Old Master Paintings – Part 2
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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE<br />
KATALOG III<br />
GEMÄLDE ALTE MEISTER TEIL 2<br />
CATALOGUE III<br />
OLD MASTER PAINTINGS PART 2<br />
AUKTIONEN / AUCTIONS:<br />
DONNERSTAG, 24. & FREITAG, 25. SEPTEMBER 2020<br />
Besichtigung: Samstag, 19. September <strong>–</strong> Mittwoch, 23. September<br />
THURSDAY, 24 & FRIDAY, 25 SEPTEMBER 2020<br />
Exhibition: Saturday, 19 September <strong>–</strong> Wednesday, 23 September<br />
KATALOG<br />
CATALOGUE<br />
III<br />
DONNERSTAG<br />
THURSDAY
OLD MASTER<br />
PAINTINGS<br />
P A R T II
223<br />
MEISTER UM 1320/ 1340,<br />
SCHULE DES VITALE DA BOLOGNA<br />
1289/ 1309 <strong>–</strong> 1359/ 60<br />
MADONNA MIT DEM SEGNENDEN JESUSKIND<br />
Öl/ Tempera und Goldgrund auf Holz.<br />
37,5 x 28,5 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
Beigegeben ein Gutachten von Dr. Eric Vandamme,<br />
wissenschaftlicher Direktor am Koninklijk Museum<br />
voor Schone Kunsten Antwerpen, vom 01.01.2003, mit<br />
Ergänzungschreiben vom 19.01.2003.<br />
Das kleine Tafelbild zeigt Maria im Halbbildnis, in beiden<br />
Händen hält sie das Jesuskind, das die rechte Hand<br />
zum Segensgestus erhoben hält, während die Linke an<br />
den Saum des blauen Mantels der Mutter greift. Die<br />
Kopfhaltung der Maria, wie auch die Körperhaltung des<br />
Kindes, neigen nach links, wobei der Blick der Mutter<br />
dem Betrachter zugewandt ist, während der des Kindes<br />
nach links unten in den Raum gerichtet ist. Die Beine<br />
des Kindes sind übereinander gekreuzt, was unter<br />
dem gelb-goldenen Kleid noch zu erkennen ist. Damit<br />
wird der Jesusknabe ikonographisch als Herrscher bezeichnet.<br />
Es fällt auf, dass das Haar von Mutter und<br />
Kind in einem rötlich-gold-blonden Farbton vorgeführt<br />
wird, bei Maria in mild verlaufenden Wellen, beim<br />
Kind mit einzelnen Locken, in beiden Fällen jedoch<br />
von erstaunlich guter Farberhaltung. Neben dem Lapislazuliblau<br />
des Madonnenmantels tritt vor allem das<br />
leuchtende Scharlachrot des Kleides darunter hervor,<br />
das in der Haarfarbe eine gewisse Fortsetzung findet.<br />
Der Mantel ist mit einem Schulterstern und gesticktem<br />
Saum in Muschelgold dekoriert; die beiden breiten<br />
Nimbenscheiben punziert: Bei Maria in Form von Rosetten,<br />
beim Kind mit dreifacher Aussparung, womit<br />
die Andeutung des Kreuzes gegeben ist.<br />
Für die Autorschaft des Bildes wurde aufgrund der Stilistik<br />
zunächst an einen Sieneser Maler gedacht. Hier<br />
lagen die Vorbilder in der byzantinischen Maltradition.<br />
Die leicht grünlich wirkenden Schatten im Inkarnat ist<br />
eine von da an übliche Stilistik. Diese Schule wurde<br />
von Duccio di Boninsegna (um 1255-1319) geprägt, so<br />
lassen Bildvergleiche etwa mit dessen „Duccio-Madonna“<br />
in der Londoner National Gallery eine Stilverwandtschaft<br />
erkennen.<br />
Im beiliegenden Gutachten von Dr. Eric Vandamme,<br />
der das Gemälde ausgiebig untersucht und auch etwa<br />
die Echtheit der Nimbenpunzierung bestätigt hat, wird<br />
der Name Duccio und dessen Werk zunächst auch<br />
in Erwägung gezogen. Im Gutachten wird auch die<br />
Meinung von Prof. van Os berücksichtigt. Allerdings<br />
kommt die Untersuchung letztlich zu dem Schluss,<br />
dass trotz aller Schwierigkeiten der Bestimmung einer<br />
Autorschaft bzw. des Vorbildes der Bologneser Vitale<br />
da Bologna mit größerer Überzeugung zu nennen sei.<br />
Der Maler ist auch bekannt unter dem Namen Allegretto<br />
Nuzi, Vitalis de Equis, Vitale delle Madonne,<br />
Mimo de‘Cavalli. Die Abhängigkeit des Bildes von<br />
diesem Künstler, der den sog. Internationalen Stil<br />
mitbegründete, bestätigt sich durch den Vergleich mit<br />
dessen „Madonna dei Battuti“ (um 1340), die sich in<br />
den Vatikanischen Museen befindet. Die figürliche<br />
Darstellung ist mit dem vorliegenden Bild nahezu<br />
identisch, allerdings mit einigen kleinen Unterschieden,<br />
wie das im römischen Bild fehlende Rot des Kleides,<br />
während dort sich seitlich zusätzlich auch noch<br />
Adoranten befinden. A.R. (1240535) (1) (11)<br />
MASTER CA. 1320/ 1340,<br />
SCHOOL OF VITALE DA BOLOGNA,<br />
1289/ 1309 <strong>–</strong> 1359/ 60<br />
MADONNA WITH CHRIST CHILD BLESSING<br />
Oil/ Tempera on gold ground on panel.<br />
37.5 x 28.5 cm.<br />
Unframed.<br />
Accompanied by an expert‘s report by Dr Eric Vandamme,<br />
scientific director at the Royal Museum of<br />
Fine Arts, Antwerp, dated 1 January 2003, with a<br />
complementary letter dated 19 January 2003.<br />
€ 30.000 - € 40.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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224<br />
JAN MABUSE GOSSAERT,<br />
UM 1478 <strong>–</strong> 1532 ANTWERPEN, KREIS DES<br />
MADONNA MIT DEM KIND<br />
Öl auf Holz, verso gefestigt.<br />
76 x 55 cm.<br />
In vergoldetem bemalten Rahmen.<br />
Auf einer Veranda an einem Tisch die sitzende Madonna<br />
in dunkelblauem Gewand, weißer Kopfbedeckung und<br />
rotem faltenreichen Mantel, der teils auf der Tischplatte<br />
liegt und auf dem, gehalten von ihrer rechten filigranen<br />
Hand, der nackte Jesusknabe sitzt. Dieser mit braunem<br />
lockigen Haar, hat sein kleines rechtes Bein erhoben<br />
und beide Arme weit auseinandergestreckt und<br />
schaut mit seinen braunen Augen seitlich aus dem<br />
Bild heraus. Die Madonna selbst mit langem welligen<br />
Haar, die Augen halb geschlossen und voller Konzentration<br />
liebevoll auf den Knaben blickend. Hinter ihr<br />
eine Brüstung mit zwei vorgesetzten Podesten mit je<br />
einer goldenen Kugel, einer rot und mit gold verzierten<br />
Säule sowie einem auf der rechten Seite hängenden,<br />
rot-braunen Vorhang. Der Blick fällt auf die bergige<br />
Landschaft mit Häusern und einigen Figuren am hinteren<br />
linken Bildrand. Malerei in der typischen Manier<br />
des Jan Mabuse Gossaert, bei der die rot-beigen<br />
Töne überwiegen, vor dem meist in grau gehaltenen<br />
Hintergrund mit grauem, teils heller aufklarendem<br />
Horizont. Rest., kleinere Retuschen, minimale Rahmenschäden.<br />
(1241142) (18)<br />
JAN MABUSE GOSSAERT<br />
CA. 1478 <strong>–</strong> 1532 ANTWERP, CIRCLE OF<br />
MADONNA AND CHILD<br />
Oil on panel, reinforced on the reverse.<br />
76 x 55 cm.<br />
In painted gilt frame.<br />
€ 18.000 - € 25.000<br />
Sistrix<br />
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15
225<br />
PIETER AERTSEN,<br />
1507/08 <strong>–</strong> 1575, KOPIE NACH<br />
Dreiflügeliger Hausaltar, spätere Wiederholung wohl<br />
nach einem verschollenem Altar des Pieter Aertsen.<br />
ANBETUNG DER HIRTEN (Mitteltafel)<br />
ANBETUNG DER KÖNIGE (rechts)<br />
BESCHNEIDUNG CHRISTI (links)<br />
Öl auf Holz.<br />
Höhe: 77cm.<br />
Breite geschlossen: 52 cm.<br />
Breite geöffnet: 106 cm.<br />
Unter der Mitteltafel altes Künstlernamensschild.<br />
Die Größenverhältnisse lassen darauf schließen, dass<br />
es sich bei dem Triptychon um eine verkleinerte Wiederholung<br />
eines einst großen Altares von Pieter Aertsen<br />
handeln könnte. Bekanntlich wurden viele seiner<br />
religiösen Bilder, vor allem Altarwerke, während der<br />
Bilderstürme und noch später zerstört. Umso interessanter<br />
ist diese spätere Wiederholung, könnte sie<br />
doch eine Erinnerung an ein imposantes Werk des<br />
Malers sein, wenn auch aus späterer Hand. Das Zentrum<br />
zeigt die „Anbetung des Kindes“ vor der Kulisse<br />
antiker Architekturen mit Bögen, Treppe und Säule.<br />
Die Krippe in Form einer Kinderwiege, davor Maria,<br />
zwei Engel und drei Hirten. Rechts Joseph. In den Seitenflügeln<br />
wird die Idee der Fantasiearchitekturen<br />
fortgesetzt: rechts in Form eines intakten Bogens, in<br />
dem der dritte der Könige erscheint, links als Renaissance-Innenraum<br />
mit gewölbter Kassettendecke und<br />
einem Hängebaldachin über der Beschneidungsszene.<br />
Ein Knabe hält eine gestabte Kerze und einen Weinkelch<br />
als Kultattribute.<br />
Die Darstellungen innerhalb der Rahmungen gemalt,<br />
die Innenleisten mit Zahnschnitt und Kehlungen gearbeitet;<br />
im geschlossenen Zustand ochsenblutrot, mit<br />
Christusmonogrammen. Der obere Abschluss in Form<br />
später Nachgotik dreifach in Schwüngen hochgezogen,<br />
in der Mitteltafel mit Perlstab besetzt.<br />
Als auffallendes, für Bethlehem-Darstellungen Aertsens<br />
typisches Stilmerkmal ist hier die Krippe zu sehen.<br />
Entgegen der vorhergehenden Tradition liegt in seinen<br />
Bildern das Kind nicht auf Stroh am Boden; stets sucht<br />
Aertsen eine würdigende Basis, entweder in Form eines<br />
Kapitells, auf dem das Kissen liegt, oder eines Korbes.<br />
Hier im Bild dürfte der römisch-antike Mauer bogen,<br />
aber auch die betonte Halbmondform der Wiegenkufen<br />
den Gegenstand zu erhöhen gesucht haben.<br />
Aufgrund der wenigen erhaltenen Altarbilder des Meisters,<br />
wie etwa dem des Stifters und Seifenmachers<br />
Jan van der Biest, ist auch diese spätere Wiederholung<br />
wohl als wertvolles Dokument eines seiner verschollenen<br />
Werke zu sehen. A.R. (1241141) (11)<br />
PIETER AERTSEN<br />
1507/08 <strong>–</strong> 1575, COPY AFTER<br />
House altar with three panels, later copy after a lost<br />
altar by Pieter Aertsen.<br />
THE ADORATION OF THE SHEPHERDS (central panel)<br />
THE ADORATION OF THE MAGI (right)<br />
THE CIRCUMCISION OF CHRIST (left)<br />
Oil on panel.<br />
Height: 77cm.<br />
Width closed: 52 cm.<br />
Width opened: 106 cm.<br />
<strong>Old</strong> name plate under central panel.<br />
€ 20.000 - € 40.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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19
226<br />
VENEZIANISCHER MALER DER ZWEITEN HÄLFTE<br />
DES 16. JAHRHUNDERTS<br />
DIE VERKÜNDIGUNG AN MARIA<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
67 x 50 cm.<br />
In dekorativem Prunkrahmen.<br />
Auf einer Gebetsbank die kniende Maria in rot-blauem<br />
Gewand, in ihrer linken Hand ein Buch haltend. Sie<br />
dreht sich erschrocken um und streckt ihren rechten<br />
Arm abwehrend aus, als Ihr unverhofft ein Engel mit<br />
großen Flügeln erscheint. Dieser hält in seiner linken<br />
Hand eine weiße Lilie, ein Mariensymbol, und weist<br />
Maria durch eine Schar von Wolken auf die im Himmel<br />
schwebende Taube Gottes hin, die den heiligen Geist<br />
symbolisiert, von der breite gelbe Strahlen ausgehen.<br />
Dramatische Darstellung eines in der Malerei beliebten<br />
Motivs, hier jedoch die Verkündigung nicht in einem<br />
geschlossenen Innenraum. Retuschen. Rahmenschäden.<br />
(12402611) (18)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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227<br />
ITALIENISCHER MALER DES 16. JAHRHUNDERTS<br />
DIE HEILIGE FAMILIE MIT JOHANNES DEM TÄUFER<br />
Öl auf Holz, teilparkettiert.<br />
69 x 54 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
Im Mittelpunkt vor braunem Hintergrund die Gottesmutter<br />
in rot-blauem Gewand, sorgsam geflochtenen<br />
Haaren mit weißem Schleier, in ihren Armen auf dem<br />
Schoß den fast nackten, kräftigen Jesusknaben haltend.<br />
Dieser mit blondem Lockenkopf und rötlichen<br />
Wangen wendet sich dem Johannesknaben auf der<br />
linken unteren Bildseite zu und ergreift dessen hingehaltenen<br />
Rotulus, auf dem die Worte „ECCE AGNUS“-<br />
zu erkennen sind. Johannes mit hellbraunen, lockigen<br />
Haaren, einem Fellgewand und in seiner linken Hand<br />
einen Kreuzesstab haltend, die beiden für ihn typischen<br />
Attribute. Maria mit zarten Inkarnat und schmalen<br />
roten Lippen blickt mit halb geschlossenen Augen<br />
gedankenvoll auf Johannes herab, weiß sie doch um<br />
die Bedeutung der Worte des Lammes Gottes. Im<br />
Hintergrund links mit Vollbart und in einem braunem<br />
Gewand der stehende Josef, der Kopf und Blick traurig<br />
gesenkt hat. Alle Figuren jeweils mit einem Nimbus<br />
um das Haupt. Besonders herausgestellt wird das<br />
feine, helle Inkarnat von Maria und den beiden Knaben<br />
gegenüber dem dunklen Hintergrund. Kleinere<br />
Retuschen. (1220076) (2) (18)<br />
ITALIAN SCHOOL, 16TH CENTURY<br />
THE HOLY FAMILY WITH SAINT JOHN THE BAPTIST<br />
Oil on panel, partially parquetted.<br />
69 x 54 cm.<br />
Unframed.<br />
With minor retouching.<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
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21
228<br />
GIAMPIETRINO,<br />
EIGENTLICH „GIOVANNI PIETRO RIZZOLI“,<br />
TÄTIG UM 1495 <strong>–</strong> 1540, ZUG.<br />
DIE BÜSSENDE MARIA MAGDALENA<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
75,5 x 65 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Im Inneren einer Felsgrotte mit rötlichem Stein Maria<br />
Magdalena mit dunkelblonden langen Haaren, umhüllt<br />
von einem langen grünen Tuch, mit dem sie mit ihrer<br />
linken Hand den Brustbereich bedeckt. Vor ihr stehend<br />
ein kleines Holzkreuz mit dem Corpus Christi, das sie<br />
mit leicht geschlossenen Augen voller Reue anblickt.<br />
Mit ihrer rechten Hand hält sie ein aufgeschlagenes<br />
kleines Buch. Am rechten unteren Rand steht auf<br />
einem Felsstück ein Salbgefäß, das als ihr Attribut gilt.<br />
Feine Malerei in überwiegend rötlicher und grüner<br />
Farbgebung.<br />
GIAMPIETRINO,<br />
ALSO KNOWN AS “GIOVANNI PIETRO RIZZOLI”,<br />
ACTIVE CA. 1495 <strong>–</strong> 1540, ATTRIBUTED<br />
THE PENITENT MARY MAGDALENE<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
75.5 x 65 cm.<br />
In decorative frame.<br />
Note:<br />
The artist often painted the subject of Mary Magdalene.<br />
A painting similar in its composition, however,<br />
showing the depicted with a red cloth, was offered<br />
for sale at auction in Italy in 1999.<br />
€ 16.000 - € 18.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
Anmerkung:<br />
Der Künstler malte häufiger das Motiv der Maria<br />
Magdalena. Ein in der Komposition vergleichbares<br />
Gemälde, jedoch die Dargestellte mit rotem Tuch,<br />
wurde 1999 in Italien auf einer Versteigerung angeboten.<br />
(1220356) (2) (18)<br />
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229<br />
LUCA LONGHI,<br />
1507 RAVENNA <strong>–</strong> 1580, ZUG.<br />
DIE MADONNA MIT DEM JESUSKNABEN UND<br />
JOHANNES DEM TÄUFER<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
62 x 44,5 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
Beigegeben eine Expertise von Maurizio Marini.<br />
Vor einem großen bewachsenen Felsen die stehende<br />
Madonna in rosa farbenem faltenreichen Gewand mit<br />
Gürtel und blauem Umhang. Sie berührt vorsichtig mit<br />
der linken Hand den auf Kissen vor ihr liegenden nackten,<br />
sich leicht streckenden Jesusknaben, der nach<br />
unten blickend aus dem Bild herausschaut. In ihrer<br />
rechten Hand hält sie eine kleine Rose. Mit ihrem zarten<br />
Gesicht, dem kleinen roten Mund, den wohlgeschwungenen<br />
Augenbrauen und den leicht geschlossenen<br />
Augen schaut sie liebevoll das liegende Kind<br />
an. Am linken Bildrand steht der Johannesknabe mit<br />
schmalem Kreuzesstab und Rotulus, mit Fellgewand<br />
und rotem Tuch, die Arme vor der Brust überkreuzt<br />
und mit den leicht gesenkten Augen seines großen<br />
Kopfes das Jesuskind anblickend. Im Hintergrund<br />
rechts Blick in eine bergige Landschaft unter blauweißem<br />
Himmel. Wenige kleinere Retuschen.<br />
In dieser gefühlvollen Darstellung erkennt man die Art<br />
und Weise des größten, im 16. Jahrhundert in Ravenna<br />
tätigen Künstlers Luca Longhi, Inhaber einer erfolgreichen<br />
und wachsenden Werkstatt, deren Aktivitäten<br />
bis zur Schwelle des 17. Jahrhunderts reichen. Als<br />
Schüler Francesco Zaganellis (um 1470-1532), aber<br />
besonders unter Einfluss von Marco Palmezzano<br />
(1458-1539) und Raffael (1483-1520) (vermittels Innocenzo<br />
da Imola) erarbeitete sich Longhi schnell seinen<br />
eigenen außergewöhnlichen Stil, der durch eine einfache<br />
und archaische Anmut besticht und oft als puristisch<br />
bezeichnet wurde. (1220357) (2) (18)<br />
LUCA LONGHI,<br />
1507 RAVENNA <strong>–</strong> 1580, ATTRIBUTED<br />
MADONNA AND CHRIST CHILD WITH SAINT JOHN<br />
THE BAPTIST<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
62 x 44.5 cm.<br />
Unframed.<br />
Accompanied by an expert’s report by Maurizio Marini.<br />
€ 18.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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23
230<br />
ISABELLA MARIA DAL POZZO,<br />
GEB. TURIN <strong>–</strong> GEST. 1700 MÜNCHEN, ZUG.<br />
Die Malerin bekannt geworden durch ihre Werke nach<br />
Guido Reni (1575-1642). Sie erhielt mehrere Aufträge<br />
durch die Prinzessin Henriette Adelaide von Savoyen,<br />
Gemahlin des bayerischen Kurfürsten.<br />
MADONNA CHE CUCE<br />
Öl auf Leinwand.<br />
28,5 x 21,5 cm.<br />
In einem aufwändig und durchbrochen geschnitzten,<br />
vergoldeten Hochbarock-Rahmen mit reichem Akanthusblattdekor.<br />
Beigegeben eine Expertise von Andrea Emiliani, Bologna<br />
13.03.2018 das Gemälde Guido Reni zugeschrieben.<br />
Das ursprünglich von Guido Reni geschaffene Gemälde<br />
gilt als frühes Werk des Meisters und wurde von Isabella<br />
dal Pozzo mehrfach wiederholt. Neben dieser<br />
Darstellung sind von ihr auch weitere Werke nach<br />
Reni, wie etwa „Caritas Romana“ bekannt geworden.<br />
Die jugendliche Maria in hellem Kleid nach rechts sitzend,<br />
auf ihrem Schoß Nähzeug, während sie einen<br />
dünnen Faden in der rechten Hand hält. Seitlich und<br />
darüber Putten neben einem Baldachintuch. Wiewohl<br />
dem Gemälde eine Expertise von Andrea Emiliani beiliegt,<br />
worin das Bild als ein frühes Werk Renis angesehen<br />
wird, scheint ein neuerlicher Befund doch eher<br />
auf die weitgehend noch nicht so bekannte Malerin<br />
und Stilnachfolgerin Renis zutreffender. (1240292) (11)<br />
€ 9.000 - € 11.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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231<br />
EMILIANISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
JOHANNES DER TÄUFER<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
100 x 74,5 cm.<br />
In vergoldetem Prunkrahmen.<br />
In frontaler Sicht Dreiviertelbildnis des Johannes mit<br />
freiem Oberkörper, um die Hüften ein Fellgewand und<br />
einen langen dunkelroten Mantel. Er hält in seiner linken<br />
Hand einen langen schmalen Kreuzstab und in<br />
seiner Rechten ein auf dem Schoß sitzendes kleines<br />
Schaf. Retuschen. (1240332) (3) (18)<br />
EMILIAN SCHOOL, 17TH CENTURY<br />
SAINT JOHN THE BAPTIST<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
100 x 74.5 cm.<br />
In magnificent gilt frame.<br />
With retouching.<br />
€ 15.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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25
232<br />
FRANCESCO FRACANZANO,<br />
AUCH GENANNT „CICCIO FRACANZANO“,<br />
1612 MONOPOLI <strong>–</strong> UM 1656 NEAPEL, ZUG.<br />
Fracanzano wirkte zunächst in der Werkstatt des<br />
Giuseppe José de Ribera (1588/91-1652), was seinen<br />
Malstil nachhaltig beeinflusste. Er gilt als wichtiger<br />
Vertreter einer naturalistischen Barock-Stilistik der<br />
Malschule von Neapel, zu der auch sein Schwager<br />
Salvator Rosa (1615-1673) zählt.<br />
VOR KRUZIFIX KNIENDER HEILIGER IN WEITER<br />
LANDSCHAFT, WOHL DER HEILIGE BRUNO<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
115 x 82 cm.<br />
In vergoldetem Prunkrahmen.<br />
Der kniende Mann nach rechts in beige-braunem<br />
Ordensgewand mit langer Kapuze, die Hände zum<br />
Gebet gefaltet. Vor ihm auf einem Steinsockel ein<br />
kaum erkennbarer Schädel, daneben ein aufgeschlagenes<br />
Buch und ein schmales Kreuz mit dem Corpus<br />
Christi. Der Ordensbruder hat sein Gesicht mit langem<br />
Bart und Tonsur erhoben und blickt mit seinen<br />
dunklen Augen andächtig und ehrfürchtig auf das<br />
Kreuz. Um das Haupt ein schmaler Nimbus erkennbar,<br />
seine rechte Hand ist zudem mit einem Wundmal<br />
versehen. Die feine Ordenstracht weist im Ärmelbereich<br />
einige Risse auf. Im Hintergrund die weite bergige<br />
Landschaft mit hohem blauen, teils gelblich verfärbten<br />
Himmel. Einfühlsame feine Darstellung in harmonischer<br />
Farbgebung. Der Heilige Bruno (um 1031-1101)<br />
war der Gründer des Kartäuserordens. Zu seinen Attributen<br />
zählt das Ordensgewand, ein Buch, ein Totenkopf<br />
und auch ein Kruzifix, jedoch meist mit austreibenden<br />
Blättern am Ende des Kreuzes. Es könnte<br />
sich daher hier um den genannten Heiligen handeln.<br />
Einige Retuschen. (1240922) (2) (18)<br />
FRANCESCO FRACANZANO,<br />
ALSO KNOWN AS “CICCIO FRACANZANO”,<br />
1612 MONOPOLI <strong>–</strong> CA. 1656 NAPLES, ATTRIBUTED<br />
SAINT, PROBABLY SAINT BRUNO, KNEELING IN<br />
FRONT OF A CRUCIFIX IN VAST LANDSCAPE<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
115 x 82 cm.<br />
In magnificent gilt frame.<br />
€ 10.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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233<br />
SEBASTIANO CONCA,<br />
1676/80 GAETA <strong>–</strong> 1764 NEAPEL, ZUG.<br />
DER HEILIGE ROMEDIUS VOR DEM BISCHOF<br />
VIGILIUS ZU TRIENT<br />
Öl auf Kupfer, verso mit Glas hinterlegt.<br />
53 x 62 cm.<br />
In vergoldetem Rahmen.<br />
Der Heilige Romedius, auch Remegius, war ein Einsiedler<br />
adliger Herkunft auf dem Nonsberg in Trentino.<br />
Als er schon alt war, wollte er seinen Freund, den Bischof<br />
von Trient besuchen. Kurz vor der Abreise zerfleischte<br />
jedoch ein Bär das Pferd; der Heilige soll darauf<br />
dem Bär Zaumzeug anlegen lassen, und so nach<br />
Trient geritten sein. Das Gemälde zeigt den in braune<br />
Kutte gekleideten Romedius vor dem Bischof in weißblauem<br />
Priestergewand vor dem von Säulen flankierten<br />
Eingang wohl einer Kirche. Links von ihnen stehen<br />
die beiden Gefährten des Heiligen, Abraham und<br />
David, von denen einer den Bären an einer Leine hält.<br />
Er berichtet zudem einem erstaunt auf den Bären<br />
blickenden jungen Mann mit rotem Überwurf über die<br />
Anreise und weist mit seiner ausgestreckten rechten<br />
Hand auf Romedius hin. Rechts unten schaut ein Junge<br />
mit Hund ebenfalls ungläubig auf den Bären mit<br />
Zaumzeug. Ungewöhnliche und seltene Darstellung<br />
einer Heiligengeschichte. Minimale Retuschen.<br />
Anmerkung:<br />
Der Heilige Romedius wird auch „der Heilige mit<br />
dem Bären“ genannt und ist Lokalheiliger im Tiroler<br />
Raum. (1240555) (1) (18)<br />
€ 7.000 - € 9.000<br />
Sistrix<br />
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27
234<br />
FLÄMISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
DIE GEISSELUNG CHRISTI<br />
Öl auf Kupferplatte, parkettiert.<br />
70 x 89 cm.<br />
Im Mittelpunkt, in einem Kerkergewölbe mit drei<br />
Arka denbögen, der stehender Christus, lediglich mit<br />
einem Lendenschurz bekleidet. Seine Arme sind hinter<br />
dem Rücken gefesselt, während ein Mann gerade<br />
im Begriff ist, sein linkes Bein an eine Säule festzubinden.<br />
Christus ist von drei, überwiegend rot und<br />
grün gekleideten Schächern umgeben, die mit Reisigbündel<br />
bzw. mit einer kurzen Peitsche auf ihn einschlagen.<br />
Am rechten Bildrand ein vergittertes Fenster<br />
und ein sitzender Mann in braunem Gewand, der,<br />
ebenso wie ein grauer knurrender Hund, der Geißelung<br />
beiwohnt. Am linken unteren Bildrand liegen ein<br />
brauner Mantelüberwurf und ein weiteres Reisigbündel.<br />
Darüber, in der Wand, eine Tür, die gerade von<br />
zwei Männern in längeren Gewändern betreten wird.<br />
Malerei, bei der das helle unversehrte Inkarnat des<br />
Körpers Christi im Mittelpunkt steht. Christi hat seinen<br />
Kopf, der von einem kleinen Strahlennimbus umgeben<br />
ist, leicht zur Seite geneigt und blickt mit seinen<br />
Augen nach unten auf den gekachelten steinernen<br />
Boden und scheint die Schmerzen still leidend zu erdulden.<br />
Vor sonst grauem Hintergrund wird zudem die<br />
farbige Kleidung der dargestellten Personen besonders<br />
hervorgehoben. Retuschen. (1240336) (3) (18)<br />
FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY<br />
THE FLAGELLATION OF CHRIST<br />
Oil on copper plate, parquetted.<br />
70 x 89 cm.<br />
€ 15.000 - € 18.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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235<br />
FRANCESCO CONTI,<br />
1681 <strong>–</strong> 1760, KREIS DES<br />
DIE BEWEINUNG CHRISTI<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
72,5 x 87 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Vor abendlichem Himmel am Fuß des Kreuzes der Leichnam<br />
Christi, halb auf einem weißen Laken liegend, das<br />
auch den Hüftbereich bedeckt. Hinter ihm seine Mutter<br />
Maria in rotem Gewand mit langem weiten Mantel, in heftigem<br />
Gestus beide Arme weit auseinandergestreckt und<br />
den Leichnam Christi, dessen Seitenwunde deutlich erkennbar<br />
ist, betrauernd. Zur rechten Seite die kniende<br />
Maria Magdalena in glänzend goldenem Obergewand und<br />
grünem Rock, mit ihrer Linken die Hand des Verstorbenen<br />
haltend. Harmonische Malerei in teils kräftigen Farbtönen,<br />
mit gekonnter Hell-Dunkel-Inszenierung. Minimale Retuschen.<br />
(1241024) (18)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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29
236<br />
SPANISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
DIE HEILIGE ELISABETH BEI VERSORGUNG DER<br />
KRANKEN - ELISABETH VON UNGARN BEI DER<br />
LEPROSENHEILUNG<br />
Öl auf Leinwand.<br />
43 x 35 cm.<br />
Im vergoldeten Barock-Rahmen verglast.<br />
Beigegeben ein technischer Analysenbericht (Arte<br />
Fab bri di Davide Bussolari) vom 07.04.2019.<br />
Die Heiligengestalt im Zentrum der Darstellung wird<br />
wiedergegeben, wie sie soeben einem Knaben die<br />
Haare wäscht, sein Kopf über eine weite Schüssel gebeugt.<br />
Die Hauptfiguren von weiteren Siechkranken<br />
umgeben, darunter ein am Boden sitzender Mann mit<br />
Kopfbinde, im Hintergrund Gehilfinnen der Heiligen,<br />
die Krug und Salben herbeitragen. Szene in abgedunkeltem<br />
Raum mit Ausblick durch einen Rundbogen im<br />
rechten Bildabschnitt. (12402616) (11)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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237<br />
GIOVANNI FRANCESCO BARBIERI,<br />
GENANNT „IL GUERCINO“,<br />
1591 CENTO <strong>–</strong> 1666 BOLOGNA, UND WERKSTATT<br />
AUFNAHME WILHELMS VON AQUITANIEN<br />
IN DAS KLOSTER<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
126 x 95,5 cm.<br />
In ornamentalisiertem, braun gefassten Holzrahmen.<br />
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Giancarlo Sestiere,<br />
Rom, 18. Januar 2020 in Kopie.<br />
Dargestellt ist der zentral in seiner Rüstung kniende<br />
Wilhelm von Aquitanien (um 745 <strong>–</strong> 28. Mai 812), zu seiner<br />
Linken Benedikt von Aniane, welcher ihn als Mönch<br />
aufnimmt. Zu seiner Rechten das Gefolge. Das Gemälde<br />
ist eine reduzierte Werkstattwiederholung nach dem<br />
größeren Gemälde (345 x 230 cm), welches Giovanni<br />
Francesco Barbieri, gen. Guercino, für die Kapelle Locatelli<br />
in der Kirche San Gregorio in Bologna ausführte.<br />
Das größere Original befand sich ab 1796 in Paris und<br />
ist seit 1816 oder 1817 wieder in Bologna, jedoch in der<br />
Pinacoteca zu bewundern. Rest. (1240269) (13)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
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31
238<br />
ANTHONIUS VAN DYCK,<br />
1599 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1641 LONDON,<br />
KREIS/ NACHFOLGE DES<br />
DER PROPHET JEREMIAS HÖRT DEN<br />
POSAUNENSCHALL<br />
Öl auf Leinwand.<br />
118 x 97 cm.<br />
Das Gemälde, großformatig angelegt, zeigt eine bärtige<br />
bejahrte Gestalt mit entblößtem magerem Oberkörper,<br />
nach rechts an einem Tisch sitzend. Vor ihm Bücher,<br />
Schriftstücke sowie ein Schädel. In der Hand hält er eine<br />
Schreibfeder, seine Linke ist auf ein großes Buch gelegt.<br />
Sein Blick ist nach rechts oben, den sich lichtenden Wolken<br />
entgegengerichtet, aus denen eine Posaune ins Bild<br />
hereinragt.<br />
Die stilistische und darstellungsinhaltliche Nähe zu der<br />
bekannten Gruppe von Bildern des Anthonius van<br />
Dyck, die den Heiligen Hieronymus darstellen, ist offensichtlich.<br />
Dies mag auch zu einer Interpretation des<br />
Dargestellten als diesen Kirchenlehrer geführt haben.<br />
Vergleichbar mit den genannten Werken ist vor allem<br />
die rotfarbige Manteltuchkleidung. Aber auch die Wahl<br />
eines alten, mageren und bärtigen Modells spräche<br />
für diese Darstellung. Jedoch ist das Motiv der Posaune<br />
keineswegs mit der Ikonographie des Hieronymus in<br />
Einklang zu bringen. Vielmehr muss es sich um die<br />
Darstellung des Propheten Jeremias handeln, gemäß<br />
des Bibeltextes mit der prophetischen Klage um den<br />
Untergang Jerusalems, wonach es heißt „[...] habe<br />
keine Ruhe; denn meine Seele hört der Posaunen Hall<br />
und eine Feldschlacht und einen Mordschrei über den<br />
andern; denn das ganze Land wird verheert, plötzlich<br />
werden meine Hütten und meine Gezelte verstört.“<br />
(Jer. Kap. 4/19-20).<br />
Offensichtlich hat der Maler die Hieronymus-Darstellungen<br />
als motivische Vorbilder für das vorliegende<br />
Werk übernommen. Dem Text der Prophetie entspricht<br />
demnach auch die Dramatik, die der Maler in<br />
den dunklen Wolkenhintergrund eingesetzt hat.<br />
A.R. (1240351) (11)<br />
ANTHONY VAN DYCK,<br />
1599 ANTWERP <strong>–</strong> 1641 LONDON,<br />
CIRCLE/ FOLLOWER OF<br />
THE PROPHET JEREMIAH<br />
Oil on canvas.<br />
118 x 97 cm.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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239<br />
NORDITALIENISCHER MALER DES<br />
16. JAHRHUNDERTS<br />
MADONNA MIT DEM KIND UND DEM HEILIGEN<br />
HIERONYMUS<br />
Öl auf Leinwand.<br />
42 x 55 cm.<br />
Das Gemälde in einem aufwändig mit Relief beschnitzen<br />
Ädikularahmen mit seitlichen Frührenaissance<br />
Pilastern, geradem Gesimsabschluss sowie zwei Adelswappen<br />
in den Pilastersockeln.<br />
Rahmen in Vergoldung und Niello-Technik gearbeitet,<br />
19. Jahrhundert.<br />
Das querformatige Gemälde tradiert den Kompositionsaufbau<br />
der Madonnenbilder der Bellini-Schule, inspiriert<br />
durch die Bildauffassung, wonach die Madonna<br />
mit dem Kind auf dem Schoß vor einem Velum- oder<br />
Mauerhintergrund sitzend, wiedergegeben ist, mit<br />
seitlichem Blick in eine Landschaft. Hier tritt von<br />
rechts die Gestalt des büßenden Heiligen Hieronymus<br />
heran, der mit entblößter Schulter und grauem<br />
Bart einen Stein in der Hand hält, mit dem er sich<br />
selbst als Sünder straft. Im Hintergrund rechts Ausblick<br />
in eine Landschaft mit hellem Turmgebäude zwischen<br />
Bäumen mit Wolkenhimmel. Der Bildtypus<br />
kann als frühes Beispiel der „Sacra Conversazione“<br />
gesehen werden, in der Heiligengestalten unterschiedlicher<br />
Epochen im Blick- oder Gesprächskontakt zueinander<br />
gestellt werden. Die Farbigkeit und der Malduktus<br />
weisen auf die venezianische Malerei der<br />
ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, ein Stil der jedoch<br />
lokal zuweilen noch lange nachgewirkt hat. (1241531)<br />
(11)<br />
NORTH ITALIAN SCHOOL,<br />
16TH CENTURY<br />
THE VIRGIN AND CHRIST CHILD WITH<br />
SAINT JEROME<br />
Oil on canvas.<br />
42 x 55 cm.<br />
Frame in gold plating and niello technique,<br />
19th century.<br />
This type of depiction can be described as an early<br />
example of a Sacra Conversazione [holy conversation]<br />
in which saints of various periods are depicted in contact<br />
or conversation with each other. The colouration<br />
and style suggest a Venetian School of the first half of<br />
the 16th century, representing a style of painting that<br />
continued to have an effect locally long after that.<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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33
240<br />
JOHANN LUDWIG ERNST MORGENSTERN,<br />
1738 RUDOLSTADT <strong>–</strong> 1819 FRANKFURT AM MAIN,<br />
ZUG.<br />
Morgenstern besuchte ab 1766 die Akademie der<br />
Gemäldegalerie in Salzdahlum, wo er unter Ludwig<br />
Wilhelm Buch (1703-1772) arbeitete. 1769 ging er<br />
nach Frankfurt am Main, wo er Aufnahme in die Werkstatt<br />
von Christian Georg Schütz d.Ä. (1718-1791) fand.<br />
Er lernte den schweizer Architekturmaler Johann<br />
Vögelin kennen, der ihn für das Genre begeisterte,<br />
sodass sich Morgenstern ab diesem Zeitpunkt fast<br />
ausschließlich in dieser Nische der Malerei, vor allem<br />
