Ethno News_ FIRST Issue

JOPA.NEWS

ENGLISH (GERMAN Version: Please, scroll down / siehe unten)

The publishing house JOPA has issued since 2010 i.a. intercultural, bilingual magazines. ETHNO News is our newborn “baby”, so I ask for your indulgence, as it is still in the crawling phase.

As publisher and editor-in-chief, I am exclusively responsible for the entire content.

Short about me:
I can write, read, calculate and swim – mostly against the current.
I am a peaceful person who likes to be happy, with a healthy sense of humor, smiles and laughs a lot. That can, nevertheless, change dramatically if I am confronted with injustice, inequalities and lies.

If you feel the same, then you have found the right person!

In this sense, I warmly welcome you, wish you a stimulating reading and remain with best regards for a nice get together!

Victoria Mali alias Johanna Panagiotou

Der Verlag JOPA bringt seit 2010 u.a. interkulturelle, zweisprachige Magazine heraus. ETHNO News ist unser frisch geborenes „Baby“, daher bitte ich Sie um Nachsicht, denn es befindet sich noch in der Krabbel-Phase.

Als Herausgeberin und Chefredakteurin trage ich ausschließlich die Verantwortung für den gesamten Inhalt.

Kurz über mich:
Ich kann schreiben, lesen, rechnen und schwimmen − und zwar gegen den Strom.
Ich bin ein friedlicher Mensch, der gerne fröhlich ist, einen gesunden Humor besitzt, viel lächelt und lacht. Das kann sich aber schwunghaft ändern, wenn ich mit Ungerechtigkeiten, Ungleichheiten und Lügen konfrontiert werde. Wenn es Ihnen genau so geht, dann sind Sie bei mir richtig!

In diesem Sinne heiße ich Sie herzlich willkommen zur ERSTEN Ausgabe von ETHNO News, wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und verbleibe

mit den besten Grüßen für ein schönes Beisammensein!

Victoria Mali alias Johanna Panagiotou

Durch aggressive Kampagnen in Ländern mit unterentwickelten Gesundheitssystemen − dazu gehören auch die

USA − über den Nutzen der Screening-Mammopraphie zur Früherkennung des Brustkrebses und zwar häufig

ohne Rücksicht auf potentielle Risiken und nötige Qualitätskontrolle schaffen Für aufgeschlossene sie es, die & Inzidenz kritisch denkende des Menschen Brustkrebses

in die Höhe zu treiben. Ähnliches passiert mit dem Prostatakrebs und den

For

Schilddrüsenkrebs,

open-minded & critical thinking

die

people

meistens

harmlos sind, aber immer noch sehr aggressiv behandelt werden. Zur gleichen Zeit wurden aus den chemischen

Waffen des 1. Weltkrieges und der Atombombe des 2. Weltkrieges zwei primitive Waffen gegen den Krebs entwickelt:

die Chemotherapie und die Kobaltkanone. Die obigen Waffen wurden der Pharma- bzw. Technologieindustrie

zur Kommerzialisierung überlassen.

Munich’s International Magazine

February/March 2019, #01, price: 3 Euro

BETWEEN EDUCATION AND CATASTROPHE

ZWISCHEN BILDUNG UND KATASTROPHE

Health

istory

uman Rights

www.ethnonews.com

www.facebook.com/EthnoJopa


Editorial

Herausgeberin & Chefredakteurin

Seit ich mich kenne, schreibe ich. Übertrieben

ausgedrückt: Mehr als ich atme. Doch wenn ich zu

einem Thema schreibe, ist es jedes Mal eine Herausforderung

und eine Qual zugleich. Vor allem, wenn es sich

um mich bzw. um etwas geht, das ich selbst mit Kopf, Herz

und Hand zustande gebracht habe. Im Editorial dieser ersten

Ethno News Ausgabe geht es um beides.

Ich bin 1981 im Schwabinger Krankenhaus geboren und ein

paar Tage später in die Schleißheimerstraße eingewandert.

Das Verb „einwandern“ verwende ich ganz bewusst, um

der herrschenden Meinung Paroli zu bieten, dass mein Tun

und Handeln unbedingt mit der Einwanderungsgeschichte

meiner Familie in Verbindung gebracht werden muss.

Früh genug lernte ich lesen, rechnen und schwimmen

− und zwar gegen den Strom. So wurde

aus mir eines Tages eine Herausgeberin, die

Zeitschriften für kritisch Denkende ins Leben

ruft. Aber bis dahin war es ein langer und

harter Weg …

Bereits im vorigen Jahrhundert (1999) absolvierte

ich das Gymnasium und begann

noch im selben Jahr zu studieren, was ich

fast ununterbrochen bis heute mache. Journalistik,

Kommunikation und Psychologie habe

ich bereits erfolgreich abgeschlossen; in den

Fachschaften Geschichte, Germanistik, Neogräzistik,

Ethnologie und Amerikanistik gelte ich als teilnehmende

Beobachterin.

Während dieser Jahre habe ich auch den Verlag Jopa gegründet,

der seit 2010 u.a. interkulturelle, zweisprachige

Magazine herausbringt. Ethno News ist unser frischgeborenes

„Baby“, daher bitte ich Sie um Nachsicht, denn es

befindet sich noch in der Krabbel-Phase.

Nicht zuletzt können Sie auf meinem Foto erkennen, dass ich

ein friedlicher Mensch bin, der gerne fröhlich ist, einen gesunden

Humor besitzt, viel lächelt und lacht. Das kann sich

aber schwunghaft ändern, wenn ich mit Ungerechtigkeiten,

Ungleichheiten und Lügen konfrontiert werde. Wenn es Ihnen

genau so geht, dann sind Sie bei mir richtig!

In diesem Sinne heiße ich Sie herzlich willkommen, wünsche

Ihnen eine anregende Lektüre und verbleibe

mit den besten Grüßen für ein schönes Beisammensein!

I

have been writing ever since I can remember; greatly exaggerated:

even more than I breathe. Nevertheless, every

time I write about a topic, it is always a challenge and

yet a heartache. Especially when it is about me or anything

I have accomplished with my mind, my heart and my own

hands. The editorial of the first Ethno News issue regards

both.

I was born 1981 in the Schwabing Hospital; a few days later,

I immigrated to Schleißheimer Street. I consciously use the

verb “immigrate” in order to defy the prevailing opinion that

everything I do must necessarily be linked to the immigration

history of my family.

Very soon I learned to read, calculate and swim –

against the current. And one day, I became a

publisher who initiates magazines for critically

thinking citizens. But up to that, it

was a long and hard way...

Yet in the last century (1999) I graduated

from high school and began to

study in the same year; something I

have almost continuously been doing

until present. I have already successfully

completed Studies in Journalism, Communication

and Psychology. In the departments

of History, German, Modern Greek,

Culture Anthropology and America Studies I am

considered as a participating observer

In the course of the years, I also founded the publishing

house Jopa that since 2010 has issued i.a. intercultural, bilingual

magazines. Ethno News is our newborn “baby”, so

I ask for your indulgence, as it is still in the crawling phase.

Last but not least and judging from my photo, you can recognize

that I am a peaceful person who likes to be happy,

with a healthy sense of humor, smiles and laughs a lot. That

can, nevertheless, change dramatically if I am confronted

with injustice, inequalities and lies.

If you feel the same, then you have found the right person.

In this sense, I warmly welcome you, wish you a stimulating

reading and remain with best regards for a nice get

together!


4

Impressum

Zuständig für den gesamten Inhalt

Jopa Communications, Publications & Arts

Aindorferstr. 22, 80686 München

T: +49 89 54 78 79 -62 & -66, M: +49 176 81743003

W: www.ethnonews.com; E: info@jopa-arts.com

Johanna Panagiotou

Victoria Mali (Autorenname)

Herausgeberin & Chefredakteurin

MITARBEITER

Dr. med. Thanasis Bagatzounis

Wissenschaftlicher Berater

Publizistische Beratung

Nannette Remmel

Edit Engelmann

Cyclist of the World

Art Director & Fotoreporter

Sakina Dipama

Assistentin

Lektorat

Elena Panagiotou

Nina Diamant

Organisation & Distribution

Domenico Loseto

Lavinia Cozzi

Vassilis Mamalis

IT Specialist

Ralf Haase

Maler (Globus im Editorial)

MITWIRKENDE dieser Ausgabe

Sabine Böhlau

Giolanta Tzoroni

Chris Becker

Dr. Hawre Zangana

Julia Killet

Mario Koulaouzidis

COVER

Headline: Inspired from the known quote “Human history

is more and more a race between education and

catastrophe”, written by H. G. Wells, 1920.

