Der Harz_11_19

wittchen

Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 11_2019

Schwerpunktthema 1989 bis 2019

30 Jahre offene Grenze im Harz

30 Jahre Brockenmaueröffnung

am 3. Dezember 2019

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EDITORIAL

Impressum

Herausgeber:

Der Harzklub e.V.

Heimat-, Wander- und

Naturschutzbund

Am Alten Bahnhof 5a

38678 Clausthal-Zellerfeld

Telefon 05323 81758

info@harzklub.de

www.harzklub.de

Redaktion:

Christoph Steingaß

Redaktionskollegium:

Matthias Bein (Haupt pressewart),

Michael Rudolph (Stellv. Hauptpressewart),

Marion Schmidt

(Hauptschrift wartin), Christoph

Steingaß (verantwortlich), Klaus

Dumeier (Stellv. Präsidenten).

Beiträge, die nicht ausdrücklich

als Stellungnahme der genannten

Institutionen gekennzeichnet sind,

stellen die persönliche Meinung

des Verfassers dar. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos

übernimmt der Verlag keine Gewähr.

Der auszugsweise oder vollständige

Abdruck von Beiträgen ist nur

mit Genehmigung des Verlages

gestattet.

Redaktions- und Anzeigenschluss:

Jeweils zum 15. des Vormonats.

Verlag und Druck:

(Redaktion, Anzeigen, Vertrieb)

Harzdruckerei GmbH

Max-Planck-Straße 12/14

38855 Wernigerode

Telefon: 03943 5424-0

Telefax: 03943 5424-99

info@harzdruck.de

www.harzdruck.de

Mit dieser Ausgabe erinnern

wir an „30 Jahre

offene Grenze im Harz

Liebe Leserinnen und Leser,

aber wo stehen wir eigentlich im jetzt „EINEN HARZ“ nach 30 Jahren der Grenzöffnung?

Sind wir es denn wirklich „EIN HARZ“ oder trennen doch die Länder- und Landkreis grenzen

auch weiterhin?

Wir dürfen selbstkritisch sein: es ist mit Sicherheit in den vergangenen 30 Jahren nicht

alles gelungen, was wir uns vorgestellt haben. Und vielleicht haben manche Vernetzungsprozesse

auch viel länger gebraucht als wir das in der Anfangswiedervereinigungseuphorie

erwartet haben.

Aber das Ergebnis überzeugt. Ein Harz, in der Mitte Deutschlands – und gerade unsere vielen

Gäste nehmen doch überhaupt nicht mehr wahr, ob sie sich tatsächlich in Sachsen-Anhalt,

in Thüringen oder in Niedersachsen bewegen. Sie sind im Harz unterwegs.

Es gab Pioniere nach der Öffnung 1989/1990, die sich ganz besonders um das Zusammenwachsen

im Harz verdient gemacht. So z. B. unser Harzklub-Ehrenpräsident Dr. Michael

Ermrich oder auch Oberkreisdirektor Müller aus Goslar. Heute sind es Frauen wie Anja Mertelsmann

vom Arbeitgeberverband, Hans-Heinrich Haase-Fricke als Vorstand der Volksbank

Harz oder Peter Gaffert, der dynamische Oberbürgermeister aus Wernigerode. Diese Namen

aber bitte nur stellvertretend für viele, viele weitere engagierte Ost-West-Brückenbauer.

Aber es gab auch einen Verein, der sich ganz unabhängig von Personen über 30 Jahre um den

EINEN HARZ verdient gemacht hat. Und dieser Verein ist der Harzklub. Unser Harzklub war

Pionierorganisation, denn wir waren es, die unmittelbar nach der Öffnung der innerdeutschen

Grenze flächendeckend im Harz tätig wurden mit dem Ziel, den Wandertourismus

länderübergreifend wieder zu ermöglichen. Wege wurden verbunden, Brücken gebaut!

Sicher gehören heute auch der Harzer Tourismusverband und die länderübergreifende

EIN-HARZ-Initiative zu den verbindenden und vernetzenden Organisationen.

Heute sind 12.500 ehrenamtliche Mitglieder in 87 Zweigvereinen harzweit für unsere Harzer

Heimat aktiv. Neben der Pflege von 10.000 Kilometern Wanderwegen widmet sich der

Harzklub der Förderung des Umwelt- und Naturschutzes, dem Erhalt von Kulturdenkmalen

sowie der Pflege des Harzer Brauchtums.

Der Harzklub hat sich in den vergangenen 30 Jahren wahrlich um die Deutsche Einheit, die

Einheit in den Köpfen und den EINEN HARZ verdient gemacht.

Und abschließend danke ich allen, die dazu beigetragen haben, diese Schwerpunktausgabe

zu realisieren.

Layout:

Y. Witt, Telefon: 03943 5424-28

y.witt@harzdruckerei.de

Anzeigenverkauf:

W. Schilling, Tel.: 03943 5424-26

R. Harms, Tel.: 03943 5424-27

Abo-Hotline:

Telefon: 03943 5424-0

DER HARZ erscheint Anfang des

Monats. Jahresabonnementpreis:

31,57 € inkl. Versandkosten und

7 % MwSt. Zeitung ist kündbar bis

30. September des laufenden Jahres

für das Folgejahr.

Kommentar zur Titelseite:

Bis 1989 ein gewohnter Anblick im

geteilten Harz (Foto: Archiv Harzklub)

Dr. Oliver Junk

Präsident Harzklub e.V.

Nach der Öffnung der innerdeutschen

Grenze im November 1989 fand unter dem Motto „Freie Bürger, Freier Brocken“ am

3. Dezember 1989 ein friedlicher Sternmarsch auf den Harzgipfel statt. Tausende

Wanderer machten sich an dem kalten Dezembertag bei strahlendem Sonnenschein

auf den Weg. Immer drängender wurden die Rufe nach der Öffnung der Brockenmauer.

Um 12.45 Uhr war es soweit! Die Grenztruppen öffneten das Tor in der 2,7 km langen

Mauer, die die Militäranlagen auf der Brockenkuppe schützte. Nach 28 Jahren nahmen

die Menschen aus Ost und West ihren „Vater Brocken“ freudetaumelnd wieder

in Besitz! Die Presse berichtete damals von einem deutsch-deutschen Gipfelfest.

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HARZKLUB

Der Harzklub e.V. feiert 30 Jahre

Brockenmauer-Öffnung am 3. Dezember 2019

Festansprache des Ministerpräsidenten

des Landes Sachsen-Anhalt,

Dr. Reiner Haseloff, Wimpelband-

Ausgabe und Sonderstempel

Für den Harzklub e.V. gehört die Brockenmaueröffnung

zu den wichtigsten Ereignissen

im Harz.

Dieser friedliche Sternmarsch war die

Initial zündung für die Gründung einer

Vielzahl von Harzklub-Zweigvereinen im

Ostharz. Binnen kurzer Zeit wurden die

Wanderwege unter Leitung des damaligen

Hauptwegewartes Hans-Dieter Harnisch

miteinander verknüpft und beschildert. Bereits

im April 1990 erschien in Zusammenarbeit

mit den Landesvermessungsämtern

Nieder sachsen und Sachsen-Anhalt die

erste länderübergreifende Wanderkarte

„Wandern im mittleren Harz“.

Seit 1989 treffen sich die Mitglieder des

Harzklubs jährlich am 3. Dezember auf

dem Brocken, um an die Zeit zu erinnern,

als eine unbezwingbare Grenze den Ostund

den Westteil des Harzes voneinander

trennte und der Brocken in weite Ferne

gerückt war.

Der 30. Jahrestag der Brockenmauer-Öffnung

soll für unsere Mitglieder und Gäste

zu einem ganz besonderen Erlebnis werden.

Hierzu laden wir alle Interessierten herzlich

ein. Wir freuen uns sehr, dass der Ministerpräsident

des Landes Sachsen-Anhalt, Herr

Dr. Reiner Haseloff, sich bereit erklärt hat,

die Festrede zu halten.

Folgender Ablauf ist geplant:

11.30 Uhr

- Ansprache am Gedenkstein am ehemaligen

Brockentor

- Dr. Michael Ermrich, Ehrenpräsident des

Harzklub e.V., ehem. Landrat des Landkreises

Harz

Ab 12.00 Uhr

- Eintreffen der Wanderer und Gäste im

Goethesaal des Brockenhotels,

- Austausch von Erinnerungen/Mittagessen

mit Musik und Bildpräsentation

13.00 Uhr

- Beginn der Festveranstaltung im Goethesaal

- Musikstück der Alphornbläser Blankenburg

- Begrüßung des Ministerpräsidenten des

Landes Sachsen-Anhalt, der Wanderer

und Gäste

- Dr. Oliver Junk, Präsident des Harzklub

e.V. Auftritt der Harzer Jodlermeisterin

Marina Hein

- Rede des Ministerpräsidenten des Landes

Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff

- kurzes Musikprogramm

- Wimpelband-Ausgabe an alle teilnehmenden

Zweigvereine

Für alle Stempelsammler gibt es zum

30. Jahrestag der Brockenmaueröffnung

einen Sonderstempel des Brockenwirtes

und der Harzer Wandernadel.

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HARZKLUB

Folgende geführte Wanderungen werden

am 3. Dezember 2019 auf den Brocken

angeboten:

Zweigverein Hannover

1. Treffen: 6.20 Uhr, Hannover Hauptbahnhof-Information

(Bahnfahrt und Busfahrt)

2. Treffen: 8.50 Uhr, Torfhaus an der B4

Wanderung: Torfhaus – Goetheweg –

Brocken und zurück, ca. 16 km

Anmeldung bis zum 26.11.2019

Führung: Peer Wohlgemuth,

Tel. 0173-6003631

Zweigverein Ilsenburg

Treffen: 8.00 Uhr, Ilsenburg, Wanderparkplatz

Ilsetal

Wanderung: Auf den Spuren Heinrich

Heines zum Brocken und zurück, ca. 22 km

Anmeldung erforderlich

Führung: Karl Berke, Tel. 039452-88447

Zweigverein Scharzfeld

Treffen: 8.00 Uhr, Scharzfeld Einhornstraße,

PKW-Fahrgemeinschaften

Wanderung: Oderbrück – Brocken und zurück,

ca. 15 km

Führung: Hermann Setzepfand, Tel. 05521-

75851

Zweigverein Wernigerode

Treffen: 9.00 Uhr, Schierke, letzter Parkplatz

an der Brockenstraße

Wanderung: Schierke – Brocken und zurück,

Strecke entsprechend der Witterung,

ca. 14 km

Führung: Benno Schmidt, Tel. 03943-23203

Der Harzklub e.V. freut sich auf viele Teilnehmer

und weist auf festes Schuhwerk

und warme Kleidung hin, die bei oft stürmischem

Wetter auf dem Gipfel unbedingt

erforderlich sind. Rucksackverpflegung

wird empfohlen.

Die Brockenbahn kommt um 11.21 Uhr auf

der Brockenkuppe an, so dass die Menschen,

die nicht mehr so gut zu Fuß sind,

auch pünktlich am Gedenkstein sein können.

