Jahresrückblick 2019

Yoyme

JAHRESRÜCKBLICK 2019

WWF OBERWALLIS

WWF Oberwallis, Rhonesandstrasse 12, 3900 Brig, Tel. 079 178 95 79

info@wwfoberwallis.ch, www.wwfoberwallis.ch

© DELIA FRAUENFELDER

Rund 100’000 Personen nahmen am 28. September 2019 an der nationalen Klimademo teil.

WANDEL – ÜBERGANG EINES

ZUSTANDS ZUM ANDEREN

Das Jahr 2019 stand beim WWF Oberwallis ganz im Zeichen

des Wandels und der Veränderungen. Im Vorstand kam es

zu mehreren personellen Wechseln, und mit der weltweiten

Klimabewegung war der Wandel auch thematisch spürbar.

2019 verliessen uns leider gleich

vier Vorstandsmitglieder: Barbara Rehmann

(Ressort Schule), Beat Inderbitzin

(Energie) und Nathalie Feltes (Sponsorenläufe).

Auch der Präsident Klaus Minnig

gab sein Amt ab. An ihre Stellen traten

neue Mitglieder: Christine Sidler

(Ressort Schule) und Andrea Chitiva, die

neu das Repair Café organisiert. Laura

Schmid übernahm das Präsidium der

Sektion Oberwallis, nachdem sie die letzten

vier Jahre Geschäftsführerin war. Als

Nachfolgerin übernahm Angela Escher

die Geschäftsleitung.

Die Schweiz auf Klimakurs

bringen

Die Herausforderungen des Klimawandels

wurden weltweit öffentlich debattiert.

Dadurch wurde der Einfluss des

Mensches auf die Natur sichtbarer und

bewusster wahrgenommen. Auch im

Wallis bewegte sich einiges. Zusammen

mit der «Junge Klimagruppe Wallis» und

weiteren Akteuren unterstützten wir die

globale Streikbewegung «Fridays For

Future» am 15. März in Brig und gingen

zeitgleich mit über 1.5 Millionen Menschen

in mehr als 2000 Städten in über

hundert Ländern auf die Strasse. Eine

erstmalige grosse Aktion!

Im Mai begann der WWF Oberwallis

als Teil des Oberwalliser Komitees für

die Gletscherinitiative Unterschriften zu

sammeln. Mit der Initiative sollen die Ziele

des Pariser Klimaabkommens in der

Schweizer Bundesverfassung verankert

werden. Ende November 2019 konnten

die schweizweit gesammelten 113’127 Unterschriften

bei der Bundeskanzlei eingereicht

werden.

Mit dem Velo zur Klimademo

in Bern

Als Velokarawane radelten wir im

September von Siders nach Brig und weiter

von Kandersteg bis nach Bern, um an

der nationalen Klimademo in Bern teilzunehmen.

Über 1200 Velofahrende auf

mehr als 30 verschiedenen Routen aus

der ganzen Schweiz machten sich auf den

Weg nach Bern und rückten somit die

Herausforderungen des Klimawandels

und seine Auswirkungen ins Blickfeld.

Beim Zwischenstopp in Brig lernten

wir das Anergienetz der Energiestadt

Brig-Glis kennen: Mit Wärmepumpen

wird Wärme aus dem Grundwasser aufgenommen

und daraus nutzbare Wärme

produziert. Dadurch öffnet sich der Weg

zu Wärmequellanlagen und weg von Öl,

Kohle und Erdgas.

Im Oktober wählte das Walliser

Stimmvolk mit Christophe Clivaz zum

ersten Mal in der Geschichte des Wallis

einen grünen Nationalrat.

Auch 2020 wird der Schwung dieses

Wandels aufrecht gehalten. Am 15.

Mai findet ein weiterer Klimastreiktag

statt; auch in Brig. Seid dabei! ■


2

REPARIEREN ANSTATT

WEGWERFEN

Am 16. November organisierte der WWF Oberwallis zum zweiten

Mal das Repair Café Brig im Zeughaus Kultur. Einen Tag

lang flickten neun freiwillige Reparateure und Reparateurinnen

Smartphones, Elektro- und Haushaltsgeräte, Möbelstücke,

Velos sowie Textilien. Rund 80 Besucherinnen und Besucher

konnten ihre defekten Gegenstände kostenlos flicken

lassen und sich bei Kaffee und Kuchen über den WWF informieren.

