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proHolzSteiermark

BAUEN FÜR

MENSCHEN

UND KLIMA

BUILDING IN THE

NAME OF PEOPLE

AND CLIMATE

Holzbau

in der Steiermark

Architectural Timber

Structures in Styria

Herausgeber / Editor: proHolz Steiermark


BAUEN FÜR

MENSCHEN

UND KLIMA

BUILDING IN THE

NAME OF PEOPLE

AND CLIMATE


BAUEN FÜR

MENSCHEN

UND KLIMA

BUILDING IN THE

NAME OF PEOPLE

AND CLIMATE

Holzbau in der Steiermark

Architectural Timber Structures in Styria

Herausgeber Editor


Dem Erbe verbunden, dem Wandel

verpflichtet, der Zukunft entgegen …

Der Zukunft entgegen … Die Steiermark hat als das

waldreichste Bundesland Österreichs in den letzten Jahren

eine überaus positive Entwicklung im Holzbau gezeigt.

Holz ist als Baumaterial nicht nur im Einfamilienwohnbau,

sondern auch im mehrgeschossigen urbanen Wohnbau und

im großflächigen Gewerbe- bzw. Industriebau angekommen.

Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser werden in der

Steiermark verstärkt mit Holz gebaut. Zu diesem Umdenken

tragen steirische Unternehmen in Zusammenarbeit mit der

Technischen Universität Graz und der holz.bau forschungs

GmbH ganz wesentlich bei. Sie haben den nachhaltigen

Rohstoff zu einem modernen Bau- und Werkstoff weiterentwickelt

– und der Zenit ist noch lange nicht erreicht.

Dem Wandel verpflichtet … Holz hat weit größeres

Potenzial. Es ist unser Auftrag, für das Wunder Holz neue

Einsatzbereiche zu erschließen, um innovative Wege

gehen zu können. Schon jetzt werden Autoteile, Textilien

und Verpackungsmaterialien aus der nachwachsenden

Ressource des Waldes hergestellt. Eine Rohstoffquelle,

die nur durch gelebte nachhaltige Bewirtschaftung für

die nächsten Generationen verfügbar ist. So wächst

beispielsweise allein in der Steiermark alle vier Minuten

ausreichend Holz für ein Einfamilienhaus nach.

Dem Erbe verbunden … Diese einzigartige Ressource

müssen wir in Zukunft verstärkt einsetzen, um einer der

größten Herausforderungen der Zukunft – dem Klimawandel

– zu begegnen. Rund 60 % der klimaschädlichen

C0 2 Emissionen sind der Bautätigkeit und der Erhaltung

von Immobilien geschuldet. Es liegt in der Verantwortung

gegenüber unseren Kindern und Enkelkindern, das

uns anvertraute Erbe durch umsichtiges und vorausschauendes

Handeln unbeschadet weiterzugeben.

Dieser Bildband zeigt die beeindruckende Vielfalt

der steirischen Holzbauten. Trotz unterschiedlichster

Ausführungen und verschiedenster Nutzungen haben

alle Bauten eine Gemeinsamkeit: Den Grundgedanken

des Wohls für Mensch und Umwelt. So soll das Buch

auch Lust machen und dazu einladen, Holz als Bau- und

Lebensstoff im Rahmen neuer Technologien einzusetzen

und die nahezu uneingeschränkten Möglichkeiten

des wertvollen Rohstoffs Holz zu nutzen.

proHolz Steiermark

Committed to heritage, dedicated

to the change, looking ahead …

Looking ahead … Styria as the most densely wooded federal

state of Austria has seen an extremely positive development

in timber structure. Wood as construction material has not

only got to a place in constructing family homes but also in

multi-story urban housing, as well as in extensive commercial

and industrial construction. In the Steiermark wood is more

and more used for kinder-gardens, schools and hospitals.

This development of rethinking is essentially supported

by Styrian enterprises in cooperation with the TU Graz

and the timber construction research. The sustainable raw

material was further developed as a modern building and

basic material – and the zenith is far from being reached.

Dedicated to change … Wood has a larger potential. It is our

task to open up new fields of application for the miracle

“wood”, in order to find innovative ways to go. Even today

car parts, textiles and packing materials are made of the

renewable resource of the woods, which is a source of

raw material only available for the next generations when

a living near to nature management is put into practice.

The available wood that is growing within 4 minutes in

the Steiermark is enough for building a family home.

Committed to heritage … More and more we will have to

make use of this unique resource in the future, in order

to meet one of the biggest challenges of the future – the

climate change. Approximately 60 % of the climate damaging

C0 2 emissions can be traced back to the construction and

maintaining of buildings. It is our responsibility vis-à-vis our

children and grandchildren to maintain unscathed and pass

on to them – by means of thoughtfulness and forwardlooking

– an undamaged heritage, that was entrusted to us.

This illustrated book shows the impressing variety of the

Styrian woodwork. Despite most different types and usage

all buildings have something in common: The basic idea

of common good for man and environment. And thus the

book is intended to give delight – to invite to use wood

as a construction and living material within the scope of

new technology, and to profit from the nearly unlimited

multi-use options of the precious raw material “wood”.

Foto Jimmy Lunghammer

proHolz Styria

Vorwort — Preface


INHALT CONTENT

9 Einleitung

Introduction

Claudia Gerhäusser

Wohnen im Einfamilien haus

Living in single-familiy homes

Wohnen im Meh rparteien haus

Living in apartment buildings

Pflegen und Betreuen

Caring and supervising

Arbeiten und Erholen

Working and relaxing

Spielen und Lernen

Playing and learning

Gestalten und Inszenieren

Designing and setting the scene

18 Haus D

House D

Frohnleiten

22 Haus RF

House RF

Graz

24 Holzschnitt

Holzschnitt

Edelsbach bei Feldbach

26 Haus R

House R

Graz

28 Haus Moitzi

House Moitzi

Amering

32 Wohnhaus Rosa

Rosa House

Bad Mitterndorf

34 Haus K

House K

Pistorf

36 Haus M

House M

Bad Aussee

38 Lamprechthof

Lamprechthof

Stattegg

46 Wohnbau Hummelkaserne

Apartment Building

Hummelkaserne

Graz

50 Massive Living

Massive Living

Graz

52 Wohnbaugruppe Max-Mell-Allee

Max-Mell-Allee residential building

joint venture

Graz

56 14 Wohneinheiten St. Radegund

Terraced housing St. Radegund

St. Radegund

58 Umbau Wilder Mann

Wilder Mann Conversion

Graz

64 Pflegewohnheim Erika Horn

The Erika Horn care home

for the elderly

Graz

68 Sozialtherapeutikum Steiermark,

Haus Sonnleiten

Home for people with special needs,

Sonnleiten

Mitterdorf a. d. Raab

70 Betreutes Wohnen Bad Aussee

Assisted living Bad Aussee

Bad Aussee

72 Jugendzentrum ECHO

ECHO Youth Centre

Graz

74 Ronald McDonald Haus

Ronald McDonald House

Graz

78 Patientenpavillon LKH Graz Süd West

LKH Graz Süd West patient pavilion

Graz

80 Gesundheits einrichtung Josefhof

Josefhof Convalescent Home

Graz

86 Produktions halle Tischlerei Faustmann

Faustmann Production Centre

St. Johann i. d. Haide

90 Spar Kaindorf/Sulm

Spar Kaindorf/Sulm

Kaindorf a. d. Sulm

92 Hügellandhalle St. Margarethen

St. Margarethen Community Centre

St. Margarethen/Raab

94 Atelier am Kogl

Hillside studio

Semriach

98 Freibad Trofaiach

Trofaiach Outdoor Pool

Trofaiach

100 Unterwassersteg Barfußwanderweg

Barefoot trail

Turnau

102 Gutshof Admontbichl

Admontbichl manor

Obdach

104 Panoramabad Gröbming

Gröbming Panorama Pool

Gröbming

106 Mutterkuhstall Edlerhof

Mother Cowshed at Edlerhof

St. Stefan ob Leoben

114 Volksschule Mariagrün

Mariagrün Primary School

Graz

116 Kindergarten St. Salvator

St. Salvator Kindergarten

Graz

118 Kinderkrippe Schönbrunngasse

Schönbrunngasse Daycare Centre

Graz

120 Volksschule Viktor Kaplan

Viktor Kaplan Primary School

Graz

124 Sporthalle Trieben

Trieben Gymnasium

Trieben

126 Fachschule für Land- und

Ernährungs wirtschaft Gröbming

Gröbming College of agriculture

and nutrition economy

Gröbming

128 Fachschule für Land- und

Ernährungs wirtschaft Schloss

Feistritz – St. Martin

Feistritz College of agriculture and

nutrition economy

St. Peter am Kammersberg

134 Peterskirche St. Lambrecht

Church of St. Peters

St. Lambrecht

138 Skywalk Bahnhof Zeltweg

Skywalk at Zeltweg Mainstation

Zeltweg

Routenplaner, Pläne und

Wissenswertes zu den

Projekten auf

www.holzbaukarte.at

42 ST23 Wohnen am Hang

ST23 Hillside House

Graz

108 Vogelhäuser Deluxe Pogusch

Deluxe Mountain Chalets

Turnau


Einleitung

Claudia Gerhäusser

Introduction

Claudia Gerhäusser

Bauen für

Menschen und Klima

Building in the

name of people

and climate

Holzbau in der Steiermark

Architectural Timber Structures in Styria

Wussten Sie, dass in den österreichischen Wäldern alle 40

Sekunden ein Haus aus Holz nachwächst? Und wussten Sie

auch, dass es aktiver Klimaschutz ist, Holz als flexiblen und

innovativen Baustoff zu verarbeiten?

Der Einsatz von Holz als Baustoff hat eine jahrhundertelange

Tradition in der Steiermark, ohne dabei Weiterentwicklung

und Innovation aus den Augen zu verlieren. Schon

ab 1990 entstanden hier durch Pioniere 1 der Holzmodulbauweise

und durch Forschungsarbeit an der Technischen

Universität Graz 2 Impulse, die den Holzbau völlig veränderten.

Mit dem Brettsperrholz entwickelte man in der

Steiermark ein weltweit nachgefragtes Produkt, das den

architektonisch anspruchsvollen Geschosswohnungsbau aus

Holz im größeren Maßstab letztlich erst möglich gemacht

hat. Ebenso vielversprechend sind aktuelle Prototypenforschungen

zur Erdbebensicherheit von Gebäuden aus

Holz, die Chancen für das Material in extremen Situationen

ausloten. Gerade im Hinblick auf Klimaschutz, Erdbebensicherheit,

Vorfertigung und Serienproduktion gibt es

weltweit steigenden Bedarf an Lösungen. Dafür wird dem

Baustoff Holz alles abverlangt und seine Anwendung wird

kontinuierlich weiterentwickelt.

Darüberhinaus gehört in der Steiermark Holz schon lange

zum Baualltag. Auftraggeberinnen und Auftraggeber, Architektinnen

und Architekten sowie die Politik entscheiden

im Bauprozess über die Baustoffverwendung. Gemeinsam

mit Holzbauunternehmen und holzverarbeitenden

Betrieben konnten bis dato in der Steiermark Projekte

realisiert werden, die beweisen, dass in den wichtigen

Lebensbereichen – Klimaschutz, Wohnen, Wirtschaft und

Gesundheit – Holz als Baustoff hervorragende Ergebnisse

liefert. Politisch zunehmend gefördert, ziehen diese Pilotprojekte

immer mehr Neubauten nach sich. Dafür sind in

der Steiermark aktuell hervorragende Rahmenbedingungen

gegeben. Bei nachhaltiger Forstwirtschaft, Erhaltung

der Baumvielfalt und regionaler Verwendung sind selbst

Nachteile wie intensive Planungszeiten gut auszugleichen.

Holz erweist sich im Vergleich zu anderen Baustoffen als

besonders attraktiv, da es nachwachsend, flexibel und

effektiv ist.

Did you know that a timber house is regrown every 40

seconds in the Austrian forests? Or that you are actively

protecting the climate when you use wood as a flexible

and innovative building material?

Timber has been used as a building material in Styria for

hundreds of years. However, this is a tradition that has

never lost sight of new developments and innovations.

Back in 1990, pioneers 1 of modular timber building

systems and researchers at Graz University of Technology 2

developed new ideas that changed timber construction

forever. Cross-laminated timber was developed in

Styria and became of global importance, making it

possible to create timber-built multi-storey housing – an

architecturally challenging undertaking – on a larger

scale. Equally promising is the current prototype research

into the seismic resistance of timber buildings, which is

sounding out the potential uses of this material in extreme

situations. All over the world, there is increasing demand

for effective solutions to problems related to climate

change, earthquake resistance, prefabrication and mass

production. Timber will need to reveal its full potential

as a building material and its application will need to be

continually developed.

In Styria, timber has long been a standard building

material. During the construction phase, clients, architects

and politicians make decisions on the use of building

materials. Working together with timber construction

companies and timber processing firms, projects have

been realised in Styria that prove timber delivers

outstanding results in the key areas of climate protection,

housing, business and healthcare. Receiving increasing

political support, these pilot projects are being followed

by more and more new builds. And Styria provides the

perfect conditions for this development. Sustainable

forestry, preservation of the wide variety of trees and

regional usage easily counteract disadvantages such as

intensive planning periods. When compared to other

building materials, timber proves itself to be particularly

attractive because it is renewable, flexible and effective.

Holz – ein effektiver Baustoff für Mensch und Klima

Zwei Drittel der Steiermark bestehen aus Waldflächen.

Flächen, die aktive Klimaschützer sind. Der Wald speichert

Timber – benefitting both people and climate

Two thirds of Styria is covered in forests. Areas that

actively work to protect the environment. Forests

store and bind large amounts of carbon through

9

Jugendzentrum ECHO Graz

ECHO Youth centre


und bindet bei der Photosynthese Kohlenstoff in großen

Mengen. Freigesetzter Kohlenstoff dagegen verbindet sich

in der Luft mit Sauerstoff zu Kohlendioxid und ist damit

als Treibhausgas CO 2 für die Klimaerwärmung mitverantwortlich.

Die Konzentration der Treibhausgase in der

Atmosphäre wurde seit Beginn der Industrialisierung durch

menschliches Dazutun wesentlich erhöht, was der Weltklimarat

(IPCC) bestätigt. Unsere sensible Lebensgrundlage

mit ihrem biologischen Gleichgewicht verändert sich auch

deshalb zunehmend – das betrifft jeden von uns. Damit eine

Erwärmung gestoppt oder zumindest verlangsamt wird,

braucht es gesunde Wälder. Kohlenstoff bleibt so lange

im Holz gespeichert, bis dieses verbrennt oder verrottet.

Entnimmt und verarbeitet man Bäume aus dem Wald vor

deren Verrottung, bleibt der Kohlenstoff langfristig im Holz

gebunden. Allein in steirischen Wäldern sind das rund 200

Millionen Tonnen Kohlenstoff, die keinen Schaden in der

Erdatmosphäre anrichten – das entspricht ca. 750 Millionen

Tonnen CO 2 oder der 9-fachen Menge des jährlichen

CO 2 -Ausstoßes in Österreich.

Der Wald bildet den Lebensraum für eine vielfältige und

vitale Vegetation. Vermehrte Vegetation produziert

zusätzlich Aerosole, die den Treibhauseffekt umkehren und

die Erdatmosphäre kühlen. Jeder unversiegelte Quadratmeter

Wald sichert den Bestand der Natur als menschliche

Lebensgrundlage. Mit einer maßvollen und nachhaltigen

Verwertung des Holzes als Bauholz, für Fassaden, Innenausstattung

und Möbelproduktion kann dieses Gleichgewicht

geschützt werden.

Und es kann weitergedacht werden: Mittlerweile werden

auch in der Baubranche Materialien in großem Maßstab

recycelt und wiederverwendet. Moderne Konstruktionsprinzipien

wie z.B. Modul- und Systembauweise begünstigen die

Wiederverwendung – ein enormes Potenzial des Holzbaus.

Holz als sensibler Baustoff für die Revitalisierung

steiermärkischer Baukultur

Die Steiermark hat ein vielfältiges baukulturelles Erbe,

welches nicht nur bewahrt, sondern auch lebendig erhalten

werden sollte. Die Herausforderungen der Erhaltung bzw.

Revitalisierung kulturell bedeutender Orte und Gebäude

liegen in der Balance zwischen Alt und Neu, zwischen

Bestand und Zubau und in der Anpassung an zeitgenössische

Bedürfnisse. Für die Verarbeitung und die Oberflächengestaltung

von Holz gibt es eine Vielzahl an handwerklichen

Methoden. Jede Zeit hat Entwicklungen und Charakteristiken

in der Holzbearbeitung hervorgebracht. Formen

werden geschaffen, indem man die Eigenschaften des

Materials nutzt. Wissen über den Baustoff wurde und wird

an kommende Generationen weitergegeben und spiegelt

sich in landestypischen Bauweisen wider. Das zeigt sich

besonders bei Revitalisierungsprojekten oder Umbauten

und deren konstruktiven Holzverbindungen. Da gestern wie

heute das Material Holz verwendet wird, entsteht Kontinuität,

was spannende Entwicklungsschritte im Holzbau

sicht- und erlebbar macht.

photosynthesis. But when carbon is released it combines

with oxygen in the air to make carbon dioxide (CO 2 ) – a

greenhouse gas that contributes to global warming. Due

to human activity, the concentration of greenhouse

gases in the atmosphere has increased considerably

since the start of industrialisation, as confirmed by

the Intergovernmental Panel on Climate Change. The

vulnerable basis of our existence with its biological

equilibrium therefore also continues to change – and

this affects every one of us. In order to stop or at least

slow down global warming, we need healthy forests.

Carbon remains stored in wood until it is burned or it

rots down. If trees are removed from the forests and

used before they can rot, the carbon remains stored in

the wood for a long period of time. Styrian forests alone

store around 200 million tons of carbon, which would

otherwise be causing damage in the earth’s atmosphere.

This is the equivalent of ca. 750 million tons of CO 2 or

around nine times the annual CO 2 emissions in Austria.

Furthermore, forests provide space for diverse, vital

vegetation. More vegetation means more particles that

reverse the greenhouse gas effect and cool the earth’s

atmosphere. Every unsealed square metre of forest helps

to protect the environment that humans need to survive.

Making careful and sustainable use of wood as timber,

for façades, interiors and furniture production can help

to maintain this equilibrium. And it is possible to think

one step further: now, the construction industry is also

recycling and reusing materials on a large scale. Modern

construction principles such as modular or system

building make reuse easier – revealing the enormous

potential of timber construction.

Timber – a sensitive building material for revitalising

Styrian building culture

Styria has a diverse built heritage that needs to not

only be protected, but also kept alive. The challenges of

preserving and revitalising places and buildings of cultural

importance lie in the balance between old and new,

between existing building and extension, and in adapting

the building to today’s requirements. There are numerous

skilled methods for processing and finishing wood. Every

era has made its mark on woodworking by contributing its

own developments and characteristics as the material’s

properties are manipulated to create shapes. Knowledge

about timber has been and will be passed on to future

generations as well as being reflected in the country’s

architecture. This is particularly revealed in the timber

joints used in revitalisation projects or in conversions.

