Katalog LET'S CEE Film Festival 2018

LETSCEE

GEFÄHRLICH

GUTE FILME!

LET’S CEE FILM FESTIVAL

13. – 22. April 2018, Wien

www.letsceefilmfestival.com


NEU

denken

heißt:

Teil einer

grenzenlosen

community zu

sein, die in

14 CEE-

Ländern

erfolgreich ist.

EDITORIAL

Das mittlerweile sechste LET’S CEE Film Festival geht heuer von 13. bis 22. April über die

Bühne. In Wien, wo bereits an acht Spielstätten großes Kino aus Zentral- und Osteuropa

gezeigt wird, aber auch in Graz und Villach sowie erstmals in Salzburg. Auf dem Programm

stehen dieses Jahr 162 herausragende Produktionen, fast alle davon in Originalfassung mit

englischen oder deutschen Untertiteln – um 21 mehr als noch im letzten Jahr. Es gibt auch

deutlich mehr Vorstellungen als zuletzt, nämlich geplante 242. Zusammen mit den Vorführungen

des brandneuen Virtual Reality Cinemas werden es sogar rund 400 Screenings sein.

Es sind mehr Österreich-Premieren zu sehen, mehr Weltpremieren, und es reisen auch wesentlich

mehr offizielle Festivalgäste aus dem Ausland an als im Vorjahr. Nicht zu verachten

ist auch die gestiegene Zahl der heimischen und ausländischen Kooperationspartner

– darunter renommierte Namen wie die Vereinten Nationen, Greenpeace International,

Shoah Foundation, The Guardian und die Stanford University. Das Angebot an Veranstaltungen

im Rahmenprogramm ist gewachsen. Und dass es mehr nationale und internationale

Medienberichte geben wird, zeichnet sich schon jetzt ab. Bis auf die Zahl der Kinobesucherinnen

und Kinobesucher – und nein, keine Sorge, was deren Entwicklung betrifft,

sind wir ebenfalls recht zuversichtlich, allein auf das Wetter haben wir keinen Einfluss –

steht eigentlich bereits fest: Das LET’S CEE Film Festival 2018 wird ein Festival der Rekorde.

Und es wird eines, das Wien und Österreich gut tut. Nicht nur, weil wir jede Menge tolle

Filme und Gäste nach Wien bringen, sondern weil unsere Initiative auch heuer wieder,

ungeachtet aller politischen Entwicklungen und Widerstände, unbeirrbar für einen eindeutigen

Wertekanon steht und diesen mit seinen Projektionen auch deutlich seh- und

hörbar kundtut. LET’S CEE steht für ein klares Bekenntnis zu einer weltoffenen, pluralistischen,

vorurteilsfreien, demokratischen und auf dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit aufbauenden

Gesellschaft, zu einer gemeinsamen europäischen Identität, zur Achtung von

Werten wie Toleranz, Solidarität, Chancengleichheit und Gerechtigkeit sowie zur vorbehaltlosen

Wahrung der Menschenwürde und der Menschenrechte. Dieses Einstehen für

das Richtige ist das, was uns neben der Liebe zum Film und zum Kino trägt, auch wenn

wir seit Jahr und Tag trotz aller Erfolge um das finanzielle Überleben kämpfen müssen.

Wir freuen uns auf einen aufregenden Festivalbetrieb, auf viele spannende, oft kritische

und vor allem auch immer relevante Filme sowie auf einmalige Kinoerlebnisse

mit unseren vielen großartigen Gästen – und mit Ihnen! In diesem Sinne: Film ab, wir

wünschen anregende Begegnungen und gute Unterhaltung!

Dr. Magdalena Żelasko & Mag. Wolfgang P. Schwelle

Festivaldirektoren

Festival Directors

The sixth LET’S CEE Film Festival will take place from the 13th till the 22nd April this year.

Films from Central and Eastern Europe have previously screened in eight venues in Vienna,

but this year screenings will also take place in Graz, Villach, and for the first time in Salzburg.

The programme features 162 outstanding productions - almost all of them in their

original format with English or German subtitles – which is twenty-one more than last

year. There are also significantly more screenings this time, already planned are 242. Together

with the brand new Virtual Reality Cinema, there are in total around 400 screenings.

There are more Austrian premieres to be seen, more world premieres, and there are also considerably

more official festival guests arriving from abroad than in previous years. Not to be

forgotten is the increased number of domestic and foreign cooperation partners – even as

renowned as the United Nations, Greenpeace International, Shoah Foundation, The Guardian

and Stanford University. The range of events in the programme has grown as well, and the fact

that there will be significantly more national and international media coverage, is already apparent.

From the number of moviegoers – and apart from the weather forecast, over which we

have no control – it is already clear: The LET’S CEE Film Festival 2018 will be a festival of records.

And it will be a festival that does Vienna and Austria well. Not only because we bring great films

and guests to Vienna, but because our initiative, regardless of all political developments and

resistance, stands unflinchingly for a clear set of values. LET’S CEE has a strong commitment to

a cosmopolitan, pluralistic, non-judgmental, democratic and rule-based society, to a common

European identity, to the respect of values such as tolerance, solidarity, equal opportunities,

and justice, as well as to the unconditional upholding of respect for human dignity and human

rights. This responsibility for the right causes is what drives us – as much as our love for the films.

Despite our success as a festival, we have been fighting for financial support since the beginning.

We anticipate to a thrilling festival with many inspiring, often critical, and, above all,

relevant films. We also look forward to unique cinematic experiences with our many

great guests – including you! And for what is worth: we hope for stimulating encounters

and good entertainment!

FOTO: ANDREEA MERCUREAN

#neudenkenheisst

Meine Business-Bank.

Editorial Mag. Wolfgang P. Schwelle & Dr. Magdalena Żelasko 3


P.S. Weil’s auch wichtig ist:

Unglaublich, aber wahr: Dieses Festival der Rekorde kommt zustande, obwohl LET’S CEE

von den beiden wichtigsten Kultur-Förderstellen Österreichs mit gerade einmal 40.000 Euro

unterstützt wird. Von der Stadt Wien kommen nach 70.000 Euro im Vorjahr nur noch 30.000

Euro. Die Kürzung seitens der Kulturabteilung wurde nicht begründet; wer vermutet mangels

guter Argumente, liegt garantiert nicht falsch. Und von der Filmabteilung im Bundeskanzleramt,

die LET’S CEE letztes Jahr erstmals mit 10.000 Euro unterstützt hat, wurde der

klar nachvollziehbare Antrag auf eine Erhöhung der Förderung mit einer inhaltlich absurden

und nur mündlich übermittelten Begründung abgelehnt. Weil sich offenbar ohnehin

niemand dazu bereit erklärt hätte, diese Entscheidung mit einer Unterschrift zu bedenken.

Egal, welche Zahlen man hernimmt – die Förderung pro Film, pro Screening, pro Filmgast

oder pro KinobesucherIn – wir bekommen in jeder Hinsicht weniger als alle anderen

subventionierten Filmfestivals. Und sehr viel weniger als so manche andere. Warum das

so ist, kann uns keiner vernünftig erklären. Wie denn auch. Mit dem Totschlagargument,

man möge doch bitte keine Neiddebatte lostreten, wollen wir uns jedenfalls nicht mehr

zum Schweigen bringen lassen. Unrecht ist Unrecht und darf als Solches benannt werden.

Eine öffentliche Diskussion des Themas Filmfestivalförderung ist überfällig, und wir werden uns

mit Nachdruck dafür einsetzen, dass sie fortan lauter geführt wird. Im Interesse aller Filmfestivals

nämlich. Ausgangspunkt dabei ist, dass das derzeitige Fördersystem schlecht und intransparent

ist, Innovationen verhindert, einige wenige begünstigt sowie Willkürentscheidungen

Tür und Tor öffnet. Dass die Kulturpolitik hier Handlungsbedarf hat, ist offensichtlich, dass die

Auslagerung in teils sehr seltsam besetzte Beiräte der falsche Weg war, auch? Hier heißt es,

endlich mehr politische Verantwortung wahrzunehmen und Gestaltungswillen zu beweisen.

Wir haben uns entschieden dagegen ausgesprochen, als in unserer Interessensvertretung,

dem Forum Österreichischer Filmfestivals, der Vorschlag gemacht wurde, das Österreichische

Filminstitut möge doch einfach pro Jahr die Produktion eines Spielfilms

weniger fördern und die so frei werdenden Mittel auf die Filmfestivals aufteilen; zu absurd

erschien uns der von der Symbolkraft verheerende Gedanke, die missliche Lage

der Filmfestivals mittels einer Schlechterstellung der Filmwirtschaft zu bereinigen.

Und genauso entschieden lehnen wir eben das derzeitig praktizierte System ab, in dem sich

die Fördersituation eines Filmfestivals de facto nur auf Kosten eines anderen Filmfestivals

verbessern kann, weil die Politik seit Jahren diesen so wichtigen Kulturbereich mit Summen

bedenkt, die beschämend niedrig sind. Der Film gilt zu Recht als das zentrale Leitmedium

unserer Zeit und das Kino nach wie vor als der Ort des besten gemeinsamen Erlebens einer

Projektion. Filmfestivals leisten als wichtige Plattformen in diesem Kontext einen essenziellen

Beitrag zur Orientierung einerseits und zur Angebotsvielfalt andererseits. Ohne sie, und

damit sind nicht nur die ersehenen Platzhirsche gemeint, sondern auch die vielen kleineren

Initiativen, wäre das kulturelle Leben in Österreich mit Sicherheit weit ärmer. Es wird Zeit, dass

sich die politischen EntscheidungsträgerInnen dessen wieder einmal bewusst werden. Und

schönen Worten endlich Taten folgen lassen. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

P.S. Since it is important:

Unbelievable, but true: this festival of records survives, despite being economically supported

with only 40,000 euros by the two most important cultural funding agencies in Austria.

Compared to the 70,000 euros the City of Vienna gave us last year alone, we have been reduced

to 30,000 euros in 2018. The reduction in funding by the cultural department was not

substantiated. This is probably due to the lack of good arguments. As for the film department

in the Federal Chancellery, the LET’S CEE festival had not received a cent for four consecutive

years, until last year when for the first time it received 10,000 euros. The reasonable request

for an increase in funding was rejected with an absurd and only verbally transmitted

justification. Apparently no one had agreed to consider this petition with a signature anyway.

No matter how you count funding (the funding per film, per screening, per movie

guest or per cinema visitor), we get in every sense significantly less than any other subsidised

film festival. And clearly less then certain festivals. How come? Nobody can give

us a reasonable explanation. In any case, we neither want to be silenced by the hateful

reasoning nor do we want to start an envious debate. Injustice must be highlighted.

A public discussion on the subject of film festival funding is overdue, and we will vigorously

campaign for it to become louder. With regard to all film festivals, the starting point is that

the current support system is not transparent. It prevents innovation, favours a select few, and

opens the door to arbitrary decisions. It is obvious that the cultural policy has a need for action.

Outsourcing to sometimes oddly appointed advisory councils is the wrong way to go. What’s

needed is the taking of political responsibility and a commitment to showing creative will.

When the suggestion came up in the Forum of Austrian Film Festivals that the Austrian

Film Institute would support the production of one feature film less per year so that

the remaining funds could be put into film festivals, we firmly argued against it. To us,

this disastrous proposal tries to remedy the predicament of the film festivals by making

it worse for the whole film industry. So with our interests in mind, we disagree.

And just as strongly, we reject the currently accepted practice of the system in which

the funding situation of a film festival can de facto only improve at the expense of another

film festival, because politicians have continued for years to provide this important

cultural area with shamefully low sums. Film is rightly regarded as the leading medium

of our time. The cinema is still the place where the best joint experience for a film viewing

takes place, and the film festivals are the essential platforms to orientate viewers,

on the one hand, and to the offer variety, on the other. Without such festivals – not only

the well-funded ones, but also the many smaller initiatives – cultural life in Austria would

certainly be poorer. It is time for political decision makers to be made aware of this once

and for all and to let promising words turn into actions. Let us not kill hope with despair.

Editorial Mag. Wolfgang P. Schwelle & Dr. Magdalena Żelasko 5


Verwertungsgesellschaft

der

Filmschaffenden

Collecting

Society

of Audiovisual

Authors

Wir vertreten die

Rechte von Regie,

Kamera, Filmschnitt,

Szenenbild, Kostümbild

& Schauspiel.

vdfs.at

GRUSSWORTE

Best Wishes

Das LET’S CEE Film Festival geht heuer bereits zum sechsten Mal über die Bühne und ist

ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Angebotes der Stadt Wien geworden. Zehn

Tage lang bietet das einzigartige Festival KinoliebhaberInnen und CineastInnen die Möglichkeit,

hochwertige Filmproduktionen aus unseren südlichen und östlichen Nachbarstaaten

kennenzulernen. Die sorgsam ausgewählten Meisterwerke aus der CEE-Region

werden an verschiedenen Standorten in Wien gezeigt, schwerpunktmäßig in verschiedenen

Kinos im ersten Bezirk, sowie auch in den Bundesländern. Von aktuellen Produktionen

bis hin zu Klassikern, Arthouse und AutorInnenfilmen bietet das Festival ein vielfältiges

Angebot für jeden Geschmack. Wien als im Herzen Europas gelegene Kulturstadt bietet

zweifellos den idealen Rahmen für ein derartiges Festival. Die enge historische, kulturelle

und wirtschaftliche Verbundenheit der Stadt mit den CEE-Ländern ist der beste Beweis

dafür. Für Cineplexx International als einer der führenden Kinobetreiber in der Region

sowie für die ganze Constantin-Film Unternehmensgruppe ist es ein besonderes Anliegen

als Presenting Partner das Festival von Anfang an zu unterstützen. Die Filmkunst

unserer Nachbarn ist ein kultureller Schatz, den wir den ÖsterreicherInnen sowie den

MigrantInnen aus der Region näher bringen wollen. Freuen Sie sich auf die wunderbaren

Produktionen! Wir wünschen allen Gästen ein spannendes LET’S CEE Film Festival 2018!

Mag. Christof Papousek

Geschäftsführender Gesellschafter der Cineplexx International GmbH

Managing Partner of Cineplexx International GmbH

This year, the LET’S CEE Film Festival takes place for the sixth time already – it has

become an essential element of the range of cultural events offered in the city of

Vienna. For ten days, the unique festival provides cineastes with an opportunity

to watch high-quality film productions originating from our southern and eastern

neighbours. The carefully selected masterpieces from the CEE region will be

shown at different locations in Vienna, mostly in various movie theatres in the first

district, as well as in the federal states. Ranging from recent productions to classics,

art-house and author’s films, the diverse festival programme caters for all tastes.

As a city of culture in the heart of Europe with strong historical, cultural and economic

ties to the CEE countries, Vienna is most definitely the best-suited location

for this festival. As one of the leading cinema operators in the region, Cineplexx

International and the entire Constantin-Film group of companies take great pride

in being a presenting partner and supporter of the festival right from the very

beginning. Our neighbours’ cinematic art is a cultural treasure that we want to

make accessible to both Austrians and migrants. You may look forward to many

wonderful productions! We wish all guests an exciting LET’S CEE Film Festival 2018!

FOTO: CONSTANTIN

Grußwort Mag. Christof Papousek 7


Die App, mit der man auch

Bargeld senden kann.

€4.90 Transfergebühr *

für alle Sendebeträge.

Dr. Andreas Mailath-Pokorny

Amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft in Wien

Executive City Councillor for Culture and Science

FOTO: SABINE HAUSWIRTH

Die Western Union ® App downloaden

LET’S CEE schlägt alljährlich eine Brücke zwischen Österreich sowie

Zentral- und Osteuropa. Heuer präsentiert sich das Festival

nicht nur in Wien, sondern auch in den Bundesländern. 2012 wurde

in der Stadt ein kulturpolitischer Impuls gesetzt, der sich nun

ausweitet und Kreise zieht. Dies ist gerade in der aktuellen politischen

Situation relevant, wo kritische Reflexion über Grenzen und

Zugehörigkeiten wichtiger ist denn je. Das Kino ist ein idealer Ort,

diese Themen auf vielfältige Art zu beleuchten.

Ich wünsche dem Festival und seinen engagierten MitarbeiterInnen

sowie dem Publikum eine an- und aufregende Zeit.

Year after year, LET’S CEE works to build bridges between Austria

and Central and Eastern Europe. In 2018, the festival is held not

only in Vienna, but also in other parts of Austria. The successful

cultural-political impulse that was set in 2012 is spreading and

making its rounds. This is especially relevant given our political

situation where critical reflection beyond borders and nationalities

is increasingly important. Cinema is an ideal place to illuminate

themes of all kinds on diverse manners.

I wish the festival and its motivated organisers and helpers, as

well as audiences an inspiring and exciting time.

* Western Union verdient auch an den Wechselkursen. Vergleichen Sie bei der Wahleines Geldtransferanbieters sorgfältig sowohl die Transfergebühren

als auch dieWechselkurse. Gebühren, Wechselkurse und Steuern können je nach Marke,Vertriebskanal und Aufenthaltsort unterschiedlich sein. Gebühren

undWechselkurse können sich jederzeit ohne Ankündigung ändern. Die Transfergebühr von EUR 4.90 für alle Sendebeträge gilt bei Transfers mit der Western

Union App und Einzahlung in bar an einem Western Union Standort.

Western Union International Bank GmbH ist in Österreich von der Österreichischen Finanzmarktaufsicht zugelassen.

©2018 Western Union Holdings, Inc. Alle Rechte vorbehalten.

Grußwort Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny 9


Development

Scheduling

Budgeting

Your one stop shop from script to screen

Production

Equipment Rental

Editorial

Visual FX

Special FX

Sound Design

Mixing

Coloring

DCP Delivery

Marketing

Motion Capture

Water Tank

Festivals sind ein ein guter Platz, um sich zu treffen und auszutauschen, und bieten eine

lebhafte sowie offene Atmosphäre für Talente, Geschichten und Emotionen – sprich:

für den Europäischen Film. Das Creative Europe - MEDIA Sub-Programm der Europäischen

Union zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen audiovisuellen

Industrie zu fördern, ihre große Vielfalt zu unterstützen und den transnationalen Vertrieb

von Filmen zu beleben. Das Programm erkennt die kulturelle, soziale und wirtschaftliche

Rolle der Festivals beim Wecken von Publikumsinteresse am europäischen Film dadurch

an, dass es ungefähr 60 von ihnen jedes Jahr in ganz Europa mitfinanziert. Diese Festivals

zeichnen sich durch ihr reiches und vielfältiges europäisches Programm aus, durch

ihr Bestreben, junge Leute aus der Branche zu unterstützen, durch ihr Engagement bei

der Erschließung neuer Zuschauergruppen und der Förderung der Filmkompetenz, und

durch den großen Stellenwert, den sie der Vernetzung und Möglichkeiten zur Begegnung

zwischen Profis und der Öffentlichkeit gleichermaßen zuschreiben. 2017 haben

die vom Creative Europe - MEDIA Sub-Programm unterstützten Festivals mit über 20.000

Vorführungen von europäischen Werken fast drei Millionen KinoliebhaberInnen erreicht.

Dr. Harald E. Trettenbrein

Leiter der MEDIA Unit der Europäischen Kommision EACEA (Exekutivagentur Bildung,

Audiovisuelles und Kultur), die das Creative Europe MEDIA-Programm umsetzt

Head of the MEDIA Unit at European Commisson EACEA (Executive Agency for Education,

Audiovisual and Culture), which implements the Creative Europe MEDIA programme

A good place to meet and to exchange, festivals provide a vibrant and accessible environment

for talent, stories and emotions – in short: European Film. The Creative Europe

- MEDIA Sub-programme of the European Union aims to foster the European audiovisual

industry’s competitiveness, to promote its rich variety and to encourage the transnational

circulation of films. The programme acknowledges the cultural, social and economic

role of festivals in increasing audiences’ interest in European films, by co-financing approximately

60 of them across Europe every year. These festivals stand out with their rich

and diverse European programming, their activities in support of young professionals,

their commitment to audience development and film literacy, and the importance they

give to networking and meeting opportunities for professionals and the public alike. In

2017, the festivals supported by the Creative Europe - MEDIA Sub-programme proposed

more than 20.000 screenings of European works to nearly three million cinema-lovers.

Das Creative Europe - MEDIA Sub-Programm freut sich, das sechste LET’S CEE Film Festival zu

unterstützen. Wir hoffen, Sie genießen eine ebenso reichhaltige wie anregende Veranstaltung.

Creative Europe - MEDIA Sub-programme is pleased to support the 6th edition of the

LET’S CEE Film Festival. We hope you enjoy a rich and stimulating event.

wwfx.net

nuboyana.com

b2yproductions.com

Grußwort Dr. Harald E. Trettenbrein 11


powered by

GRUSSWORTE HAUPTSPONSOREN & FÖRDERER

Best Wishes Main Sponsors & Supporters

GET YOUR

TICKET

NOW!

Mag. Roland Teichmann

Direktor, Österreichisches Filminstitut

Director, Austrian Film Institute

LET’S CEE erweitert nicht nur unseren filmischen Horizont mit interessanten, zeitgenössisch-relevanten Filmen: das Festival schlägt mit seinem

umfassenden Rahmenprogramm eine breite kulturelle Brücke zu unseren Nachbarländern, die in jeder Hinsicht bereichernd ist. Das Österreichische

Filminstitut ist gerne Partner dieser Aktivitäten.

LET’S CEE not only expands our cinematic horizons with interesting, contemporarily relevant films, but with its comprehensive supporting programme,

the festival also manages to build bridges between Austria and our neighbouring countries, which is enriching in every possible way.

The Austrian Film Institute is happy to be a partner to these activities.

4gamechangers.io

3 TAGE VOLLES PROGRAMM

BRUCE DICKINSON

FRONTMAN

IRON MAIDEN &

ENTREPRENEUR

SEBASTIAN KURZ

BUNDESKANZLER

ÖSTERREICH

NIKI LAUDAFORMEL

BUNDESMINISTERIN

DIGITALISIERUNG UND WIRTSCHAFT

1 IKONE &

FOUNDER LAUDAMOTION

BESTSELLER AUTOR

ALEX TAPSCOTT

„BLOCKCHAIN REVOLUTION”

STEFAN SAGMEISTER

PRÄSIDENT

TURNER INTERNATIONALGERHARD ZEILER

FOUNDER & CEO

MARKUS KREISEL KREISEL ELECTRICS

CEO SAGMEISTER & WALSH

2-FACHER GRAMMY GEWINNER

MARGARETE SCHRAMBÖCK

STEFAN PIERER CEO

KTM

VIELE WEITERE eSPORTS-GAMER, INFLUENCER, STARTUPS, ARTISTS UND

GAMECHANGING PERSONALITIES

Mag. Michael Palzer

Leiter International Marketing, Raiffeisen Bank International AG

Head of International Marketing, Raiffeisen Bank International AG

Osteuropa war schon immer eine Wiege emotional bewegender und sozialkritischer Filme. LET'S CEE bietet den Filmen aus der Region eine

Plattform in Wien, erschließt neue ZuseherInnengruppen und bringt VertreterInnen der gesamten Branche zusammen. Das ist ein spannendes

Projekt, das wir als auf Osteuropa spezialisierte Bank gerne unterstützen.

Eastern Europe has always offered emotionally moving and socially critical films. LET’S CEE offers those films a platform in Vienna, opens up new

target groups and gathers representatives of the entire industry. As a bank specialised in Eastern Europe, we dearly support and encourage this

exciting project.

Prof. Herwig Hösele

Generalsekretär, Zukunftsfonds der Republik Österreich

General Secretary, Future Funds of the Republic of Austria

Der Zukunftsfonds der Republik Österreich ist auch heuer wieder Partner des LET'S CEE Film Festivals. Es ist nicht nur die Auswahl der Filme,

sondern die Festival-Philosophie an sich, die sich mit dem gesetzlichen Auftrag unseres Fonds deckt. Ich wünsche den VeranstalterInnen viele

interessierte und begeisterte BesucherInnen.

The Future Funds of the Republic of Austria is again partner of the LET'S CEE Film Festival this year. It is not the selection of films, but the festival

philosophy itself that corresponds to the legal mandate of our funds. I am pleased that the Future Funds is able to contribute to the LET'S CEE

Film Festival and hope for many interested and enthusiastic visitors.

LIVE ACTS

REA GARVEY TAGTRAEUMER JULIAN LE PLAY GREGOR MEYLE

Grußworte Hauptsponsoren & Förderer 13


Think you‘re

starring

INHALTSVERZEICHNIS

Table of Contents

in

so

your

be LIFE,

Editorial

Editorial

Grußwort Christof Papousek

Best Wishes Christof Papousek

Grußwort Andreas Mailath-Pokorny

Best Wishes Andreas Mailath-Pokorny

Grußwort Harald E. Trettenbrein

Best Wishes Harald E. Trettenbrein

Seite 03

Seite 07

Seite 09

Seite 11

Filmprogramm in Graz, Salzburg & Villach

Film Programme in Graz, Salzburg & Villach

Industry-Days-Programm

Industry Days Programme

Eröffnungsfilm

Opening Film

Lifetime Achievement Awards

Kira Muratova & Márta Mészáros

Seite 42

Seite 43

Seite 46

Seite 48

25-The Retrospective

25-The Retrospective

Retrospektive: Women and War

Retrospective: Women and War

Retrospektive: 100 Years

Retrospective: 100 Years

Familien- & Schulkino

Family & School Cinema

Seite 163

Seite 167

Seite 177

Seite 185

the Hero!

Grußworte Hauptsponsoren & Förderer

Best Wishes Main Sponsors & Supporters

Seite 13

Inhaltsverzeichnis

Table of Contents

Spielfilm-Wettbewerb

Feature Film Competition

Dokumentarfilm-Wettbewerb

Documentary Competition

Seite 53

Seite 15 Seite 77

Animations 4 Kids

Animations 4 Kids

Kurzfilmprogramm

Short Film Programme

Seite 190

Seite 194

Und wieder Danke. Danke sehr.

Thank you. Thank you very much. Seite 17

Wettbewerb Promising Debuts

Competition Promising Debuts

Seite 99

Virtual Reality Cinema

Virtual Reality Cinema

Seite 200

Sponsoren, Förderer & Partner

Sponsors, Supporters & Partners

Seite 20

Kurzfilm-Wettbewerb

Short Film Competition

Seite 113

Master Classes & Lectures

Master Classes & Lectures

Seite 203

Kuratoren & Kuratorinnen

Curators

Seite 22

East Silver Caravan

East Silver Caravan

Seite 119

LET’S CEE Talent Academy

LET’S CEE Talent Academy

Seite 209

Juroren & Jurorinnen

Jury Members

Seite 24

Best of Hungary

Best of Hungary

Seite 126

LET’S CEE Industry Days

LET’S CEE Industry Days

Seite 210

The UNIQA Group is one of the leading insurance

groups in its core markets of Austria and Central

and Eastern Europe, with over 40 companies in

18 countries, where ca 20.000 employees take care

for ca 10 million customers.

Zu Gast bei LET'S CEE

Guests of LET'S CEE

Festivalkinos

Festival Cinemas

Preise

Awards

Seite 29

Seite 34

Seite 38

Slowenien im Fokus

Slovenian Focus

Polnisches Wochenende

Polish Weekend

Discoveries

Discoveries

Seite 130

Seite 134

Seite 136

Location-Partner & Partys

Location Partners & Parties

Seite 212

Team

Team

Seite 218

Impressum

Imprint

Seite 220

Filmprogramm

Film Programme

Seite 40

Hollywood Goes CEE

Hollywood Goes CEE

Seite 148

Index

Index

Seite 222

www.uniqagroup.com

Rahmenprogramm

Supporting Programme

Seite 42

Austrian Days

Austrian Days

Seite 152

Inhaltsverzeichnis 15


© 2018 Warner Bros. Ent. / Photographed by Carter Smith

UND WIEDER

DANKE. DANKE SEHR.

Thank you. Thank you very much.

„ Wir wünschen LET´S CEE ein

erfolgreiches Festivaljahr 2018 mit

vollen Kinosälen und sind stolz

als Partner unseren Teil dazu

beitragen zu dürfen.“

Als Direktoren des LET’S CEE Film Festivals bedanken wir uns natürlich auch heuer wieder

sehr herzlich bei all jenen Personen (und damit auch bei jenen Organisationen, für

die eben diese im Falle des Falles stehen), ohne die wir unser Festival nicht veranstalten

könnten. Wir danken allen und jedem ganz explizit und ganz besonders. Wer nicht dabei

war, kann sich wohl nur schwer vorstellen, was einige von den Genannten auch bei der

Vorbereitung der 2018er-Ausgabe unseres Festivals wieder geleistet haben. Allen in der

Folge angeführten Namen gebührt daher unser großer respektive sogar unser größter

Dank. Und zwar ohne jegliche Reihung abseits einer alphabetischen und in dem Wissen,

dass die Liste nicht ganz gerecht ist, denn: Manche haben nur sehr wenig, aber doch

etwas zum Gelingen des LET’S CEE Film Festivals beigetragen, und manche sehr, sehr

viel. Hier exakt abzuwägen, ist freilich ein Ding der Unmöglichkeit. Bei unseren Sponsoren

und Partnerunternehmen haben wir versucht, alles, was wir an Unterstützung

bekommen haben, so gut es ging, oder sogar darüber hinaus, mit Gegenleistungen abzugelten.

Bei unseren MitarbeiterInnen ging das natürlich nicht. Einfach weil uns dazu

nach wie vor die Mittel fehlen. Was wir ihnen aber in jedem Fall geben konnten, war die

Gelegenheit, Teil eines fantastischen Projekts zu werden und das Wissen, dass es ohne

sie dieses Festival nie gegeben hätte. Da fast alle von denen, die wir hier erwähnen,

dazu beigetragen haben, dass die Arbeit rund um das Festival keine Qual, sondern in

allererster Linie eine große, oft anstrengende, aber sehr sinnvolle Herausforderung geworden

ist, bedanken wir uns gleich doppelt. Danke, und nochmals danke. Sollten wir

jemanden trotz größter Sorgfalt vergessen haben zu erwähnen, gilt dem- oder derjenigen

nicht nur ebenfalls unser Dank, sondern natürlich auch jetzt und hier gleich eine

Entschuldigung: Sorry, das tut uns leid. Und wir versprechen jetzt schon: Wir werden

das nachholen und jeden der vergessenen Namen im nächsten Katalog erwähnen.

As the directors of the LET’S CEE Film Festival, we wish to thank all those people (and

also the organisations they represent) without whose help this festival would never have

been possible. We thank each and every one individually. People who were not involved

cannot possibly imagine just what some of these people did for this festival again this

year while preparing our 2018 edition. To all those mentioned below, we owe our gratitude

and greatest thanks, in no other order but alphabetical. And we know that the list

still does not do full justice to all: Some made small, but important contributions to the

success of the LET’S CEE Film Festival, while others did very, very much. All the work was

valuable and thus it is absolutely impossible to measure the individual contributions. We

did our best to return all the support of our sponsors and partners adequately or, even

more than that, provide them with services in return. That is of course something we could

not do for our personnel, simply because we still lack the financial means to do so. What

we could provide them with was the experience of having worked on a fantastic project

and the certainty that this festival would never have been possible without them. And

because almost all of those listed here have contributed a lot to making the preparations

of this festival a great, often tiring, but very rewarding challenge rather than an ordeal, we

want to thank them one more time. Thank you, thank you so very much. If, despite our

greatest care, we forgot to mention somebody, we not only want to thank you, but also to

apologise right here and now: we are really sorry. And we promise you that we will make

up for that and mention each name we forgot this time around in next year’s catalogue.

monatlich neu und gratis bei

Magdalena Żelasko & Wolfgang P. Schwelle

Festivaldirektoren

Festival Directors

Danksagung 17


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Achleitner Carl, Albiez Nicole, Albre Neve, Alvarez Aguilera Alberto, Angoulvant Matthias,

Antic Aleksandra, Apfl Stefan, Artner Christin Amy, Asgarli Rashida, Asher Tobin, Auer

Daniel, Baumann Simone, Ballinger Jakob, Baumgartner Eva, Baldinger Lena, Ballantyne

Suzanne, Barfuss Clemens, Barovsky Marianne, Bayer Florian, Beck Alfred Michael, Beck

Amrei, Beker Boris, Belyus Victoria, Benkő Béla, Berariu Ioana, Berger Nico, Berlinski Maga

Natalia, Berner Ethan, Biagiotti Geremia, Bielecka Magdalena, Biernacka Alexandra, Bilman

Kamila, Bischof Thomas, Bitschnau Gregor, Blahut Stephan, Blagojevic Irena, Bogomolova

Varvara, Bosch Alba, Bottemer Willy, Bönisch Teresa, Bouchard Paul, Brekalo

Ivanka, Brix Werner, Brouwer Lisanne, Bučar Nataša, Bukowiecka Agnes, Buono Manuela,

Burckhardt Aurelia, Cabaj Joanna, Carter Lauren, Caruso Valerio, Cavkunovic Jasmina,

Cecić Ira, Chen King-Ting, Chumley Ivy, Cieślik Marzena, Cintoli Alessandro, Clemens

Thomas, Coban Victoria, Cornisteanu Irina, Dadun Daniel, Dechant Ursula, Dibold Jakob,

Diesenreither Robert, Dimmel Gloria, Djurovic Lora, DJ Dan B., DJ Rawkat, DJ Soso&Elle,

DJ Zdenko Bado, Dlapa Claudia, Doykov Ivan, Dudkiewicz Monika, Dumfahrt Anita,

Dumreicher-Ivanceanu Alexander, Düring Stefanie, Eder Fritz, Edathinakam Linoje, Ehmann

Monique, Eichtinger Gisela, Eppensteiner Barbara, Erdmann Petra, Ernst-Moncayo

Zuzana, Faßl-Vogler Sylvia, Ferguson Niki, Ferner Katharina, Fink Tone, Fischer Claudia,

Flenner Bianca, Fontanesi Calina, Franklin Anna, Frank Naomi, Franzl Susanne, Frauscher

Edith, Friedrich Otto, Fränzen Barbara, Funato Keiko, Fürstenberg Stephanie, Gamsriegler

Anna, Gand Jenny, Gasser Silvo, Gatternig Paul, Georgiev Atanas, Georgieva Vesselina,

Gerami Salar, Gitow Andi, Gerersdorfer Michael, Gerstl Birgit, Gitow Andi, Golden Lisa,

Guenegues Maëlle, Gutekunst Kristin, Guess Kala, Goldfuß Rosa, Golonka Marek, Gottlieb

Susanne, Grafl Franz, Greuling Matthias, Grill Daniela, Gritzner Katharina, Grman Andrea,

Grove Elliot, Gunka Julia, Gunl Ronny, Glatz Gudrun, Gulaev Vycheslav, Günl Ronny, Haderer

Chris, Hadzibeganovic Nadan, Hadžić Muhamed, Hahn Stefan, Hakala Nina, Ham

Nika, Halyshko Maryna, Hammerschmid Sarah, Haznedaroğlu Andaç, Heiduschka Veit,

Helbling Tina, Heribanová Alena, Himmer Nina-Sophie, Hofmann Hans-Peter, Holt Robert

L. mit Familie, Holzinger Danuta, Hooker Catherine, Hösele Herwig, Hribar Lena,

Hruby Sophie, Hofstadler Stella, Ickert Alica, Indjein Teresa, Jackman Michael, Jacobs Melanie,

Jakubec Christian, Janda Karin, Janjić Dragomir, Jelinka Rita, Jesenko Alexandra, Jäger

Christian, Jäger Susanne, Jones Anetta, Jovanovska Rebeka, Kaczek Frédéric-Gérard,

Kalugina-Bulka Solvita, Karner Johannes, Karson Sophie-Luise, Kasik Natalia, Kastelic

Michael, Kavouras Michael, Kervern Guillaume, Kaminski Pawel, Kazakova Vesela, Ketzer

Edgar, Kiesewetter Anna, Kiss Lisa, Kittler Doris, Klatev Stefan aka DJ Bate Gojko, Klein

Cristina Estera, Klemm Andreas, Klemm Kathrin, Klimkiewicz Michal, Kobelhirt Sarah,

Kocjančič Nerina, Kofler Martin, Koger Johanna, Kogler Marion, Kolter Christian, Konar

Rudi, Koneva Rumjana, Konrad Christian, Konstantelou Maria, Kostić Miša, Kotta Claudia,

Kotvojs Elisabeth, Koželj Podlogar Barbara, Kozłowska Jolanta Róża, Kozyritskaya Sveta,

Kneissler Michael, Kraus Aurelia, Krausz Esther, Krenmayr Franziska, Krenn Katharina, Kurov

Askold, Kustova Dariia, Küfhaber Sandra, Lackner Konstantin, Lagger David, Lahofer

Elisabeth, Lamboj Sara, Lang Claudia, Langhammmer Christian, La Porta Domenico,

Lattacher Martina, Lauß Bettina, Lebersorger Heidi, Leitenmüller Paul, Lerner Yariv, Leyh

Tyll, Lichtkoppler Elisabeth, Lindner Johannes, Lixl Stefan, Ljubojevic Pedja, Loderer Paul,

Loibl Daniel, Lostak Martin, Lučev Leon, Luttenfeldner Iris, Lyszcz Iga, Łunkiewicz Marcin,

Łyszkiewicz Maciej, Macher Melanie, Maculewicz Anna, Mader Jessica, Madjarov Stefana,

Magneron Loïc, Magoo Velasco Marilyn, Malovčić Edita, Marlena Przybyszewska,

Mailath-Pokorny Andreas, Mandl Elisabeth, Mandler Clemens, Manegolg Ottilie, Marelic

Vicko, Markowski Michaela, Martinek Michael, Masarova Nela Helena, Masri El Diana, Matevosyan

Nelly, Maurin Valérie, Mayer-Salvi Antje, Mayerhofer Elisabeth, Maxa Jan, Meisl

Albert, Melchert Anja, Mercurean Andreea, Mészáros Márta, Mihailovic Nina, Mildner

Paul, Milosavljevic Marija, Mirkovic Sladana, Mitterlehner Daniela, Modzelewska Aleksandra,

Molnár Mária, Montage Maxime, Moser Veronika, Möhler Gwendolin, Mujović

Denis, Muñoz Víctor M., Muslic Amir, Müller Werner, Nagy Tamara, Nagy Wolfgang Neichl

Brigitte, Nelska Liliana, Nitsch-Fitz Anna, Novak Eleana, Nöster Phyllis, Oberbichler Lea,

Ochs Naufal, Oidekivi Rein, Okrojek Ula, Oleszczyk Michał, Oswald Lydia, Pachler Gabi,

Pakisch Eva, Palada Mina, Palzer Michael, Pasching Sabine, Panican Alexandra, Pantić

Jelena, Papousek Christof, Pascolo Michela, Pavlinović Mia, Payer Peter, Perkovic Andrija,

Perschon Tobias, Peten Soon-Mi, Peter Georg, Petersen Anne, Pfeiffer Matthias, Pierrat

Camille, Pilt Lili, Pitsch Andrea, Pitscheider Sabine, Pjanic Nina Nives, Pochlatko Jakob, Popović

Volarić Janko, Pospichal Linda, Pöder-Innerhofer Walter, Prášek Tomáš, Procházková

Jitka, Pühringer Harald, Puusaag Janeli, Rabl Alice, Radić Miron, Radner Verena, Radovanovic

Sandra, Raffner-Sirakov Viola, Rainer Christoph, Rakhlin Serge, Ramic Mersiha, Rapchev

Atanas, Recher Kevin, Reich Josef, Reimann Katharina, Reis Leonhard, Reiter Sophia

Anna, Renn Leila, Renzhofer Anna-Maria, Reshetnikova Ekaterina, Riahi T. Arash, Riahi T.

Arman, Richard Martina, Richter Marina, Riedl Burkhard, Riegler Wolfgang, Riethmüller

Enrico, Bone, Robynsong, Rocca Susanne, Rostowski Krzysztof, Ruehm David, Ruiz Bandelj

Spela, Rumpold Michaela, Ruzicka Franziska, Sabetzer Laura, Santner Julia, Sapina

Slavica, Sapién Renée, Savychenko Igor, Scheele Robert, Schener Julija, Schermann Stefanie,

Schindl Verena, Schinzel Alexander, Schlosser Marion, Smith Stephen, Schmölz Julia,

Schmutzer Astrid, Schödl Gernot, Schubert Agnes, Schühler Gerhard, Schummel Dominik,

Schuppach Sandra, Schwarz Daniela, Schweiger Tabea, Semenova Svetlana, Sendlhofer

Andreas, Shpak Oksana, Sidl Günther, Simic Gabriela, Sipic Deneta, Sirucek Barbara,

Sischka Carina, Šišková Michaela, Skłodowska Ewa, Skrabs Caroline, Skrzypek Paulina,

Slancar Helene, Skłodowska Ewa, Smith Stephen D., Sobczak Rafał, Softic Jasenka, Sommerer

Susanne, Speler Pete, Spöri Tobias, Stanković Dejana, Starodub Linda, Staszewski

Bartosz, Steegmann Sergi, Steiner Karin, Sternath Martin, Stiefelbauer Corinna, Stolbova

Ekaterina, Stromminger Franz , Sumereder Doris, Szekulics Philipp, Szwankowska-Antoł

Krystyna, Szymiczek Natalia, Šešić Rada, Škrbić Ines, Śmigulski Radosław, Taferner Katharina,

Tanaka Graziela, Tanzer Markus, Tauchner Levi, Teuschl Angelika, Teichmann Roland,

Töchterle Bettina, Trendl Marietta, Trettenbrein Harald E.,Tucci Fabio, Tzvetkova Alexandra,

Ungerböck Andreas, Vajda Katalin, Vasileva Viktoriya, Vucic Sandra, Vucicevic Iva,

Vujosevic Ivana, Vybornova Dariya, Wagnleitner Anna, Walter Tina, Weiß Sabine Welland

Laura, Wesely Peter, Widrich Virgil, Wilhelm Marian, Williams Marian, Wiseman Joanna,

Wieser-Enk Alexandra, Familie Wograndl, Wohlgenannt Magdalena, Wojciechowska Katarzyna,

Wojcik Agnieszka, Woller Ernst, Wolloner Benedikt, Wolschlager Ursula, Worsch

Alexander, Yilmaz Gülsen, Yilmaz Göksen, Yilmaz Ipek, Zach Reinhard, Zafred-Koschelu

Eveline, Zajec Lidija, Zappe-Heller Iris, De Zordo Fabian, Zechner Kathrin, Ziannis Stelios,

Zoebl Natalie, Żelasko Bogusława, Żelasko Stanisław, Žbadovinac Zdenko und weitere!

Danksagung 19


PRESENTING PARTNERS

MAIN SPONSORS / MAIN FUNDERS

MAIN MEDIA & MARKETING PARTNERS

SPONSORS / FUNDERS

FESTIVAL CINEMAS

CO-SPONSORS & CO-FUNDERS

SUPPORTERS

LET’S CEE SCHOOL CINEMA

SUPPORTED BY

LOCATION PARTNERS

MAIN PROGRAMME SUPPORTERS

VR CINEMA PARTNERS

MAIN PARTNERS

Ebenfalls HERZLICHEN DANK an weitere Programmunterstützer: Balassi Institut - Collegium Hungaricum Wien, Bulgarisches Kulturinstitut – Haus Wittgenstein,

Botschaft der Republik Polen in Wien, Botschaft der Ukraine, EUNIC Austria, CREATIVE EUROPE Desk Austria, Slowakisches Institut in Wien; an weitere

Unterstützer: ARE - Alternative Reality Events, BIG SMILE, Brotzeit - die gourmetkantine, Café Kandl, Cappy, Final Draft, frankl24, Georgische Traditionsweine, Keniada,

Klangfarbe, Kunstgießerei Loderer, Liliac, mo°sound, The Lorenz Bahlsen Snack-World, Pilsner Urquell, Pitawerk, Römerquelle, Sektkellerei Gebrüder Szigeti,

Ströck-Brot, Trześniewski; an unsere Programm-Partner: ADA - Österreichischer Regieverband, cinemagic - wienXtra, Die Furche, Diversity Ball, East Silver Caravan,

IDF - Institute of Documentary Films, Worldwide FX - Nu Boyana Film Studios, Raindance Film Festival, Universität Wien - Institut für Politikwissenschaft sowie an

weitere Media and Marketing Partners: 1.000 Things, Adria Film, Augustin, Beyond Pixels, C Magazine, Click for Festivals, Elipsa.at, etc. Magazin, European Youth

Card, Festhome, FilmClicks, FilmFreeway, Flip the Truck, Gewista, Goodnight.at, INFOSCREEN Austria, Lichtspiele, kek in Wien, ÖAMTC, Polonika, POLpromotion,

pressplay magazin, reelport.com, Raiffeisenzeitung, !ticket Eventmagazin, TIPI Familienmagazin, VOLUME, Wallery, Wenedi.eu und Wien Energie - Extrawürstel.


KURATOREN & KURATORINNEN

Curators

Michał Oleszczyk

Kurator für den Spielfilm-Wettbewerb

Curator of the Feature Film Competition

Rada Šešić

Kuratorin für den Dokumentarfilm-Wettbewerb

Curator of the Documentary Competition

Arash T. Riahi

Kurator für den Kurzfilm-Wettbewerb

Curator of the Short Film Competition

Arman T. Riahi

Kurator für den Kurzfilm-Wettbewerb

Curator of the Short Film Competition

Der Filmkritiker, Drehbuchberater, Übersetzer

und Wissenschaftler Michał Oleszczyk wurde

1982 geboren und lebt in Warschau. Er unterrichtet

an der geisteswissenschaftlichen

Fakultät der Universität Warschau und hat

sich bei Cineaste, RogerEbert.com, Filmweb.pl

und weiteren Medien engagiert. Im Jahr 2006

wurde er mit dem Krzysztof-Mętrak-Preis als

bester junger Kritiker ausgezeichnet. 2011

bekam er vom Polnischen Filminstitut den

Preis für die beste Filmkritik verliehen. Er ist

Autor des ersten polnischen Buchs über Terence

Davies und Co-Autor von Interviewbänden über Guy Maddin, die Quay Brothers

und Terry Gilliam (mit Kuba Mikurda). Seine letzte Publikation war das Buch

Boro: L’Isle d’amour: The Films of Walerian Borowczyk (Berghahn Books 2015), welches

er gemeinsam mit Kamila Kuc und Kuba Mikurda geschrieben hat. Zwischen 2013

und 2016 war er künstlerischer Leiter des Polnischen Filmfestivals Gdynia, der wichtigsten

Bühne für polnisches Kinos. Er organisierte außerdem eine Reihe von Vorführungen

polnischer Filme in London, Dublin und New York City. Des Weiteren verfasste

er Essays für polnische Filme, die von Second Run DVD herausgegeben wurden.

Michał Oleszczyk is a film critic, script consultant, translator and scholar based in Warsaw.

Born in 1982, he teaches film at the Artes Liberales Department of the University

of Warsaw and has contributed to Cineaste, RogerEbert.com, Filmweb.pl and other

outlets. Recipient of the Krzysztof Mętrak Award for Best Young Critic in 2006, he also

won the Polish Film Institute Award for Best Film Criticism in 2011. He authored the first

Polish book on Terence Davies and co-authored books of interviews with Guy Maddin,

The Quay Brothers and Terry Gilliam (with Kuba Mikurda). His most recent book publication

is Boro: L’Isle d’amour: The Films of Walerian Borowczyk (Berghahn Books 2015),

which he co-edited with Kamila Kuc and Kuba Mikurda. Between 2013 and 2016 he

was Artistic Director of Gdynia Film Festival, Poland’s prime showcase for Polish cinema.

He also arranged a number of screenings of Polish films in London, Dublin and

New York City, and wrote booklet essays for Polish films released by Second Run DVD.

FOTO: STAWOMIR PULTYN

Die gebürtige Kroatin Rada Šešić studierte und arbeitete

in Sarajevo bevor sie 1993 nach Utrecht

übersiedelte. Sie ist Filmemacherin, Kritikerin und

Filmdozentin und bei den größten Filmfestivals der

Niederlande tätig. Beim Dokumentarfilmfestival in

Amsterdam ist sie bei der Programmauswahl beteiligt

und im Auswahlkomitee für den IDFA Bertha

Fund. Beim Filmfestival in Rotterdam ist sie Beraterin

bei der Programmauswahl sowie bei der Vergabe des

Hubert Bals Fund. Beim Filmfestival in Sarajevo leitet

sie den Dokumentarfilm-Wettbewerb und co-leitet

die Industrieveranstaltung Docu Rough Cut Boutique.

Als künstlerische Leiterin fungiert sie beim Eastern Neighbours Filmfestival in Den Haag und beim

Filmfestival in Triest verantwortet sie die Sektion Last Stop Trieste. Rada Šešić lehrte sieben Jahre lang

an der Universität von Amsterdam und momentan im Film-Masterprogramm an der niederländischen

Filmakademie ebendort. Sie war bereits Teil von mehr als 45 Jurys weltweit und hat auch

in Indien gelebt, wo sie zwei Semester am Institut Srishti für Kunst, Design und Technologie unterrichtet

und für acht Jahre das Programm des Internationalen Film Festival Kerala selektiert hat.

Ihre Kurz- und Dokumentarfilme gewannen zahlreiche Auszeichnungen, wurden auf über 60

internationalen Filmfestivals präsentiert und im Museum of Modern Art in New York archiviert.

Rada Šešić was born in Croatia and worked as a film journalist and documentary filmmaker in Sarajevo

before moving to Utrecht in 1993. Not only is she a filmmaker but in addition a critic and film

lecturer. She is associated with the two biggest film festivals in the Netherlands – the International

Documentary Film Festival of Amsterdam, as part of the programming team simultaneously with

the IDFA Bertha Fund Selection Committee; and with the International Film Festival of Rotterdam

as a programme advisor and selector of its Hubert Bals Fund. At the Sarajevo Film Festival, she is

the head of the Documentary Competition and co-heads the project Docu Rough Cut Boutique.

She is the artistic director of the Eastern Neighbours Film Festival in The Hague. In the Trieste Film

Festival, she is the head of the section Last Stop Trieste. Rada Šešić has been lecturing a trimester in

the University of Amsterdam for seven years and currently teaches in the Master of Film at the Film

Academy NFTA in Amsterdam. She has served on some 45 juries around the world, lived in India,

where she taught for two semesters in the Srishti Institute of Art, Design and Technology in Bangalore

and has been a programmer for the Kerala International Film Festival for eight years. Her short

films and documentaries have won several awards and were presented in over 60 international film

festivals. Her films have been catalogued in the archives of the Museum of Modern Art in New York.

Arash T. Riahi, 1972 im Iran geboren, lebt seit

1982 in Österreich. Nach seiner Zeit als Student

der Film- und Geisteswissenschaften an der Universität

Wien war er freier Mitarbeiter des ORF,

unter anderem bei den Sendungen nitebox und

kunst-stücke. 1997 gründete er gemeinsam mit

KollegInnen die Film- und Medienproduktionsfirma

Golden Girls Filmproduktion. Riahis Filmschaffen

als Regisseur und Produzent, das bisher über

80 internationale Preise erhielt, umfasst eine Reihe

von Kurz- und Experimentalfilmen, Werbespots,

Musikvideos und Dokumentarfilmen, darunter

auch die mehrfach international prämierten Filme Exile Family Movie, Mississippi, Nerven Bruch

Zusammen, Kinders oder das Cross-Media-Projekt Everyday Rebellion, das er mit seinem Bruder

Arman realisierte. Sein erster Spielfilm Ein Augenblick Freiheit war der österreichische Kandidat

für den Auslands-Oscar 2010. Seither arbeitet er auch als Dramaturg unter anderem beim

Creative Europe Programm Sources 2. Seit 2014 unterrichtet er an der Filmakademie Wien.

Arash T. Riahi, born in Iran in 1972, has been living in Austria since 1982. After graduating

in film studies and humanities at the University of Vienna, he worked as a freelancer

for the Austrian Broadcasting Corporation ORF on television programmes such as

nitebox and kunst-stücke. In 1997, he founded the film and media production company

Golden Girls Filmproduktion. His body of work as a director and producer that won more

than 80 international awards, comprises various commercials, music videos, short films,

experimental films and documentaries, including the Exile Family Movie, Mississippi, Nerven

Bruch Zusammen, Kinders or the cross-media project Everyday Rebellion, which he

realised with his brother Arman. His first feature film For a Moment Freedom was Austria’s

candidate for the Best Foreign Language Film at the Academy Awards in 2010. He

has since been working as a dramatic advisor for the Creative Europe MEDIA scriptwriting

programme Sources 2. In 2014, he started teaching at the Film Academy of Vienna.