Über die verheißungsvollen ersten

Kontakte deutsch-deutscher Wanderer

berichtet der damalige Hauptwegewart

des Harzklubs, Hans-Dieter

Harnisch, in der Dezember-Ausgabe

von „Unser Harz1989:

„Am Samstagvormittag hatte ich mit einer

Wandergruppe den neuen Grenzübergang

Braunlage-Elend besucht und mit DDR-

Grenzbeamten Wandermöglichkeiten im

ehemaligen Sperrgebiet besprochen. Das

erste neue Wegeschild unseres Zweigvereins

Braunlage am Weg 28 Odertal – Wernigerode

weist am Grenzübergang bereits

wieder auf: 28 D Braunlage-Elend 6,3 km

hin. Beeindruckt war ich von der großen

Zahl von stündlich 2.000 Fußgängern, die

Hans-Dieter Harnisch, damaliger Hauptwegewart

des Harzklub e.V. und Vorsitzender

des Zweigvereins Hannover

uns entgegen kamen. Darunter auch eine

Gruppe von Wernigeröder Wanderfreunden,

die unseren Aufruf im NDR 1 gehört und sich

zu einem Besuch des Wanderheims Torf-

haus verabredet hatten. Sie hatten bereits

am Freitagabend den Wanderwimpel des

Zweigvereins Wernigerode mit den schönen

Wimpelbändern der Deutschen Wandertage

1936 und älter aus dem Versteck geholt,

wo er über 40 Jahre verborgen gestanden

hatte. An der Grenze wuchs die Wanderschar

auf 34 Personen, die sich, hinter dem

Wanderwimpel versammelt, nach Torfhaus

begaben. Kaffee und Kuchen, meine

Worte der Begrüßung mit Erläuterung der

Aufgaben des Harzklubs heute und die

Erwiderungen und Dankesworte unserer

Gäste führten schnell zu gegenseitigem

Verstehen und zu Einladungen nach drüben.

Man ist dort bereit, die Harzklub-Arbeit

einschließlich der Wegemarkierung wieder

aufzunehmen.“

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HARZKLUB

29. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2019 auf dem Brocken

Ausschnitte aus der Festrede

Die Deutsche Einheit ist für alle längst

zur Selbstverständlichkeit geworden.

Seit dem Mauerfall am 9. November

1989 sind nun schon fast 30 Jahre

vergangen. Heute vor genau 29 Jahren

haben Wernigeröder Forstleute in

Drei Annen die deutsche Wiedervereinigung

gefeiert. Damals wurde das

erste Jugendwaldheim der neuen

Bundesländer eröffnet. Dieses Ereignis

begingen Forstleute aus Ost und West

gemeinsam feierlich. Die Wiedervereinigung

unseres Vaterlandes wurde für

mich eines der größten Ereignisse in

meinem Leben. Es ist deshalb eine große

Freude, aber auch Ehre heute hier

an diesem geschichtsträchtigen Ort

auf dem Brocken sprechen zu dürfen.

Ziel meines Vortrages ist es, die Geschehnisse

der Wendejahre aus Sicht eines Wernigeröder

Forstmannes zu schildern, aber

auch in kurzen Abrissen die heutige Situation

in unseren Harzwäldern zu beleuchten.

Zunächst ein Blick zurück in das Jahr 1988.

Am 4. Januar war mein Dienstantritt im

damaligen Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb

Wernigerode. Die Struktur der

Forstbetriebe ist mit denen von heute

kaum noch vergleichbar. Was heute weitgehend

durch Unternehmer geleistet wird,

geschah damals alles in Eigenregie mit ca.

600 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Ein

zentraler Holzausformungsplatz in Drübeck,

ein eigener Fuhrpark für Holzrückung

und -transport, 16 Forstgespanne, ein Wegebauzug,

eine Forstwerkstatt und eine

Forstpflanzenanzucht für Containerpflanzen

gehörten dazu, ebenso ein Sägewerk

nebst Bungalowproduktion, eine Imkereibeides

sogenannte „Konsumgüterproduktion“

und auch eine Handwerkerbrigade.

Es wurden 15 Lehrlinge ausgebildet und 20

junge Kubaner waren im Wald tätig.

Der Forstbetrieb transportierte die Waldarbeiter

und Waldarbeiterinnen zu ihren

Arbeitsorten und versorgte sie mit einem

warmen Mittagessen. Ein Ferienlager auf

der Insel Rügen und weitere Bungalows

in Mecklenburg wurden unterhalten und

ein Urlauberaustausch mit den damaligen

Volksrepubliken Polen und Bulgarien und

der CSSR organisiert.

Die Waldschutzsituation in den Harzwäldern

war auch damals sehr angespannt.

Im Mittelpunkt standen die sogenannten

Der Festredner Forstdirektor a.D.

Joachim Bauling

„neuartigen Waldschäden“, hervorgerufen

durch Stickoxideinträge. Sämtliche

Waldflächen sind deshalb kartiert und in

Schadstufen eingeteilt worden. In den Folgejahren

wurden die stark geschädigten

Fichtenflächen mittels sowjetischer Hubschrauber

gekalkt, besonders betroffene

Flächen erhielten zusätzlich eine Flüssigblattdüngung.

Für besondere Erschwernisse sorgte die

damalige innerdeutsche Grenze. Fast 40km

von Benneckenstein bis Stapelburg und

Schauener Wald waren durch Stacheldrahtzäune

abgeriegelt und oft durch

mehrere Kilometer breite Schutzstreifen

vom übrigen Wirtschaftswald getrennt.

Man benötigte personengebundene Passierscheine

und die Forstarbeiten mussten

immer wieder unterbrochen werden; eine

kontinuierliche Waldschutzarbeit war dadurch

unmöglich geworden. Im Ergebnis

dessen trat insbesondere am Brockenwesthang,

am Königsberg und im Bereich

der Zinne massiver Borkenkäferbefall auf.

Durch zahlreiche Sondermaßnahmen wie

dem Einsatz einer „Forstkompanie“, umgesetzte

Waldarbeiter aus Flachlandforstbetrieben,

Einsatz einer westdeutschen

Holzeinschlagsfirma und zusätzlicher Seilkrantechnik

gelang es, die geschädigten

Wälder bis Ende 1989 zu sanieren.

Im Sommer 1989 wurde zusätzlich Schadholz

vom Brockenwesthang direkt nach

Niedersachsen vermarktet. Das Besondere

war, dass sich am 25. Juli Forstleute aus

Wernigerode und Niedersachsen an der

innerdeutschen Grenze am Goetheweg zur

Feinabstimmung trafen. Zu diesem Zeitpunkt

vermutete niemand, dass wir uns

schon in wenigen Monaten – dann jedoch

unter ganz anderen Umständen wieder

treffen sollten.

Der Herbst 1989 verlief dann sehr turbulent

und war geprägt von einer zunehmenden

Ausreisewelle, dem allgemeinen Erstarken

der Opposition verbunden mit den

Montagsdemonstrationen, den Ereignissen

in Ungarn und der Prager Botschaft und

schließlich der Öffnung der Berliner Mauer

am 9. November 1989.

Damit begann für mich eine außergewöhnlich

spannende, sehr interessante und produktive

Zeit, die aber auch durch gravierende

Veränderungen und Unsicherheiten

gekennzeichnet sein sollte. Staatliche Institutionen

wurden zunehmend handlungsunfähig

oder lösten sich auf. Auch von den

vorgesetzten Dienststellen kamen immer

weniger Signale. In der zweiten Novemberhälfte

kam es dann zu den ersten Treffen

mit niedersächsischen Forstkollegen. Diese

Zusammenkünfte haben sich bei mir tief

eingeprägt- waren sie doch gekennzeichnet

durch aufrichtige Herzlichkeit verbunden

mit dem ausgeprägten Interesse des gegenseitigen

Kennenlernens.

Mit der Währungsunion am 1. Juli 1990

nahm auch die Treuhandanstalt ihre Tätigkeit

auf. Ihr unterstanden über 8000

ostdeutsche Betriebe, etwa 4 Millionen

Beschäftigte, über 50% der Grundfläche

der ehemaligen DDR- dazu gehörten auch

die Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebe.

Am 20.August 1990 besuchte der damalige

Bundesumweltminister Klaus Töpfer unseren

Forstbetrieb und stattete in Vorbereitung

der Nationalparkausweisung auch

dem Brocken einen Besuch ab.

Am 2. Oktober 1990 gründete sich die

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in

Sachsen-Anhalt und am 3. Oktober, dem

Tag der Deutschen Einheit konnten wir das

erste Jugendwaldheim der neuen Bundesländer

einweihen.

Das Jahr 1991 war geprägt durch die Tätigkeit

der Treuhandanstalt u.a. mit der

Privatisierung der Nebenbetriebe. Ab Juli

gab es schon die ersten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen

im Wald. Im zweiten

Halbjahr begann dann der schrittweise Auf-

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HARZKLUB

bau der neuen Forstverwaltung in Sachsen-

Anhalt. Die Überprüfung aller Mitarbeiter

und Mitarbeiterinnen auf Stasi- Mitarbeit

war die Voraussetzung für Weiterbeschäftigung

im staatlichen Forstdienst. Am 1.

Januar 1992 nahmen fünf neu gebildete

Staatliche Forstämter ihre Arbeit auf und

der Staatliche Forstwirtschaftsbetrieb war

Geschichte.

Zur aktuellen Waldschadenssituation:

Die Harzwälder wurden während ihrer langjährigen

forstlichen Entwicklung immer

wieder von Katastrophen heimgesucht. Die

Waldschäden von heute sind für jeden Naturfreund

wirklich erschreckend- etwas

Vergleichbares hat es in meiner aktiven

forstlichen Tätigkeit nicht gegeben. Das

Sturmtief „Friederike“ und zwei extreme

Trockenjahre mit Temperaturrekorden in

den Sommermonaten haben das „Ökosystem

Wald“ an den Rand seiner Anpassungsfähigkeit

gebracht.

Die 40-Grad-Marke wurde überschritten,

am 25.Juli dieses Jahrs wurde auch auf dem

Brocken mit 30° C ein neuer Rekordwert

registriert. Es sind nahezu alle Baumarten

betroffen, besonders jedoch die im Harz

dominierende Baumart Fichte. Mittlerweile

sterben Fichtenbestände landesweit großflächig

ab, ein Ende ist noch nicht abzusehen.

Aktuell sind deutschlandweit ca. 70 % aller

Bäume sichtbar geschädigt und über

180.000ha (das entspricht etwa der Fläche

aller Harzwälder) sind bereits abgestorben.

Diese zwei Jahre stehen beispielhaft

für den Klimawandel, sowohl Politiker

als auch Wissenschaftler sprechen vom

„Waldsterben 2.0“. Aber, wie so oft nach

Naturkatastrophen gibt es nicht wenige

Akteure, die anprangern, Bestsellerautoren,

die in populistischer Manier den Wald neu

zu erklären versuchen und natürlich viele

selbst ernannte „Forstexperten“, die genau

wissen, wie man die Waldschäden hätte

verhindern können.