Photo: The Nuclear Bunker Exposition in Prague.

“A unique collection of Cold War items placed inside a

marvelous relict of the nuclear weapons age”.

Credits: Victoria Mali

AUFLAGE

3.000 Exemplare

ISSN (Print) 2627-566X

ISSN (Online) 2627-5694


5

Inhalt

Titelthema

Zwischen Bildung und Katastrophe

Cover Story

Between education and catastrophe

Politics

Venezuela: A new Vietnam?

6

12

14

Ethno Arts

Film: Modern slavery

16

Theater: A huge director passed away

Painting: Magic realism from Athens to Munich

Ethno History

Frauen in der Revolution

The Greco-Italian War in Albania

Munich and the November Revolution

Interreligious Dialogue

Christmas For All

24

32

Wall of Fame

34


von Dr. med. Thanasis Bagatzounis

Zwischen Bildung

Wo von Gewalt oder Gefahr die

Rede war, war seit jeher der Vergleich

mit lebensbedrohlichen

Krankheiten nicht weit.

So dienten Infektionskrankheiten seit der sowjetischen

Revolution und bis zum zweiten Weltkrieg

als dominante politische Metapher für die

Ausbreitungsgefahr des Kommunismus.

„Der Bolschewismus verbreitet sich in Europa:

Alle neutralen Länder spüren jetzt die Infektion“,

schrieb 1919 die New York Times. Und Winston

Churchill sagte: „Lenin nach Russland zu schicken,

ist, als würde man ein Röhrchen mit Typhus oder

Cholera-Bakterien in die Wasserversorgung einer

Großstadt schütten“.

In diesem Sinne sprach der ehemalige Staatsmann

eine seit Jahrhunderten bekannte Form der

Kriegsführung an: die biologische.


und Katastrophe

Von den Antibiotika bis zur Kobaltbombe

Nach dem Sieg des Penicillins über die wichtigsten

Infektionskrankheiten wurde der Krebs

zur dominanten Metapher in der antikommunistischen

Propaganda, da er durch seine

unheimliche Kraft die Massen terrorisieren

konnte. „Der Kommunismus ist wie ein bösartiger

Parasit, der sich nur von Krankheitsgewebe

ernährt“, schrieb 1946 George Kennan,

amerikanischer Diplomat in Moskau, in einem

wirkmächtigen langen Telegramm und setzte

damit die Basis für die aggressive Eindämmungspolitik

der USA gegen die Sowjetunion und die

Bildung der NATO (1947).

Zehn Jahre später beschrieb die republikanische

Partei die Fortschritte, die gegen den „Krebs des

Kommunismus“ gemacht wurden und betonte,


8

Titelthema

dass sich die politische Philosophie der UdSSR

nicht einfach von einem Staat zum anderen ausbreitet,

sondern „metastasiert“.

Zur gleichen Zeit wurden aus den chemischen

Waffen des 1. Weltkrieges und der Atombombe

des 2. Weltkrieges zwei primitive ‚Waffen’ gegen

den Krebs entwickelt: die Chemotherapie

und die Kobaltkanone. Die obigen ‚Waffen’

wurden der Pharma- bzw. Technologieindustrie

zur Kommerzialisierung überlassen.

Die terrorisierende Wirkung der Krankheit auf

die Psyche der Menschen hat währenddessen ermöglicht,

dass sie die damals sehr aggressiven

Krebstherapien − manchmal waren sie schlimmer

als die Krankheit selbst − akzeptierten. Zugleich

wurde die Krebsforschung immer mehr in die

Entwicklung von neuen Technologien und Medikamenten

getrieben, die patentiert und vermarktet

werden konnten.

Währenddessen wurde für die Vorbeugung herzlich

wenig investiert, schließlich war sie nicht patentierbar.

auslösen. Tatsache ist jedoch, dass diese Rhetorik

von der sogenannten Cancer-Advocacy Bewegung,

die sich langsam seit den 1980ern

entwickelt, toleriert wird.

Diese Bewegung nutzte die persönlichen Geschichten

prominenter Frauen wie etwa der First Ladies

Betty Ford und Nancy Reagan, um den Kampf

gegen den Krebs anzusagen. In ihren Kampagnen

benutzen sie Begriffe wie ‚Kämpferin‘, ‚Siegerin‘

oder ‚Überlebende‘, um den Betroffenen Mut

zu machen und zu demonstrieren, dass der Feind

nicht unbesiegbar ist; vorausgesetzt er wird früh

entdeckt und mit allen zur Verfügung stehenden

Waffen bekämpft: Stahl, Strahl und Chemie.

Die Welt nach den Terroranschlägen am

11. September

Die ‚Medien-Kriegsführung‘ überdauerte den

Die Verantwortung für die Entstehung von Krebs

und die Steigerung seiner Inzidenz wurde den

Menschen und ihren schlechten Lebensgewohnheiten

zugeschoben, wie z.B. das Rauchen für

den Lungenkrebs und die Promiskuität für den

Gebärmutterhalskrebs. Über die Verantwortung

des Staates (siehe Atombombenversuche in Nevada

1950-1952) sowie der Industrie, die z.B. verschiedene

krebserzeugende Chemikalien für die

Herstellung von Pestiziden und Kosmetikprodukten

verwendete, wurde weitaus seltener gesprochen.

Die 1970er und 1980er Jahre

Mit der von Richard Nixon 1971 verabschiedeten

Kriegserklärung gegen den Krebs beginnt der

systematische Feldzug gegen die Krankheit. Und

die Medien intensivieren ihre „psychologische

Kriegsführung“ zur Terrorisierung der Massen.

Begriffe wie „maligner Tumor“ und „Metastasen“

werden seitdem als Metapher in Zusammenhang

mit großen geopolitischen Konflikten eingesetzt.

Man kann tatsächlich die Gefühle erahnen, die die

Krebsrhetorik der Medien bei Krebspatient_ innen


Titelthema

9

Krieg und wird seit dem 11.09.2001 zur wichtigsten

Metapher für den neuen großen Feind der

westlichen Welt: den islamischen Terrorismus.

„Der islamische Radikalismus hat sich nicht zurückgezogen,

sondern ist metastasiert und hat sich

auf der ganzen Welt ausgebreitet“, kommentiert

2006 NYT Reporter Mark Mazzetti den Bericht

Trends im globalen Terrorismus: Auswirkungen

auf die Vereinigten Staaten der US-Geheimdienste

über die erhöhte Terrorismusgefahr im Irak.

Anlässlich des Süd-Libanon Konflikts ermuntert

im selben Jahr der libanesisch-amerikanische

Aktienhändler Ziad Abdelnour die US-Regierung

„diesen Krebs“ (Hisbollah) „loszuwerden“.

Umgekehrt charakterisiert 2014 Hisbollah-Führer

Hassan Nasrallah den Staat Israel als „einen

Krebs, der unbedingt beseitigt werden muss“. 1

Krebs, Terror und Feindbilder

Zwar ist der Kalte Krieg offiziell längst zu Ende,

der Krieg gegen den islamischen Terrorismus und

den Krebs gehen aber weiter, und zwar intensiver

denn je.

Bereits 2013 hatte die Weltgesundheitsorganisation

(WHO) den Kampf gegen die sogenannten

Nichtübertragbaren Krankheiten (NCDs)

hauptsächlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische

Atemwegserkrankungen, Diabetes und,

selbstverständlich, Krebs − angesagt.

Unter den NCDs ist der Krebs diejenige Krankheit,

die die Menschen am meisten terrorisieren kann,

dafür hat nicht zuletzt die jahrzehntelange Propaganda

des Kalten Krieges gesorgt.