Timber is a material that has always been used, creating a

continuality that makes its fascinating development visible

and tangible.

Holz als urbanes Material – ein leichter Baustoff für die

Nachverdichtung

Fortschrittliche Bauherren und innovative Gestalter

verstehen schon länger das 21. Jahrhundert als Holz(bau)

zeitalter und begreifen Holz als Baustoff der Zukunft. In

Österreichs Forsten wächst jede Sekunde ein Kubikmeter

Holz nach. Ein Drittel des jährlichen Holzzuwachses

würde bereits ausreichen, um sämtliche Neubauten in

Holz zu realisieren. Das klingt unrealistisch? Nicht, wenn

es Menschen gibt, die diese Vision in die Tat umsetzen.

Professor Tom Kaden, der 2017 an der Technischen

Universität Graz die Stiftungsprofessur für Architektur und

Holzbau übernommen hat, ist einer derjenigen, die den

Holzbau sowohl im städtebaulichen Kontext als auch bei

einzelnen Gebäuden voranbringen und die neue Generation

der Planerinnen und Planer von den Potenzialen und

Vorteilen des Baustoffs zu überzeugen wissen.

„Zu Beginn stand ein persönliches Projekt, eine Mischnutzung

aus Wohnen und Arbeiten, das größtmögliche

räumliche Flexibilität und verschiedene Nutzungen

zulassen musste. Die bot nur Holz“, erzählt Tom Kaden

in einem Gespräch. 3 Gemischte Nutzung und die damit

verbundenen unterschiedlichen Erwartungen an die

Urban timber construction – a light material for

densification

Progressive clients and innovative designers have long

seen the 21 st century as the century of timber and

understand that wood is the building material of the

future. In Austria’s forests, one cubic metre of timber

regrows every second. A third of the annual growth

would be sufficient to construct all new buildings in

wood. Does that sound unrealistic? Not when there

are people who are making this vision a reality. In

2017, Professor Tom Kaden was granted the endowed

professorship for architecture and timber construction

at Graz University of Technology. He is a major driving

force in encouraging the use of timber construction

both in an urban context and for individual buildings.

In addition, he works to draw the attention of a new

generation of planners to the potential and advantages

of timber.

“It started with a personal project, a mixed-use building

for living and working that needed to provide for as

much spatial flexibility and as many uses as possible.

This could only be done with timber,” said Tom Kaden

in a conversation. 3 Mixed usage, and the different

Gutshof Admontbichl

Admontbichl manor

10 Einleitung — Introduction

Claudia Gerhäusser

11


Wohnbau Hummelkaserne

Apartment building Hummelkaserne

die mit diesem Baustoff nicht möglich wäre“, betont er.

Dennoch gibt es eine Diskussion über die Kosten, die einige

Investoren und Bauherren abschrecken, mit Holz zu bauen.

Aber auch hier gilt es, genauer hinzuschauen: „Holzbau ist

auf den ersten Blick drei bis sechs Prozent teurer als der

klassische Massivbau. Aber es werden Birnen mit Äpfeln

verglichen. Das fängt schon bei der Bauzeit an. Durch den

hohen Vorfertigungsgrad gibt es extrem kurze Bauzeiten

beim Rohbau. Zudem haben wir im Holzbau weitaus

geringere Konstruktionsflächen und damit Gewinne in der

Nutzfläche bei gleichem Gebäudevolumen gegenüber dem

Massivbau. Und auch in Sachen Qualität kann ein höherer

Standard durch werkseitige Vorfertigung erreicht werden

als bei Nieselregen und Minusgraden auf der Baustelle.“

Unterm Strich ist laut Professor Kaden der Holzbau auch

hinsichtlich der Kosten attraktiv. Durch sein, im Vergleich

zu anderen Materialien, geringeres Gewicht können zudem

Transportkosten und aufwendige Tragkonstruktionen eingespart

werden.

Der Holzbau ist außerdem der innovativste Bereich des

Bauwesens: „Da sind wir erst am Anfang mit den Entwicklungen

der letzten 15 Jahre, was jetzt ansteht, ist das

Material in die Gebäudeklassen bis 12 oder 13 Stockwerke

zu bringen. Deshalb gibt es auch den Wunsch an die Politik,

auf den technischen Fortschritt mit einer Veränderung der

Gesetzeslage für städtisches Bauen zu reagieren.“

Holz als Wirtschaftsfaktor – ein effizienter Baustoff für die

serielle Produktion

regulates humidity.” Furthermore, he emphasises that

there is “no urban construction project that would not be

possible with timber”.

But discussion persists around the costs, which

discourage some investors and clients from building with

timber. But here too, it makes sense to take a second

look: “On first glance, timber construction is three to six

per cent more expensive than a classic solid construction.

But this is an inaccurate comparison that misleads as

early as during the construction period. The high level of

prefabrication results in an extremely short construction

time for preliminary building works. Furthermore, less

space is required for construction elements, meaning

that more floor area is available from the same building

volume than when implementing a solid construction. It

is also possible to achieve a higher level of quality when

prefabrication is undertaken in a factory than when

building in drizzle and sub-zero temperatures on site.”

According to Professor Kaden, timber construction

is, when it comes down to it, also attractive in terms

of costs. Timber is much lighter than other materials,

meaning that less money needs to be spent on transport

and complex supporting structures.

Timber construction is also the most innovative area of the

construction industry. “The developments of the last 15

years are just the beginning. The next step is to bring the

material into building classes reaching 12 or 13 storeys. We

therefore want politicians to react to technical advances

by changing the legal situation for urban construction.”

Architektur sind eine klassische urbane Herausforderung.

Das reicht von Wohnraum für Patchworkfamilien, für

mehrere Generationen, Kleinfamilien und Singles bis hin zu

Umnutzungen von Geschäfts- oder Lagerflächen.

Studien prognostizieren, dass im Jahr 2050 die Hälfte

aller Steirer im Großraum Graz leben wird. Graz entwickelt

sich mit Pilotprojekten der urbanen Nachverdichtung zum

Vorbild und nutzt die Vorteile des Holzbaus um in kurzer

Zeit Wohnraum zu schaffen. Beispiele wie die sechsgeschossigen

Wohnbauten an der ehemaligen Hummelkaserne

und der Dachaufbau beim Wilden Mann in der

Jakoministraße in Graz zeigen, dass die Steiermark Verantwortung

als Förderer des urbanen Holzbaus übernimmt

und dessen Weiterentwicklung an der Technischen Universität

in Graz unterstützt. Für Tom Kaden ist es deshalb

auch „kein Zufall, dass eine Holzbau-Professur gerade in

der Steiermark und in Österreich entstanden ist.“ Nur

vier Prozent der städtischen Neubauten in Europa werden

aktuell als Holzbau ausgeführt. Was bleibt, ist ein enormes

Potenzial, etwas daran zu ändern. Tom Kaden sieht im Holz

einen Baustoff „mit vielen Vorteilen, ein wunderbares,

tragwerkstaugliches Element mit großartigen bauphysikalischen

Eigenschaften – dämmend und feuchtigkeitsregulierend.“

Es gäbe außerdem „keine städtische Bauaufgabe,

expectations of architecture this involves, represents a

classic urban challenge. Projects range from residential

space for patchwork families, multiple generations, small

families and single-person households to conversions of

shops or storage areas.

Studies predict that, in 2050, half of all Styrians will live

in the greater Graz area. The pilot projects for urban

densification in Graz are transforming the city into an

architectural role model. The advantages of timber

construction are used to provide quickly built housing.

Examples such as the six-storey residential buildings

on the site of a former military barracks and the Wilder

Mann roof structure on Jakoministraße in Graz show that

Styria has taken on the responsibility of promoting timber

construction in an urban context and is supporting its

development at Graz University of Technology. Tom

Kaden therefore believes that it is “no coincidence that a

professorship for timber construction has been created

in Styria and in Austria”. Currently, only four per cent of

new urban buildings in Europe are being constructed out

of timber. This means that there is enormous potential

for change. Tom Kaden sees timber as a building material

“with many advantages, a wonderful structural element

with fantastic physical properties – it insulates and

Nachhaltige Forstwirtschaft, international führende Unternehmen

und Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen

machen die gesamte Holzbranche zu einem der stärksten

Leistungs- und Wirtschaftsträger für die Steiermark. Die

Holzbranche ist mit 55.000 Arbeitsplätzen 4 der größte

Arbeitgeber in der Steiermark. Mit einem Bruttoproduktionswert

von vier Milliarden Euro ist der Sektor für ein

Sechstel der steirischen Wirtschaftsleistung verantwortlich 5 .

Hinzu kommt, dass 90 Prozent der in der Steiermark

gefällten Bäume im Land selbst verarbeitet werden. Die

Wertschöpfung bleibt also in der Region. Auch das Know-how

bleibt den steirischen Firmen erhalten. Es wird zum Exportschlager

auf dem internationalen Markt. Damit gehen von

der steiermärkischen Holzwirtschaft wichtige Impulse für

den Übergang zur seriellen Produktion im regionalen wie

überregionalen Baugewerbe aus. Die zukunftssicheren

Voraussetzungen für eine Digitalisierung der Produktion und

entsprechende Logistik bieten neue Chancen in den Sektoren

Ausbildung, Facharbeit und Forschung.

Holz als Gesundheitsfaktor – ein atmosphärischer Baustoff

für das Wohlbehagen

Mit Holz kann in vielen Variationen, Farbtönen und Verarbeitungsmethoden

gestaltet werden. Aber in welchem Maß

es auch das Raumklima und die Umgebungsatmosphäre

Wood as an economic factor – an efficient building

material for mass production

Sustainable forestry, leading international companies as

well as research and development institutions have made

the entire timber industry into one of the most important

pillars of business in Styria. Providing 55,000 jobs, 4 this

industry is the largest source of employment in Styria.

With a gross production value of four billion euros, the

sector is responsible for one sixth of Styria’s economic

output. 5 Furthermore, 90 per cent of trees felled in Styria

are also processed there, ensuring that value creation

stays in the region. And that skills and knowledge also

remain in Styrian companies. Timber has become a top

export on the international market and the Styrian

timber industry provides key stimuli for the move to mass

production in the regional and supra-regional construction

industry. Furthermore, sustainable foundations for a

digitalisation of production and the related logistics offer

new opportunities in training, skilled work and research.

Wood as a health factor – building a homely atmosphere

Wood opens up numerous possibilities for design in many

styles, hues and processing methods. But the extent to

12 Einleitung — Introduction

Claudia Gerhäusser

13


eeinflusst, wird erst dann richtig deutlich, wenn man den

Einsatz im Gesundheitsbereich betrachtet. Sie dachten

immer, Krankenhäuser und Patientenräume seien grau-grün

und würden nach Medizin riechen? Das ist nicht der Fall,

wenn Holz zum Einsatz kommt. Holz enthält nämlich

ätherische Öle – einige Holzarten, wie z.B. Bergfichte

oder Zirbenholz, sogar so intensiv, dass sie unsere Herzfrequenz

messbar verlangsamen, uns gelassener machen

und besser schlafen lassen. 6 Da Schlaf und Gelassenheit

Grundvoraussetzungen der Genesung sind, passt Holz

hervorragend in ein modernes Krankenhaus und in moderne

Gesundheitseinrichtungen wie Pflegeheime, Erholungs- und

Therapiezentren, wobei die hohen hygienischen Anforderungen

auch mit dem Material Holz erfüllt werden können.

Der Gesundheitssektor ist ein Markt der Zukunft: Menschen

wollen und werden gesünder leben, und mit wachsenden

Ansprüchen an die Umgebung wird Aspekten wie Wohlbehagen,

Wohnlichkeit und Atmosphäre höheres Gewicht

beigemessen. „Gesundheitsarchitektur“ erhält mit Holz

einen individuellen Charakter und ein neues Gesicht. Holz

ist einfach immer näher am Menschen!

which the interior climate and the atmosphere of the

environment are influenced only becomes clear when

the use of wood in healthcare is considered. Did you

always think that hospitals and patient facilities were

grey-green and smelt of medicine? This isn’t the case

when timber is used. Wood contains essential oils – and

some types of wood, such as mountain spruce and pine,

have such a powerful effect that they can measurably

slow our heart rate as well as help us to feel calmer and

sleep better. Sleep and serenity play an essential role

in recovery, meaning that timber is an excellent choice

for modern hospitals and health facilities such as care

homes, retreats and therapy centres. Particularly as this

material also meets the stringent hygiene requirements.

The health sector is a market of the future: people want

to and will live healthier lives and, as expectations of their

surroundings increase, aspects such as comfort, cosiness

and atmosphere will become of increasing importance.

Wood gives “health architecture” an individual character

and a new lease of life. People simply have a closer

connection to wood!

Holzbau jetzt und in Zukunft

Timber construction now and in the future

The Framed Pavilion TU Graz, 2017

iam, Institut für

Architektur und Medien

Die Situation im Holzbau ist vielversprechender und

interessanter denn je. Der Baustoff hat die Herausforderungen

von Industrialisierung und serieller Fertigung

weitestgehend bewältigt und wird sich auch im Hinblick

auf die Digitalisierung von Produktion, Entwurf und

Bauprozess behaupten.

Holz ist in der Architektur enorm leistungsfähig. Neben

klassischer Anwendung wie im Holzrahmenbau gibt

es den Baustoff mittlerweile als Flächenelemente

mit einer Elementlänge von bis zu 16 Metern, die im

mehrgeschossigen Wohnbau als Wand-, Boden- und

Deckenelemente verarbeitet werden. Spannweiten bis

zu 12 Meter werden damit erreicht. Standardisiert und

in verschiedenen Stärken produziert, hat sich in kurzer

Zeit ein variabel einsetzbarer Holz-Systembau entwickelt.

Hohlkastenelemente können z.B. auf der Baustelle vor Ort

zusammengesetzt werden und haben mit 7 kg pro Meter

ein verhältnismäßig geringes Eigengewicht. Bei Sanierungen

können Decken und Wände per Hand angepasst

und verlegt werden. Zudem lassen sich die Hohlkastenelemente,

innen mit Holzfaser gefüllt, als Wärmedämmung

einsetzen. Vorfertigung und damit kurze Montagezeiten

auf der Baustelle sind bei allen Holzbausystemen, im

Massivholzbau, Rahmenbau, Skelettbau oder als Hybrid in

Kombination mit anderen Baustoffen, präzise und effizient.

Was jetzt zählt ist es, den Werkstoff wieder in den Köpfen

derer zu etablieren, die ihn auf breiter Ebene anwenden

können und die unsere architektonische Umgebung planen

und bauen. Auf den folgenden Seiten zeigt sich die Vielfalt

des Baustoffes Holz, wie sie heute in der Steiermark

erlebbar ist. Da gibt es sowohl 500 Jahre alte Bauernhäuser,

die einen neuen Nachbarn bekommen, als auch

Timber construction is more promising and interesting

than ever before. The building material has largely met

the challenges of industrialisation and mass production,

and will hold its ground throughout the digitalisation of

production, design and construction processes. Timber

results in incredibly high performance architecture. In

addition to traditional use, such as in wooden frame

constructions, this building material is now available

as a panel element reaching up to 16 metres, which is

used in multi-storey residential buildings for wall, floor

and ceiling elements. It is possible to achieve bearing

distances of up to 12 metres. Standardised and produced

in different strengths, timber system building was quickly

developed and is highly versatile. For example, box beam

elements can be put together on the building site and,

coming in at only 7 kg per metre, they are comparatively

light. During renovations, ceilings and walls can be

adapted and moved by hand. Furthermore, box beam

elements can be filled with wood fibre to provide heat

insulation. Precise prefabrication and the resulting

short assembly times on site mean that all wooden

construction systems are incredibly efficient – whether

solid timber, wooden frame, skeleton frame or as a hybrid

in combination with other materials.

The important thing now is to again establish the

significance of this material in the minds of those who can

apply it on a large scale, and who design and construct our

architectural environment. On the following pages, you

can discover the diverse ways in which timber has been

used in Styria. This treasure trove includes 500-year-old

farmhouses that gain a new neighbour, dynamic shingle

facades on modern buildings, and impressive load-bearing

formdynamische Anwendungen von Schindelfassaden bei

modernen Bautypen und bestaunenswerte Tragwerke. Es

lohnt sich also, immer wieder hinzuschauen, aufzublättern,

umzublättern und neue Details in den Projekten und im

Material Holz zu entdecken.

Claudia Gerhäusser hat ihr Architektur- und Design Studium an der

Bauhaus Universität Weimar und am FIT in New York abgeschlossen.

Bis 2017 war sie als Universitätsassistentin an der TU Graz im

Bereich der Materialästhetik tätig und in der Redaktion des

GAM#13 „spatial expeditions“. Sie schreibt über Architektur und

deren Materialien österreichweit in fachbezogenen Medien.

1 Siehe auch die Architekten Hubert Rieß, Johannes Kaufmann und

Gerhard Mitterberger sowie der Bauingenieur Gordian Kley in einem

Gespräch in Zuschnitt #31, proHolz Austria, 2008, 18f.

2 Einer der Pioniere in der Entwicklung des Brettsperrholzes in Österreich

ist das Institut für Holzbau und Holztechnologie der TU Graz, Prof.

Gerhard Schickhofer.

3 Gespräch zwischen Prof. Tom Kaden und Claudia Gerhäusser am

2.10.2018 in Graz

4 http://www.lebensressort.steiermark.at/cms/beitrag/12228597/4113153/

5 https://www.proholz-stmk.at/multitalentholz/holz-der-wirtschaftsfaktor/

6 Erfahrungswissen laut Studien der Joanneum Research Gruppe

und des HUMAN RESEARCH Instituts für Gesundheitstechnologie

und Präventionsforschung, 2012, „Auswirkungen von Zirbenholz als

Einrichtungsmaterial auf Kreislauf, Schlaf, Befinden und vegetative

Regulation“, http://humanresearch.at/newwebcontent/?page_id=96

und „Naturholzbüro aus Südtiroler Bergfichte – Auswirkungen

auf Konzentrationsleistung, Befinden und Beanspruchung

sowie auf das vegetative Nervensystem“, 2012, http://

humanresearch.at/newwebcontent/wp-content/uploads/2012/11/

pdf_Fichtenholz_Folder_de.pdf

structures. So flick through the pages and take a closer

look to discover new details in the projects – and in timber

itself.

Claudia Gerhäusser completed her architectural and design studies

at the Bauhaus University Weimar and at the FIT in New York.

Until 2017, she worked as an assistant professor at Graz University

of Technology researching in the field of material aesthetics. As

theme-editor of GAM#13 “spatial expeditions” she proofed her

expertise in publishing. She writes about architecture and materials

in subject-specific media throughout Austria.

1 Similar to what the architects Hubert Rieß, Johannes Kaufmann, Gerhard

Mitterberger and the civil engineer Gordian Kley of merz kley partner

proposed in Zuschnitt #31, proHolz Austria, 2008, 18f.

