um die Uhr erreichbar.

Sind Maschinen oder Anlagen von Kunden

defekt, werden alle Hebel in Bewegung gesetzt,

um eine möglichst schnelle Lösung zu

finden. „Da kommen in manchen Bereichen

bei Stillstandzeiten schon mal wirtschaftliche

Ausfälle im mittleren fünfstelligen Bereich in

der Stunde zusammen“, schildert Schäfer die

zugrundeliegende Brisanz. Das Montageteam

kann jedes Band oder jeden Riemen vor Ort

beim Kunden montieren und reparieren. Es

übernimmt aber auch reguläre mechanische

Wartungsarbeiten. Sind Sonderlösungen gefragt,

kümmert sich die Fertigungsabteilung

neben dem Lager um die Konfektionierung

aller Arten von Bändern oder Zahnriemen.

Schäfers Firmenstrategie ist auf die

Diver sifizierung der Tätigkeitsfelder angelegt.

Die Firma Schäfer Technik beschäftigt

derzeit 125 Mitarbeiter, davon 100 in Ulm

und Neu-Ulm. Außer dem geschäftsführenden

Gesellschafter Markus Schäfer ist

nach wie vor sein Vater und Firmengründer

Friedrich Schäfer in ratgebender

Funktion aktiv. Im Jahr 2008 erfolgte mit

der Schweizer C. Plüss + Co AG ein erster

Zukauf, schon im Jahr darauf, 2009, wurde

in Österreich bei Dornbirn die Schäfer

Technik GmbH gegründet. Weil das Firmengelände

am Stammsitz in der Ulmer

Bleichstraße im Sanierungsgebiet „Dichterviertel

Nord“ liegt, das keine weiteren

Expansionsmöglichkeiten mehr bietet,

zieht Markus Schäfer auf mittlere Sicht

eine Komplettverlegung an den Standort

Schwaighofen in Betracht.

thv

Der Vorteil: Damit mache man sich unabhängiger

von Schwankungen im Markt. Wo

Firmen bei Neuanschaffungen sparen, steige

der Ersatzteilbedarf; gibt es Neuanschaffungen,

könne man daran als Zulieferer profitieren.

Generell biete die Eigenfertigung die Chance,

einen höheren Mehrwert zu generieren.

Längst übernimmt Schäfer Technik für einige

Kunden auch die Funktion eines outgesourcten

Ersatzteillagers. [!] Thomas Vogel

DEKRA Akademie qualifiziert:

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39


[namen & nachrichten] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Weishaupt baut

F&E-Zentrum in

Schwendi aus

Für 15 Millionen Euro hat die

Weishaupt GmbH in Schwendi

(Landkreis Biberach) ihr Forschungs-

und Entwicklungszentrum

ausgebaut. Weishaupt

zählt in der Verbrennungstechnik

zu den Weltmarktführern.

Versuchswerkstatt, Prototypenbau,

Vorserienfertigung, eine

Versuchsanlage für Erdwärmesonden

und Anlagen für Funktions-

und Dauertests sind nun

in einem Gebäude untergebracht.

Weishaupt beschäftigt

weltweit mehr als 3000 Mitarbeiter,

1000 davon in Schwendi.

Der Umsatz der Gruppe beträgt

540 Millionen Euro. HAM

Centrotherm

streicht 50

weitere Stellen

Der Photovoltaik-Spezialist

Centrotherm baut an seinem

Hauptsitz in Blaubeuren 50

Stellen ab. Infolge der Solarkrise

hat sich die Belegschaft in

den vergangenen Jahren mehr

als halbiert. Von mehr als 1000

Mitarbeitern sind nur 470 übrig.

Die SÜDWEST PRESSE warf

in einem Interview die Frage

auf, ob die Schrumpfkur nicht

mittlerweile die Existenz von

Centrotherm gefährde. „Es gibt

natürlich eine Mindestgröße“,

sagt Finanzvorstand Florian

von Gropper, „von der sind wir

noch ein Stück entfernt.“ ref

Frist verlängert

für den Bau von

Center Parcs

Eigentlich sollte der Bau des

Allgäuer Center Parcs im Urlauer

Tann bei Leutkirch bereits

begonnen haben. Doch Schwierigkeiten

bei der Vorplanung

und der Finanzierung haben

Meilenstein der Raumfahrt

Ein etwa 1oo-köpfiges Team von Airbus Defence and Space in

Friedrichshafen hat Weltraumgeschichte geschrieben. Erstmals

landete ein von Menschen geschaffenes Gerät auf einem

Kometen – und das in 550 Millionen Kilometer Entfernung. Sowohl

die Raumsonde „Rosetta“ als auch das Landegerät und

Mini-Labor „Philae“ sind am Bodensee entwickelt worden. Die

Wissenschaftler erhoffen sich von der Mission Erkenntnisse

über die Entstehung des Sonnensystems.

den Start verzögert. Nun hat die

Landesregierung ihr Interesse

an der Realisierung des Projekts

gezeigt. Sie gab einem Antrag

der Stadt Leutkirch statt und

hat die Frist für die Bereitstellung

eines Zuschusses von maximal

sieben Millionen Euro

um drei Jahre bis 2018 verlägert.

Ihre Hoffnung für den Bau

des Ferienparks begründet die

Stadtverwaltung von Leutkirch

damit, dass zwei namhafte Investoren

Bereitschaft signalisieren,

sich an der Finanzierung zu

beteiligen. Zum einen handelt

es sich dabei um eine deutsche

Großbank, zum anderen um ein

europäisches Versicherungskonsortium.


Ham

Fracking im

Bodenseeraum

kein Thema

Die britische Firma PEG hat ihre

Konzession für Probebohrungen

im Bodenseeraum und in

Oberschwaben zurückgegeben.

Jahrelang plante das Unternehmen

Voruntersuchungen, um

herauszufinden, inwieweit sich

die Ausbeutung von Gaslagern

bei Konstanz und Biberach

nach der umstrittenen Frackingmethode

lohnen würde.

