atw 2018-04v6

inforum

atw Vol. 63 (2018) | Issue 4 ı April

Euratom: Britische Industrie zufrieden

mit Übergangsplänen der Regierung

NucNet | Seite 214

Die britische Nuklearindustrie hat die Zusage der

Regierung begrüßt, die bestehenden Vereinbarungen

mit Euratom, dem europäischen Rahmen

für nukleare Sicherheit und Forschung, aufrechtzuerhalten

und ihren früheren Standpunkt, dass

das Vereinigte Königreich im Euratom-Vertrag

verbleiben müsse, um wichtige Forschungs- und

Neubauprojekte sicherzustellen, und den Zugang

zu Kernbrennstoffen und medizinischen Isotopen

zu gewährleisten, zu relativieren. Die nächste Phase

der Gespräche im Rahmen des Brexit wird sich auf

die künftigen Beziehungen des Vereinigten Königreichs

zu Euratom konzentrieren. Zu den spezifischen

Zielen gehört eine enge Zusammenarbeit

mit den Euratom-Forschungs- und Ausbildungsprogrammen,

einschließlich der Projekte Joint

European Torus (JET) und International Thermonuclear

Experimental Reactor (ITER).

Fortgeschrittene Wärmeübertragungssysteme

für zukünftige Kernkraftwerkskonzepte

Sebastian Vlach, Christoph Fischer und

Herman van Antwerpen | Seite 217

CFD-Systemsimulation mit FlownexSE ermöglicht

es Ingenieuren, einfache und komplexe strömungstechnische

und thermische Netzwerke schnell und

effizient aufzubauen und zu analysieren. Die

Simulation ermöglicht es Ingenieuren, Systeme

aufzubauen, effizient auszulegen und bereits frühzeitig

Schwachstellen in Entwürfen zu finden

sowie geeignete Änderungen und Maßnahmen zu

entwickeln und im Netzwerkmodell zu testen.

Besondere Aufmerksamkeit wird in diesem Artikel

den vielseitigen Möglichkeiten gewidmet, einfache

und komplexe Wärmetauschersysteme der verschiedensten

Arten (Plattenwärmetauscher, Rohrbündel

etc.) für moderne Kernkraftwerke anzuwenden. Als

praktische Beispiele werden gemessene Daten von

den Kraftwerken Koeberg und Hamm-Uentrop mit

den Ergebnissen aus der Simulation verglichen.

Experimentelle und analytische

Werkzeuge für die Sicherheitsforschung

zu GEN-IV-Reaktoren

G. Mazzini, M. Kyncl, Alis Musa und

M. Ruscak | Seite 221

Die aktuelle Forschung zur Sicherheit von

Kernkraftwerken konzentriert sich neben den

Aktivitäten für bestehende Kernkraftwerke auf die

detaillierteren Aspekte neuer Reaktorkonzepte.

Hier werden u.a. innovative Brennstoffe und Kühlmittel

wie z.B. überkritisches Wasser, überkritisches

CO 2 , Flüssigmetalle, Salzschmelzen oder Helium

eingesetzt. Vorgestellt wird dazu die neue experimentelle

Infrastruktur, die im Forschungszentrum

Řež im Rahmen des SUSEN-Projekts (Sustainable

Energy) aufgebaut wurde, sowie die verfügbaren

Analyseinstrumente zur Unterstützung der Sicherheitsforschung

zu GEN IV-Reaktoren.

Numerische Analyse der Zwischenspaltströmung

im MYRRHA-Reaktor mit Ergebnissen

des Strömungsexperiment KALLA

Abdalla Batta und Andreas G. Class | Seite 226

Der am SCK-SCN in Belgien entwickelte MYRRHA-

Reaktor ist eine Mehrzweck-Bestrahlungsanlage.

Sein herausragendes Merkmal ist eine Reaktorkonstruktion

mit einer Kernkühlung aus flüssigem Blei-

Wismut. Bei Transienten zwischen Normalbetrieb

und Unfallbedingungen wird die Wärmeabfuhr

durch erzwungene bzw. natürliche Konvektion

sichergestellt. Die Strömung im Spalt zwischen den

Brennelementen spielt eine wichtige Rolle bei der

Begrenzung von Maximaltemperaturen, die zur

Vermeidung von Kernschäden nicht überschritten

werden sollten. Im Rahmenprogramm Horizon

2020 – Forschung und Innovation der EU wurde

dazu das Projekt SESAME initiiert, um fortgeschrittene

numerische Ansätze zu entwickeln und

zu validieren, die eine neue oder erweiterte

Validierungsbasis für damit verbundene Fragestellungen

zur Verfügung stellen.

Wärmebilanzanalyse für

Energieumwandlungssysteme von VHTR

SangIL Lee, YeonJae Yoo, Deok Hoon Kye,

Gyunyoung Heo, Eojin Jeon und

Soyoung Park | Seite 230

VHTR (Very High Temperature Gas Reactor) mit

Helium als Kühlmittel können Wärme bereit stellen,

die bei thermochemischen Hochtemperaturprozessen

benötigt wird. In Bezug auf die Sicherheit ist

aufgrund der geringen Wärmeleistungsdichte das

Risiko einer Kernschmelze minimiert. Diskutiert

werden Voraussetzungen für die Nutzung von

VHTR für eine Wasserstofferzeugung und Stromversorgung.

Vorgestellt wird ein Gesamtmodell des

Wärmeumwandlungssystems mit einer thermodynamischen

Machbarkeitsberechnung.