2 One of the pioneering institutions in the development of crosslaminated

timber in Austria is the Institute of Timber Engineering and

Wood Technology at Graz University of Technology, headed by Prof.

Gerhard Schickhofer.

3 Conversation between Prof. Tom Kaden and Claudia Gerhäusser on

02/10/2018 in Graz.

4 http://www.lebensressort.steiermark.at/cms/beitrag/12228597/4113153/

5 https://www.proholz-stmk.at/multitalentholz/holz-der-wirtschaftsfaktor/

6 Experiences according to two studies undertaken by the Joanneum

Research Group and the HUMAN RESEARCH Institute of Health

Technology and Preventative Research, 2012, “Auswirkungen von

Zirbenholz als Einrichtungsmaterial auf Kreislauf, Schlaf, Befinden

und vegetative Regulation” (Effects of pine furnishings on circulation,

sleep, well-being and autonomic regulation) http://humanresearch.

at/newwebcontent/?page_id=96 and “Naturholzbüro aus Südtiroler

Bergfichte - Auswirkungen auf Konzentrationsleistung, Befinden und

Beanspruchung sowie auf das vegetative Nervensystem” (A wooden office

of South Tyrolean mountain spruce – effects on concentration, well-being,

stress and the autonomic nervous system), 2012, http://humanresearch.

at/newwebcontent/wp-content/uploads/2012/11/pdf_Fichtenholz_Folder_

de.pdf (German).

14 Einleitung — Introduction

Claudia Gerhäusser

15


Wohnen im

Ein familien haus

Living in singlefamily

homes

16

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

17


HAUS D

HOUSE D

Architektur Architecture

Yes-architecture Graz

BauherrInnen Commissioner

Familie D Family D

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Zimmerei Josef Konrad

Fertigstellung Year of completion

2009

Ort Location

Frohnleiten

18 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

19


HAUS D –

HOUSE D

HAUS D — HOUSE D

Architektur Architecture

Marion Wicher

BauherrInnen Commissioner

Familie D Family D

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Zimmerei Konrad

Fertigstellung Year of completion

2009

Ort Location

Graz

Schuppenkleid

aus Zedernholz

Ein Schuppenkleid aus Zedernholz gibt der harten

und progressiven Form des Hauses weiche

Kanten. Fast wie ein Fell schimmert die Fassade

und bricht die Übergänge zwischen innen und

außen. Haus D scheint aus allen Poren der Schindelfassade

zu atmen. Raumklimatisch, ökologisch

und bauklimatisch eine äußerst clevere Wahl, da

das Holz auf Luftfeuchtigkeit und Wetter reagiert.

Passend dazu wurden Hanf und Steinwolle als

Dämmmaterial verbaut, Lehmputz auf Schilf in

den Innenräumen eingesetzt und das Flachdach

extensiv begrünt – alles weitere Aspekte der

Nachhaltigkeit.

A sequinned dress

of cedar

A sequinned dress of cedar gives the hard,

progressive form of the house soft corners.

The façade shimmers, almost fur-like, and blurs

the transitions between inside and outside. This

house seems to breath through all the pores of its

shingle façade. A clever choice, in terms of interior

climate, ecology and building climate, because

the wood responds to humidity and weather. In

line with this, hemp and mineral wool were used as

insulating materials, loam rendering on reed was

used in the interior spaces and the flat roof was

given an extensive covering of vegetation – all

further aspects of sustainability.

Die traditionelle

Schindelfassade

ist leistungsfähiger

Wetterschutz

und passt sich

moderner Form und

Atmosphäre an.

20 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

21


HAUS RF

HOUSE RF

Architektur Architecture

Innauer Matt

Architekten ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

Sabine Rauscher & Wolfram Feierl

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

Fertigstellung Year of completion

2013

Ort Location

Graz

Den Blick

schweifen lassen

Let your gaze

wander

Haus RF bietet eine atemberaubende Aussicht.

Die Wohnbereiche sind offen und mit viel Glas

gestaltet, so dass der Blick auf die Landschaft die

Atmosphäre dieser Räume prägt. In allen Räumen

erinnern die warmen Oberflächen der vorgefertigten

Massivholzplatten an Schutzhütte und

Gemütlichkeit. Alle Innenräume gehen schwellenlos

in eine weit auskragende Terrasse über,

die einem Schiffsdeck ähnelt. Das Holz schafft in

diesem Fall die Verbindung zur Umgebung. Die

Vorfertigung der Holzbauelemente verkürzte

die Bauzeit und erspart durch Sichtqualität

aufwendige Oberflächenbehandlungen. Durch

die Aussicht weckt Haus RF ein leichtes Fernweh,

gleichzeitig lädt es mit Fichte und Lärche zum

Daheimbleiben ein.

This house offers a truly breath-taking view.

The living areas are open and designed with a

great deal of glass, their atmosphere shaped by

the landscape. Prefabricated solid wood panels

provide warm surfaces in all rooms, reminding the

viewer of mountain huts and creating a sense of

cosiness. All interior spaces flow out seamlessly

onto a terrace, which projects outwards like the

deck of a ship. Here, wood creates a connection

to the surroundings. Prefabricated timber

elements shortened the build time and eliminate

the need for elaborate finishing due to their high

quality appearance. The view from the house

evokes a touch of wanderlust, while, at the same

time, the cosiness of spruce and larch invites you

to stay at home.

22 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

23


HOLZSCHNITT

HOLZSCHNITT

Architektur Architecture

HbmG GmbH c/o GROSZSTADT

BauherrInnen Commissioner

Ulrich & Daria Arzberger

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

Fertigstellung Year of completion

2013

Ort Location

Edelsbach bei Feldbach

Schräg, schräger,

Tannenholz

All skew-whiff

Hinterlüftete Fassadenschalung, Brettsperrholz,

Wohnsichtqualität: Das sind die Stichworte, die

dem schlichten Wohnhaus konstruktiv einen

einfachen Charakter geben und ein hohes Maß

an Vorfertigung ermöglichten. Dazu fügt sich das

Haus in ein bestehendes Hof-Ensemble ein und

seine Fassade aus schräg geschnittenen Tannenbrettern

wirkt auch in ergrautem Zustand gar nicht

langweilig. Gleich mitbedacht sind mögliche ökologische

Adaption, Abbau und Weiterverwertung des

Gebäudes. Kaum vorstellbar ist aber, dass man aus

diesem Haus wieder ausziehen möchte.

Rear-ventilated shuttering as cladding, crosslaminated

timber, live-with beauty: all these

elements give this simple residential building

a basic character in terms of construction and

enable a high level of prefabrication. The house

is integrated into an existing courtyard and its

façade of skew-cut fir certainly won’t become

less interesting as it starts to grey. Ecological

adaptation, disassembly and further utilisation

of the building have all been taken into account.

Although, this is a house you can hardly imagine

wanting to move out of.

24 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

25


HAUS R

HOUSE R

Architektur Architecture

Arch. DI Gerhard Mitterberger

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

Fertigstellung Year of completion

2013

Ort Location

Graz

100 % schwebend 100% suspended

Haus R ist eine Plattform, die über einen dreißig

Jahre lang wild-romantisch gewachsenen Garten

gesetzt ist – fast zu hundert Prozent schwebend.

Als Massivholzbau mit Lärchenfassade errichtet,

geht es eine enge Verbindung mit seiner naturbelassenen

Umgebung ein. Das Niedrigenergiehaus

öffnet sich südwestlich zum Garten mit einer

vollflächigen Verglasung der Wohnbereiche und

einer breiten Terrasse. Ähnlich einem veranker ten

Floß nutzt es ortsgegebene Bedingungen: die

Heizung läuft mit Erdwärme und Solarenergie und

das Dach wird in einen Schwimmteich entwässert.

Kompromisse bei Raumklima und Wohnatmosphäre

werden nicht gemacht.

This house is a platform set above a wild and

romantic garden thirty years in the making – and

it is almost entirely suspended. Built out of solid

wood with a larch façade, it is closely linked with

its natural surroundings. This low-energy building

opens up onto the garden to the southwest, with

fully-glazed living areas and a broad terrace. Like

an anchored raft, it uses what nature provides: the

heating system takes advantage of geothermal

energy and solar power, and water runs from

the roof into a natural swimming pool. No

compromises were made in terms of the interior

climate or the home’s atmosphere.

26 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

27


HAUS MOITZI

HOUSE MOITZI

Architektur Architecture

ALPE Zimmerei und

Tischlerei GmbH

BauherrInnen Commissioner

Familie Moitzi Family Moitzi

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

ALPE Zimmerei und

Tischlerei GmbH

Fertigstellung Year of

completion

2008

Ort Location

Amering

Holz umadum

Zwischen Wohnhaus und Stallscheune eines

hunderte Jahre alten Paarhofes kamen trotz des

enormen Revitalisierungsaufwands traditionelle

Bauweisen zum Einsatz, um eines der selten

gewordenen Umadumhäuser zu bewahren. Noch

sind Original und Neu an den unterschiedlich

verwitterten und dadurch interessant gemusterten

Holzoberflächen zu erkennen. In Zukunft fallen

wohl eher die beispielhaft reproduzierten, hakenblattförmigen

Eckverbindungen und Zierschrote

auf, die dem Haus einen dekorativen aber authentischen

Charakter geben. Zimmerer wussten um

die Eigenheiten des Materials von frischem Holz

und versuchten mit diversen Einkerbungen, Haken

und Nasen dafür zu sorgen, dass die Verbindungen

mit stetig steigenden Ansprüchen an Dichtheit

und Wohnqualität Schritt halten konnten. Im

ursprünglichen Sinne nachhaltig ist es, für eine

Revitalisierung an diese Zimmermanns traditionen

anzuknüpfen, strahlt die Beständigkeit von Material

und Technik doch auch die Zuversicht aus, dass sie

noch lange ihren Dienst tun werden.

Wood is all around

Traditional building techniques were used

between the residential building and stable barn

in a centuries-old two-building farmyard. And

this despite the amount of work involved in

revitalising a now-rare “umadum” courtyard farm.

At the moment, original and new elements can be

clearly told apart by the difference in weathering

that creates interesting patterns on the wooden

surfaces. In the future, gazes will be drawn to

the exemplary reproduction of hooked corner

joints and ornamental joint timbering that give

the house a decorative but authentic character.

Carpenters were aware of the characteristics of

fresh wood and used diverse notches, tongues and

grooves to try and ensure that the connections

could keep up with ever-increasing requirements

in terms of impermeability and living conditions.

Making use of traditional carpentry epitomises

sustainability – the durability of the material and

the techniques radiate confidence that they will

be around for many years to come.

28 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

29


HAUS MOITZI — HOUSE MOITZI

Die Verbindungsdetails des

Tragwerks, Eckverbindungen

und Zierschrote wurden

authentisch gemäß historischen

Vorbildern nachgebaut.

30 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

31


WOHNHAUS ROSA

ROSA HOUSE

Architektur Architecture

DI Caroline Rodlauer / DI Heimo Salzger

BauherrInnen Commissioner

DI Caroline Rodlauer / DI Heimo Salzger

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Holzbau Mehrl GmbH

Fertigstellung Year of completion

2013

Ort Location

Bad Mitterndorf

Lärche im Spalier

Direkt ins Auge fällt die vertikale Lärchenholzfassade.

In unterschiedlichen Abständen montiert,

ergeben die einzelnen Leisten einen eigenständigen

Rhythmus und vermitteln zwischen den

Räumen im Haus und der Umgebung. Zur Straße

hin eher geschlossen, kommt hier die Wirkung des

naturbelassenen Lärchenholzschirms so richtig

zum Tragen, während zum Garten hin die Abstände

weiter werden und Durchblicke ins Tal zulassen.

Der Rest des Hauses ist eine moderne Übersetzung

klassischer Konstruktionsprinzipien. Erdnahe

Bauteile sind aus Stahlbeton, Wände aus vorgefertigten

Massivholzelementen und das regional

typische Satteldach wird mit dem Gründach der

Garagen ergänzt. Im Inneren mischen sich Fichte

und Eiche und ziehen den Rhythmus der Fassade

optisch ins Haus hinein. Bei offener Südverglasung

entsteht ein von innen nach außen durchgehender

Raum, der wie selbstverständlich das Bergpanorama

inszeniert.

Larch on parade

The vertical larch façade is truly eye-catching.

Fitted at irregular intervals, the individual strips

of wood create their own rhythm and connect

the interior spaces with their environment.

Facing the street, the façade is more closed,

the natural larch screen particularly stunning,

while towards the garden the spacing widens

to allow for views into the valley. The rest of

the house is a modern interpretation of classic

construction principles. Components closer to

the ground are made of reinforced concrete and

the walls are constructed out of prefabricated

solid wood elements. The pitched roof is typical

for the region and is complemented with the

green roof of the garages. The interior uses a

combination of spruce and oak, visually bringing

the rhythm of the façade into the house. The

glazing on the south side creates a continuous

space, connecting the interior to the outside and

effortlessly framing the mountain panorama.

Eiche und Fichte

an Decke und

Boden verbinden

die Innenräume

mit der Veranda

zu einem

großzügigen,

fließenden Raum.

32 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

33


HAUS K

HOUSE K

Architektur Architecture

Yes-architecture Graz

BauherrInnen Commissioner

Klaus Kempenaars

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Holzbau Watz

Fertigstellung Year of completion

2007

Ort Location

Pistorf

Denkzelle

Thinking cabin

Die kleine kompakte „Denkzelle“ sitzt wie

ein Möbelstück auf einem alten, renovierten

Weinkeller auf. Mit ca. 40 m 2 Nutzfläche ist das

Kellerstöckl ein vollwertiger, autarker Lebensraum

mit Küchenblock und Nasszelle. Typologisch

wird an die traditionelle Bauweise in Form und

Proportion angeknüpft, auch die Außenhaut

nimmt das Thema ortsüblicher Schalungen alter

Scheunen auf. Gegenüber traditionellen Gebäuden,

bei denen es eine klare Differenzierung zwischen

Baukörper und schützendem Dach gibt, wird

hier die Form des Archetyps „Haus“ abstrahiert.

Dach und Raumhülle werden eine Einheit. Durch

diese Maßnahme und durch die gegen Norden

vollständig verglaste Front sowie die dort sichtbare

Dimension der Außenhaut wird die zeitgenössische

Interpretation deutlich ablesbar. (I. Frank)

The small and compact “thinking cabin” sits on

an old, renovated wine cellar like an item of

furniture. With a floor area of ca. 40 m 2 , the

cellar extension is a complete, autonomous living

space with a kitchen area and bathroom module.

Typologically, there is much to connect the space

to traditional buildings – both in terms of form

and proportion. The exterior skin also makes

use of typical local cladding seen on old barns.

However, in contrast to traditional buildings,

which show a clear differentiation between

structure and protective roof, the typical house

form becomes strongly abstracted as the roof

and the building’s skin become one. Both this

and the fully-glazed north-facing front, where

the exterior skin is put on show, ensure that the

contemporary interpretation clearly stands out.

34 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

35


HAUS M

HOUSE M

Architektur Architecture

Hohensinn Architektur ZT GmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Kieninger Gesellschaft m.b.H.

Fertigstellung Year of completion

2009

Ort Location

Bad Aussee

Offene Tradition

Ein im gewachsenen Ortskontext durch seine

kompakte räumliche Zonierung gut eingegliedertes

Haus. Traditionelle Elemente werden

aufgenommen, jedoch zu einem den Lebensvorstellungen

der Bewohner entsprechenden offenen

Haus gefügt. Die Angemessenheit der eingesetzten

Mittel ist sowohl im architektonischen als

auch im konstruktiven Sinn bestechend. (I. Frank)

Open tradition

This house is well integrated into its organic local

context due to its compact spatial zoning. There

has been some borrowing of traditional elements,

but these have been made part of an open house

that reflects the needs of its residents. The

suitability of the materials used is impressive in

terms of both architecture and construction.

36 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

37


LAMPRECHTHOF

LAMPRECHTHOF

Architektur Architecture

ARGE Erich Prödl Associates mit

Hammerschmid, Pachl, Seebacher –

Architekten

BauherrInnen Commissioner

Prof. Dr. DI Thomas Lorenz

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Steirerhaus Teubl & Teubl

Baugesellschaft m. b. H.

Fertigstellung Year of completion

2016

Ort Location

Stattegg

38 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes


LAMPRECHTHOF — LAMPRECHTHOF

Revitalisierung

mit Gespür

Am Lamprechthof standen sowohl Renovierungsarbeiten

als auch eine bauliche Erweiterung

an. Bereits vor dem Ausbau ein hervorragendes

baukulturelles Ensemble, war es keine einfache

Sache, dem Hof durch einen Zubau neue

Räume und Nutzungsmöglichkeiten zu geben

und dabei die vorhandenen Qualitäten zu

sichern. Die Authentizität der traditionellen

Hofgebäude und der historischen Stube war

ausschlaggebend für die Entscheidung der

Bauherren, Funktionen wie Sauna und Bibliothek

im Zubau unterzubringen. Dennoch werden

alle Räume durch die „gute Stube“ erschlossen,

die so das Herz des Hauses bleibt. Wo es ging,

wurde Bestandsmaterial mit neuem Holz teils in

historischer, teils in zeitgenössischer Bauweise

ergänzt. So entstand ein Mosaik aus Alt und

Neu, in dem der Zubau zwar wie ein kleiner

Turm den Blick auf Hof und Landschaft möglich

macht, aber trotzdem nicht dem Hofensemble

mit dem schönen Blockhaus die Schau stiehlt.

Sensitive revitalisation

Both renovation work and an extension were

planned for the Lamprechthof. The courtyard

was already an outstanding piece of architecture,

making it no easy task to provide an addition that

would create new spaces and opportunities for

use without losing any of the existing qualities.

The authenticity of the traditional courtyard

buildings and the existence of a historical living

area played an important role in the clients’

decision to locate functions such as the sauna

and library in an additional building. However,

all rooms are connected to the traditional living

space, ensuring that it remains the heart of

the house. Where possible, existing building

material was complemented with new wood,

constructed in a style that was sometimes

historical, sometimes contemporary. A mosaic

of old and new emerged, where the new building

makes it possible to look down on the courtyard

and landscape, as if from a small tower. But it in

no way steals the show from the collection of

courtyard buildings with its pretty log house.

40 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

41


ST23 WOHNEN

AM HANG

ST23 HILLSIDE

HOUSE

Architektur Architecture

Arch. DI Roland Höntzsch

BauherrInnen Commissioner

Mag. a Birgit Graggober

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Zimmerei Luttenberger & Co KG

Fertigstellung Year of completion

2017

Ort Location

Graz

Großzügiges

Raumgefühl

unterm Satteldach

Generous space

under a pitched roof

Das Einfamilienhaus scheint direkt aus dem

Hang zu kommen. In zwei Geschosse unterteilt

wurde das Gefälle kompakt genutzt. Großzügige

Räume entstanden, die durch eine sich verändernde

Raumhöhe unter dem Satteldach immer

interessant bleiben. In der Mitte des Hauses

befinden sich Bad und Küche, Schrankräume

und technische Anlagen – kurz alles Praktische,

was man zum Leben braucht. Von dort aus setzt

das Haus kaum Grenzen, breitet sich in alle

Himmelsrichtungen aus und bietet nach allen

Seiten Übergänge in die Natur. Markant ist, dass

auf dem tragenden Kern aus Stahlbeton ein

Holzbau steht, dessen Bauweise innen wie außen

ablesbar ist und der dennoch eine gänzlich neue

Version des klassischen Hauses am Hang ist.