Gleich bei Türöffnung wurde das Repair Café mit

Haushalts- und Elektrogeräten überschwemmt. Dank den

eifrigen Reparateuren und Reparateurinnen konnten 55 Gegenstände

teils oder ganz repariert und somit 215 kg Abfall

vermieden werden. ■

DRITTE AUFLAGE

Im kommenden Herbst wird das 3. Repair Café durchgeführt.

Möchten Sie darüber auf dem Laufenden bleiben? Oder

möchten Sie sich als Reparateur/in am Anlass engagieren?

Besonders Reparateur/innen für die Bereiche Elektro- und

Haushaltsgeräte sind gefragt. Kontaktieren Sie uns unter

andrea.chitiva@wwfoberwallis.ch.

GEHEIMNISSE ÜBER KRÄUTER UND BIENEN ERFAHREN

Hören, riechen und staunen war im Schulgarten

in Gampel-Steg anfangs August

angesagt. Anlässlich des Ferienpasses

Brig entdeckten 14 Kinder im Alter von 8

bis 12 Jahren einen Tag lang ihnen unbekannte

Tiere und Pflanzen im Schulgarten.

In Kleingruppen suchten die Kinder

Zutaten für Kräutersalz und Kräutersalbe

und lernten auf diese Weise spielerisch

deren Düfte, Formen und Blütenfarben

kennen. Das gemeinsame Herantasten

und Kennenlernen des Gartens und seinen

Lebewesen zauberte bei allen Kindern

ein grosses Lächeln aufs Gesicht. ■

LAUFEN FÜR DEN BARTGEIER

Mitte September liefen 152 Kinder der Schulregion Raron zusammen

mit dem Panda während einer Stunde um den Baggilla

See in Niedergesteln und legten rund 1090 km zurück. Das ist,

als wären sie zusammen bis nach Sizilien gerannt! Dabei sammelten

die Primarschüler/innen Geld für den Bartgeier.

Davor erfuhren die Kinder bei einem Schulbesuch, warum

der Bartgeier keine Bedrohung für den Menschen ist und wie er

die Berge aufräumt. Seit dreissig Jahren setzt sich der WWF

zusammen mit der Stiftung Pro Bartgeier ein, den König der

Alpen zurück in sein Heimatgebiet zu bringen. Inzwischen leben

wieder fünf Bartgeier im Wallis. Mit etwas Glück können sie

beispielsweise auf der Gemmi beobachtet werden. ■

Fleissig sammeln die teilnehmenden Kinder Duftpflanzen und Kräuter im Schulgarten.

© CHRISTINE SIDLER © HANSRUEDI WEYRICH


3

AUSBAUPLÄNE DER MILITÄRANLAGE SIMPLON

Das Eidgenössische Departement für

Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

(VBS) möchte auf dem Simplonpass beim

Barralhaus die Militäranlage ausbauen. Die

neuen Bauten sind in einem landschaftlich

und ökologisch sensiblen Gebiet geplant: eine

weitgehend unverbaute Ebene mitten in vielfältigen

Alpweiden. Der WWF wehrt sich

zusammen mit Schweizer Vogelschutz SVS/

BirdLife Schweiz und Pro Natura mit einer

Einsprache gegen das Ausbauprojekt. ■

Blick auf die weitgehend unverbaute Ebene mitten in vielfältigen Alpweiden auf dem Simplon.

© JÜRG BURI

QUECKSILBERSANIERUNG UND

LONZA-DEPONIE GAMSENRIED

Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) und der WWF

Oberwallis bilden seit 2014 eine Allianz, um die Quecksilbersanierungen

der Lonza in der Region Visp zu beobachten und auf

Mängel hinzuweisen. Die Sanierungen im Siedlungsgebiet schreiten

voran und sind teils abgeschlossen. In den kommenden Jahren

wird das Landwirtschaftsgebiet sowie der Grossgrundkanal

folgen.

Unterhalb der Lonzadeponie Gamsenried wurde Benzidin

im Grundwasser und Abstrom gefunden, ein Stoff der beim Menschen

Blasenkrebs verursachen kann. Es scheint, als ob das Benzidin

aus der Deponie entweicht. Bis anhin konnte noch nicht

nachgewiesen werden, seit wann und wie viel Benzidin ausläuft.