aber der Kirchenmalerei betätigte. Nach Heirat 1776<br />
erhielt er das Frankfurter Bürgerrecht und durch Übergabe<br />
eines Meisterstücks, das ein Kircheninneres darstellt,<br />
zugleich auch das Meisterrecht.<br />
KIRCHENINTERIEUR<br />
Öl auf Holz.<br />
17,5 x 20 cm.<br />
In dekorativem Rahmen mit Schildpatt.<br />
Von erhöhtem Standpunkt Blick auf den Vorraum des<br />
Inneren einer großen gotischen Kirche. Der Boden<br />
des Vordergrunds mit zweifarbigem schachbrettartigen<br />
Muster, auf dem zahlreiche Figuren zu sehen<br />
sind: Drei edle Damen im Gespräch, ein Mann in Rückenansicht<br />
mit rotem Mantel und linksseitig, vor<br />
dem hölzernen geöffneten Eingang zu einer Kapelle,<br />
ein schwarz-weiß gekleideter Priester im Gespräch<br />
mit einer jungen Dame. Zudem ist ein stehender<br />
Hund zu erkennen. Am Eingang der Kapelle der linken<br />
Bildseite kniet eine junge Frau, während in der Kapelle,<br />
direkt am Altar, eine Dame steht und auf das große<br />
Altarbild in schwarzem teilvergoldeten Rahmen schaut.<br />
In der Mitte des Bildes fällt der Blick durch einen hohen<br />
Spitzbogen auf eine weitere Kapelle des rechten<br />
Seitenschiffes der Kirche. Hier wird besonders die<br />
mächtige Architektur mit den großen Pfeilern, in überwiegend<br />
beiger Farbigkeit hervorgehoben. Streng angelegte,<br />
geometrisch genaue Malerei, in überwiegend<br />
beige-brauner Farbigkeit, aufgelockert durch einige rote<br />
Farbelemente. Rest. (12414812) (18)<br />
Export restrictions outside the EU (frame).<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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241<br />
JOHANN LUDWIG ERNST MORGENSTERN,<br />
1738 RUDOLSTADT <strong>–</strong> 1819 FRANKFURT AM MAIN,<br />
ZUG.<br />
KIRCHENINTERIEUR<br />
Öl auf Holz.<br />
17,3 x 20,5 cm.<br />
In dekorativem Rahmen mit Schildpatt.<br />
Blick von erhöhtem Standpunkt auf das Innere einer<br />
gotischen Kirche mit Seitenkapellen. Das Hauptschiff<br />
mit Lettner wird von zahlreichen wandelnden Figuren<br />
belebt. Auf dem Boden des Vordergrundes, mit zweifarbigem<br />
schachbrettartigen Muster, ist ein Mann mit<br />
rotem Mantel in Rückenansicht sowie zwei rechts<br />
befindliche Damen zu erkennen. In der Kapelle des<br />
rechten Seitenschiffes sieht man einen Priester in<br />
schwarz-weißem Gewand, im Gespräch mit einer jungen<br />
Dame. In der Kapelle der linken Seite sieht man<br />
zwei Frauen vor einem hohen Altar kniend. Viele Details<br />
sind im Kircheninneren zu erkennen, darunter<br />
eine Orgel, eine Kanzel, ein Epitaph und die im Boden<br />
eingelassenen Grabplatten. Streng angelegte, geometrisch<br />
genaue Malerei mit feinem Licht- und Schattenspiel,<br />
die auch an Werke des Malers Peeter Neefs<br />
d.Ä. (um 1578-1656/61) erinnert. (12414813) (18)<br />
Export restrictions outside the EU (frame).<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
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35
242<br />
MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />
MARIA LACTANS<br />
Öl auf Holz.<br />
27 x 21 cm.<br />
In einem Innenraum mit einem großen schweren goldroten<br />
Brokatvorhang, der im Hintergrund zur linken Seite<br />
gezogen wurde, und sich auf dem Tisch im Vordergrund<br />
wiederfindet, die sitzende Maria. Sie trägt ein<br />
rotes Untergewand, darüber ein großes langes dunkelblaues<br />
Gewand, das im Bereich des Dekolletés geöffnet<br />
ist und eine Brust sichtbar freigibt. Mit ihren<br />
schmalen Händen hält sie den auf der Tischplatte stehenden<br />
nackten Christusknaben, der mit seinen kleinen<br />
Armen gerade dabei ist nach rechts vorzuschreiten.<br />
Ihr Kopf ist leicht gesenkt und ihr Gesicht trägt<br />
feine zarte Züge mit einem kleinen roten Mund, geröteten<br />
Wangen und wohlgeformten Augenbrauen; ihr<br />
Blick ist liebevoll auf den blondhaarigen Knaben gerichtet.<br />
Im Gegensatz zu den sonst üblichen Maria<br />
lactans-Darstellungen liegt das Kind hier nicht an der<br />
Brust Mariens, sondern scheint der Vorgang des Stillens<br />
schon abgeschlossen. Malerei in zurückhaltender<br />
Farbigkeit, mit besonderer Herausstellung des Inkarnats<br />
von Mutter und Kind. (1241631) (1) (18)<br />
€ 5.000 - € 7.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
243<br />
MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />
DER PREDIGENDE CHRISTUS<br />
Öl auf Holz.<br />
32,5 x 37,5 cm.<br />
Vor einem geöffneten Holztor, durch das der Blick in<br />
eine Stadt fällt, der auf einem gemauerten Steinsockel<br />
stehende Christus in violettem Gewand und<br />
rotem Mantel, er hat dabei die Unterarme leicht angehoben<br />
und die Hände ausgestreckt und wendet sich<br />
zur Predigt dem ihn umgebenden Volk zu. Dieses besteht<br />
aus jüngeren und älteren Personen, teils in einfacher,<br />
teils in edler Kleidung mit Turban oder Samtmützen.<br />
Im Vordergrund zwei sitzende Frauen, davon<br />
eine edel gekleidet in Rückenansicht, ein kleines Kind<br />
in ihren Armen haltend, ein Weiteres liegt in türkisfarbenem<br />
Gewand auf dem Bauch und spielt. Vielfigurige<br />
und farbenfrohe Darstellung, dabei Christus durch<br />
einen Heiligenschein um sein Haupt zusätzlich hervorgehoben.<br />
Anmerkung:<br />
Die Darstellung nach einem berühmten Stich von<br />
Rembrandt La Petite Combe, Rijksmuseum Amsterdam.<br />
(1241361) (18)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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244<br />
LUCA GIORDANO,<br />
1632/34 NEAPEL <strong>–</strong> 1705 EBENDA<br />
Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war<br />
Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls<br />
auch der Malerei widmete. So erhielt er seinen<br />
ersten Unterricht bei seinem Vater, während jedoch<br />
allgemein angenommen wird, dass er ein Schüler des<br />
Giuseppe José de Ribera (1588/91-1652) war. Etliche<br />
seiner Werke lassen auch dessen Einfluss erkennen,<br />
während das enorm umfangreiche Werk Giordanos<br />
zeigt, dass er sämtliche Stilvarianten seiner Zeit beherrschte.<br />
Auch die Themenbreite in seinem Werk, in<br />
sämtlichen Bereichen der Historienmalerei, religiöse<br />
Darstellungen aber auch mythologische Szenen, zeigt<br />
Einflüsse zunächst der Caravaggisten, später aber<br />
auch der Maler Pietro da Cortona (1596-1669), Mattia<br />
Preti (1613-1699) oder Peter Paul Rubens (1577-1640).<br />
Im Bildaufbau mancher seiner Werke sind auch die<br />
venezianischen Meister wie Paolo Veronese (1528-<br />
1588), Tiziano Vecellio (1485/89-1576) oder Domenico<br />
Robusti Tintoretto (1560-1635) spürbar.<br />
JAKOB UND RAHEL AM BRUNNEN<br />
Öl auf Leinwand.<br />
61 x 77 cm.<br />
Beigegeben Literaturauszug von Prof. Vincenzo Pacelli<br />
(in Kopie).<br />
Die altbiblische Szene nach dem ersten Buch Mose,<br />
Kapitel 29, schildert die erste Begegnung Jakobs und<br />
seiner späteren Gemahlin Rahel. Gezeigt ist, wie er,<br />
soeben aus Haran eingetroffen, für die junge Schäferin<br />
Rahel einen schweren Stein von der Brunnenöffnung<br />
hebt, damit sie ihre Tiere tränken kann. Die<br />
Szenerie ist mehrfigurig angelegt: Die beiden Hauptfiguren<br />
betonen die Mitte, auch farblich hervorgehoben<br />
durch den roten Rock des in Kniehaltung gegebenen<br />
Jakob sowie dem gelblich leuchtenden Kleid<br />
der Rahel, die sich auf einen Schäferstock stützt und<br />
mit dem Finger zur Brunnenöffnung weist. Im Hintergrund<br />
und seitlich Begleitfiguren sowie Schafe und<br />
eine Kuh. Links werden von jungen Männern Kamele<br />
in die Szene hereingeführt. Der Hintergrund in Art verschatteter<br />
Höhenzüge und Berge, wiedergegeben mit<br />
Abendlicht am Horizont rechts seitlich. Das Gemälde<br />
weist ganz augenscheinlich einen sehr flotten Pinselstrich<br />
auf, was auf eine spätere Entstehung unter den<br />
Werken des Meisters bedeuten mag. Ob das Bild als<br />
bozzettoartige Vorlage für ein weiteres größeres Werk<br />
gedacht ist muss offen bleiben. Jedenfalls ist in der<br />
Gesamtwirkung des Bildes eine gewisse Dramatik erkennbar,<br />
durch die scharfe Beleuchtung von links oben<br />
auf die Hauptfiguren, eine Stilistik, wie wir sie etwa in<br />
der vom Künstler geschaffenen Kreuzabnahme (Galleria<br />
Accademia, Venedig) finden, aber auch in der Darstellung<br />
des Heiligen Sebastian mit der Heiligen Irene<br />
im Philadelphia Museum of Art, entstanden um 1665.<br />
Literatur:<br />
Vincenzo Pacelli, Luca Giordano, Inediti e considerazioni,<br />
Todi 2007, S. 122, Nr. 25. (1241151) (11)<br />
LUCA GIORDANO,<br />
1632/34 NAPLES <strong>–</strong> 1705 IBID.<br />
JACOB AND RACHEL AT THE WELL<br />
Oil on canvas.<br />
61 x 77 cm.<br />
Accompanied by literature excerpt by Professor Vincenzo<br />
Pacelli (copy).<br />
Literature:<br />
V. Pacelli, Luca Giordano, Inediti e considerazione,<br />
Todi 2007, p. 122, no. 25.<br />
€ 9.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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37
245<br />
JUAN SALVADOR RUIZ,<br />
TÄTIG UM 1671 <strong>–</strong> UM 1704<br />
FANTASTISCHE PALASTANLAGE MIT BRUNNEN,<br />
KUPPELKIRCHE UND REICHER STAFFAGE<br />
Öl auf Kupfer.<br />
17,5 x 35 cm.<br />
In profiliertem und vergoldeten Rahmen.<br />
In für Ruiz typischer Kavaliersperspektive der Blick auf<br />
eine hügelige Landschaft mit vorgeschalteter Kirchenund<br />
Palastanalge mit barockem französischen Garten<br />
nebst einiger Häuser, welche einer Straßenachse folgen.<br />
Mannigfaltige Personenstaffage in zeitgenössischer<br />
Kleidung.<br />
Provenienz:<br />
Privatsammlung Baden Württemberg.<br />
Lempertz, Köln 6. Juni 1973, Lot 205.<br />
Lempertz, 25. November 2014, Lot 1084.<br />
(1241414) (13)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
246<br />
JAN VAN DEN HECKE D.Ä.,<br />
1620 QUARMONDE, OUDENAARDE <strong>–</strong><br />
1684 ANTWERPEN, ZUG.<br />
Der Maler gehört zu den bedeutenden flämischen<br />
Barock-Stilllebenmalern, die sich auch der Radierung<br />
gewidmet haben. Vor allem für seine Stillleben, Landschaften<br />
und Schlachtenbilder wurde er sehr ge schätzt.<br />
Nach seinem Aufenthalt in Rom wurde er von Erzherzog<br />
Leopold Wilhelm von Österreich beauftragt, Stillleben<br />
für dessen Sammlung zu schaffen, die sich heute<br />
im Kunsthistorischen Museum in Wien befinden.<br />
STILLLEBEN MIT BLUMENSTRAUSS<br />
IN EINER CHALCEDON-VASE<br />
Öl auf Holz.<br />
58,5 x 42 cm.<br />
Entstanden um 1655.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Der bunte Blumenstrauß präsentiert sich vor dunklem<br />
Hintergrund, dessen Brauntöne sich in der schlierigen<br />
Glas- oder Chalcedon-Vase wiederfinden, auf der ein<br />
Fensterlichtreflex aufleuchtet. Die Vase mit eingezogenem<br />
Rundfuß auf einer braunen Tischplatte, seitlich<br />
links eine Schnecke, die über ein Blatt kriecht sowie<br />
rechts ein kleiner grüner Laubfrosch. In leuchtenden<br />
Farben sind in dem Gesteck stark rosafarbene Rosen,<br />
rote Nelken, Narzissen, Jasminblüten, Rittersporn sowie<br />
andere Vorsommerblumen zu sehen. Aus dem<br />
kugelförmigen Strauß ziehen zwei helle Tulpen hoch.<br />
Die Blüten in Feinmalerei gehalten, dazwischen,<br />
ebenso minutiös eingebracht, ein bunter Schmetterling,<br />
ein Marienkäfer sowie eine Biene links oben im<br />
Hintergrund. Nicht unerwähnt sei hier, dass die im<br />
vorliegenden Bild gezeigte Chalcedon-Vase damals zu<br />
den teuersten venezianischen Murano-Produkten gehörte.<br />
Rest.<br />
Provenienz:<br />
Ehemals englische Sammlung.<br />
Verauktioniert London, Phillips, Juli 1997.<br />
Später Douwes Fine Art, 1998.<br />
Belgische Privatsammlung.<br />
(12413515) (18)<br />
JAN VAN DEN HECKE THE ELDER,<br />
1620 QUARMONDE, OUDENAARDE <strong>–</strong><br />
1684 ANTWERP, ATTRIBUTED<br />
STILL LIFE WITH FLORAL BOUQUET IN<br />
A CHALCEDON VASE<br />
Oil on panel.<br />
58.5 x 42 cm.<br />
Created ca. 1655.<br />
In decorative frame.<br />
Provenance:<br />
Formerly private collection, England.<br />
Sold at auction at Phillips, London, July 1997.<br />
Later Douwes Fine Art, 1998.<br />
Private collection, Belgium.<br />
€ 24.000 - € 28.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
Detailabbildung Lot 246<br />
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247<br />
MONOGRAMMIST VON BRUNSWIJK,<br />
TÄTIG UM 1525 <strong>–</strong> 1550, KOPIE NACH<br />
IM FREUDENHAUS<br />
Öl auf Holz. Parkettiert.<br />
33 x 46 cm.<br />
In profiliertem gefasstem Rahmen.<br />
Hoher Innenraum mit einer Stiege, welche in obere<br />
Räumlichkeiten führt und einem Durchblick in ein hinten<br />
links liegendes Schlafzimmer. Dort bereitet sich<br />
ein Geistlicher auf den Beischlaf vor. Weitere Personen<br />
füllen den Vordergund bei einem Trinkgelage als Vorbereitung<br />
zu amourösen Handlungen. Stark übermalt.<br />
Rest.<br />
BRUNSWIJK MONOGRAMMIST,<br />
ACTIVE BETWEEN 1525 <strong>–</strong> 1550, COPY AFTER<br />
AT THE BROTHEL<br />
Oil on panel. Parquetted.<br />
33 x 46 cm.<br />
In profiled polychrome frame.<br />
Examples of comparison:<br />
Rijksmuseum, Amsterdam, inv./cat. no. SK-A-1561.<br />
€ 12.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
Vergleiche:<br />
Rijksmuseum, Amsterdam , Inv./Katnr. SK-A-1561.<br />
(12414116) (13)<br />
40 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.000 additional images.
248<br />
ABRAHAM BLOEMAERT,<br />
1564 GORNICHEM <strong>–</strong> 1651 UTRECHT<br />
GALANTE LÄNDLICHE SZENE<br />
Öl auf Leinwand.<br />
112 x 142 cm.<br />
Beigegeben eine Expertise von Prof. Girolamo da Vanna,<br />
28.9.1988, das Gemälde dem genannten Künstler zuschreibend.<br />
Das Gemälde zeigt in raffiniertem kompositionellem<br />
Aufbau ein junges Paar in einer Landschaft neben stilllebenartiger<br />
Zusammenstellung von landwirtschaftlichen<br />
Geräten, Gemüsestücken und Messingkesseln.<br />
Die junge Frau am rechten Bildrand sitzt neben einem<br />
Fass, darüber ein Korb, aus dem sie offensichtlich das<br />
Ei genommen hat, das sie in der Hand hält und im Bild<br />
weiß aufleuchtet. Ein ebenfalls ländlicher Liebhaber<br />
sucht auf sie einzuwirken, während ihr Blick deutlich<br />
dem Betrachter gilt, der die Andeutungen in der Szene<br />
erkennen sollte. Auffallend ist, dass das Spundloch<br />
des Fasses mit einem roten Tuch verstopft ist, das<br />
farblich mit ihrem Kleid korrespondiert, was auf einen<br />
erotischen Bezug hindeutet. Wie in der holländischen<br />
Malerei häufig, ist hier wohl ein Sinnspruch mit entsprechendem<br />
Bezug verbildlicht worden.<br />
Im Werk des Malers finden sich etliche Vergleichsbeispiele,<br />
die zu vorliegendem Gemälde in Beziehung zu<br />
sehen sind. Etwa das Gemälde des „jungen Schäfers,<br />
der auf Tobias mit dem Engel weist“ (Museum Minneapolis,<br />
Institute of Arts). Dort findet sich der nahezu<br />
identische kugelförmige Messingkessel, ebenfalls neben<br />
einem Holzfass. In einer Auktion bei Lempertz<br />
wurde ein Gemälde mit Darstellung einer jungen Frau<br />
verauktioniert, die in gleicher Weise ein Ei in der Hand<br />
hält.<br />
Die beiliegende Expertise nennt als möglichen Enstehungszeitraum<br />
des Bildes die 30-er Jahre des 17. Jahrhunderts<br />
sowie den Stileinfluss der Manieristen wie<br />
Ter Bruggen. Das Gemälde befindet sich in tadellosem<br />
Zustand. (1240305) (11)<br />
ABRAHAM BLOEMAERT,<br />
1564 GORINCHEM <strong>–</strong> 1651 UTRECHT<br />
GALLANT RURAL SCENE<br />
Oil on canvas,<br />
112 x 142 cm.<br />
An expert’s report by Professor Girolamo da Vanna, 28<br />
September 1988 is enclosed, attributing the painting<br />
to the artist.<br />
There are numerous examples of comparison in the<br />
artist's oeuvre that can be related to the work on offer<br />
for sale in this lot, e.g. Shepherd Boy pointing at Tobias<br />
and the Angel (Minneapolis Institute of Art, Minnesota).<br />
Here too an almost spherical brass kettle is<br />
shown next to a wooden barrel. A painting of a young<br />
woman holding an egg in a similar way was sold at<br />
auction at Lempertz, Cologne. The enclosed expert’s<br />
report suggests the 1730s as the painting’s potential<br />
period of creation and names the Mannerist painter<br />
Ter Brugghen as a stylistic influence. In excellent condition.<br />
A.R.<br />
€ 15.000 - € 18.000<br />
Sistrix<br />
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41
249<br />
BARTOLOMEO PEDON,<br />
1665 <strong>–</strong> 1732, ZUG.<br />
Der Künstler malte hauptsächlich Landschaften, oftmals<br />
Nachtbilder oder skurrile Architektur in einer wilden<br />
Landschaft. Er wurde beeinflusst von Marco Ricci<br />
(1676/79-1729/30) und Antonio Marini (1778/88-1861),<br />
in Bezug auf seine Figuren jedoch auch von Alessandro<br />
Magnasco (um 1667-1749) und Salvator Rosa (1615-<br />
1673).<br />
ARCHITEKTURLANDSCHAFT MIT TORBOGEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
69 x 113 cm.<br />
In floral dekoriertem vergoldeten Prunkrahmen.<br />
Im Zentrum des Gemäldes ein steinerner Torbogen,<br />
der links von einem Gebäudekomplex begrenzt wird<br />
und nach rechts wiederum von diversen Häusern, teils<br />
mit Rundbögen, einem hohen quadratischen Turm und<br />
einem alten Rundturm. Durch den Torbogen fällt der<br />
Blick in eine weite bergige Landschaft, in der ein Fluss<br />
entspringt, der sich durch den Torbogen bis in den Vordergrund<br />
des Gemäldes schlängelt und in einem kleinen<br />
Teich endet. Am Ufer des Gewässers sitzen auf<br />
der linken Seite ein Mann in rotem Gewand in Rückenansicht,<br />
neben ihm ein Junge und auf der rechten<br />
Uferseite eine Frau in blau-rotem Gewand, die einem<br />
jungen Mann zuschaut, der wohl gerade halb im Wasser<br />
steht. Im Hintergrund zahlreiche Bäume, die in den<br />
Himmel ragen, in braun-grüner Farbigkeit sowie dicke<br />
weiße Wolkenformationen am Himmel. Das Licht der<br />
untergehenden Sonne versetzt Häuser und Figuren in<br />
ein warmes beige-goldenes Licht. Stimmungsvolle Malerei<br />
in betonter Hell-Dunkel-Wirkung des ausgehenden<br />
17. Jahrhunderts. (1241486) (13)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
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250<br />
BARTOLOMEO PEDON,<br />
1665 <strong>–</strong> 1732, ZUG.<br />
Der Künstler malte hauptsächlich Landschaften, oftmals<br />
Nachtbilder oder skurrile Architektur in einer wilden<br />
Landschaft. Er wurde beeinflusst von Marco Ricci<br />
(1676/79-1729/30) und Antonio Marini (1778/88-1861),<br />
in Bezug auf seine Figuren jedoch auch von Alessandro<br />
Magnasco (um 1667-1749) und Salvator Rosa (1615-<br />
1673).<br />
FLUSSLANDSCHAFT MIT ARCHITEKTURPROSPEKT<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
62 x 114 cm.<br />
In floral verziertem Goldrahmen.<br />
Interessante Komposition mit links stehendem, hohen<br />
Architekturversatzstück als Repoussoir und daneben<br />
liegendem Fluss, über welchem eine flache Brücke<br />
führt, hin zu einem vielfältig gestalteten Dorf. Besonders<br />
in der Figurenstaffage spiegelt sich der Einfluss<br />
Magnascos wieder, unter welchem Pedone stand.<br />
(1241487) (13)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
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251<br />
ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
Gemäldepaar<br />
STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
Je 51 x 69 cm.<br />
In teilvergoldeten Rahmen.<br />
Das erste Gemälde zeigt vor dunklem Hintergrund,<br />
auf einer steinernen Platte liegend, zwei große grüne<br />
Wassermelonen und davor eine in zwei Teilen geöffnete,<br />
mit rotem Fruchtfleisch und zahlreichen Kernen.<br />
Daneben liegend zwei grünliche Äpfel und ein Paar<br />
Kirschen mit Blatt. Das Licht fällt von links oben auf<br />
die Früchte herab und wirft entsprechend Schatten.<br />
Auf dem zweiten Gemälde ist ebenfalls auf einer steinernen<br />
Platte vor dunklem Hintergrund eine mittig<br />
aufgeschnittene Wassermelone zu erkennen, davor<br />
eine weitere große Frucht und links einige glänzende<br />
gelbe und grüne Äpfel sowie auf der rechten Seite ein<br />
paar glänzende Birnen mit Blättern. Typische Früchtestillleben<br />
der Zeit mit starker Licht- und Schattenakzentuierung.<br />
Eines mit minimalen Farbabsplitterungen,<br />
kleine Kratzsp., Rahmenschäden. (1241764) (3)<br />
(18)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
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43
252<br />
FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
AUS DEM KREIS DES PAUL DE VOS,<br />
UM 1591 <strong>–</strong> 1678<br />
BÄRENJAGD<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
126 x 160 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
In weiter Landschaft, im abendlichen Licht, ein großer<br />
Bär, der sich heftigst gegen eine ihn angreifende Hundemeute<br />
verteidigt. Er hat rötliche Augen, das Maul<br />
bedrohlich geöffnet und mit einer Pranke hat er einen<br />
schwarz-weiß gefleckten Hund ergriffen, aus dessen<br />
Wunde reichlich Blut läuft. Ein brauner Hund ist unter<br />
diesem Hund bereits begraben. Von links und rechts<br />
nähern sich jeweils weitere Hunde mit aufgerissenem<br />
Maul und leuchtend roter Zunge dem Bären, während<br />
einer hinter ihm auf dem Rücken ist und in das Fell<br />
des Bären beißt. Dramatisches Gemälde in hoher maltechnischer<br />
und kompositioneller Weise geschaffen,<br />
mit starker Hell-Dunkel-Akzentuierung. Rest., Retuschen.<br />
Anmerkung:<br />
Die Darstellung soll nicht zuletzt die Gefährlichkeit der<br />
Bärenjagd dokumentieren, ein im 17. und noch im<br />
18. Jahrhundert beliebtes Motiv für die jagdfreudige<br />
höfische Gesellschaft. (1241762) (3) (18)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
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253<br />
FLÄMISCHER MALER<br />
DER ZWEITEN HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
JAGDSTILLLEBEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
116 x 135 cm.<br />
In Waldlandschaft unterhalb eines alten knorrigen<br />
Baumes werden stilllebenhaft die erlegten Tiere gezeigt,<br />
darunter ein großer Hase inmitten von erlegtem<br />
Federvieh, darunter auch Enten und eine Schnepfe.<br />
Auf der rechten Seite ein brauner Hund, der seinen<br />
Kopf zur Seite gewendet hat und mit seinen braunen<br />
Augen mit Glanzlichtern und gefletschten Zähnen<br />
grimmig aus dem Bild seitlich herrausschaut. Die erlegten<br />
Jagdtiere werden aus unbekannter Quelle beleuchtet,<br />
während der Hintergrund in einem grün-blauen<br />
Ton bleibt. Malerei mit besonderer Hell-Dunkel-Betonung,<br />
wobei das weiße Fell des Hasen, der auf dem<br />
Rücken liegt, besonders in den Vordergrund gestellt<br />
wird. Rest., Retuschen. (1241765) (3) (18)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
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45
254<br />
MALER DES 17. JAHRHUNDERTS AUS DEM KREIS<br />
DES DOMENICO PIOLA D. Ä. (1627 <strong>–</strong> 1703)<br />
FAMILIENIDYLL<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
115 x 135 cm.<br />
In vergoldetem Prunkrahmen mit Holzschnitzereien.<br />
In einem Innenraum eine junge sitzende Frau mit langen<br />
ausgestreckten Beinen und nackten Füßen, in einem<br />
hellen Kleid und wohlfrisierten Haaren, die mit<br />
Perlenketten geschmückt sind, ihrem neugeborenen<br />
Kind gerade die linke Brust reichend. Das Kleine, eingewickelt<br />
in türkis-blaues Tuch mit Goldverzierung, scheint<br />
dabei fast zu schlafen. Links neben der Frau scheint<br />
ein junges Mädchen, mit geröteten Wangen und blondem<br />
Haar, der Frau beim Stillen zu helfen. In ihrem<br />
rechten Arm hält die Mutter einen Knaben in rotem<br />
Gewand und dunkler Lockenpracht, der in seiner Linken<br />
einen Apfel hält und seine rechte Hand zum Mund<br />
geführt hat. Mit seinen dunklen braunen Augen schaut<br />
er interessiert und aufmerksam aus dem Bild auf den<br />
Betrachter hinaus. Auf der rechten Seite zudem ein<br />
schräg gestelltes Podest, auf dem ein schlafendes weiteres<br />
Kind zu sehen ist, das seinen Kopf auf seine<br />
überkreuzten Hände gelegt hat. Liebevolle harmonische<br />
Malerei in qualitätvoller Ausführung, in leichter Sfumatotechnik,<br />
die innige Beziehung von Mutter und Kind<br />
sowie zu ihren weiteren Kindern einfühlsam zeigend.<br />
Retuschen, kleinere Rah menschäden, Gemälde an<br />
Rän dern durch Rahmen berieben. (1241753) (18)<br />
17TH CENTURY PAINTER, CIRCLE OF DOMENICO<br />
PIOLA THE ELDER (1627 <strong>–</strong> 1703)<br />
FAMILY IDYLL<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
115 x 135 cm.<br />
In magnificent gilt frame with wooden carvings.<br />
€ 15.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
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255<br />
GIOVANNI BATTISTA LANGETTI,<br />
1625 <strong>–</strong> 1676<br />
DIE TRUNKENHEIT DES NOAH<br />
Öl auf Leinwand.<br />
117,5 x 167,5 cm.<br />
Beigegeben eine Expertise von Mattia Vinco, vom 24.<br />
3.2018, mit mehreren Bildvergleichsangaben.<br />
Die im Bild thematisierte Begebenheit wird in Genesis<br />
10,1 erzählt, wonach der Stammvater der Völker in<br />
Trunkenheit von seinen Söhnen aufgefunden wurde.<br />
Dabei hat einer der Söhne, Ham, die Blöße des Vaters<br />
aufgedeckt, was zum Fluch über ihn und dessen Sohn<br />
Kenaan führte. Die Legende hat zahlreiche Interpretationen<br />
erfahren. In der Malerei des 15. Jahrhunderts<br />
hat etwa Giovanni Bellini das Thema aufgegriffen und<br />
in seinem Gemälde Noch in ähnlicher Weise nach<br />
links liegend dargestellt, ebenfalls über ihn gebeugt<br />
seine Söhne.<br />
Diesem Kompositionsschema folgt auch Langetti in<br />
dem vorliegenden Gemälde. Stilgemäß weit bewegter<br />
ist nun der nur im Bereich der Scham bedeckte<br />
alte Vater dargestellt; er liegt auf einer Kline, sein rechtes<br />
Bein hängt über den Bettrand herab, sein Kopf auf<br />
seinem rechten Arm. Langetti lässt in künstlerischer<br />
Freiheit zwei der Söhne sich gegenseitig anblicken,<br />
die linke Gestalt, in rotem Kleid mit Hut, scheint dabei<br />
zu sein, sich dem Interesse an der Entblößung des<br />
Vaters hinzugeben. Sein Gesicht neugierig lächelnd<br />
gezeigt, den Zeigefinger wie vor der Tat erhoben.<br />
In hoher Malqualität wird hier der gealterte Körper des<br />
Vaters gezeigt, ein Motiv, das sich bei Langetti mehrmals<br />
wiederfindet und nahezu zu einer Spezialität des<br />
Malers geworden ist. Auch die bewegte Körperhaltung<br />
gehört zur Bildsprache des Malers, der in seiner<br />
Geburtsstadt, aber auch in Venedig und Rom wirkte. In<br />
Venedig wird er als Mitarbeiter des Gianfranco Cassana<br />
vermutet. Sein Stil zeigt eine deutliche Betonung<br />
der Hell-Dunkel-Malerei in der Stilrichtung der „tenebrosi“,<br />
die auch bei Carl Loth zu finden ist.<br />
A.R.<br />
Literatur:<br />
Luca Bortolotti: Langetti, Giovan Battista, in: Mario<br />
Caravale (Hrsg.), Dizionario Biografico degli Italiani<br />
(DBI). Bd 63: Labroca-Laterza. Istituto della Enciclopedia<br />
Italiana, Rom 2004.<br />
R. Pallucchini, La pittura veneziane del Seicento, I,<br />
Milano 1981, S. 243-250.<br />
M. Stefani Mantovanelli, Giovanni Barrista Langetti.<br />
Il principe dei tenebrosi. Soncino/Cremona 2011.<br />
(1241754) (11)<br />
GIOVANNI BATTISTA LANGETTI,<br />
1625 <strong>–</strong> 1676<br />
THE DRUNKENNESS OF NOAH<br />
Oil on canvas.<br />
117.5 x 167.5 cm.<br />
Accompanied by an expert’s report by Mattia Vinco,<br />
dated 24 March 2018, with several examples of paintings<br />
for comparison.<br />
Literature:<br />
L. Bortolotti, Giovan Battista Langetti, in: Mario Caravale<br />
(ed.), Dizionario Biografico degli Italiani (DBI), vol<br />
63: Labroca-Laterza. Istituto della Enciclopedia Italiana,<br />
Rome 2004.<br />
R. Pallucchini, La pittura veneziane del Seicento, I,<br />
Milan 1981, pp. 243-250.<br />
M. Stefani Mantovanelli, Giovanni Barrista Langetti.<br />
Il principe dei tenebrosi, Soncino/Cremona 2011.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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47
256<br />
ITALIENISCHER MEISTER<br />
DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
DAVID UND GOLIATH<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
162 x 106 cm.<br />
In dekorativem Prunkrahmen.<br />
Im Mittelpunkt des Gemäldes der mit freiem Oberkörper<br />
auf einem Stein sitzende junge David, der an einem<br />
über seine Brust gehenden Gurt einen leuchtend roten<br />
Mantel und ein weißes Untergewand befestigt hat,<br />
vor dunklem Hintergrund mit Blick auf eine weite<br />
Landschaft. Er hat seine rechte Hand auf ein großes<br />
Schwert mit prächtigem goldenen Griff gelegt, das<br />
durch den Lichteinfall teilweise glänzt. Er hat braunes<br />
lockiges, durch ein Band gehaltenes Haar und schaut<br />
aufmerksam mit seinen wachen dunklen Augen aus<br />
dem Bild heraus. Mit dieser Waffe hat er den Kopf des<br />
Riesen Goliaths abgeschlagen, der wohl zu seinen<br />
Füßen liegt. Der Lichteinfall, von links oben, beleuchtet<br />
besonders den Griff des Schwertes, den Oberkörper<br />
Davids sowie den am Boden liegenden Kopf, sodass<br />
ein starker Hell-Dunkel-Kontrast entsteht. Qualitätvolle<br />
Malerei, die in diesem Fall nicht die Schleuder des<br />
David, sondern das Schwert in den Vordergrund dieser<br />
biblischen Darstellung stellt. Kleinere Retuschen.<br />
(1241751) (18)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
257<br />
ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
KAMPF EINES GRIECHEN MIT EINEM BARBAREN<br />
Öl auf Leinwand.<br />
170 x 120 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
Die Darstellung zeigt zwei miteinander ringende Kämpfer,<br />
wobei der Geharnischte einen Federhelm mit einer<br />
Eule trägt, was ihn als einen Athener kennzeichnet.<br />
Der sichtlich Unterlegene ist mit rotem Tuch bekleidet.<br />
Weitere Attribute fehlen, sodass sich eine genauere<br />
Deutung der Szene nicht ermöglicht. Der Malstil weist<br />
Züge der Römischen Schule auf. (1241761) (3) (11)<br />
ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY<br />
FIGHT OF A GREEK SOLDIER WITH A BARBARIAN<br />
Oil on canvas,<br />
170 x 120 cm.<br />
Unframed.<br />
The painting style suggests the School of Rome.<br />
€ 15.000 - € 18.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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258<br />
ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
DIE HEILIGE MARIA MAGDALENA ALS BÜSSERIN<br />
IN DER EINÖDE<br />
Öl auf Leinwand.<br />
82,5 x 65,5 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
Die Heilige Maria Magdalena in einem goldfarbenen<br />
Gewand und blauem Umhang mit hüftlangen welligen<br />
blonden glänzenden Haaren, auf einem Stein einer<br />
Höhle sitzend, die nach rechts den Blick nach draußen,<br />
auf einen Felsen und Sträucher und Zweige freigibt.<br />
Hinter ihr stehend ein Buch, wohl ein Salbgefäß<br />
und ein Kreuz. Mit ihrer rechten Hand hat sie ihre<br />
langen Haare vor ihrer Brust erfasst, während sie die<br />
Linke nach hinten ausstreckt und mit fragendem Blick<br />
und tränenden Augen ihren Kopf, umgeben von einem<br />
Nimbus, nach oben zum Himmel gerichtet hat. Malerische<br />
beliebte Darstellung in der Kunstgeschichte<br />
des 17. Jahrhunderts; hier gekonnt das helle Inkarnat<br />
und die Handgesten in den Vordergrund gestellt.<br />
Retuschen. (1241768) (3) (18)<br />
€ 4.000 - € 5.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
259<br />
ITALIENISCHER MALER<br />
DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />
FRÜCHTESTILLLEBEN MIT ÄPFELN UND<br />
GROSSER WASSERMELONE<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
83 x 115 cm.<br />
In vergoldetem Prunkrahmen.<br />
Vor grünlichem Hintergrund, auf einer Platte liegend,<br />
die Komposition mit den prachtvollen Früchten, in deren<br />
Mittelpunkt eine aufgeschnittene saftige Wassermelone<br />
mit dunklen Kernen steht. Umrahmt wird sie<br />
von diversen Zweigen mit Weintrauben und kleineren<br />
Äpfeln sowie im Vordergrund von rot glänzenden Kirschen,<br />
einigen Feigen, größeren Äpfeln und einigen<br />
fast verwelkten Blumen. Im Hintergrund links und<br />
rechts jeweils ein Zweig mit Äpfeln bzw. Blättern und<br />
einige Birnen zu sehen. Malerei in zurückhaltender,<br />
überwiegend grün-brauner und rot-weißer Farbigkeit,<br />
die dabei die Wassermelone durch gekonnte Lichtund<br />
Schattenführung besonders herausstellt. Rest.,<br />
teils Retuschen. (12417521) (18)<br />
€ 5.000 - € 7.000<br />
Sistrix<br />
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50 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.000 additional images.