Informationsbedarf versus

Geheimhaltungspflichten – Erweiterung

des In camera-Verfahrens geplant

Tobias Leidinger | Seite 235

Dem berechtigten Anspruch der Öffentlichkeit auf

detaillierte Informationen über ein atomrechtlich

genehmigungsbedürftiges Vorhaben steht das

staatliche Interesse an einem effektiven Geheimnisschutz

sensibler Daten gegenüber. Dieser Konflikt

tritt regelmäßig im Genehmigungsverfahren aber

auch vor Gericht zu Tage. Die differenzierten

Gesetzesbestimmungen, die den Ausgleich dieser

widerstreitenden Interessen regeln, sollen nun

durch eine weitere Facette ergänzt werden: Ein

erweitertes In-camera-Verfahren bei Gericht. Nach

dem Koalitionsvertrag vom 7. Februar 2018 soll die

Regelung in der schon laufenden 18. Legislaturperiode

erfolgen.

CFD-Modellierung und Simulation

von Wärme- und Stoffaustausch

in passiven Wärmeabfuhrsystemen

Amirhosein Moonesi, Shabestary,

Eckhard Krepper und Dirk Lucas | Seite 238

Die CFD-Modellierung und Simulation der Kondensation

in passiven Wärmeabfuhrsystemen wird vorgestellt.

Zukünftige Siedewasserreaktorkonzepte

werden mit Notkühlsystemen ausgestattet, die eine

passive Wärmeabfuhr gewährleisten. Das Notkühlsystem

besteht aus leicht geneigten horizontalen

Rohren in einem Wasserbehälter. Der Schwerpunkt

des vorgestellten Projektes liegt auf der Identifikation

verschiedener Morphologien wie Ringströmung,

Schichtenströmung, Schwallströmung

und Pfropfenströmung sowie der Modellierung des

laminaren Films, der bei der Kondensation in

Wandnähe auftritt.

Die Stilllegung der ENEA RB3

Forschungsreaktor in Montecuccolino

F. Rocchi, C. M. Castellani, A. Compagno,

I. Vilardi, R. Lorenzelli und A. Rizzo | Seite 241

Der ENEA RB3-Reaktor war eine 100-Watt-Forschungsanlage,

die von 1971 bis 1989 im Zentrum

von Montecuccolino bei Bologna, Italien betrieben

wurde. 1989 wurde der RB3-Reaktor abgeschaltet

und Ende 2010 erhielt ENEA per Ministerialerlass

die Genehmigung zu seinem Rückbau mit dem Ziel,

den Status „Grünen Wiese“ zu erreichen. Vorgestellt

werden die drei wesentlichen Fragestellungen für

die Stilllegung des RB3: Strategie und Methoden

für den Rückbau, Strategie und Methoden für die

radiologische Charakterisierung des Gebäudes und

schließlich die Strategie und Methoden für die

radiologische Charakterisierung des Standortes.

Bestrahlungstests eines Vanadium-

Detektors mit 14 MeV Neutronen

Prasoon Raj und Axel Klix| | Seite 246

Self-powered Detektoren (SPD) sind eine Klasse

von Neutronen- und Gamma-Überwachungsgeräten,

die weltweit in Kernreaktoren eingesetzt

werden. Diese Detektoren besitzen die Vorteile,

dass keine Spannungsversorgung erforderlich ist,

das Messverfahren einfach und die Detektoreinheit

kompakt, wartungsfreundlich und zuverlässig ist.

SPDs werden im Rahmen des vorgestellten Projektes

für den Einsatz als Flussmonitor in den Blanketmodulen

des in Bau befindlichen Fusionsreaktors

ITER .

Einsatz von Nanofluiden und

thermohydraulische Analyse

für Druckwasserreaktoren

Jubair Ahmed Shamim und Kune Yull Suh | Seite 249

Eine effiziente Auslegung von Wärmeübertragung

und Flüssigkeitsströmung mit verbessertem

Wärme übergang, -transport oder Kühlung bedingt

zwei zentrale Aspekte, die in Kernkraftwerken

berücksichtigt werden müssen: Leistungsdichte

und technische Lebensdauer des Reaktordruckbehälters.

Eine Herausforderung für die Auslegung

neuer Kernkraftwerkskonzepte ist daher die

Quantifizierung einer optimalen Kühlmittelverteilung

und die Verteilung des Druckverlustes über

den Reaktorkern. In jüngster Zeit werden „Nanofluide“

als vielversprechendes Kühlmittel für Druckwasserreaktoren

(DWR) aufgrund verbesserter

thermischer Eigenschaften mit geringst möglichem

Druckabfall diskutiert, die auch Thema dieser

Arbeit sind..

Tschechien und Ausgewogenheit und

warum es die „hässliche“ Kernenergie verdient,

politisch neu bewertet zu werden

John Shepherd | Seite 270

Als ob Europa derzeit nicht genug zu tun hätte, mit

sich selbst – politisch und wirtschaftlich, nur um

zwei Themenbereiche zu nennen – ... könnte jetzt

Brüssel auf Kollisionskurs mit der tschechischen

Regierung zu den Plänen des Landes zum Ausbau

der Kernenergie gehen?

In der Frage zwischen Prag und der Europäischen

Kommission (EC) geht es, um es milde auszudrücken,

sicherlich um Differenzen. Aber warum?

Die langjährige Leiterin der tschechischen

Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit, Dana

Drábová, warf zudem im vergangenen Monat

anderen EU-Mitgliedstaaten vor, die Regierung in

Prag unter inakzeptablem Druck zu setzen hinsichtlich

der Forderung einer vorzeitigen Stilllegung

ihrer ältesten Kernkraftwerke.

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ABSTRACTS | GERMAN

Abstracts | German

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