Durch aggressive Kampagnen in Ländern mit

unterentwickelten Gesundheitssystemen − dazu

gehören auch die USA − über den Nutzen der

Screening-Mammographie zur Früherkennung

des Brustkrebses schafft es die Cancer-Advocacy

Bewegung, die Häufigkeit des Brustkrebses

in die Höhe zu treiben. Und zwar häufig ohne

Rücksicht auf potentielle Risiken und die nötigen

Qualitätskontrolle. Ähnliches passiert mit dem

Prostatakrebs und dem Schilddrüsenkrebs, die oft

auch harmlos sein können, aber immer noch sehr

aggressiv behandelt werden.

Die Krebszahlen steigen dadurch weiter und tragen

zur Aufrechterhaltung des circulus vitiosus bei.

Und dadurch erreicht der angesagte Krieg gegen

den Krebs etwas anderes: Er lenkt die Massen von

viel wichtigeren globalen Problemen ab: Kriege,

Klimawandel, Umwelt, Armut, Hunger usw.

Die Cancer Advocacy-Bewegung hat sich mittlerweile

zu einer mächtigen Lobbybewegung

entwickelt, die eher die Interessen der Pharmaindustrie

und nicht die der Krebspatienten vertritt.

Proteststimmen von Außenseitern, die zum Verbot

von krebserzeugenden Chemikalien und anderen

schädlichen Umwelteinflüssen aufrufen, werden

mundtot gemacht; spektakuläre Nachrichten

der Pharmaindustrie und ihrer Handlanger, der


10

Titelthema

akademischen Institutionen, wissenschaftlichen

Gesellschaften und Mainstream-Medien dominieren.

Die Erschließung neuer Märkte

Beispielsweise soll eine neue, extrem teure

Immuntherapie das Leben von Frauen mit einer

lebensbedrohlichen Diagnose einer bestimmten

Brustkrebsform verlängen. Allerdings

lediglich um einige Monate. Grund genug,

um dies als einen ‚Durchbruch’ in der Krebstherapie

zu feiern und den Weg zu immer teureren

Therapien zu öffnen. Das erklärte Ziel der

Pharmaindustrie? Den Krebs zu einer chronischen

Krankheit zu machen und damit auch

höhere „Investitionsrenditen“ zu erzielen.

Denn ihre Umsätze sind zwar gut; „reichen im

Schnitt aber nicht aus, um das Wachstum zu

beschleunigen und ordentliche Renditen auf die

Forschungsinvestitionen zu verdienen“ schrieb die

Zeitung Handelsblatt im August 2018. Und fügt

hinzu, dass eine Analyse von McKinsey gezeigt

hat, dass in den 1990ern die Umsätze von neu

entwickelten Medikamenten in den ersten sieben

Jahren nach Markteinführung dreimal so hoch

waren wie die Kosten für ihre Neuentwicklung.

Aktuell liegt der Faktor bei 1,1. Das heißt, dass

die Umsätze nur noch geringfügig höher als die

Kosten sind. Der sogenannte „Return on Investment“

der Pharmaforschung ist also rückläufig.

Die Erschließung neuer Absatzmärkte für die

teuren Krebsmedikamente in Ländern mit niedrigem

und mittleren Einkommen ist für die Pharmaindustrie

von vitaler Bedeutung, denn der Gesundheitsmarkt

der Länder mit höherem Einkommen ist

gesättigt und, viel wichtiger, viele ‚Konsumenten’

lassen sich nicht mehr von den Versprechen der

Industrie überreden, kehren ihr den Rücken und

entscheiden sich für alternative Therapien.

In den Ländern mit niedrigen- bis mittleren Einkommen

soll die Krebsinzidenz in den nächsten

Jahren mittels emotionalen Sensibilisierungskampagnen

und der Einführung von Screening-Programmen

zunächst gesteigert werden, genauso

wie es in den letzten drei Jahrzehnten in den reicheren

Ländern geschah. 2

Währenddessen verteilt das US-amerikanische

Unternehmen Amgen, um nur eine der vielen

Aktionen der Pharmaindustrie zu erwähnen,

teure Krebsmedikamente im Wert von $93 Millionen

an sogenannte „Partnerkrankenhäuser“

und „Partnerkliniken“ in Armenien, Kambodscha,

die Dominikanische Republik, Äthiopien, Ghana,

Haiti, Honduras, Indien, Jamaika, Malawi, Myanmar,

Nepal, Nicaragua, Pakistan, Paraguay, Senegal,

Tansania und Uganda.

Das mag eine legitime Marketing-Strategie sein,

angesichts der erhofften Erschließung von neuen

Absatzmärkten für ihre Produkte, doch es gibt einen

weiteren Grund für das erwachende Interesse

an diesen Ländern: Die Durchführung klinischer

Studien…

--- Die Fortsetzung des Artikels folgt in der nächsten

Ausgabe ---

Wortschatz

Eindämmungspolitik = Containment-Politik oder

Eindämmungspolitik wurde seit 1947 von den

USA gegenüber der UdSSR durchgeführt und

charakterisiert das Auseinanderbrechen der Anti-Hitler-Koalition.

Ziel war es, die Ausbreitung des

Kommunismus und Stalinismus einzudämmen. Q:

Wikipedia.

Kobaltkanone = Kobaltkanone oder Kobaltbombe

waren populäre Bezeichnungen für Strahlentherapiegeräte,

die als Quelle ihrer Gammastrahlung

das Radionuklid Cobalt-60 enthielten.

Q: Wikipedia

Inzidenz = Die Häufigkeit von diagnostizierten

Neuerkrankungen innerhalb einer definierten

Population in einem bestimmten Zeitraum.

Q: Doc Check

Stahl, Strahl und Chemie = Die drei Säulen der

Krebstherapien. Stahl: Operation (das chirurgische

Messer)

Circulus Vitiosus = Teufelskreis


Titelthema

11

Fußnoten

1 Die Redaktion verurteilt selbstverständlich jede

zitierte rassistische Aussage, die ausschließlich

zur Darstellung der herrschenden Situation erwähnt

wird.

2 siehe A. Bleyer, et.al., “Effect of Three Decades

of Screening Mammography on Breast-Cancer

Incidence”, in: The New England Journal of Medicine,

22.11.2012

Empfohlene Literatur

Für die Prävention wurde

herzlich wenig investiert,

schließlich war sie nicht

patentierbar.

Ellen Leopold, Under the Randar: Cancer and

the Cold War, N.B., N.J, London: Rutgers University

Press 2009

Who is who

Dr. Thanasis Bagatzounis verließ Anfang

der 1980er Jahre seinen Geburtsort Kozani,

um eine internationale Fußballkarriere im Ausland

aufzubauen; schließlich wurde aus ihm

ein promovierter Arzt für strahlentherapeutische

Onkologie (Uni Erlangen / Uni Würzburg). Er

befasst sich seit 30 Jahren intensiv mit gesundheitspolitischen−

und medizinethischen Themen.

Momentan schreibt er ein Buch über seine Erlebnisse

als Krebsarzt in Deutschland und Zypern.

Um das Gleichgewicht zu bewahren, spielt er

Gitarre und beschäftigt sich mit Kunst und Kultur.

Seine ehemalige Galerie für politische Kunst in

Hamburg erlangte ein durchweg positives Presseecho.

Er lebt und arbeitet in München.

Herzlichen Dank an

Nannette Remmel.

Ihre anregenden Kommentare

bringen immer

neuen Schwung in den

Schreibprozess.


12

Cover Story

Between education and catastrophe

Cancer, terror and commerce

by Dr. Thanasis Bagatzounis, Ph.D.

Disease as political metaphor

Threat and violence have always been associated

with life-threatening diseases. In this context, the

word ‘infection’ has been used since the Soviet

Revolution up to World War II as the dominant

political metaphor for the spread of communism.

From Nixon to Bin Laden

With the Declaration of War on Cancer by Richard

Nixon in 1971, a systematic campaign against

the disease began. The media started intensifying

their “psychological warfare”, continuing to instill

fear into the masses.

“Sending Lenin into Russia is like sending a phial

containing a culture of typhoid or cholera to be

poured into the water supply of a great city’’ said

Winston Churchill. In this sense, he addressed a

centuries-long form of warfare: the biological.

After the victory of penicillin over the most important

infectious diseases, cancer with its sinister

connotation, became the dominant metaphor in

the anti-communist propaganda during the Cold

War. The terrorization of the masses had

just begun…

“Communism is like a malignant parasite that only

feeds on diseased tissue” wrote 1946 George

Kennan, American Diplomat in Moscow, in his

influential telegram, setting the basis for the US’s

aggressive containment policy against the Soviet

Union.