Was wir jetzt brauchen, ist eine sachgerechte

Diskussion auf Augenhöhe. Es muss

gelingen, einen möglichst breiten gesellschaftlichen

Konsens für die durchaus vielfältigen

waldbaulichen Lösungsansätze

zu schaffen. Aber eins ist auch klar- bei

Naturkatastrophen können Waldgipfel,

Konzeptionen und Bundeswehr durchaus

helfen, aber wenn es der Natur nicht gelingt,

die Niederschlagsdefizite auszugleichen,

dann werden die Schäden rasant weiter

fortschreiten und wir werden uns von

gewohnten Waldbildern mit der Baumart

Fichte sehr bald verabschieden müssen.

Ein Gedanke zum Schluss:

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich die

Wendezeit miterleben und auch aktiv

mitgestalten durfte. Wir Deutsche sind

ja oft sehr kritisch eingestellt. Jüngste

Befragungen ergaben jedoch, dass 95%

aller Deutschen, sowohl in Ost- als auch

in Westdeutschland, die Deutsche Einheit

begrüßen und das stimmt mich wirklich

optimistisch. Joachim Bauling

Buchbesprechung

Porträts vom berühmten Berg

Ein aktuelles Buch zeigt den Brocken

mit seinen vielen Gesichtern.

Für die Wanderer des Harzklubs ist es beinahe

eine liebgewordene Pflicht, am Tag

der Deutschen Einheit, am 3. Oktober, auf

den Brocken zu wandern. Für manchen

Harzer Wanderer aber mag der 3. Dezember

sogar noch wichtiger sein. Es ist der

Tag, als 1989 auf dem Brocken mit leichter

Verspätung nach den deutschlandweiten

Ereignissen auch die Brockenmauer geöffnet

wurde. Seither haben sich die Menschen

ihren Berg zurückerobert, der lange

Zeit im Sperrgebiet lag.

Heinrich Heine schrieb nicht nur, dass der

Brocken ein Deutscher sei. Er beschrieb

den Harzer Berg, der auch Blocksberg

genannt wird, als „alten, weltberühmten

Brocken“. Für die Harzer ist der Brocken

ohnehin weltberühmt, denn neben vielen

Dichtern wie Goethe, Novalis, Joseph von

Eichendorff, Hans Christian Andersen und

Hermann Löns sind es heute zahllose Ausflügler,

die sich den Gipfel zurückerobert

haben. Neben den Wanderern kommen die

Mountainbiker, Jogger und Skilangläufer

auf den Gipfel und Besucher, die mit der

Brockenbahn gefahren sind. Manche suchen

die tolle Aussicht weit ins Land, andere

wollen nur einmal das sagenumwobene

Gebirge erlebt haben.

Der Fotojournalist Matthias Bein aus

Wernigerode und der Journalist Oliver

Stade, Redakteur der Goslarschen Zeitung,

stellen in einem Bildband Menschen vor,

die es auf den Brocken zieht, weil sie hier

ihrem Hobby nachgehen. Geocacher gehören

unter anderem dazu, ein Arzt aus Wernigerode,

der mehrmals die Woche auf den

Gipfel joggt (meist mit freiem Oberkörper),

und ein Dampflokfan aus Braunschweig,

der die historischen Schienenfahrzeuge

liebt. Matthias Bein und Oliver Stade porträtieren

auch einige der Menschen, die

auf dem Brocken arbeiten. Sie wollen die

Menschen zeigen, die sich von dem Berg

angezogen fühlen, der auch für seine Wetterextreme

bekannt und vermutlich sogar

berühmt ist.

„Brockengesichter – Porträts vom spannendsten

Berg Deutschlands“ heißt das

Buch, das im November auf den Markt

kommt. Mit sicherer Hand gestaltet wurde

es von der Wernigeröderin Winnie Zagrodnik,

die in der Buchstadt Leipzig Verlagsherstellung

studiert hat und in der Stadtverwaltung

Wernigerode in der Pressestelle

arbeitet.

»„Brockengesichter“ kostet

29,90 €, das Buch wird in einigen

ausgewählten Verkaufsstellen

bereitliegen oder kann einfach

per E-Mail bestellt werden

(brockengesichter@gmx.de).

ISBN 978-3-00-063839-8

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7


HARZKLUB

Den „Eisernen Vorhang“ einen

kleinen Spalt geöffnet

Forstamtsmannschaft Lauterberg mit 906-Schlepper,

Ende 1980er Jahre. Autor R. Köpsell (sitzend 5.v.l.)

Grenzöffnung: Vor dreißig Jahren wird

eine Maschine des Forstamts Lauterberg

am Grenzzaun aktiv

Anruf vom Bundesgrenzschutz

Am frühen Nachmittag des 12. November

1989 – drei Tage nach dem Fall der Mauer

– saß ich in meiner Dienstwohnung im Forstamt

Lauterberg und trank einen Sonntagnachmittag-Kaffee.

Da klingelte das Telefon.

Es rief ein höherer Offizier vom Kommando

Mitte des Bundesgrenzschutzes an. Die Frage

war, ob er mit dem Staatlichen Forstamt

Lauterberg verbunden sei, welches auch

einen Maschinenbetrieb habe. Das konnte

ich mit ja beantworten, weil wir damals

neben den zu betreuenden Waldflächen

im Südharz schwere Forstmaschinen

im Einsatz hatten. Darunter auch einen

schweren Forst-Knickschlepper HSM 906.

Der BGS-Offizier fuhr weiter fort, ob wir am

besagten Sonntagnachmittag in der Lage

seien, zwischen Nüxei und Mackenrode

den DDR-Grenzzaun zur Seite zu räumen

und das Gelände etwas zu planieren. Er

habe versucht, Baufirmen im Südharz zu

Heinz Hippauf mit der Maschine des Forstamtes bei der Arbeit. Soldaten in

NVA-Volks armee-Uniform, BGS-Beamte und Schaulustige aus West und Ost.

(Fotos: Rainer Köpsell)

erreichen, das sei ihm aber am Sonntag

nicht gelungen. Grundsätzlich hätte ich

seinem Wunsch entsprechen und gleich

zusagen können, traute dem Braten allerdings

nicht, denn auch damals gab es schon

Fake-Anrufe. Seine nächste Information

überzeugte mich dann. Nämlich, dass es

eine vor wenigen Stunden getroffene Absprache

der DDR-Regierung in Berlin und

offiziellen Stellen in Bonn gäbe, kurzfristig

weitere Grenzdurchgänge zu schaffen.

Damit solle der rückflutende Verkehr der

DDR-Bürger bewältigt werden, die aus dem

Westen nach Hause wollten, weil der folgende

Montag ja Arbeitstag sei.

So rief ich unseren Schlepperfahrer Heinz

Hippauf in Bad Sachsa an, ob er ganz kurzfristig

mit dem HSM 906 an den Grenzzaun

vor Mackenrode kommen könne. Er fragte,

was er denn da solle. Als ich antwortete:

„Den Grenzzaun öffnen“, kam knapp im

typischen Süd-Harzerisch: „Bin sofort da“.

Ein Erlebnis für das Geschichtsbuch

Ich packte eilig meine ganze Familie ins

Auto und sagte den damals noch kleinen

Kindern: „Was Ihr bald erlebt, das lest Ihr

später mal im Geschichtsbuch“. Der Forst-

Knickschlepper und wir kamen etwa gleichzeitig

an. Eine kleine Delegation vom Bundesgrenzschutz

war schon dort. Der vor

uns liegende hohe Metallgitterzaun hatte

bereits eine Öffnung, durch die bald ein

Offizier der Grenztruppe der Nationalen

Volksarmee (NVA) und etwa fünf bis sechs

Soldaten in Kampfanzügen krochen. Das

„Truppenzusammentreffen“ lief erst recht

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HARZKLUB

Schlepperfahrer Heinz Hippauf öffnet am 12. November 1989

nachmittags und abends den Grenzzaun bei Mackenrode

militärisch ab. Es wurde mit Handanlegen

an die Kopfbedeckung gegrüßt. In bald

lockerer werdendem Ton wurden Details

besprochen. Zum Beispiel, dass in diesem

Abschnitt keine Minen lägen, und dass der

Schlepper mit seinem Frontschild die groben

Arbeiten machen solle, Zaun zur Seite

schieben, aufgewachsene Bäume und

Büsche aus dem Weg räumen und grob

planieren. Die Soldaten der NVA würden

mit Hacken und Schaufeln alles so weit

glätten, dass die Durchfahrt von normalen

Fahrzeugen passiert werden könne. Aber,

so die NVA-Leute, gäbe es dann eine Kontrolle

der Papiere an der DDR-Staatsgrenze.

Und damit hatten sie bald alle Hände voll

zu tun, denn über Autoradio war bekannt

gemacht worden, dass es in Mackenrode

einen neuen Grenzübergang gäbe, den alle

Rückreisenden aus dem Raum Nordhausen,

Halle und Leipzig nutzen sollten. Die Hauptübergänge

Marienborn und Herleshausen

seien hoffnungslos überfordert und es gäbe

dort Verkehrsstillstand. Staus sollte es bald

in Mackenrode auch geben. Im Blick nach

Westen, wo gerade die Sonne untergegangen

war, sah ich sie bald, die wellige Straße

von Osterhagen und Nüxei herkommen.

Die Scheinwerfer von hunderten Trabbis

und Wartburgs die dann am provisorischen

Grenz-Kontrollpunkt zum Stehen kamen.

Schweigen, Weinen und nur wenig

Hoffnung

Wir gingen an der Kolonne entlang. Fröhliche,

schweigende, traurige, zuweilen weinende

Menschen. „Wir waren wenigstens

einmal mit der ganzen Familie im Westen.

Morgen ist die Grenze bestimmt dicht, und

wir kommen vielleicht nie wieder“, sagte

ein gestandener Mann, der das linke Fenster

des vollbesetzten Wartburgs runtergekurbelt

hatte. Er musste schlucken und konnte

nicht weitersprechen. Andere waren zuversichtlicher,

manche still.

Dreißig Jahre nachdem Heinz Hippauf aus

Bad Sachsa und ein HSM-Schlepper vom

Forstamt Lauterberg in Mackenrode die

Grenze aufgemacht haben, flutet heute der

Verkehr auf der B 243 durch das damalige

Loch im Grenzzaun. Lediglich verengt sich

die Bundesstraße dort von Vier- auf Zweispurigkeit,

mehr ist von der ehemaligen

Grenze nicht zu merken. Rainer Köpsell

11 | 2019

9


HARZKLUB

Erlebt vor 30 Jahren

Am 12. November sehr früh am

Morgen überquerte ich mit meiner

Familie auf einer Holzbohle die Ecker

bei Stapelburg und damit die innerdeutsche

Grenze. Wir waren im Westen

angekommen!