260<br />
MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
MOSES UND DAS VOLK ISRAEL MIT NEHUSCHTAN,<br />
DER EHERNEN SCHLANGE<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
148 x 204 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
Das Gemälde nimmt Bezug auf die Bibelstelle 4.Mose<br />
21. Als das Volk Israel auf dem Weg von Ägypten zum<br />
Schilfmeer war, redeten sie gegen Gott und Mose. Da<br />
sandte der Herr feurige Schlangen unter das Volk und<br />
sie bissen das Volk und viele starben. Sie bereuten<br />
ihre Tat und erkannten, dass sie gesündigt haben und<br />
flehten zum Herren. Dieser beauftragte Moses, eine<br />
Schlange aus Kupfer zu fertigen und sie auf eine Stange<br />
zu setzen; wenn jemand von einer Schlange gebissen<br />
wurde, schaute er auf zu der Schlange aus Kupfer<br />
und so blieb er am Leben. Das Gemälde bezieht sich<br />
genau auf diese Bibelstelle. Man sieht Moses mit<br />
dem Volk, die unterhalb eines Berges rasten und ihre<br />
Zelte aufgeschlagen haben. Im Vordergrund Männer<br />
und Frauen, die gegen die Schlangenplage kämpfen;<br />
einige sind bereits leblos zu Boden gegangen. Rechts<br />
Moses in dunklem Gewand und rotem Mantelüberwurf,<br />
hinter seinem Kopf ist ein Strahlennimbus zu<br />
erkennen. Er weist mit ausgestreckten Armen und<br />
Stock auf die in der Mitte errichtete Stange mit der<br />
ehernen Schlange hin. Mehrere Figuren wenden sich<br />
ebenfalls teils mit ausgebreiteten, teils mit gefalteten<br />
Händen dieser kupfernen Schlange zu und können so,<br />
laut Bibeltext, errettet werden und am Leben bleiben.<br />
Am rechten Rand wohl das große errichtete Zelt des<br />
Moses, während auf der linken Seite mehrere kleine<br />
Zelte, die sich am Hang weiter ziehen, zu sehen sind.<br />
Darstellung im Licht der untergehenden Sonne, in<br />
überwiegend beige-brauner Farbigkeit, aufgelockert<br />
durch einige rote Kleidungsstücke, dabei gekonnte<br />
Licht- und Schattensetzung. Wenige Retuschen.<br />
(1241759) (18)<br />
17TH CENTURY PAINTER<br />
MOSES AND THE PEOPLE OF ISRAEL WITH<br />
NEHUSHTAN, THE COPPER SNAKE<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
148 x 204 cm.<br />
Unframed.<br />
€ 10.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
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51
261<br />
FRANCESCO BOTTI,<br />
1640/45 FLORENZ <strong>–</strong> 1710/11<br />
SAMSON UND DELILAH<br />
Öl auf Leinwand.<br />
96 x 118 cm.<br />
Beigegeben eine Expertise von Dr. Alessandro Delpriori,<br />
Universität Florenz.<br />
Das Thema aus dem Alten Testamtent, dem Buch der<br />
Richter, hat in der Barock-Malerei großen Anklang und<br />
Interesse gefunden. Dies vor allem weil nun die Rolle<br />
der Frau in der Gesellschaft neu differenziert zu werden<br />
begann, was in ähnlichen, meist alttestamentlichen<br />
Bildthemen Ausdruck gefunden hat. Gezeigt ist hier<br />
die Philisterin Delilah, die dem israelitischen Helden<br />
das Haar abschneidet. Der Legende nach behielt der<br />
herkulische Samson solange seine Kraft, solange er<br />
sein langes Haar hatte. Delilah entlockte ihm dieses<br />
Geheimnis und war dadurch in der Lage, ihn zu<br />
schwächen. Letztlich jedoch besiegte er die Philister,<br />
indem er als Gefangener die Säulen des Tempels zum<br />
Einsturz brachte. Das Gemälde zeigt die junge Frau in<br />
entschlossener, aber gleichzeitig etwas zögerlicher<br />
Haltung, mit kritischem Blick aufmerksam den Schlaf<br />
ihres Geliebten prüfend. In der linken Hand hält sie die<br />
Schere, die rechte eine Locke des Samson, der mit<br />
seinem Haupt auf ihrem Schoß liegt. Die Darstellung<br />
ist in einem caravaggeskem Hell-Dunkel gezeigt, was<br />
der nächtlichen Situation des Geschehens in passender<br />
Weise entspricht.<br />
Die Zuweisung an den Künstler, durch beiliegende Expertise<br />
erfolgt, ist erst vor nicht allzu langer Zeit möglich<br />
geworden, unter anderem durch Auffinden eines<br />
weiteren Werkes. Die Schulung Bottis in der Werkstatt<br />
seines Lehrers Simone Pignone (1611/14-1698)<br />
ist offensichtlich und hat auch dazu geführt, dass ein<br />
themengleiches Werk, welches ursprünglich dem<br />
Lehrer zugewiesen war, in der Fotothek der Fondazione<br />
Zeri als solches aufgenommen wurde. Das vorliegende<br />
unveröffentlichte Gemälde lässt sich nun in einem<br />
Zusammenhang mit einem etwas kleineren Bild<br />
der gleichen Darstellung bringen, dessen Verbleib jedoch<br />
unbekannt ist. Der Vergleich beider Bilder zeigt<br />
eindeutig auch die hohe Qualität des vorliegenden<br />
Werkes, das durch den Experten in den Anfang der<br />
1690er-Jahre datiert wird. Ferner werden Bildvergleiche<br />
vorgelegt: Etwa mit dem Gemälde Bottis „Sophonisba“<br />
(Museo Civico di Montepulciano) sowie<br />
„Judith und Holofernes“ aus einer Privatsammlung.<br />
Provenienz:<br />
Ehemals Privatsammlung Italien. (12417520) (11)<br />
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FRANCESCO BOTTI,<br />
1640/45 FLORENCE <strong>–</strong> 1710/11<br />
SAMSON AND DELILAH<br />
Oil on canvas.<br />
96 x 118 cm.<br />
Accompanied by an expert‘s report by Dr Alessandro<br />
Delpriori, University of Florence.<br />
It has only recently been possible to identify the artist<br />
of the painting on offer for sale in this lot - i.a. due to<br />
the discovery of another painting - as pointed out in the<br />
enclosed expert‘s report. Botti trained in the workshop<br />
of Simone Pignone (1611/14-1698) and his teacher‘s<br />
influence on his oeuvre is obvious as another painting<br />
with the same subject was originally attributed to<br />
Pignone and is listed as such at the photo library of the<br />
Federico Zeri Foundation. The hitherto unpublished<br />
painting on offer for sale in this lot, can now be seen in<br />
connection with a slightly smaller painting of the same<br />
subject, however, its current whereabouts is unknown.<br />
The comparison of both paintings clearly shows the<br />
high quality of the painting on offer for sale in this lot<br />
dated by the expert to the early 1690s. The report also<br />
lists other examples for comparison such as Botti‘s Sophonisba<br />
(Museo Civico di Montepulciano) and Judith<br />
and Holofernes from a private collection.<br />
Provenance:<br />
Formerly private collection, Italy.<br />
€ 20.000 - € 25.000<br />
Sistrix<br />
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262<br />
PIETRO BENVENUTI,<br />
1769 AREZZO <strong>–</strong> 1844 FLORENZ<br />
JAKOB SEGNET SEINE ZWÖLF SÖHNE<br />
Öl auf Leinwand.<br />
95 x 121 cm.<br />
Vergoldeter Rahmen mit Kymation-Dekor.<br />
Beigegeben Expertise von Alessandro Delpriori, mit<br />
Einordnung des Gemäldes um 1830.<br />
Der Maler ist aufgrund der Zeitumstände seines Wirkens<br />
mit seinen politischen Darstellungen bekannt<br />
geworden, wie etwa den Themen im Zusammenhang<br />
mit Napoleon. Dies war auch eine Folge seiner Berufung<br />
durch Elisa Bonaparte, der Regentin des Großherzogtums<br />
Toskana als Professor an die Accademia<br />
di San Luca in Florenz. Weitere Auszeichnungen, vor<br />
allem auch Portraits des herrschenden Adels sorgten<br />
für seinen Ruhm. Auch der berühmte Bildhauer Antonio<br />
Canova (1757-1822) war mit ihm befreundet. Seine<br />
Ausbildung erhielt Benvenuti ab 1810 in Paris von<br />
keinem geringeren als Jacques-Louis David (1748-<br />
1825). Diese Lehre hat ihn auch den antik-historischen<br />
Themen zugeführt, zu denen auch das vorliegende<br />
Gemälde zu zählen ist.<br />
Gezeigt ist die Szene der Legende aus Genesis (48-<br />
49), wonach der Stammvater Jakob am Sterbebett<br />
noch seine zwölf Söhne, die Häupter der Zwölf Stämme<br />
Israels versammelt, um sie zu segnen und ihnen<br />
die Zukunft aufgrund ihrer Charaktere voraussagt. Die<br />
Szenerie ist theatralisch aufgebaut; der alte Stammvater<br />
graubärtig mit aufrechtem entblößtem Oberkörper<br />
auf der Bettstatt, bühnenartig beleuchtet von einem<br />
zwischen den Vorhängen einfallenden Licht. Seine<br />
rechte Hand hält er auf den noch jungen Benjamin,<br />
seine linke ausgestreckt, weist auf die um ihn Stehenden.<br />
Eine der Figuren steht verschattet als Repoussoir<br />
am linken Bildrand. Die Lichtregie erinnert an weitere<br />
seiner Bilder, wie „Cafalus und Procris“ oder „Der<br />
barmherzige Samariter“. In imponierender Großartigkeit<br />
präsentieren sich seine Wandbilder in Florentiner<br />
Palästen oder der Galleria Palatina.<br />
A.R. (12417514) (11)<br />
PIETRO BENVENUTI,<br />
1769 AREZZO <strong>–</strong> 1844 FLORENCE<br />
THE BLESSING OF JACOB<br />
Oil on canvas.<br />
95 x 121 cm.<br />
Gilt frame with cymatium décor.<br />
Accompanied by an expert’s report by Alessandro Delpriori,<br />
dating the painting to ca. 1830.<br />
Depiction of the prophetic poem from the Book of<br />
Genesis (48-49), according to which patriarch Jacob<br />
assembled his twelve sons, the twelve heads of the<br />
Tribes of Israel on his deathbed, in order to bless<br />
them and predict their futures according to their characters.<br />
Other magnificent works by the artist can be found in<br />
the impressive frescoes of Florentine Palaces or at<br />
the Palatine Gallery, Florence.<br />
€ 15.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
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53
263<br />
SPANISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
CHRISTUS AM KREUZ<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
206 x 147 cm.<br />
Rechts unten in Kartusche bezeichnet „Juan Anton<br />
S. Se VARACA faci [...]“.<br />
Am oberen Rand schmale Holzleiste.<br />
Vor dunklem, fast schwarzem Hintergrund der am<br />
Kreuz hängende Körper Christi, lediglich mit einem<br />
weißen Tuch um seine Hüften bedeckt. Er hat seinen<br />
Kopf mit dunklen Haaren leicht nach unten hängen,<br />
seine Augen sind geschlossen und er trägt eine Dornenkrone.<br />
Deutlich erkennbar tropft Blut vom Kopf auf<br />
seinen Oberkörper und aus der Wunde auf seiner<br />
rechten Seite. Seine kräftigen Hände sind mit sichtbaren<br />
Nägeln durchbohrt, ebenso seine am Kreuz befestigten<br />
Füße. In der oberen Mitte des Kreuzes ist ein<br />
Schild befestigt, darauf die Buchstaben „I.N.R.I.“ zu<br />
lesen. Qualitätvolle Malerei, das Inkarnat Christi dabei<br />
in weichem beigefarbenen Ton mit gekonnt ausgearbeitetem<br />
Muskel- und Körperbau. (1241763) (3) (18)<br />
SPANISH SCHOOL, 17TH CENTURY<br />
CHRIST ON THE CROSS<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
206 x 147 cm.<br />
Signed „Juan Anton S. Se VARACA faci [...]“ in<br />
cartouche lower right.<br />
A narrow wooden strip on the top edge.<br />
€ 18.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
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264<br />
HENDRICK VAN SOMER,<br />
1615 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1684 NEAPEL<br />
DER HEILIGE HIERONYMUS IN DER HÖHLE<br />
Öl auf Leinwand.<br />
111 x 83 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
Beigegeben ein Gutachten von Nicola Spinosa in Kopie,<br />
Neapel, 10. Juni 2020.<br />
Hieronymus wurde 347 in Illyrien im heutigen Kroatien<br />
geboren und ließ sich schließlich 385 in Betlehem<br />
nieder, wo er ein Kloster für Männer und eines für<br />
Frauen gründete, bevor er ca. 420 starb. Der Heilige<br />
ist vor allem für seine Übersetzung der Bibel aus dem<br />
Griechischen ins Lateinische bekannt, was auch seine<br />
ikonographische Darstellung seit dem 15. Jahrhundert<br />
erklärt: Wenn nicht in der Wüste, so wird er gern in<br />
einer Studierstube oder <strong>–</strong> wie auch hier <strong>–</strong> in einer Höhle<br />
dargestellt. Das bis dato unpublizierte Gemälde ist,<br />
wie Spinosa betont, in sehr gutem Zustand und zeigt<br />
Anklänge des Jusepe de Ribera der späten 1620er<br />
Jahre, mit dessen Atelier der gebürtige Flame Hendrick<br />
van Somer in Kontakt stand. Spinosa schlägt für das<br />
vorliegende Gemälde eine Datierung von ca. 1634 vor.<br />
Vergleichbar ist ein Prophet Elias im Art Museum in<br />
Princeton und ein San Girolamo (signiert) in der Galleria<br />
Borghese in Rom.<br />
Literatur:<br />
Vgl. Nicola Spinosa, Aggiunte a Hendrick van Somer,<br />
„alias“ Enrico Fiammingo, in: Napoli, L‘Europa. Ricerche<br />
di storia dell‘arte in onore di Ferdinando Bologna,<br />
F. Abate und F. Sricchia Santoro, Rom 1995, S. 223-230.<br />
Vgl. Nicola Spinosa, in: Ritorno al barocco. Da Caravaggio<br />
a Vanvitelli, Ausstellungskatalor, Neapel, Museo<br />
di Capodimonte, Dezember 2009 - April 2010, S. 116 - 118.<br />
Giuseppe Porzio, La scuola di Ribera, Neapel 2014,<br />
S. 93 ff. (1241757) (13)<br />
HENDRICK VAN SOMER,<br />
1615 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1684 NAPLES<br />
SAINT JEROME IN HIS STUDY<br />
Oil on canvas.<br />
111 x 83 cm.<br />
Unframed.<br />
A copy of the expert‘s report by Nicola Spinosa,<br />
Naples, 10 June 2020 is enclosed.<br />
Literature:<br />
Compare: N. Spinosa, Aggiunte a Hendrick van<br />
Somer, „alias“ Enrico Fiammingo, in: Napoli,<br />
L‘Europa. Ricerche di storia dell‘arte in onore di<br />
Ferdinando Bologna, F. Abate and F. Sricchia Santoro,<br />
Rome 1995, pp. 223-230.<br />
N. Spinosa, in: Ritorno al barocco. Da Caravaggio a<br />
Vanvitelli, exhibition catalogue, Naples, Museo di<br />
Capodimonte, December 2009 - April 2010, pp.<br />
116 - 118.<br />
G. Porzio, La scuola di Ribera, Naples 2014, pp. 93.<br />
€ 20.000 - € 30.000<br />
Sistrix<br />
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55
265<br />
ANTONIO BALESTRA,<br />
1660 VERONA <strong>–</strong> 1740 EBENDA<br />
SALOME MIT DEM JOHANNESHAUPT BEIM<br />
FESTMAHL DES HERODES<br />
Öl auf Leinwand.<br />
107 x 85 cm.<br />
Ohne Rahmen.<br />
Expertise von Dr. Alessandro Delpriori, Universität<br />
Florenz, mit Werkvergleichen.<br />
Entgegen den üblichen Darstellungsweisen hat der<br />
Maler hier die Szene des Neuen Testaments nicht in<br />
einem Innenraum, sondern in eine Loggia mit Ausblick<br />
auf einen hellen Wolkenhimmel gesetzt . Die mit<br />
weißem Tuch bedeckte Festtafel und die daran dicht<br />
gedrängten Personen werden nahe an den Betrachter<br />
herangeführt, um ihn in die makabre Szene einzubinden.<br />
Die Beleuchtung von links oben konzentriert sich<br />
auf die Hauptfiguren: Salome, die soeben das Haupt<br />
des Johannes auf einer Zinnschüssel über dem Tisch<br />
präsentiert, ist gleichzeitig im Blickkontakt mit Mariamne,<br />
der Gemahlin des Herodes, der hier zwischen<br />
den Frauen mit erhobener Hand entsetzt zurückweicht.<br />
Damit hat der Maler bereits die Frauen als die<br />
Schuldigen charakterisiert. Die dicht um den Tisch<br />
gedrängten Männer beobachten den Vorfall in unterschied<br />
lichen Körperhaltungen und teils überraschter<br />
Mimik. Mit dem im Vordergrund rechts an den Tisch<br />
getretenen Mann mit Türkenhaube scheint der Henker<br />
gemeint zu sein, ihm zur Seite unten ein Hund, der aus<br />
einer Zinnschüssel leckt, die der Johannesschüssel<br />
gleicht, was die Makabrität der Szene unterstreicht.<br />
Der Hintergrund zeigt mittig einen großen Brunnenaufbau<br />
mit Skulpturen, rechts Diener mit Schüsseln und<br />
Schalen, links Loggiasäulen. Die Szenerie in virtuos<br />
entwickelter Komposition und lockerer Pinseltechnik.<br />
Die Art und Weise der Darstellung zeigt Balestra als<br />
einen Maler mit beachtlichem Interpretationsvermögen,<br />
was auch in seinem Gesamtwerk zum Ausdruck<br />
kommt. Dies dürfte Folge seiner umfangreichen literarischen<br />
wie humanistischen Bildung sein. Ab 1687<br />
war er Schüler des Antonio Bellucci in Venedig, bevor<br />
er 1691 zu Carlo Maratta in Rom ging und dort auch<br />
Einflüsse der Maler Annibale Carracci und Domenicino<br />
aufnehmen konnte. Erst 1695 eröffnete er in seiner<br />
Heimatstadt eine eigene Schule, aus der namhafte<br />
Künstler, wie Pietro Rotari, Giambettino Cignaroli, Angelo<br />
Trevisani oder Rosalba Carriera und andere hervorgingen.<br />
A.R. (12417513) (11)<br />
ANTONIO BALESTRA,<br />
1660 VERONA <strong>–</strong> 1740 IBID.<br />
SALOME WITH THE HEAD OF SAINT JOHN THE<br />
BAPTIST AT THE FEAST OF HEROD<br />
Oil on canvas.<br />
107 x 85 cm.<br />
Unframed.<br />
Expert‘s report by Dr Alessandro Delpriori, University<br />
of Florence, with examples of comparison.<br />
Contrary to the usual depictions of this New Testament<br />
scene, the painter has not painted an interior but a<br />
loggia with an open vista of the light, cloudy sky instead.<br />
This style shows Balestra‘s impressive ability<br />
to interpret, as is evident in his entire oeuvre, likely to<br />
due to his extensive literary and humanist education.<br />
From 1687 onwards, he was a student of Antonio Bellucci<br />
in Venice, before joining Carlo Maratta in Rome in<br />
1691, where he was also influenced by Annibale Carracci<br />
and Domenicino. He did not open his own school<br />
until 1695 in his hometown, which produced renowned<br />
artists such as Pietro Rotari, Giambettino Cignaroli,<br />
Angelo Trevisani or Rosalba Carriera, among others.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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266<br />
LEANDRO BASSANO,<br />
GENANNT „LEANDRO DA PONTE“,<br />
1557 BASSANO DEL GRAPPA <strong>–</strong> 1622 VENEDIG<br />
Sohn des Jacopo Bassano (1510/15 <strong>–</strong> 1592)<br />
VALENTIN TAUFT DIE HEILIGE LUCILLA<br />
Öl auf Leinwand.<br />
150 x 104 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
Beigegeben in Kopie ein Gutachten von Dario Succi,<br />
Gorizia, Italien.<br />
Leandro dal Ponte, genannt Leandro Bassano war Sohn<br />
des großen Jacopo Bassano, dessen Werk ihn, wie wir<br />
auch in unserem Gemälde sehen, stark beeinflusste.<br />
Zusammen mit seinen Brüdern Francesco und Giambattista<br />
trat Leandro schon früh in die väterliche Werkstatt<br />
ein, in den 1570er Jahren begann er selbständiger<br />
zu arbeiten, 1588 zog er nach Venedig, wo er auch bis<br />
1621 blieb. Daraufhin zog er nochmal in seine Geburtsstadt,<br />
um in der väterlichen Werkstatt zu arbeiten. Bereits<br />
1595 erhielt er vom Dogen Marino Grimani den<br />
Titel Cavaliere und zahlreiche Aufträge. Succi zieht vor<br />
allem eine stilistische Parallele zu dem „Turmbau zu<br />
Babel“ in der National Gallery in London und die dort<br />
zu sehenden für Leandro charakteristischen Physiognomien.<br />
Lucilla war der Legende nach Sklavin bei einem Barbarenkönig<br />
Eugenius. Als der nach Rom kam, wurde<br />
er zusammen mit seinen Sklavinnen Flora und Lucilla<br />
sowie Eugen, Antonius, Theodor und 18 weiteren<br />
Gefährten um seines Glaubens willen unter Kaiser<br />
Gallienus um 265 gemartert. Ihre Gebeine wurden<br />
861 der Legende nach von Ostia nach Arrezzo übertragen,<br />
es gibt jedoch auch weitere Reliquien von Lucilla,<br />
welche in Deutschland, Frankreich, Spanien und der<br />
Schweiz verehrt werden.<br />
Provenienz:<br />
Europäische Privatsammlung.<br />
Anmerkung:<br />
Ein Gemälde mit gleicher Darstellung von Jacopo<br />
Bassano um 1575 im Museo Civico in Bassano del<br />
Grappa.<br />
Literatur:<br />
Vgl. Rodolfo Pallucchini, La pittura veneziana del<br />
Seicento, Mailand 1981. (1241758) (13)<br />
LEANDRO BASSANO,<br />
ALSO KNOWN AS “LEANDRO DA PONTE”,<br />
1557 BASSANO DEL GRAPPA <strong>–</strong> 1622 VENICE<br />
Son of Jacopo Bassano (1510/15-1592).<br />
SAINT VALENTINE CHRISTENING SAINT LUCY<br />
Oil on canvas.<br />
150 x 104 cm.<br />
Unframed.<br />
A copy of an expert‘s report by Dario Succi, Gorizia,<br />
Italy is enclosed.<br />
Provenance:<br />
Private collection, Europe.<br />
Notes:<br />
A painting with the same subject by Jacopo Bassano<br />
dated 1575 is held at the Museo Civico di Bassano<br />
del Grappa, Italy.<br />
Literature:<br />
Compare: R. Pallucchini, La pittura veneziana del<br />
Seicento, Milan 1981.<br />
€ 10.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
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57
267<br />
LUMEN PORTENGEN,<br />
1608/09 <strong>–</strong> 1649<br />
PORTRAIT EINES PAPSTES<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
70 x 85,5 cm.<br />
In vergoldetem Barockrahmen.<br />
Beigegeben in Kopie ein Gutachten von Emilio Negro,<br />
Bologna, ohne Datum.<br />
Der Utrechter Caravaggist Lumen Portengen ist von<br />
1617-1637 in Rom nachgewiesen, wo er gearbeitet<br />
hat. Erst 1637 kehrte er nach Utrecht zurück, wo er bis<br />
zu seinem Lebensende 1649 wirkte. In diesem Gemälde,<br />
welches ganz in Chiaroscuro getaucht ist, stellt<br />
er einen Papst dar, dessen Tiara links an den Rand<br />
gerückt ist, während er in sein Studium vertieft ist,<br />
sein Kreuz bildet eine Bilddiagonale als Gegenkraft zu<br />
dem nach links geneigten Kopf. Die Tiara darf stets<br />
nur außerhalb der Kirche getragen werden, nicht aber<br />
innerhalb einer Kirche. Zudem ist sie Symbol für den<br />
Papst als Haupt der Welt, hier jedoch ist er als Studiosus<br />
dargestellt; die aus drei übereinander liegenden<br />
Kronen gebildete Tiara dient lediglich der Spezifikaton<br />
des Dargestellten und keinem eigentlichen liturgischen<br />
Zweck. Sein Kopf ist ein solcher, wie wir ihn von anderen<br />
Gemälden als Philosoph kennen und als solchen<br />
beschreiben würden, hätte Portengen nicht die Attribute<br />
eingebracht. Negro schreibt das vorliegende Gemälde<br />
Portengen zu, welcher eventuell Schüler von<br />
Paulus Moreelse (1571-1638) war. Als Vergleiche nennt<br />
er: „Das Konzert“, (signiert, Pisa, dann Sammlung Cesare<br />
Olschki, dann Christie‘s, 14. April 1978, Lot 12)<br />
und vor allem „Der Lautenspieler“ (ebenfalls signiert<br />
und datiert, 1636, Utrecht, Centraal Museum). Negro<br />
schlägt eine Datierung des Gemäldes in die späten<br />
Jahre des Wirkens Portengens vor.<br />
Vergleiche:<br />
Willem L. van de Watering,Petrus, Roetert en Lumen<br />
Portengen, in: Oud Holland 82, 1967, S. 149-157.<br />
Bernhard Sirch, Der Ursprung der bischöflichen Mitra<br />
und päpstlichen Tiara, St. Ottilien, 1975. (1241881) (13)<br />
LUMEN PORTENGEN,<br />
1608/09 <strong>–</strong> 1649<br />
PORTRAIT OF A POPE<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
70 x 85.5 cm.<br />
In gilt Baroque frame.<br />
Accompanied by a copy of an expert‘s report by Emilio<br />
Negro, Bologna (without date).<br />
Literature:<br />
Compare: W.L. van de Watering, Petrus, Roetert<br />
en Lumen Portengen, in: Oud Holland 82, 1967,<br />
pp. 149-157.<br />
B. Sirch, Der Ursprung der bischöflichen Mitra und<br />
päpstlichen Tiara, St Ottilien, 1975.<br />
€ 10.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
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268<br />
FRANCESCO TREVISANI,<br />
1656 CAPODISTRIA <strong>–</strong> 1746 ROM<br />
Schüler von Antonio Zanchi (1631-1722) in Venedig,<br />
später von Carlo Maratti (1625-1713) in Rom beeinflusst,<br />
ferner von Guido Reni (1575-1642), Paolo Veronese<br />
(1528-1588) und Pietro da Cortona (1596-1669).<br />
JOSEPH MIT DEM JESUSKIND<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
46,5 x 34,5 cm.<br />
In bronziertem Rahmen mit Perlstabdekor.<br />
Beigegeben in Kopie ein Gutachten von Ferdinando<br />
Arisi.<br />
Hochformatige Darstellung mit nach links gewandter<br />
Sitzfigur des Heiligen Joseph, dessen Arm das unbekleidete<br />
Jesuskind trägt, in seiner einen Hand ein<br />
Kreuz im Hinblick auf seine Passion haltend, mit der<br />
anderen das Haupt seines Ziehvaters berührend.<br />
Vergleiche:<br />
Natura morta in Italia, Mailand, 1989, Bd. II, Abb. 831.<br />
Ein weiterer Joseph aus der Hand Trevisanis wurde<br />
am 09. Juli 2008 unter Lot 159 bei Christie‘s London<br />
angeboten. (1241882) (13)<br />
€ 4.000 - € 5.000<br />
Sistrix<br />
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269<br />
DEUTSCHER MALER DES 16. JAHRHUNDERTS<br />
DIE KREUZIGUNG CHRISTI<br />
Öl auf Holz.<br />
70 x 66 cm.<br />
In vergoldetem Ädikularahmen mit jeweils zwei<br />
kleinen seitlichen Säulen.<br />
Im Zentrum der am Kreuz hängende Christus, lediglich<br />
nur mit einem weißen Lendenschurz bekleidet. Er<br />
hat einen schlanken Körper, lange durchhängende<br />
Arme, dunkelblonde Haare und trägt die Dornenkrone<br />
auf seinem Haupt. Sein Kopf ist nach unten zum Boden<br />
gerichet, auf dem auch unmittelbar am Kreuz ein<br />
Schädel und zwei Gebeine liegen. Diese als Verweis<br />
auf die Kreuzigungsstätte Golgatha, das übersetzt<br />
bedeutet „Ort des Schädels“. Am oberen Ende des<br />
Kreuzes ist in der Mitte ein Schild befestigt mit den<br />
Buchstaben „INRI“. Links von Jesus steht auf einer<br />
grünen Wiesenfläche Maria in gelblichem Gewand mit<br />
Schleier, blauem Mantel und Nimbus um ihr Haupt.<br />
Die feingliedrigen Finger ihrer linken Hand hat sie auf<br />
ihre Brust gelegt und mit ihrem leicht gewendeten<br />
Haupt schaut sie Christus intensiv und traurigen Blickes<br />
an. Auf der anderen Seite von Jesus, stehend, Johannes<br />
Evangelist, als weiterer Zeuge in grünem Gewand<br />
und rotem leuchtenden Mantel, ein Buch in seinen<br />
Händen haltend, den Kopf, der von einem Nimbus<br />
umgeben wird, konzentriert und voll traurigem Ausdrucks<br />
auf Jesus gerichet. Im grau-blauen weiten Hintergrund<br />
ist eine bergige Landschaft zu erkennen, mit<br />
einigen Figuren und eine Stadt, die von einer hohen<br />
Stadtmauer umgeben ist, wohl Jerusalem. Der hohe<br />
Himmel mit großen kräftigen grau-blauen Wolken<br />
versehen, jedoch hinter dem Kreuz und dem Corpus<br />
Christi ausgespart, zugunsten eines hellen gelben<br />
Hintergrunds. Qualitätvolle Malerei in der typischen<br />
Manier der Zeit. Rest., kleine Farbabsplitterungen,<br />
Rahmenschäden. (1241766) (3) (18)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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270<br />
LUCA GIORDANO,<br />
1632/34 NEAPEL <strong>–</strong> 1705 EBENDA<br />
Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war<br />
Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls<br />
der Malerei widmete. So erhielt er seinen ersten<br />
Unterricht bei seinem Vater, während jedoch allgemein<br />
angenommen wird, dass er ein Schüler des Giuseppe<br />
José de Ribera (1588/91-1652) war. Etliche<br />
seiner Werke lassen auch dessen Einfluss erkennen,<br />
während das enorm umfangreiche Werk Giordanos<br />
zeigt, dass er sämtliche Stilvarianten seiner Zeit beherrschte.<br />
Auch die Themenbreite in seinem Werk, in<br />
sämtlichen Bereichen der Historienmalerei, religiöse<br />
Darstellungen aber auch mythologische Szenen, zeigt<br />
Einflüsse zunächst der Caravaggisten, später aber<br />
auch der Maler Pietro da Cortona (1596-1669), Mattia<br />
Preti (1613-1699) oder Peter Paul Rubens (1577-1640).<br />
Im Bildaufbau mancher seiner Werke sind auch die<br />
venezianischen Meister wie Paolo Veronese (1528-<br />
1588), Tiziano Vecellio (1485/89-1576) oder Domenico<br />
Robusti Tintroretto (1560-1635) spürbar.<br />
PROMETHEUS UND DER ADLER DES ZEUS<br />
Öl auf Leinwand.<br />
36 x 44 cm.<br />
Beigegeben eine Expertise von Nicola Spinosa, Neapel,<br />
vom 8. September 2017.<br />
Das Gemälde illustriert den griechischen Mythos, der<br />
zu den bekanntesten der literarischen Stoffe der Antike<br />
zählt. Durch die Dichter Äschylos und Ovid wird<br />
davon berichtet, Prometheus habe bei der Opferung<br />
für Zeus nur die wertlosen Teile verwendet, das<br />
Fleisch den Menschen gegeben. Dafür wurden die<br />
Menschen von Zeus mit Entzug des Feuers bestraft.<br />
Prometheus jedoch brachte es zurück und wurde deswegen<br />
auf Zeus‘ Befehl an einen Felsen des Kaukasus<br />
geschmiedet. Ein Adler sucht ihn auf und frisst<br />
von seiner Leber, die sich jeweils erneuert. Erst Herkules<br />
befreit den Titanen Prometheus später. Er gilt<br />
als Feuerbringer und Lehrmeister der Menschheit.<br />
Es versteht sich von selbst, dass gerade dieses Thema<br />
insbesondere seit der Renaissance in die Künste<br />
einging, Piero di Cosimo (1462-1521), Ribera, Rubens,<br />
Jan Cossiers (1600-1671), Nicolas Bertin (1668-1736),<br />
bis hin zu Gustave Moreau (1826-1898), vor allem<br />
aber Luca Giordano haben sich ganz besonders dieser<br />
Figur gewidmet und in mehreren Gemälden bearbeitet.<br />
Das Leiden, der Schmerz darzustellen, war Hauptinteresse<br />
des Malers, die Figur des Prometheus in<br />
vielen Variationen zu zeigen. Schmerzgekrümmt ist er<br />
auch hier dargestellt, körperkräftig, aber gegen die<br />
Ketten machtlos, muss er die Attacken des Adlers ertragen.<br />
Eine der vielen Varianten des Bildes findet sich etwa<br />
im Nationalmuseum Warschau (187 x 160 cm.), eine<br />
ähnliche Darstellung, im Hochformat, besitzt die Slowenische<br />
Nationalgalerie in Ljubljana.<br />
A.R.<br />
Literatur:<br />
Ausstellungskatalog: Luca Giordano 1634-1705,<br />
Hrsg. Oreste Ferrari und Nicola Spinosa, Castel Sant‘<br />
Elmo e Museo di Capodimonte, 2001, Electa Napoli<br />
2001.<br />
Oreste Ferrari <strong>–</strong> Giuseppe Scavazzi, Luca Giordano,<br />
L‘opera completa, Neapel 2000. (12417512) (11)<br />
LUCA GIORDANO,<br />
1632/34 NAPLES <strong>–</strong> 1705 IBID.<br />
PROMETHEUS AND THE EAGLE OF ZEUS<br />
Oil on canvas.<br />
36 x 44 cm.<br />
Accompanied by an expert‘s report by Nicola Spinosa,<br />
Naples, dated 8 September 2017.<br />
One of the many versions of this painting is held at the<br />
National Museum Warsaw, (187 x 160 cm.) and a similar<br />
depiction in portrait format at the National Gallery of<br />
Slovenia in Ljubljana.<br />
Literature:<br />
O. Ferrari and N. Spinosa (eds.), Luca Giordano 1634-<br />
1705, exhibition catalogue, Castel Sant‘Elmo e Museo<br />
di Capodimonte, Naples 2001.<br />
O. Ferrari <strong>–</strong> G. Scavazzi, Luca Giordano, L‘opera completa,<br />
Naples 2000.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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61
271<br />
MALER DES 19. JAHRHUNDERTS,<br />
KOPIE NACH PETER PAUL RUBENS<br />
DIE KREUZIGUNG CHRISTI<br />
Öl auf Holz.<br />
57 x 43,5 cm.<br />
In vergoldetem Prunkrahmen.<br />
Im Zentrum der am Kreuz hängende Christus, lediglich<br />
mit weißem Lendenschurz bekleidet, und Dornenkrone.<br />
Über seinem Haupt hängt am Kreuz zudem<br />
ein Papier mit der Inschrift „INRI“. Zu seiner linken<br />
stehen am Boden Maria sowie der Apostel Johannes<br />
in leuchtend rotem Gewand. Das Kreuz mit beiden<br />
Armen kniend umarmend Maria Magdalena. Rechts<br />
davon weitere zur Kreuzigungsgruppe gehörende Figuren.<br />
Nahezu getreue Kopie des Meisterwerkes von<br />
Rubens.<br />
Anmerkung:<br />
Das Gemälde von Peter Paul Rubens (1577 - 1640)<br />
befindet sich im Snijders & Rockox Huis in Antwerpen.<br />
(12414751) (18)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
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272<br />
MALER DES 20. JAHRHUNDERTS,<br />
KOPIE NACH ADRIAEN ISENBRANT (1490 <strong>–</strong> 1551)<br />
MARIA DER SIEBEN SCHMERZEN VON 1521<br />
Öl auf Holz.<br />
136 x 136 cm.<br />
Verso maschinenschriftlicher lateinischer Aufkleber<br />
mit mehreren Unterschriften und Datierung „1941“<br />
sowie Aufkleber „Tentonstelling 2002“.<br />
Im zugehörigen gotisierenden Goldrahmen.<br />
Sehr qualitätvolle Kopie des rechten Altarflügels, wohl<br />
in den Abmessungen des Originals, nach dem Diptychon-Altarbild<br />
in der Liebfrauenkirche (Onze-Lieve-<br />
Vrouwekerk) zu Brügge. Die rechte Tafel befindet sich<br />
im Musée Royaux des Beaux-Arts in Brüssel. Das Tafelbild<br />
zeigt die „Schmerzreiche Madonna“ in dunk lem<br />
Mantel mit weißem Kopftuch in einer Thronnische, umgeben<br />
von den einzelnen Darstellungen der „Sieben<br />
Schmerzen“ in, durch gemalte Rahmungen separierten,<br />
Bildszenen. (12414756) (11)<br />
20TH CENTURY PAINTER,<br />
COPY AFTER ADRIAEN ISENBRANT (1490 <strong>–</strong> 1551)<br />
OUR LADY OF SORROWS, 1521<br />
Oil on panel.<br />
136 x 136 cm.<br />
Typed label in Latin with several signatures and date<br />
“1941” and label inscribed “Tentonstelling 2002”.<br />
In matching Gothic-style gilt frame.<br />
The painting on offer sale in this lot is a high quality<br />
copy of the right altar wing, probably in original dimensions,<br />
of the diptych altar at the Church of Our<br />
Lady (Onze-Lieve-Vrouwekerk) in Bruges. The original<br />
right panel is held at the Royal Museums of Fine Arts<br />
of Belgium in Brussels. Our Lady of Sorrows is depicted<br />
seated on throne, dressed in a dark cloak with a<br />
white headscarf and surrounded by individual depictions<br />
of the seven sorrows, each separated by painted<br />
frames.<br />
€ 30.000 - € 40.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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63
273<br />
LUCAS VAN VALCKENBORCH,<br />
UM 1535 <strong>–</strong> 1597, KREIS/ NACHFOLGE DES<br />
LANDSCHAFT MIT BAUERN BEI DER WEINLESE<br />
Öl auf Holz.<br />
26 x 36,5 cm.<br />
Beigegeben ein dendrochronologisches Gutachten der<br />
Universität Hamburg vom 10. Januar 2003, nach dem<br />
die früheste Entstehung des Gemäldes ab 1601 denkbar<br />
wäre.<br />
In bergiger Fantasielandschaft sieht man auf der rechten<br />
Seite auf einem hohen Felsen eine Burganlage.<br />
Im Mittelgrund ein sich schlängelnder Fluss und im<br />
Vordergrund rechts diverse Bauern bei der Ernte von<br />
dunklen Weinreben. Mehrere Figuren tragen bereits<br />
einen mit Trauben gefüllten Korb auf dem Rücken. Auf<br />
der linken Seite zwei edel gekleidete Herren, davon<br />
einer in Rückenansicht, der den anderen auf die arbeitenden<br />
Bauern hinweist. Ein größerer Hund am linken<br />
unteren Bildrand betrachtet die Ernte. Am Ufer des<br />
Flusses, an dem auch ein kleiner runder Turm steht,<br />
führt ein Weg entlang, auf dem ein Pferdefuhrwerk zu<br />
sehen ist, das ein Weinfass transportiert. Malerei in<br />