The first primitive ‘weapons’ against cancer, chemotherapy

and radiation, both derived from the

chemical and nuclear weapons, have been handed

over to the industry for commercialization.

Since then, cancer research has been driven more

and more into the development of new technologies

and drugs that could be patented and marketed.

In the meantime, precious little has been

invested in prevention − after all, it is not

patentable.

The “media-warfare” outlasted the Cold War and

its cancer rhetoric has become since September

11, 2001 the most important tool for the new

great enemy of the Western world: the Islamic

terrorism. “Islamic radicalism, rather than being

in retreat, has metastasized and spread across the

globe”, commented NYT reporter Mark Mazzetti

in 2006.

The Cold War has officially ended long time ago,

but the war against terrorism and cancer continues

more intensely than ever.

The infiltration of the industry

The Cancer Advocacy Movement and its emotional

awareness campaigns – sponsored by the pharmaceutical

and cosmetic industry – has caused a

kind of mass hysteria in recent years.


Cover Story

13

So, the war against cancer has achieved to

distract the masses from much more important

global issues: wars, climate change,

environment, poverty, hunger, and so on.

In the meantime, the Cancer Advocacy Movement

has evolved into a powerful lobby, representing

the interests of the pharmaceutical industry rather

than those of cancer patients.

The voices of outsiders calling for a ban

on carcinogenic chemicals and other

Although their revenues are good, “they are on

average not good enough to accelerate growth

and appropriate returns on investment for research,”

the newspaper Handelsblatt wrote in August

2018.

From the USA to Myanmar

Opening new markets for expensive anti-cancer

medication in low− and middle-income countries

is vital to the pharmaceutical industry, as the health

care market of high-income countries is saturated

and, more importantly, many ‘consumers’ are no

longer satisfied with its promises, turn their back

to the industry and seek alternative therapies.

In the above-mentioned countries, cancer incidence

is expected to increase over the next few

years, through the awareness-raising campaigns

and the introduction of screening programs, just

as it had happened in the richer countries over the

past three decades.

environmentally harmful products have been muted;

spectacular news from the pharmaceutical

industry and their henchmen, such as academic

institutions and scientific societies dominate the

mainstream media.

A new and extremely expensive immunotherapy,

for example, extends women’s lives with the

life-threatening diagnosis of triple negative metastatic

breast cancer for a few months. Reason

enough to celebrate this as a ‘breakthrough’ in

cancer therapy and open the way to more expensive

therapies.

The declared goal of the pharmaceutical

industry? Turning cancer into a chronic

disease, thus achieving higher “return on

investments”.

Meanwhile, the US Company Amgen – just

to mention one of the many promotions of

the pharmaceutical industry – is distributing

expensive $ 93 million cancer medication

to so-called “partner hospitals” and

“partner clinics” in Armenia, Cambodia,

the Dominican Republic, Ethiopia, Ghana,

Haiti, Honduras, India, Jamaica, Malawi,

Myanmar, Nepal, Nicaragua, Pakistan,

Paraguay, Senegal, Tanzania and Uganda.

This may be a legitimate marketing strategy, but

there is a deeper reason for the growing interest

in these countries: namely, conducting clinical trials…

Photo: © MarksMan Healthcare

An attempt to summarize the German article

& to translate the most important text passages

by Edit Engelmann


Venezuela: The new Vietnam?

In order to answer this question, ETHNO News spoke with Venezuelans in Munich, Guaidó supporters, Latin

American experts, professors, activists and members of international left-wing groups. Our interviews and our, as

much as possible, objective researches will be soon ready to be published*. By then, let us start with the recent

speech (30.01.2019) of Maduro as an introduction as well as a basis for a constructive dialogue.

“Let us not allow another Vietnam war in

my homeland”

I am Nicolas Maduro,

Constitutional President of the Bolivarian Republic of

Venezuela. I want to send a message to the people of

the United States to warn you about the communicational

and psychological war that was developed by the

international media and especially by the United States

against Venezuela.

A campaign of false images and mounted videos has

been prepared to justify a coup d’ etat in Venezuela

that has been set, financed and actively supported by

the Donald Trump administration − as the whole public

already knows.

Do not believe everything you see in the US media and

the press! I am telling this from my heart.

As they cannot make up that Venezuela and Maduro

have massive weapons of destruction so they could intervene

[ the American people ], they now invent lies

every day, false news to justify an aggression against

our country.

I call upon your conscience, I call upon your solidarity,

I call you to an awakening of the truth.

Let us not allow another war like Vietnam in Latin America.

If the government of the United States intends to intervene,

they will have a much worse Vietnam than you

could imagine.

We do not want violence. Do not allow it.

We are people of peace, proud of our history, proud of

Simón Bolivar and Hugo Chávez.

Venezuela has a solid democracy.

We have our own problems, as any other country, and

we will solve them by ourselves.

Our people deserve respect.

In our country there is the largest certified oil reserve in

the world.

And the eyes of those who lead the empire of the United

States want to put their hands on it, as they did in

Iraq and Libya.

That wealth belongs to us.

We are now certifying the world’s first gold reserve.

We have the fourth largest gas reserve in the world.

We are a country of great resources, both natural and

energetic.

This is the truth and this explains the constant attack

against Venezuela.

That’s why I call upon your conscience, I call upon

solidarity.

Do not let Donald Trump and the group of extremists

around him like John Bolton, Mike Pompeo, The CIA

and Mike Pence...

... do not [let them] impose their lies and their coup

against Venezuela.

Support the people of Venezuela in their struggle for

democracy.

I expect a lot from you, American citizens.

Here in Venezuela you have a brother.

I am an admirer of US history.

I also know [you] very well, I have had the opportunity

to ride a car through Boston, Philadelphia, Baltimore,

New York, and Washington.

I know your country in depth.

And I want to have relations of respect, closeness

and cooperation with the entire country.

You are a great country; you are much more [bigger]

than Donald Trump.

I want to have good relationships and solve our

problems through peaceful diplomacy.

I only ask for respect; respect for Venezuela.

And I want your support to avoid a war like Vietnam

− particularly here in America.

I ask for peace and respect for my people.

I am sure that we are going to follow the historical

path, because we are in the right place in history.

We are on the right side of history.

Thank you very much!


Venezuela: The new Vietnam?

Politics

15

Beyond The River...

Venezuelans in Munich* think nothing

of the above speech. They do not seem

to be persuaded by Maduro. On January,

23 they joined the demonstrations

that have been simultaneously held all

over the world (in Venezuela and in other ca.

250 countries). According to participants’ statements,

they share the same opinion with 80% of

the Venezuelan population. They accuse Maduro

inter alias of Venezuela’s corruption and illiberal

governance. They stubbornly insist on the fact

that he exclusively bears the blame for isolation

and poverty. They demand the – as they characterized

it – ‘abdication’ of Maduro and set their

entire hope on Juan Guaido who is supported by

USA and Europe.

*It refers to members and supporters of the based

in Munich Organization

Venezuela en Baviera e. V.

Teresita Oramas-Singer (V.i.S.d.P)

A message from the editorial board

As skilled ethno-journalists, we are servants of

the truth, which is − except for extreme situations

– never black or white. Truths and lies meet each

other at a grey intersection. To find this point in

the Venezuela issue is a big challenge. We will

stay tuned! Please, contact us in this regard.

* To be always up to date, visit www.ethnonews.com

Live News Coverage

& Photos

Cyclist of the World

Sakina Dipama


16

„Ich bin stark! Ich brauche nur

jemanden an meiner Seite“

München, 09.10.2018

„Einer der wichtigsten Filme des Jahres: A WOMAN CAPTURED“, lasen wir auf Facebook.

Die Nachricht schrieb nicht irgendjemand. Der Tipp kam aus Münchens Turan,

Ludwig Sporrer; dem Mann, der mindestens 2.500 Filme gesehen hat. Ein Grund, die

geplante Redaktionssitzung platzen zu lassen und uns sofort auf den Weg ins Monopol

Kino zu machen.

