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Old Master Paintings – Part 2

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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE<br />

KATALOG III<br />

GEMÄLDE ALTE MEISTER TEIL 2<br />

CATALOGUE III<br />

OLD MASTER PAINTINGS PART 2<br />

AUKTIONEN / AUCTIONS:<br />

DONNERSTAG, 24. & FREITAG, 25. SEPTEMBER 2020<br />

Besichtigung: Samstag, 19. September <strong>–</strong> Mittwoch, 23. September<br />

THURSDAY, 24 & FRIDAY, 25 SEPTEMBER 2020<br />

Exhibition: Saturday, 19 September <strong>–</strong> Wednesday, 23 September<br />

KATALOG<br />

CATALOGUE<br />

III<br />

DONNERSTAG<br />

THURSDAY


OLD MASTER<br />

PAINTINGS<br />

P A R T II


223<br />

MEISTER UM 1320/ 1340,<br />

SCHULE DES VITALE DA BOLOGNA<br />

1289/ 1309 <strong>–</strong> 1359/ 60<br />

MADONNA MIT DEM SEGNENDEN JESUSKIND<br />

Öl/ Tempera und Goldgrund auf Holz.<br />

37,5 x 28,5 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Eric Vandamme,<br />

wissenschaftlicher Direktor am Koninklijk Museum<br />

voor Schone Kunsten Antwerpen, vom 01.01.2003, mit<br />

Ergänzungschreiben vom 19.01.2003.<br />

Das kleine Tafelbild zeigt Maria im Halbbildnis, in beiden<br />

Händen hält sie das Jesuskind, das die rechte Hand<br />

zum Segensgestus erhoben hält, während die Linke an<br />

den Saum des blauen Mantels der Mutter greift. Die<br />

Kopfhaltung der Maria, wie auch die Körperhaltung des<br />

Kindes, neigen nach links, wobei der Blick der Mutter<br />

dem Betrachter zugewandt ist, während der des Kindes<br />

nach links unten in den Raum gerichtet ist. Die Beine<br />

des Kindes sind übereinander gekreuzt, was unter<br />

dem gelb-goldenen Kleid noch zu erkennen ist. Damit<br />

wird der Jesusknabe ikonographisch als Herrscher bezeichnet.<br />

Es fällt auf, dass das Haar von Mutter und<br />

Kind in einem rötlich-gold-blonden Farbton vorgeführt<br />

wird, bei Maria in mild verlaufenden Wellen, beim<br />

Kind mit einzelnen Locken, in beiden Fällen jedoch<br />

von erstaunlich guter Farberhaltung. Neben dem Lapislazuliblau<br />

des Madonnenmantels tritt vor allem das<br />

leuchtende Scharlachrot des Kleides darunter hervor,<br />

das in der Haarfarbe eine gewisse Fortsetzung findet.<br />

Der Mantel ist mit einem Schulterstern und gesticktem<br />

Saum in Muschelgold dekoriert; die beiden breiten<br />

Nimbenscheiben punziert: Bei Maria in Form von Rosetten,<br />

beim Kind mit dreifacher Aussparung, womit<br />

die Andeutung des Kreuzes gegeben ist.<br />

Für die Autorschaft des Bildes wurde aufgrund der Stilistik<br />

zunächst an einen Sieneser Maler gedacht. Hier<br />

lagen die Vorbilder in der byzantinischen Maltradition.<br />

Die leicht grünlich wirkenden Schatten im Inkarnat ist<br />

eine von da an übliche Stilistik. Diese Schule wurde<br />

von Duccio di Boninsegna (um 1255-1319) geprägt, so<br />

lassen Bildvergleiche etwa mit dessen „Duccio-Madonna“<br />

in der Londoner National Gallery eine Stilverwandtschaft<br />

erkennen.<br />

Im beiliegenden Gutachten von Dr. Eric Vandamme,<br />

der das Gemälde ausgiebig untersucht und auch etwa<br />

die Echtheit der Nimbenpunzierung bestätigt hat, wird<br />

der Name Duccio und dessen Werk zunächst auch<br />

in Erwägung gezogen. Im Gutachten wird auch die<br />

Meinung von Prof. van Os berücksichtigt. Allerdings<br />

kommt die Untersuchung letztlich zu dem Schluss,<br />

dass trotz aller Schwierigkeiten der Bestimmung einer<br />

Autorschaft bzw. des Vorbildes der Bologneser Vitale<br />

da Bologna mit größerer Überzeugung zu nennen sei.<br />

Der Maler ist auch bekannt unter dem Namen Allegretto<br />

Nuzi, Vitalis de Equis, Vitale delle Madonne,<br />

Mimo de‘Cavalli. Die Abhängigkeit des Bildes von<br />

diesem Künstler, der den sog. Internationalen Stil<br />

mitbegründete, bestätigt sich durch den Vergleich mit<br />

dessen „Madonna dei Battuti“ (um 1340), die sich in<br />

den Vatikanischen Museen befindet. Die figürliche<br />

Darstellung ist mit dem vorliegenden Bild nahezu<br />

identisch, allerdings mit einigen kleinen Unterschieden,<br />

wie das im römischen Bild fehlende Rot des Kleides,<br />

während dort sich seitlich zusätzlich auch noch<br />

Adoranten befinden. A.R. (1240535) (1) (11)<br />

MASTER CA. 1320/ 1340,<br />

SCHOOL OF VITALE DA BOLOGNA,<br />

1289/ 1309 <strong>–</strong> 1359/ 60<br />

MADONNA WITH CHRIST CHILD BLESSING<br />

Oil/ Tempera on gold ground on panel.<br />

37.5 x 28.5 cm.<br />

Unframed.<br />

Accompanied by an expert‘s report by Dr Eric Vandamme,<br />

scientific director at the Royal Museum of<br />

Fine Arts, Antwerp, dated 1 January 2003, with a<br />

complementary letter dated 19 January 2003.<br />

€ 30.000 - € 40.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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224<br />

JAN MABUSE GOSSAERT,<br />

UM 1478 <strong>–</strong> 1532 ANTWERPEN, KREIS DES<br />

MADONNA MIT DEM KIND<br />

Öl auf Holz, verso gefestigt.<br />

76 x 55 cm.<br />

In vergoldetem bemalten Rahmen.<br />

Auf einer Veranda an einem Tisch die sitzende Madonna<br />

in dunkelblauem Gewand, weißer Kopfbedeckung und<br />

rotem faltenreichen Mantel, der teils auf der Tischplatte<br />

liegt und auf dem, gehalten von ihrer rechten filigranen<br />

Hand, der nackte Jesusknabe sitzt. Dieser mit braunem<br />

lockigen Haar, hat sein kleines rechtes Bein erhoben<br />

und beide Arme weit auseinandergestreckt und<br />

schaut mit seinen braunen Augen seitlich aus dem<br />

Bild heraus. Die Madonna selbst mit langem welligen<br />

Haar, die Augen halb geschlossen und voller Konzentration<br />

liebevoll auf den Knaben blickend. Hinter ihr<br />

eine Brüstung mit zwei vorgesetzten Podesten mit je<br />

einer goldenen Kugel, einer rot und mit gold verzierten<br />

Säule sowie einem auf der rechten Seite hängenden,<br />

rot-braunen Vorhang. Der Blick fällt auf die bergige<br />

Landschaft mit Häusern und einigen Figuren am hinteren<br />

linken Bildrand. Malerei in der typischen Manier<br />

des Jan Mabuse Gossaert, bei der die rot-beigen<br />

Töne überwiegen, vor dem meist in grau gehaltenen<br />

Hintergrund mit grauem, teils heller aufklarendem<br />

Horizont. Rest., kleinere Retuschen, minimale Rahmenschäden.<br />

(1241142) (18)<br />

JAN MABUSE GOSSAERT<br />

CA. 1478 <strong>–</strong> 1532 ANTWERP, CIRCLE OF<br />

MADONNA AND CHILD<br />

Oil on panel, reinforced on the reverse.<br />

76 x 55 cm.<br />

In painted gilt frame.<br />

€ 18.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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15


225<br />

PIETER AERTSEN,<br />

1507/08 <strong>–</strong> 1575, KOPIE NACH<br />

Dreiflügeliger Hausaltar, spätere Wiederholung wohl<br />

nach einem verschollenem Altar des Pieter Aertsen.<br />

ANBETUNG DER HIRTEN (Mitteltafel)<br />

ANBETUNG DER KÖNIGE (rechts)<br />

BESCHNEIDUNG CHRISTI (links)<br />

Öl auf Holz.<br />

Höhe: 77cm.<br />

Breite geschlossen: 52 cm.<br />

Breite geöffnet: 106 cm.<br />

Unter der Mitteltafel altes Künstlernamensschild.<br />

Die Größenverhältnisse lassen darauf schließen, dass<br />

es sich bei dem Triptychon um eine verkleinerte Wiederholung<br />

eines einst großen Altares von Pieter Aertsen<br />

handeln könnte. Bekanntlich wurden viele seiner<br />

religiösen Bilder, vor allem Altarwerke, während der<br />

Bilderstürme und noch später zerstört. Umso interessanter<br />

ist diese spätere Wiederholung, könnte sie<br />

doch eine Erinnerung an ein imposantes Werk des<br />

Malers sein, wenn auch aus späterer Hand. Das Zentrum<br />

zeigt die „Anbetung des Kindes“ vor der Kulisse<br />

antiker Architekturen mit Bögen, Treppe und Säule.<br />

Die Krippe in Form einer Kinderwiege, davor Maria,<br />

zwei Engel und drei Hirten. Rechts Joseph. In den Seitenflügeln<br />

wird die Idee der Fantasiearchitekturen<br />

fortgesetzt: rechts in Form eines intakten Bogens, in<br />

dem der dritte der Könige erscheint, links als Renaissance-Innenraum<br />

mit gewölbter Kassettendecke und<br />

einem Hängebaldachin über der Beschneidungsszene.<br />

Ein Knabe hält eine gestabte Kerze und einen Weinkelch<br />

als Kultattribute.<br />

Die Darstellungen innerhalb der Rahmungen gemalt,<br />

die Innenleisten mit Zahnschnitt und Kehlungen gearbeitet;<br />

im geschlossenen Zustand ochsenblutrot, mit<br />

Christusmonogrammen. Der obere Abschluss in Form<br />

später Nachgotik dreifach in Schwüngen hochgezogen,<br />

in der Mitteltafel mit Perlstab besetzt.<br />

Als auffallendes, für Bethlehem-Darstellungen Aertsens<br />

typisches Stilmerkmal ist hier die Krippe zu sehen.<br />

Entgegen der vorhergehenden Tradition liegt in seinen<br />

Bildern das Kind nicht auf Stroh am Boden; stets sucht<br />

Aertsen eine würdigende Basis, entweder in Form eines<br />

Kapitells, auf dem das Kissen liegt, oder eines Korbes.<br />

Hier im Bild dürfte der römisch-antike Mauer bogen,<br />

aber auch die betonte Halbmondform der Wiegenkufen<br />

den Gegenstand zu erhöhen gesucht haben.<br />

Aufgrund der wenigen erhaltenen Altarbilder des Meisters,<br />

wie etwa dem des Stifters und Seifenmachers<br />

Jan van der Biest, ist auch diese spätere Wiederholung<br />

wohl als wertvolles Dokument eines seiner verschollenen<br />

Werke zu sehen. A.R. (1241141) (11)<br />

PIETER AERTSEN<br />

1507/08 <strong>–</strong> 1575, COPY AFTER<br />

House altar with three panels, later copy after a lost<br />

altar by Pieter Aertsen.<br />

THE ADORATION OF THE SHEPHERDS (central panel)<br />

THE ADORATION OF THE MAGI (right)<br />

THE CIRCUMCISION OF CHRIST (left)<br />

Oil on panel.<br />

Height: 77cm.<br />

Width closed: 52 cm.<br />

Width opened: 106 cm.<br />

<strong>Old</strong> name plate under central panel.<br />

€ 20.000 - € 40.000<br />

Sistrix<br />

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17


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19


226<br />

VENEZIANISCHER MALER DER ZWEITEN HÄLFTE<br />

DES 16. JAHRHUNDERTS<br />

DIE VERKÜNDIGUNG AN MARIA<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

67 x 50 cm.<br />

In dekorativem Prunkrahmen.<br />

Auf einer Gebetsbank die kniende Maria in rot-blauem<br />

Gewand, in ihrer linken Hand ein Buch haltend. Sie<br />

dreht sich erschrocken um und streckt ihren rechten<br />

Arm abwehrend aus, als Ihr unverhofft ein Engel mit<br />

großen Flügeln erscheint. Dieser hält in seiner linken<br />

Hand eine weiße Lilie, ein Mariensymbol, und weist<br />

Maria durch eine Schar von Wolken auf die im Himmel<br />

schwebende Taube Gottes hin, die den heiligen Geist<br />

symbolisiert, von der breite gelbe Strahlen ausgehen.<br />

Dramatische Darstellung eines in der Malerei beliebten<br />

Motivs, hier jedoch die Verkündigung nicht in einem<br />

geschlossenen Innenraum. Retuschen. Rahmenschäden.<br />

(12402611) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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227<br />

ITALIENISCHER MALER DES 16. JAHRHUNDERTS<br />

DIE HEILIGE FAMILIE MIT JOHANNES DEM TÄUFER<br />

Öl auf Holz, teilparkettiert.<br />

69 x 54 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Im Mittelpunkt vor braunem Hintergrund die Gottesmutter<br />

in rot-blauem Gewand, sorgsam geflochtenen<br />

Haaren mit weißem Schleier, in ihren Armen auf dem<br />

Schoß den fast nackten, kräftigen Jesusknaben haltend.<br />

Dieser mit blondem Lockenkopf und rötlichen<br />

Wangen wendet sich dem Johannesknaben auf der<br />

linken unteren Bildseite zu und ergreift dessen hingehaltenen<br />

Rotulus, auf dem die Worte „ECCE AGNUS“-<br />

zu erkennen sind. Johannes mit hellbraunen, lockigen<br />

Haaren, einem Fellgewand und in seiner linken Hand<br />

einen Kreuzesstab haltend, die beiden für ihn typischen<br />

Attribute. Maria mit zarten Inkarnat und schmalen<br />

roten Lippen blickt mit halb geschlossenen Augen<br />

gedankenvoll auf Johannes herab, weiß sie doch um<br />

die Bedeutung der Worte des Lammes Gottes. Im<br />

Hintergrund links mit Vollbart und in einem braunem<br />

Gewand der stehende Josef, der Kopf und Blick traurig<br />

gesenkt hat. Alle Figuren jeweils mit einem Nimbus<br />

um das Haupt. Besonders herausgestellt wird das<br />

feine, helle Inkarnat von Maria und den beiden Knaben<br />

gegenüber dem dunklen Hintergrund. Kleinere<br />

Retuschen. (1220076) (2) (18)<br />

ITALIAN SCHOOL, 16TH CENTURY<br />

THE HOLY FAMILY WITH SAINT JOHN THE BAPTIST<br />

Oil on panel, partially parquetted.<br />

69 x 54 cm.<br />

Unframed.<br />

With minor retouching.<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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21


228<br />

GIAMPIETRINO,<br />

EIGENTLICH „GIOVANNI PIETRO RIZZOLI“,<br />

TÄTIG UM 1495 <strong>–</strong> 1540, ZUG.<br />

DIE BÜSSENDE MARIA MAGDALENA<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

75,5 x 65 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Im Inneren einer Felsgrotte mit rötlichem Stein Maria<br />

Magdalena mit dunkelblonden langen Haaren, umhüllt<br />

von einem langen grünen Tuch, mit dem sie mit ihrer<br />

linken Hand den Brustbereich bedeckt. Vor ihr stehend<br />

ein kleines Holzkreuz mit dem Corpus Christi, das sie<br />

mit leicht geschlossenen Augen voller Reue anblickt.<br />

Mit ihrer rechten Hand hält sie ein aufgeschlagenes<br />

kleines Buch. Am rechten unteren Rand steht auf<br />

einem Felsstück ein Salbgefäß, das als ihr Attribut gilt.<br />

Feine Malerei in überwiegend rötlicher und grüner<br />

Farbgebung.<br />

GIAMPIETRINO,<br />

ALSO KNOWN AS “GIOVANNI PIETRO RIZZOLI”,<br />

ACTIVE CA. 1495 <strong>–</strong> 1540, ATTRIBUTED<br />

THE PENITENT MARY MAGDALENE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

75.5 x 65 cm.<br />

In decorative frame.<br />

Note:<br />

The artist often painted the subject of Mary Magdalene.<br />

A painting similar in its composition, however,<br />

showing the depicted with a red cloth, was offered<br />

for sale at auction in Italy in 1999.<br />

€ 16.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Anmerkung:<br />

Der Künstler malte häufiger das Motiv der Maria<br />

Magdalena. Ein in der Komposition vergleichbares<br />

Gemälde, jedoch die Dargestellte mit rotem Tuch,<br />

wurde 1999 in Italien auf einer Versteigerung angeboten.<br />

(1220356) (2) (18)<br />

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229<br />

LUCA LONGHI,<br />

1507 RAVENNA <strong>–</strong> 1580, ZUG.<br />

DIE MADONNA MIT DEM JESUSKNABEN UND<br />

JOHANNES DEM TÄUFER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

62 x 44,5 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Beigegeben eine Expertise von Maurizio Marini.<br />

Vor einem großen bewachsenen Felsen die stehende<br />

Madonna in rosa farbenem faltenreichen Gewand mit<br />

Gürtel und blauem Umhang. Sie berührt vorsichtig mit<br />

der linken Hand den auf Kissen vor ihr liegenden nackten,<br />

sich leicht streckenden Jesusknaben, der nach<br />

unten blickend aus dem Bild herausschaut. In ihrer<br />

rechten Hand hält sie eine kleine Rose. Mit ihrem zarten<br />

Gesicht, dem kleinen roten Mund, den wohlgeschwungenen<br />

Augenbrauen und den leicht geschlossenen<br />

Augen schaut sie liebevoll das liegende Kind<br />

an. Am linken Bildrand steht der Johannesknabe mit<br />

schmalem Kreuzesstab und Rotulus, mit Fellgewand<br />

und rotem Tuch, die Arme vor der Brust überkreuzt<br />

und mit den leicht gesenkten Augen seines großen<br />

Kopfes das Jesuskind anblickend. Im Hintergrund<br />

rechts Blick in eine bergige Landschaft unter blauweißem<br />

Himmel. Wenige kleinere Retuschen.<br />

In dieser gefühlvollen Darstellung erkennt man die Art<br />

und Weise des größten, im 16. Jahrhundert in Ravenna<br />

tätigen Künstlers Luca Longhi, Inhaber einer erfolgreichen<br />

und wachsenden Werkstatt, deren Aktivitäten<br />

bis zur Schwelle des 17. Jahrhunderts reichen. Als<br />

Schüler Francesco Zaganellis (um 1470-1532), aber<br />

besonders unter Einfluss von Marco Palmezzano<br />

(1458-1539) und Raffael (1483-1520) (vermittels Innocenzo<br />

da Imola) erarbeitete sich Longhi schnell seinen<br />

eigenen außergewöhnlichen Stil, der durch eine einfache<br />

und archaische Anmut besticht und oft als puristisch<br />

bezeichnet wurde. (1220357) (2) (18)<br />

LUCA LONGHI,<br />

1507 RAVENNA <strong>–</strong> 1580, ATTRIBUTED<br />

MADONNA AND CHRIST CHILD WITH SAINT JOHN<br />

THE BAPTIST<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

62 x 44.5 cm.<br />

Unframed.<br />

Accompanied by an expert’s report by Maurizio Marini.<br />

€ 18.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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23


230<br />

ISABELLA MARIA DAL POZZO,<br />

GEB. TURIN <strong>–</strong> GEST. 1700 MÜNCHEN, ZUG.<br />

Die Malerin bekannt geworden durch ihre Werke nach<br />

Guido Reni (1575-1642). Sie erhielt mehrere Aufträge<br />

durch die Prinzessin Henriette Adelaide von Savoyen,<br />

Gemahlin des bayerischen Kurfürsten.<br />

MADONNA CHE CUCE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

28,5 x 21,5 cm.<br />

In einem aufwändig und durchbrochen geschnitzten,<br />

vergoldeten Hochbarock-Rahmen mit reichem Akanthusblattdekor.<br />

Beigegeben eine Expertise von Andrea Emiliani, Bologna<br />

13.03.2018 das Gemälde Guido Reni zugeschrieben.<br />

Das ursprünglich von Guido Reni geschaffene Gemälde<br />

gilt als frühes Werk des Meisters und wurde von Isabella<br />

dal Pozzo mehrfach wiederholt. Neben dieser<br />

Darstellung sind von ihr auch weitere Werke nach<br />

Reni, wie etwa „Caritas Romana“ bekannt geworden.<br />

Die jugendliche Maria in hellem Kleid nach rechts sitzend,<br />

auf ihrem Schoß Nähzeug, während sie einen<br />

dünnen Faden in der rechten Hand hält. Seitlich und<br />

darüber Putten neben einem Baldachintuch. Wiewohl<br />

dem Gemälde eine Expertise von Andrea Emiliani beiliegt,<br />

worin das Bild als ein frühes Werk Renis angesehen<br />

wird, scheint ein neuerlicher Befund doch eher<br />

auf die weitgehend noch nicht so bekannte Malerin<br />

und Stilnachfolgerin Renis zutreffender. (1240292) (11)<br />

€ 9.000 - € 11.000<br />

Sistrix<br />

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231<br />

EMILIANISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

JOHANNES DER TÄUFER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

100 x 74,5 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

In frontaler Sicht Dreiviertelbildnis des Johannes mit<br />

freiem Oberkörper, um die Hüften ein Fellgewand und<br />

einen langen dunkelroten Mantel. Er hält in seiner linken<br />

Hand einen langen schmalen Kreuzstab und in<br />

seiner Rechten ein auf dem Schoß sitzendes kleines<br />

Schaf. Retuschen. (1240332) (3) (18)<br />

EMILIAN SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

SAINT JOHN THE BAPTIST<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

100 x 74.5 cm.<br />

In magnificent gilt frame.<br />

With retouching.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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25


232<br />

FRANCESCO FRACANZANO,<br />

AUCH GENANNT „CICCIO FRACANZANO“,<br />

1612 MONOPOLI <strong>–</strong> UM 1656 NEAPEL, ZUG.<br />

Fracanzano wirkte zunächst in der Werkstatt des<br />

Giuseppe José de Ribera (1588/91-1652), was seinen<br />

Malstil nachhaltig beeinflusste. Er gilt als wichtiger<br />

Vertreter einer naturalistischen Barock-Stilistik der<br />

Malschule von Neapel, zu der auch sein Schwager<br />

Salvator Rosa (1615-1673) zählt.<br />

VOR KRUZIFIX KNIENDER HEILIGER IN WEITER<br />

LANDSCHAFT, WOHL DER HEILIGE BRUNO<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

115 x 82 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Der kniende Mann nach rechts in beige-braunem<br />