Arman T. Riahi wurde 1981 im Iran geboren und ist

in Wien aufgewachsen. Er studierte Medientechnik

und arbeitete als Grafik- und Screendesigner in London

und Wien. Seit 2005 ist er als Regisseur und Autor

für verschiedene Film- und Fernsehproduktionen

tätig, unter anderem gestaltete er Sendungen

für die Donnerstag Nacht im ORF. Zu seinen wichtigsten

Arbeiten zählen die Dokumentarfilmreihe

Momentum – What drives you, die fünfteilige TV-Dokumentation

Africa Race und der Kinodokumentarfilm

Schwarzkopf der das 17. Sarajevo FF eröffnete

und den Publikumspreis bei der Diagonale gewann.

2013 wurde Arman T. Riahi das Start-Stipendium für Filmkunst des BKA zugesprochen und seither

ist er auch als FH-Dozent im Masterstudiengang „Medientechnik“ tätig. Riahis erster Film mit

seinem Bruder Arash, das Cross-Media-Projekt Everyday Rebellion, wurde bisher auf über 60 internationalen

Festivals gezeigt und gewann mehrere Preise. Kinders ist die zweite Kinodoku der

Riahi Brüder. Armans aktuelle Komödie Die Migrantigen ist Teil des LET’S CEE Programms 2018.

Arman T. Riahi was born in Iran in 1981 and grew up in Vienna. He studied media technology in Vienna

and worked as a graphic and screen designer in London and Vienna. He has been working as

a director and author for several film and TV productions, such as the Donnerstag Nacht format on

Austrian Broadcasting Corporation ORF. His most important works include the film series Momentum

– What drives you, the TV documentary Africa Race, as well as the feature documentary Dark

Head, which premiered as the opening film for the 17th Sarajevo FF and won the Audience Award

at the Diagonale FF. In 2013, Riahi was granted the Start-Scholarship for Film Arts of the Federal

Chancellery of Arts. He has since been working as a lecturer at the University of Applied Sciences

for Media Technology. His first film, in collaboration with his brother Arash, was the feature documentary

and cross-media project Everyday Rebellion, which was screened at over 60 international

film festivals and won several awards. Kinders is the second documentary by the Riahi Brothers.

Arman’s first fiction film, the comedy The Migrumpies, is part of the LET’S CEE programme 2018.

22 Kuratoren & Kuratorinnen

Kuratoren & Kuratorinnen 23


FOTO: MICHI DÜRR

FOTO: JUHANI ZEBRA

FOTO: CHLOE ANNA POTTER

FOTO: MARTIN JUEN

Edita Malovčić

Jury Spielfilm-Wettbewerb

Jury Feature Film Competition

Serge Rakhlin

Jury Spielfilm-Wettbewerb

Jury Feature Film Competition

Sandra Schuppach

Jury Spielfilm-Wettbewerb

Jury Feature Film Competition

Antje Mayer-Salvi

Jury Dokumentarfilm-Wettbewerb

Jury Documentary Competition

Doris Kittler

Jury Dokumentarfilm-Wettbewerb

Jury Documentary Competition

Askold Kurov

Jury Dokumentarfilm-Wettbewerb

Jury Documentary Competition

Jenny Gand

Jury Wettbewerb Promising Debuts

Jury Competition Promising Debuts

Janko Popović Volarić

Jury Wettbewerb Promising Debuts

Jury Competition Promising Debuts

Edita Malovčić wurde 1978 in Wien geboren. Sie ist

eine österreichische Schauspielerin und Singer-Songwriterin

bosnischer Herkunft. Malovčić studierte

Musikwissenschaften sowie Sonder- und Heilpädagogik

und nahm nebenbei Schauspielunterricht. 1999

gelang ihr in Barbara Alberts Nordrand der Durchbruch.

Es folgten zahlreiche Rollen in Kino- und Fernsehfilmen

sowie in Serien in Deutschland und in Österreich,

von Zweiohrküken bis zu Der Knochenmann, von

Kommissar Rex bis zum Tatort. Unter ihrem Künstlernamen

Madita veröffentlichte sie 2005 ihr erstes, international

sehr erfolgreiches Album, drei weitere folgten.

Serge Rakhlin lebte in Lettland, bevor er in die USA

emigrierte. Er hat einen Journalismus-Abschluss

von der Universität Lettlands und einen MA-Titel

der University of Southern California. Zurzeit ist er

Vorstand des Foreign Language Film Committee of

the Hollywood Foreign Press, welches die Golden

Globe Awards ausrichtet. Rakhlin arbeitete zuvor

unter anderem als Drehbuchautor, als ausführender

Produzent der TV-Übertragungen bei den Golden

Globes, als künstlerischer Leiter bei KMNB Radio, als

Chef-Redakteur bei Panorama Newspaper und als Hollywood-Analyst

und Beobachter für Voice of America.

Sandra Schuppach studierte Filmwissenschaften in

Bordeaux sowie in Mainz und schloss ihr Studium mit

einer Dissertation über Tom Tykwer ab. Danach wurde

sie Produzentin für Werbefilme in Frankfurt, bis sie

schließlich in Berlin zum Spielfilm wechselte. Sie hatte

bei Produktionsfirmen für TV- und Kinofilme unterschiedliche

Positionen inne. In Wien startete sie als

Produzentin in der Stoffentwicklung, bis sie 2012 ihr

eigenes Unternehmen gründete. Die Agentur Sandra

Schuppach ist auf die Vertretung aller Head of Departments,

also aller Gewerke „hinter der Kamera“, auf den

deutschsprachigen Raum und Kinofilme spezialisiert.

Antje Mayer-Salvi hat Philosophie und Kunstgeschichte

an der FH Berlin studiert sowie Kulturjournalismus

und Crossmedia, Design & Development

in Österreich. Sie ist Kritikerin, Geschäftsführerin des

Redaktionsbuero Ost in Wien und Chefredakteurin

des C/O Vienna Magazine. Von 1998 bis 2009 hat sie

für Die Zeit, Profil, Vogue und andere Medien als Kultur-Korrespondentin

in Prag, Kiew, Berlin und Wien

gearbeitet. Von 2004 bis 2009 war sie Chefredakteurin

des Report: Magazine for Arts and Civil Society in Eastern

Europe. Sie ist Herausgeberin mehrerer Bücher

und arbeitet zur Zeit an zwei Dokumentarfilmen.

Doris Kittler wurde 1969 in Wien geboren. Nach ihrem

Studium der Bühnen- und Kostümgestaltung

betätigte sie sich neben dem Theater als Fotografin.

Zwei Jahre lang lebte Kittler als Lektorin in Tomsk,

Sibirien, wo ihr erster Dokumentarfilm Leichte Winter

über das Leben in der ehemaligen Sowjetunion

entstand. In ihren Arbeiten liegt ein immer wiederkehrender

Fokus auf Best Practice, ob in Themen

wie Schulbildung, Interkulturalität, Aktivismus oder

Zivilcourage (1+1=100 oder Die Schule des Lebens,

Auf den Barockaden). Seit zwei Jahren ist Kittler auch

beim Jüdischen Filmfestival Wien als Kuratorin tätig.

Askold Kurov wurde 1974 in Usbekistan geboren und

lebt seit 1991 in Russland. Nach Philologie, Theologie

und Theaterwissenschaft studierte er Dokumentarfilm.

2010 machte er seinen Abschluss an der Moskauer

Marina-Razbezhkina-Filmhochschule. Er war einer der

Regisseure der preisgekrönten Dokumentation Winter,

Go Away! von 2012. Seine Filme Leninland und Children

404 wurden ebenfalls von der Kritik gelobt und auf

verschiedenen Festivals gezeigt. Darin thematisiert er

Menschenrechtsprobleme und soziale Konflikte im

heutigen Russland. Beim LET’S CEE Film Festival 2018

präsentiert er The Trial: The State of Russia vs Oleg Sentov.

Jenny Gand, 1978 in Ost-Berlin geboren, studierte Germanistik,

Philosophie und Kunstgeschichte in Köln.

Nach ihrem Umzug nach Wien 2006 arbeitete sie als

Regieassistentin am Burgtheater und absolvierte ein

Master-Studium für Film- und Fernsehproduktion. Ihr

erster abendfüllender Dokumentarfilm Wilde Minze

kam 2010 ins Kino. Sie arbeitete an vielen verschiedenen

Projekten, wie einer Animationsserie für Kinder

sowie Kurzfilmen oder Modevideos. Zur Zeit konzentriert

sie sich auf ihren ersten Spielfilm Mauerland. Gand

ist Co-Vorsitzende der Austrian Directors Association

ADA und Mitglied des Frauenfilm-Netzwerks FC Gloria.

Janko Popović Volarić wurde 1980 in Zagreb im ehemaligen

Jugoslawien geboren. Nach seiner Matura

arbeitete er mehrere Jahre lang in einem Verlagshaus

als Grafiker. 2013 schloss er sein Schauspielstudium

an der Akademie für Darstellende Kunst

in Zagreb ab. Er ist Autor und Schauspieler und hat

sich sowohl mit TV-Serien als auch mit Kinofilmen

einen Namen gemacht, so etwa mit der Tele Novela

Ordinary People oder mit The Exorcism, Vis-à-vis oder

seinem jüngsten Film Comic Sans, den er bei LET’S

CEE vorstellt. Er ist zudem einer der Juroren der

kroatischen Ausgabe der Talentshow Supertalent.

Edita Malovčić was born in 1978 in Vienna. She

is an Austrian actress and singer-songwriter of

Bosnian origin. Malovčić studied musicology as

well as special and curative education while taking

acting lessons. In 1999, she made her breakthrough

in Barbara Albert’s Northern Skirts. This

was followed by numerous roles in cinema and

TV films and series in Germany and Austria, ranging

from Rabbit Without Ears 2 to The Bone Man,

from Inspector Rex to Tatort. Under her stage name

Madita she released her first, internationally very

successful album in 2005, three more followed.

Serge Rakhlin grew up and lived in Latvia before

emigrating to the United States. He holds a degree

in journalism from the Latvian State University

as well as a Master of Arts from the University of

Southern California. Currently he is the chairman of

the Foreign Language Film Committee of the Hollywood

Foreign Press Association, which presents the

Golden Globe Awards. Rakhlin worked as a screenwriter,

as an executive producer for the Golden

Globes, as artistic director of KMNB radio station, as

editor-in-chief of Panorama Newspaper and as a Hollywood

analyst and observer for Voice of America.

Sandra Schuppach studied film studies in Bordeaux

and Mainz and completed her studies with

a dissertation on Tom Tykwer. She became a producer

for commercials in Frankfurt until she finally

switched to feature films in Berlin, where she

worked for various TV and motion picture production

companies. In Vienna, she started as a producer

for developing stories until she founded her own

company in 2012. The agency Sandra Schuppach

is specialised in the representation of all Head of

Departments, meaning all trades “behind the camera”,

on the German-speaking world and on cinema.

Antje Mayer-Salvi studied philosophy and art history

at the FH Berlin, as well as cultural journalism

crossmedia, design, and development in Austria.

She is a critic and managing director of Redaktionsbuero

Ost in Vienna and editor-in-chief of C/O Vienna

Magazine. From 1998 to 2009 she worked for

Die Zeit, Profil, Vogue, and other media outlets as a

cultural correspondent in Prague, Kiev, Berlin, and

Vienna. From 2004 to 2009 she was editor-in-chief

of Report: Magazine for Arts and Civil Society in Eastern

Europe. She is the editor of several books and

is currently working on two documentary films.

Doris Kittler was born in Vienna in 1969. After

her studies in stage and costume design, she

started working in theatre and photography.

For two years, she lived in Tomsk, Sibiria, where

she was a lecturer and also shot her first documentary

Leichte Winter about indivdual lives in

the former Soviet Union. Her works usually focus

on the theme of best practice whether in

education, interculture, activism or civil courage

(1+1=100 oder Die Schule des Lebens, Auf den Barockaden).

For the last two years she has been

a curator for the Jewish Film Festival in Vienna.

Askold Kurov was born in Uzbekistan in 1974 and

has lived in Russia since 1991. After studying philology,

theology, and theatre he took a degree in documentary

Filmmaking at the Marina Razbezhkina

Film School in Moscow. In 2012, he was one of the

directors of the award-winning documentary Winter,

Go Away! His next films Leninland and Children

404 also received critical acclaim and were screened

at numerous festivals. His work focuses on human

rights issues and social conflicts in contemporary

Russia. At the LET’S CEE Film Festival 2018 he unveils

The Trial: The State of Russia vs Oleg Sentov.

Born 1978 in East Berlin, Jenny Gand studied German

literature, philosophy and art history in Cologne. After

moving to Vienna in 2006 she worked as assistant

director at Burgtheater and completed a Master's

degree in film and TV production. Her first feature

length documentary, Wild Mint, had its theatrical

release in 2010. She worked on many different projects

such as an animation series for kids, short films,

and fashion videos. Currently she is working on her

first feature film Mauerland. Gand is co-chairwoman

of the Austrian Directors Association (ADA) and

is a member of FC Gloria, a women’s film network.

Janko Popović Volarić was born in Zagreb in

1980 in the former Yugoslavia. After his graduation,

he worked for several years in a publishing

house as a graphic designer. In 2013, he completed

his acting studies at the Academy of Performing

Arts in Zagreb. He is an author and actor

and has made a name for himself with both

TV series and feature films, such as the telenovela

Ordinary People, The Exorcism, Vis-à-Vis, and

his latest movie Comic Sans, which he will present

at LET’S CEE. He is also a jury member at the

Croatian edition of the talent show Supertalent.

24 Juroren & Jurorinnen

Juroren & Jurorinnen 25


LET'S CEE

TALENT ACADEMY

FOTO: SLASH FF

FOTO: WWW.BRIXPRODUCTIONS.COM

In a world where people

selfishly keep their knowledge

to themselves, this is a place

where you can grow by learning

from film professionals from

different countries, and by sharing

your passion with colleagues from

Central Eastern Europe and Austria.

Marian Wilhelm

Jury Wettbewerb Promising Debuts

Jury Competition Promising Debuts

Marian Wilhelm ist ein in Wien und Innsbruck lebender

Filmkritiker. Seit 2013 arbeitet er für die

Tageszeitung Dolomiten aus Südtirol/Alto Adige,

das Freie Radio Innsbruck und versorgt die österreichische

Tiroler Tageszeitung mit Reportagen über

internationale Filmfestivals. Als studierter Komparatistik-

und Literaturwissenschaftler mit einer

Abschlussarbeit über „Den Mythos Lawrence of

Arabia", arbeitete er bereits für ein Innsbrucker Filmfestival

und war 2016 Mitkurator der Ausstellung

„Traumfabrik Sölden". Zusätzlich engagiert er sich

als Sanitäter beim Österreichischen Roten Kreuz.

Simone Baumann

Jury Kurzfilm-Wettbewerb

Jury Short Film Competition

Die Produzentin Simone Baumann wurde 1963 geboren

und wuchs in Zschopau in Sachsen auf. Sie studierte

Philosophie in Rostow am Don und arbeitete

ab Anfang der 1990er Jahre in Moskau sowie als Dozentin

an der renommierten Berliner Humboldt-Universität,

bevor sie eine Karriere im Dokumentarfilm

beim Leipziger MDR begann. Zwischen 1997 und 2011

war sie Geschäftsführerin der unabhängigen Produktionsfirma

Le Vision. Seit 2011 arbeitet sie auch als Executive

Producer für Saxonia Entertainment in Leipzig,

wo sie alle Dokumentarfilm-Projekte verantwortet.

Sie ist die Vertreterin für Osteuropa bei German Films.

Werner Brix

Jury Kurzfilm-Wettbewerb

Jury Short Film Competition

Werner Brix wurde 1964 in Wien geboren und wuchs

in Klosterneuburg auf. Von 1991 bis 1993 leitete er

die Kleinkunstbühne Spektakel. Seit 1995 brachte

er zehn eigene Solo-Kabarettprogramme auf die

Bühne. Für sein kabarettistisches Werk erhielt er bereits

mehrere Auszeichnungen. Brix arbeitet auch

als Theaterschauspieler und als Regisseur, wirkt in

Spielfilmen und Fernsehsendungen mit und betreibt

die Filmproduktion Brix Production. Er ist Veranstalter

eines jährlichen Benefizabends zugunsten

des Entwicklungshilfeklubs und Mitbegründer des

Otto Tausig Fonds Entwicklungshilfe der Künstler.

Vesela Kazakova

Jury Kurzfilm-Wettbewerb

Jury Short Film Competition

Die 1977 in Sofia geborene Vesela Kazakova stand

bereits mit vier Jahren auf der Bühne. Nach ihrem Abschluss

an der National Academy for Theatre and Film

Arts folgten internationale Film- und Theaterrollen. 2005

gewann sie in Moskau den Silver St. George für die beste

Schauspielerin, 2006 war sie eine der EFP Shooting

Stars. Mittlerweile ist sie auch als Regisseurin und Produzentin

tätig. Ihr Dokumentarfilm Uncle Tony, Three Fools

and the Secret Service konkurrierte im Wettbewerb des

Internationalen Filmfestivals Warschau. Bei LET’S CEE

präsentiert sie zusammen mit Mina Mileva die mehrfach

prämierte Dokumentation The Beast Is Still Alive.

Nicole Albiez

Jury Cineplexx Distribution Award

Jury Cineplexx Distribution Award

Nicole Albiez lebt und arbeitet in Wien. Die gebürtige

Vorarlbergerin (1980) hat Publizistik sowie

Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert.

Als Journalistin beziehungsweise Redakteurin

war sie u.a. für den Falter Verlag, die Produktionsfirma

Superfilm (Sendung ohne Namen, ORF) und

echomedia (darunter Wien live und Meinl Magazin)

tätig. Sie gestaltete den Filmzitate-Wochenkalender

Film Lovers Are Sick People und kümmert

sich seit der Gründung im Jahr 2014 als Chefredakteurin

um das österreichweit erscheinende

Kino- und Entertainmentmagazin DOT.magazine.

Liliana Nelska

Jury Cineplexx Distribution Award

Jury Cineplexx Distribution Award

Liliana Nelska wurde in Budapest geboren und ist eine

österreichische Schauspielerin polnischer Herkunft. Sie

absolvierte eine Schauspielausbildung am Max Reinhardt

Seminar in Wien und ein Dolmetschstudium in

Wien und Rom. Bekannt wurde sie in den 1970er Jahren

mit der Rolle der Irma in Ein echter Wiener geht nicht unter.

Später stand sie unter anderem in Ringstraßenpalais,

einer weiteren sehr erfolgreichen TV-Serie, sowie unter

der Regie von Axel Corti, Peter Patzak, u.a. vor der Kamera.

Seit vielen Jahren ist sie neben ihrer künstlerischen Arbeit

auch als Dolmetscherin und Übersetzerin für die Sprachen

Polnisch, Ungarisch, Italienisch und Englisch tätig.

Laura Sabetzer

Jury Cineplexx Distribution Award

Jury Cineplexx Distribution Award

Laura Sabetzer, geboren in der Steiermark, studierte

Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

sowie Theater-, Film- und Medienwissenschaft an

der Universität Wien. Nach ihrem Studium war sie

ein Jahr lang auf Reisen rund um die Welt und arbeitete

in dieser Zeit unter anderem beim New

Zealand International Film Festival in Wellington.

Seit 2012 ist sie für österreichische Filmverleiher

tätig: zunächst bei POOOL Film und seit 2013 bei

der Constantin Film-Holding im Bereich Booking

und Distribution. Als begeisterte Besucherin von

Filmfestivals sieht sie jährlich über 100 Kinofilme.

More information on:

www.letsceefilmfestival.com/

lets-cee-talent-academy.html

Marian Wilhelm is a film critic based in Vienna and

Innsbruck. Since 2013, he has been working for the

daily newspaper Dolomiten in South Tyrol/Alto Adige,

the Free Radio Innsbruck and the Austrian daily

Tiroler Tageszeitung with coverage of international

film festivals. With a background in comparative literature

studies and a thesis titled “Larger than Life.

The Myth Lawrence of Arabia”, he also worked for a

film festival in Innsbruck and co-curated the exhibition

“The Sölden Dream Factory: From Hitchcock

and Geierwally to James Bond”. Additionally, he

has been a paramedic with the Austrian Red Cross.

Producer Simone Baumann was born in 1963 and

raised in Zschopau, Saxony. She studied philosophy

in Rostov on Don, and in the early 1990s she worked

as a lecturer in Moscow and at Berlin’s prestigious

Humboldt University, before she started a career in

documentary film with Leipzig-based broadcaster

MDR. From 1997 till 2011, she was managing director

of the independent production company Le Vision.

Since 2011 she has worked as executive producer for

Saxonia Entertainment in Leipzig, where she oversees

all of the company's documentary projects. She is the

representative for Eastern Europe at German Films.

Werner Brix was born in Vienna in 1964 and

grew up in Klosterneuburg. From 1991 to 1993

he was director of the cabaret Spektakel. Since

1995 he has brought ten of his own solo cabaret

programmes to the stage. For his cabaret

work, he has already received several awards.

Brix also works as a theatre actor and as a stage

director for film and television and runs the film

production company Brix Production. He is the

organiser of an annual charity evening in aid of

Entwicklungshilfeklub and is a co-founder of the

Otto Tausig Funds Entwicklungshilfe der Künstler.

Born in Sofia in 1977, Vesela Kazakova already performed

on stage at the age of four. After completing

the National Academy for Theatre and Film Arts,

she took on international film and theatre roles. In

2005, she won the Silver St. George for Best Actress

in Moscow. In 2006, she was one of the EFP Shooting

Stars. Meanwhile, she has been working as a

director and producer. Her documentary Uncle

Tony, Three Fools and the Secret Service competed

in the Warsaw International Film Festival. Together

with Mina Mileva, she presents her multiply awarded

documentary The Beast Is Still Alive at LET’S CEE.

Nicole Albiez lives and works in Vienna. Born in

Vorarlberg in 1980, she studied journalism and

communication sciences, as well as theatre,

film and media studies. She worked as a journalist

and editor for the publisher Falter Verlag,

the production company Superfilm (Sendung

ohne Namen, ORF), and echomedia which oversees

Wien live and Meinl Magazin. She also created

the weekly film quote calendar Film Lovers

Are Sick People and has been chief-editor for

the Austrian entertainment and cinema magazine

DOT.magazine since its founding in 2014.

Liliana Nelska was born in Budapest and is an Austrian

actress of Polish descent. She completed her

acting training at Max Reinhardt Seminar in Vienna

and an interpreting degree in Vienna and Rome.

She became widely known due to the role of Irma

in the Austrian TV series Ein echter Wiener geht

nicht unter in the 1970s. Later, she acted in TV hit

shows such as Ringstraßenpalais and in other films,

amongst others, directed by Axel Corti and Peter

Patzak. In addition to her artistic work, she has been

working as an interpreter and translator for Polish,

Hungarian, Italian and English for many years.

Laura Sabetzer, born in Styria, studied journalism

and communication sciences as well as theatre,

film and media studies at the University of

Vienna, followed by a sabbatical year of travelling

the world. During her journey she worked

for the New Zealand International Film Festival

in Wellington amongst others. She has been

working for Austrian film distributors since 2012:

first for POOOL Film and since 2013 for the Constantin

Film-Holding in booking and distribution.

As a passionate festivalgoer she watches

an average of 100 films at the cinema per year.

See also

page 209

26 Juroren & Jurorinnen


Let’s cee the

ZU GAST BEI

LET’S CEE

Guests of LET’S CEE

Arie, Pavlo

Drehbuchautor/Scriptwriter The Gateway

Ballantyne, Suzanne

Programmdirektorin/Senior Programmer

Raindance FF

Ballinger, Jakob

Gründer und Geschäftsführer/Founder and CEO

The Light Bridge

Baranyi, Benő Gábor

Regisseur/Director Hide and Seek

14.-15.04

19.-22.04.

18.-22.04.

15.-22.04.

Cavazza, Sebastian

Schauspieler/Actor

Men Don’t Cry, Ederlezi Rising

Creţulescu, Andrei

Regisseur/Director, Drehbuchautor/Screenwriter

Charleston

Creţulescu, Codruţa

Produzentin/Producer

Charleston

Dadun, Daniel

Virtual Reality Specialist

mimo.ooo

16.04., 18.04.

19.-21.04.

19.-21.04.

16.-23.04

magazine vor

Baumann, Simone

Produzentin und Osteuropa-Repräsentantin German Films

Producer and Representative for Eastern Europe German Films

Beckermann, Ruth

Regisseurin/Director, Drehbuchautorin/Screenwriter

Die Geträumten/The Dreamed Ones

19.-21.04.

14.04.

Doksevski, Naum

Kameramann/Cinamatographer

Would You Look at Her

Domalewski, Piotr

Regisseur/Director, Drehbuchautor/Screenwriter

Silent Night, 60 Kilos of Nothing

15.-22.04.

16.-18.04.

eastern austria.

4gamechangers.io

Begović-Ćorić, Sabrina

Regisseurin/Director, Produzentin/Producer

Undercovered

Bialobžeskis, Andrius

Schauspieler/Actor Miracle

Bibliv, Vitalina

Schauspielerin/Actress The Gateway

Bodroža, Lazar

Regisseur/Director Ederlezi Rising

Bojinov, Victor

Regisseur/Director, Drehbuchautor/Screenwriter Heights

16.-23.04

13.-16.04.

14.-16.04.

18.-21.04.

13.-15.04.

Doykov, Ivan

Produzent/Producer Heights

Dudás, Balázs

Regisseur/Director Welcome

Duma, Dina

Regisseurin/Director

They Come from the Center of the World

Dumitrescu, Andreea

Produzentin/Producer AVVA Studio

13.-15.04.

15.-22.04.

15.-22.04.

19.-21.04.

Bučar, Nataša

Direktorin/Managing Director Slovenian Film Centre

19.-21.04.

Dževerdanović, Zoran

Produzent, Mitbegründer und CEO/Producer, Co-founder and CEO

Blade Production

19.-21.04.

Burger, Janez

Regisseur/Director, Drehbuchautor/Screenwriter

Ivan, Idle Running

18.-20.04.

Esmer, Pelin

Regisseurin/Director, Drehbuchautorin/Screenwriter

Something Useful

18.-21.04.

Wer nach dem LET‘S CEE Film Festival mit den Öffis nach Hause fährt und das vormagazin

liest, wird bestens informiert über Freizeit und Kultur in Wien wieder aussteigen.

Das vormagazin gibt‘s auch auf www.vormagazin.at und auf /vormagazin.at.

Die schönsten Seiten Ostösterreichs

Burnać, Bojana

Regisseurin/Director, Drehbuchautorin/Screenwriter

My Life Without Air

17.-19.04.

Ferro, Brand

Kameramann/Cinematographer I Am

13.04.

Zu Gast bei LET'S CEE 29


Franklin, Anna

Generaldirektorin/General Director

Film New Europe

Gajdics, Dávid

Kameramann/Cinematographer

Hide and Seek

Gebert, Jan

Regisseur/Director,

Drehbuchautor/Screenwriter

When the War Comes

Georgiev, Atanas

Drehbuchautor/Screenwriter,

Produzent/Producer, Cutter/Editor

Avec l’amour

Georgieva, Vesselina

Visual Effects Supervisor

Worldwide FX

Gjokovik, Marko

Regisseur/Director

Éclair

Grófová, Iveta

Regisseurin/Director, Drehbuchautorin/Screenwriter

Little Harbour

Grove, Elliot

Produzent/Producer, Begründer/Founder,

Direktor/Director Raindance FF,

British Independent Film Awards

Hader, Josef

Regisseur/Director Wilde Maus/Wild Mouse

Hammel, Johannes

Kameramann/Cinematographer

Die Geträumten/The Dreamed Ones

Hant, Alexander

Regisseur/Director How Viktor “The Garlic”

Took Alexey “The Stud” to the Nursing Home

Harawe, Mo

Regisseur/Director Die Geschichte vom Eisbär,

der nach Afrika wollte/The Story of the Polar

Bear that Wanted to Go to Africa

20.-23.04.

15.-22.04.

19.-21.04.

14.-15.04.

20.-22.04.

15.-22.04.

19.04.

19.-22.04.

15.04.

14.04.

15.-22.04.

15.-22.04.

Hasanović, Ado

Regisseur/Director,

Drehbuchautor/Screenwriter

Pink Elephant

Hassanova, Rouzie

Regisseurin/Director,

Drehbuchautorin/Screenwriter

Radiogram

Haznedaroğlu, Andaç

Regisseurin/Director

The Guest: Aleppo - Istanbul

Horváth-Szabó, Ágnes

Produzentin/Producer

Occupation 1968

Hryc, Andrej

Schauspieler/Actor

The Line

Ikovic, Amela

Marketing

Arsmedia

Ikovic, Boštjan

Produzent/Producer

Arsmedia

Jaksić, Predrag

Regisseur/Director,

Drehbuchautor/Screenwriter

The Return

Jancsó, Zoltán

Drehbuchautor/Screenwriter

Aurora Borealis: Northern Light

Jeglić, Nina

Produzentin/Producer

Sever & Sever Production

Kang, Minji

Ko-Autorin/Co-Author, Cutter

Into the Blue

Kazakova, Vesela

Regisseurin/Director, Produzentin/Producer,

Schauspielerin/Actress The Beast Is Still Alive

15.-22.04.

15.-22.04.

13.-17.04.

18.04.

13.-15.04.

20.-21.04.

20.-21.04.

19.-20.04.

13.-15.04.

17.-18.04.

20.-22.04.

15.-22.04.

19.-22.04.

Kesgin, Sinan

Kameramann/Cinematographer

No Place for Tears

Kitzberger, Michael

Produzent/Producer

Licht/Mademoiselle Paradis

Knific, Miha

Regisseur/Director, Drehbuchautor/

Screenwriter Perseverance

Koçi, Gentian

Regisseur/Director, Drehbuchautor/Screenwriter

Daybreak

Kolomytsev, Grigory

Regisseur/Director

I’m Staying

Komandarev, Stephan

Regisseur/Director, Drehbuchautor/Screenwriter

Directions, Occupation 1968

Köprülü, Zeynep

Reigsseur/Director Dancing Girls

Kostyál, Márk

Regisseur/Director, Drehbuchautor/Screenwriter

Coyote

Kotnik, Nastja

Produktionsleiterin/Line Producer I Am

Kox, Bodo

Regisseur/Director, Drehbuchautor/Screenwriter

The Man with the Magic Box

Krausz, Danny

Produzent/Producer

Die Blumen von gestern/The Bloom of Yesterday

Krotoska, Anna

Schauspielerin/Actress

Tower. A Bright Day

Kurov, Askold

Regisseur/Director The Trial:

The State of Russia vs Oleg Sentsov

16.-20.04

21.04.

20.-21.04.

18.-21.04.

15.-22.04.

17.-19.04.

15.-22.04.

15.-17.04.

15.-22.04.

21.-23.04.

13.04.

17.-19.04.

17.-20.04.

Labkovich, Darya

Produzentin/Producer Debut

Latić Hulusić, Nejra

Regisseurin/Director, Produzentin/Producer

Undercovered

Lerner, Yariv

CEO Nu Boyana Film Studios

Lest, Rea

Schauspielerin/Actress November

Liik, Jörgen

Schauspieler/Actor November

Lučev, Leon

Schauspieler/Actor

Men Don’t Cry, Ivan, The Miner

Łukomski, Paweł

Regisseur/Director Folk Tales

Łunkiewicz, Marcin

Film-VR-Produzent und Distributor, Begründer/

Cinematic VR Producer and Distributor, Founder

mimo.ooo

Łyszkiewicz, Maciej

Pianist Women and War, Band Leader No Limits

Mahalli, Dilde

Produzentin/Producer

Something Useful

Marić, Milan

Schauspieler/Actor

Dovlatov

Matelis, Arūnas

Regisseur/Director, Drehbuchautor/Screenwriter

Wonderful Losers: A Different World

Matić, Tomi

Produzent/Producer

Lignit Film

Maxa, Jan

Direktor Entwicklung Formate & Inhalte/

Content Development Director

Czech Television

15.-17.04.

16.-23.04.

20.-22.04.

13.-22.04.

13.-22.04.

15.-22.04.

14.-16.04.

16.-23.04

13.-17.04.

18.-21.04.

14.04.

18.-22.04.

20.-21.04.

20.-21.04.

Mészaros, Márta

Regisseurin/Director

Aurora Borealis: Northern Light

Mileva, Mina

Regisseurin/Director, Drehbuchautorin/

Screenwriter The Beast Is Still Alive

Mironescu, Alexander

Regisseur/Director Broken

Moskvina, Evdokia

Regisseur/Director Occupation 1968

Mubarak, Saba

Schauspielerin/Actress

The Guest: Aleppo - Istanbul

Nagy, Walter

Kurator/Curator, Projekteiter/Project Coordinator

East Silver Caravan /

Institute of Documentary Film, Prague

Námerová, Barbora

Drehbuchautorin/Screenwriter Filthy

Natigal, Matej

Regisseur/Director

Nejc, Saje

Regisseur, Kameramann und Produzent/Director,

Cinematographer and Producer Martin Krpan;

Direktor/Managing Director STRUP Produkcija

Nvotová, Tereza

Regisseurin/Director, Drehbuchautorin/

Screenwriter Filthy

Oleszczyk, Michał

Filmkritiker, Kurator Spielfilm-Wettbewerb

Film Critic, Curator Feature Film Competition

Oukropec, Petr

Produzent/Producer

Ice Mother

Papousek, Christof

Geschäftsführender Gesellschafter/Managing

Partner Cineplexx International GmbH

13.-18.04.

19.-22.04.

15.-22.04.

22.-23.04.

13.-17.04.

18.-22.04.

16.-18.04.

20.-21.04.

20.-21.04.

16.-18.04.

13.-20.04.

15.-17.04.

20.04.

Petchanska, Marieta

Regisseurin/Director

Reflections Full of Life

Petrović, Aleksandar

Drehbuchautor/Screenwriter, Schauspieler/

Actor Die Migrantigen/The Migrumpies

Piechowski, Alexander von

Koproduzent/Co-Producer Die Geschichte vom

Eisbär, der nach Afrika wollte/The Story of the

Polar Bear that Wanted to Go to Africa

Pirvan, Ana Maria

Geschäftsführerin und Produzentin/Managing

Director and Producer Anchor Films

Pius, Märt

Schauspieler/Actor The Dissidents

Pochlatko, Jakob

Geschäftsführer/Managing Director epo-film

Popović Volarić, Janko

Drehbuchautor/Screenwriter,

Schauspieler/Actor Comic Sans

Prášek, Tomas

Mitbegründer/Co-Founder, CEO Eventival

Protić, Aleksandar

Produzent/Producer, Tonmeister/Sound Editor

Ederlezi Rising

Prus, Marta

Regisseurin/Director, Drehbuchautorin/

Screenwriter Over the Limit

Pryadka, Danylo

Tonmeister/Sound Editor

Knockdown

Rakhlin, Serge

Vorsitzender/Chairman

Foreign Language Film Committee /

Hollywood Foreign Press Association

Rasul, Natig

Regisseur/Director The Second Bullet

19.-21.04.

21.04.

15.-22.04

19.-21.04

21.-23.04.

21.04

19.-21.04.

19.-21.04.

18.-21.04.

14.-15.04.

15.-22.04.

13.-21.04.

15.-22.04.

30 Zu Gast bei LET'S CEE

Zu Gast bei LET'S CEE 31


Riahi, Arman T.

Regisseur/Director The Migrumpies,

Kurator/Curator Short Film Competition

21.04.

Stavreski, Gjorce

Regisseur/Director, Drehbuchautor/

Screenwriter Secret Ingredient

16.-19.04.

Tuvi, Reyan

Regisseurin/Director, Drehbuchautorin/

Screenwirter No Place for Tears

16.-20.04

Ritzberger, Wolfgang

Produzent/Producer Die beste aller Zeiten/

The Best of All Worlds

Roden, Karel

Schauspieler/Actor A Prominent Patient

19.04.

13.-16.04

Stepanska, Marina

Regisseurin/Director, Drehbuchautorin/

Screenwriter Falling

Stoya

Pornodarstellerin/Porn Star,

Schauspielerin/Actress Star Ederlezi Rising

17.-20.04.

18.-21.04.

Ugzmajli, Besim

Regisseur/Director Forgive Me

Umuhire, Eliane

Schauspielerin/Actress

Birds Are Singing in Kigali

15.-22.04.

16.-22.04

your coworking

space ...

Ronduda, Łukasz

Regisseur/Director A Heart of Love

Rostowski, Krzysztof

Virtual Reality Specialist mimo.ooo

Ruzowitzky, Stefan

Regisseur/Director

Die Hölle/Cold Hell

Rychlíková, Apolena

Regisseurin/Director, Drehbuchautorin/

Screenwriter The Limits of Work

Saje, Nejc

Regisseur/Director, Kameramann/Cinematographer,

Produzent/Producer Martin Krpan

Schmölz, Julia

Programmverantwortliche/Programme

Manager FISA – Film Industry Support Austria

Sever, Jani

Produzent, Gründer und Geschäftsführer/

Producer, Founder and Managing Director

Sever & Sever Production

Síbrt, Radovan

Produzent/Producer When the War Comes

Simonyi, Balázs

Regisseur/Director, Drehbuchautor/

Screenwriter Ultra

Skrypets, Anton

Regisseur/Director Knockdown

Staszewski, Bartosz

Regisseur/Director Article 18

20.-22.04.

16.-23.04

20.04.

15.-21.04.

20.-21.04.

21.04.

20.-22.04.

19.-21.04.

13.-14.04.

15.-22.04.

17.-22.04.

Stránská, Marianna

Drehbuchautorin/Screenwriter,

Kostümbildnerin/Costume Designer

The White World According to Daliborek

Suslin, Vitaly

Regisseur/Director, Drehbuchautor/Screenwriter

Head. Two Ears

Svoboda, Antonin

Produzent/Producer Tiere/Animals

Szabó, Béla

Protagonist Ultra

Szalay, Bence

Schauspieler/Actor The Whiskey Bandit

Szász, János

Regisseur/Director, Drehbuchautor/Screenwriter

The Butcher, the Whore and the One-Eyed Man

Teichmann, Roland

Direktor Österreichisches Filminstitut

Director Austrian Film Institute

Tekeoğlu, Nurdan

Regisseur/Director Torn Love

Terpińska, Aleksandra

Regisseurin/Director The Best Fireworks Ever

Thaler, Sebastian

Kameramann/Cinematographer Falling

Trampuž Bocevska, Petra

Regisseurin/Director I Am

14.-16.04.

13.-16.04.

13.04.

20.-23.04.

13.-15.04.

14.-15.04.

20.-21.04.

13.-22.04.

15.-22.04.

17.-18.04.

13.04.

Vibliani, Natia

Schauspielerin/Actress Dede

Vidal, Christophe

Direktor/Director

Natixis Coficiné SA

Widrich, Virgil

Regisseur, Drehbuchautor, Filmemacher und Multimedia-Künstler,

Geschäftsführer/Director, Filmmaker,

Multimedia Artist and Managing Director

Virgil Widrich Film- und Multimediaproduktion

Virc, Boštjan

Producer und Partner/Produzent and Partner

Studio Virc

Wirthensohn, Peter

Produzent/Producer Untitled

Wolschlager, Ursula

Produzentin/Producer

Licht/Mademoiselle Paradis

Yasinsky, Ilya

Schauspieler/Actor

The Hitcher

Zappe-Heller, Iris

Stellvertretende Direktorin Österreichisches Filminstitut

Deputy Director Austrian Film Institute

Zechner, Kathrin

Programmdirektorin/Programme Director

Austrian Broadcasting Corporation (ORF)

Zubashvili, Margo

Regisseurin/Director Ana

15.-22.04.

19.-20.04.

20.-21.04.

20.-21.04.

20.04.

21.04.

16.-22.04.

20.04.

20.04.

15.-22.04.

TREIBHAUS - coworking space

Eschenbachgasse 11

1010 Vienna | Austria

... in the heart of Vienna

web: treibhaus1010.at

phone: +431 587 36 33 / 10

mail: ahoi@treibhaus1010.at

32 Zu Gast bei LET'S CEE


FESTIVALKINOS

Festival Cinemas

FOTO: ACTOR’S STUDIO

FOTO: ARTIS INTERNATIONAL

FOTO: BREITENSEER LICHTSPIELE

FOTO: URANIA KINO

FOTO: VILLAGE CINEMA WIEN MITTE

Dr. Günther Sidl

Direktor der VHS Wiener Urania

Director, VHS Wiener Urania

FOTO: VHS URANIA

Actor’s Studio

Artis International

Breitenseer Lichtspiele (BSL)

Urania Kino

Village Cinema Wien Mitte

Die VHS Wiener Urania liegt als Bildungs- und Veranstaltungszentrum

im Herzen Wiens. Wir sind ein offenes Haus mit einem

breiten Angebot. An unserer Volkshochschule wird Sprachenvielfalt

gelebt. Über 25 Sprachen, darunter u.a. Bulgarisch, Kroatisch,

Polnisch, Russisch, Tschechisch und Türkisch, können in

über 600 Kursen erlernt werden. Wir freuen uns besonders, das

LET’S CEE Film Festival mit der überaus großen Filmauswahl aus

Zentral- und Osteuropa bei uns willkommen heißen zu dürfen.

Dieses Kino liegt mitten in der historischen Altstadt, nur

wenige Gehminuten vom Stephansdom entfernt. Benannt

nach der berühmten Schauspielerwerkstatt in New York, gilt

dieses kleine, aber feine Kino als beliebter Treffpunkt für Filmfreunde

und richtet sich auch außerhalb des Festivals an ein

Publikum, das anspruchsvollere Produktionen bevorzugt. Die

insgesamt 221 Plätze sind auf drei geräumige und kürzlich

renovierte Kinosäle mit jeweils 88, 71 und 62 Sitzen verteilt.

Hier werden die Filme im Regelfall in englischer Originalversion

mit und ohne Untertitel gezeigt. Das Publikum dieses

mitten im ersten Bezirk gelegenen Kinos ist daher üblicherweise

auch ein sehr internationales. Die sechs Kinosäle mit

293, 100, 119, 95, 56 bzw. 70 Sitzplätzen bieten allein schon

aufgrund ihrer Farbgestaltung in einem sympathischen Rot

eine gemütliche Atmosphäre. Artis International ist heuer bereits

zum dritten Mal Spielstätte des LET’S CEE Film Festivals.

Die Breitenseer Lichtspiele sind eines der ältesten bespielten Kinos

der Welt. Das 1905 gegründete, traditionsreiche Programmkino

zeigt von der Besitzerin Anna Nitsch-Fitz ausgewählte

österreichische und europäische Produktionen. In einem Gründerzeithaus

in Penzing untergebracht, fungiert dieses Kino mit

168 Sitzplätzen heuer zum zweiten Mal als Spielstätte für LET’S

CEE. Ein Highlight stellen die regelmäßigen Stummfilm-Vorführungen

mit Klavierbegleitung dar – ebenso in der Festivalwoche.

In der Urania befindet sich eines der historisch bedeutendsten

Kinos Wien. Das am Donaukanal liegende Jugendstilgebäude

ist ein wichtiges Wahrzeichen der Stadt und

dient schon seit seinen Anfangstagen als Kino, Sternwarte

und Bildungseinrichtung zugleich. Neben 269 Sitzplätzen,

verteilt auf Balkon und Parterre, locken FilmfreundInnen

ein extrabreiter Reihenabstand von 1,3 Metern, eine neue

Leinwand und digitale Film- und Tontechnik in Dolby SRD.

Das im Jahr 2000 gegründete, beliebte Premierenkino kann

nicht nur mit seinen zehn Sälen und der neuesten technischen

Ausstattung punkten, sondern auch mit seiner zentralen

Lage. Das vielseitige Programm bietet großes Kino für

jeden Geschmack. Europäische Independent-Produktionen

finden hier nämlich ebenso Platz wie Hollywood Blockbuster.

2018 wird das Village Cinema Wien Mitte zum vierten

Mal Austragungsort des LET’S CEE Film Festivals sein.

In the heart of Vienna lies the VHS Wiener Urania, the Centre

for National Education. Our institution offers a wide range

of courses. Linguistic diversity is an integral part of life at our

school. We offer more than six hundred courses for learning

over twenty-five languages, including Bulgarian, Croatian,

Czech, Polish, Russian and Turkish. We are especially

glad to welcome the LET’S CEE Film Festival with its wide

range of films from Central and Eastern Europe in our house.

This cinema is in the heart of Vienna’s historic city

centre, only a short walk from St. Stephen’s Cathedral.

Named after the famous Actor’s Studio in New York,

this small but fine cinema is a favourite meeting point

for film nerds and enthusiasts. It appeals to an audience

that prefers high-quality niche productions. It

has three spacious cinemas with 88, 71 and 62 seats

each, all three of which have recently been renovated.

In general, Artis International only shows films in their

original versions with or without subtitles. Located in the

first district, this modern cinema has become a popular

venue over many years and usually attracts a very international

audience. The cinema provides six auditoriums

with 293, 100, 119, 95, 56 and 70 seats in a cosy red colour

scheme with a comfortable atmosphere. Artis International

is hosting the LET’S CEE Film Festival for its third time.

BSL is one of the oldest still operating cinemas in the world.

Founded in 1905 and currently owned by Anna Nitsch-Fitz,

the traditional art-house cinema offers a range of Austrian and

European productions. Located in Penzing in a historic corner

townhouse, BSL offers 168 seats and, for the second time this

year, is opening its doors to LET’S CEE. A special highlight are

the live piano shows, which accompany the regular screenings

of silent movies – a definite must see during the festival.

The Urania is one of Vienna’s historically most important

cinemas. This Art Nouveau building on the Danube

canal is a city landmark and has been used as a cinema,

observatory and educational institution since the day it

was built. Apart from its 269 seats across the balcony and

ground floor, there are extra wide aisles between the rows

(1.3 metres), a brand-new screen as well as state of the art

digital equipment and sound technology in Dolby SRD.

Founded in 2000, this popular premiere cinema boasts

not only ten theatres and the newest in technological

equipment, but is also centrally located. Its diverse

programme offers great cinema for all tastes. European

independent productions are featured as well as

huge Hollywood blockbusters, either in their original or

dubbed versions. 2018 will be the fourth time Village Cinema

Wien Mitte will host the LET’S CEE Film Festival.

34 Festivalkinos

Festivalkinos 35


LET'S CEE GOES GRAZ, SALZBURG & VILLACH

LIVE SPÜRT MAN MEHR.

Kultur

PAUSENLOS

FOTO: CINEPLEXX

FOTO: GEIDORF KUNSTKINO

FOTO: STADTKINO

Cineplexx Salzburg City

Geidorf Kunstkino

Stadtkino Villach

Unweit vom Salzburger Hauptbahnhof liegt das topmoderne

Cineplexx Salzburg City, das Kinovergnügen auf höchstem

Niveau und neuestem technischen Stand liefert. Denn

neben acht Sälen zu je 266, 152, 424, 96, 266, 153, 487 und

97 Sitzplätzen, glänzt das Kino mit IMAX, Real 3D, High Frame

Rate (HFR) und 4K-Auflösung. So breitgefächert wie das

Filmprogramm, so bunt ist auch das Publikum des Kinos, das

heuer zum ersten Mal zu den LET’S CEE Spielstätten gehört.

The ultra-modern Cineplexx Salzburg City with its state-ofthe-art

technology is located close to the main train station

and offers an experience of the highest standard. Beside the

eight halls capable of seating up to 266, 152, 96, 266, 153,

487 and 97 people each, the venue boasts with IMAX and

Real 3D screen, High Frame Rate (HFR) and 4K resolution.

The Cineplexx Salzburg City, with its broad programme and

audience, is one of the LET’S CEE venues for the first time.

36 Festivalkinos

Bereits zum zweiten Mal nimmt das Geidorf Kunstkino in

Graz mit seiner gemütlichen Atmosphäre am LET’S CEE Film

Festival teil. Mit drei Sälen zu je 185, 94 und 76 Sitzplätzen

sorgt dieses kleine, kunstaffine Independent-Kino in der

Nähe des Stadtparks für Unterhaltung für die ganze Familie,

sowie für Touristen und Einheimische gleichermaßen.

Ein Highlight ist übrigens auch der monatliche Sonntagsbrunch

für FilmenthusiastInnen und FeinschmeckerInnen.

The cosy Geidorf Kunstkino in Graz will be taking part

in the LET’S CEE Film Festival for the second time. The

really small, art-related, independent cinema near

the city park housing three halls with 185, 94 and 76

seats each can provide entertainment not only for

the entire family, but for tourists and locals as well.

The venue’s monthly Sunday brunch for film enthusiasts

and gourmets is an absolutely delightful treat.

Das Stadtkino Villach ist eines der wenigen noch ganzjährig

aktiven Programmkinos in Kärnten. Mit drei Sälen zu je 303, 96

und 100 Sitzplätzen befindet es sich im Stadtzentrum gleich

neben der spätgotischen Pfarrkirche St. Jakob. Neben einem

Schwerpunkt auf europäischer Kinematographie mit vermehrt

österreichischen Produktionen spezialisiert sich die Spielstätte

außerdem auf heimisches Filmschaffen aus Kärnten. Die

Werke werden üblicherweise in Originalversion vorgeführt.

The Stadtkino Villach is one of a few art house cinemas in

Carinthia which is open throughout the year. With three

halls the cinema can seat up to 303, 96 and 100 people

and is located next to the late Gothic church of St Jacob

and the town hall in Villach. The programme’s focus lies

on European cinematography, especially on Austrian productions

and domestic filmmakers from Carinthia. The

movies are usually presented in their original language.

PAUSENLOS ... Klassische Konzerte, Oper & Operette, Ballett & Tanz,

Theater, Kindertheater, Museen & Ausstellungen, Literatur und Film

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38 Preise

PREISE

Awards

Tone Fink

Künstler und Filmemacher

Artist and Filmmaker

Tone Fink, 1944 in Vorarlberg geboren, hat sich

nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden

Künste in Wien in verschiedensten künstlerischen

Bereichen etabliert. Als Zeichner und

Maler kann er ebenso auf ein umfangreiches und

anerkanntes Werk zurückblicken wie als Objektund

Performancekünstler und Filmemacher. Mit

seiner Vielseitigkeit, die sich ständig neu orientiert,

gehört Fink seit langem zu den beständigsten

Vertretern moderner österreichischer Kunst.

Tone Fink was born in Vorarlberg in 1944. After his

studies at the Academy of Fine Arts in Vienna, he

was able to make a great name for himself in various

artistic fields. His oeuvre as an illustrator and

painter is as abundant and critically recognised

as that of Tone Fink, the object and performance

artist and filmmaker. His versatility and ability to

readjust constantly makes Fink one of the most

enduring representatives of modern Austrian art.

Die von Tone Fink geschaffene Urania ist eine aus Aluminium gegossene

und 36 cm hohe Statuette mit üppigen weiblichen Formen, die jeweils

an die von verschiedenen Jurys bestimmten GewinnerInnen des Spielfilm-,

des Dokumentarfilm-, des Debütfilm- und des Kurzfilm-Wettbewerbs

übergeben wird. Seit 2017 tritt die Kunstgießerei Loderer als Co-Sponsor

der Uranias auf und gießt diese im Familienbetrieb in Feldbach.

Der Sieger bzw. die Siegerin des Spielfilmwettbewerbs erhält zusätzlich 5.000

Euro Preisgeld und 50.000 Euro in Form von Produktionsdienstleistungen,

gestiftet von den Nu Boyana Film Studios aus Bulgarien, die zu den größten

und führenden Filmproduktionsfirmen Europas gehören. Der Danny Lerner

Award, so die neue Bezeichnung dieses Preises, ist nach dem 2015 verstorbenen

israelischen Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzenten benannt.

Die GewinnerInnen der drei anderen Wettbewerbe bekommen zusätzlich

zur Statue jeweils 1.500 Euro Preisgeld. Den Preis für das beste

Spielfilmdebüt im Rahmen des Promising Debuts Wettbewerbs wird von

UNIQA International gestiftet. Zusätzlich erhält der Gewinner bzw. die

Gewinnerin in dieser Kategorie einen Gutschein in Wert von 1.000 Euro

für Dienstleistungen der LISTO MediaServices Cine + TV Postproduction.

Das Preisgeld für den besten Kurzfilm stammt von der Verwertungsgesellschaft

der Filmschaffenden VdFS.

Den Stern der Urania, ein aufwändig gestaltetes Unikat aus Kristall, erhält

wiederum eine herausragende Persönlichkeit aus der Filmbranche für ihr

Lebenswerk. Heuer werden mit Kira Muratova und Márta Mészáros gleich

zwei große Filmemacherinnen ausgezeichnet, weil 2016 aus terminlichen

Gründen kein Lifetime Achievement Award verliehen wurde.

