KUNSTINVESTOR goes print

kunstinvestor

AUSGABE 27. FEBRUAR 2020
Chefredakteur: Michael Minassian

special

‚kunstinvestor goes print‘



KUNST.INVESTOR Editorial

„KUNST.INVESTOR

GOES PRINT“

Liebe Leserinnen

und Leser!

In Kooperation mit Vertretern aus der Kunstszene und

der Wirtschaft bringen wir neben unserer Internetausgabe

nun die Printausgabe als KUNSTINVESTOR

special mit dem Sonderteil Geld & Anlage

INVESTOR heraus - [Zeitungs-ormat (A3), holzfrei matt 100

g/m², eingefalzt].

Damit wollen wir unsere Abonnenten und Leser*innen

über die Aktivitäten auf dem heimischen und den

internationalen Kunst- und Finanzmärkten auf dem

Laufenden halten. Die inhaltliche Bandbreite der

Beiträge erstreckt sich von aktuellen Storys aus der

Welt des Kunstinvestments, über Analysen bis hin zu

Manager-Porträts. Die Berichterstattung

des KUNSTINVESTOR sowie des Geld & Anlage

INVESTOR zeigt die pulsierende und befruchtende

Entwicklung von Wirtschaft und Kunst, blickt hinter die

Kulissen der internationalen Kunstmessen, erklärt die

abwechslungsreichen und vielschichtigen globalisierten

Märkte der Kunst- und Kapitalanlagen, welche Beträge

dort „bewegt“ werden oder wie ein interessiertes

Publikum bei Auktionen günstigen Zuschlagpreis

erzielen kann.

Der KUNSTINVESTOR (Gründungsjahr 2003) ist ein in

Österreich einzigartiges und hochwertiges „Corporate

Publishing-Medienprodukt“. Inhaltlich bietet er ein

facettenreiches Portfolio aus Berichten vom Kunst- und

Geldmarkt sowie vertiefendem Lesestoff mit

spannenden Interviews, Reportagen und Kurzgeschichten.

Unser Redaktions-Team besteht aus Top-

Journalisten der besten österreichischen Magazine und

Tageszeitungen (Ressorts Wirtschaft, Politik, Kultur &

Lifestyle). Sie haben großen Know-how und setzen mit

ihrer Professionalität und Kreativität auch Ihr Thema ins

richtige Licht. Weitere Kompetenzen sind: Mit

maßgeschneidertem Storytelling und umfangreichen

Know-how sorgen für exzellente Veröffentlichungen. Mit

den inhaltlichen Neuerungen und Ergänzungen wollen

wir Ihnen einen noch besseren Überblick bieten – als

Ihr persönlicher Wegweiser durch die Kunst- und

Finanzwelt.

Viel Lese-Spaß wünscht Ihnen

Michael Ruben Minassian

IMPRESSUM: Medieneigentümer, Chefredakteur & Herausgeber: Michael Ruben Minassian,

Mail: michael.minassian@kunstinvestor.at , Telefon: +43 1/ 236 53.1312 Verlagsadresse: MN Online & Content GmbH,

1110 Wien, Brehmstrasse 10/4.OG, Geschäftsführung: Markus Bauer, ATU 65091955, FN 330453k, Tel: +43 1/ 91920- 9045 DW, Fax: +43 1/2981298,

Website:www.kunstinvestor.at, Cover-Foto: © ‚Ressler Kunst Auktionen‘,Otto Zitko, Öl auf Aluminium, Kunststoff beschichtet, 218 x 149,5 cm, 2002, verkauft

um € 22.500


KUNST.INVESTOR – Mediafolder

Die Promotion-Redaktion

Michael R. Minassian, Alexander Foggensteiner

Unser Redaktions-Team besteht aus Top-Journalisten der besten österreichischen Magazine und Tageszeitungen

(Ressorts Wirtschaft, Politik, Kultur & Lifestyle).

Sie haben großen Know-how und setzen mit ihrer Professionalität und Kreativität auch Ihr Thema ins richtige Licht. Die

Kommunikation braucht neben einer klaren Strategie, begleitende Beratung und perfekte Umsetzung. Konkret bedeutet

das: imagefördernde Sichtbarkeit und maßgeschneidertes Storytelling.

Nur wer in den Medien vorkommt, wird es in die Köpfe und Herzen der Menschen schaffen.

Gute und gezielte Medienarbeit kann maßgeblich zu Ihrem Geschäftserfolg beitragen. Wir verstehen es, komplexe

Inhalte allgemein verständlich und spannend zu kommunizieren und bewahren auch in Krisen einen klaren Kopf.

Das sind nur einige unserer Stärken. Weitere Kompetenzen sind: Mit maßgeschneidertem Storytelling und

umfangreichen Know-how sorgen wir für exzellente Veröffentlichungen.

Michael R. Minassian

Chefredakteur & Herausgeber

Alexander Foggensteiner

PR-Manager


KUNST.INVESTOR - Mediafolder

Zeitungsformat (A3), holzfrei matt 100 g/m², kleingefalzt

Format: 1/1 Einzelseite, abfallend

297×420 mm +3 mm Überfüller

Preis: 8.990€

U2 und U3 9.490€

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Format: 1/1 Einzelseite 297×420 mm

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Allle Preise verstehen sich exkl. 5% WA und 20% MwS

t

Geplante Auflage: 30..000 Exemplare

Vertrieb: Postversand(15.000 Exemplare) an Zielgruppe; Counter-Mitarbeiter und die Entscheidungsträger

Österreichs(eigene Datenbank)

und

die restlichen 15.000 Exemplare durch Direktvertrieb im Rahmen einer engen Kooperation und Zusammenarbeit

mit den Auktionshäusern, Galerien, Museen und Messen sowie namhaften Firmen Österreichs.‘





Bösendorfer Flügel – Modell 200 „Dragonfly“

Prachtvolle Gärten – Perfektes Handwerk

Die Verwendung von verschiedenen Holzarten zur Gestaltung von Ornamenten,

Blumen- und Tiermotiven sind seit jeher ein Symbol für Extravaganz und Luxus. Dies

zeigt die Vielzahl der historischen Möbel und Klaviere die mit kostbaren Intarsien

verziert sind.

Kaiserin Maria Theresia und ihr Mann Franz I. Stephan sammelten leidenschaftlich

gerne Pflanzen für ihre prachtvollen Gärten und monumentalen Glashäuser. Die

Kaiserin machte Schloss Schönbrunn zu einer imperialen Sommerresidenz und zum

glanzvollen Mittelpunkt höfischen Lebens. Führende Staatsmänner und große

Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur waren hier zu Gast. Der barocke Garten

Schönbrunns diente der herrschaftlichen Repräsentation und war Fortsetzung der

imposanten Innenräume nach außen.