Ordensgewand mit langer Kapuze, die Hände zum<br />

Gebet gefaltet. Vor ihm auf einem Steinsockel ein<br />

kaum erkennbarer Schädel, daneben ein aufgeschlagenes<br />

Buch und ein schmales Kreuz mit dem Corpus<br />

Christi. Der Ordensbruder hat sein Gesicht mit langem<br />

Bart und Tonsur erhoben und blickt mit seinen<br />

dunklen Augen andächtig und ehrfürchtig auf das<br />

Kreuz. Um das Haupt ein schmaler Nimbus erkennbar,<br />

seine rechte Hand ist zudem mit einem Wundmal<br />

versehen. Die feine Ordenstracht weist im Ärmelbereich<br />

einige Risse auf. Im Hintergrund die weite bergige<br />

Landschaft mit hohem blauen, teils gelblich verfärbten<br />

Himmel. Einfühlsame feine Darstellung in harmonischer<br />

Farbgebung. Der Heilige Bruno (um 1031-1101)<br />

war der Gründer des Kartäuserordens. Zu seinen Attributen<br />

zählt das Ordensgewand, ein Buch, ein Totenkopf<br />

und auch ein Kruzifix, jedoch meist mit austreibenden<br />

Blättern am Ende des Kreuzes. Es könnte<br />

sich daher hier um den genannten Heiligen handeln.<br />

Einige Retuschen. (1240922) (2) (18)<br />

FRANCESCO FRACANZANO,<br />

ALSO KNOWN AS “CICCIO FRACANZANO”,<br />

1612 MONOPOLI <strong>–</strong> CA. 1656 NAPLES, ATTRIBUTED<br />

SAINT, PROBABLY SAINT BRUNO, KNEELING IN<br />

FRONT OF A CRUCIFIX IN VAST LANDSCAPE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

115 x 82 cm.<br />

In magnificent gilt frame.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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233<br />

SEBASTIANO CONCA,<br />

1676/80 GAETA <strong>–</strong> 1764 NEAPEL, ZUG.<br />

DER HEILIGE ROMEDIUS VOR DEM BISCHOF<br />

VIGILIUS ZU TRIENT<br />

Öl auf Kupfer, verso mit Glas hinterlegt.<br />

53 x 62 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Der Heilige Romedius, auch Remegius, war ein Einsiedler<br />

adliger Herkunft auf dem Nonsberg in Trentino.<br />

Als er schon alt war, wollte er seinen Freund, den Bischof<br />

von Trient besuchen. Kurz vor der Abreise zerfleischte<br />

jedoch ein Bär das Pferd; der Heilige soll darauf<br />

dem Bär Zaumzeug anlegen lassen, und so nach<br />

Trient geritten sein. Das Gemälde zeigt den in braune<br />

Kutte gekleideten Romedius vor dem Bischof in weißblauem<br />

Priestergewand vor dem von Säulen flankierten<br />

Eingang wohl einer Kirche. Links von ihnen stehen<br />

die beiden Gefährten des Heiligen, Abraham und<br />

David, von denen einer den Bären an einer Leine hält.<br />

Er berichtet zudem einem erstaunt auf den Bären<br />

blickenden jungen Mann mit rotem Überwurf über die<br />

Anreise und weist mit seiner ausgestreckten rechten<br />

Hand auf Romedius hin. Rechts unten schaut ein Junge<br />

mit Hund ebenfalls ungläubig auf den Bären mit<br />

Zaumzeug. Ungewöhnliche und seltene Darstellung<br />

einer Heiligengeschichte. Minimale Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Der Heilige Romedius wird auch „der Heilige mit<br />

dem Bären“ genannt und ist Lokalheiliger im Tiroler<br />

Raum. (1240555) (1) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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27


234<br />

FLÄMISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DIE GEISSELUNG CHRISTI<br />

Öl auf Kupferplatte, parkettiert.<br />

70 x 89 cm.<br />

Im Mittelpunkt, in einem Kerkergewölbe mit drei<br />

Arka denbögen, der stehender Christus, lediglich mit<br />

einem Lendenschurz bekleidet. Seine Arme sind hinter<br />

dem Rücken gefesselt, während ein Mann gerade<br />

im Begriff ist, sein linkes Bein an eine Säule festzubinden.<br />

Christus ist von drei, überwiegend rot und<br />

grün gekleideten Schächern umgeben, die mit Reisigbündel<br />

bzw. mit einer kurzen Peitsche auf ihn einschlagen.<br />

Am rechten Bildrand ein vergittertes Fenster<br />

und ein sitzender Mann in braunem Gewand, der,<br />

ebenso wie ein grauer knurrender Hund, der Geißelung<br />

beiwohnt. Am linken unteren Bildrand liegen ein<br />

brauner Mantelüberwurf und ein weiteres Reisigbündel.<br />

Darüber, in der Wand, eine Tür, die gerade von<br />

zwei Männern in längeren Gewändern betreten wird.<br />

Malerei, bei der das helle unversehrte Inkarnat des<br />

Körpers Christi im Mittelpunkt steht. Christi hat seinen<br />

Kopf, der von einem kleinen Strahlennimbus umgeben<br />

ist, leicht zur Seite geneigt und blickt mit seinen<br />

Augen nach unten auf den gekachelten steinernen<br />

Boden und scheint die Schmerzen still leidend zu erdulden.<br />

Vor sonst grauem Hintergrund wird zudem die<br />

farbige Kleidung der dargestellten Personen besonders<br />

hervorgehoben. Retuschen. (1240336) (3) (18)<br />

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

THE FLAGELLATION OF CHRIST<br />

Oil on copper plate, parquetted.<br />

70 x 89 cm.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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235<br />

FRANCESCO CONTI,<br />

1681 <strong>–</strong> 1760, KREIS DES<br />

DIE BEWEINUNG CHRISTI<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

72,5 x 87 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Vor abendlichem Himmel am Fuß des Kreuzes der Leichnam<br />

Christi, halb auf einem weißen Laken liegend, das<br />

auch den Hüftbereich bedeckt. Hinter ihm seine Mutter<br />

Maria in rotem Gewand mit langem weiten Mantel, in heftigem<br />

Gestus beide Arme weit auseinandergestreckt und<br />

den Leichnam Christi, dessen Seitenwunde deutlich erkennbar<br />

ist, betrauernd. Zur rechten Seite die kniende<br />

Maria Magdalena in glänzend goldenem Obergewand und<br />

grünem Rock, mit ihrer Linken die Hand des Verstorbenen<br />

haltend. Harmonische Malerei in teils kräftigen Farbtönen,<br />

mit gekonnter Hell-Dunkel-Inszenierung. Minimale Retuschen.<br />

(1241024) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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29


236<br />

SPANISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DIE HEILIGE ELISABETH BEI VERSORGUNG DER<br />

KRANKEN - ELISABETH VON UNGARN BEI DER<br />

LEPROSENHEILUNG<br />

Öl auf Leinwand.<br />

43 x 35 cm.<br />

Im vergoldeten Barock-Rahmen verglast.<br />

Beigegeben ein technischer Analysenbericht (Arte<br />

Fab bri di Davide Bussolari) vom 07.04.2019.<br />

Die Heiligengestalt im Zentrum der Darstellung wird<br />

wiedergegeben, wie sie soeben einem Knaben die<br />

Haare wäscht, sein Kopf über eine weite Schüssel gebeugt.<br />

Die Hauptfiguren von weiteren Siechkranken<br />

umgeben, darunter ein am Boden sitzender Mann mit<br />

Kopfbinde, im Hintergrund Gehilfinnen der Heiligen,<br />

die Krug und Salben herbeitragen. Szene in abgedunkeltem<br />

Raum mit Ausblick durch einen Rundbogen im<br />

rechten Bildabschnitt. (12402616) (11)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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237<br />

GIOVANNI FRANCESCO BARBIERI,<br />

GENANNT „IL GUERCINO“,<br />

1591 CENTO <strong>–</strong> 1666 BOLOGNA, UND WERKSTATT<br />

AUFNAHME WILHELMS VON AQUITANIEN<br />

IN DAS KLOSTER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

126 x 95,5 cm.<br />

In ornamentalisiertem, braun gefassten Holzrahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Giancarlo Sestiere,<br />

Rom, 18. Januar 2020 in Kopie.<br />

Dargestellt ist der zentral in seiner Rüstung kniende<br />

Wilhelm von Aquitanien (um 745 <strong>–</strong> 28. Mai 812), zu seiner<br />

Linken Benedikt von Aniane, welcher ihn als Mönch<br />

aufnimmt. Zu seiner Rechten das Gefolge. Das Gemälde<br />

ist eine reduzierte Werkstattwiederholung nach dem<br />

größeren Gemälde (345 x 230 cm), welches Giovanni<br />

Francesco Barbieri, gen. Guercino, für die Kapelle Locatelli<br />

in der Kirche San Gregorio in Bologna ausführte.<br />

Das größere Original befand sich ab 1796 in Paris und<br />

ist seit 1816 oder 1817 wieder in Bologna, jedoch in der<br />

Pinacoteca zu bewundern. Rest. (1240269) (13)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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31


238<br />

ANTHONIUS VAN DYCK,<br />

1599 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1641 LONDON,<br />

KREIS/ NACHFOLGE DES<br />

DER PROPHET JEREMIAS HÖRT DEN<br />

POSAUNENSCHALL<br />

Öl auf Leinwand.<br />

118 x 97 cm.<br />

Das Gemälde, großformatig angelegt, zeigt eine bärtige<br />

bejahrte Gestalt mit entblößtem magerem Oberkörper,<br />

nach rechts an einem Tisch sitzend. Vor ihm Bücher,<br />

Schriftstücke sowie ein Schädel. In der Hand hält er eine<br />

Schreibfeder, seine Linke ist auf ein großes Buch gelegt.<br />

Sein Blick ist nach rechts oben, den sich lichtenden Wolken<br />

entgegengerichtet, aus denen eine Posaune ins Bild<br />

hereinragt.<br />

Die stilistische und darstellungsinhaltliche Nähe zu der<br />

bekannten Gruppe von Bildern des Anthonius van<br />

Dyck, die den Heiligen Hieronymus darstellen, ist offensichtlich.<br />

Dies mag auch zu einer Interpretation des<br />

Dargestellten als diesen Kirchenlehrer geführt haben.<br />

Vergleichbar mit den genannten Werken ist vor allem<br />

die rotfarbige Manteltuchkleidung. Aber auch die Wahl<br />

eines alten, mageren und bärtigen Modells spräche<br />

für diese Darstellung. Jedoch ist das Motiv der Posaune<br />

keineswegs mit der Ikonographie des Hieronymus in<br />

Einklang zu bringen. Vielmehr muss es sich um die<br />

Darstellung des Propheten Jeremias handeln, gemäß<br />

des Bibeltextes mit der prophetischen Klage um den<br />

Untergang Jerusalems, wonach es heißt „[...] habe<br />

keine Ruhe; denn meine Seele hört der Posaunen Hall<br />

und eine Feldschlacht und einen Mordschrei über den<br />

andern; denn das ganze Land wird verheert, plötzlich<br />

werden meine Hütten und meine Gezelte verstört.“<br />

(Jer. Kap. 4/19-20).<br />

Offensichtlich hat der Maler die Hieronymus-Darstellungen<br />

als motivische Vorbilder für das vorliegende<br />

Werk übernommen. Dem Text der Prophetie entspricht<br />

demnach auch die Dramatik, die der Maler in<br />

den dunklen Wolkenhintergrund eingesetzt hat.<br />

A.R. (1240351) (11)<br />

ANTHONY VAN DYCK,<br />

1599 ANTWERP <strong>–</strong> 1641 LONDON,<br />

CIRCLE/ FOLLOWER OF<br />

THE PROPHET JEREMIAH<br />

Oil on canvas.<br />

118 x 97 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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239<br />

NORDITALIENISCHER MALER DES<br />

16. JAHRHUNDERTS<br />

MADONNA MIT DEM KIND UND DEM HEILIGEN<br />

HIERONYMUS<br />

Öl auf Leinwand.<br />

42 x 55 cm.<br />

Das Gemälde in einem aufwändig mit Relief beschnitzen<br />

Ädikularahmen mit seitlichen Frührenaissance­<br />

Pilastern, geradem Gesimsabschluss sowie zwei Adelswappen<br />

in den Pilastersockeln.<br />

Rahmen in Vergoldung und Niello-Technik gearbeitet,<br />

19. Jahrhundert.<br />

Das querformatige Gemälde tradiert den Kompositionsaufbau<br />

der Madonnenbilder der Bellini-Schule, inspiriert<br />

durch die Bildauffassung, wonach die Madonna<br />

mit dem Kind auf dem Schoß vor einem Velum- oder<br />

Mauerhintergrund sitzend, wiedergegeben ist, mit<br />

seitlichem Blick in eine Landschaft. Hier tritt von<br />

rechts die Gestalt des büßenden Heiligen Hieronymus<br />

heran, der mit entblößter Schulter und grauem<br />

Bart einen Stein in der Hand hält, mit dem er sich<br />

selbst als Sünder straft. Im Hintergrund rechts Ausblick<br />

in eine Landschaft mit hellem Turmgebäude zwischen<br />

Bäumen mit Wolkenhimmel. Der Bildtypus<br />

kann als frühes Beispiel der „Sacra Conversazione“<br />

gesehen werden, in der Heiligengestalten unterschiedlicher<br />

Epochen im Blick- oder Gesprächskontakt zueinander<br />

gestellt werden. Die Farbigkeit und der Malduktus<br />

weisen auf die venezianische Malerei der<br />

ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, ein Stil der jedoch<br />

lokal zuweilen noch lange nachgewirkt hat. (1241531)<br />

(11)<br />

NORTH ITALIAN SCHOOL,<br />

16TH CENTURY<br />

THE VIRGIN AND CHRIST CHILD WITH<br />

SAINT JEROME<br />

Oil on canvas.<br />

42 x 55 cm.<br />

Frame in gold plating and niello technique,<br />

19th century.<br />

This type of depiction can be described as an early<br />

example of a Sacra Conversazione [holy conversation]<br />

in which saints of various periods are depicted in contact<br />

or conversation with each other. The colouration<br />

and style suggest a Venetian School of the first half of<br />

the 16th century, representing a style of painting that<br />

continued to have an effect locally long after that.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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33


240<br />

JOHANN LUDWIG ERNST MORGENSTERN,<br />

1738 RUDOLSTADT <strong>–</strong> 1819 FRANKFURT AM MAIN,<br />

ZUG.<br />

Morgenstern besuchte ab 1766 die Akademie der<br />

Gemäldegalerie in Salzdahlum, wo er unter Ludwig<br />

Wilhelm Buch (1703-1772) arbeitete. 1769 ging er<br />

nach Frankfurt am Main, wo er Aufnahme in die Werkstatt<br />

von Christian Georg Schütz d.Ä. (1718-1791) fand.<br />

Er lernte den schweizer Architekturmaler Johann<br />

Vögelin kennen, der ihn für das Genre begeisterte,<br />

sodass sich Morgenstern ab diesem Zeitpunkt fast<br />

ausschließlich in dieser Nische der Malerei, vor allem<br />

aber der Kirchenmalerei betätigte. Nach Heirat 1776<br />

erhielt er das Frankfurter Bürgerrecht und durch Übergabe<br />

eines Meisterstücks, das ein Kircheninneres darstellt,<br />

zugleich auch das Meisterrecht.<br />

KIRCHENINTERIEUR<br />

Öl auf Holz.<br />

17,5 x 20 cm.<br />

In dekorativem Rahmen mit Schildpatt.<br />

Von erhöhtem Standpunkt Blick auf den Vorraum des<br />

Inneren einer großen gotischen Kirche. Der Boden<br />

des Vordergrunds mit zweifarbigem schachbrettartigen<br />

Muster, auf dem zahlreiche Figuren zu sehen<br />

sind: Drei edle Damen im Gespräch, ein Mann in Rückenansicht<br />

mit rotem Mantel und linksseitig, vor<br />

dem hölzernen geöffneten Eingang zu einer Kapelle,<br />

ein schwarz-weiß gekleideter Priester im Gespräch<br />

mit einer jungen Dame. Zudem ist ein stehender<br />

Hund zu erkennen. Am Eingang der Kapelle der linken<br />

Bildseite kniet eine junge Frau, während in der Kapelle,<br />

direkt am Altar, eine Dame steht und auf das große<br />

Altarbild in schwarzem teilvergoldeten Rahmen schaut.<br />

In der Mitte des Bildes fällt der Blick durch einen hohen<br />

Spitzbogen auf eine weitere Kapelle des rechten<br />

Seitenschiffes der Kirche. Hier wird besonders die<br />

mächtige Architektur mit den großen Pfeilern, in überwiegend<br />

beiger Farbigkeit hervorgehoben. Streng angelegte,<br />

geometrisch genaue Malerei, in überwiegend<br />

beige-brauner Farbigkeit, aufgelockert durch einige rote<br />

Farbelemente. Rest. (12414812) (18)<br />

Export restrictions outside the EU (frame).<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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241<br />

JOHANN LUDWIG ERNST MORGENSTERN,<br />

1738 RUDOLSTADT <strong>–</strong> 1819 FRANKFURT AM MAIN,<br />

ZUG.<br />

KIRCHENINTERIEUR<br />

Öl auf Holz.<br />

17,3 x 20,5 cm.<br />

In dekorativem Rahmen mit Schildpatt.<br />

Blick von erhöhtem Standpunkt auf das Innere einer<br />

gotischen Kirche mit Seitenkapellen. Das Hauptschiff<br />

mit Lettner wird von zahlreichen wandelnden Figuren<br />

belebt. Auf dem Boden des Vordergrundes, mit zweifarbigem<br />

schachbrettartigen Muster, ist ein Mann mit<br />

rotem Mantel in Rückenansicht sowie zwei rechts<br />

befindliche Damen zu erkennen. In der Kapelle des<br />

rechten Seitenschiffes sieht man einen Priester in<br />

schwarz-weißem Gewand, im Gespräch mit einer jungen<br />

Dame. In der Kapelle der linken Seite sieht man<br />

zwei Frauen vor einem hohen Altar kniend. Viele Details<br />

sind im Kircheninneren zu erkennen, darunter<br />

eine Orgel, eine Kanzel, ein Epitaph und die im Boden<br />

eingelassenen Grabplatten. Streng angelegte, geometrisch<br />

genaue Malerei mit feinem Licht- und Schattenspiel,<br />

die auch an Werke des Malers Peeter Neefs<br />

d.Ä. (um 1578-1656/61) erinnert. (12414813) (18)<br />

Export restrictions outside the EU (frame).<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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35


242<br />

MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />

MARIA LACTANS<br />

Öl auf Holz.<br />

27 x 21 cm.<br />

In einem Innenraum mit einem großen schweren goldroten<br />

Brokatvorhang, der im Hintergrund zur linken Seite<br />

gezogen wurde, und sich auf dem Tisch im Vordergrund<br />

wiederfindet, die sitzende Maria. Sie trägt ein<br />

rotes Untergewand, darüber ein großes langes dunkelblaues<br />

Gewand, das im Bereich des Dekolletés geöffnet<br />

ist und eine Brust sichtbar freigibt. Mit ihren<br />

schmalen Händen hält sie den auf der Tischplatte stehenden<br />

nackten Christusknaben, der mit seinen kleinen<br />

Armen gerade dabei ist nach rechts vorzuschreiten.<br />

Ihr Kopf ist leicht gesenkt und ihr Gesicht trägt<br />

feine zarte Züge mit einem kleinen roten Mund, geröteten<br />

Wangen und wohlgeformten Augenbrauen; ihr<br />

Blick ist liebevoll auf den blondhaarigen Knaben gerichtet.<br />

Im Gegensatz zu den sonst üblichen Maria<br />

lactans-Darstellungen liegt das Kind hier nicht an der<br />

Brust Mariens, sondern scheint der Vorgang des Stillens<br />

schon abgeschlossen. Malerei in zurückhaltender<br />

Farbigkeit, mit besonderer Herausstellung des Inkarnats<br />

von Mutter und Kind. (1241631) (1) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

243<br />

MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />

DER PREDIGENDE CHRISTUS<br />

Öl auf Holz.<br />

32,5 x 37,5 cm.<br />

Vor einem geöffneten Holztor, durch das der Blick in<br />

eine Stadt fällt, der auf einem gemauerten Steinsockel<br />

stehende Christus in violettem Gewand und<br />

rotem Mantel, er hat dabei die Unterarme leicht angehoben<br />

und die Hände ausgestreckt und wendet sich<br />

zur Predigt dem ihn umgebenden Volk zu. Dieses besteht<br />

aus jüngeren und älteren Personen, teils in einfacher,<br />

teils in edler Kleidung mit Turban oder Samtmützen.<br />

Im Vordergrund zwei sitzende Frauen, davon<br />

eine edel gekleidet in Rückenansicht, ein kleines Kind<br />

in ihren Armen haltend, ein Weiteres liegt in türkisfarbenem<br />

Gewand auf dem Bauch und spielt. Vielfigurige<br />

und farbenfrohe Darstellung, dabei Christus durch<br />

einen Heiligenschein um sein Haupt zusätzlich hervorgehoben.<br />

Anmerkung:<br />

Die Darstellung nach einem berühmten Stich von<br />

Rembrandt La Petite Combe, Rijksmuseum Amsterdam.<br />

(1241361) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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244<br />

LUCA GIORDANO,<br />

1632/34 NEAPEL <strong>–</strong> 1705 EBENDA<br />

Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war<br />

Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls<br />

auch der Malerei widmete. So erhielt er seinen<br />

ersten Unterricht bei seinem Vater, während jedoch<br />

allgemein angenommen wird, dass er ein Schüler des<br />

Giuseppe José de Ribera (1588/91-1652) war. Etliche<br />

seiner Werke lassen auch dessen Einfluss erkennen,<br />

während das enorm umfangreiche Werk Giordanos<br />

zeigt, dass er sämtliche Stilvarianten seiner Zeit beherrschte.<br />

Auch die Themenbreite in seinem Werk, in<br />

sämtlichen Bereichen der Historienmalerei, religiöse<br />

Darstellungen aber auch mythologische Szenen, zeigt<br />

Einflüsse zunächst der Caravaggisten, später aber<br />

auch der Maler Pietro da Cortona (1596-1669), Mattia<br />

Preti (1613-1699) oder Peter Paul Rubens (1577-1640).<br />

Im Bildaufbau mancher seiner Werke sind auch die<br />

venezianischen Meister wie Paolo Veronese (1528-<br />

1588), Tiziano Vecellio (1485/89-1576) oder Domenico<br />

Robusti Tintoretto (1560-1635) spürbar.<br />

JAKOB UND RAHEL AM BRUNNEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

61 x 77 cm.<br />

Beigegeben Literaturauszug von Prof. Vincenzo Pacelli<br />

(in Kopie).<br />

Die altbiblische Szene nach dem ersten Buch Mose,<br />

Kapitel 29, schildert die erste Begegnung Jakobs und<br />

seiner späteren Gemahlin Rahel. Gezeigt ist, wie er,<br />

soeben aus Haran eingetroffen, für die junge Schäferin<br />

Rahel einen schweren Stein von der Brunnenöffnung<br />

hebt, damit sie ihre Tiere tränken kann. Die<br />

Szenerie ist mehrfigurig angelegt: Die beiden Hauptfiguren<br />

betonen die Mitte, auch farblich hervorgehoben<br />

durch den roten Rock des in Kniehaltung gegebenen<br />

Jakob sowie dem gelblich leuchtenden Kleid<br />

der Rahel, die sich auf einen Schäferstock stützt und<br />

mit dem Finger zur Brunnenöffnung weist. Im Hintergrund<br />

und seitlich Begleitfiguren sowie Schafe und<br />

eine Kuh. Links werden von jungen Männern Kamele<br />

in die Szene hereingeführt. Der Hintergrund in Art verschatteter<br />

Höhenzüge und Berge, wiedergegeben mit<br />

Abendlicht am Horizont rechts seitlich. Das Gemälde<br />

weist ganz augenscheinlich einen sehr flotten Pinselstrich<br />

auf, was auf eine spätere Entstehung unter den<br />

Werken des Meisters bedeuten mag. Ob das Bild als<br />

bozzettoartige Vorlage für ein weiteres größeres Werk<br />

gedacht ist muss offen bleiben. Jedenfalls ist in der<br />

Gesamtwirkung des Bildes eine gewisse Dramatik erkennbar,<br />

durch die scharfe Beleuchtung von links oben<br />

auf die Hauptfiguren, eine Stilistik, wie wir sie etwa in<br />

der vom Künstler geschaffenen Kreuzabnahme (Galleria<br />

Accademia, Venedig) finden, aber auch in der Darstellung<br />

des Heiligen Sebastian mit der Heiligen Irene<br />

im Philadelphia Museum of Art, entstanden um 1665.<br />

Literatur:<br />

Vincenzo Pacelli, Luca Giordano, Inediti e considerazioni,<br />

Todi 2007, S. 122, Nr. 25. (1241151) (11)<br />

LUCA GIORDANO,<br />

1632/34 NAPLES <strong>–</strong> 1705 IBID.<br />

JACOB AND RACHEL AT THE WELL<br />

Oil on canvas.<br />

61 x 77 cm.<br />

Accompanied by literature excerpt by Professor Vincenzo<br />

Pacelli (copy).<br />

Literature:<br />

V. Pacelli, Luca Giordano, Inediti e considerazione,<br />

Todi 2007, p. 122, no. 25.<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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37