Neu vergeben wird der Cineplexx Distribution Award in Höhe von 20.000

Euro in Distributionsdienstleistungen, mit dem der Kinostart eines bei

LET’S CEE gezeigten Spielfilms bei Österreichs größter Kinokette ermöglicht

werden wird.

The ‘Urania’ is a 36 centimetre-high aluminium cast statuette with feminine

forms, designed by the exceptional artist Tone Fink. Such figurines

are awarded to the winners of the Feature Film Competition, Documentary

Competition, Promising Debuts Competition and Short Film Competition,

each determined by the juries. In 2017, Art Foundry Loderer

became co-sponsor of the Urania figurines, which are cast at their family-run

business in Feldbach.

The winner of the Feature Film Competition will receive 5,000 euros cash

and production services amounting to 50,000 euros, endowed by Nu

Boyana Film Studios from Bulgaria, which is one of Europe’s leading film

production companies. The Danny Lerner Award, the name of the new

prize, honours the late Israeli screenwriter, director, and film producer of

the same name.

The three other awards come with 1,500 euros in prize money. The

prize for the best feature film debut is provided by UNIQA International.

The winner in this category also receives 1,000 euros worth of

services by LISTO MediaServices Cine + TV Postproduction. The prize

for the best short film is sponsored by the Collecting Society of Filmmakers

(VdFS).

The ‘Star of the Urania’ award is an elaborate, valuable, and unique prize

awarded annually to an extraordinary person from the film industry for

their lifetime achievement by the festival organisation. And since this

prize was not awarded at all in 2016, this year it will be handed to two

great female filmmakers of European cinematography: Kira Muratova and

Márta Mészáros.

Another new addition is the Cineplexx Distribution Award amounting to

20,000 euros worth of distribution services, which aims to help one of the

feature films in the competition to launch a successful cinema release

with the largest cinema chain in Austria.

Wie zuletzt gibt es erneut zwei Audience Awards für den besten Kurzfilm und

den besten Spielfilm, die mit der Ausfolgung einer Urkunde und einem Geldpreis

von jeweils 1.000 Euro verbunden sind. Beide Preise werden von Western

Union International Bank gestiftet. Lobende Erwähnungen wird es in allen

Kategorien geben, sofern die Jurys dies entscheiden. Auch das Team des

besten während der Talent Academy gedrehten Kurzfilms wird mit 1.000 Euro

und einer Urkunde geehrt. In diesem Sinne: Mögen die Besten gewinnen!

As in the previous years, there are two Audience Awards for the best

short film and feature-length film as well, which include prize money

of 1,000 euros, sponsored by Western Union International Bank. And

there will be honourable mentions in all categories, decided by the

juries. Last but not least, the team which produced the best short film

during the Talent Academy will be honoured with 1,000 euros in prize

money. In this spirit, may the best ones win!

www.celluloid-filmmagazin.com


FILMPROGRAMM

Freitag 13.4. Samstag 14.4. Sonntag 15.4. Montag 16.4. Dienstag 17.4.

Mittwoch 18.4. Donnerstag 19.4. Freitag 20.4. Samstag 21.4. Sonntag 22.4.

15:30 Actor's

SHORTS 6

20:30 Actor's

HEIGHTS Q&A

11:00 Urania

ANIMATIONS 4

KIDS 1

18:30 BSL

IDLE RUNNING

12:00 Urania

THE ASTHENIC

SYNDROME

18:30 Actor's

DOVLATOV

09:00 Village

THE GUEST: ALEPPO

- ISTANBUL Q&A

18:45 Actor's

HOW VICTOR ‘THE

GARLIC‘ ... Q&A

11:00 VHS Urania

LAST WALTZ IN

SARAJEVO

18:30 Artis

ALL THE BEST

09:00 Village

OCCUPATION 1968

Q&A

18:45 Actor's

DEDE Q&A

09:00 Village

LITTLE HARBOUR

Q&A

18:45 Actor's

WHEN THE WAR

COMES Q&A

14:30 Village

SOMETHING

USEFUL Q&A

19:15 Village

ULTRA Q&A

11:00 Urania

ANIMATIONS 4

KIDS 2

18:30 BSL

VIRTUE

14:00 Village

LITTLE HARBOUR

18:45 Actor's

THE BASICS OF

KILLING

16:30 Artis

POMEGRANATE

ORCHARD

20:30 Actor's

THE BLOOM OF

YESTERDAY Q&A

12:00 Urania

ANIMATIONS 4

KIDS 2

18:30 Actor's

AVEC L'AMOUR

Q&A

14:00 Village

THE GUEST: ALEP-

PO - ISTANBUL Q&A

18:30 BSL

AVEC L'AMOUR

11:00 Village

THE GUEST: ALEPPO

- ISTANBUL Q&A

18:45 VHS Urania

SOLDIERS NEVER

CRY

15:30 Actor's

SHORTS 2 Q&A

18:45 Actor's

MY LIFE WITHOUT

AIR Q&A

11:00 VHS Urania

SOLDIERS NEVER

CRY

19:00 Actor's

THE LIMITS OF

WORK Q&A

15:00 Actor's

TOWER. A BRIGHT

DAY

19:00 Actor's

IVAN Q&A

15:00 Actor's

UNDERCOVERED

Q&A

20:30 Actor's

THE RETURN Q&A

12:00 Urania

ANIMATIONS 4

KIDS 1

18:30 Artis

COMIC SANS

15:00 Actor's

DEDE

20:15 Actor's

SOMETHING

USEFUL

16:45 Actor's

THE LAST

KALDERASH

17:00 Actor's

SHORTS 2

17:00 Village

MIRACLE Q&A

18:00 Actor's

THE LINE Q&A

18:15 Artis

ANIMALS Q&A

18:30 Actor's

SHORTS 1 Q&A

18:30 Actor's

HEAD. TWO EARS

Q&A

18:30 BSL

CALENDAR

19:15 Village

ULTRA Q&A

20:00 Actor's

SHORTS 4

Q&A

20:30 BSL

THE SHOP ON

MAIN STREET

20:30 Artis

THE WHISKEY

BANDIT Q&A

21:15 Village

NOVEMBER Q&A

21:30 Actor's

SHORTS 5

Schulkino

13:30 Urania

THE MYSTERY OF

GREEN HILL

14:00 Village

LITTLE HARBOUR

15:30 Urania

THE GUEST: ALEP-

PO - ISTANBUL Q&A

15:30 Actor's

SHORTS 5

16:00 Actor's

THE LINE Q&A

16:00 Artis

THE WHISKEY

BANDIT Q&A

16:30 Actor's

POMEGRANATE

ORCHARD

17:00 Actor's

SHORTS 4 Q&A

18:00 Urania

THE GATEWAY Q&A

18:00 Brunnenpassage

ANIMATIONS 4

KIDS

18:30 Actor's

HEIGHTS Q&A

18:30 Actor's

THE DREAMED

ONES Q&A

18:45 Artis

A PROMINENT

PATIENT Q&A

19:00 VHS Urania

THE HEROINE

FROM JIU

19:30 Brunnenpassage

MIRACLE Q&A

20:00 VHS Urania

THE LAST NIGHT

20:15 Actor's

THE WHITE

WORLD...Q&A

20:30 Urania

DOVLATOV Q&A

20:30 BSL

INTERROGATION

21:00 Actor's

HEAD. TWO EARS

Q&A

21:15 Artis

THE BUTCHER, THE

WHORE ... Q&A

21:45 Actor's

SHORTS 1

15:30 Urania

ICE MOTHER Q&A

15:30 Actor's

SHORTS 8

16:00 Artis

MIRACLE Q&A

16:00 Actor's

THE WHITE

WORLD ... Q&A

16:15 Actor's

AVEC L'AMOUR

Q&A

16:15 Village

ALL THE BEST

17:00 Actor's

SHORTS 7

18:00 Actor's

A PROMINENT

PATIENT Q&A

18:00 Urania

AURORA

BOREALIS Q&A

18:15 Artis

WILD MOUSE Q&A

18:15 Village

HOW VICTOR 'THE

GARLIC' ... Q&A

18:30 Actor's

DEBUT Q&A

19:00 VHS Urania

FOR YOU, POLAND

20:15 Actor's

OVER THE LIMIT

20:15 VHS Urania

GLORY TO US,

DEATH TO THE ...

20:30 Urania

MEN DON’T CRY

Q&A

20:30 BSL

THE TEMPTATION

OF ST. TONY

20:30 Actor's

THE GATEWAY Q&A

20:30 Artis

THE BUTCHER, THE

WHORE ... Q&A

20:30 Village

COYOTE Q&A

21:30 Actor's

SHORTS 3 Q&A

11:00 VHS Urania

SOLEMN PROMISE

15:30 Actor's

SHORTS 7

16:00 VHS Urania

LAST WALTZ IN

SARAJEVO

16:00 Artis

THE BUTCHER, THE

WHORE ... Q&A

16:00 Actor's

OVER THE LIMIT

Q&A

17:00 Actor's

DEBUT Q&A

17:00 Village

RADIOGRAM Q&A

17:00 Actor's

SHORTS 3 Q&A

18:00 Actor's

DOVLATOV

18:00 Urania

SILENT NIGHT Q&A

18:00 Artis

AURORA

BOREALIS Q&A

19:00 Actor's

MEN DON’T CRY

Q&A

19:15 Village

FILTHY Q&A

20:30 Village

NOVEMBER Q&A

20:30 Urania

POROROCA Q&A

20:30 BSL

INTERROGATION

20:30 Artis

ICE MOTHER Q&A

20:45 Actor's

NO PLACE FOR

TEARS Q&A

20:45 Actor's

COYOTE Q&A

21:00 VHS Urania

SHORTS WOMEN

AND WAR

21:30 Actor's

SHORTS 9 Q&A

21:30 Village

SECRET INGRE-

DIENT Q&A

16:00 Urania

SHORTS

COMP. 1 Q&A

16:00 VHS Urania

SHORTS WOMEN

AND WAR

16:00 Artis

SECRET INGRE-

DIENT Q&A

16:15 Actor's

FILTHY Q&A

16:30 Actor's

NO PLACE FOR

TEARS Q&A

17:00 Actor's

SHORTS 9 Q&A

18:00 Village

DEDE Q&A

18:30 Actor's

POROROCA Q&A

18:30 Urania

FALLING Q&A

18:30 Actor's

RADIOGRAM Q&A

18:30 BSL

AURORA

BOREALIS

20:30 Artis

THE MINER Q&A

20:30 Village

TOWER. A BRIGHT

DAY Q&A

20:30 BSL

THE ASTHENIC

SYNDROME

20:45 Actor's

UNDERCOVERED

Q&A

20:45 Actor's

SILENT NIGHT Q&A

21:00 Urania

DIRECTIONS Q&A

21:45 Actor's

SHORTS 10

15:30 Actor's

SHORTS 6

16:00 Actor's

THE LAST

KALDERASH

16:00 Artis

DIRECTIONS Q&A

16:30 Actor's

RADIOGRAM Q&A

17:00 Actor's

SHORTS 10

17:15 Actor's

MY LIFE WITHOUT

AIR Q&A

18:00 Village

DAYBREAK Q&A

18:00 Urania

IVAN Q&A

18:30 Artis

MARITA

18:30 Actor's

WONDERFUL

LOSERS Q&A

20:00 Village

MEDA

20:30 Village

EDERLEZI RISING

Q&A

20:30 Urania

BIRDS ARE SIN-

GING IN ... Q&A

20:30 Actor's

FALLING Q&A

20:30 BSL

THE TEMPTATION

OF ST. TONY

20:45 Artis

THE MINER Q&A

21:00 Actor's

THE TRIAL Q&A

21:15 Actor's

SHORTS 11 Q&A

22:00 Village

TOWER. A BRIGHT

DAY Q&A

15:30 Actor's

FILTHY

15:30 Actor's

SHORTS 11 Q&A

16:00 Artis

MARITA

16:00 Urania

SHORTS COMP. 2

Q&A

17:00 Village

CHARLESTON Q&A

17:00 Actor's

DAYBREAK Q&A

17:00 Actor's

WONDERFUL

LOSERS Q&A

17:15 Actor's

MEDA

18:30 Artis

THE BEST OF ALL

WORLDS Q&A

18:30 Urania

SOMETHING

USEFUL Q&A

19:15 Actor's

THE TRIAL Q&A

19:45 Village

THE RETURN Q&A

20:30 BSL

IDLE RUNNING

Q&A

20:45 Artis

COMIC SANS Q&A

20:45 Actor's

MAYA DARDEL Q&A

21:00 Actor's

ARTICLE 18 Q&A

21:00 Actor's

SHORTS COMP. 3

Q&A

21:15 Actor's

SHORTS 8

22:30 Village

EDERLEZI RISING

Q&A

16:00 Actor's

ARTICLE 18 Q&A

16:00 Artis

UNTITLED Q&A

16:00 Actor's

SHORTS COMP. 1

Q&A

17:00 Actor's

WHEN THE WAR

COMES Q&A

17:00 Village

CHUCK

17:00 Urania

MEN DON’T CRY

Q&A

18:00 Actor's

CHARLESTON Q&A

18:30 Artis

COMIC SANS Q&A

18:30 Actor's

THE LIMITS OF

WORK Q&A

18:30 BSL

COLONEL REDL

20:45 Actor's

PERSEVERANCE

Q&A

21:00 Actor's

A HEART OF LOVE

Q&A

21:00 BSL

THE BEAST IS STILL

ALIVE

21:00 Artis

COLD HELL Q&A

21:15 Village

BULLET HEAD Q&A

13:45 Urania

THE MYSTERY OF

GREEN HILL

15:00 Village

BIRDS ARE

SINGING IN ... Q&A

15:15 Actor's

DAYBREAK

15:30 Actor's

SHORTS COMP. 2

Q&A

15:45 Urania

MADEMOISELLE

PARADIS Q&A

16:00 Artis

COYOTE

17:00 Actor's

THE BEAST IS STILL

ALIVE Q&A

17:00 Actor's

PERSEVERANCE

Q&A

17:30 Village

THE DISSIDENTS

Q&A

18:00 Urania

THE MIGRUMPIES

Q&A

19:00 Actor's

A HEART OF LOVE

Q&A

19:00 VHS Urania

SOLEMN PROMISE

19:15 Actor's

THE GATEWAY

19:45 Village

BULLET HEAD Q&A

20:15 Actor's

SECRET

INGREDIENT

20:30 Urania

WINNER DISTRIBU-

TION AWARD

20:30 Artis

THE MAN WITH

THE MAGIC BOX

Q&A

21:00 BSL

ARTICLE 18 Q&A

21:00 Actor's

OCCUPATION 1968

21:15 Actor's

THE BASICS OF

KILLING

15:30 Actor's

SHORTS COMP. 3

Q&A

16:00 Artis

CHUCK

16:00 Actor's

A HEART OF LOVE

Q&A

16:15 Village

THE DISSIDENTS

Q&A

17:00 Actor's

HEAD. TWO EARS

18:00 Urania

ICE MOTHER

18:00 Actor's

THE MAN WITH

THE MAGIC BOX

Q&A

18:30 BSL

SODOM AND

GOMORRAH

18:30 Village

SPACEWALKER

18:30 Artis

WINNER PROMISING

DEBUTS COMP.

20:30 Urania

WINNER AUDIENCE

AWARD

20:30 Actor's

MAYA DARDEL

20:30 BSL

OCCUPATION 1968

Q&A

21:00 Artis

WINNER FEATURE

COMP.

21:00 Actor's

DIRECTIONS

21:15 Village

EDERLEZI RISING

18:30 BSL

CALENDAR

18:30 BSL

UNDERCOVERED

18:30 BSL

WONDERFUL

LOSERS

19:00 Actor's

THE BEAST IS STILL

ALIVE Q&A

18:00 Actor's

HOW VICTOR 'THE

GARLIC' ... Q&A

22:00 Village

SPACEWALKER

18:30 Actor's

WINNER DOCU-

MENTARY COMP.

40 Filmprogramm

Legende:

Kurzfilmprogramm / Short Films

Dokumentarfilmprogramm / Documentaries

Retrospektivenprogramm / Retrospective

Schulkino / School Cinema

Veranstaltungen bei freiem Eintritt

Screenings with free entrance

Die Seitenzahlen zu den Beschreibungen der entsprechenden

Filme finden Sie im Index am Ende des Katalogs.

The page numbers for the film descriptions can be found

in the index in the end of the catalogue.

Mögliche Änderungen, Spielzeiten der Virtual-Reality-Filme (S.200) und wann Filme mit deutschen

oder englischen Untertitel gezeigt werden, finden Sie auf www.letsceefilmfestival.com.

Possible changes, the screening times for the virtual reality films (page 200) and when films are

screened with German or English subtitles, can be found on www.letsceefilmfestival.com.

Filmprogramm 41


RAHMENPROGRAMM IN WIEN

FILMPROGRAMM IN GRAZ, SALZBURG & VILLACH

Supporting Programme in Vienna and Film Programme in Graz, Salzburg & Villach

Freitag 13.4. Sonntag 15.4. Dienstag 17.4. Donnerstag 19.4. Samstag 21.4.

18:00 - 19:00 Urania

Pressekonferenz

19:00 - 23:00

Urania

LET‘S CEE Opening

Ceremony

22:00 - 01:00

Strandbar Herrmann

LET‘S CEE Opening

Party

21:00 - 00:00

Strandbar Herrmann

LET‘S CEE Party

11:00 - 13:30 Village

Cinema

Master Class

Marcin Łunkiewicz

14:00 - 16:30 Village

Cinema

Master Class

Leon Lučev

19:00 -20:30

VHS Urania

Diskussion

Women and War

21:00 - 00:00

Strandbar Herrmann

LET‘S CEE Party

11:00 - 13:30 Village

Cinema

Master Class

Elliot Grove

14:00 - 16:30 Village

Cinema

Master Class

Elliot Grove

21:00 - 02:00

RED ROOM

LET‘S CEE Party

08:45 - 16:15 RBI

LET‘S CEE

Industry Days

19:30 -21:30

RED ROOM

Life! Ammunition!

Pitching Session

21:30 - 02:00

RED ROOM

LET‘S CEE Party

21. April: 20:30 Comida

Directors Go East:

Get-Together with

ADA Austrian Directors‘

Association

Samstag 14.4. Montag 16.4. Mittwoch 18.4 Freitag 20.4. Sonntag 22.4.

21:00 - 01:00

Strandbar Herrmann

LET‘S CEE Party

11:00 - 13:00

Hollywood Goes Vienna:

Film-Location-Tour

14:00 - 16:30 Village

Cinema

Master Class

Márta Mészáros

21:00 - 00:00

Strandbar Herrmann

LET‘S CEE Party

14:00 - 16:30 Village

Cinema

Master Class

Serge Rakhlin

16:45 - 18:15 NIG

Diskussion

Loving Activism

Again?

21:00 - 00:00

Strandbar Herrmann

LET‘S CEE Party

08:45 - 18:00 ÖFI

LET‘S CEE

Industry Days

19:00 -22:00 Urania

LET‘S CEE Award

Ceremony

22:00 - 02:00

RED ROOM

LET‘S CEElebrate!

Awards Party

21:00 - 00:00

Comida

LET‘S CEE

Get-Together: Time to

Say Goodbye!

Alle unmarkierten Veranstaltungen finden bei freiem Eintritt statt. / All events without colour frame are free of charge.

kostenpflichtige Registrierung / fee-based registration needed

nur mit Einladung / by invitation only

Informationen zu den kostenpflichtigen Master Classes finden Sie auf Seite 203. / More information on the fee-based Master Classes can be found on page 203.

42 Rahmenprogramm in Wien und Filmprogramm in Graz, Salzburg & Villach

Cineplexx

Salzburg City

20.4., 20:30

BIRDS ARE SINGING

IN KIGALI

21.4., 18:00

THE MAN WITH THE

MAGIC BOX

22.4., 20:30

ARTICLE 18

Geidorf

Kunstkino

20.4., 20:30

MEN DON‘T CRY

21.4., 18:00,

THE MINER

22.4., 20:30

IVAN

Stadtkino

Villach

20.4., 20:30

MARITA

21.4., 18:00

CHARLESTON

22.4., 20:30

POROROCA

INDUSTRY-DAYS-PROGRAMM

Donnerstag, 19. April Freitag, 20. April Samstag, 21. April

17.00–18.30 WKO

Keynote Address, Christoph Vidal, Director Natixis Coficiné SA:

How to finance and cash flow film and TV programmes from the

bank’s standpoint: The various types of financial and legal structures,

the financing sources available in Europe and abroad, the various

cash flow options and risk management.

08.45–09.45 ÖFI

Welcome Breakfast.

By invitation only!

19.30–21.00 RED ROOM

Get-together with the Vienna Association of the Film and Music

Industry at the Chamber of Commerce.

By invitation only!

20.-21. APRIL LET’S CEE INDUSTRY DAYS IN WIEN

CO-FINANCING AND CO-PRODUCING, INNOVATION AND KNOW-HOW:

ESSENTIAL KEY FACTORS TO SUCCESS IN FILMMAKING

Top-aktuelle und praxisorientierte Vorträge von renommierten

österreichischen und internationalen ExpertInnen

über Filmfinanzierung, -produktion und -distribution sowie

über Virtual Reality, CGI und andere Trends im Filmgeschäft.

Dazu Podiumsdiskussionen, Netzwerktreffen, Pitchings,

eine umfassende Leistungsschau von Nu Boyana, dem

größten Filmstudio Osteuropas, und vieles mehr.

Weitere Infos finden Sie auf Seite 210 in diesem Katalog.

Das vollständige Programm gibt es auf:

www.letsceefilmfestival.com/lets-cee-industry-days.html.

PS: Jetzt für den Branchen-Newsletter unter

industry@letsceefilmfestival.com

anmelden und bestens informiert bleiben!

Adressen:

WKO: Wirtschaftskammer Wien,

Rudolf-Sallinger-Platz 1, 1030 Wien

ÖFI: Austrian Film Institute,

Spittelberggasse 3 / Stiftgasse 6, 1070 Wien

RED ROOM: Stubenring 20, 1010 Wien

RBI: Raiffeisen Saal, Raiffeisen Bank International,

Stadtpark 9, 1030 Wien

facebook.com/letscee

twitter.com/letsceeff

instagram.com/letscee

youtube.com/letsceetv

09.45–10.00 ÖFI

Welcome Address, Roland Teichmann,

Head of the Austrian Film Institute.

10.00–10.25 ÖFI

Presentation Christof Papousek: How to get your feature film or

documentary finally on screen: Business models in film distribution

in Austria and in CEE.

10.35–11.00 ÖFI

Presentation Iris Zappe-Heller: Models of collaboration: Co-producing

and co-financing of films with public Austrian partners like the

Austrian Film Institute.

11.10–11.35 ÖFI

Presentation Simone Baumann: A general overview of the chances

and risks of co-producing and co-financing films in Eastern Europe.

11.45–12.10 ÖFI

Presentation Nataša Bučar: Co-producing and co-financing films

with Slovenia.

12.20–13.20 ÖFI

Lunch Break.

By invitation only!

13.20–14.10 ÖFI

Panel Discussion, Ursula Wolschlager, Jan Maxa, Kathrin Zechner:

Present and future challenges of co-producing TV movies and series

for the international market.

14.30–14.55 ÖFI

Presentation Creative Europe Desk MEDIA: What are the current

funding opportunities for the development of European films and

TV programmes, for the distribution and promotion of European

films and for cross-border cooperation?

15.25–16.40 ÖFI

Pitching: Finding the perfect co-production partner with film projects

from Austria, Romania, Slovakia and Slovenia.

16.40–18.00 ÖFI

Individual Talks.

19.00–20.00 RED ROOM

Get-together: Meet the Stars.

By invitation only!

08.45–09.45 RBI

Welcome Breakfast. By invitation only!

09.45–09.50 RBI

Welcome Address, Magdalena Żelasko, Director and Co-Founder of

LET’S CEE Film Festival.

09.50–10.15 RBI

Presentation Julia Schmölz: FISA – Film Industry Support Austria:

How it works, how companies can qualify for support, which films

are eligible, what co-production should consider and more.

10.25–10.50 RBI

Presentation Jakob Ballinger: Innovations made in Austria: Fit

for the set: All you need to know about the Cine Reflect Lighting

System (CRLS).

11.00–11.50 RBI

Panel Discussion, Anna Franklin, Marcin Łunkiewicz, Virgil Widrich:

Is the future of cinema virtual? Or are we facing just a hype? VR as

a rapidly developing technology, a fascinating promise for the film

industry and an enormous challenge.

12.10–13.10 RBI

Lunch Break with Austrian Film Institute and Creative Europe MEDIA

Desk. By invitation only!

13.10–13.35 RBI

Presentation Yariv Lerner: An inside look into the weird world of

big-budget productions financing: How much does it take to make a

film? Where does the money come from and where does it go? How

does a film recoup its costs?

13.35-14.00 RBI

Presentation Yariv Lerner: Nu Boyana – movie magic made real: What

one of Europe’s leading film studios can do for smaller-scale productions

and independent filmmakers.

14.20-14.55 RBI

Presentation Vesselina Georgieva: Worldwide FX, one of the leading

visual effects houses. A case study on The Hitman’s Bodyguard from

script to screen.

14.55–15.10 RBI

Coffe Break. By invitation only!

15.10–15.35 RBI

Presentation Tomáš Prášek: Festivals and technology: Making the

best job in the world even better with Eventival, the world’s most

widely used film festival management platform.

Industry-Days-Programm 43


• Über 400 Sprachkurse

• Große Auswahl an Bewegungs- &

Gesundheitskursen

?

• Reisevorträge

• Vortragsreihe „Frauen - Feminismus - Gender“

• NORDIALE - Nordische & Baltische Filmwoche

Dies alles und mehr erwartet Sie an der VHS Wiener Urania.

Ein Besuch lohnt sich!

Bestellen Sie noch heute das neue Kursprogramm unter

urania@vhs.at oder online unter www.vhs.at

Am zweiten Wochenende werden noch einmal alle Gewinnerfilme

präsentiert. Wer gewonnen hat, erfährt man direkt auf der

Festivalwebsite im Anschluss an die Preisverleihung, sprich

am Freitag, dem 20. April um 22:00 Uhr.

Industry-Days-Programm

Gewinner des Spielfilm-Wettbewerbs

22.4., 21:00, Artis International

Gewinner des Promising Debuts-Wettbewerbs

22.4., 18:30, Artis International

Gewinner des Dokumentarfilm-Wettbewerbs

22.4., 18:30, Actor’s Studio

Gewinner des Cineplexx Distribution Awards

21.4., 20:30, Urania Kino

Gewinner des Audience Awards

22.4., 20:30, Urania Kino


Eröffnungsfilm 47

Michał Oleszczyk

Basierend auf Andrus Kivirähks Prosa, nimmt November

die ZuseherInnen auf eine zutiefst seltsame

Reise mit, in ein Land, in dem die Toten auf

die Lebenden treffen, magische Symbole nichts

Ungewöhnliches sind und eine seltsame Kreatur

aus Draht und einem Fahrradsattel eine Kuh vom

Feld ziehen und meilenweit in den Himmel tragen

kann. Dieser markante, visuell fesselnde estnische

Film ist teils düstere und belehrende Erzählung,

teils lyrischer Horrorfilm, aber auch eine osteuropäische

Version des Alt-Welt-Chics von Filmen wie

The Witch: A New England Folktale. Ergänzt durch

den anregenden Soundtrack des polnischen Musikers

Jacaszek, ist November ein verspielter und

bizarrer Film, der Elemente der Folklore in ein tief

empfundenes und originelles Melodrama inklusive

Werwolf-Twist verwandelt und jeden Fan von

Guy Maddin (oder Tod Browning) erfreuen wird.

Based on Andrus Kivirähk’s prose, November takes

its viewer on a deeply strange journey to a land

where the dead mingle with the living, magic

tokens are not uncommon, and a strange creature

made of wire and a bicycle seat can snatch a

cow from the field and carry it miles high in the

air. This striking, visually arresting Estonian film is

partly a dark cautionary tale, partly a lyrical horror

movie, and partly an Eastern European take

on the old-world chic of films such as The Witch:

A New England Folktale. Set to an evocative musical

score by the Polish musician Jacaszek, November

is a playful and trippy film that transforms

elements of folklore into a deeply-felt and original

melodrama with a werewolf twist that will satisfy

any Guy Maddin (or Tod Browning) fan out there.

ERÖFFNUNGSFILM

Opening Film

NOVEMBER*

Im 19. Jahrhundert wird ein kleines estnisches Dorf von bösen Geistern, Kreaturen und Seuchen heimgesucht.

Das Bauernmädchen Liina verliebt sich in den Dorfjungen Hans, der ihre Liebe wegen eines anderen

Mädchens besseren Hauses nicht erwidert. Um Hans für sich zu gewinnen, lässt sich Liina auf einen Pakt

mit dem Teufel ein und verwandelt sich in einen Werwolf. November ist eine wilde und unkonventionelle

Mischung aus Liebesfilm, Horrorfilm und Volksmärchen und basiert außerdem auf dem estnischen Bestseller-Roman

Rehepapp ehk November von Andrus Kivirähk. Der Film führt die heidnischen Mythologien des alten

Estland und die christliche Mythologie Europas zusammen, wie der Regisseur Rainer Sarnet erklärt: „Beide

Mythologien suchen das Wunder, eine archaische Macht, die einem eine Seele verleiht. Der Film handelt von

der Seele – von ihrem Verkauf, vom Leben ohne sie und von der Sehnsucht nach einer Seele.“ Sarnets spektakulär

gefilmter Schwarzweißfilm verzückt und reißt mit, vom ersten bis zum letzten Bild. Für seine exzellente

Kameraarbeit und den visuellen Stil, der auf den Aufnahmen von Bauern des Volkstumsfotografen Johannes

Pääsuke im frühen 20. Jahrhundert basiert, wurde Mart Taniel beim renommierten Tribeca Film Festival in

New York prämiert. November wurde zudem als estnischer Beitrag für den fremdsprachigen Oscar eingereicht.

In the 19th century, a small village in Estonia is visited by evil spirits, creatures and epidemics. Liina, a farm girl, falls

in love with Hans, a village boy, but he does not love her back. He is interested in a girl from a better family. To win

Hans over, Liina agrees to a pact with the devil and turns into a werewolf. November is a wild and unconventional

mix of romance, horror film and folk tales based on the Estonian bestselling novel Rehepapp ehk November by

Andrus Kivirähk. The film brings together the pagan mythologies of ancient Estonia and the Christian mythology

of Europe, as the director Rainer Sarnet explains: “Both mythologies seek miracles: an archaic power that gives

one a soul. The film is about the soul – about selling it, about life without it and about longing for a soul.” Sarnet’s

spectacularly filmed, black and white movie overjoys and thrills, from the first to the last picture. For his excellent

camera work and visual style, based on the peasant pictures of the folk photographer Johannes Pääsuke in the

early 20th century, director of photography Mart Taniel was awarded at the prestigious Tribeca Film Festival.

November was submitted as the Estonian contribution for the Oscar in the Foreign Language Film category.

Spielfilm. Estland | Polen | Niederlande 2017

Sprache Estnisch, Deutsch mit engl. UT

Länge 115 min.

Format DCP

Schwarzweiß

Regie Rainer Sarnet

Drehbuch Rainer Sarnet, Andrus Kivirähk

Kamera Mart Taniel

Schnitt Jarosław Kamiński

Musik Jacaszek

Produzentin Katrin Kissa

KoproduzentInnen Ellen Havenith,

Łukasz Dzięcioł

DarstellerInnen

Liina Rea Lest

Hans Jörgen Liik

Sander Heino Kalm

Luise Katariina Unt

Baron Dieter Laser

Produktion Homeless Bob Production,

PRPL, Opus Film

Vertrieb/Kontakt Homeless Bob Production

Auszeichnungen (Auswahl) Tribeca FF 2017:

Beste Kamera; Virginia FF 2017: Programmer's

Choice Award/Bester Spielfilm

Biografie Rainer Sarnet

Rainer Sarnet wurde 1969 in Rakvere geboren und

ist neben seiner Arbeit als Film- und Theaterregisseur

auch als Filmkritiker und Comic-Künstler tätig.

Er drehte mehrere Kurzfilme, bis er im Jahr 2007

mit Where Souls Go sein Spielfilmdebüt ablieferte.

Sein zweiter Langfilm The Idiot feierte in Busan

Weltpremiere. Auch mit November ist Sarnet auf

internationalen Filmfestivals erfolgreich vertreten.

Filmografie Rainer Sarnet (Auswahl)

2017 November

2011 The Idiot

2007 Where Souls Go

*Dieser Film läuft auch im Spielfilm-Wettbewerb.

*This film is part of the Feature Film Competition.


KIRA MURATOVA & MÁRTA MÉSZÁROS

Lifetime Achievement Awards 2018

Mit Kira Muratova und Márta Mészáros erhalten heuer ausnahmsweise gleich zwei schon zu

Lebzeiten legendäre Protagonistinnen des zentral- und osteuropäischen Filmschaffens einen

Lifetime Achievement Award des LET’S CEE Film Festivals 2018. Die Begründung für die doppelte

Vergabe an zwei Frauen in diesem Jahr ist einfach: 2016 wurde dieser Preis gar nicht vergeben,

eine doppelte Vergabe anno 2018 erscheint daher überfällig und mehr als berechtigt. Und dass es

endlich einmal zwei großartige Frauen trifft, hat denselben Grund: Mit Turhan Bey, Branko Lustig,

István Szabó, Béla Tarr und Želimir Žilnik wurden bislang fünf großartige Männer ausgezeichnet.

Márta Mészáros und Kira Muratova also. Unterschiede zwischen den beiden gibt es viele, Parallelen

sonder Zahl gleichwohl auch. Beide haben ein fürwahr überaus bewegtes Leben

mit vielen privaten und beruflichen Höhen, aber auch Tiefen hinter sich. Beide waren ihr

Leben lang Außenseiterinnen. Beide haben eine sehr eigenwillige, wenngleich natürlich

zudem echt unterschiedliche Filmsprache entwickelt – und eben diese gegen viele Widerstände

höchst erfolgreich realisiert. Beide haben sich oft und mit Nachdruck frauenzentrischen

Themen gewidmet, und zwar anders als Regisseurinnen im Westen das seinerzeit üblicherweise

getan haben. Und beide, das sei als geschichtliche Randbemerkung ebenfalls

vermerkt, haben zum Beispiel etwa an derselben Hochschule in Moskau ihr Handwerk erlernt.

Kira Muratova

Kira Muratova wurde 1935 im damaligen Rumänien und heutigen Moldawien geboren. Die

wohl immer noch berühmteste ukrainische Drehbuchautorin, Schauspielerin und Regisseurin

gilt als die wohl bedeutendste Filmemacherin der Sowjetunion und wahrscheinlich auch als

die wichtigste lebende Vertreterin des russischsprachigen Films. Studiert hat sie unter anderem

beim legendären Sergei Gerasimov in Moskau und gearbeitet hat sie später zumeist in Odessa,

im dortigen berühmten Filmstudio. Weit über 20 Jahre lang konnte sie ihre Ideen nur mehr

oder weniger uneingeschränkt verwirklichen, obwohl sie damals die längste Zeit eigentlich keine

politische Filmemacherin war. Aufhalten hat sie sich davon freilich nicht lassen. Erst nach der

Wende wurde sie dann für ihr unglaubliches Durchhaltevermögen und ihr einmaliges Talent

auch belohnt, respektive mit Preisen förmlich überhäuft. Im Westen und in Russland, erstaunlicherweise.

Und das, obwohl sich ihr sehr eigenwilliger, manieristischer, ja oft bizarr anmutender,

durch eine konstruktivistische und radikale Sicht geprägter künstlerischer Stil kaum in institutionelle

Filmtraditionen einordnen lässt. Mit dem Meisterwerk The Asthenic Syndrome (Astenicheskiy

sindrom), das LET’S CEE anlässlich ihrer Ehrung zeigt, fand Muratova seinerzeit endgültig zu

jener Art von Filmsprache, für die sie heute berühmt ist. Obwohl im Mittelpunkt ihrer Filme

sehr oft Heldinnen stehen, wollte sie ihr Werk nie als feministisch bezeichnet sehen – jedenfalls

ganz sicher nicht in dem Sinne, in dem der Begriff des Feminismus im Westen verstanden wird.

Unlike before, this year two legendary protagonists of Central and Eastern European

filmmaking scene, Kira Muratova and Márta Mészáros, will receive a Lifetime Achievement

Award awarded by LET’S CEE Film Festival 2018. The decision to hand out two

prizes at the same time rests on the fact that two years earlier, in 2016, this award wasn’t

given away at all, so distinguishing two separate individuals this year appears overdue

and more than justified. And for the first time, two magnificent female filmmakers

are honoured, as so far, the previous laureates of this prize – Turhan Bey, Branko Lustig,

István Szabó, Béla Tarr and Želimir Žilnik – have been excellent male filmmakers.

Back to Márta Mészáros and Kira Muratova. There are as many parallels between these

two as there are differences. Both of their lives can be described as a rollercoaster, with

many ups and downs in both personal and professional atmospheres. Both of them

have been outsiders their whole lives and both have developed a very special, unconventional

and distinct cinematic language, which they brought to life despite much

resistance. Both of them have often vehemently addressed women’s issues in a different

manner than female directors would usually do in the West. And finally, as a historical

side note, both of them learned their craft at the same University in Moscow.

Kira Muratova

Kira Muratova was born in 1935 in Moldova, former Romania. Besides still being the most

famous Ukrainian female screenwriter, actress and director, she’s virtually considered as

the Soviet Union’s most prominent female filmmaker as well as the most relevant living

representative of Russian language film. Amongst others, she studied under legendary

Sergei Gerasimov in Moscow and later she largely worked at the famous Odessa Film

Studio. For more than 20 years she was not always unrestricted from realising her ideas,

although she hasn’t been a political filmmaker for the longest time then. But that didn’t

stop her of course. After the dissolution of the Soviet Union, she was finally rewarded

and lavished with prizes for her unbelievable power of endurance and unique talent –

in the West and, surprisingly, in Russia as well. Despite her very idiosyncratic, mannerist

and oftentimes bizarre seeming artistic style, formed by a constructivist and radical

perspective, which can’t easily be integrated into institutional film traditions. With her

masterpiece The Asthenic Syndrome (Astenicheskiy sindrom), presented by LET’S CEE as a

tribute to her, Murotava ultimately discovered her type of film language she is now famous

for. Even though she very often centres heroines in her work, she never wanted

it to be called feminist – at least not in the way this term was understood in the West.

Márta Mészáros

Auch Márta Mészáros galt im Westen immer als Vorzeigefeministin. Und auch sie hatte und

hat mit dieser Bezeichnung keine Freude. Die Grande Dame des ungarischen Films gilt seit

Jahrzehnten als eine der wichtigsten Regisseurinnen Europas. Sie wurde 1931 in Budapest

geboren und verbrachte einen großen Teil ihrer Kindheit und ihre Studienzeit in Moskau,

und eben an derselben Hochschule wie Muratova. Nicht weniger bemerkenswert: Trotz ihres

Alters ist sie immer noch aktiv. Mit Aurora Borealis: Northern Light (Aurora Borealis: Északi

fény), zeigt LET’S CEE anlässlich ihrer Auszeichnung einen großartigen Film den sie erst

letztes Jahr, mit 86 Jahren, abgedreht hat. Mészáros war die erste Frau, die in Ungarn einen

Spielfilm realisierte und damit eine dezidiert weibliche Sicht in das (ost-)europäische Filmschaffen

einbrachte, sowie auch die erste, die in Berlin einen Goldenen Bären gewinnen

konnte – für Adoption (Örökbefogadás). Die Verarbeitung von dokumentarischem Material

findet sich in ihrem Werk ebenso immer wieder als Stilelement wie die von autobiografischen

Details, etwa bei ihrer berühmten Tagebuch-Trilogie. Abgesehen davon stehen auch

im Zentrum ihrer vielfach preisgekrönten Spielfilme fast immer komplexe Themen wie die

Genderfrage und Sexualität, Gesellschaft und Identität. All dem näherte sie sich früh, direkt

und kritisch – aber auf eine andere Art und Weise als praktisch all ihre Kolleginnen im

Westen. Womit auch sie als unfeministische Feministin zu bezeichnen ist, wenn überhaupt.

Last not least: Eine weitere Parallele zwischen den beiden großen Filmemacherinnen

hat sich übrigens erst im letzten Jahr aufgetan. Da wurden nämlich sowohl Mészáros

als auch Muratova von der amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and

Sciences in den Kreis jener Filmschaffenden aufgenommen, die über die Vergabe der

Oscars bestimmen. Dass sich die Akademie erst so spät zu diesem Schritt entschlossen

hat, gereicht ihr nicht wirklich zur Ehre. Dass man sich der beiden anno 2017 sogar

in Hollywood erinnerte, den beiden mittlerweile hochbetagten Damen allerdings schon.

Márta Mészáros

Kira Muratova

Filmregisseurin und Drehbuchautorin

Film Director and Screenwriter

Márta Mészáros

Filmregisseurin und Drehbuchautorin

Film Director and Screenwriter

Márta Mészáros has always been seen as a flagship-feminist in the West and she hasn’t liked this

term very much either. For decades, the Grande Dame of Hungarian film has been considered as

one of Europe’s most important female directors. She was born in 1931 in Budapest and spent

most of her childhood and young adult life, including her studies, in Moscow where she studied

at the same University as Kira Muratova. And despite her age, she is still active. On the occasion

of honouring Mészáros at the festival, LET’S CEE presents her great film Aurora Borealis: Northern

Light (Aurora Borealis: Északi fény), which she finalised last year at the age of 86. She was the first

woman to stage a feature film in Hungary, introducing a decidedly female perspective to (Eastern)

European filmmaking and being the first woman to win the Golden Bear in Berlin – for Adoption

(Örökbefogadás). Examples of her stylistic elements include the processing of documentary material

as well as autobiographical details, as it can be seen in her famous diary trilogy. Apart from that,

her celebrated feature films mostly cover complex issues such as gender and sexuality, society and

identity. She approached all this early on, directly and critically – but just differently than practically

all of her Western female colleagues at the time. This makes her, if any at all, a non-feminist feminist.

Last but not least, another parallel between these two great filmmakers only emerged

last year when Mészáros and Muratova were finally invited by the Academy of Motion Picture

Arts and Sciences to join the circle of filmmakers who determine the awarding of

the Oscars. Even though the decision to honour these two ladies at such an advanced

point in both of their careers can be seen as a fault, the filmmakers do not take it to heart.

48 Kira Muratova & Márta Mészáros LTAA 2018

Kira Muratova & Márta Mészáros LTAA 2018 49


50 Kira Muratova & Márta Mészáros LTAA 2018

Kira Muratova & Márta Mészáros LTAA 2018 51

Spielfilm. Ungarn 2017

Sprache Ungarisch mit engl. UT

Länge 104 min.

Format DCP

Farbe

Regie Márta Mészáros

Drehbuch Éva Pataki, Zoltán Jancso

Kamera Piotr Sobociński Jr.

Schnitt Annamária Szánto

ProduzentInnen István Major, Gül Togay

DarstellerInnen

Mária Mari Törőcsik

Olga Ildikó Tóth

Junge Mária Franciska Törőcsik

Ákos József Wunderlich

Edith Eva Prosek

Produktion FilmTeam, Nordic Productions

Vertrieb/Kontakt Hungarian National Film Fund

Auszeichnungen (Auswahl) Chicago IFF 2017:

Bester narrativer Spielfilm

Biografie Márta Mészáros

siehe Seite 49

Filmografie Márta Mészáros (Auswahl)

2017 Aurora Borealis: Northern Light

2004 The Unburied Man

1996 The Seventh Chamber

1994 Foetus

1990 Diary for My Mother and Father

1987 Diary for My Lovers

1984 Diary for My Children

1980 The Heiresses

1977 Women

1975 Adoption

1968 The Girl

AURORA BOREALIS:

NORTHERN LIGHT

Aurora Borealis: Északi fény

Die gebürtige Ungarin Olga lebt als erfolgreiche

Anwältin in Wien. Eines Tages fällt

ihre über 80-jährige Mutter Mária ins Koma,

nachdem sie einen offiziellen Brief erhalten

hat. Olga fährt nach Ungarn, um ihre Mutter

zu pflegen. Dabei entdeckt sie nach

und nach, dass es offenbar ein dunkles

Geheimnis in der Familiengeschichte gibt.

Ihre Recherchen führen sie zurück in das

Ungarn der 1950er Jahre, als das Land von

der Sowjetunion okkupiert wurde. Schließlich

entdeckt sie, dass die Herkunft der

Frau, die sie zu sein glaubte, nicht so klar

ist, wie sie immer dachte. Die 86-jährige

ungarische Meisterregisseurin Márta Mészáros

legt in ihrem Film den Finger auf alte,

schmerzhafte Wunden und rollt ein großteils

noch nicht aufgearbeitetes Kapitel ungarischer

Geschichte auf: die Vertuschung

der Tatsache, dass viele junge ungarische

Frauen nach dem Krieg – freiwillig oder

durch Vergewaltigung – Kinder von sowjetischen

Besatzungssoldaten bekamen,

die mehr oder weniger vaterlos aufwuchsen

bzw. mit einer geschönten Biografie

ausgestattet wurden. Anhand von Mária

und Olga erstellt Mészáros eine Verbindung

zwischen der Vergangenheit eines

vom Krieg zerrissenen Europas und einer

jüngeren Generation, die über die traumatischen

Ereignisse oft jahrzehntelang nicht

oder nur unzureichend Bescheid wusste.

Hungarian Olga lives as a successful

lawyer in Vienna. Upon receiving an

official letter, her elderly mother Mária

lapses into a coma. Olga heads home

to Hungary to care for her mother. In

doing so, she slowly discovers that

there seems to be a dark secret in her

family’s history. Her research takes

her back to the Hungary of the 1950s,

when the homeland was occupied by

the Soviet Union. Eventually, she discovers

that the origin and identity of

the woman she believed herself to be

is not as clear as it may seem. 86-yearold

Hungarian director Márta Mészáros

brings up an old and painful subject in

her film, unrolling a largely unresolved

chapter of Hungarian history: the cover-up

of the fact that many young

Hungarian women had children from

Soviet occupation soldiers – either voluntarily

or by rape – after the end of

the war, who in turn grew up more or

less fatherless or were endowed with

a beautified biography. Using Mária

and Olga, Mészáros creates a link between

the past of a war-torn Europe

and a younger generation, which often

had none or insufficient knowledge

of the traumatic events for decades.

THE ASTHENIC SYNDROME

Astenicheskiy sindrom

Das Asthenische Syndrom ist eine Art

Hypochondrie, gemischt mit Melancholie.

Es ist ein schrecklicher Zustand, an

dem Nikolai, gespielt von Sergei Popov,

der auch am Drehbuch mitarbeitete, leidet.

Dem Lehrer ist alles egal, und diese

Einstellung überträgt sich auch auf seine

Schüler. Aber es scheint, als habe nicht

nur er das Syndrom. Mehr und mehr sieht

es danach aus, als sei die gesamte Gesellschaft

daran erkrankt. Kira Muratova, heute

83 Jahre alt, galt zur Sowjetzeit als die

bedeutendste Regisseurin des Landes. Sie

selbst sagte über The Asthenic Syndrome,

der Film sei ein Porträt der Situation der

Menschheit. In der Sowjetunion sah man

ihn wohl eher – und zu Recht – als heftige

Kritik am Zustand einer verknöcherten,

leb- und ideenlosen Gesellschaft, die

sich nicht mehr weiterentwickelt. Der berühmte

Film gilt als der „letzte verbotene

Film der UdSSR“. Für die Berlinale 1990,

wo er einen Silbernen Bären gewann,

musste er außer Landes geschmuggelt

werden. In seiner Heimat durfte der

Film zunächst gar nicht und später nur

in kleinen Filmclubs mit „erklärender

Einführung“ gezeigt werden. Gleichzeitig

war er künstlerisch hoch angesehen

und wurde bei der Verleihung der nationalen

Filmpreise im Jahr 1991 als bester

Film ausgezeichnet. Ein wahrer Klassiker.

Asthenic syndrome is a type of hypochondria

mixed with melancholy. It is

a terrible state in which Nikolai, played

by Sergei Popov who also worked on

the screenplay, suffers from. The teacher

does not care about anything at all, and

this attitude is also applied to his students.

But it seems he does not have the

syndrome alone. More and more it looks

as if the entire society is sick. Kira Muratova,

now 83 years old, was considered

the most important director of the country

during the Soviet era. She herself said

about The Asthenic Syndrome that the

film is a portrait of the state of humanity.

In the Soviet Union, it was more likely

to be seen – and rightly so – as a strong

criticism of the state of an ossified, lifeless

and uninspired society that is no longer

evolving. The famous film is considered

the “last forbidden film of the USSR“. For

the Berlinale in 1990, where the film won

a Silver Bear, it had to be smuggled out

of the country, since in its homeland it

was initially not allowed to be shown, and

then after only in small film clubs with an

“explanatory introduction”. At the same

time it was artistically highly regarded and

was named Best Film at the National Film

Awards ceremony in 1991. A true classic.

Spielfilm. Sowjetunion 1990

Sprache Russisch mit engl. UT

Länge 153 min.

Format DCP

Farbe/Schwarzweiß

Regie Kira Muratova

Drehbuch Aleksandr Chernykh, Kira Muratova,

Sergei Popov

Kamera Vladimir Pankov

Schnitt Valentina Olejnik

Ton Yelena Demidova

Produzent Micha Lampert

DarstellerInnen

Natasha Olga Antonova

Nikolai Sergei Popov

Masha (blond) Galina Zakhurdaeva

Masha (brünett) Natalya Buzko

Lehrerin Aleksandra Svenskaya

Produktion Goskino, Odessa Film Studios

Vertrieb/Kontakt Ukrainian State Film Agency /

Oleksandr Dovzhenko National Centre

Auszeichnungen (Auswahl) Berlinale 1990:

Silberner Bär (Special Jury); Nika Awards Moskau

1990: Beste Regie, Bestes Drehbuch,

Beste Nebendarstellerin

Biografie Kira Muratova

siehe Seite 48

Filmografie Kira Muratova (Auswahl)

2007 Two in One

2004 The Tuner

2002 Chekhov’s Motifs

1997 Three Stories

1994 Passions

1992 The Sentimental Policeman

1990 The Asthenic Syndrome

1983 Among Grey Stones

1967 Brief Encounters


Haltungsübung Nr. 2

Mund

aufmachen.

Übung macht den Meister. Das gilt auch für unseren Kopf. Wir

empfehlen dazu tägliche Haltungsübungen. Zum Beispiel: den Mund

aufmachen. Immer und immer wieder. Wir üben das seit 1988.

SPIELFILM-

WETTBEWERB

Feature Film Competition

Als jemand, der 1982 im kommunistischen Polen geboren wurde, und jemand, der die

Welt von 2018 mit nicht wenig Angst betrachtet, frage ich mich oft: Was bedeutet es,

Mitteleuropäer oder Mitteleuropäerin zu sein…? Ist es eine Herausforderung, ein Handicap

oder vielleicht ein Geschenk und eine Gelegenheit, die Welt auf einzigartige Weise

zu erleben? Mein Besuch in Wien anlässlich des diesjährigen LET’S CEE Film Festivals

wird meine erste Reise in die Stadt sein, seit 1989. Als Siebenjähriger besuchte ich die

österreichische Hauptstadt zum ersten Mal und bezeugte den kapitalistischen Reichtum

mit den weit aufgerissenen, ehrfürchtigen Augen eines Kindes aus dem Ostblock.

Es scheint, dass sich die Welt seit 1989 mehrmals verändert hat. Wir leben jetzt in einem

globalen Dorf und es ist faszinierend zu sehen, wie die cineastischen Stimmen in Ost- und

Mitteleuropa es immer noch schaffen, unverwechselbar und stark zu sein. Die harten historischen

Erfahrungen der Region, einschließlich Völkermord, Totalitarismus und viele

Fälle, in denen Kultur, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit miteinander kollidierten,

machten uns MitteleuropäerInnen zu Menschen, die zwar nicht immer leicht zu verstehen

sein mögen, aber die man schwer überhören kann. Wenn ich Filme wie Alexey Germans

Film Dovlatov sehe, der brillant die Ära der staatlichen Unterdrückung von KünstlerInnen

in der Sowjetunion der 1970er Jahre wachruft, erkenne ich die schwierige Position, aus

der der Regisseur zu uns spricht. In gewisser Weise haben wir das alle erlebt. Der Klang

der individuellen Gewissensfrage, die auf ein totalitäres System trifft, ist immer derselbe.