Der im 18. Jahrhundert berühmte Maler Johann Wenzel Bergl schmückte einige

Innenräume im Erdgeschoss mit detailverliebten Pflanzen- und Tiermotiven. Auch die

naturverbundene Kaiserin Elisabeth (Sissi) erfreute sich in späteren Jahren an den

prachtvollen Gärten und Wandmalereien. Die von Bergl gestalteten Räume zählen bis

heute zu den drei kostbarsten Raumensembles des Schlosses. Dieses Instrument ist eine

Hommage an die prachtvollen Gärten und Wandmalereien des Imperialen Luxus und

eine verzaubernde Momentaufnahme der Natur. Limitiert auf 18 Flügel in der Größe

200 schwarz poliert, ist jedes Instrument dieser Serie mit einer individuell

nummerierten Messingplakette versehen.

Features

Intarsien in traditioneller Sandschattierungstechnik

Bösendorfer Grand Piano 200 Limitiert auf 18 Flügel

Konzertflügel Mechanikgeometrie gewährleistet optimale

Spielart & Kontrollierbarkeit

Feinste Verarbeitung wertvoller Furniere und Materialien

Resonanzboden aus österreichischem Fichtenklangholz

Handgesponnene Bösendorfer Bass Saiten

Einzelsaitenaufhängung

Handgefertigt in Österreich


UNST.INVESTOR

Art Vienna International Art Fair - DIE DRITTE

Der März 2020 hat seinen Fixpunkt im Kunstkalender:

Die ART VIENNA, International Art Fair, präsentiert sich

zum dritten Mal als das spannendste Kunstmesse-

Ereignis für moderne und zeitgenössische Kunst im

Wiener Frühjahr. Von 27. bis 29. März zeigen über 30

ausgesuchte Aussteller aus Österreich, Deutschland,

der Schweiz und Spanien im Parterre der Wiener

Hofburg, zentral in der City gelegen, was ihre Kunst

alles kann!

Die Street Art wird hoffähig, wenn Banksys ikonische

„Love Rat“ ihr rotes Herz im Parterre der Hofburg an die

Wand pinselt, während sich eine Aktstudie von Gustav

Klimt von vorne und hinten auf demselben Blatt

präsentiert. Ai Weiweis „Stinkefinger“ aus Glas,

Gottfried Helnweins unheimliche, großformatige

Mädchenporträts und Erwin Wurms hintergründiger

Humor sind etwa in der Kategorie zeitgenössische

Superstars in den eleganten Fluchten des Hofburg-

Parterres zu finden. Auch Andy Warhol schaut aus

einem der raffinierten dreidimensionalen Porträts von

Ilse Haider, ein frecher Alien aus Glas, witzig entworfen

von Massimo Lunardon, lächelt dazu entspannt im

Yoga-Sitz, während von Hans Bischoffshausen die

Arbeit „Meditation über den Schmerz“ von 1969

ausgestellt ist. Die Cabins konzentrieren wieder junge

Kunst und Einzelpositionen im Untergeschoss, dort, wo

wie im Vorjahr eine kuratierte Sonderausstellung ein

hochaktuelles Thema aufgreift: Die Gruppenausstellung

„F“ macht auf feministische Tendenzen in der

gegenwärtigen Kunst aufmerksam. Auf der dritten ART

VIENNA treffen bekannte Namen der Gegenwart auf

die Großen der Moderne, junge Positionen stellen sich

vor, Neuentdeckungen lassen sich machen und sorgen

für ein vielfältiges und spannendes Wechselspiel der

Kontraste. Wiens junge Kunstmesse im Frühjahr bietet

somit für jeden etwas, Meisterwerke für etablierte

Sammlerinnen und Sammler genauso wie tolle Objekte

für jene, die zu sammeln beginnen wollen. Bei Art Talks

und Sonderführungen kann man sich zusätzlich in das

Programm der ART VIENNA vertiefen.

Foto © Art Vienna


KUNST.INVESTOR

Banksy, „Love Rat“, 2004, Siebdruck auf Wove Papier, 49,5 x 34,5 cm, Ed. 50, mit Bleistift signiert,

datiert und nummeriert, Publisher's blindstamp, Pictures on Walls, London, COA von Pest Control

Foto: © Galerie Gerald Hartinger


KUNST.INVESTOR

JAKOB LENA KNEBL

„Frau 49 Jahre alt“

Jakob Lena Knebl inszeniert im LENTOS ein

Environment im Stil der 1970er- Jahre, das Werke aus

der Kollektion des Kunstmuseums in einem neuen Licht

erscheinen lässt. In sinnlicher Art und Weise präsentiert

die Künstlerin beide Räume im Untergeschoss konträr

und bipolar, wobei eine dunkle Seite einer Bunten

entgegengesetzt wird.

„Jakob Lena Knebl zählt zu den derzeit

einflussreichsten Künstlerinnen und Kuratorinnen in

Österreich. LENTOS Direktorin Hemma Schmutz

beweist mit dieser Präsentation erneut ein besonderes

Gespür für einzigartige zeitgenössische österreichische

Positionen,“ ist Doris Lang-Mayerhofer, Stadträtin für

Kultur, Tourismus und Kreativwirtschaft, überzeugt.

„Jakob Lena Knebl gelingt es, unser kollektives

visuelles Gedächtnis zu triggern und bestimmte

Gefühle, Stimmungen aber auch Werthaltungen zu

evozieren, die mit einer spezifischen Zeit zu tun haben.

Da Mode und Design in ihren Arrangements eine große

Rolle spielen, fühlen sich viele Menschen von ihrer

Kunst angesprochen, ein Zugang, der Knebls nichtelitäres

Verständnis von Kunst widerspiegelt,“ so

LENTOS Direktorin Hemma Schmutz.

Durch Kombination mit eigenen Arbeiten und ihrem, als

Künstlerin, stark subjektiv gefärbten kuratorischen

Ansatz unterzieht Jakob Lena Knebl die Sammlung des

LENTOS einer politischen Neubewertung. Sie bricht

den klassischen Kanon der Sammlungspräsentation auf

und erprobt eine „demokratische Art“ des Ausstellens.