überwiegend beige-braunen und grünen Farbtönen,<br />
aufgelockert durch diverse rote Kleidungsstücke unter<br />
hohem grau-blauen Himmel, in dem diverse Vögel zu<br />
erkennen sind. (1241413) (18)<br />
LUCAS VAN VALCKENBORCH,<br />
CA. 1535 <strong>–</strong> 1597, CIRCLE/FOLLOWER OF<br />
LANDSCAPE WITH WINE HARVEST<br />
Oil on panel.<br />
26 x 36.5 cm.<br />
Accompanied by a dendrochronological report from<br />
the University of Hamburg, dated 10 January 2003,<br />
according to which the earliest creation of the painting<br />
is dated to 1601.<br />
€ 12.000 - € 14.000<br />
Sistrix<br />
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274<br />
CHRISTOFFEL VAN DEN BERGHE,<br />
1588/92 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1628/48 MIDDELBURG<br />
DORFANSICHT MIT HÖFISCHEM PAAR UND<br />
PLANWAGEN VOR EINEM WIRTSHAUS<br />
Öl auf Kupfer.<br />
15 x 22,5 cm.<br />
Rechts unten womöglich Reste einer Signatur.<br />
Beigegeben Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen,<br />
das Gemälde in die 1630-Jahre datierend.<br />
Das kleinformatige Bild in bestechender Feinmalerei<br />
und Farbkraft. Gezeigt ist ein Dorfplatz mit großem<br />
Baum. Der heller gemalte Hintergrund mit Kirche zwischen<br />
Bäumen wie von weißem Morgenreif überzogen.<br />
Das Wirtshaus links mit hohen Giebeln, unter<br />
dem Vordach Zecher am Tisch, daneben die Wirtin.<br />
Heller beleuchtet davor ein höfisches Paar in Begleitung<br />
eines Gepäck tragenden Knaben, die Dame in<br />
blauem Kleid mit Halskrause, der Umhang in leuchtendem<br />
Gelb, als Augenmerk im Bild, daneben der Herr<br />
mit Federhut. Beide beabsichtigen offensichtlich die<br />
Reise mit einem Planwagen rechts, gezogen von zwei<br />
Pferden, der soeben von anderen Reisenden bestiegen<br />
wird.<br />
Erst die genaue Betrachtung der zahlreichen, fein<br />
gemalten Details, der weiteren Figuren und ihren<br />
Tätigkeiten, eröffnet ein ebenso anschauliches, wie<br />
nahe zu heiteres Bild des gesellschaftlichen Lebens im<br />
17. Jahrhundert. Einzelheiten und Figuren bis ins Detail<br />
treffend erfasst und in eine farblich harmonische<br />
Gesamtauffassung gebracht.<br />
In Bildkomposition, Auffassung der Figuren und Details<br />
steht das vorliegende Gemälde dem Winterbild<br />
mit Eisvergnügen im Museum Mauritshuis (Stiftung<br />
Des Tonbe, 1903) sehr nahe.<br />
A.R. (12401118) (11)<br />
CHRISTOFFEL VAN DEN BERGHE,<br />
1588/92 ANTWERP <strong>–</strong> 1628/48 MIDDELBURG<br />
VILLAGE VISTA OF A COURTLY COUPLE WITH<br />
COVERED CART AND TAVERN<br />
Oil on copper.<br />
15 x 22.5 cm.<br />
Remains of a signature possibly lower right.<br />
Accompanied by expert’s report by Dr. Klaus Ertz,<br />
Lingen, dating the work to the 1630s.<br />
The painting‘s composition, figure conception and<br />
details are closely linked with a winter painting with<br />
ice amusements held at the Mauritshuis, The Hague<br />
(donation Des Tonbe, 1903).<br />
€ 22.000 - € 30.000<br />
Sistrix<br />
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65
275<br />
BALTHASAR COURTOIS,<br />
TÄTIG ZWISCHEN 1607 UND 1641, ZUG.<br />
DÜNENLANDSCHAFT MIT PLANWAGEN UND<br />
FIGURENSTAFFAGE<br />
Öl auf Kupfer.<br />
9 x 13,2 cm.<br />
Das äußerst fein gemalte Bild im Miniaturformat entwickelt<br />
eine erstaunliche landschaftliche Weite. Der<br />
Blick schweift weit hin über sanfte, sommerlich beschienene<br />
Hügel in sandiger Farbigkeit, die Sonne hinterlässt<br />
hinter der Anhebung links oben eine Wolkenaufhellung,<br />
während rechts oben der Blick in eine<br />
kräftig grüne Waldebene geführt wird, mit lupenhaft<br />
klein gemalten Gebäuden. Im Vordergrund ein auf<br />
dem sandigen Weg steil nach unten fahrender Planwagen,<br />
der tiefe Radspuren hinterlassen hat. Ihm<br />
folgt ein Landmann mit Stock und geschultertem<br />
Sack; links als Repoussoir eine Kopfweide, an der ein<br />
Mann mit nacktem Hinterteil seine Not lindert, während<br />
eine Frau mit großem geschulterten Hühnerkorb<br />
nach hinten zieht. Es bedarf einer Lupe, die extrem<br />
fein-, aber in höchster Meisterschaft gemalten weiteren<br />
kleinen Figuren auszumachen, die das Bildchen<br />
beleben, darunter etwa ein Schäfer mit seiner Herde,<br />
ein Reiter, oder eine kleine Windmühle auf der Hügelkuppe.<br />
Über den Maler ist leider wenig bekannt, auch in wieweit<br />
er mit den gleichnamigen Künstlern wie Jean-<br />
Pierre oder Jacques verwandt ist, hat die Forschung<br />
noch nicht geklärt. Dennoch kann der Maler zu den<br />
bedeutenden Vertretern des Kleinformates gezählt<br />
werden, der den Werken eines Brueghels keineswegs<br />
nachsteht.<br />
A.R. (12401121) (11)<br />
BALTHASAR COURTOIS,<br />
ACTIVE BETWEEN 1607 AND 1641, ATTRIBUTED<br />
DUNE LANDSCAPE WITH COVERED WAGON AND<br />
FIGURAL STAFFAGE<br />
Oil on copper.<br />
9 x 13.2 cm.<br />
€ 14.000 - € 18.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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276<br />
PHILIPPE DE MOMPER D.Ä.,<br />
1598 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1634 EBENDA<br />
DORF IN FLUSSLANDSCHAFT MIT<br />
FIGURENSTAFFAGE UND BRUNNEN<br />
Öl auf Holz. Parkettiert.<br />
45,3 x 80,8 cm.<br />
In ebonisiertem Rahmen mit Rumpelleistenrahmen.<br />
Beigegeben in Kopie ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz,<br />
Lingen, vom 31. Januar 2014, welcher das Gemälde<br />
im Original studiert hat und es in die 20er-Jahre des<br />
17. Jahrhunderts datiert und für eine eigenhändige<br />
Arbeit von Philippe de Momper d.Ä. hält.<br />
Von leicht erhöhtem Standpunkt aus fällt der Blick<br />
nach rechts auf einen ruhig fließenden Fluss, der von<br />
einem grünen Ufer mit reichem Baumbewuchs umgeben<br />
wird. Ein kleines Segelboot mit zwei Figuren ist<br />
gerade auf dem Wasser, während zwei weitere Boote<br />
am Uferrand ankern. Nach links führt ein Weg vom<br />
Ufer auf eine Anhöhe zu einer Kirche, deren Spitze in<br />
den hohen gelblich-grauen Himmel ragt. Rechts des<br />
Weges ein altes Gehöft sowie eine Frau, die mit ihrem<br />
Kind gerade in Richtung des Ufers läuft. Auf der<br />
linken Bildseite ein Paar im Gespräch, das von einem<br />
schwarz-weißen Hund beobachtet wird sowie ein alter<br />
steinerner Brunnen, sodass das Thema des Wassers<br />
nicht am Fluss endet, sondern das Bildmotiv sinnstiftend<br />
prägt. Ein junger Mann ist zudem auf dem Weg<br />
bergauf zu erkennen. Für den Künstler typisches Gemälde.<br />
Etwas rissig, rest., Retuschen.<br />
PHILIPS DE MOMPER THE ELDER,<br />
1598 ANTWERP <strong>–</strong> 1634 IBID.<br />
VILLAGE IN RIVERSCAPE WITH FIGURE STAFFAGE<br />
AND WELL<br />
Oil on panel. Parquetted.<br />
45.3 x 80.8 cm.<br />
In decorative ebonized frame.<br />
A copy of the expert’s report by Dr Klaus Ertz, Lingen,<br />
dated 31 January 2014 is enclosed. He examined the<br />
original painting closely and dates it to the 1620s. He<br />
considers it a work by Philips de Momper the Elder’s<br />
own hand. Restored.<br />
Notes:<br />
A vast riverscape attributed to de Momper was offered<br />
for sale at Sotheby’s, London on 10 December 2009,<br />
lot 110.<br />
€ 15.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
Anmerkung:<br />
Eine weitere Flusslandschaft, welche de Momper<br />
zugeschrieben wird, wurde in London bei Sotheby‘s<br />
am 10. Dezember 2009 unter Lot 110 angeboten.<br />
(12414110) (13)<br />
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67
277<br />
JOHANNES JACOB HARTMANN,<br />
UM 1680 GUTTENBERG <strong>–</strong> 1728/45 PRAG, ZUG.<br />
Gemäldepaar<br />
DARSTELLUNGEN AUS DEM ALTEN TESTAMENT<br />
Öl auf Kupfer.<br />
Je ca. 39,5 x 55 cm.<br />
In vergoldeten Rahmen.<br />
Das erste Gemälde zeigt in weiter Landschaft den<br />
schlafenden Jakob unterhalb eines mit Bäumen bewachsenen<br />
felsigen Hügeln sitzend, der seinen Kopf<br />
auf seine rechte Hand abstützt. Er ist gekleidet in ein<br />
blaues Gewand mit rotem Umhang und hat ein aufgeschlagenes<br />
Buch, einen großen Krug und einen Laib<br />
Brot vor sich liegen. Jakob war auf dem Weg nach<br />
Haran, der Heimat seiner Mutter, als ihm im Traum ein<br />
Engel erscheint und Gott auf diese Weise mit ihm<br />
spricht. Auf dem Gemälde ist dieser Engel mit großen<br />
weißen Flügeln hinter ihm stehend zu sehen, der zudem<br />
mit seinem ausgestreckten linken Arm auf den<br />
Himmel verweist.<br />
Das zweite Gemälde bezieht sich auf die Bibelstelle,<br />
bei der ein Engel Hagar und Ismael erscheint. Auf der<br />
linken Bildseite sieht man eine weite Flusslandschaft,<br />
die sich unmittelbar an das erstgenannte Gemälde anschließen<br />
könnte. Der eigentliche Ort der Handlung<br />
ist auf der rechten Seite im Vordergrund zu erkennen,<br />
dessen Hintergrund von hohen Bäumen gesäumt ist.<br />
Hagar, die Magd von Abraham und Sara, war mit ihrem<br />
neugeborenen Sohn weggeschickt worden. Als<br />
ihr Sohn dem Tode in der Wüste nahe ist, erscheint ihr<br />
ein Engel und zeigt ihr eine rettende Wasserstelle.<br />
Sara sitzt hier in einem weißen Gewand und rotem<br />
Umhang am Boden und hält die Windeln ihres liegenden<br />
Sohnes Ismael. Rechts von ihr ein Korb, Laken<br />
und Reiseutensilien sowie ein Stock. Links von ihr<br />
steht, in einem gelb-blauen Gewand mit weißen Flügeln,<br />
der ihr erschienene Engel, der sie zu einer Wasserstelle<br />
weist und sie auffordert, zurückzukehren.<br />
Malerei in der typischen Manier des Künstlers, jeweils<br />
mit Ausblick in die Ferne und hohem leuchtend blauen<br />
Himmel mit weißen Wolkenformationen. Rest., kleinere<br />
Retuschen.<br />
Anmerkung:<br />
Die beiden Gemälde wurden unter dem Künstlernamen<br />
bereits am 4. Dezember 2014 bei Sotheby‘s<br />
in London als das Lot 147 versteigert.<br />
(12414120) (18)<br />
JOHANNES JACOB HARTMANN,<br />
CA. 1680 GUTTENBERG <strong>–</strong> 1728/45 PRAGUE,<br />
ATTRIBUTED<br />
A pair of paintings<br />
OLD TESTAMENT SCENES<br />
Oil on canvas.<br />
Ca. 39.5 x 55 cm each.<br />
In gilt frame.<br />
Restored. With minor retouching.<br />
Notes:<br />
Both paintings have previously been sold at auction<br />
as “by Hartmann” on 4 December 2014 at Sotheby’s<br />
in London, lot 147.<br />
€ 12.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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69
278<br />
MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS NACH<br />
ROELANDT SAVERY (1576/78 <strong>–</strong> 1639)<br />
Gemäldepaar<br />
FANTASTISCHE LANDSCHAFTEN MIT FIGUREN<br />
Öl auf Kupfer.<br />
Je 32 x 45 cm.<br />
In vergoldetem Rahmen.<br />
Auf dem ersten Gemälde sind linksseitig zahlreiche<br />
Handwerker beim Bau eines hohen Palastes oder eines<br />
Kirchengebäudes zu sehen. Dieses steht am Ufer eines<br />
breiten Flusses, auf dem zahlreiche Boote zu sehen<br />
sind. Eines von diesen hat am Ufer des Gebäudes angelegt;<br />
auf ihm sind zahlreiche Figuren und ein Pferd<br />
zu sehen. Im Hintergrund rechts mehrere, große rotdachige<br />
Gebäude, die durch Brücken miteinander verbunden<br />
sind, dazu eine große Mühle mit drei Müh lenrädern.<br />
Das zweite Gemälde zeigt eine große, vom rechten<br />
unteren Rand in die Tiefe nach hinten und zur Mitte<br />
verlaufende geschwungene Brücke, auf der zahlreiche<br />
Figuren zu sehen sind, darunter einige Wanderer und<br />
Handelstreibende mit ihren Pferden oder Eseln. Diese<br />
fantastische Brückenkonstruktion endet bei einem<br />
braunen alten Bauwerk vor der Kulisse einer Stadt. Im<br />
Vordergrund am Flussufer links, vor den Resten eines<br />
alten Baumes, mehrere Jäger, zum Teil auf Pferden<br />
und ein weißer Hund, die ihren Blick auf das zu überquerende<br />
Wasser in Richtung der Brücke gerichtet<br />
haben. Malereien in überwiegend monochromer Farbigkeit,<br />
dabei der silhouettenhafte Hintergrund in blaugrau<br />
gehalten. Beide Gemälde mit zahlreichen Details,<br />
wie kleinen Vögeln oder Tieren, versehen. Fleckig, Retuschen.<br />
(12414121) (18)<br />
17TH/ 18TH CENTURY PAINTER AFTER<br />
ROELANDT SAVERY (1576/78 <strong>–</strong> 1639)<br />
A pair of paintings<br />
FANTASTICAL LANDSCAPES WITH FIGURES<br />
Oil on copper.<br />
32 x 45 cm each.<br />
In gilt frame.<br />
€ 12.000 - € 16.000<br />
Sistrix<br />
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71
279<br />
MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />
PRACHTVOLLES BLUMENBOUQUET IN<br />
GOLDENER SCHALE<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
108 x 163 cm.<br />
In vergoldetem Rahmen.<br />
Vor dunklem Hintergrund die auf einer Steinbrüstung<br />
stehende goldene, breite Schale mit den sorgsam arrangierten<br />
Blumen. Zu diesen gehören überwiegend:<br />
Rosen, Tulpen, Nelken, Wicken, Ranunkeln und Narzissen.<br />
Sie werden zudem in verschiedenen Stadien<br />
gezeigt, von der zarten Knospe einer Nelke bis zur hin<br />
fast verblühten Tulpe; dabei überwiegen die weißen,<br />
gelb-orangen, rosa und roten Farbtöne. Vase und<br />
Blumen werden in leichter Untersicht gezeigt, so daß<br />
dieses Gemälde wohl als Supraporte gedacht war.<br />
Qualitätvolle Malerei, die Blumen dabei vortrefflich<br />
wiedergegeben. Retuschen. (1240402) (18)<br />
18TH CENTURY PAINTER<br />
MAGNIFICENT FLOWER BOUQUET<br />
IN GOLD BOWL<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
108 x 163 cm.<br />
In gilt frame.<br />
With retouching.<br />
€ 12.000 - € 14.000<br />
Sistrix<br />
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280<br />
MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />
FRÜCHTESTILLLEBEN MIT PUTTI<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
86 x 112 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
In einer bewaldeten Landschaft ein auf dem Boden<br />
sitzender blondgelockter Putto mit kleinen Flügeln in<br />
rosa- und blaufarbigen Tüchern, sich einem weiteren<br />
braunhaarigen, nackten Putto zuwendend, der neben<br />
ihm steht und einen kleinen Zweig mit hellen Weintrauben<br />
hält. Vor ihnen, auf dem gesamten Boden liegend,<br />
leuchtend gelb-rote Äpfel, helle und dunkle<br />
Weintrauben, einige Pflaumen, sowie am rechten Bildrand<br />
eine angeschnittene Melone. Malerei, bei der<br />
besonders die realistisch wiedergebebenen Früchte<br />
herausgestellt werden. Kleine Retuschen. Rahmenschäden.<br />
(1240403) (18)<br />
7TH/ 18TH CENTURY PAINTER<br />
FRUIT STILL LIFE WITH PUTTI<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
86 x 112 cm.<br />
In decorative frame.<br />
With minor retouching. Frame damaged.<br />
€ 12.000 - € 14.000<br />
Sistrix<br />
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73
281<br />
FLÄMISCHER MALER DES BEGINNENDEN<br />
17. JAHRHUNDERTS UNTER DEM EINFLUSS<br />
VON JOOS DE MOMPER D.J. (1564 <strong>–</strong> 1635)<br />
WEITE LANDSCHAFT MIT FLUSSLAUF, WASSER-<br />
SCHLOSS, BAUERNDORF UND FIGURENSTAFFAGE<br />
Öl auf Eichenholz.<br />
52 x 86,5 cm.<br />
Das Bild, betont breitformatig angelegt, der Blick aus<br />
der Kavaliersperspektive schweift über einen Hügel<br />
im Vordergrund bis zum Horizont, seitlich des breiten<br />
Flusslaufs zieht das Gelände hoch. Im Zentrum der<br />
Darstellung eine Baumgruppe, links davon Häuser mit<br />
Kirchlein, von Bäumen umgeben. Rechts, tiefer liegend<br />
ein im Flussufer stehendes Renaissance-Schloss<br />
mit Treppengiebeln und einer Zwiebelhaube. Rechts<br />
daneben ein Ufergebäude mit Turm und Taubenschlägen.<br />
Die Staffagefiguren beleben die Landschaft, zeigen<br />
einen heimkehrenden Jäger in Begleitung eines<br />
Esels, auf dem eine Frau mit rotem Rock sitzt, Bauern<br />
beim Beladen eines Karrens nahe dem Dörfchen sowie<br />
Männer im Kahn bei der Entenjagd. Komposition<br />
und Gesamtbildauffassung gehen sichtlich auf ähnliche<br />
Landschaften mit weiter Fernsicht zurück, wie sie<br />
sich im Werk des de Momper mehrfach finden. Auch<br />
die Betrachtung aus der Kavaliersperspektive folgt<br />
ganz dem Aufbau dieses Bildschemas.<br />
(12414117) (11)<br />
FLEMISH SCHOOL, EARLY 17TH CENTURY,<br />
UNDER THE INFLUENCE OF JOOS DE MOMPER<br />
THE YOUNGER (1564 <strong>–</strong> 1635)<br />
VAST LANDSCAPE WITH RIVER, WATER CASTLE,<br />
FARMING VILLAGE AND FIGURAL STAFFAGE<br />
Oil on oak panel.<br />
52 x 86.5 cm.<br />
€ 15.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
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282<br />
FRANS YKENS,<br />
UM 1601 ANTWERPEN <strong>–</strong> UM 1693 BRÜSSEL, ZUG.<br />
STILLLEBEN MIT FRUCHTSCHALE<br />
UND AUSTERNTELLER<br />
Öl auf Leinwand.<br />
39,8 x 52,6 cm.<br />
Signatur unterhalb des Schmetterlings an der<br />
Tischkante.<br />
Der Hintergrund bewusst in dunkelbraunem Farbton<br />
angelegt, aus dem sich die Tischplatte kaum abhebt.<br />
Umso leuchtender die Früchte, die in einer chinesischen<br />
Ming-Porzellanschale aufgehäuft sind, vor allem<br />
aber die hellroten Kirschen und rot-gold schimmernden<br />
Pfirsiche neben den offenen Austern, die sich auf<br />
der Zinnplatte spiegeln. Links an der Tischecke farbliche<br />
Entsprechung durch einen roten Schmetterling,<br />
daneben Wassertropfen. (12407218) (1) (11)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
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75
283<br />
DEUTSCHER MALER DES AUSGEHENDEN<br />
16. JAHRHUNDERTS<br />
DIE FLOHHATZ<br />
Öl auf Buchenholz.<br />
27, 7 x 41,1 cm.<br />
In ebonisiertem Rahmen mit Wellenleistenprofil.<br />
In einem Innenraum mit zahlreichen Durchblicken ins<br />
Äussere und in andere Räume des Gebäudes sind<br />
zahlreiche Frauen zu sehen, ihrem Werk nachgehend.<br />
Jedoch wird schnell offenbar, eingeleitet durch einen<br />
lausenden Hund und einer sich lausenden Katze, dass<br />
alle Personen ein Zwicken verspüren und auf der Suche<br />
nach kleinen Quälgeistern in Form einer Laus oder<br />
eines Flohs sind. Der Floh war im 16. und 17. Jahrhundert<br />
ein beliebtes humoristisches Thema in der Literatur.<br />
Rückwärtig mit Sammlungs- und Auktionsetiketten.<br />
Literatur:<br />
Vgl. Hugo Hayn und Alfred N. Gotendorf, Floh-Literatur<br />
des In- und Auslandes vom 16. Jahrhundert<br />
bis zur Neuzeit, 1913.<br />
Vgl. Johann Fischarts, Flöh Haz, Weiber Traz, Straßburg<br />
1573 und erweitert 1577. Das vorliegende Gemälde<br />
bezieht sich vermutlich auf das Werk von<br />
Fischarts, eines der bekanntesten Bücher aus dem<br />
Genre der sogenannten Floh-Literatur. (12414119)<br />
(13)<br />
GERMAN SCHOOL,<br />
LATE 16TH CENTURY<br />
THE FLEA HUNT<br />
Oil on panel.<br />
27.7 x 41.1 cm.<br />
In ebonized frame with ripple moulding.<br />
Collection and auction labels on the reverse.<br />
Literature:<br />
Compare H. Hayn and A. N. Gotendorf, Floh-Litteratur<br />
des In- und Auslandes vom 16. Jahrhundert bis zur<br />
Neuzeit, 1913.<br />
Compare J. Fischarts, Flöh Haz, Weiber Traz, Strasbourg,<br />
1573 and extended 1577. The present painting<br />
probably refers to a work by Fischarts, one of the<br />
most famous books of this genre of so called flea<br />
literature.<br />
€ 15.000 - € 25.000<br />
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284<br />
FRANS FRANCKEN D. J.,<br />
1581 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1642 EBENDA, ZUG.<br />
DIE HOCHZEIT ZU KANA<br />
Öl auf Holz.<br />
40 x 54,5 cm.<br />
17. Jahrhundert.<br />
Im Mittelpunkt dieser figurenreichen Darstellung in<br />
einem Saal steht Christus mit Nimbus in einem weinroten<br />
Gewand mit karminrotem Umhang. Er und seine<br />
Mutter sowie einige seiner Jünger waren laut Bibel<br />
zu dieser Hochzeit geladen, als der Wein sich zu Ende<br />
neigte. Um zu helfen beauftragte Christus einige Diener<br />
Wasser zu schöpfen und diese Krüge ins Haus zu<br />
bringen. Auf der linken Seite des Gemäldes sieht man<br />
Diener bei der Arbeit am Brunnen. Gezeigt wird mittig<br />
der Moment, in dem Jesus seine rechte Hand erhoben<br />
hat und das Wasser in Wein verwandelt. An zwei<br />
über Eck aneinanderstehenden Tischen sitzt die bunt<br />
gemischte Hochzeitsgesellschaft mit dem Brautpaar<br />
in teils prachtvoller Kleidung. Drei weitere Personen<br />
auf der rechten Seite des Tisches fallen besonders<br />
auf: ein Gelehrter in Rückenansicht mit goldbesticktem<br />
Mantel und weißem Kragen, sowie eine junge<br />
blonde Frau in leuchtend rotem Kleid. Neben ihr sitzt<br />
mit weitem Umhang und breitem Pelzkragen sowie<br />
großer roter Kopfbedeckung ein älterer Mann mit<br />
feinster Physiognomie des Gesichtes, sodass es sich<br />
um ein Selbstportrait des Malers handeln könnte. Auffällig<br />
ist auch das Gemälde in der oberen Mitte des<br />
Raumes, das auf einem stufigen Podest mit Speisen<br />
steht. Es zeigt den Sündenfall von Adam und Eva und<br />
könnte als Warnung und Ermahnung für das Brautpaar<br />
dienen. Meisterhaftes farbenprächtiges Werk voll reicher<br />
Details und symbolischen Deutungen in qualitätvoller<br />
Manier. Rest. (12413514) (18)<br />
€ 8.000 - € 12.000<br />
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77
285<br />
PIETER MULIER D.Ä.,<br />
1615 HAARLEM <strong>–</strong> 1670 EBENDA<br />
KLEINES BOOT MIT FISCHERN AUF HOHER SEE,<br />
DIE IHRE NETZE EINHOLEN<br />
Öl auf Holz. Parkettiert.<br />
52 x 96 cm.<br />
Rechts unten auf schwimmenden Holzbalken monogrammiert<br />
„PM“.<br />
Unter hohem grau-blauen Himmel mit leichten Wolkenformationen,<br />
der fast drei Viertel des Gemäldes einnimmt,<br />
zahlreiche Segelschiffe und Boote auf der<br />
stürmisch bewegten See. Zwei der Schiffe sind mit<br />
der niederländischen Flagge versehen. Auf der linken<br />
Bildseite, teils im durch den diesigen Himmel durchbrechenden<br />
Lichtschein, vier Fischer in einem Boot,<br />
die dabei sind, ihre Netze an Bord zu ziehen. Zahlreiche<br />
Möwen fliegen über die wellenschlagende See in<br />
der Nähe des Bootes. Im Hintergrund scheinen die<br />
Segelschiffe am Horizont bereits von Regenwetter erfasst<br />
zu sein. Malerei in der typischen Manier des Künstlers,<br />
in reduzierter Farbgebung. Kleine Retuschen.<br />
Anmerkung:<br />
Verso alter Aufkleber von Christie's, der auf eine<br />
Auktion am 15. November 2016 mit der Lotnummer<br />
10 verweist. (1241428) (18)<br />
€ 8.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
286<br />
LIEVE PIETERSZ. VERSCHUIER,<br />
UM 1630 ROTTERDAM <strong>–</strong> 1686 EBENDA<br />
SEGELSCHIFF AUF HOHER SEE BEI<br />
AUFKOMMENDEM UNWETTER<br />
Öl auf Holz.<br />
21,3 x 40 cm.<br />
Rechts unten auf schwimmendem Fass<br />
monogrammiert.<br />
In dekorativem vergoldeten Rahmen.<br />
Bei starkem Wellengang auf hoher See ein durch die<br />
Wellen peitschendes Schiff mit einer Figur an Bord. Im<br />
Wasser bereits ein von der Ladung verloren gegangenes<br />
schwimmendes Fass. Auf der rechten Seite im<br />
Hintergrund die Spitze eines Ufers und zwei weitere<br />
Schiffe erkennbar. Über dem Boot selbst braut sich mit<br />
mächtigen grauen Wolken ein Unwetter zusammen,<br />
das nach rechts zieht und noch einen Blick auf den<br />
hellblauen Himmel freigibt. Typische Malerei des niederländischen<br />
Malers, dessen Arbeiten sich meistens<br />
mit maritimen Themen beschäftigten. Verso alter Aufkleber<br />
mit Künstlerbiografie und Monogrammverweis.<br />
(12413522) (18)<br />
€ 8.000 - € 12.000<br />
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287<br />
JAN VAN KESSEL D. Ä.,<br />
UM 1626 <strong>–</strong> 1679, ZUG.<br />
ALLEGORIE DER LUFT<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
47 x 70 cm.<br />
Im vergoldeten Rahmen.<br />
Zuweisung an den Künstler durch Expertise von Prof.<br />
Arisi sowie Katalogbeschreibung Christie Manson &<br />
Woods, London 16. Juli 1971.<br />
Eines aus einem Satz von drei weiteren, nicht mehr<br />
erhaltenen Gemälden der Serie der vier Elemente. Gezeigt<br />
ist die nackt wiedergegebene weibliche allegorische<br />
Gestalt auf einem Felsen oberhalb einer Landschaft,<br />
auf einem Hügel sitzend. Die Gestalt in rotes<br />
Velum gekleidet, die erhobene rechte Hand hält einen<br />
Pfauenfederbüschel, rechts daneben ein Himmelsglobus.<br />
Die durch die Rotfarbe des Tuches betonte<br />
Hauptfigur im Bild leicht nach links gesetzt, um einem<br />
kahlen Baum Raum zu bieten, auf dem zahlreiche<br />
Waldvögel sowie exotische Papageien und geflügelte<br />
Fantasiewesen Platz finden. Am Boden größeres<br />
Federvieh wie Pelikan, Schwan, Truthahn, Reiher, Pfaue<br />
usw. Den linken oberen Teil des Bildes beleben auffliegende<br />
Nachtvögel vor verschatteten Wolken. Von<br />
besonderem Reiz auch die in feiner malerischer Wiedergabe<br />
gezeigten exotischen Vögel, die zwischen den<br />
einheimischen Tieren Platz gefunden haben. Ebenso<br />
originell die Blickzuwendung der am Boden stehenden<br />
Vögel gegenüber der allegorischen Figur. In der<br />
rechten Bildecke zieht der bewaldete Hang nach unten,<br />
mit Ausblick auf Bergformationen im Hintergrund.<br />
JAN VAN KESSEL THE ELDER,<br />
CA. 1626 <strong>–</strong> 1679, ATTRIBUTED<br />
ALLEGORY OF AIR<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
47 x 70 cm.<br />
In gilt frame.<br />
Attribution based on expert’s report by Professor Arisi<br />
and catalogue description Christie Manson & Woods,<br />
London 16 July 1971.<br />
Provenance:<br />
Auction Christie’s, 16 July 1971: Fine Pictures by <strong>Old</strong><br />
<strong>Master</strong>s, listed in catalogue with no. 110.<br />
€ 7.000 - € 9.000<br />
Sistrix<br />
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Provenienz:<br />
Auktion Christie's, 16. Juli 1971: Fine Pictures by <strong>Old</strong><br />
<strong>Master</strong>s, im Katalog aufgeführt unter der Nummer<br />
110. (1240271) (11)<br />
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79
288<br />
RÖMISCHER MEISTER DES 16. JAHRHUNDERTS<br />
DIE HEILIGE FAMILIE<br />
Öl auf Holz.<br />
66 x 51 cm.<br />
In dekorativem Prunkrahmen.<br />
In einem Innenraum vor rot-braunem Vorhang das<br />
Halbbildnis der Gottesmutter mit hellrotem Gewand<br />
und türkisfarbenem Umhang, in ihrem Schoß auf einem<br />
weissen Kissen den nackten Jesusknaben haltend.<br />
Dieser hält in seinen Händen ein aufgeschlagendes<br />
Buch und sein Blick ist nach oben zu Maria<br />
gerichtet, die diesen mit gesenkten Augen erwidert.<br />
Im Halbdunkel des Hintergrundes ist links das Gesicht<br />
von Josef zu erkennen, der mit seinen fast schwarzen<br />
Augen leicht seitlich aus dem Bild schaut. In seinen<br />
großen Händen hält er ein Werkzeugstück. Die Köpfe<br />
aller drei Dargestellten jeweils von einem dünnen goldenen<br />
Nimbus umgeben. Besonders betont werden<br />
das feine Inkarnat Mariens, die sich liebevoll mit leicht<br />
geröteten Wangen dem Kind zuwendet. Malerei mit<br />
ausgeprägt starker hell-dunkel Akzentuierung. Kleinere<br />
Holzrisse, kleine Rahmenschäden, minimale Retuschen.<br />
(1212222) (18)<br />
ROMAN SCHOOL, 16TH CENTURY<br />
THE HOLY FAMILY<br />
Oil on panel.<br />
66 x 51 cm.<br />
In magnificent decorative frame.<br />
With minor panel cracks, minor damage to frame and<br />
minimal retouching.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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289<br />
ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
DAS MASSAKER AN DEN UNSCHULDIGEN<br />
KINDERN AUF DER MILVISCHEN BRÜCKE<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
116 x 169 cm.<br />
In vergoldetem Rahmen.<br />
Die biblische Geschichte vom bethlehemischen Kindermord<br />
ist hier an die Milvischen Brücke in Rom verlagert.<br />
Im Vordergrund das heftige Schlachtengetümmel,<br />
wobei Soldaten versuchen, diversen Frauen ihre<br />
Kinder zu entreißen, um sie zu töten. Der heftige<br />
Kampf tobt auch auf der Brücke weiter, auf der Frauen<br />
und Männer versuchen ihre Kinder gegenüber den römischen<br />
Soldaten in Rüstung zu verteidigen. Zahlreiche<br />
Speere der Soldaten sind dabei zu sehen und in<br />
den Fluss fallende oder darin schwimmende Kinder.<br />
Im Hintergrund prächtige Gebäude der Stadt unter hohem<br />
blauen Himmel mit großen weißen Wolkenformationen.<br />
Malerei, bei der die Farben Rot, Braun sowie<br />
Weiß und das Blau des Himmels und des<br />
Wassers überwiegen. Retuschen. (1241031) (2) (18)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
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290<br />
CORNELIS SAFTLEVEN,<br />
UM 1607 GORKUM <strong>–</strong> 1681 ROTTERDAM<br />
DIE TIERE BEGEBEN SICH IN DIE ARCHE NOAH<br />
Öl auf Holz.<br />
42,5 x 53,5 cm.<br />
Links unten signiert „C. Saftleven“ und datiert 1660(?).<br />
In vergoldetem Prunkrahmen.<br />
Das Gemälde ist abgebildet im RKD The Hague unter<br />
der Nummer ONS9500062.<br />
Die Darstellung des Gemäldes bezieht sich auf das<br />
Alte Testament (Genesis 6:14-16). Auf einer Anhöhe<br />
die übergroße Arche des Noah, deren oberer Teil nicht<br />
gezeigt wird. Sie ist umgeben von zahlreichen Bäumen<br />
unter blau-grauem Himmel, der das nahende Unwetter<br />
schon ankündigen könnte. Ein langer hölzerner<br />
Steg, auf dem bereits einige Figuren und Tiere erkennbar<br />
sind, führt zum Eingang der Arche, an dem<br />
Noah in braunem Gewand mit Begleitung die Ankommenden<br />
erwartet und begrüßt. Der Vordergund des<br />
Gemäldes zeigt die hervorragend wiedergegebenen,<br />
friedvollen Tiere mit Bären, Pferden, Füchsen, Ziegen,<br />
Eseln, Kühen, Katzen, Affen und Hunden, einer<br />
Taube und einem Uhu sowie links unter einem Baum<br />
ein Elefantenpaar. Qualitätvolle Malerei und gelungene<br />
Umsetzung des biblischen Themas in harmonischer<br />
Farbgebung. Malerei auf zwei zusammengefügten<br />
Holzbrettern.<br />
Anmerkung:<br />
Das Gemälde wurde sowohl bei Christie´s in London<br />
am 11. Mai 1994, Lotnummer 62, als auch Sotheby´s<br />
Amsterdam am 06. Mai 1997, Lotnummer 23 und bei<br />
Millon & Associés am 24. Juni 2005, Lotnummer 14<br />
zur Versteigerung angeboten bzw. verkauft.<br />
(12407211) (1) (18)<br />
CORNELIS SAFTLEVEN,<br />
CA. 1607 GORKUM <strong>–</strong> 1681 ROTTERDAM<br />
ANIMALS ENTERING NOAH'S ARK<br />
Oil on panel.<br />
42.5 x 53.5 cm.<br />
Signed “C. Saftleven” lower left and dated 1660(?).<br />
In magnificent gilt frame.<br />
The painting is illustrated at the RKD, The Hague with<br />
no. ONS9500062.<br />
High quality painting with well-made depiction of the<br />
Bible theme in harmonious colour scheme. Painting on<br />
two joined wooden panels.<br />
Note:<br />
The painting was offered for sale/sold at Christi’s in<br />
London on 11 May 1994, lot 62, and at Sotheby’s<br />
Amsterdam on 6 May 1997, lot 23, and at Millon &<br />
Associés on 24 June 2005, lot 14.<br />
€ 10.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
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81
291<br />
UMBRISCHE SCHULE DES 16. JAHRHUNDERTS<br />
Gemäldepaar<br />
DIE BEGEGNUNG VON ANNA UND MARIA<br />
sowie<br />
DIE GEBURT CHRISTI<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
Je 46 x 46 cm.<br />
Das erste Gemälde zeigt, vor Gebäuden der Stadt, die<br />
Begegnung von Maria in rötlichem Gewand mit weißem<br />
Mantel und ihrer Mutter Anna in braunem Gewand<br />
mit brauner Kopfbedeckung. Auf der linken Seite<br />
mit grauem Vollbart und grauem Haar, auf einen<br />
langen Stab gestützt, Joachim.<br />
Das zweite Gemälde zeigt in einem angedeuteten<br />
Stall die Geburt Christi, der in weißen Laken auf Stroh<br />
liegt. Links von ihm die kniende Maria in rot-weißem<br />
Gewand, während auf der rechten Seite Josef in rötlichem<br />
Gewand zu sehen ist, der mit seiner Rechten<br />
einen großen Stab umgriffen hat und auf das neugeborene<br />
Kind herabblickt. Hinter Jesus sind ein Ochse<br />
und ein Esel zu erkennen, die ebenfalls interessiert<br />
auf den Neugeborenen herabblicken. Die beiden<br />
Gemälde wohl aus einer größeren Reihe stammend.<br />
Kleine Farbabsplitterungen und kleinere Rahmenschäden.<br />
(1241143) (18)<br />
€ 9.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
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292<br />
FLÄMISCHER MALER DES BEGINNENDEN<br />
17. JAHRHUNDERTS<br />
DIE BEKEHRUNG DES SAULUS<br />
Öl auf Holz. Parkettiert.<br />
87 x 123 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Dargestellt eine Szene aus der Apostelgeschichte 9,<br />
1 - 9: Saulus wütete mit Drohung und Mord gegen die<br />
Jünger des Herrn. Er ging zum Hohenpriester und erbat<br />
sich von ihm Briefe an die Synagogen, um die Anhänger<br />
dort zu finden, zu fesseln und nach Jerusalem<br />
zu bringen. Gezeigt ist der Moment, als er mit seinen<br />
zahlreichen bewaffneten Gefährten unterwegs ist und<br />
sich bereits Damaskus nähert. Saulus trägt hier ein<br />
türkises Gewand mit Goldrand, einen roten Umhang<br />
und ein Schwert. Unverhofft fällt ein Lichtstrahl auf ihn<br />
herab und er stürzt von seinem edlen Schimmel und<br />
fällt zu Boden. Er hört eine Stimme, die zu ihm sagt:<br />
Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich? Im oberen<br />
Gemäldebereich ist eine große dunkle Wolke zu sehen,<br />
hinter der in gelbem Licht Jesus in rotem Gewand<br />
und mit Nimbus zu erkennen ist. In dem von seiner<br />
linken Hand ausgehenden Strahl sind diese Worte in<br />
Latein zu lesen. Links und rechts die Saulus folgenden<br />
zahlreichen Männer in prachtvollen farbigen, teils mit<br />
Gold ausgestatteten Rüstungen, Fahnen, Waffen und<br />
Kleidungsstücken auf edlen Pferden. Im Hintergrund<br />
ist schemenhaft die Stadt Damaskus zu sehen. Hervorragende<br />
qualitätvolle Malerei, insbesondere der Kleidung,<br />
in teils kräftig leuchtenden Farben. Rest., Retuschen.<br />
(1240235) (1) (18)<br />
FLEMISCH SCHOOL,<br />
EARLY 17TH CENTURY<br />
THE CONVERSION OF SAUL<br />
Oil on panel. Parquetted.<br />
87 x 123 cm.<br />
In decorative frame.<br />
Excellent, high quality painting, especially in the depiction<br />
of the clothing in luminous colours. Restored,<br />
with retouching.<br />
€ 15.000 - € 18.000<br />
Sistrix<br />