The detached house seems to grow straight out

of the hillside. Divided into two storeys, good use

has been made of the space available. Generous

rooms have been created that stay interesting

due to the changing ceiling height under the

pitched roof. All the necessary practical elements

can be found at the centre of the house – the

bathroom, kitchen, storage areas and technical

equipment. Moving outwards, there seem to be

no limits – the house extends in all directions,

connecting with the surrounding landscape on

all sides. Strikingly, the structural reinforcedconcrete

core of the house is used as a base for

a timber construction, the building technique

visible both inside and outside. An entirely new

interpretation of the classic house on a hill.

42 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

43


Wohnen im

Meh rparteien haus

Living in apartment

buildings

44

Wohnen im Einfamilienhaus — Housing in Single-family Houses

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

45


WOHNBAU

HUMMELKASERNE

APARTMENT BUILDING

HUMMELKASERNE

Architektur Architecture

sps÷architekten zt gmbh

BauherrInnen Commissioner

ENW Gemeinnützige

Wohnungsgesellschaft m.b.H.

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Kaufmann Bausysteme GmbH

Fertigstellung Year of completion

2016

Ort Location

Graz

46 Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

47


WOHNBAU HUMMELKASERNE — APARTMENT BUILDING HUMMELKASERNE

Vier 6er in Holz

Four times six in wood

Bis vor kurzem noch eher aus der Kategorie

Luftschloss, beweisen vier sechsgeschossige

Wohnbauten in Graz, dass man auch hierzulande mit

Holz ressourcenschonend und hoch bauen kann – so

hoch wie nie zuvor im österreichischen Wohnbau.

Entwicklungen wie diese verhelfen dem ältesten

Baustoff der Menschheit wieder ins allgemeine

wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Interesse.

Darüber hinaus bietet das Material trotz kompakter

und effizienter Bauweise hohe atmosphärische

und wohnräumliche Qualität. So bilden etwa die

Holzfassaden der Baukörper durch ihre immer

unterschiedlich wirkende Färbung und Maserung

einen starken Kontrast zur ansonsten von kon struktiven

und brandschutztechnischen Parametern

bestimmten Bauweise. Hier wird am Rande eines

der europaweit größten Stadtentwicklungsgebiete

das Holz zum Blickfang und Spannungsgeber.

Until recently it seemed to be a pipe dream – but

now, four six-storey residential buildings in Graz

prove that Austria too can reach for the skies

with wood, while staying environmentally friendly.

These are the tallest timber buildings to be

constructed in this country. Developments such

as this help humankind’s oldest building material

to again attract general economic and social

interest. Despite being compact and efficient

to construct, the material offers high quality in

terms of both atmosphere and living conditions.

The wooden façades provide changing colours

and grains – creating a powerful contrast to other

buildings of this type that are so often shaped

by construction and fire safety parameters.

Here, at the edge of one of the largest areas

of urban development in Europe, timber takes

pride of place – and adds a bit of excitement.

2012 mit einem

Architektur-

Wettbewerb

entschieden,

leistete man mit

dem Bau von

92 geförderten

Wohnungen

Pionierarbeit

für den mehrgeschossigen

urbanen

Holzbau.

48 Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

49


MASSIVE LIVING

MASSIVE LIVING

Architektur Architecture

Architekt DI Peter Zinganel

BauherrInnen Commissioner

Die Frohnleitner, Gemeinnütziges

Steirisches Wohnungsunternehmen

GesmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

Fertigstellung Year of completion

2012

Ort Location

Graz

Holz massiv

Brettsperrholz, Brettsperrholz, Brettsperrholz:

Die Materialliste für den Bau der Wohnanlage

in der Wittenbauerstraße in Graz muss sich

etwas eintönig gelesen haben. Dabei wird der

leistungsfähige Werkstoff als Geschossdecke,

als Wandelement, als Außenwand und als

Dachabschluss verbaut und beweist damit seine

Flexibilität. Und als ob das noch nicht genug wäre,

sind Stützen, Fassadenschalungen, Türen und

Träger ebenfalls aus Massivholz gefertigt. Mehr

Holzeinsatz im Geschosswohnungsbau ist selten.

22 Wohnungen sind in der naturnahen Anlage

untergebracht und vermitteln hundertprozentige

Begeisterung für den Baustoff Holz. Dass noch eine

Solaranlage auf extensiv begrüntem Dach dabei ist,

bestätigt den hohen ökologischen Anspruch des

Wohnbaus, dessen Energiekennzahl von weniger als

38 KWh/m 2 im Jahr und Niedrigenergiehausstatus

weit effizienter ist als die heutigen Standards.

Solid wood

Cross-laminated timber, cross-laminated timber,

cross-laminated timber: the list of materials

needed to construct the housing complex on

Wittenbauerstrasse in Graz must have been a little

monotonous. Here, this high-performance material

is used for ceilings, walls, exterior walls and the

roof edging – proving its flexibility. And as if that

wasn’t enough, supports, façade cladding, doors

and beams are also constructed out of solid wood.

Apartments are hardly ever built using this much

timber. There are 22 apartments in this complex,

where the countryside is only a stone’s throw away.

Here, the passion for wood as a building material

is clearly visible. The highly ecological approach

behind the complex is further highlighted by the

solar energy plant on the green roof – as well as by

its energy rating of less than 38 KWh/m 2 per year

and low-energy house status. Making it far more

efficient than today’s current standards.

Im Innenraum sind

weite Teile der Decken

und Wände gemäß

Brandschutzverordnung

mit Gipskartonwänden

verkleidet.

Soweit möglich

beließ man partiell

die Brettsperrholzelemente

der tragenden

Konstruktion sichtbar

und schuf damit eine

klare, aber einladende

Atmosphäre.

50 Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

51


WOHNBAUGRUPPE

MAX-MELL-ALLEE

MAX-MELL-ALLEE

RESIDENTIAL

BUILDING JOINT

VENTURE

Architektur Architecture

Nussmüller Architekten ZT-GmbH

BauherrInnen Commissioner

Gem. Wohn- u. Siedlungsgenossenschaft

ENNSTAL reg. Gen.m.b.H. Liezen / Stadt Graz

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Strobl Bau-Holzbau GmbH

Fertigstellung Year of completion

2018

Ort Location

Graz

52 Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

53


WOHNBAUGRUPPE MAX-MELL-ALLEE

MAX-MELL-ALLEE RESIDENTIAL BUILDING JOINT VENTURE

Lichträume in Holz

An der Max-Mell-Allee musste es schnell gehen.

Nach dem Abriss des Vorgängerbaus und einem

Architekturwettbewerb sollte in kurzer Bauzeit

eine Wohnanlage mit 38 geförderten Wohnungen

entstehen. Holz hatte als Material aber nicht nur

den Vorteil schneller Fertigstellung, sondern

entfaltet an der Max-Mell-Allee besonders seine

Stärken in Zusammenhang mit natürlichem

Licht. Durch einen interessanten Baukörper und

zweiseitig orientierte Grundrisse mit großen,

individuellen Außenräumen entstanden im Gebäudekomplex

eine hohe Belichtungsqualität und vor

allem -vielfalt. Von den Balkonen, Laubengängen

und Loggien bis hin zum Passagenhof finden sich

immer neue Lichtstimmungen in der Wohnanlage.

Das schafft Freundlichkeit und kleinere Nachbarschaften,

in denen sich die Bewohnerinnen

und Bewohner zu Hause fühlen können.

Spaces of light,

made of wood

On Max-Mell-Allee things had to happen quickly.

After the previous building was torn down and

an architecture competition had taken place,

a housing complex with 38 state-subsidised

apartments was to come into being after

a short construction period. As a material,

timber not only had the advantage in terms of

speed of construction – on Max-Mell-Allee it

also reveals its strengths in the interplay with

natural light. An interesting structure and floor

plans oriented towards both sides with large,

individual exterior spaces create a complex

where light falls beautifully and with variety. On

the balconies, loggias and access balconies, in

a passage-like inner courtyard, light shapes the

atmosphere anew in the housing complex. This

creates a sense of friendliness and shapes smaller

neighbourhoods, where residents can feel at home.

54 Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

55


14 WOHNEINHEITEN

ST. RADEGUND

TERRACED HOUSING

ST. RADEGUND

Architektur Architecture

Hohensinn Architektur ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

Die Frohnleitner, Gemeinnütziges Steirisches

Wohnungsunternehmen GesmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

Fertigstellung Year of completion

2014

Ort Location

St. Radegund

Aus 14 mach 4:

Maisonetten am Anger

14 make 4: maisonettes

on the green

Die 14 Maisonettewohnungen in Massivholzbauweise

sind eigentlich kleine Häuser, die geschickt

die sanfte Hanglage ausnutzen und eins am

anderen stehen. Unten ist Platz für zwei Autos,

darüber sind ein in der Fassade liegender Balkon

und der Zugang zum eigenen Garten, dann folgen

Küche und Wohnraum und unterm Giebel die

Schlafräume: Eine Aufteilung ebenso effizient wie

praktisch, und doch wirken die vier Wohngebäude

einladend und komfortabel. Eine attraktive Rolle

spielt das silbrig verwitternde Holz der Fassaden,

das in Kontrast zu den Holzoberflächen im Inneren

und an den Balkonen steht.

The 14 maisonette apartments constructed out of

solid wood are in actual fact little houses, which

make clever use of the gentle slope, stacked one

upon the other. Underneath, there is space for

two cars, above, you’ll find a balcony nestled in

the façade and the entrance to a private garden.

After that come the kitchen and living room; the

bedrooms are located in the gable. This division

of rooms is efficient as well as practical – which

doesn’t stop the four blocks from feeling both

inviting and comfortable. The silvery, weathered

wood of the façade provides an attractive contrast

to the wood surfaces inside and on the balconies.

56 Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

57


UMBAU

WILDER MANN

WILDER MANN

CONVERSION

Architektur Architecture

LOVE architecture and urbanism

ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

Pluto Vermögensverwaltung

GmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Graf-Holztechnik GmbH

Fertigstellung Year of completion

2017

Ort Location

Graz

„Triebfeder war immer

auch die Angst davor, dass

baukulturelle Qualität

verloren geht, wenn wir

nichts für den Wilden Mann

unternehmen.“

Mark Jenewein, love architecture

58 Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

59


UMBAU WILDER MANN — WILDER MANN CONVERSION

Eins oben drauf setzen

Der Wilde Mann ist heute eine vertikale Schwelle

zwischen urbanem Babylon und dem Ausblick in

den Himmel – ein Hybrid aus drei Teilen, die kaum

unterschiedlicher sein könnten. Im ehemaligen

Gasthaus und den beiden Veranstaltungsräumen

entstanden laut Architekt Mark Jenewein „die

schönsten Büros der Stadt“. Außerdem geförderte

Wohnungen wo früher ein Hotel war und oben

drauf ein paar Penthäuser. Das ist ein Übergang

von laut nach leise, von unten nach oben und von

massig zu luftig, fast auch von Stadt zu Land.

Möglich war so etwas nur mit Menschen, die

einer Vision folgen wollen – und mit Holz. Das

Material hatte einfach zu viele Vorteile: Zum

einen ein mit 235 Tonnen relativ geringes

Gewicht (und 15 Mal leichter als Stahl), was

es erlaubte, ordentlich viel Nutzfläche auf

den Bestandsbau aufzusetzen. Dann der hohe

Vorfertigungsgrad und schließlich der in relativ

kleinen Chargen organisierbare Transport. An

der engen Jakoministraße mit Straßenbahnbetrieb

bis in die Nacht war Holz deshalb die

einzig logische Konsequenz. Und dass man trotz

millimetergenauer Präzision bei der Vorfertigung

Holzbauelemente vor Ort noch justieren kann,

kam dem Umgang mit dem zeitgeschichtlich und

baukulturell wertvollen Bestand zugute. Letztlich

ein „ehrliches, ein tolerantes und ein diverses

Haus“, völlig ohne klassische Holz-Klischees.

To top it all off

Today, the Wilder Mann is a vertical threshold

between urban Babylon and the view up to the

skies – a hybrid of three parts, which could hardly

be more different. Where there used to be a pub

and two event spaces, there are, according to

architect Mark Jenewein, the “most beautiful

offices in the city”. State-subsidised apartments

will go where a hotel used to be and a couple

of penthouses will be placed on top. This is a

transition from loud to quiet, from bottom to top,

from solid to airy, almost from city to country.

Something like this was only possible with people

following a vision – and with timber. The material

simply had so many advantages: first, coming in at

235 tonnes, it is relatively light (and 15 times lighter

than steel), which made it possible to add a great

deal of floor space to the existing building. Second,

wood allows for a high level of prefabrication

and, third, transport can be organised in relatively

small batches. As Jakoministraße is narrow and

has a tram track, with services running into

the night, wood was the only logical choice.

Furthermore, timber construction elements can

be altered on site, despite millimetre-precise

prefabrication, a characteristic that was of great

advantage when working with an existing building

with such historical and architectural value. To

conclude, this is an “honest, tolerant and diverse

building” without any classic wood clichés.

60 Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

Wohnen im Mehrparteienhaus — Living in apartment buildings

61


Pflegen und

Betreuen

Caring and

supervising

62

Wohnen im Einfamilienhaus — Housing in Single-family Houses

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

63


PFLEGEWOHNHEIM

ERIKA HORN

THE ERIKA HORN

CARE HOME FOR

THE ELDERLY

Architektur Architecture

Dietger Wissounig

Architekten ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

Gemeinnützige Wohn- und

Siedlungsgenossenschaft ENNSTAL

reg. Gen.m.b.H. Liezen

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Strobl Bau – Holzbau GmbH

Fertigstellung Year of completion

2015

Ort Location

Graz

„Wir haben schon beim

Pflegewohnheim Peter

Rosegger die Erfahrung

gemacht, dass sich

die Bewohner in einer

Holzumgebung viel wohler

fühlen!“

Heimleitung

Pflegewohnheim Erika Horn

64 Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

65


PFLEGEWOHNHEIM ERIKA HORN

THE ERIKA HORN CARE HOME FOR THE ELDERLY

Lebensraum aus Holz

Das Gebäude ist als Sequenz aus Gärten, Höfen,

kleineren Stegen und Galerien gebaut und vielfältig

mit seiner grünen Umgebung verbunden. Die

unterschiedlich mobilen Bewohnerinnen und

Bewohner des Pflegewohnheims Erika Horn

in Graz können sich fast überall auf kleineren

oder größeren Runden durch und um das Haus

bewegen. Keiner der Räume wirkt kalt oder

rein funktionalistisch, obwohl die komplexen

Abläufe im Wohnheim der Architektur eine

hohe Übersichtlichkeit abverlangen.

Mit dem Baustoff Holz wurden nicht nur

kon struktive und terminliche Probleme gelöst,

sondern nachhaltig Lebens- und Bewegungsräume

geschaffen. Und mit reichlich Tageslicht und

geölter Lärche kommt im alltäglichen Leben die

familiäre Wirkung vor Ort voll zur Geltung.

Feeling at home

The building is constructed as a sequence of

gardens, courtyards, small footbridges and

galleries, connected in diverse ways with its

green environment. Residents at Erika Horn

Care Home in Graz with their different levels of

mobility can stroll through and around almost

the entire building, choosing shorter or longer

walks. None of the rooms feel cold or purely

functional, although the complex procedures at

the residential home mean that the architecture

has to provide a clear arrangement.

Using wood as a building material not only solved

construction and timing issues, but also enabled

the creation of long-lasting spaces for living

and staying active. Plenty of daylight and oiled

larch create an informal feel, an effect that is of

true benefit in the residents’ everyday lives.

66 Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

67


SOZIALTHERAPEUTIKUM

STEIERMARK, HAUS

SONNLEITEN

HOME FOR PEOPLE

WITH SPECIAL NEEDS,

SONNLEITEN

Architektur Architecture

Tritthart + Herbst Architekten ZT-OG

BauherrInnen Commissioner

Sozialtherapeutikum Steiermark, Haus Sonnleiten

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

Fertigstellung Year of completion

2018

Ort Location

Mitterdorf a. d. Raab

Haltung im Material

Neben konstruktiven und nachhaltigen Vorteilen

stecken im Baumaterial Holz weitere Aspekte,

die grundsätzliche Weltanschauungen und Ideen

transportieren. Im Fall der Erweiterung der

anthroposophisch orientierten Einrichtung in Dörfl

stehen Haltung, Nutzung und Gebäude in enger

Verbindung. Der neu gebaute Begegnungsraum

wird für Diskussionen, Musikveranstaltungen und

kleine Lesekreise ebenso gebraucht wie für große

Feste. Die Architektur reagiert mit einem Wechsel

aus geschlossenen Betonflächen und offeneren

Fensterbereichen mit davorgesetzten Holzstützen

in unregelmäßigem Rhythmus. Individuelle Details

ermöglichten die Verwendung von Holz bis hin zu

Abdrücken von Schnitzereien in Betonwänden.

Mindset in material

In addition to its advantages in terms of

construction and sustainability, wood is a building

material with a great deal to say; one that

communicates fundamental convictions and ideas.

At the anthroposophical institute in Dörfl, there

are close connections between mindset, usage

and building. The newly built community space

is used for discussions, music events and small

reading groups as well as for large celebrations.

The architecture responds by alternating closed

concrete surfaces with more open window areas

screened with lengths of wood placed at irregular

intervals. Individual details made it possible to use

wood right down to the prints of woodcarvings in

the concrete walls.

68 Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

69


BETREUTES WOHNEN

BAD AUSSEE

ASSISTED LIVING

BAD AUSSEE

Architektur Architecture

planorama ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

Lebenshilfe Ausseerland

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Kieninger Gesellschaft m.b.H.

Fertigstellung Year of completion

2015

Ort Location

Bad Aussee

Die perfekte Südseite

The sunny south

Der berühmte Reisebuchverleger und Kupferstecher

Matthäus Merian schrieb 1679 über Bad Aussee:

„Ein schöner Landsfürstlicher Marckt-Fleck, in

Ober-Steyern …“. Heute, 350 Jahre danach, passt

die Beschreibung immer noch zum baukulturell

wertvollen Ort. Die Lebenshilfe gab etwas abseits

vom Zentrum ein Haus für Betreutes Wohnen

in Auftrag, das die gemeinnützige Wohn- und

Siedlungsgenossenschaft Ennstal gemeinsam

mit den Architekten von Planorama umsetzte.