Dieses Spiel mit unterschiedlichen Taktiken ermöglicht

einen ungewöhnlichen, niederschwelligen Zugang und

vermag Ernsthaftigkeit mit einem Augenzwinkern zu

vermitteln. Knebl fokussiert sich nicht auf einzelne

künstlerische Positionen, stellt Art Brut neben Gemälde

der Wiener Moderne, Alltagsgegenstände und

Werbeplakate neben Bronzeskulpturen aus der

Nachkriegszeit. In einem virtuosen Spiel von

Gegensätzen dividiert Knebel die Räumlichkeiten in

zwei Seiten, die eine bunt und schrill, die andere düster

und gediegen. Knebl richtet ihr Interesse auf die 1970er

Jahre, eine Epoche der Utopien, gesellschaftlichen

Visionen, Bürgerrechtsbewegungen und sexuellen

Experimente. Im 70er-Jahre-Interieur von Küchen,

Wohnzimmerschränken oder Tapetenmustern

verschmelzen Arbeiten von Albin Egger-Lienz, Helene

Funke, Gottfried Helnwein oder Egon Schiele mit dem

Ambiente des Alltäglichen. Knebls Raumcollagen sind

Orte für Identitätskonstruktionen, Begehren, aber auch

sinnliche Erfahrungen. Rund 40 Werke aus der

LENTOS- Kollektion sind der Teil der raumgreifenden

Installation in der die Künstlerin Design und

Kunstgeschichte gekonnt zu verschränken weiß. Mit

dem Titel Frau 49 Jahre alt verweist Knebl einerseits

auf sich selbst, anderseits aber auch auf das

Identitätskonstrukt, das in unserer Vorstellung durch

diese Personenbeschreibung entsteht. Als Inspiration

für den Titel diente die Zeichnung des Gugginger

Künstlers Philipp Schöpke. [Lentos, Dauer bis 17. Mai

2020 – Foto © ]


KUNST.INVESTOR

Jakob Lena Knebl, Twins, 2020; Foto: Christian

Benesch – Foto© Lentos


KUNST.INVESTOR

Steve Reinke Ohne Titel (Stickerei) / Untitled (needlepoint), 2017 Garn auf Kunststoffträger / floss on plastic backing,

18,1 x 9,3 cm Courtesy der Künstler und Galerie / courtesy of the artist and gallery Isabella Bortolozzi, Berlin, © mumok

Steve Reinke. Butter

"My work wants me dead, I know. It is all it ever talks

about", schreibt Steve Reinke in einem Briefwechsel

anlässlich seiner Ausstellung im mumok. Tod und

Leben, Empathie und Grausamkeit, Sex und Intimität –

es sind die „großen“ Fragen, die den Künstler in seiner

Arbeit beschäftigen. In bester nietzscheanischer Manier

betrachtet Reinke den Menschen allerdings nicht als

politisches oder moralisches Wesen, sondern als

Spielball mikrobiotischer Agenden: Anstelle eines

freudianischen Ichs oder Es bestimmen in seinen

Videos Bakterien, Plazenta und Plankton den Lauf der

Welt. „Kultur“ beschreibt nicht humanistische Exzellenz,

sondern Leben aus der Petrischale. In seiner ersten

musealen Einzelpräsentation zeigt Reinke eine neue

Videoarbeit (An Arrow Pointing to a Hole) sowie eine

Auswahl von Textbildern und Stickereien, die auf

paradox präzise Weise von Kontrollverlust,

Formlosigkeit und Selbstvergessenheit erzählen-

Kuratiert von Manuela Ammer. (Foto © . MUMOK )


KUNST.INVESTOR

Steve Reinke Strong Corpse Weak Ghost, 2019 Siebdruck (Unikat) / Unique silkscreen print, 76,2 × 55,9 cm Courtesy der Künstler

und Galerie / courtesy of the artist and gallery Isabella Bortolozzi, Berlin und / and Western Exhibitions, Chicago, © James Prinz


KUNST.INVESTOR

Kunst sammeln – ein Leitfaden

RESSLER KUNST AUKTIONEN

• Kunst zu sammeln, ist keine Frage der Brieftasche

Kunst gibt es in jeder Preisklasse. Kunst verlangt aber andererseits viel mehr von Ihnen als nur Geld: Sie verlangt, dass

Sie sich mit ihr auseinandersetzen. Denn wer nichts kennt, erkennt auch nichts. Und wer nichts „sieht“, hat nichts von

der Kunst. „Sehen“ lernt man, indem man schaut. Und das heißt, auf Ausstellungen zu gehen, in Museen, zu

Vernissagen, zu Auktionen. „Sehen“ lernt man, indem man die Kunst in sein Leben holt!

• Die Kunst ist ein unendliches Feld

Allein in Österreich leben derzeit ca. zehntausend Künstlerinnen und Künstler, Sie malen auf Leinwänden oder Papier,

stellen Druckgrafiken her oder Fotografien, schlagen Skulpturen aus Holz oder Stein, schaffen Objekte und

Installationen. Sie malen abstrakt oder gegenständlich, nehmen Anleihen bei klassischen Kunststilen oder probieren

etwas völlig Neues aus. Sie als Kunstsammler haben die Wahl aus einer schier unendlichen Fülle!

• Es geht bei der Kunst um Qualität

Die Crux ist aber: Es gibt keine allgemein gültigen Regeln, was man darunter zu verstehen hat. Qualität ist jedenfalls

keine Frage der Ästhetik oder des Geschmacks allein. Qualität hat ein Kunstwerk, wenn es etwas in Ihnen auslöst;

wenn es Sie schockiert oder betört, zum Lachen bringt oder zum Nachdenken anregt. Das Kunstwerk muss sie

ansprechen, es muss Sie herausfordern. Qualität ist bei Kunst etwas sehr Subjektives!

• Finden Sie heraus, was Qualität für Sie bedeutet

Kunst zu schaffen und zu verstehen, ist eine der ganz wenigen menschlichen Fähigkeiten, die kein anderes Lebewesen

auf Erden besitzt. Kunst zu verstehen, ist uns in die Wiege gelegt. Die Art, wie wir schauen, ist künstlerisch. Vertrauen

Sie auf Ihre Fähigkeit, Kunst zu beurteilen! Kaufen Sie, was Sie anspricht – aber erst, nachdem Sie viel gesehen und

viel verglichen haben. Nicht zuletzt natürlich auch die Preise!

• Schulen Sie ihr Gespür für das Besondere der Kunst

Besuchen Sie Ausstellungen! Gehen Sie auf Vernissagen! Werden Sie ein Freund von Künstlern und Galeristinnen.

Besuchen Sie vor allem Auktions-Ausstellungen. In der Galerie wird meist nur ein einziger Künstler ausgestellt. Bei

Auktionen finden Sie nebeneinander zig Künstler mit ihren Werken. Hier trennt sich für Sie die Spreu vom Weizen, hier

schärft sich Ihr Gespür für Qualität am schnellsten.