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83
293<br />
FRANZÖSISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />
IN DER NACHFOLGE DES SIMON VOUET<br />
Gemäldepaar<br />
DAS URTEIL DES PARIS<br />
sowie<br />
DIANA UND ACTAEON<br />
Jeweils Öl auf Holz.<br />
Je 42 x 32,5 cm.<br />
In vergoldeten Rahmen.<br />
Das erste Gemälde zeigt das in der Kunstgeschichte<br />
beliebte Bildthema mit dem Urteil des Paris: der trojanische<br />
Königssohn Paris muss dabei entscheiden,<br />
wer von den drei Göttinnen Hera, Aphrodite und Athene<br />
die Schönste sei. Er sitzt hier unterhalb zweier<br />
Bäume in rotem Gewand; neben ihm sein Hund und<br />
ein Putto. Seine Entscheidung fällt auf Aphrodite, der<br />
er hier einen goldenen Apfel überreicht.<br />
Das zweite Gemälde zeigt die verhängnisvolle Begegnung<br />
zwischen dem Jäger Actaeon und der in einer<br />
Quelle badenden Göttin Diana, hier erkennbar an der<br />
Mondsichel im Haar, mit ihren Nymphen. Er belauscht<br />
und beobachtet die Göttin, die ihn dabei ertappt und<br />
ihn erzürnt in einen Hirsch verwandelt. Auf der linken<br />
Seite ist Actaeon in rotem Gewand mit seinen beiden<br />
Hunden zu sehen, der davoneilen möchte. Die Verwandlung<br />
hat bereits begonnen: auf seinem Haupt<br />
sind bereits erste kleine Hörner zu erkennen. Als<br />
Hirsch wird er schließlich von seinen eigenen Hunden<br />
zerfleischt. Malerei in weichen zurückhaltenden Farben,<br />
jeweils unter hohem hellblauen Himmel mit<br />
gelblich-weißen Wolken. Kleine Retuschen.<br />
(1240901) (3) (18)<br />
€ 7.000 - € 9.000<br />
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294<br />
FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
DANAE EMPFÄNGT DEN GOLDREGEN<br />
Öl auf Leinwand.<br />
108 x 155 cm.<br />
In ebonisiertem und mit Goldornamenten verziertem<br />
Holzrahmen.<br />
Das große Querformat zeigt das griechisch-mythologische<br />
Thema der Danaë, der Tochter des Akrisios und<br />
der Aganippe. Akrisios, der König von Argos, hatte<br />
zwei Töchter. Da er keinen männlichen Nachfolger<br />
hatte, wurde er vom Orakel gewarnt, ein Enkel werde<br />
in töten. Aus diesem Grund sperrte er die kinderlose<br />
Danaë in einen Turm, welcher mit bronzenen Türen<br />
gesichert und von Hunden bewacht wurde. Zeus, der<br />
Danaë sehr begehrte, verwandelte sich in goldenen<br />
Regen und verschaffte sich so dennoch durch das<br />
Dach des Gefängnisses Zugang zu ihr. Danaë gebar<br />
ihm Perseus, der später mit einem Diskus, den er in<br />
einem Wettkampf schleudert und der von den Göttern<br />
abgelenkt wurde, seinen Großvater Akrisios tötet. Das<br />
Gemälde wurde zuvor Jacopo Nigreti gegeben.<br />
(1240621) (13)<br />
FLEMISH SCHOLL, 17TH CENTURY<br />
DANAE RECEIVING THE GOLDEN RAIN<br />
Oil on canvas.<br />
108 x 155 cm.<br />
In ebonized wooden frame with gilt ornamental<br />
décor.<br />
€ 12.000 - € 16.000<br />
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85
295<br />
JOHANNES VOORHOUT,<br />
1647 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1723 EBENDA<br />
JOSEPH UND DIE FRAU DES POTIPHAR<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
107 x 88,5 cm.<br />
Links unten an Säule signiert und datiert „I.Voorhout.<br />
F. 1700“.<br />
Thema des Bildes ist eine Erzählung aus dem ersten<br />
Buch Mose. Potiphar, der Befehlshaber der Leibwache<br />
des Pharaos, kauft Josef von Händlern als Sklaven.<br />
Josef erwirbt sich schnell das Vertrauen seines Herren<br />
und wird Aufseher über Potiphars Besitz. Dessen Frau<br />
verliebt sich in Josef und versucht ihn zu verführen.<br />
Hier wird sie auf der rechten Bildseite als junge Frau in<br />
einem weißen Kleid und heruntergelassenem blauen<br />
Obergewand dargestellt. Sie sitzt am Rand eines großen<br />
Bettlagers mit weißen Kissen und geöffnetem grünen<br />
Baldachin und versucht Josef an seinem roten Umhang<br />
festzuhalten und zum Bleiben zu überreden. Er trägt<br />
unter dem Umhang ein goldfarbenes Gewand und<br />
blickt sie mit abwehrendem Handgestus und ge röteten<br />
Wangen an, während sie seinen Blick liebevoll erwidert.<br />
Auf der rechten Seite ein Tischchen mit einer silbernen<br />
Kanne und dem abgelegten Schmuck. Die hellen<br />
Hautpartien und das Kleid der Frau sowie die Kissen<br />
heben sich von den dunk leren Bildpartien ab. Die Darstellung<br />
gehört zu den beliebten Motiven der Zeit.<br />
(1240232) (1) (18)<br />
JOHANNES VOORHOUT,<br />
1647 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1723 IBID.<br />
JOSEPH AND THE WIFE OF POTIPHAR<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
107 x 88.5 cm.<br />
The column is signed and dated “I.Voorhout. F. 1700”<br />
lower left.<br />
€ 10.000 - € 14.000<br />
Sistrix<br />
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296<br />
JOHANN BOECKHORST,<br />
AUCH „JAN BOECKHORST“,<br />
1604 MÜNSTER <strong>–</strong> 1686 ANTWERPEN, ZUG./<br />
UMKREIS<br />
Der Maler war enger Mitarbeiter in der Werkstatt von<br />
Peter Paul Rubens, weswegen nicht wenige seiner<br />
Arbeiten früher Rubens oder auch van Dyck zugeschrieben<br />
wurden, mit dem er ebenfalls befreundet<br />
war. Ab 1633 war er Mitglied der Antwerpener Lukas-<br />
Gilde. Sein Hauptwerk umfasst überwiegend Sze nen<br />
der Antike sowie religiöse Themen im Sinne der Gegenreformation.<br />
ALEXANDER DER GROSSE KRÖNT ROXANA<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
158 x 132 cm.<br />
In stuckiertem und bronziertem Rahmen.<br />
Originalgetreue Kopie nach dem Gemälde von Peter<br />
Paul Rubens aus der Gemäldesammlung Wörlitz. Das<br />
Gemälde kann durchaus dem Rubensschüler Boeckhorst<br />
zugeschrieben werden. Dieser schuf auch eine<br />
eigene Komposition des Themas schuf, welche sich<br />
eng an das Rubenssche Original anlehnt. Rest. Besch.<br />
Vergleiche:<br />
Chatztnikolau, Nikos (1997): HO MEGAS ALEXAN<br />
DROS STEN EUROPAIKE TECHNE. Thessaloniki.<br />
Rode, August (1798): Beschreibung des fürstlichen<br />
Anhalt-Dessauischen Landhauses und englischen<br />
Gartens zu Wörlitz. Dessau 1788 (1798 2. Aufl.)<br />
Weiss, Thomas (Hrsg.): Oranienbaum <strong>–</strong> Huis van<br />
Oranje. Wiedererweckung eines anhaltischen Fürstenschlosses.<br />
München 2003. (1241241) (13)<br />
JOHANN BOECKHORST,<br />
ALSO KNOWN AS “JAN BOECKHORST”,<br />
1604 MÜNSTER <strong>–</strong> 1686 ANTWERP, ATTRIBUTED/<br />
CIRCLE OF<br />
ALEXANDER THE GREAT CROWNS ROXANA<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
158 x 132 cm.<br />
In stuccoed and burnished frame.<br />
Faithful copy after a painting by Peter Paul Rubens<br />
held at the Gemäldesammlung, Wörlitz.<br />
Examples of comparison:<br />
N. Chatztnikolau, HO MEGAS ALEXANDROS STEN<br />
EUROPAIKE TECHNE, Thessaloniki 1997.<br />
A. Rode, Beschreibung des fürstlichen Anhalt-Dessauischen<br />
Landhauses und englischen Gartens zu<br />
Wörlitz, Dessau 1788, (1798 2nd edition.)<br />
T. Weiss, (ed.), Oranienbaum <strong>–</strong> Huis van Oranje. Wiedererweckung<br />
eines anhaltischen Fürstenschlosses,<br />
Munich 2003.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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87
297<br />
PIETRO DANDINI,<br />
AUCH GENANNT „PIER DANDINI“,<br />
1646 FLORENZ <strong>–</strong> 1712 EBENDA,<br />
ZUG./ WERKSTATT DES.<br />
Der Künstler entstammt einer weit verzweigten Malerfamilie.<br />
Sein Malstil, wie der seiner Werkstatt, ist gekennzeichnet<br />
durch zahlreiche Einflüsse durch Reisen,<br />
die er nach Bologna, Venedig, Modena und Rom unternommen<br />
hatte. Gefördert durch die Medici-Familie,<br />
einschließlich des Prinzen Ferdinand und des Großherzogs,<br />
erhielt er zahlreiche Aufträge, auch für Kirchen, wie<br />
etwa San Jacopo Soprarno oder San Frediano. Ferner<br />
fertige er die Lünetten für die San Giovannino degli<br />
Scolopi. Auch das Gemälde des Heiligen Franziskus in<br />
der römischen Kirche Santa Maria Maggiore ist von<br />
seiner Hand, um nur wenige Beispiele zu nennen.<br />
BACCHANAL<br />
Öl auf Leinwand.<br />
114,5 x 139,5 cm.<br />
Die vielfigurige Szenerie großformatig angelegt, die<br />
Personen in einzelne Gruppen geordnet. Ein Hauptfigurenpaar<br />
links oben auf einem Felsen sitzend, wobei<br />
dem mit Efeulaub geschmücktem Mann in rotem Tuch<br />
soeben Wein gereicht wird, während er von einer jungen<br />
Frau Liebkosung erfährt. Eine zweite dominierende<br />
Gruppe, rechts unten, zeigt ein weiteres Paar, dürftig<br />
bekleidet, an einem großen kupfernen Weinkühler,<br />
davor am Boden liegendes Obst. Rechts ist der dickleibige<br />
nackte Bacchus gezeigt, der auf einem Esel<br />
vom rechten Bildrand ins Zentrum reitet, begleitet von<br />
zwei Mänaden, die ihm Trinkschale und Krug reichen,<br />
während er eines der Mädchen umfängt. Links daneben<br />
ein Satyr mit Panflöte. In der unteren rechten<br />
Ecke ein weiteres Paar, das junge Mädchen mit entblößter<br />
Brust lasziv über einem Tuch liegend, sie hebt<br />
eine Weinschale einem Bacchanten entgegen, der sie<br />
mit einem Krug füllt. Zwischen den Figuren zahlreiche<br />
Putten sowie bocksfüßige kleine Panskinder, im Hintergrund<br />
hügelige Landschaft unter gebauschten Wolken.<br />
(1240242) (3) (11)<br />
PIETRO DANDINI,<br />
ALSO KNOWN AS “PIER DANDINI”,<br />
1646 FLORENCE <strong>–</strong> 1712 IBID.,<br />
ATTRIBUTED/ WORKSHOP OF<br />
BACCHANAL<br />
Oil on canvas.<br />
114.5 x 139.5 cm.<br />
€ 20.000 - € 30.000<br />
Sistrix<br />
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298<br />
MALER DER NORDITALIENISCHEN SCHULE<br />
DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
KLEOPATRA<br />
Öl auf Leinwand.<br />
91 x 126 cm.<br />
Die antike Szene, wonach sich Kleopatra mit Hilfe einer<br />
Giftschlange das Leben nimmt, ist hier großformatig<br />
vorgeführt. Die ägyptische Herrscherin, zuvor Verbündete<br />
Caesars, sah nach der verlorenen Schlacht<br />
bei Actium keinen Ausweg mehr ihr Reich zu führen<br />
und führte ihren Tod durch den Biss einer Schlange<br />
herbei. Hier auf einem Lager im Halbakt dargestellt,<br />
hat der Maler auf die Bisswunde verzichtet und die<br />
Schlange lediglich um ihr Handgelenk gezeigt. Links<br />
eine über diesen Moment bestürzte und aufgeregte<br />
Dienerin in einem roten Kleid, das farbkompositiorisch<br />
mit dem Kissen in der rechten unteren Ecke korrespondiert.<br />
Die Konturen, insbesondere des Frauenaktes,<br />
im Sfumato gemacht, die Lichtregie setzt den<br />
Körper vor der Gesamtdarstellung in Szene.<br />
(1240453) (11)<br />
NORTH ITALIAN SCHOOL,<br />
17TH CENTURY<br />
CLEOPATRA<br />
Oil on canvas.<br />
91 x 126 cm.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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89
299<br />
ITALIENISCHER MALER UM 1700<br />
FLORA UMGEBEN VON PUTTI<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
115,5 x 135 cm.<br />
In vergoldetem Rahmen.<br />
Unter einem weit verzweigten Baum, in weiter bergiger<br />
Landschaft, auf einem Stein sitzend, die dunkelblonde<br />
Flora in einem langen faltenreichen blauen<br />
Kleid, einen Blütenkranz auf dem Kopf und ein Blütenband<br />
in ihren Händen haltend. Über ihr ein schwebender<br />
Putto mit einem Korb, der ebenfalls mit Blüten<br />
gefüllt ist und den sie mit ihren glänzenden Augen anblickt.<br />
Zu ihrer linken Seite, auf einem kleineren Stein<br />
sitzend, ein geflügelter Putti in weißem Gewand auf<br />
einem gelben Seidentuch. Im Hintergrund rechts zwei<br />
weitere Putti im Gespräch. Malerische Darstellung in<br />
harmonischer Farbgebung. Retuschen. (1240423) (18)<br />
€ 6.500 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
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300<br />
FLÄMISCHER MALER DES AUSGEHENDEN<br />
17. JAHRHUNDERTS<br />
PARKLANDSCHAFT MIT ZWEI ELEGANTEN<br />
DAMEN UND EINEM PUTTO<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
85 x 111 cm.<br />
In vergoldetem Prunkrahmen.<br />
Vor dem Hintergund einer geordneten Parkanlage mit<br />
Brunnen sitzend auf der linken Bildseite eine elegante<br />
Frau in einem glänzenden blauen Kleid, links von ihr ein<br />
weißer Kakadu auf einem Stein. Sie hat sanft mit ihrer<br />
rechten die Hand der neben ihr sitzenden Dame in ockergelbem<br />
Kleid mit weitem Dekolletée und teilentblöster<br />
Brust ergriffen, die in ihrer linken Hand ein en Zweig hochhält.<br />
Rechts hinter ihr steht unter einem Baum die weiße<br />
Marmorstatue der Venus, zudem fliegt links davon ein<br />
kleiner geflügelter Putto, der einen Kranz hält. Beide Damen<br />
blicken direkt aus dem Bild heraus; von den Gesichtszügen<br />
her könnte es sich um Schwestern handeln,<br />
die durch den Handgestus ihre besondere Verbundenheit<br />
ausdrücken. Im Hintergrund die Landschaft mit zahlreichen<br />
Bäumen unter hohem Horizont im warmen Licht der<br />
untergehenden Sonne. Kleine Retuschen. Rahmen teils<br />
berieben. (1240729) (1) (18)<br />
€ 3.000 - € 5.000<br />
Sistrix<br />
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91
301<br />
JAKOB ANDRIES BESCHEY,<br />
1710 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1786 EBENDA<br />
VENUS IN BAUMLANDSCHAFT MIT<br />
SPIELENDEN PUTTI<br />
Öl auf Holz.<br />
21,5 x 29,5 cm.<br />
Beigegeben Expertise Dr. Klaus Ertz, Lingen, das Gemälde<br />
in die 1740er-Jahre datierend.<br />
Die weibliche Hauptfigur, die nackte Venus, ist links<br />
unter einem Baum in einer hügeligen Waldlandschaft<br />
auf zwei Tüchern sitzend wiedergegeben. Im Zentrum<br />
ein Putto, der einen kleinen Kinderkarren zieht, in dem<br />
sich ein sitzender geflügelter Amorknabe die Augen<br />
reibt. Ein weiterer Putto daneben, auf einem Ziegenbock<br />
reitend. Links am Bildrand, neben dem blauen<br />
Tuch der Venus, zwei weiße turtelnde Tauben. Im Hintergrund<br />
der Ausblick auf den gelb und blau leuchtenden<br />
spätnachmittäglichen Himmel. (12401117) (18)<br />
€ 7.000 - € 9.000<br />
Sistrix<br />
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302<br />
JEAN FRANÇOIS MILLET,<br />
1814 GRUCHY <strong>–</strong> 1875 BARBIZON, ZUG.<br />
BERGIGE LANDSCHAFT MIT FIGUREN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
82 x 102 cm.<br />
In schwarzem Lackrahmen.<br />
In weiter bergiger Landschaft, in der ein südlicher Ort<br />
mit Kirche zu erkennen ist, einige Figuren am Ufer<br />
eines Flusses. Zu diesen gehören zwei sitzende Figuren<br />
in gelbem und blauem Gewand, eine junge Frau,<br />
die ihren Kopf mit ihrer, auf einem größeren Stein liegenden<br />
Hand abstützt sowie eine Frau in rotem Kleid<br />
auf einem schmalen Weg, die in ihren Armen auf einer<br />
weißen Windel ein kleines Kind trägt. Von rechts<br />
ragen zwei mächtige südliche Bäume in das Bild. Auf<br />
der linken Seite des Hintergrunds der hohe Himmel<br />
mit dem warmen, die Wolken und Umgebung gelblich<br />
verfärbenden Abendlicht. Stimmungsvolle romantische<br />
Malerei. Minimal berieben, wenige Retuschen.<br />
(1240903) (3) (18)<br />
€ 5.000 - € 7.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
303<br />
LUDOWYCK ODER CASPAR SMITS,<br />
1635 ZWARTEWAAL <strong>–</strong> 1707 DUBLIN, ZUG.<br />
PAAR STILLLEBEN MIT GLÄSERN, FRÜCHTEN<br />
UND AUSTERN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
37 x 30,5 cm.<br />
Gemälde mit Südfrüchten rechts unten<br />
monogrammiert „I.S.“.<br />
In Schildpattrahmen mit ebonisiertem<br />
Wellenleistenprofil.<br />
Jeweils auf einer Tischplatte ruhende Objekte. Einmal<br />
ein Römer mit Wanli-Schale gefüllt mit Oliven, dahinter<br />
Südfrüchte und davor Austern. Das andere Gemälde<br />
mit Kürbis, Zitronen, einem gefüllten Glaspokal à la<br />
façon de Venise und vorlagernde Austern, deren Inhalt<br />
droht, über die Marmorkante in den Betrachterraum<br />
zu gleiten.<br />
Wir danken Herrn Dr. Fred G. Meijer für die Zuschreibung<br />
an den oben genannten Künstler. (1230703) (2)<br />
(13)<br />
Export restrictions outside the EU (frame).<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
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93
304<br />
FLÄMISCHER MALER DES AUSGEHENDEN<br />
17. JAHRHUNDERTS<br />
FLUSSLANDSCHAFT MIT FIGUREN UND HERDEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
120 x 190 cm.<br />
Am flachen Ufer eines großen Sees zwei berittene<br />
Hirten mit ihrer Herde im Wasser, die aus Kühen, Stieren,<br />
Ziegen und Schafen sowie zwei Eseln und einem<br />
weiteren Pferd besteht. Am vorderen Uferrand hat<br />
sich ein junges Paar niedergelassen und ist in ein Gespräch<br />
vertieft, während ihr daneben stehender Hund<br />
die Tränkung der Tiere beobachtet. Auf dem Wasser<br />
selbst zwei kleinere Segelboote, während weitere am<br />
linken äußeren Bildrand und am Ufer der rechten Seite<br />
angelegt haben. Zudem ist auf dieser rechten Seite<br />
ein steinernes Gehöft mit Turm vor einem Höhenzug<br />
erkennbar, auf dem Bäume in frischem Grün-Weiß<br />
und einige Zypressen zu erkennen sind. Malerei in zurückhaltender<br />
Farbigkeit bei besonders guter Wiedergabe<br />
der einzelnen Tiere. Teils rest., Retuschen.<br />
(1211132) (3) (18)<br />
€ 2.500 - € 3.500<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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305<br />
FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN, GEFÄSSEN<br />
UND KATZEN IM KAMPF<br />
Öl auf Leinwand.<br />
144 x 206 cm.<br />
In vergoldetem profilierten Rahmen.<br />
Im Stil des Frans Snyders (1579-1657) gestaltetes,<br />
dynamisches Stillleben, mit einem geöffneten Küchenfenster,<br />
welches als ein erhöhter Angriffspunkt für<br />
eine im Sprung befindliche Katze dient. Ihr Zielpunkt<br />
ist eine Gruppe weiterer Katzen, welche auf dem<br />
Küchentisch mit seinen edlen Gefäßen und darin befindlichen<br />
Lebensmitteln bereits für Unordnung gesorgt<br />
haben. (1241591) (13)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
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95
306<br />
HENDRIK FRANS VAN LINT,<br />
1684 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1763 ROM, ZUG.<br />
ITALIENISCHE LANDSCHAFT MIT ANTIKEN<br />
GEBÄUDEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
49 x 75 cm.<br />
Links unten signiert „H van Lint“.<br />
Ungerahmt.<br />
Blick von erhöhtem Standpunkt auf eine südliche<br />
Landschaft mit Fluss, an dessen Ufer unter Pinienbäumen<br />
zwei Familien zu sehen sind. Auf der linken<br />
unteren Seite ein Karren mit zwei großen Rädern, daneben<br />
am Boden liegend ein schlafender Mann. Links<br />
auf einer Anhöhe eine ummauerte Stadt mit antiken<br />
Gebäuden, darunter ein Tempel und ein runder Turm.<br />
Im Hintergrund eine weite Landschaft mit hohem<br />
Himmel im diesigen, hellblauem Licht. Harmonische<br />
Malerei in vielen differenzierten beigen und grünen<br />
Farbtönen. Kleine Retuschen. (12207421) (18)<br />
HENDRIK FRANS VAN LINT,<br />
1684 ANTWERP <strong>–</strong> 1763 ROME, ATTRIBUTED<br />
ITALIAN LANDSCAPE WITH ANCIENT<br />
BUILDINGS<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
49 x 75 cm.<br />
Signed “H van Lint”. lower left.<br />
Unframed.<br />
€ 9.000 - € 13.000<br />
Sistrix<br />
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307<br />
MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />
BLICK AUF DIE ENGELSBURG UND DEN<br />
PETERSDOM IN ROM<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
73 x 125 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
Malerischer Blick über den ruhig fließenden Tiber mit<br />
Figuren besetzen und ankernden Booten auf die Engelsbrücke,<br />
die zur berühmten großen Engelsburg<br />
führt. Fast in der Mitte des Hintergrundes dieser Ansicht<br />
von Rom der Petersdom mit seiner großen Kuppel<br />
und zahlreichen Gebäuden der Stadt unter hohem<br />
wolkigen Himmel. Kratzspuren. Kleinere Retuschen.<br />
(12207410) (18)<br />
17TH/ 18TH CENTURY PAINTER<br />
VIEW OF THE CASTEL SANT'ANGELO AND<br />
SAINT PETER'S BASILICA IN ROME<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
73 x 125 cm.<br />
Unframed.<br />
With minor retouching.<br />
€ 14.000 - € 16.000<br />
Sistrix<br />
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97
309<br />
SEBASTIAN VRANCX, ZUG.<br />
in Zusammenarbeit mit unbekanntem flämischen<br />
Landschaftsmaler<br />
REISENDE IN TIVOLI VOR DEM TREMPEL<br />
DER VESTA<br />
Öl auf Holz.<br />
41 x 36,5 cm.<br />
In vergoldetem Prunkrahmen.<br />
Im verschatteten Vordergrund zwei vornehme Herren<br />
zu Pferde mit einem Hund vor einem antiken Mauerstück,<br />
die zu einer offenen Mauerstelle reiten, an der<br />
zwei Wanderer in Rückenansicht stehen, die bewundernd<br />
auf die von Sonne beschienenen grünen Wiesen<br />
mit der prachtvollen Ruine des Tempels der Vesta<br />
in Tivoli blicken. Im Hintergrund rechts die weiße<br />
Silhouette einer großen Stadt unter dem hohen türkisblauen<br />
Horizont. Stimmungsvolle Malerei mit gekonnter<br />
Licht- und Schattenführung und feiner Wiedergabe<br />
der Figuren und Pferde. Verso rotes Wachssiegel und<br />
Unterlegung. (1240721) (1) (18)<br />
308<br />
GABRIELE BELLA,<br />
1730 VENEDIG <strong>–</strong> 1799, ZUG.<br />
VENEZIANISCHE VEDUTE MIT DER RIALTOBRÜCKE<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
66,5 x 95 cm.<br />
In vergoldetem, ornamental verziertem Rahmen.<br />
Beigegeben in Kopie ein Gutachten von Vincenzo<br />
Zanutto vom 10. Oktober 2016, Venedig.<br />
SEBASTIAN VRANCX, ATTRIBUTED<br />
in collaboration with an unknown Flemish landscape<br />
painter<br />
TRAVELLERS IN FRONT OF THE TEMPLE OF<br />
VESTA IN TIVOLI<br />
Oil on panel.<br />
41 x 36.5 cm.<br />
In magnificent gilt frame.<br />
€ 18.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
Blick über den Canal Grande auf die von roten Fahnen<br />
geschmückte Rialtobrücke, rechts der Palazzo dei<br />
Cammerlenghi und den von einer Schaustellergruppe<br />
bespielten Campo Erberia. Am linken Bildrand der<br />
Fondaco dei Tedeschi. Vom Leben Bellas weiß man<br />
wenig zu berichten, hingegen sind an die 70 Gemälde<br />
aus seiner Hand auf uns gekommen. So sind zahlreiche<br />
Gemälde von der Familie Querini erworben<br />
worden, welche heute in der Fondazione Querini<br />
Stam palia zu sehen sind. Bella wurde nicht nur als<br />
Vedutenmaler geschätzt, sondern auch als Dokumentator<br />
venezianischer Feste. Bella ertrank 1799 in einem<br />
der Kanäle.<br />
Literatur:<br />
Vgl. Giuseppe Pavanello, Cesare Alpini, La pittura nel<br />
Veneto: Il Settecento, Bd. II, S. 373-374, Mailand<br />
1999. (1240456) (13)<br />
GABRIELE BELLA,<br />
1730 VENICE <strong>–</strong> 1799, ATTRIBUTED<br />
VENETIAN VEDUTA WITH RIALTO BRIDGE<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
66.5 x 95 cm.<br />
In gilt frame with ornamental décor.<br />
Copy of an expert’s report by Vincenzo Zanutto dated<br />
10 October 2016, Venice is enclosed.<br />
Literature:<br />
Compare Giuseppe Pavanello, Cesare Alpini, La<br />
pittura nel Veneto: Il Settecento, vol II, pp. 373-374,<br />
Milan 1999.<br />
€ 12.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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310<br />
MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />
ITALIENISCHES ARCHITEKTURCAPRICCIO<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
109 x 134 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Blick auf die Ruinen eines antiken Tempels, unter dessen<br />
bewachsenen Rundbögen einige Figuren im Gespräch<br />
sind, darunter ein Mann mit seinem kleinen<br />
Sohn und einem weiteren Herren, der auf eine junge<br />
Frau mit Hund weist. Auf dem Gebälk dieser Anlage<br />
sind zudem zahlreiche schmale Skulpturen zu erkennen.<br />
Rechts im Vordergrund eine runde männliche<br />
Skulptur auf breitem rechteckigen Sockel mit Mosaik.<br />
Im Hintergrund drei große kannelierte korinthische<br />
Säulen. Am linken äußeren Bildrand, in der Ferne, ein<br />
weiteres antikes Gebäude und eine davorsitzende<br />
Figur. Architekturcapriccio vor hellblauem, teils ins<br />
gelbliche Abendlicht übergehendem Himmel mit<br />
kleinen weißen Wolkenformationen. Wenige Retuschen.<br />
Kleinere Rahmenschäden. (1221471) (18)<br />
18TH CENTURY PAINTER<br />
ITALIAN ARCHITECTURE CAPRICCIO<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
109 x 134 cm.<br />
In decorative frame.<br />
With minor retouching.<br />
€ 18.000 - € 22.000<br />
Sistrix<br />
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99
311<br />
FRANZÖSISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />
BERGIGE LANDSCHAFT MIT HIRTENFAMILIE<br />
AM FLUSSUFER<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
81 x 98 cm.<br />
In vergoldetem Rahmen.<br />
Unter hohem Himmel im sanften Licht der untergehenden<br />
Sonne haben sich einige Hirten mit ihren<br />
Schafen, Ziegen und Kühen, darunter ein besonders<br />
auffälliger Stier mit schwarzem Kopf und Hörnern, an<br />
einem ruhig fließenden, breiten Fluss niedergelassen.<br />
Eine Frau hebt gerade einen Korb nach oben, während<br />
links neben ihr zwei Kinder spielen. Ein vor ihr<br />
sitzender Mann mahnt sie zur Vorsicht mit ausgestrecktem<br />
Arm. Im Hintergrund sind Bauten von Städten<br />
zu erkennen. Das Gemälde wird nach links eingerahmt<br />
von einem kleinen Wäldchen mit drei Figuren,<br />
zur rechten Seite von einem sich nach oben erstreckenden<br />
Felsmassiv. Feine stimmungsvolle Malerei.<br />
Wenige kleinere Retuschen. (1240187) (18)<br />
€ 7.000 - € 9.000<br />
Sistrix<br />
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312<br />
PANDOLFO RESCHI,<br />
1643 DANZIG <strong>–</strong> 1699 FLORENZ, ZUG.<br />
JAGDGESELLSCHAFT MIT HUNDEN IN WEITER<br />
LANDSCHAFT<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
153 x 206 cm.<br />
In dekorativem vergoldeten Rahmen.<br />
Expertise von Carlo Volpe.<br />
In einem Waldstück auf einem breiten, steinigen, teils<br />
sandigen Weg drei elegante Kavaliere zu Pferde in Begleitung<br />
ihrer Hunde um zu jagen. Vorweg laufen bereits<br />
weitere Männer mit Hüten und geschulterten<br />
Gewehren, ebenfalls mit Hunden. Einer von ihnen<br />
weist mit seinem ausgestreckten rechten Arm auf<br />
das Waldinnere hin, wo ein weiterer Mann mit drei<br />
Hunden zu erkennen ist. In der Mitte des verschatteten<br />
Vordergrunds ein sitzender Mann mit Flinte und<br />
roter Kopfbedeckung, der als einziger direkt aus dem<br />
Bild auf den Betrachter schaut. In der Mitte des Gemäldes<br />
fällt der Blick zwischen hohen Bäumen, darunter<br />
auch eine ins Bild ragende Palme, auf eine weite<br />
bergige Landschaft in grün-bläulichem Schimmer unter<br />
hohem hellblauen Himmel mit großen weißen<br />
Wolkenformationen, im teils goldgelben Licht der untergehenden<br />
Sonne. Malerei in der typischen Manier<br />
des Künstlers mit überwiegend Beige-Braunen- und<br />
vielen differenzierten Grüntönen. Wenige Retuschen.<br />
Kleine Rahmenschäden. (12203511) (2) (18)<br />
PANDOLFO RESCHI,<br />
1643 DANZIG <strong>–</strong> 1699 FLORENCE, ATTRIBUTED<br />
HUNTING PARTY WITH DOGS IN VAST LANDSCAPE<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
153 x 206 cm.<br />
In decorative gilt frame.<br />
Expert’s report by Carlo Volpe.<br />
With minor retouching and minor frame blemishes.<br />
€ 18.000 - € 25.000<br />
Sistrix<br />
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101
313<br />
CLAUDE LORRAIN,<br />
1600 CHAMAGNE <strong>–</strong> 1682 ROM, ART DES<br />
Gemäldepaar<br />
ZWEI LANDSCHAFTSANSICHTEN<br />
Öl auf Kupfer, auf Holz.<br />
41 x 52,5 cm.<br />
Verso jeweils alte Ausstellungsaufkleber mit englischem<br />
Aufdruck und der maschinenschriftlichen<br />
Künstlerbezeichnung „Jan Griffier the elder“.<br />
In klassizistischen Goldrahmen.<br />
Als Pendants gearbeitete Landschaften, die ganz unter<br />
dem Stileinfluss Claude Lorrains stehen. Dabei hat<br />
der Maler auch hier die von Lorrain übernommene<br />
Bildauffassung in hellen Farben vorgeführt, wobei als<br />
wesentliches Merkmal ein weiter Landschaftsblick bis<br />
zum Horizont gegeben ist, die Nähe der Landschaftsdarstellung<br />
jeweils aus leichter Kavaliersperspektive.<br />
Als Repoussoir in einem der Bilder links hochziehendes<br />
Blattwerk schattengebender Bäume, im Gegenstück<br />
ein verschatteter bewaldeter Hügel. Rechts im<br />
erstgenannten Bild eine malerische Häusergruppe,<br />
die sich ins Tal nach unten zieht, im vorderen Zentrum<br />
Staffagefiguren mit Hirten und Tieren, entsprechende<br />
Stimmung auch im Gegenstück. Der idyllisch-arkardische<br />
Charakter, der seit Claude Lorrain in die Malerei<br />
des 18. und noch bis ins 19. Jahrhundert hinein gültig<br />
wurde, hat eine Reihe von Malern inspiriert in diesem<br />
Stil zu arbeiten. Das vorliegende Gemäldepaar in feiner<br />
malerischer Ausführung. (1221473) (11)<br />
CLAUDE LORRAIN,<br />
1600 CHAMAGNE <strong>–</strong> 1682 ROME, STYLE OF<br />
A pair of paintings<br />
TWO LANDSCAPES<br />
Oil on copper, laid on panel.<br />
41 x 52.5 cm.<br />
<strong>Old</strong> exhibition label on the reverse with English inscription<br />
and machine-printed artist name “Jan Griffier the<br />
elder”.<br />
In classical gilt frame.<br />
Note:<br />
According to the label attribution to Jan Griffier the<br />
Elder (ca. 1645/ 56-1718).<br />
INFO | BID<br />
€ 30.000 - € 50.000<br />
Sistrix<br />
Anmerkung:<br />
Laut Aufkleber Zuschreibung an Jan Griffier d. Ä. (um<br />
1645/56-1718).<br />
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103
314<br />
MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
Drei Gemälde<br />
LANDSCHAFTEN MIT<br />
SCHLÖSSERN AN DER LOIRE<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
62 x 84 cm, 66 x 96 cm und 65 x 98 cm.<br />
Die dargestellten Schlösser auf einer Anhöhe mit<br />
Häusern jeweils im warmen Licht der untergehenden<br />
Sonne. Sie liegen alle an einem Fluss, über den eine<br />
alte steinerne Brücke führt. Das erste Gemälde ist<br />
zudem auf dem Rahmen beschriftet „VUE DE SAINT<br />
AIGNAN“ und zeigt das Schloß aus dem 16. Jahrhundert<br />
dieser am Fluss gelegenen französischen Gemeinde.<br />
Links im Vordergrund betrachten einige Figuren<br />
den neben der alten Stiftskirche gelegenen prachtvollen<br />
Schloßbau. Auf dem zweiten Gemälde sind das<br />
Schloß und der Ort von einer großen Mauer umgeben.<br />
Im Vordergrund am Ufer des von einem Fluss<br />
umgebenen Bauwerkes ankert ein kleines Segelboot.<br />
Das dritte Gemälde schließlich zeigt auf einer Anhöhe<br />
eine alte Burg mit quadratischem Turm. Am Flussufer<br />
die Gebäude des Ortes und einige Bäume, die sich idyllisch<br />
im breiten Fluss spiegeln unter hohem Himmel<br />
mit großen Wolkenformationen. Rahmenschäden. Vereinzelt<br />
Retuschen. (12207415) (18)<br />
17TH CENTURY PAINTER<br />
Three landscapes<br />
PAINTINGS WITH LOIRE<br />
PALACES<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
62 x 84 cm, 66 x 96 cm and 65 x 98 cm.<br />
With occasional retouching.<br />
€ 20.000 - € 30.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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315<br />
PIETER NEEFS DER JÜNGERE,<br />
1620 <strong>–</strong> 1675<br />
KIRCHENINTERIEUR MIT REICHER<br />
FIGUREN STAFFAGE<br />
Öl auf Eichenholz.<br />
19 x 24,5 cm.<br />
Links mittig signiert.<br />
Blick vom Querschiff einer gotischen Kirche in den mit<br />
Kreuzrippen gewölbten, hell erleuchteten Chor, in dem<br />
ein Prieser am Altar die Messe zelebriert, begleitet von<br />
Gläubigen. Seitlich Einblicke in Seitenkapellen mit<br />
hochbarocken Altären. Im Vordergrund und in den<br />
Kapellen zahlreiche Gläubige, darunter im Zentrum<br />
höfisch gekleidete Personen sowie ein Paar mit Hund<br />
und ein Priester im Gespräch mit herrschaftlich gekleideten<br />
Personen. (1230571) (11)<br />
€ 6.000 - € 7.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
316<br />
NIEDERLÄNDISCHE SCHULE DES<br />
17. JAHRHUNDERTS<br />
KUHHERDE AN EINEM FLUSS<br />
Öl auf Holz.<br />
50 x 67 cm.<br />
In hügeliger Herbstlandschaft unterhalb eines großen<br />
Felsvorsprunges fünf Kühe im seichten Wasser eines<br />
Flusses stehend, davon zwei die direkt aus dem Bild<br />
herausschauen. Eine weitere braune Kuh links an der<br />
Anhöhe blickt auf die anderen herab. Malerei in vielen<br />
differenzierten beige-braunen und grünen Farbtönen<br />
mit hohem blauen Himmel und weißen Wolkenformationen.<br />
Rest. (1230579) (18)<br />
€ 4.000 - € 5.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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105
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317<br />
MALER DES 18./ 19. JAHRHUNDERTS<br />
Gemäldepaar<br />
ANSICHTEN DES KOLOSSEUMS VON AUSSEN<br />
UND INNEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
Je 50 x 62 cm.<br />
In vergoldeten Rahmen.<br />
Das erste Gemälde zeigt von erhöhtem Standpunkt<br />
aus den Blick auf das prachtvolle Kolosseum in Rom<br />
unter hellblauem wolkigem Himmel, das von rechts<br />
oben von der nicht sichtbaren Sonne bestrahlt wird,<br />
wodurch die linke Seite des Bauwerkes verschattet<br />
bleibt. Durch eines der Tore ist gerade eine große Prozession<br />
mit zahlreichen Teilnehmern gekommen. Im<br />
Vordergrund links Ruinenstücke einer Säule, rechts<br />
daneben zwei Männer im Gespräch. Am rechten Bildrand<br />
ein weiteres verschattetes antikes Gebäudeteil.<br />
Das zweite Gemälde zeigt das Kolosseum von innen<br />
mit vielen interessierten Besuchern unter hohem,<br />
sonnig blauem Himmel mit weißen und von links aufziehenden<br />
dunklen Wolken. Durch die im Vordergrund<br />
im Schatten liegende Seite sieht man zwei sich unterhaltende<br />
Mönche in braunen Kutten, während im Inneren<br />
im Kreis weiße Denkmäler oder Altäre errichtet<br />
sind, vor denen einige Besucher knien. Harmonische<br />
Malerei mit präzisen Detailwiedergaben und gekonnter<br />
Licht- und Schattenführung. Teils leicht berieben<br />
und Kratzspuren. (1220747) (18)<br />
18TH/ 19TH CENTURY ARTIST<br />
