atw 2018-07

inforum

atw Vol. 63 (2018) | Issue 6/7 ı June/July

Polen steht mit seinen ehrgeizigen Plänen

zur Nutzung der Kernenergie vor

Verzögerungen und Entscheidungen

NucNet | Seite 366

Polen hat ehrgeizige Pläne formuliert, bis Ende

der 2030er oder Anfang der 2040er Jahre bis zu

6.000 MW Kernenergiekapazität an zwei Standorten

zu errichten. Dazu muss die Regierung eine

endgültige Entscheidung treffen, die mehrmals

verschoben wurde, wobei der Zeitplan durch

Regierungswechsel, Probleme bei der Umsetzung

der nationalen Gesetzgebung und der Notwendigkeit,

das geeignete Finanzierungsmodell zu finden,

behindert wurden. Polen benötigt Kernenergie

unter andrem wegen seiner günstigen CO 2 -Bilanz.

Polen ist kein Newcomer in der Nukleartechnik. Das

Polnische Nationale Zentrum für Kernforschung

(NCBJ) betreibt seit 1972 einen Forschungsreaktor

in Swierk. 1971 traf die Regierung ihren ersten

Beschluss zum Bau eines Kernkraftwerks. Das

Projekt wurde 1990 formell eingestellt.

49. Jahrestagung Kerntechnik (AMNT 2018):

Eröffnungsansprache

Ralf Güldner | Seite 369

Wie in den vergangenen Jahren bieten DAtF und

KTG mit der 49. Jahrestagung Kerntechnik ein

umfangreiches Programm, das Einblicke in viele

Aspekte der Kerntechnik gibt und zum internationalen

Wissens- und Erfahrungsaustausch in

Industrie, Forschung, Politik und Verwaltung

beiträgt. Auch im Jahr vor ihrem 50-jährigen

Jubiläum, am 7. und 8. Mai 2019 in Berlin, ist das

AMNT die einzige Konferenz in Deutschland und

eine der wenigen in Europa, die alle Themen rund

um die Kerntechnik unter einem Dach vereint und

sich allen Bereichen der Branche widmet.

TESPA-ROD Codeberechnungen zum Brennelementverhalten

bei Langzeitlagerung

Heinz G. Sonnenburg | Seite 374

Das Brennstab-Rechenprogramm TESPA-ROD

berechnet für Kühlmittelverluststörfälle als auch

für Reaktivitätsstörfälle das transiente Brenn stab-

Verhalten. Dieses Programm wurde jetzt erweitert,

um auch das Verhalten während der Langzeitlagerung

berechnen zu können. Insbesondere

wurden Modelle für das Langzeit-Brennstoffschwellen

und der damit verbundenen Helium-Freisetzung

implementiert. Erste TESPA-ROD Analysen

zeigen, dass für Langzeittransienten, die die Nasslagerung,

den Trocknungsprozess und die Trockenlagerung

umfassen, ein Spaltschluss zwischen

Brennstoff und Brennstabhülle möglich ist. Somit

kann die Hüllrohrspannung vom Spaltgasinnendruck

als auch von der mechanischen Interaktion

zwischen Hülle und Brennstoff bestimmt werden.

Neubauprojekte im Ausland – eine

Herausforderung für die Regulierung

Christian Raetzke | Seite 378

Weltweit sind zahlreiche Reaktoren in Bau oder in

konkreter Planung. Im Vergleich zur Situation vor

einigen Jahrzehnten, als das Gros der heute betriebenen

Anlagen errichtet wurde, sind die Projekt modelle

und Randbedingungen jedoch deutlich vielfältiger, so

dass überlieferte Modelle der Regelsetzung, Genehmigung

und Aufsicht ( Regulierung) zum Teil an ihre

Grenzen stoßen. Der Artikel liefert Beispiele für neue

Herausfor derungen. Auf die Herausforderungen

muss die Regulierung neue Antworten finden. Sie

darf allerdings dabei auch die bewährten Grundsätze

und Instrumente nicht außer Acht lassen, damit die

nukleare Sicherheit gewährleistet bleibt.