245<br />

JUAN SALVADOR RUIZ,<br />

TÄTIG UM 1671 <strong>–</strong> UM 1704<br />

FANTASTISCHE PALASTANLAGE MIT BRUNNEN,<br />

KUPPELKIRCHE UND REICHER STAFFAGE<br />

Öl auf Kupfer.<br />

17,5 x 35 cm.<br />

In profiliertem und vergoldeten Rahmen.<br />

In für Ruiz typischer Kavaliersperspektive der Blick auf<br />

eine hügelige Landschaft mit vorgeschalteter Kirchenund<br />

Palastanalge mit barockem französischen Garten<br />

nebst einiger Häuser, welche einer Straßenachse folgen.<br />

Mannigfaltige Personenstaffage in zeitgenössischer<br />

Kleidung.<br />

Provenienz:<br />

Privatsammlung Baden Württemberg.<br />

Lempertz, Köln 6. Juni 1973, Lot 205.<br />

Lempertz, 25. November 2014, Lot 1084.<br />

(1241414) (13)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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246<br />

JAN VAN DEN HECKE D.Ä.,<br />

1620 QUARMONDE, OUDENAARDE <strong>–</strong><br />

1684 ANTWERPEN, ZUG.<br />

Der Maler gehört zu den bedeutenden flämischen<br />

Barock-Stilllebenmalern, die sich auch der Radierung<br />

gewidmet haben. Vor allem für seine Stillleben, Landschaften<br />

und Schlachtenbilder wurde er sehr ge schätzt.<br />

Nach seinem Aufenthalt in Rom wurde er von Erzherzog<br />

Leopold Wilhelm von Österreich beauftragt, Stillleben<br />

für dessen Sammlung zu schaffen, die sich heute<br />

im Kunsthistorischen Museum in Wien befinden.<br />

STILLLEBEN MIT BLUMENSTRAUSS<br />

IN EINER CHALCEDON-VASE<br />

Öl auf Holz.<br />

58,5 x 42 cm.<br />

Entstanden um 1655.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Der bunte Blumenstrauß präsentiert sich vor dunklem<br />

Hintergrund, dessen Brauntöne sich in der schlierigen<br />

Glas- oder Chalcedon-Vase wiederfinden, auf der ein<br />

Fensterlichtreflex aufleuchtet. Die Vase mit eingezogenem<br />

Rundfuß auf einer braunen Tischplatte, seitlich<br />

links eine Schnecke, die über ein Blatt kriecht sowie<br />

rechts ein kleiner grüner Laubfrosch. In leuchtenden<br />

Farben sind in dem Gesteck stark rosafarbene Rosen,<br />

rote Nelken, Narzissen, Jasminblüten, Rittersporn sowie<br />

andere Vorsommerblumen zu sehen. Aus dem<br />

kugelförmigen Strauß ziehen zwei helle Tulpen hoch.<br />

Die Blüten in Feinmalerei gehalten, dazwischen,<br />

ebenso minutiös eingebracht, ein bunter Schmetterling,<br />

ein Marienkäfer sowie eine Biene links oben im<br />

Hintergrund. Nicht unerwähnt sei hier, dass die im<br />

vorliegenden Bild gezeigte Chalcedon-Vase damals zu<br />

den teuersten venezianischen Murano-Produkten gehörte.<br />

Rest.<br />

Provenienz:<br />

Ehemals englische Sammlung.<br />

Verauktioniert London, Phillips, Juli 1997.<br />

Später Douwes Fine Art, 1998.<br />

Belgische Privatsammlung.<br />

(12413515) (18)<br />

JAN VAN DEN HECKE THE ELDER,<br />

1620 QUARMONDE, OUDENAARDE <strong>–</strong><br />

1684 ANTWERP, ATTRIBUTED<br />

STILL LIFE WITH FLORAL BOUQUET IN<br />

A CHALCEDON VASE<br />

Oil on panel.<br />

58.5 x 42 cm.<br />

Created ca. 1655.<br />

In decorative frame.<br />

Provenance:<br />

Formerly private collection, England.<br />

Sold at auction at Phillips, London, July 1997.<br />

Later Douwes Fine Art, 1998.<br />

Private collection, Belgium.<br />

€ 24.000 - € 28.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Detailabbildung Lot 246<br />

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247<br />

MONOGRAMMIST VON BRUNSWIJK,<br />

TÄTIG UM 1525 <strong>–</strong> 1550, KOPIE NACH<br />

IM FREUDENHAUS<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

33 x 46 cm.<br />

In profiliertem gefasstem Rahmen.<br />

Hoher Innenraum mit einer Stiege, welche in obere<br />

Räumlichkeiten führt und einem Durchblick in ein hinten<br />

links liegendes Schlafzimmer. Dort bereitet sich<br />

ein Geistlicher auf den Beischlaf vor. Weitere Personen<br />

füllen den Vordergund bei einem Trinkgelage als Vorbereitung<br />

zu amourösen Handlungen. Stark übermalt.<br />

Rest.<br />

BRUNSWIJK MONOGRAMMIST,<br />

ACTIVE BETWEEN 1525 <strong>–</strong> 1550, COPY AFTER<br />

AT THE BROTHEL<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

33 x 46 cm.<br />

In profiled polychrome frame.<br />

Examples of comparison:<br />

Rijksmuseum, Amsterdam, inv./cat. no. SK-A-1561.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Vergleiche:<br />

Rijksmuseum, Amsterdam , Inv./Katnr. SK-A-1561.<br />

(12414116) (13)<br />

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248<br />

ABRAHAM BLOEMAERT,<br />

1564 GORNICHEM <strong>–</strong> 1651 UTRECHT<br />

GALANTE LÄNDLICHE SZENE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

112 x 142 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Prof. Girolamo da Vanna,<br />

28.9.1988, das Gemälde dem genannten Künstler zuschreibend.<br />

Das Gemälde zeigt in raffiniertem kompositionellem<br />

Aufbau ein junges Paar in einer Landschaft neben stilllebenartiger<br />

Zusammenstellung von landwirtschaftlichen<br />

Geräten, Gemüsestücken und Messingkesseln.<br />

Die junge Frau am rechten Bildrand sitzt neben einem<br />

Fass, darüber ein Korb, aus dem sie offensichtlich das<br />

Ei genommen hat, das sie in der Hand hält und im Bild<br />

weiß aufleuchtet. Ein ebenfalls ländlicher Liebhaber<br />

sucht auf sie einzuwirken, während ihr Blick deutlich<br />

dem Betrachter gilt, der die Andeutungen in der Szene<br />

erkennen sollte. Auffallend ist, dass das Spundloch<br />

des Fasses mit einem roten Tuch verstopft ist, das<br />

farblich mit ihrem Kleid korrespondiert, was auf einen<br />

erotischen Bezug hindeutet. Wie in der holländischen<br />

Malerei häufig, ist hier wohl ein Sinnspruch mit entsprechendem<br />

Bezug verbildlicht worden.<br />

Im Werk des Malers finden sich etliche Vergleichsbeispiele,<br />

die zu vorliegendem Gemälde in Beziehung zu<br />

sehen sind. Etwa das Gemälde des „jungen Schäfers,<br />

der auf Tobias mit dem Engel weist“ (Museum Minneapolis,<br />

Institute of Arts). Dort findet sich der nahezu<br />

identische kugelförmige Messingkessel, ebenfalls neben<br />

einem Holzfass. In einer Auktion bei Lempertz<br />

wurde ein Gemälde mit Darstellung einer jungen Frau<br />

verauktioniert, die in gleicher Weise ein Ei in der Hand<br />

hält.<br />

Die beiliegende Expertise nennt als möglichen Enstehungszeitraum<br />

des Bildes die 30-er Jahre des 17. Jahrhunderts<br />

sowie den Stileinfluss der Manieristen wie<br />

Ter Bruggen. Das Gemälde befindet sich in tadellosem<br />

Zustand. (1240305) (11)<br />

ABRAHAM BLOEMAERT,<br />

1564 GORINCHEM <strong>–</strong> 1651 UTRECHT<br />

GALLANT RURAL SCENE<br />

Oil on canvas,<br />

112 x 142 cm.<br />

An expert’s report by Professor Girolamo da Vanna, 28<br />

September 1988 is enclosed, attributing the painting<br />

to the artist.<br />

There are numerous examples of comparison in the<br />

artist's oeuvre that can be related to the work on offer<br />

for sale in this lot, e.g. Shepherd Boy pointing at Tobias<br />

and the Angel (Minneapolis Institute of Art, Minnesota).<br />

Here too an almost spherical brass kettle is<br />

shown next to a wooden barrel. A painting of a young<br />

woman holding an egg in a similar way was sold at<br />

auction at Lempertz, Cologne. The enclosed expert’s<br />

report suggests the 1730s as the painting’s potential<br />

period of creation and names the Mannerist painter<br />

Ter Brugghen as a stylistic influence. In excellent condition.<br />

A.R.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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41


249<br />

BARTOLOMEO PEDON,<br />

1665 <strong>–</strong> 1732, ZUG.<br />

Der Künstler malte hauptsächlich Landschaften, oftmals<br />

Nachtbilder oder skurrile Architektur in einer wilden<br />

Landschaft. Er wurde beeinflusst von Marco Ricci<br />

(1676/79-1729/30) und Antonio Marini (1778/88-1861),<br />

in Bezug auf seine Figuren jedoch auch von Alessandro<br />

Magnasco (um 1667-1749) und Salvator Rosa (1615-<br />

1673).<br />

ARCHITEKTURLANDSCHAFT MIT TORBOGEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

69 x 113 cm.<br />

In floral dekoriertem vergoldeten Prunkrahmen.<br />

Im Zentrum des Gemäldes ein steinerner Torbogen,<br />

der links von einem Gebäudekomplex begrenzt wird<br />

und nach rechts wiederum von diversen Häusern, teils<br />

mit Rundbögen, einem hohen quadratischen Turm und<br />

einem alten Rundturm. Durch den Torbogen fällt der<br />

Blick in eine weite bergige Landschaft, in der ein Fluss<br />

entspringt, der sich durch den Torbogen bis in den Vordergrund<br />

des Gemäldes schlängelt und in einem kleinen<br />

Teich endet. Am Ufer des Gewässers sitzen auf<br />

der linken Seite ein Mann in rotem Gewand in Rückenansicht,<br />

neben ihm ein Junge und auf der rechten<br />

Uferseite eine Frau in blau-rotem Gewand, die einem<br />

jungen Mann zuschaut, der wohl gerade halb im Wasser<br />

steht. Im Hintergrund zahlreiche Bäume, die in den<br />

Himmel ragen, in braun-grüner Farbigkeit sowie dicke<br />

weiße Wolkenformationen am Himmel. Das Licht der<br />

untergehenden Sonne versetzt Häuser und Figuren in<br />

ein warmes beige-goldenes Licht. Stimmungsvolle Malerei<br />

in betonter Hell-Dunkel-Wirkung des ausgehenden<br />

17. Jahrhunderts. (1241486) (13)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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250<br />

BARTOLOMEO PEDON,<br />

1665 <strong>–</strong> 1732, ZUG.<br />

Der Künstler malte hauptsächlich Landschaften, oftmals<br />

Nachtbilder oder skurrile Architektur in einer wilden<br />

Landschaft. Er wurde beeinflusst von Marco Ricci<br />

(1676/79-1729/30) und Antonio Marini (1778/88-1861),<br />

in Bezug auf seine Figuren jedoch auch von Alessandro<br />

Magnasco (um 1667-1749) und Salvator Rosa (1615-<br />

1673).<br />

FLUSSLANDSCHAFT MIT ARCHITEKTURPROSPEKT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

62 x 114 cm.<br />

In floral verziertem Goldrahmen.<br />

Interessante Komposition mit links stehendem, hohen<br />

Architekturversatzstück als Repoussoir und daneben<br />

liegendem Fluss, über welchem eine flache Brücke<br />

führt, hin zu einem vielfältig gestalteten Dorf. Besonders<br />

in der Figurenstaffage spiegelt sich der Einfluss<br />

Magnascos wieder, unter welchem Pedone stand.<br />

(1241487) (13)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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251<br />

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

Gemäldepaar<br />

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

Je 51 x 69 cm.<br />

In teilvergoldeten Rahmen.<br />

Das erste Gemälde zeigt vor dunklem Hintergrund,<br />

auf einer steinernen Platte liegend, zwei große grüne<br />

Wassermelonen und davor eine in zwei Teilen geöffnete,<br />

mit rotem Fruchtfleisch und zahlreichen Kernen.<br />

Daneben liegend zwei grünliche Äpfel und ein Paar<br />

Kirschen mit Blatt. Das Licht fällt von links oben auf<br />

die Früchte herab und wirft entsprechend Schatten.<br />

Auf dem zweiten Gemälde ist ebenfalls auf einer steinernen<br />

Platte vor dunklem Hintergrund eine mittig<br />

aufgeschnittene Wassermelone zu erkennen, davor<br />

eine weitere große Frucht und links einige glänzende<br />

gelbe und grüne Äpfel sowie auf der rechten Seite ein<br />

paar glänzende Birnen mit Blättern. Typische Früchtestillleben<br />

der Zeit mit starker Licht- und Schattenakzentuierung.<br />

Eines mit minimalen Farbabsplitterungen,<br />

kleine Kratzsp., Rahmenschäden. (1241764) (3)<br />

(18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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43


252<br />

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

AUS DEM KREIS DES PAUL DE VOS,<br />

UM 1591 <strong>–</strong> 1678<br />

BÄRENJAGD<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

126 x 160 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

In weiter Landschaft, im abendlichen Licht, ein großer<br />

Bär, der sich heftigst gegen eine ihn angreifende Hundemeute<br />

verteidigt. Er hat rötliche Augen, das Maul<br />

bedrohlich geöffnet und mit einer Pranke hat er einen<br />

schwarz-weiß gefleckten Hund ergriffen, aus dessen<br />

Wunde reichlich Blut läuft. Ein brauner Hund ist unter<br />

diesem Hund bereits begraben. Von links und rechts<br />

nähern sich jeweils weitere Hunde mit aufgerissenem<br />

Maul und leuchtend roter Zunge dem Bären, während<br />

einer hinter ihm auf dem Rücken ist und in das Fell<br />

des Bären beißt. Dramatisches Gemälde in hoher maltechnischer<br />

und kompositioneller Weise geschaffen,<br />

mit starker Hell-Dunkel-Akzentuierung. Rest., Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Die Darstellung soll nicht zuletzt die Gefährlichkeit der<br />

Bärenjagd dokumentieren, ein im 17. und noch im<br />

18. Jahrhundert beliebtes Motiv für die jagdfreudige<br />

höfische Gesellschaft. (1241762) (3) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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253<br />

FLÄMISCHER MALER<br />

DER ZWEITEN HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

JAGDSTILLLEBEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

116 x 135 cm.<br />

In Waldlandschaft unterhalb eines alten knorrigen<br />

Baumes werden stilllebenhaft die erlegten Tiere gezeigt,<br />

darunter ein großer Hase inmitten von erlegtem<br />

Federvieh, darunter auch Enten und eine Schnepfe.<br />

Auf der rechten Seite ein brauner Hund, der seinen<br />

Kopf zur Seite gewendet hat und mit seinen braunen<br />

Augen mit Glanzlichtern und gefletschten Zähnen<br />

grimmig aus dem Bild seitlich herrausschaut. Die erlegten<br />

Jagdtiere werden aus unbekannter Quelle beleuchtet,<br />

während der Hintergrund in einem grün-blauen<br />

Ton bleibt. Malerei mit besonderer Hell-Dunkel-Betonung,<br />

wobei das weiße Fell des Hasen, der auf dem<br />

Rücken liegt, besonders in den Vordergrund gestellt<br />

wird. Rest., Retuschen. (1241765) (3) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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45


254<br />

MALER DES 17. JAHRHUNDERTS AUS DEM KREIS<br />

DES DOMENICO PIOLA D. Ä. (1627 <strong>–</strong> 1703)<br />

FAMILIENIDYLL<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

115 x 135 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen mit Holzschnitzereien.<br />

In einem Innenraum eine junge sitzende Frau mit langen<br />

ausgestreckten Beinen und nackten Füßen, in einem<br />

hellen Kleid und wohlfrisierten Haaren, die mit<br />

Perlenketten geschmückt sind, ihrem neugeborenen<br />

Kind gerade die linke Brust reichend. Das Kleine, eingewickelt<br />

in türkis-blaues Tuch mit Goldverzierung, scheint<br />

dabei fast zu schlafen. Links neben der Frau scheint<br />

ein junges Mädchen, mit geröteten Wangen und blondem<br />

Haar, der Frau beim Stillen zu helfen. In ihrem<br />

rechten Arm hält die Mutter einen Knaben in rotem<br />

Gewand und dunkler Lockenpracht, der in seiner Linken<br />

einen Apfel hält und seine rechte Hand zum Mund<br />

geführt hat. Mit seinen dunklen braunen Augen schaut<br />

er interessiert und aufmerksam aus dem Bild auf den<br />

Betrachter hinaus. Auf der rechten Seite zudem ein<br />

schräg gestelltes Podest, auf dem ein schlafendes weiteres<br />

Kind zu sehen ist, das seinen Kopf auf seine<br />

überkreuzten Hände gelegt hat. Liebevolle harmonische<br />

Malerei in qualitätvoller Ausführung, in leichter Sfumatotechnik,<br />

die innige Beziehung von Mutter und Kind<br />

sowie zu ihren weiteren Kindern einfühlsam zeigend.<br />

Retuschen, kleinere Rah menschäden, Gemälde an<br />

Rän dern durch Rahmen berieben. (1241753) (18)<br />

17TH CENTURY PAINTER, CIRCLE OF DOMENICO<br />

PIOLA THE ELDER (1627 <strong>–</strong> 1703)<br />

FAMILY IDYLL<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

115 x 135 cm.<br />

In magnificent gilt frame with wooden carvings.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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255<br />

GIOVANNI BATTISTA LANGETTI,<br />

1625 <strong>–</strong> 1676<br />

DIE TRUNKENHEIT DES NOAH<br />

Öl auf Leinwand.<br />

117,5 x 167,5 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Mattia Vinco, vom 24.<br />

3.2018, mit mehreren Bildvergleichsangaben.<br />

Die im Bild thematisierte Begebenheit wird in Genesis<br />

10,1 erzählt, wonach der Stammvater der Völker in<br />

Trunkenheit von seinen Söhnen aufgefunden wurde.<br />

Dabei hat einer der Söhne, Ham, die Blöße des Vaters<br />

aufgedeckt, was zum Fluch über ihn und dessen Sohn<br />

Kenaan führte. Die Legende hat zahlreiche Interpretationen<br />

erfahren. In der Malerei des 15. Jahrhunderts<br />

hat etwa Giovanni Bellini das Thema aufgegriffen und<br />

in seinem Gemälde Noch in ähnlicher Weise nach<br />

links liegend dargestellt, ebenfalls über ihn gebeugt<br />

seine Söhne.<br />

Diesem Kompositionsschema folgt auch Langetti in<br />

dem vorliegenden Gemälde. Stilgemäß weit bewegter<br />

ist nun der nur im Bereich der Scham bedeckte<br />

alte Vater dargestellt; er liegt auf einer Kline, sein rechtes<br />

Bein hängt über den Bettrand herab, sein Kopf auf<br />

seinem rechten Arm. Langetti lässt in künstlerischer<br />

Freiheit zwei der Söhne sich gegenseitig anblicken,<br />

die linke Gestalt, in rotem Kleid mit Hut, scheint dabei<br />

zu sein, sich dem Interesse an der Entblößung des<br />

Vaters hinzugeben. Sein Gesicht neugierig lächelnd<br />

gezeigt, den Zeigefinger wie vor der Tat erhoben.<br />

In hoher Malqualität wird hier der gealterte Körper des<br />

Vaters gezeigt, ein Motiv, das sich bei Langetti mehrmals<br />

wiederfindet und nahezu zu einer Spezialität des<br />

Malers geworden ist. Auch die bewegte Körperhaltung<br />

gehört zur Bildsprache des Malers, der in seiner<br />

Geburtsstadt, aber auch in Venedig und Rom wirkte. In<br />

Venedig wird er als Mitarbeiter des Gianfranco Cassana<br />

vermutet. Sein Stil zeigt eine deutliche Betonung<br />

der Hell-Dunkel-Malerei in der Stilrichtung der „tenebrosi“,<br />

die auch bei Carl Loth zu finden ist.<br />

A.R.<br />

Literatur:<br />

Luca Bortolotti: Langetti, Giovan Battista, in: Mario<br />

Caravale (Hrsg.), Dizionario Biografico degli Italiani<br />

(DBI). Bd 63: Labroca-Laterza. Istituto della Enciclopedia<br />

Italiana, Rom 2004.<br />

R. Pallucchini, La pittura veneziane del Seicento, I,<br />

Milano 1981, S. 243-250.<br />

M. Stefani Mantovanelli, Giovanni Barrista Langetti.<br />

Il principe dei tenebrosi. Soncino/Cremona 2011.<br />

(1241754) (11)<br />

GIOVANNI BATTISTA LANGETTI,<br />

1625 <strong>–</strong> 1676<br />

THE DRUNKENNESS OF NOAH<br />

Oil on canvas.<br />

117.5 x 167.5 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Mattia Vinco,<br />

dated 24 March 2018, with several examples of paintings<br />

for comparison.<br />

Literature:<br />

L. Bortolotti, Giovan Battista Langetti, in: Mario Caravale<br />

(ed.), Dizionario Biografico degli Italiani (DBI), vol<br />

63: Labroca-Laterza. Istituto della Enciclopedia Italiana,<br />

Rome 2004.<br />

R. Pallucchini, La pittura veneziane del Seicento, I,<br />

Milan 1981, pp. 243-250.<br />

M. Stefani Mantovanelli, Giovanni Barrista Langetti.<br />

Il principe dei tenebrosi, Soncino/Cremona 2011.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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47


256<br />

ITALIENISCHER MEISTER<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DAVID UND GOLIATH<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