Bei der Auswahl der Filme für den diesjährigen LET’S CEE Spielfilm-Wettbewerb war es

mein Ziel, dank der freundlichen Einladung der Festivaldirektorin Magdalena Żelasko, die

Komplexität, Schönheit und den Charakter der Region widerzuspiegeln. Unterschiedliche

Filme wie Birds Are Singing in Kigali und Something Useful – beide mit Frauen im

Zentrum – treffen in Directions mit einem bitteren Porträt der postkommunistischen

Welt zusammen. Das Familiendrama in Silent Night steht im Kontrast zum intimeren Film

Falling und der bittersüßen Geschichte in Ice Mother. Die Geopolitik beeinflusst das Leben

der Charaktere in The Gateway, während Mafia-Strukturen die Heldin von Ivan fast

zerstören. Im dunklen, poetischen LET’S CEE Eröffnungsfilm November findet man Magie

und Folklore, in Pororoca ein einschneidendes Erlebnis und in Men Don’t Cry gar eine

Gruppenpsychotherapie für Kriegsveteranen mit posttraumatischem Stress-Syndrom.

Dr. Michał Oleszczyk

Kurator für den Spielfilm-Wettbewerb

Curator of the Feature Film Competition

As someone born in 1982 in communist Poland – as well as someone looking

at the world of 2018 with no small amount of anxiety – I often ask myself: what

does it mean to be a Central European…? Is it a challenge, a handicap – or perhaps

a gift and opportunity to experience the world in unique ways? My visit

to Vienna for this year’s LET’S CEE Film Festival will be my first trip to the city

since 1989, when I first saw Austria’s capital as a seven-year-old, witnessing

the capitalist abundance with the wide-eyed awe of a communist-bloc kid.

It seems the world has changed several times over since 1989. We live in a global

village now, and it’s fascinating to see how Eastern and Central European cinematic

voices still manage to be distinctive and strong. The harsh historical experiences

of the region, including genocide, totalitarianism and multiple instances in

which culture, gender and ethnicity collided with one another, made us Central

Europeans into people not always easy to understand, but hard not to listen to.

When I watch films like Alexey German’s Dovlatov, which brilliantly evokes the era

of state oppression of artists in 1970s Soviet Union, I know the difficult place the director

is speaking from. In a way, we’ve all been there. The sound of an individual’s

conscience hitting upon the wall of the totalitarian system is always the same.

While selecting the movies for this year’s LET’S CEE Feature Film Competition, thanks

to the kind invitation of Festival Director Magdalena Żelasko, I was aiming at mirroring

the complexity, beauty, and character of the region. Films as different as the

women-centered Birds Are Singing in Kigali and Something Useful meet with a bitter

portrait of the post-communist world in Directions. The family drama in Silent Night

plays against the more intimate Falling and bitter-sweet Ice Mother. Geopolitics affect

the lives of the characters in The Gateway, while mafia structures all but crush

the heroine of Ivan. One can find magic and folklore in the darkly poetic November,

which serves as LET’S CEE Opening Film, incisive procedural in Pororoca, and even

group psychotherapy for men with post-traumatic stress disorder in Men Don’t Cry.

FOTO: STAWOMIR PULTYN

Der Haltung gewidmet.

Dieser Wettbewerb spiegelt die vielen Gesichter, Geschmäcker und Freuden wider, die in dieser

kulturell reichen Region zu finden sind. Ich bin stolz, ein Teil davon zu sein, und lade Sie dazu

ein, diese Welt durch die Filme zu erkunden, die beim LET'S CEE Festival präsentiert werden.

This competition reflects the many faces, flavours, and joys to be found in a culturally

rich region of the world. I am proud to be a part of it – and I invite you to visit it through

the films you will find at LET’S CEE.

Spielfilm-Wettbewerb 53


Spielfilm-Wettbewerb 55

Michał Oleszczyk

Die Folgen des Genozids sind fast genauso unvorstellbar

wie der Genozid selbst. Wie verarbeitet

man die Trauer, die Schuld und das Trauma

als Zeuge des Massenmords? Dies ist die Herausforderung

für zwei außerordentlich starke Frauen,

eine polnische und eine Tutsi. In diesem Film

von Joanna Kos-Krauze und Krzysztof Krauze

wird durch die subtile und stichhaltige Darbietung

von Jowita Budnik und Eliane Umuhire von

einem schwierigen Genesungsprozess erzählt,

der so weit vom sinnlichen Hollywood-Sentimentalismus

entfernt ist wie Ruanda von Polen. Der

visuell originell umgesetzte Film gewann 2017

beim Gdynia Film Festival den Silbernen Löwen.

The aftermath of genocide is almost as unimaginable

as the genocide itself. How to process the

grief, the guilt, the trauma of witnessing mass

murder? This is the challenge for two extraordinarily

strong women – one Polish, one Tutsi.

In this film by Joanna Kos-Krauze and Krzysztof

Krauze, two subtle and rock-solid performances

by Jowita Budnik and Eliane Umuhire facilitate

a difficult tale of healing that is as far from

syrupy Hollywood sentimentalism as Rwanda is

from Poland. Visually original, the film won the

Silver Lion Award at Gdynia Film Festival in 2017.

BIRDS ARE SINGING

IN KIGALI

Ptaki śpiewają w Kigali

Die polnische Ornithologin Anna Keller erforscht 1994 zusammen mit einem angesehenen einheimischen

Kollegen die Vogelwelt Ruandas. Als der Mann im Zuge des Völkermords an den Tutsi getötet wird, hilft

Anna seiner Tochter Claudine, nach Polen zu entkommen. Die Forscherin, die selbst Zeugin der Gräueltaten

geworden ist, ist davon tief erschüttert. Selbst als sie wieder in ihrer Heimat ist, kann sie die Erinnerungen

daran nicht abschütteln. Die Brutalität, die sie miterlebt hat, macht es nahezu unmöglich für sie,

den langsamen und gemütlichen Lebensfluss in Polen zu akzeptieren, und schon gar nicht die Gleichgültigkeit

der Menschen gegenüber den Ereignissen in Ruanda. Anna hat das Gefühl, dass sie ihr Leben

radikal ändern und der schrecklichen Vergangenheit entkommen müsse, aber Claudines Anwesenheit

macht es ihr unmöglich, diesen Wunsch zu verwirklichen. Tief traumatisiert unterziehen sich beide Frauen

schließlich einem komplexen und intensiven Prozess der Heilung und der Wiederherstellung ihres täglichen

Lebens. Viele Filme sind über den Völkermord in Ruanda gemacht worden und es gibt großartige

Filme über die Rolle von Frauen in der modernen Welt. Aber die Zusammenführung dieser beiden wichtigen

Themen ist wohl noch nie so aufwühlend und schlüssig gelungen wie in Birds Are Singing in Kigali.

In 1994, Polish ornithologist Anna Keller researches bird life in Rwanda together with a renowned local

colleague. When he is killed in the Tutsi genocide, Anna helps his daughter Claudine escape to

Poland. The researcher herself was a witness to the atrocities and is profoundly shocked. Even

when she returns home, she cannot get the horrible images out of her head. The brutality she experienced

makes it almost impossible for her to accept the slow and comfortable flow of life in Poland.

Above all, she cannot and will not accept the people’s indifference to the events in the African

country. Anna has the urge to make a radical change in her life, to flee the shadows of the terrible

past. Unfortunately, Claudine’s presence makes it impossible for her to fulfil this wish of hers. Deeply

traumatised, both women ultimately embark on a complex and intense process of healing to restore

their daily lives. Many films have been made about the genocide in Rwanda, and there are

great films about the role of women in the modern world as well. But the merger of these two important

topics has probably never been as disturbing and conclusive as in Birds Are Singing in Kigali.

Spielfilm. Polen 2017

Sprache Polnisch mit dt./engl. UT

Länge 113 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Joanna Kos-Krauze,

Krzysztof Krauze

Kamera Krzysztof Ptak, Józefina Gocman,

Wojciech Staroń

Schnitt Katarzyna Leśniak

Musik Paweł Szymański

Produzentin Joanna Kos-Krauze

DarstellerInnen

Anna Keller Jowita Budnik

Claudine Mugambira Eliane Umuhire

Witek Witold Wieliński

Jean Paul Ciza Remy Muhirwa

Sebastian Hervé Kimenyi Rutaremara

Produktion KosFilm

Vertrieb/Kontakt KosFilm

Auszeichnungen (Auswahl) Karlovy Vary IFF 2017:

Beste Schauspielerin; FF Gdynia 2017: Beste Schauspielerin,

Bester Schnitt; Chicago IFF 2017: Beste

Regie, Beste Schauspielerin; CinEast FF Luxemburg

2017: Grand Prix

Biografie Joanna Kos-Krauze & Krzysztof Krauze

Die beiden Regisseure und Drehbuchautoren Joanna

Kos-Krauze und Krzystof Krauze arbeiteten über

20 Jahren zusammen und haben viele erfolgreiche

Dokumentar- und Spielfilme gemeinsam gedreht.

Joanna wurde 1972 geboren und studierte Polnisch

und hebräische Literatur an der Warschauer Universität.

Krzystof (1953-2014) promovierte an der Filmschule

in Łódź. Birds Are Singing in Kigali ist ihr letzter

gemeinsamer Film.

Filmografie Joanna Kos-Krauze &

Krzysztof Krauze (Auswahl)

2017 Birds Are Singing in Kigali

2013 Papusza

2006 Savior’s Square

2004 My Nikifor

1999 The Debt

54 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 57

Michał Oleszczyk

Die Idee, mehrere Taxis auf ihren Fahrten durch

die Nacht zu begleiten, könnte zumindest ein

paar Zuschauer an Jim Jarmuschs Night on Earth

(1991) erinnern. Stephan Komandarevs Film

hingegen wirft einen weitaus roheren, gesellschaftskritischen

Blick auf das dysfunktionale,

post-kommunistische Bulgarien, in Form von einander

überschneidenden Geschichten. Die Fahrer

sind wütend bis verzweifelt, die Fahrgäste tragen

die Lasten gescheiteter Leben mit sich herum.

Nichtsdestotrotz hat der Film den raschen Puls

eines Action-Films. Er ist ein lebendiges Porträt,

das sich eine einzige Nacht und die verschiedenen

Taxis als saubere Metapher für die momentanen

Missstände Zentraleuropas zunutze macht.

While the mere idea of following several taxi

cabs on their respective rides in a single night

may remind some viewers of Jim Jarmusch’s

Night on Earth (1991), Stephan Komandarev’s

film takes a much bleaker and critical approach

as it examines the dysfunction of post-communist

Bulgarian state through several interlocking

stories. The drivers vary from angry to desperate

and the passengers all carry a burden of failed

lives, yet the film has a quick, action-movie pulse

to it. It’s a lively portrait that treats one night

and several cabs for hire as a neat metaphor for

the contemporary Central European malaise.

DIRECTIONS

Posoki

Mit Directions zeichnet der Regisseur Stephan Komandarev ein nicht sehr optimistisches Bild seines Heimatlandes

Bulgarien. Um seine Werkstatt zu retten, will der in Sofia lebende Kleinunternehmer Misho,

der – wie viele andere Einheimische auch – nebenbei als Taxifahrer tätig ist, einen Kredit aufnehmen.

Doch er muss feststellen, dass sich das Schmiergeld verdoppelt hat, das er braucht, um überhaupt einen

Kredit zu erhalten. Er lässt sich zu einer Verzweiflungstat hinreißen. Die Reaktionen darauf sind in der Folge

im Radio zu hören, und zwar in den Taxis von fünf anderen Frauen und Männern (darunter auch ein

orthodoxer Priester), die mit ihren Autos durch die Nacht fahren. Die episodische Struktur und die kurzen

Szenen in den Fahrzeugen ermöglichen es Komandarev, zahlreiche Meinungen einzufangen und unterschiedlichste

Bevölkerungsgruppen zu Wort kommen zu lassen: die Fahrer, die Fahrgäste und verschiedene

Kommentare und Sichtweisen im Radio. Was sie (fast) alle gemein haben: Sie sind unzufrieden mit der

derzeitigen Lage in Bulgarien, mit der allumfassenden Korruption und den vielen vorherrschenden Missständen.

Oder wie es ein Herzchirurg bei der Ausreise ausdrückt: „Hier hast du nur eine Wahl: Ob du am

Flughafen Terminal 1 oder Terminal 2 wählst.“ Viele jedoch haben nicht einmal den Luxus dieser Option.

In Directions, Stephan Komandarev does not paint a particularly optimistic picture of his home country Bulgaria.

Resident of Sofia and small-scale entrepreneur Misho, who – as so many others – earns much needed

money on the side as a part-time taxi driver, is planning to take out a loan in order to save his repair

shop. He comes to realise though, that the bribe he needs for the loan has doubled. He acts in despair.

The subsequent consequences of his actions are conveyed to the viewers through the radios of five different

taxis driving through the night (amongst the passengers even is an orthodox priest). The episodic

structure, along with the short scenes shot in the vehicles, allow Komandarev to capture various opinions

and let people from diverse backgrounds have their say, inlcuding the drivers, the passengers, and the

people commenting on the radio. (Almost) all of them have one thing in common: they are dissatisfied

with the current situation in Bulgaria, the extensive corruption, and the bad state of affairs. Or, as expressed

by a heart surgeon who is about to relocate to Hamburg: “You only have one option here: whether you

choose terminal 1 or terminal 2 at the airport.” But many people don’t even have this luxurious option.

Spielfilm. Bulgarien | Mazedonien | Deutschland 2017

Sprache Bulgarisch mit dt./engl. UT

Länge 103 min.

Format BluRay

Farbe

Regie Stephan Komandarev

Drehbuch Stephan Komandarev,

Simeon Ventsislavov

Kamera Vesselin Hristov

Schnitt Nina Altaparmakova

Ton Markus Krohn

ProduzentInnen Stephan Komandarev,

Katya Trichkova

KoproduzentInnen Vera Weit, Stelios Ziannis,

Vladimir Anastasov, Angela Nestorovska

DarstellerInnen

Misho Vasil Vasilev-Zueka

Vlado Ivan Barnev

Zhoro Assen Blatechki

Rada Irini Zhambonas

Kosta Vasil Banov

Produktion Argo Film, Aktis Film, Sektor Film

Vertrieb/Kontakt Aktis Film

Auszeichnungen (Auswahl) Gijón IFF 2017: Bestes

Drehbuch; Cannes FF 2017: Nominierung für Un Certain

Regard Award; Sarajevo FF 2017: Nominierung

für Heart of Sarajevo

Biografie Stephan Komandarev

Stephan Komandarev, 1966 in Sofia geboren, ist ein

bulgarischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent.

Er studierte Film- und TV-Regie, bevor er

vielfach preisgekrönte Dokumentar- und Spielfilme

drehte, wie etwa The World Is Big and Salvation Lurks

Around the Corner oder Bulgariens Beitrag für den

Oscar im Jahr 2016, The Judgement. Außerdem agierte

er als Koproduzent von Bogdan Miricăs Dogs, der

2016 den FIPRESCI-Preis in Un Certain Regard erhielt.

Filmografie Stephan Komandarev (Auswahl)

2017 Directions

2014 The Judgement

2008 The World Is Big and Salvation Lurks

Around the Corner

56 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 59

Michał Oleszczyk

Man muss Sergei Dovlatovs ironische, bittere und

mitunter unheimlich lustige Art zu schreiben

nicht kennen, um von dem neuesten Film eines

der unverwechselbarsten russischen Regisseure,

Alexey German Jr., tief bewegt zu sein. Die ernsthafte,

atmosphärische und zutiefst menschliche

Zeitreise zurück in die Sowjetunion der 1970er

Jahre verdeutlicht den Kampf eines Künstlers

gegen die Unterdrückung von Talent durch die

Zensur des totalitären Staates und ist heutzutage

beunruhigenderweise wieder äußerst relevant.

You don’t need to be familiar with Sergei Dovlatov’s

ironic, bitter, and occasionally hilarious

writing to be profoundly moved by the latest

film by Alexey German Jr., one of the most distinctive

directors working in Russia today. This

serious, atmospheric, and profoundly humane

story about the Soviet Union of the 1970s shows

one artist’s struggle against the totalitarian state’s

censorious suppression of talent and is surprisingly,

if unsettlingly, relevant to the world of today.

DOVLATOV

Alexey German Jr. zeichnet in seinem Film einen entscheidenden Abschnitt im Leben des russischen Schriftstellers

Sergei Dovlatov nach. Im November des Jahres 1971, Dovlatov ist gerade 30 Jahre alt, herrscht in

Leningrad düstere Stimmung – aber nicht nur dort. Mit der Machtübernahme Leonid Breschnews Mitte der

1960er Jahre war die kurze Ära des „Tauwetters“ beendet, und die Politik – auch und gerade Künstlern gegenüber

– wurde intoleranter. So sahen sich auch Dovlatov, sein Freund Joseph Brodsky – die als Juden

beide besonders unter Beobachtung standen – und zahlreiche weitere Mitglieder der Leningrader Intelligentsija

zunehmend Restriktionen gegenüber. Germans Film ist getragen von Versuchen der Auflehnung

einerseits und steigender Resignation andererseits. Dovlatovs oftmals ironische Texte wurden in der UdSSR

gar nicht erst veröffentlicht, Brodsky wiederum wurde 1972 ausgebürgert und lebte später in den USA. 1987

erhielt er den Literatur-Nobelpreis. Dovlatov hingegen wollte unbedingt in der Sowjetunion bleiben und

dort arbeiten, 1978 allerdings verließ auch er das Land. Er starb 1990 im Alter von nur 49 Jahren. Alexey

Germans Epochen charakterisierendes Künstlerportrait lief kürzlich im Wettbewerb der Berlinale, die Kostüm-

und Productionsdesignerin Elena Okopnaya wurde dafür mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet.

In his film, Alexey German Jr. depicts a crucial part of the life of Russian writer Sergei Dovlatov. Set in November

1971, when Dovlatov is just 30 years of age, Leningrad is pervaded by a grim mood – but not

only Leningrad. With Leonid Brezhnev’s rise to power in the mid-1960s, the short era of the “Khrushchev

Thaw” was over, and state politics became more hostile – especially towards artists. Thus, Dovlatov and

his friend Joseph Brodsky, who were both under observation as Jews, along with numerous other members

of the Leningrad Intelligentsija faced increasing restrictions. German’s film deals with attempts of rebellion,

on the one hand, and increasing resignation on the other. Dovlatov’s often ironic texts were not

published in the USSR and Brodsky went into exile in 1972 and later lived in the United States. In 1987

he received the Nobel Prize for Literature. Dovlatov, on the contrary, wanted to stay and continue working

in the Soviet Union, but in 1978 he too left the country. He died in 1990 at the age of 49. Alexey German’s

cinematographic portrayal of a whole stagnating epoch and generation of artists recently screened

at the Berlinale, where costume and production designer Elena Okopnaya was awarded a Silver Bear.

Spielfilm. Russland | Polen | Serbien 2018

Sprache Russisch mit engl. UT

Länge 126 min.

Format DCP

Farbe

Regie Alexey German Jr.

Drehbuch Alexey German Jr., Yulia Tupikina

Kamera Łukasz Żal

Schnitt Sergey Ivanov, Darya Gladysheva

Ton Sergey Figner, Ivan Gusakov

Produzenten Andrey Savelyev, Artem Vasilyev,

Konstantin Ernst

KoproduzentInnen Dariusz Jabłoński, Izabela

Wójcik, Wioleta Kamińska, Miroslav Mogorović

DarstellerInnen

Sergei Dovlatov Milan Marić

David Danila Kozlovsky

Elena Dovlatova Helena Sujecka

Joseph Brodsky Artur Beschastny

Anton Kuznetsov Anton Shagin

Produktion SAGa, Metrafilms, Lenfilm,

Message Film, Art & Pop Corn

Vertrieb/Kontakt Alpha Violet

Auszeichnungen (Auswahl) Berlin IFF 2018: Bestes

Kostüm und Produktionsdesign, Nominierung

für den besten Film

Biografie Alexey German Jr.

Alexey German Jr. wurde 1976 in Moskau als Sohn

des berühmten Filmregisseurs Aleksei Yuryevich

German geboren. 2001 schloss er sein Studium am

Gerassimow Institut für Kinematografie ab. Er gilt

heute als einer der international anerkanntesten

Vertreter des jüngeren russischen Films. Sein letzter

Film Under Electric Clouds lief im Hauptwettbewerb

der Berlinale 2015, wo er einen Silbernen Bären erhielt.

Dovlatov wurde bei der heurigen Berlinale im

Februar uraufgeführt.

Filmografie Alexey German Jr. (Auswahl)

2018 Dovlatov

2015 Under Electric Clouds

2005 The Last Train

58 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 61

Michał Oleszczyk

Marina Stepanskas Erstlingswerk zählt zu den außergewöhnlichsten

Visionen der letzten Jahre

über das Leben junger Ukrainerinnen und Ukrainer.

Während sie unterschiedliche Menschen auf

Kollisionskurs porträtiert, gelingt es ihr, Gefühl,

Humor und Angst mit scharfen Beobachtungen

eines gespaltenen Landes auf Identitätssuche

nachzuzeichnen. Der Film ist oft überraschend

und die Darstellungen sind überaus erfrischend.

Generell hat man das Gefühl, eine aufstrebende,

talentierte Regisseurin entdeckt zu haben, deren

Arbeit man unbedingt weiterverfolgen möchte.

Marina Stepanska’s debut feature must be counted

as one of the most original visions of young

Ukrainian lives. As she portrays several people on

collision courses with one another, she manages

to draw lyricism, humour, and dread from keen

observations of a fractured country in search

of its identity. The film’s tone is often surprising,

the performances are fresh, and the overall

feeling is that of discovering a new, talented

female director we should all start to follow.

FALLING

Strimholov

Falling ist die Geschichte zweier junger Leute in der postrevolutionären Ukraine, in einem Land, das sich

seit der Proteste 2013 in einer Art unausgesprochenem Kriegszustand befindet. Anton, ein ehemaliges musikalisches

Wunderkind, das mit sich und seinem Talent nicht gut umgegangen ist, kehrt nach einer langen

Drogen- und Alkoholentziehungskur zu seinem Großvater zurück. Katya, die am Rande von Kiew lebt, ist

hingegen gerade dabei, mit ihrem Freund, einem deutschen Fotografen, das Land zu verlassen. Als sich die

beiden zufällig begegnen, springt ein Funke über, der für eine kurze Zeit möglich zu machen scheint, was

beide in der kalten Umgebung bisher vermisst haben: Wärme und ein Gefühl des Zuhauseseins. Laut Marina

Stepanska sei die Handlung ihres Debütfilms nicht das Wichtigste. Es sei ihr darum gegangen, die Gefühle

und die Situation einer ganzen Generation von Gleichaltrigen auszudrücken, die – genauso wie sie selbst

– durch die Ereignisse am Euromaidan und durch das, was politisch und gesellschaftlich folgte, nachhaltig

verstört worden seien. Nicht nur die Zukunft wurde plötzlich ungewiss, sondern auch die Gegenwart. Es ist

dieses Gefühl der Unbestimmtheit und Unbehaustheit, das diesen einfühlsamen und klugen Film durchzieht.

Die eindrucksvollen Bilder stammen übrigens vom österreichischen Kameramann Sebastian Thaler.

Falling is the story of two young people in post-revolutionary Ukraine. The country has been in an unspoken

state of war ever since the protests. Anton, a former musical prodigy who could not handle his

own talent, comes back to his grandfather after a long time in rehab for drug abuse. Katya, who lives

on the outskirts of Kiev, on the other hand, is about to leave Ukraine with her boyfriend, a German photographer.

As Anton and Katya meet by chance, their instant spark gives birth to something which both

of them have been missing: for a short time they feel warm and at home. Director Marina Stepanska

explained that the actual plot is not as important as the feelings of her whole generation, which she

tried to convey in her cinematographic debut: they – as well as the filmmaker herself – had been

deeply unhinged by the events at Euromaidan in 2013, as well as by the changes in politics and in the

Ukrainian society that followed. Suddenly, not only the future, but also the present were uncertain.

It’s this feeling of uncertainty and sudden homelessness that makes this sensible and smart film so remarkable.

On a side note, the spectacular images are filmed by Austrian cameraman Sebastian Thaler.

Spielfilm. Ukraine 2017

Sprache Ukrainisch, Englisch mit engl. UT

Länge 105 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Marina Stepanska

Kamera Sebastian Thaler

Schnitt Borys Peter

Ton Serhiy Stepansky

Musik Mykyta Moiseiev

ProduzentInnen Olena Yershova, Volodymyr Filippov,

Alla Ovsiannikova

DarstellerInnen

Anton Andriy Seletskiy

Katya Dasha Plahtiy

Großvater Oleg Mosiychuk

Mutter Larisa Rusnak

Johann Christian Boris

Produktion InsightMedia, Tato Film

Vertrieb/Kontakt Tato Film / TVCO

Auszeichnungen (Auswahl) Angers European First

FF 2018: Audience Award; Karlovy Vary IFF 2017:

Nominierung für den East of West Award

Biografie Marina Stepanska

Marina Stepanska schloss 2004 die Kiev National

University of Film and Television ab. Sie arbeitet sowohl

als Regisseurin, als auch als Drehbuchautorin.

Ihr Kurzfilm Man’s Work gewann den Preis für den

besten ukrainischen Kurzfilm am Odessa IFF 2015.

Falling ist ihr Spielfilmdebüt.

Filmografie Marina Stepanska (Auswahl)

2017 Falling

2015 Man’s Work

2004 To Hear

60 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 63

Michał Oleszczyk

In der bittersüßen Welt des tschechischen Regisseurs

Bohdan Sláma ist es immer zu spät, um Leiden

zu vermeiden, und niemals zu früh, um nach

Glück zu suchen. Zuzana Kronerová verkörpert mit

ihrer aufrichtigen, witzigen und eindringlichen Performance

die über 67-jährige Hana. Die Witwe und

Mutter von zwei erwachsenen Söhnen beschließt

etwas nur für sich selbst zu tun. Sie tritt in die Welt

von Amateurschwimmern ein, die in extrem kalten,

offenen Gewässern schwimmen. Wenn sie in die

eisigen Wellen eintaucht, verliert ihr Herz niemals

an Wärme und öffnet sich sogar der Möglichkeit

Feuer zu fangen. Sláma bringt große Wärme und

Mitgefühl in eine Geschichte von schmelzenden

Herzen und frierenden Körpern – eine Geschichte,

die eine ältere Frau als einen greifbaren, vollblütigen

Charakter zeigt. Das allein macht den

Film zu einem kleinen, willkommenen Wunder.

In the bittersweet world of the Czech director

Bohdan Sláma, it’s always too late to avoid suffering

– and never too early to begin looking

for happiness. Zuzana Kronerová gives a heartfelt,

funny and piercingly true performance as

67-year-old Hana, a widowed mother of two

adult sons, who decides to do something just

for herself – and enters the world of amateurs

who swim in extremely cold, open waters. As

she immerses herself in ice-cold waves, her

heart never loses its warmth, and even opens

itself up to the possibility of catching fire. Sláma

brings great warmth and compassion to

this story of melting hearts and freezing bodies,

one that depicts an older woman as a three-dimensional,

full-blooded character. This, in itself,

makes the film a small, welcome miracle.

ICE MOTHER

Bába z ledu

Die 67-jährige Hana ist die gute Seele ihrer Familie. Seit ihr Mann verstorben ist, lebt die warmherzige

und bescheidene Frau alleine im alten, unveränderten Familienhaus. Jede Woche kommen

ihre beiden Söhne mit ihren Frauen und Kindern zum Essen – eine alte Tradition, mit der nicht gebrochen

wird. Selbstlos kümmert sich Hana um ihren Enkel Ivánek, der aber die Hilfe seiner Großmutter

nicht so recht zu schätzen weiß. Und sie unterstützt ihre Söhne, wann immer sie um Geld fragen

– und das tun sie oft. Diese, zu egoistisch und beschäftigt mit ihren eigenen Leben, erkennen

jedoch nicht, dass ihre Mutter selbst etwas Hilfe im Haus brauchen könnte. Eines Tages findet Hana

einen Mann bewegungslos im Fluss treiben und hilft ihm gerade noch rechtzeitig aus dem eiskalten

Wasser. Broňa, wie sie erfährt, lebt in einem Campingbus unweit des Gewässers und gehört einer

Gruppe älterer Menschen an, die sich mit Eisschwimmen fit halten. Bald entfachen Broňa und sein

Freundeskreis Hanas Lebensfreude und es eröffnet sich eine ganz neue Welt für sie. Bohdan Slámas

warmherzige Komödie mit leisen ernsten Untertönen ist ein Plädoyer für einen menschlichen Umgang

miteinander und zeigt eindrucksvoll, dass es nie zu spät ist, im Leben nochmal neu zu beginnen.

67-year old Hana is the good-hearted soul in her family. Ever since her husband passed away, the sweet

and humble woman lives alone in their old, unchanged family home. Every week her two sons, with

their wives and kids, come over to share a meal – an old tradition which they never stopped. Hana

selflessly takes care of her grandson Ivánek, who doesn’t seem to appreciate his grandmother’s help

a lot. She also supports her two sons when they ask for money – and they do not hold back. However,

these two are rather self-absorbed and busy with their own lives and fail to see that their mother

could use some help in the house herself. One day, Hana discovers a motionless man floating in the

river and helps him get out of the freezing water just in time. Broňa, so she learns, lives in a camping

van near the river and belongs to a group of older people who ice-swimm to keep themselves fit.

Slowly, Broňa and his circle of friends reignite Hana’s joie de vivre and a new world of opportunities

opens up to her. Bohdan Sláma’s warm comedy with a quiet serious undertone is a plea for a kinder

interaction with one another, and shows impressively that it is never too late to start all over again.

Spielfilm. Tschechien | Slowakei | Frankreich 2017

Sprache Tschechisch mit engl. UT

Länge 105 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Bohdan Sláma

Kamera Diviš Marek

Schnitt Jan Daňhel

Ton Michal Holubec, Marek Poledna

Produzenten Pavel Strnad, Petr Oukropec

DarstellerInnen

Hana Zuzana Krónerová

Broňa Pavel Nový

Ivánek Daniel Vízek

Ivan Václav Neužil

Kateřina Tatiana Vilhelmová

Produktion Negativ, Artileria,

Why Not Productions

Vertrieb/Kontakt The Match Factory

Auszeichnungen (Auswahl) Tribeca FF 2017:

Bestes internationales Drehbuch; Sakhalin IFF 2017:

Beste Schauspielerin

Biografie Bohdan Sláma

Bohdan Sláma, 1967 in Opava in Tschechien geboren,

studierte Regie an der Prager Filmakademie

FAMU. Sein Debüt-Spielfilm Wild Bees gewann bereits

den Tiger Award am Internationalen Filmfestival

Rotterdam. Auch sein zweiter Film, Something

Like Happiness, wurde für die beste weibliche

Hauptrolle in San Sebastián ausgezeichnet. 2009

nannte Variety Sláma einen von „10 Directors to

Watch“. 2012 lief sein vierter Spielfilm Four Suns im

Wettbewerb beim Sundance Film Festival.

Filmografie Bohdan Sláma (Auswahl)

2017 Ice Mother

2005 Something Like Happiness

2001 Wild Bees

62 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 65

Michał Oleszczyk

Maruša Majer schlüpft furchtlos in die Rolle von

Mara, einer Frau, die gleich zu Filmbeginn ein

Kind bekommt und herausfinden muss, dass der

besitzergreifende, kriminelle und potentielle Vater

ihres Kindes keinen Platz für sie in seinem Leben

hat. Janez Burgers Film erinnert an Streifen wie

John Cassavetes Gloria, die Gangsterbraut oder Eric

Zoncas Julia. Denn er konzentriert sich auf eine unkonventionelle

weibliche Figur, die, von einer patriarchalen

Welt zerschlagen, wie ein wildes Tier für

ihre Unabhängigkeit und Sicherheit kämpft. Dieser

fesselnde slowenische Film ist sowohl Thriller, als

auch psychologische Studie, aber in erster Linie

ein Beleg für Majers erstaunliche Schauspielkunst.

Maruša Majer gives a fearless performance as

Mara, the woman who gives birth at the beginning

of the film, only to discover that the

possessive and potentially criminal father has

no place for her in his life. Janez Burger’s film reminds

one of films like John Cassavetes’ Gloria or

Eric Zonca’s Julia, in that it focuses on a fully-imagined,

unconventional female character who,

bruised by the patriarchal world, fights for her

independence and safety with all the fierceness

of an animal. This captivating Slovenian film is

part thriller, part psychological study, but mostly

a showcase for Majer’s truly astonishing acting.

IVAN

Die junge Mara bringt den kleinen Ivan zur Welt. Niemand kommt sie im Krankenhaus besuchen, niemand

drückt seine Glückwünsche aus. Im Gegenteil: Bald findet sich Mara in einer Reihe traumatischer Ereignisse

wieder. Denn der Vater des Neugeborenen ist Rok, ein verheirateter Geschäftsmann, den Mara obsessiv

liebt und der verschwunden ist. Sie stellt fest, dass Rok im Verdacht steht, ein Verbrechen begangen zu

haben, und wird von Handlangern seiner Frau brutal zusammengeschlagen. Schließlich finden Rok und

Mara wieder zusammen. Auf der gemeinsamen Flucht kommt es zu einer dramatischen Situation, als Rok

sie zwingen will, eine unmögliche Entscheidung zu treffen. Doch Mara erkennt, dass es höchste Zeit ist, ihr

Leben – und das ihres kleinen Sohnes – selbst in die Hand zu nehmen. Maruša Majer als Mara behauptet

sich mit einer eindringlichen Darstellung in einer Welt, in der Männer, wie korrupt und brutal sie auch sein

mögen, immer noch das Sagen haben. Janez Burgers neuer Film ist ein rauer und düsterer Sozial-Thriller

in sehr unterkühlten Farbtönen, der kein sehr schmeichelhaftes Licht auf die slowenische Gesellschaft

zwischen Korruption und „ideologischer Hysterisierung” wirft. Diesen Befund will der Regisseur im Übrigen

auf alle Staaten des postsozialistischen Osteuropas, aber auch auf den Rest Europas, ausgedehnt sehen.

Young Mara gives birth to little Ivan. No one comes to visit her at the hospital, no one congratulates

her. On the contrary, as Mara is about to go through a series of traumatic events, starting with the father

of her newborn, Rok, a married businessman with whom Mara is obsessively in love, has gone missing.

She discovers that Rok is suspected of committing a crime, and is brutally beaten up by his wife’s

henchmen, but the two still eventually find their way to each other. Whilst on the run, another drama

unfolds before our eyes, as Rok forces Mara into a situation where she must make an impossible decision.

But Mara has finally understood that this is the time where she must take her life – and that of

her son – into her own hands. In a capturing performance, Maruša Majer portrays Mara, who takes

a stand in a world where men, as corrupt and brutal as they may be, still call the shots. Janez Burger’s

new film is a rough and dry social thriller with supercool shades which do not serve to flatter the corruption

and “ideological hysteria” found today in the Slovenian society. The director thinks his diagnosis

to be applicable not only to the ex-socialist Eastern European countries, but to the rest of Europe too.

Spielfilm. Slowenien | Kroatien 2017

Sprache Slowenisch, Italienisch mit engl. UT

Länge 95 min.

Format DCP

Farbe

Regie Janez Burger

Drehbuch Janez Burger, Srđan Koljević,

Melina Pota Koljević, Aleš Čar

Kamera Marko Brdar

Schnitt Miloš Kalusek

Ton Julij Zornik

Produzent Miha Černec

Koproduzent Boris T. Matić

DarstellerInnen

Mara Maruša Majer

Rok Matjaž Tribušon

Sozialarbeiterin Nataša Barbara Gračner

Karmen Polona Juh

Anwalt Branko Šturbej

Produktion Staragara, Propeler Film, Tramal Films

Vertrieb/Kontakt Slingshot Films

Auszeichnungen (Auswahl) Slovene FF 2017:

neun Preise wie Bester Spielfilm, Beste Kamera,

Bestes Drehbuch

Biografie Janez Burger

Janez Burger (*1965) lebt und arbeitet in Ljubljana.

Dort studierte er Wirtschaft, bevor er auf die Prager

Filmakademie FAMU wechselte. Zurück in Slowenien

begründete er die Theatergruppe „Burgerteater“,

bevor sein Debütfilm Idle Running 1999 seine Weltpremiere

in Karlovy Vary feierte und danach auf

mehr als 60 Filmfestivals zu sehen war. Der Film ist

in der LET’S CEE Retrospektive 100 Years zu sehen.

Mit Jan Cvitkovič gründete er 2003 die Produktionsfirma

Staragara.

Filmografie Janez Burger (Auswahl)

2017 Ivan

2014 Driving School

1999 Idle Running

64 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 67

Michał Oleszczyk

Ein halbverlassenes serbisches Hotel wird zum

Schauplatz von Streit, Versöhnung, Eingeständnissen

und oftmals schmerzhafter Wahrheit, als

wir eine Gruppe ehemaliger Soldaten bei ihrer

Therapie beobachten – zwei Jahrzehnte nach

dem Ende des blutigen Jugoslawienkrieges. Alen

Drljevićs Film konzentriert sich vor allem auf die

individuellen Gesichter der Männer, während sie

sich im Therapieverlauf mit der Realität ihrer eigenen

Verwundbarkeit auseinandersetzen, die

sie oft jahrelang unterdrückt haben. Der Film ist

eine starke Studie über den menschlichen Charakter,

gespielt von einem vortrefflichen Ensemble.

A half-deserted Serbian hotel becomes a scene

of struggle, reconciliation, confession, and often

painful truth-telling as we witness a group of former

soldiers undergoing therapy two decades

after the bloody war in former Yugoslavia ended.

Alen Drljević’s film focuses on individual men’s

faces, as they try to undergo the therapeutic process

and confront truths about their own vulnerability

which they chose to repress for years. The

film is an intense, humane character study played

wonderfully by an exemplary ensemble cast.

MEN DON’T CRY

Muškarci ne plaču

Eine Gruppe von Kriegsveteranen aus den ehemals verfeindeten Fraktionen des Jugoslawien-Konflikts

kommt durch das Engagement einer Friedensorganisation in einem verlassenen serbischen Berghotel

zusammen. In einem mehrtägigen gemeinsamen Workshop, unter der Leitung des engagierten slowenischen

Therapeuten Ivan, sollen sie ihre traumatischen Erlebnisse aus der „bleiernen Zeit“ aufarbeiten

und im Zuge der Gespräche und Übungen ihre alten Ressentiments überwinden. Doch kaum stellt sich

so etwas wie ein erstes Gemeinschaftsgefühl zwischen den Männern ein, scheint dieses auch so schnell

wieder verloren zu gehen. Alte Vorwürfe drängen sich ins Bewusstsein und die ehemaligen bosnischen,

serbischen und kroatischen Kriegsgegner verwandeln den Seminarraum in ein Schlachtfeld, durchzogen

von emotionalen Schützengräben, die auch mit Schnaps und alten Liedern nicht zu überwinden sind. Alen

Drljević, unter anderem Regieassistent von Jasmila Žbanić bei ihrem Berlinale-Siegerfilm Grbavica, versammelt

in seinem Langfilmdebüt, einem hervorragend beobachteten psychologischen Kammerspiel, die besten

Schauspieler aus Ex-Jugoslawien. Sein Film wurde beim Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary mit

zwei Preisen ausgezeichnet und als Beitrag Bosnien-Herzegowinas für den Fremdsprachen-Oscar eingereicht.

A group of war veterans from the formerly hostile fractions of the Yugoslav conflict come together

through a peace organisation in an abandoned Serbian mountain hotel. In a joint workshop of several

days under the direction of the dedicated Slovenian therapist Ivan, they are supposed to work on

their traumatic experiences from the “Leaden Times” and overcome their old resentments in the course

of discussions and exercises. But as soon as something like a first sense of community begins to develop

between the men, it also seems to be quickly lost again. Old allegations and prejudices resurface

as the former Bosnian, Serbian and Croatian war opponents turn the seminar room into a battlefield,

crisscrossed by emotional trenches that won’t be overcome with old songs and shots. Alen Drljević,

former assistant director of Jasmila Žbanić in her Berlinale winning film Grbavica, brings together the

best actors from erstwhile Yugoslavia in his feature film debut, a well-observed psychological chamber

play. His film was awarded two prizes at the International Film Festival in Karlovy Vary and submitted

as a contribution of Bosnia and Herzegovina for the Foreign Language Film category at the Oscars.

Spielfilm. Bosnien Herzegowina | Slowenien |

Kroatien | Deutschland 2017

Sprache Bosnisch, Kroatisch, Serbisch mit engl. UT

Länge 98 min.

Format DCP

Farbe

Regie Alen Drljević

Drehbuch Alen Drljević, Zoran Solomun

Kamera Erol Zubčević

Schnitt Vladimir Gojun

Ton Igor Čamo

ProduzentInnen Damir Ibrahimović,

Jasmila Žbanić

DarstellerInnen

Miki Boris Isaković

Valentin Leon Lučev

Merim Emir Hadžihafizbegović

Ivan Sebastian Cavazza

Ahmed Ermin Bravo

Produktion Deblokada, Iridium,

Manderley Films, ZDF

Vertrieb/Kontakt Manderley Films

Auszeichnungen (Auswahl) Karlovy Vary IFF 2017:

Spezialpreis der Jury; Ljubljana IFF 2017:

FIPRESCI-Preis

Biografie Alen Drljević

Alen Drljević wurde 1968 in Sarajevo geboren und

schloss dort im Jahr 2005 an der Akademie der darstellenden

Künste sein Studium mit dem Kurzfilm

The Paycheck ab, für den er eine Nominierung beim

Europäischen Filmpreis erhielt. Sein Dokumentarfilmdebüt

Carnival nahm am Wettbewerb des IDFA

teil. Mit seinem Spielfilmdebüt Men Don't Cry konnte

er bereits auf mehreren internationalen Filmfestivals

Preise gewinnen.

Filmografie Alen Drljević (Auswahl)

2017 Men Don't Cry

2006 Carnival

2005 The Paycheck

66 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 69

Michał Oleszczyk

Das neue rumänische Kino kam vor mehr als einem

Jahrzehnt auf der Weltbühne an und bietet weiterhin

interessante Arbeiten, die die Grenzen des Realismus

weiter ausweitet. Constantin Popescus Geschichte

eines verlorenen Kindes zeigt die psychischen Qualen

eines Vaters, der mit dem schlimmsten vorstellbaren

Verlust konfrontiert ist, während gleichzeitig

ein vernichtendes Portrait der rumänischen Möchtegern-Mittelschicht

gezeichnet wird. Getragen von

einer körperlichen und furchtlosen Performance von

Bogdan Dumitrache, untersucht der Film die verletzliche

Seite der zeitgenössischen Männlichkeit – eine

Seite, die immer noch von Macho-Stereotypen dominiert

und nicht oft auf der Leinwand gezeigt wird.

New Romanian Cinema arrived on the world scene

more than a decade ago, and continues to yield

interesting work that pushes the notions of screen

realism to ever-fresh limits. Constantin Popescu’s

missing-child procedure focuses on the psychic

turmoil of a father faced with the worst imaginable

loss, even as it provides us with a scathing

portrayal of Romania’s wannabe - middle class.

Grounded in a physically fearless performance by

Bogdan Dumitrache, the film examines the vulnerable

side of contemporary manhood – a side

that doesn’t often make its way to the screen

in times still dominated by macho stereotypes.

POROROCA

„Pororoca“ ist der Name einer riesigen Flutwelle, die jedes Jahr im Frühling den Amazonas und seine

Nebenflüsse heimsucht. In der Sprache des Volks der Tupi heißt das soviel wie „großes, zerstörerisches

Grollen“. Die Flutwelle kann bis zu vier Meter hoch werden und reißt am Ufer alles mit sich,

was sich ihr in den Weg stellt. Etwas ähnlich Katastrophales, wenn auch auf andere Weise, erlebt das

junge rumänische Ehepaar Cristina und Tudor, das eines Tages jäh aus seiner gut situierten städtischen

Existenz gerissen wird: Als Tudor mit den beiden Kindern Maria und Ilie (fünfeinhalb und sieben

Jahre alt) in den Park geht, passiert das Unfassbare: Während der Mann kurz abgelenkt ist, verschwindet

die kleine Maria spurlos. Was folgt, ist der ultimative Horror. Das scheinbar so friedliche

und wohlgeordnete Leben der Kleinfamilie verwandelt sich von einem Moment auf den anderen

in einen schrecklichen Albtraum, und die bohrenden Fragen des ermittelnden Polizisten sind nur

der Anfang davon. All die Probleme, die eine solche Situation mit sich bringt, stürmen auf die jungen

Eltern ein, und Regisseur Constantin Popescu versteht es meisterhaft, ihre Gefühle zwischen

Verständnislosigkeit, Verzweiflung und Schuldbewusstsein in einem zutiefst emotionalen und verstörenden

Film darzustellen. Uns Zuschauerinnen und Zuschauern ergeht es dabei nicht anders.

“Pororoca” is the name of a huge flood which troubles the Amazon and its tributaries every year in

springtime. In the language of the indigenous Tupi, the word means something like “big, destructive

rumble”. The flood can be up to four metres high, sweeping away everything that stands in its

path. In a different way, something similarly disastrous happens to the young Romanian couple,

Cristina and Tudor. One day, their well-off urban life is dreadfully disrupted. When Tudor goes to the

park with their two children, Maria (aged five and a half ) and Ilie (aged seven years), the unthinkable

happens: Tudor is briefly distracted and little Maria disappears without a trace. What follows is

the ultimate horror. All at once, the seemingly peaceful and ordinary everyday life of the small family

turns into a terrible nightmare, and the nagging questions of the investigating detective are only

the beginning. All the problems of this situation come crashing down on the young parents. Director

Constantin Popescu knows exactly how to depict their emotions – incredulity, desperation

and guilt – in a deeply moving and upsetting film. We, as the viewers, do not feel much differently.

Spielfilm. Rumänien | Frankreich 2017

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 153 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Constantin Popescu

Kamera Liviu Mărghidan

Schnitt Corina Stavilă

Ton Mihai Bogos

Produzent Liviu Mărghidan

Koproduzentin Lissandra Hăulică

DarstellerInnen

Tudor Bogdan Dumitrache

Cristina Iulia Lumânare

Maria Adela Mărghidan

Ilie Ştefan Răus

Pricop Constantin Dogioiu

Produktion Scharf Advertising, Irrévérence Films

Vertrieb/Kontakt WIDE

Auszeichnungen (Auswahl): San Sebastián FF

2017: Bester Schauspieler, Nominierung für den

besten Film

Biografie Constantin Popescu

Constantin Popescu wurde 1973 in Bukarest geboren.

Der Regisseur und Autor begann seine Karriere

mit den Kurzfilmen The Apartment (2004), A Lineman's

Cabin (2006), Water (2007) und The Yellow

Smiley Face (2008), die an den großen internationalen

Festivals teilnahmen und Preise gewannen.

Auch mit seinen Spielfilmen war er sehr erfolgreich.

Pororoca ist sein vierter Langfilm.

Filmografie Constantin Popescu (Auswahl)

2017 Pororoca

2010 Principles of Life

2009 Tales from the Golden Age

68 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 71

Michał Oleszczyk

Piotr Domalewskis Debüt hat das Gdynia Film

Festival im Sturm erobert. Dieses Paradebeispiel

polnischen Films und Talents hat dort sowohl den

Hauptpreis als auch andere Auszeichnungen erhalten.

Das beliebte Weihnachtsfamiliendrama ist

derartig gut geschrieben und geschickt realisiert

worden, dass man beinahe schockiert ist, wenn

man herausfindet, dass Domalewski noch nie zuvor

einen Spielfilm gedreht hat. Während man

die ineinander verstrickten Sehnsüchte und das

Bedauern der Familie, die sich zum Weihnachtsessen

versammelt, mitverfolgt, drohen die Geister

von vergangenem Leid und alten Streitereien, die

„schönste Zeit des Jahres“ von einer Idylle in einen

dunklen, komischen Albtraum zu verwandeln.

Piotr Domalewski’s debut feature was a favourite

of the Gdynia Film Festival, a premiere showcase

of Polish films and talent, winning its main award

and several others. This popular Christmas family

drama is so well-written and skilfully directed,

it’s a mild shock to learn that Domalewski had

never directed a feature before. As we follow

the interlocking desires and regrets of a Polish

family sharing Christmas dinner, the ghosts

of past arguments and suffering threaten to

overcome the “season to be jolly” and turn an

idyllic holiday into a darkly comic nightmare.

SILENT NIGHT

Cicha noc

Adam ist ein junger Pole, der – wie viele seiner Landsleute – sein Geld auswärts, im konkreten Fall

in den Niederlanden, verdient. Zu Weihnachten kehrt er zu seiner Familie im östlichen, wirtschaftlich

benachteiligten Teil Polens zurück und verkündet, dass seine Freundin schwanger ist. Auch ist er dabei,

seine Zukunft neu zu planen: Er will seine eigene Firma gründen, doch dazu fehlt es ihm an den

nötigen Mitteln. Adams Vater war ebenfalls im Ausland tätig und ringt jetzt mit einem Alkoholproblem,

seine geduldige, liebende Mutter hingegen kämpft dafür, dass die Familie nicht zerfällt. Regisseur

Piotr Domalewski, der hier seinen ersten Langfilm vorlegt, gelingt es zu zeigen, wie zerbrechlich

ein Familiengefüge sein kann. Er schafft es, einen warmherzigen Ton anzuschlagen, ohne auf abgenutzte

Weihnachtsfilm-Klischees zurückgreifen zu müssen. Die subtile Behandlung der Probleme vieler

heimkehrender polnischer Arbeitsmigranten, wie Unverständnis und Entfremdung, gehört ebenso zu

den Stärken des Films, wie die hervorragenden Darsteller. Beim nationalen Filmfestival in Gdynia 2017

wurde Silent Night als Bester Film ausgezeichnet. Für den Polnischen Filmpreis wurde er nicht weniger

als elfmal nominiert und bekam zehn Preise – eine beeindruckende Leistung für einen Debütfilm.

Adam is a young Pole who, like many of his countrymen, earns his money abroad. In his case, in the

Netherlands. He returns to his family in the eastern, economically disadvantaged part of Poland for

Christmas to announce that his girlfriend is pregnant. At the same time he is planning to change his

future: he wants to start his own company, but lacks the necessary resources. Adam’s father was also

working abroad and is now struggling with his alcohol problem, while his patiently loving mother fights

to keep her family from falling apart. Director Piotr Domalewski presents his first feature film and manages

to not only show how fragile a family structure can be, but also strikes a warm tone without having

to resort to worn-out Christmas film clichés. The subtle treatment of problems such as lack of understanding

and alienation, which many Polish migrant workers encounter when they return home, are

just as much a powerful part of the film as the outstanding performers. At the national Film Festival

in Gdynia 2017, Silent Night was honoured with the Best Film award and was nominated no less than

eleven times at the Polish Film Awards and received ten awards – an amazing result for a debut film.

Spielfilm. Polen 2017

Sprache Polnisch mit engl. UT

Länge 100 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Piotr Domalewski

Kamera Piotr Sobociński Jr.

Schnitt Leszek Starzyński

Musik Wacław Zimpel

Produzentinnen Ewa Jastrzębska, Sylwia Rajdaszka

DarstellerInnen

Adam Dawid Ogrodnik

Paweł Tomasz Ziętek

Teresa Agnieszka Suchora

Adams Vater Arkadiusz Jakubik

Jolka Maria Dębska

Produktion Munk Studio, CANAL+

Vertrieb/Kontakt INTRAMOVIES

Auszeichnungen (Auswahl) FF Gdynia 2017:

Bester Film, Bester Schauspieler; Polish Film Awards

2018: elf Nominierungen

Biografie Piotr Domalewski

Piotr Domalewski, 1983 in Łomża in Polen geboren,

arbeitet als Darsteller, Drehbuchautor, Regisseur und

Dramatiker. Seine Kurzfilme wurden international

gezeigt und prämiert.

Filmografie Piotr Domalewski (Auswahl)

2017 Silent Night

2015 Demon

2011 80 Millions

70 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 73

Michał Oleszczyk

Eine delikate, melancholische Zugreise bietet

die perfekte Gelegenheit, über die eigenen Lebensentscheidungen

nachzudenken und um

unverfänglich Menschen zu beobachten. Leyla

(die himmlische Başak Köklükaya) macht beides,

während sie mit dem Zug zum Klassentreffen

fährt und dabei mit einer jungen Krankenschwester

Freundschaft schließt, die auf dem Weg zur

Durchführung einer Euthanasie ist. Der Film fühlt

sich an wie von Hand gemacht, mit all seinen

komplexen Details, Stimmungsverschiebungen,

der Aufmerksamkeit für die physikalische Welt

und den winzigen Veränderungen der Mimik. Es

ist relativ selten, dass ein weibliches Porträt dieser

Subtilität, Schönheit und Tiefe aus der Türkei

kommt. Ein Grund mehr, der Something Useful

zu einem unvergesslichen Wunderwerk macht.