Vom Ortskern aus kommend sticht die vertikal

gegliederte südliche Holzfassade ins Auge. Das

für die Fassade verwendete, vor Ort traditionelle

Baumaterial fügt das Gebäude in den lokalen

Kontext ein. Ebenfalls Teil der Südfassade sind

schräg angeschnittene, gut nutzbare Balkone, die

zum Verweilen einladen. Die Nachbargebäude,

die ebenfalls in den vergangenen Jahren von der

Lebenshilfe in Holzbauweise in Auftrag gegeben

wurden, variieren die Idee der Balkone und Fassaden.

Es entstand ein erkennbares Ensemble. Die sonnige

Lage, die gute Infrastruktur, die hohe Energieeffizienz

und das gesunde Wohnklima zeichnen dieses

Haus aus. Mit dem Projekt, das für und mit Menschen

mit besonderen Bedürfnissen entstanden ist,

investierten die Verantwortlichen der Lebenshilfe,

der Siedlungsgenossenschaft und der regionalen

Politik in Inklusion und in einen Ort der Begegnung.

In 1679, the famous travel guide publisher

and copper engraver Matthäus Merian wrote

about Bad Aussee: “A pretty sovereign-owned

market town in Upper Styria …”. Today, 350

years later, the description still fits this

architecturally valuable spot. On a hillside a

little away from the centre, Lebenshilfe has

realised a building that provides space for

assisted living, implemented together with the

non-profit residential cooperative of Ennstal in

Bad Aussee. Approached from the town centre,

your attention is first drawn to the vertically

arranged timber façade facing south. Using a

traditional building material for the façade made

it possible to integrate the building into the

local context. Diagonal balconies also project

from the south-facing façade, easy to use and

inviting. The balconies and façade represent

variations of the neighbouring buildings, which,

several years ago, were also commissioned by

Lebenshilfe to be constructed out of timber. This

building stands out due to the sunny location,

good infrastructure, high level of energy

efficiency and healthy climate. This project,

created for and with people with special needs by

responsible parties at Lebenshilfe, the residential

cooperative and local politics, represents an

investment in inclusion and in community.

70 Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

71


JUGENDZENTRUM

ECHO

ECHO YOUTH

CENTRE

Architektur Architecture

pürstl langmaier architekten

BauherrInnen Commissioner

GBG Gebäude- und Baumanagement

Graz GmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Strobl Bau – Holzbau GmbH

Fertigstellung Year of completion

2017

Ort Location

Graz

Räume für Respekt und Vertrauen

Spaces for respect and trust

Das Durchschnittsalter der Echo-Nutzerinnen und

-Nutzer beträgt 16 Jahre. Es ist ein Haus, das nach

allem anderen als nach Schule oder Bildungsstätte

aussehen sollte. Das vom Verein Jukus geleitete

offene Jugendzentrum will jungen Menschen vor

allem einen Ort ohne Konsumzwang, Leistungswettbewerb

oder Druck zur Verfügung stellen. Der

Neubau bietet verschiedenste Zonen, die gegenseitiges

Vertrauen und Respekt unterstützen: eine

Werkstatt zum gemeinsamen Arbeiten, Sporträume

und Tischfußball, Lernbereiche und eine große

Küche mit Bar zum Feiern, Abhängen und Freunde

finden. Die hohe soziale Verantwortung der Projektbeteiligten

spiegelt sich wider in der Ausführung

des Bauprojekts, in reduzierten Montage-Kosten

und in der geringen Bauzeit mit Holz. Dazu

entwarfen die Architekten ein Pavillongebäude,

dass mit einer vertikal verlaufenden Holzfassade

verkleidet ist. Das Gebäude mit seinem einladenden

überdachten Eingangsbereich scheint sich

in dem Parkgelände wohlzufühlen. Als „unsere

kleine Oase“ beschreibt es einer der Jugendlichen,

die ihre Freizeit dort verbringen. Innen sind die

Brettsperrholzplatten der Konstruktion deutlich

sichtbar als Industrieoberflächen belassen.

Mehrere Boxen ragen aus dem Gebäudevolumen in

den Garten. Diese schaffen helle Rückzugsorte und

verbinden dennoch visuell innen und außen.

The age of the average Echo user is 16. This is a

building that should look nothing like a school

or educational institution. The association Jukus

runs the open youth centre with the primary aim

of providing young people with a place free from

consumerism, competition and pressure. The new

building provides different zones that support the

development of mutual trust and respect: a shared

workshop, sport rooms and table football, study

areas, and a large kitchen with a bar for partying,

hanging out and making friends. The high level

of social responsibility felt by those involved in

the project is reflected in the implementation of

the construction project, in reduced assembly

costs and in the short construction time with

timber. The architects designed a pavilion building

cladded in vertically arranged wood. It seems

at home in the park grounds and has an inviting

covered entrance area. One of the young people

who spend their free time at the youth centre

describes it as “our little oasis”. Inside, the crosslaminated

timber boards used in construction are

left clearly visible as industrial surfaces. Several

boxes project out of the building into the garden.

They create bright areas where the young people

can have some time to themselves, while still

connecting inside and out.

72 Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

73


RONALD MCDONALD

HAUS GRAZ

RONALD MCDONALD

HOUSE GRAZ

Architektur Architecture

Viereck Architekten ZT-GmbH

BauherrInnen Commissioner

Ronald McDonald Kinderhilfe

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Strobl Bau – Holzbau GmbH

Fertigstellung Year of completion

2014

Ort Location

Graz

„Eine Oase der Ruhe

und Geborgenheit

ist in Graz entstanden.“

Sonja Klima, Präsidentin der

Ronald McDonald Kinderhilfe

74 Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

75


RONALD MCDONALD HAUS GRAZ — RONALD MCDONALD HOUSE GRAZ

Geborgenheit trotz

schwerer Zeiten

Das auf dem Gelände des LKH Graz gelegene

Haus der Ronald McDonald Kinderhilfe unterstützt

Eltern und Familienangehörige schwer kranker

Kinder dabei, die Belastungen zu bewältigen und

mitten im emotionalen Sturm ein wenig Geborgenheit

zu finden. 14 freundliche Apartments

und Gemeinschaftsräume stehen Familien zur

Verfügung, während ihre Kinder in der nahegelegenen

Kinderklinik behandelt werden. Der Ort

und das Gebäude ermöglichen den Eltern jederzeit

erreichbar zu sein und haben trotzdem eine

ruhige Atmosphäre. Ein zentrales Element bildet

das verschachtelte, aber durchgehende Atrium,

welches die Kommunikations- und Sichtverbindungen

zwischen den Geschossen herstellt. Intime

Rückzugsbereiche sind in jedem Geschoss, in den

Aufenthaltsbereichen, sowie in den Zimmern und

auf den großzügigen Loggien zu finden. Breite

Lichtachsen sorgen für lichtdurchflutete Räume

und den ständigen Bezug zu dem beruhigend

wirkenden Naturschauspiel rund um das Gebäude.

Der klimafreundliche Baustoff Holz wurde, außer

im untersten Geschoss, in Form von Brettsperrholzplatten

genutzt. Auf diese Art konnte der

Rohbau innerhalb von 14 Tagen vor Ort montiert

werden, was den Baustellenlärm gering hielt – auf

einem Krankenhausgelände im laufenden Betrieb

wird dies als besonders angenehm empfunden.

A feeling of shelter

despite difficult times

The Ronald McDonald Kinderhilfe building is

located in the grounds of Graz Hospital (LKH

Graz). It provides support for parents and family

members with seriously ill children, helping

them to cope and providing them with a little

security in the midst of emotional upheaval. The

14 welcoming, comfortable family apartments

and colourful social areas can be used by

children and parents during hospital stays.

This place and the building make it possible

for parents to be available for their children

at any time as well as providing a quiet and

peaceful atmosphere. A complex but open-plan

atrium forms the central element, enabling

communication and visual connection between

the floors. Private areas can be found on every

floor, in the social areas, in the rooms and on

the generous loggias. The rooms are flooded

with light and create a constant connection to

the building’s calming natural surroundings.

With the exception of the ground floor, wood, an

environmentally friendly building material, was

used in the form of cross-laminated timber panels.

This meant that preliminary building works could

be assembled on site within 14 days, keeping the

noise caused by building works to a minimum –

particularly important for a hospital open 24/7.

76 Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

77


PATIENTENPAVILLON

LKH GRAZ SÜD WEST

LKH GRAZ SÜD WEST

PATIENT PAVILION

Architektur Architecture

sps÷architekten zt gmbh +

Arch. DI Irmfried Windbichler

BauherrInnen Commissioner

Steiermärkische

Krankenanstaltengesellschaft m.b.H.

(KAGes)

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Strobl Bau – Holzbau GmbH

Fertigstellung Year of completion

2018

Ort Location

Graz

Holz als Therapeut

Wood as a therapist

Erstmalig setzte

die KAGes im

patientennahen Bereich

auf einen Holzbau –

positive Reaktionen

von Patientinnen und

Patienten bestätigen

den Entschluss.

Der Holzbau des Patientenpavillons am LKH Graz

Süd-West beweist, dass Holz im Gesundheitsbau

den hohen Vorschriften entspricht, Atmosphäre

schafft und selbst für wechselnde Nutzungen

eine gute Antwort ist. Der temporäre Pavillon

ist in Modulen errichtet, die nicht nur in sechs

Monaten gefertigt und montiert wurden, sondern

langfristig an verschiedenen Orten aufgebaut

und genutzt werden können. Entscheidend für

den Einsatz im Gesundheitsbereich sind aber die

positive Wirkung der Holzoberflächen auf das

Raumklima, deren regulierende Eigenschaften in

Zusammenhang mit Raumtemperatur, Luftfeuchte

und Geruchsbildung und natürlich die sichtbare

Wohnlichkeit, die im Krankenhaus oftmals

vernachlässigt wird. Architekt Simon Speigner

sagt treffend: „Holz steht dem Menschen einfach

näher“ – und damit ist es auch im therapeutischen

Sinn interessant. Es weckt positive Assoziationen,

die den Genesungsprozess unterstützen können,

und im Zusammenspiel mit Form und Licht

vermittelt Holz authentische Haptik und Gerüche,

die dabei helfen können, die menschliche Herzfrequenz

in einen normalen, ausgeglicheneren

Bereich zu bringen.

The patient pavilion at Graz Hospital (LKH Graz

Süd-West) is constructed out of timber. Its

implementation proves that timber meets the strict

regulations of healthcare architecture, creates a

pleasant atmosphere and is a great answer even in

the case of changing usage. The temporary pavilion

was assembled in modules, not only making it

possible to manufacture and assemble it within six

months, but also providing the option of moving it

to different locations for new uses. But the most

decisive factors in choosing timber in a healthcare

setting were the positive impact of wooden surfaces

on the interior climate, its regulating characteristics

in connection with room temperature, humidity

and the build-up of odours as well as, of course,

wood’s cosy appearance, something that is often

neglected in hospitals. As architect Simon Speigner

so accurately put it: “People simply have a closer

connection to wood” – making it interesting in

terms of therapy. It has positive associations,

which can help in the recovery process, and, in

combination with form and light, wood provides

authentic tactile experiences and aromas that can

help to bring the human heartbeat back into a

normal, more stable range.

78 Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

79


GESUNDHEITS-

EINRICHTUNG

JOSEFHOF

JOSEFHOF

CONVALESCENT

HOME

Architektur Architecture

Dietger Wissounig Architekten ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und

Bergbau (VAEB)

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Kaufmann Bausysteme GmbH

Fertigstellung Year of completion

2019

Ort Location

Graz

Das aktuell größte

Holz-Bauprojekt im

Gesundheitswesen,

der Josefhof, ist zwar

zum Zeitpunkt der

Veröffentlichung dieses

Buches noch eine

Baustelle, aber schon

jetzt ist die anziehende

Atmosphäre und die

Genauigkeit im Detail

voll spürbar.

80 Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

81


GESUNDHEITS EINRICHTUNG JOSEFHOF — JOSEFHOF CONVALESCENT HOME

Ein Schiff aus Holz

A ship out of wood

Gemeinsam gesünder leben, ist das Motto am

Josefhof, einer Gesundheitseinrichtung für

Eisenbahner und Bergleute. In dem Neubau

in der Nähe von Graz sollen Programme zur

Gesundheitsförderung und Prävention angeboten

und neben der körperlichen Gesundheit auch das

seelische und soziale Wohl gefördert werden.

Insgesamt 130 Gästen in 120 Zimmern wird

Unterkunft in einem Gebäudekomplex geboten,

den die Betreiber selbstbewusst „Schiff“ nennen.

Drei langgestreckte, gegeneinander verschobene

Baukörper mit auffallend dynamischer horizontaler

Holzfassade sind durch innenliegende Höfe und

Loggien gegliedert. Die Fassade verschattet

die großen Glasflächen, die von den Zimmern

aus einen beeindruckenden Blick auf die

Landschaft der Südoststeiermark ermöglichen.

Bautechnisch entschieden sich Architekten und

Bauherren für die Verwendung von möglichst

CO 2 -neutralen Baustoffen wie Holz und setzten

dieses in einer flexiblen und gut vorzufertigenden

Modulbauweise ein. Damit konnte der

Primärenergieeintrag des Gebäudes bedeutend

reduziert werden. Der Bau der modernsten

Gesundheitseinrichtung Österreichs enthält

also schon auf den ersten Blick viel Holz. Das

ist eine Bestätigung für die hervorragende

Leistungsfähigkeit des Baustoffs im Gesundheitsund

Pflegebereich und kann als Pilotprojekt für

weitere Anwendungen verstanden werden.

Living more healthily together is the slogan

at Josefhof, a healthcare facility for railway

employees and miners. The new building near

Graz is to provide healthcare, convalescent care

and respite, taking not only physical health into

account but also emotional and social needs. The

accommodation in the complex has 120 rooms

with space for 130 guests – those who run the

facilities confidently refer to the complex as

a ship. There are three long structures offset

against one another, all with a strikingly dynamic

horizontal timber façade. The buildings are shaped

by interior courtyards and loggias. The façade

directly shades the large glass panels that provide

the rooms with an impressive view onto the

southwest Styrian landscape. The architects and

clients decided to use materials that were as CO 2

neutral as possible for the construction, such as

timber, using a modular building system that is

both flexible and highly suitable for prefabrication.

This meant that the building’s initial energy

requirement could be significantly reduced.

It is immediately clear that the most modern

healthcare facilities in Austria have been

constructed using a great deal of timber.

This confirms that this building material

is highly suitable for the health and care

sector, meaning that the build can be seen

as a pilot project for further applications.

82 Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

Pflegen und Betreuen — Caring and supervising

83


Arbeiten und

Erholen

Working and

relaxing

84 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

85


PRODUKTIONS-

HALLE TISCHLEREI

FAUSTMANN

FAUSTMANN

PRODUCTION

CENTRE

Architektur Architecture

KREINERarchitektur ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

Faustmann Möbelmanufaktur GmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Kulmer Holz-Leimbau GesmbH

Fertigstellung Year of completion

2017

Ort Location

St. Johann i. d. Haide

Die Flächenelemente des Brettsperrholzes

in Verbindung mit Holzleimbindern und

bewusst breiten Stützenquerschnitten

lassen die Glasfassade noch leichter

erscheinen und vermitteln den inneren

Kern aus Holz nach außen.

86 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

87


PRODUKTIONS HALLE TISCHLEREI FAUSTMANN

FAUSTMANN PRODUCTION CENTRE

Bei Industriebauten wie

der Produktionshalle der

Tischlerei Faustmann

prägt die Funktion

die Oberflächen. Die

tragende Konstruktion

aus Holz erlaubt

der Raumfunktion

angepasste Oberflächenverkleidungen,

wie im

Falle des Spritz- und

Lackierraums.

Wenn das mal

kein Holz ist

If that’s not wood

Als die Tischlerei Faustmann 2017 eine neue

Produktionshalle brauchte, war das Baumaterial

schnell klar. Die eigene Kompetenz in der

Verarbeitung des vielseitigen Rohstoffs, die

Liebe zu seinen konstruktiven wie ästhetischen

Eigenschaften und seine hohe visuelle und

haptische Wirkung ließ nur einen Neubau zu,

der das Material Holz zur Schau stellt. Die

Produktionsabläufe in der Tischlerei fordern

kurze Wege, was durch eine extrem kompakte

Bauweise gewährleistet wurde. Darüber hinaus

konnte man durch unbehandelte Holzoberflächen

in Kombination mit großen Glasflächen eine

durchgehend helle und aktive Arbeitsatmosphäre

schaffen. In diesem Sinn wirkt das Material fast

demokratisch: Maschinenhalle und Büros sind in

ihrer hohen Raumqualität kaum zu unterscheiden.

In 2017, when carpentry company Faustmann needed

a new production hall, it quickly became clear what

building material would be used. The company’s

own skills in working with this diverse raw material,

their love of its characteristics in terms of both

construction and aesthetics, its beautiful appearance

and tactility – all this meant that the new build

had to showcase timber as a building material. The

production processes in the carpentry company

make short transportation distances necessary – and

this was made possible by an extremely compact

construction method. Untreated wooden surfaces

combined with generous glazed areas created a

bright and lively working environment throughout.

This makes the material almost democratic:

whether in the machine shop or in the offices, the

indoor environment is of equally high quality.

88 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

89


SPAR KAINDORF/

SULM

SPAR KAINDORF/

SULM

Architektur Architecture

Architekt Friedrich ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

Spar Leasing Gesellschaft m.b.H.

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Kulmer Holz-Leimbau GesmbH

Fertigstellung Year of completion

2014

Ort Location

Kaindorf a. d. Sulm

Einkaufen mal anders

Normalerweise sehen Supermärkte fast immer

gleich aus. In Kaindorf muss man allerdings nicht

zweimal hinschauen, um zu verstehen, dass es

mit dem Werkstoff Holz auch anders geht. Den

Supermarkt ziert und verschattet eine Manschette

mit Lamellen aus Leimholzplatten. Durch

verschiedene Lamellenneigungen entsteht für

die Autofahrer im Vorbeifahren auf der B74 ein

bewegtes rhythmisches Bild mit Signalwirkung.

Der Supermarkt wurde mit einem umfassenden

Energiekonzept realisiert, das eine Photovoltaikanlage

auf dem Dach, Bauteilaktivierung –

Zirkulation von Wasser in massiven Bauteilen

zur Regulierung der Raumtemperatur – und

den Einsatz einer Wärmerückgewinnungsanlage

beinhaltet. Ein solches Konzept lässt sich in

Zukunft sogar noch nach haltiger umsetzen: Das

flimmernde Lamellenkleid des Marktes könnte

aus Biofaser-Platten gefertigt werden. Das sind

Platten, die ausschließlich Walddurchforstungsholz

aus der Region nutzen. Weitere Supermärkte

könnten diesem Vorbild aus Kaindorf folgen.