Beim Fracking wird Wasser, das

mit Sand und Chemikalien versetzt

ist, mit hohem Druck in

das Gestein gepresst, um Gas

freizusetzen. Die Proteste in der

Bevölkerung waren jedoch so

vehement und die Stellungnahmen

in den betroffenen Kreistagen,

im Landtag und im Regionalverband

Donau-Iller so

eindeutig negativ, dass die PEG

nun auf jede Art von Erkundung

verzichtet.

HAM

Designpreis für

Werbeagentur

Hörger & Partner

Hohe Auszeichnung für die

Werbeagentur Hörger & Partner

aus Ulm. Beim „Red Dot

Award“, einem der renommiertesten

Designwettbewerbe der

Welt, ist das Unternehmen für

die Kundenpublikation

„next125 Zeitung“ in der Kategorie

„Communication Design“

ausgezeichnet worden – und

das bei 7096 Einreichungen.

„Wir freuen uns sehr mit unserem

Kunden Schüller Küchen

über diese Ehre“, sagte Firmenchef

Manfred Hörger. Insgesamt

wurden bei dem Wettbewerb in

diesem Jahr mehr als 16.000 Arbeiten

aus 70 Ländern in den

Kategorien Produkt Design, Design

Concept und Communication

Design eingereicht. AMB

Schweizer IQ Air

expandiert nach

Deutschland

Das Schweizer Unternehmen

IQ Air, das in Goldach am Ufer

des Bodensees seinen Stammsitz

hat, hat im Amtzeller Gewerbegebiet

Geiselharz-Schauwies

in der Nähe von Wangen

ein 10.000 Quadratmeter großes

Firmengelände von der Ciret-

Holding in Wuppertal gekauft.

IQ Air errichtet dort einen Produktionsstandort

und will bis

zu 100 neue Stellen schaffen.

Das Unternehmen stellt Luftreinigungsanlagen

für Abnehmer

in aller Welt her. [!] ham

40


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[nachrichten]

Seifert investiert 15 Millionen Euro

in neues Logistikzentrum

Gutachter bescheinigen den Städten Ulm und

Neu-Ulm eine überdurchschnittliche Stärke

in Sachen Logistik. Mit der Eröffnung einer

neuen 24.000 Quadratmeter großen Halle der

Ulmer Firmengruppe Seifert ist die Logistikregion

noch stärker geworden. Das 15 Millionen

Euro teure Verteilzentrum liegt im Gewerbegebiet

Ulm Nord an der A8, das 2016

einen direkten Autobahnanschluss erhalten

wird. „Auch die Anbindung an den benachbarten

Containerbahnhof macht die Lage attraktiv“,

sagte Firmenchef Harald Seifert. Er

feierte mit mehr als 200 geladenen Gästen, darunter

Landesverkehrsminister Winfried Hermann.

Das Gesamtkonzept sieht eine Lagerfläche

und logistische Dienstleistung vor. Für

zwei Drittel der Halle sind nach den Angaben

Seiferts bereits Kunden gefunden. Kleine Anekdote

am Rande: Beim Bau des Verteilzentrums

stießen die Arbeiter auf dem 2,4 Hektar

großen Gelände auf eine stillgelegte Nato-

Leitung, die sie beseitigten.

Seifert führt das Unternehmen in zweiter Generation.

Den Fünf-Mann-Betrieb seines Vaters

hat er zu einer Logistikgruppe ausgebaut,

die 2013 mit 900 Mitarbeitern einen Umsatz

von mehr als 100 Millionen Euro erwirtschaftete.

Rund 1,2 Millionen Euro investierte Seifert,

der großen Wert auf Nachhaltigkeit legt,

in eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der

neuen Halle. Sie erzeugt bis zu 1 Million Kilowattstunden

Strom pro Jahr. [!] amb

Kindersitzhersteller Britax baut

in Ulm mehr als 100 Stellen ab

Der Hersteller von Kindersitzen und Kinderwagen

Britax Römer steht vor einem umfangreichen

Personalabbau am Standort Ulm. Das

Management will 34 Kündigungen aussprechen,

zudem werden Stellen von Leiharbeitern

und geringfügig Beschäftigten abgebaut,

insgesamt mehr als 100. Grund für den Abbau

ist der Verzicht auf die zweite Schicht. In der

Produktion sind viele Frauen tätig, der Frauenanteil

beträgt 70 Prozent. Im Werk in der

Blaubeurer Straße arbeiten 430 Mitarbeiter,

davon 250 in der Produktion. Britax Römer

fertigt hier jährlich rund eine Million Autound

Fahrradsicherheitssitze für Kinder und

verfügt über moderne Crash- und Testanlagen.

Die Firma gehört über Britax Childcare

zum Finanzinvestor Nordic Capital, Umsatz

370 Millionen Euro. Römer in Ulm wurde

1872 als Hersteller von Militärhelmen gegründet,

war später für Motorradhelme bekannt

und wurde 1971 von der englischen

Firma Wingard gekauft. [!]


Wir gestalten mit

mediaservice ulm

www.mediaservice-ulm.de

Die Kindersitze werden bei Britax in Ulm intensiv getestet: Hier wird der Metallschlitten mit dem Dummy

über Gummiseile gespannt und gegen den Auffangblock gefahren.

SÜDWEST PRESSE

41


[führen] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Bekannt, sympathisch, attraktiv

Welche Unternehmen sind im Wettbewerb um qualifiziertes Personal erfolgreich? Das hat die Hochschule Neu-Ulm

jetzt zum dritten Mal untersucht. Vielen Betrieben fehlt eine Strategie, mahnen zwei Professoren.

sonal wird intensiver – der Geburtenrückgang

trägt unter anderem dazu bei.

„Unternehmen sind daher immer mehr darauf

angewiesen, für mögliche Nachwuchskräfte

in der Region attraktiv zu sein“, sagen

Fabian und Kracklauer. Zum dritten Mal haben

sie daher erhoben, welche Unternehmen

in den Augen der Studenten der Hochschulen

Ulm und Neu-Ulm sowie der Universität Ulm

die beste Arbeitgebermarke haben.