162 x 106 cm.<br />

In dekorativem Prunkrahmen.<br />

Im Mittelpunkt des Gemäldes der mit freiem Oberkörper<br />

auf einem Stein sitzende junge David, der an einem<br />

über seine Brust gehenden Gurt einen leuchtend roten<br />

Mantel und ein weißes Untergewand befestigt hat,<br />

vor dunklem Hintergrund mit Blick auf eine weite<br />

Landschaft. Er hat seine rechte Hand auf ein großes<br />

Schwert mit prächtigem goldenen Griff gelegt, das<br />

durch den Lichteinfall teilweise glänzt. Er hat braunes<br />

lockiges, durch ein Band gehaltenes Haar und schaut<br />

aufmerksam mit seinen wachen dunklen Augen aus<br />

dem Bild heraus. Mit dieser Waffe hat er den Kopf des<br />

Riesen Goliaths abgeschlagen, der wohl zu seinen<br />

Füßen liegt. Der Lichteinfall, von links oben, beleuchtet<br />

besonders den Griff des Schwertes, den Oberkörper<br />

Davids sowie den am Boden liegenden Kopf, sodass<br />

ein starker Hell-Dunkel-Kontrast entsteht. Qualitätvolle<br />

Malerei, die in diesem Fall nicht die Schleuder des<br />

David, sondern das Schwert in den Vordergrund dieser<br />

biblischen Darstellung stellt. Kleinere Retuschen.<br />

(1241751) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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257<br />

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

KAMPF EINES GRIECHEN MIT EINEM BARBAREN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

170 x 120 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Die Darstellung zeigt zwei miteinander ringende Kämpfer,<br />

wobei der Geharnischte einen Federhelm mit einer<br />

Eule trägt, was ihn als einen Athener kennzeichnet.<br />

Der sichtlich Unterlegene ist mit rotem Tuch bekleidet.<br />

Weitere Attribute fehlen, sodass sich eine genauere<br />

Deutung der Szene nicht ermöglicht. Der Malstil weist<br />

Züge der Römischen Schule auf. (1241761) (3) (11)<br />

ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

FIGHT OF A GREEK SOLDIER WITH A BARBARIAN<br />

Oil on canvas,<br />

170 x 120 cm.<br />

Unframed.<br />

The painting style suggests the School of Rome.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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258<br />

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DIE HEILIGE MARIA MAGDALENA ALS BÜSSERIN<br />

IN DER EINÖDE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

82,5 x 65,5 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Die Heilige Maria Magdalena in einem goldfarbenen<br />

Gewand und blauem Umhang mit hüftlangen welligen<br />

blonden glänzenden Haaren, auf einem Stein einer<br />

Höhle sitzend, die nach rechts den Blick nach draußen,<br />

auf einen Felsen und Sträucher und Zweige freigibt.<br />

Hinter ihr stehend ein Buch, wohl ein Salbgefäß<br />

und ein Kreuz. Mit ihrer rechten Hand hat sie ihre<br />

langen Haare vor ihrer Brust erfasst, während sie die<br />

Linke nach hinten ausstreckt und mit fragendem Blick<br />

und tränenden Augen ihren Kopf, umgeben von einem<br />

Nimbus, nach oben zum Himmel gerichtet hat. Malerische<br />

beliebte Darstellung in der Kunstgeschichte<br />

des 17. Jahrhunderts; hier gekonnt das helle Inkarnat<br />

und die Handgesten in den Vordergrund gestellt.<br />

Retuschen. (1241768) (3) (18)<br />

€ 4.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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259<br />

ITALIENISCHER MALER<br />

DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />

FRÜCHTESTILLLEBEN MIT ÄPFELN UND<br />

GROSSER WASSERMELONE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

83 x 115 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Vor grünlichem Hintergrund, auf einer Platte liegend,<br />

die Komposition mit den prachtvollen Früchten, in deren<br />

Mittelpunkt eine aufgeschnittene saftige Wassermelone<br />

mit dunklen Kernen steht. Umrahmt wird sie<br />

von diversen Zweigen mit Weintrauben und kleineren<br />

Äpfeln sowie im Vordergrund von rot glänzenden Kirschen,<br />

einigen Feigen, größeren Äpfeln und einigen<br />

fast verwelkten Blumen. Im Hintergrund links und<br />

rechts jeweils ein Zweig mit Äpfeln bzw. Blättern und<br />

einige Birnen zu sehen. Malerei in zurückhaltender,<br />

überwiegend grün-brauner und rot-weißer Farbigkeit,<br />

die dabei die Wassermelone durch gekonnte Lichtund<br />

Schattenführung besonders herausstellt. Rest.,<br />

teils Retuschen. (12417521) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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260<br />

MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

MOSES UND DAS VOLK ISRAEL MIT NEHUSCHTAN,<br />

DER EHERNEN SCHLANGE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

148 x 204 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Das Gemälde nimmt Bezug auf die Bibelstelle 4.Mose<br />

21. Als das Volk Israel auf dem Weg von Ägypten zum<br />

Schilfmeer war, redeten sie gegen Gott und Mose. Da<br />

sandte der Herr feurige Schlangen unter das Volk und<br />

sie bissen das Volk und viele starben. Sie bereuten<br />

ihre Tat und erkannten, dass sie gesündigt haben und<br />

flehten zum Herren. Dieser beauftragte Moses, eine<br />

Schlange aus Kupfer zu fertigen und sie auf eine Stange<br />

zu setzen; wenn jemand von einer Schlange gebissen<br />

wurde, schaute er auf zu der Schlange aus Kupfer<br />

und so blieb er am Leben. Das Gemälde bezieht sich<br />

genau auf diese Bibelstelle. Man sieht Moses mit<br />

dem Volk, die unterhalb eines Berges rasten und ihre<br />

Zelte aufgeschlagen haben. Im Vordergrund Männer<br />

und Frauen, die gegen die Schlangenplage kämpfen;<br />

einige sind bereits leblos zu Boden gegangen. Rechts<br />

Moses in dunklem Gewand und rotem Mantelüberwurf,<br />

hinter seinem Kopf ist ein Strahlennimbus zu<br />

erkennen. Er weist mit ausgestreckten Armen und<br />

Stock auf die in der Mitte errichtete Stange mit der<br />

ehernen Schlange hin. Mehrere Figuren wenden sich<br />

ebenfalls teils mit ausgebreiteten, teils mit gefalteten<br />

Händen dieser kupfernen Schlange zu und können so,<br />

laut Bibeltext, errettet werden und am Leben bleiben.<br />

Am rechten Rand wohl das große errichtete Zelt des<br />

Moses, während auf der linken Seite mehrere kleine<br />

Zelte, die sich am Hang weiter ziehen, zu sehen sind.<br />

Darstellung im Licht der untergehenden Sonne, in<br />

überwiegend beige-brauner Farbigkeit, aufgelockert<br />

durch einige rote Kleidungsstücke, dabei gekonnte<br />

Licht- und Schattensetzung. Wenige Retuschen.<br />

(1241759) (18)<br />

17TH CENTURY PAINTER<br />

MOSES AND THE PEOPLE OF ISRAEL WITH<br />

NEHUSHTAN, THE COPPER SNAKE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

148 x 204 cm.<br />

Unframed.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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51


261<br />

FRANCESCO BOTTI,<br />

1640/45 FLORENZ <strong>–</strong> 1710/11<br />

SAMSON UND DELILAH<br />

Öl auf Leinwand.<br />

96 x 118 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dr. Alessandro Delpriori,<br />

Universität Florenz.<br />

Das Thema aus dem Alten Testamtent, dem Buch der<br />

Richter, hat in der Barock-Malerei großen Anklang und<br />

Interesse gefunden. Dies vor allem weil nun die Rolle<br />

der Frau in der Gesellschaft neu differenziert zu werden<br />

begann, was in ähnlichen, meist alttestamentlichen<br />

Bildthemen Ausdruck gefunden hat. Gezeigt ist hier<br />

die Philisterin Delilah, die dem israelitischen Helden<br />

das Haar abschneidet. Der Legende nach behielt der<br />

herkulische Samson solange seine Kraft, solange er<br />

sein langes Haar hatte. Delilah entlockte ihm dieses<br />

Geheimnis und war dadurch in der Lage, ihn zu<br />

schwächen. Letztlich jedoch besiegte er die Philister,<br />

indem er als Gefangener die Säulen des Tempels zum<br />

Einsturz brachte. Das Gemälde zeigt die junge Frau in<br />

entschlossener, aber gleichzeitig etwas zögerlicher<br />

Haltung, mit kritischem Blick aufmerksam den Schlaf<br />

ihres Geliebten prüfend. In der linken Hand hält sie die<br />

Schere, die rechte eine Locke des Samson, der mit<br />

seinem Haupt auf ihrem Schoß liegt. Die Darstellung<br />

ist in einem caravaggeskem Hell-Dunkel gezeigt, was<br />

der nächtlichen Situation des Geschehens in passender<br />

Weise entspricht.<br />

Die Zuweisung an den Künstler, durch beiliegende Expertise<br />

erfolgt, ist erst vor nicht allzu langer Zeit möglich<br />

geworden, unter anderem durch Auffinden eines<br />

weiteren Werkes. Die Schulung Bottis in der Werkstatt<br />

seines Lehrers Simone Pignone (1611/14-1698)<br />

ist offensichtlich und hat auch dazu geführt, dass ein<br />

themengleiches Werk, welches ursprünglich dem<br />

Lehrer zugewiesen war, in der Fotothek der Fondazione<br />

Zeri als solches aufgenommen wurde. Das vorliegende<br />

unveröffentlichte Gemälde lässt sich nun in einem<br />

Zusammenhang mit einem etwas kleineren Bild<br />

der gleichen Darstellung bringen, dessen Verbleib jedoch<br />

unbekannt ist. Der Vergleich beider Bilder zeigt<br />

eindeutig auch die hohe Qualität des vorliegenden<br />

Werkes, das durch den Experten in den Anfang der<br />

1690er-Jahre datiert wird. Ferner werden Bildvergleiche<br />

vorgelegt: Etwa mit dem Gemälde Bottis „Sophonisba“<br />

(Museo Civico di Montepulciano) sowie<br />

„Judith und Holofernes“ aus einer Privatsammlung.<br />

Provenienz:<br />

Ehemals Privatsammlung Italien. (12417520) (11)<br />

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FRANCESCO BOTTI,<br />

1640/45 FLORENCE <strong>–</strong> 1710/11<br />

SAMSON AND DELILAH<br />

Oil on canvas.<br />

96 x 118 cm.<br />

Accompanied by an expert‘s report by Dr Alessandro<br />

Delpriori, University of Florence.<br />

It has only recently been possible to identify the artist<br />

of the painting on offer for sale in this lot - i.a. due to<br />

the discovery of another painting - as pointed out in the<br />

enclosed expert‘s report. Botti trained in the workshop<br />

of Simone Pignone (1611/14-1698) and his teacher‘s<br />

influence on his oeuvre is obvious as another painting<br />

with the same subject was originally attributed to<br />

Pignone and is listed as such at the photo library of the<br />

Federico Zeri Foundation. The hitherto unpublished<br />

painting on offer for sale in this lot, can now be seen in<br />

connection with a slightly smaller painting of the same<br />

subject, however, its current whereabouts is unknown.<br />

The comparison of both paintings clearly shows the<br />

high quality of the painting on offer for sale in this lot<br />

dated by the expert to the early 1690s. The report also<br />

lists other examples for comparison such as Botti‘s Sophonisba<br />

(Museo Civico di Montepulciano) and Judith<br />

and Holofernes from a private collection.<br />

Provenance:<br />

Formerly private collection, Italy.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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262<br />

PIETRO BENVENUTI,<br />

1769 AREZZO <strong>–</strong> 1844 FLORENZ<br />

JAKOB SEGNET SEINE ZWÖLF SÖHNE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

95 x 121 cm.<br />

Vergoldeter Rahmen mit Kymation-Dekor.<br />

Beigegeben Expertise von Alessandro Delpriori, mit<br />

Einordnung des Gemäldes um 1830.<br />

Der Maler ist aufgrund der Zeitumstände seines Wirkens<br />

mit seinen politischen Darstellungen bekannt<br />

geworden, wie etwa den Themen im Zusammenhang<br />

mit Napoleon. Dies war auch eine Folge seiner Berufung<br />

durch Elisa Bonaparte, der Regentin des Großherzogtums<br />

Toskana als Professor an die Accademia<br />

di San Luca in Florenz. Weitere Auszeichnungen, vor<br />

allem auch Portraits des herrschenden Adels sorgten<br />

für seinen Ruhm. Auch der berühmte Bildhauer Antonio<br />

Canova (1757-1822) war mit ihm befreundet. Seine<br />

Ausbildung erhielt Benvenuti ab 1810 in Paris von<br />

keinem geringeren als Jacques-Louis David (1748-<br />

1825). Diese Lehre hat ihn auch den antik-historischen<br />

Themen zugeführt, zu denen auch das vorliegende<br />

Gemälde zu zählen ist.<br />

Gezeigt ist die Szene der Legende aus Genesis (48-<br />

49), wonach der Stammvater Jakob am Sterbebett<br />

noch seine zwölf Söhne, die Häupter der Zwölf Stämme<br />

Israels versammelt, um sie zu segnen und ihnen<br />

die Zukunft aufgrund ihrer Charaktere voraussagt. Die<br />

Szenerie ist theatralisch aufgebaut; der alte Stammvater<br />

graubärtig mit aufrechtem entblößtem Oberkörper<br />

auf der Bettstatt, bühnenartig beleuchtet von einem<br />

zwischen den Vorhängen einfallenden Licht. Seine<br />

rechte Hand hält er auf den noch jungen Benjamin,<br />

seine linke ausgestreckt, weist auf die um ihn Stehenden.<br />

Eine der Figuren steht verschattet als Repoussoir<br />

am linken Bildrand. Die Lichtregie erinnert an weitere<br />

seiner Bilder, wie „Cafalus und Procris“ oder „Der<br />

barmherzige Samariter“. In imponierender Großartigkeit<br />

präsentieren sich seine Wandbilder in Florentiner<br />

Palästen oder der Galleria Palatina.<br />

A.R. (12417514) (11)<br />

PIETRO BENVENUTI,<br />

1769 AREZZO <strong>–</strong> 1844 FLORENCE<br />

THE BLESSING OF JACOB<br />

Oil on canvas.<br />

95 x 121 cm.<br />

Gilt frame with cymatium décor.<br />

Accompanied by an expert’s report by Alessandro Delpriori,<br />

dating the painting to ca. 1830.<br />

Depiction of the prophetic poem from the Book of<br />

Genesis (48-49), according to which patriarch Jacob<br />

assembled his twelve sons, the twelve heads of the<br />

Tribes of Israel on his deathbed, in order to bless<br />

them and predict their futures according to their characters.<br />

Other magnificent works by the artist can be found in<br />

the impressive frescoes of Florentine Palaces or at<br />

the Palatine Gallery, Florence.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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53


263<br />

SPANISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

CHRISTUS AM KREUZ<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

206 x 147 cm.<br />

Rechts unten in Kartusche bezeichnet „Juan Anton<br />

S. Se VARACA faci [...]“.<br />

Am oberen Rand schmale Holzleiste.<br />

Vor dunklem, fast schwarzem Hintergrund der am<br />

Kreuz hängende Körper Christi, lediglich mit einem<br />

weißen Tuch um seine Hüften bedeckt. Er hat seinen<br />

Kopf mit dunklen Haaren leicht nach unten hängen,<br />

seine Augen sind geschlossen und er trägt eine Dornenkrone.<br />

Deutlich erkennbar tropft Blut vom Kopf auf<br />

seinen Oberkörper und aus der Wunde auf seiner<br />

rechten Seite. Seine kräftigen Hände sind mit sichtbaren<br />

Nägeln durchbohrt, ebenso seine am Kreuz befestigten<br />

Füße. In der oberen Mitte des Kreuzes ist ein<br />

Schild befestigt, darauf die Buchstaben „I.N.R.I.“ zu<br />

lesen. Qualitätvolle Malerei, das Inkarnat Christi dabei<br />

in weichem beigefarbenen Ton mit gekonnt ausgearbeitetem<br />

Muskel- und Körperbau. (1241763) (3) (18)<br />

SPANISH SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

CHRIST ON THE CROSS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

206 x 147 cm.<br />

Signed „Juan Anton S. Se VARACA faci [...]“ in<br />

cartouche lower right.<br />

A narrow wooden strip on the top edge.<br />

€ 18.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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264<br />

HENDRICK VAN SOMER,<br />

1615 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1684 NEAPEL<br />

DER HEILIGE HIERONYMUS IN DER HÖHLE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

111 x 83 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Nicola Spinosa in Kopie,<br />

Neapel, 10. Juni 2020.<br />

Hieronymus wurde 347 in Illyrien im heutigen Kroatien<br />

geboren und ließ sich schließlich 385 in Betlehem<br />

nieder, wo er ein Kloster für Männer und eines für<br />

Frauen gründete, bevor er ca. 420 starb. Der Heilige<br />

ist vor allem für seine Übersetzung der Bibel aus dem<br />

Griechischen ins Lateinische bekannt, was auch seine<br />

ikonographische Darstellung seit dem 15. Jahrhundert<br />

erklärt: Wenn nicht in der Wüste, so wird er gern in<br />

einer Studierstube oder <strong>–</strong> wie auch hier <strong>–</strong> in einer Höhle<br />

dargestellt. Das bis dato unpublizierte Gemälde ist,<br />

wie Spinosa betont, in sehr gutem Zustand und zeigt<br />

Anklänge des Jusepe de Ribera der späten 1620er<br />

Jahre, mit dessen Atelier der gebürtige Flame Hendrick<br />

van Somer in Kontakt stand. Spinosa schlägt für das<br />

vorliegende Gemälde eine Datierung von ca. 1634 vor.<br />

Vergleichbar ist ein Prophet Elias im Art Museum in<br />

Princeton und ein San Girolamo (signiert) in der Galleria<br />

Borghese in Rom.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Nicola Spinosa, Aggiunte a Hendrick van Somer,<br />

„alias“ Enrico Fiammingo, in: Napoli, L‘Europa. Ricerche<br />

di storia dell‘arte in onore di Ferdinando Bologna,<br />

F. Abate und F. Sricchia Santoro, Rom 1995, S. 223-230.<br />

Vgl. Nicola Spinosa, in: Ritorno al barocco. Da Caravaggio<br />

a Vanvitelli, Ausstellungskatalor, Neapel, Museo<br />

di Capodimonte, Dezember 2009 - April 2010, S. 116 - 118.<br />

Giuseppe Porzio, La scuola di Ribera, Neapel 2014,<br />

S. 93 ff. (1241757) (13)<br />

HENDRICK VAN SOMER,<br />

1615 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1684 NAPLES<br />

SAINT JEROME IN HIS STUDY<br />

Oil on canvas.<br />

111 x 83 cm.<br />

Unframed.<br />

A copy of the expert‘s report by Nicola Spinosa,<br />

Naples, 10 June 2020 is enclosed.<br />

Literature:<br />

Compare: N. Spinosa, Aggiunte a Hendrick van<br />

Somer, „alias“ Enrico Fiammingo, in: Napoli,<br />

L‘Europa. Ricerche di storia dell‘arte in onore di<br />

Ferdinando Bologna, F. Abate and F. Sricchia Santoro,<br />

Rome 1995, pp. 223-230.<br />

N. Spinosa, in: Ritorno al barocco. Da Caravaggio a<br />

Vanvitelli, exhibition catalogue, Naples, Museo di<br />

Capodimonte, December 2009 - April 2010, pp.<br />

116 - 118.<br />

G. Porzio, La scuola di Ribera, Naples 2014, pp. 93.<br />

€ 20.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

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55


265<br />

ANTONIO BALESTRA,<br />

1660 VERONA <strong>–</strong> 1740 EBENDA<br />

SALOME MIT DEM JOHANNESHAUPT BEIM<br />

FESTMAHL DES HERODES<br />

Öl auf Leinwand.<br />

107 x 85 cm.<br />

Ohne Rahmen.<br />

Expertise von Dr. Alessandro Delpriori, Universität<br />

Florenz, mit Werkvergleichen.<br />

Entgegen den üblichen Darstellungsweisen hat der<br />

Maler hier die Szene des Neuen Testaments nicht in<br />

einem Innenraum, sondern in eine Loggia mit Ausblick<br />

auf einen hellen Wolkenhimmel gesetzt . Die mit<br />

weißem Tuch bedeckte Festtafel und die daran dicht<br />

gedrängten Personen werden nahe an den Betrachter<br />

herangeführt, um ihn in die makabre Szene einzubinden.<br />

Die Beleuchtung von links oben konzentriert sich<br />

auf die Hauptfiguren: Salome, die soeben das Haupt<br />

des Johannes auf einer Zinnschüssel über dem Tisch<br />

präsentiert, ist gleichzeitig im Blickkontakt mit Mariamne,<br />

der Gemahlin des Herodes, der hier zwischen<br />

den Frauen mit erhobener Hand entsetzt zurückweicht.<br />

Damit hat der Maler bereits die Frauen als die<br />

Schuldigen charakterisiert. Die dicht um den Tisch<br />

gedrängten Männer beobachten den Vorfall in unterschied<br />

lichen Körperhaltungen und teils überraschter<br />

Mimik. Mit dem im Vordergrund rechts an den Tisch<br />

getretenen Mann mit Türkenhaube scheint der Henker<br />

gemeint zu sein, ihm zur Seite unten ein Hund, der aus<br />

einer Zinnschüssel leckt, die der Johannesschüssel<br />

gleicht, was die Makabrität der Szene unterstreicht.<br />

Der Hintergrund zeigt mittig einen großen Brunnenaufbau<br />

mit Skulpturen, rechts Diener mit Schüsseln und<br />

Schalen, links Loggiasäulen. Die Szenerie in virtuos<br />

entwickelter Komposition und lockerer Pinseltechnik.<br />

Die Art und Weise der Darstellung zeigt Balestra als<br />

einen Maler mit beachtlichem Interpretationsvermögen,<br />

was auch in seinem Gesamtwerk zum Ausdruck<br />

kommt. Dies dürfte Folge seiner umfangreichen literarischen<br />

wie humanistischen Bildung sein. Ab 1687<br />

war er Schüler des Antonio Bellucci in Venedig, bevor<br />

er 1691 zu Carlo Maratta in Rom ging und dort auch<br />

Einflüsse der Maler Annibale Carracci und Domenicino<br />

aufnehmen konnte. Erst 1695 eröffnete er in seiner<br />

Heimatstadt eine eigene Schule, aus der namhafte<br />

Künstler, wie Pietro Rotari, Giambettino Cignaroli, Angelo<br />

Trevisani oder Rosalba Carriera und andere hervorgingen.<br />

A.R. (12417513) (11)<br />

ANTONIO BALESTRA,<br />

1660 VERONA <strong>–</strong> 1740 IBID.<br />

SALOME WITH THE HEAD OF SAINT JOHN THE<br />

BAPTIST AT THE FEAST OF HEROD<br />

Oil on canvas.<br />

107 x 85 cm.<br />

Unframed.<br />

Expert‘s report by Dr Alessandro Delpriori, University<br />

of Florence, with examples of comparison.<br />

Contrary to the usual depictions of this New Testament<br />

scene, the painter has not painted an interior but a<br />

loggia with an open vista of the light, cloudy sky instead.<br />

This style shows Balestra‘s impressive ability<br />

to interpret, as is evident in his entire oeuvre, likely to<br />

due to his extensive literary and humanist education.<br />

From 1687 onwards, he was a student of Antonio Bellucci<br />

in Venice, before joining Carlo Maratta in Rome in<br />

1691, where he was also influenced by Annibale Carracci<br />

and Domenicino. He did not open his own school<br />

until 1695 in his hometown, which produced renowned<br />

artists such as Pietro Rotari, Giambettino Cignaroli,<br />

Angelo Trevisani or Rosalba Carriera, among others.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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266<br />