Shopping — but different

Normally, supermarkets all look identical. But

in Kaindorf it doesn’t take long to notice that,

when building with wood, things don’t have to

be this way. A collar with a lamella screen of

laminated timber provides the supermarket with

ornamentation and shade. The different angles

of the lamellas create an eye-catching, rhythmic

picture that appears to move as you drive past

the supermarket on the B74. A comprehensive

energy concept was realised for the supermarket,

providing it with a photovoltaic system for the

roof, component activation – whereby water

is circulated through large structural elements

to regulate room temperature – and a heat

recovery facility. In the future, it would be

possible to implement the concept in an even

more sustainable manner: the supermarket’s

flickering lamella skirt could be constructed

out of organic fibre panels. These panels are

made entirely of local timber harvested when

thinning out forests. Let’s hope that more

supermarkets follow Kaindorf’s example.

90 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

91


HÜGELLANDHALLE

ST. MARGARETHEN

ST. MARGARETHEN

COMMUNITY CENTRE

Architektur Architecture

pürstl langmaier architekten

BauherrInnen Commissioner

Gemeinde St. Margarethen an der Raab, Orts- und

Infrastrukturentwicklungs- Kommanditgesellschaft

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Kulmer Holz-Leimbau GesmbH

Fertigstellung Year of completion

2010

Ort Location

St. Margarethen/Raab

Neues Leben

in der Ortsmitte

Bringing the

heart back

Die Entleerung der Ortszentren ist zum ambivalenten

Symbol unserer Gesellschaft geworden.

Umso mehr ist der Beschluss der Gemeinde, eine

Kultur- und Veranstaltungshalle als identitätsstiftendes

Objekt mit zentrumsbildendem Charakter

zu etablieren, eine weise Entscheidung, die das

realisierte Projekt mit seiner ordnenden und

differenzierten Raumbildung auch überzeugend

einlöst. Der neue Baukörper integriert den denkmalgeschützten

Altbestand, schafft klar definierte

Außenbereiche und Vorzonen. Sowohl in Dach als

auch Wand findet sich die geschickte und gelungene

Kombination der beiden Produkte Brettschichtholz

und Brettsperrholz. Bereits im Eingangsbereich

ist die tragende, aussteifende und raumbildende

Funktion und damit die Multifunktionalität des

Brettsperrholzes offensichtlich. (I. Frank)

Emptying town centres have become an ambivalent

symbol of today’s society. This made it a particularly

wise decision on the part of the local council to

establish a culture and event centre that would

build a sense of identity and create a focal point.

The realised project met expectations with

well-structured spaces that allow for differentiated

use. The new structure integrates the protected

original building as well as creating clearly defined

exterior spaces and fringe zones. Two products,

glued laminated timber and cross-laminated timber,

were used in a clever and successful combination

for both the roof and walls. As soon as you walk

into the entrance area, you notice the load-bearing,

reinforcing and space-shaping functions of crosslaminated

timber – a truly multifunctional product.

92 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

93


ATELIER AM KOGL

HILLSIDE STUDIO

Architektur Architecture

Johannes Kaufmann GmbH

BauherrInnen Commissioner

Annemarie Dreibholz-Humele

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Kaufmann Zimmerei und Tischlerei GmbH

Fertigstellung Year of completion

2013

Ort Location

Semriach

„Zum Baustoff Holz gab

es keine Alternative, es

war das einzige Material,

das dem angestrebten

,Scheunencharakter‘

gerecht werden konnte.“

Johannes Kaufmann, Architekt

94 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

95


ATELIER AM KOGL

HILLSIDE STUDIO

Ein Haus mit

zwei Gesichtern

Das Atelier einer Künstlerin hat zwei eindrucksvolle

Gesichter: Geschlossen ist es vollständig

homogen, ohne Dachüberstände oder erkennbare

Fenster. Es scheint in sich zu ruhen und ähnelt

einer Hütte im Wald oder einer simplen Scheune.

Das andere Gesicht ist offen. Das Haus am

Hang mit geöffneten großen Toren zur Talseite

streckt sich in seine Umgebung. Licht fällt in

die Räume, in denen die Grenzen zwischen

innen und außen unscharf sind. Hier halten sich

Inspiration und Konzentration die Waage und

es kann gewohnt und gearbeitet werden, ohne

das Gespür für die Landschaft zu verlieren.

So konsequent wie Form und Raumkonzept,

so kurz war die Bauzeit. Vorfertigung einzelner

Elemente im Holzbaubetrieb und Fundamentarbeiten

am Hang wurden parallel ausgeführt,

bevor das Gebäude nach drei Wochen montiert

und bezugsfertig war. Fichte, Weißtanne

und Eiche aus der Region wechseln sich

im Haus ab und machen es lebendig.

A house with

two faces

The artist’s studio has two impressive faces: when

closed, it is completely homogenous, without roof

overhangs or recognisable windows. It appears to

sleep and is similar in appearance to a log cabin in

a forest or a simple barn. Its other face is open:

when the house on the hillside opens its large

gates towards the valley, it stretches outwards

into its surroundings. Light floods the spaces,

where the boundaries between inside and outside

are blurred. Here, inspiration and concentration

are in equilibrium; here, you can live and work

without losing your sense of the landscape.

The building is not only consistent in its form

and spatial concept – but was also quick to

build. Individual elements were prefabricated

by a timber construction company and, at the

same time, the groundwork was carried out

on the hillside. After three weeks, the building

was assembled and ready for occupation. Local

spruce, silver fir and oak were used side by

side, bringing the simple building to life.

96 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

97


FREIBAD

TROFAIACH

TROFAIACH

OUTDOOR POOL

Architektur Architecture

Stingl-Enge Architekten ZT Gmbh

BauherrInnen Commissioner

Stadtgemeinde Trofaiach

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

Tischler Carpenter

Tischlerei Köck, Mautern

Fertigstellung Year of completion

2015

Ort Location

Trofaiach

Familienort

Ein Imagewechsel stand im Freibad in Trofaiach

an. Dort herrschte noch Stahlbeton vor und ein

altes Kabinengebäude versperrte den Blick auf

einen Bach und den angrenzenden Wald. Mit

neuen Umkleidekabinen in Holz und Eternit und

einladenden Sonnenterrassen änderten sich das

Aussehen und die Abläufe im Bad. Die Bestandsgebäude

und Zubauten verbindet eine farbige

Eternitfassade zu einem Gesamteindruck. Die neuen

Sonnenterrassen, die klassisch an ein Schiffsdeck

oder an einen Steg im See erinnern, ziehen heute

außerdem den Wald näher ans Areal heran. Was

trotz Umbau erhalten blieb, ist die typische

Kleinstadt-Sommer-Freibad-Atmosphäre. Mit

einfachen und kostengünstigen Mitteln konnte das

Bad zu einem lebendigen und heutigen Ansprüchen

entsprechenden Familienort gemacht werden.

A space for family

It was time for a change of image for the

open-air swimming pool in Trofaiach. The pool

was dominated by reinforced concrete and old

changing cubicles blocked the view of the stream

and the nearby wood. New changing cubicles

made of timber and eternit as well as inviting sun

terraces changed both the appearance of the

pool and its usage. The colourful eternit façade

connects existing buildings and additions to make

a uniform whole. The new sun terraces, classically

reminiscent of a ship’s deck or a jetty on a lake,

now also bring the wood closer to the facilities.

But despite these alterations, the typical summery

atmosphere of a small town pool remains. Using

simple and low-cost materials it was possible to

transform the swimming pool into a lively place

that meets the expectations of modern families.

98 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

99


UNTERWASSERSTEG

BARFUSSWANDERWEG

BAREFOOT TRAIL

Architektur Architecture

Baumeister – Zimmermeister Zündel

BauherrInnen Commissioner

Verein Romantischer Bründlweg

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Holz-Bau Zündel

Fertigstellung Year of completion

2013

Ort Location

Turnau

Bis zu den Knien

im Wasser

Up to your knees

in water

Wer Bewegung und Gesundheit, Freude und

Erlebnis miteinander verbinden möchte, ist auf

dem ersten Barfußwanderweg der Steiermark

gerade richtig. Ohne Holz ginge hier allerdings gar

nichts. Der Wanderweg führt über verschiedene

Sinnesstationen, an denen die Nervenzellen

unserer Füße kräftig aktiviert werden. Highlight

ist ein langer Steg aus Holz, der mitten durch

kühles Bergseewasser führt. Aber nicht nur einfach

durchspazieren ist die Devise, sondern man

steigt von Holzstumpf zu Holzstumpf und kann

knietief durch das Wasser waten. Zum Abschluss

dann eine kleine Pause im herzgeschnittenen

Holzunterstand und so richtig die Füße spüren.

The first barefoot trail in Styria is just right for

anyone looking for a fun new experience in the

great outdoors. But without wood, all this would

not be possible. The trail takes you to different

sensory stations, activating the nerve cells in

your feet. The highlight is a long wooden jetty

leading through cool water from the mountain

lake. But you don’t simply walk across – you

step from one tree trunk to the next or wade

through knee-deep water. At the end, you

enter a wooden hut through a heart-shaped

door – the perfect place to put your feet up.

100 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

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GUTSHOF

ADMONTBICHL

ADMONTBICHL

MANOR

Architektur Architecture

Titus Pernthaler ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

Hochreith Liegenschaftsverwaltung GmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Brandl Bauges.m.b.H

Fertigstellung Year of completion

2016

Ort Location

Obdach

Spiegel regionaler

Baukultur

Reflecting regional

building culture

Der Neubau für die Pferdezucht in Admontbichl

komplettiert Bestandsgebäude wie Schloss,

Wirtschaftsgebäude, Meierei und einen ehemaligen

Getreidespeicher aus dem 14. Jahrhundert. Der

Ort selbst hatte bereits vor dem Neubau einen

starken Charakter und die Architekten ergänzten

diesen mit einem interessanten Materialmix, so

dass das Erscheinungsbild von Materialien der

Umgebung – Holz und Stein – geprägt ist. Im

neuen Zuchtpferdestall wurden Naturstein- und

Ziegelmauerwerk eingesetzt, die die Basis für

detailgenaue Zimmermannsarbeit bilden. Das

Tragwerk des Dachstuhls aus Lärchenvollholz ist

zur Gänze einsehbar und versteckt weder die

Balkendicke noch seine Holzverbindungen und

Kraftschlüsse. Etwas „country-style“ könnte man

im ersten Augenblick denken und wirklich spiegeln

die Gebäudeproportionen und die Adaption reiner

Holztragwerksverbindungen die traditionelle

ländliche Baukultur dieser Region wider.

The new stable at Admontbichl completes a set

of existing buildings including a manor house,

agricultural buildings, a dairy and a former

14th century granary. The site had a strong

sense of character before the new building was

constructed and the architects complemented

this with an interesting mix of materials, ensuring

that its appearance is shaped by local wood and

stone. The new stable makes use of both natural

stone and bricks, which provide a foundation for

the detailed carpentry. The supporting structure

of the roof trusses is made of solid larch and is

entirely on view. It hides neither the thickness of

the beams, nor their timber joints or frictional

connections. On first glance the building seems

to be following a typically “country” style and,

indeed, the proportions and the adaptation of

the timber structure joints reflect the traditional

building culture of this rural region.

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Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

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PANORAMABAD

GRÖBMING

GRÖBMING

PANORAMA POOL

Architektur Architecture

KREINERarchitektur ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

Marktgemeinde Gröbming

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

Fertigstellung Year of completion

2010

Ort Location

Gröbming

Entspannung

vorprogrammiert

Relaxation

guaranteed

Weite Holzplattformen um die Außenbecken im

grünen Gras machen barfuß gehen angenehm.

Alles wirkt ein wenig wie auf einem schicken Kreuzfahrtschiff

mit extra beeindruckendem Bergpanorama.

Im gesamten Panoramabad – bei Kräuter-

Sauna, Whirlpool-Raum, Ruhezonen und selbst am

Sprungturm – dominieren Holzoberflächen. Neben

einem hohen atmosphärischen Wert gibt es klare

Gebrauchsvorteile des Materials. Bei Abnutzung

ist ein Austausch einfach und schnell zu machen.

Zudem ist es klimaaktiv und passt sich der unterschiedlichen

Luftfeuchtigkeit in Wellnessbereich

und Schwimmbad an. Entspannung für Besucherinnen

und Besucher sowie für Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter ist in der gelungenen Kombination

aus Holz und modernen Elementen vorprogrammiert.

Holz ist hier ein absoluter Materialvorteil

in allen Bereichen und es fügt sich darüber hinaus

prächtig in die waldreiche Berglandschaft der

Obersteiermark ein.

Spacious timber platforms surround the outside

pools in the green grass, making going barefoot

a pleasure. All together it feels like a luxury

cruise ship with the addition of an impressive

mountain panorama. Wooden surfaces dominate

throughout the facilities – in the herb sauna, in

the whirlpool room, in the relaxation areas and

even on the diving platform. In additional to its

valuable contribution to the feel of the place,

there are clear practical advantages to using this

material. Wood is easy and quick to replace when it

becomes worn. It is breathable and adapts well to

the different levels of humidity in the spa and pool

areas. This successful combination of wood and

modern elements guarantees relaxation for both

visitors and employees. Here, wood is a material

with numerous advantages – and it certainly

looks at home in the densely wooded mountain

landscape of Upper Styria.

104 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

105


MUTTERKUHSTALL

EDLERHOF

MOTHER COWSHED AT

EDLERHOF

Architektur Architecture

LK Steiermark

BauherrInnen Commissioner

Susanne & Martin Schönhart

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Holzbau Stefan Eisl

Fertigstellung Year of completion

2012

Ort Location

St. Stefan ob Leoben

Ausgezeichnete Stallatmosphäre

A prize-winning cowshed

Am Edlerhof sind Kuh und Holz eine gut funktionierende

Kombination. Stallungen gehören

traditionell zum Kerngeschäft des Holzbaus und

es entstehen laufend Neuerungen und Optimierungen

im Funktionalen wie Konstruktiven. Große

Spannweiten sind gefordert und kostengünstige,

schnelle Bauweisen werden bevorzugt. Die

Hofbesitzer sind stolz darauf, darüber hinaus einen

öko logischen Anspruch zu verfolgen: effizienter

Ressourceneinsatz, naturnahe Bewirtschaftung,

Erhaltung der Kulturlandschaft und Artenvielfalt,

Klimaschutz und nicht zuletzt das Tierwohl stehen

im Mittelpunkt des Hoflebens. Nicht verwunderlich

also, dass Kiefern- und Lärchenholz für den

Mutterkuhstall aus dem hofeigenen Waldstück

kommen und naturbelassen als Rundhölzer verarbeitet

wurden. Ergebnis ist ein zum historischen

Hof-Ensemble passendes Wirtschaftsgebäude,

ausgezeichnet mit dem steirischen Tierschutzpreis

und hohem Nutzen für Mensch und Rind.

At Edlerhof, cows and timber work well together.

Stables and cowsheds are traditionally a core

business when it comes to building out of wood,

and there are regular new developments and

improvements in function and construction.

Long bearing distances are required and cheap,

quick methods of construction are preferred.

In St. Stefan, the clients are proud to also

maintain an ecological approach that focuses

on an efficient use of resources, sustainable

management, protection of the cultural landscape

and biodiversity, climate protection, and animal

welfare. It is therefore no wonder that the shed

for female cows is made of pine and larch from the

farm’s own forest, left untreated as round timber.

The resulting agricultural building is a perfect fit

for the historical farmyard, providing a cowshed

with a prize-worthy atmosphere that benefits both

humans and animals.

106 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

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VOGELHÄUSER

DELUXE POGUSCH

DELUXE MOUNTAIN

CHALETS

Architektur Architecture

Viereck Architekten ZT-GmbH

BauherrInnen Commissioner

Reitbauer Beteiligungs GmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

Fertigstellung Year of completion

2014

Ort Location

Turnau

108 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

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VOGELHÄUSER DELUXE POGUSCH — DELUXE MOUNTAIN CHALETS

Zwischen den Wipfeln

In the treetops

Eigentlich ist der Pogusch bekannt für seine

Schmankerln und die Haubenküche. Doch seit

geraumer Zeit kann man hoch oben auf den

umliegenden Hügeln entspannt und geborgen

wie ein Vogel im Nest die Nacht verbringen.

Das gewaltige Abendpanorama zieht natürlich

die Gäste an, aber im Detail der Architektur der

Vogelhäuser am Pogusch steckt viel Sensibilität

im Umgang mit dem Werkstoff Holz, der

hundertprozentige Aufmerksamkeit verdient.

Auf 1100 Metern Seehöhe kann in vier kleinen

Apartments das Wald-Klima direkt zwischen den

Baumwipfeln aufgesogen werden. Konstruktiv als

Holzhäuser auf Stelzen ausgeführt und mit einer

erstaunlichen Auskragung der Gebäudekörper, wird

die prominente und steile Hanglage hervorgehoben.

Wo möglich, sind Oberflächen und Materialien

naturbelassen und nachhaltig verbaut worden. Im

Innenraum wurde das Material Holz mit Möbeln und

Deckengestaltung in vielen Variationen geradezu

inszeniert. Holz rahmt hier immer wieder den

Blick in die freie Natur. Im Netz sind dann auch die

Bewertungen entsprechend euphorisch: „Specht,

Uhu, Kuckuck und Gimpel … Natur und Design für

Romantiker und Verliebte, Ruhe und Erholung.“ –

Ein großes Lob für ein jahrtausendealtes Material.

Pogusch is primarily known for its delicacies and

critically acclaimed cuisine. But, for some time,

guests have also been able to spend the night

like a bird in a nest, relaxed and secure, high

up in the surrounding hills. The architecture of

the birdhouses at Pogusch is highly sensitive

in its use of wood as a building material. 1100

metres above sea level, guests can soak up the

forest climate in the treetops, choosing from

one of four apartment buildings. The wooden

frame constructions are built on steel stilts and

project dramatically outwards, highlighting the

prominent steep hillside. Where possible, surfaces

and materials have been left untreated and have

been constructed in a sustainable fashion. Inside,

the furniture and ceilings reveal the diverse

potential of wood, which is also frequently

used to frame the view onto the landscape.

Online, the reviews are as enthusiastic as one

would expect: “Nature and design for romance

or love, for quiet and regeneration” – high

praise for a material thousands of years old.

110 Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

Arbeiten und Erholen — Working and relaxing

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Spielen

und Lernen

Playing

and learning

112 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

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VOLKSSCHULE

MARIAGRÜN

MARIAGRÜN

PRIMARY SCHOOL

Architektur Architecture

Architekturwerk Berktold Kalb ARGE

BauherrInnen Commissioner

GBG Gebäude- und Baumanagement

Graz GmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Strobl Bau – Holzbau GmbH

Fertigstellung Year of completion

2014

Ort Location

Graz

Wie ein wärmender

Filter wirkt die

Gebäudehülle aus

unbehandeltem

Lärchenholz.

Holz, taktil und haptisch

Wood: tactile and haptic

Die Volksschule Mariagrün schiebt sich mit einem

massigen Körper in einen Park, schwebt in den Bäumen

und erdet sich gleichzeitig mit einer großen Freitreppe.