Marish und Regisseurin Bernadett Tuza-Ritter, A woman captured, © Ethno News

Der freischaffenden Regisseurin Bernadett ist es gelungen, aus Marish etwas Besonderes

zu machen. Aus dem Opfer wird eine gegenwärtige Heldin; eine moderne, weibliche

Frederick Douglass. Letzteres macht dennoch alles finsterer, als es bereits ist. Es war

nämlich das Jahr 1838, als es dem Abolitionisten gelang, sich aus der Sklaverei zu befreien.

Für die Frau aus dem benachbarten Ungarn kam die Freiheit im Jahr 2017.

Das Podium © Cyclist of the World, Ethno News


17

Eine gefangene Frau

Drei Frauen, ein Geheimnis, ein Traum, eine Kamera und

eine Wahrheit. Eine bittere Wahrheit. Hier, bei Bernadett

Tuza-Ritters Doku ist alles schockierend echt. Nur Marish,

der Name der Protagonistin, nicht. Den hat ihre Hausherrin

erfunden. Eine Sadistin, die die Ausweispapiere von

Marish konfisziert, sie in ihrem Haus einsperrt und den

ganzen Tag schuften lässt. Ohne Geld und Essen. Wenn

die 52-jährige müde von der täglichen Ausbeutung, Erniedrigung,

Entwürdigung und der Schlägerei ist, darf

sie rauchen und auf einem Sofa schlafen. Dort träumt die

Frau mit den tiefen Falten im Gesicht von ihrer fast verlorenen

Tochter und vor dem Tag, an dem sie wieder ein

freier Mensch, zumindest ein Mensch ist.

Europa, Deine Schattenseite!

Das Drama von Marish geschieht jeden Tag vor unseren

Augen und wird unter der Nase ihrer Folterin, die keinerlei

Reue zeigt, gefilmt. Doch Marish ist kein Einzelfall.

Weltweit können 45,8 Millionen Menschen nicht frei über

ihr Leben entscheiden. Jeden Tag werden Menschen zur

Arbeit gezwungen, ausgebeutet, vermietet und verkauft.

Im ‘Tatort’ Ungarn werden derzeit 22.500 Menschen versklavt.

Europaweit gibt es momentan 1,2 Millionen moderne

Sklaven und laut The Global Slavery Index 15.500

in Deutschland, dem reichen Land mit 48 Milliarden Euro

Überschuss in der Staatskasse.

Marish schafft es am Ende, die Flucht zu ergreifen

und in die Freiheit zu fliehen. Und Bernadett

erschafft ein großartiges Meisterwerk.

Was sie damit erreichen wollte? Sie selbst erzählt:

„Ich glaube [diese Geschichte] wird den Zuschauern

helfen, das Konzept häuslicher Sklaverei zu verstehen,

und mein Film soll ihnen für die Existenz dieses

gravierenden sozialen Missstands die Augen öffnen.

(…) Marishs Geschichte zeichnet das verstörende Bild

einer Gesellschaft, die sich ihrer Werte unsicher ist, in

der Menschenwürde leicht zu einer Ware verkommt.

Sie gibt uns aber auch Hoffnung, weil sie zeigt, dass

wenn Menschen einander Aufmerksamkeit schenken,

dies Leben retten kann. Vor allem aber ist A

WOMAN CAPTURED – EINE GEFANGENE FRAU

die Geschichte einer Ermächtigung, es ist die Geschichte

einer Frau, die ein großes Risiko eingeht, flieht

und die schrecklichen Dinge, die ihr widerfahren

sind, hinter sich lässt“. (Partisan Filmverleih, Berlin).

Fotos: © Official Trailer, A Woman Captured, 2018

Bernadett Tuza-Ritter, Éclipse Film, awomancaptured.com

Dies wurde mit schockierenden Fakten auch von den

Podiumsteilnehmerinnen im Anschluss an das Screening

bestätigt. Zu Gast v.l.n.r. (siehe Foto) Juliane Krause (Terre

des Femmes), Landtagsabgeordnete Gülseren Demirel

(DIE GRÜNEN), Christiane Kern (Vorsitzende der DGB

Frauen München), Regisseurin Bernadett Tuza-Ritter. Moderiert

hat Ludwig Sporrer (DOK.fest München).

Marish schafft es, die Flucht zu ergreifen,

Bernadett erschafft ein Meisterwerk

Normalerweise wirkt die Kamera auf Menschen abschreckend.

Vor ihr zögern sich die meisten, etwas Privates

preiszugeben. Doch zwischen Marish und der Regisseurin

läuft es anders. Die Frau, die 10 Jahre um ihre Freiheit und

Würde kämpft, fasst während der zweijährigen Filmarbeiten

Vertrauen. Jetzt ist sie nicht mehr alleine. Die Kamera ist

stets bei ihr. Hinter ihr steht die kreative Dokumentar-Filmemacherin

Bernadett Tuza-Ritter. Sie spricht mit Marish, sie

leidet mit ihr. Sie vergisst, dass sie die Regisseurin ist.

Wenn sie mit ihr redet, ist sie ein sensibler Mensch, der

ihr sogar während des Filmens beim Nähen hilft. „Ich bin

stark! Glaub mir. Ich brauche nur jemanden an meiner

Seite“ sagt die vom Schicksal getroffene Ungarin ihrer Vertrauensperson

Bernadett. Ihr Geheimnis enthüllt sie nur ihr.


18

BEKIM LUMI

Faleminderit and Falje!

Munich calls Pristina...

Emotions, goosebumps, deep sadness

and a teary-eyed audience in the overcrowded

theater Heppel & Hettlich.

This is how we could describe in a

few words the incredible moments

we experienced yesterday, being invited

to a unique event in honor of

Bekim Lumi. Për nder të Bekim Lumi…

You don´t know Bekim Lumi? No reason

to have a bad feeling. Though he was “the

most original, unique, intelligent and sophisticated

voice of the theater scene in Kosovo

and beyond”*, he belongs to the men who

was – unfortunately – recognized posthumously.

Especially, here in Munich, even though he

desperately wanted to play in a Bavarian

theatre, something that he tried for more

than a decade…

Even if he was, undoubtedly, a genius!

Nevertheless, Bekim Lumi is alive, when active theatre

people all over the world come together. Bekim

Lumi is alive, when the Western world becomes

aware of a place, risen from the ashes of a recent

war – Kosovo. Because Bekim Lumi was and is still

a remarkable chapter of the modern history of arts.

A proof of the fame Bekim Lumi gained instantly after his

death, is the above picture of a scene that is worldwide

unique, as Event Initiator Dr. Hawre Zangana (PhD in Performing

Arts) confirmed. Mr. Zagana analyzed the idea of

the stage ensemple to perform Lumis play as if their dead

director was alive by bringing his casket on stage. After

the performance, the actors and the audience accompanied

him to his last trip to the pantheon of the immortal

artists. According to Zangana, this is something that outruns

even the Heterotopia Theory of Michael Foucault.

His niece remembers the last moment she shared with

her uncle. It was a trip to the mountains. Suddenly,

he saw an abandoned bathtub that impressed him.

After a while, she saw the same bathtub on the

stage! It was the inspiration for his next work. So,

she realized that Bekim Lumis whole life was theatre.

koha.net

He was totally devoted to the theatre, that was his fane

and his house. His niece and his ensemple and many

people who knew, admired and loved him were also

present at the event. Present was also his mother, a

figure similar to the female protagonist of an ancient

Greek tragedy.

Even if it was a sad event, like a requiem. It was also

an occasion to come together and to pay tribute to a

special man who was discovered and introduced to the

German audience by Sabine Böhlau. Arts and Kosovo

are very dear to her big heart. Even today, she cannot

understand why Bekim Lumi had to suffer so badly from

the pain of his disease. On the picture, you see Sabine

embracing the important Columbian Director Otto

Novoa, Publisher of Ethno News Victoria Mali and the

Kurdish Doctor of Performing Arts Hawre Zangana.

* cit. by Jeton Neziraj, one of the most important Kosovan

playwright (Former Artistic Director of the National

Theatre of Kosovo)


19

Sie kennen Bekim Lumi nicht? Kein Grund,

ein schlechtes Gefühl zu haben. Obwohl er “die

originellste, einzigartigste, intelligenteste und

raffiniertste Stimme der Theaterszene im Kosovo

und darüber hinaus war” *, gehört er zu den

Menschen, die leider posthum erkannt wurden.