• Sprechen Sie mit Insidern

Scheuen Sie sich nicht vor Gesprächen mit Künstlerinnen, Galeristen, Kuratorinnen, Kunstkritikern. Lernen Sie von

ihrem Wissen und ihrem geschulten Auge. Lassen Sie sich über Biografien, Stile und Besonderheiten aufklären. Lassen

Sie sich die Intentionen eines Künstlers erklären, und worin sein besonderer Rang besteht. Profitieren Sie, mit einem

Wort, von den Erfahrungen anderer!


KUNST.INVESTOR

Markus Prachensky, Senatus Consultum, Acryl auf Bütten, 70 x 62 cm, 2005, verkauft um € 10.600

Foto © Ressler Kunst Auktionen


KUNST.INVESTOR

Hans Staudacher, Sakrale Meditation, Öl auf Leinwand, 120 x 100 cm, 1958/59, verkauft um € 25.000

Foto © Ressler Kunst Auktionen


KUNST.INVESTOR

Wolfgang Hollegha, Öl und Graphite auf Papier, auf Karton aufkaschiert, 124 x 103,5 cm, 1964, verkauft um € 17.500

Foto © Ressler Kunst Auktionen


KUNST.INVESTOR

Rudolf Polanszky, Öl auf Jute und Plexiglas, Collage, 181 x 141 cm, 1990, verkauft um € 56.200

Foto © Ressler Kunst Auktionen


KUNST.INVESTOR

Oswald Oberhuber, Mischtechnik auf Hartfaserplatte, 82,5 x 59 cm, 1951/52, verkauft um € 9.400

Foto © Ressler Kunst Auktionen


KUNST.INVESTOR

Christian Ludwig Attersee, Urpunsch, Acryl und Lack auf Leinwand, 105 x 80 cm, 1978, verkauft um € 23.100

Foto © Ressler Kunst Auktionen


KUNST.INVESTOR

Hermann Nitsch, Bodentuch beschüttet und mit Ölkreide bemalt sowie mit 2 Kelchveli,

Taschentüchern und Pflastern appliziert, 174,5 x 110,5 cm, 1978, verkauft um € 22.500

Foto © Ressler Kunst Auktionen


KUNST.INVESTOR

Dorotheum weiter auf Erfolgkurs

Das Dorotheum, führendes Auktionshaus im

deutschsprachigen Raum, verzeichnet auch 2019 ein

höchst erfolgreiches Jahr. Zu den Zuschlägen jenseits

der Millionengrenze zählte jener für ein Gemälde des

wohl bedeutendsten Künstlers des osmanischen

Reiches, Osman Hamdi Bey. Seine „Dame turque de

Constantinople“, datiert mit 1881, erreichte

hervorragende 1.770.300 Euro. Bei den Alten Meistern

konnte ein dem nahen Umkreis Raffaels

zugeschriebenes Ölbild einer Madonna mit Kind seinen

Schätzwert vervielfachen. Die Gebote kletterten auf

1,66 Millionen Euro. Einen weiteren Millionenpreis,

1.067.000 Euro, fuhr der 1955 Mercedes Benz 300 SL,

der „Flügeltürer“, bei den Klassischen Fahrzeugen ein.

Große Nachfrage herrschte nach Gemälden des 19.

Jahrhunderts, der Klassischen Moderne und der

Zeitgenössischen Kunst. Unter den Top-Preisen waren

etwa Werke von Jean Dubuffet und Piero Manzoni

(jeweils € 735.300), Kazuo Shiraga (€ 511.259), Otto

Piene, Giacomo Balla, Fernando Botero oder von Ivan

K. Aivazovsky, Alfred von Wierusz-Kowalski und Jean

Francois Portaels. Österreichische Kunst stand auch

2019 hoch im Kurs. Alfons Walde erzielte zahlreiche

Spitzenpreise, darunter 412.000 Euro für „Hof am

Wilden Kaiser“. Bei den Zeitgenossen waren besonders

Werke von Arnulf Rainer und Friedensreich

Hundertwasser erfolgreich. 176.949 Euro bedeuteten

bei der Frühjahrsauktion Linz Weltrekord für ein

Gemälde von Oskar Laske

Bei den Juwelen sorgten heuer zwei

aufsehenerregende Stücke aus ehemaligem Haus

Habsburg-Besitz für große Aufmerksamkeit. Für

insgesamt rund 600.000 Euro wechselte ein Diadem

und eine Corsage (Brosche) mit Orientperlen und

Diamanten den Besitzer. Die Stücke stammen von

Nachkommen der Erzherzogin Marie Valerie, der

Lieblingstochter Kaiser Franz Josephs und Elisabeths

von Österreich. Die Vintage-Auktionen des Dorotheum

lieferten heuer das beste Ergebnis seit Einführung der

Sparte. Der Top-Preis von 37.800 Euro galt einer

Hermès Kelly-Bag 35, vor 1950. Bei der Münzauktion

im Mai wurde die Seltenheit zweier russischer

Goldmedaillen von 1883 und 1881 mit mehr als

300.000 Euro honoriert. Für zwei kaiserliche Orden

wurden bei der Kaiserhausauktion 161.900 (für den

Sternkreuzorden Kaiserin Charlottes von Mexikos) bzw.

137.500 Euro für den Orden vom Goldenen Vlies aus

dem Besitz von Maximilian v. Mexiko geboten.


KUNST.INVESTOR

Osman Hamdi Bey (Istanbul 1842 - 1910) Dame turque de Constantinople, signiert,

datiert Hamdy Bey 1881, Öl auf Leinwand, 120 x 60 cm, erzielter Preis € 1.770.300,

Auktion Gemälde des 19. Jahrhunderts, 23.Oktober 2019


KUNST.INVESTOR

Raffaello Sanzio, gen. Raffael (1483–1520) Umkreis, Madonna mit Kind, Öl auf Holz, 56,5 x 41,5 cm,

erzielter Preis € 1.657.190, Auktion Alte Meister 22. Oktober 2019


KUNST.INVESTOR

Jean Dubuffet (1901 - 1985) Bon Espoir (Paysage avec personnages), 1955

Öl auf Leinwand, 89 x 116 cm, erzielter Preis € 735.300, Auktion 5. Juni 2019

1955 Mercedes-Benz 300 SL, erzielter Preis € 1.067.000, Auktion 19. Oktober 2019






KUNST.INVESTOR

FRIEDENSREICH HUNDERTWASSER, 127 Almhütten auf grünem Platz, 1951 © Die Hundertwasser Gemeinnützige

Privatstiftung, Wien Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger © 2020 Namida AG, Glarus, Schweiz

Foto © Leopold Museum

Hundertwasser - Schiele

Friedensreich Hundertwasser (1928–2000) prägte als

Maler, Gestalter von Lebensräumen und Vorkämpfer

der Ökologiebewegung die Kunst des 20. Jahrhunderts

über die Grenzen Österreichs hinaus. Wenig bekannt

ist seine lebenslange, intensive Beschäftigung mit der

Person und dem Werk Egon Schieles (1890–1918).