Pair of <strong>Paintings</strong><br />
WITH VIEWS OF THE INTERIOR AND EXTERIOR<br />
OF THE COLOSSEUM<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
50 x 62 cm each.<br />
In gilt frame.<br />
Slightly rubbed and scratched in places.<br />
€ 30.000 - € 50.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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107
318<br />
FLÄMISCHER MALER<br />
DES 16. JAHRHUNDERTS<br />
ZWEI FRAUEN, EIN REICHER MANN UND EIN NARR<br />
Öl auf Holz. Parkettiert.<br />
70 x 86 cm.<br />
In ebonisiertem und partiell vergoldetem Rahmen.<br />
In einem Innenraum, welcher nach rechts hin den Blick<br />
in ein bewohntes Tal bietet, sitzen an einem Tisch zwei<br />
musizierende junge Frauen. Der Blick der Flötistin haftet<br />
auf dem vor ihr liegenden aufgeschlagenen Buch,<br />
wo in dem eine für uns unleserliche Textstelle aufgeschlagen<br />
ist- sicherlich eine Interpretationshilfe für die<br />
dargestellte Szene. Der Blick der Lautenspielerin besorgt.<br />
Neben dieser ein wohlgekleideter Herr, seine<br />
Geldkatze über ihrem Nacken haltend; neben der anderen<br />
Frau ein Narr, welcher sich auf seinen Narrenstab<br />
stützt, ausgemergelt wrikt und ebenfalls in Richtung<br />
des Tisches blickt. Eine Schankmaid bewirtet den begüterten<br />
Herrn. Rest. (12407210) (1) (13)<br />
FLEMISH SCHOOL,<br />
16TH CENTURY<br />
TWO WOMEN, A RICH MAN AND A JESTER<br />
Oil on panel. Parquetted.<br />
70 x 86 cm.<br />
In ebonized and parcel-gilt frame.<br />
€ 10.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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319<br />
GIOVANNI BENEDETTO CASTIGLIONE,<br />
GENANNT „IL GRECHETTO“,<br />
1609 GENUA <strong>–</strong> 1664 MANTUA, ZUG.<br />
Castiglione war Schüler von Giovanni Battista Paggis,<br />
de Ferraris und Anton van Dyck. Nach seiner Ausbildung<br />
in Rom, Florenz, Parma und Venedig trat er in<br />
die Dienste des Herzogs Karl I in Mantua. Als einer<br />
der bedeutendsten Tiermaler seiner Zeit nahm er gewöhnlich<br />
die Themen, wie etwa biblische Szenen, nur<br />
zum Anlass, die Landschafts- und Tierdarstellung<br />
künstlerisch vorführen zu können. Dies ist auch in vorliegendem<br />
Werk der Fall.<br />
ABRAHAMS REISE MIT SEINER SIPPE NACH<br />
KANAAN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
106 x 131 cm.<br />
In Nahsicht dieser vielfigurigen Szene in freier Natur<br />
der auf einem grau-weißen Pferd sitzende alte Abraham<br />
in grünem Gewand, rotem Umhang und einem<br />
Turban auf dem Kopf. In 1.Mose 12,1 ist zu lesen, daß<br />
Gott zu Abraham gesprochen hatte und ihn aufforderte,<br />
sein Land zu verlassen und mit seiner Verwandschaft<br />
in ein Land zu gehen, das er von Gott gezeigt<br />
bekäme. Das Gesicht Abrahams mit geröteten Wangen<br />
und Nase, die dunklen Augen mit nachdenklichem<br />
Ausdruck. Zu seiner rechten Seite steht ein<br />
Mann in edlem rot-silber gestreiften Gewand, mit seiner<br />
rechten Hand einen Hund an einem Band und in<br />
seiner linken einen Treiberstock haltend, ebenso wie<br />
ein weiterer Mann mit brauner Jacke in Rückenansicht<br />
mit einem Stock in den Händen. Am linken Rand sieht<br />
man zwei Personen beim Beladen eines Pferdes. Eine<br />
Schafherde drängt sich zwischen den Dargestellten<br />
am Boden. Ausdruckstarke Malerei, bei der die Farben<br />
Gelb, Rot und Silber überwiegen. Retuschen.<br />
(1240245) (3) (18)<br />
GIOVANNI BENEDETTO CASTIGLIONE,<br />
ALSO KNOWN AS “IL GRECHETTO”,<br />
1609 GENOA <strong>–</strong> 1664 MANTUA, ATTRIBUTED<br />
ABRAHAM’S JOURNEY TO CANAAN WITH<br />
HIS PEOPLE<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
106 x 131 cm.<br />
€ 25.000 - € 35.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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109
320<br />
NORDITALIENISCHER MALER<br />
DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
DAS KARNEVALSBANKETT<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
92 x 125 cm.<br />
Mehrere Gäste haben sich bei einem Karnevalsfest in<br />
einem überdachten loggiaähnlichen Säulenbau versammelt.<br />
An einem gedeckten Tisch, belegt mit Speiseplatten<br />
und Agraffen, zur Linken mehrere Musikanten,<br />
im Zentrum ein Mann, der seine Frau auf dem<br />
Schoß sitzen lässt, davor ein Kinderpaar sowie ein<br />
eingekleidetes Äffchen, von einem Harlekin an der<br />
Schnur geführt. Neben dem tanzenden Harlekin rechts<br />
ein alter graubärtiger Mann in roten Hosen, der dem<br />
Tanz folgt. Mehrere der Personen tragen, der Karnevalszeit<br />
gemäß, dunkle Masken, so auch das Äffchen<br />
im Vordergrund. Die Beleuchtung weist bereits auf die<br />
kühleren Abendstunden. Im Hintergrund eine Bergkette<br />
mit Wolken im Abendlicht. Die Stilistik des Gemäldes<br />
zeigt Einflüsse des Bassano-Kreises.<br />
(1240452) (11)<br />
NORTH ITALIAN SCHOOL,<br />
17TH CENTURY<br />
THE CARNIVAL FEAST<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
92 x 125 cm.<br />
The style of the painting shows influences of the circle<br />
of Bassano.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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321<br />
GÉRARD THOMAS,<br />
1663 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1720/21 EBENDA, ZUG.<br />
IM KÜNSTLERATELIER<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
52,6 x 45,5 cm.<br />
In Flammleistenrahmen.<br />
Durch einen steinernen Rundbogen, der teils von einem<br />
Weinstock mit Reben umrankt wird, fällt der Blick in<br />
das Atelier eines Skulpteurs, der gerade einen Schüler<br />
unterweist. Der junge Mann sitzt auf einer Steinstufe<br />
in rotem Gewand mit weißem Kragen, hat einen<br />
bunt geknüpften Teppich auf seinem Schoß und darauf<br />
drei Mappen mit Zeichnungen. Sein neben ihm<br />
stehender Lehrer mit Pelzkragen und roter Kappe, einen<br />
Zwickel in seiner rechten Hand haltend, weist ihn<br />
auf eine weitere Zeichnung hin, die er in der anderen<br />
Hand hält. Neben und unterhalb von ihm stehen mehrere<br />
Skulpturen, die wohl als Modelle dienen sollen.<br />
Rechts oben hängt an dem Steinbogen ein großer<br />
Vogelkäfig, auf dem außen ein Ara sitzt. Feine Malerei<br />
in harmonischer Farbgebung. (1240722) (1) (18)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
Detailabbildung<br />
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111
322<br />
ISAAC VAN DUYNEN,<br />
UM 1630 DORDRECHT <strong>–</strong> 1677/81 DEN HAAG<br />
STILLLEBEN MIT FISCH, HUMMER UND KREBS<br />
Öl auf Kupfer.<br />
19,4 x 32,6 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Beigegeben ein Kurzgutachten von Dr. Klaus Ertz vom<br />
8. September 2018, das Gemälde in die 1650er Jahre<br />
in Den Haag einordnend.<br />
In einem Innenraum, auf einer hölzernen Platte, nebenund<br />
übereinander liegende Fische, ein Krebs und<br />
ein schwarzer Hummer, der gegenüber dem großen,<br />
silbrig glänzenden Fisch besonders gut zur Geltung<br />
kommt. Links oben hängen an einem Schrägbalken<br />
zwei kupferne Schalen, während auf der rechten Seite<br />
im Hintergrund der Blick durch ein Fenster auf einen<br />
See fällt mit Segelschiff, einer Brücke und Figuren im<br />
vorderen Uferbereich. Kontrastierende Licht- und Schattengebung,<br />
qualitätvolle Malerei. Minimale Retuschen.<br />
Anmerkung:<br />
Der Künstler gilt als einer der besten Stilllebenmaler<br />
für Fisch, dessen Malweise an die Stillleben von Abraham<br />
Hendricksz. van Beyeren (1620/21-1690) erinnern,<br />
der mit ihm zur gleichen Zeit in Den Haag lebte.<br />
(1240087) (18)<br />
€ 3.500 - € 5.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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323<br />
LEONARD KNYFF,<br />
1650 HAARLEM <strong>–</strong> 1722 LONDON<br />
Knyff war Schüler des Wouter Knyff (um 1607-um<br />
1693) und dessen Sohn. Er war bekannt für seine Blumenstillleben<br />
aber auch für seine englischen Ansichten,<br />
da er ab 1679 in London lebte und arbeitete.<br />
VOGELSTILLLEBEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
142 x 164 cm.<br />
Signiert auf dem Endstück des Gewehres „L. Knyff“.<br />
Ungerahmt.<br />
Dargestellt auf einer steinernen Tischplatte ein Vogelstillleben<br />
mit einem erlegten Schwan, Fasanen und<br />
vielen weiteren Vögeln. Der Hals des Schwans geschickt<br />
über das Gewehr gelegt und sich hinter der<br />
marmorierten Pulverflasche abzeichnend. Rest.<br />
(1231371) (13)<br />
LEONARD KNYFF,<br />
1650 HAARLEM <strong>–</strong> 1722 LONDON<br />
BIRD STILL LIFE<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
142 x 164 cm.<br />
Signed “L. Knyff” on the end of the gun rifle.<br />
Unframed.<br />
Restored.<br />
€ 20.000 - € 25.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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113
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324<br />
FRANZÖSISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
BRAUTWERBUNG FÜR ISAAK<br />
Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />
54,5 x 44 cm.<br />
In Wellenleistenrahmen.<br />
Eine Quelle lebendig sprudelnden Wassers führt in<br />
das Bildgeschehen mit der felsigen und doch grünen<br />
Landschaft der Stadt Nahors in Mesapotamien. Dorthin<br />
wurde der Knecht Abrahams entsandt, um für<br />
dessen Sohn Isaak eine Braut zu finden. Er wartete,<br />
bis die Frauen der Stadt zur Quelle gingen und wollte<br />
diejenige als Braut mitnehmen, welche Barmherzigkeit<br />
zeigt und nicht nur ihm, sondern auch seinen<br />
zehn Kamelen Wasser zu geben gewillt war (Moses<br />
24). Rebecca, deren Großmutter die Schwägerin Abrahams<br />
war, wurde so ausgewählt und die Frau Isaaks.<br />
Stiistisch wäre die Arbeit einem Künstler aus dem<br />
Kreis des Charles-Antoine Coypel zuzuschreiben.<br />
(1240538) (1) (13)<br />
€ 8.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
325<br />
ITALIENISCHER MALER DES FRÜHEN<br />
18. JAHRHUNDERTS<br />
PORTRAIT DES PAPSTES PIUS V<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
130 x 90 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
In einem Innenraum sitzend der Papst in weißem Untergewand,<br />
einem roten Mantel und einer roten, weiß<br />
gefütterten Kopfbedeckung. Er sitzt in einem rot-gold<br />
gepolterten Armlehnsessel mit hoher Rückenlehne.<br />
Die goldenen Streifen auf den Armstützen könnten<br />
auf das Goldwappen des Papstes hinweisen. In den<br />
zarten Fingern seiner linken Hand hält er ein wertvoll<br />
gebundenes Buch. Er hat den Kopf mit seinem weißen<br />
Bart, der ausgeprägten großen Nase sowie den<br />
tief innenliegenden schmalen Augen leicht gesenkt<br />
und schaut mit mildem und gütigem Blick aus dem<br />
Bild heraus. Über seinem Haupt ein goldener Nimbus.<br />
Das Gemälde, im Stil des Manierismus gehalten, erinnert<br />
an ein vergleichbares bekanntes Gemälde des<br />
Papstes von Domenikos El Greco (1541-1614), das auf<br />
ca. 1605 datiert wird. Darauf ist der Papst ebenfalls in<br />
vergleichbarer Kleidung und Sitzhaltung zu sehen, jedoch<br />
hat er dabei seinen rechten Arm leicht erhoben.<br />
Feine Malerei mit besonderer Betonung des ausdrucksstarken<br />
Gesichts. Einige Retuschen.<br />
(1241022) (18)<br />
ITALIAN SCHOOL, EARLY 18TH CENTURY<br />
PORTRAIT OF POPE PIUS V<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
130 x 90 cm.<br />
Unframed.<br />
The Mannerist painting style is reminiscent of a comparable<br />
famous painting of the pope by Doménikos El<br />
Greco (1541<strong>–</strong>1614), dating to ca. 1605. The pope is<br />
wearing similar clothing and is depicted seated similarly,<br />
however, his right arm is slightly raised. Several areas<br />
of retouching.<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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115
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326<br />
JEAN-FRANÇOIS DE LA MOTTE,<br />
1635 <strong>–</strong> 1685, KREIS DES/ ART DES<br />
TROMPE L‘ŒIL<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
78 x 57 cm.<br />
In dekorativem alten Rahmen.<br />
Auf einer gemalten hellbraunen Holzwand mit Astaugen<br />
ist mittig ein kleines Brett befestigt, auf dem diverse<br />
kleine Gegenstände stehen, darunter in einem<br />
Gefäß ein Federkiel, eine Glasflasche, ein Klappmesser<br />
und zwei Dosen. Darüber hängt an einem Nagel<br />
ein Ölgmälde mit Heiligendarstellung und eine Grafik,<br />
betitelt mit „Le Printemps“ und Namensnennung „Perelle“,<br />
unterhalb des Brettes eine weitere Druckgrafik<br />
und ein Gemälde mit dem Portrait eines Mannes, dessen<br />
Gesicht sich in einem kleinen, am Brett herabhängenden<br />
Spiegel wiederfindet. Gekonnte Trompe-l´œil<br />
Wiedergabe in zurückhaltender Farbgebung, die beiden<br />
gerahmten Ölgemälde besonders herausgestellt, während<br />
die Abbildungen auf den beiden Grafikblättern<br />
schwer erkennbar sind. Retuschen.<br />
Anmerkung:<br />
Gabriel Perelle, auch Pérelle (1604-1677) und seine<br />
Söhne führten in Paris eine produktive Kupferstichwerkstatt.<br />
(1240151) (18)<br />
JEAN-FRANCOIS DE LA MOTTE,<br />
1635 <strong>–</strong> 1685, CIRCLE OF/ STYLE OF<br />
TROMPE L’ŒIL<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
78 x 57 cm.<br />
In decorative old frame.<br />
€ 8.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
327<br />
MALER DER HOLLÄNDISCHEN SCHULE, UM 1610<br />
ZWEI UM BREI KÄMPFENDE KINDER<br />
Öl auf Holz.<br />
63 x 89 cm.<br />
Verso Befestigung der beiden Holzbretter.<br />
Das Gemälde ist im RKD unter der Nummer 27303<br />
und unter der Illustrationsnummer 0000128446<br />
verzeichnet und abgebildet als anoynmer Maler der<br />
Niederlande, um 1610.<br />
Abgelehnte Zuordnung war Schule des Egbert van<br />
Heemskerck (1610-1680), eine weitere Zuschreibung<br />
war Petrus Staveren (tätig 1634-1654).<br />
In einem Innenraum stehen zwei Kinder an einem<br />
gedeckten Tisch. Auf der rechten Seite ein Junge in<br />
blauem Gewand und großem braunen Hut, der aus<br />
einer Schale gerade Brei oder Suppe herauslöffelt.<br />
Sein Blick ist aus dem Bild heraus auf den Betrachter<br />
gerichtet. Ihm zur Seite ein kleinerer Junge mit blonden<br />
Haaren in leuchtend rotem Gewand, den anderen<br />
an dessen Linke fassend und mit seiner Rechten am<br />
Hals des größeren Jungen. Er hat dabei fast weinend<br />
sein Gesicht mit der kleinen roten Stupsnase verzogen<br />
und den Mund leicht geöffnet sowie die Augen<br />
zusammengekniffen. Auf der linken Tischseite eine<br />
flache Tonschale mit Würsten, die halb auf einem weißem<br />
herabhängenden Tuch liegen sowie dahinter ein<br />
kupferner Korb mit verschiedenen Rüben und ein<br />
Fass, auf dem ein erlegter Vogel liegt. Hurmorige Darstellung,<br />
bei der die Farben Rot und Blau in starkem<br />
Kontrast stehen, vor der sonst in zurückhaltender Farbigkeit<br />
wiedergegebenen Darstellung. Rest., kleinere<br />
Retuschen. (1240111) (18)<br />
DUTCH SCHOOL, CA. 1610<br />
TWO CHILDREN FIGHTING OVER PORRIDGE<br />
Oil on panel.<br />
63 x 89 cm.<br />
Two parquetting slats on the reverse.<br />
The painting is listed at the RKD, The Hague with<br />
no. 27303 and illustration no. 0000128446 and described<br />
as anonymous Dutch painter, ca. 1610.<br />
A rejected attribution identified the School of Egbert<br />
van Heemskerck (1610-1680) and Petrus Staveren (active<br />
1634-1654). Restored.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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117
328<br />
JAN COSSIERS,<br />
1600 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1671, ZUG.<br />
Der Maler erhielt seinen ersten Unterricht bei seinem<br />
Vater und begab sich dann in die Werkstatt des damals<br />
bedeutenden Portrait- und Historienmalers Cornelis<br />
de Vos (um 1584-1651). Nach einer Reise in<br />
Frankreich 1623 wurde sein Einfluss durch den holländischen<br />
Maler Abraham de Vries (um 1590-1650/62)<br />
deutlich. 1624 bereits in Italien, konnte er die Werke<br />
von Michelangelo Merisi il Caravaggio (1570/71-1610)<br />
studieren, die einen großen Einfluss auf ihn ausübten.<br />
Neben zahlreichen kirchlichen Aufträgen widmete er<br />
sich auch Portraits bedeutender Persönlichkeiten seiner<br />
Zeit.<br />
DER GESCHMACKSSINN<br />
Öl auf Holz.<br />
73 x 56,5 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Brustbildnis in Nahsicht des jungen Mannes mit braunen,<br />
schulterlangen, lockigen Haaren in einem hellbraunen<br />
Gewand, mit Blick zur Seite. Er hält in seiner<br />
rechten Hand einen Krug und in seiner linken ein kleines<br />
Glas, das er gerade befüllen möchte. Von links<br />
oben fällt Licht auf sein feines zartes Gesicht mit den<br />
rötlichen Wangen, dem roten Mund, den leuchtenden<br />
braunen Augen, die zudem Glanzlichter aufweisen.<br />
Darstellung vor braunem Hintergrund in überwiegend<br />
monochromer Farbigkeit, typisch für den bekannten<br />
Künstler. Rest. (1240116) (18)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
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329<br />
NIEDERLÄNDISCHER MALER<br />
DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
VANITASSTILLLEBEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
58,5 x 47,7 cm.<br />
Im ebonisierten Holzrahmen.<br />
Auf einer in leichter Aufsicht dargestellten massiven<br />
Tischplatte zentrale brennende Kerze in einem Messingleuchter,<br />
daneben ein bereits halb leeres Glas<br />
Wein à la facon de Venise sowie eine aufgeschlagene<br />
Bibel, den 119. Psalm zeigend „(9) Wie wird ein junger<br />
Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich<br />
hält an dein Wort“. (1240723) (1) (13)<br />
€ 7.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
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330<br />
MALER IN DER STILNACHFOLGE DER<br />
JUDITH LEYSTER (1600/ 10 <strong>–</strong> 1660) ODER<br />
DES HENDRICK TER BRUGGHEN (1588 <strong>–</strong> 1629)<br />
JUNGER GEIGENSPIELER MIT FEDERBARETT<br />
Öl auf Leinwand.<br />
90 x 66 cm.<br />
Im ebonisierten Flammleistenrahmen.<br />
Ganz im Stil des holländischen 17. Jahrhunderts, nach<br />
Motiven der beiden genannten Künstler, ist der junge<br />
Geiger in Lebensgröße wiedergegeben, mit lächelndem<br />
Blick dem Betrachter gegenüber. In den Händen<br />
hält er Geige und Barock-Bogen. Obwohl von Judith<br />
Leyster mehrere Violinspieler bekannt geworden sind,<br />
ist doch der auffallende Federschmuck am Barett ein<br />
typisches Merkmal für die Musikantendarstellungen<br />
des ter Brugghen, so ist das Vorbild möglicherweise<br />
dort zu suchen. (1241114) (2) (11)<br />
PAINTER IN THE STYLE OF<br />
JUDITH LEYSTER (1600/ 10 <strong>–</strong> 1660) OR<br />
HENDRICK TER BRUGGHEN (1588 <strong>–</strong> 1629)<br />
YOUNG VIOLINIST WITH FEATHERED BONNET<br />
Oil on canvas.<br />
90 x 66 cm.<br />
In ebonized frame with ripple moulding.<br />
€ 7.000 - € 9.000<br />
Sistrix<br />
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331<br />
FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS,<br />
AUS DEM KREIS DES WILLEM BARTSIUS<br />
UM 1612 <strong>–</strong> 1640<br />
PORTRAIT EINES JUNGEN SOLDATEN MIT<br />
BRUSTPANZER UND MANTELÜBERWURF<br />
Öl auf Holz.<br />
36 x 30 cm.<br />
Verso alter Aufkleber mit Nummer „47“ und Verweis<br />
auf Govaert Flinck (1615-1660) als den Maler dieses<br />
Gemäldes sowie zwei Wachssiegel.<br />
Das Brustbildnis des jungen Mannes nach rechts vor<br />
braunem Hintergrund. Er trägt eine silber glänzende<br />
Rüstung, die größtenteils durch einen braunen Mantel<br />
verdeckt wird. Um den Hals hat er ein oranges<br />
Tuch mit Goldfäden geknotet. In seiner am unteren<br />
rechten Bildrand sichtbaren Hand hält er einen glänzenden<br />
Schlachthammer. Auf seinem lockigen Haar<br />
trägt er ein rotes Samtbarett mit weißer und bläulicher<br />
Feder. Er hat den Kopf leicht gewendet und<br />
schaut mit seinen roten Lippen, der geröteten Nase<br />
und seinen dunklen Augen aufmerksam aus dem Bild<br />
auf den Betrachter hinaus. (12401111) (18)<br />
FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY,<br />
FROM THE CIRCLE OF WILLEM BARTSIUS<br />
CA. 1612 <strong>–</strong> 1640<br />
PORTRAIT OF A YOUNG SOLDIER WITH<br />
CHESTPLATE AND CLOAK<br />
Oil on panel.<br />
36 x 30 cm.<br />
<strong>Old</strong> label with no. “47” on the reverse and reference<br />
to Govaert Flinck (1615-1660) as creator of this painting,<br />
as well as two wax seals.<br />
€ 12.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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119
332<br />
PAULUS MOREELSE,<br />
1571 UTRECHT <strong>–</strong> 1638, ZUG.<br />
BILDNIS EINER ELEGANTEN DAME<br />
Öl auf Holz. Parkettiert.<br />
117 x 89,5 cm.<br />
In einem Innenraum mit nach links gezogenem<br />
schweren, grün glänzenden Brokatvorhang das Dreiviertelportrait<br />
einer jungen Dame in einem eleganten<br />
Kleid. Dieses silber-graue Kleid ist mit diversen roten<br />
Blumen mit grünen Blättern gemustert, dazu ein großer<br />
weißer, teils durchsichtiger Spitzenkragen, der im<br />
Brustbereich eine goldene Brosche und einige Perlenketten<br />
enthält, zudem sind die Ärmelenden mit<br />
feinem Spitzenbesatz versehen. Dazu trägt sie einen<br />
teils durchsichtigen schwarzen Umhang, um den Hals<br />
eine dreireihige Perlenkette und um die Handgelenke<br />
ebenso wertvollen Schmuck. Sie hält in ihrer rechten<br />
Hand, an einer längeren goldenen Kette, einen schwarzen<br />
Fächer. Sie hat hellbraunes Haar mit einem kleinen<br />
goldenen Schmuckstück. Sie hat sehr feines Inkarnat<br />
und mit ihren mit Glanzlichtern versehenen,<br />
blauen Augen schaut sie aufmerksam aus dem Bild<br />
heraus. Qualitätvolle Portraitdarstellung mit gekonnter<br />
Licht- und Schattenführung. Kleinere Retuschen und<br />
Farbabrieb. (1240324) (18)<br />
PAULUS MOREELSE,<br />
1571 UTRECHT <strong>–</strong> 1638, ATTRIBUTED<br />
PORTRAIT OF AN ELEGANT LADY<br />
Oil on panel. Parquetted.<br />
117 x 89.5 cm.<br />
€ 15.000 - € 18.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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333<br />
MALER DER ZWEITEN HÄLFTE DES<br />
18. JAHRHUNDERTS<br />
JÜNGLING MIT HUND UND FALKEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
127 x 101 cm.<br />
In dekorativem Rahmen mit bekrönendem Wappen.<br />
In einer Waldlandschaft sitzt auf dem Boden ein Jüngling<br />
mit schulterlangen dunkelblonden Haaren in eleganter<br />
gold farbener Kleidung mit geknöpfter Weste<br />
und einem weißen, um den Hals gebundenen Schal<br />
und weißen Hemd, dessen Ärmel unter der Jacke<br />
hervorschauen. Er hält stolz in seiner linken Hand auf<br />
einem Lederhandschuh einen Jagdfalken mit ausgebreiteten<br />
Flügeln nach oben. Ein kleines braunweißes<br />
Hündchen hat gerade sein linkes Bein angesprungen.<br />
Auf der linken unteren Bildseite liegen ein<br />
Fangnetz und zwei erlegte Vögel. Mit seinen hellen<br />
offenen Augen und seinem zarten Inkarnat blickt der<br />
junge Mann direkt aus dem Bild heraus. Malerei in<br />
überwiegend monochromer beige-brauner Farbigkeit,<br />
durch weiße Stellen aufgelockert. Wenige Retuschen.<br />
(1240756) (18)<br />
€ 8.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
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334<br />
FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
PORTRAIT EINES VORNEHMEN KINDES<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
121,8 x 61,1 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
In einem Innenraum auf einem Teppich stehend das<br />
Ganzkörperportrait eines Kindes leicht nach rechts in<br />
elegantem zweiteiligen, silber glänzenden Gewand,<br />
das jeweils an den Rändern und Ärmeln zusätzlich mit<br />
silberner Stickerei verziert ist. Zudem hat das Gewand<br />
einen weißen Spitzenkragen und auch die Ärmelenden<br />
sind mit Spitze besetzt. Auf der rechten Seite ein<br />
langer, faltenreicher, brauner Vorhang, der leicht unfertig<br />
wirkt. Mit seinem feinen Gesicht und den dunklen<br />
Augen mit Glanzlichtern schaut das Kind interessiert<br />
aus dem Bild heraus. Retuschen. (12407213) (1) (18)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
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335<br />
FLÄMISCHER MALER DES AUSGEHENDEN<br />
18. JAHRHUNDERTS IN DER NACHFOLGE DES<br />
FRANS HALS (1580 <strong>–</strong> 1666)<br />
(ABB. RECHTS)<br />
PORTRAIT EINES HERREN MIT TABAKDOSE<br />
ODER REISEKOMPASS<br />
Öl auf Kupfer.<br />
40 x 33 cm.<br />
In dekorativem Flammleistenrahmen.<br />
Das Portrait in hochovalem gemalten Rahmen vor beigem<br />
Hintergrund zeigt einen älteren Herren in eleganten<br />
Gewand mit großem weißen Spitzenkragen, weiß<br />
verzierten Ärmelenden, einem leicht gebräunten Gesicht<br />
mit Stirnfalten und Spitzbart. In seiner rechten<br />
Hand hält er an einer schmalen Kette ein goldenes<br />
achteckiges Objekt, das eine Schnupftabaksdose oder<br />
ein Reisekompass sein könnte, was ihn als gebildeten<br />
Herrn auszeichnen würde. Einen Finger seiner linken<br />
Hand ziert ein wertvoller goldener (Siegel-)ring.<br />
Gekonnte Wiedergabe mit besonderem Wert auf die<br />
Physiognomie des Mannes.<br />
(1240487) (1) (18)<br />
€ 2.000 - € 3.000<br />
Sistrix<br />
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336<br />
GIOVANNI BAGLIONE,<br />
1566/71 ROM <strong>–</strong> 1643/44 EBENDA, UMKREIS<br />
PORTRAIT DES ADRIANO BAGLIONE<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
86 x 66 cm.<br />
In ebonisiertem und bronziertem Rahmen.<br />
Dreiviertelportrait eines bärtigen Mannes mit verzierter<br />
Kleidung und Goldschriftbetitelung zur Linken. Die<br />
noble Baglione-Familie war in Umbrien ansässig und<br />
regierte über Perugia in den Jahren 1438-1540. Rest.<br />
(1240521) (13)<br />
€ 4.000 - € 6.000<br />
Sistrix<br />
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337<br />
LEANDRO BASSANO,<br />
1557 BASSANO DEL GRAPPA <strong>–</strong> 1622 VENEDIG,<br />
UMKREIS DES<br />
PORTRAIT EINES MANNES MIT HALSKRAUSE<br />
Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />
98 x 81,5 cm.<br />
In geschnitztem und bronziertem Rahmen.<br />
Vor dunklem Hintergrund zeichnet sich das Hüftportrait<br />
eines barhäuptigen bärtigen Mannes ab, dessen Inkarnat<br />
und die damit lokal verbundene textile Halskrause<br />
und Manschette sich von dem Dunkel des<br />
Umhangs mit angedeuteter Pelzverbrämung absetzt.<br />
Typisch ist der auch im Gesicht zu findende, flotte<br />
Pinselduktus, welcher <strong>Part</strong>ien flächig nebeneinandersetzt<br />
und auf Fernsicht Dreidimensionalität evoziiert.<br />
(1240444) (13)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
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123
338<br />
NICOLAES LACHTROPIUS,<br />
TÄTIG ZWISCHEN 1656 UND 1700, UMKREIS DES<br />
BLUMENSTILLLEBEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
50 x 41 cm.<br />
In barockisierendem vergoldetem Rahmen.<br />
Auf profilierter Marmorplatte mit aubergine-weißer<br />
Äderung eine gebauchte gefußte Glasvase. Darin<br />
befindlich ein Arrangement von Rosen, Schneeball,<br />
geflammter Tulpe und einer Winde mit roten Blüten.<br />
Besonders die von der Seite hereinragende Marmorplatte<br />
mit Viertelprofil und abgesetztem Abschluss ist<br />
typisch für Lachtropius, dessen Kompositionen auch<br />
gern raumfüllend ausfallen können. Rest.<br />
(1240539) (1) (13)<br />
NICOLAES LACHTROPIUS,<br />
ACTIVE BETWEEN 1656 AND 1700, CIRCLE OF<br />
FLORAL STILL LIFE<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
50 x 41 cm.<br />
In Baroque-style gilt frame.<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
339<br />
RÖMISCHER MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />
FRÜCHTESTILLLEBEN MIT PUTER<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
135 x 180 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Am steinernen Eingang zu einer Parkanlage die präsentierten<br />
Blumen und Früchte; auf der linken Bildseite,<br />
vor einem Mauervorsprung, zwei Fayencen, zwei farbige<br />
Blumenbouquets, ein Korb mit Früchten und am<br />
Boden liegende große Melonen, Äpfel und Pflaumen,<br />
in der Mitte eine aufgeschnittene Wassermelone. Auf<br />
der rechten Seite ein weiteres gemauertes Podest<br />
mit großer Deckelvase und einem weißen sitzenden<br />
Puter. Unterhalb davon werden weitere Früchte, wie<br />
helle und dunkle Weintrauben, Datteln und diverse<br />
Melonen präsentiert. In der Mitte, vorbei an dem Puter<br />
mit rotem Kopf und Kamm, erstreckt sich der Blick<br />
in eine weite Landschaft unter weiß-blauem Himmel.<br />
Für die Zeit typische Stilllebenmalerei mit starker<br />
Hell-Dunkel-Betonung. Retuschen.<br />
(1240422) (18)<br />
€ 5.000 - € 7.000<br />
Sistrix<br />
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340<br />
JEAN-BAPTISTE HUET D.Ä.,<br />
1745 PARIS <strong>–</strong> 1811 EBENDA, ZUG.<br />
WEITE LANDSCHAFT MIT VERLIEBTEM<br />
SCHÄFERPAAR<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
154 x 132 cm.<br />
In vergoldetem Prunkrahmen.<br />
In weiter hügeliger Landschaft auf der rechten Bildseite<br />
unterhalb eines Baumes sitzend, dessen Krone abgebrochen<br />
ist, eine junge Frau in rot-blauem Kleid, die<br />
mit ihrer rechten Hand ein kleines Kind hält. Neben ihr<br />
ein junger Mann mit braunem Hut, der sie mit verliebtem<br />
Blick anschmachtet und dabei versucht, ihre linke<br />
Hand zu ergreifen. In etwas Abstand stehen auf dem<br />
Boden ein geflochtener Henkelkorb mit blauem und<br />
einem roten Tuch. Die linke Bildhälfte zeigt im Vordergrund<br />
eine kleine Gruppe von Schafen sowie einen<br />
wachsamen Hund, der auf weitere Schafe aufpasst.<br />
Im Hintergrund weitere Felder und Wiesen sowie<br />
eine Kapelle unter hohem blauen Himmel mit großen<br />
weißen Wolken und einer fliegenden Taube. Vereinzelt<br />
Retuschen. (1240441) (18)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
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341<br />
HENDRIK FRANS VAN LINT,<br />
1684 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1763 ROM<br />
(ABB. FOLGENDE SEITEN)<br />
ZWEI SOLDATENLAGER<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
64,5 x 49 cm.<br />
Eines (das Rechte) unten im Zentrum signiert,<br />
ortsbezeichnet und datiert „F. Lint detto studio<br />
fe Roma 1712“.<br />
In vergoldetem reliefiertem Rahmen mit Ausschnitt in<br />
Hochoval.<br />
Als Pendants gestaltete Darstellungen von abendlich<br />
beschienenen, leicht hügeligen italienischen Landschaften<br />
mit Repoussoirbäumen, einem Zelt für Erfrischungen<br />
und teils berittenen Staffagefiguren. Van<br />
Lint zog bereits 1700 nach Italien, ging 1710 kurzzeitig<br />
aufgrund des Ablebens seiner Mutter zurück nach<br />
Antwerpen, ist jedoch noch im selben Jahr in Rom<br />
und 1711 in Ronciglione nachweisbar. Von seinem<br />
Lehrer Pieter van Bredael (1629-1719) hatte er die thematische<br />
Verflechtung von Mensch und Tier in der<br />
Landschaft übernommen, verwendete jedoch das<br />
ihm in Italien bekannte warme Licht des Südens. Wenige<br />
altersgemäße Retuschen.<br />
Anmerkung:<br />
Ein weiteres hochovales Pendantpaar des gleichen<br />
Malers wurde im Dezember 2006 bei Bonhams London<br />
versteigert. Dort allerdings ohne das Zeltlager<br />
und lediglich auf die Landschaften mit viel kleinerer<br />
Figurenstaffage abzielend. (1240363) (1) (13)<br />
HENDRIK FRANS VAN LINT,<br />
1684 ANTWERP <strong>–</strong> 1763 ROME<br />
(ILL. FOLLOWING PAGES)<br />
TWO MILITARY CAMPS<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
64.5 x 49 cm.<br />
One of the paintings (the right) signed at centre<br />
below, with place name and dated “F. Lint detto<br />
studio fe Roma 1712”.<br />
In gilt frame.<br />
€ 17.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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125
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127
342<br />
NIEDERLÄNDISCHE SCHULE<br />
DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
DIE KARTENSPIELER<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
57 x 88 cm.<br />
In einem einfachen Interieur sitzen eine gut gekleidete<br />
Frau in rot-blauem Gewand und ein Mann in brauner<br />
Hose und weißem Hemd sich an einem Tisch beim<br />
Kartenspiel gegenüber. Die Dame präsentiert gerade<br />
das Kreuz-Ass auf dem Tisch, während der Mann mit<br />
zusammengekniffenen Augen noch nach der passenden<br />
Karte in seiner linken Hand sucht. Neben den Karten<br />
steht auf dem Tisch noch ein großer grauer Bierkrug.<br />
Seitlich der Frau sitzt ein verliebtes Paar, das von<br />
dem Spiel nichts mitbekommt. Seitlich des Mannes<br />
zwei weitere Figuren, die interessiert das Spiel verfolgen.<br />
Im Hintergrund zwei Figuren an einem Kamin,<br />
über dessen brennendem Feuer ein Kessel hängt.<br />
Malerei, bei der durch die hellere Beleuchtung die beiden<br />
Spieler besonders hervorgehoben werden; für<br />
die Zeit eher ungewöhnlich die Wiedergabe einer Karten<br />
spielenden Frau. (12305711) (18)<br />
€ 5.000 - € 6.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
343<br />
SIMON VERELST,<br />
1644 DEN HAAG <strong>–</strong> 1721 LONDON, UMKREIS<br />
BLUMENSTILLLEBEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
75,4 x 62,8 cm.<br />
In bronziertem perlstabverzierten Rahmen.<br />
Auf einer durch Licht-Schatten-Wirkung angedeuteten,<br />
sich von links in den Bildraum schiebenden Steinplatte<br />
der sich frei entfaltende Strauß mit Blumen, deren<br />
Hochzeit der Blüten bereits überschritten zu sein<br />
scheint. Bekrönt wird das Ensemble, welches sich in<br />
ähnlicher Form- und Koloritsprache in vielen Bildern<br />
des Simon Verelst wiederfindet, durch eine violette<br />
Iris. (1240725) (1) (13)<br />
€ 5.000 - € 7.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
128 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.000 additional images.