Berücksichtigt wurden in der Studie alle Unternehmen

in den Kreisen Neu-Ulm, Alb-Donau

sowie in den Städten Ulm und Neu-Ulm,

deren Jahresumsatz 50 Millionen Euro übersteigt.

Der Hintergrund: „Wenn schon diese 66

vergleichsweise großen Unternehmen bei

den Studenten wenig bekannt sind, kennen

sie die kleineren erst recht nicht“, erläutert

Fabian. Das sollte für kleine und mittlere Firmen

ein Weckruf sein.

Um die Stärke der jeweiligen Arbeitgebermarke

herauszufinden, mussten die Studenten

jedes einzelne Unternehmen in Sachen Bekanntheit,

Sympathie und Attraktivität bewerten.

Erst der Dreiklang aus diesen Faktoren

macht Unternehmen für Arbeitssuchende

und Fachkräfte interessant, sagt Fabian. Die

Auswertung ergab einen klaren Sieger.

Viele Firmen schlafen noch – mahnen die Wirtschaftsprofessoren Alexander Kracklauer (links) , Sascha

Fabian (Mitte) und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Bibiana Grassinger. Foto: Marc Hörger

Für viele Unternehmen spielt das Thema

Fachkräftesicherung keine große Rolle.

„Das ist doch bisher auch so ganz gut gelaufen“,

bekommen Personaler mitunter von

Firmenchefs oder aus der Geschäftsführung

zu hören. Solch eine Einstellung halten Dr.

Sascha Fabian und Dr. Alexander Kracklauer

für gefährlich. Sie leiten das Kompetenzzentrum

für „Wachstums- und Vertriebsstrategien“

der Hochschule Neu-Ulm (HNU). „Wer

künftig im Kampf um die Talente mithalten

will, muss als Arbeitgeber gut aufgestellt

sein“, betonen die beiden Wirtschaftsprofessoren.

Der Wettbewerb um qualifiziertes Per-

Liebherr auf Platz eins

Als attraktivste Arbeitgebermarke stuften

die Studenten die Liebherr-International

Deutschland GmbH ein. Die Daimler TSS

GmbH, der konzerninterne Serviceprovider

des Stuttgarter Autobauers mit Sitz in Ulm,

kam auf Platz zwei, gefolgt von der Drogeriemarktkette

Müller. Ratiopharm auf Platz vier

erhielt einen Preis für den besten Social-Media-Auftritt

ebenso wie der Trockenfrüchte-

Anbieter Seeberger (Platz fünf) als Aufsteiger.

Das Unternehmen (siehe Seite 36) hat sich im

Vergleich zum Vorjahr am meisten verbessert.

Das Familienunternehmen Seeberger ist für

Fabian und Kracklauer ein gutes Beispiel dafür,

dass auch Mittelständler viel dafür tun

können, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen

zu werden. Der Anbieter von

Trockenfrüchten und Kaffee beteiligt sich

an Vortragsveranstaltungen und der Reihe

„Wirtschaft trifft Wissenschaft“. Fragen, die

das Unternehmen beschäftigen, stellt es in

Konzeptionsseminaren Studenten vor. Diese

arbeiten dann wie ein externes Beraterteam

zwischen sechs Wochen und drei Monaten

an Lösungsmöglichkeiten, gehen ins Unternehmen,

lernen viele Entscheidungsträger

kennen und gewinnen Eindrücke. „Wenn es

gut läuft, wirken die Studenten als Multiplikatoren“,

sagt Fabian.

42


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[führen]

Die 20 beliebtesten Firmen in der Region Ulm/Neu-Ulm

1. Liebherr-International

Deutschland GmbH

2. Daimler TSS GmbH

3. Müller Großhandels Ltd. & Co. KG

4. Ratiopharm GmbH

5. Seeberger GmbH

6. Wieland-Werke AG

7. Gardena Deutschland GmbH

8. Liqui Moly GmbH

9. SWU Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm

GmbH

10. Iveco Magirus Lastwagen AG

Vielen kleinen Unternehmen, so Kracklauer,

fehle aber eine Strategie, wie sie nach außen

als Arbeitgeber auftreten. Dabei könnten gerade

kleine Mittelständler bei Studenten

punkten, beispielsweise wegen der Loyalität

zu ihren Mitarbeitern, der höheren Flexibilität

der Betriebe im Vergleich zu Konzernen

und den Chancen für junge Kräfte, innerhalb

kurzer Zeit Verantwortung übernehmen zu

können, ergänzt Dr. Bibiana Grassinger, wissenschaftliche

Mitarbeiterin des Kompetenzzentrums.

„Gerade kleine und mittlere Unternehmen

tun viel Gutes – vermarkten ihre

Werte aber zu wenig“, sagt Kracklauer.

Alle Betriebe müssten sich fragen, wen sie als

neue Mitarbeiter gewinnen wollen und wie

sie diese Zielgruppe am besten erreichen.

Letztlich gehe es auch darum, als Unternehmen

zu verstehen, wie die jeweilige Zielgruppe

tickt, welche Faktoren den Umworbenen

wichtig sind und wie man am besten mit ihnen

in Kontakt treten kann. Seltsamerweise

nutzen laut Kracklauer und Fabian nur wenige

Unternehmen die Chance, sich bei den

HNU-Studenten zu präsentieren.