Ähnlich wie bei ihrem Nachbarn, der Kinderkrippe

Schönbrunngasse, wurde ein offenes pädagogisches

Konzept baulich umgesetzt, das den Bewegungsfreiraum

der Kinder im Blick behält und die Schulkinder

in ihrer individuellen Entwicklung stützen soll. Dazu

gehören architektonische Zwischenräume, die keine

vorgeschriebene Nutzung aufweisen, und Oberflächen,

die haptisch und taktil wirken. In Mariagrün darf und soll

man das Gebäude in den schulischen Lernalltag einbeziehen

- Holz als weiches und sensorisches Material ist

ideal für dieses Konzept. Klassenzimmer gibt es nicht.

Stattdessen mehrere SchülerInnen-Home bases und

einige Lerninseln, die fließend ineinander übergehen.

Letztlich bieten Material und Raumkonzept den Bezug

zum naturbelassenen Außenraum: Der wind- und

wettergeschützte Rundum-Balkon dient einem guten

Ausblick oder einfach nur als großartiger und sicherer

Lern- und Spielraum.

Mariagrün Primary School boasts a bulky structure

that imposes onto the park, hovering in the trees

while at the same time being pulled down to earth

with a large flight of stairs. As was the case with the

building’s neighbour, the Schönbrunngasse Nursery,

an open pedagogical concept was transferred onto the

building, with the aim of giving the children plenty of

freedom to move about and supporting them in their

individual development. Aspects include architectural

spaces with no prescribed usage and surfaces that

are haptic and tactile. In Mariagrün, the building can

and should become part of the timetable – being a

soft, sensory material, wood is ideal for this concept.

There are no classrooms. Instead, there are multiple

home bases for pupils and a few learning islands that

flow into one another. Furthermore, both the material

and the spatial concept create a connection to the

school’s natural surroundings: the balcony surrounding

the school is protected from the wind and weather,

offering a stunning view or simply a generous and safe

place to learn and play.

Die Volksschule ist

passivhauszertifiziert

und wurde für den

Einsatz von ökologischen

Baumaterialien

ausgezeichnet.

114 Spielen und Lernen — Playing and learning

Spielen und Lernen — Playing and learning

115


KINDERGARTEN

ST. SALVATOR

ST. SALVATOR

KINDERGARTEN

Architektur Architecture

reitmayr architekten

BauherrInnen Commissioner

Röm. Kath. Pfarre Graz-Salvator

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Strobl Bau – Holzbau GmbH

Fertigstellung Year of completion

2012

Ort Location

Graz

Ein Holzspielplatz

vom Feinsten

An outstanding

wooden playground

Der Kindergarten der Pfarre Graz-Salvator

ist heute ein großer Spielplatz aus Holz. Der

Neubau formt gemeinsam mit dem Pfarrgebäude

aus den 1960er Jahren einen gut geschützten

Spielhof. Im Anbau bietet sich den Kindern in den

neuen Räumen aus naturbelassenem Material

ein fast unendliches Spiel-Raumkontinuum:

Bewegungsraum, Gruppenraum, das Foyer und

ein Essens bereich sind durchgehend bis ins Freie

bespielbar. Und wenn es doch etwas Ruhe braucht,

lassen sich durch leichte Holzelemente die

Bereiche voneinander trennen und einzeln nutzen.

Als Zugang zum Neubau dient das bestehende

Gemeindehaus, dessen Alltag belebt und dessen

Architektur durch den Anbau des neuen Kindergartens

raumatmosphärisch aufgewertet wird.

The Pfarre Graz-Salvator kindergarten is now a

large wooden playground. In combination with the

1960s parish building, the new building creates a

safe courtyard for children to play in. The extension

provides the children with new spaces made of

natural materials that house a seemingly endless

play world: the children can move unhindered

through the activity room, group room, foyer

and dining area to the outside. And if it is time

for a little more calm, light timber elements can

be used to divide the areas for individual use. The

new building is accessed through the original

community building, which has now been given a

new lease of life by the kindergarten extension.

116 Spielen und Lernen — Playing and learning

Spielen und Lernen — Playing and learning

117


KINDERKRIPPE

SCHÖNBRUNNGASSE

SCHÖNBRUNNGASSE

DAYCARE CENTRE

Architektur Architecture

Architektur STROBL ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

GBG Gebäude- und Baumanagement Graz GmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Strobl Bau – Holzbau GmbH

Fertigstellung Year of completion

2010

Ort Location

Graz

A green home

from home

Atmosphäre im Grünen

Die Kinder geben hier den Ton an. In der städtischen

Kinderkrippe in der Schönbrunngasse

werden sie bis zum dritten Lebensjahr mit

dem Ziel, motorische, sprachliche und soziale

Fähigkeiten zu entwickeln und zu festigen,

betreut. Die Architektur reagiert auf diesen

Anspruch, indem sich das kompakte Gebäude

zurücknimmt, viele Zugänge nach draußen zulässt

und zwischen verschiedenen Gartenniveaus

vermittelt. Im Inneren sortieren Blickbeziehungen

die funktionalen Bereiche und bieten

unterschiedliche räumliche Situationen an, die

von Kindern, Betreuerinnen und Betreuern

gleichwertig bespielt und genutzt werden. Holz

wird vornehmlich als atmosphärisches Element

entdeckt, regelt aber auch subtil die akustischen

Anforderungen des Hauses. Schließlich spielen

hier täglich bis zu 75 Kinder, deren Neugierde

geweckt, deren Lernen begleitet werden muss

und die vertrauensvoll ihre Lebenswelt mit allen

Sinnen wahrnehmen und erforschen wollen.

Holzoberflächen werden

von den Kindern weniger

beschmutzt als weiße

Wände.

At the heart of this project are the children.

The state-funded nursery on Schönbrunngasse

cares for children up to three years of age, with

the aim of developing and consolidating their

motor, language and social skills. The architecture

responds to these requirements by allowing the

building to take a back seat, providing multiple

exits and connecting different levels of the garden.

The interior lends visual structure to areas with

different functions and creates different spaces

for the nursery workers and children to use – with

plenty of room for play. Wood is primarily used

to shape the atmosphere of the nursery, but also

subtly regulates the acoustics of the building.

After all, this is a place where every day up to 75

children come to play. The aim is to awaken their

curiosity, support their learning, and allow them

to use all their senses to take in and explore their

surroundings with confidence.

118 Spielen und Lernen — Playing and learning

Spielen und Lernen — Playing and learning

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VOLKSSCHULE

VIKTOR KAPLAN

VIKTOR KAPLAN

PRIMARY SCHOOL

Architektur Architecture

Hohensinn Architektur ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

GBG Gebäude- und Baumanagement

Graz GmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Strobl Bau – Holzbau GmbH

Fertigstellung Year of completion

2016

Ort Location

Graz

120 Spielen und Lernen — Playing and learning

Spielen und Lernen — Playing and learning

121


VOLKSSCHULE VIKTOR KAPLAN — VIKTOR KAPLAN PRIMARY SCHOOL

„Ich hatte den Vergleich und ich

muss sagen es ist 100 zu eins. Im

Holzbau fühlen wir uns und vor

allem die Kinder viel wohler!“

Ganztagsbetreuerin der VS Viktor Kaplan

Die Wohlfühlschule

Kinder gehen in die Schule, um ihre Freunde zu

treffen, so sagen es zumindest die meisten. Das

ist in der Volksschule Viktor Kaplan sicher nicht

anders. Aber den Architekten kam die Idee, dass

man sich auch einfach wohlfühlen könnte an seiner

Schule. Gezielt wurde deshalb in allen Räumen

möglichst viel Holz verbaut, dessen vielfarbige

Oberflächen Wohnatmosphäre schaffen und

durch Tageslichtreflexe die Räume lebendig

machen. Darüber hinaus ist der Zubau zum bestehenden

Schulgebäude durch neue pädagogische

Lernansätze geprägt. Die einzelnen Klassenräume

können über große Schiebeelemente zu einer

kontinuierlichen Lernlandschaft zusammengeschlossen

werden. Auch diese Flexibilität ist in

Holz viel einfacher zu denken als in irgendeinem

anderen Material. Ein Teil der Schulkinder bleibt

den gesamten Tag an diesem Ort – der Schulbau

musste also wohnlich werden und gleichzeitig

konzentrierte Lernatmosphäre bereitstellen.

The feel-good school

Most people say that children go to school to meet

their friends. That is unlikely to be any different in

Viktor Kaplan Primary School. But the architects

came up with the idea that it might be possible

to create a school in which children simply feel

at home. A conscious decision was therefore

made to use as much wood as possible in all the

rooms – the material’s varicoloured surfaces

create a homely feel and the reflected rays of

sunlight bring the spaces to life. The extension for

the existing school building is also shaped by new

teaching methods. The individual classrooms can

be opened up to create a free-flowing learning

landscape using large sliding elements. It is much

easier to offer this flexibility in wood than when

using any other material. Some of the pupils

remain at the school all day, meaning that it was

important to create a school building that feels

homelike as well as providing a suitable atmosphere

where children can concentrate and learn.

122 Spielen und Lernen — Playing and learning

Spielen und Lernen — Playing and learning

123


SPORTHALLE

TRIEBEN

TRIEBEN

GYMNASIUM

Architektur Architecture

KMT / n-o-m-a-d

Arch. DDI Gunther Koppelhuber

BauherrInnen Commissioner

Stadtgemeinde Trieben

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

Statik Civil engineering

DI. Josef Koppelhuber

Fertigstellung Year of completion

2015

Ort Location

Trieben

Zickzack

Auffallend ist das Dach der Schulsporthalle

in Trieben, das trotz schwerer Optik über

dem Boden zu schweben scheint. Die große

Spannweite der Halle, inklusive Tribüne,

Umkleiden und Geräteräume, bot sich für ein

Raumtragwerk aus Leimbinderfachwerkträgern

an. Die Konstruktion tritt sowohl innen als

auch nach außen stark in Erscheinung und

soll die technischen Möglichkeiten sowie die

hervorragende handwerkliche Verarbeitung

des heimischen, nachhaltigen Rohstoffs durch

regionale Holzbaubetriebe repräsentieren.

Da die Sporthalle auch lokalen Vereinen offen

steht und für Veranstaltungen genutzt wird,

vermitteln die markanten V-förmigen Stützen

über den schulischen Betrieb hinaus ein Bild

von Innovation im steirischen Holzbau. Kein

Wunder, dass Holzbauunternehmen, Architekten

und auch der österreichische Holzbauverband

oft und gerne auf dieses Beispiel verweisen.

Zigzag

In Trieben, the school sports hall boasts a stunning

roof that, despite its heavy appearance, seems

to float above the ground. The hall’s long bearing

distance, which provides space for a stand, changing

cubicles and storage for sports equipment, prompted

a decision in favour of a load-bearing structure out

of trussed beams made from glued laminated timber.

The construction plays an important visual role

both inside and outside, with the aim of highlighting

technical possibilities as well as the outstanding skill

of the local carpentry firms working with this local,

sustainable raw material. As the sports hall can also

be used by local associations and to hold events, it

makes sense that the prominent, v-shaped supports

hint that this piece of architecture is more than

just a school building, revealing the innovation in

Styrian timber construction. It is no wonder that

timber construction companies, architects and even

the association for timber construction in Austria

frequently like to draw attention to this example.

124 Spielen und Lernen — Playing and learning

Spielen und Lernen — Playing and learning

125


FACHSCHULE FÜR

LAND- UND ERNÄHRUNGS -

WIRTSCHAFT GRÖBMING

GRÖBMING COLLEGE

OF AGRICULTURE AND

NUTRITION ECONOMY

Architektur Architecture

Architekt DI Friedrich Wiesenhofer

BauherrInnen Commissioner

LIG Landesimmobilien-Gesellschaft mbH Steiermark

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Bauunternehmung Granit Gesellschaft m.b.H.

Fertigstellung Year of completion

2011

Ort Location

Gröbming

Landwirtschafts- und Holzbaukompetenz

Skilled in agriculture and timber construction

In Gröbming wurde vom Architekten der Fachschule

für Land- und Ernährungs wirtschaft ein bewusst

ökologisches Material- und Energiekonzept an

prominenter Stelle umgesetzt. Nicht nur, dass

die Fachschule als Ausbildungsstätte besonderes

Gewicht für die Zukunft und für die junge

Generation hat, durch die Konstruktion in Holzbauweise

dokumentiert sie zugleich die Bedeutung des

Baustoffes Holz als wesentlichen Wirtschaftsfaktor

in der Steiermark. In Decken, Böden und Wänden

wurden Brettsperrholzelemente verbaut und mit

unterschiedlichen Materialien je nach Nutzung der

Räume kaschiert. Durch Linoleum oder Lamellenparkett

folgen auch diese Oberflächen dem

Konzept der Nachhaltigkeit und sind Materialien

aus nachwachsenden Rohstoffen. Dabei konnte

hohe räumliche Qualität geschaffen werden,

indem das Gebäude den Schülern freie Loggien als

Rückzugsorte und Begegnungsräume bietet. Ein

klarer, funktionaler Grundriss hilft bei der Orientierung,

vermeidet ineffiziente Flächen und lässt viel

Raum für die wesentlichen Dinge vor Ort: Fördern

der Konzentration zum Lernen und ein herrlicher

Ausblick auf die Landschaft.

The architect of the college of agriculture and

nutrition economy Gröbming placed particular

importance on a consciously ecological material

and energy concept. As a training centre, the

vocational school is of particular importance for

the future and for the younger generation. But,

not only this, the choice of timber construction

also documents the importance of wood as a

significant economic factor in Styria. Crosslaminated

timber elements were used for the

ceilings, floors and walls, and covered with

different materials depending on the room’s

purpose. Linoleum and lamella parquet flooring

are made of renewable materials and therefore

follow the concept of sustainability. It was also

possible to create high quality spaces by providing

pupils with open loggias where they can have

time to themselves or meet their friends. A clear,

functional floor plan helps pupils to find their way,

avoids difficult-to-use areas and leaves plenty

of space for the important things: helping pupils

concentrate and learn, and offering a stunning

view of the landscape.

126 Spielen und Lernen — Playing and learning

Spielen und Lernen — Playing and learning

127


FACHSCHULE FÜR LAND-

UND ERNÄHRUNGS-

WIRTSCHAFT SCHLOSS

FEISTRITZ – ST. MARTIN

FEISTRITZ COLLEGE

OF AGRICULTURE AND

NUTRITION ECONOMY

Architektur Architecture

Architekten Domenig & Wallner ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

LIG Landesimmobilien-Gesellschaft mbH

Steiermark

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Weirer Holzbau GmbH

Fertigstellung Year of completion

2012

Ort Location

St. Peter am Kammersberg

128 Spielen und Lernen — Playing and learning

Spielen und Lernen — Playing and learning

129


FACHSCHULE FÜR LAND- UND ERNÄHRUNGS WIRTSCHAFT SCHLOSS FEISTRITZ – ST. MARTIN

FEISTRITZ COLLEGE OF AGRICULTURE AND NUTRITION ECONOMY

Schlossschule

Nicht einfach ist auf den ersten Blick die Situation,

wenn historisches und herrschaftliches Gemäuer

revitalisiert und ergänzt werden soll, zumal die

Funktionen von Alt und Neu nicht immer so richtig

gut zusammenpassen. Fachschule und Schloss sind

eine seltene Kombination und wenn, dann eher für

Eliten zugänglich. Mit der Fachschule im Schloss

Feistritz verhält es sich entgegengesetzt. Ein ergänzender

Anbau mit Unterrichts- und Praxisräumen

öffnet den Schülern, die hier Land- und Ernährungswirtschaft

lernen, das denkmalgeschützte Schloss.

Mit einer strengen und horizontal ausgerichteten

Kubatur und einer vergrauten Holzfassade

kontrastiert der Neubau die dicken weißen Mauern

des Schlosses und hebt sich ab, ohne den Bezug

zum baulichen Kontext zu verlieren. Und statt

kleiner Schlossfenster bietet der Neubau auch

noch großartige Panoramablicke in die Landschaft.

An diesem Ort ergänzen sich nicht nur Alt und

Neu, sondern sie stärken sich auch gegenseitig.

A manor school

When a historical stately home is to be revitalised

and given an extension, this does not start off

looking like an easy project. Particularly when

the old and new functions often don’t quite fit

together. Vocational school and manor house

make for an unusual combination and, when it does

happen, this is something mainly open to the elite.

But at the vocational school in Schloss Feistritz the

opposite is the case. An extension with classrooms

and practical rooms has opened up the protected

manor house to pupils preparing for careers in

agriculture and the food industry. The new building

with its strict, horizontal cube and greyed wooden

façade contrasts with the thick, white walls of

the manor house, standing out without losing

the connection with its architectural context.

And instead of small, historical windows, the new

building offers amazing panoramic views of the

landscape. This is a place where old and new do

much more than simply complement one another.

130 Spielen und Lernen — Playing and learning

Spielen und Lernen — Playing and learning

131


Gestalten und

Inszenieren

Designing and

setting the scene

132 Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

Wohnen im Einfamilienhaus — Living in single-familiy homes

133


PETERSKIRCHE

ST. LAMBRECHT

CHURCH OF

ST. PETERS IN

ST. LAMBRECHT

Architektur Architecture

reitmayr architekten

BauherrInnen Commissioner

Benediktinerstift St. Lambrecht

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Herbert Hollerer GmbH

Tischler Carpenter

Tischlerei Griessner

Fertigstellung Year of completion

2017

Ort Location

St. Lambrecht

134 Gestalten und Inszenieren — Designing and setting the scene

Gestalten und Inszenieren — Designing and setting the scene

135


PETERSKIRCHE ST. LAMBRECHT — CHURCH OF ST. PETERS IN ST. LAMBRECHT

Wie kleine Boote

Like little boats

Wie kleine Boote lehnen außen der neue Windfang

und im Inneren die neue Empore an der mittelalterlichen

Peterskirche des Klosters St. Lambrecht.

Sie sind Teil einer christlichen und baukulturellen

Symbolsprache, die in den Zubauten architektonisch

interpretiert wurde. Die Wahl von Holz

folgte einem metaphorischen Motiv und stellte

darüber hinaus regionales Zimmermannshandwerk

auf die Probe. Im Prinzip ein Weiterbauen, das

nicht nur auf technischer Ebene funktioniert. Trotz

kurzer Bauzeit wurde mit viel Aufwand die Auswahl

der einzelnen Holzstaffeln vorgenommen. Verarbeitet

wurde Tannenholz, weil dieses im Vergleich

zu anderen Hölzern langsamer verwittert und

unbehandelt bleiben kann. Schließlich stammt die

Peterskirche aus dem Mittelalter, einem Zeitalter

ohne Schnörkel oder glänzende Oberflächen.

So kann das Auge des Betrachters die architektonischen

Ergänzungen auf verschiedene Arten

lesen: als abstrahierte Form einer symbolischen

Geschichte oder als aufmerksame Neuinterpretation

baukultureller Tradition.