344<br />
FRANZÖSISCHER MALER DES NEOKLASSIZISMUS<br />
STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN UND<br />
BLUMENBOUQUET<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
125 x 145 cm.<br />
In prachtvollem, vergoldeten Prunkrahmen.<br />
In einer Parklandschaft auf einem zweistufigen Steinsockel<br />
stehend eine große Schale mit Reliefs, darin<br />
ein prachtvolles, farbenfrohes Blumenbouquet mit<br />
Rosen, Nelken, Tulpen, Kornblumen, Narzissen und<br />
Margeriten. Am linken Sockelrand liegend eine große,<br />
orange-grüne, aufgeschnittene Melone, davon einige<br />
Stücke einen Sockel niedriger, auf dem auch eine Taube<br />
und eine weitere Stufe niedriger eine weitere Taube<br />
zu erkennen sind. Auf der unteren Sockelstufe auf<br />
der rechten Seite ein umgedrehter geflochtener Korb,<br />
in dem helle und dunkle Weintrauben, einige Kirschen<br />
sowie Birnen und ein Apfel zu sehen sind. Das Podest<br />
scheint von einem flachen Wasser umgeben zu sein,<br />
in dem sich teilweise die Früchte widerspiegeln. Auf<br />
der rechten hinteren Seite fällt der Blick auf eine steinerne<br />
Architektur mit korinthischen Säulen zwischen<br />
denen der Himmel im Licht der orange-gelben untergehenden<br />
Sonne zu erkennen ist. Qualitätvolle Malerei<br />
bei der besonders die pracht vollen Blumen und<br />
Blüten in vielen differenzierten Farbtönen herausgestellt<br />
werden. Retuschen. (12402613) (18)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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129
345<br />
FRANZÖSISCHER MALER DES<br />
18. JAHRHUNDERTS<br />
STILLLEBEN MIT BLUMEN IN EINER GROSSEN<br />
DECKELVASE IN LANDSCHAFT<br />
Öl auf Leinwand. Im 18./ 19. Jahrhundert doubliert.<br />
104 x 68 cm.<br />
Im Stil entsprechenden Rahmen.<br />
Das Gemälde, der Vase als Bildgegenstand entsprechend,<br />
in betont hochrechteckigem Format geschaffen.<br />
Zentraler Gegenstand ist eine große schlanke<br />
Metallvase mit eingezogenem Rundfuß auf einem<br />
Steinsockel. Die Wandung mit Blatterwerk im Relief<br />
dekoriert, unterhalb dem Spitzdeckel eine flechtwerkähnliche<br />
Öffnung, die die Vase als Duftgefäß kennzeichnet,<br />
ganz entsprechend der Rosenblüten, Mohn,<br />
Narzissen und Nelken, die sich um das Gefäß ranken.<br />
Im Zentrum leuchtet eine hellrote Rosenblüte, umgeben<br />
von blauen Königswinden und weißen Jasminblüten<br />
auf; in Rot-Weiß-Komposition einige weitere<br />
Blüten am Steinsockel. Der landschaftliche Hintergrund<br />
ist in zurückhaltender Farbigkeit angedeutet,<br />
mit abendlich beleuchteten Wolken und einigen Zypressen<br />
am linken Bildrand. Stil und Malqualität durchaus<br />
den Werken des genannten Malers gleichzusetzen.<br />
Bestätigende Hinweise auf den Maler durch<br />
Dr. Wolf, Wien. (1240475) (11)<br />
FRENCH SCHOOL, 18TH CENTURY<br />
STILL LIFE WITH FLOWERS AND LARGE LIDDED<br />
VASE SET IN LANDSCAPE<br />
Oil on canvas. Relined in 18th/ 19th century.<br />
104 x 68 cm.<br />
Set in contemporary frame.<br />
Style and painting quality equal other works by Monnoyer<br />
and Dr Wolf, Vienna has provided affirmative<br />
clues with regards to his creation of the painting on<br />
offer for sale in this lot.<br />
€ 9.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
346<br />
RÖMISCHE SCHULE DER ERSTEN HÄLFTE<br />
DES 18. JAHRHUNDERTS<br />
(ABB. RECHTS)<br />
JUNGE FRAU MIT PUTTI UND FRÜCHTEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
137 x 117 cm.<br />
In vergoldetem Rahmen.<br />
In einer Parklandschaft mit Architekturteilen eine junge<br />
Frau in weiß-rötlichem Kleid und weitem Dekolleté sowie<br />
einer Perlenkette mit blauer Schleife um den Hals,<br />
die gerade dabei ist von einem großen hohen Weinstock<br />
eine Rispe mit dunklen Trauben zu pflücken. Ein<br />
kleiner Putto im Baum hilft ihr dabei und schaut mit<br />
seinen Augen interessiert aus dem Bild heraus. Ihren<br />
linken Arm hat die junge Frau dazu nach oben gestreckt,<br />
während sie in ihrer rechten Hand ein paar<br />
Blüten hält, die sie dem Betrachter des Bildes entgegenstreckt.<br />
Rechts von ihr, auf einer steinernen Brüstung,<br />
werden über zwei Stufen einige prachtvoll rotgelb<br />
leuchtende Pfirsiche sowie einige Pflaumen und<br />
nicht zuletzt ein großer geöffneter, orange leuchtender<br />
Kürbis vor zwei weiteren Kürbissen präsentiert.<br />
Im linken Hintergrund ist die steinerne Brunnenfigur<br />
eines Putto zu erkennen, der mit seinen beiden nach<br />
oben gestreckten Armen eine Schale hält. Malerei, die<br />
besonders das zarte Inkarnat der Frau mit den roten<br />
Lippen und den rötlichen Wangen sowie das große<br />
Dekolleté, neben den leuchtenden Früchten, vor dem<br />
sonst überwiegend in grüner Farbigkeit gehaltenen<br />
Umfeld in den Vordergrund stellt. Kleinere Rahmenschäden.<br />
Retuschen. (12404216) (18)<br />
ROMAN SCHOOL,<br />
FIRST HALF OF THE 18TH CENTURY<br />
(ILL. RIGHT)<br />
YOUNG WOMAN WITH PUTTI AND FRUITS<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
137 x 117 cm.<br />
In gilt frame.<br />
€ 20.000 - € 25.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
130 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.000 additional images.
347<br />
GIOVANNI QUINSA,<br />
17. JAHRHUNDERT, ZUG.<br />
(ABB. OBEN)<br />
STILLLEBEN MIT WASSERMELONE, ZITRONEN<br />
UND SÜSSIGKEITEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
47,5 x 98 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
In einem Innenraum auf einer braunen Platte: in der<br />
Mitte eine silberne, breite Tazza mit zwei Gläsern und<br />
einer teils gefüllten Glasflasche, links daneben eine<br />
gefüllte geöffnete Holzschatulle, davor stehend ein<br />
Tablett mit vier Stücken von einer Wassermelone, die<br />
am oberen rechten Bildrand auf der Platte zu sehen<br />
ist. Des Weiteren auf der vorderen Mitte zwei leuchtend<br />
gelbe Zitronen an einem Zweig mit zwei grünen<br />
Blättern und rechts daneben ein Tablett mit diversen<br />
Süßigkeiten, von denen zwei auf der Tischplatte liegen.<br />
Für den Künstler typische Stilllebendarstellung in<br />
ausgeglichener Farbverteilung, bei der die rötlichen<br />
Wassermelonen und die Zitronen vor dem dunklen<br />
Hintergrund besonders gut zur Geltung kommen.<br />
(1240251) (18)<br />
GIOVANNI QUINSA,<br />
17TH CENTURY, ATTRIBUTED<br />
(ILL. TOP)<br />
STILL LIFE WITH WATERMELON, LEMON<br />
AND SWEETS<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
47.5 x 98 cm.<br />
In decorative frame.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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131
348<br />
TOSKANISCHER MALER<br />
DES BEGINNENDEN 16. JAHRHUNDERTS<br />
ANDACHTSBILD MIT DARSTELLUNG DER MARIA<br />
IN ANBETUNG DES KINDES<br />
Öl auf Nussholz.<br />
49 x 34 cm.<br />
In einem vergoldeten Ädikularahmen mit Dreiecksgiebel<br />
und reliefierten Seitenlisenen über einem Sockel.<br />
Die oben halbrund geschlossene Darstellung zeigt<br />
Maria kniend vor dem zwischen Gräsern und Blüten<br />
liegenden Kind, das Blickkontakt zum Betrachter aufnimmt.<br />
Über dem leuchtend roten Kleid ein dunkelblaues<br />
Manteltuch mit goldenen Einfassungsbordüren.<br />
Die Hände vor der Brust gefaltet, das Gesicht mit schmal<br />
geschnittenen Augen dem Kind zugewandt, umzogen<br />
von einem durchscheinend gemalten weißen<br />
Schleiertuch. Über dem Haupt eine schräg stehende<br />
Nimbusscheibe. Der Hintergrund entwickelt sich in<br />
mehreren Abstufungen nach hinten zu einer hügeligen<br />
Landschaft, mit Andeutungen einer Burganlage,<br />
Kirchtürmen mit Spitzhauben sowie einem schlanken<br />
Bäumchen, das symbolisch, durch das Christuskind,<br />
als das neu entstehende Christentum zu deuten ist.<br />
Die stilistische Auffassung führt in die Malerei von<br />
Florenz des ausgehenden 15. Jahrhunderts sowie der<br />
späten Nachfolge von Fra Angelico (um 1395-1455)<br />
bzw. Benozzo Gozzoli (um 1420-1497). Rest. teilweise<br />
mit Übermalungen. (1240755) (11)<br />
TUSCAN SCHOOL,<br />
EARLY 16TH CENTURY<br />
DEVOTIONAL IMAGE OF THE VIRGIN IN ADORA-<br />
TION OF THE CHRIST CHILD<br />
Oil on nut wood.<br />
49 x 34 cm.<br />
In gilt aedicule frame with triangular gable and relief<br />
pilaster strips either side on base.<br />
€ 12.000 - € 16.000<br />
Sistrix<br />
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349<br />
FRANCESCO DEL CAIRO,<br />
1607 MAILAND <strong>–</strong> 1665, WERKSTATT DES<br />
MARIA MAGDALENA WIRD VON ENGELN IN<br />
DEN HIMMEL GETRAGEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
83 x 109,5 cm<br />
Vor dunklem Hintergrund die fast nackte, gerade entschlafende<br />
Maria Magdalena mit langen welligen Haaren<br />
und nach hinten gelehntem Oberkörper, leicht<br />
geöffnetem Mund und sich schließenden Augen, gehalten<br />
und getragen von vier blondgelockten Putti mit<br />
dunklen Augen, von denen einer aus dem Bild herausschaut.<br />
Malerei in überwiegend beige-brauner Farbigkeit.<br />
Wenige Retuschen. (1240911) (3) (18)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
350<br />
GENUESER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
DAS SCHLAFENDE JESUSKIND<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
75 x 100 cm.<br />
In vergoldetem Rahmen.<br />
In freier Natur der auf einem blauen Laken liegende,<br />
nackte Jesusknabe, seinen Kopf dabei auf einen unter<br />
dem Tuch liegenden Totenschädel gestützt. Er hat<br />
blond gelockte Haare, rötliche Wangen, seinen Mund<br />
leicht geöffnet und die Augen geschlossen. In seiner<br />
linken Hand hält er einen schmalen Rotulus, während<br />
seine rechte Hand auf seinem anderen Arm ruht. Sein<br />
Oberkörper wird hinterfangen von einem großen breiten<br />
Baum, während links im Hintergrund der Blick in<br />
die Ferne auf eine Anhöhe schweift, unter hohem<br />
Himmel mit großen weißen Wolkenformationen. Am<br />
rechten unteren Rand sind ein Holzkreuz, eine Dornenkrone<br />
sowie Nägel und eine Zange zu erkennen,<br />
als Verweis auf das spätere Martyrium Christi. Starker<br />
Hell-Dunkel-Kontrast und das feine Inkarnat des Schlafenden<br />
kennzeichnen dieses harmonische Gemälde.<br />
Wenige Retuschen. (1240902) (3) (18)<br />
€ 7.000 - € 9.000<br />
Sistrix<br />
Sistrix<br />
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133
351<br />
BOLOGNESER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
DIE KÖNIGIN VON SABA BRINGT IHRE<br />
GESCHENKE DAR<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
120 x 97 cm.<br />
In kanneliertem bronziertem Rahmen.<br />
Dreiviertelansicht eines halb knienden Frauenkörpers<br />
in reich geschmücktem Gewand mit Perlohrringen,<br />
Brokattuch, Hermelinbesatz und Buckelgürtel unter repoussoirhaftem<br />
Ehrentuch. Auf ihrem Schoß ein gebauchtes<br />
Gefäß und in ihrer Rechten ein wertvoller<br />
vergoldeter Löffel, welcher einerseits als Geschenk<br />
gedacht sein mag, andererseits auf den wertvollen Inhalt<br />
des Gefäßes gemünzt sein kann. Die ovale Umrandung<br />
zeugt von der ehemaligen Verwendung des Gemäldes<br />
innerhalb einer architektonischen Kartusche<br />
innerhalb eines sakralen Zusammenhanges. Geringfügige<br />
Retuschen rechts neben dem Hals.<br />
(1230577) (13)<br />
€ 4.500 - € 5.500<br />
Sistrix<br />
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352<br />
MAILÄNDER SCHULE DES 18. JAHRHUNDERTS<br />
IN DER KLOSTERSCHULE<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
92,5 x 132 cm.<br />
In vergoldetem Rahmen.<br />
In einem großen Innenraum eines Klosters mit zwei<br />
geöffneten rechteckigen und drei halbrunden Fenstern<br />
mehrere Nonnen in schwarz-weißer Tracht, die<br />
gerade junge Mädchen in edler Kleidung, wohl aus<br />
dem Adel, bei verschiedenen Tätigkeiten unterrichten:<br />
Ganz rechts sitzen zwei Mädchen an einem Tisch<br />
beim Knüpfen, daneben zwei Nonnen und ein Mädchen<br />
beim Sticken, dahinter weitere beim Arrangieren<br />
von Blumen, während im linken Vordergrund eine<br />
Nonne am Spinnrad sitzt und zwei weitere in einem<br />
Buch lesen. Zudem sind zwischen den Figuren zwei<br />
Katzen und zwei Hunde zu erkennen. Vielfigurige Malerei<br />
in überwiegend beige-brauner und schwarzer<br />
Farbigkeit. (1230742) (18)<br />
€ 4.000 - € 6.000<br />
Sistrix<br />
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135
353<br />
ITALIENISCHER MALER<br />
DES FRÜHEN 18. JAHRHUNDERTS<br />
ALLEGORIE DER GERECHTIGKEIT<br />
Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />
78 x 64,5 cm.<br />
In Prunkrahmen.<br />
Halbbildnis einer jungen Frau nach links mit hellbraunem<br />
Haar und teilentblößter Brust in einem weiß-roten<br />
Gewand mit blauem Überwurf, in ihrer rechten<br />
erhobenen Hand eine kleine goldene Waage haltend.<br />
Auf den Schalen dieser Waage finden sich zum einen<br />
die Figur eines Soldaten in Rüstung mit Helm, zum<br />
anderen wertvoller Goldschmuck. Mit roten Lippen,<br />
geröteten Wangen und voller Interesse betrachtet die<br />
Frau die ungleiche Gewichtsverteilung. Malerei mit<br />
starker Hell-Dunkel-Akzentuierung im Stile der Caravaggisten.<br />
Kleinere Retusche. Rahmenschäden.<br />
(1240325) (18)<br />
ITALIAN SCHOOL,<br />
EARLY 18TH CENTURY<br />
ALLEGORY OF JUSTICE<br />
Oil on canvas. <strong>Old</strong> relining.<br />
78 x 64.5 cm.<br />
In magnificent frame.<br />
With minor retouching.<br />
€ 10.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
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354<br />
CARLO FRANCESCO,<br />
1608/09 MAILAND <strong>–</strong> 1661/65,<br />
NACHFOLGE NUVOLONE<br />
(ABB. RECHTS)<br />
HEILIGE URSULA<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
73 x 60 cm.<br />
In vergoldetem, ornamental verziertem Rahmen.<br />
Die Heilige mit gen Himmel gerichtetem Blick, als Hüftstück<br />
dargestellt mit Märtyrerpalme, Kreuz und Buch,<br />
ein Nimbus umspielt ihr Haupt. Rahmen besch. Rest.<br />
(1241185) (3) (13)<br />
€ 3.000 - € 4.000<br />
Sistrix<br />
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355<br />
FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
JESAJA SPRICHT ZU HISKIA<br />
Öl auf Holz. Parkettiert.<br />
23 x 46 cm.<br />
Rückwärtig mit Sammlungsetiketten.<br />
In nussbaumfurnierten Rahmen.<br />
In breitem Format ein Innenraum mit einem Tisch auf<br />
welchem allerlei Schätze ausgestellt sind, davor König<br />
Hiskia im Gespräch mit dem Propheten Jesaia. Hinter<br />
ihnen die Gesandten aus Babylon, zwei Kinder des<br />
Königs sind ebenfalls im Raum, welche laut Prophezeiung<br />
einst am Hofe von Babylon Diener werden sollen.<br />
Jes. 39: 3 Da kam der Prophet Jesaja zum König<br />
Hiskia und sprach zu ihm: Was haben diese Männer<br />
gesagt, und woher sind sie zu dir gekommen? Hiskia<br />
sprach: Sie sind aus fernem Lande zu mir gekommen,<br />
aus Babel. 4 Er aber sprach: Was haben sie in deinem<br />
Hause gesehen? Hiskia sprach: Alles, was in meinem<br />
Hause ist, haben sie gesehen, und es gibt nichts, das<br />
ich ihnen nicht gezeigt hätte von meinen Schätzen.<br />
5 Da sprach Jesaja zu Hiskia: Höre das Wort des<br />
HERRN Zebaoth: 6 Siehe, es kommt die Zeit, dass<br />
alles, was in deinem Hause ist und was deine Väter<br />
gesammelt haben bis auf diesen Tag, nach Babel gebracht<br />
werden wird, sodass nichts übrig bleibt, spricht<br />
der HERR. Restaurierter Mittelriss. (12414737) (13)<br />
€ 4.000 - € 6.000<br />
Sistrix<br />
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137
356<br />
JACQUES FRANÇOIS JOSEPH SWEBACH,<br />
1769 METZ <strong>–</strong> 1823 PARIS, ZUG.<br />
Den ersten Unterricht im Zeichnen erhielt der Maler<br />
bei seinem Vater, bevor er nach Paris ging und unter<br />
Claude Michel Hamon Duplessis (tätig um 1791-um<br />
1799) studieren konnte. Zwischen 1791 und 1823<br />
stellte er im Salon aus und erhielt 1810 eine Medaille.<br />
Seine Feinmalerei war es wohl auch, die ihm dazu verhalf,<br />
zwischen 1802 und 1813 der erste Maler der Sèvres-Porzellanmanufaktur<br />
zu werden. Zwischen 1815<br />
und 1820 wirkte er in Sankt Petersburg für Zar Alexander<br />
I als erster Maler der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur,<br />
schuf aber weiterhin auch kleinerformatige Gemälde<br />
für den Pariser Salon. Als erfolgreicher Maler<br />
seines Faches wurde er alsbald als Rivale von<br />
Jean-Louis Demarne (1752/54-1829) gesehen, wobei<br />
er zeitweise auch die Stilmanier eines Louis Léopold<br />
Boilly (1761-1845) übernahm. Allgemein bekannt wurde<br />
er unter anderem durch sein Stichwerk mit Szenen,<br />
die die Französische Revolution dokumentierten,<br />
entstanden 1802. Werke seiner Hand finden sich in<br />
zahlreichen bedeutenden Museen weltweit.<br />
JAGDREITER BEI DER RAST ÜBER EINEM FLUSS<br />
MIT BOGENBRÜCKE<br />
Öl auf Holz.<br />
30 x 40 cm.<br />
Die sich weit nach hinten ziehende Flusslandschaft<br />
liegt im rötlichen Licht des Sonnenuntergangs und<br />
strahlt eine Ruhe aus, die sich auch auf die Jagdreitergruppe<br />
im Vordergrund gelegt hat. Fünf Pferde, Jäger<br />
und Hunde sind auf einem erhöhten verschatteten<br />
Plateau gezeigt, jeweils ebenso in ruhiger Haltung, lediglich<br />
ein Schimmel, rechts im Bild, bäumt sich auf.<br />
Im Hintergrund verbindet eine steinerne Bogenbrücke<br />
die beiden Ufer und führt zu der Häusergruppe eines<br />
Städtchens mit spitzem Kirchturm, nach rechts zieht<br />
ein Hügel zu einer Bastion hinauf. Links junge durchlichtete<br />
Bäume als Repoussoir. Der Maler wurde seinerzeit<br />
bereits als „Wouwerman unserer Tage“ bezeichnet,<br />
aufgrund der perfekten Wiedergabe von Pferden, die<br />
gerade die höfischen Auftraggeber zu schätzen wussten.<br />
So findet sich auch hier ein Schimmel in der Jägergruppe.<br />
(1240477) (11)<br />
€ 5.000 - € 7.000<br />
Sistrix<br />
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357<br />
ADRIAEN VAN DER CABEL,<br />
UM 1631 RIJSWIJK <strong>–</strong> 1705 LYON, ZUG.<br />
Der Künstler war ein niederländischer Landschaftsmaler<br />
aus dem Goldenen Zeitalter, der in Frankreich<br />
und Italien tätig war. Er war auch bekannt unter dem<br />
Namen Ary van der Touw. Laut Houbraken war er ein<br />
Schüler von Jan Jozefsz. van Goyen (1596-1656). Er<br />
lebte von 1655 bis 1658 in Lyon, von 1659 bis 1666 in<br />
Rom und danach, von 1668 bis zu seinem Tod 1705<br />
wieder in Lyon.<br />
MEDITERRANER HAFEN MIT FIGUREN<br />
AN EINEM KAI<br />
Öl auf Leinwand, auf Holz.<br />
26 x 39,5 cm.<br />
Mittig unten Restsignatur.<br />
Von Bergen umgeben eine südliche Hafenanlage, an<br />
deren Kai ein großer Leuchtturm steht. Zahlreiche<br />
Segelschiffe und Boote haben bereits angelegt. Zudem<br />
sind mehrere spazieren gehende Figuren, teils in<br />
orientalischen Gewändern mit Turban zu sehen. Nach<br />
links erstreckt sich der Blick in die Ferne auf die offene<br />
See, wiederum mit mehreren Booten und Schiffen.<br />
Detailreiche Darstellung mit hohem blauen Himmel<br />
und großen, teils rötlichen Wolkenformationen mit<br />
einigen wenigen fliegenden Vögeln. Das vorliegende<br />
Gemälde könnte aus der Zeit des Romaufenthalts van<br />
der Cabels stammen. Kleinere Retuschen.<br />
(1240478) (18)<br />
€ 3.000 - € 5.000<br />
Sistrix<br />
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358<br />
FRANCISCUS XAVERIUS XAVERY,<br />
1700 DEN HAAG <strong>–</strong> UM 1775<br />
BADENDE NYMPHEN<br />
Öl auf Holz.<br />
38 x 50 cm.<br />
Rechts unten signiert „FX. Xavery.“<br />
In vergoldetem Prunkrahmen.<br />
Von Felsen umgeben, in einer bergigen Landschaft,<br />
unter hohem hellblauen Himmel mit weißen Wolken,<br />
haben sich einige nackte junge Nymphen am Ufer eines<br />
Flusses niedergelassen. In der Mitte des Bildes,<br />
am Ufer des Flusses, auf einem faltenreichen, leuchtend<br />
roten Tuch liegend, zwei Frauen in Rückenansicht,<br />
die interessiert zwei gerade ins Wasser gegangene<br />
Damen beobachten. Auf der rechten Bildseite,<br />
an einen Felsen gelehnt, zwei weitere junge Damen,<br />
davon eine ein glänzend gelb-grünes Tuch haltend. Auf<br />
der linken Seite, am Ufer unterhalb eines Baumes,<br />
zwei weitere Frauen, die das Wasser wohl gerade verlassen<br />
haben und sich mit farbigen Tüchern abtrocknen.<br />
Neben ihnen liegt zudem am Boden ein Bogen<br />
und ein durch ein bläuliches Tuch halb verdeckter Köcher,<br />
was beides auf eine Jagd hindeuten könnte.<br />
Malerei in harmonischer weicher Farbgebung.<br />
(1240473) (18)<br />
FRANCISCUS XAVERIUS XAVERY,<br />
1700 THE HAGUE <strong>–</strong> CA. 1775<br />
NYMPHS BATHING<br />
Oil on panel.<br />
38 x 50 cm.<br />
Signed “FX. Xavery” lower left.<br />
In magnificent gilt frame.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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139
359<br />
PIETRO ANTONIO ROTARI,<br />
1707 VERONA <strong>–</strong> 1762 SANKT PETERSBURG, ZUG.<br />
Rotari war Schüler des Antonio Balestra (1666-1740)<br />
und ging zwei Jahre nach Venedig, um Werke von Tiziano<br />
Vecellio (1485/89-1576) und Veronese (1528-1588)<br />
zu kopieren, ab 1728 widmete er sich dem Studium<br />
der Antike in Rom bei Francesco Trevisani (1656-1746).<br />
Zu seinen Aufenthalten gehört auch die Werkstatt des<br />
Francesco Solimena (1657-1747), wo er bis 1734 blieb.<br />
Seine Versuche sich am französischen Hof zu bewerben<br />
waren vergeblich, umso erfolgreicher jedoch sein<br />
Wirken als Hofmaler des sächsischen Kurfürsten und<br />
polnischen Königs August III in Dresden. Auch in<br />
Sankt Peters burg erhielt er den Titel des Hofmalers<br />
unter Peter III und Katharina II. Fünfzig seiner russischen<br />
Frauenbildnisse stiftete die Zarin Elisabeth der<br />
russischen Akademie der Künste, über 350 solcher<br />
Gemälde kamen ins Kabinett der Moden und Grazien<br />
im Peterhof.<br />
BILDNIS EINES RUSSISCHEN LANDMÄDCHENS<br />
Öl auf Leinwand.<br />
42 x 33 cm.<br />
In einem aufwändig geschnitzen, original zugehörigen<br />
Rahmen, der das Gemälde rechteckig einfasst, jedoch<br />
durch einen großen ovalen Akanthusblattaußenrahmen<br />
umzogen wird.<br />
Das junge Mädchen im Halbbildnis, ihre Haltung erhält<br />
Bewegung durch die leichte Wendung des Oberkörpers<br />
nach links, gegenüber einer starken Drehung<br />
des Kopfes nach rechts mit betont seitlich gerichtetem<br />
Blick. Der Kopf mit einem weißen Tuch bedeckt,<br />
das auch über den Hals und das taubenblaue Kleid<br />
herabzieht, gerahmt durch ein am Kinn zur Schleife<br />
gebundenes schwarzes Tuch. Der blau-graue Ton des<br />
Kleides findet eine Entsprechung in dem ebenfalls ins<br />
Blau ziehenden Türkis des Hintergrunds. Bei der dargestellten<br />
Person mag es sich durchaus auch um ein<br />
Mitglied des Adels handeln, da man sich am Hof auch<br />
gerne in ländlicher bäuerlicher Pose portraitieren ließ.<br />
(1240471) (11)<br />
PIETRO ANTONIO ROTARI,<br />
1707 VERONA <strong>–</strong> 1762 SAINT PETERSBURG,<br />
ATTRIBUTED<br />
PORTRAIT OF A RUSSIAN COUNTRY GIRL<br />
Oil on canvas.<br />
42 x 33 cm.<br />
In elaborately carved, matching frame with rectangular<br />
cut out on inside and oval acanthus leaf frame<br />
surround.<br />
€ 12.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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360<br />
EGLON HENDRIK VAN DER NEER,<br />
1634 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1703 DÜSSELDORF, ZUG.<br />
TROMPE L‘ŒIL MIT DREI GEMÄLDEN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
69 x 85 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
Auf einer gemalten, helleren, hölzernen Wand ist ein<br />
großes Ölgemälde auf Leinwand mit einigen Nägeln<br />
befestigt, darauf zu sehen „Maria Magdalena als Büßerin<br />
in der Einöde“. Sie hat langes welliges Haar, ein<br />
weit geöffnetes Kleid und ihre Hände zum Gebet gefaltet.<br />
Ihren Kopf hat sie zur Seite geneigt und mit ihren<br />
tränenreichen dunklen Augen schaut sie aus dem<br />
Bild heraus. Neben sich, auf einem Felsenstück stehend,<br />
ein Salbgefäß und ein Totenschädel, dahinter<br />
ein aufgeschlagenes Buch und schließlich ein Kruzifix<br />
vor bergigem Hintergrund mit Fluss unter hohem<br />
Himmel. Auf der rechten oberen Bildseite ist ein ovales<br />
Medaillon an einer roten Schleife mit Nagel befestigt;<br />
dargestellt ist „Ecce homo“ mit dem nach oben<br />
schauenden Christus und einer Dornenkrone auf seinem<br />
Haupt. Darunter hängt, an der Holzwand ebenfalls<br />
befestigt mit Nägeln, ein kleineres rechteckiges<br />
Gemälde mit der Darstellung des Heiligen Antonoius,<br />
in einem Innenraum sitzend in brauner Kutte und mit<br />
weißem grauen Vollbart, in einem großen aufgeschlagenen<br />
Buch mit Federkiel und Tusche schreibend.<br />
Qualitätvolle Trompe-l'œil-Malerei, bei der der Frauentypus<br />
der Maria Magdalena häufiger auf Gemälden<br />
des bekannten Künstlers wiederzufinden ist. Retuschen.<br />
Anmerkung:<br />
Ein fast identisches kleineres Gemälde auf Kupfer<br />
mit der Heiligen Maria Magdalena, das vom Künstler<br />
signiert ist, wurde am 8. Dezember 2006 unter der<br />
Lotnummer 472 zur Auktion angeboten. (1241501)<br />
(18)<br />
EGLON HENDRIK VAN DER NEER,<br />
1634 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1703 DÜSSELDORF,<br />
ATTRIBUTED<br />
TROMPE L’ŒIL WITH THREE PAINTINGS<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
69 x 85 cm.<br />
Unframed.<br />
High quality trompe l'œil painting. The artist painted<br />
the subject of Mary Magdalene several times. With<br />
retouching.<br />
Notes:<br />
An almost identical smaller painting on copper with<br />
Saint Mary Magdalene signed by the artist, was offered<br />
for sale at auction with lot no. 472 at auction<br />
on 8 December 2006.<br />
€ 8.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
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141
361<br />
MATHIJS WULFREAT,<br />
1648 <strong>–</strong> 1727, ZUG.<br />
DER FRÖHLICHE TRINKGESELLE<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
39,5 x 32,7 cm.<br />
Links unten monogrammiert „MW“.<br />
Ungerahmt.<br />
In einer gemalten, nach oben abgerundeten Steinnische<br />
das Halbportrait eines Mannes nach rechts, der<br />
seinen rechten Arm auf dem Nischenrand abgestellt<br />
hat. Mit seiner Hand hält er eine bastumwickelte<br />
Weinflasche, während er seine linke Hand erhoben<br />
hat, in der sich ein mit rotem Wein gefülltes Glas befindet.<br />
Er trägt ein braunes Gewand, eine schwarze<br />
Kappe und schaut mit leicht geöffnetem Mund und<br />
dunkelbraun glänzenden Augen fröhlich aus dem Bild<br />
heraus. Kleine Retuschen. (1241363) (18)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
362<br />
GERRIT VAN HONTHORST,<br />
1592 UTRECHT <strong>–</strong> 1656 EBENDA, ZUG.<br />
PORTRAIT EINER ADLIGEN DAME<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
74,5 x 57 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Brustbildnis nach rechts im gemalten hochovalen<br />
Rahmen. Die adlige Dame in schwarzem feinen Gewand<br />
mit weitem Dekolleté und mit Perlenstängen<br />
geschnürtem Brustbereich. Sie hat dunkelblonde<br />
lange Haare, die an den Seiten in langen Lockenstängen<br />
enden, auf dem Haupt ein Perlendiadem mit<br />
schwarzer Schleife sowie um den Hals eine zweireihige<br />
Perlenkrette und große schwere Perlenohrringe.<br />
Mit ihrem feinen Gesicht, dem rötlichen Mund<br />
und den blauen Augen schaut sie interessiert aus<br />
dem Gemälde heraus. Kleine Rand- und Rahmenbeschädigungen.<br />
(1241488) (18)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
142 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.000 additional images.