Die Studie der HNU ist eine der wenigen regionalen

Untersuchungen, die sich mit der Frage

beschäftigen: Welches der vor Ort ansässigen

Unternehmen ist für Studenten die

attrakivste Arbeitgebermarke? In diesem Jahr

wurden insgesamt 585 Studierende aus den

11. Settele Schwäbische Spezialitäten

& Feinkost GmbH

12. Möbel Inhofer

13. Peri GmbH

14. Cassidian – Airbus Defence

and Space

15. Finkbeiner GmbH & Co. KG

16. Schwenk Zement KG

17. Magirus Brandschutz GmbH

18. Fritz & Macziol

19. Pfizer Deutschland GmbH

20. Merckle GmbH

Wirtschaftswissenschaften, den Ingenieurwissenschaften

und der Informatik in Ulm

und Neu-Ulm befragt. Kontakt zum Kompetenzzentrum:

Prof. Sascha Fabian, sascha.

fabian@hs-neu-ulm.de, Tel. 0731/9762-1408;

Prof. Alexander H. Kracklauer, Tel. 0731/9762-

1416, alexander.kracklauer@hs-neu-ulm.de. [!]


ALEXANDER BÖGELEIN

43


[führen] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Erika hat‘s auch nicht leicht

Die Aufgaben stapeln sich, dann kommen auch Mitarbeiter mit Forderungen. Stress für den Chef. Wenn er allem

hinterherhetzt, hilft das weder ihm noch seinen Leuten. Tipps für Führungkräfte, wie sie zu mehr Balance kommen.

Erika (39) ist nicht ganz wohl zumute.

Weil sie gerade soviel am Arbeitsplatz

um die Ohren hat, ist ihr doch glatt etwas

sehr sehr Wichtiges erst auf den letzten

Drücker eingefallen: Ihr Patenkind hat am

Freitag, also genau in zwei Tagen, die Abschlussfeier

an der Hochschule. Und sie als

Patentante hatte schon vor Wochen zugesagt.

Doch jetzt steht alles auf der Kippe, denn ihre

Chefin weiß noch nicht Bescheid. Zu allem

Überfluss sind zwei Kollegen eh schon krank,

und die Arbeit häuft sich. Wie soll sie es da

schaffen, noch so kurzfristig einen freien Tag

rauszuschinden?

Erika ist nur fiktiv: In die Rolle ist eine Führungskraft

geschlüpft. Die darf jetzt mal hautnah

erfahren, wie es ist, mit der Chefin zu

verhandeln: Die zeigt sich erstmal ziemlich

desinteressiert, hat so gar kein Ohr für das,

was die Mitarbeiterin von ihr will. Erika

kommt ins Schwitzen, Verzweiflung macht

sich breit. Doch sie kämpft weiter für den privaten

Termin, der für ihr seelisches Wohlergehen

so wichtig ist. Mit der Zeit lässt sich die

Chefin auf die Situation ein, bekundet Verständnis,

sucht gemeinsam mit Erika einen

Kompromiss: Die arbeitet an den zwei Tagen

vor der Feier länger und nimmt dann am Freitag

auch erst ab Mittag frei. Aufatmen auf beiden

Seiten. Nicht gespielt, sondern echt.

Hochleistungssport für Vorgesetzte: ihre Aufgaben bewältigen, ihre Mitarbeiter führen – und bei all dem

sich selbst nicht aus dem Auge verlieren.

Es gibt kein Patentrezept

Armin Briesemeister ist zufrieden. Der Diplom-Psychologe

aus Ravensburg, der an diesem

Tag Abteilungs-, Team- und Ressortleiter

der Neuen Pressegesellschaft im Seminar „Gesundes

Führen“ unterweist, hat es zuvor

mehrfach auf unterschiedliche Art und Weise

vermittelt: Verantwortungsbewusste Führungskräfte

stecken in einem Dilemma, zwischen

dem, was betriebswirtschaftlich beziehungsweise

organisatorisch notwendig ist

und dem, was emotional und sozial verträglich

ist. Auflösen lässt sich das nicht durch ein

Patentrezept, obwohl darauf einige Teilnehmer

– die Darstellerin der fiktiven Erika eingeschlossen

– insgeheim gehofft hatten. Es gilt,

von Fall zu Fall die richtige Strategie zu finden

– und sich selbst dabei nicht aus den Augen zu

verlieren. Denn wer selbst nicht stabil ist,

schafft es auch nicht, Stabilität in den Arbeitsalltag

hineinzutragen.

Führungsseminare wie dieses sind in vielen

Unternehmen auf der Agenda; sie zählen zum

großen Themenkomplex Gesundheitsmanagement.

Und darauf legen nach Angaben

der jeweiligen Landesverbände von IHK und

Handwerk nicht nur die großen, sondern zunehmend

auch die kleineren Firmen Wert.

44


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[rubrik]

Hintergrund ist der Fachkräftemangel und

der daraus resultierende Wunsch, für neue

Mitarbeiter als attraktiv zu gelten und die etablierten

Beschäftigten trotz wachsenden Arbeitsdrucks

möglichst lang und gut einsatzfähig

zu halten.

Die AOK Ulm-Biberach, für die Briesemeister

immer wieder im Einsatz ist, hat das Thema

sogar grundlegend aufgearbeitet und bietet

ein Kurssystem an mit dem Namen „Lebe Balance“.

Dazu gehört dann auch für Nichtführungskräfte

das,

was Briesemeister

in seinem Führungsseminar

anspricht:

Resilienz,

also die Fähigkeit,

mit Stress gut umzugehen,

Belastung

und Entlastung

in ein

verträgliches Verhältnis

zu bekommen.

Psychologe Armin

Briesemeister.

Das kann für den einen bedeuten, dass er sich

auf autogenes Training einlässt, der andere

mag Progressive Muskelentspannung vorziehen,

ein anderer wiederum auf Yoga oder

Atemmeditation setzen. Manchem genügt

schon ein ausfüllendes Hobby oder ein netter

Stammtisch – an dem dann weniger Alkohol

im Spiel sein sollte, dafür aber jede Menge ausgleichender

Gespräche.

Was der Einzelne macht, ist letztlich seine Sache,

sagt Briesemeister. Wichtig ist einzig und

allein, sich gegen den negativen Effekt von

Stress zu wappnen. Denn der gilt laut der

Weltgesundheitsorganisation als die größte

Gesundheitsgefährdung im 21. Jahrhundert.

Die Folge können Depressionen, psychosoma-

Wo findet man

nützliche Ratschläge?