Vor allem hier in München, obwohl er unbedingt

in einem bayerischen Theater spielen wollte; was

er mehr als ein gutes Jahrzehnt lang versuchte...

Auch wenn er, zweifellos, ein Künstlergenie war!

Bekim Lumi ist jedoch lebendig, immer wenn aktive

Theaterleute auf der ganzen Welt zusammenkommen.

Bekim Lumi ist präsent, wenn die westliche

Welt dazu kommt, mehr über einen Ort zu

erfahren, der aus der Asche eines jüngsten Krieges

auferstanden ist − Kosovo. Denn Bekim Lumi

war und ist immer noch ein bemerkenswertes

Kapitel in der modernen Kunstgeschichte.

Ein Beweis für den Nachruhm, den Bekim Lumi

nach seinem Tod erlangt hat, ist das obige Bild einer

weltweit einzigartigen Szene, wie der Veranstaltungsinitiator

Dr. Hawre Zangana (promovierter

Theaterwissenschaftler) bestätigte. Herr Zagana

analysierte die Idee des Ensembles, Lumis Werk

vorzuführen, als ob der verstorbener Regisseur

am Leben wäre mit einer unglaublichen Geste:

Die Künstler brachten seinen Sarg auf die Bühne.

Nach der Aufführung begleiteten Schauspieler

und das Publikum Bekim Lumi zu seiner letzten

Reise in das Pantheon der unsterblichen Künstler.

Laut Zangana geht dieser Vorgang sogar über

Michael Foucaults Heterotopie-Theorie hinaus.

* Zitat von Jeton Neziraj, einem der wichtigsten

Theaterschaffenden in Kosovo.

Text

Victoria Mali

Photo

Grigoris Veriotis


20

Neueröffnung des

Iannis Nikou Painting Centers

in München

Iannis Nikou: Der bedeutende griechische Maler wird am 14.3.19 in München sein „Painting Center“

eröffnen. Fortan können Besucher die magische Welt des Malers auch in Deutschland erleben.

Α

m 14. März 2019 findet

die Neueröffnung des

„Iannis Nikou Painting

Centers“ in München statt.

Iannis Nikou, einer der bedeutendsten

griechischen Maler der

Gegenwart, wird bei dieser Gelegenheit

anwesend sein und dem

Münchner Publikum seine Malerei,

seine magische Welten und die Besonderheiten

seines Werkes vorstellen.

An diesem Abend wird auch

die Bronze Skulptur EVOLUTION

des Künstlers zu sehen sein, die

bislang noch nie außerhalb Griechenlands

gezeigt wurde.

Das „Iannis Nikou Painting Center“,

das 2016 in Griechenland gegründet

wurde, ist eine gemeinnützige

Organisation, die der Erhaltung

und Präsentation der Arbeit von Iannis

Nikou dient. Seit 2018 gibt es in

der Schleißheimer Straße 119

nun eine Münchner Dependance,

die von Mario Koulaouzidis geleitet wird

und die mit der Präsentation der ersten

Ausstellung am 14. März feierlich eröffnet

wird.

In diesem Showroom werden wechselnde

Präsentationen zu sehen sein, die

das vielfältige Oeuvre von Iannis Nikou

(bestehend aus über 3.000 Ölgemälden

und Zeichnungen), einem Hauptvertreter

des magischen Realismus

in Griechenland, in allen Facetten

zeigen.

Seine Gemälde, die teilweise überdimensionale

Formate (bis zu 5 x 2 m)

aufweisen, lassen sich thematisch

zusammenfassen, so gibt es

einen Romantischen Zyklus, den

Allegorischen Zyklus, die Welt

der Engel, den Biblischen Zyklus,

den Mittelalterlichen Zyklus, den

Mythologischen Zyklus, den Historischen

Zyklus, die Meerlandschaften

und Seeschlachten, den

Modernen Zyklus, die Abstrakten

sowie Porträts.

Daneben spielt in Iannis Nikou

Arbeit das Medium der Zeichnung

eine wichtige Rolle. Es gilt

als „lebendig, empfindsam, bewegend“

und bildet „eine solide

Basis für seine Ölgemälde,

während sie ihn gleichzeitig als

Großmeister der Gestaltung ausweisen“

(Dr. Dora Rogan, Kunsthistorikerin,

“Art and Living”,

Magazin, Athen 1996).

Text: Iannis Nikou Painting Center


Iannis Nikou studierte von 1965

bis 1970 Malerei an der Schule

für Malerei in Athen, unter G.

Mavroides, N. Nikolaou, Y.

Moralis (Malerei) und E. Voila

(Mosaikkunst). Zeitgleich

absolvierte er die Schule für

Theater und Film in Athen, wo

er Schauspielerei und Bühnenbildgestaltung

erlernte. Er arbeitete

an Fresken und gestaltete

Bühnenbilder und Kostüme für

Theateraufführungen.

1982 wurde er ausgewählt, um

Griechenland in der Ausstellung

„150 Junge Maler der Gemeinschaft”

der EU zu vertreten.

1984 präsentierte der Filmregisseur Dimitris Arvanitis,

Iannis Nikous Arbeit in dem Kurzfilm “Surrealismus in der

griechischen Malerei”. Der Film gewann den ersten Preis in

der Genrekategorie beim Filmfestival in Thessaloniki.

Während Iannis Nikou in Italien lebte und arbeitete wurde

er 1985 mit dem Preis der Region Umbrien und des Tourismusministeriums

ausgezeichnet. 1987 verlieh ihm das Internationale

Kunstkomitee von Lugano den Titel eines „Magis

2016 wurden drei Werke vom

Biblischen Zyklus auf offiziellen

5$ Silber Gedenkmünzen von

Cook Island verewigt.

Iannis Nikou Arbeiten wurden

bislang in zahlreichen Ausstellungen,

Kunstmuseen und

Privatsammlungen gezeigt:

u.a. in Griechenland (Athen,

Thessaloniki), Italien (Mailand,

Brescia, Genua, Rom, Spoletto,

Todi, Rom, Turin, Savona),

Kanada (Toronto), Schweiz (Basel),

Frankreich (Paris), Malta,

Vereinigte Staaten (New York),

Belgien (Antwerpen, Brüssel)

und Zypern (Nicosia). Sein

Werk findet zudem Erwähnung

in Lexika und Kunstbüchern.

sters” mit der besonderen Beigabe eines „Protagonisten

für Italienische Kunst”. 1988 nahm er in Rom an

der 7. Europäischen Biennale teil, wo er einen Preis für

seine Zeichnungen gewann. Im gleichen Jahr wurde

ihm auch ein besonderer Preis der UNICEF verliehen.

Nachdem der Künstler Italien verlassen hatte, ging er

nach Griechenland zurück, um sich seinen Traum zu

erfüllen: So naturnah wie möglich zu leben.

Weitere Informationen unter

www.iannisnikou.com

Kontakt: Marios Koulaouzidis

E-Mail:

painting-center@iannisnikou.de

That was a difficult decision!

More than 90 Munich

museums, collections,

galleries and churches

invited on October 20,

2018 within the 20th Long

Night of Munich’s Museums

visitors to discover

rarer treasures. No matter

if they were interested in

art, cultural and political

history, natural sciences,

technology or geography,

the vast variety on offer

provided something magnificent.

Nevertheless, the unique

exhibits of the Museum

Five Continents (Museum

Fünf Kontinente) fascinated

Ethno News. Thus, we

stayed almost all night

long there and prepared

a wonderful video for you.

Watch it!

Die 20e Lange Nacht der Münchner Museen

© Museum Fünf Kontinente

Open this link: www.ethnonews.com/news/ethno-munich-by-night

Or scan this QR Code:


22

History

Frauen in der Revolution

In seinem Artikel 1 „Frei zu sein“ fragt sich Joachim Käppner, warum Deutschland im Vergleich zu anderen

westlichen Staaten sich immer mit den Freiheitsbewegungen seiner Geschichte so schwertat.