Als 20-jähriger entdeckte der damalige

Akademiestudent in Ausstellungen und Büchern die

Kunst der Wiener Moderne für sich: Vor allem Schiele

sollte in den folgenden Jahren eine zentrale

Bezugsfigur für den international agierenden Künstler

werden. Sein zeichnerisches Können erwarb er im

Selbststudium von dessen Zeichnungen, in Paris

propagierte er gegenüber seinen Künstlerkollegen

effektiv Schieles Kunst und 1965 betitelte er ein Werk

mit 622 Der Nasenbohrer und die Beweinung Egon

Schieles. Bis zu seinem Lebensende umgab sich

Hundertwasser in seinen Wohn- und Arbeitsräumen in

Venedig und Neuseeland mit Reproduktionen von

Gemälden und Zeichnungen des von ihm so sehr

geschätzten Künstlerkollegen. Hundertwassers

poetischer Text Ich liebe Schiele von 1951 macht die

Intensität seiner Bezugnahme anschaulich: „Ich träume

oft wie Schiele, mein Vater, von Blumen, die rot sind,

und Vögeln und fliegenden Fischen und Gärten in Samt

und Smaragdgrün und Menschen, die weinend in

Rotgelb und Meerblau gehen.“ 20 Jahre nach

Hundertwassers Tod am 19.02.2000 widmet das

Leopold Museum diesen beiden ikonischen Künstlern

eine rund 170 Exponate umfassende, dialogisch

angelegte Schau. Entlang zentraler Motiv-und

Themenkomplexe im Werk beider Künstler wie jener

der beseelten Natur oder dem Verhältnis von

Individuum und Gesellschaft werden Analogien jenseits

von formalen Ähnlichkeiten ersichtlich. Anhand

hochkarätiger Leihgaben aus österreichischen und

internationalen Sammlungen und bisher nicht

veröffentlichtem Archivmaterial zeichnet die Ausstellung

die künstlerische und geistige Verwandtschaft zweier

herausragender österreichischer Künstler des 20.

Jahrhunderts nach, die einander nie persönlich

kennenlernen konnten und doch so viel verbindet.

[Leopold Museum Dauer bis 31. August 2020. Foto © ]


KUNST.INVESTOR

Friedensreich Hundertwasser, 224 Le grand chemin, St. Mandé/Seine, 1955 © Belvedere, Wien © 2019 Namida AG, Glarus, Schweiz

Foto © Leopold Museum


KUNST.INVESTOR

Friedensreich Hundertwasser, 107 Selbstbildnis, Marrakesch, 1951 © Die Hundertwasser gemeinnützige Privatstiftung, Wien

Foto © Leopold Museum


KUNST.INVESTOR

EGON SCHIELE, Selbstbildnis mit hochgezogener nackter Schulter, 1912 © Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger

Foto © Leopold Museum


KUNST.INVESTOR

FRIEDENSREICH HUNDERTWASSER, 170 Le jardin des morts heureux © Privatsammlung © 2020 Namida AG, Glarus, Schweiz

Foto © Leopold Museum


KUNST.INVESTOR

Egon Schiele, Der Häuserbogen ll ("Inselstadt"), 1915 © Leopold Museum, Wien, Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred

Foto © Leopold Museum


KUNST.INVESTOR

FRIEDENSREICH HUNDERTWASSER, 622 Der Nasenbohrer und die Beweinung Egon Schieles, Lugano, 1965 © Die Hundertwasser

Gemeinnützige Privatstiftung, Wien Foto: Leopold Museum, Wien/Manfred Thumberger © 2020 Namida AG, Glarus, Schweiz

Foto © Leopold Museum


KUNST.INVESTOR

FRIEDENSREICH HUNDERTWASSER, 435 Casa che protegge, 1960 © Peggy Guggenheim Collection, Venice Solomon R. Guggenheim

Foundation, New York Foto: Peggy Guggenheim Collection, Venice © 2020 Namida AG, Glarus, Schweiz

Foto © Leopold Museum


KUNST.INVESTOR

Albertina © - Das Nachtcafé in Arles, 1888, Gouache

Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Villa Flora, Winterthur

Foto: Reto Pedrini, Zürich

Die Sammlung Hahnloser

Van Gogh, Cézanne, Matisse, Hodler

Die Albertina widmet ihre Frühjahrsausstellung 2020

einer der bedeutendsten Privatsammlungen der

französischen Moderne. Die Sammlung Hahnloser

entstand zwischen 1905 und 1936 im engen

freundschaftlichen Austausch zwischen dem

Sammlerpaar Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler und

ihren Künstlerfreunden, darunter Pierre Bonnard,

Ferdinand Hodler, Henri Matisse und Félix Vallotton.

Später wurden auch deren Vorläufer Cézanne, Renoir,

Toulouse-Lautrec, Van Gogh u.a. Teil der Sammlung.