Weitere Tipps und Seminarhinweise

gibt es unter anderem bei der AOK unter

dem Stichwort „Lebe Balance“,

aber natürlich auch bei den meisten

anderen Krankenkassen sowie bei Institutionen

wie den IHKs oder Handwerkskammern.

Die beiden Ratgeber

„Resilienz“ und „Effektivität im Job“

sind im Haufe Verlag in der Reihe „Taschenguide“

erschienen, sie kosten jeweils

6,95 Euro und bieten auch Gratis-

Checklisten zum Download an.

tische Erkrankungen und daraus resultierende

Frühverrentungen sein.

Doch zurück zu Pseudo-Erika, die im wirklichen

Leben 49 und Ressortchefin ist – und den

Lehren, die sie aus dem Seminar gezogen hat.

Das autogene Training hat sich als tauglich

erwiesen und wird vertieft. Und auf die

Schnelle greift sie auf Ratgeber als Vertiefung

im Alltag zurück. Die gibt es in Hülle und Fülle.

Gerade erschienen als praktische Taschenguides

im Haufeverlag sind die zwei Büchlein

„Resilienz“ und – thematisch gut passend –

„Effektivität im Job“.

Beides, das weiß vermutlich nicht nur Pseudo-

Erika aus Erfahrung, hängt eng miteinander

zusammen. In dem Ratgeber „Effektivität im

Job“ wird ein Vier-Säulen-Modell zur Work-

Life-Balance vorgestellt: erstens Gesundheit/

Fitness/Ernährung, zweitens Liebe/Freundschaft/Partnerschaft,

drittens berufliche und

materielle Zufriedenheit und viertens Werte/

Selbst/Sinn. Eine simple, aber wirkungsvolle

Übung dazu: „Nehmen Sie sich 15 Minuten

Zeit und prüfen Sie jeden Lebensbereich daraufhin,

wie gut er derzeit gesättigt ist.“ Wenn

etwas zu kurz kommt: Was kann man tun, um

das wieder auszubalancieren? Überdies gibt

es Tipps, wie man Ziele richtig formuliert, sie

visualisiert und priorisiert … Vieles davon hat

man in Seminaren schon mal gehört, aber wie

so oft auch gleich wieder vergessen oder aus

Bequemlichkeit verdrängt.

Atemzüge zählen

Apropos Bequemlichkeit: Die sucht man angesichts

des wachsenden Arbeitsdrucks in

den Unternehmen heute vergeblich. Soweit

muss es aber ohnehin nicht gehen. Wichtig

ist, das betont Psychologe Briesemeister im

Seminar ebenso wie es die Autoren der kleinen

Ratgeber tun: Man darf sich selbst nicht

aus den Augen verlieren. Und eine gute Nachricht

gibt es für alle Stressgeplagten: Resilienz,

also der richtige Umgang mit Druck, den kann

man lernen. Einfache Übungen reichen schon

zum Einstieg. Briesemeister macht mit den

Teilnehmern eine Atemübung, lässt sie fünf

Minuten lang nichts anderes tun, als die

Atemzüge zählen. Das hilft dabei, aus dem Gedankenkarussell

auszusteigen und sich wieder

besser zu konzentrieren.

Im Ratgeber „Resilienz“ gibt es noch eine andere,

verblüffend einfache Methode zur

Selbstregulation: „Setzen Sie sich für ein bis

zwei Minuten hinter Ihren Schreibtisch und

legen Sie entspannt die Füße auf den Tisch.“

Oder: „Lehnen Sie sich gemütlich auf dem

Stuhl zurück und verschränken Sie für zwei

Minuten die Hände hinter Ihrem Kopf …“

Gut, sollte Pseudo-Erika diese Pose demnächst

ausprobieren und ausgerechnet dann Besuch

von ihrem Chef bekommen, ist das im ersten

Moment vielleicht etwas unangenehm. Doch

auch da wissen Experten wie Briesemeister

oder auch die Autoren der beiden genannten

Bücher Rat: Die richtige Kommunikation ist

das A und O einer guten Arbeitsatmosphäre.

Und wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine

Situation zu entgleisen droht: einfach fragen

und seine eigene Sicht erklären. Im Fall von

Pseudo-Erika wäre das zum Beispiel das folgende

Zitat aus dem Ratgeber „Resilienz“:

„Ideen entstehen nicht unter Druck. Ich sorge

für eine entspannte und abwechslungsreiche

Atmosphäre.“ Welcher Chef könnte da schon

widersprechen? [!]

Karen emler

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[leben] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Immer schön brav gewesen?

Sind die Nikoläuse heute eigentlich kleiner als früher? Was haben sie mit unaufgeräumten Kinderzimmern zu

tun? Vier Führungskräfte und eine Politikerin schwelgen für Stefan Loeffler in ihrer Vergangenheit und kramen

die Erinnerungen an ihre Kinderzeit und die Begegnungen mit dem bärtigen Heiligen hervor.

1) Furcht oder Freude. In welcher

Stimmung haben Sie als Kind

den Nikolaus erwartet?

2) Wie lief der Abend bei Ihnen ab?

3) Wie groß kam Ihnen der

Nikolaus damals – gefühlt – vor?

4) Nikolaus und Knecht Ruprecht.

Wie bewerten Sie das Gut-Böse-

Spiel aus heutiger Sicht?

5) Wie würden Sie heute den

Nikolaus briefen, bevor er zu

den Kindern darf?

6) Nennen Sie drei Stichwörter

zu zeitgemäßer Erziehung …

7) Wünschen Sie sich manchmal

einen Krampus mit Rute und

Sack in der Firma oder lieber

den lieben Nikolaus?

Tabea Klötzner erinnert sich

noch sehr genau an das gemeinsame

Schuheputzen am Nikolausabend.

Die 32-jährige

Juristin leitet seit 2012 das

Regionalzentrum Ulm der

Deutschen Rentenversicherung

Baden-Württemberg und ist für

etwa 100 Mitarbeiter zuständig.