LEANDRO BASSANO,<br />

GENANNT „LEANDRO DA PONTE“,<br />

1557 BASSANO DEL GRAPPA <strong>–</strong> 1622 VENEDIG<br />

Sohn des Jacopo Bassano (1510/15 <strong>–</strong> 1592)<br />

VALENTIN TAUFT DIE HEILIGE LUCILLA<br />

Öl auf Leinwand.<br />

150 x 104 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Beigegeben in Kopie ein Gutachten von Dario Succi,<br />

Gorizia, Italien.<br />

Leandro dal Ponte, genannt Leandro Bassano war Sohn<br />

des großen Jacopo Bassano, dessen Werk ihn, wie wir<br />

auch in unserem Gemälde sehen, stark beeinflusste.<br />

Zusammen mit seinen Brüdern Francesco und Giambattista<br />

trat Leandro schon früh in die väterliche Werkstatt<br />

ein, in den 1570er Jahren begann er selbständiger<br />

zu arbeiten, 1588 zog er nach Venedig, wo er auch bis<br />

1621 blieb. Daraufhin zog er nochmal in seine Geburtsstadt,<br />

um in der väterlichen Werkstatt zu arbeiten. Bereits<br />

1595 erhielt er vom Dogen Marino Grimani den<br />

Titel Cavaliere und zahlreiche Aufträge. Succi zieht vor<br />

allem eine stilistische Parallele zu dem „Turmbau zu<br />

Babel“ in der National Gallery in London und die dort<br />

zu sehenden für Leandro charakteristischen Physiognomien.<br />

Lucilla war der Legende nach Sklavin bei einem Barbarenkönig<br />

Eugenius. Als der nach Rom kam, wurde<br />

er zusammen mit seinen Sklavinnen Flora und Lucilla<br />

sowie Eugen, Antonius, Theodor und 18 weiteren<br />

Gefährten um seines Glaubens willen unter Kaiser<br />

Gallienus um 265 gemartert. Ihre Gebeine wurden<br />

861 der Legende nach von Ostia nach Arrezzo übertragen,<br />

es gibt jedoch auch weitere Reliquien von Lucilla,<br />

welche in Deutschland, Frankreich, Spanien und der<br />

Schweiz verehrt werden.<br />

Provenienz:<br />

Europäische Privatsammlung.<br />

Anmerkung:<br />

Ein Gemälde mit gleicher Darstellung von Jacopo<br />

Bassano um 1575 im Museo Civico in Bassano del<br />

Grappa.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Rodolfo Pallucchini, La pittura veneziana del<br />

Seicento, Mailand 1981. (1241758) (13)<br />

LEANDRO BASSANO,<br />

ALSO KNOWN AS “LEANDRO DA PONTE”,<br />

1557 BASSANO DEL GRAPPA <strong>–</strong> 1622 VENICE<br />

Son of Jacopo Bassano (1510/15-1592).<br />

SAINT VALENTINE CHRISTENING SAINT LUCY<br />

Oil on canvas.<br />

150 x 104 cm.<br />

Unframed.<br />

A copy of an expert‘s report by Dario Succi, Gorizia,<br />

Italy is enclosed.<br />

Provenance:<br />

Private collection, Europe.<br />

Notes:<br />

A painting with the same subject by Jacopo Bassano<br />

dated 1575 is held at the Museo Civico di Bassano<br />

del Grappa, Italy.<br />

Literature:<br />

Compare: R. Pallucchini, La pittura veneziana del<br />

Seicento, Milan 1981.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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57


267<br />

LUMEN PORTENGEN,<br />

1608/09 <strong>–</strong> 1649<br />

PORTRAIT EINES PAPSTES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

70 x 85,5 cm.<br />

In vergoldetem Barockrahmen.<br />

Beigegeben in Kopie ein Gutachten von Emilio Negro,<br />

Bologna, ohne Datum.<br />

Der Utrechter Caravaggist Lumen Portengen ist von<br />

1617-1637 in Rom nachgewiesen, wo er gearbeitet<br />

hat. Erst 1637 kehrte er nach Utrecht zurück, wo er bis<br />

zu seinem Lebensende 1649 wirkte. In diesem Gemälde,<br />

welches ganz in Chiaroscuro getaucht ist, stellt<br />

er einen Papst dar, dessen Tiara links an den Rand<br />

gerückt ist, während er in sein Studium vertieft ist,<br />

sein Kreuz bildet eine Bilddiagonale als Gegenkraft zu<br />

dem nach links geneigten Kopf. Die Tiara darf stets<br />

nur außerhalb der Kirche getragen werden, nicht aber<br />

innerhalb einer Kirche. Zudem ist sie Symbol für den<br />

Papst als Haupt der Welt, hier jedoch ist er als Studiosus<br />

dargestellt; die aus drei übereinander liegenden<br />

Kronen gebildete Tiara dient lediglich der Spezifikaton<br />

des Dargestellten und keinem eigentlichen liturgischen<br />

Zweck. Sein Kopf ist ein solcher, wie wir ihn von anderen<br />

Gemälden als Philosoph kennen und als solchen<br />

beschreiben würden, hätte Portengen nicht die Attribute<br />

eingebracht. Negro schreibt das vorliegende Gemälde<br />

Portengen zu, welcher eventuell Schüler von<br />

Paulus Moreelse (1571-1638) war. Als Vergleiche nennt<br />

er: „Das Konzert“, (signiert, Pisa, dann Sammlung Cesare<br />

Olschki, dann Christie‘s, 14. April 1978, Lot 12)<br />

und vor allem „Der Lautenspieler“ (ebenfalls signiert<br />

und datiert, 1636, Utrecht, Centraal Museum). Negro<br />

schlägt eine Datierung des Gemäldes in die späten<br />

Jahre des Wirkens Portengens vor.<br />

Vergleiche:<br />

Willem L. van de Watering,Petrus, Roetert en Lumen<br />

Portengen, in: Oud Holland 82, 1967, S. 149-157.<br />

Bernhard Sirch, Der Ursprung der bischöflichen Mitra<br />

und päpstlichen Tiara, St. Ottilien, 1975. (1241881) (13)<br />

LUMEN PORTENGEN,<br />

1608/09 <strong>–</strong> 1649<br />

PORTRAIT OF A POPE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

70 x 85.5 cm.<br />

In gilt Baroque frame.<br />

Accompanied by a copy of an expert‘s report by Emilio<br />

Negro, Bologna (without date).<br />

Literature:<br />

Compare: W.L. van de Watering, Petrus, Roetert<br />

en Lumen Portengen, in: Oud Holland 82, 1967,<br />

pp. 149-157.<br />

B. Sirch, Der Ursprung der bischöflichen Mitra und<br />

päpstlichen Tiara, St Ottilien, 1975.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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268<br />

FRANCESCO TREVISANI,<br />

1656 CAPODISTRIA <strong>–</strong> 1746 ROM<br />

Schüler von Antonio Zanchi (1631-1722) in Venedig,<br />

später von Carlo Maratti (1625-1713) in Rom beeinflusst,<br />

ferner von Guido Reni (1575-1642), Paolo Veronese<br />

(1528-1588) und Pietro da Cortona (1596-1669).<br />

JOSEPH MIT DEM JESUSKIND<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

46,5 x 34,5 cm.<br />

In bronziertem Rahmen mit Perlstabdekor.<br />

Beigegeben in Kopie ein Gutachten von Ferdinando<br />

Arisi.<br />

Hochformatige Darstellung mit nach links gewandter<br />

Sitzfigur des Heiligen Joseph, dessen Arm das unbekleidete<br />

Jesuskind trägt, in seiner einen Hand ein<br />

Kreuz im Hinblick auf seine Passion haltend, mit der<br />

anderen das Haupt seines Ziehvaters berührend.<br />

Vergleiche:<br />

Natura morta in Italia, Mailand, 1989, Bd. II, Abb. 831.<br />

Ein weiterer Joseph aus der Hand Trevisanis wurde<br />

am 09. Juli 2008 unter Lot 159 bei Christie‘s London<br />

angeboten. (1241882) (13)<br />

€ 4.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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269<br />

DEUTSCHER MALER DES 16. JAHRHUNDERTS<br />

DIE KREUZIGUNG CHRISTI<br />

Öl auf Holz.<br />

70 x 66 cm.<br />

In vergoldetem Ädikularahmen mit jeweils zwei<br />

kleinen seitlichen Säulen.<br />

Im Zentrum der am Kreuz hängende Christus, lediglich<br />

nur mit einem weißen Lendenschurz bekleidet. Er<br />

hat einen schlanken Körper, lange durchhängende<br />

Arme, dunkelblonde Haare und trägt die Dornenkrone<br />

auf seinem Haupt. Sein Kopf ist nach unten zum Boden<br />

gerichet, auf dem auch unmittelbar am Kreuz ein<br />

Schädel und zwei Gebeine liegen. Diese als Verweis<br />

auf die Kreuzigungsstätte Golgatha, das übersetzt<br />

bedeutet „Ort des Schädels“. Am oberen Ende des<br />

Kreuzes ist in der Mitte ein Schild befestigt mit den<br />

Buchstaben „INRI“. Links von Jesus steht auf einer<br />

grünen Wiesenfläche Maria in gelblichem Gewand mit<br />

Schleier, blauem Mantel und Nimbus um ihr Haupt.<br />

Die feingliedrigen Finger ihrer linken Hand hat sie auf<br />

ihre Brust gelegt und mit ihrem leicht gewendeten<br />

Haupt schaut sie Christus intensiv und traurigen Blickes<br />

an. Auf der anderen Seite von Jesus, stehend, Johannes<br />

Evangelist, als weiterer Zeuge in grünem Gewand<br />

und rotem leuchtenden Mantel, ein Buch in seinen<br />

Händen haltend, den Kopf, der von einem Nimbus<br />

umgeben wird, konzentriert und voll traurigem Ausdrucks<br />

auf Jesus gerichet. Im grau-blauen weiten Hintergrund<br />

ist eine bergige Landschaft zu erkennen, mit<br />

einigen Figuren und eine Stadt, die von einer hohen<br />

Stadtmauer umgeben ist, wohl Jerusalem. Der hohe<br />

Himmel mit großen kräftigen grau-blauen Wolken<br />

versehen, jedoch hinter dem Kreuz und dem Corpus<br />

Christi ausgespart, zugunsten eines hellen gelben<br />

Hintergrunds. Qualitätvolle Malerei in der typischen<br />

Manier der Zeit. Rest., kleine Farbabsplitterungen,<br />

Rahmenschäden. (1241766) (3) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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270<br />

LUCA GIORDANO,<br />

1632/34 NEAPEL <strong>–</strong> 1705 EBENDA<br />

Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war<br />

Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls<br />

der Malerei widmete. So erhielt er seinen ersten<br />

Unterricht bei seinem Vater, während jedoch allgemein<br />

angenommen wird, dass er ein Schüler des Giuseppe<br />

José de Ribera (1588/91-1652) war. Etliche<br />

seiner Werke lassen auch dessen Einfluss erkennen,<br />

während das enorm umfangreiche Werk Giordanos<br />

zeigt, dass er sämtliche Stilvarianten seiner Zeit beherrschte.<br />

Auch die Themenbreite in seinem Werk, in<br />

sämtlichen Bereichen der Historienmalerei, religiöse<br />

Darstellungen aber auch mythologische Szenen, zeigt<br />

Einflüsse zunächst der Caravaggisten, später aber<br />

auch der Maler Pietro da Cortona (1596-1669), Mattia<br />

Preti (1613-1699) oder Peter Paul Rubens (1577-1640).<br />

Im Bildaufbau mancher seiner Werke sind auch die<br />

venezianischen Meister wie Paolo Veronese (1528-<br />

1588), Tiziano Vecellio (1485/89-1576) oder Domenico<br />

Robusti Tintroretto (1560-1635) spürbar.<br />

PROMETHEUS UND DER ADLER DES ZEUS<br />

Öl auf Leinwand.<br />

36 x 44 cm.<br />

Beigegeben eine Expertise von Nicola Spinosa, Neapel,<br />

vom 8. September 2017.<br />

Das Gemälde illustriert den griechischen Mythos, der<br />

zu den bekanntesten der literarischen Stoffe der Antike<br />

zählt. Durch die Dichter Äschylos und Ovid wird<br />

davon berichtet, Prometheus habe bei der Opferung<br />

für Zeus nur die wertlosen Teile verwendet, das<br />

Fleisch den Menschen gegeben. Dafür wurden die<br />

Menschen von Zeus mit Entzug des Feuers bestraft.<br />

Prometheus jedoch brachte es zurück und wurde deswegen<br />

auf Zeus‘ Befehl an einen Felsen des Kaukasus<br />

geschmiedet. Ein Adler sucht ihn auf und frisst<br />

von seiner Leber, die sich jeweils erneuert. Erst Herkules<br />

befreit den Titanen Prometheus später. Er gilt<br />

als Feuerbringer und Lehrmeister der Menschheit.<br />

Es versteht sich von selbst, dass gerade dieses Thema<br />

insbesondere seit der Renaissance in die Künste<br />

einging, Piero di Cosimo (1462-1521), Ribera, Rubens,<br />

Jan Cossiers (1600-1671), Nicolas Bertin (1668-1736),<br />

bis hin zu Gustave Moreau (1826-1898), vor allem<br />

aber Luca Giordano haben sich ganz besonders dieser<br />

Figur gewidmet und in mehreren Gemälden bearbeitet.<br />

Das Leiden, der Schmerz darzustellen, war Hauptinteresse<br />

des Malers, die Figur des Prometheus in<br />

vielen Variationen zu zeigen. Schmerzgekrümmt ist er<br />

auch hier dargestellt, körperkräftig, aber gegen die<br />

Ketten machtlos, muss er die Attacken des Adlers ertragen.<br />

Eine der vielen Varianten des Bildes findet sich etwa<br />

im Nationalmuseum Warschau (187 x 160 cm.), eine<br />

ähnliche Darstellung, im Hochformat, besitzt die Slowenische<br />

Nationalgalerie in Ljubljana.<br />

A.R.<br />

Literatur:<br />

Ausstellungskatalog: Luca Giordano 1634-1705,<br />

Hrsg. Oreste Ferrari und Nicola Spinosa, Castel Sant‘<br />

Elmo e Museo di Capodimonte, 2001, Electa Napoli<br />

2001.<br />

Oreste Ferrari <strong>–</strong> Giuseppe Scavazzi, Luca Giordano,<br />

L‘opera completa, Neapel 2000. (12417512) (11)<br />

LUCA GIORDANO,<br />

1632/34 NAPLES <strong>–</strong> 1705 IBID.<br />

PROMETHEUS AND THE EAGLE OF ZEUS<br />

Oil on canvas.<br />

36 x 44 cm.<br />

Accompanied by an expert‘s report by Nicola Spinosa,<br />

Naples, dated 8 September 2017.<br />

One of the many versions of this painting is held at the<br />

National Museum Warsaw, (187 x 160 cm.) and a similar<br />

depiction in portrait format at the National Gallery of<br />

Slovenia in Ljubljana.<br />

Literature:<br />

O. Ferrari and N. Spinosa (eds.), Luca Giordano 1634-<br />

1705, exhibition catalogue, Castel Sant‘Elmo e Museo<br />

di Capodimonte, Naples 2001.<br />

O. Ferrari <strong>–</strong> G. Scavazzi, Luca Giordano, L‘opera completa,<br />

Naples 2000.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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61


271<br />

MALER DES 19. JAHRHUNDERTS,<br />

KOPIE NACH PETER PAUL RUBENS<br />

DIE KREUZIGUNG CHRISTI<br />

Öl auf Holz.<br />

57 x 43,5 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Im Zentrum der am Kreuz hängende Christus, lediglich<br />

mit weißem Lendenschurz bekleidet, und Dornenkrone.<br />

Über seinem Haupt hängt am Kreuz zudem<br />

ein Papier mit der Inschrift „INRI“. Zu seiner linken<br />

stehen am Boden Maria sowie der Apostel Johannes<br />

in leuchtend rotem Gewand. Das Kreuz mit beiden<br />

Armen kniend umarmend Maria Magdalena. Rechts<br />

davon weitere zur Kreuzigungsgruppe gehörende Figuren.<br />

Nahezu getreue Kopie des Meisterwerkes von<br />

Rubens.<br />

Anmerkung:<br />

Das Gemälde von Peter Paul Rubens (1577 - 1640)<br />

befindet sich im Snijders & Rockox Huis in Antwerpen.<br />

(12414751) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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272<br />

MALER DES 20. JAHRHUNDERTS,<br />

KOPIE NACH ADRIAEN ISENBRANT (1490 <strong>–</strong> 1551)<br />

MARIA DER SIEBEN SCHMERZEN VON 1521<br />

Öl auf Holz.<br />

136 x 136 cm.<br />

Verso maschinenschriftlicher lateinischer Aufkleber<br />

mit mehreren Unterschriften und Datierung „1941“<br />

sowie Aufkleber „Tentonstelling 2002“.<br />

Im zugehörigen gotisierenden Goldrahmen.<br />

Sehr qualitätvolle Kopie des rechten Altarflügels, wohl<br />

in den Abmessungen des Originals, nach dem Diptychon-Altarbild<br />

in der Liebfrauenkirche (Onze-Lieve-<br />

Vrouwekerk) zu Brügge. Die rechte Tafel befindet sich<br />

im Musée Royaux des Beaux-Arts in Brüssel. Das Tafelbild<br />

zeigt die „Schmerzreiche Madonna“ in dunk lem<br />

Mantel mit weißem Kopftuch in einer Thronnische, umgeben<br />

von den einzelnen Darstellungen der „Sieben<br />

Schmerzen“ in, durch gemalte Rahmungen separierten,<br />

Bildszenen. (12414756) (11)<br />

20TH CENTURY PAINTER,<br />

COPY AFTER ADRIAEN ISENBRANT (1490 <strong>–</strong> 1551)<br />

OUR LADY OF SORROWS, 1521<br />

Oil on panel.<br />

136 x 136 cm.<br />

Typed label in Latin with several signatures and date<br />

“1941” and label inscribed “Tentonstelling 2002”.<br />

In matching Gothic-style gilt frame.<br />

The painting on offer sale in this lot is a high quality<br />

copy of the right altar wing, probably in original dimensions,<br />

of the diptych altar at the Church of Our<br />

Lady (Onze-Lieve-Vrouwekerk) in Bruges. The original<br />

right panel is held at the Royal Museums of Fine Arts<br />

of Belgium in Brussels. Our Lady of Sorrows is depicted<br />

seated on throne, dressed in a dark cloak with a<br />

white headscarf and surrounded by individual depictions<br />

of the seven sorrows, each separated by painted<br />

frames.<br />

€ 30.000 - € 40.000<br />

Sistrix<br />

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63


273<br />

LUCAS VAN VALCKENBORCH,<br />

UM 1535 <strong>–</strong> 1597, KREIS/ NACHFOLGE DES<br />

LANDSCHAFT MIT BAUERN BEI DER WEINLESE<br />

Öl auf Holz.<br />

26 x 36,5 cm.<br />

Beigegeben ein dendrochronologisches Gutachten der<br />

Universität Hamburg vom 10. Januar 2003, nach dem<br />

die früheste Entstehung des Gemäldes ab 1601 denkbar<br />

wäre.<br />

In bergiger Fantasielandschaft sieht man auf der rechten<br />

Seite auf einem hohen Felsen eine Burganlage.<br />

Im Mittelgrund ein sich schlängelnder Fluss und im<br />

Vordergrund rechts diverse Bauern bei der Ernte von<br />

dunklen Weinreben. Mehrere Figuren tragen bereits<br />

einen mit Trauben gefüllten Korb auf dem Rücken. Auf<br />

der linken Seite zwei edel gekleidete Herren, davon<br />

einer in Rückenansicht, der den anderen auf die arbeitenden<br />

Bauern hinweist. Ein größerer Hund am linken<br />

unteren Bildrand betrachtet die Ernte. Am Ufer des<br />

Flusses, an dem auch ein kleiner runder Turm steht,<br />

führt ein Weg entlang, auf dem ein Pferdefuhrwerk zu<br />

sehen ist, das ein Weinfass transportiert. Malerei in<br />

überwiegend beige-braunen und grünen Farbtönen,<br />

aufgelockert durch diverse rote Kleidungsstücke unter<br />

hohem grau-blauen Himmel, in dem diverse Vögel zu<br />

erkennen sind. (1241413) (18)<br />

LUCAS VAN VALCKENBORCH,<br />

CA. 1535 <strong>–</strong> 1597, CIRCLE/FOLLOWER OF<br />

LANDSCAPE WITH WINE HARVEST<br />

Oil on panel.<br />

26 x 36.5 cm.<br />

Accompanied by a dendrochronological report from<br />

the University of Hamburg, dated 10 January 2003,<br />

according to which the earliest creation of the painting<br />

is dated to 1601.<br />

€ 12.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

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274<br />

CHRISTOFFEL VAN DEN BERGHE,<br />

1588/92 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1628/48 MIDDELBURG<br />

DORFANSICHT MIT HÖFISCHEM PAAR UND<br />

PLANWAGEN VOR EINEM WIRTSHAUS<br />

Öl auf Kupfer.<br />

15 x 22,5 cm.<br />

Rechts unten womöglich Reste einer Signatur.<br />

Beigegeben Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen,<br />

das Gemälde in die 1630-Jahre datierend.<br />

Das kleinformatige Bild in bestechender Feinmalerei<br />

und Farbkraft. Gezeigt ist ein Dorfplatz mit großem<br />

Baum. Der heller gemalte Hintergrund mit Kirche zwischen<br />

Bäumen wie von weißem Morgenreif überzogen.<br />

Das Wirtshaus links mit hohen Giebeln, unter<br />

dem Vordach Zecher am Tisch, daneben die Wirtin.<br />

Heller beleuchtet davor ein höfisches Paar in Begleitung<br />

eines Gepäck tragenden Knaben, die Dame in<br />

blauem Kleid mit Halskrause, der Umhang in leuchtendem<br />

Gelb, als Augenmerk im Bild, daneben der Herr<br />

mit Federhut. Beide beabsichtigen offensichtlich die<br />

Reise mit einem Planwagen rechts, gezogen von zwei<br />

Pferden, der soeben von anderen Reisenden bestiegen<br />

wird.<br />

Erst die genaue Betrachtung der zahlreichen, fein<br />

gemalten Details, der weiteren Figuren und ihren<br />

Tätigkeiten, eröffnet ein ebenso anschauliches, wie<br />

nahe zu heiteres Bild des gesellschaftlichen Lebens im<br />

17. Jahrhundert. Einzelheiten und Figuren bis ins Detail<br />

treffend erfasst und in eine farblich harmonische<br />

Gesamtauffassung gebracht.<br />

In Bildkomposition, Auffassung der Figuren und Details<br />

steht das vorliegende Gemälde dem Winterbild<br />

mit Eisvergnügen im Museum Mauritshuis (Stiftung<br />

Des Tonbe, 1903) sehr nahe.<br />

A.R. (12401118) (11)<br />

CHRISTOFFEL VAN DEN BERGHE,<br />

1588/92 ANTWERP <strong>–</strong> 1628/48 MIDDELBURG<br />

VILLAGE VISTA OF A COURTLY COUPLE WITH<br />

COVERED CART AND TAVERN<br />

Oil on copper.<br />

15 x 22.5 cm.<br />

Remains of a signature possibly lower right.<br />

Accompanied by expert’s report by Dr. Klaus Ertz,<br />

Lingen, dating the work to the 1630s.<br />

The painting‘s composition, figure conception and<br />

details are closely linked with a winter painting with<br />

ice amusements held at the Mauritshuis, The Hague<br />

(donation Des Tonbe, 1903).<br />

€ 22.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

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65


275<br />

BALTHASAR COURTOIS,<br />

TÄTIG ZWISCHEN 1607 UND 1641, ZUG.<br />

DÜNENLANDSCHAFT MIT PLANWAGEN UND<br />

FIGURENSTAFFAGE<br />

Öl auf Kupfer.<br />

9 x 13,2 cm.<br />

Das äußerst fein gemalte Bild im Miniaturformat entwickelt<br />

eine erstaunliche landschaftliche Weite. Der<br />

Blick schweift weit hin über sanfte, sommerlich beschienene<br />

Hügel in sandiger Farbigkeit, die Sonne hinterlässt<br />

hinter der Anhebung links oben eine Wolkenaufhellung,<br />

während rechts oben der Blick in eine<br />

kräftig grüne Waldebene geführt wird, mit lupenhaft<br />

klein gemalten Gebäuden. Im Vordergrund ein auf<br />

dem sandigen Weg steil nach unten fahrender Planwagen,<br />

der tiefe Radspuren hinterlassen hat. Ihm<br />

folgt ein Landmann mit Stock und geschultertem<br />

Sack; links als Repoussoir eine Kopfweide, an der ein<br />

Mann mit nacktem Hinterteil seine Not lindert, während<br />

eine Frau mit großem geschulterten Hühnerkorb<br />

nach hinten zieht. Es bedarf einer Lupe, die extrem<br />

fein-, aber in höchster Meisterschaft gemalten weiteren<br />

kleinen Figuren auszumachen, die das Bildchen<br />

beleben, darunter etwa ein Schäfer mit seiner Herde,<br />

ein Reiter, oder eine kleine Windmühle auf der Hügelkuppe.<br />

Über den Maler ist leider wenig bekannt, auch in wieweit<br />

er mit den gleichnamigen Künstlern wie Jean-<br />

Pierre oder Jacques verwandt ist, hat die Forschung<br />

noch nicht geklärt. Dennoch kann der Maler zu den<br />

bedeutenden Vertretern des Kleinformates gezählt<br />

werden, der den Werken eines Brueghels keineswegs<br />

nachsteht.<br />

A.R. (12401121) (11)<br />

BALTHASAR COURTOIS,<br />

ACTIVE BETWEEN 1607 AND 1641, ATTRIBUTED<br />

DUNE LANDSCAPE WITH COVERED WAGON AND<br />

FIGURAL STAFFAGE<br />

Oil on copper.<br />

9 x 13.2 cm.<br />

€ 14.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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276<br />