Unser erstes Wanderziel war an diesem

Morgen das Molkenhaus – mir bekannt aus

Griebens Reiseführer „Harz“ von 1921 und

beiliegender Karte. Die Sonne war gerade

aufgegangen und wir wollten ein kleines

Picknick beginnen, da wurde das Personal

auf uns aufmerksam, und wir wurden zum

gemeinsamen Frühstück eingeladen.

So erlebten wir an diesem Tag erstmals

den Westharz.

Im Dezember erreichte uns die Information

– damals alles noch über „Busch- und

Rundfunk“ – Interessierte am Harzklub

treffen sich am Torfhaus. Gemeinsam

mit Wanderfreunden erlebten wir dort

die Sternstunde der wiedergewonnenen

Freiheit im geeinten Harz und den Beginn

des gemeinsamen Harzklubs.

Nach Erkundungstouren im nun zugängigen

Sperrgebiet und dabei besonders im

Umfeld des Brockens war uns nur noch

der Brockengipfel versperrt. Die Erfahrungen

bei den Protestaktionen, die zur

Überwindung der Grenze geführt hatten,

ermutigten, am 3. Dezember zum Brocken

aufzubrechen und dort die Freigabe des

Gipfels zu fordern. Es war immerhin militärisches

Sperrgebiet besetzt durch die

Grenztruppen, das russische Militär und

weiteren „Unbekannten“ und „Vermuteten“.

Zunächst wurde am Tor der Grenzmauer

diskutiert und Einlass gefordert, und obwohl

die Mauer über 3m hoch war, wagten

wir es uns, dort hinaufzuklettern. Wir

wollten sehen, was sich dort befand, aber

auch unterstreichen, dass wir rein wollen.

Die Bewacher waren verunsichert durch

die große Zahl der Fordernden und sahen

wohl auch ein, dass es besser ist, das Ventil

ein bisschen zu öffnen, um den Druck zu

reduzieren. Einige sollten rein dürfen, aber

dann gingen alle hinauf zum Gipfel.

Ein bewegter Moment – der freie Blick in

alle Richtungen, gemeinsame Freude hier

oben stehen zu können – nach vielen Jahren

endlich wieder! Das Wetter war ausgezeichnet

und auch die Stimmung. Es wurden

Lieder angestimmt begleitet mit einer

Gitarre, eben ein richtiges Gipfelerlebnis.

Der Erfolg war dauerhaft. Der Brocken, den

wir viele Jahre nur von weitem sehen konnten

– von den Zeterklippen waren es zwar

nur ca. 2 km Luftlinie – war wieder frei und

wurde in der Folgezeit „das“ markante Ziel

für viele Wanderer im Harz. D. Runge

10 11 | 2019


HARZKLUB

Der Goethesaal auf dem Brocken war gut gefüllt. (Foto: M. Bein)

Das Blasorchester des Zweigvereins Hannover (Foto: Annett Drache)

Ansprache auf dem Brocken

am 3. Oktober 2019

Meine sehr verehrten Damen und

Herren, liebe Harzfreundinnen und

Harzfreunde!

Im Namen des Harzklubs begrüße ich Sie

hier auf dem Brocken, um gemeinsam mit

Ihnen unsere deutsche Wiedervereinigung

zu feiern.

Das Lexikon bezeichnet die Wende vor

nunmehr beinahe 30 Jahren als Prozess

gesellschaftspolitischen Wandels, der in der

DDR zum Ende der SED-Herrschaft führte.

Man bezeichnet diesen Prozess auch gern

als friedliche Revolution! Alles lief tatsächlich

friedlich ab, besonnen, ruhig, für mich

immer noch ein Wunder, dass es ganz ohne

Blutvergießen gelungen ist, das Land und

das Volk wieder zusammenzuführen.

In der 3. Strophe des von Josef Haydn komponierten

und von Hoffman von Fallersleben

vertonten Liedes heißt es: Einigkeit

und Recht und Freiheit für das Deutsche

Vaterland! Unsere Gesamtdeutsche

Nationalhymne!

Aber gerade die Einigkeit, das Recht und

die Freiheit haben auf dieser Seite Deutschlands,

auf der wir uns gerade befinden, 40

Jahre lang mehr oder weniger gefehlt – jetzt

gilt es wieder uneingeschränkt für alle

Deutschen. Unsere Kinder und deren Kinder

kennen die turbulente Zeit der Wende

nur noch aus unseren Erzählungen und aus

den Geschichtsbüchern. Aber die meisten

von Ihnen, die sich heute im Gedenken an

die Zeit um die Jahre 1989 und 1990 hier

versammelten, haben es selbst miterlebt.

Ich muss sagen, mich beschleicht immer

noch ein ganz seltsames Gefühl, wenn ich

am Dreieckigen Pfahl oder anderswo die

gottlob nicht mehr vorhandene Grenze

überschreite. Ich denke, das geht Vielen

so und das bekommen wir auch nicht

mehr aus unseren Köpfen. Und ich will es

gar nicht aus meinem Kopf heraushaben,

will mich immer wieder gern daran erinnern,

dieses unglaubliche Stück deutscher

Geschichte „live und in Farbe“, wie man

heute so sagt, miterlebt zu haben. Zu tief

verwurzelt ist die Zeit, als die Mauern fielen

und die Zäune verschwanden und die Menschen,

die vorher keinen Kontakt hatten,

sich mit strahlenden Gesichtern die Hände

schüttelten und sich in den Armen lagen.

Ein schönes Stück deutscher Geschichte!

Auf dem gemeinsamen Weg der Normalität

warten aber heute neue und große

Herausforderungen auf uns, tatsächliche

oder vermeintliche:

Digitalisierung, Verkehrskonzept, Brexit,

Emigranten, Politikverdrossenheit, Rechtsradikalismus,

Klimawandel usw.

Stichwort: Klimawandel! Jeder, der hier

heute zum Brocken gekommen ist, hat

gesehen, dass sich das Sterben abertausender

Bäume nicht mehr wegdiskutieren

lässt, ob nun vom Menschen verursacht

oder nicht!

Mich persönlich beschleicht ein ganz

schlechtes Gewissen, wenn die 16-jährige

Greta Thunberg immer wieder darauf hinweist,

was wir hätten tun müssen – aber

bislang nicht getan haben! Nun scheint sich

langsam etwas in die richtige Richtung zu

bewegen – aber ist das genug oder zu spät?

Es wird sich in gar nicht so ferner Zukunft

erweisen, ob wir Menschen wirklich so

klug sind, wie wir glauben oder ob wir in

Wahrheit zu den dümmsten Lebewesen

gehören, die jemals diesen Planeten bevölkert

haben.

Ich bin schon alt genug, um noch über die

Runden zu kommen mit genügend sauberer

Luft zum Atmen, halbwegs genießbaren

Lebensmitteln und ohne mit den Füßen im

Wasser zu stehen. Aber wir haben Kinder

und deshalb haben wir Verantwortung!

Eine ganz enorme Verantwortung! Ich bin

Optimist und glaube deshalb, wir bekommen

das noch alles in den Griff – aber vielleicht

bin ich nur ein Träumer!

Lassen wir uns heute nicht von so düsteren

Gedanken leiten. Heute wollen wir lachen

und vergnügt sein! Es hat sich vieles verändert

in den vergangenen 29 Jahren – auch

der Harzklub hat sich verändert und an die

Erfordernisse der Zeit angepasst.

Ich halte diesen großen Verein immer noch

als unverzichtbar und kompetent für den

geeinten Harz. Man kann gar nicht alles

aufzählen, was die vielen Mitglieder in ehrenamtlicher

Arbeit für unsere gemeinsame

Heimat leisten. Dafür gebührt ihnen unser

aller herzlichster Dank!

Lassen Sie mich schließen mit einem Ausruf,

der durch die Zeit der Wende für uns

eine ganz große Bedeutung erlangt hat:

Deutschland – einig Vaterland!

Glück Auf!

Christoph Steingaß

PS: Wegen des schlechten Wetters (Regen und

Sturm) wurde die traditionelle Ansprache am

Wolkenhäuschen mit Zustimmung der Anwesenden

kurzerhand in den Goethesaal verlegt!

11 | 2019

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HARZER SCHMALSPURBAHNEN

Der Bau der neuen Dampflokwerkstatt

hat begonnen

Verkehrsminister Webel und Oberbürgermeister

Gaffert geben offiziellen

Startschuss für Großprojekt der

Harzer Schmalspurbahnen.

Wernigerode – Das bislang größte Bauprojekt

in der 28-jährigen Geschichte der

Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB)

wurde am 04. Oktober in Anwesenheit von

zahlreichen Gästen aus Wirtschaft, Politik

und Verwaltung offiziell begonnen. Gemeinsam

mit Wernigerodes Oberbürgermeister

Peter Gaffert und HSB-Geschäftsführer

Matthias Wagener drückte Sachsen-Anhalts

Verkehrsminister Thomas Webel in

Wernigerode den symbolischen Startknopf

für den Bau der neuen Dampflokwerkstatt:

„Die neue Werkstatt ist in mehrerlei Hinsicht

ein Gewinn. Das Traditionsunternehmen

und die Region profitieren gleichermaßen

von dem Vorhaben. Die Dampfloks können

künftig in der eigenen Werkstatt untersucht

und gewartet werden. Das macht unabhängiger

und spart vor allem Kosten. Zugleich

haben Touristen und Bahnenthusiasten die

Möglichkeit, die Arbeiten in der gläsernen

Galerie zu verfolgen. Diese gelungene Kombination

macht die HSB noch attraktiver.“

Rund 120 Jahre nach der ersten offiziellen

Fahrt eines Personenzuges zum Brocken

hat die HSB damit einen wichtigen Meilenstein

für die Zukunft des historischen

Dampfbetriebes auf dem 140,4 km umfassenden

Streckennetz gesetzt. Nachdem

seit dem 2. September bereits das Baufeld

auf dem Wernigeröder Ochsenteichgelände

beräumt worden war, wurden heute die

ersten Rammschläge zum Einlassen der

Spundwände durchgeführt.

Die Idee zum Bau einer neuen Dampflokwerkstatt

wurde bereits vor geraumer Zeit

SONDERFAHRTEN IM DEZEMBER

• Sonderfahrten mit dem Traditionszug

von Wernigerode zum Brocken (im

Dezember inkl. Gutschein für einen

Glühwein beim Brockenwirt) am 05.;

12.; 18.; 21. und 28.12.2019

Der Nikolaus fährt mit einem Sonderzug

von Wernigerode nach Drei

Annen Hohne (inkl. Überraschungen

für die Kleinen unterwegs sowie

Kinderprogramm und Kaffeegedeck

in Drei Annen Hohne) am 07. und

08.12. 2019

• Sonderfahrt mit dem Traditionszug

von Wernigerode auf den höchsten

Harzgipfel zum leckeren Neujahrsbrunch

beim Brockenwirt am

01.01.2020

Buchung und Information für die

Sonderzüge: Kundenservice der

Harzer Schmalspurbahnen,

Telefon: 03943/ 558-153,

E-Mail: kundenservice@hsb-wr.de

Symbolischer Start für den Bau

der neuen Dampflokwerkstatt

der Harzer Schmalspurbahnen

am 04. Oktober 2019 (v.l.n.r.):

Peter Gaffert (Oberbürgermeister

der Stadt Wernigerode

und Aufsichtsratsvorsitzender),

Matthias Wagener (Geschäftsführer

der HSB) sowie Thomas

Webel (Verkehrsminister des

Landes Sachsen-Anhalt).

geboren. Schon damals zeichnete sich eine

immer zeit- und kostenintensivere Instandhaltung

der betagten Dampflokomotiven

ab. Spätestens alle acht Jahre müssen diese

im Rahmen der sogenannten schweren

Instandhaltung umfassend untersucht und

in ihre über 4.000 Einzelteile zerlegt werden.