Zusammen mit Aefu verlangen wir, dass die Deponie gesamtheitlich

saniert und die Altlasten entfernt werden. ■

DRITTE RHONEKORREKTION:

AUE ZEITERBODE

Die 3. Rhonekorrektion umfasst den gesamten Flusslauf des

Rottens von Gletsch bis zum Genfersee. Ziel ist, einerseits den

Schutz vor Hochwasser zu verbessern und andererseits dem

Fluss wieder mehr Platz zu geben, da er bei den vorherigen

Korrektionen enorm verengt wurde. Erste Etappen wurden

bereits umgesetzt. Nun wird im Goms bei Blitzingen eine Revitalisierungs-

und Hochwasserschutzmassnahme vorgezogen,

die die Aue Zeiterbode miteinschliesst. Auen sind Uferlandschaften

von Bächen, deren Geländeformen und Lebewesen

zwischen niederer und hoher Wasserführung leben. Immer

wieder werden grosse Flächen überfluten, womit artenvielfältige

Lebensräume entstehen. Die Aue Zeiterbode ist von nationaler

Bedeutung. Deshalb fordert der WWF, dass die gesamte

Aue aufgewertet und revitalisiert wird. ■

© LAURA SCHMID

Der wildtosende, unberührte Färdabach im Lötschental.

WASSERKRAFTWERK FÄRDABACH

Der Staatsrat genehmigte Ende Juli die Wasserrechtskonzession

zur Nutzung der Wasserkräfte des Färdabaches im Lötschental. In

diesem wildtosenden, intakten Bergbach lebt eine vom Aussterben

bedrohte Steinfliegenart. Sie findet ihren Lebensraum unterhalb von

2000 m.ü.M und braucht ganzjährig kaltes Wasser. Im Wallis gibt es

aktuell nur 14 Fundorte. Das Kleinwasserkraftwerk würde an einem

der wenigen noch existierenden unberührten Bergbäche entstehen.

Der Bach würde dadurch zu einem kleinen Rinnsal. Das wäre ein schwerer

Eingriff für die prächtige Landschaft und den wertvollen Lebensraum.

Deshalb widersetzt sich der WWF mit einer Beschwerde beim

Verwaltungsgericht gegen dieses Vorhaben. ■


4

ENGAGIEREN SIE SICH FÜR DIE UMWELT UND

DIE NATUR IM OBERWALLIS!

Wir suchen Sie! Der WWF Oberwallis braucht dringend mehr engagierte Leute. Wir könnten

zahlreiche Aktionen und Projekte für die Umwelt realisieren, doch so oft fehlt uns die nötigen

«Manpower». Wir sind zurzeit schlicht zu klein. Interessieren Sie sich für die Umwelt und

möchten Sie sich dafür einsetzen?

Es gibt viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten:

WWF Läufe organisieren; Primarschulen

besuchen und dabei Kindern

den nachhaltigen Umgang mit natürlichen

Ressourcen erklären oder den Lebensraum

von bedrohten Tieren aufzeigen;

Texte zu Umwelt und Natur im

Oberwallis schreiben oder aussagekräftige

Fotos machen; kurze Texte von Deutsch

ins Französische übersetzten; Umwelt-

Events für Erwachsene organisieren;

Fachwissen zu Umwelt- und Naturthemen

einbringen; usw.

Abwechslungsreiche und

vielfältige Arbeit

Weltweit engagieren sich mehr als

fünf Millionen WWF-Mitglieder für einen

gesunden und lebendigen Planeten. Dabei

möchten wir eine nachhaltige Welt für

uns und die nachfolgenden Generationen

erreichen. Deshalb setzen wir uns einerseits

für eine artenreiche Biodiversität

und andererseits einen nachhaltigen Umgang

mit natürlichen Ressourcen ein.

Dazu agieren wir mit unterschiedlichen

Partnern und an unterschiedlichen Orten:

wir arbeiten draussen im Feld, mit

der Politik, mit Firmen und mit der Bevölkerung.

So abwechslungsreich unsere

Arbeit ist, so vielfältig sind auch die Einsatzmöglichkeiten

und Fähigkeiten von

Freiwilligen.

Werden Sie Teil vom WWF Oberwallis

und lernen Sie uns besser kennen. Melden

Sie sich unverbindlich bei der Geschäftsleiterin

Angela Escher, E-Mail:

angela.escher@wwf.ch. ■

Vorstand WWF Oberwallis anlässlich der Generalversammlung im Frühling 2019.

© WWF OBERWALLIS

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