PHILIPPE DE MOMPER D.Ä.,<br />

1598 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1634 EBENDA<br />

DORF IN FLUSSLANDSCHAFT MIT<br />

FIGURENSTAFFAGE UND BRUNNEN<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

45,3 x 80,8 cm.<br />

In ebonisiertem Rahmen mit Rumpelleistenrahmen.<br />

Beigegeben in Kopie ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz,<br />

Lingen, vom 31. Januar 2014, welcher das Gemälde<br />

im Original studiert hat und es in die 20er-Jahre des<br />

17. Jahrhunderts datiert und für eine eigenhändige<br />

Arbeit von Philippe de Momper d.Ä. hält.<br />

Von leicht erhöhtem Standpunkt aus fällt der Blick<br />

nach rechts auf einen ruhig fließenden Fluss, der von<br />

einem grünen Ufer mit reichem Baumbewuchs umgeben<br />

wird. Ein kleines Segelboot mit zwei Figuren ist<br />

gerade auf dem Wasser, während zwei weitere Boote<br />

am Uferrand ankern. Nach links führt ein Weg vom<br />

Ufer auf eine Anhöhe zu einer Kirche, deren Spitze in<br />

den hohen gelblich-grauen Himmel ragt. Rechts des<br />

Weges ein altes Gehöft sowie eine Frau, die mit ihrem<br />

Kind gerade in Richtung des Ufers läuft. Auf der<br />

linken Bildseite ein Paar im Gespräch, das von einem<br />

schwarz-weißen Hund beobachtet wird sowie ein alter<br />

steinerner Brunnen, sodass das Thema des Wassers<br />

nicht am Fluss endet, sondern das Bildmotiv sinnstiftend<br />

prägt. Ein junger Mann ist zudem auf dem Weg<br />

bergauf zu erkennen. Für den Künstler typisches Gemälde.<br />

Etwas rissig, rest., Retuschen.<br />

PHILIPS DE MOMPER THE ELDER,<br />

1598 ANTWERP <strong>–</strong> 1634 IBID.<br />

VILLAGE IN RIVERSCAPE WITH FIGURE STAFFAGE<br />

AND WELL<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

45.3 x 80.8 cm.<br />

In decorative ebonized frame.<br />

A copy of the expert’s report by Dr Klaus Ertz, Lingen,<br />

dated 31 January 2014 is enclosed. He examined the<br />

original painting closely and dates it to the 1620s. He<br />

considers it a work by Philips de Momper the Elder’s<br />

own hand. Restored.<br />

Notes:<br />

A vast riverscape attributed to de Momper was offered<br />

for sale at Sotheby’s, London on 10 December 2009,<br />

lot 110.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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Anmerkung:<br />

Eine weitere Flusslandschaft, welche de Momper<br />

zugeschrieben wird, wurde in London bei Sotheby‘s<br />

am 10. Dezember 2009 unter Lot 110 angeboten.<br />

(12414110) (13)<br />

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67


277<br />

JOHANNES JACOB HARTMANN,<br />

UM 1680 GUTTENBERG <strong>–</strong> 1728/45 PRAG, ZUG.<br />

Gemäldepaar<br />

DARSTELLUNGEN AUS DEM ALTEN TESTAMENT<br />

Öl auf Kupfer.<br />

Je ca. 39,5 x 55 cm.<br />

In vergoldeten Rahmen.<br />

Das erste Gemälde zeigt in weiter Landschaft den<br />

schlafenden Jakob unterhalb eines mit Bäumen bewachsenen<br />

felsigen Hügeln sitzend, der seinen Kopf<br />

auf seine rechte Hand abstützt. Er ist gekleidet in ein<br />

blaues Gewand mit rotem Umhang und hat ein aufgeschlagenes<br />

Buch, einen großen Krug und einen Laib<br />

Brot vor sich liegen. Jakob war auf dem Weg nach<br />

Haran, der Heimat seiner Mutter, als ihm im Traum ein<br />

Engel erscheint und Gott auf diese Weise mit ihm<br />

spricht. Auf dem Gemälde ist dieser Engel mit großen<br />

weißen Flügeln hinter ihm stehend zu sehen, der zudem<br />

mit seinem ausgestreckten linken Arm auf den<br />

Himmel verweist.<br />

Das zweite Gemälde bezieht sich auf die Bibelstelle,<br />

bei der ein Engel Hagar und Ismael erscheint. Auf der<br />

linken Bildseite sieht man eine weite Flusslandschaft,<br />

die sich unmittelbar an das erstgenannte Gemälde anschließen<br />

könnte. Der eigentliche Ort der Handlung<br />

ist auf der rechten Seite im Vordergrund zu erkennen,<br />

dessen Hintergrund von hohen Bäumen gesäumt ist.<br />

Hagar, die Magd von Abraham und Sara, war mit ihrem<br />

neugeborenen Sohn weggeschickt worden. Als<br />

ihr Sohn dem Tode in der Wüste nahe ist, erscheint ihr<br />

ein Engel und zeigt ihr eine rettende Wasserstelle.<br />

Sara sitzt hier in einem weißen Gewand und rotem<br />

Umhang am Boden und hält die Windeln ihres liegenden<br />

Sohnes Ismael. Rechts von ihr ein Korb, Laken<br />

und Reiseutensilien sowie ein Stock. Links von ihr<br />

steht, in einem gelb-blauen Gewand mit weißen Flügeln,<br />

der ihr erschienene Engel, der sie zu einer Wasserstelle<br />

weist und sie auffordert, zurückzukehren.<br />

Malerei in der typischen Manier des Künstlers, jeweils<br />

mit Ausblick in die Ferne und hohem leuchtend blauen<br />

Himmel mit weißen Wolkenformationen. Rest., kleinere<br />

Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Die beiden Gemälde wurden unter dem Künstlernamen<br />

bereits am 4. Dezember 2014 bei Sotheby‘s<br />

in London als das Lot 147 versteigert.<br />

(12414120) (18)<br />

JOHANNES JACOB HARTMANN,<br />

CA. 1680 GUTTENBERG <strong>–</strong> 1728/45 PRAGUE,<br />

ATTRIBUTED<br />

A pair of paintings<br />

OLD TESTAMENT SCENES<br />

Oil on canvas.<br />

Ca. 39.5 x 55 cm each.<br />

In gilt frame.<br />

Restored. With minor retouching.<br />

Notes:<br />

Both paintings have previously been sold at auction<br />

as “by Hartmann” on 4 December 2014 at Sotheby’s<br />

in London, lot 147.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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69


278<br />

MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS NACH<br />

ROELANDT SAVERY (1576/78 <strong>–</strong> 1639)<br />

Gemäldepaar<br />

FANTASTISCHE LANDSCHAFTEN MIT FIGUREN<br />

Öl auf Kupfer.<br />

Je 32 x 45 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Auf dem ersten Gemälde sind linksseitig zahlreiche<br />

Handwerker beim Bau eines hohen Palastes oder eines<br />

Kirchengebäudes zu sehen. Dieses steht am Ufer eines<br />

breiten Flusses, auf dem zahlreiche Boote zu sehen<br />

sind. Eines von diesen hat am Ufer des Gebäudes angelegt;<br />

auf ihm sind zahlreiche Figuren und ein Pferd<br />

zu sehen. Im Hintergrund rechts mehrere, große rotdachige<br />

Gebäude, die durch Brücken miteinander verbunden<br />

sind, dazu eine große Mühle mit drei Müh lenrädern.<br />

Das zweite Gemälde zeigt eine große, vom rechten<br />

unteren Rand in die Tiefe nach hinten und zur Mitte<br />

verlaufende geschwungene Brücke, auf der zahlreiche<br />

Figuren zu sehen sind, darunter einige Wanderer und<br />

Handelstreibende mit ihren Pferden oder Eseln. Diese<br />

fantastische Brückenkonstruktion endet bei einem<br />

braunen alten Bauwerk vor der Kulisse einer Stadt. Im<br />

Vordergrund am Flussufer links, vor den Resten eines<br />

alten Baumes, mehrere Jäger, zum Teil auf Pferden<br />

und ein weißer Hund, die ihren Blick auf das zu überquerende<br />

Wasser in Richtung der Brücke gerichtet<br />

haben. Malereien in überwiegend monochromer Farbigkeit,<br />

dabei der silhouettenhafte Hintergrund in blaugrau<br />

gehalten. Beide Gemälde mit zahlreichen Details,<br />

wie kleinen Vögeln oder Tieren, versehen. Fleckig, Retuschen.<br />

(12414121) (18)<br />

17TH/ 18TH CENTURY PAINTER AFTER<br />

ROELANDT SAVERY (1576/78 <strong>–</strong> 1639)<br />

A pair of paintings<br />

FANTASTICAL LANDSCAPES WITH FIGURES<br />

Oil on copper.<br />

32 x 45 cm each.<br />

In gilt frame.<br />

€ 12.000 - € 16.000<br />

Sistrix<br />

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71


279<br />

MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

PRACHTVOLLES BLUMENBOUQUET IN<br />

GOLDENER SCHALE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

108 x 163 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Vor dunklem Hintergrund die auf einer Steinbrüstung<br />

stehende goldene, breite Schale mit den sorgsam arrangierten<br />

Blumen. Zu diesen gehören überwiegend:<br />

Rosen, Tulpen, Nelken, Wicken, Ranunkeln und Narzissen.<br />

Sie werden zudem in verschiedenen Stadien<br />

gezeigt, von der zarten Knospe einer Nelke bis zur hin<br />

fast verblühten Tulpe; dabei überwiegen die weißen,<br />

gelb-orangen, rosa und roten Farbtöne. Vase und<br />

Blumen werden in leichter Untersicht gezeigt, so daß<br />

dieses Gemälde wohl als Supraporte gedacht war.<br />

Qualitätvolle Malerei, die Blumen dabei vortrefflich<br />

wiedergegeben. Retuschen. (1240402) (18)<br />

18TH CENTURY PAINTER<br />

MAGNIFICENT FLOWER BOUQUET<br />

IN GOLD BOWL<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

108 x 163 cm.<br />

In gilt frame.<br />

With retouching.<br />

€ 12.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

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280<br />

MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />

FRÜCHTESTILLLEBEN MIT PUTTI<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

86 x 112 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In einer bewaldeten Landschaft ein auf dem Boden<br />

sitzender blondgelockter Putto mit kleinen Flügeln in<br />

rosa- und blaufarbigen Tüchern, sich einem weiteren<br />

braunhaarigen, nackten Putto zuwendend, der neben<br />

ihm steht und einen kleinen Zweig mit hellen Weintrauben<br />

hält. Vor ihnen, auf dem gesamten Boden liegend,<br />

leuchtend gelb-rote Äpfel, helle und dunkle<br />

Weintrauben, einige Pflaumen, sowie am rechten Bildrand<br />

eine angeschnittene Melone. Malerei, bei der<br />

besonders die realistisch wiedergebebenen Früchte<br />

herausgestellt werden. Kleine Retuschen. Rahmenschäden.<br />

(1240403) (18)<br />

7TH/ 18TH CENTURY PAINTER<br />

FRUIT STILL LIFE WITH PUTTI<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

86 x 112 cm.<br />

In decorative frame.<br />

With minor retouching. Frame damaged.<br />

€ 12.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

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73


281<br />

FLÄMISCHER MALER DES BEGINNENDEN<br />

17. JAHRHUNDERTS UNTER DEM EINFLUSS<br />

VON JOOS DE MOMPER D.J. (1564 <strong>–</strong> 1635)<br />

WEITE LANDSCHAFT MIT FLUSSLAUF, WASSER-<br />

SCHLOSS, BAUERNDORF UND FIGURENSTAFFAGE<br />

Öl auf Eichenholz.<br />

52 x 86,5 cm.<br />

Das Bild, betont breitformatig angelegt, der Blick aus<br />

der Kavaliersperspektive schweift über einen Hügel<br />

im Vordergrund bis zum Horizont, seitlich des breiten<br />

Flusslaufs zieht das Gelände hoch. Im Zentrum der<br />

Darstellung eine Baumgruppe, links davon Häuser mit<br />

Kirchlein, von Bäumen umgeben. Rechts, tiefer liegend<br />

ein im Flussufer stehendes Renaissance-Schloss<br />

mit Treppengiebeln und einer Zwiebelhaube. Rechts<br />

daneben ein Ufergebäude mit Turm und Taubenschlägen.<br />

Die Staffagefiguren beleben die Landschaft, zeigen<br />

einen heimkehrenden Jäger in Begleitung eines<br />

Esels, auf dem eine Frau mit rotem Rock sitzt, Bauern<br />

beim Beladen eines Karrens nahe dem Dörfchen sowie<br />

Männer im Kahn bei der Entenjagd. Komposition<br />

und Gesamtbildauffassung gehen sichtlich auf ähnliche<br />

Landschaften mit weiter Fernsicht zurück, wie sie<br />

sich im Werk des de Momper mehrfach finden. Auch<br />

die Betrachtung aus der Kavaliersperspektive folgt<br />

ganz dem Aufbau dieses Bildschemas.<br />

(12414117) (11)<br />

FLEMISH SCHOOL, EARLY 17TH CENTURY,<br />

UNDER THE INFLUENCE OF JOOS DE MOMPER<br />

THE YOUNGER (1564 <strong>–</strong> 1635)<br />

VAST LANDSCAPE WITH RIVER, WATER CASTLE,<br />

FARMING VILLAGE AND FIGURAL STAFFAGE<br />

Oil on oak panel.<br />

52 x 86.5 cm.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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282<br />

FRANS YKENS,<br />

UM 1601 ANTWERPEN <strong>–</strong> UM 1693 BRÜSSEL, ZUG.<br />

STILLLEBEN MIT FRUCHTSCHALE<br />

UND AUSTERNTELLER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

39,8 x 52,6 cm.<br />

Signatur unterhalb des Schmetterlings an der<br />

Tischkante.<br />

Der Hintergrund bewusst in dunkelbraunem Farbton<br />

angelegt, aus dem sich die Tischplatte kaum abhebt.<br />

Umso leuchtender die Früchte, die in einer chinesischen<br />

Ming-Porzellanschale aufgehäuft sind, vor allem<br />

aber die hellroten Kirschen und rot-gold schimmernden<br />

Pfirsiche neben den offenen Austern, die sich auf<br />

der Zinnplatte spiegeln. Links an der Tischecke farbliche<br />

Entsprechung durch einen roten Schmetterling,<br />

daneben Wassertropfen. (12407218) (1) (11)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

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75


283<br />

DEUTSCHER MALER DES AUSGEHENDEN<br />

16. JAHRHUNDERTS<br />

DIE FLOHHATZ<br />

Öl auf Buchenholz.<br />

27, 7 x 41,1 cm.<br />

In ebonisiertem Rahmen mit Wellenleistenprofil.<br />

In einem Innenraum mit zahlreichen Durchblicken ins<br />

Äussere und in andere Räume des Gebäudes sind<br />

zahlreiche Frauen zu sehen, ihrem Werk nachgehend.<br />

Jedoch wird schnell offenbar, eingeleitet durch einen<br />

lausenden Hund und einer sich lausenden Katze, dass<br />

alle Personen ein Zwicken verspüren und auf der Suche<br />

nach kleinen Quälgeistern in Form einer Laus oder<br />

eines Flohs sind. Der Floh war im 16. und 17. Jahrhundert<br />

ein beliebtes humoristisches Thema in der Literatur.<br />

Rückwärtig mit Sammlungs- und Auktionsetiketten.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Hugo Hayn und Alfred N. Gotendorf, Floh-Literatur<br />

des In- und Auslandes vom 16. Jahrhundert<br />

bis zur Neuzeit, 1913.<br />

Vgl. Johann Fischarts, Flöh Haz, Weiber Traz, Straßburg<br />

1573 und erweitert 1577. Das vorliegende Gemälde<br />

bezieht sich vermutlich auf das Werk von<br />

Fischarts, eines der bekanntesten Bücher aus dem<br />

Genre der sogenannten Floh-Literatur. (12414119)<br />

(13)<br />

GERMAN SCHOOL,<br />

LATE 16TH CENTURY<br />

THE FLEA HUNT<br />

Oil on panel.<br />

27.7 x 41.1 cm.<br />

In ebonized frame with ripple moulding.<br />

Collection and auction labels on the reverse.<br />

Literature:<br />

Compare H. Hayn and A. N. Gotendorf, Floh-Litteratur<br />

des In- und Auslandes vom 16. Jahrhundert bis zur<br />

Neuzeit, 1913.<br />

Compare J. Fischarts, Flöh Haz, Weiber Traz, Strasbourg,<br />

1573 and extended 1577. The present painting<br />

probably refers to a work by Fischarts, one of the<br />

most famous books of this genre of so called flea<br />

literature.<br />

€ 15.000 - € 25.000<br />

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284<br />

FRANS FRANCKEN D. J.,<br />

1581 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1642 EBENDA, ZUG.<br />

DIE HOCHZEIT ZU KANA<br />

Öl auf Holz.<br />

40 x 54,5 cm.<br />

17. Jahrhundert.<br />

Im Mittelpunkt dieser figurenreichen Darstellung in<br />

einem Saal steht Christus mit Nimbus in einem weinroten<br />

Gewand mit karminrotem Umhang. Er und seine<br />

Mutter sowie einige seiner Jünger waren laut Bibel<br />

zu dieser Hochzeit geladen, als der Wein sich zu Ende<br />

neigte. Um zu helfen beauftragte Christus einige Diener<br />

Wasser zu schöpfen und diese Krüge ins Haus zu<br />

bringen. Auf der linken Seite des Gemäldes sieht man<br />

Diener bei der Arbeit am Brunnen. Gezeigt wird mittig<br />

der Moment, in dem Jesus seine rechte Hand erhoben<br />

hat und das Wasser in Wein verwandelt. An zwei<br />

über Eck aneinanderstehenden Tischen sitzt die bunt<br />

gemischte Hochzeitsgesellschaft mit dem Brautpaar<br />

in teils prachtvoller Kleidung. Drei weitere Personen<br />

auf der rechten Seite des Tisches fallen besonders<br />

auf: ein Gelehrter in Rückenansicht mit goldbesticktem<br />

Mantel und weißem Kragen, sowie eine junge<br />

blonde Frau in leuchtend rotem Kleid. Neben ihr sitzt<br />

mit weitem Umhang und breitem Pelzkragen sowie<br />

großer roter Kopfbedeckung ein älterer Mann mit<br />

feinster Physiognomie des Gesichtes, sodass es sich<br />

um ein Selbstportrait des Malers handeln könnte. Auffällig<br />

ist auch das Gemälde in der oberen Mitte des<br />

Raumes, das auf einem stufigen Podest mit Speisen<br />

steht. Es zeigt den Sündenfall von Adam und Eva und<br />

könnte als Warnung und Ermahnung für das Brautpaar<br />

dienen. Meisterhaftes farbenprächtiges Werk voll reicher<br />

Details und symbolischen Deutungen in qualitätvoller<br />

Manier. Rest. (12413514) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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77


285<br />

PIETER MULIER D.Ä.,<br />

1615 HAARLEM <strong>–</strong> 1670 EBENDA<br />

KLEINES BOOT MIT FISCHERN AUF HOHER SEE,<br />

DIE IHRE NETZE EINHOLEN<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

52 x 96 cm.<br />

Rechts unten auf schwimmenden Holzbalken monogrammiert<br />

„PM“.<br />

Unter hohem grau-blauen Himmel mit leichten Wolkenformationen,<br />

der fast drei Viertel des Gemäldes einnimmt,<br />

zahlreiche Segelschiffe und Boote auf der<br />

stürmisch bewegten See. Zwei der Schiffe sind mit<br />

der niederländischen Flagge versehen. Auf der linken<br />

Bildseite, teils im durch den diesigen Himmel durchbrechenden<br />

Lichtschein, vier Fischer in einem Boot,<br />

die dabei sind, ihre Netze an Bord zu ziehen. Zahlreiche<br />

Möwen fliegen über die wellenschlagende See in<br />

der Nähe des Bootes. Im Hintergrund scheinen die<br />

Segelschiffe am Horizont bereits von Regenwetter erfasst<br />

zu sein. Malerei in der typischen Manier des Künstlers,<br />

in reduzierter Farbgebung. Kleine Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Verso alter Aufkleber von Christie's, der auf eine<br />

Auktion am 15. November 2016 mit der Lotnummer<br />

10 verweist. (1241428) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

286<br />

LIEVE PIETERSZ. VERSCHUIER,<br />

UM 1630 ROTTERDAM <strong>–</strong> 1686 EBENDA<br />

SEGELSCHIFF AUF HOHER SEE BEI<br />

AUFKOMMENDEM UNWETTER<br />

Öl auf Holz.<br />

21,3 x 40 cm.<br />

Rechts unten auf schwimmendem Fass<br />

monogrammiert.<br />

In dekorativem vergoldeten Rahmen.<br />

Bei starkem Wellengang auf hoher See ein durch die<br />

Wellen peitschendes Schiff mit einer Figur an Bord. Im<br />

Wasser bereits ein von der Ladung verloren gegangenes<br />

schwimmendes Fass. Auf der rechten Seite im<br />

Hintergrund die Spitze eines Ufers und zwei weitere<br />

Schiffe erkennbar. Über dem Boot selbst braut sich mit<br />

mächtigen grauen Wolken ein Unwetter zusammen,<br />

das nach rechts zieht und noch einen Blick auf den<br />

hellblauen Himmel freigibt. Typische Malerei des niederländischen<br />

Malers, dessen Arbeiten sich meistens<br />

mit maritimen Themen beschäftigten. Verso alter Aufkleber<br />

mit Künstlerbiografie und Monogrammverweis.<br />

(12413522) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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287<br />