Heute umfasst die immense Sammlung einzigartige

Werkgruppen – Gemälde, Plastiken und Arbeiten auf

Papier – der schweizerischen und französischen

Moderne, darunter so prominente Werke wie Bonnards

Spiegeleffekt (Die Wanne) (1909), Cézannes Porträt

eines Künstlers (1877/78), Van Goghs Sämann (1888),

Vallottons Die Weiße und die Schwarze (1913) oder

Maillols Skulptur Pomona. Ein Großteil der Sammlung

befindet sich heute im Besitz der Nachkommen und

der Hahnloser Jaeggli Stiftung sowie dank großzügiger

Schenkungen in den Kunstmuseen von Winterthur und

Bern. Sammeln war für Arthur und Hedy Hahnloser eine

sinnstiftende Lebensaufgabe, an der sie ihr Umfeld

aktiv beteiligten. Ihre Sammlung, die sie in der Villa

Flora in Winterthur als Gesamtkunstwerk inszenierten,

verstanden sie als „Lehrmuseum“. Sie

motivierten Verwandte und Freunde, Werke ihrer

favorisierten Künstler zu erwerben oder verhalfen

diesen durch Schenkungen an Privatsammler und

Schweizer Kunstmuseen zu Bekanntheit. Dieses

„Prinzip Hahnloser“ hat die Schweizer

Museumssammlungen und ihre Ankaufspolitik enorm

bereichert; oft stehen die Schenkungen am Beginn

umfangreicher Sammlungen der Modernen Kunst. Mit

rund 120 Werken präsentiert die Ausstellung in der

ALBERTINA einen Überblick dieser international

einzigartigen Sammlung der Moderne, und beleuchtet

durch Leihgaben aus dem Kunstmuseum Bern oder

dem Kunstmuseum Winterthur auch ihren kulturpolitisch

vorbildhaften Aspekt. [Albertina, 22. Februar – 24. Mai

2020 Foto ©]


KUNST.INVESTOR

Albertina © - Félix Vallotton, Der violette Hut, 1907

Öl auf Leinwand, Dauerleihgabe an Hahnloser/Jaeggli Stiftung,

Winterthur, © Foto: Reto Pedrini, Zürich


KUNST.INVESTOR

Albertina © - Henri Manguin, Hans und Lisa Hahnloser, 1910

Öl auf Leinwand, Dauerleihgabe an Hahnloser/Jaeggli Stiftung,

Villa Flora, Winterthur, © Foto: Reto Pedrini, Zürich


KUNST.INVESTOR

Albertina © - Henri Matisse, Die beige Odaliske, 1919

Öl auf Leinwand, Dauerleihgabe an Hahnloser/Jaeggli Stiftung,

Villa Flora, Winterthur, © Foto: Reto Pedrini, Zürich


KUNST.INVESTOR

Albertina © - Henri Matisse

Frau in Grün, 1917

Öl auf Leinwand, Privatsammlung


KUNST.INVESTOR

Albertina © - Paul Cézanne, Die Dächer, 1876/77

Öl auf Leinwand, Dauerleihgabe an Hahnloser/Jaeggli Stiftung,

Villa Flora, Winterthur, © Foto: Reto Pedrini, Zürich


KUNST.INVESTOR

Albertina © - Vincent van Gogh, Verblühte Sonnenblumen, 1887

Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Bern, Schenkung Prof. Dr. Hans R. Hahnloser,

Bern, 1971 © Kunstmuseum Bern


KUNST.INVESTOR

Albertina © - Félix Vallotton, Entführung der Europa, 1908

Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Bern, Geschenk Prof. Hans R. Hahnloser,

Bern © Kunstmuseum Bern


KUNST.INVESTOR

LENNART NILSSON - THE BEGINNING

Am 30. April 1965 machte das Life Magazine mit einem

Cover auf, das in die Geschichte eingehen sollte:

Fötus, 18 Wochen hieß das Titelbild des schwedischen

Fotojournalisten Lennart Nilsson (1922–2017) lapidar

und bedeutete eine Sensation. Was bis dato höchstens

eine Handvoll Wissenschaftler und Mediziner erblickt

hatte, wurde nun in Farbe und brillanter Schärfe bis ins

Detail für die breite Öffentlichkeit sichtbar: das Leben

vor der Geburt. In Kooperation mit dem Nachlass des

Fotografen zeigt WestLicht rund 100 von Nilssons

Arbei- ten erstmals in einer umfangreichen Ausstellung.

Die Gesamtauflage des Life Magazine von 8 Millionen

war binnen weniger Tage vergriffen, der Titel blieb die

am schnellsten verkaufte Ausgabe in der Geschichte

der Zeitschrift, vor der Mondlandung und dem

Kennedy- Attentat. Der Stern publizierte die Bilder

ebenso wie Paris Match. Noch im selben Jahr

veröffentlichte Nilsson mit A Child is Born eine

erweiterte Version des Life Bildessays als Buch für

werdende Eltern – ein Bestseller bis heute, der in 20

Sprachen übersetzt und in bislang sechs Auflagen über

50 Millionen Mal verkauft wurde.

Auch 55 Jahre später in heutigen Zeiten von 3D-

Ultraschall faszinieren die Bilder, entstanden weit vor

dem allgemeinen Einsatz der Sonografie in der

Geburtsvorbereitung in den 1970er-Jahren, durch ihre

frappierende Detailfülle und Qualität. Nilsson hatte seit

den 1950er-Jahren an den Aufnahmen gearbeitet,

ausgerüstet mit Spezialkameras, Linsen und

Endoskopen, die Firmen wie Zeiss oder Jungers

Optiska für ihn und mit ihm ent- wickelten. Über die

technische Pionierleistung hinaus ist es aber vor allem

der kaum zu überschätzende kulturelle Ein- fluss, der

die Bilder zu Meilensteinen der Fotografie im 20.

Jahrhundert macht. im Alleingang haben sie die

populäre Vorstellung vom Wachstum eines Kindes im

Mutterleib geprägt – unabhängig von der Tatsache,

dass nur ein Teil der Fotografien tatsächlich in utero

entstand und es sich bei der Mehrzahl der Aufnahmen

um vorzeitig beendete Schwangerschaften handelt. Die

Bilder und ihre eigene Ästhetik – der zerbrechliche, fast

transparent erscheinende Fötus, der ruhig vor einem

dunklen Hintergrund zu schweben scheint – trafen

gera- de in einem von Umbrüchen zerrissenen

Jahrzehnt wie den 1960ern einen Nerv: als Ikonen

eines universellen Humanismus und als Dokumente

eines noch weitgehend intakten Fortschrittsoptimismus.

Schließlich wurden mit ihrer Publikation

Schwangerschaft und pränatale Entwicklung mit einem

Mal zum öffentlichen Diskussi- onsgegenständen und

es dauerte nicht lang, bis die Bilder von der Pro-Life-

Bewegung gekapert wurden, eine Verwendung, gegen

die sich Nilsson freilich stets gewehrt hat. Foto: ©

WestLicht


KUNST.INVESTOR

Lennart Nilsson, Fötus 18 Wochen, Life Magazine Cover, 1965 © Life Magazine / Lennart Nilsson

'WestLicht. Schauplatz für Fotografie'


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Lennart Nilsson, Fötus 20 Wochen, 1965 © Lennart Nilsson / TT News Agency

'WestLicht. Schauplatz für Fotografie'


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Lennart Nilsson, Fötus 20 Wochen, 1974 © Lennart Nilsson / TT News Agency

'WestLicht. Schauplatz für Fotografie'


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Alec Soth - Photography ls A Language

Der Amerikaner Alec Soth zählt seit einigen Jahren zu

den wichtigsten Fotografen weltweit. Mit der Serie

5/eeping by the Mississipi wurde er 2004 schlagartig

berühmt:ln die Fußstapfen von Robert Frank

tretend,dokumentierte der Künstler auf seinem

Roadtrip entlang des Mississippi das amerikanische

Leben - subjektiv, mit viel Poesie und Melancholie.