A delicate, melancholic train journey provides a

perfect opportunity to reflect on one’s life choices,

as well as engage in some innocuous people-watching.

Leyla (the ethereal Başak Köklükaya)

does both as she takes a train to her school reunion

and strikes up an unlikely friendship with

a young female nurse on her way to perform euthanasia.

The film feels hand-made in its intricate

details, shifts of moods, attention to the physical

world and the tiny shifts of facial expressions. It’s

quite rare that a female portrait of this subtlety,

beauty and depth comes to world audiences

from Turkey, which is what makes Something

Useful an all the more unforgettable little wonder.

SOMETHING USEFUL

İşe Yarar Bir Şey

Leyla, eine gutsituierte Anwältin und – wie sich herausstellt – auch Dichterin, nimmt den Nachtzug

in Richtung einer weit entfernten Küstenstadt, um zu einem Klassentreffen anlässlich des 25-jährigen

Jubiläums ihres Schulabschlusses zu fahren. Und das, obwohl sie früher nie an einer dieser Veranstaltungen

teilgenommen hat. Im Zuge der Reise lernt sie die 21-jährige Krankenschwesternschülerin

Canan kennen, die eigentlich gerne Schauspielerin geworden wäre. Canan hat eine ungewöhnliche und

besonders knifflige Aufgabe vor sich: Sie soll einem gelähmten Bekannten, Yavuz, helfen, Selbstmord

zu begehen. Die beiden Frauen nähern sich während der Reise und ihrer Gespräche einander an, und

schließlich entscheidet sich Leyla, Canan bei ihrer schwierigen Mission zu begleiten. Pelin Esmer gilt als

eine der profiliertesten Filmemacherinnen der Türkei, mit einer hervorragenden Gabe für die Figurenzeichnung.

So ist es auch hier. Scheinbar mühelos gelingen ihr wunderbare Porträts der beiden Frauen

aus verschiedenen Generationen und sozialen Schichten, die letztlich mehr miteinander verbindet, als

man zunächst annehmen könnte. Die Zugreise als Metapher für eine “Reise zu sich selbst” hat man

noch selten so überzeugend umgesetzt gesehen. Esmer selbst sieht ihren Film als “Poesie, nicht Prosa”.

Leyla, a well-established lawyer and – as it turns out – a poet, takes the night train to a distant seaside

town to attend a class reunion on the occasion of the 25th anniversary of her graduation, even though

she has never participated in any of the previous reunions. On her journey, she meets 21-year-old nurse

student Canan who would much rather become an actress. Canan has an unusual and particularly tricky

task ahead of her: she has to help a paralysed friend of friend, Yavuz, commit suicide. The two women

bond through their conversations and finally Leyla chooses to accompany Canan on her difficult

mission. Pelin Esmer is one of the most distinguished filmmakers in Turkey, with an outstanding talent

for character development. And this film proves it. She seems to effortlessly succeed in her wonderful

portraits of this two women from different generations and social layers, which ultimately connect more

with each other than one might initially assume. The train journey as a metaphor for the “journey to

oneself” has rarely been seen so convincing. The director herself sees her film as “poetry, not prose”.

Spielfilm. Türkei | Frankreich | Deutschland |

Niederlande 2017

Sprache Türkisch mit eng. UT

Länge 103 min.

Format DCP

Farbe

Regie Pelin Esmer

Drehbuch Pelin Esmer, Barış Bıçakçı

Kamera Gökhan Tiryaki

Schnitt Pelin Esmer, Evren Luş

Ton Kasper Munck-Hansen

ProduzentInnen Pelin Esmer, Marsel Kalvo

KoproduzentInnen François d’Artemare, Frans

van Gestel, Arnold Heslenfeld, Laurette Schillings,

Mehmet Aktaş

DarstellerInnen

Leyla Başak Köklükaya

Canan Öykü Karayel

Yavuz Yiğit Özşener

Gulistan Ayşenil Şamlıoğlu

Dilara Berfu Öngören

Produktion Sinefilm, Mars Production, Les Films

de l'Après-midi, Topkapi Films, mîtosfilm

Vertrieb/Kontakt Pelin Esmer/Sinefilm

Auszeichnungen (Auswahl) Istanbul IFF 2017:

FIPRESCI-Preis

Biografie Pelin Esmer

Pelin Esmer wurde 1972 in Istanbul geboren. Die

studierte Soziologin hat ihre eigene Produktionsfirma

Sinefilm und realisierte bislang vier abendfüllende

Filme, für die sie mehrfach international

ausgezeichnet wurde. Für Watchtower, der bei LET'S

CEE 2014 lief, erhielt sie fünfzehn Preise. Sowohl

dokumentarisch als auch fiktiv erkundet die Filmemacherin

in ihren Kammerspielen die Bedingungen

des Zusammenlebens in der gegenwärtigen Türkei.

Filmografie Pelin Esmer (Auswahl)

2017 Something Useful

2012 Watchtower

2009 10 to 11

72 Spielfilm-Wettbewerb


Spielfilm-Wettbewerb 75

Michał Oleszczyk

Als die Katastrophe in Tschernobyl stattfand, war

ich ein vierjähriges Kind. Ich erinnere mich nur daran,

wie ungewöhnlich hell der Himmel über Polen

war und, dass sich die Erwachsenen in kaum

zu verheimlichender Panik befanden. The Gateway

anzusehen ist erfrischend und hat auch etwas von

einem verspielten, gruseligen Fantasy-Film, der die

Landschaft nach der Tschernobyl-Katastrophe, das

Trauma nach dem Kalten Krieg und eine gesunde

Dosis spätkapitalistischer, apokalyptischer Finsternis

miteinander verwebt, um eine originelle künstlerische

Darbietung zu kreieren. Dieser ukrainische

Film erzählt ein dunkles, versponnenes Märchen

in einer Welt, die nicht mehr zu reparieren ist, und

schafft es trotzdem an den schaurigsten Stellen,

humorvoll zu sein. Er erzeugt ein merkwürdiges Gefühl

von Verzauberung, das noch lange nachwirkt.

I was a four-year-old Polish child when the Chernobyl

catastrophe took place: all I remember is

unusually bright skies over Poland and adults

in a state of barely concealed panic. It is thus refreshing

to see The Gateway, a playful and scary

fantasy film that weaves together post-Chernobyl

landscape, post-Cold-War trauma and a healthy

dose of late-capitalist apocalyptic gloom to offer

an original artistic vision. In telling its dark,

twisted fairy tale of a world broken beyond all

repair, this Ukrainian feature manages to find

humour in the scariest places imaginable – and

yet creates a weird sense of enchantment that

stays with us long after the screening is over.

THE GATEWAY

Brama

In der Sperrzone rund um Tschernobyl lebt Baba Prisa, Großmutter und Familienmatriarchin, mit ihrer

immerzu kranken Tochter Slava und ihrem Enkel Vova. Prisa unterhält sich mit geheimnisvollen Wassernymphen,

den sogenannten Rusalken. Sie sieht und hört „Stalker“ – Andrei Tarkovsky lässt grüßen –,

ernährt sich unter anderem von psychoaktiven Pilzen und behauptet außerdem, sie habe im Zweiten

Weltkrieg höchstpersönlich zwölf SS-Leute getötet. Es ist eine seltsame Welt, in der sich das Mythische

und das Reale vermischen und man nicht mehr so genau unterscheiden kann, wo das eine beginnt und

das andere aufhört. Am Ende kann es einen nicht mehr wundern, dass sich direkt unter dem Familienhaus

mitten in der Wildnis eine U-Bahnstation befindet. Als Baba Prisa eines Tages eine mystische Warnung

über eine bevorstehende Katastrophe erhält, ist mit dem beschaulichen Leben der drei Einsiedler

Schluss. Volodymyr Tykhyys Film, der auf einem Theaterstück von Pavlo Arie basiert, ist vieles auf einmal:

eine schwarze Komödie, ein apokalyptisches Märchen mit SciFi- und Fantasy-Anklängen, vor allem aber

eine wild wuchernde Allegorie auf die Geschichte und Gegenwart der Ukraine, in der der Reaktorunfall

von 1986 und die unzureichenden Maßnahmen der Behörden natürlich bis heute ein Thema sind.

Baba Prisa, grandmother and the family’s matriarch, lives in the restricted zone around Chernobyl

with her constantly ill daughter Slava and her grandchild Vova. Prisa talks to mysterious water

nymphs, the so-called “rusalki”. She sees and hears “stalker” (Andrei Tarkovsky sends his greetings),

lives on psychoactive mushrooms and claims to have personally killed twelve SS-men

during World War II. It is a strange world in which myth and reality blend, so that it’s difficult to

tell where the one thing ends and where the other might begin. In the end, it’s not even surprising

anymore that there is an underground station right beneath the family’s house in the woods.

Then one day, when Baba Prisa receives a mystical warning about an upcoming disaster, an end

is put to the placid lives of the three hermits. Volodymyr Tykhyys’ film, which is based on a play by

Pavlo Arie, is a lot of things: a black comedy, an apocalyptical fairy tale with scifi and fantasy elements,

but most of all, it is a rampant allegory on Ukraine’s past and present in which the Chernobyl

accident of 1986 and the authorities’ insufficient measures are obviously still of concern.

Spielfilm. Ukraine | USA 2017

Sprache Ukrainisch mit engl. UT

Länge 106 min.

Format DCP

Farbe

Regie Volodymyr Tykhyy

Drehbuch Volodymyr Tykhyy, Pavlo Arie

Kamera Slava Tsvetkov

Schnitt Ihor Kosenko

Musik Anton Baibakov

Produzenten Dmytro Kozhema, Volodymyr

Filippov, Igor Savychenko, Marko Suprun,

Volodymyr Tykhyy

DarstellerInnen

Baba Prisa Irma Vitovska

Slava Vitalina Bibliv

Vovchyk Yaroslav Fedorchuk

Polizist Dmytro Yaroshenko

Vater Dmytro Tuboltsev

Produktion Directory Films, Bedlam Productions,

Mental Drive Studio

Vertrieb/Kontakt Directory Films

Biografie Volodymyr Tykhyy

Volodymyr Tykhyy, 1971 in Tscherwonohrad in der

Ukraine geboren, arbeitet als Darsteller, Drehbuchautor,

Regisseur und Filmproduzent. 1997 promovierte

er an der Fakultät für Spielfilmregie des Kiewer

Instituts für Theater. Er arbeitete zunächst beim

Fernsehen, für verschiedene private und staatliche

ukrainische Filmstudios. Nach zahlreichen Kurzfilmen

debütierte er 2001 mit dem Spielfilm Car Washer.

Er gewann zahlreiche Preise bei ukrainischen,

aber auch internationalen Filmfestivals.

Filmografie Volodymyr Tykhyy (Auswahl)

2017 The Gateway

2013 The Green Jacket

2001 Car Washers

74 Spielfilm-Wettbewerb


the wine of transylvania

O f f i c i a l | f i l m

f e s t i v a l | W i n e

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DOKUMENTARFILM-WETTBEWERB

Documentary Competition

Sich hunderte von Filmen anzusehen und auf eine Auswahl von zehn einzugrenzen,

ist nicht einfach. Besonders, wenn es um Filme aus Zentral- und Osteuropa geht, wo

eine traditionell starke Dokumentarfilmproduktion gepflegt wird und wo es viele mutige

AutorInnen gibt, die gute, fesselnde und relevante, oft bissige Filme machen, ohne

dabei Humor und Charme zu vernachlässigen. Mit großem Respekt bin ich stets interessiert

daran zu sehen, wie ein Künstler oder eine Künstlerin eine Geschichte in eine

filmische Sprache übersetzt, die ansprechend ist und das Publikum emotional und

intellektuell stimuliert. Einige brisante Themen waren dabei heuer im Fokus: Fremdenfeindlichkeit,

soziale Herausforderungen, Ungerechtigkeit, Angst und Misstrauen – sowie

Sport. Ohne darauf zu achten, habe ich letztendlich fünf Filmemacherinnen und

fünf Filmemacher ausgewählt. Die meisten von ihnen präsentieren ihre Debütwerke,

alle von ihnen widmen sich bravourös anspruchsvollen und komplexen Geschichten.

No Place for Tears von der starken türkischen Stimme Reyan Tuvis bringt uns die Tragödie

der Bewohner von Kobanê nahe. Mit viel Respekt und Empathie begibt sich die Regisseurin

dabei in das Leben ihrer Protagonisten. In ihrem Debütfilm Undercovered porträtieren

Sabrina Begović-Ćorić und Nejra Latić Hulusić junge muslimische verschleierte Frauen

im heutigen Sarajevo. Die verspielte Herangehensweise bringt Witz in die Thematik, regt

aber auch zum Nachdenken an. Die polnische Regisseurin Marta Prus schuf ihr Erstlingswerk

Over the Limit über das harte Training einer russischen Gymnastin mit einem sehr

reizvollen Charakter, lyrischer Kameraarbeit und großartiger Dramaturgie. Auch die Kroatin

Bojana Burnać beeindruckt mit ihrem Debüt My Life Without Air, in dem sie subtil

einen eher unbekannten Unterwassersport beleuchtet. Anastasiya Miroshnichenko aus

Weißrussland demonstriert in ihrem Film Debut einen einnehmenden visuellen Stil. Mit

einem beinahe monochromatischen Ton unterstreicht sie die sich immer wiederholende

Routine von Gefängnisinsassinnen sowie deren Abgeschiedenheit von der Außenwelt. In

The White World According to Daliborek setzt der stets originelle Regisseur Vít Klusák einen

irgendwie lustigen, irgendwie absurden, aber ernüchternden Charakter in Szene, der

fest für seine rechtsextremen Ideen einsteht. When the War Comes vom tschechischen

Regisseur Jan Gebert handelt auch von einem Rechtsextremen, nämlich einem Slowaken,

der sich mit seiner paramilitärischen Gruppe auf den Krieg vorbereitet. Der Litauer

Arūnas Matelis wiederum wirft in seinem bestechenden, geschickt umgesetzten Film

Wonderful Losers: A Different World ein ungewöhnliches Licht auf die verborgene Seite

des Elitesportevents Giro d’Italia. Und der ungarische Filmemacher Balázs Simonyi erzählt

in Ultra mit starkem Sportsgeist das psychologische Drama der Teilnehmer eines irren

Marathons von 246 Kilometern. Leidenschaft ist auch für den Protagonisten des mazedonischen

Erstlingsfilms Avec l’amour von Ilija Cvetkovski entscheidend. Ein Lehrer mit

winzigem Gehalt hat bereits 102 Oldtimer gesammelt. Was stellt er nun mit ihnen an?

Prof. Rada Šešić

Kuratorin für den Dokumentarfilm-Wettbewerb

Curator of the Documentary Competition

Watching hundreds of films and selecting only ten is not easy, especially when it comes to films

made in the CEE region where there is a traditionally strong documentary film production. There

are numerous authors who make films on serious issues, yet often with humour and charm.

Having a great respect for the art of making documentaries, I am always interested to see how

a maker translates a certain story into a cinematic language that is appealing and stimulates a

viewer emotionally and intellectually. Many excellent, compelling, and socially relevant films

were made in CEE during the last season. Several hot topics were in the focus of documentary

makers: xenophobia, social challenges, injustice, fear, distrust among people – and sports. I

ended up selecting an even number of five female and five male filmmakers. Most of them are

debut directors and all of them courageously engage with challenging and complex narratives.

No Place for Tears made by the strong Turkish voice Reyan Tuvi, immerses us in the horrendous

tragedy of Kobanî people. With a talent in filming human faces, Reyan enters the lives of her

protagonists with respect and empathy. In their debut, Undercovered, Sabrina Begović-Ćorić

and Nejra Latić Hulusić deal with issues of modesty and young Muslim women in today’s

Sarajevo. The playful approach makes the story fun to watch, but also invites us to think critically.

Polish director Marta Prus made her remarkable debut, Over the Limit, in the tradition

of documentary films from Eastern Europe, with a tremendously appealing character, lyrical

photography, and great dramaturgy. Croatian director Bojana Burnać impresses with her debut

My Life Without Air and with sophistication in deepening our understanding of the little

known underwater sport that the director as a free-diver herself knows so well. Anastasiya

Miroshnichenko from Belarus has created an engaging visual style in her film Debut. In mostly

monochromatic tone, she underlines the monotony and repetitiveness of prisoners’ routines

and their detachment from the outside world. In The White World According to Daliborek, the

always provocative and witty director Vít Klusák portrays a somewhat funny and absurd, yet

chilling character who stands firmly for extreme right-wing ideas. Another film by a Czech

director, Jan Gebert, is When the War Comes which tells the story of a young Slovak right-wing

fanatic and leader of a paramilitary group preparing for war. One of the top Baltic authors,

Lithuanian Arūnas Matelis, sheds light on a hidden side of the elite sports event Giro d’Italia

in his compelling and well shot film Wonderful Losers: A Different World. With deep sportsmanship

in his debut Ultra, Hungarian director Balázs Simonyi emphasises the psychological

drama of the participants of this mind-boggling marathon of 246 km. Passion is also crucial

for the protagonist of the Macedonian film Avec l’amour, a debut by Ilija Cvetkovski. A teacher

with a tiny salary collects 102 old-timer cars and then wonders: What to do with them?

Dokumentarfilm-Wettbewerb 77


Dokumentarfilm-Wettbewerb 79

Rada Šešić

Der charmante mazedonische Lehrer Dionis, der

gerade dabei ist, sich zur Ruhe zu setzen, ist ein

wunderbarer Träumer. Er sammelt Oldtimer –

trotz seines geringen Gehalts, von dem er und

seine Frau gerade so über die Runden kommen.

Der leidenschaftliche Sammler hat bisher über

hundert Autos erworben, von denen er jedes

innig liebt. Er träumt davon, ihnen eines Tages

ein richtiges Zuhause in einem Museum in seiner

kleinen, ereignisarmen Heimatstadt geben

zu können. Behutsam beschreibt der Film die

innere Spannung dieses höchst fesselnden, inspirierenden

Charakters sowie das Drama zwischen

ihm und seiner Frau. Dieser Dokumentarfilm,

der beim Hot Docs Festival in Toronto

erstaufgeführt wurde, bietet eine mazedonische,

doch universelle Geschichte eines einfachen

Mannes, der es wagt, seine Träume zu verfolgen.

The charming Macedonian schoolteacher Dionis,

who is just about to retire, is an amazing dreamer.

He collects vintage cars in spite of having a salary

that can barely make ends meet for him and

his wife. The dreamer and passionate collector has

so far acquired more than a hundred cars, and he

loves each one of them dearly. He dreams of giving

them a proper home one day in a museum in

his small, humdrum hometown. The film gently

builds the inner suspense of this deeply compelling,

inspirational character, as well as the dramatic

tensions between him and his wife. This documentary

premiered at Toronto’s Hot Docs Festival, and

brings forth a Macedonian, yet universal story of

a common man who dares to pursue his dreams.

AVEC L’AMOUR

Dionis ist Biologielehrer in einer mazedonischen Kleinstadt und steht kurz vor der Pensionierung. Trotz all

seiner Liebe zum Lehrberuf ist seine wahre Passion jedoch eine ganz andere: Er sammelt Autos und Motorräder,

von denen die meisten nicht einmal mehr fahrtüchtig sind. Unermüdlich zieht er durch die Straßen

und durchkämmt das Internet, immer auf der Suche nach neuen Schätzen für seine Sammlung, die sogar

Busse, Panzer, Geländewagen und ein Segelflugzeug umfasst. Doch das ist noch nicht alles, denn Dionis

hat einen großen Traum: Er will in seiner Heimatstadt ein Oldtimer-Museum errichten, das, so seine Überlegung,

nicht nur ortsansässige Fans, sondern sogar ausländische Touristen anziehe und somit der ganzen

Region diene. Ein so teures Hobby hat natürlich auch seinen Preis, und deshalb muss auch Ehefrau Goce

das Projekt unterstützen, obwohl sie gar nicht davon angetan ist. Zum Glück finden die Hochzeits- und

Geburtstagstorten, die sie unermüdlich bäckt, reißenden Absatz. Schließlich ist der Tag der Pensionierung

gekommen, und Dionis’ Schülerinnen und Schüler überraschen ihn mit einem – allerdings ebenfalls nicht

mehr fahrbereiten – VW-Käfer. Ilija Cvetkovskis Dokumentarfilm erzählt eine einfache Geschichte, aber er

veranschaulicht auch die Fantasie und den Pioniergeist, die diesen liebenswerten alten Mann antreiben.

Dionis is a biology professor in a small Macedonian town and about to retire. Despite his love for teaching,

his true passion lies with something else: he collects cars and motorcycles, most of which are no longer

roadworthy. Tirelessly he roams the streets and searches the Internet for new unknown treasures that he

could add to his enormous collection, ranging from buses and tanks to jeeps and even a glider. But Dionis

dreams of something even bigger: He wants to open a museum for vintage cars in his hometown to attract

local enthusiasts and tourists, meanwhile helping to enhance the value of the whole region. However, his

expensive hobby needs backing, meaning that his wife Goce must actively support Dionis even though she

is not necessarily in favour of her husband’s project. Luckily, the numerous wedding and birthday cakes she

sells bring in good profit. Finally, the day of retirement has come and Dionis’ students surprise him with a VW

Beetle – which is unsurprisingly not fit to drive any longer either. Ilija Cvetkovski’s documentary tells a simple

tale by sensibly showing the lively imagination and pioneer spirit which drive this likeable elderly man.

Dokumentarfilm. Mazedonien 2017 | 66 min.

Sprache Mazedonisch mit engl. UT

Länge 66 min.

Format DCP

Farbe

Regie Ilija Cvetkovski

Drehbuch Ilija Cvetkovski, Atanas Georgiev

Kamera Dragan Pakovski

Schnitt Atanas Georgiev

Musik Foltin

Produzent Atanas Georgiev

Produktion Trice Films

Vertrieb/Kontakt Trice Films

Auszeichnungen (Auswahl) Sarajevo FF 2017:

Nominierung für den besten Dokumentarfilm

Biografie Ilija Cvetkovski

Aus einem kleinen Dorf in Mazedonien stammend

entschied sich Ilija Cvetkovski (*1990) zuerst für ein

Studium der Architektur in Montpellier, Frankreich.

Ab 2011 widmete er sich schließlich einem Filmstudium

an der European Film Academy der Universität

Skopje. Bereits ein Jahr später realisierte er seinen

ersten Kurzfilm Dushan, der auf zahlreichen Studentenfilmfestivals

gezeigt wurde. Im unmittelbaren

Anschluss begann er mit der Produktion seines Dokumentarfilms

Avec l'amour.

Filmografie Ilija Cvetkovski (Auswahl)

2017 Avec l'amour

2012 Dushan

78 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 81

Rada Šešić

Es gibt weltweit viele Dokumentarfilme über Gefängnisinsassen,

doch dieser hebt sich wahrlich

von der Menge ab. Er erzeugt eine besondere Verbundenheit

zwischen den Zuschauern und den Insassinnen

einer Haftanstalt in Weißrussland, in der

1.500 Ersttäterinnen in Gewahrsam sind. Mit einem

angemessenen, präzise gestalteten visuellen Stil,

der die Nüchternheit des Gefängnisses sowie der

alltäglichen Routine der Bewohnerinnen betont,

enthüllt die Regisseurin bedacht die Komplexität

des emotionalen und geistigen Zustandes ihrer

Protagonistinnen. Die Vorbereitung eines Theaterstücks,

welches von einem Experten von außerhalb

inszeniert wird, offenbart einen neuen Blickwinkel

auf diese enthusiastischen Amateurschauspielerinnen.

Die Weißrussin Anastasiya Miroshnichenko

hat einen fesselnden, einprägsamen

Film gemacht, der auf dem IDFA Premiere feierte.

There are many documentaries made about

prison inmates around the world, but this one

really distinguishes itself from the majority. It

establishes a particular bond between the audience

and the female inmates of a Belarusian

detention centre with 1,500 first-time offenders.

With a suitable, and precisely-created visual style

that underlines the soberness of the prison and

the everyday routine of its inhabitants, the director

gently unveils the complex emotional and

mental states of her protagonists. The preparation

of a theatre play directed by a professional

from the outside reveals new angles on these

enthusiastic, amateur actresses. Belarusian director

Anastasiya Miroshnichenko made a compelling,

memorable film that premiered at IDFA.

DEBUT

Anastasiya Miroshnichenko begibt sich mit ihrem Dokumentarfilm auf ungewöhnliches Terrain. Sie drehte

mit der Erlaubnis des Innenministeriums im Frauengefängnis in der weißrussischen Stadt Homel, wo derzeit

rund 1.500 Insassinnen wegen verschiedenster Vergehen einsitzen. Aber nicht so sehr der Gefängnisalltag

steht im Mittelpunkt, auch wenn die ermüdenden Kontrollen und die routinemäßigen Abläufe nicht

ausgespart werden, sondern eine ungewöhnliche Gelegenheit, der Monotonie für eine Weile zu entkommen:

Elf weibliche Gefangene meldeten sich nämlich freiwillig für ein Theaterprojekt – sei es, um aus der

Gefängnisroutine auszubrechen, sei es, um sich einer Art Therapie zu unterziehen oder sich im Rollenspiel

auf die Zeit nach der Entlassung vorzubereiten. Miroshnichenko bedient sich unterschiedlicher Methoden,

um sich den Frauen anzunähern: In sehr persönlich gehaltenen Interviews erfahren wir Vieles über die Einzelschicksale

und Lebensgeschichten der Gefangenen, von denen viele Mütter sind. Bilder von Überwachungskameras

zeugen von der permanenten Kontrolle, die hier ausgeübt wird. Und Szenen von den Proben

und der schlussendlichen Aufführung zeigen, welche Freude die Frauen an der Abwechslung haben

und mit welchem Eifer sie bei der Sache sind. Ein mitreißendes Dokument aus einer scheinbar fernen Welt.

Anastasiya Miroshnichenko’s documentary addresses an extraordinary subject: with permission from the

ministry of internal affairs, she shot her film in a women’s prison in the Belarusian town of Gomel, where 1,500

inmates are currently imprisoned for committing crimes of various degrees. However, the film doesn’t focus

on everyday life in prison, even though the tiring controls and routine procedures are well documented. Instead,

Miroshnichenko seized the extraordinary opportunity to film a small number of inmates breaking out

of their daily lives, at least for a while. The film tells the story of eleven women, who volunteered for a theatre

project. Whether to break out of their routine in prison, to undergo some sort of therapeutic treatment or

to prepare themselves for the time after their release from jail by role-play, each partook in the project for

their own reason. Miroshnichenko uses different methods to get close to the prisoners, conducting personal

interviews which served to tell the individual fates of the women, many of which are mothers. Images

from security cameras let the viewer feel the permanent surveillance the inmates are under. Scenes from

the theatre rehearsals and the final performance show how much joy the women got out of this change

in routine, and how eagerly they worked for it. Debut is a moving piece from a seemingly distant world.

Dokumentarfilm. Weißrussland 2017

Sprache Russisch mit engl. UT

Länge 80 min.

Format DCP

Farbe

Regie Anastasiya Miroshnichenko

Drehbuch Anastasiya Miroshnichenko,

Elena Antonishina

Kamera Alexander Moroz

Schnitt Varfalamey Kuraga

Musik Boris Lankov

ProduzentInnen Viktar Labkovich,

Darya Labkovich

Produktion Pervaja KinoVideo Company

Vertrieb/Kontakt Taskovski Films,

Pervaja KinoVideo Company

Biografie Anastasiya Miroshnichenko

Anastasiya Miroshnichenko (*1982) studierte an der

Weißrussischen Staatlichen Akademie der Künste im

Dokumentarfilm-Department in Minsk. Seit 2008 arbeitet

sie für das Fernsehen. Ihre erste Dokumentation

Crossroads erhielt beim Filmfestival in Warschau den

Special Mention Jury Award und den Audience Award.

Debut erhielt seine Weltpremiere am IDFA 2017.

Filmografie Anastasiya Miroshnichenko

2017 Debut

2014 Crossroads

80 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 83

Rada Šešić

Das Regiedebüt einer neuen kroatischen Frauenstimme,

Bojana Burnać, nimmt uns mit ihrem kontemplativen

und visuell lyrischen Ansatz an den

Umgang mit der Fähigkeit des (Nicht-)Atmens den

Atem. Die Hauptfigur ist ein engagierter Freitaucher,

dessen wichtigste Momente des Berufslebens

unter Wasser stattfinden. Die Regisseurin (zuvor als

Kamerafrau bekannt) versucht, eine Filmsprache zu

schaffen, die dem Wesen der Erzählung entspricht

und die Leidenschaft, Angst und Dramatik einer

Person betont, die ständig zwischen einer gut

kontrollierten Apnoe oder einem lebensbedrohlichen

Zustand balanciert. Auf geschickte Weise

nutzt die Regisseurin, selbst Freitaucherin, die Stille,

die an eine magische Unterwasserwelt erinnert.

This directorial debut of a new Croatian female

voice, Bojana Burnać, takes our breath away by

its contemplative and visually lyrical approach

in dealing with the skill of (not) breathing. The

main character is a dedicated free-diver whose

most important moments of his professional life

take place under water. The director (previously

known as a camerawoman), tried to establish a

film language that would suit the essence of the

narrative, emphasising the passion, fear and drama

of a person who is all the time balancing between

a well-controlled apnoea and a life threatening

one. The director, a free-diver herself, uses

silence to evoke a magical underwater world.

MY LIFE WITHOUT AIR

Moj život bez zraka

Atmen ist etwas, dem wir nicht entkommen können und bestimmt auch nicht wollen. Atmen ist elementar:

Sein Einsetzen und Ausbleiben bestimmt unseren Anfang und unser Ende. In diesem faszinierenden

Film liegt Goran Čolak unglaubliche 22-einhalb Minuten lang unter Wasser. Kameras sind auf die eigenartige

Szenerie gerichtet, die eisige Stille wird nur von den Stimmen seines Trainers und eines kleinen Kindes

durchbrochen. Als er wieder auftaucht, ist Goran Weltmeister. Der erfolgreiche Free Diver hat seine Gabe

des Luftanhaltens zum Beruf gemacht, und das, obwohl er im Schlaf unter chronischen Atemstillständen

leidet. Mehr als fünf Jahre lang hat die kroatische Filmemacherin Bojana Burnać diesen außergewöhnlichen

Menschen begleitet: in die atemberaubenden Tiefen des Ozeans, aber auch in das Atemzelt in seinem

Schlafzimmer. Mit ihrem Dokumentarfilm ermöglicht die Regisseurin einen feinfühligen Einblick in

das Leben eines erfolgsgetriebenen Mannes, der seinen Körper bis an die Grenzen des Möglichen treibt.

Um der Beste in dem zu bleiben, was er tut, riskiert Goran es, seine Limits zu überschreiten und – auf nicht

wieder gutzumachende Weise – von der Natur bestraft zu werden. Er lebt und trainiert mit einer komplexen

Mischung aus Aufregung, Angst, Unsicherheit und Macht, begleitet von einer undurchdringlichen Stille.

Breathing is something we can’t escape and certainly don’t want to. Breathing is elementary: the

first and last breath determines our beginning and our end. In this fascinating film, Goran Čolak is

filmed under water for an unbelievable twenty-two-and-a-half minutes. The cameras are focused on

the strange scenery. The icy silence is only interrupted by the voices of his coach and a small child.

As he reappears, Goran is world champion. The successful free diver has made his ability to hold his

breath a profession, even though he suffers from chronic periods of apnoea during his sleep. For

more than five years, the Croatian filmmaker Bojana Burnać has been following this extraordinary

person in every aspect: into the breathtaking depths of the ocean, but also into the breathing tent

in his bedroom. With her documentary, she creates a sensitive insight into the life of a success-driven

man who pushes his body to every possible limit. To stay at the top of what he does, Goran risks

exceeding his barriers and being punished by nature in an irreparable way. He lives and trains in a

complex mix of excitement, fear, insecurity and power, accompanied by an impenetrable silence.

Dokumentarfilm. Kroatien 2017

Sprache Kroatisch, Englisch mit engl. UT

Länge 75 min.

Format DCP

Farbe

Regie, Drehbuch & Kamera Bojana Burnać

Schnitt Jelena Maksimović

Ton Jakov Munižaba

Produzent Oliver Sertić

Produktion Restart

Vertrieb/Kontakt Restart

Auszeichnungen (Auswahl) Dokufest 2017:

Bester Balkan Newcomer; Karlovy Vary IFF 2017:

Nominierung für den besten Dokumentarfilm

Biografie Bojana Burnać

Bojana Burnać wurde 1981 in Kroatien geboren und

schloss an der Akademie der Dramatischen Künste

in Zagreb einen Master in Kameraführung ab. Sie

war Director of Photography bei unzähligen Filmen

aller Genres. Mit ihrem Dokumentarfilm-Regiedebüt

My Life Without Air war sie auf vielen internationalen

Filmfestivals erfolgreich vertreten. Ebenso

wie Goran Čolak, den sie in ihrem Film begleitet, ist

auch Burnać Apnoetaucherin und auf das Filmen

unter Wasser spezialisiert.

Filmografie Bojana Burnać

2017 My Life Without Air

82 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 85

Rada Šešić

Die kurdische Stadt Kobanê in Syrien, die sich an

der Grenze zur Türkei befindet, wird von Truppen

des IS belagert. Nach vier Monaten des Kampfes

wird Kobanê zurückgewonnen, beinahe bis auf

die Grundmauern zerstört. Die türkische Filmemacherin

Reyan Tuvi, die zuerst als Aktivistin und

Helferin in die Flüchtlingslager gereist ist, hat ein

fesselndes Zeugnis geschaffen vom menschlichen

Kampf der Heimkehr. Stets mit großem Respekt

für diejenigen, die sie filmt, begibt sich die

Regisseurin direkt in die dramatische Situation

dieser Menschen, deren Sprache sie während der

Recherche und beim Dreh lernte, und teilt ihre

Erfahrung mit einer Empathie, als wäre sie eine

von ihnen. Ein präziser visueller Stil mit besonders

eindrucksvollen Großaufnahmen der Gesichter

der Protagonistinnen und Protagonisten bringt

auch uns emotional ganz nahe an sie heran.

The Kurdish city of Kobanê in Syria on the border

with Turkey is under siege by ISIS. After four

months of fighting, Kobanê is won back, having

been completely destroyed almost to the last brick.

With great respect for the people she filmed, the

Turkish director Reyan Tuvi, who went to the refugee

shelters first as an activist and helper, made

a compelling testimony of the human struggle to

return home. As if being one of them, the director

is inside the drama of the people, whose language

she learned during research and filming, and

shares their experience with empathy. A refined

visual style with especially impressive close ups of

people’s faces make us care for the protagonists.

NO PLACE FOR TEARS

Gözyaşına Yer Yok

No Place for Tears ist ein außergewöhnlicher Dokumentarfilm, ein außergewöhnliches zeitgeschichtliches

Zeugnis, gedreht von Reyan Tuvi, einer mutigen Regisseurin, die sich in das Dorf Maheser an der Grenze

zwischen der Türkei und Syrien begeben hat. Die Menschen aus der in Syrien gelegenen Stadt Kobanê,

die im Zuge des Bürgerkrieges ebenso wie die umliegende Region Rodschawa von der Daesh-Miliz (hierzulande

als Islamischer Staat bekannt) erobert wurde, fliehen in das Nachbarland. Obwohl nicht viel von

dem Konflikt im Bild zu sehen ist, ist der Krieg natürlich allgegenwärtig: in Form von Geräuschen, Schüssen,

Detonationen und natürlich in den Erzählungen der Menschen, allen voran Frauen und Kinder. Junge

Frauen halten in der Nacht Wache und scherzen mit jenen, deren Autos sie zu kontrollieren haben. Für

einen Jungen ist das Ganze – trotz aller Gefahr – ein großer Abenteuerspielplatz. Immer wieder geht der

Blick sorgenvoll über die Grenze, wo der erbitterte Kampf um die Stadt Kobanê tobt, ehe diese schließlich

von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG zurückerobert werden kann. Reyan Tuvi macht

aus ihrer Sympathie für die betroffenen Menschen kein Geheimnis, sie erzählt von ihren Ängsten und

Sorgen, aber auch von dem Mut und der Solidarität der Bewohner der Region über die Grenzen hinweg.

No Place for Tears is an extraordinary historical testimony in the form of an extraordinary documentary

by Reyan Tuvi, a brave director who chose to make a film in Maheser, a village on the border

between Turkey and Syria. People are fleeing from the Syrian city of Kobanê, which has been – like

the surrounding region of Rojava – targeted by Daesh (Islamic State). They look for refuge in the bordering

country. The film doesn’t necessarily show many images of the violent conflict, but through

noise, gunfire, explosions and especially stories told by the women and children, the war can be felt

at all times. Some young women keep watch at night and try to joke with those whose cars they

are keeping track of. For one boy, the entire situation is more of an adventurous playground, despite

all its risks. Looking across the border to Kobanê always means looking at it with sorrow. Brutal

battles are raging on until the city is reconquered by the Kurdish People’s Protection Units YPG.

Reyan Tuvi doesn’t try to hide her sympathy for the people affected by war. Instead, she tells us about

their fears and sorrows, but also about their courage and solidarity – across and beyond borders.

Dokumentarfilm. Türkei 2017

Sprache Türkisch, Kurdisch mit engl. UT

Länge 87 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Reyan Tuvi

Kamera Sinan Kesgin

Schnitt Thomas Balkenhol

Ton Sinan Kesgin, Onno Tunçboyacıyan, Uğur Işık

Produzentin Reyan Tuvi

Produktion Felek Film

Vertrieb/Kontakt CAT&Docs

Auszeichnungen (Auswahl) Sarajevo FF 2017:

Nominierung für den besten Dokumentarfilm

Biografie Reyan Tuvi

Die 1967 geborene Regisseurin Reyan Tuvi schloss

in England einen Master in Dokumentarfilm-Produktion

ab. Ihr Debüt Love Will Change the Earth...

wurde beim Golden Orange Film Festival in Antalya

ausgezeichnet, dem türkischen Äquivalent zu den

Academy Awards.

Filmografie Reyan Tuvi (Auswahl)

2017 No Place For Tears

2016 In the Shadow of War

2014 Love Will Change the Earth...

84 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 87

Rada Šešić

Dieses bemerkenswerte Debüt einer Absolventin

der Wajda Film School eröffnet das sorgfältig abgeschirmte

Universum des Drillsystems für russische

Spitzensportler. Die Regisseurin, einst selbst Turnerin,

enthüllt das intime Drama der graziösen Rita,

die bei den kommenden Olympischen Spielen die

Goldmedaille gewinnen soll. Ihre Trainer sagen ihr,

dass sie kein Mensch, sondern eine Top-Sportlerin

ist. Sie ist 20 Jahre alt, elegant und zerbrechlich,

unglaublich hart arbeitend, begierig zu gewinnen,

aber immer am Rande der Tränen. Das sehr präzise

konzipierte Sounddesign und die durchdachte

Optik sowie ein erstaunlicher Zugang machen uns

zum Teil des inneren Dramas der jungen Athletin in

dieser brutalen Wettkampfwelt des Spitzensports.

This remarkable debut by a Wajda Film School

graduate unravels the carefully shielded universe

of the drill system of Russian top athletes. The

director, once a gymnast herself, unveils the intimate

drama revolving around gracious Rita, who

is expected to win the gold medal at the upcoming

Olympic Games. Her coaches tell her that she

is not a human but a top sportswoman. She is 20,

elegant and fragile, amazingly hard working, eager

to win, yet constantly on the verge of tears. The

precise sound design and thoughtfully created

visuals, as well as amazing access, make us feel

part of the inner drama of the young sport achiever

in this brutal competitive world of elite sport.

OVER THE LIMIT

Die polnische Dokumentarfilmerin Marta Prus, die in ihrer Jugend Rhythmische Sportgymnastik betrieb und

später Tänzerin war, porträtiert die russische Spitzensportlerin Margarita Mamun. Erst nach vielen Schwierigkeiten

und bürokratischen Hürden wurde es der Filmemacherin gestattet, im hermetisch abgeriegelten

Trainingszentrum in Novogorsk zu drehen. „Du bist kein Mensch, du bist eine Athletin”, teilt eine ihrer gnadenlosen

Trainerinnen der 20-jährigen Rita mit. Diese bereitet sich gerade darauf vor, ihr Land bei den Olympischen

Spielen 2016 in Rio de Janeiro in der Disziplin der Rhythmischen Gymnastik zu repräsentieren. Das

Training ist brutal, vor allem in mentaler Hinsicht. Egal wie graziös Rita ihre Ringe einfängt oder einen Ball

über ihre Schulter rollen lässt, die Trainerinnen erwarten immer mehr von ihr. Wärme und Trost findet sie in

ihrer kargen Freizeit, wenn sie sich mit ihrem Freund via Skype unterhält oder mit ihren Eltern zusammen ist.

Der Film verdeutlicht, wie das russische Trainingssystem Grenzen weitaus überschreitet. Und er dokumentiert

Ritas mentalen Zustand, der mit den enormen Ansprüchen an sie zu kämpfen hat. Die subtile Montage

und das effiziente Sounddesign erlauben es, ihre Verzweiflung und ihren Schmerz mitzufühlen – samt

dem gewaltigen Leistungsdruck, mit dem sie lebt. Das Ende erscheint wie eine erleichternde Befreiung.

The Polish documentary filmmaker Marta Prus, who practiced rhythmic gymnastics in her youth

and later became a dancer, portrayed the Russian top athlete Margarita Mamun. After many difficulties

and bureaucratic obstacles, the filmmaker received the permission to shoot in the hermetically

sealed training center in Novogorsk. “You’re not human, you’re an athlete”, says one of the coaches

of 20-year-old Rita, who is preparing to represent her country in Rhythmic Gymnastics at the 2016

Rio de Janeiro Olympics, in a merciless way. The training is brutal, especially in mental terms. No

matter how graceful Rita catches her rings or rolls a ball over her shoulder, the coaches expect more

from her, repeatedly. Only in her spare time when she talks to her boyfriend via Skype or is with her

parents, she finds warmth and comfort. The film illustrates how the Russian training system crosses

barriers. It also documents Rita’s psychological condition: she seems to be constantly on the verge

of bursting into tears. The subtle montage and the efficient sound design allow us to feel her despair,

pain and the tremendous pressure she is living with. The film’s end appears like a relieving liberation.

Dokumentarfilm. Polen | Deutschland |

Finnland 2017

Sprache Russisch mit engl. UT

Länge 74 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Marta Prus

Kamera Adam Sebastian Suzin

Schnitt Maciej Pawliński

Ton Maciej Pawłowski

ProduzentInnen Maciej Kubicki, Anna Kępińska

Koproduzent Hans Robert Eisenhauer

Produktion Telemark, Ventana Film, Marianna Films

Vertrieb/Kontakt Autlook Filmsales

Biografie Marta Prus

Marta Prus, 1987 in Warschau geboren, studierte

Regie an der Hochschule für Film in Łódź und absolvierte

ein Dokumentarfilm-Programm an der Wajda

School. Bereits mit ihren ersten Kurzfilmen konnte

sie auf internationalen Festivals Preise gewinnen.

Filmografie Marta Prus (Auswahl)

2017 Over the Limit

2016 Hot and Cold

2015 Talk to Me

86 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 89

Rada Šešić

Tschechien ist eine Wiege von starken, kreativen,

immer verblüffenden, oft Schwejk-artig humorvollen

Dokumentarfilmen. Vít Klusák und Filip Remunda

arbeiten oft zusammen, und seit ihrem ersten

Film Tschechischer Traum werden ihre neuen Arbeiten

international mit Spannung erwartet. Jedes

Mal gelingt es ihnen, uns zu überraschen, zu schockieren

und vor dem aktuellen sozialen bzw. politischen

Denken ihrer Landsleute zu warnen. Unter

der Regie von Vít und produziert von Filip, treffen wir

in diesem Film auf Daliborek. Er ist fast 40, lebt bei

seiner Mutter, hasst Juden, Roma, Flüchtlinge, Homosexuelle

und seinen Job. Auf spielerische Weise

gestaltet, wirkt der Dokumentarfilm durchaus unterhaltsam

und absurd witzig, ist aber im Grunde

abschreckend und dunkel. Es lässt uns grübeln:

Wie viele Daliboreks gibt es wohl um uns herum?

The Czech Republic is a cradle of strong, creative,

always mind-boggling, often Hašek’s Švejk-like humorous

documentaries. Vít Klusák and Filip Remunda

work together often and since their first film

Czech Dream, the world is in high anticipation of

their new work. They manage to surprise us, shock

us, and also warn us about current social/political

thinking of their countrymen. In this film – directed

by Vít and produced by Filip – we meet Daliborek.

He is almost 40, lives with his mum, hates

Jews, Roma people, refugees, homosexuals and

his job. Constructed in a playful manner, the documentary

appears quite entertaining and absurdly

funny but is actually chilling and dark. It makes

us ponder: how many Daliboreks are around us?

THE WHITE WORLD

ACCORDING TO DALIBOREK

Svět podle Daliborka

Daliborek ist ein eher unangenehmer Zeitgenosse aus einer mährischen Kleinstadt. Er ist Anstreicher

in einer Fabrik, Amateur-Horrorfilmer, Komponist von zornigen Songs und radikaler Neonazi.

Obwohl er auf die 40 zugeht, lebt er immer noch bei seiner Mutter. Neben seinem Job hasst

er unter anderem auch Juden, Flüchtlinge, Homosexuelle und Angela Merkel. Am meisten verabscheut

er jedoch sein Leben, findet aber keinen Ansatz, es zu ändern. Erst als seine Mutter einen

neuen Mann kennenlernt, dessen politische Ansichten im Übrigen noch extremer sind als die Daliboreks,

kommt Bewegung in die Sache, und auch der junge Mann beschließt zum ersten Mal,

sich eine Frau zu suchen. Regisseur Vít Klusák hat sich auf ein heikles Experiment eingelassen, indem

er diesen Menschen ein Forum gibt, in dem sie sich lautstark und derb als „anständige Tschechen“

zu erkennen geben, die Hitler vermissen. Viele Szenen sind zwar aus dem Leben gegriffen,

werden aber von den realen Personen nachgespielt. Und doch gelingt es Klusák, der sich laut eigenen

Angaben an Ulrich Seidl und Jacques Tati orientierte, diesen Leuten so etwas wie eine

menschliche Seite abzugewinnen. Auch sie sind letztlich nur Verlierer in einem System, das die

Menschen gegeneinander ausspielt, anstatt Werte wie Solidarität oder Humanität zu vermitteln.

Daliborek is an unpleasant citizen from a small Moravian town. He is a painter in a factory, amateur

horror filmmaker, composer of angry songs, and radical neo-Nazi. Although he is approaching

his forties, he still lives with his mother. Besides hating his job, he also hates Jews, refugees, homosexuals

and Angela Merkel. From all these things, he loathes his life the most, but can’t seem

to find a way to change it. Only when his mother meets a new man, whose political views are

even more extreme than Daliborek’s, things start to change and he also, for the very first time, decides

to look for a girlfriend. Director Vít Klusák engages in a tricky and risky experiment by giving

these people a platform where they can loudly and roughly show themselves as “proper Czechs”

who miss Hitler. Many scenes are indeed taken from real life and are re-enacted by real people.

And yet Vít Klusák, who idolises the exemplary work of Ulrich Seidl and Jacques Tati, manages to

give his protagonists an almost human side. Ultimately, they can be seen as the failure of a system

that pits people against each other, instead of conveying values such as solidarity or humanity.

Dokumentarfilm. Tschechien 2017

Sprache Tschechisch mit engl. UT

Länge 105 min.

Format DCP

Farbe

Regie Vít Klusák

Drehbuch Vít Klusák, Marianna Stranska

Kamera Adam Kruliš

Schnitt Jana Vlčková

Ton Vladimír Godár

Produzenten Vít Klusák, Filip Remunda

Produktion Hypermarket Film, Česká televize

Vertrieb/Kontakt Hypermarket Film, Docs Vostok

Auszeichnungen (Auswahl) Karlovy Vary IFF 2017:

Nominierung für den besten Dokumentarfilm

Biografie Vít Klusák

Vít Klusák, geboren 1980 in Prag, studierte an der

Prager Filmakademie. 2003 gründete er gemeinsam

mit Filip Remunda die Produktionsfirma Hypermarket

Film, die sich auf die Produktion von

Drehbuch-Dokumentarfilmen konzentriert und

es verweigert, Werbespots zu drehen. Das Duo erlangte

u.a. mit Czech Dream (2004), einer Dokumentar-Komödie

über einen erfundenen Hypermarkt,

Berühmtheit.

Filmografie Vít Klusák (Auswahl)

2017 The White World According to Daliborek

2013 Good Driver Smetana

2004 Czech Dream

88 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 91

Rada Šešić

Laut Herodot kam ein athenischer Bote, der während

des Krieges mit den Persern nach Sparta

geschickt worden war, um nach Hilfe zu suchen,

bereits einen Tag nach seiner Abreise im 246 Kilometer

entfernten Sparta an. Läufer des modernen

Spartathlon laufen die historische Route, um das

Ziel innerhalb von 36 Stunden zu erreichen. Balázs

Simonyi, dessen Debüt in Spielfilmlänge dieser

bemerkenswerte Film ist, hat das Rennen vier Mal

bestritten. Im Film folgen wir ihm und mehreren

anderen herausragenden Charakteren bei dieser

epischen Herausforderung für Körper und Seele.

Intim, persönlich und mit einem erstaunlichen

Zugang zu den Gründen, die die Läufer antreiben,

dieses übermenschliche Opfer zu bringen. Der

Film lädt den Betrachter ein, Verluste, Schmerzen

und Depressionen zu verarbeiten und zu versuchen,

Inspiration für jeden neuen Tag zu finden.

According to Herodotus, an Athenian messenger

sent to Sparta to seek help during the war with the

Persians, arrived in Sparta, 246 km from Athens, the

day after he left. Runners of the modern Spartathlon

keep the same historic route and marathon

distance aiming to reach the goal within 36 hours.

Balázs Simonyi, for whom this remarkable film is

a debut in feature-length form, has himself competed

in this race four times. In the film we follow

him and several other compelling characters in this

epic challenge of the human body and the soul. Intimate,

personal and with an amazing access to the

drive and the reasons of the runners to undergo

this superhuman sacrifice, the film invites the viewer

to process losses in life, pain, depression and

to attempt to find inspiration for every new day.

ULTRA

Jahr für Jahr nehmen Läuferinnen und Läufer aus der ganzen Welt am Spartathlon teil, einem der prestigeträchtigsten

Laufbewerbe, die es gibt. Die Aufgabe besteht darin, die historische Distanz von immerhin

246 Kilometern zwischen Athen und Sparta innerhalb von 36 Stunden zu bewältigen. Im Jahr 490 v. Chr.,

so steht es bei Herodot, lief der Botenläufer Pheidippides genau diese Strecke, um – vergeblich – Hilfe für

die Athener gegen die Perser in der Schlacht bei Marathon zu erbitten. Der Bote, so heißt es, sei im Morgengrauen

gestartet und am zweiten Tage vor Sonnenuntergang angekommen. Der ungarische Filmemacher

Balázs Simonyi, selbst viermaliger Absolvent des Spartathlon, nimmt einige der Protagonisten dieses

wahnwitzigen Unterfangens in den Fokus. Keiner von ihnen weiß, ob er die Distanz tatsächlich je schaffen

wird, aber das Wichtigste für sie ist, es zu versuchen und vielleicht das Unmögliche möglich zu machen.

Dabei handelt es sich nicht um Spitzensportler, sondern um ganz „normale“ Athleten, die ihre Grenzen

ausloten, ihre Seelen heilen und ihre Dämonen vertreiben wollen. Ultra ist ein bewegendes Drama über

die Läufer und ihre kathartische Selbsterforschung, ihr freiwilliges Leiden und die Hypnose, in die sie bisweilen

geraten – unterfüttert mit einer Prise Humor. Ein einzigartiger Einblick in eine unbekannte Welt.

Every year, runners from all over the world participate in the Spartathlon, one of the most prestigious

running competitions on the planet. The goal is to master the historic distance of 246 kilometres between

Athens and Sparta within 36 hours. According to Herodotus, in 490 BC the messenger Pheidippides

ran this exact route so as to request help for the Athenians battling the Persians at the Battle

of Marathon. Unfortunately, he finished his one-and-a-half-day run in vain. The Hungarian filmmaker

Balázs Simonyi, who completed the Spartathlon four times himself, focuses on some of the competitors

of this remarkable task. None of the participants know if they will ever actually manage to run

the whole distance, but for them the most important thing is trying and maybe – if only by chance

– making the impossible possible. Instead of top athletes, the film shows “average” sportsmen who

want to explore their limits, heal their souls and expel their demons. Ultra is a moving drama about

runners and their cathartic self-discovery, voluntary suffering and the endorphin-soaked trance they

sometimes fall into – peppered with a sprinkle of humour. A unique insight into an unknown world.