Um dabei unabhängiger zu werden, kam für

das kommunale Bahnunternehmen nur die

Schaffung eigener Werkstattkapazitäten in

Frage. Aus Platzgründen schied eine Erweiterung

der bisherigen Fahrzeugwerkstatt

aus dem Jahre 1926 am Bahnhof Wernigerode

Westerntor von vornherein aus.

Nach sorgfältigen Abwägungen stimmten

die Aufsichtsgremien der HSB im Jahre 2015

dem Neubau einer Dampflokwerkstatt am

favorisierten Standort in Wernigerode zu.

Noch im selben Jahr konnte mit einem Teil

des Ochsenteichgeländes ein geeignetes

Grundstück in unmittelbarer Nähe zur alten

Werkstatt von der Stadt Wernigerode

erworben werden. Gleichzeitig gelang es,

die insgesamt 10,5 Mio. Euro umfassende

Investition mit finanzieller Unterstützung

der Deutschen Bank sowie der Investitionsbank

Sachsen-Anhalt abzusichern.

Im Frühjahr 2019 erfolgte dann auch die

Genehmigung für die Gleisanlagen vom

Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt

sowie vom Landkreis Harz die Baugenehmigung

für die Hochbauten.

Neben der eigentlichen Nutzung zur Instandhaltung

der Dampflokomotiven wird

die neue Dampflokwerkstatt auch für Urlauber

und Eisenbahnfreunde zugänglich

sein. Auf einer separat zugänglichen Galerie

können sie die Arbeiten an den historischen

Dampfrössern zukünftig beobachten. Und

so freute sich Wernigerodes Oberbürgermeister

Peter Gaffert, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender

der HSB, auch aus touristischer

Sicht über den heutigen Baubeginn

im Herzen der „Bunten Stadt am Harz“: „Die

neue Dampflokwerkstatt wird ein weiterer

touristischer Hotspot in Wernigerode und

im Harz werden. Zusätzlich zu Brocken und

Schloss wird sie für eine völlig neue Attraktion

sorgen und neben der touristischen

Wertschöpfung auch dazu beitragen, dass

die Zukunft der HSB und mit ihr zahlreiche

Arbeitsplätze gesichert sind.“

Mit der Fertigstellung der neuen Dampflokwerkstatt

wird im Frühjahr 2021 gerechnet.

Nach einer rund einjährigen Anlaufphase

können hier dann ab 2022 die ersten

Dampflokomotiven vollständig auseinander

gebaut und entsprechend den rechtlichen

Vorschriften untersucht werden. Die

HSB verfügt über insgesamt 25 Dampflokomotiven

der Baujahre 1897 bis 1956. Mit einem

Großteil von ihnen werden neben dem

täglichen Reisezugverkehr auch zahlreiche

Sonderzüge gefahren. Insgesamt erbringen

die Dampflokomotiven der HSB jährlich

über 350.000 gefahrene Zugkilometer.

12 11 | 2019


NATIONALPARK HARZ

Schwerter zu Pflugscharen

Von der Kaserne Scharfenstein

zur Rangerstation

30 Jahre nach der Grenzöffnung

kann man neben dem Brocken an nur

wenigen Orten im Nationalpark Harz

das Motto der DDR-Widerstandsbewegung

„Schwerter zu Pflugscharen“

so eindrucksvoll demonstrieren wie

am Nutzungswandel der Flächen am

Fuße des Scharfensteins.

Scharfensteinklippe

Die Scharfensteinklippe (698 m ü. NHN)

befindet sich knapp 1 km südöstlich der

Eckertalsperre. Der Name beschreibt

sicherlich den „scharfen“ Grat, der morphologisch

in der Tat sehr pointiert aus der

Landschaft heraussticht. Solchermaßen

präsentiert sich der Scharfenstein insbesondere

aus westlicher Sicht, z.B. von

der Eckertalsperre. Die Klippe wird von

mikropegmatitischem Syenogranit des

Brockenplutons aufgebaut. Sie ist über

einen an der Rangerstation beginnenden,

ausgeschilderten Pfad mittels kurzer Wanderung

zu ersteigen.

Rangerstation Scharfenstein

Die 2002 errichtete Rangerstation Scharfenstein

war schon immer ein beliebtes Wanderziel

im Dreieck Bad Harzburg – Brocken

– Ilsenburg. Von Ilsenburg kommend führt

der Weg entlang der Ilse, dem Heinrich-

Heine-Weg folgend über Großes Sandund

Tiefenbachtal. Den Scharfenstein als

Zwischenstation nutzend, geht es vorbei an

Hermanns- und Bismarckklippe und über

den Kleinen Brocken bis zur Brockenkuppe.

Auf diesem 12 km langen Weg bietet sich

die ganze Palette der im Nationalpark vorkommenden

Waldgesellschaften vom Harzrand

bis zur niederalpinen Stufe auf dem

Brocken. Von Bad Harzburg geht es über

die Nationalpark-Waldgaststätte Molkenhaus,

die Eckertalsperre querend, vorbei

am Hermann von Frankenberg-Denkmal

hinauf zum Scharfenstein. Abstiege sind

über die genannten Wege auch möglich

in östlicher Richtung über die Nationalpark-Waldgaststätte

Plessenburg und von

dort weiter nach Drei-Annen-Hohne oder

Wernigerode. Eindrucksvoll ist der Abstieg

vom Scharfenstein durch das Eckertal

entlang der ehemaligen innerdeutschen

Grenze, dem heutigen Grünen Band, nach

Stapelburg.

Kaserne Scharfenstein mit Grenzanlagen und Wachturm, von Westen aufgenommen aus

einem BGS-Hubschrauber (Foto: Archiv Wolfgang Roehl)

Viehhof Scharfenstein und

Heinrich Heine

Der Scharfenstein wird 1407 erstmals urkundlich

erwähnt. Seit 1420 wurde das

Gebiet um den Scharfenstein als Pferdeweide

von Ilsenburg aus genutzt, ein

erstes Hirtenhaus entstand. Der Viehhof

Scharfenstein ist seit 1718 urkundlich

nachweisbar. Vermutlich war hier der Ort,

den Heinrich Heine bei seiner Brockenbesteigung

am 19. September 1824 von Bad

Harzburg kommend passierte und wo er

auf einen Hirten mit seiner Herde traf. Das

Gespräch inspirierte ihn zu dem Gedicht

Der Hirtenknabe“.

Forsthaus Scharfenstein

Mit Gründung eines eigenständigen Forstreviers

entstand das Forsthaus Scharfenstein.

Um 1920 bestand eine kleine Waldsiedlung

mit mehreren Häusern; der Scharfenstein

hatte sich längst zu einer beliebten Ausflugsgaststätte

mit Übernachtungsmöglichkeiten

entwickelt.

DDR-Grenzregime

1955/1956 entstand im Rahmen der Bewachung

der DDR-Westgrenze eine erste

Holzkaserne unmittelbar südlich der

Scharfensteinklippe. 1961 - 1964 erfolgte

der Abriss aller Gehöfte und auch des alten

Forsthauses – sie standen der militärischen

Kontrolle des Gebiets im Wege. 1969 wurde

Die Rangerstation Scharfenstein heute

(Foto: Evelyn Borsch)

ein neuer Kasernenkomplex für 300 Soldaten

im Plattenbaustil am Frickenplatz nahe

dem heutigen Standort der Blockhäuser

gebaut. Von dieser Stelle aus wurde der gesamte

Nordhang des Brockens kontrolliert.

Betrachtet man heute die Flächen am Fuß

der Scharfensteinklippe, so fällt die Vorstellung

schwer, dass hier einmal Kasernengebäude

der Grenztruppen der DDR standen.

Der Abriss der Kaserne mit gleichzeitiger

Renaturierung der Flächen durch den Nationalpark

Hochharz gelang erst 1999/2000.

Am 5.4.2002 eröffnete der Nationalpark

zwei Blockhäuser als Rangerstation mit

einem heute sehr beliebten Imbissangebot

für Wanderer. Dr. Friedhart Knolle

11 | 2019

13


HARZER TOURISMUSVERBAND

Die Bedeutung der Grenzöffnung

für das Harz-Tourismusmarketing

Harzer Tourismusverband

Einst „Berg der Sehnsucht“ für Ost und West, heute Touristenattraktion (Foto: B. Dörge)

Die Wiedervereinigung Deutschlands

bedeutete auch die Wiedervereinigung

des Harzes als Tourismusdestination.

Die Teile des Reisegebietes in den

Bundesländern Thüringen, Sachsen-

Anhalt und Niedersachsen stellten

nunmehr wieder eine Einheit dar.

Auf touristischer Ebene vollzog der

Harzer Verkehrsverband (heute Harzer

Tourismusverband) die Wiedervereinigung

am 13. März 1991. Nach umfangreichen

Vorabsprachen wählte die

außerordentliche Mitgliederversammlung

des Verbandes an diesem Tag einen

neuen Vorstand, der sich nun aus

Vertretern des Ost- und Westharzes

zusammensetzte. Die Versammlung

fand an historischer Stelle im Schloss

Wernigerode statt.

Damals wie heute spielte der Inlandsmarkt

für den Tourismus im Harz eine besondere

Rolle. Eine der ersten Maßnahmen war es

daher, eine umfangreiche Marktanalyse für

den gesamten Harz in Auftrag zu geben. Die

Untersuchung sollte Aufschluss darüber

geben, welche Erwartungen die Deutschen

an das Urlaubsziel Harz hatten und welche

Angebote sie am meisten interessierten.

Ziel war es mit Hilfe der Ergebnisse Fehlinvestitionen

im Marketing sowie im Ausbau

und der Erhaltung der Infrastruktur zu minimieren

bzw. zu vermeiden.

Nach der Grenzöffnung steigerte sich die

Nachfrage im niedersächsischen Teil des

Harzes derartig stark, dass sie anfangs

kaum noch befriedigt werden konnte.