1) Eine erwartungsfrohe Mischung aus beidem. Außerdem habe ich

mit meinem kleinen Bruder – zumindest gefühlt – Stunden vorm

Fenster verbracht und Ausschau gehalten. So blieb auch genug Zeit,

darüber nachzudenken, ob nun die guten Taten oder die nicht ganz

so guten am Ende überwiegen würden.

2) Elementarer Teil des Abends war natürlich immer das gemeinschaftliche

Schuheputzen. Dies ist ja an und für sich im Vergleich

zu den Freizeitaktivitäten des übrigen Jahres schon recht ungewöhnlich.

Aber auch Weihnachtslieder singen und Lebkuchen essen

durfte nicht fehlen.

3) Bei uns zuhause blieb er immer ein nebulöser Fremder, der immer

so freundlich war, einen reichlich gefüllten Schuh zu hinterlassen.

4) Ein Stück weit macht es den Nikolaustag und auch die gesamte

Weihnachtszeit aus. Als Kind verbringt man diese Zeit in großer

Vorfreude, aber immer auch zwischen Hoffen und Bangen. Dank

dieses Gut-Böse-Spiels bleibt es also bis zum Schluss spannend.

5) Am besten gar nicht, der wird es schon richten. Er ist immerhin der

Nikolaus!

6) Helikopter-Eltern: nein, danke!

7) Die gesunde Mischung macht‘s. Für mich ist klar, eine heutige Führungskraft

zeichnet sich weder allein durch das eine noch durch das

andere aus. Ein „Krampolaus“, der auch noch authentisch ist und

sowohl den Mitarbeitern als auch dem Unternehmen gegenüber

echtes Interesse entgegenbringt, kommt meiner Vorstellung einer

guten Führungskraft schon eher entgegen.

46

Foto: © Marcel Mooij / fotolia.com


unternehmen [!] Ausgabe 42 | Dezember 2014

[leben]

Für Kathrin Theinert ist es

wichtig, dass der Nikolaus eine

gütige Figur ist. Sie ist seit 1997

Agenturinhaberin von Jacques‘

Weindepot in Ulm, das im

ehemaligen Pferdestall der

Oberen Donaubastion untergebracht

ist.

Markus Riethe kam der Nikolaus

als Kind riesig vor. Heute

ist der 44-Jährige, der seit 2008

Verbandsdirektor des Regionalverbandes

Donau-Iller ist, selbst

Vater zweier Töchter.

1) Am Heiligen Abend kam das Christkind, es war freilich nie zu sehen.

Der Nikolaus kam auch ganz leise – in der Nacht auf den

6. Dezember – und hat eine Tüte Süßes in den Schuh gesteckt. Das

war natürlich klasse und wurde mit Spannung erwartet.

2) und 3) Vis-à-vis habe ich einen Nikolaus nur einmal erlebt, als ich

wohl fünf Jahre alt war. Diese Figur mit eindeutig falschem Bart hatte

ich damals sehr skeptisch beäugt und ihm nichts geglaubt. Der

Mann musste erst nachfragen, wie ich heiße, und dann hatte er auch

noch ein loses Blatt in seinem dicken Buch. Mir war sofort klar: Wäre

der echt, dann könnte er es besser.

4) Der Nikolaus als gütige Figur ist in Ordnung. Eine nette Sitte, so

lange Kinder das überhaupt glauben. Aber keine Figur, die Kinder

ängstigt.

5) Ich würde ihm einen guten Rotwein aus unserer Schatzkammer versprechen

– für einen schönen und charmanten Auftritt.

6) Na, da fragen Sie mich was! Für mich – als leidenschaftliche Tante

– hat‘s noch immer am besten geklappt mit einer Mischung aus

Klarheit, einer gewissen Konsequenz und einer Portion Nerven mit

Humor. Aber gilt das nicht ohnehin immer?

7) Nö, brauchen wir nicht. Uns macht die Arbeit Spaß, und wir haben

zudem sehr nette Kunden. Und außerdem haben wir den Nikolaus

sowieso schon im Depot – in Gestalt eines Barbera mit Namen San

Nicolao.

1) Mit beidem. Man wusste ja nie, was einen erwartet.

2) Alle Kinder und Mütter trafen sich gespannt in einer Wohnung unseres

Mehrfamilienhauses. Der gut gebriefte Nikolaus kam in Begleitung

von Knecht Ruprecht. Für uns Kinder war das immer eine

Mordsspannung.

3) Sehr groß, gar riesig mit seiner Mitra. Heute sind die Nikoläuse alle

kleiner, glaube ich.

4) Eigentlich ein universelles Konzept. Ich denke da an Yin und Yang.

Sobald man die Extreme definiert hat, findet man für gewöhnlich

das richtige Ziel. Oft liegt es in der Mitte. Auf den Knecht kann ich

jedoch grundsätzlich verzichten.

5) Ein paar persönliche Worte sollte der Nikolaus schon für die Kinder

bereithalten, aber bitte keine Strafpredigt.

6) Authentizität, Integrität und Toleranz.

7) In unserer Geschäftsstelle wünsche ich mir nur den Nikolaus, den

Krampus würde ich manchmal gerne zu anderen schicken. Zu wem,

verrate ich an dieser Stelle aber nicht.

Foto: ClipDealer

»Kochen isT eine KUnsT Und

Keineswegs die UnbedeUTendsTe.«

Luciano Pavarotti

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47


[leben] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Ganz schön schmutzig. So stellte

sich der gebürtige Rheinländer

Ulrich Becker (51) den

Nikolaus früher vor. Der Chefredakteur

der Südwest Presse ist

verheiratet, hat drei fast erwachsene

Kinder (13, 18, 21)

und einen Hund.

1) Furcht oder Freude. In welcher Stimmung haben Sie als

Kind den Nikolaus erwartet?

2) Wie lief der Abend bei Ihnen ab?

3) Wie groß kam Ihnen der Nikolaus damals – gefühlt – vor?