Dokumentarfilm. Ungarn | Griechenland 2017

Sprache Ungarisch, Französisch, Deutsch,

Griechisch, Englisch mit engl. UT

Länge 83 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Balázs Simonyi

Kamera Csaba Hernáth, Zoltán Lovasi

Schnitt Thomas Ernst

Ton Balázs Alpár

Produzenten László Józsa, Balázs Simonyi

KoproduzentInnen Hanka Kastelicová,

Anna Závorszky, Rea Apostolides

Produktion Speak Easy Project, Anemon

Productions, HBO Europe

Vertrieb/Kontakt CAT&Docs

Auszeichnungen (Auswahl) Sarajevo FF 2017:

Nominierung für den besten Dokumentarfilm

Biografie Balázs Simonyi

Balázs Simonyi (1980) studierte Literatur und Film in

seiner Heimatstadt Budapest. Er arbeitet seit 2002

als freischaffender Filmemacher und absolviert sein

Doktorat in Kunsttheorie. Seine Filme wurden auf

internationalen Festivals gezeigt, von Cannes bis

Vancouver. Er ist auch Organisator des Budapester

Kurzfilmfestivals.

Filmografie Balázs Simonyi (Auswahl)

2017 Ultra

2016 Indian

2015 Terminal

* Dieser Film wird in Kooperation mit dem Vienna City

Marathon gezeigt.

* This film is screened in cooperation with Vienna City

Marathon.

90 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 93

Rada Šešić

Ein bosnischer Dokumentarfilm, dessen Entstehung

sieben Jahre in Anspruch nahm, schildert

eines der brisantesten Themen des heutigen Europas,

besonders unter der jüngeren weiblichen

muslimischen Bevölkerung – das Tragen eines

Hidschab. Was dieses kleine Stück Kleidung vermeintlich

suggeriert, beweist oder verrät und die

Frage, ob es eine Bedrohung für irgendjemanden

in seiner Nähe darstellt, wird hier ernsthaft,

doch mit Charme und Humor angegangen. Wir

lernen mehrere außergewöhnliche bosnische

Frauen kennen, die über ihre persönliche Erfahrung

reflektieren: eine Fotografin, eine Wissenschaftlerin,

eine Modedesignerin, eine Taxifahrerin,

eine Künstlerin sowie eine Karateka.

Dieser Dokumentarfilm, der von zwei weiblichen

bosnischen Jungtalenten gedreht wurde, zeigt,

wie religiöse Werte ihren Platz in der gegenwärtigen

säkularen Gesellschaft finden können.

A Bosnian documentary, in the making for seven

years, depicts one of the hottest topics of

today’s Europe, especially among younger female

Muslims – wearing a hijab. What this small

piece of clothing supposedly suggests, proves or

reveals – and whether it is a threat to anybody,

is tackled seriously, yet with charm and humour.

We meet several extraordinary Bosnian women

who reflect on their personal experiences: a photographer,

a scientist, a fashion designer, a taxi

driver, an artist and a karateka. Directed by two

young Bosnian female talents, the documentary

shows how religious values can find their

place within a contemporary, secular society.

UNDERCOVERED

Nach den Terroranschlägen in New York im September 2001 und im Zuge des aufflammenden medialen

Interesses für den Islam und gegen die sogenannte „Islamisierung“, rückte auch ein bis dahin kaum

beachtetes weibliches Kleidungsstück in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: der Hidschab, eine Art

erweitertes Kopftuch, das den Kopf, die Haare, den Hals, die Schultern und die Brustpartie der Trägerin

verhüllt, nicht aber das Gesicht. Die Debatte darüber, ob der Hidschab ein Symbol der Befreiung oder

doch eher der Unterdrückung von Frauen sei, ist in den Jahren seither immer hitziger geworden. Vor

allem im Westen reagiert man angesichts der steigenden Zahl von Hidschab-Trägerinnen in der Öffentlichkeit

verstört bis aggressiv. In ihrem Film Undercovered porträtieren die beiden bosnischen Regisseurinnen

Nejra Latić Hulusić und Sabrina Begović-Ćorić mehrere moderne junge muslimische Frauen, die

sich bewusst für den Hidschab entschieden haben – für sie ein Symbol der Selbstbestimmung und auch

der Rebellion gegen die kapitalistische, oftmals sexistische Sicht von „weiblicher Befreiung“. Die Protagonistinnen

entsprechen so gar nicht dem Klischee der durch den Islam unterdrückten Frau und sprechen

offen über ihr Leben, ihre Gedanken und ihre Erfahrungen mit dem umstrittenen Kleidungsstück.

Following the events of 9/11, and in the wake of the resulting media interest in Islam and fury

against so-called “Islamisation”, a hitherto, barely noticed item of women’s clothing was pushed to

the fore of public attention: the hijab. This garment is a sort of fitted headscarf that serves to cover

the wearer’s head, hair, neck, shoulders and chest, but not the face. The question of whether the hijab

is a symbol of liberation or repression has fuelled many heated discussions in recent years. This

is especially so in the West, where reactions to the rising number of women wearing a hijab in public

range from aggressive to disturbed. Undercovered, a film by the two Bosnian directors Nejra Latić

Hulusić and Sabrina Begović-Ćorić, focuses on young Muslim women who have made the conscious

decision to wear the hijab, and who see it as a symbol of autonomy, and rebellion against capitalist

and oftentimes sexist views on “women’s liberation”. As a result, the protagonists of this film do

not conform in the slightest to stereotypes of repressed Muslim women. Instead, they speak freely

about their lives, their thoughts, and their experiences with this controversial item of clothing.

Dokumentarfilm. Bosnien-Herzegowina 2017

Sprache Bosnisch mit engl. UT

Länge 53 min.

Format DCP

Farbe

Regie, Drehbuch & Schnitt Nejra Latić Hulusić,

Sabrina Begović-Ćorić

Kamera Amel Đikoli

Musik Mirza Šišić

Produzentinnen Nejra Latić Hulusić,

Sabrina Begović-Ćorić

Produktion HAVA Sarajevo

Vertrieb/Kontakt HAVA Sarajevo

Biografie Nejra Latić Hulusić

Nejra Latić Hulusić wurde 1985 in Sarajevo geboren.

Dort studierte sie Regie an der Akademie für darstellende

Kunst. Einer ihrer kurzen Dokumentarfilme,

Her Cinema Love, wurde bereits auf zahlreichen

Festivals gezeigt. Sie ist für einige TV-Dokumentationen

für den nationalen Fernsehsender BHT1

verantwortlich und außerdem Mitbegründerin der

Filmproduktion HAVA Sarajevo (mit Sabrina Begović-Ćorić).

Filmografie Nejra Latić Hulusić

2017 Undercovered

2016 Memories of Memories

2011 Her Cinema Love

Biografie Sabrina Begović-Ćorić

Sabrina Begović-Ćorić wurde 1986 in Sarajevo geboren.

Sie studierte dort ebenfalls Regie an der

Akademie für darstellende Kunst und wurde von

UNICEF und dem Sarajevo Talent Campus für ihren

Dokumentarfilm Children of Sun ausgezeichnet. Sie

leitet verschiedene Film-Workshops, die u.a. vom

Sarajevo Film Festival organisiert werden. Mit Nejra

Latić Hulisić ist sie Mitbegründerin der Filmproduktion

HAVA Sarajevo.

Filmografie Sabrina Begović-Ćorić

2018 Rooster

2017 Undercovered

2009 Children of Sun

92 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 95

Rada Šešić

Dieses bemerkenswerte Debüt beschäftigt sich mit

einem der brennendsten Themen Europas: dem

Aufstieg rechtsextremer Gesinnung und darüber

hinaus, mit der Bildung junger paramilitärischer

Gruppen, die alles verabscheuen, was die Nazis

verabscheuten – andere Ethnien, Flüchtlinge und

Schwache. Mit einem verblüffenden Zugang zum

Leben der Gruppenmitglieder und insbesondere

zur Privatwelt ihrer Anführer, baut der junge Regisseur

Jan Gebert das Drama auf und lässt uns

über die Welt, in der wir leben, nachdenken. Der

Hauptcharakter, ein junger Slowake, scheint der

nette, gebildete Junge von nebenan zu sein. Umso

erschreckender ist sein Drang, am Wochenende

eine Tarnuniform zu tragen, automatische Waffen

zu nehmen und Kriegsspiele mit seinen Kameraden

zu spielen. Disziplin, Gehorsam, Leidenschaft

für Waffen und Kriegstaktiken sind nicht nur eine

seltsame Methode, um Spaß zu haben, sondern

verdeutlichen eine Bereitschaft, jederzeit in den

Kampf zu ziehen, wenn die Zeit gekommen ist.

This remarkable debut deals with a hot topic in Europe:

the rise of extreme right-wing thoughts and,

moreover, the formation of young paramilitary

groups that hate all what the Nazis hated – other

races, refugees and the weak. With an amazing access

to the group member’s life, especially to their

leaders’ private world, young director Jan Gebert

builds the drama and makes us wonder about the

world we live in. The main character, a young Slovak,

resembles a nice, educated boy next door. Therefore,

even scarier is his habit of getting into a camouflage

uniform on weekends, to use weapons and play

war games with his fellows. Discipline, obedience,

passion for weapons and war tactics are not just an

odd manner to have fun, but also a way to get prepared

to engage in combat when the time comes.

WHEN THE WAR COMES

Až přijde válka

Der Dokumentarfilm des tschechischen Regisseurs Jan Gebert zeichnet das erschreckende, wenngleich

manchmal unfreiwillig komische Bild der Slovenskí Branci, der „Slowakischen Rekruten“, einer vom 18-jährigen

Peter Švrček und ein paar Gleichgesinnten (Spinnern, möchte man sagen, aber so einfach ist es nicht)

gegründeten paramilitärischen Organisation. Peter ist ein ordentlicher und gesetzestreuer junger Bürger,

der der Auffassung ist, seiner Generation fehle es an Disziplin und „Führung“. Um diesem Missstand abzuhelfen,

organisiert er ganz besondere Wochenendaktivitäten in den slowakischen Wäldern, die jungen Einheimischen

paramilitärisches Training und eine hierarchische Gruppenstruktur bieten sollen. „Offiziell“ gibt

es die Gruppe nicht, weil sie möglicherweise verboten würde, aber so ganz sicher kann man sich dessen

nicht sein. Im Gespräch ist Švrček immer korrekt und würde sich keine extremistischen Aussagen erlauben,

es ist aber ziemlich offensichtlich, dass er für den slowakischen Staat und für „Linke“ und „Liberale“ nur Verachtung

übrig hat. Jan Gebert begleitet den ambitionierten jungen Mann und den Rekruten Adam, der

im Verlauf der Dreharbeiten innerhalb der Slovenskí Branci aufsteigt. Aus nächster Nähe zeigt er deren unauffälligen

Alltag, private Momente und die Ambitionen dieser Truppe, die zutiefst antieuropäisch agiert.

The documentary by Czech director Jan Gebert depicts the frightening, yet sometimes involuntarily

funny image of Slovenskí Branci, the “Slovak recruits”: a paramilitary organisation, established by

18-year-old Peter Švrček and a few like-minded people (maniacs, one might want to call them, but it’s

not that easy). Peter is a decent and law-abiding young citizen who believes his generation lacks discipline

and “leadership”. To remedy this grievance, he organises very special weekend activities in the

Slovak forests, which are intended to provide young natives with paramilitary training and a hierarchical

group structure. In “official” terms, the group doesn’t exist as it might be banned, but one can’t really be

certain about that either. In conversations, Švrček is always correct and wouldn’t allow himself extremist

statements, but it is quite obvious that he has nothing but contempt for the Slovak state and for the

“left” and the “liberals”. Jan Gebert accompanies the ambitious young man and recruit Adam, who rises

within the Slovenskí Branci in the course of filming. At close range, the director shows their inconspicuous

everyday life, private moments and the ambitions of this troupe, which acts deeply anti-European.

Dokumentarfilm. Tschechien | Kroatien 2018

Sprache Slowakisch mit engl. UT

Länge 76 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Jan Gebert

Kamera Lukáš Milota

Schnitt Jana Vlčková

Musik Johny Poupě

ProduzentInnen Radovan Síbrt, Alžběta Karásková

KoproduzentInnen Tereza Polachová, Hanka

Kastelicová, Dana Budisavljević, Miljenka Čogelja

Produktion Pink Productions, HBO Europe,

Hulahop Production

Vertrieb/Kontakt CAT&Docs

Auszeichnungen (Auswahl) Berlinale 2018:

Nominierung für den besten Dokumentarfilm

Biografie Jan Gebert

Jan Gebert wurde 1981 in Prag geboren und studierte

zunächst Geschichte an der Prager Karls-Universität.

Für weitere Studien verschlug es ihn nach

Spanien, Mexiko und in die USA. Jan Gebert ist als

Journalist und Filmmacher tätig. Sein halblanger

Dokumentarfilm Stone Games gewann den Sonderpreis

der Jury beim Jihlava IDFF. Die Premiere von

When the War Comes fand 2018 in Berlin statt.

Filmografie Jan Gebert(Auswahl)

2018 When the War Comes

2012 Stone Games

94 Dokumentarfilm-Wettbewerb


Dokumentarfilm-Wettbewerb 97

Rada Šešić

Arūnas Matelis, ein Meister der baltischen Dokumentarszene,

taucht schon lange in dieses Thema

ein. Das Ergebnis ist die fesselnde Geschichte der

„Sancho Pansas“ des Profi-Radsports. Sieben Jahre

lang folgte der Regisseur den im Hintergrund

stehenden, aber umso wichtigeren Teammitgliedern.

Wer sind diese Wasser-, Medizin- und

Lebensmittelträger, die für andere arbeiten und

ihnen helfen, die besten Sportpreise zu gewinnen?

Sind sie nur frustrierte Verlierer, die an ihren

eigenen Fahrradkarrieren gescheitert sind, oder

engagierte Ritter, die für den Erfolg anderer unerlässlich

sind? Durch eine erstaunlich dynamische

Kamera, die ungesehene Bilder des Rennens und

seiner Backstage-Ereignisse zeigt, verstehen wir

nach und nach den Schweiß, den Schmerz, die

Ängste und die Freude des überwältigenden

Dramas, das während des Giro d'Italia stattfindet.

Arūnas Matelis, one of the masters of the Baltic

documentary scene, has been diving into this

topic for a very long time. The result is the compelling

story of the “Sancho Panzas” of professional

cycling. The director followed these extremely important

team members, although pushed to the

background for seven years. Who are these water,

medicine and food carriers who work for others

and help them win the prizes? Are they just frustrated

losers who failed at their own cycling careers

or are they dedicated knights crucial for the success

of others? With an amazingly dynamic camera

that reveals unseen images from the race and its

backstage events, we understand little by little all

the sweating, pain, fears and joy of the compelling

drama that takes place during the Giro d’Italia.

WONDERFUL LOSERS:

A DIFFERENT WORLD

Nuostabieji lūzeriai: Kita planeta

Was fast alle Sportdokumentarfilme gemeinsam haben, ist, dass sie sich mit der Sonnenseite des

Sports beschäftigen – mit den Triumphen, mit den Stars, mit den Ausnahmekönnern. Arūnas Matelis

wählte einen anderen Ansatz: Der litauische Regisseur, in seiner Jugend selbst ein begeisterter

Radfahrer mit dem Traum von einer großen Karriere, bis ihn eine Verletzung zum Aufgeben zwang,

begleitete über mehrere Jahre hinweg den Giro d’Italia, eines der größten und renommiertesten

Radrennen der Welt. Er konzentrierte sich dabei allerdings – siehe Titel – auf jene Fahrer, die nie ins

Fernsehen kommen, nie in den Resultatlisten genannt werden und nie auch nur einen Hauch von

Aufmerksamkeit bekommen. Es sei denn, sie sind in einen spektakulären Massensturz verwickelt.

Svein, Daniele und Paolo unterziehen sich Jahr für Jahr dieser Mühsal, ohne jegliche Hoffnung, jemals

Schlagzeilen zu machen. Sie sind bestenfalls die Wasserträger, die Domestiken – diejenigen,

die ihre persönlichen Karrieren opfern, um die Stars in ihren Teams zu unterstützen, aber dann

doch so gut wie immer am Ende des Klassements landen. Mit uneingeschränkter Sympathie beobachtet

Matelis seine drei unbesungenen Helden und das ebenso unbedankte Ärzteteam, das den

Giro begleitet und so manchen gestürzten und zerschundenen Fahrern wieder auf die Beine hilft.

What almost all sports documentaries have in common is the fact that they address the bright side of

sports – the victories, the stars, the exceptional talents. Arūnas Matelis chose another point of view:

for several years, the Lithuanian director, who himself was a devoted cyclist in his youth, dreaming

of a big career, until an injury forced him to quit, has watched the Giro d’Italia, one of the biggest

and most renowned bicycle races in the world. However, as the title suggests, he focuses on the cyclists

who never make it to the television screens, those who are never named in the result lists, those

who never get any attention unless they are involved in a spectacular crash. Svein, Daniele and Paolo

pull through the race every year, without any hope of ever hitting the headlines. At best, they are the

water carriers, the domestiques – those who sacrifice their own careers to support the stars of their

teams, but still end up at the bottom of the rankings almost all the time. With unconditional sympathy,

Matelis watches as his three invisible heroes and the similarly unappreciated team of doctors

who take part in the Giro and help fallen cyclists covered in scratches back up on their feet again.

Dokumentarfilm. Litauen | Lettland | Italien

Schweiz | Belgien | Großbritannien | Irland |

Spanien 2017

Sprache Italienisch, Englisch, Niederländisch mit

engl. UT

Länge 71 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Arūnas Matelis

Kamera Mark Olexa, Ivars Zviedris, Simone Rivoire,

Giordano Bianchi, Valdis Celmins, Andrius Kemežy,

Giacomo Becherini, Paolo Beniti, Vincent

O’Callagha, Arūnas Matelis

Schnitt Mirjam Jegorov, Gatis Belogrudovs

Musik Alberto R. Lucendo

ProduzentInnen Arūnas Matelis,

Algimantė Matelienė

Produktion Studio Nominum, Stefilm, DOK Mobile,

Associate Directors, VFS Films, Dearcan Media,

Planet Korda Pictures, SUICAFilms

Vertrieb/Kontakt Deckert Distribution

Auszeichnungen (Auswahl) Warsaw IFF 2017:

Bester Dokumentarfilm; Trieste FF 2018: Bester

Dokumentarfilm; Listapad IFF Minsk 2017: Grand

Prix, Publikumspreis

Biografie Arūnas Matelis

Arūnas Matelis wurde 1961 in Kaunas, Litauen, geboren.

Er führte Regie bei vielen Kurz-Dokumentarfilmen.

Sein erster halblanger Dokumentarfilm

Before Flying Back to Earth hat mehr als zehn internationale

Preise erhalten. Zudem wurde er für

den Europäischen Filmpreis nominiert. Wonderful

Losers: A Different World ist sein erster langer Dokumentarfilm.

Filmografie Arūnas Matelis (Auswahl)

2017 Wonderful Losers: A Different World

2005 Before Flying Back to Earth

1996 From the Unfinished Tales of Jerusalem

96 Dokumentarfilm-Wettbewerb


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CHARLESTON

An seinem 42. Geburtstag sitzt Alexandru

abends allein und betrunken zu Hause. Seine

Frau Ioana ist vor wenigen Wochen bei einem

Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Da läutet es an der Tür, und als Alexandru

aufmacht, steht ein jüngerer, schmächtiger

Mann namens Sebastian vor ihm. Dieser

eröffnet ihm, in den letzten Monaten vor

ihrem Tod Ioanas Liebhaber gewesen zu

sein. Im ersten Moment der Überraschung

schlägt Alexandru seinen Rivalen nieder,

holt ihn dann aber doch in die Wohnung.

Das ist jedoch nicht alles: Sebastian verlangt,

dass Alexandru ihn tröstet – er könne

den Schmerz über Ioanas Ableben allein

nicht ertragen. Dem Witwer verschlägt es

zunächst die Sprache und er ist verständlicherweise

alles andere als begeistert, doch

im Lauf der Zeit, langsam und sehr behutsam,

entsteht zwischen den beiden ungleichen

Männern eine Beziehung, wie man

sie im Kino noch nicht oft gesehen hat. Wer

da behauptet, es könnten keine neuen Geschichten

mehr erzählt werden, den belehrt

Regisseur und Drehbuchautor Andrei Creţulescu

eines Besseren. Aus der ungewöhnlichen

Ausgangssituation entwickelt er eine

kluge Reflexion über Liebe, Freundschaft,

Verlust und Schmerz, aber auch über das

Bild, das Männer von sich selbst und voneinander

haben. Eine elegante, in gedämpften

Farbtönen gehaltene Parabel aus Bukarest.

Alexandru spends his 42nd birthday

drunk and home alone. His wife Ioana

died in a road accident a couple of

weeks before. Suddenly, Alexandru

hears someone ringing at his door, and

when he answers, a delicate young man

named Sebastian faces him. He confesses

that he has been Ioana’s lover for

the past few months. Alexandru’s first

surprised reaction is to knock down

his rival. However, he afterwards invites

the poor guy into his flat. But that’s not

all: Sebastian candidly asks Alexandru

to comfort him, since he cannot deal

with the pain of Ioana’s death on his

own. Initially, Alexandru is left speechless

and is obviously anything but pleased

about this request. But gradually, slowly

and cautiously, a relationship evolves

between these two very different men,

as only rarely seen in cinema. Whoever

claims that no new stories can be told

anymore, is proven wrong by director

and screenwriter Andrei Creţulescu. He

turns the unusual initial situation into

a clever contemplation of love, friendship,

loss and pain, but also about the

perception men have of themselves

and of each other. An elegant parable

in subdued colours, made in Bucharest.

Spielfilm. Rumänien | Frankreich 2017

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 119 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Andrei Creţulescu

Kamera Barbu Balasoiu

Schnitt Cătălin Cristuțiu

Musik Massimiliano Nardulli

ProduzentInnen Velvet Moraru, Rani Massalha,

Marie Legrand, Andrei Creţulescu

DarstellerInnen

Alexandru Șerban Pavlu

Sebastian Radu Iacoban

Antonescu Victor Rebengiuc

Ioana Ana Ularu

Maximilian Dorian Boguţă

Produktion ICON, Les Films du Tambour, WAG,

Mille et Une Films

Vertrieb/Kontakt Versatile

Auszeichnungen (Auswahl) Minsk IFF 2017:

Spezielle Erwähnung; Locarno IFF 2017:

Nominierung für den besten Film

Biografie Andrei Creţulescu

Der rumänische Filmkritiker, Produzent und Regisseur

Andrei Creţulescu wurde 1974 geboren.

Er begann 1999 für HBO Romania zu arbeiten und

gründete 2011 mit seiner Partnerin Codruţa Creţulescu

Kinosseur Productions. Er erlangte Bekanntheit

durch seine vielfach ausgezeichneten Kurzfilme

Bad Penny, Kowalski und Ramona. Charleston ist sein

Spielfilmdebüt.

Filmografie Andrei Creţulescu (Auswahl)

2017 Charleston

2016 Seven Months Later

2015 Ramona

* Der Wettbewerb Promising Debuts, bei dem

ausschließlich Spielfilmdebüts präsentiert werden,

wird von Magdalena Żelasko und Wolfgang P. Schwelle

kuratiert.

* The Competition Promising Debuts which solely

presents feature film debuts is curated by

Magdalena Żelasko und Wolfgang P. Schwelle.

+43 1 908 303


100 Wettbewerb Promising Debuts

Wettbewerb Promising Debuts 101

Spielfilm. Ungarn 2017

Sprache Ungarisch mit engl. UT

Länge 126 min.

Format DCP

Farbe

Regie Márk Kostyál

Drehbuch Balázs Lengyel, Balázs Lovas,

Márk Kostyál

Kamera Márk Kostyál, Attila Csoboth

Schnitt Manó Csillag

Musik Márk Moldvai

ProduzentInnen Gábor Kálomista,

Dorottya Helmeczy

DarstellerInnen

Misi András Mészáros

Eszter Mária Dobra

Kispali László Mátray

Szojka Frigyes Kovács

Lajos Attila Bocsárszky

Produktion Megafilm Budapest

Vertrieb/Kontakt Hungarian National Film Fund

Biografie Márk Kostyál

Márk Kostayál wurde 1976 in Esztergom, Ungarn,

geboren und studierte an der Gór Nagy Mária

School of Arts. Schon sehr früh entdeckte der Regisseur

seine Leidenschaft für Filme. Eigentlich in

der Werbebranche bereits etabliert und tätig, produziert

er auch als Regisseur Filme mit speziellem

Equipment z.B. anamorphotische Linsen, um eine

atemberaubende Optik und hochauflösende Bilder

zu erschaffen.

Filmografie Márk Kostyál

2017 Coyote

COYOTE

Kojot

Brütende Hitze, Schäbigkeit, ungeklärte soziale

Probleme und hierarchische Grabenkämpfe.

Das ist die Stadt Tűzkő, irgendwo

im heutigen Ungarn. Dort kommt Misi an,

um das Haus und den Besitz seines Großvaters

zu übernehmen, die dieser ihm vererbt

hat. Misi ist ein desillusionierter und

frustrierter junger Mann, der dauernd auf

der Flucht ist und der seinen Platz in der

Welt einfach nicht zu finden scheint – weder

bei der Arbeit noch in seinen privaten

Beziehungen. Er hat sich vorgenommen,

das Haus des Großvaters mit Hilfe einiger

Freunde zu renovieren und umzubauen,

was die Interessen des lokalen Machthabers

jedoch empfindlich stört. Ernsthafte

Konflikte sind unvermeidlich. Es geht um

das Land, die Liebe und das Leben. Misi

verwandelt sich in jeder Hinsicht in einen

Kojoten. Blut, Schweiß und Tränen: Das alles

klingt nicht von ungefähr nach einem

klassischen Western, ist aber ein echter

Eastern aus Ungarn mit ganz und gar außergewöhnlichen

Bildern. Regisseur Márk

Kostyál, der aus der Werbung kommt, hat

es sich nicht nehmen lassen, bei seinem

Film auch als Kameramann zu fungieren.

Er verwendete eine anamorphische Linse,

die großartige Weitwinkelaufnahmen

produziert, und das in extrem hoher Auflösung.

Coyote ist eine erstaunliche Leistung

eines Erstlings-Spielfilmregisseurs.

Brooding heat, shabbiness, unsettled

social problems and hierarchical trench

warfares: this is the city of Tűzkő, somewhere

in today’s Hungary. There arrives

Misi to take over the inherited house

and belongings of his grandfather. Misi

is a disillusioned and frustrated young

man, who is constantly on the run and

doesn’t seem to be able to find his place

in the world – neither concerning the

work place nor his private relationships.

He decides to renovate and rebuild his

grandfather’s house with the help of

some friends, which troubles the interests

of the local ruler. Serious conflicts

are inevitable. Land, love and life are at

stake. Misi turns into a coyote in every

aspect. Blood, sweat and tears resonate

the excitement of a true, classic western

atmosphere. But what we see is a real

eastern from Hungary with downright

extraordinary images. Director Márk Kostyál,

who comes from the field of advertising,

also insisted on being the cameraman

for his film. He used a anamorphic

lens, that produces amazing wide-angle

and extreme high-resolution pictures.

Coyote is an astonishing feature debut.

DAYBREAK

Dita zë fill

Leta lebt in Tirana unter prekären Umständen.

Schon seit mehreren Monaten

konnte sie ihre Miete nicht bezahlen und

wird, obwohl sie einen einjährigen Sohn

hat, einfach auf die Straße gesetzt. Doch

mit Glück findet Leta einen Job als Pflegerin

bei Sophie, einer bettlägerigen alten

Dame, bei der sie mit ihrem Säugling

einziehen kann. Allerdings sieht sie sich in

der Folge gezwungen, die kranke Frau um

jeden Preis am Leben zu erhalten, will sie

nicht ihre neue Unterkunft und die Arbeit

wieder verlieren. Daybreak ist zwar in der

albanischen Hauptstadt angesiedelt, die

sich nach und nach zu einer europäischen

Großstadt entwickelt, aber der Film schildert

eine Situation, die, so absurd sie uns

bisweilen erscheinen mag, universelle Gültigkeit

besitzt. Er ist ein intimes Drama, das

sich größtenteils in sehr beengten Räumen

abspielt; letztlich versinnbildlicht das auch

die verzweifelte Lage, in der sich Leta befindet.

Getragen wird das Spielfilmdebüt

des jungen albanischen Regisseurs Gentian

Koçi von der subtilen Balance der Beziehung

zwischen der alten und der jungen

Frau, beide von hervorragenden Schauspielerinnen

dargestellt. Wie Koçi sagt,

geht es ihm um die moralischen Kompromisse,

die wir alle notgedrungen eingehen,

wenn man für wirtschaftliche Sicherheit

oder, mehr noch, ums Überleben kämpft.

Leta, who lives under precarious circumstances

in Tirana, has been unable

to pay rent for several months. Even

though she has a one-year-old son, she

is kicked out of her apartment. Fortunately,

she manages to find a job as a

caretaker for Sophie, a bedridden old

lady, with whom the young mother and

her baby can move in. In order not to

lose her new accommodation and job,

Leta soon feels compelled to keep the

sick woman alive at all costs. Although

Daybreak is set in the Albanian capital,

which is gradually evolving into a European

city, the film portrays a universal

situation, as absurd as it may appear at

times. Leta’s desperate position is ultimately

symbolised by the narrowness

of the cinematic spaces, which turns

the film into an intimate drama. The feature

film debut of the young Albanian

director Gentian Koçi is carried by the

subtly-balanced relationship between

these two different women, played by

excellent actresses. According to Koçi,

the film is about the moral compromises

we all have to make when our financial

security or even survival is at stake.

Spielfilm. Albanien 2017

Sprache Albanisch mit engl. UT

Länge 85 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Gentian Koçi

Kamera Ilias Adamis

Schnitt Christos Giannakopoulous,

Bonita Papastathi

Ton Xenophon Kontopoulos

Produzent Gentian Koçi

Koproduzentinnen Konstantina Stavrianou,

Rena Vougioukalou

DarstellerInnen

Leta Ornela Kapetani

Sophie Suzana Prifti

Postbote Kasem Hoxha

Ola Adele Gjoka

Letas Freundin Erjona Kakeli

Produktion Artalb Film, Graal Films

Vertrieb/Kontakt WIDE

Auszeichnungen (Auwahl) Sarajevo FF 2017:

Bester Film, Beste Hauptdarstellerin; Tirana IFF

2017: Beste Regie; Cinedays Skopje FF 2017:

Bester Film

Biografie Gentian Koçi

1979 in Tirana geboren, schloss Gentian Koçi 2009

sein Studium in Regie ab. Er arbeitete an zahlreichen

ausgezeichneten Kurzfilmen und Dokumentationen.

Darunter Jinx in a Jiffy (2009), Revenge (2011)

und Not a Carwash (2012). Sein erster Spielfilm

Daybreak ging für Albanien als bester fremdsprachiger

Film bei den 90. Academy Awards ins Rennen.

Filmografie Gentian Koçi (Auswahl)

2017 Daybreak

2014 Ajoso, a Philoperformance

2011 Revenge


102 Wettbewerb Promising Debuts

Wettbewerb Promising Debuts 103

Spielfilm. Georgien | Kroatien | Katar | Irland |

Niederlande 2017

Sprache Georgisch, Swanisch mit engl. UT

Länge 97 min.

Format DCP

Farbe

Regie Mariam Khatchvani

Drehbuch Mariam Khatchvani,

Vladimer Katcharava

Kamera Konstantin Esadze

Schnitt Levan Kukhashvili

Ton Dmitri Vasilyev

Produzenten Vladimer Katcharava, Sam Taylor,

Mike Downey, Igor A. Nola

DarstellerInnen

Dina Natia Vibliani

Gegi George Babluani

David Girshel Chelidze

Produktion 20 Steps Productions, F&ME, MP Film,

Montauk Film

Vertrieb/Kontakt WIDE

Auszeichnungen (Auwahl) Karlovy Vary IFF 2017:

Preis der Jury; Asian Pacific Screen Awards 2017:

Cultural Diversity Award

Biografie Mariam Khatchvani

Geboren 1986 im georgischen Swanetien, studierte

Mariam Khatchvani Film an der Shota Rustaveli

State Film University. Neben mehreren Dokumentationen

wie Verdzoba, Beyond the Window, Lichanishi

und Kvirikoba, drehte sie 2013 den Kurzfilm

Dinola. Dieser wurde auf über 40 Filmfestivals

weltweit gezeigt. Dede, ihr Spielfilmdebüt, wurde

beim Karlovy Vary International Film Festival 2017

prämiert.

Filmografie Mariam Khatchvani (Auswahl)

2017 Dede

2013 Dinola

2007 Beyond the Window

DEDE

1992. Die junge Dina lebt in einem entlegenen

Bergdorf in Georgien, wo das Leben

streng nach jahrhundertealten Traditionen

geregelt ist. Dinas Großvater hat sie dem aus

dem Krieg heimkehrenden David als Braut

versprochen. Doch Dina verliebt sich stattdessen

in Davids gutaussehenden Kameraden

Gegi. Gibt es eine Chance, die strenge

Ordnung der Dinge zu durchbrechen? Die

Swanen, eines der „kleineren“ Kaukasusvölker,

wohnen in West-Georgien und sind die Nachfahren

eines bereits in der Antike bekannten

Stammes. Vor dem Hintergrund einer prachtvollen

Naturkulisse erzählt Dede eine Geschichte,

die auf den Lebensumständen der

Großmutter der Regisseurin basiert. Mariam

Khatchvani, die selbst aus Uschguli in Swanetien

stammt, ging es darum, eine greifbare

Authentizität zu schaffen und eine Gemeinschaft

und Lebensweise zu zeigen, die man

noch nie auf der großen Leinwand gesehen

hat. Auch wenn das Leben in der Region entbehrungsreich

ist und die Traditionen wenig

Spielraum lassen, bleiben die meisten Menschen

dort. Die Darstellerinnen und Darsteller

haben – bis auf George Babluani, der auch aus

der Gegend stammt – keinerlei Erfahrung mit

Schauspiel und schlüpfen in Rollen, die sie

aus ihrem engeren Umfeld kennen. Neben

Georgisch ist der Dialog auf Swanisch, einer

Sprache ohne Schriftform, die von höchstens

30.000 Menschen gesprochen wird.

1992. Young Dina lives in a remote village

in Georgia where life is strictly regulated

by ancient traditions. Dina’s grandfather

has promised her to David, who has just

returned from war. But Dina falls in love

with David’s handsome companion Gegi. Is

there a chance to break the old rules? The

Svans, one of the “smaller” ethnic groups

in the Caucasus, live in Western Georgia,

and descend from a tribe already known

in ancient times. Against the backdrop of

a magnificent natural setting, Dede tells a

story based on the personal circumstances

of the director’s grandmother. Mariam

Khatchvani, who comes from Ushguli in

Svanetia herself, wanted to create a palpable

authenticity, and depict a community and

a lifestyle that has never before been seen

on the big screen. Even though life in this

region is full of deprivation, and strictures

of long traditions, most people still remain

there. Except for George Babluani, who also

originates from the same area, none of the

performers has prior acting experience. They

slip into roles they know from their immediate

surroundings. Along with Georgian, the

dialogue also is in Svan, a language with no

written form and at most 30,000 speakers.

EDERLEZI RISING

Der 35-jährige serbische Regisseur Lazar

Bodroža liefert mit seiner ambitionierten

Science-Fiction-Lovestory Ederlezi Rising

ein fulminantes Spielfilmdebüt: Im Jahr

2148 – der Kapitalismus ist endgültig besiegt,

es herrscht eine Art recycelter und

verbesserter Sowjet-Sozialismus – wird der

Astronaut Milutin im Auftrag der Ederlezi

Corporation mit einer ideologischen Mission

zum Sternbild Alpha Centauri geschickt.

Doch er ist nicht allein. Ihm zur Seite steht

ein weiblicher Cyborg der allerneuesten

Bauart namens Nimani 1345 – bemerkenswerterweise

gespielt von der populären

serbisch-amerikanischen Pornodarstellerin

Stoya, die hier ihr erste Non-Adult-Rolle

übernommen hat. Milutin, der denkbar

schlechte Erfahrungen mit realen Frauen

gemacht hat, verstrickt sich in eine komplizierte

Beziehung zu Nimani. Die Spirale aus

Anziehung und Ablehnung droht die Mission

mehr als einmal an den Rand des Scheiterns

zu bringen. Ederlezi Rising ist ein optisch

und akustisch aufregendes Spektakel,

das seine filmischen Vorbilder – von Solaris

bis hin zu Blade Runner – nicht verschweigt,

sondern im Gegenteil stolz darauf verweist

und ihnen mit seiner ungewöhnlichen Liebesgeschichte

eine neue Dimension hinzufügt.

Der spacige Soundtrack von Nemanja

Mosurović trägt sein Übriges dazu bei, dass

man diesen Film nicht so schnell vergisst.

35-year-old Serbian director Lazar

Bodroža delivers a brilliant feature film

debut with his ambitious science-fiction

love story Ederlezi Rising. In 2148, when

capitalism is finally defeated, there is a

kind of recycled and improved Soviet

socialism. The astronaut Milutin is sent

on an ideological mission to the stellar

constellation Alpha Centauri on behalf

of the Ederlezi Corporation. But he is not

alone. He is assisted by a female cyborg

called Nimani 1345, remarkably played

by popular Serbian-American porn star

Stoya, who has taken over her first nonadult

role. Milutin, who has had terribly

bad experiences with real women, is

embroiled in a complicated relationship

with Nimani. The spiral of attraction and

rejection threatens to bring the mission

to the brink of failure more than once.

Ederlezi Rising is a visually and acoustically

exciting spectacle that doesn‘t conceal

his cinematic role models – from

Solaris to Blade Runner – but proudly refers

to them and adds a new dimension

to their unusual love story. The spacey

soundtrack by Nemanja Mosurović contributes

to making this film unforgettable.

Spielfilm. Serbien 2018

Sprache Englisch

Länge 85 min.

Format DCP

Farbe

Regie Lazar Bodroža

Drehbuch Zoran Nesković, Dimitrije Vojnov

Kamera Kosta Glušica

Schnitt Milena Z. Petrović

Musik Nemanja Mosurović

Produzenten Jonathan English, Aleksandar Protić

DarstellerInnen

Milutin Sebastian Cavazza

Nimani Stoya

Social Engineer Maruša Majer

Produktion Mir Media Group, Film Center Serbia

Vertrieb/Kontakt Mir Media Group

Auszeichnungen (Auswahl) FEST IFF 2018 : Bester

nationaler Film, Bester Regisseur, Bester Schauspieler,

Beste Schauspielerin

Biografie Lazar Bodroža

Der serbische Regisseur und Drehbuchautor Lazar

Bodroža wurde 1983 in Belgrad geboren und studierte

dort an der Fakultät für Angewandte Kunst. Er

ist Mitbegründer des Metaklinika Studios, Mitglied

der Gruppe Kosmoplovci und Autor des Buches

Zakon. 2011 wurde er vom PRINT Magazin unter

die Top 20 der bildenden Künstler unter 30 Jahren

gewählt. Ederlezi Rising ist sein Spielfilmdebüt.

Filmografie Lazar Bodroža (Auswahl)

2016 Ederlezi Rising

2010 Uber Life: An Interactive Movie


104 Wettbewerb Promising Debuts

Wettbewerb Promising Debuts 105

Spielfilm. Slowakei | Tschechien 2017

Sprache Slowakisch mit engl. UT

Länge 87 min.

Format DCP

Farbe

Regie Tereza Nvotová

Drehbuch Barbora Námerová, Tereza Nvotová

Kamera Marek Dvořák

Schnitt Jiří Brožek, Michal Lánský, Janka Vlčková

Musik Pjoni & Ink Midget

ProduzentInnen Peter Badač, Eva Pa,

Miloš Lochman, Karel Chvojka

DarstellerInnen

Lena Dominika Morávková

Róza Anna Rakovská

Lehrer Robo Robert Jakab

Mutter Anna Šišková

Bruder Bohdan Patrik Holubář

Produktion BFILM, moloko film, FAMU

Vertrieb/Kontakt Film Republic

Auszeichnungen (Auswahl) Art Film Festival 2017:

Audience Award, Beste Schauspielerin; FEST New

Directors/New Films Festival 2017: Bester Spielfilm

Biografie Tereza Nvotová

Tereza Nvotová wurde 1988 in Bratislava geboren.

Zurzeit lebt sie in Prag und besucht dort die Filmund

Fernsehfakultät der Akademie der Musischen

Künste, die sie mit einem Master in Regie abschließen

wird. Filthy ist ihr Spielfilmdebüt. Zuvor produzierte

sie vor allem Dokumentarfilme für das tschechische

und slowakische Fernsehen. Nebenbei

arbeitet sie auch als Schauspielerin in Spielfilmen.

Filmografie Tereza Nvotová (Auswahl)

2017 Filthy

2013 Discoland

2009 Take it Jeasy

FILTHY

Špina

Filthy ist die Geschichte der 17-jährigen

Lena. Sie ist zum ersten Mal in einen Jungen

verliebt und sehnt sich nach Freiheit und

Abenteuer. Doch ihre Welt wird auf grausame

Weise erschüttert, als ihr Lehrer, in den

all ihre Mitschülerinnen verknallt sind, sie in

ihrer eigenen Wohnung vergewaltigt. Anstatt

ihr Trauma mit anderen zu teilen, hält Lena

es sogar vor ihrer besten Freundin geheim.

Ihre verdrängten Gefühle münden in einen

Selbstmordversuch, und Lena landet schließlich

in einer psychiatrischen Klinik. Inmitten

von ähnlich missverstandenen Jugendlichen

erkennt sie, dass sie mit ihrer Erfahrung nicht

alleine ist. Als sich ihre Mitbewohnerin – ihre

einzige Vertrauensperson in der Klinik – erhängt,

ist Lena am Boden zerstört. Nach einer

Elektroschock-Therapie geht es ihr kurzfristig

besser, doch ihr Versuch, ihr Leben wieder

in den Griff zu bekommen, hält nicht lange

an. Filthy, das vielfach ausgezeichnete und

äußerst eindringliche, wenn nicht gar verstörende

Spielfilmdebüt der slowakischen

Regisseurin Tereza Nvotová, räumt mit dem

Mythos auf, Vergewaltigung habe immer „mit

dunklen Straßen, kurzen Röcken und grausamen

Fremden“ zu tun, so die Künstlerin: „In

Wirklichkeit finden die meisten Taten hinter

den Türen unserer eigenen Wohnungen statt.

Ich denke, es ist Zeit, das Schweigen zum

Thema Vergewaltigung zu brechen und den

Opfern zu erlauben, Überlebende zu werden.“

Filthy is the story of 17-year-old Lena. She

falls in love with a boy for the first time

and longs for freedom and adventure.

But her world is shattered in a cruel way,

when her teacher, who is the crush of

all her classmates, rapes her in her own

apartment. Instead of sharing her trauma

with others, Lena keeps it a secret,

even from her best friend. Her repressed

feelings result in a suicide attempt, and

Lena ends up in a mental institution.

Among other equally misunderstood

adolescents, she realises that she isn’t

alone in her situation. When her roommate

– the only person in the hospital

that Lena actually likes – hangs herself,

Lena hits rock bottom. After electroshock

therapy, she feels better for a while, but

she soon fails at trying to return to the

life she once knew. Filthy, the repeatedly

awarded, poignant feature film debut of

the Slovakian director Tereza Nvotová,

is a disturbing film which – according

to the artist – dispels the myth of rape

always having to do with “dark streets,

short skirts and cruel strangers. In reality,

most abuses happen behind the doors

of our own homes. I think it’s time to

break the silence about the topic of rape

and allow victims to become survivors.”

HOW VIKTOR "THE GARLIC"

TOOK ALEXEY "THE STUD"

TO THE NURSING HOME

Kak Vitka Chesnok vyoz Lyokhu Shtyrya v dom invalidov

Viktor verbringt seine Zeit damit, in schäbigen

Bars Frauen von zweifelhaftem

Ruf aufzugabeln. Dabei holt ihn oft seine

Ehefrau ab, die er nicht liebt. Sie ist die

Mutter seines Kindes, das sie nie geplant

hatten. Viktor selbst ist im Waisenhaus

aufgewachsen: Der Vater hatte ihn im

Stich gelassen, die Mutter Selbstmord begangen.

Jetzt, nach all den Jahren, taucht

sein Vater Alexey plötzlich wieder auf – ein

seelisches und körperliches Wrack. Viktor

hat keine Lust auf ein Leben mit dem Vater,

aber er ist scharf auf dessen Wohnung.

Dazu allerdings muss er den Alten in ein

Pflegeheim verfrachten, und das einzige,

das ihn aufnehmen würde, ist weit entfernt.

Also begibt sich das entfremdete

Vater-Sohn-Duo auf eine lange, dramatisch

mitreißende Autofahrt. Der junge

russische Regisseur Alexander Hant zeichnet

ein nicht sehr schmeichelhaftes Bild

seiner Heimat, in der Geiz und Gier ganz

offensichtlich geil sind und weitaus stärker

als alle Familienbande. Mit erstklassigen

Darstellern, darunter dem Newcomer

Evgeniy Tkachuk und Aleksey Serebryakov,

den man aus Andrey Zvyagintsevs Leviathan

kennt, entwirft er das brutal ehrliche

Porträt zweier Männer aus unterschiedlichen

Generationen, die, wie sie im Laufe

ihrer abenteuerlichen Reise feststellen

müssen, so verschieden gar nicht sind.

Viktor spends his time in dingy bars and

tries to pick up women of questionable

reputation. However, his wife, who he

does not love, shows up very often to

take him home. She is the mother of his

child that they never had planned to have.

Viktor himself grew up in an orphanage:

his father abandoned him, and his mother

committed suicide. Suddenly, after all

these years, his father, Alexey, shows up

again – in a state of mental and physical

ruin. Viktor doesn’t intend to live with his

old man, but he fancies his apartment.

This of course means he must deliver the

old wheelchair-bound man to a nursing

home, and the only one which would

take him in is far away. And so, the fatherson-duo

sets out on a long and thrillingly

eventful journey in Viktor’s car. Russian

director Alexander Hant paints a not very

flattering image of his home country,

where greed and stinginess are commonly

accepted and much more important than

family bonds. With superb actors – newcomer

Evgeniy Tkachuk and Aleksey Serebryakov,

known from Andrey Zvyagintsev’s

Leviathan – he creates a brutally honest

portrait of two men from two generations

who must come to realise that they aren’t

as different as they might have thought.

Spielfilm. Russland 2017

Sprache Russisch mit engl. UT

Länge 90 min.

Format DCP

Farbe

Regie Alexander Hant

Drehbuch Alexey Borodachev

Kamera Daniil Fomichev

Schnitt Nataly Shmidt

Ton Arcady Noskov

Produzenten Vladimir Malyshev, Fedor Popov

DarstellerInnen

Viktor “The Garlic” Evgeniy Tkachuk

Alexey “The Stud” Aleksey Serebryakov

Platon Andrey Smirnov

Chebur Dmitriy Arkhangelskiy

Frau Olga Ozollapinya

Produktion VGIK – Debut

Vertrieb/Kontakt VGIK – Debut

Auszeichnungen (Auswahl) Karlovy Vary IFF 2017:

East of West Award; Russian Guild of Film Critics

2017: Nominierungen für den besten Hauptdarsteller,

Nebendarsteller und das beste Debüt

Biografie Alexander Hant

Alexander Hant wurde 1985 in Chanty-Mansijsk,

Russland, geboren und absolvierte das Gerassimow-Institut

für Kinematografie in Moskau.

Filmografie Alexander Hant

2017 How Viktor “The Garlic” Took Alexey

“The Stud” to the Nursing Home

2015 The Torture

2011 At the Opera


106 Wettbewerb Promising Debuts

Wettbewerb Promising Debuts 107

Spielfilm. Rumänien 2017

Sprache Rumänisch mit engl. UT

Länge 83 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Emanuel Pârvu

Kamera Silviu Stavilă

Schnitt Ștefan Pârlog

Ton Dragos Stirbu, Sorin Neagu

Produzentinnen Miruna Berescu,

Domnica Predoiu

Koproduzenten Dan Chisu, Dorin Mirea

DarstellerInnen

Doru Şerban Pavlu

Meda Ana Radu

Lehrer Adrian Titieni

Pandele Florin Zamfirescu

Petrica Costel Caşcaval

Produktion FAMart, DaKINO, Ceramus Film

Vertrieb/Kontakt FAMart

Auszeichnungen (Auswahl) Sarajevo FF 2017:

Bester Regisseur, Bester Schauspieler

Biografie Emanuel Pârvu

Emanuel Pârvu, 1979 in Rumänien geboren, studierte

und lehrt Schauspiel an der Nationaluniversität

der Theater- und Filmkunst in Bukarest. Zudem

arbeitet er als Theater- und Filmregisseur. Sein

Kurzfilm Meda von 2016 lief auf mehreren internationalen

Filmfestivals, wie etwa in Rotterdam, Tirana

und Istanbul, und bildet die Grundlage seines Spielfilmdebüts

Meda or The Not So Bright Side of Things.

Filmografie Emanuel Pârvu (Auswahl)

2017 Meda or The Not So Bright Side of Things

2016 Meda

2012 Chicken, Fries and a Coke

MEDA OR THE NOT SO BRIGHT

SIDE OF THINGS

Meda sau Partea nu prea fericită a lucrurilor

In seinem Spielfilm schildert der rumänische

Regisseur Emanuel Pârvu die schwierige

Situation des Holzfällers Doru, dessen Frau

kürzlich verstorben ist. Gemeinsam haben

sie sich in den letzten acht Jahren um das

kleine Mädchen Meda gekümmert – und

nun, da er allein ist, scheint Doru nichts anderes

übrig zu bleiben, als das Kind wieder in

das Waisenhaus zu bringen, aus dem sie es

seinerzeit geholt hatten. Verzweifelt sucht er

nach einem Weg, um dem Mädchen dieses

Schicksal zu ersparen. Doch dafür braucht er

dringend Geld, und das ist in der ländlichen

Gegend spärlich vorhanden. Je dringlicher

seine Situation wird, desto eher denkt der

einfache, rechtschaffene Mann daran, Dinge

zu tun, die ihm vorher niemals in den Sinn

gekommen wären. Emanuel Pârvu spricht

davon, dass die Beziehung zwischen Eltern

und Kindern, ein universelles, mit großen

Emotionen besetztes Thema, sich noch

einmal zuspitze, wenn es um Adoptivkinder

gehe. Die Liebe der Eltern sei in diesem

Fall möglicherweise noch intensiver in Anbetracht

der Anstrengungen, die sie auf

sich nehmen mussten, um überhaupt ein

Kind zu bekommen. Pârvu wurde für seinen

packenden Film beim Internationalen

Filmfestival in Sarajevo als bester Regisseur

ausgezeichnet. Darüber hinaus erhielt der

Hauptdarsteller des Films, Șerban Pavlu, den

Preis für die beste schauspielerische Leistung.

In his feature film, Romanian director

Emanuel Pârvu depicts the situation of

lumberjack Doru, whose wife recently

passed away. Over the past eight years,

they together took care of little orphan

girl Meda – but now that he is alone,

Doru seems to have no choice, but to

put the child back in the orphanage.

He desperately looks for a way to spare

the girl this fate. But for that he needs

money, which is hard to come by in his

rural area. The more urgent the situation

gets, the more this simple, righteous

man considers doing things that

have never before crossed his mind. For

the director, the relationship between

parents and children – a universal, highly

emotional topic – gets even more intense

once it concerns adopted children.

Perhaps, parental love is even stronger in

this case, considering the efforts made to

get a child in the first place. For his gripping

film, Emanuel Pârvu was honoured

as Best Director at the International Film

Festival in Sarajevo. Lead actor Șerban

Pavlu received the Best Actor award.