363<br />
HOFPORTRAITIST DES 18. JAHRHUNDERTS<br />
JUNGE ADELIGE DAME IN EINEM FAUTEUIL<br />
NEBEN SÄULE UND VELUM<br />
Öl auf Leinwand.<br />
112 x 87 cm.<br />
Nach rechts in grünem Kleid sitzend, der linke Arm auf<br />
ein seitliches Tischchen gestützt, das grüne Kleid mit<br />
großen Schleifen. Der Kopf freundlich nach links geneigt<br />
mit lächelndem Blick zum Betrachter, das Haar,<br />
zurückgekämmt, trägt über der Stirn ein kleines Blumensträußlein<br />
mit blauen Winden, was damals als<br />
Symbol der Treue zu verstehen war. In der Hand hält<br />
sie eine Orangenblüte, am Tisch daneben Glasvase<br />
mit Rosen, Tulpen und Strauchblumen. Im Hintergrund<br />
eine mächtige Säule mit Velum, wodurch die Dargestellte<br />
in einer Herrscherstellung wiedergegeben<br />
ist. Am Oberrand und in der linken oberen Ecke übermalte<br />
Farbschäden. (12413517) (11)<br />
€ 6.000 - € 8.000<br />
Sistrix<br />
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364<br />
FRANS XAVER HENDRIK VERBEECK,<br />
1686 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1755, ZUG.<br />
COMMEDIA DELL‘ARTE-MUSIKER<br />
Öl auf Eichenholz. Parkettiert.<br />
17,6 x 20,3 cm.<br />
Die musizierende Gruppe zeigt eine junge Frau, die<br />
allem Anschein nach als Sängerin agiert, zusammen<br />
mit zwei Männern, von denen der im Vordergrund<br />
sitzende ein Cello spielt, während der Mann im Hintergrund<br />
ohne Instrument dargestellt ist, was ihn<br />
möglicherweise auch als Sänger deuten lässt. Wie<br />
in der italienischen Commedia dell'Arte üblich, sind<br />
auch hier zwei Gesichtsmasken zu sehen, eine wird<br />
von der Dame gehalten, die andere von der Gestalt im<br />
Hintergrund getragen, die zudem auch das Kostüm<br />
des Harlekin trägt. Das Paar im Vordergrund trägt<br />
erkennbar portraithafte Züge, wobei nicht auszuschließen<br />
ist, dass auch die sehr häufig musikalisch ausgebildete<br />
Adelsgesellschaft bei Festlichkeiten als Musikanten<br />
am Hof aufgetreten ist.<br />
Im Gesamtœuvre von Verbeek nimmt das Thema der<br />
Musik einen ungewöhnlich breiten Raum ein. So darf<br />
angenommen werden, dass er auch speziell zu solchen<br />
Festlichkeiten gerufen wurde, um sie im Bild zu<br />
dokumentieren. Viele seiner Werke dieses Genres<br />
vermitteln auch den Eindruck von beauftragten Gruppenbildnissen.<br />
Das Gemälde ist in feiner Pinseltechnik ausgeführt und<br />
in sehr guter Erhaltung. A.R. (12407216) (1) (11)<br />
€ 5.000 - € 7.000<br />
Sistrix<br />
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143
365<br />
RICHARD BRAKENBURGH,<br />
1650 <strong>–</strong> 1702<br />
INTERIEUR MIT KARTENSPIELENDER GESELL-<br />
SCHAFT UND SPIELENDEN KINDERN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
49 x 40,5 cm.<br />
Mittig unten signiert „R. Brakenburgh“.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Blick in einen Innenraum, in dem ein Tisch steht, auf<br />
welchem ein schwerer roter Orientteppich mit Muster<br />
liegt, darüber hängt von der Decke ein metallener<br />
Vogelkäfig herunter. Auf dem Tisch selbst eine Glasflasche<br />
und ein gefülltes Weinglas, rechts daneben<br />
eine Frau in violettem Gewand, die einem Herren gerade<br />
eine Platte mit Fleisch serviert. Nach links fällt<br />
hinter einem zur Seite gezogenen Vorhang der Blick<br />
durch einen Rundbogen in einen weiteren mit Fenstern<br />
versehenen Raum, in dem eine fröhliche Gesellschaft<br />
beim Kartenspiel an einem Tisch sitzt. Im Vordergrund<br />
links zwei Kinder, wohl beim Versteckspiel,<br />
sowie eine sitzende Mutter mit Kind und in der linken<br />
Ecke ein kleiner umgefallener Kinderholzstuhl. Malerei<br />
in überwiegend zurückhaltender Farbigkeit, bei der<br />
jedoch besonders der prachtvolle Teppich hervorsticht.<br />
(12413513) (18)<br />
€ 2.000 - € 3.000<br />
Sistrix<br />
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366<br />
THEODORUS NETSCHER,<br />
1661 <strong>–</strong> 1732, ZUG.<br />
VOR DEM WIRTSHAUS<br />
Öl auf Leinwand.<br />
72,5 x 60 cm.<br />
In vergoldetem Prunkrahmen.<br />
Eine vornehme kleine Gesellschaft hat vor dem großen<br />
Gebäude eines Gasthauses eine Rast eingelegt.<br />
Im Mittelpunkt eine sitzende Dame in gelblichem<br />
Kleid mit blauem Umhang, in ihrer linken Hand ein<br />
Glas haltend. Umgeben wird sie von zwei galanten<br />
Herren und einer Dame im roten Kleid mit weißem<br />
Schal. Auf der rechten Seite verlässt gerade der Gastwirt<br />
in rotem Gewand das Haus und hält in seiner<br />
linken Hand ein Tablett mit zwei Gläsern und in seiner<br />
Rechten einen großen Krug. Ein weiterer großer Krug<br />
mit Zinndeckel steht zu Füßen der sitzenden Dame.<br />
Links von ihr ein Mann in rötlicher Weste, auf einem<br />
Stuhl sitzend und mit fröhlicher Miene direkt aus dem<br />
Bild herausschauend. Malerei in überwiegend beige-brauner<br />
Farbgebung, aufgelockert durch gelbe,<br />
rote und blaue Kleidungsstücke. Rest.<br />
(1241482) (18)<br />
€ 5.000 - € 7.000<br />
Sistrix<br />
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367<br />
PEETER BOUT (1658-1719<br />
UND ADRIAEN FRANS BOUDEWYNS<br />
(UM 1644-1711), ZUG.<br />
DORFKIRMES<br />
Öl auf Holz.<br />
20,5 x 27 cm.<br />
Verso auf Holz alte Aufkleber, teils mit Betitelung „The<br />
Festival in the Village“ und Künstlernennung.<br />
In dekorativem Rahmen, teils mit rotem Samt.<br />
Am Fuße einer auf einer kleinen Anhöhe gelegenen<br />
Ruine und um einen in den Himmel ragenden Obelisken<br />
herum zahlreiche Figuren versammelt, die teils<br />
fröhlich zur Musik eines kleinen Orchesters tanzen,<br />
das am linken Bildrand aufspielt. Zwei Männer zu<br />
Pferde und einige Reisende beobachten das fröhliche<br />
Treiben. Am rechten Bildrand ist zudem ein Reisender<br />
mit einem vollbepackten Muli zu sehen, die beide direkt<br />
aus dem Bild herausschauen. Im Hintergrund<br />
rechts, in der Ferne, eine ganz in Grau-Blau gehaltene<br />
bergige Landschaft, unter hohem blau-weißen Himmel.<br />
Figuren und detailreiche Darstellung in der typischen<br />
Manier der beiden zusammenarbeitenden<br />
Künstler. (12414810) (18)<br />
€ 3.000 - € 6.000<br />
Sistrix<br />
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368<br />
FRANS SNYDERS,<br />
1579 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1657 EBENDA,<br />
WERKSTATT DES<br />
MARKETENDERIN MIT FEDERVIEH<br />
Öl auf Leinwand.<br />
113 x 90 cm.<br />
In barockisierendem Holzrahmen.<br />
Dieses an Frans Snyders‘ Werkstatt zuschreibbare<br />
Werk müsste noch vor 1614 entstanden sein. Eine Reise<br />
nach Italien und auch der Einfluss des aus Italien<br />
zurückgekehrten Rubens ließen die Palette Snyders‘<br />
heller werden.<br />
Vergleichbare Gemälde sind im Kölner Wallfraf<br />
Richartz Museum zu finden „Köchin mit Esswaren“<br />
und vor allem auch „The game dealer“, Lord St. Helens<br />
& Sir William Fitzherbert, London. Zwei weitere Versionen<br />
(129 x 113,7 cm und 125,7 x 94,6 cm) sind beim<br />
RKD in Den Haag bekannt (Nr. 41924). (1241532)<br />
(13)<br />
Provenienz:<br />
Belgische Privatsammlung.<br />
€ 9.000 - € 12.000<br />
Sistrix<br />
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145
369<br />
GENUESER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
HALBBILDNIS EINES GRAUBÄRTIGEN<br />
ALTEN MANNES<br />
Öl auf Leinwand.<br />
71 x 53 cm.<br />
Der Dargestellte in Lebensgröße, seinen Kopf schräg<br />
auf seine linke Faust gestützt, die rechte hält ein Tuch,<br />
das wohl im Zusammenhang mit den Tränen an seinen<br />
Augen zu sehen ist. Der Blick in Trauer nach oben<br />
gerichtet, der Mund geöffnet. Bei dem Dargestellten<br />
mag es sich möglicherweise um einen der Propheten<br />
des Alten Testamtens handeln, wie etwa Jeremias,<br />
der über den bevorstehenden Untergang Jerusalems<br />
trauert. (12304617) (2) (11)<br />
GENOESE SCHOOL, 17TH CENTURY<br />
HALF PORTRAIT OF AN OLD MAN<br />
WITH GREY BEARD<br />
Oil on canvas.<br />
71 x 53 cm.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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370<br />
BOCCACCIO BOCCACCINO,<br />
UM 1467 FERRARA <strong>–</strong> 1524/ 25 CREMONA,<br />
NACHFOLGE<br />
ERSCHAFFUNG DER EVA<br />
Tempera auf Holz.<br />
99,5 x 75 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
In horizontal gestaffelter, sich nach hinten hin aufhellender<br />
Landschaft der zentral dargestellte Baum der Erkenntnis,<br />
vor diesem Eva (die Belebte), dem auf dem<br />
Boden liegenden Leib Adams hervorgehend, zu ihrer<br />
Rechten Gott Vater in Bezug auf das Buch Genesis,<br />
Kapitel 2 bis 5. Rückwärtig durch zwei Streben parkettiert<br />
und oben durch Eisenprofil gerahmt. Rest.<br />
Anmerkung:<br />
In der Fondazione Zeri wird eine Erschaffung Evas<br />
von Boccaccino verwahrt unter der Nummer 32126,<br />
wobei auch eine Zuschreibung an Ercole Grandi<br />
(1465-1531) möglich ist. (1241171) (13)<br />
BOCCACCIO BOCCACCINO,<br />
CA. 1467 FERRARA <strong>–</strong> 1524/ 25 CREMONA,<br />
FOLLOWER OF<br />
CREATION OF EVE<br />
Tempera on panel.<br />
99.5 x 75 cm.<br />
Unframed.<br />
Notes:<br />
Fondazione Zeri keeps a Creation of Eve with no.<br />
32126, whereby the attribution to Ercole Grandi<br />
(1465-1531) is possible.<br />
€ 15.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
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147
371<br />
PIERRE MIGNARD D. Ä.,<br />
1612 TROYES <strong>–</strong> 1695 PARIS, ZUG.<br />
Er war einer der bedeutendsten französischen Portrait<br />
Maler im Zeitalter des klassizistischen Barocks.<br />
PORTRAIT EINES JUNGEN MANNES<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
Im Hochoval: 74 x 60 cm.<br />
In vergoldetem Prunkrahmen.<br />
Halbbildnis eines jungen Mannes leicht nach rechts in<br />
glänzender silberner Rüstung, teils mit goldener Verzierung<br />
und goldenen Nieten. Er trägt um den Hals<br />
einen weißen Spitzenschal, in den eine mehrfach übereinandergelegte<br />
blaue Schleife eingearbeitet ist. Er<br />
hat braune lockige Haare, ein feines Inkarnat mit geröteten<br />
Wangen sowie roten Lippen und mit seinen<br />
braunen Augen schaut er weltoffen aus dem Gemälde<br />
heraus. Retuschen, am Rand teils gerissen und Farbabsplitterungen,<br />
kleinere Rahmenschäden.<br />
(12304619) (2) (18)<br />
PIERRE MIGNARD THE ELDER,<br />
1612 TROYES <strong>–</strong> 1695 PARIS, ATTRIBUTED<br />
He is considered one of the most important French<br />
portrait painters of the classic Baroque period.<br />
PORTRAIT OF A YOUNG GENTLEMAN<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
Vertical oval: 74 x 60 cm.<br />
In magnificent gilt frame.<br />
With retouching, tears on edges and paint chips in<br />
places, minor damage to frame.<br />
€ 15.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
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372<br />
ADAM DE COSTER,<br />
1586 MECHELEN <strong>–</strong> 1643 ANTWERPEN, ZUG.<br />
JÜNGLING MIT WEINGLAS IM KERZENLICHT<br />
Öl auf Eichenholz.<br />
41 x 30 cm.<br />
Der junge Mann im Halbbildnis wiedergegeben, in der<br />
Linken hält er ein gefülltes Rotweinglas, rechts umfängt<br />
seine Hand den Hals einer Bastflasche. Beleuchtung<br />
von links unten, durch eine am Tisch stehende<br />
brennende Kerze; ein Lichtkegel umfängt den Kopf<br />
des Jünglings.<br />
Anmerkung:<br />
De Coster wurde berühmt für seine Kerzenlicht sujets,<br />
die ganz dem Caravaggismus der Antwerpener Schule<br />
entsprachen und auch von anderen Malern kultiviert<br />
wurden. So finden wir im Werk des Künstlers überwiegend<br />
solche Nachtszenen bei künstlicher Beleuchtung.<br />
Neben religiösen Szenen, wie etwa „Die Leugnung<br />
Petris“ schuf er auch zahlreiche Genrebilder mit<br />
einzelnen Personen, ein Bildtypus der große Beliebtheit<br />
erfuhr. Bedauerlicherweise ist nichts über eine<br />
Schülerschaft des Malers bekannt geworden, bis lange<br />
nach seinem Tode war er selbst vergessen und mehrere<br />
seiner Werke wurden anderen Meistern zugeschrieben.<br />
(1241365) (11)<br />
ADAM DE COSTER,<br />
1586 MECHELEN <strong>–</strong> 1643 ANTWERP, ATTRIBUTED<br />
YOUNG MAN WITH WINE GLASS BY CANDLELIGHT<br />
Oil on oak panel.<br />
41 x 30 cm.<br />
Notes:<br />
De Coster was renowned for his candlelight subjects,<br />
which were typical for the Caravaggisti of the School<br />
of Antwerp and were also popular with other artists.<br />
€ 15.000 - € 20.000<br />
Sistrix<br />
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149
373<br />
HUBERT CHAPPE,<br />
CA. 1650 REIMS <strong>–</strong> NACH 1717 EBENDA<br />
BLUMENSTILLLEBEN MIT TÜRMCHENUHR,<br />
FRÜCHTEN UND BROKATVORHANG<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
93 x 84 cm.<br />
Rechts unten signiert und datiert „Chappe A. Reims.<br />
1711.“.<br />
In dekorativem Prunkrahmen.<br />
Von leichter Untersicht Blick auf einen rechteckigen<br />
Sockel auf dem eine breite goldene Schale steht mit<br />
einem prachtvollen, großen Bouquet aus roten und<br />
weißen Blumen, die teils darüber ranken. Links davon<br />
ragt ein Stück Brokatvorhang mit goldener Kordel und<br />
einer Quaste ins Bild. Auf der rechten Seite auf einer<br />
niedrigen Sockelplatte eine goldene Türmchenuhr, die<br />
umrahmt ist von hellen und dunklen Weintrauben, sowie<br />
von einigen Äpfeln. Oberhalb der Tischuhr hängt<br />
ein schwerer, teils zur Seite gezogener türkisfarbener<br />
Brokatvorhang mit Goldstickerei, Edelsteinverzierung<br />
und herabhängender goldener Kordel mit Quaste.<br />
Harmonisch ausgewogene Komposition, bei der die<br />
goldenen und rot-weißen Farbtöne überwiegen.<br />
Die leichte Untersicht deutet auf eine Hängung im<br />
oberen Teil einer Wand oder auf eine Supraporte hin.<br />
(12414752) (18)<br />
€ 3.300 - € 4.000<br />
Sistrix<br />
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374<br />
PETER JACOB HOREMANS,<br />
1700 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1776 MÜNCHEN, ZUG.<br />
DIE RAST DER JÄGER AM BRUNNEN<br />
Öl auf Leinwand.<br />
47,5 x 56 cm.<br />
Ungerahmt.<br />
Vor einem Waldstück ein figürlich gestalteter Brunnen,<br />
zu dessen Stufen sich eine Frau zum Schlafen niedergelegt<br />
hat. Vor ihr ein Jäger, auf seine Flinthe gestützt,<br />
der auf sie deutet, während rechts hinten ein weiterer<br />
Jagdschütze soeben seine Flinthe abfeuert, was die<br />
schlafende Frau jedoch nicht aufzuschrecken scheint.<br />
Am Boden abgelegtes Jagdwild, wie ein Eber, Feldhase<br />
sowie Jagdhunde. Die Darstellung entbehrt<br />
nicht einer gewissen Heiterkeit, was bei Werken des<br />
Malers nicht selten ist. (1240604) (11)<br />
€ 2.500 - € 3.500<br />
Sistrix<br />
INFO | BID<br />
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375<br />
MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />
MUSIZIERENDE IN PARKANLAGE<br />
Öl auf Holz.<br />
47 x 63 cm.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Vor der hohen Mauer einer Parkanlage, sitzend auf<br />
antiken Gesteinsstücken, eine junge Frau in grünem<br />
Gewand mit gelb-gold glänzendem Umhang, auf einem<br />
vor ihr stehenden rechteckigen Virginal spielend, das<br />
bemalt und reich mit Gold verziert ist. Neben ihr am<br />
Boden sitzend zwei junge Frauen, eine davon ein Tambourin<br />
haltend und ganz dem Spiel zuhörend. Hinter<br />
dem Tasteninstrument ein älteres Paar, das ebenfalls<br />
ihrem Spiel lauscht. Auch die auf der hohen Mauer<br />
plastisch herausgearbeitete Figurengruppe scheint<br />
auf sie herabzuschauen, um ihrem musikalischen<br />
Spiel beizuwohnen. Links von ihr ein junger Mann und<br />
ein Hirte mit schwarzem Hut und Stock, der wohl<br />
durch die Musik angelockt zu ihr geeilt ist. Links der<br />
Mauer fällt der Blick in die weite Natur und es sind<br />
zwei Tiere des Hirten zu erkennen. Die Mauer ganz im<br />
Schatten stehend, während auf der rechten Seite auf<br />
einem Sockel eine hohe Madonnenskulptur von der<br />
Sonne zum Teil bestrahlt wird. Interessante gekonnte<br />
Darstellung mit bewusst gesetztem Licht- und Schattenspiel.<br />
Retuschen. (1241885) (18)<br />
€ 5.000 - € 7.000<br />
Sistrix<br />
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151
377<br />
JAN CAREL VAN EYCK,<br />
UM 1649 <strong>–</strong> UM 1692<br />
(ABB. RECHTS)<br />
FLÄMISCHE STADT AN EINEM ZUGEFRORENEN<br />
FLUSS MIT REICHER FIGURENSTAFFAGE<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
34,5 x 67,5 cm.<br />
Rechts unten signiert „I.C.VEYCK“ und datiert „16.9“.<br />
In dekorativem Rahmen.<br />
Blick auf eine große, bis zum Horizont verlaufende<br />
Stadtmauer mit dahinterliegenden Häusern und Kirchen<br />
einer flämischen Stadt. Davor der große lange<br />
zugefrorene Fluss mit zahlreichen Figuren, diese teils<br />
mit Schlittschuhen oder zu Pferde oder mit einer Kutsche<br />
und Schlitten unterwegs. Dazu eine auf dem<br />
See aufgebaute Bühne mit einer Darstellung, die von<br />
Zuschauern verfolgt wird, des Weiteren einige Zelte<br />
und ein eingefrorenes Boot am Uferrand. Links ein<br />
steinerner Turm und davor ein Zelt mit roter Fahne mit<br />
einigen Händlern davor. Malerei, bei der die weißgraue<br />
Farbgebung überwiegt und somit die Kälte des<br />
dargestellten Wintertages vermittelt.<br />
(12221132) (18)<br />
€ 8.000 - € 10.000<br />
Sistrix<br />
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376<br />
ANGELO CAROSELLI,<br />
1585 ROM <strong>–</strong> 1652, KREIS DES<br />
BILDNIS DER LAURA DIANTI MIT EINEM<br />
MOHRENKNABEN<br />
Öl auf Leinwand.<br />
70 x 55 cm.<br />
Das Gemälde in aufwendig geschnitztem vergoldeten<br />
Akanthusrahmen mit bekrönendem Wappen und Zackenkrone.<br />
Laura Dianti, von der lediglich das Sterbejahr 1573 verbürgt<br />
ist, war die Geliebte von Alfonso I d‘Este, Herzog<br />
von Ferrara, nach dem Tod von dessen Gemahlin<br />
Lucrezia Borgia. Für die Kunstgeschichte bekannt<br />
geworden ist sie durch das berühmte Gemälde von<br />
Tiziano Vecellio (1485/89-1576) aus dem Jahre 1523<br />
(Privatsammlung Schweiz), in dem sie ebenfalls bereits<br />
mit einem Mohrenknaben als Pagen portraitiert<br />
wurde. Das größerformatige Gemälde von Tizian stellt<br />
sie in blauem Kleid mit gold farbenem Scherpentuch<br />
und ähnlichem Kopfputz dar, wie es auch in dem vorliegenden<br />
Gemälde zu sehen ist. Der Mohrenknabe<br />
in Tizians Bild trägt ein aufwendiger gestaltetes, gestreiftes<br />
Kostüm, die Haltung der Dame in dem vorliegenden<br />
Bild ist jedoch identisch mit dem Tizian-<br />
Gemälde. Allerdings hat, im Gegensatz zu dort, der<br />
Maler hier einen Fensterausblick hinzugefügt, der<br />
eine bergige Landschaft mit Gebäuden zeigt. Sollte<br />
sich die Zuschreibung an Caroselli bestätigen, so würde<br />
es sich bei vorliegendem Bild um eine Motivwiederholung<br />
handeln, posthum entstanden, nach dem<br />
Vorbild Tizians und wohl im Sinne einer Ferraresischen<br />
Ahnengalerie, wie dies für hochrangige Personen des<br />
Adels üblich war.<br />
Literatur:<br />
Vgl. Alexander Rauch, Malerei der Hochrenaissance<br />
und des Manierismus in Rom und Mittelitalien, in:<br />
Rolf Toman (Hrsg.), Kunst der italienischen Renaissance,<br />
Köln 1994. (1221162) (3) (11)<br />
€ 4.000 - € 5.000<br />
Sistrix<br />
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378<br />
MALER DER FLORENTINER SCHULE DES<br />
15. JAHRHUNDERTS, IN DER NACHFOLGE DES<br />
SANDRO BOTTICELLI (UM 1445 <strong>–</strong> 1510)<br />
AUFERSTEHUNG MARIENS<br />
Tempera, gefirnist, auf Nussholz.<br />
71 x 41 cm.<br />
Verso zwei Parkettierleisten.<br />
Das Tafelbild oben spitzbogig geschlossen, vom Rahmen<br />
halbrund abgedeckt, zeigt den von links ins Bild<br />
hereinragenden, steinernen Sarkophag Mariens, die<br />
Abdeckplatte abgehoben und dahinter schräg an Felssteine<br />
gelegt. Davor die kniende Gestalt des Aposteljüngers<br />
Johannes, der Kopf stark in den Nacken zurückgelegt,<br />
mit Blick nach oben, der in Wolken thronenden<br />
Madonna entgegen. Beide Hände in deutlicher Gebärdensprache<br />
erhoben. Das Innere des Sarkophages<br />
mit Blumen bewachsen: weiße Lilien und rosafarbene<br />
Nelken, florale Attribute Mariens. Der obere Bildteil<br />
gänzlich von der Marienfigur eingenommen. Sie ist<br />
frontal zum Betrachter thronend dargestellt, der Kopf<br />
leicht geneigt, die linke Hand an die Brust gelegt, umgeben<br />
von vier ganzfigurigen Engeln, die ihre Hände<br />
an den Mantel Mariens legen, beziehungsweise ein<br />
Schriftband am oberen Bildabschluss halten, mit Aufschrift<br />
„GRATIA PLENA DOMINUS TECUM“ (= voll<br />
der Gnaden, der Herr ist mit dir). Zu Füßen der Maria<br />
drei Engelsköpfe mit roten Flügeln und weißen Lilienstängeln<br />
in den Händen. Die in der Himmelszone befindlichen<br />
Figuren sämtlich über kleinen dunklen Wolkenschatten.<br />
Insgesamt ist die Farbpalette weitgehend<br />
auf die Hauptfarben Grün und Rot reduziert. Dies ist<br />
als ein den Werken des Künstlervorbildes Botticelli<br />
höchstverwandtes Stilmerkmal zu sehen. Altersbedingt<br />
restauriert und teilweise übermalt, ist der original<br />
Eindruck eines seltenen Werkes der Botticelli<br />
Nachfolge noch gut erkennbar. Rest. (1241075) (2)<br />
(11)<br />
FLORENTINE SCHOOL, 15TH CENTURY,<br />
FOLLOWER OF SANDRO BOTTICELLI<br />
(CA. 1445 <strong>–</strong> 1510)<br />
THE RESURRECTION OF MARY<br />
Tempera, varnished on walnut.<br />
71 x 41 cm.<br />
Verso two parquetting slats.<br />
Restored.<br />
€ 10.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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153
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379<br />
MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />
(ABB. LINKS)<br />
Gemäldepaar<br />
HAFEN MIT ARCHITEKTURCAPRICCI UND ZAHL-<br />
REICHEN FIGUREN<br />
Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />
Je 42 x 63 cm.<br />
In dekorativen Prunkrahmen.<br />
Das erste Gemälde zeigt linksseitig fantasievolle Gebäude,<br />
Türme und Torbögen, meist miteinander verbunden<br />
und mit Grünpflanzen bewachsen, davor viele<br />
Figuren und zwei Pferde. Rechts der Hafen, in dem<br />
eine prächtige goldene Fregatte angelegt hat, die mit<br />
am Ufer lagernden Kisten und Bündeln beladen werden<br />
soll und weiteren Figuren; auf der bewegten See<br />
eine Fregatte mit gesetzten Segeln.<br />
Das zweite Gemälde wirkt zweigeteilt: rechts die<br />
hohe Ruine eines steinernen, mit Bäumen und Sträuchern<br />
bewachsenen Gebäudes, mit zahlreichen sie umgebenden<br />
Figuren, die einer Musikergruppe lauscht,<br />
die zum Tanz aufspielt, nach links ein Weg der zur<br />
stark bewegten See führt mit einer prachtvollen goldenen<br />
Fregatte mit Takelage. Figurenreiche Darstellungen<br />
mit vielen Details. Eines mit minimalen Farbabsplitterungen.<br />
(12404220) (18)<br />
17TH CENTURY PAINTER<br />
(ILL. LEFT)<br />
A pair of paintings<br />
HARBOUR SCENE WITH ARCHITECTURE<br />
CAPRICCIO AND NUMEROUS FIGURES<br />
Oil on canvas. Relined.<br />
42 x 63 cm each.<br />
In magnificent decorative frame.<br />
One with minimal paint chips<br />
€ 13.000 - € 15.000<br />
Sistrix<br />
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380<br />
NIEDERLÄNDISCHER MALER DES<br />
AUSGEHENDEN 19. JAHRHUNDERTS<br />
(ABB. FOLGENDE SEITEN)<br />
SELTENER KOMPLETTER SATZ VON 14 KREUZ-<br />
WEGSTATIONEN IM HISTORISTISCHEN STIL<br />
DER NEOGOTIK MIT ORIGINAL ZUGEHÖRIGEN<br />
RAHMUNGEN<br />
Jeweils Öl und Vergoldung auf Kupfer.<br />
Sichtmaß: 90 x 101 cm.<br />
Mit dem selben Aufwand und akribischen Intension<br />
sind auch die einheitlichen Rahmen in Eichenholz gestaltet:<br />
Jeweils flache Außenrahmen mit Wasserschlagleiste<br />
im unteren Teil, die eine Innenrahmung<br />
mit seitlichen, schlanken, stabförmigen Säulen umfassen,<br />
Basen und Kapitelle jeweils teilvergoldet. Die<br />
oberen Ecken in maßwerkähnlicher gotisierender Einziehung,<br />
darin jeweils geschnitzte dreiblättrige vergoldete<br />
Rosette. Am Unterrand in gotischen Minuskeln<br />
Aufschriften mit jeweiliger Benennung der Kreuzwegstation.<br />
Am Oberrand Bekrönung durch einen<br />
hochsteigenden geschnitzten Rundbogen mit Dreipassmaßwerk<br />
sowie davor, plastisch hervorgehoben,<br />
ein nach unten spitzbogig gestalteter Schild mit römischer<br />
Nennung der Station. Die Außenrahmung eingefasst<br />
von einer Hohlkehle, in der erhaben geschnitzte<br />
Kreuzblüten in Vergoldung aufliegen, fortgesetzt<br />
durch Kreuzblumen in der Bekrönung, die durch ein<br />
Kreuz überhöht wird.<br />
Die Kreuzweggemälde lassen aufgrund ihres großen<br />
Formats vermuten, dass es sich um die Ausstattung<br />
eines großen Kirchenraums gehandelt haben muss.<br />
Jeweils im Querformt angelegt, hat hier ein Maler von<br />
Rang die einzelnen Szenen nach Vorbildern der niederländischen<br />
Malerei des 15. Jahrhunderts gearbeitet.<br />
Dabei kommt auch ein wesentliches Merkmal des<br />
Historismus zu tragen, welches zeigt, dass die Vorbilder<br />
im Hinblick auf noch größere Wirksamkeit überhöht<br />
wurden und die einzelnen Szenenelemente bewusst<br />
ausgewählt, womit der Begriff des Eklektizismus auch<br />
hier deutlich wird. So hat sich der Maler jeweils an<br />
den bedeutendsten und besten Vorbildern orientiert,<br />
jedoch in neue, dem 19. Jahrhundert gemäße Sichtweise<br />
gebracht. Was die Komposition der einzelnen<br />
Bilder betrifft, so wurde hier auf Raffaels (1483-1520)<br />
Harmonieverständnis reflektiert, um, im Gegensatz<br />
zur barocken Malerei, wieder eine deutliche Übersichtlichkeit<br />
von Szenen und Figuren zu erreichen. Etliche<br />
Bilderdetails wurden auch aus der frühen Renaissance-Malerei<br />
übernommen, wohingegen der die<br />
Szenen hinterfangende gemalte Goldgrund noch ganz<br />
den Altarbildern der Gotik verpflichtet ist. Hier wird<br />
jeweils ein Brokatmuster vorgeführt, das den Szenenraum<br />
hinterfängt und gleichzeitig abschließt. Auch die<br />
goldenen Nimbenscheiben sind dieser frühen Stilstufe<br />
entnommen. Als Vorbilder wären hier Rogier van<br />
der Weyden (1399-1464), Jan van Eyck (um 1390-1441)<br />
oder der frühe Hans Memling (um 1433-1494) zu nennen.<br />
(12414754) (11)<br />
DUTCH SCHOOL,<br />
LATE 19TH CENTURY<br />
(ILL. FOLLOWING PAGES)<br />
RARE COMPLETE SET OF 14 STATIONS OF THE<br />
CROSS IN HISTORICISM STYLE OF THE GOTHIC<br />
REVIVAL PERIOD IN ORIGINAL MATCHING<br />
FRAME<br />
Oil and gilding on copper each.<br />
Visible size: 90 x 101 cm.<br />
The matching oak frames are created with the same<br />
effort and meticulous intension. An artist of distinction<br />
has created these individual, landscape-format<br />
scenes after archetypes of 15th century Dutch painting.<br />
The painter has used the best and most famous<br />
examples as inspiration but has added a new, 19th<br />
century perspective to them. He took inspiration from<br />
artists such as Rogier van der Weyden (1399-1464),<br />
Jan van Eyck (ca. 1390-1441) or early works by Hans<br />
Memling (ca. 1433-1494).<br />
€ 100.000 - € 140.000<br />
Sistrix<br />
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