The new vestibule outside and the new gallery

inside nestle against the medieval Peterskirche

Church at St. Lambrecht Abbey like small

boats. They are part of a symbolic language

of Christianity and building culture given an

architectonic interpretation in the extensions.

Timber was chosen as a metaphorical motif –

putting local carpenters to the test. In principle,

this is a continuation of the build and one that

not only works on a technical level. Despite the

short construction period, a great deal of effort

was put into selecting the individual planks of

wood. Fir was used as this weathers more slowly

than other woods and can be left untreated. And,

after all, Peterskirche was built in the Middle

Ages, in a time free from embellishments and

shiny surfaces. Viewers can therefore read the

architectonic additions in different ways: as an

abstracted form of a symbolic story or as a careful

re-interpretation of architectural tradition.

136 Gestalten und Inszenieren — Designing and setting the scene

Gestalten und Inszenieren — Designing and setting the scene

137


SKYWALK BAHNHOF

ZELTWEG

SKYWALK AT

ZELTWEG

MAINSTATION

Architektur Architecture

Hohensinn Architektur ZT GmbH mit

Graz Architektur ZT GmbH

BauherrInnen Commissioner

ÖBB Infrastruktur AG

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company

Kulmer Holz-Leimbau GesmbH

Fertigstellung Year of completion

2013

Ort Location

Zeltweg

Alles im Blick

The gateway to Murtal

Der neue Skywalk am Bahnhof Zeltweg wurde

relativ schnell umgesetzt und ist mindestens

genauso repräsentativ für die Region wie die

Boliden am benachbarten Formel 1-Ring. In

Modulbauweise vorgefertigt und schnittig

geformt, ist das Projekt eine Reaktion der ÖBB

auf die Entwicklungen in der Region. Statt durch

eine dunkle Unterführung kommt der Besucher

jetzt per innovativer Brücke auf die Gleise und

behält den Überblick über das Geschehen und

das weite Murtal – eine Art Tribüne letztlich.

In Zukunft wird der Skywalk über das gesamte

Bahnareal hinweg bis zum Rathausplatz zwei Teile

der Stadt miteinander verbinden, was bisher

fußläufig kaum möglich war. So ist er nicht nur

von Nutzen für Bahnreisende, sondern auch aus

städtebaulicher Sicht ein Gewinn für Zeltweg. Als

Holzbau hat er außerdem Signalcharakter, ist er

doch das Tor zur Region Murau.

The new skywalk at Zeltweg station was

implemented relatively quickly and is as

representative for the region as the race cars at

the Formula One track nearby. Prefabricated as a

modular building system to create a sleek shape,

the project is the ÖBB train company’s reaction

to developments in the region. Instead of walking

through a dark underpass, visitors now access the

platforms via an innovative bridge and look down

onto the goings-on and the broad Murtal valley

below – as if from a viewing parapet. In the future,

the skywalk will stretch over the entire station

premises right up to the townhall, connecting

two parts of the town that, up to now, are not

really within walking distance. This means that the

skywalk is not only useful for train travellers – it

will benefit the urban development of Zeltweg as a

whole. As a timber construction, the skywalk also

sends a strong signal – it is, after all, the gateway to

Murau, a region renowned for its timber.

138 Gestalten und Inszenieren — Designing and setting the scene

Gestalten und Inszenieren — Designing and setting the scene

139


Verzeichnis der ArchitektInnen, Holzbauunternehmen und Tischler directory of architects, timber construction companies and carpenters

Wohnen im Einfamilien haus

Living in single-familiy homes

Haus D House D

Architektur architecture:

Yes-architecture Graz

www.yes-wicher.com

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Zimmerei Josef Konrad

www.konrad-zimmerei.at

Haus RF House RF

Architektur architecture:

Innauer Matt Architekten ZT GmbH

www.innauer-matt.com

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

www.holzbauweiz.at

Holzschnitt Holzschnitt

Architektur architecture:

HbmG GmbH c/o GROSZSTADT

www.groszstadt.eu

Ausführender Holzbaubetrieb Timber

construction company:

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

www.holzbauweiz.at

Haus R House R

Architektur architecture:

Dipl.Ing. Gerhard Mitterberger

ZT-GmbH

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

www.holzbauweiz.at

Haus Moitzi House Moitzi

Architektur architecture:

ALPE Zimmerei und Tischlerei GmbH

www.alpe.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

ALPE Zimmerei und Tischlerei GmbH

www.alpe.at

Wohnhaus Rosa Rosa House

Architektur architecture:

Rodlauer Greimeister ZT GmbH

www.rg-bautechnik.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Holzbau Mehrl GmbH

www.mehrl-holzbau.at/

Haus K House K

Architektur architecture:

Yes-architecture Graz

www.yes-wicher.com

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Holzbau Watz

www.holzbau-watz.at

Haus M House M

Architektur architecture:

Hohensinn Architektur ZT GmbH

www.hohensinn-architektur.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Kieninger Gesellschaft m.b.H.

www.kieninger.at

Lamprechthof Lamprechthof

Architektur architecture:

ARGE Erich Prödl Associates

mit HPSA ZT GmbH

www.erichproedl.com

www.hpsa.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Steirerhaus Teubl &

Teubl Baugesellschaft m. b. H.

www.steirerhaus.at

ST23 Wohnen am Hang

ST23 Hillside House

Architektur architecture:

Arch. DI Roland Höntzsch

www.con-architekturen.net

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Zimmerei Luttenberger & Co KG

www.zimmerei-luttenberger.at

Wohnen im Mehrparteienhaus

Living in apartment buildings

Wohnbau Hummelkaserne

Apartment building Hummelkaserne

Architektur architecture:

sps÷architekten zt gmbh

www.sps-architekten.com

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Kaufmann Bausysteme GmbH

www.kaufmannbausysteme.at

Massive Living Massive Living

Architektur architecture:

Architekt DI Peter Zinganel

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

www.holzbauweiz.at

Wohnbaugruppe Max-Mell-Allee

Max-Mell-Allee residential building joint

venture

Architektur architecture:

Nussmüller Architekten ZT-GmbH

www.nussmueller.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Strobl Bau – Holzbau GmbH

www.strobl.at

14 Wohneinheiten St. Radegund

Terraced housing St. Radegund

Architektur architecture:

Hohensinn Architektur ZT GmbH

www.hohensinn-architektur.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

www.holzbauweiz.at

Umbau Wilder Mann

Wilder Mann Conversion

Architektur architecture:

LOVE architecture and

urbanism ZT GmbH

www.love-home.com

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Graf-Holztechnik GmbH

www.graf-holztechnik.at

Pflegen und Betreuen

Caring and supervising

Pflegewohnheim Erika Horn

The Erika Horn care home for the

elderly

Architektur architecture:

Dietger Wissounig

Architekten ZT GmbH

www.wissounig.com

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Strobl Bau – Holzbau GmbH

www.strobl.at

Sozialtherapeutikum Steiermark,

Haus Sonnleiten

Home for people with special needs,

Sonnleiten

Architektur architecture:

Tritthart + Herbst Architekten ZT-OG

www.herbst.tritthart.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

www.holzbauweiz.at

Betreutes Wohnen Bad Aussee

Assisted living Bad Aussee

Architektur architecture:

planorama ZT GmbH

www.planorama.net

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Kieninger Gesellschaft m.b.H.

www.kieninger.at

Jugendzentrum ECHO

ECHO Youth Centre

Architektur architecture:

pürstl langmaier architekten

www.plarchitekten.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Strobl Bau – Holzbau GmbH

www.strobl.at

Ronald McDonald Haus

Ronald McDonald House

Architektur architecture:

Viereck Architekten ZT-GmbH

www.viereck.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Strobl Bau – Holzbau GmbH

www.strobl.at

Patientenpavillon LKH Graz Süd West

LKH Graz Süd West patient pavilion

Architektur architecture:

sps÷architekten zt gmbh

www.sps-architekten.com

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Strobl Bau – Holzbau GmbH

www.strobl.at

Gesundheits einrichtung Josefhof

Josefhof Convalescent Home

Architektur architecture:

Dietger Wissounig

Architekten ZT GmbH

www.wissounig.com

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Kaufmann Bausysteme GmbH

www.kaufmannbausysteme.at

Arbeiten und Erholen

Working and relaxing

Produktions halle Tischlerei Faustmann

Faustmann Production Centre

Architektur architecture:

KREINERarchitektur ZT GmbH

www.kreinerarchitektur.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Kulmer Holz-Leimbau GesmbH

www.kulmerbau.at

Spar Kaindorf/Sulm

Spar Kaindorf/Sulm

Architektur architecture:

Architekt Friedrich ZT GmbH

www.architekt-friedrich.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Kulmer Holz-Leimbau GesmbH

www.kulmerbau.at

Hügellandhalle St. Margarethen

St. Margarethen Community Centre

Architektur architecture:

pürstl langmaier architekten

www.plarchitekten.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Kulmer Holz-Leimbau GesmbH

www.kulmerbau.at

140 141


Bildnachweis image credits

Impressum imprint

Atelier am Kogl

Hillside studio

Architektur architecture:

Johannes Kaufmann GmbH

www.jkarch.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Kaufmann Zimmerei und Tischlerei

GmbH

www.kaufmannzimmerei.at

Freibad Trofaiach

Trofaiach Outdoor Pool

Architektur architecture:

Stingl-Enge Architekten ZT Gmbh

www.architekturbureau.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

www.holzbauweiz.at

Tischler carpenter:

Tischlerei Köck

www.tischlereikoeck.com

Unterwassersteg Barfußwanderweg

Barefoot trail

Architektur architecture:

Bmstr.-Zimmermstr. Zündel

www.baumeister-zuendel.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Holz-Bau Zündel

www.baumeister-zuendel.at

Gutshof Admontbichl

Admontbichl Manor

Architektur architecture:

Titus Walter Pernthaler ZT GmbH

www.pernthaler.com

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Brandl Bauges.m.b.H

www.brandl-bau.at

Panoramabad Gröbming

Gröbming Panorama Pool

Architektur architecture:

KREINERarchitektur ZT GmbH

www.kreinerarchitektur.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

www.holzbauweiz.at

Mutterkuhstall Edlerhof

Mother Cowshed at Edlerhof

Architektur architecture:

LK Steiermark

www.stmk.lko.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Holzbau Stefan Eisl

www.holzbau-eisl.at

Vogelhäuser Deluxe Pogusch

Bird-houses Pogusch

Architektur architecture:

Viereck Architekten ZT-GmbH

www.viereck.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

www.holzbauweiz.at

Spielen und Lernen

Playing and Learning

Volksschule Mariagrün

Mariagrün Primary School

Architektur architecture:

ARGE Architekturwerk Berktold Kalb

www.berktold-architekten.at

www.architekturwerk.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Strobl Bau – Holzbau GmbH

www.strobl.at

Kindergarten St. Salvator

St. Salvator Kindergarten

Architektur architecture:

reitmayr architekten

www.reitmayr-architekten.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Strobl Bau – Holzbau GmbH

www.strobl.at

Kinderkrippe Schönbrunngasse

Schönbrunngasse Daycare Centre

Architektur architecture:

Architektur STROBL ZT GmbH

www.strobl-architektur.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Strobl Bau – Holzbau GmbH

www.strobl.at

Volksschule Viktor Kaplan

Viktor Kaplan Primary School

Architektur architecture:

Hohensinn Architektur ZT GmbH

www.hohensinn-architektur.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Strobl Bau – Holzbau GmbH

www.strobl.at

Sporthalle Trieben

Trieben Gymnasium

Architektur architecture:

kmt / office for architecture,

landscape & urbanism

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Lieb Bau Weiz GmbH & Co KG

www.holzbauweiz.at

Statik Civil engineering

DI Josef Koppelhuber

www.koppelhuber.at

Fachschule für Land- und Ernährungs -

wirtschaft Gröbming

Gröbming College of agriculture and

nutrition economy

Architektur architecture:

Architekt DI Friedrich Wiesenhofer

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Bauunternehmung Granit

Gesellschaft m.b.H.

www.granit-bau.at

Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft

Schloss Feistritz

Feistritz College of agriculture and

nutrition economy

Architektur architecture:

Architekten Domenig &

Wallner ZT GmbH

www.domenig-wallner.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Weirer Holzbau GmbH

Gestalten und Inszenieren

Designing and setting the scene

Peterskirche St. Lambrecht

Church of St. Peters in St. Lambrecht

Architektur architecture:

reitmayr architekten

www.reitmayr-architekten.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Herbert Hollerer GmbH

www.hollerer.cc

Tischlerei Carpenter:

Tischlerei Griessner

www.tischlerei-griessner.at

Skywalk Bahnhof Zeltweg

Skywalk at Zeltweg Mainstation

Architektur architecture:

Hohensinn Achitektur ZT GmbH mit

Subplaner Grazt ZT GmbH

www.hohensinn-architektur.at

Ausführender Holzbaubetrieb

Timber construction company:

Kulmer Holz-Leimbau GesmbH

www.kulmerbau.at

pierer.net

8, 44, 45, 52, 53, 54, 55, 64, 65, 72,

73, 112, 113, 120, 121

g.ott

11, 24, 25, 26, 27, 36, 37, 38, 39, 40,

41, 49, 51, 60, 61, 70, 71, 72, 76, 77, 80,

81, 82, 83, 94, 95, 96, 97, 102, 103,

104, 105, 106, 107, 116, 117, 118, 122,

123, 124, 125, 127, 128, 129, 130, 131,

134, 135, 136

proHolz Steiermark

12

Holzcluster Steiermark

15

FOTO: TONI MUHR

16, 17, 18, 19, 20, 21

Michael Stelzhammer

22, 23

Fotoatelier Robert Frankl

28, 29, 30, 31

Sabine Bungert

32, 33

Oliver Wolf

32

FOTO: CROCE

34, 35

paul ott photografiert

42, 43, 46, 47, 48, 49, 62, 63, 67,

78, 79, 92, 93, 119, 126, 127, 132, 133,

136, 137

geopho.com

50, 51, 56, 57, 86, 87, 88, 89

Jasmin Schuller

58, 59, 60

Simon Oberhofer

66

Foto: Roman Bönsch

68, 69

Andreas Tischler

74, 75, 77, 108, 109, 110, 111

David Tanzler

84, 85

Harald Eisenberger Photography

90, 91

Tom Biela

98, 99

Verein romantischer Bründlweg

100, 101

KREINERarchitektur ZT GmbH

104

Markus Kaiser, Graz

114, 115

Kurt Hörbst

115

ÖBB, Roman Bönsch

138, 139

Claudia Gerhäusser

140

herausgegeben von published by

proHolz Steiermark

Verband der steirischen Holz- und

Forstwirtschaft

Reininghausstraße 13a

A-8020 Graz

www.proholz-stmk.at

Projektverantwortliche project lead

Mag. Doris Stiksl, Msc

Redaktion, Textchefin executive editor

DI Claudia Gerhäusser, MA Design

Redaktion editor

MMag. Gudrun Wölfl

DI Robert Pirker (Ass.)

Buchgestaltung, Lithografie

book design, colour processing

Atelier Neubacher

Übersetzung Einleitung/Projekttexte

translation introduction/project

descriptions

quillcrafted by Susannah Leopold MA

Lektorat copy editing

Mag. DI Eva Guttmann

Projekttexte der Seiten

project descriptions pages

34, 35, 36, 37, 92 & 93

Univ-Prof. em. MMag.

Arch. Irmgard Frank

Umschlag cover photo

FOTO: TONI MUHR

Druck printing

MEDIENFABRIK GRAZ

Dreihackengasse 20, 8020 Graz

Papier paper

Bilderdruck, matt, 300g/m 2 , weiß

Amber Graphic, 150g/m 2

100 % PEFC Certified

1. Auflage Jänner 2019, 2000 Stk.

1 st edition January 2019, 2.000 pcs.

© proHolz Steiermark

ISBN 978-3-200061-21-7

Hinweise notice

Für die bessere Lesbarkeit wurde in

den Texten auf akademische Grade

und auf eine geschlechtsspezifische

Differenzierung, wie zum Beispiel

TeilnehmerInnen, weitestgehend

verzichtet. Zudem wurde das Buch in

Schweizer Broschur gebunden, um

den Fotografien ausreichend Platz und

Sichtbarkeit einzuräumen.

For better readability, academic degrees

were largely omitted in the texts. In

addition, the book was bound in Swiss

paperback to give the photographs

sufficient space and visibility.

Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner

Form (durch Fotografie, Kopien, Scans

oder andere Verfahren) ohne schriftliche

Genehmigung des Herausgebers

reproduziert oder unter Verwendung

elektronischer Systeme verarbeitet,

vervielfältigt oder verbreitet werden.

No part of the work may be reproduced

in any form (by photography, copies,

scans or other means) or processed,

duplicated or distributed using electronic

systems without written permission from

the publisher.

Vielen Dank für die Unterstützung bei

der Umsetzung des Buches an das Land

Steiermark, die Holzbauinnung und an die

Mitglieder von proHolz Steiermark.

Many thanks for the support in the

implementation of the book to the State

of Styria, the Holzbauinnung and to the

members of proHolz Styria.

142


Holz als Baumaterial hat in der Steiermark eine jahrhundertelange

Tradition. Zugleich kam es in den letzten Jahren zu

weitreichende Innovationen wie z. B. die Entwicklung von

Brettsperrholz. Dieses hat sich, ausgehend von der Steiermark,

durchgesetzt und u. a. den architektonisch anspruchsvollen Geschosswohnungsbau

in Holz im größeren Maßstab erst möglich

gemacht. Doch die Dynamik im Holzbau geht weiter: Gerade

in Hinblick auf Klimaschutz, Erdbebensicherheit, Vorfertigung

und Serienproduktion gibt es einen steigenden Bedarf an

brauchbaren Lösungen – und auch hier spielt Holz eine entscheidende

Rolle.

Dieses Buch zeigt die Vielfalt des Baustoffs Holz, die heute in

der Steiermark vorhanden ist. Von 500 Jahre alten Bauernhäusern

über urbane Nachverdichtung und formdynamische

Ausführungen von Schindelfassaden bis hin zu erstaunlichen

Tragwerken reicht die Bandbreite. Aufschlussreiche Fotografien

und Texte erlauben einen tiefergehenden Blick auf die

Details, die Vielseitigkeit und die architektonischen und atmosphärischen

Möglichkeiten beim Bauen mit Holz.

Timber has been used as a building material in Styria for

hundreds of years. However, this is a tradition that has never

lost sight of new developments and innovations. Crosslaminated

timber for example was developed in Styria and

became of global importance, making it possible to create

timber-built multi-storey housing – an architecturally

challenging undertaking – on a larger scale. All over the

world, there is increasing demand for effective solutions to

problems related to climate change, earthquake resistance,

prefabrication and mass production. Timber will need to reveal

its full potential as a building material and its application will

need to be continually developed.

With this book, you can discover the diverse ways in which

timber has been used in Styria. This treasure trove includes

500-year-old farmhouses, dynamic shingle facades on modern

buildings, and impressive load-bearing structures. So flick

through the pages and take a closer look to discover new

details in architecture – and in timber itself.

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