Soths fotografisches Werk - er ist Mitglied der

renommierten Agentur Magnum Photos- findet sich

seither in allen namhaften Ausstellungshäusern und

Fotografie-Institutionen. Seine Personale im KUNST

HAUS WIEN kann als Österreichpremiere bezeichnet

werden: Soths bekannteste Serien Sleeping by the

Mississippi(2004), Niagara (2006), Broken Manual

(2010) und Songbook (2014) sind erstmals in Wien zu

sehen,ebenso seine jüngste Arbeit IKnow How

Furious/y Your Heart /s Beating (2019). Mit dieser

verdichteten Porträtserie hat der Künstler nach einer

einjährigen Schaffenspause erneut Furore gemacht.

Alec Soths fotografisches Werk besticht durch seine

poetische Bildsprache. Soth gelingt es virtuos,

vorstädtische und ländliche Gegenden in den USA,

Menschen und Situationen ins Bild zu setzen. Seine

groß angelegten Serien können als Fallstudien der USamerikanischen

Gesellschaft gelesen werden. Soths

Fotografien geben Einblick in das Leben gewöhnlicher

wie auch manch ungewöhnlicher Menschen; sein

Interesse gilt der breiten Mittelschicht abseits der

Metropolen sowie Menschen am Rande der

Gesellschaft. Der thematische Zugang von Soth ist von

einem philanthropischen Interesse geprägt. Er bedient

sich einer dokumentarischen Herangehensweise,wobei

er sich von seinem poetischen Blick leiten lässt.

Fiktion und entwickeln eine außergewöhnliche

narrative Kraft. Manche Aufnahmen sind schon allein

aufgrund ihres Sujets poetisch, wirken malerisch, sind

bisweilen romantisch aufgeladen, etwa wenn Soth die

Niagarafälle in allihrer Pracht ablichtet. Aber auch den

konkreten Darstellungen von Menschen und Orten

wohnt stets etwas Träumerisches,Entrücktes inne. Der

Blick der Dargestellten spielt dabei wohl eine ebenso

gewichtige Rolle wie das Licht, in das die Schauplätze

getaucht sind. ln Soths Aufnahmen spiegeln sich

Vorstellungen von Lebenssituationen oder (Liebes-

)Beziehungen wider, wie sie im amerikanischen Film,in

Literatur und Musik geprägt wurden. ln seinen vielfach

ausgezeichneten Fotobüchern werden die

fotografischen Arbeiten von Essays, Kurzgeschichten

oder Auszügen aus Songtexten von verschiedenen

Autorinnen (etwa dem Pulitzer-Preisträger Richard

Ford) begleitet. Sie tragen zur Gesamterzählung bei

und unterstreichen die sehnsuchtsvolle, mitunter

melancholische Tendenz, die den eigenwilligen Reiz

der Aufnahmen ausmacht. Soth schafft

außergewöhnlich eindringliche Porträts von Menschen

und Orten. ln seiner einzigartigen fotografischen

Sprache erzählt er von großen Gefühlen wie Liebe und

Einsamkeit und reflektiert weitreichende

gesellschaftspolitische Themen, etwa wenn er

Aussteigerinnen oder Außenseiterinnen der USamerikanischen

Gesellschaft porträtiert. ln seinen

Bildern widerhallen zutiefst menschliche Sehnsüchte

und Bedürfnisse, sie erzählen von trivialen wie von

komplexen Lebensrealitäten, von physischen und

psychischen Landschaften gleichermaßen. [KUNST

HAUS WIEN. Dauer bis 16. August 2020 – Foto © ]

Seine in großen Serien zusammengefassten

Fotografien bewegen sich zwischen Realität und


KUNST.INVESTOR

Alec Scoth, Misty 2005, aus der Serie Niagara, 2006

Foto: Kunsthaus Wien - [© Alec Scoth/Magnum Photos]


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Alec Scoth, Charles, Vasa, Minnesota 2002, aus der Serie Sleeping by the Mississippi

Foto: Kunsthaus Wien - [© Alec Scoth/Magnum Photos]


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Alec Scoth, Melissa 2005, aus der Serie Niagara

Foto: Kunsthaus Wien - [© Alec Scoth/Magnum Photos]


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CURT STENVERT

ein Fall nicht nur für

(intellektuelle) Goldgräber!

Der mittlere Traber, Öl auf Holz, gerahmt, 64x148x4,5cm

Curt Stenvert (geboren am 7. September 1920 in Wien

als Kurt Steinwendner; verstorben am 3. März 1992 in

Köln) war ein multitalentierter Ausnahmekünstler. Kaum

ein Künstler hat ein so großes Spektrum von Techniken

und Themen in seiner Kunst realisiert. Sein

Schaffensweg führt von hochsensilblen Zeichnungen,

beinharter Gesellschaftskritik über formpoetische

Objekte bis hin zu Ölbildern, die die Goldfaszination

des österreichischen Jugendstils aufnehmen,

Aquarellen von minutiöser Genauigkeit, Drucken und

Collagen von betörendem Humor. Einige Jahre war

Stenvert als Filmschaffender tätig und wurde als einer

der wichtigsten österreichischen Experimentalfilmer

bezeichnet. Sein Film „Flucht ins Schilf“ wurde in der

New York Times besprochen. Es folgte die

Anerkennung für sein künstlerisches Schaffen durch die

Fachwelt . Ausstellungen von Schweden bis Italien

(Palazzo dei Diamanti in Ferrrara) machten seinen

Namen in ganz Europa bekannt. Seinem genialen Fleiß

ist es zu verdanken, dass seine Arbeiten heute nicht

nur in wichtigen Museen und Privatsammlungen

vertreten sind, sondern darüber hinaus noch

herausragende Kunstwerke aktuell verfügbar sind. L’art

pour l’homme - eine Kunst für den Menschen zu

schaffen, war sein Hauptanliegen. Im Gegensatz zum

herkömmlichen l’art pour l’art, also Kunst die nur der

Kunst verpflichtet ist, sollte Kunst für den Menschen

wirksam sein.