JAN VAN KESSEL D. Ä.,<br />

UM 1626 <strong>–</strong> 1679, ZUG.<br />

ALLEGORIE DER LUFT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

47 x 70 cm.<br />

Im vergoldeten Rahmen.<br />

Zuweisung an den Künstler durch Expertise von Prof.<br />

Arisi sowie Katalogbeschreibung Christie Manson &<br />

Woods, London 16. Juli 1971.<br />

Eines aus einem Satz von drei weiteren, nicht mehr<br />

erhaltenen Gemälden der Serie der vier Elemente. Gezeigt<br />

ist die nackt wiedergegebene weibliche allegorische<br />

Gestalt auf einem Felsen oberhalb einer Landschaft,<br />

auf einem Hügel sitzend. Die Gestalt in rotes<br />

Velum gekleidet, die erhobene rechte Hand hält einen<br />

Pfauenfederbüschel, rechts daneben ein Himmelsglobus.<br />

Die durch die Rotfarbe des Tuches betonte<br />

Hauptfigur im Bild leicht nach links gesetzt, um einem<br />

kahlen Baum Raum zu bieten, auf dem zahlreiche<br />

Waldvögel sowie exotische Papageien und geflügelte<br />

Fantasiewesen Platz finden. Am Boden größeres<br />

Federvieh wie Pelikan, Schwan, Truthahn, Reiher, Pfaue<br />

usw. Den linken oberen Teil des Bildes beleben auffliegende<br />

Nachtvögel vor verschatteten Wolken. Von<br />

besonderem Reiz auch die in feiner malerischer Wiedergabe<br />

gezeigten exotischen Vögel, die zwischen den<br />

einheimischen Tieren Platz gefunden haben. Ebenso<br />

originell die Blickzuwendung der am Boden stehenden<br />

Vögel gegenüber der allegorischen Figur. In der<br />

rechten Bildecke zieht der bewaldete Hang nach unten,<br />

mit Ausblick auf Bergformationen im Hintergrund.<br />

JAN VAN KESSEL THE ELDER,<br />

CA. 1626 <strong>–</strong> 1679, ATTRIBUTED<br />

ALLEGORY OF AIR<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

47 x 70 cm.<br />

In gilt frame.<br />

Attribution based on expert’s report by Professor Arisi<br />

and catalogue description Christie Manson & Woods,<br />

London 16 July 1971.<br />

Provenance:<br />

Auction Christie’s, 16 July 1971: Fine Pictures by <strong>Old</strong><br />

<strong>Master</strong>s, listed in catalogue with no. 110.<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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Provenienz:<br />

Auktion Christie's, 16. Juli 1971: Fine Pictures by <strong>Old</strong><br />

<strong>Master</strong>s, im Katalog aufgeführt unter der Nummer<br />

110. (1240271) (11)<br />

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79


288<br />

RÖMISCHER MEISTER DES 16. JAHRHUNDERTS<br />

DIE HEILIGE FAMILIE<br />

Öl auf Holz.<br />

66 x 51 cm.<br />

In dekorativem Prunkrahmen.<br />

In einem Innenraum vor rot-braunem Vorhang das<br />

Halbbildnis der Gottesmutter mit hellrotem Gewand<br />

und türkisfarbenem Umhang, in ihrem Schoß auf einem<br />

weissen Kissen den nackten Jesusknaben haltend.<br />

Dieser hält in seinen Händen ein aufgeschlagendes<br />

Buch und sein Blick ist nach oben zu Maria<br />

gerichtet, die diesen mit gesenkten Augen erwidert.<br />

Im Halbdunkel des Hintergrundes ist links das Gesicht<br />

von Josef zu erkennen, der mit seinen fast schwarzen<br />

Augen leicht seitlich aus dem Bild schaut. In seinen<br />

großen Händen hält er ein Werkzeugstück. Die Köpfe<br />

aller drei Dargestellten jeweils von einem dünnen goldenen<br />

Nimbus umgeben. Besonders betont werden<br />

das feine Inkarnat Mariens, die sich liebevoll mit leicht<br />

geröteten Wangen dem Kind zuwendet. Malerei mit<br />

ausgeprägt starker hell-dunkel Akzentuierung. Kleinere<br />

Holzrisse, kleine Rahmenschäden, minimale Retuschen.<br />

(1212222) (18)<br />

ROMAN SCHOOL, 16TH CENTURY<br />

THE HOLY FAMILY<br />

Oil on panel.<br />

66 x 51 cm.<br />

In magnificent decorative frame.<br />

With minor panel cracks, minor damage to frame and<br />

minimal retouching.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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289<br />

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DAS MASSAKER AN DEN UNSCHULDIGEN<br />

KINDERN AUF DER MILVISCHEN BRÜCKE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

116 x 169 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Die biblische Geschichte vom bethlehemischen Kindermord<br />

ist hier an die Milvischen Brücke in Rom verlagert.<br />

Im Vordergrund das heftige Schlachtengetümmel,<br />

wobei Soldaten versuchen, diversen Frauen ihre<br />

Kinder zu entreißen, um sie zu töten. Der heftige<br />

Kampf tobt auch auf der Brücke weiter, auf der Frauen<br />

und Männer versuchen ihre Kinder gegenüber den römischen<br />

Soldaten in Rüstung zu verteidigen. Zahlreiche<br />

Speere der Soldaten sind dabei zu sehen und in<br />

den Fluss fallende oder darin schwimmende Kinder.<br />

Im Hintergrund prächtige Gebäude der Stadt unter hohem<br />

blauen Himmel mit großen weißen Wolkenformationen.<br />

Malerei, bei der die Farben Rot, Braun sowie<br />

Weiß und das Blau des Himmels und des<br />

Wassers überwiegen. Retuschen. (1241031) (2) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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290<br />

CORNELIS SAFTLEVEN,<br />

UM 1607 GORKUM <strong>–</strong> 1681 ROTTERDAM<br />

DIE TIERE BEGEBEN SICH IN DIE ARCHE NOAH<br />

Öl auf Holz.<br />

42,5 x 53,5 cm.<br />

Links unten signiert „C. Saftleven“ und datiert 1660(?).<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Das Gemälde ist abgebildet im RKD The Hague unter<br />

der Nummer ONS9500062.<br />

Die Darstellung des Gemäldes bezieht sich auf das<br />

Alte Testament (Genesis 6:14-16). Auf einer Anhöhe<br />

die übergroße Arche des Noah, deren oberer Teil nicht<br />

gezeigt wird. Sie ist umgeben von zahlreichen Bäumen<br />

unter blau-grauem Himmel, der das nahende Unwetter<br />

schon ankündigen könnte. Ein langer hölzerner<br />

Steg, auf dem bereits einige Figuren und Tiere erkennbar<br />

sind, führt zum Eingang der Arche, an dem<br />

Noah in braunem Gewand mit Begleitung die Ankommenden<br />

erwartet und begrüßt. Der Vordergund des<br />

Gemäldes zeigt die hervorragend wiedergegebenen,<br />

friedvollen Tiere mit Bären, Pferden, Füchsen, Ziegen,<br />

Eseln, Kühen, Katzen, Affen und Hunden, einer<br />

Taube und einem Uhu sowie links unter einem Baum<br />

ein Elefantenpaar. Qualitätvolle Malerei und gelungene<br />

Umsetzung des biblischen Themas in harmonischer<br />

Farbgebung. Malerei auf zwei zusammengefügten<br />

Holzbrettern.<br />

Anmerkung:<br />

Das Gemälde wurde sowohl bei Christie´s in London<br />

am 11. Mai 1994, Lotnummer 62, als auch Sotheby´s<br />

Amsterdam am 06. Mai 1997, Lotnummer 23 und bei<br />

Millon & Associés am 24. Juni 2005, Lotnummer 14<br />

zur Versteigerung angeboten bzw. verkauft.<br />

(12407211) (1) (18)<br />

CORNELIS SAFTLEVEN,<br />

CA. 1607 GORKUM <strong>–</strong> 1681 ROTTERDAM<br />

ANIMALS ENTERING NOAH'S ARK<br />

Oil on panel.<br />

42.5 x 53.5 cm.<br />

Signed “C. Saftleven” lower left and dated 1660(?).<br />

In magnificent gilt frame.<br />

The painting is illustrated at the RKD, The Hague with<br />

no. ONS9500062.<br />

High quality painting with well-made depiction of the<br />

Bible theme in harmonious colour scheme. Painting on<br />

two joined wooden panels.<br />

Note:<br />

The painting was offered for sale/sold at Christi’s in<br />

London on 11 May 1994, lot 62, and at Sotheby’s<br />

Amsterdam on 6 May 1997, lot 23, and at Millon &<br />

Associés on 24 June 2005, lot 14.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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81


291<br />

UMBRISCHE SCHULE DES 16. JAHRHUNDERTS<br />

Gemäldepaar<br />

DIE BEGEGNUNG VON ANNA UND MARIA<br />

sowie<br />

DIE GEBURT CHRISTI<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

Je 46 x 46 cm.<br />

Das erste Gemälde zeigt, vor Gebäuden der Stadt, die<br />

Begegnung von Maria in rötlichem Gewand mit weißem<br />

Mantel und ihrer Mutter Anna in braunem Gewand<br />

mit brauner Kopfbedeckung. Auf der linken Seite<br />

mit grauem Vollbart und grauem Haar, auf einen<br />

langen Stab gestützt, Joachim.<br />

Das zweite Gemälde zeigt in einem angedeuteten<br />

Stall die Geburt Christi, der in weißen Laken auf Stroh<br />

liegt. Links von ihm die kniende Maria in rot-weißem<br />

Gewand, während auf der rechten Seite Josef in rötlichem<br />

Gewand zu sehen ist, der mit seiner Rechten<br />

einen großen Stab umgriffen hat und auf das neugeborene<br />

Kind herabblickt. Hinter Jesus sind ein Ochse<br />

und ein Esel zu erkennen, die ebenfalls interessiert<br />

auf den Neugeborenen herabblicken. Die beiden<br />

Gemälde wohl aus einer größeren Reihe stammend.<br />

Kleine Farbabsplitterungen und kleinere Rahmenschäden.<br />

(1241143) (18)<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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292<br />

FLÄMISCHER MALER DES BEGINNENDEN<br />

17. JAHRHUNDERTS<br />

DIE BEKEHRUNG DES SAULUS<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

87 x 123 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Dargestellt eine Szene aus der Apostelgeschichte 9,<br />

1 - 9: Saulus wütete mit Drohung und Mord gegen die<br />

Jünger des Herrn. Er ging zum Hohenpriester und erbat<br />

sich von ihm Briefe an die Synagogen, um die Anhänger<br />

dort zu finden, zu fesseln und nach Jerusalem<br />

zu bringen. Gezeigt ist der Moment, als er mit seinen<br />

zahlreichen bewaffneten Gefährten unterwegs ist und<br />

sich bereits Damaskus nähert. Saulus trägt hier ein<br />

türkises Gewand mit Goldrand, einen roten Umhang<br />

und ein Schwert. Unverhofft fällt ein Lichtstrahl auf ihn<br />

herab und er stürzt von seinem edlen Schimmel und<br />

fällt zu Boden. Er hört eine Stimme, die zu ihm sagt:<br />

Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich? Im oberen<br />

Gemäldebereich ist eine große dunkle Wolke zu sehen,<br />

hinter der in gelbem Licht Jesus in rotem Gewand<br />

und mit Nimbus zu erkennen ist. In dem von seiner<br />

linken Hand ausgehenden Strahl sind diese Worte in<br />

Latein zu lesen. Links und rechts die Saulus folgenden<br />

zahlreichen Männer in prachtvollen farbigen, teils mit<br />

Gold ausgestatteten Rüstungen, Fahnen, Waffen und<br />

Kleidungsstücken auf edlen Pferden. Im Hintergrund<br />

ist schemenhaft die Stadt Damaskus zu sehen. Hervorragende<br />

qualitätvolle Malerei, insbesondere der Kleidung,<br />

in teils kräftig leuchtenden Farben. Rest., Retuschen.<br />

(1240235) (1) (18)<br />

FLEMISCH SCHOOL,<br />

EARLY 17TH CENTURY<br />

THE CONVERSION OF SAUL<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

87 x 123 cm.<br />

In decorative frame.<br />

Excellent, high quality painting, especially in the depiction<br />

of the clothing in luminous colours. Restored,<br />

with retouching.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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83


293<br />

FRANZÖSISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

IN DER NACHFOLGE DES SIMON VOUET<br />

Gemäldepaar<br />

DAS URTEIL DES PARIS<br />

sowie<br />

DIANA UND ACTAEON<br />

Jeweils Öl auf Holz.<br />

Je 42 x 32,5 cm.<br />

In vergoldeten Rahmen.<br />

Das erste Gemälde zeigt das in der Kunstgeschichte<br />

beliebte Bildthema mit dem Urteil des Paris: der trojanische<br />

Königssohn Paris muss dabei entscheiden,<br />

wer von den drei Göttinnen Hera, Aphrodite und Athene<br />

die Schönste sei. Er sitzt hier unterhalb zweier<br />

Bäume in rotem Gewand; neben ihm sein Hund und<br />

ein Putto. Seine Entscheidung fällt auf Aphrodite, der<br />

er hier einen goldenen Apfel überreicht.<br />

Das zweite Gemälde zeigt die verhängnisvolle Begegnung<br />

zwischen dem Jäger Actaeon und der in einer<br />

Quelle badenden Göttin Diana, hier erkennbar an der<br />

Mondsichel im Haar, mit ihren Nymphen. Er belauscht<br />

und beobachtet die Göttin, die ihn dabei ertappt und<br />

ihn erzürnt in einen Hirsch verwandelt. Auf der linken<br />

Seite ist Actaeon in rotem Gewand mit seinen beiden<br />

Hunden zu sehen, der davoneilen möchte. Die Verwandlung<br />

hat bereits begonnen: auf seinem Haupt<br />

sind bereits erste kleine Hörner zu erkennen. Als<br />

Hirsch wird er schließlich von seinen eigenen Hunden<br />

zerfleischt. Malerei in weichen zurückhaltenden Farben,<br />

jeweils unter hohem hellblauen Himmel mit<br />

gelblich-weißen Wolken. Kleine Retuschen.<br />

(1240901) (3) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

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294<br />

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DANAE EMPFÄNGT DEN GOLDREGEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

108 x 155 cm.<br />

In ebonisiertem und mit Goldornamenten verziertem<br />

Holzrahmen.<br />

Das große Querformat zeigt das griechisch-mythologische<br />

Thema der Danaë, der Tochter des Akrisios und<br />

der Aganippe. Akrisios, der König von Argos, hatte<br />

zwei Töchter. Da er keinen männlichen Nachfolger<br />

hatte, wurde er vom Orakel gewarnt, ein Enkel werde<br />

in töten. Aus diesem Grund sperrte er die kinderlose<br />

Danaë in einen Turm, welcher mit bronzenen Türen<br />

gesichert und von Hunden bewacht wurde. Zeus, der<br />

Danaë sehr begehrte, verwandelte sich in goldenen<br />

Regen und verschaffte sich so dennoch durch das<br />

Dach des Gefängnisses Zugang zu ihr. Danaë gebar<br />

ihm Perseus, der später mit einem Diskus, den er in<br />

einem Wettkampf schleudert und der von den Göttern<br />

abgelenkt wurde, seinen Großvater Akrisios tötet. Das<br />

Gemälde wurde zuvor Jacopo Nigreti gegeben.<br />

(1240621) (13)<br />

FLEMISH SCHOLL, 17TH CENTURY<br />

DANAE RECEIVING THE GOLDEN RAIN<br />

Oil on canvas.<br />

108 x 155 cm.<br />

In ebonized wooden frame with gilt ornamental<br />

décor.<br />

€ 12.000 - € 16.000<br />

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85


295<br />

JOHANNES VOORHOUT,<br />

1647 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1723 EBENDA<br />

JOSEPH UND DIE FRAU DES POTIPHAR<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

107 x 88,5 cm.<br />

Links unten an Säule signiert und datiert „I.Voorhout.<br />

F. 1700“.<br />

Thema des Bildes ist eine Erzählung aus dem ersten<br />

Buch Mose. Potiphar, der Befehlshaber der Leibwache<br />

des Pharaos, kauft Josef von Händlern als Sklaven.<br />

Josef erwirbt sich schnell das Vertrauen seines Herren<br />

und wird Aufseher über Potiphars Besitz. Dessen Frau<br />

verliebt sich in Josef und versucht ihn zu verführen.<br />

Hier wird sie auf der rechten Bildseite als junge Frau in<br />

einem weißen Kleid und heruntergelassenem blauen<br />

Obergewand dargestellt. Sie sitzt am Rand eines großen<br />

Bettlagers mit weißen Kissen und geöffnetem grünen<br />

Baldachin und versucht Josef an seinem roten Umhang<br />

festzuhalten und zum Bleiben zu überreden. Er trägt<br />

unter dem Umhang ein goldfarbenes Gewand und<br />

blickt sie mit abwehrendem Handgestus und ge röteten<br />

Wangen an, während sie seinen Blick liebevoll erwidert.<br />

Auf der rechten Seite ein Tischchen mit einer silbernen<br />

Kanne und dem abgelegten Schmuck. Die hellen<br />

Hautpartien und das Kleid der Frau sowie die Kissen<br />

heben sich von den dunk leren Bildpartien ab. Die Darstellung<br />

gehört zu den beliebten Motiven der Zeit.<br />

(1240232) (1) (18)<br />

JOHANNES VOORHOUT,<br />

1647 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1723 IBID.<br />

JOSEPH AND THE WIFE OF POTIPHAR<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

107 x 88.5 cm.<br />

The column is signed and dated “I.Voorhout. F. 1700”<br />

lower left.<br />

€ 10.000 - € 14.000<br />

Sistrix<br />

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296<br />

JOHANN BOECKHORST,<br />

AUCH „JAN BOECKHORST“,<br />

1604 MÜNSTER <strong>–</strong> 1686 ANTWERPEN, ZUG./<br />

UMKREIS<br />

Der Maler war enger Mitarbeiter in der Werkstatt von<br />

Peter Paul Rubens, weswegen nicht wenige seiner<br />

Arbeiten früher Rubens oder auch van Dyck zugeschrieben<br />

wurden, mit dem er ebenfalls befreundet<br />

war. Ab 1633 war er Mitglied der Antwerpener Lukas-<br />

Gilde. Sein Hauptwerk umfasst überwiegend Sze nen<br />

der Antike sowie religiöse Themen im Sinne der Gegenreformation.<br />

ALEXANDER DER GROSSE KRÖNT ROXANA<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

158 x 132 cm.<br />

In stuckiertem und bronziertem Rahmen.<br />

Originalgetreue Kopie nach dem Gemälde von Peter<br />

Paul Rubens aus der Gemäldesammlung Wörlitz. Das<br />

Gemälde kann durchaus dem Rubensschüler Boeckhorst<br />

zugeschrieben werden. Dieser schuf auch eine<br />

eigene Komposition des Themas schuf, welche sich<br />

eng an das Rubenssche Original anlehnt. Rest. Besch.<br />

Vergleiche:<br />

Chatztnikolau, Nikos (1997): HO MEGAS ALEXAN­<br />

DROS STEN EUROPAIKE TECHNE. Thessaloniki.<br />

Rode, August (1798): Beschreibung des fürstlichen<br />

Anhalt-Dessauischen Landhauses und englischen<br />

Gartens zu Wörlitz. Dessau 1788 (1798 2. Aufl.)<br />

Weiss, Thomas (Hrsg.): Oranienbaum <strong>–</strong> Huis van<br />

Oranje. Wiedererweckung eines anhaltischen Fürstenschlosses.<br />

München 2003. (1241241) (13)<br />

JOHANN BOECKHORST,<br />

ALSO KNOWN AS “JAN BOECKHORST”,<br />

1604 MÜNSTER <strong>–</strong> 1686 ANTWERP, ATTRIBUTED/<br />

CIRCLE OF<br />

ALEXANDER THE GREAT CROWNS ROXANA<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

158 x 132 cm.<br />

In stuccoed and burnished frame.<br />

Faithful copy after a painting by Peter Paul Rubens<br />

held at the Gemäldesammlung, Wörlitz.<br />

Examples of comparison:<br />

N. Chatztnikolau, HO MEGAS ALEXANDROS STEN<br />

EUROPAIKE TECHNE, Thessaloniki 1997.<br />

A. Rode, Beschreibung des fürstlichen Anhalt-Dessauischen<br />

Landhauses und englischen Gartens zu<br />

Wörlitz, Dessau 1788, (1798 2nd edition.)<br />

T. Weiss, (ed.), Oranienbaum <strong>–</strong> Huis van Oranje. Wiedererweckung<br />

eines anhaltischen Fürstenschlosses,<br />

Munich 2003.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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87


297<br />

PIETRO DANDINI,<br />

AUCH GENANNT „PIER DANDINI“,<br />

1646 FLORENZ <strong>–</strong> 1712 EBENDA,<br />

ZUG./ WERKSTATT DES.<br />

Der Künstler entstammt einer weit verzweigten Malerfamilie.<br />

Sein Malstil, wie der seiner Werkstatt, ist gekennzeichnet<br />

durch zahlreiche Einflüsse durch Reisen,<br />

die er nach Bologna, Venedig, Modena und Rom unternommen<br />

hatte. Gefördert durch die Medici-Familie,<br />

einschließlich des Prinzen Ferdinand und des Großherzogs,<br />

erhielt er zahlreiche Aufträge, auch für Kirchen, wie<br />

etwa San Jacopo Soprarno oder San Frediano. Ferner<br />

fertige er die Lünetten für die San Giovannino degli<br />

Scolopi. Auch das Gemälde des Heiligen Franziskus in<br />

der römischen Kirche Santa Maria Maggiore ist von<br />

seiner Hand, um nur wenige Beispiele zu nennen.<br />

BACCHANAL<br />

Öl auf Leinwand.<br />

114,5 x 139,5 cm.<br />

Die vielfigurige Szenerie großformatig angelegt, die<br />

Personen in einzelne Gruppen geordnet. Ein Hauptfigurenpaar<br />

links oben auf einem Felsen sitzend, wobei<br />

dem mit Efeulaub geschmücktem Mann in rotem Tuch<br />

soeben Wein gereicht wird, während er von einer jungen<br />

Frau Liebkosung erfährt. Eine zweite dominierende<br />

Gruppe, rechts unten, zeigt ein weiteres Paar, dürftig<br />

bekleidet, an einem großen kupfernen Weinkühler,<br />

davor am Boden liegendes Obst. Rechts ist der dickleibige<br />

nackte Bacchus gezeigt, der auf einem Esel<br />

vom rechten Bildrand ins Zentrum reitet, begleitet von<br />

zwei Mänaden, die ihm Trinkschale und Krug reichen,<br />

während er eines der Mädchen umfängt. Links daneben<br />

ein Satyr mit Panflöte. In der unteren rechten<br />

Ecke ein weiteres Paar, das junge Mädchen mit entblößter<br />

Brust lasziv über einem Tuch liegend, sie hebt<br />

eine Weinschale einem Bacchanten entgegen, der sie<br />

mit einem Krug füllt. Zwischen den Figuren zahlreiche<br />

Putten sowie bocksfüßige kleine Panskinder, im Hintergrund<br />

hügelige Landschaft unter gebauschten Wolken.<br />

(1240242) (3) (11)<br />

PIETRO DANDINI,<br />

ALSO KNOWN AS “PIER DANDINI”,<br />

1646 FLORENCE <strong>–</strong> 1712 IBID.,<br />

ATTRIBUTED/ WORKSHOP OF<br />

BACCHANAL<br />

Oil on canvas.<br />

114.5 x 139.5 cm.<br />

€ 20.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

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298<br />

MALER DER NORDITALIENISCHEN SCHULE<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