Grenznahe Orte verzeichneten Besucherzahlen

an der Kapazitätsgrenze. Zu den Urlaubern,

die den Harz unabhängig von der

Titelseite Gastgeberverzeichnis

1994/1995

Titelseite Reisezeit 2020

Grenzöffnung ohnehin besuchten, kamen

nun auch neue Gästegruppen hinzu. Zum

einen mit dem Ziel, den östlichen Teil der

Region – der zu diesem Zeitpunkt noch

keine ausreichende adäquate Beherbergungsstruktur

vorhalten konnte – neu zu

entdecken. Zum anderen waren es auch

Geschäftsleute, die hier übernachteten,

um ihren neuen beruflichen Aufgaben im

Ostteil des Harzes nachzugehen.

Schnell wurde die Angebotsstruktur im

Ostharz auf- und ausgebaut, die Kapazitäten

stiegen. Der Verband bemühte sich in

enger Kooperation mit seinen kommunalen

Mitgliedern die Auslastung durch koordiniertes

Marketing auf alle Teile des Gebirges

gleichmäßig zu verteilen.

Nur drei Monate nach der Grenzöffnung

im Februar 1990 wurde der östliche Teil

auf zwei Sonderseiten im Katalog „Harz-

Urlaub“ vorgestellt. Unter dem Namen

„Grenz hüpferangebote“ im Katalog „Harz-

Pauschal“ wurden Angebote mit Abstecher

in den Ostteil beworben und bereits im

Februar 1990 beteiligten sich einige Partner

aus dem Ostharz am gemeinsamen Harz-

Stand auf der Messe „Reisen Hamburg“.

Zukünftig sollte auch ein neues Erscheinungsbild

für die wiedervereinte Urlaubsregion

werben. Die Entscheidung fiel auf

einen Entwurf, der den HVV-Mitgliedern ermöglichte,

sich dem Erscheinungsbild des

Harzes anzupassen und so die Gesamtidentität

zu unterstützte. Gleichzeitig erlaubte

es ihnen aber auch, ihre Individualität beizubehalten.

Der Slogan „Der HARZ – Immer

ganz oben“, eine Mittelgebirgskontur, ein

vertikaler Schriftzug und eine Hexe zierten

noch bis 2003 die Titelseiten der Publikationen

des Verbandes.

Bis heute agiert der Harzer Verkehrsverband,

seit 2010 unter dem Namen Harzer

Tourismusverband, erfolgreich als Destinationsmarketingorganisation

für den

gesamten Harz und vertritt die Interessen

der Tourismusbranche in allen drei Harzanrainerländern.

14 11 | 2019


HARZKLUB

Impressionen einiger Wanderungen

kurz nach der Grenzöffnung…

Wanderung des noch nicht wiedergewählten Harzklub

Wernigerode am 04.12.1989 entlang der Grenze im Bereich

Braunlage (Fotos: Wolfgang Grave)

Wanderung des noch nicht wiedergewählten Harzklub

Wernigerode am 01.01.1990 auf den Brocken mit Fahne von 1887

Wanderung des wiedergegründeten Harzklub Wernigerode

(11.01.1990) zur Eröffnung der Grenze an der Eckertalsperre,

links Wolfgang Grave und rechts Peter Günnel

Wanderung des wiedergegründeten Harzklub Wernigerode

am 12.03.1990 entlang der Scharfensteinkaserne,

Wolfgang Grave mit HK-Fahne

Wanderung des wiedergegründeten Harzklub Wernigerode zur

Eröffnung der Grenze an der Eckertalsperre, am Gedenkstein von

Hermann von Frankenberg an der Ostseite der Eckertalsperre

Wanderung des wiedergegründeten Harzklub Wernigerode zur

Eröffnung der Grenze an der Eckertalsperre, am Gedenkstein von

Hermann von Frankenberg an der Ostseite der Eckertalsperre

11 | 2019

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HARZKLUB

Wandertouren-Abstimmung an „Tillys Tisch“ in Seesen

durch Magdeburger und Seesener Wanderfreunde

Die Folkloregruppe „Die fröhlichen Harzgebirgler“ des Zweigvereins

Seesen gestalteten für die Magdeburger ein Konzert

Harzklub Zweigverein Magdeburg

Dorthin wo des Harzklubs Wurzeln sind

Dem Harzklub-Zweigverein als Wander-

Heimat- und Naturschutzverein

sind nicht nur seine eigenen Traditionen,

sondern auch die der anderen

Harzklubs wichtig. Auch deshalb führte

unsere schon traditionell gewordene

jährliche Mehrtagesfahrt in diesem

Jahr nach Seesen, dem Gründungsort

und Ausgangspunkt des Harzklubs.

Diese Region des Harzes war bisher

vielen Mitgliedern unseres Zweigvereins

weniger bekannt.

Der Kontakt mit dem Seesener Zweigverein

war erfreulich und gewährleistete, dass

dieser bei den Wanderungen an unserer

Seite wirkte. Für uns war diese Begegnung

auch gleichzeitig Bestandteil der Vorbereitung

des dreißigjährigen Jubiläums unserer

Vereinswiedergründung 1990. Der Besuch

des Hauses, in dem der Harzklub gegründet

wurde, im Rahmen eines Stadtrundganges,

Auszug aus der Dank-Karte des Magdeburger Zweigvereines

an die Seesener Wanderfreunde

war für viele Wanderfreunde eine Selbstverständlichkeit

sowie ein bewegender

Moment. Die Teilnehmer waren sich einig

darüber, weiterhin an der Umsetzung des

Harzklubziels in heutiger Zeit mitzuwirken.

Drei Seesener Wanderfreunde, Wanderfreundin

Müller, Wanderfreund Borchers

und Wanderfreund Salewski, brachten den

30 Magdeburger Teilnehmern anschaulich,

unterhaltsam und humorvoll ihre schöne

Harzregion näher. Je eine Kurz- und eine

Langwandergruppe ermöglichte so die

Teilnahme unterschiedlicher Wanderleistungsstufen.

Die Abende gehörten der Geselligkeit,

inhaltlich gestaltet durch Text- und Liedbeiträge

der Magdeburger Teilnehmer,

einschließlich ihrer „Vereinsmusiker“. Höhepunkt

war ein Folkloreabend der Heimatgruppe

„Die fröhlichen Harzgebirgler“ des

Seesener Zweigvereins für die Magdeburger.

Zugaben und ein gemeinsames Singen

Wandergruppe am Harzklub-Gründerhaus

in Seesen

sorgten für „harzliche“ – Heimatstimmung.

Den Abschluss der Wanderaktivitäten dieser

vier Tage bildete die gemeinsame Einkehr in

der Harzklub-Wanderhütte „Neckelnberg“.

Vom Hüttenteam liebevoll versorgt, wurde

die Zeit auch für Erfahrungsaustausche und

neue Harzklub-Wanderkontakte genutzt.

Der Einladung der Magdeburger Wanderfreunde

zu einem Besuch ihrer Elbe- und

Landeshauptstadt haben die Seesener für

das kommende Jahr zugesagt. Dazu gehört

eine Stadt- und Domführung durch

ein dafür ausgebildetes Magdeburger Vereinsmitglied.

„Es sind die Begegnungen mit den Menschen,

die das Leben lebenswert machen.“

(Guy de Maupassant). Das widerspiegelte

sich erneut in unserer „Harzklubfamilie“

im Rahmen der Mehrtagesfahrt.

Freude auch darüber, dass nicht zuletzt in

ihrem Ergebnis zwei neue Vereinsmitglieder

das Magdeburger Team erweitern.

16 11 | 2019


HARZKLUB

Unterwegs mit

kleinen Indianern!

Foto: Christoph Steingaß

Der Hauptjugendwart des Harzklubs,

Frank Ulrich, hatte zu einer Indianer-

Erlebnis-Tour für Kinder und Jugendliche

am 19. Oktober 2019 eingeladen.

So kamen die Indianer aus Bad

Suderode, Braunschweig, Hohegeiß

und Wildemann mit Eltern und Großeltern

und erlebten einen spannenden,

aufregenden und interessanten Tag im

WeltWald bei Bad Grund.

Zunächst wurden federgeschmückte Kopfbedeckungen

gebastelt und jedes Kind

suchte sich einen passenden Namen. Dann

ging es los und „Grüne Feder“, „Weißer

Adler“ und die anderen kleinen Indianer

rannten, sprangen und tobten von einem

Abenteuer zum nächsten. Viel Interessantes

wurde ihnen dabei vermittelt, auf alle

Fragen kamen die richtigen Antworten, es

wurden Natur-Materialien zum Bau eines

Traumfängers gesucht und – damit die moderne

Zeit nicht zu kurz kam – mit GPS-

Geräten Schätze aufgespürt.

Nach einer ausgiebigen Stärkung und dem

Passieren der großen Hängebrücke folgte

zum Abschluss noch die Besteigung des

Hübichenstein-Felsens.

Ale Teilnehmer und Teilnehmerinnen dankten

Frank Ulrich und seinen Helfern für die

hervorragende Vorbereitung und Durchführung

und meldeten sich schon einmal vorsorglich

für die nächste Veranstaltung an.

Dieser Tag war der perfekte Weg, die Kinder

und die älteren Generationen an Natur, Geschichte

und Heimat heranzuführen – und

genau das hat der Harzklub sich schließlich

auch auf seine Fahne geschrieben. Christoph

Steingaß

4. Landesbergparade

mit Grubenlichtermarkt

in Bad Suderode

Wann: 07.12.2019

Wo: Kurpark, Bad Suderode

Was: ab 14:00 Uhr Grubenlichtermarkt

ab 16:00 Uhr Bergandacht Neue Kirche

ab 17:00 Uhr Bergparade

anschließend Abendprogramm mit Musik

11 | 2019

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HARZKLUB

Sternwanderung 1991 in Tanne, der Wimpel des Hauptvereins

wird vom Vorsitzenden Dr. A. von Kortzfleisch übergeben

Der erste Vorstand (2. von links Bernd Freystein, der erste

Vorsitzende des neu gegründeten Vereins), Fotos: Archiv Harzklub-

Zweigverein Tanne

Wende 1989

Wie in Tanne der erste Zweigverein

im Ostharz entstand

Im Jahr 2019 wird deutschlandweit

das 30. Jubiläum des Mauerfalls gefeiert.

Auch in Tanne blickt man in diesen

Tagen auf jene turbulente Zeit zurück,

als in dem kleinen Ort direkt hinter

der innerdeutschen Grenze der erste

Harzklub-Zweigverein in der ehemaligen

DDR entstand.

Die Geschichte des Harzklub-Zweigvereins

Tanne begann jedoch nicht erst im Jahr

1989. Bereits 1891 war Tanne der großen

Harzklubfamilie beigetreten. Dieser „erste“

Zweigverein bestand für mehr als 50 Jahre

und war während dieser Zeit maßgeblich

an der touristischen Erschließung des Gebietes

rund um Tanne für die Wanderer

verantwortlich. Es wurden Wanderwege

angelegt und beschildert, der bekannte

Aussichtspunkt auf dem Kapitelsberg geschaffen,

Schutzhütten gebaut und eine

intensive Werbung betrieben. In den 1930er

Jahren besaß der Zweigverein eine überregional

bekannte Folkloregruppe. Die

„Tanner Spinnstubenkapelle“ hatte zahlreiche

Auftritte im Rundfunk und wirkte

auch an dem Heimatfilm „Harzsinfonie“

von 1937 mit. Mit dem Zweiten Weltkrieg

kam die Tätigkeit des Zweigvereins vorerst

zum Erliegen. Die Deutsche Teilung und die

Gründung der DDR brachten dann 1949

das offizielle Verbot für den Harzklub im

Ostharz.