Ein sehr hohes Ziel, dem er sein ganzes Leben treu

geblieben ist. Eine ganze Reihe „Menschlicher

Situationen“ entstand. Auffallend hier der starke

Gegenwartsbezug aber auch das geradezu Seherische,

die Zukunft vorwegnehmendes künstlerisches Denken:

„Wozu Geburtenkontrolle…bereitet den dritten

Weltkrieg vor!“ - eine eiskalte Provokation, um den

Menschen in seinem verheerenden zerstörerischen Tun

wachzurütteln. „Mahlzeit 2000“ …Teller voller

Kieselsteine und die Frage nach dem Wert unserer

Nahrung und den Inhaltsstoffen. In seiner reifsten und

letzten Schaffensphase sucht er den absoluten Wert in

der Form von Goldhintergründen aus 24 karätigem

Dukaten Doppelgold. Er schafft „Ikonen der Gegenwart“

und wendet sich auch spirituellen Themen zu. Das

Ölbild „Raumflug durch den Götterhimmel“ macht uns

zum Zeugen wie das Spaceshuttle im All den Göttern

der Vergangenheit begegnet. Das Bild stellt die Frage

nach dem Glauben des Menschen. Sind

Religionskriege wirklich nötig? Sein geradezu

rucksichtloses Parteiergreifen für den Menschen bringt

Ihm den Kommentar ein: „dieser Mann ist gefährlich - er

denkt“! Bei der Betrachtung des Gesamtwerkes (was

bei dieser Fülle nicht leicht ist) wird klar, dass Stenverts

Gedanken selten nur gegenwartsbezogen waren,

sondern das allgemein Menschliche berühren und

deswegen von bleibender, meist sogar von steigender

Aktualität sind. (Foto: © Alexander Foggensteiner)

.


KUNST.INVESTOR

Raumflug durch den Götterhimmel, Öl auf Holz, gerahmt, 177,5x203x4.5 cm


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Aux Gazelles – Savoir Vivre in Wien

Le Restaurant, Le Club, Le Design

Mit "mehr Funktion und weniger Folklore" ist das gemeinsam entwickelte Design-Konzept von Christine Ruckendorfer

und Architekt Alberto Bach perfekt definiert. Bach zeichnet mit seinem Büro Albertoni für viele internationale

Prestigebauten verantwortlich und hält Nichts von unnötigem Chi Chi, lauten Farben und orientalischen Klischees.

Beide wollten dem Aux Gazelles mehr Spielraum und Bewegung geben. Das Licht wird durch die Neugestaltung tief in

den Raum geholt. Auch die Séparées wurden neu interpretiert. "Ich wollte zwei unterschiedliche, elegante Welten

kreieren, das Restaurant mit dem großzügigen Gastgarten ist eine helle frische Sommerwelt von großer Klarheit",

erklärt Bach. "Verbindend dazu finden sich Designelemente, die klar und schwungvoll sind, mit klassisch

marokkanischen Elementen." Eine Formsprache, die in Abwandlungen immer wieder zum Einsatz kommt. Ruckendorfer

Für Ruckendorfer ist das Ergebnis "ein zeitgemäßes Lokal auf internationalem Niveau, ohne folkloristisch zu sein." Auf

2000 Quadratmeter wird "Savoir Vivre in Wien" geboten: Essen, Trinken, Tanzen, Verwöhnen, Entspannen &

Genießen. Neue Features, wie "Lunch Bazaar", "Signature Drinks", "After Work-Shower" und anderes mehr erwarten

den Gast. "Orient Light" nennt sich das frische Food-Konzept, vielfältig, spannend und ideal für die heißen

Sommermonate in der City. Im "Lunch Bazaar" werden mittags feine Variationen in Form von libanesischen Mezze-

Gerichten und marokkanischen Vorspeisen das Aux in Form eines All You Can Eat-Buffets angeboten. Abends können

diese auch à la Carte bestellt werden. Als Mittagsmenü gibt es Rindsbrochettes mit gratinierten Zucchini, Lammköfte im

Tomaten-Zimtfonds mit Dijon Senf und gegrillte Calamari & Garnelen mit Spargel-Fenchel-Salat. Abends kommt

regional-österreichisches zum Einsatz, wie bei der Tajine mit Mariazeller Saibling, knusprigem Rinderprosciutto und

Granatapfel, einem zarten Kalbsgulasch, Couscous und Kichererbsen. Vegetarier werden mit Gemüse-Tajine oder

gebackenen Kartoffeln mit Arganöl, Koriander mit Limetten-Sauerrahmdip verwöhnt.


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Wüstentee on the Rocks meets Bloody Mary

Eine schöne Bar braucht exzellente Drinks! Daher hat sich das Aux Gazelles-Team gleich mehrere feine Signature-

Drinks überlegt. So wird der berühmte marokkanische Minztee, an dem bereits Winston Churchill im La Mamounia

schlürfte, im Sommer "on the rocks" serviert. Zum Feierabend gibt es eine alkoholische Version des Traditionsgetränks

aus der Sahara, gemixt mit Gin. Oder ein Gimlet, das berühmt, berüchtigte Getränk der Britischen Navy, favorisiert von

Ernest Hemingway und bekannt aus den Philip Marlowe-Krimis. Apropos Hemingway: Zu Beginn einer heißen Bar-

Nacht darf ein perfekter Bloody Mary nicht fehlen. Dieser Klassiker wird im Aux Gazelles nach einer klandestinen

Rezeptur eines jamaikanischen Barmans gemixt.

After Work-Shower

Raus aus dem Job und rein in den Feierabend! Doch wo bitte, machen Mann und Frau sich nach einem anstrengenden

Arbeitstag frisch und fein? Nicht jeder wohnt im City-Loft um die Ecke. Hammam und Salon de Beauté schaffen Abhilfe.

Für 15,- Euro können sich Aux Gazelles-Gäste von 17 bis 20 Uhr duschen, entspannen und für den Abend zu Recht

machen. Im Preis inkludiert sind: Handtuch, Erfrischungsgetränk (hausgemachte Limonaden und Eistees).

Verwöhnprogramm für Body & Soul

Eine alte Hammam-Tradition besagt: Politik, Geld und Sorgen bleiben draußen! Insofern sind Hammam & Salon de

Beauté nicht gerade der geeignete Ort für das nächste Business Meeting, wohl aber um sich von Kopf bis Fuß

verwöhnen zu lassen und zu entspannen. Auf 500 Quadratmetern befinden sich ein klassisches Dampfbad,

Behandlungs- und Entspannungsräumlich-keiten in bester Orient-Manier. Hammamcis verwöhnen mit Waschungen,

Peelings, wohlriechenden Salben und einer Haarwäsche – falls gewünscht. Mehr Info unter www.auxgazelles.at


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