Sicherheitsbewertung der Forschungsreaktoren

FRM II und FR MZ nach dem

Fukushima-Ereignis

Axel Pichlmaier, Heiko Gerstenberg,

Anton Kastenmüller, Christian Krokowski,

Ulrich Lichnovsky, Roland Schätzlein,

Michael Schmidt, Christopher Geppert,

Klaus Eberhardt und Sergei Karpuk | Seite 379

Nach den Ereignissen im Kernkraftwerk Fukushima-I

im Jahr 2011 hat die Reaktor-Sicherheitskommission

(RSK) eine Gesamtbewertung der

deutschen Reaktoren im Hinblick auf extreme (über

die Auslegung hinausgehende) Ereignisse durchgeführt.

Diese Arbeit beschäftigt sich ausschließlich

mit den Forschungsreaktoren (RR) FRM II

( Garching) und FR MZ (Mainz). Die Ergebnisse der

RSK, ihre Empfehlungen und ihr Umsetzungsstand

werden vorgestellt.

Stilllegung des ersten Kernreaktors

Deutschlands

Ulrich Lichnovsky, Julia Rehberger,

Axel Pichlmaier und Anton Kastenmüller | Seite 383

Der FRM wurde 1957 als erster Kernreaktor in

Deutschland in Betrieb genommen. Der Reaktorbetrieb

wurde im Jahr 2000 eingestellt. Die Genehmigungsverfahren

für Stilllegung und Rückbau des

Reaktors begannen 1998. Im Jahr 2014 erhielt die

Technische Universität München (TUM) die Genehmigung

zur Stilllegung des Reaktors. Der Beitrag

beschreibt den (langen) Weg zur Genehmigung für

den Rückbau des Reaktors und gibt einen kurzen

Überblick über den aktuellen Stand des Stilllegungsprojekts.

Ergebnisse der (Vor-)Genehmigungsphase

werden vorgestellt: Entsorgung abgebrannter

Brennelemente und Erstellung des Sicherheitsberichts

mit Angaben zum Brandschutz, zur

radiologischen Charakterisierung (Neutronenaktivierung

und -kontamination), zur Abfallwirtschaft

und zur Sicherheitsanalyse. Im Hinblick

auf den aktuellen Stand des Projektes werden

diskutiert: Räumung von Material und aktuellen

Herausforderungen.

Ganz im Stillen: Der unbemerkte Verlust der

CO 2 -freien Stromerzeugung in den USA

Chris Vlahoplus, Ed Baker, Sean Lawrie,

Paul Quinlan und Benjamin Lozier | Page 389

Die Vereinigten Staaten von Amerika haben

Maßnahmen für den Klimaschutz eingeleitet. Ein

Schwerpunkt liegt auf der Minderung von

CO 2 -Emissionen bei der Stromerzeugung. Eine

Säule dieses Ansatzes ist die Förderung der verstärkten

Nutzung erneuerbarer Energien, wie Wind

und Sonne. In den letzten zehn Jahren hat die CO 2 -

freie Erzeugung aus Wind und Sonne auch in den

USA stark zugenommen. Die Erzeugung aus diesen

Ressourcen erreichte im Jahr 2017 333.000 GWh.

Für viele, die sich für das Thema Klimaschutz

interessieren, ist jedoch unbekannt, dass in Summe

die Fortschritte jedoch durch den Verlust oder

potenziellen Verlust von mehr als 228.000 GWh

kohlenstofffreier Stromerzeugung durch Kernenergie

quasi zunichte gemacht werden.

Deutsche Sekretariatsführung ISO/TC 85/SC

6 Reactor technology

Janine Winkler und Michael Petri | Seite 392

Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt,

Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), vertreten

durch die KTA-Geschäftsstelle, hat DIN ab

2018 die Sekretariatsführung des ISO/TC 85/SC 6

Reactor technology zusammen mit China übernommen.