Durch die Lage im Grenzsperrgebiet von

1952 bis 1972, war an eine weitere Förderung

des Wanderns nicht mehr zu denken,

es gab andere Prioritäten. Erst ab 1973

wurden die Wanderwege, wenn auch im

beschränkten Maße, wieder instand gesetzt.

Aufgrund der unmittelbaren Nähe zur

innerdeutschen Grenze unterlag der ganze

Fremdenverkehr einer strickten Reglementierung.

Das Wandern war aber, mit den

bekannten Einschränkungen, weiterhin

möglich.

Mit dem Mauerfall am 9. November 1989

ergab sich für den Harz eine ganz neue

Situation. Hatte die Grenze bis dahin die

Menschen im Ost- und Westharz voneinander

getrennt, so entstanden nun erste

grenzübergreifende Initiativen. Mit der Öffnung

der Brockenmauer am 3. Dezember

1989 erfolgte der Aufruf für die Gründung

von Harzklub-Zweigvereinen im Ostharz.

In Tanne wurde schon am 18. Dezember

zu einer Gründungsversammlung für den

„HARZKLUB TANNE“ eingeladen. Doch ehe

es zu dieser Neugründung kommen konnte,

waren einige wichtige Vorbereitungen zu

treffen. Zuerst musste an den damaligen

Rat des Kreises in Wernigerode ein offizieller

Antrag für die Zulassung einer Vereinsgründung

gestellt werden. Dies geschah

durch Herrn Bernd Freystein (später der

erste Vorsitzende des neuen Vereins) am 29.

November 1989, also noch vor der Öffnung

der Brockenmauer. Am 12. Dezember 1989

erteilte der Kreis Wernigerode die offizielle

Genehmigung für: „die staatliche Anerkennung

einer Vereinigung“. Dem Antrag war

damals eine Begründung beizufügen in dieser

heißt es: „Die Mitglieder des Vereins wollen

jene Menschen erreichen, die sich für

Fragen des Natur- und Landschaftsschutzes,

für das Wandern, für die Pflege des

heimatlichen Brauchtums und ähnliches

interessieren. Wir wollen uns keinesfalls

als Konkurrenz zu den bereits vorhandenen

Fachgruppen des Kulturbundes verstehen,

sondern meinen, dass die genannten Aufgaben

auch von unabhängigen Gruppen

verfolgt werden sollten.“

An der Gründungsversammlung im Kulturhaus

in Tanne nahmen schließlich 35

interessierte Bürger teil. Der erste Vorstand,

mit zunächst vier Mitgliedern, wurde gebildet

und die vorläufige Vereinssatzung

beschlossen. Maßgeblich wurde die Vereinsgründung

durch den Harzklub-Zweigverein

Braunlage unterstützt. Der damalige

Vorsitzende Dieter Bothe war extra nach

Tanne gekommen und stand dem neuen

Zweigverein auch später noch beratend

zur Seite. Aus dieser Unterstützung entwickelte

sich eine Partnerschaft, die bis

heute besteht.

Die offizielle Eintragung in das staatliche

Vereinsregister erfolgte dann unter der

Nummer RVR 1/90 am 19. Januar 1990.

18 11 | 2019


HARZKLUB

Am 18. Januar 1990 hatte sich auch bereits

wieder eine Brauchtumsgruppe mit 24 Mitgliedern

gegründet. Tanne war damit der

erste neue Zweigverein im Ostharz.

In Anerkennung dieser Leistung durfte der

Zweigverein am 8. September 1991 die

erste gesamtdeutsche Sternwanderung

in den neuen Ländern ausrichten. Über

2.500 Wanderer kamen nach Tanne und

feierten ein buntes Fest ganz im Zeichen

der Wiedervereinigung.

Seit dem 2. September 1990 unterhält

der Zweigverein Tanne zudem eine enge

Partnerschaft mit dem Schwarzwaldverein

„Kleines Wiesental“ aus Bürchau im Südschwarzwald.

Die Freundschaft wird durch

gegenseitige Besuche bis heute gepflegt.

Der Zweigverein Tanne zählt bis heute zu

den aktivsten Vereinen und hat ca. 110

Mitglieder. Mit einem Durchschnittsalter

von 54 Jahren.

Eine interessante Begebenheit ist abschließend

noch zu erwähnen. Bereits bei der

ersten Gründung 1891 war Tanne als 50.

Zweigverein in den Hauptverband aufgenommen

worden. Im Jahr 1989 gab es in

den alten Bundesländern 49 Harzklub-

Zweigvereine. Dieser Begebenheit ist es

zu verdanken, dass Tanne dem Harzklub

dann wiederum als 50. Zweigverein beitreten

konnte. Eine kuriose Kontinuität in

der Entwicklung. Christian Resow

Thale – Seesen

450 km durch den „gemeinsamen“ Harz

Das hatten zu Zeiten der deutschen

Teilung Berlin und der Harz gemeinsam.

Beide wurden durch eine (fast

unüberwindbare) Grenze geteilt.

Die Ostberliner wollten gern mal über

den „Ku-Damm“ schlendern. Die Westdeutschen

hätten zu gern den Brocken

erwandert. Beides war von 1961 bis

zum Fall der Mauer 1989 nicht möglich.

Zumal der Brockengipfel, ähnlich wie

Berlin, „eingemauert“ erschien.

Seit dem 9. November 1989, auf dem

Brocken war es am 3. Dezember des gleichen

Jahres, war die Mauer nicht mehr das,

was sie über 28 Jahre lang symbolisierte.

Der deutschen Einheit stand nichts mehr im

Wege. Gleichwohl kam es zur Wiedergeburt

bzw. Neugründung der ostdeutschen Harzklub-

Zweigvereine. Mit der großartigen

Unterstützung durch den ZV Seesen wurde

am 02.02.1990 der Zweigverein Thale neu

belebt. Ein kleines Gastgeschenk zur Gründungsfeier

wirkt noch heute nach. Thales

damaliger Wegewart, Klaus Dähre, überreichte

dem Wanderkamerad Günter Pistor

(1995 verstorben) aus Seesen symbolisch

ein Wegeschild mit der Aufschrift THALE-

SEESEN. Dies wiederum regte Günter Pistor

an, eine gemeinsame Harzquerung beider

Zweigvereine zu organisieren. In drei Tagen

von Ost nach West, so der Plan. 17 Wan-

derfreunde beider

ZwV starteten am

26.04.1991 in Thale.

Das Ziel Seesen

in drei Tagen. Und

diese Dreitagestour

wurde zur Geburt

eines Wanderevents,

welches sich

seitdem Jahr für

Jahr wiederholt.

Im steten Wechsel,

mal von Ost nach West bzw. von West nach

Ost.

In 2020 steht sie dann an, die 30. Tour. Mit

von der Partie ist auch der Mitbegründer

dieser gemeinsamen Wanderungen, Klaus

Dähre. Die 30. Tour wird auch seine 30.!

Alleiniger Rekord.

Rekord auch im Harzklub. Ein ZwV Ost und

ein ZwV West erwandern in 29 Jahren 2450

gemeinsame 29 Dreitagestour-Kilometer.

11 | 2019

19


HARZ WANDERN

Wandertipp „Harzer Grenzweg“

Grenzstreifen am Freilandgrenzmuseum Sorge (Fotos: Annett Drache)

Eine abwechslungsreiche Wanderroute

auf den Spuren der innerdeutschen

Geschichte durch die

vielfältige Landschaft des Harzes

40 Jahre trennte eine unüberwindbare

Grenze die Menschen in Ost und

West. Ein ausgeklügeltes System aus

Grenztürmen, Mauern, Mienen, Stacheldraht

und weitläufigen Sperrzonen

sorgte dafür, dass Grenzübertritte

unmöglich wurden. Doch gerade auf

diesem Grenzstreifen, dem Grünen

Band, hatten bedrohte Tier- und Pflanzenarten

ungestörte Lebensräume

gefunden.

Der Harzer Grenzweg wurde durch den

Harzklub e.V. initiiert und ausgeschildert.

Mit umfangreichen Naturschutzmaßnahmen

im Rahmen des Modell-Projektes

Erlebnis Grünes Band Deutschland hat

der Harzklub dazu beigetragen, dass die

Biotopvielfalt erhalten blieb.

Der Harzer Grenzweg hat heute eine Länge

von insgesamt 91 Kilometern. Auf einer

abwechslungsreichen und anspruchsvollen

Route entlang des Grünen Bandes erlebt

der Wanderer die landschaftliche Vielfalt

des Harzes, historische Sehenswürdigkeiten

und hautnah deutsche Zeitgeschichte.

Startpunkt der Wanderung ist der Grenzturm

Rhoden auf dem „Kleinen Fallstein“,

einem Muschelkalkzug mit besonderer Flora

und Fauna im nördlichen Harzvorland.

Westlich des Turms befinden sich Reste

des ehemaligen Grenzzaunes. Der Harzer

Grenzweg führt auf dem Kolonnenweg

entlang alter Kopfweiden, durch die Wiesen

und Felder der Okeraue, vorbei am

Schimmerwald zum Grenzdenkmal in

Stapelburg. Dieses erinnert an die Grenzöffnung

im Eckertal am 11. November 1989.

Innerhalb nur eines Tages wurde hier die

alte marode Eckerbrücke, einst Verbindung

zwischen Bad Harzburg und Stapelburg,

wiederhergestellt.

Wer auf dem Harzer Grenzweg von der

Nordspitze des Schimmerwaldes zum

Brocken wandert, hat 960 Höhenmeter zu

überwinden. Als ehemaliger Grenzfluss hat

die Ecker viel erlebt. So manches Fluchtdrama

spielte sich an diesem Gewässer

ab. Wir folgen ihrem Verlauf auf schmalem

Pfad durch einen Auenwald, wandern hinein

in den Nationalpark Harz und gelangen

durch wertvolle Buchenbestände zur

Eckertalsperre, dem kleinsten und höchst

gelegenen Stausee des Harzes. Die innerdeutsche

Grenze verlief mitten durch die

Talsperre. Ein Zeugnis dafür ist noch heute

der Grenzpfosten auf der Staumauer.

Nun geht es auf dem Kolonnenweg steil

hinauf zum Brocken, dem Symbol der

Deutschen Einheit. 28 Jahre lang – im

Sperrgebiet gelegen – war er unerreichbar

für die Menschen aus Ost und West! Unter

dem Druck tausender friedlicher Wanderer

wurde am 3. Dezember 1989 die Brockenmauer,

welche die Militäranlagen auf der

Brockenkuppe abschirmte, wieder geöffnet.