MIRACLE

Stebuklas

Litauen 1992. Irena ist Verwalterin einer

staatlichen Schweinezuchtfarm, die durch

den abrupten Wechsel vom Kommunismus

zum Kapitalismus in ernsthafte

Schwierigkeiten geraten ist. Gerade als es

so aussieht, als müsse die Farm geschlossen

werden, taucht ein gutaussehender

litauischstämmiger Amerikaner namens

Bernardas auf, der behauptet, die Schweinefarm

habe einst seinen Eltern gehört. Er

verspricht nicht mehr und nicht weniger,

als das problematische Unternehmen, das

er kurzerhand kauft, zu retten. Während Irena

allmählich dem Charme des rätselhaften,

ein wenig lautstarken Fremden zu erliegen

scheint, entgeht ihr allerdings nicht,

dass die Absichten des Mannes vielleicht

doch nicht so uneigennützig sind, wie er

vorgibt. Als Bernardas ihr schließlich gesteht,

dass seine Eltern kurz vor ihrer Flucht

einen Schatz in dem Haus versteckt hätten,

machen sich die beiden auf die Suche.

Mit trockenem Humor und einem feinen

Auge für Absurdes beschreibt die junge

Regisseurin Eglė Vertelytė in ihrer Komödie

eine politische Entwicklung, die, wie sie

sagt, bis heute in der litauischen Gesellschaft

nachwirkt: Noch immer sei das Land

gespalten zwischen denen, die sich damals

als besonders wendig herausstellten

und jenen, die es verabsäumten, auf den

Zug ins finanzielle Glück aufzuspringen.

It’s 1992 in Lithuania. Irena is a manager of a

state-owned pig breeding farm, which has

faced grave difficulties in the wake of the

country’s abrupt political changes from communism

to socialism. Just as it seemed that

the farm would have to close, in comes a

good looking, Lithuanian-born American by

the name of Bernardas, who claims that the

farm once belonged to his parents. He buys

the farm on the spot and promises nothing

less than to save the troubled business.

Even though Irena seems to gradually give

in to the mysterious yet vociferous stranger’s

charm, she notices that his intentions might

not be as selfless as he leads on. Eventually

Bernardas reveals to her that his parents hid a

treasure somewhere on the farm. In her comedy

film, Eglė Vertelytė, a young director with

dry humour and an eye for the absurd, puts

emphasis on a political development which,

according to her, can still be strongly felt today.

The country is split in two: on the one

hand, there are the people that turned out

to be seemingly versatile, and on the other

hand, there are those who missed the chance

to jump on the train to financial success.

Spielfilm. Litauen | Bulgarien | Polen 2017

Sprache Litauisch, Englisch, Russisch mit engl. UT

Länge 91 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Eglė Vertelytė

Kamera Emil Christov

Schnitt Milenia Fiedler

Musik Krzysztof A. Janczak

Produzenten Lukas Trimonis

KoproduzentInnen Pavlina Jeleva, Magdalena

Zimecka, Radosława Bardes, Jacek Kulczycki

DarstellerInnen

Irena Eglė Mikulionytė

Bernardas Vyto Ruginis

Juozas Andrius Bialobžeskis

Priester Daniel Olbrychski

Antanas Valerijus Jevsejevas

Produktion Inscript, Geopoly, Orka

Vertrieb/Kontakt WIDE

Biografie Eglė Vertelytė

Eglė Vertelytė wurde 1983 in Litauen geboren und

drehte ihre ersten Kurzfilme am European Film College

in Dänemark. Nach ihrer Arbeit für das nationale

Fernsehen widmete sie sich dem Drehbuchschreiben.

Ihr Dokumentarfilmdebüt Ub Lama von

2011 wurde auf zahlreichen internationalen Filmfestivals

gezeigt. Miracle, Vertelytės Spielfilmdebüt,

lief weltweit zum ersten Mal beim Internationalen

Filmfestival in Toronto.

Filmografie Eglė Vertelytė (Auswahl)

2017 Miracle

2011 Ub Lama


108 Wettbewerb Promising Debuts

Wettbewerb Promising Debuts 109

Spielfilm. Bulgarien | Polen | Türkei 2017

Sprache Bulgarisch mit engl. UT

Länge 85 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Rouzie Hassanova

Kamera Kiril Prodanov

Schnitt Natasha Westlake, Tymek Wiskirski

Ton Grzegorz Kucharski

Produzentin Gergana Stankova

KoproduzentInnen Stanisław Dziedzic,

Klaudia Śmieja

DarstellerInnen

Ali Alexander Hadjiangelov

Yasmin Yana Titova

Zahariev Aleksandar Aleksiev

Ahmet Alexander Ivanov

Ivanov Stepfan Shterev

Produktion Menclips, Film Produkcja, Solis Film

Vertrieb/Kontakt Intramovies

Auszeichnungen (Auswahl) Golden Rose Festival

2017: Bestes Spielfilmdebüt; Haifa IFF 2017:

Nominerung für den Golden Anchor Award

Biografie Rouzie Hassanova

Rouzie Hassanova wurde 1980 in Bulgarien geboren.

1998 zog sie für das Studium Film und Video

am College of Printing (LCC) nach London. Rouzie

arbeitet seit fast einem Jahrzehnt in verschiedenen

Bereichen der Filmindustrie, vor allem aber als Drehbuchautorin.

Sie hat bei einer Reihe von Kurzfilmen

Regie geführt. Radiogram ist ihr erster Langfilm.

Filmografie Rouzie Hassanova (Auswahl)

2017 Radiogram

2014 Vicky the Musical

2013 Tree Without a Root

RADIOGRAM

Der Film spielt im Jahr 1971 und erzählt die

Geschichte eines Vaters, der 100 Kilometer

in die nächste Stadt geht, um für seinen

vom Rock’n’Roll besessenen Sohn ein Radio

zu kaufen – in Bulgarien unter dem

kommunistischen Regime durchaus keine

Selbstverständlichkeit. Rouzie Hassanovas

Radiogram wurde im Rhodopen-Gebirge

gedreht, wo seinerzeit vor allem Tabak angebaut

wurde und wo die Regisseurin aufgewachsen

ist. Ein weiterer Grund für die

Wahl dieses Schauplatzes ist auch die Tatsache,

dass es sich bei den Ereignissen im Film

um wahre Begebenheiten handelt. Es geht

nämlich um Hassanovas Großvater und ihren

Vater. Sie selbst bezeichnet ihre bulgarisch-polnisch-türkische

Koproduktion als

einen „Film über die Freiheit und die Macht

der Musik“. Die Musik habe die jungen Menschen

im Osten Europas – trotz aller Schwierigkeiten

und Behinderungen durch die

strenge Zensur – inspiriert, erfreut und „am

Leben erhalten“. Nicht zuletzt habe auch der

Fall der Berliner Mauer mit dem Freiheitswillen

zu tun gehabt, den die Menschen aus ihrer

Begeisterung für die Rockmusik gewonnen

hätten. Sogar Michail Gorbatschow, so

heißt es, habe einmal gesagt, die Beatles

hätten den Kommunismus zu Fall gebracht.

Radiogram wurde 2017 als Bestes Spielfilmdebüt

beim nationalen bulgarischen Golden

Rose Festival in Varna ausgezeichnet.

The movie takes place in 1971 and tells

the story of a father, who walks 100 kilometres

to the next city, just to buy a radio

for his rock 'n' roll addicted son – which is

no easy task in communist Bulgaria. Rouzie

Hassanova’s Radiogram was shot in

the Rhodope Mountains, where tobacco

is grown and where the director grew up.

Another reason for picking this film location

is the fact, that the movie is based

on a true story. It's about Hassanova's

grandfather and her father. She herself

describes her Bulgarian-Polish-Turkish

coproduction as a “film about freedom

and the power of music.” Despite all the

difficulties and censorship interferences,

the people in Eastern Europe were

inspired by music; it gave them joy and

kept them alive. Rock music gave people

the desire for freedom, which is to blame

for the fall of the Berlin Wall. Rumour has

it that even Mikhail Gorbachev said that

the Beatles put an end to communism.

In 2017 Radiogram was honoured as the

best feature film debut at the national

Bulgarian Golden Rose Festival in Varna.

SECRET INGREDIENT

Iscelitel

Vele lebt nach dem Unfalltod seiner Mutter

und seines Bruders allein mit seinem Vater

Sazdo in Skopje. Dieser hat Lungenkrebs

im Endstadium. Vele sucht verzweifelt nach

einer Heilmethode, doch die Medikamente

sind für den Eisenbahnarbeiter viel zu teuer.

Zusammen mit seinen Kollegen wird er von

der Polizei beauftragt, bei der Suche nach

geschmuggelten Drogen in den Zügen zu

helfen. Tatsächlich findet Vele eines Tages

ein Päckchen Marihuana, das er für sich behält.

Nach Anleitung eines Internet-Rezeptes

bäckt er daraufhin einen „Space Cake“, und

siehe da: Seinem Vater geht es bald merklich

besser, der behandelnde Arzt spricht von

einem Wunder. Auch Sazdos Nachbar Tode

scheint von seinem Rheuma zu genesen.

Die beiden alten Männer durchwühlen die

Wohnung nach dem Geheimrezept – aber

das ist nicht Veles einziges Problem: Alle Welt

will sein Wunderheilmittel, und außerdem

sind ihm die Drogendealer auf den Fersen.

Gjorce Stavreskis Spielfilm ist eine unterhaltsame

Komödie mit durchaus dunklen Untertönen:

Während die Regierung Protzbauten

errichtet, ist die medizinische Versorgung

im krisengebeutelten Mazedonien offenkundig

schlecht. Und die Vater-Sohn-Beziehung

verläuft auch nicht reibungslos, weil

Vele sich seinem verstorbenen Bruder, der

die Universität absolviert hat, unterlegen

fühlt. Ein überaus gelungenes Erstlingswerk.

After his mother’s and brother’s untimely

death, Vele is left to live with his father Sazdo

in Skopje, who is terminally ill with lung

cancer. Vele is desperate for a cure, but the

medication is too expensive. He is a railway

mechanic and has been assigned with his

colleagues to help the police in finding

drugs smuggled within the trains. One day,

Vele does indeed find a package of marijuana,

which he chooses to keep for himself.

After doing some Internet research, he

finds a recipe for a ‘space cake’ and decides

to bake it for his father. Alas, Sazdo’s condition

improves; his doctor goes even as far as

to call it a miracle. Even Sazdo’s neighbour

Tode recovers from his rheumatism. Both

men turn the apartment upside down in

search of the mysterious recipe – but this is

not Vele’s only problem. He has drug dealers

on his heels. Gjorce Stavreski’s feature film is

an enjoyable comedy with rather dark undertones,

showing how, whilst the government

builds over-the-top buildings, medical

care is extremely lacked. The father-son

relationship is, on top of that, not without

its own ups and downs. A grand debut.

Spielfilm. Mazedonien | Griechenland 2017

Sprache Mazedonisch mit engl. UT

Länge 104 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Gjorce Stavreski

Kamera Dejan Dimeski

Schnitt Martin Ivanov

Musik Branislav Nikolov

Produzent Gjorce Stavreski

Koproduzentinnen Konstantina Stavrianou,

Irini Vougioukalou

Darsteller

Vele Blagoj Veselinov

Sazdo Anastas Tanovski

Dzhem Aksel Mehmet

Mrsni Aleksandar Mikic

Koki Miroslav Petkovic

Produktion Fragment Film, GRAAL S.A.

Vertrieb/Kontakt WIDE

Auszeichnungen (Auswahl) Thessaloniki FF 2017:

Audience Award/Best Film; Tallinn Black Nights FF

2017: Nominierung für das beste Spielfilmdebüt

Biografie Gjorce Stavreski

Der Regisseur, Produzent und Drehbuchautor

Gjorce Stavreski wurde 1978 in Skopje, Mazedonien,

geboren. Er absolvierte Filmregie an der

dortigen Hochschule der Bildenden Künste. Er ist

ein preisgekrönter Film- und Videofachmann, der

Kurzfilme, Dokumentationen und bereits über

hundert Werbefilme produziert hat. Seine Filme

haben mehrfach internationale Preise gewonnen.

Sein Spielfilmdebüt Secret Ingredient hat 2015 den

Pitch Award bei den Berlinale Talents bekommen.

Filmografie Gjorce Stavreski (Auswahl)

2013 Audition Material

2012 Skopje Lovers

2005 Adam and Eve


110 Wettbewerb Promising Debuts

Wettbewerb Promising Debuts 111

Spielfilm. Serbien 2017

Sprache Englisch, Serbisch mit engl. UT

Länge 90 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Predrag Jakšić

Kamera Boris Šebez

Schnitt Ana Sremac

Musik Saša Milošević Mare

Produzent Miodrag Jakšić

DarstellerInnen

Steve/Stojan Petrović Lazar Rockwood

John Nick Mancuso

Marija Dubravka Mijatović

Michael Shreder Michael Paré

Mann in schwarzem Anzug John Savage

Produktion Arte Beograd

Vertrieb/Kontakt Arte Tim

Biografie Predrag Jakšić

Der Regisseur Predrag Jakšić (*1972) studierte Dramaturgie

an der Fakultät für darstellende Künste

in Belgrad und promovierte in Theorie, Kultur und

Medien am Institut für Dramatische Künste. Jakšić

inszenierte vier Kurzfilme und mit The Return seinen

ersten Spielfilm. Er schreibt auch Gedichte, Theaterstücke,

Kurzgeschichten und lebt in Stara Pazova,

Serbien.

Filmografie Predrag Jakšić (Auswahl)

2016 The Return

2013 A Poet

2013 The Ceramics of the Spirit

2011 Above the Mud

2009 Children

THE RETURN

Povratak

The Return ist eine Art psychologische

Studie. Der Film erzählt von Steve (ehemals

Stojan) Petrović, einem Serben, der

nach 40 Jahren in seine Heimatregion, die

Vojvodina, zurückkehrt. In dem kleinen

Dorf, aus dem er einst nach Amerika auswanderte,

kennt er allerdings niemanden

mehr. Nachdem seine Familie in den USA

von einer Tragödie heimgesucht wurde,

will er vor allem Abstand gewinnen und

versuchen, in seiner alten Heimat Frieden

zu finden. In seinem Gefolge kommen

seine Freunde aus Amerika, die ihn zurückholen

wollen, um seiner selbst willen, wie

sie sagen. Aber ob ihre Absichten wirklich

so edel sind, ist durchaus zweifelhaft. Zumindest

ist Stojan von Misstrauen erfüllt.

Jedenfalls ist das kleine Dorf plötzlich belebt

wie nie zuvor. Der serbische Regisseur

Predrag Jakšić behandelt in seinem ersten

langen Spielfilm auf beeindruckende Weise

das Thema Heimat bzw. Heimatlosigkeit

und Entwurzelung. Der Filmemacher kann

sich bei seinem Debüt auf prominente

Kräfte verlassen: Als Stojan/Steve ist der vor

fast 50 Jahren nach Nordamerika ausgewanderte

kanadische Schauspieler Lazar

Rockwood zu sehen, weitere Hauptrollen

werden unter anderem von Nick Mancuso,

Michael Pare und John Savage gespielt,

der einst in Michael Ciminos The Deer

Hunter eine prominente Rolle übernahm.

The Return could be described as a psychological

study about Steve (former

Stojan) Petrović, a Serb, who returns

to his home region Vojvodina after 40

years. He doesn’t know anyone anymore

in this small village he once left to emigrate

to America. After his family was

afflicted with a tragedy in the US he

wants to gain distance and tries to find

peace in his old homeland. In his entourage,

his friends from America come visit

and wish to take him back, for his own

sake, or so they say. But their noble intentions

seem rather dubious than honest.

At least Stojan is full of mistrust and

suspicions. Anyway, suddenly the small

village is as busy as never before. Serbian

director Predrag Jakšić impressively raises

awareness of home vs homelessness

and uprooting in his first feature film. The

filmmaker can rely on prominent forces

here: as Stojan/Steve we see the Canadian

actor Lazar Rockwood, who emigrated

to North America almost 50 years

ago. Further leading roles are played by

Nick Mancuso, Michael Pare and John

Savage, who once had a prominent part

in Michael Cimino’s The Deer Hunter.

TOWER. A BRIGHT DAY

Wieża. Jasny dzień

Ein strahlender Tag, wahrhaftig: Die Sonne

scheint, es ist Sommer, alles leuchtet grün.

Die kleine Nina freut sich auf ihre Erstkommunion

und auf den Besuch ihres Onkels

und ihrer Tante Kaja, die – was Nina nicht

weiß – in Wahrheit ihre leibliche Mutter ist

und die letzten sechs Jahre auf rätselhafte

Weise abwesend war. Nina hält Mula

für ihre Mutter, bei der sie aufgewachsen

ist. Die Spannungen zwischen Mula und

ihren beiden Geschwistern sind offensichtlich,

und es gibt wohl einiges aus der

Vergangenheit, was nicht offen angesprochen

wird. Mula macht sich große Sorgen,

dass Kaja Nina zu nahe kommen und sie

ihr entfremden könnte. Nervös beobachtet

sie die Begegnungen zwischen ihrer

Schwester und dem Kind. Je länger der

Film andauert, desto heftiger werden die

Irritationen – auf der erzählerischen, der

akustischen und der visuellen Ebene, aber

vor allem atmosphärisch, zwischen den

Erwachsenen. Als Ninas Großmutter plötzlich

von ihrer schweren Krankheit geheilt

wird und der Pfarrer bei der Messe seinen

Text vergisst, wird allmählich klar, dass hier

mysteriöse Vorgänge im Spiel sind. Regisseurin

Jagoda Szelc, die für ihren ersten

Langfilm mehrere Preise erhielt, versteht

es geschickt, eine geradezu unheimliche

Spannung aufzubauen und die scheinbare

Idylle in ihren Grundfesten zu erschüttern.

A bright day, indeed: The sun is shining, it's

summer, everything shines green. Little

Nina is excited about her First Communion

and the visit of her uncle and her aunt

Kaja, who – which Nina doesn't know – is

in truth her birth mother and was mysteriously

absent for the last six years. Nina

considers Mula to be her mother, since

she grew up with her. The tensions between

Mula and her two siblings are obvious,

and there are some things from their

past, which are not openly addressed.

Mula is scared that Kaja could come too

close to Nina and take her away from

her. Nervously, she observes the encounters

between her sister and the child. The

longer the movie lasts, the more intense

the irritations become on narrative, acoustic

and visual levels, but especially on an atmospheric

level between the adults. When

Nina’s grandmother is suddenly cured of

her serious illness and the pastor forgets his

text at the mass, it gradually becomes clear

that mysterious events are taking place.

Director Jagoda Szelc, who received several

awards for her first feature-length film,

knows how to create an eerie tension and

shatter the apparent idyll in its foundations.

Spielfilm. Polen 2017

Sprache Polnisch mit engl. UT

Länge 106 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Jagoda Szelc

Kamera Przemysław Brynkiewicz

Schnitt Anna Garncarczyk

Musik Teoniki Rożynek

Produzent Marcin Malatyński

KoproduzentInnen Agnieszka Janowska,

Paweł Kosuń, Jacek Nagłowski

DarstellerInnen

Mula Anna Krotoska

Kaja Małgorzata Szczerbowska

Michał Rafał Cieluch

Andrzej Rafał Kwietniewski

Anna Dorota Łukasiewicz-Kwietniewska

Produktion Indeks Film Studio

Vertrieb/Kontakt Indeks Film Studio

Auszeichnungen (Auswahl) Polish FF 2017:

Bestes Regiedebüt, Bestes Drehbuch

Biografie Jagoda Szelc

Jagoda Szelc, geboren 1984 in Wrocław, Polen, ist

Regisseurin und Drehbuchautorin. Sie studierte

an der Akademie für Kunst und Design in Wrocław

und später Regie an der Polnischen Nationalen

Film-, Fernseh- und Theaterschule in Łódź. Ihre

Filme wurden bereits auf einigen Festivals gezeigt.

Beim 42. Polnischen Filmfestival 2017 in Gdynia

wurde sie für das beste Regie-Debüt und das beste

Drehbuch ausgezeichnet.

Filmografie Jagoda Szelc (Auswahl)

2017 Tower. A Bright Day

2015 A Short Walk

2013 Such a Landscape


KURZFILM-

WETTBEWERB

Short Film Competition

Arash und Arman T. Riahi

Kuratoren für den Kurzfilm-Wettbewerb

Curators of the Short Film Competition

FOTO: JÖRG BURGER

FOTO: PRIVAT

Die BesucherInnen des LET’S CEE Film Festivals sind zumindest in einer Sache vereint: Sie sitzen gemeinsam

im Kino und sehen den heurigen Kurzfilmwettbewerb (zum Thema „Together or Apart“, bei

freiem Eintritt, wohlgemerkt!). Generell hat man ja momentan den Eindruck, Unterschiede zählten

mehr als Gemeinsamkeiten. Es ist schwierig, in einer Welt, die auf Differenzen baut, das Gemeinsame

hervorzuheben. Aber es ist möglich und das Kino ist ein Ort an dem die gemeinsame Liebe zu Geschichten,

zu Bildern, zu Emotionen regiert. Im Kino können wir unsere Differenzen – zumindest für die

Länge des Kurzfilmblocks – hinter uns lassen. Was nicht heißt, dass wir uns danach die Köpfe einschlagen

sollten. Denn das Kino fördert unsere Fähigkeit zum Diskurs und beflügelt unsere Fantasie – zwei

wichtige Eigenschaften, von denen wir heute das Gefühl haben, sie kämen mehr und mehr abhanden.

Eine Sommerresidenz in Ex-Jugoslawien, die täglich die besten Speisen auftischt, nur weil Marschall

Tito möglicherweise auf Besuch kommen könnte (Éclair). Die Möglichkeit eines Krieges mitten

in Europa und die Unmöglichkeit, damit zu leben (The Best Fireworks Ever). Das Hinterfragen

alter Traditionen wegen eines technischen Fehlers in der Hochzeitsnacht (The Second Bullet). Das

Ausbrechen einer starrköpfigen Jugendlichen aus heteronormativen Strukturen und ein feministischer

Anschlag auf das religiöse Patriarchat (Would You Look at Her). Die Welt aus den Augen eines

Kindes, das anders ist als die anderen (Hide and Seek). Die Rückkehr zur Vergangenheit, die von

Unsicherheit, aber auch von Hoffnung geprägt ist (Into the Blue). Das bevorstehende Zerbrechen

einer innigen Freundschaft (Dancing Girls). Ein unwahrscheinliches Wiedersehen in einem fremden

Land (Die Geschichte vom Eisbär, der nach Afrika wollte). Die zufällige Begegnung mit einem

Fremden, die einen an der eigenen Vergangenheit zweifeln lässt (The Hitcher). Die Wahl zwischen

Richtig oder Falsch, verlassen zu werden oder blind zu folgen (Forgive Me). Eine Frage der Moral

vs. eine Frage des Geldes (Welcome). Die Gelegenheit eines Neuanfangs für einen heruntergekommenen,

boxenden Weihnachtsmann (Knockdown). Eine verspiegelte Aufzugkabine, in der die

Wirklichkeit unendlich oft variiert (Reflections Full of Life). Die ruhige Reflexion über das Leben

und die Menschheit auf einem See (They Come from the Center oft the World). Oder der Tod des

Bruders, der untrennbar mit dem eigenen Schicksal verbunden ist (I’m Staying). Das sind Kurzfilme,

die ihren großen Vorbilden um nichts nachstehen, wenn es darum geht, Gedanken zu evozieren,

dem Publikum die eigenen Unzulänglichkeiten und Schwächen vor Augen zu führen. Denn

für das Fortleben unserer Gemeinschaft erscheint heute kaum etwas wichtiger, als die Fähigkeit,

die eigenen Fehler zu erkennen und einzugestehen. Sogar wenn man Gefahr läuft, verspottet

zu werden. Mit guten Filmen ist es wie mit guten Freunden: Sie schaffen es, uns zu entblößen.

Wir wünschen eine gute Projektion!

Visitors of the LET'S CEE Film Festival are united in one thing: they get to sit together in the

cinema halls and watch this year’s Short Film Competition (on the topic "Together or Apart"

with free admission!). In general, one has the impression that differences count more than

similarities. It is difficult to emphasise the common in a world based on differences. But it is

possible and the cinema is a place where the common love for stories, images, and emotions

continues to reign. In the cinema we can leave our differences behind – at least for the duration

of a short film screening. This doesn't mean that we should bash each others heads

after the screening. Cinema promotes our capacity for critical engagement and inspires our

imagination – two important qualities that we feel are getting lost more and more nowadays.

A summer residence in ex-Yugoslavia serving up the best food every day, just in case Marshal

Tito comes to visit (Éclair). The possibility of war in the middle of Europe, and the impossibility

of living with it (The Best Fireworks Ever). Questioning old traditions because of a

technical error during the wedding night (The Second Bullet). A stubborn teenage girl breaking

with heteronormative structures and a feminist assault on religious patriarchy (Would

You Look at Her). The world from the eyes of a child that is different from others (Hide and

Seek). The return to the past, marked by uncertainty, but also by hope (Into the Blue). The

imminent shattering of a close friendship (Dancing Girls). An unlikely reunion in a foreign

land (The Story of the Polar Bear that Wanted to Go to Africa). A chance encounter with a

stranger that makes one doubt their own past (The Hitcher). The choice between right and

wrong, between being abandoned or following blindly (Forgive Me). A question of morality

versus a question of money (Welcome). The opportunity of a fresh start for a rundown

boxing Santa Claus (Knockdown). A mirrored elevator in which reality varies infinitely (Reflections

Full of Life). A quiet reflection on life and humanity on a lake (They Come from the

Center of the World). Or the death of the brother which is inextricably linked to one's own

destiny (I'm Staying). These are short films that are in no way inferior to feature length movies

when it comes to evoking thoughts and making the public aware of their own shortcomings

and weaknesses. For the survival of our community, nothing seems more important today

than the ability to recognise and admit one's own mistakes, even if one runs the risk of being

ridiculed. A good movie is like a good friend: it manages to expose us for who we are.

We wish you a great viewing experience!

Kurzfilm-Wettbewerb 113


ÉCLAIR / Ekler

FORGIVE ME

THE HITCHER / Poputchik

INTO THE BLUE / U plavetnilo

I’M STAYING / Ya ostayus

THEY COME FROM THE CENTER OF THE WORLD

MCD 2016 | 30 min. | Mazedonisch mit engl. UT | Marko Gjokovik

KOS 2018 | 15 min. | Albanisch mit engl. UT | Besim Ugzmajli

BLR 2017 | 20 min. | Russisch mit engl. UT | Anastasiya Miroshnichenko

CRO/SLO 2017 | 22 min. | Kroatisch mit engl. UT | A. Alamat Kusijanović

RUS 2017 | 20 min. | Russisch mit engl. UT | Grigoriy Kolomiytsev

MCD 2017 | 16 min. | Spanisch, Mazedonisch mit engl. UT | Dina Duma

In der mazedonischen

Stadt Ohrid befindet

sich die Sommerresidenz

von Tito. Für den

Fall, dass der Marschall

dort auftauchen sollte,

wird jeden Tag ein

mehrgängiges Menü

aufgetischt. Eines Tages bekommt Marko, der Sohn der Köchin, die

Gelegenheit, die streng verbotenen Köstlichkeiten zu probieren.

Nachdem er von einem

radikalen Imam manipuliert

wurde, schließt

sich der junge Kosovare

Bujar einer syrischen

Terrormiliz an.

Um seine Frau Mimoza

nachzuholen, bittet er

seinen Bruder Agron um Hilfe. Agron will seine Schwägerin schützen,

doch Bujar erpresst sie damit, sie für eine Kriegswitwe zu verlassen.

Unbekannte im Zug,

die sich über Probleme

unterhalten, die sie

sonst keinem anvertrauen

würden. Das ist

die perfekte Kulisse für

einen jungen Mann,

der den Tod seines entfremdeten

Vaters zu verarbeiten versucht. Gefangen zwischen Hass und

Trauer fragt sich Alex, ob es Vaterliebe war, was er als Kind verspürte.

Shorts Comp 1 Shorts Comp 1 Shorts Comp 1

Die 13-jährige Julija

flieht mit ihrer Mutter

vor dem gewalttätigen

Vater zurück in ihr

Heimatdorf. Dort trifft

sie ihre beste Freundin

Ana wieder, welche

aber inzwischen nur

noch Augen für einen Jungen hat. Mit ihrer Eifersucht weiß Julija

nur so umzugehen, wie sie es von zuhause kennt: mit Gewalt.

Seryozha lebt mit seiner

Mutter in einer Ortschaft

an der eisigen

russischen Küste, an

der die Menschen vom

Fischfang oder vom Ölgeschäft

leben. Die erschütternde

Nachricht,

Shorts Comp 2

dass sein Bruder umgebracht wurde, erreicht die Familie, und Seryozha

macht sich mit einem Sarg auf, um des Bruders Leichnam zu holen.

In gebrochenem Spanisch

reflektiert ein unbekannter

Mann über

das Leben und rudert

am Fluss irgendwo in

der Wildnis umher. Auch

über Monster oder

Menschen, die er trifft,

denkt er nach. Und über seine alte chinesische Vermieterin, die nichts

mit der Wahrheit am Hut hat und jeden Abend das gleiche Lied singt.

Shorts Comp 2 Shorts Comp 2

The Macedonian town of Ohrid is where Tito has his summer residence.

Every day a multi-course menu is served, just in case the Marshall

comes to visit. One day, Marko, the cook’s son, gets the chance to taste

from the delicious, yet forbidden meal.

After being manipulated by a radical imam, the young Kosovar Bujar

joins a Syrian terrorist militia. He asks his brother Agron for help to get

his wife Mimoza to join him. Agron wants to protect his sister-in-law,

but Bujar blackmails her by threating to leave her for a war widow.

Strangers on the train who discuss problems they would never tell anyone

else about. This is the perfect setting for a young man who tries to come

to terms with the death of his estranged father. Trapped between hate and

sadness, Alex questions whether it really was love that he felt as a child.

13-year old Julija flees with her mother from her violent father back to

their home village. She is reunited with her best friend Ana who now

has only eyes for a boy. Julija deals with her jealousy the only way she

knows: with violence.

Seryozha lives with his mother in a village on the icy Russian coast,

where people make a living out of fishing and the oil business. News

of Seryozha’s brother’s death reaches the family. Thus, the young man

heads off with a coffin to pick up his brother’s corpse.

An unknown man rows around the river somewhere in the wilderness

and reflects on his life in broken Spanish. He also thinks about monsters

and the people he meets. And about his old Chinese landlady, who

doesn’t have any interest in the truth and sings the same song every night.

THE BEST FIREWORKS EVER

Najpiękniejsze fajerwerki ever

POL 2017 | 29 min. | Polnisch mit engl. UT | Aleksandra Terpińska

HIDE AND SEEK / Bújócska

HUN 2017 | 14 min. | Ungarisch mit engl. UT | Benő Gábor Baranyi

WELCOME

HUN 2017 | 30 min. | Ungarisch, Serbisch mit engl. UT | Balázs Dudás

THE SECOND BULLET / İkinci gülle

AZE 2017 | 19 min. | Aserbaidschanisch mit engl. UT | Natig Rasul

THE STORY OF THE POLAR BEAR

THAT WANTED TO GO TO AFRICA

AUT 2017 | 28 min. | Arabisch mit engl. UT | Mo Harawe

WOULD YOU LOOK AT HER

MCD 2017 | 19 min. | Mazedonisch mit engl. UT | Goran Stolevski

In einer fiktiven europäischen

Stadt vereinbaren

drei Freunde am

Vormittag, abends auf

eine Party zu gehen.

Doch nur wenige Stunden

später bricht ein

militärischer Konflikt

aus, der die Stadt ins Chaos stürzt. Innerhalb eines einzigen Tages

müssen die Protagonisten ihre Zukunftspläne von Grund auf ändern.

Matyi ist ein aufgewecktes

Kind, jedoch

kennt er keine Grenzen.

Nur sein Vater hat

Geduld mit ihm. Seine

Mutter leidet unter

der extremen Armut

der siebenköpfigen

Shorts Comp 1

Familie und der Trinksucht ihres Mannes. Als der Vater die Familie im

Streit verlässt, treibt die Überforderung sie zu einer Verzweiflungstat.

Nach mehrjähriger Trennung

ziehen der 18-jährige

David und seine

Mutter zurück zu

seinem Vater nach

Ungarn. Die ohnehin

angespannten Familienverhältnisse

werden

auf die Probe gestellt, als die Eltern erfahren, dass ihr Sohn Geld verdient,

indem er Flüchtlinge über die ungarische Grenze schmuggelt.

Shorts Comp 1 Shorts Comp 2

Bei der Hochzeitsfeier

Gescheiterte Träume

Aneta, ein wilder und

herrscht ausgelassene

und pragmatische Entscheidungen

starrköpfiger Teenager,

Stimmung unter den

stehen

kann sich mit den pa-

Männern. Nach der

im Zentrum dieses

triarchalischen Strukturen

Hochzeitsnacht verkünden

zwei traditionelle

Kurzfilms über ein vormaliges

Liebespaar aus

in ihrem Leben

nicht anfreunden. Um

Gewehrschüsse die geglückte

Zeremonie und

Shorts Comp 2 vielen Jahren in Slowe-

Shorts Comp 3 sen, unterzieht sie sich

Syrien, das sich nach

ihre Probleme zu lö-

Shorts Comp 3

die Jungfräulichkeit der Angetrauten. Doch das Geschoss ist defekt, nur

ein Schuss wird abgefeuert. Das Dorf hinterfragt die Würde der Braut.

nien wiederfindet. Ahmet lebt dort als Asylwerber. Aisha ist erst eingetroffen,

möchte aber illegal weiter nach Österreich zu ihrem Mann.

einem (bisher) ausschließlich männlichen Ritual. Der Film gewann unter

69 Kurzfilmen den Preis der Jury beim Sundance Film Festival 2018.

In a fictitious European city three friends plan in the morning on

going to a party that same evening. Before they can actually go as

planned, a military conflict plunges the city into chaos. In a single day,

the protagonists’ futures are changed forever.

Matyi is a bright child, but knows no boundaries. Only his father has patience

with him. His mother suffers from the family’s extreme poverty

and from her husband’s drinking addiction. After her husband leaves

the family during a fight, her exhaustion leads her to a desperate act.

After being separated for years, 18-year-old David and his mother

move back to David’s father in Hungary. The already tense family circumstances

are heavily tested when the parents discover that David

is making money by smuggling refugees across the Hungarian border.

A wedding celebration is on its way. The male attendants go wild. After the

wedding night two rifle shots traditionally signify a successful wedding night

and the intact virginity of the bride. But when the rifle malfunctions and

only one bullet is fired, the bride’s virtue is scrutinised by the whole village.

Shattered dreams and pragmatic decisions are at the heart of this film.

Former lovers, the Syrians Aisha and Ahmet, meet in Slovenia by chance

after three years. While Ahmet seeks asylum in Slovenia, Aisha wants

to make her way illegally to Austria where her husband awaits her.

Aneta, a wild and stubborn teenager, can’t accept the patriarchal

structures dominating her life. In order to solve her problems, she partakes

in a ritual reserved only for men. Until now. Would you look at

her won the Short Film Jury Award at the Sundance Film Festival 2018.

114 Kurzfilm-Wettbewerb

Kurzfilm-Wettbewerb 115


DANCING GIRLS / Dans Eden Kızlar

TUR 2018 | 15 min. | Türkisch mit engl. UT | Zeynep Köprülü

REFLECTIONS FULL OF LIFE

BUL 2017 | 26 min. | Bulgarisch mit engl. UT | Marieta Petchanska

KNOCKDOWN / Nokdaun

UKR 2017 | 20 min. | Ukrainisch mit engl. UT | Anton Skrypets

Melis steht kurz davor,

Die junge Kim sucht

Schlechte Gewohnheiten

mit ihrer Familie die

im Nachtleben der

haben Savas Karrie-

Türkei zu verlassen und

bulgarischen Hauptstadt

re ruiniert. Vor langer

ins Ausland zu ziehen.

Während sie sich darauf

freut, ein neues Leben

Sofia nach Verre

gnügen und der wahren

Liebe, doch was

Zeit erfolgreich, ist er

heute Elektriker, der

im Winter als Väter-

zu beginnen, kann

sie findet, ist ihr nicht

chen Frost Extra-Brötgnügen

Aslı, ihre beste Freundin

Shorts Comp 3 genug. Ständig begleitet

Shorts Comp 3 chen verdient. Eines

Shorts Comp 3

seit Kindestagen, dem Umzug nichts abgewinnen. Am letzten ge-

meinsamen Sommertag gehen die Gefühle mit den Mädchen durch. sie die Frage, ob die Welt, in der wir leben, tatsächlich die

einzige ist. Eines Nachts öffnet sie eine Tür zu einer anderen Realität.

Tages trifft Sava auf einen gesprächigen jungen Mann, der ihm eines

seiner Pakete stiehlt. Der Vorfall hat unerwartete Konsequenzen.

Melis is about to leave Turkey with her family and move abroad. As she

looks forward to starting a new life, Aslı, her best friend from childhood

days, can’t support her friend’s moving plans. On their last summer day

together, their feelings overwhelm them.

Young Kim is looking for pleasure and true love in the nightlife of the

Bulgarian capital Sofia, but what she finds is not enough for her. She

constantly indulges the question of whether the world we live in is

really the only one. One night she opens a door to another reality.

Bad habits ruined Sava’s career. Having been successful a long time ago,

he now works as an electrician who earns extra money by dressing up as

Ded Moroz in the winter. One day, Sava meets a talkative young man who

steals one of his parcels. The incident has unexpected consequences.

LODERER

Kunstgießerei

?

Kunstgießerei Loderer - Mühldorf 3 - 8330 Feldbach

Tel: (+43) 03152/2847 - Mobil: (+43) 0676/7908844 - E-Mail: kunstguss@loderer.at

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DONNERSTAG

POLITIK NATIONAL UND

INTERNATIONAL


LET‘S CEE

Film Festival

16.04, 17.04

POROROCA

Constantin Popescu

Feature Film Competition

BEST ACTOR

San Sebastián

International

Film Festival

2017

13.04, 14.04

BROKEN

Alex Mironescu

Shorts 5 - Out Of Competition

Argentinierstrasse 39, 1040 Wien

www.rkiwien.at /RKIWien.ICRViena

MEDA OR THE NOT SO

BRIGHT SIDE OF THINGS

Emanuel Pârvu

Promising Debuts Competition

BEST

DIRECTOR

Heart of

Sarajevo

2017

18.04, 19.04

13.04, 18.04

THE LAST KALDERASH

Elena Stancu, Cosmin Bumbuţ

East Silver Caravan

SPECIAL

MENTION

Millenium

International

Documentary

Film Festival

Bruxelles

2017

presents

ROMANIAN

HIGHLIGHTS:

BEST

ACTOR

Heart of

Sarajevo

2017

19.04, 20.04

CHARLESTON

Andrei Creţulescu

Promising Debuts Competition

JURY SPECIAL

MENTION

Minsk

International

Film Festival

2017

18.04, 19.04

MARIŢA

Cristi Iftimie

Discoveries

FEDEORA

AWARD

Karlovy Vary

International

Film Festival

2017

Women and War

Retrospective

14.04

THE HEROINE FROM JIU

Ion Niculescu-Brună

1930

16.04, 18.04

SOLDIERS NEVER CRY

Dinu Cocea

1978

More Romanian

Highlights:

CROSSING EUROPE

Filmfestival Linz

25.-30. April 2018

EAST SILVER CARAVAN

East Silver Caravan ist ein Projekt des in Prag angesiedelten Instituts

für den Dokumentarfilm und verhilft hervorragenden, aber

weniger beachteten Dokus aus dem zentral- und osteuropäischen

Raum zu mehr Präsenz auf Filmfestivals.

LOVING ACTIVISM AGAIN?

Diskussion an der Universität Wien

Die Länder Zentral- und Osteuropas haben in den letzten Jahren

ein Aufblühen des Aktivismus erlebt. Das zeigt sich auf verschiedenen

gesellschaftlichen Ebenen und reicht von lokalen

Initiativen über landesweite Proteste bis hin zu global vernetzten

Bewegungen. BürgerInnen setzen sich für die Umwelt oder für

Rechtsstaatlichkeit ein und protestieren gegen Sparpolitik oder

eine korrupte politische Elite. Zeitgleich nehmen auch anti-pluralistische

Proteste zu, die für eine national homogene kulturelle

Identität und gegen die Rechte von LGBTIQ oder Geflüchteten

eintreten. Drei weitere Dokumentarfilme, die sich beim LET’S CEE

Film Festival dem Thema Aktivismus widmen, werden kurz vorgestellt.

Nach einem Input von Prof. Dr. Tina Olteanu vom Institut für

Politikwissenschaft der Universität Wien diskutieren Filmschaffende

aktuelle Entwicklungen von Aktivismus und gesellschaftliche

Veränderungen in der Region, gehalten in englischer Sprache.

Gäste: Askold Kurov (The Trial), Apolena Rychlíková (The Limits of

Work) und Bartosz Staszewski (Article 18)

Moderation: Tobias Spöri (Uni Wien)

Datum: 18. April 2018, 16:45–18:15 Uhr

Ort: Hörsaal 2, Erdgeschoß, Neues Institutsgebäude (NIG),

Universitätsstraße 7, 1010 Wien

East Silver Caravan is a project of the Institute of Documentary

Film in Prague which helps outstanding but less validated Central

and Eastern European documentaries to achieve a greater presence

at film festivals.

LOVING ACTIVISM AGAIN?

Discussion at the University of Vienna

In recent years, countries in Central and Eastern Europe have

seen activism flourish. This can be observed across various levels

of society and ranges from local initiatives and countrywide

protests to globally connected movements. Citizens campaign

for the environment and constitutionality and protest against

austerity plans and the corrupt political elite. At the same time,

however, anti-pluralistic protest increases – arguing for a homogenous

cultural identity and standing against the rights of the

LGBTIQ community or refugees. The discussion will include the

introduction of three other LET’S CEE documentaries on the topic

of activism. Following opening remarks by Prof. Dr. Tina Olteanu

from the Institute for Political Science at the University of Vienna,

filmmakers will discuss recent developments in activism and social

changes in the CEE region. The panel will be held in English.

Guests: Askold Kurov (The Trial), Apolena Rychlíková (The Limits of

Work) and Bartosz Staszewski (Article 18)

Host: Tobias Spöri (University of Vienna)

Date: 18 April 2018, 16.45–18.15

Location: Auditorium 2, ground floor, Neues Institutsgebäude (NIG),

Universitätsstraße 7, 1010 Vienna

East Silver Caravan 119


120 East Silver Caravan

East Silver Caravan 121

Dokumentarfilm. Polen 2017

Sprache Polnisch mit engl. UT

Länge 75 min.

Format BluRay

Farbe

Regie & Schnitt Bartosz Staszewski

Drehbuch Hubert Sobecki, Sławomir Wodzyński

Kamera Bartosz Staszewski, Inga Pawłowska

Ton Michał Woźniak

Produzenten Sławomir Wodzyński,

Bartosz Staszewski

Produktion Bartosz Staszewski

Vertrieb/Kontakt Bartosz Staszewski

Biografie Bartosz Staszewski

Der polnische Regisseur und Filmproduzent Bartosz

Staszewski ist in Schweden geboren und aufgewachsen.

Durch die Fotografie machte er erste Bekanntschaft

mit den visuellen Medien. Er begann,

Kurzfilme zu drehen und besuchte Kurse der polnischen

Dokumentarfilmerin Maria Zmarz-Koczanowicz.

Bartosz hat keinen Abschluss einer Filmschule

– er lernte viel durch das Ausprobieren und Beobachten.

Menschenrechte sind ein wichtiges Thema

für ihn. Sein Debütfilm Pill Junkies wurde auf internationalen

Filmfestivals in Jihláva, Bagdad und Krakau

präsentiert.

Filmografie Bartosz Staszewski (Auswahl)

2017 Article 18

2015 Pill Junkies

ARTICLE 18

Artykuł osiemnasty

Article 18 ist ein Dokumentarfilm, der zu erklären

versucht, warum Polen es bis heute

nicht geschafft hat, ein Gesetz zur gleichgeschlechtlichen

Ehe zu installieren. Trotz

25 Jahren Freiheit und Demokratie kämpfen

schwule und lesbische Menschen immer

noch mit Diskriminierung, während Politiker

ihre Probleme herunterzuspielen versuchen.

Da es keine Möglichkeit gibt, diese Beziehungen

zu legalisieren, geschweige denn

zu heiraten, entstehen Barrieren im täglichen

Leben. Das ist symbolisch für eine Gesellschaft,

die zwar angeblich gleiche Chancen

für alle schafft, aber in Wahrheit viele ihrer

Mitglieder wie Bürger zweiter Klasse behandelt.

Der Titel verweist auf Artikel 18 der polnischen

Verfassung, der besagt, die Ehe sei

eine Institution, die vom Staat zu schützen

sei – wenn es sich dabei um die Beziehung

zwischen einem Mann und einer Frau handelt.

Für die Gegner der LGBTIQ*-Community

ist dies ein ausreichendes Argument, um

homosexuellen Paaren die Anerkennung

ihrer Beziehungen zu verweigern. Anhand

von Interviews mit ExpertInnen, AktivistInnen

und gleichgeschlechtlichen Paaren

stellt der Film gängige polnische Klischees

und Mythen über Schwule und Lesben

in Frage. Das gibt auch Gelegenheit, über

Polen zu sprechen, über den Zustand der

polnischen Demokratie, des öffentlichen

Diskurses und über die Rolle der Medien.

Article 18 is a documentary that tries to

explain why Poland still hasn’t managed

to pass a law on same-sex marriage.

Despite of the 25 years of freedom and

democracy, gay and lesbian people still

have to deal with discrimination, whilst

politicians try to downplay the seriousness

of their problem. As there is no way

of legalising these relationships, let alone

get married, barriers build up in everyday

life. This symbolises a society which allegedly

offers equal opportunities for everyone,

but actually treats many members

of it as second-class citizens. The title refers

to article 18 of the Polish constitution

which proclaims that marriage is an institution

to be protected by the state – only

if it is a relationship between a man and a

woman. To the opponents of the LGBTIQ*

community, this gives sufficient argument

to deny acknowledge of homosexual couples.

Based on interviews with experts, activists

and homosexual couples, this film

questions common Polish stereotypes and

myths about gays and lesbians. Moreover,

this gives the opportunity to talk about

Poland, the state of Polish democracy and

public dialogue, and the role of the media.

THE BEAST IS STILL ALIVE

Zviarat e oshte zhiv

Mina Milevas und Vesela Kazakovas ungewöhnlicher

Dokumentarfilm beschäftigt

sich mit einem hierzulande nahezu unbekannten

Kapitel osteuropäischer Geschichte:

Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg

und der Übernahme Bulgariens durch die

Kommunisten formierten sich in den Bergregionen

des Landes zahlreiche oppositionelle

Gruppen, die sogenannten „Goryani“,

die Widerstand gegen den zunehmenden

Totalitarismus leisteten. Die beiden Regisseurinnen

rollen diese Ereignisse und

ihre dramatischen Folgen anhand der Geschichte

einer jungen Frau auf, die in einen

imaginären Dialog mit ihrem verstorbenen

Großvater, einem orthodoxen Priester, tritt.

Dieser hatte in den 1920er Jahren durchaus

mit der Idee des Sozialismus sympathisiert,

sich aber unter anderem wegen des brutalen

Vorgehens Stalins wieder davon abgewandt.

1944 floh er in die Berge und schloss

sich den Goryani an. Mileva und Kazakova

untersuchen in der Folge auch, wie tabuisiert

dieses düstere Kapitel der Bespitzelung

und Auslöschung oppositioneller Meinungen

in Bulgarien noch heute ist und wie sehr

die einstigen Unterdrücker das politische

Machtgefüge des Landes auch mehr als 25

Jahre nach der Wende prägen. Gleichzeitig

stellen sie fest, dass die Ideen von Marx

und Engels gerade unter jungen Leuten in

Westeuropa wieder starken Zulauf finden.

Mina Mileva’s and Vesela Kazakova’s unusual

documentary addresses a chapter

of Eastern European history that is widely

unknown in our parts of the world: shortly

after World War II and the communists’

takeover of Bulgaria, numerous opposition

groups, the so-called “Goryani”,

were formed in the mountainous regions

of the country and put up resistance

against the uprising totalitarianism. Both

directors review these events and their

dramatic consequences based on the

story of a young woman who enters an

imaginary dialogue with her late grandfather,

an orthodox priest. In the 1920s,

he first sympathised with the idea of socialism,

only to turn his back on this ideology

due to Stalin’s brutalities. In 1944, he

took refuge in the mountains and joined

the Goryani. Mileva and Kazakova also

examine how this dark chapter of spying

and destroying oppositional opinions

is still taboo in Bulgaria, and how these

former oppressors are still shaping the

country’s political landscape, even more

than 25 years after the turnaround. At

the same time, they make clear that the

Marx’s and Engels’ ideology is enjoying a

growing popularity once again, especially

amongst young people in Western Europe.

Dokumentarfilm. Bulgarien | Großbritannien 2016

Sprache Bulgarisch, Spanisch, Griechisch mit engl. UT

Länge 90 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Vesela Kazakova, Mina Mileva

Drehbuch Olmo Omerzu, Nebojša Pop-Tasić

Kamera Allie Crawford, Dimitar Kostov

Schnitt Donka Ivanova

Musik Emilian Gatsov

Ton Georgi Marinov

Produzentinnen Mina Mileva, Vesela Kazakova

Produktion Activist38, Nova Film

Vertrieb/Kontakt Activist38

Auszeichnungen (Auswahl) Cult IFF Kalkutta

2017: Bester Dokumentarfilm; AegeanDocs IDFF

2017: Bester Dokumentarfilm

Biografie Mina Mileva

Mina Mileva studierte Filmregie in Sofia und Brüssel.

Bereits 1996 wurde sie Teil der britischen Animationsindustrie

und arbeitete als Regisseurin und Animateurin

für Film, Werbung und TV-Serien. 2008 gründete

Mina die Produktionsfirma Activist 38. Zusammen

mit ihrer langjährigen Co-Regisseurin Vesela Kazakova

behandelt sie vor allem politischen Aktivismus

in Bulgarien. Uncle Tony, Three Fools and the Secret

Service löste viele Kontroversen in ihrem Heimatland

aus und wurde international mit elf Preisen bedacht.

Biografie Vesela Kazakova

Vesela Kazakova, 1977 in Sofia geboren, ist eine

bulgarische Schauspielerin und Regisseurin. Sie

studierte Schauspiel an der Nationalen Akademie

für Theater- und Filmkunst Krastjo Sarafow. Für die

Rolle der Ayten im Film Stolen Eyes wurde sie 2005

vom Moscow Film Festival mit dem Preis für die beste

Schauspielerin ausgezeichnet. Seit 2008 ist sie als

Doku-Regisseurin für Activist 38 tätig.

Filmografie Mina Mileva & Vesela Kazakova (Auswahl)

2016 The Beast Is Still Alive

2014 Uncle Tony, Three Fools and the Secret Service

2008 Because of Her


122 East Silver Caravan

East Silver Caravan 123

Dokumentarfilm. Rumänien 2016

Sprache Rumänisch, Romanes, Französisch mit

engl. UT

Länge 60 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Cosmin Bumbuţ, Elena Stancu

Kamera Cosmin Bumbuţ

Schnitt Cosmin Bumbuţ

Vertrieb/Kontakt Cosmin Bumbuţ

Auszeichnungen (Auswahl) Docuart Fest, Bukarest

2016: Beste Kamera; Transilvania IFF 2017: Bestes

Debüt; Millenium FF, Brüssel 2017: Spezialpreis;

UrbanEye FF, Bukarest 2017: Grand Prix

Biografie Cosmin Bumbuţ

Cosmin Bumbuţ, geboren 1968 in Baia Mare in Rumänien,

war 15 Jahre lang als Werbe- und Modefotograf

tätig. Mit 40 Jahren entschloss er sich, nur

mehr an Projekten zu arbeiten, an die er glaubte.

Daraufhin veröffentlichte er seinen Fotoband Bumbata

über das Leben von Häftlingen im transsilvanischen

Gefängnis Aiud. Dafür und für zahlreiche

andere Fotografien erhielt er unzählige Auszeichnungen.

Zusammen mit seiner Partnerin Elena

Stancu drehte er seinen ersten Film.

Biografie Elena Stancu

Elena Stancu, geboren 1982, war zwölf Jahre lang

als Journalistin tätig, unter anderem auch als Chefredakteurin

für die rumänische Ausgabe von Marie

Claire. Für ihre Arbeit bekam sie zahlreiche Journalismus-Preise.

Seit 2013 lebt sie mit ihrem Partner

Cosmin Bumbuţ in einem Wohnwagen und reist damit

durch Rumänien auf der Suche nach Geschichten,

die sie zusammen auf Teleleu.eu veröffentlichen.