Ziel ist hierbei, den deutschen Einfluss in

der internationalen Normung zu erhöhen und die

Möglichkeit wahrzunehmen, deutsche Normen und

KTA-Regeln in die internationalen Normen zu überführen.

Damit möchte Deutschland international

seinen Beitrag für die nukleare Sicherheit bei der

friedlichen Nutzung der Kernenergie leisten.

Thermohydraulische Analyse des

konvektiven Wärmeübergangs eines

luftgekühlten SWR-Brennelementes

Christine Partmann, Christoph Schuster

und Antonio Hurtado | Seite 397

Seit dem Reaktorunfall in Fukushima Daiichi ist die

Forschung zur Sicherheit abgebrannter Brennelemente

stärker ausgeprägt. Dieser Beitrag stellt

die experimentellen Ergebnisse zur konvektiven

Wärme übertragung eines Siedewasserreaktor-

Brennelements unter Abwesenheit von Wasser vor.

Diese Untersuchungen werden im Rahmen des vom

Bundesministerium für Bildung und Forschung

geförderten Verbundprojektes SINABEL durchgeführt,

um die thermische Hydraulik ausgewählter

Unfallszenarien im Brennelementlagerbecken

experimentell und numerisch zu untersuchen.

Weiterentwicklung eines thermohydraulischen

Zwei-Phasen-Strömungsmodells

Verónica Jáuregui Chávez, Uwe Imke,

Javier Jiménez und V.H. Sánchez-Espinoza | Seite 401

Das numerische Simulationstool TWOPORFLOW

wird am Institut für Neutronenphysik und Reaktortechnik

(INR) des Karlsruher Instituts für Technologie

(KIT) entwickelt. TWOPORFLOW ist ein thermohydraulischer

Code, der in der Lage ist, ein- und

zweiphasige Strömungen in einem strukturierten

oder unstrukturierten porösen Medium unter Verwendung

einer flexiblen 3-D kartesischen Geometrie

zu simulieren. Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erweiterung,

Verbesserung und Validierung von TWO-

PORFLOW, um das thermisch- hydraulische Verhalten

in Siedewasserreaktor kernen zu simulieren.

Besonderheiten bei Messungen

zur radiologischen Charakterisierung

hochradioaktiver Abfälle

Marina Sokcic-Kostic und

Roland Schultheis | Seite 404

Beim Betrieb von Kernkraftwerken fallen gelegentlich

hochradioaktive Abfälle an, wie zum Beispiel

Bruchstücke defekter Brennelemente oder Filter

von heißen Zellen. Für solche Abfälle hat die

NUKEM Technologies Engineering Services Abfallbehandlungsmöglichkeiten

konzipiert und in

Projekten umgesetzt, die hochradioaktive Abfälle

charakterisieren und entsprechend den Anforderungen

für die Langzeitlagerung konditionieren.

Dies schließt auch eine Volumenverminderung ein,

um so die künftigen Lagerkosten zu minimieren.

Der Schwerpunkt dieses Artikels liegt in der

Messung von hochaktivem Abfall und seinen

Implikationen.

Trump gefährdet das Vertrauen

in Safeguards mit der Aufgabe eines

Abkommens zugunsten anderer Ziele

John Shepherd | Seite 422

Das Vertrauen in das Safeguards-System gerät in

Gefahr, da der U.S.-amerikanische Präsident Trump

ein Abkommen aufgibt – mit dem Iran –, um ein

anderes zu verfolgen. Bis zur Veröffentlichung

dieses Beitrags hatten Donald Trump und Kim Jong

Un vielleicht ein historisches Treffen – das erste

Treffen zwischen einem amtierenden US-Präsidenten

und einem Führer Nordkoreas.

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ABSTRACTS | GERMAN

Abstracts | German

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