Der Grenzweg führt gen Süden, vorbei an

Heideflächen, artenreichen Bergwiesen

und entlang des Naturschutzgebietes

Harzer Bachtäler. Er tangiert den Wurm-

20 11 | 2019


HARZ WANDERN

berg, den höchsten Berg Niedersachsens.

Die vom Wurmberg nach Süden fließende

Bremke wurde 1945 Grenzbach zwischen

Braunlage und Elend. Heute steht hier ein

Granitstein, der an die Grenzöffnung am

12. November 1989 erinnert.

Das Freiland-Grenzmuseum Sorge zeigt

Reste der originalen „Grenzsicherungsanlagen“

an ihrem ursprünglichen Standort.

Mit landschaftspflegerischen Maßnahmen,

wurde hier der ehemalige Grenzbereich für

die Wanderer und Gäste erlebbar gestaltet.

Der „Ring der Erinnerung“ symbolisiert das

Vergehen und das Neuentstehen in Natur

und Geschichte. Besuchen Sie auch das

Grenzmuseum im Ort Sorge.

Weitere Zeitzeugen Deutscher Geschichte

sind die Grenzsteinreihe in Hohegeiß -

eine Sammlung historischer Grenzsteine

mehrerer Jahrhunderte sowie der Drei-

Länder-Stein am Jägerfleck – heute Grenze

zwischen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt

und Thüringen.

Markant ist auch die Zwei-Länder-Eiche.

Sie besteht aus zwei Stämmen, von denen

der eine östlich, der andere westlich der

Grenzlinie gewachsen ist.

Der Harzer Grenzweg verläuft durch einen

Heidebiotop, vorbei am Grenzdenkmal

Rotbuche zum Klostermuseum Walkenried.

Das im Jahr 1127 gestiftete Zisterzienser-Kloster

gehörte im Mittelalter zu

den bedeutendsten und reichsten Klöstern

in Norddeutschland. Im Rahmen ihrer Tätigkeit

prägten die Mönche weite Teile der

Landschaft des Harzes.

Der Harzer Grenzweg führt nun auf dem

Karstwanderweg durch die wertvolle

Gipskarstlandschaft des Südharzes entlang

der Walkenrieder Klosterteiche und

der Sachsensteinklippe zu seinem Ziel

in Tettenborn. Im Grenzmuseum Bad

Sachsa geben originale Exponate detailliert

Auskunft über die ehemaligen

Grenzsicherungsan lagen und das Leben

im Grenzgebiet. Annett Drache

Vom Todesstreifen zur Lebenslinie:

Das Grüne Band als

Nationales Naturmonument

in Sachsen-Anhalt

Verlauf des Harzer Grenzwegs.

Quelle: LGLN (Auszug aus den Geobasisdaten

der Niedersächsischen Vermessungs- und

Katasterverwaltung 2012).

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat

am 24.10.2019 in zweiter Lesung das

Grüne-Band-Gesetz zur Ausweisung

des Grünen Bandes als Nationales

Naturmonument beschlossen. Damit

wird ein zentrales Projekt des Koalitionsvertrages

umgesetzt.

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert

unterstrich die umfassende historische Bedeutung

des Projektes und verwies auf die

gemeinsame Verantwortung zum Schutz

der Artenvielfalt: „Vom Todesstreifen zur

Lebenslinie: Unser Grünes Band wird ein

Überlebensort für 1200 bedrohte Arten.

Unser Grünes Band wird die Erinnerung

an den Mut der Menschen wachhalten, die

mit friedlichen Mitteln die Diktatur überwunden

haben und diese menschenverachtende

Grenze zum Fallen gebracht

haben. Es soll uns und den kommenden

Generationen aber auch Mahnung dafür

sein, stets für Demokratie und Frieden in

unserem Land, in Europa und der ganzen

Welt einzustehen.“

11 | 2019

21


HARZKLUB

Aus der Arbeit des Hauptvorstandes

des Harzklub e. V.

Thema Wanderheim

Unser Wanderheim in Wildemann mausert

sich. Gäste bemerken die kleinen und

größeren Erneuerungen dank diverser Renovierungsmaßnahmen

und fühlen sich

zunehmend wohler. Es finden Jugendfreizeiten,

Ausflüge von Zweigvereinen, aber

auch Familientreffen statt. Momentan arbeiten

wir daran, ein automatisches Buchungssystem

zu installieren, das künftig

die Reservierung und Bezahlung deutlich

erleichtern wird.

Thema Wanderungen für jedermann

Ab 2020 wird es keine Neuauflage des

Wanderheftes in analoger Form mehr

geben. Stattdessen steht künftig eine

digitale Ausgabe mit dem Jahresprogramm

auf unserer Internetseite bereit

(www. harzklub.de). Außerdem werden

wir in unserer Vereinszeitschrift DER HARZ

monatlich die Termine der geführten Wanderungen

veröffentlichen. Damit können

wir sehr viel aktueller sein.

Was natürlich bleibt, ist die Arbeit, die

Termine zu melden (Zweigvereine), zu sortieren

und in ein einheitliches Format zu

bringen (Redaktionskollegium). Wir hoffen,

dass wir das gemeinsam zur Zufriedenheit

aller hinbekommen.

Thema Werbung

Mit einem neugestalteten Flyer wird der

Harzklub verstärkt auf sich aufmerksam

machen. Anstelle des Wanderheftes

„Wanderungen für jedermann“ werden

den Tourist-Informationen und ähnlichen

Einrichtungen die Flyer zur Verfügung gestellt,

um sowohl Wander-Urlauber als auch

Einheimische auf uns und unsere Angebote

neugierig zu machen. Marion Schmidt

(Hauptschriftwartin)

»Werden Sie Mitglied!

Der Harzklub bietet für alle Altersgruppen

ein reichhaltiges Betätigungsfeld

und ist maßgeblich an

der Gestaltung und Entwicklung

der Natur- und Kulturlandschaft

Harz beteiligt. Machen Sie mit!

Ihre Vorteile:

✔ Erhalt der Mitgliedskarte des

Deutschen Wanderverbands

✔ Vergünstigungen bei den Wanderheimen

des Harzklubs und

zahlreichen Partnern (Übersicht

Partner-Rabatte)

✔ Attraktive Rabatte auf Artikel

des Harzklub-Shops

✔ Sie werden regelmäßig über aktuelle

Veranstaltungen, Wanderungen

und Events informiert

✔ Sie Sind aktiver Gestalter für

die Natur und die Heimat der

Harzregion

Infos unter: www.harzklub.de

NACHRUF

Der Harzklub-Zweigverein Wolfshagen

im Harz e.V. trauert um Bernd Unger

Am 29. Juli erreichte uns die Nachricht

vom unerwarteten Tod unseres 1. Vorsitzenden

Bernd Unger.

Nach seiner Wahl zum 1. Vorsitzenden

auf der Jahreshauptversammlung im

März 2017 wurde Bernd während seiner

Einarbeitungszeit sehr bald vom Tod

seiner Vorgängerin Monika Dörschel

überrascht. Die Unterstützung, die

sie ihm als 2. Vorsitzende für ein Jahr

angeboten hatte, gaben ihm nun engagierte Mitglieder des

erweiterten Vorstands.

Schon bald merkten wir, dass Bernd als früherer Opernsänger

der Musik noch mehr Bedeutung bei den Aktivitäten unseres

Zweigvereins geben wollte.

Obwohl Bernd und Gabi Unger ganztägig beruflich und

familiär sehr beschäftigt waren, haben sie sich als Gastgeber

bei allen Veranstaltungen des Zweigvereins insbesondere

an der Schäderbaude intensiv eingebracht. Oft haben beide

an Wochenenden die Bewirtung in der Schäderbaude übernommen.

Zu den einzelnen Gruppen im Zweigverein pflegte

Bernd immer guten Kontakt. Besonders gefördert hat er die

Aktivitäten der Meilerfreunde mit ihrem Köhlerchor, zu dem

er sich auch bei dessen Auftritten gesellte.

In seiner Zeit als erster Vorsitzender hat uns Bernd Unger mit

seiner Leidenschaft und seinem Engagement mitgenommen.

Wir werden ihm in unserer weiteren Arbeit oft begegnen und

ihn in ehrender Erinnerung behalten.

Der Harzklub-Zweigverein Wolfshagen im Harz e.V. trauert

in Dankbarkeit um seinen ersten Vorsitzenden. Harzklub-

Zweigverein Wolfshagen im Harz e.V..

Dem dankbaren stillen Gedenken schließt sich der Harzklub-

Hauptvorstand an.

22 11 | 2019


Werner Tübkes Monumentalgemälde

im Panorama Museum

NAPOLAs des Harzes

14 m hoch und 123 m im Umfang

Die Sixtina

Am Schlachtberg 9, 06567 Bad Frankenhausen

www.panorama-museum.de, Di bis So 10 - 17 Uhr

Tel: 034671 / 6190

DeS norDenS Foto: ZK-MEDIEN, © Tübke, VG Bild-Kunst Bonn, 2019

Sie sollten zur NS-Zeit Eliteschulen für den Führernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausgelesene

Jungmannen erwarben an diesen paramilitärischen Internatsschulen nicht nur das Abitur,

sondern erhielten das Rüstzeug später in Staat, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Stelle

die nationalsozialistische Gesinnung durchzusetzen. An zwei sehr unterschiedlichen Standorten kamen

Schüler im Harz in Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwandelte

man 1934 vom einstigen humanistischen Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung

neuer Gemeinschaftserziehung. Im anhaltischen Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau

einer NAPOLA in Deutschland, der mit seiner gigantomanischen Architektur heute befremdet und einer

Nachnutzung harrt. Abseits von Städten sollten im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafte

Herrenmenschen heranwachsen, die später als „Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos

zu dienen hatten. Auch hier funktionierte das NS-System von Lager, Kolonne und Fahne. Als Vorbilder

dienten Kadettenanstalten, Landschulheime und die englischen Public Schools mit ihrer spartanischen

aber kameradschaftlichen Prägung. Unter der Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausschließlich

Jungen als Führungskräfte heran, die auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüsselpositionen

gelangten, wenn sie nicht vorher im II. Weltkrieg ihr Leben ließen.

Neben diesen beiden Orten werden die nächstgelegenen NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg

beleuchtet und viele Hintergründe zur NS-Herrschaft erhellt.

NEUERSCHEINUNG NS-Eliteschulen gab es im Harz in

Ballenstedt und Ilfeld. Erstmals befasst sich ein vierköpfiges

Autorenteam umfassend mit diesem lange tabuisierten

Thema. Im

Internat sollten

die Jungs nach

sieben Jahren

Konditionierung

und ideologischer

Schulung

in einer paramilitärisch

geführten

Einrichtung

das Abitur erreichen.

Danach

war ihnen die

Berufswahl freigestellt.

Kriegsbedingt

gingen

viele von ihnen

zur Wehrmacht oder SS.

Napola Verführte Elite im Harz

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