Die Frage kann ich nicht beantworten. Was ich aber weiß, ist das es sehr lange dauert, bis man

Kämpferinnen und Kämpfer − die in ihrer Zeit als verräterische Staatsfeinde galten − eines Tages

zu Heldinnen und Helden macht. Erinnerungskultur ist eben ein langer und harter Prozess. Sie ist

wie ein Garten, der stets und dringend Pflege braucht. Und früher oder später „blühen die Maien

bei kalter Winterszeit“. Doch wer sich mit historischen Ereignissen auseinandersetzt, stellt fest, dass

die Anerkennung von Heldentaten nicht nur zeit-, sondern auch geschlechtsabhängig ist. Dabei

hatten die Frauen, wie Sie im folgenden Artikel lesen, immer was zu sagen. Hart und herzlich…

1 SZ, Nr. 253, Samstag/Sonntag, 3./4. November 2018 Text: Johanna Panagiotou, Fotos: Ethno News

Die Gleichstellung der Frau hängt einzig und allein von ihrer ökonomischen

Selbständigkeit ab. Wir sind die gleichberechtigten Kampfgenossinnen der

Männer – und nicht eure Lohndrückerinnen

Sabine Bollenbach als Clara Zetkin

Revolution… Da muss ich nochmal einhalten: Wir Ligafrauen waren und

sind Gegnerinnen von Gewalt und Kriegen. Für uns Pazifistinnen ist Revolution

nur dann akzeptabel, wenn sie unblutig abgeht.

Heidi Meinzolt als Anita Augspurg

Wir wollten keine Attentate! Aber die zaristischen Horden waren bewaffnet.

Und der rassistische Mob trieb sich auf den Straßen immer mörderischer.

Wir mussten uns verteidigen. Der Blutsonntag im Januar 1905 war das Zeichen.

Cornelia Naumann als Sarah Sonja Lerch


1918 / 1919

History

23

Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. An seinem Ende stand eine Revolution; im Rahmen dieser

verkündete Kurt Eisner den Freistaat Bayern. Eingeführt wurden das Frauenwahlrecht und der Acht-Stunden-Tag.

Doch die Frauen dachten an mehr. Mehr Rechte, mehr Freiheit, paritätische Mitbestimmung.

Im Sinne eines Gedenkens an das Ende des Ersten Weltkriegs luden die Internationale Frauenliga

für Frieden und Freiheit/IFFF und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Bayern dazu ein, sich mit bedeutenden

Frauen- und Friedensaktivistinnen zu beschäftigen und einen Bogen in unsere Zeit zu schlagen.

Im Mittelpunkt standen mutige Frauen, die Kriege entschlossen abgelehnt haben, egal wo und von wem

sie geführt wurden. Dabei sind ihre Forderungen nach Ächtung militärischer Einsätze und dem Verbot von

Waffen- und Waffenexporten erschreckend aktuell. Zur Handlung: In einem Wartesaal treffen sich am

Ende des ersten Weltkrieges sechs* Frauen, die − im Umsturz der Verhältnisse − eine besondere politische

Rolle spielen. Sie erzählen von ihrem Leben, ihrer Arbeit und ihrem Kampf um Gleichberechtigung.

* Christiane Hauck als Gabriele Kätzler war an dem Abend leider nicht da.

Dann sieh, dass Du Mensch bleibst! Mensch sein, ist vor allem die Hauptsache.

Und das heißt, fest und klar und heiter sein. Ja, heiter! Trotz all’ dem.

Denn das Heulen ist Geschäft der Schwäche.

Julia Killet als Rosa Luxemburg

Als Hilfslehrerin an verschiedenen Orten in Oberbayern und München begriff

ich die Chancenlosigkeit der Kinder aus armen Arbeiter- und Bauernfamilien.

Das erlebte Kinderelend hat mich politisiert.

Irmgard Hofer als Toni Pfülf

Die konservative Presse nennt mich “die jüdische Salon-Bolschewistin aus

dem Ghetto von Bogenhausen”. Na ja, diese “Salon-Bolschewistin” kann immerhin

einige der “Salon-Damen” für die Friedensbewegung gewinnen.

Sibylle Dippel als Constanze Hallgarten


24

History

REST IN PEACE

Story: Grigoris Veriotis

Historical & political background:

Johanna Panagiotou, née Mamali

Thalia feels ultimately relieved. We met her in the 1980s

living with her sister in a small Zagori village in Epirus.

Loneliness never scared her. She learned to cope with

it since the early 1940s.

Back then, she was a young woman, fallen in love with Orestis.

The Greek soldier was one of the 7.948 who died during the Greco-Italian

War, taken place from 28 October 1940 to 23 April

1941 on the Albanian front. Unidentified, uncried, unburied.

After the undignified death of her first love, Thalia decided

to remain single. Her sister Aspasia stood by her and

stayed single too. For them, and for many other people who

suffered the same fate, justice came finally, after 78 years!

The Diplomacy

Nikos Kotzias seems to take seriously his function. And he goes

even further, as he has the courage to bring himself face to face

with open wounds of his nation. One of them was the exhumation,

search for the remains, identification and burial of the soldiers

that past in the Albanian mountains during the 1940-1941

Greek-Italian war. This was a long-standing Greek demand that

has been successfully enforced by the Minister for Foreign Affairs.

“It was the result of two long rounds of grueling negotiations

with the Albanian side, as part of an effort to resolve outstanding

issues between the two countries, one held in November

2017 on Crete and the second in January 2018 in

Korçë.” (Tasos Kokkinidis, Greek Reporters, Oct 12, 2018).

On October 12, 2018, at a decent funeral ceremony in the

newly built cemetery of the Albanian village Dragoti in Këlcyrë,

the fallen soldiers at that time received finally a proper burial*.

Notes

* 578 soldiers who had been killed during the WW II in Albania

were buried haphazardly, which is − based on the

Greek tradition since ancient times − completely unacceptable.

** Meanwhile, Foreign Minister Nikos Kotzias resigned after a

clash with Defense Minister Panos Kammenos over the agreement

made with FYROM. The later resigned as well.


AFTER 78 YEARS

History 25

1

2

3

At the age of 93, Thalia can now put a flower

on a place of war and lost love. She deserves it.

Photos

1. Greece, 1940. Mother says goodbye to her son, a soldier on

the Albanian front. Copyrights: Ministry of Foreign Affairs, Diplomatic

and Historical Archive Department

2. Thalia in the early 1980s. Copyrights: Personal TV archive of

Grigoris Veriotis

3. Supremely emotional scenes during the ceremony.

Copyrights: EpirusTV


26

History

No guns, no blood.

Revolution succeeded!

Copyrights: 1918: © Franz Xaver Hartl, Stadtarchiv München - Fotosammlung, PK-Erg-09-0274

Die handschriftlich vermerkte Datierung ist falsch (muenchen.de) / 2018: © Grigoris Veriotis, Ethno News by Jopa

Theresienwiese in Munich. Most people associate this place with world’s biggest beer

festival, the Oktoberfest. But even after 100 years it remains hardly unknown that this

was the historical starting point of an unbloody revolution that took place in November

7, 1918. It is known as the peace rally (Friedenskundgebung) on Theresienwiese which

contributed to the establishment of Democracy, the benefits of which we enjoy up to now.

In order to understand the tremendous success of the November Revolution, we primarily

have to put ourselves in the circumstances at that time and seriously deal with what

people actually demanded in 1918.

The majority of the Germans desperately wanted following three things:

1. To stop the War

2. To end the Monarchy

3. To democratize the Constitution

An attempt to pick and impart the most important historical events with original photo material for a wide audience by

Johanna Panagiotou, née Mamali, PhD Candidate at LMU, American Studies (postwar history)


History 27

In this article we are concerned

with the first point

How did Germans experience

the World War I?

The Occasion..