4) Nikolaus und Knecht Ruprecht. Wie bewerten Sie das Gut-

Böse-Spiel aus heutiger Sicht?

5) Wie würden Sie heute den Nikolaus briefen, bevor er zu

den Kindern darf?

6) Nennen Sie drei Stichwörter zu zeitgemäßer Erziehung …

7) Wünschen Sie sich manchmal einen Krampus mit Rute

und Sack in der Firma oder lieber den lieben Nikolaus?

1) Immer mit Freude. Die Rute kam nie zum Einsatz.

2) Schuhe wurden bei uns nicht vor die Türe gestellt – das passierte

bereits zwei Tage zuvor beim Fest der Heiligen Barbara, die im

Rheinland verehrt wird. Wir fanden am Morgen des 6. Dezembers

immer einen prall gefüllten Teller mit Süßigkeiten vor, den der Nikolaus

in der Nacht gebracht hatte.

3) Ich stellte ihn mir furchtbar schmutzig vor – etwa wie den Kohlenmann,

der uns die Briketts für den Ofen brachte. Schließlich musste

er doch durch den Schornstein. Und das schien mir mit Mitra, Bischofsstab

und Mantel ziemlich schwierig.

4) Nicht so schlecht, wie es viele Pädagogen sehen. Wer etwas ausgefressen

hat, muss auch Verantwortung übernehmen. Und dafür

steht Knecht Ruprecht.

5) Bei drei fast erwachsenen Kindern ist das schwierig. Ich würde ihm

aber auf jeden Fall sagen, dass er bitte nachdrücklich auf die lästige

Pflicht des Zimmeraufräumens hinweisen möge. Auch wenn vor

ihm eine 18-jährige Dame steht …

6) Liebe, Zeit, Verständnis.

7) Alles zu seiner Zeit …

Für Katrin Albsteiger ist

Kindererziehung auch ohne

Knecht Ruprecht gut möglich.

Lediglich im Deutschen Bundestag,

dem die 30-Jährige seit 2013

als Abgeordnete der CSU angehört,

wünscht sie sich augenzwinkernd

ab und zu

einen Krampus.

1) Mit einem gewissen Unbehagen – man wusste ja nie …

2) Anfangs haben wir im Wohnzimmer aufgeregt aufs Klingeln an der

Haustüre gewartet. Wir haben uns dann brav aufs Sofa gesetzt und

zugehört, was der Nikolaus und sein Knecht alles von unseren

(Schand-)taten mitbekommen haben und was sie wohl glücklicherweise

übersehen haben. Es ging meistens gut aus, und am Ende gab’s

ein kleines, süßes Geschenk. Als wir etwas älter wurden, kam der

Nikolaus nicht mehr ins Wohnzimmer, und wir haben einfach unsere

Stiefel vor die Tür gestellt – und danach waren Süßigkeiten

drin. Was drin war, musste dem geschwisterlichen Gerechtigkeitsvergleich

standhalten. Das war – soweit ich mich erinnere – stets

der Fall.

3) Zweieinhalb Meter – der Stab noch länger.

4) Ich würde das alles nicht allzu erziehungswissenschaftlich

aufladen. Hauptsache ist, dass die Eltern es auch ohne Knecht

Ruprecht schaffen, ihrem Kind zu sagen, was falsch an seinem

Verhalten war.

5) Die Kinder so behandeln, dass sie sich nicht ungerecht behandelt

fühlen. Möglicherweise kann man ihn auch auf „Problemchen“ à la

„Räum mal öfters Dein Zimmer auf“ hinweisen – doch das war’s

dann auch schon.

6) Erziehung ist zunächst eigene Bringschuld und nicht auf Kindergarten

oder Schule abzuwälzen. Konsequent sein und Angekündigtes

auch umsetzen. Freiräume zugestehen, aber nicht mit Freiheit

überfordern.

7) An manchen Tagen wäre ein Krampus im Bundestag

nicht schlecht, gerne auch mehrere.

48

Foto: © magele / fotolia.com


50 JAHRE

BURGER ZELTE & CATERING

Die Firma Burger hielt anlässlich ihres 50-jährigen Firmen-

Jubiläums dieses Jahr einige Überraschungen bereit, wie zum

Beispiel einen Luftballonwettbewerb und einen Kindernachmittag

auf dem Kinder- und Heimatfest in Laupheim.

So hatten die Festbesucher die Möglichkeit,

zusammen mit der Firma Burger

50-jähriges Bestehen zu feiern.

30 JAHRE

ULMER WEIHNACHTSMARKT

Mit dem 30-jährigen Bestehen der Ulmer

Weihnachtsmarkt-Hütte mit der legendären

„Burger´s Original Feuerwurst“ gibt

es dieses Jahr passend zum Jubiläum

eine Weihnachtsmarkt-Neuheit: Zum

ersten Mal haben die Besucher des Ulmer Weihnachtsmarktes

die Möglichkeit ein VIP-Stüble im ersten Stock der Feuerwurst-

Hütte über den Dächern des Ulmer Weihnachtsmarktes mit

rundum Betreuung zu mieten. Ein einmaliges Erlebnis!

Das Allgäuer VIP Brotzeit Stüble mit rundum Betreuung ist ideal geeignet für kleine Weihnachtsfeiern,

Geburtstage, Kundentreffen oder ein gemütliches Beisammensein mit Freunden. Als Gast-Geschenk gibt

es eine Original Burger´s Glühweintasse Sonderedition 2014, gefüllt mit süßen Spezialitäten vom

Ulmer Weihnachtsmarkt.

In jedem VIP-Exklusiv-Paket enthalten ist:

Für max. 12, 18 oder 30 Personen eine all Inclusive Verpflegung mit Ausnahme von Spirituosen.

Die Verpflegung im VIP-Stüble beinhaltet neben einer Auswahl von Getränken eine Vorspeise, Hauptspeise

und einen Nachtisch mit typisch schwäbischen Schmankerln.