Filmografie Cosmin Bumbuţ & Elena Stancu

2016 The Last Kalderash

THE LAST KALDERASH

Ultimul căldărar

„Kalderasch“ ist die Bezeichnung für eine

Gruppe der Roma, die sich vor langer Zeit

auf das Handwerk des Kupferschmiedens

spezialisiert hat. Der Name leitet sich

vom rumänischen Wort căldărar („Kesselschmied“,

von căldare, „Kessel“) ab. Doch

wie dieser beinahe anthropologische Dokumentarfilm

zeigt: Auch das ländliche

Rumänien verändert sich rapide. Und Geo,

ein junger Rom und Kupferschmied aus

der Stadt Corcova, einer Kleinstadt im Südwesten

des Landes, kann seine Frau Marina

und seinen sechsjährigen Sohn nicht

mehr ausreichend ernähren. Die Bauern

aus den umliegenden Dörfern wollen seine

handgemachten Kupfergegenstände nicht

mehr kaufen, sie ziehen die industriellen

Produkte aus den großen Geschäften vor.

Um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen,

bleibt für Geo und Marina als einzige

Option, nach Frankreich zu gehen, um Altmetall

zu sammeln, oder nach Belgien, um

Äpfel zu pflücken. Der Film des Fotografen

Cosmin Bumbuț und seiner Partnerin, der

Journalistin Elena Stancu, entstand ohne

Produktionsfirma und mit einem Budget

von nur 1.200 Euro: Die beiden lebten in

einem Wohnwagen und verbrachten sechs

Monate innerhalb der Roma-Gemeinde

von Corcova. Cosmin Bumbuț brachte sich

schließlich mithilfe von Internet-Tutorials

selbst bei, wie man einen Film schneidet.

“Kalderash” is the term for a group of

Roma who specialised in the craft of

copper forging a long time ago. The

name derives from the Romanian word

căldărar (“boiler smith”, from căldare

“kettle”). This almost anthropological

documentary shows how rural Romania

is changing rapidly, just like the rest of

the world. Geo, a young Roma and coppersmith

from Corcova, a small town in

the country’s south-west, is no longer

able to support his wife Marina and his

six year-old son. The farmers from the

surrounding villages don’t care to buy

his handmade copper-ware anymore,

preferring the industrial products from

the big stores. In order to earn a living,

Geo’s and Marina’s only choice is to go

to France to collect scrap metal or to

Belgium to pick apples. The Last Kalderash,

by photographer Cosmin Bumbuț

and his partner, the journalist Elena

Stancu, was developed without a production

company and with a budget of

only 1,200 Euros. The directing couple

lived in a caravan and spent six months

exploring the Roma community of Corcova.

With the help of online tutorials,

Cosmin Bumbuț taught himself how to

finally cut and edit his documentary.

THE LIMITS OF WORK

Hranice práce

Der Dokumentarfilm der 28-jährigen Regisseurin

Apolena Rychlíková, ausgezeichnet

mit dem Czech Joy Award beim Festival

in Jihláva, folgt seiner Protagonistin Saša

Uhlová. Die Journalistin arbeitete sechs

Monate lang undercover unter den schockierenden

Umständen in einigen der

schlechtbezahltesten Jobs des Landes, zum

Beispiel in einer Geflügelfarm oder in einer

Müllsortierungsanlage. Ihr gemeinsames

Ziel, so Rychlíková, sei es gewesen, die katastrophalen

Arbeitsbedingungen derjenigen

zu zeigen, die üblicherweise keine Stimme

haben. Dabei ginge es nicht darum, diese

Menschen zu idealisieren, sondern ein

längst überfälliges Licht darauf zu werfen,

wie eine im Grunde reiche Gesellschaft

mit denen umgehe, die es am schwersten

haben: „Diese Leute sind zwar oft resigniert

und demotiviert, aber sie kämpfen weiter,

um ihr Leben zu verbessern.“ Man habe

sich, so die Journalistin Saša Uhlová, für einen

Film entschieden, weil die ursprünglich

geplante Artikel-Serie daran gescheitert sei,

dass die Menschen nicht über ihr Leben

sprechen wollten. Erst durch das Vertrauensverhältnis

zur verdeckten Reporterin sei

es gelungen, die Stimmen der Betroffenen

aufzuzeichnen und zu Gehör zu bringen. Der

Film, der für eine Reihe des Tschechischen

Fernsehens gedreht wurde, löste in seinem

Herkunftsland große Bestürzung aus.

28-year-old Czech director Apolena Rychlíková’s

documentary, awarded with

the Czech Joy Award at Jihláva IDFF,

follows its protagonist, the journalist

Saša Uhlová who worked undercover

for six months under the shocking conditions

in some of the country’s worst

paid jobs, for instance at a poultry farm

or a waste sorting plant. As Rychlíková

says, it was their common goal to raise

awareness of the disastrous working

conditions of those who don’t have the

power to do so. This was not about idealising

these people, but about pointing

out how a wealthy society is actually

treating those who suffer the most:

“These people are often resigned and

demotivated, although they keep fighting

to improve their lives.” According

to journalist Saša Uhlová, they decided

to make a documentary film although

they initially planned a series of articles,

which failed due to the lack of willingness

of these workers to speak openly

about their lives. Only through the bond

of trust she built with them, was it possible

to record them and give them the

chance to be heard. The film, which was

shot for a series for Czech TV, has widely

spread concern in its country of origin.

Dokumentarfilm. Tschechien 2017

Sprache Tschechisch mit engl. UT

Länge 70 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Apolena Rychlíková

Kamera Jan Šípek

Schnitt Kateřina Krutská-Vrbová

Ton František Šec

Produzent Petr Kubica

Produktion Česká televize, Hypermarket, FAMU

Vertrieb/Kontakt Česká televize

Auszeichnungen (Auswahl) Jihláva IDFF 2017:

Bester tschechischer Dokumentarfilm,

Publikumspreis

Biografie Apolena Rychlíková

Apolena Rychlíková wurde 1989 in Brünn in Tschechien

geboren. Die Dokumentarfilmerin studiert an

der Film- und Fernsehfakultät der Akademie der Musischen

Künste (FAMU) in Prag, wo sie mit ihren zwei

Töchtern derzeit lebt. In ihren Filmen geht die Regisseurin

politischen und sozialen Problemen auf den

Grund, etwa der gesellschaftlichen Ausgrenzung

und Diskriminierung. Als Redakteurin schreibt sie

auch für mehrere Zeitschriften, wie etwa Salon Prava.

Filmografie Apolena Rychlíková (Auswahl)

2017 The Limits of Work

2015 Intolerance: Chlad

2013 Rodina


124 East Silver Caravan

Dokumentarfilm. Estland | Polen |

Tschechien 2017

Sprache Russisch, Ukrainisch, Englisch mit engl. UT

Länge 70 min.

Format DCP

Farbe

Regie, Drehbuch & Kamera Askold Kurov

Schnitt Michał Leszczyłowski, Evgeny Zaozernykh

Musik Sorin Apostol

ProduzentInnen Max Tuula, Maria Gavrilova,

Dariusz Jabłoński, Izabela Wójcik, Violetta Kamińska

Koproduzenten Alena Müllerová

Produktion Marx Film, Message Film,

Česká televize

Vertrieb/Kontakt Rise and Shine World Sales

Auszeichnungen (Auswahl) CPH:DOX,

Kopenhagen 2017: Nominierungen für

F:ACT-Award und Publikumspreis

Biografie Askold Kurov

Askold Kurov wurde 1974 in Usbekistan geboren

und lebt seit 1991 in Russland. Nach Studien der

Theologie, Philologie und Theaterwissenschaften

machte er seinen Abschluss in Dokumentarfilmregie

an der Moskauer Marina-Razbezhkina-Filmhochschule.

Er war einer der Regisseure der preisgekrönten

Dokumentation Winter, Go Away! von

2012. Seine Filme Leninland und Children 404 wurden

ebenfalls von der Kritik gelobt und auf verschiedenen

Festivals gezeigt. Kurov thematisiert meist

Menschenrechtsprobleme und soziale Konflikte im

heutigen Russland.

Filmografie Askold Kurov (Auswahl)

2017 The Trial: The State of Russia vs Oleg Sentsov

2014 Children 404

2013 Leninland

2012 Winter, Go Away! (Regie eines Segments)

2010 September 25, 2010

THE TRIAL: THE STATE OF RUSSIA

VS OLEG SENTSOV

Protsess: Venemaa riik Oleg Sentsovivastu

In einem Gerichtssaal in Rostow am Don

im August 2015: Ein Mann blickt durch

die Gitterstäbe eines Käfigs. Seine Augen

signalisieren, dass seine Nerven zum

Zerreißen gespannt sind. Heute wird er

das Urteil erfahren, dem er sich beugen

soll: 20 Jahre Haft wegen Terrorismus,

abzusitzen in Sibirien. Der Mann ist Oleg

Sentsov, Filmregisseur, geboren im ukrainischen

Simferopol, Maidan-Aktivist. Die

Anklage: Als Kopf einer rechten antirussischen

Terrorbewegung soll er Anschläge

auf Brücken, Stromleitungen und ein

Lenin-Denkmal geplant haben. Sentsov

verteidigt sich, mutig und unerschrocken.

Dem harten Urteil begegnet er mit

einem klaren Dementi, mit einer Anklage

gegen die Kläger selbst. Regisseur Askold

Kurov fragt nach der Wahrheit hinter dem

politischen Schauprozess. Wurden die

Belastungszeugen unter Druck gesetzt?

Welche Auswirkungen hatten Untersuchungshaft

und Prozess auf den Beschuldigten

und dessen Familie? Zugleich

hält sein Dokumentarfilm die Solidarität

fest, die Sentsov durch prominente Filmemacher

wie Agnieszka Holland, Wim

Wenders, Ken Loach, Mike Leigh und

Pedro Almodóvar erfuhr. Und durch die

Europäische Filmakademie, die sich zum

Auftakt ihres 30. Jubiläums erneut für die

Freilassung von Oleg Sentsov einsetzte.

In a courtroom in Rostov-On-Don, August

2015: a man gazes through the bars

of a cage. His eyes show that his nerves

are strained to the bursting point. Today,

he will be given his verdict: he has

to serve his prison sentence of 20 years

in Siberia. The man is Oleg Sentsov, a

director and Maidan activist born in

Simferopol in Ukraine. The charge: as

head of a right-wing anti-Russian terror

movement, he is said to have planned

attacks on bridges, power supply lines

and a Lenin monument. Sentsov defends

himself, bravely and fearlessly.

He responds to the severe verdict with

strenuous denial, countersuing the plaintiffs

themselves. Director Askold Kurov

raises the question of the truth of the

political show trial. Were the witnesses

for the prosecution put under pressure?

Which consequences do custody and trial

have on the accused and his family? At

the same time, his documentary portrays

the solidarity Sentsov has experienced

from filmmakers like Agnieszka Holland,

Wim Wenders, Ken Loach, Mike Leigh and

Pedro Almodóvar. And from the European

Film Academy that, once again, took

a stand for the release of Oleg Sentsov

at the opening of its 30th anniversary.

#oktowirdlaut

GEGEN JEDE FORM DER

MENSCHENFEINDLICHKEIT, FÜR EIN

Komm vor die Kamera und gib dein 25.5. am Karlsplatz

RESPEKTVOLLES MITEINANDER!

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– 18 Uhr – nur bei Schönwetter.

vor der Karlskirche

17.6. beim Regenbogenpark

im Sigmund-Freud-Park

OKTO.TV/OKTOWIRDLAUT

30.6. auf der Mariahilfer Straße,

Ecke Neubaugasse

28.7. am Rathausplatz

20.9. am Yppenplatz

25-The Retrospective 125


126 Best of Hungary

Best of Hungary 127

Spielfilm. Ungarn 2017

Sprache Ungarisch mit engl. UT

Länge 105 min.

Format DCP

Schwarzweiß

Regie & Drehbuch János Szász

Kamera Tibor Máthé

Schnitt Anna Kornis

Produzent István Bodzsár

DarstellerInnen

Gusztáv Léderer Zsolt Nagy

Mici Dorka Gryllus

Ferenc Kodelka Géza D. Hegedűs

Produktion Unió Film

Vertrieb/Kontakt Hungarian National Film Fund

Biografie János Szász

János Szász, 1958 in Budapest geboren, studierte

Drama und Regie an der Budapester Theater- und

Filmakademie. Er drehte 1983 seinen ersten Kurzfilm.

Sein Film Witman fiúk wurde 1997 in der Sektion

Un Certain Regard in Cannes und beim IFF Moskau

gezeigt. Nach Moskau wurde 2007 auch sein

Spielfilm Opium: Diary of a Madwoman eingeladen.

2000 drehte er mit der Unterstützung der Shoah

Foundation die Dokumentation A Holocaust szemei

über den Holocaust in Ungarn. 2001-2003 war er als

Dozent am American Repertory Theater Institute

der Harvard University beschäftigt und inszenierte

dort einige Theaterstücke.

Filmografie János Szász (Auswahl)

2017 The Butcher, the Whore and the One-Eyed Man

2007 Opium: Diary of a Madwoman

2002 Broken Silence

BEST OF HUNGARY

THE BUTCHER, THE WHORE

AND THE ONE-EYED MAN

A hentes, a kurva és a félszemű

Im Jahr 1925 erschütterte ein heftiger Skandal

die Stadt Budapest. Der wohlhabende

Fleischhauer Ferenc Kudelka wurde in seinem

eigenen Schlachtraum ermordet und

zerstückelt, in Koffer gestopft, durch die

Straßen der Stadt getragen und schließlich

in der Donau versenkt. Dieses grauenvolle

Verbrechen wurde von einem einäugigen

ehemaligen Polizisten namens Gusztáv

Léderer und seiner Frau Mária, einer früheren

Prostituierten, verübt – kaltblütig, aber

auf grausam amateurhafte Weise. Kudelka,

der Schlachter, hatte sich unsterblich in

die Frau des vormaligen Polizisten verliebt,

und mit vollem Wissen und der Unterstützung

ihres Mannes konnte er – für Geld

natürlich – amouröse Stunden mit Mária

verbringen. Von Gier angetrieben, schafften

es die beiden Léderers nach zwei misslungenen

Versuchen schließlich, Ferenc

Kudelka zu töten. Der Film dokumentiert

den langsamen Verfall dreier Individuen,

während sie sich zunehmend in eine Welt

der Sünde und der Dekadenz verstricken.

Es ist die Geschichte eines wilden und

wollüstigen Liebesdreiecks. Mit brutaler

Wahrhaftigkeit und einem rohen Realismus

erzählt János Szász’ Film von Fleisch,

Liebe und manischer Mordlust. Das deftige

Geschehen ist virtuos inszeniert in grellem

Schwarzweiß und mit Anklängen an die

Ästhetik der Stummfilme der 1920er Jahre.

In 1925 a violent scandal shocked the

city of Budapest. The wealthy butcher

Ferenc Kudelka was murdered and dismembered

in his own slaughter room,

stuffed into suitcases, carried through

the streets and finally dumped in the

Danube. This gruesome crime was committed

by a one-eyed ex-police officer

named Gusztáv Léderer and his wife

Mária, a former prostitute – a cold-blooded,

but cruelly amateurish act. Kudelka,

the butcher, had fallen madly in love

with the wife of the former policeman,

and with the knowledge and support

of her husband, he was able to spend

amorous hours with his beloved – in

exchange for money, of course. Driven

by greed, the two Léderers finally managed

to kill Ferenc Kudelka after two

failed attempts. The film documents

the slow decline of three individuals as

they increasingly become entangled in

a world of sin and decadence. It is the

story of a wild and voluptuous love triangle.

With brutal truthfulness and raw

realism, János Szász’ film tells of flesh,

love and a manic lust for murder. This

piquant occurrence is expertly staged in

bright black and white and with echoes

of the silent film aesthetics of the 1920s.

THE WHISKEY BANDIT

A Viszkis

Zwischen 1993 und 1999 überfiel ein

Mann nicht weniger als 29 finanzielle Institutionen

in Budapest. Banken, Postämter

und sogar Reisebüros wurden Opfer seiner

Raublust. Der Polizei schien es unmöglich,

ihn während seines sechs Jahre andauernden

Raubzuges zu ergreifen. Der einzige

Hinweis, den er an den Tatorten hinterließ,

war ein deutlicher Whiskey-Geruch. Die

Medien tauften ihn folglich den „Whiskey-Banditen“.

Da er niemals jemandem

körperlichen Schaden zufügte, folgten viele

Menschen seinen Eskapaden mit Sympathie.

Schließlich wurde ein Immigrant

aus Transsylvanien namens Attila Ambrus,

der noch dazu Tormann bei einem der

größten Eishockey-Clubs der Stadt war, als

der „Whiskey-Bandit“ identifiziert. Die Polizei

konnte ihn endlich schnappen – oder

zumindest dachte sie das. Nimród Antal,

der 2003 mit seinem Langfilmdebüt Kontroll

für großes Aufsehen gesorgt und in

Folge dessen mehrere Filme in Hollywood

gedreht hatte, kehrte für The Whiskey Bandit

nach Ungarn zurück. Entstanden ist ein

fulminanter und fesselnder Actionthriller

mit einem großartigen Katz-und-Maus-

Spiel zwischen Räuber und Ermittler

– und, so ganz nebenbei, eine faszinierende

Sozialstudie über einen Mann, der

aus kleinsten Verhältnissen kommt, aber

für seinen großen Traum alles tun würde.

Between 1993 and 1999, a man assaulted

no less than 29 financial institutions

in Budapest. Banks, post offices and

even travel agencies were victims of

his rapacity. The police were unable

to capture him during his six years of

raiding. The only clue he used to leave

behind at the crime scenes was a clear

smell of whiskey. Therefore, the media

dubbed him the “whiskey bandit”.

Since he never harmed anyone physically,

many people followed his scape

with sympathy. Eventually, a Transylvanian

immigrant named Attila Ambrus,

who was also the goal keeper in one

of the city’s largest hockey teams, was

identified as the “whiskey bandit” and

captured by the police – or at least they

thought so. Nimród Antal, who caused

a sensation in 2003 with his debut feature

Kontroll and subsequently filmed

several films in Hollywood, returned

to Hungary for The Whiskey Bandit. The

result is a fulminant and captivating action

thriller with a great cat-and-mouse

game between robber and investigator

– and, by the way, a fascinating social

study of a man who comes from

a poor background, but who would

do anything to fulfil his big dream.

Spielfilm. Ungarn 2017

Sprache Ungarisch, Rumänisch mit engl. UT

Länge 126 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Nimród Antal

Kamera Péter Szatmári

Schnitt Zoltán Kovács

Musik Yonderboi

Produzenten Barnabás Hutlassa, Tamás Hutlassa

DarstellerInnen

Attila Ambrus Bence Szalay

Bartos László Zoltán Schneider

Géza Viktor Klem

Kata Piroska Móga

Bota György Gazsó

Produktion Film Force Team

Vertrieb/Kontakt Hungarian National Film Fund

Auszeichnungen (Auswahl) Hungarian Film Week

2017: Bester Schnitt, Bester Ton

Biografie Nimród Antal

Nimród Antal wurde 1973 als Kind ungarischer Eltern

in Los Angeles geboren. Mit 18 Jahren zog er nach

Budapest, um an der Schauspiel- und Filmhochschule

zu studieren. Sein Spielfilmdebüt Kontroll,

das ausschließlich im U-Bahn-System von Budapest

spielt, entstand 2003 und wurde mit internationalen

Preisen, etwa dem FIPRESCI-Preis in Cottbus

oder dem Nachwuchspreis in Cannes, nur so überhäuft.

Danach kehrte er für die Produktion diverser

Action-, Horror- und SciFi-Thriller in die USA zurück.

Filmografie Nimród Antal (Auswahl)

2013 Metallica Through the Never

2010 Predators

2003 Kontroll


The leading communications agency in CEE 4

Vienna HQ: www.chapter4.eu

opinionleadersnetwork.at leadersnet.at luxury-news.at


130 Slowenien im Fokus

Slowenien im Fokus 131

Spielfilm. Slowenien | Kroatien | Deutschland |

Italien 2017

Sprache Slowenisch, Japanisch, Englisch mit engl. UT

Länge 104 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Miha Knific

Kamera Aljoša Korenčan

Schnitt Sandra Mitić, Jan Klemsche

Musik Luka Zima

Produzent Siniša Juričić, Miha Knific

KoproduzentInnen Snežana Penev, Uroš Lukovac,

Patrick Kofler

DarstellerInnen

Alte Frau Štefka Drolc

Prostituierte Katarina Čas

Ehemann Demeter Bitenc

Priester Matevž Biber

Sanitäter Aljaž Tepina

Produktion Nukleus Film, Helios, This & That

Vertrieb/Kontakt Slovenian Film Centre

Auszeichnungen (Auswahl) Slovene FF 2017:

Bester Hauptdarsteller, Beste Nebendarstellerin,

Bestes Originalwerk

Biografie Miha Knific

Miha Knific, 1976 in Kranj in Slowenien geboren, studierte

von 1995 bis 2000 Bildhauerei an der Akademie

der bildenden Künste in Ljubljana, sowie von 2005 bis

2006 an der Königlichen Kunsthochschule in Stockholm.

Knific hat bei zahlreichen Kurzfilmen, Werbefilmen

und Musikvideos Regie geführt. Hauptthema

seines filmischen Schaffens sind Einzelschicksale von

Menschen in lebensverändernden Extremsituationen

mit einhergehenden Befreiungsakten.

Filmografie Miha Knific (Auswahl)

2017 Perseverance

2015 Four Things I Want to Do with You

2009 Silver Skin

2008 From Behind the Curtain

2003 From East

SLOWENIEN IM FOKUS

Slovenian Focus

PERSEVERANCE

Vztrajanje

Perseverance ist eine Sammlung von zwanzig

kurzen Geschichten aus aller Welt,

die stets elementare menschliche Fragen

berühren. Aus diesen formt der Film

ein Mosaik aus Schicksalen mit all ihrem

Reichtum an extremen, aber auch banalen

Situationen bis ins grausamste Detail.

Traumatische Erfahrungen, persönliche

Geheimnisse, besondere Herausforderungen,

die einzelne Menschen auf die Probe

stellen, und immer wieder überraschende

philosophische und spirituelle Lösungen.

Das alles steht in diesem formal sehr abwechslungsreichen

und großartig durchkomponierten

Werk im Mittelpunkt. Es

beginnt eine filmische Entdeckungsreise,

die uns immer tiefer ins Unterbewusstsein

führt. Die Figuren des Films repräsentieren

die Vielfalt des menschlichen Lebens,

die doch nur Variationen der allgemeinen

großen, sich stets wieder stellenden Fragen

der Selbstverwirklichung sind. Das

ist bei einem Priester nicht anders als bei

einem Nachtclub-Girl. Insgesamt ist der

Film eine Hymne auf das Leben selbst.

Der slowenische Autor und Regisseur

Miha Knific hat ausschließlich wahre Begebenheiten,

die er aus Zeitungsmeldungen

und Erzählungen gesammelt hat, zu

„einer Feier des Lebens in seinen schwierigsten

Momenten“ – einer wahren „Kakophonie

der Realität“ – zusammengestellt.

Perseverance is a collection of twenty

short stories from all over the world

that touch upon elementary human

questions. From these stories, the film

forms a mosaic of fates with all of their

richness of extreme, but also banal situations

in the most gruesome of detail.

Traumatic experiences, personal secrets,

special challenges putting individuals to

the test, and constantly surprising philosophical

and spiritual solutions. All of

this takes centre stage in this formally diverse

and excellently composed oeuvre.

It's a cinematic expedition, which goes

deeper and deeper into the subconsciousness.

The film’s characters represent

the diversity of human life and thereby

the recurring universal question of

self-realisation. This concerns a priest in

the same way as it concerns a nightclub

girl. Overall, the film is a hymn on life and

human existence itself. The Slovenian author

and director Miha Knific exclusively

compiled true events, which he has been

collecting from newspaper announcements

and stories until the present day,

into a “celebration of life in its hardest moments”

– a genuine “cacophony of reality”.

THE BASICS OF KILLING

Družinica

Jan Cvitkovič, einer von Sloweniens renommiertesten

Filmemachern, erzählt in The Basics

of Killing von einer scheinbar gut situierten

Familie, die binnen kürzester Zeit den Boden

unter den Füßen verliert, und inszeniert damit

gleichzeitig eine Parabel auf den heutigen

Zustand europäischer Gesellschaften, in

denen so etwas jederzeit möglich erscheint.

„Finanzielle Sicherheit“ wirkt längst wie ein

abgedroschenes Schlagwort von Banken

und Versicherungen, das nichts mehr mit

der Realität zu tun hat. Doch als Marko, ein

Philosophielehrer, und wenige Tage später

seine Frau Dunja, die in einer Pharmafirma

forscht, entlassen werden, steht das Ehepaar

– im blinden Vertrauen auf den Sozialstaat –

bald vor einer unangenehmen Tatsache: Es

gibt kein soziales Netz für zwei ehemals gut

verdienende Menschen, auch nicht, wenn

sie Kinder haben. Was zunächst völlig absurd

erscheint, wird mit der Zeit zu einem bitteren

Faktum. Der Regisseur beschreibt seinen

Film als einen Entwicklungsprozess mit vier

Stadien: die Idylle, die Krise, der Kollaps und

die Katharsis. Die Katharsis sei laut Cvitkovič

schon in der ersten Szene des Films angelegt.

Doch dem Protagonisten sei zu diesem Zeitpunkt

noch nicht klar, dass sein Leben innerhalb

einer kurzen Zeitspanne von der Theorie

in die Praxis schlittern und er sich in einem

Prozess wiederfinden würde, in dem seine

idyllische Familie auseinanderzufallen droht.

In The Basics of Killing, Jan Cvitkovič, one of

Slovenia’s most renowned filmmakers, tells

the story of a seemingly well-situated family,

which loses the ground under its feet within

the shortest time. In doing so, the film tells

a classic parable of what European societies

are like today, where something similar like

that always seems possible. “Financial security”

looked like a banal slogan of banks and

insurances for a long time, far away from

reality. But when philosophy teacher Marko,

and few days later his wife Dunja, who is a

researcher for the pharma industry, are fired,

the couple – banking on their blind trust in

state welfare – faces an unpleasant fact: there

is no social network for formerly well-earning

people, not even if they have two children.

What at first seems completely absurd is becoming

a bitter factum with time. The director

describes his film as a development process

with four stages: the idyll, the crisis, the collapse

and the catharsis, and according to Cvitkovič,

the latter is already evident in the first

scene. However, at this point in time, the protagonist

doesn’t realise that his life is going to

be sliding from theory into practice and that

he would find himself in a process in which

his idyllic family is threatened to fall apart.

Spielfilm. Slowenien | Serbien 2017

Sprache Slowenisch mit engl. UT

Länge 99 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Jan Cvitkovič

Kamera Marko Brdar

Schnitt Andrija Zafranović, Jurij Moškon

Musik Damir Avdić

Ton Boštjan Kačičnik

Produzenten Andrej Štritof, Aleš Pavlin

Koproduzent Miroslav Mogorović

DarstellerInnen

Marko Primož Vrhovec

Dunja Irena Kovačević

Taras Miha Košec

Mala Ula Gulič

Produktion Perfo, Pilon Media, RTV Slovenija

Vertrieb/Kontakt SOUL FOOD

Auszeichnungen (Auswahl) Montréal World FF 2017:

Beste Hauptdarstellerin; Slovene FF 2017: Beste Kamera,

Beste Musik, Bestes Kostüm, Beste Tongestaltung;

Zagreb FF 2017: Bester Spielfilm

Biografie Jan Cvitkovič

Jan Cvitkovič wurde 1966 in Tolmin, Slowenien geboren.

Nach seinem Archäologiestudium begann er

erstmals Filme zu drehen, mit denen er schnell internationale

Erfolge feiern konnte. So wurde er bereits für

sein Spielfilmdebüt Bread and Milk in Venedig ausgezeichnet.

Seine Komödie Gravehopping bekam über 20

Preise. Šiška Deluxe wurde in Cottbus gekürt und war

Teil des LET’S CEE Programms 2015. The Basics of Killing

feierte seine Weltpremiere in Montréal.

Filmografie Jan Cvitkovič (Auswahl)

2017 The Basics of Killing

2015 Šiška Deluxe

2005 Gravehopping

2001 Bread and Milk


132 Slowenien im Fokus

Spielfilm. Slowenien | Deutschland 2017

Sprache Slowenisch, Bosnisch mit engl. UT

Länge 102 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Hanna Slak

Kamera Matthias Pilz

Schnitt Vladimir Gojun, Hanna Slak

Musik Amélie Legrand

Produzenten Siniša Jurečić, Miha Knific

Koproduzent Michel Balaguér

DarstellerInnen

Alija Leon Lučev

Fuada Marina Redžepović

Elma Zala Đurić

Samir Tin Marn

Lojze Boris Cavazza

Produktion Nukleus Film, Volte

Vertrieb/Kontakt Slovenian Film Centre

Auszeichnungen (Auswahl) Slovene FF 2017:

Bester Schnitt, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller;

Trieste FF 2018: Bester Film/Jury Award

Biografie Hanna Slak

Die slowenische Filmregisseurin, Multimedia-Künstlerin

und Autorin Hanna Slak wurde 1975 in Warschau

geboren und lebt in Berlin. Sie bewegt sich zwischen

Bild- und Textebenen und zwischen verschiedenen

Sprachen hin und her. Ihr Werk umfasst Kinospielfilme,

Dokumentarfilme und experimentelle Kurzfilme

sowie Videoinstallationen und Videodesign für die

Bühne. Ihre Gedichte wurden in Slowenien veröffentlicht,

ihre deutsch- und englischsprachigen Theaterstücke

am Maxim-Gorki-Theater in Berlin inszeniert

und ihre Filme auf internationalen Festivals in Berlin,

Cannes, Rotterdam und Locarno gezeigt.

Filmografie Hanna Slak (Auswahl)

2017 The Miner

2007 Teah

2001 Blind Spot

THE MINER

Rudar

Im Jahr 2007 wurde Mehmedalija Alić, ein

slowenischer Bergarbeiter bosnischer Herkunft,

ausgesandt, um eine verschlossene

Mine aufzubrechen und Nachschau zu

halten, was sich darin befindet. Nachdem

er zwei Jahre lang unter extrem gefährlichen

Bedingungen sein Leben riskiert hatte,

entdeckte er schließlich ein verstecktes

Massengrab, in dem sich die Leichen von

viertausend Kriegsflüchtlingen befanden,

die nach dem Zweiten Weltkrieg getötet

worden waren. Die Entdeckung des Massakers

war ein schwerer Schock für die slowenische

Gesellschaft. Der Minenarbeiter

jedoch wurde für „entbehrlich“ befunden,

als er darauf bestand, dass die Opfer aus

der Mine gebracht, identifiziert und anständig

begraben werden. Hanna Slak half

Mehmedalija Alić, seine Geschichte niederzuschreiben.

Seine Autobiografie A Nobody

wurde 2013 veröffentlicht und direkt zum

Bestseller. Die Regisseurin adaptierte das

Buch schließlich zu ihrem Film The Miner,

einer fiktiven Erzählung über den Bergarbeiter

und seine Familie, über sein Beharren

darauf, die Wahrheit herauszufinden, und

sein Streben nach sozialer Gerechtigkeit.

Hanna Slak faszinierte an ihrem Helden

vor allem „sein Sinn für Anständigkeit und

sein simpler Humanismus, die an die Öffentlichkeit

bringen, was jahrzehntelang

ein schmutziges Geheimnis gewesen war.“

In 2007 Mehmedalija Alić, a Slovenian

miner of Bosnian origin, was sent out

to break open a closed mine and to

inspect what’s in it. After having risked

his life under extremely dangerous

conditions for two years, he eventually

discovered a hidden mass grave containing

bodies of four thousand war

refugees who have been killed after

the Second World War. The discovery

of the massacre was a severe shock for

the Slovenian society. The miner however

was seen as “dispensable” when

he insisted that the victims must be

brought out of the mine, identified and

buried decently. Hanna Slak helped

Mehmedalija Alić write down his story.

His autobiography A Nobody was published

in 2013 and immediately became

a bestseller. The director finally adapted

the book into her film The Miner, a fictional

narration about the miner and his

family, his insistence on finding out the

truth, and his pursuit of social justice.

Hanna Slak was especially fascinated

by her hero’s sense of decency and his

simple humanism, which bring light to

what has been a dirty secret for decades.

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134 Polnisches Wochenende

Polnisches Wochenende 135

Spielfilm. Polen 2017

Sprache Polnisch mit engl. UT

Länge 78 min.

Format DCP

Farbe

Regie Łukasz Ronduda

Drehbuch Robert Bolesto

Kamera Łukasz Gutt

Schnitt Przemysław Chruścielewski,

Nikodem Chabior, Alan Zejer

Musik Wojciech Bąkowski

Produzent Kuba Kosma

DarstellerInnen

Zuzanna Bartoszek Justyna Wasilewska

Wojciech Bąkowski Jacek Poniedziałek

Kuratorin Magdalena Cielecka

Zuzannas Freund Patryk Pniewski

Produktion Serce

Vertrieb/Kontakt Visit Films

Biografie Łukasz Ronduda

An der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer

Kunst und Kino arbeitet der Warschauer Łukasz Ronduda

(*1976), der auch Kurator des dortigen Museums

für Moderne Kunst ist. Nach einem Abschluss

an der Wajda School entstand in Kooperation mit

Maciej Sobieszczański der Film Performer, der bei

der Berlinale mit dem Think: Film Award für seinen

kreativen Umgang mit dem Medium prämiert wurde.

Neben seiner Tätigkeit als Regisseur und Kurator

veröffentlichte der künstlerische Allrounder mit Half

Empty auch bereits seinen ersten Roman.

Filmografie Łukasz Ronduda

2017 A Heart of Love

2015 Performer

POLNISCHES WOCHENENDE

Polish Weekend

A HEART OF LOVE

Serce miłości

In dieser futuristischen Romanze erschaffen

sich zwei Künstler, basierend auf den realen

Kunstschaffenden Zuzanna Bartoszek und

Wojtek Bąkowski, eine nahezu virtuelle Welt,

in der alles gestaltet und kontrolliert werden

kann – alles außer ihre eigenen Gefühle. Der

musikalische Liebesfilm erzählt die Geschichte

der Beziehung zwischen Zuzanna und

Wojtek: Sie ist eine experimentelle Poetin

kurz vor dem Durchbruch, er ein etablierter

Künstler und Musiker. Sie sind zwei Außenseiter,

völlig individuell, einander aber doch

sehr ähnlich. Trotz ihrer tiefen Zuneigung

werden sie zu künstlerischen Rivalen. Regisseur

Łukasz Ronduda, unter anderem Kurator

am Museum für Moderne Kunst in Warschau

und stets an der Schnittlinie zwischen Kino

und moderner Kunst unterwegs, untersucht

den Narzissmus der künstlerischen Bohème

Polens im Zeitalter von sozialen Medien

und wachsendem Konsumismus. Lieben

die beiden Künstler einander wirklich oder

sind sie bloß von ihrem eigenen Spiegelbild

fasziniert? Mit A Heart of Love setzt der Filmemacher

seine 2015 mit Performer begonnene

Serie von Ausstellungen in filmischer

Form fort. Der mit zeitgenössischer Musik,

Poesie und Kunst gefüllte Film wirft einen

Blick auf die exotische und künstlerische

Subkultur zweier Individualisten in einer

modernen europäischen Metropole, in der

sich Großstadtliebe und Kunst vermischen.

In this futuristic romance two artists,

based on real-life artists Zuzanna Bartoszek

and Wojtek Bąkowski, create an almost

virtual world where everything can

be designed and controlled – apart from

their own feelings. It is a musical love story

that portrays their relationship: Zuzanna

is an experimental poet on the verge of a

breakthrough, Wojtek is a well-established

artist and musician. They are two outsiders

– completely individual, but still very

much alike. Despite their deep affection

for each other they become creative rivals.

Director Łukasz Ronduda, who works

as a curator at the Museum of Modern

Art in Warsaw and is concerned with the

intersection of cinema and modern art,

investigates the narcissism of Poland’s artistic

Bohème in the era of social media

and growing consumerism. Do these two

people really love each other or are they

only fascinated by their own reflection?

With A Heart of Love the filmmaker continues

his series of filmic exhibitions, which

began with Performer in 2015. His new film

is filled with contemporary music, poetry

and art and takes a look at the exotic and

creative subculture of two individualists

in a modern European metropolis where

the love for the big city is mixed with art.

THE MAN WITH THE MAGIC BOX

Człowiek z magicznym pudełkiem

In einer nicht weit entfernten dystopischen

Zukunft entflieht Adam aus dem

armen Teil Warschaus in die Neue Stadt.

Mit Hilfe einer Geheimgesellschaft gelingt

es ihm, eine Wohnung in einem alten Haus

und einen Job als Reinigungskraft zu erhalten.

Er verliebt sich in Goria, eine hübsche

Angestellte aus der Personalabteilung,

aber sie nimmt ihn nicht ganz ernst. In seiner

Wohnung findet Adam ein altes Radio

aus den 1950er Jahren, das immer noch

die schöne Musik aus dieser Zeit sendet.

Adam beginnt, mit Theta-Wellen zu experimentieren

und bleibt in der Vergangenheit

gefangen. Als er nicht zur Arbeit erscheint,

macht sich Goria – die wohl erkannt hat,

dass er sie wirklich liebt – mittels Zeitreise

auf die Suche nach ihm. Regisseur Bodo

Kox gelingt es, seine Einflüsse – von Steven

Spielberg bis Andrei Tarkovsky – auf

souveräne Weise in seinen Film zu integrieren.

Besonders im Lichte der jüngsten

Krisen im Nahen Osten und in der Ukraine

sei er sehr an der Zukunft Europas interessiert

und außerdem ein begeisterter Leser

von George Orwell und Aldous Huxley.

Zusammen ergibt das einen faszinierenden

Science-Fiction-Thriller mit einem

originellen Plot und einer wunderbar romantischen

Liebesgeschichte. Denn, wie

Bodo Kox so treffend formuliert: Es ist letztlich

doch die Liebe, die alles überstrahlt.

In a dystopian future not so far away,

Adam escapes his poor district of Warsaw

into the New City. With the help

of a secret society he finds an apartment

in an old house as well as a job

as a cleaner. He falls in love with Goria,

a pretty employee from the personnel

department, but she doesn’t take

him entirely seriously. In his apartment

Adam finds an old radio from

the 1950s, which still broadcasts the

beautiful music from this period. He

begins to experiment with theta waves

and ends up getting stuck in the past.

When he stops showing up at work,

Goria – who now realises that he truly

loves her – goes off in search of him via

time travel. Director Bodo Kox manages

to competently integrate his influences,

reaching from Steven Spielberg to

Andrei Tarkovsky, into this film. Besides

his enthusiasm for the books of George

Orwell and Aldous Huxley, Kox is very

interested in Europe’s future, especially

in light of the recent crises in the Middle

East and in Ukraine. All of this results

in a fascinating science fiction thriller

with an original plot and a wonderfully

romantic love story. As Bodo Kox expresses

accurately: love conquers all.

Spielfilm. Polen | Italien 2017

Sprache Polnisch mit engl. UT

Länge 103 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Bodo Kox

Kamera Dominik Danilczyk, Arkadiusz Tomiak

Schnitt Milenia Fiedler

Musik Sandro Di Stefano

ProduzentInnen Izabela Igel, Roman Jarosz

DarstellerInnen

Goria Olga Bołądź

Adam Piotr Polak

Sebastian Sebastian Stankiewicz

Urszula Stefanka Helena Norowicz

Agent Jan Tragosz Wojciech Zieliński

Produktion Alter Ego Pictures, Vargo Films

Vertrieb/Kontakt Reel Suspects

Auszeichnungen (Auswahl) FF Gdynia 2017: Beste

Filmmusik, Nominierung für den besten Film

Biografie Bodo Kox

Bodo Kox, 1977 in Breslau geboren, arbeitet als Schauspieler,

Drehbuchautor, Regisseur, Produzent. Er studierte

Journalismus in Breslau sowie Regie an der

Wajda Film School und an der Filmhochschule in Łódź.

Er gehört zu den wichtigsten und ausdrucksstärksten

Autoren des polnischen Independent-Kinos. Mit The

Girl from the Wardrobe legte er 2012 sein Kino-Debüt

hin und wurde einem größeren Mainstream-Publikum

bekannt.

Filmografie Bodo Kox (Auswahl)

2017 The Man with the Magic Box

2012 The Girl from the Wardrobe

2007 Don’t Panic


136 Discoveries

Discoveries 137

Spielfilm. Tschechien | Slowakei 2016

Sprache Tschechisch, Slowakisch, Englisch,

Französisch mit engl. UT

Länge 114 min.

Format DCP

Farbe

Regie Julius Ševčík

Drehbuch Alex Königsmark, Petr Kolečko,

Julius Ševčík

Kamera Martin Štrba

Schnitt Marek Opatrný

Musik Michał Lorenc

Produzenten Rudolf Biermann, Julius Ševčík

DarstellerInnen

Jan Masaryk Karel Roden

Dr. Stein Hanns Zischler

Edvard Beneš Oldřich Kaiser

Marcia Davenport Arly Jover

Madla Eva Herzigová

Produktion In Film, Česká Televize,

RTV Slovenska, ZDF/Arte

Vertrieb/Kontakt In Film, Česká Televize, RTVS

Auszeichnungen (Auswahl) Czech Lion 2017:

Gewinner in 12 Kategorien

Biografie Julius Ševčík

Julius Ševčík wurde 1978 in Prag geboren und studierte

an der New Yorker Film Academy und der Prager

Filmhochschule Regie. Seine bisherigen Filme

wurden auf zahlreichen Festivals gezeigt. 2009 wurde

er für seinen Spielfilm Normal auf dem Shanghai

International Film Festival als bester Regisseur ausgezeichnet.

Filmografie Julius Ševčík (Auswahl)

2016 A Prominent Patient

2009 Normal

2005 Restart

* Discoveries präsentiert eine Auswahl von herausragenden

Filmen, die sehr gut zu LET’S CEE passen und die

auf diversen Filmfestivals bei der Kritik und beim

Publikum bestens angekommen sind. Wahre

Entdeckungen eben!

* Discoveries is a selection of outstanding films that fit the

LET’S CEE concept, and were well received by critics

and audiences alike at various film festivals. True finds!

DISCOVERIES*

A PROMINENT PATIENT

Masaryk

Der prominente Patient des Titels ist Jan

Masaryk, Sohn des Gründers und ersten

Präsidenten der ehemaligen Tschechoslowakei.

Jan Masaryk war in den späten

1930er Jahren Botschafter seines Landes

in London und versuchte – allerdings vergeblich

–, Großbritannien und Frankreich

davon zu überzeugen, Maßnahmen gegen

die bevorstehende Invasion seines

Heimatlandes durch Nazi-Deutschland zu

ergreifen. Er gibt sich selbst die Schuld an

seinem Versagen gegenüber seinem Volk

und gegenüber seinem Vater. Im Exil in den

USA, wohin er nach dem Einmarsch der

deutschen Truppen geflohen ist, vertraut

er sich dem aus Deutschland emigrierten

Psychiater Dr. Stein an. Der Arzt nimmt sich

seiner an, und zusammen mit ihm und der

Schriftstellerin Marcia Davenport, macht

sich Masaryk daran, sich aus seinem Schuldkomplex

zu befreien. Er wurde schließlich

Außenminister der Prager Exilregierung in

London. Regisseur Julius Ševčík, der auch

am Drehbuch mitarbeitete, erzählt in seinem

Biopic die Geschichte eines ehrbaren

Mannes, der in die Mühlen der großen Politik

geraten ist und darin umzukommen

droht. Der Film, sozusagen eine nationale

Anstrengung, wurde bei der Verleihung der

tschechischen Filmpreise mit nicht weniger

als zwölf Auszeichnungen bedacht, darunter

für den besten Film und die beste Regie.

The prominent patient in the film’s title

refers to Jan Masaryk, who was the son of

the founder and first president of former

Czechoslovakia. In the late 1930s, Jan

Masaryk was his country’s Ambassador

in London. At this time, he tried in vain

to convince Great Britain and France to

take necessary steps against Nazi Germany’s

imminent invasion of Czechoslovakia.

He blames himself for his failure

– towards his nation and his father.

After the invasion of German troops, Jan

Masaryk escapes into exile in the United

States. There he entrusts himself to the

psychiatrist Dr Stein, who emigrated from

Germany. With the help of his psychiatrist

and the author Marcia Davenport,

Masaryk sets about releasing himself from

his guilt complex. He became, after all,

foreign minister of the exile government

of Prague in London. In his biopic, the director

Julius Ševčík, who also worked on

the script, tells the story of an honourable

man caught in the gears of the big

political system, where he seems to have

got lost. The film received no fewer than

twelve prizes at the Czech Film Awards,

including Best Picture and Best Director.

ALL THE BEST

Sve najbolje

All the Best ist eine ernsthafte Komödie

über das Streben nach dem Glück. Snježana

Tribuson erzählt in ihrem Film, der bereits

mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde,

von der Konditorin Verica, der Opernsängerin

Brankica und dem Spanier Martin. Alle drei

leben ein einsames Leben voller Sehnsucht

nach Romantik und Liebe, umso mehr, als

gerade Weihnachten ist. Wie es das Schicksal

so will, kreuzen sich ihre Wege, und danach

ist nichts mehr, wie es vorher war. Darüber

hinaus lernen wir viele bunte Charaktere

kennen: zwei Krankenschwestern, die viel

über Männer nachdenken, einen Bauern

mit unüblichen landwirtschaftlichen Talenten,

einen Handwerker, der schöne Frauen

bewundert, und eine kranke Frau, die ihre

sexuelle Orientierung vor ihrer Schwester

verheimlicht. Das sanfte Drama überzeugt

mit einem liebenswerten Figurenensemble

und einer bemerkenswerten Aussage

– nämlich der, dass es immer jemanden

gibt, der genau nach uns Ausschau hält. Die

hervorragendste Darstellung liefert Ksenija

Marinković als Konditorin, die uns im Laufe

der hundert Minuten vor Augen hält, was es

heißt, zu lieben, zu verlieren und das Glück

zu finden. Eigentlich ist es unwahrscheinlich,

dass Kakerlaken, Rübensuppe und eine

Opernarie eine wichtige Rolle in ein- und

derselben Geschichte spielen, aber in diesem

unterhaltsamen Film ist es tatsächlich so.

All the Best is a serious comedy about the

pursuit of happiness. Snježana Tribuson’s

film, which has already won several awards,

tells the stories of the confectioner Verica,

the opera singer Brankica and the Spaniard

Martin. All three live lonely lives, full

of longing for romance and love, even

more so since the story takes place during

Christmas. Fate has decided that their

paths should cross and that everything

should change. We also get to know numerous

colorful characters: two nurses

who think a lot about men: a farmer with

unusual agricultural talents; a craftsman

who admires beautiful women; and a sick

woman who hides her sexual orientation

from her sister. The gentle drama enchants

with a lovable ensemble of protagonists

and the remarkable proposition that there is

always someone looking out for us. Ksenija

Marinković, outstanding in the role of the

confectioner, demonstrates over the course

of one hundred minutes, what it means to

love, to lose, and to find happiness. It might

seem unlikely that cockroaches, beet soup

and an opera aria can play an important

role in one and the same story, but that is

actually the case in this entertaining movie.

Spielfilm. Kroatien 2016

Sprache Kroatisch mit engl. UT

Länge 102 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Snježana Tribuson

Kamera Goran Trbuljak

Schnitt Marina Barac

Musik Dinko Appelt

Produzent Ankica Jurić Tilić

Koproduzent Goran Radman

DarstellerInnen

Verica Ksenija Marinković

Brankica Renata Pokupić

Martin Ozren Grabarić

Tomo Bogdan Diklić

Ljubo Goran Navojec

Produktion Kinorama, HRT

Vertrieb/Kontakt Kinorama

Auszeichnungen (Auswahl) Pula FF 2016: Preise

in fünf Kategorien; Ferrara FF 2016: Beste weibliche

Darstellerin

Biografie Snježana Tribuson

Nach einem Film- und Fernsehregiestudium an der

Akademie der darstellenden Künste in Zagreb, an

der sie seit 2004 auch lehrt, inszenierte Snježana

Tribuson (*1957) verschiedenste Kino- und Fernsehfilme.

Ihre Filme Recognition, The Three Men of Melita

Žganjer und God Forbid a Worse Thing Should Happen

wurden mehrmals beim Pula Film Festival ausgezeichnet.

Zusammen mit ihrem Bruder Goran schuf

sie außerdem die mit über 70 Episoden sehr erfolgreiche

Sitcom Take a Rest, You Deserved It.

Filmografie Snježana Tribuson (Auswahl)

2016 All the Best

2002 God Forbid a Worse Thing Should Happen

1998 The Three Men of Melita Žganjer


138 Discoveries

Discoveries 139

Spielfilm. Kroatien 2018

Sprache Kroatisch, Englisch mit engl. UT

Länge 103 min.

Format DCP

Farbe

Regie & Drehbuch Nevio Marasović

Kamera Damir Kudin

Schnitt Tomislav Pavlić

Ton Julij Zornik

Produzenten Ankica Jurić Tilić, Hrvoje Pervan,

Ira Cecić

DarstellerInnen

Alan Janko Popović Volarić

Bruno Zlatko Burić

Marina Nataša Janjić

Lukas Miloš Timotijević

Vesna Alma Prica

Produktion Kinorama

Vertrieb/Kontakt Kinorama

Biografie Nevio Marasović

Nevio Marasović, 1983 in Zagreb geboren, studierte

Regie für Film und Fernsehen in Zagreb. Mit

zwölf begann er für die Agentur seiner Mutter Ideen

für Werbungen zu entwickeln. Mit 19 Jahren gelang

ihm mit dem Werbespot Durex Lunch ein Internet-Hit.

Seither hat er über 150 Werbefilme gedreht.

Sein Filmdebüt legte er 2010 mit dem vielfach ausgezeichneten

Spielfilm The Show Must Go On ab.

Filmografie Nevio Marasović (Auswahl)

2018 Comic Sans

2016 Goran

2013 Vis-à-vis

COMIC SANS

Der Grafiker Alan hat eine sehr erfolgreiche

Karriere vorzuweisen. Allerdings kann

man dasselbe nicht über seine persönlichen

Beziehungen sagen – weder seine

romantischen, noch die zu seinem Vater,

dem hedonistischen Maler Bruno. Mit

dem hat er sich nie gut verstanden, seit

dieser vor langer Zeit Alans Mutter verlassen

hatte. Nach einem fehlgeschlagenen

Versuch, seine Ex-Freundin zurückzugewinnen,

fährt Alan auf die kroatische Insel

Vis. Dort ist er bald hin- und hergerissen

zwischen seinem exzentrischen Vater, einer

weiteren alten Flamme und deren Verlobtem.

Er beschließt, die Initiative zu ergreifen,

und so gelingt es ihm schließlich

doch, seinem Leben eine neue Perspektive

zu geben. Der heimliche Star des Films

ist die malerische Insel Vis, und Comic

Sans ist bereits der vierte Film, den Regisseur

Nevio Marasović dort ansiedelt. Das

Drehen auf Vis sei immer wunderbar, sagt

der Filmemacher, aber er denke, er werde

bei zukünftigen Projekten auch an andere

Orte wechseln. Angesprochen auf den

Film Mamma Mia 2, der ebenfalls auf der

Insel gedreht wurde, meint er, er hoffe, Vis

werde sich nicht zu sehr verändern, auch

wenn so ein großer Film natürlich viele

Touristen anziehe. Wenn jeder diese „unberührte

Perle der Adria“ besuche, dann

würde sie aufhören, eine Perle zu sein.

The graphic designer Alan has a very

successful career, but he can’t say

the same about his personal relationships

– neither his romantic ones, nor

the one with his father, the hedonistic

painter Bruno. They’ve never got

along since Bruno left Alan’s mother a

long time ago. After a failed attempt to

win back his ex-girlfriend, Alan travels

to the Croatian island of Vis. There, he

finds himself being torn between his

eccentric father, another old flame and

her fiancé. He decides to take initiative

and in doing so finally manages to gain

a new perspective on his life. The secret

star of the film is the scenic backdrop:

Comic Sans is already the forth film director

Nevio Marasović sets up on the

island. He says shooting on Vis is always

wonderful but he thinks he will change

location for future projects. Addressing

the film Mamma Mia 2, which was

also filmed on this island, he is hoping

that Vis won’t change that much, even

though a big Hollywood production

like this attracts many tourists. If everybody

visits this “untouched pearl of the

Adria”, it won’t be a pearl any longer.

HEAD. TWO EARS

Golovo. Dva ukha

In einem völlig verschneiten Dorf in der

tief