The occasion: The assassination of Franz

Ferdinand of Austria and his wife Sophie,

Duchess of Hohenberg in June 28, 1914 in

Sarajevo by © Gavrilo Princip

Felix Schwormstädt & Franz Ferdinand’s

blood-stained uniform, Author unknown, LIFE

Magazine, from an earlier, unnamed source

The Declaration

Of The

War On Serbia


28

History

1. The official declaration in the extra Issue of

Wiener Zeitung on July 28, 1914. Five day before

(23.7.14), the Austrians issued Serbia an

ultimatum after having insured the “Nibelungentreue”

(an absolute, unquestioning, excessive

and potentially disastrous loyalty) by the

Germans. 2. “Serbien muss sterb[i]en! (“Serbia

must die!”; last word altered to rhyme). The propaganda

caricature depicts Austria crushing the

ape-like Serb” (Wikipedia). 3. Unter den Linden

(a historical boulevard in Berlin) 31.7.18: An officer,

accompanied by soldiers and drums, makes

the declaration public (Chronik der Deutschen

by Christian Zentner, p. 282)

Hitlers Enthusiasm

Adolf Hitler under the gathered crowd in front of the Feldherrnhalle (Odeonsplatz, old town of Munich)

one day before the Declaration. The media at that time made worldwide multiple copies of this photo,

shot by Heinrich Hoffmann (Hitlers personal Photograph). In the context of the November Revolution,

this photo also plays a crucial role, if we take into consideration that the achievement of the Revolution

was the Establishment of the Weimar Republic (1918–1933). During this era, the land experienced a

relative stability (see “Golden Twenties”), a growing economy and a consequent civil unrest. Regrettably,

the conservative monarchist Paul von Hindenburg was the Reichspräsident of the Weimar Republic who

appointed Hitler as chancellor in 1933. This was beyond all doubt the shady side that sometimes completely

eclipsed all previous historical efforts of the Germans to find their way to Democracy.


History 29

The Nation Was Soaked

And Financed The War

The Role Of The SPD

“Times are hard, but the victory is for sure” is depicted

on this propaganda poster with Hindenburg

(left), who was very popular, in order to convince its

civils to sign for the credits (right). “The army and the

fleet expects this from you!”. The state cashed in this

way quasi 100 Million D-Mark from the war credits.

Additionally, it introduced taxes in 1916 and promoted

for further loans. Copyrights: OB C. Wolf &

Sohn München & Die Deutschen by Lingen, p. 337

The Outsiders...

Even the Social Democratic Party voted the

war credits. Here is the explanation as it was

puplished in the extra issue of the »Vorwärts«,

4. 8.1914.

Brutality and Propaganda

The only one who did not vote from the Socialists

the war credits was Karl Liebknecht. He resigned in

1916 from the party and, together with Rosa Luxemburg,

founded the Spartakusbund.

Germans had a very bad reputation during the

WWI. Rumors had been spread among that

soldiers even chopped children’s hands. Die

Deutschen by Christian Zentner, p. 286


30

Interreligious Dialogue

Christmas For All

Against hate, superiority complex, privileges, ignorance and apathy, it is now − more necessary

than ever − to keep the Christian-humanitarian tradition alive in order to (re)activate

those moral and human reflexes and stand in solidarity with our sisters and brothers all over

the place. It is a tough job, but in the same time the price of owning everything life has to offer.


Interreligiöser Dialog

31

Weihnachten für alle

Gegen Hass, Überlegenheitskomplex, Privilegien, Ignoranz und Apathie ist es

jetzt, notwendiger denn je, die christlich-humanitäre Tradition einzusetzen, um

jene moralischen und menschlichen Reflexe zu (re)aktivieren und solidarisch an

der Seite unserer Geschwister und Brüder aller Kulturen zu stehen. Es ist ein harter

Job; aber es ist der Preis dafür, dass uns alles gehört, was das Leben schenkt.”


32

Interreligious Dialogue

Being full of Christmas Spirit is when you celebrate

together with people of all religions, all cultures

and share unlimited love” thought the initiators of a

special event: the lighting and decorating of a fishing

boat an-chored in Beacharena.

Behind the idea are people who are completely different,

but have one thing in common: they are unconventional

and always want to be on the ball. In this

sense, Ethno News publisher Victoria Mali, Archpriest

Apostolos Malamoussis and tennis instructor Christos

Theodosiadis, wanted to revive an old Greek Christmas

tradition in Bavaria.

The ritual goes back to a time, where children − in

memory of their supposedly lost fathers who were

sailors − manufactured a wooden ship, decorated it,

shone a light on it and then sang Christmas carols for

their dads.

Further, the practice shows the emotional attachment

of people from the South to the sea. Moreover, Jesus

is the port of their life, which they always try to

reach by the ship of hope as long

as they live. But even after death, the journey to eternity

continues − according to Greek and Roman mythology

− by boat.

Last but not least, the element of water has nowadays

another dimension as it reminds on the growing

tensions in the Aegean Sea as well as on people

who died in the Mediterranean, which turned into Europe’s

graveyard.

However, Christmas is not only a time of reflection,

but also the feast of love. The Christian charity and

especially the love for dissenters was shared together

with Muslims, Yazidis, animists, agnostics and atheists

all over the world under the motto “Christmas For All”.


Interreligiöser Dialog

33

Wozu sind eigentlich Weihnachten da, wenn nicht,

um Menschen aller Religionen und Kulturen

zusammen zubringen?”, dachten sich die Initiator_

innen einer besonderen Aktion: der Beleuchtung und

des Schmückens eines Fischerbootes, das in Beacharena

vor Anker liegt. Ganz im Sinne des Weihnachts

geistes…

Hinter der Idee stehen Menschen, die völlig unterschiedlich

sind, doch eines gemeinsam haben:

Sie können mit Konventionalität nichts anfangen und

wollen stets am Ball bleiben. In diesem Sinne wollten

Verlegerin Victoria Mali, Erzpriester Apostolos Malamoussis

und Tennislehrer Christos eine alte bayerische

Tradition auf bayerischem Boden wiederbeleben.

Das Ritual geht zurück in eine Zeit, wo Kinder als

Andenken an ihre Väter − die Seeleute waren und

vielleicht nie wieder sehen würden – ein Schiff aus

Holz anfertigten, es verzier ten, beleuchteten und anschließend

für sie Weihnachtslieder [Kalanta] sangen.

Des Weiteren ist Jesus der Hafen ihres Lebens, den

sie stets mit dem Schiff der Hoffnung und der Liebe

versuchen, zu erreichen, solange sie leben. Aber

auch nach dem Tod geht die Reise in die Ewigkeit laut

griechischer und römischer Mythologie mit eine Boot

weiter.

Angenommen, dass das Element Meer jedoch eine

andere Dimension heute hat, wurde damit auch

an Menschen erinnert, die in den letzten Jahren im

Mittelmeer – Europas Friedhof − ums Leben kamen.

Weihnachten ist aber nicht nur eine Zeit des Nachdenkens,

sondern auch das Hochfest der Liebe.

ie Nächstenliebe und insbesondere die Liebe für

D den Andersdenkenden wurde unter dem Motto

„Christmas For All“ zusammen mit Muslimen, Jesuiten,

Animisten, Agnostikern und Atheisten gefeiert.


34

Wall

of

© Sokratis Georgiadis

Herzlich willkommen zu unserer Rubrik „Wall of Fame“,

die wir für alle Fotografie-Begeisterten initiiert haben.

Eigentlich geht es ganz einfach. Sie schicken uns Ihr

Lieblingsfoto, das Sie in irgendeinem Ort dieser Welt

geschossen haben und wir hängen es hier, an unsere

Ruhmeswand. Ende des Jahres werden wir die Gewinner_

innen und ihre Preise bekannt machen. Das Kriterium?

Es soll ein außergewöhnliches Bild sein, das

großes Aufsehen erregen kann. Schauen Sie sich hierzu

die Bilder von Sokratis Georgiadis an. Sind die

Weihnachtsbäume in Malediven, oder der Affe, der in

Sigiriya (Sri Lanka) sich selbst im Spiegel sieht, nicht

beindrückend? Da unser Hauptthema „Spieglein,

Spieglein an der Wand“ war, legen wir Ihnen

auch zwei Fotos aus unserem Archiv ans Herz. Das

eine wurde in Burkina Faso (Westafrika) gemacht und

zeigt ein Taxi, das uns eigentlich in voller Sicherheit an

das Fahrziel gebracht hat. Auch wenn das in Europa

obligatorische Spieglein auf beiden Seiten fehlte. Das

andere zeigt ein Mädchen, das sich mit einer traditionell

bekleidenden Puppe in einem ethnologischen Museum

in Kyustendil identifiziert. Ferner muss das Bild

technisch und künstlerisch anspruchsvoll sein. Dazu

passt das Foto aus New York von Chris Becker hervorragend.

© ETHNO News


Fame

35

© Chris Becker

© Sokratis Georgiadis

© ETHNO News

More magazines by this user
Similar magazines