Das Stüble ist vom 25.11. bis 21.12. 2014 täglich buchbar

von 12.00 - 16.00 Uhr = 4 Stunden oder

von 17.00 - 21.00 Uhr = 4 Stunden.

Kosten für dieses VIP - Erlebnis:

ALLGÄUER VIP BROTZEIT STÜBLE

Preis für max. 12 Personen Grundmiete 120,00 €

zzgl. VIPAll-Inclusive 720,00 €

Preis für max. 18 Personen Grundmiete 180,00 €

zzgl. VIPAll-Inclusive 1.080,00 €

Preis für max. 30 Personen Grundmiete 300,00 €

zzgl. VIPAll-Inclusive 1.800,00 €

Alle Preise verstehen sich zzgl. der gesetzlichen MwSt.

Interesse? Dann reservieren Sie noch heute Ihre Plätze im Burger´s VIP - Stüble!

Burger Zelte & Catering e.K. Tel.: 08333/933-77

Im Tiefen Tal 16 Fax.: 08333/933-79

87770 Oberschönegg/Weinried info@burger-zelte.de www.burger-zelte.de


[namen & nachrichten] Ausgabe 42 | Dezember 2014 unternehmen [!]

Mobiles Recruiting

und neues

Online-Jobportal

Die SÜDWEST PRESSE stellt ihr

ab 12. Januar 2015 neu gestaltetes

Online-Jobportal Personalern

und anderen Interessierten

am Donnerstag, 22. Januar,

15.30 Uhr, in Ulm vor. Dabei

geht es auch um die Präsentation

attraktiver Arbeitgeber. Zudem

erklärt Personalexperte

Prof. Dr. Wolfgang Jäger von der

Hochschule Rhein-Main in

Wiesbaden Ansätze des „Mobile

Recruiting“, also die Ansprache

von Bewerbern über mobile

Endgeräte. Anmeldung bei: Rebecca

Stadelmaier, Market Manager

Jobs, 0731/156-619;

r.stadelmaier@jobs.swp.de.

Sicherheitsfirma

expandiert

nach Karlsruhe

Ausbildungsmarketing im Truck

Die SHS Sicherheit & Service

GmbH (Ulm) hat in Karlsruhe

eine Niederlassung eröffnet.

Das Unternehmen mit seinen

145 Mitarbeitern und 350

Aushilfskräften zählt zu den

größten Sicherheits-und Veranstaltungsunternehmen

in Süddeutschland.

SHS betreute in

diesem Jahr bislang über 2500

Veranstaltungen, darunter auch

die Musikfestivals „Rock am

Ring“, „Southside“ und „Taubertal“.

Das Unternehmen verstärkt

zudem seine Aktivitäten

beim Revier- und Objektschutz

sowie bei der Erstellung von Sicherheitskonzepten

für Städte.

Knollmeier wird

Geschäftsführer

im Allgäu

Der Baustoffunternehmer Hermann

Rudolph (62) aus Weiler-

Simmerberg wechselt nach 37

Jahren in den Beirat. Die operativen

Geschäfte führt nun Rupert

Knollmeier (50), der seit

mehr als 20 Jahren in der Branche

tätig ist. Er kommt von

Schwenk Transportbeton, wo er

viele Beteiligungsgesellschaften

leitete.

Die

Rudolph

Baustoffwerk

GmbH

erwirtschaftete

zuletzt

mit bis zu

260 Mitarbeitern

einen Jahresumsatz von

33 Millionen Euro.

Südwestmetall will Jugendlichen die Berufsbilder

der Branche mit modernen Infotrucks nahebringen.

Insgesamt haben die Arbeitgeber

der Metall- und Elektroindustrie zehn baugleiche

Fahrzeuge bestellt. Gesamtkosten: 12,3

Millionen Euro. Ein bis zwei der Fahrzeuge werden

im Südwesten stationiert, sagt Götz Maier,

der Geschäftsführer der Südwestmetall-Bezirksgruppe

Ulm. Deren Mitglieder

beschäftigen derzeit 2170 Auszubildende.

Schulen können den Truck bei Südwestmetall

unter Telefon 0731/140250 anfordern.

Neuer Geschäftsführer

Rupert

Knollmeier.

Kein Anspruch

auf zu viel

bezahltes Gehalt

Wer durch einen Computerfehler

zu viel Gehalt bekommt,

muss es zurückgeben. Voraussetzung:

Die Arbeitnehmer

können anhand ihrer Unterlagen

erkennen, dass es sich um

einen Fehler handle, urteilte das

Verwaltungsgericht Koblenz

(Az.: 5 K 416/14.KO). In dem Fall

hatte ein Lehrer 16 Monate lang

zu hohe Bezüge erhalten. [!]

[impressum]

Verlag/Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77, 89073 Ulm

Geschäftsführer:

Thomas Brackvogel

Redaktion

Alexander Bögelein (verantw.),

Irmgard Städele,

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

Dr. Thomas Baumann

(verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Alen Pahic, Stefanie Neumann

(Layout), Bozena Demski,

Antje Glinka (Bild)

Fotos

Marc Hörger (u.a. Titel), Volkmar

Könneke, Lars Schwerdtfeger,

Getty Images, Firmenfotos, PR,

Archiv, Privat

Druck

Druck- und Verlagsgesellschaft

Bietigheim mbH

Kronenbergstraße 10

74321 Bietigheim-Bissingen

Auflage: 15 000 Exemplare

Objektleitung & Kontakt

Tobias Lehmann

Telefon 0731 156-515, Fax-481

unternehmen@swp.de

Mediaberatung

Stefan Kulbe

Telefon 0731 156-137

E-Mail s.kulbe@swp.de

Nächste Ausgabe

27. Februar 2015

Die Themen

Trends im Industrie- und

Gewerbebau

Abfallströme lenken &

Rohstoffe sparen

Mittelstandsfinanzierung

Betrieblicher Datenschutz

(Passwort-Sicherheit)

Anzeigenschluss

4. Februar 2015

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