KLEOPATRA<br />

Öl auf Leinwand.<br />

91 x 126 cm.<br />

Die antike Szene, wonach sich Kleopatra mit Hilfe einer<br />

Giftschlange das Leben nimmt, ist hier großformatig<br />

vorgeführt. Die ägyptische Herrscherin, zuvor Verbündete<br />

Caesars, sah nach der verlorenen Schlacht<br />

bei Actium keinen Ausweg mehr ihr Reich zu führen<br />

und führte ihren Tod durch den Biss einer Schlange<br />

herbei. Hier auf einem Lager im Halbakt dargestellt,<br />

hat der Maler auf die Bisswunde verzichtet und die<br />

Schlange lediglich um ihr Handgelenk gezeigt. Links<br />

eine über diesen Moment bestürzte und aufgeregte<br />

Dienerin in einem roten Kleid, das farbkompositiorisch<br />

mit dem Kissen in der rechten unteren Ecke korrespondiert.<br />

Die Konturen, insbesondere des Frauenaktes,<br />

im Sfumato gemacht, die Lichtregie setzt den<br />

Körper vor der Gesamtdarstellung in Szene.<br />

(1240453) (11)<br />

NORTH ITALIAN SCHOOL,<br />

17TH CENTURY<br />

CLEOPATRA<br />

Oil on canvas.<br />

91 x 126 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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89


299<br />

ITALIENISCHER MALER UM 1700<br />

FLORA UMGEBEN VON PUTTI<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

115,5 x 135 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Unter einem weit verzweigten Baum, in weiter bergiger<br />

Landschaft, auf einem Stein sitzend, die dunkelblonde<br />

Flora in einem langen faltenreichen blauen<br />

Kleid, einen Blütenkranz auf dem Kopf und ein Blütenband<br />

in ihren Händen haltend. Über ihr ein schwebender<br />

Putto mit einem Korb, der ebenfalls mit Blüten<br />

gefüllt ist und den sie mit ihren glänzenden Augen anblickt.<br />

Zu ihrer linken Seite, auf einem kleineren Stein<br />

sitzend, ein geflügelter Putti in weißem Gewand auf<br />

einem gelben Seidentuch. Im Hintergrund rechts zwei<br />

weitere Putti im Gespräch. Malerische Darstellung in<br />

harmonischer Farbgebung. Retuschen. (1240423) (18)<br />

€ 6.500 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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300<br />

FLÄMISCHER MALER DES AUSGEHENDEN<br />

17. JAHRHUNDERTS<br />

PARKLANDSCHAFT MIT ZWEI ELEGANTEN<br />

DAMEN UND EINEM PUTTO<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

85 x 111 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Vor dem Hintergund einer geordneten Parkanlage mit<br />

Brunnen sitzend auf der linken Bildseite eine elegante<br />

Frau in einem glänzenden blauen Kleid, links von ihr ein<br />

weißer Kakadu auf einem Stein. Sie hat sanft mit ihrer<br />

rechten die Hand der neben ihr sitzenden Dame in ockergelbem<br />

Kleid mit weitem Dekolletée und teilentblöster<br />

Brust ergriffen, die in ihrer linken Hand ein en Zweig hochhält.<br />

Rechts hinter ihr steht unter einem Baum die weiße<br />

Marmorstatue der Venus, zudem fliegt links davon ein<br />

kleiner geflügelter Putto, der einen Kranz hält. Beide Damen<br />

blicken direkt aus dem Bild heraus; von den Gesichtszügen<br />

her könnte es sich um Schwestern handeln,<br />

die durch den Handgestus ihre besondere Verbundenheit<br />

ausdrücken. Im Hintergrund die Landschaft mit zahlreichen<br />

Bäumen unter hohem Horizont im warmen Licht der<br />

untergehenden Sonne. Kleine Retuschen. Rahmen teils<br />

berieben. (1240729) (1) (18)<br />

€ 3.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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91


301<br />

JAKOB ANDRIES BESCHEY,<br />

1710 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1786 EBENDA<br />

VENUS IN BAUMLANDSCHAFT MIT<br />

SPIELENDEN PUTTI<br />

Öl auf Holz.<br />

21,5 x 29,5 cm.<br />

Beigegeben Expertise Dr. Klaus Ertz, Lingen, das Gemälde<br />

in die 1740er-Jahre datierend.<br />

Die weibliche Hauptfigur, die nackte Venus, ist links<br />

unter einem Baum in einer hügeligen Waldlandschaft<br />

auf zwei Tüchern sitzend wiedergegeben. Im Zentrum<br />

ein Putto, der einen kleinen Kinderkarren zieht, in dem<br />

sich ein sitzender geflügelter Amorknabe die Augen<br />

reibt. Ein weiterer Putto daneben, auf einem Ziegenbock<br />

reitend. Links am Bildrand, neben dem blauen<br />

Tuch der Venus, zwei weiße turtelnde Tauben. Im Hintergrund<br />

der Ausblick auf den gelb und blau leuchtenden<br />

spätnachmittäglichen Himmel. (12401117) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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302<br />

JEAN FRANÇOIS MILLET,<br />

1814 GRUCHY <strong>–</strong> 1875 BARBIZON, ZUG.<br />

BERGIGE LANDSCHAFT MIT FIGUREN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

82 x 102 cm.<br />

In schwarzem Lackrahmen.<br />

In weiter bergiger Landschaft, in der ein südlicher Ort<br />

mit Kirche zu erkennen ist, einige Figuren am Ufer<br />

eines Flusses. Zu diesen gehören zwei sitzende Figuren<br />

in gelbem und blauem Gewand, eine junge Frau,<br />

die ihren Kopf mit ihrer, auf einem größeren Stein liegenden<br />

Hand abstützt sowie eine Frau in rotem Kleid<br />

auf einem schmalen Weg, die in ihren Armen auf einer<br />

weißen Windel ein kleines Kind trägt. Von rechts<br />

ragen zwei mächtige südliche Bäume in das Bild. Auf<br />

der linken Seite des Hintergrunds der hohe Himmel<br />

mit dem warmen, die Wolken und Umgebung gelblich<br />

verfärbenden Abendlicht. Stimmungsvolle romantische<br />

Malerei. Minimal berieben, wenige Retuschen.<br />

(1240903) (3) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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303<br />

LUDOWYCK ODER CASPAR SMITS,<br />

1635 ZWARTEWAAL <strong>–</strong> 1707 DUBLIN, ZUG.<br />

PAAR STILLLEBEN MIT GLÄSERN, FRÜCHTEN<br />

UND AUSTERN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

37 x 30,5 cm.<br />

Gemälde mit Südfrüchten rechts unten<br />

monogrammiert „I.S.“.<br />

In Schildpattrahmen mit ebonisiertem<br />

Wellenleistenprofil.<br />

Jeweils auf einer Tischplatte ruhende Objekte. Einmal<br />

ein Römer mit Wanli-Schale gefüllt mit Oliven, dahinter<br />

Südfrüchte und davor Austern. Das andere Gemälde<br />

mit Kürbis, Zitronen, einem gefüllten Glaspokal à la<br />

façon de Venise und vorlagernde Austern, deren Inhalt<br />

droht, über die Marmorkante in den Betrachterraum<br />

zu gleiten.<br />

Wir danken Herrn Dr. Fred G. Meijer für die Zuschreibung<br />

an den oben genannten Künstler. (1230703) (2)<br />

(13)<br />

Export restrictions outside the EU (frame).<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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93


304<br />

FLÄMISCHER MALER DES AUSGEHENDEN<br />

17. JAHRHUNDERTS<br />

FLUSSLANDSCHAFT MIT FIGUREN UND HERDEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

120 x 190 cm.<br />

Am flachen Ufer eines großen Sees zwei berittene<br />

Hirten mit ihrer Herde im Wasser, die aus Kühen, Stieren,<br />

Ziegen und Schafen sowie zwei Eseln und einem<br />

weiteren Pferd besteht. Am vorderen Uferrand hat<br />

sich ein junges Paar niedergelassen und ist in ein Gespräch<br />

vertieft, während ihr daneben stehender Hund<br />

die Tränkung der Tiere beobachtet. Auf dem Wasser<br />

selbst zwei kleinere Segelboote, während weitere am<br />

linken äußeren Bildrand und am Ufer der rechten Seite<br />

angelegt haben. Zudem ist auf dieser rechten Seite<br />

ein steinernes Gehöft mit Turm vor einem Höhenzug<br />

erkennbar, auf dem Bäume in frischem Grün-Weiß<br />

und einige Zypressen zu erkennen sind. Malerei in zurückhaltender<br />

Farbigkeit bei besonders guter Wiedergabe<br />

der einzelnen Tiere. Teils rest., Retuschen.<br />

(1211132) (3) (18)<br />

€ 2.500 - € 3.500<br />

Sistrix<br />

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305<br />

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN, GEFÄSSEN<br />

UND KATZEN IM KAMPF<br />

Öl auf Leinwand.<br />

144 x 206 cm.<br />

In vergoldetem profilierten Rahmen.<br />

Im Stil des Frans Snyders (1579-1657) gestaltetes,<br />

dynamisches Stillleben, mit einem geöffneten Küchenfenster,<br />

welches als ein erhöhter Angriffspunkt für<br />

eine im Sprung befindliche Katze dient. Ihr Zielpunkt<br />

ist eine Gruppe weiterer Katzen, welche auf dem<br />

Küchentisch mit seinen edlen Gefäßen und darin befindlichen<br />

Lebensmitteln bereits für Unordnung gesorgt<br />

haben. (1241591) (13)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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95


306<br />

HENDRIK FRANS VAN LINT,<br />

1684 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1763 ROM, ZUG.<br />

ITALIENISCHE LANDSCHAFT MIT ANTIKEN<br />

GEBÄUDEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

49 x 75 cm.<br />

Links unten signiert „H van Lint“.<br />

Ungerahmt.<br />

Blick von erhöhtem Standpunkt auf eine südliche<br />

Landschaft mit Fluss, an dessen Ufer unter Pinienbäumen<br />

zwei Familien zu sehen sind. Auf der linken<br />

unteren Seite ein Karren mit zwei großen Rädern, daneben<br />

am Boden liegend ein schlafender Mann. Links<br />

auf einer Anhöhe eine ummauerte Stadt mit antiken<br />

Gebäuden, darunter ein Tempel und ein runder Turm.<br />

Im Hintergrund eine weite Landschaft mit hohem<br />

Himmel im diesigen, hellblauem Licht. Harmonische<br />

Malerei in vielen differenzierten beigen und grünen<br />

Farbtönen. Kleine Retuschen. (12207421) (18)<br />

HENDRIK FRANS VAN LINT,<br />

1684 ANTWERP <strong>–</strong> 1763 ROME, ATTRIBUTED<br />

ITALIAN LANDSCAPE WITH ANCIENT<br />

BUILDINGS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

49 x 75 cm.<br />

Signed “H van Lint”. lower left.<br />

Unframed.<br />

€ 9.000 - € 13.000<br />

Sistrix<br />

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307<br />

MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />

BLICK AUF DIE ENGELSBURG UND DEN<br />

PETERSDOM IN ROM<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

73 x 125 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Malerischer Blick über den ruhig fließenden Tiber mit<br />

Figuren besetzen und ankernden Booten auf die Engelsbrücke,<br />

die zur berühmten großen Engelsburg<br />

führt. Fast in der Mitte des Hintergrundes dieser Ansicht<br />

von Rom der Petersdom mit seiner großen Kuppel<br />

und zahlreichen Gebäuden der Stadt unter hohem<br />

wolkigen Himmel. Kratzspuren. Kleinere Retuschen.<br />

(12207410) (18)<br />

17TH/ 18TH CENTURY PAINTER<br />

VIEW OF THE CASTEL SANT'ANGELO AND<br />

SAINT PETER'S BASILICA IN ROME<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

73 x 125 cm.<br />

Unframed.<br />

With minor retouching.<br />

€ 14.000 - € 16.000<br />

Sistrix<br />

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97


309<br />

SEBASTIAN VRANCX, ZUG.<br />

in Zusammenarbeit mit unbekanntem flämischen<br />

Landschaftsmaler<br />

REISENDE IN TIVOLI VOR DEM TREMPEL<br />

DER VESTA<br />

Öl auf Holz.<br />

41 x 36,5 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Im verschatteten Vordergrund zwei vornehme Herren<br />

zu Pferde mit einem Hund vor einem antiken Mauerstück,<br />

die zu einer offenen Mauerstelle reiten, an der<br />

zwei Wanderer in Rückenansicht stehen, die bewundernd<br />

auf die von Sonne beschienenen grünen Wiesen<br />

mit der prachtvollen Ruine des Tempels der Vesta<br />

in Tivoli blicken. Im Hintergrund rechts die weiße<br />

Silhouette einer großen Stadt unter dem hohen türkisblauen<br />

Horizont. Stimmungsvolle Malerei mit gekonnter<br />

Licht- und Schattenführung und feiner Wiedergabe<br />

der Figuren und Pferde. Verso rotes Wachssiegel und<br />

Unterlegung. (1240721) (1) (18)<br />

308<br />

GABRIELE BELLA,<br />

1730 VENEDIG <strong>–</strong> 1799, ZUG.<br />

VENEZIANISCHE VEDUTE MIT DER RIALTOBRÜCKE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

66,5 x 95 cm.<br />

In vergoldetem, ornamental verziertem Rahmen.<br />

Beigegeben in Kopie ein Gutachten von Vincenzo<br />

Zanutto vom 10. Oktober 2016, Venedig.<br />

SEBASTIAN VRANCX, ATTRIBUTED<br />

in collaboration with an unknown Flemish landscape<br />

painter<br />

TRAVELLERS IN FRONT OF THE TEMPLE OF<br />

VESTA IN TIVOLI<br />

Oil on panel.<br />

41 x 36.5 cm.<br />

In magnificent gilt frame.<br />

€ 18.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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Blick über den Canal Grande auf die von roten Fahnen<br />

geschmückte Rialtobrücke, rechts der Palazzo dei<br />

Cammerlenghi und den von einer Schaustellergruppe<br />

bespielten Campo Erberia. Am linken Bildrand der<br />

Fondaco dei Tedeschi. Vom Leben Bellas weiß man<br />

wenig zu berichten, hingegen sind an die 70 Gemälde<br />

aus seiner Hand auf uns gekommen. So sind zahlreiche<br />

Gemälde von der Familie Querini erworben<br />

worden, welche heute in der Fondazione Querini<br />

Stam palia zu sehen sind. Bella wurde nicht nur als<br />

Vedutenmaler geschätzt, sondern auch als Dokumentator<br />

venezianischer Feste. Bella ertrank 1799 in einem<br />

der Kanäle.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Giuseppe Pavanello, Cesare Alpini, La pittura nel<br />

Veneto: Il Settecento, Bd. II, S. 373-374, Mailand<br />

1999. (1240456) (13)<br />

GABRIELE BELLA,<br />

1730 VENICE <strong>–</strong> 1799, ATTRIBUTED<br />

VENETIAN VEDUTA WITH RIALTO BRIDGE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

66.5 x 95 cm.<br />

In gilt frame with ornamental décor.<br />

Copy of an expert’s report by Vincenzo Zanutto dated<br />

10 October 2016, Venice is enclosed.<br />

Literature:<br />

Compare Giuseppe Pavanello, Cesare Alpini, La<br />

pittura nel Veneto: Il Settecento, vol II, pp. 373-374,<br />

Milan 1999.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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310<br />

MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

ITALIENISCHES ARCHITEKTURCAPRICCIO<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

109 x 134 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Blick auf die Ruinen eines antiken Tempels, unter dessen<br />

bewachsenen Rundbögen einige Figuren im Gespräch<br />

sind, darunter ein Mann mit seinem kleinen<br />

Sohn und einem weiteren Herren, der auf eine junge<br />

Frau mit Hund weist. Auf dem Gebälk dieser Anlage<br />

sind zudem zahlreiche schmale Skulpturen zu erkennen.<br />

Rechts im Vordergrund eine runde männliche<br />

Skulptur auf breitem rechteckigen Sockel mit Mosaik.<br />

Im Hintergrund drei große kannelierte korinthische<br />

Säulen. Am linken äußeren Bildrand, in der Ferne, ein<br />

weiteres antikes Gebäude und eine davorsitzende<br />

Figur. Architekturcapriccio vor hellblauem, teils ins<br />

gelbliche Abendlicht übergehendem Himmel mit<br />

kleinen weißen Wolkenformationen. Wenige Retuschen.<br />

Kleinere Rahmenschäden. (1221471) (18)<br />

18TH CENTURY PAINTER<br />

ITALIAN ARCHITECTURE CAPRICCIO<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

109 x 134 cm.<br />

In decorative frame.<br />

With minor retouching.<br />

€ 18.000 - € 22.000<br />

Sistrix<br />

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99


311<br />

FRANZÖSISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

BERGIGE LANDSCHAFT MIT HIRTENFAMILIE<br />

AM FLUSSUFER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

81 x 98 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Unter hohem Himmel im sanften Licht der untergehenden<br />

Sonne haben sich einige Hirten mit ihren<br />

Schafen, Ziegen und Kühen, darunter ein besonders<br />

auffälliger Stier mit schwarzem Kopf und Hörnern, an<br />

einem ruhig fließenden, breiten Fluss niedergelassen.<br />

Eine Frau hebt gerade einen Korb nach oben, während<br />

links neben ihr zwei Kinder spielen. Ein vor ihr<br />

sitzender Mann mahnt sie zur Vorsicht mit ausgestrecktem<br />

Arm. Im Hintergrund sind Bauten von Städten<br />

zu erkennen. Das Gemälde wird nach links eingerahmt<br />

von einem kleinen Wäldchen mit drei Figuren,<br />

zur rechten Seite von einem sich nach oben erstreckenden<br />

Felsmassiv. Feine stimmungsvolle Malerei.<br />

Wenige kleinere Retuschen. (1240187) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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312<br />

PANDOLFO RESCHI,<br />

1643 DANZIG <strong>–</strong> 1699 FLORENZ, ZUG.<br />

JAGDGESELLSCHAFT MIT HUNDEN IN WEITER<br />

LANDSCHAFT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

153 x 206 cm.<br />

In dekorativem vergoldeten Rahmen.<br />

Expertise von Carlo Volpe.<br />

In einem Waldstück auf einem breiten, steinigen, teils<br />

sandigen Weg drei elegante Kavaliere zu Pferde in Begleitung<br />

ihrer Hunde um zu jagen. Vorweg laufen bereits<br />

weitere Männer mit Hüten und geschulterten<br />

Gewehren, ebenfalls mit Hunden. Einer von ihnen<br />

weist mit seinem ausgestreckten rechten Arm auf<br />

das Waldinnere hin, wo ein weiterer Mann mit drei<br />

Hunden zu erkennen ist. In der Mitte des verschatteten<br />

Vordergrunds ein sitzender Mann mit Flinte und<br />

roter Kopfbedeckung, der als einziger direkt aus dem<br />

Bild auf den Betrachter schaut. In der Mitte des Gemäldes<br />

fällt der Blick zwischen hohen Bäumen, darunter<br />

auch eine ins Bild ragende Palme, auf eine weite<br />

bergige Landschaft in grün-bläulichem Schimmer unter<br />

hohem hellblauen Himmel mit großen weißen<br />

Wolkenformationen, im teils goldgelben Licht der untergehenden<br />

Sonne. Malerei in der typischen Manier<br />

des Künstlers mit überwiegend Beige-Braunen- und<br />

vielen differenzierten Grüntönen. Wenige Retuschen.<br />

Kleine Rahmenschäden. (12203511) (2) (18)<br />

PANDOLFO RESCHI,<br />

1643 DANZIG <strong>–</strong> 1699 FLORENCE, ATTRIBUTED<br />

HUNTING PARTY WITH DOGS IN VAST LANDSCAPE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

153 x 206 cm.<br />

In decorative gilt frame.<br />

Expert’s report by Carlo Volpe.<br />

With minor retouching and minor frame blemishes.<br />

€ 18.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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101


313<br />

CLAUDE LORRAIN,<br />

1600 CHAMAGNE <strong>–</strong> 1682 ROM, ART DES<br />

Gemäldepaar<br />

ZWEI LANDSCHAFTSANSICHTEN<br />

Öl auf Kupfer, auf Holz.<br />

41 x 52,5 cm.<br />

Verso jeweils alte Ausstellungsaufkleber mit englischem<br />

Aufdruck und der maschinenschriftlichen<br />

Künstlerbezeichnung „Jan Griffier the elder“.<br />

In klassizistischen Goldrahmen.<br />

Als Pendants gearbeitete Landschaften, die ganz unter<br />

dem Stileinfluss Claude Lorrains stehen. Dabei hat<br />

der Maler auch hier die von Lorrain übernommene<br />

Bildauffassung in hellen Farben vorgeführt, wobei als<br />

wesentliches Merkmal ein weiter Landschaftsblick bis<br />

zum Horizont gegeben ist, die Nähe der Landschaftsdarstellung<br />

jeweils aus leichter Kavaliersperspektive.<br />

Als Repoussoir in einem der Bilder links hochziehendes<br />

Blattwerk schattengebender Bäume, im Gegenstück<br />

ein verschatteter bewaldeter Hügel. Rechts im<br />

erstgenannten Bild eine malerische Häusergruppe,<br />

die sich ins Tal nach unten zieht, im vorderen Zentrum<br />

Staffagefiguren mit Hirten und Tieren, entsprechende<br />

Stimmung auch im Gegenstück. Der idyllisch-arkardische<br />

Charakter, der seit Claude Lorrain in die Malerei<br />

des 18. und noch bis ins 19. Jahrhundert hinein gültig<br />

wurde, hat eine Reihe von Malern inspiriert in diesem<br />

Stil zu arbeiten. Das vorliegende Gemäldepaar in feiner<br />

malerischer Ausführung. (1221473) (11)<br />

CLAUDE LORRAIN,<br />

1600 CHAMAGNE <strong>–</strong> 1682 ROME, STYLE OF<br />

A pair of paintings<br />

TWO LANDSCAPES<br />

Oil on copper, laid on panel.<br />

41 x 52.5 cm.<br />

<strong>Old</strong> exhibition label on the reverse with English inscription<br />

and machine-printed artist name “Jan Griffier the<br />

elder”.<br />

In classical gilt frame.<br />

Note:<br />

According to the label attribution to Jan Griffier the<br />

Elder (ca. 1645/ 56-1718).<br />

INFO | BID<br />

€ 30.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

Anmerkung:<br />

Laut Aufkleber Zuschreibung an Jan Griffier d. Ä. (um<br />

1645/56-1718).<br />

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103


314<br />

MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

Drei Gemälde<br />

LANDSCHAFTEN MIT<br />

SCHLÖSSERN AN DER LOIRE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

62 x 84 cm, 66 x 96 cm und 65 x 98 cm.<br />

Die dargestellten Schlösser auf einer Anhöhe mit<br />

Häusern jeweils im warmen Licht der untergehenden<br />

Sonne. Sie liegen alle an einem Fluss, über den eine<br />

alte steinerne Brücke führt. Das erste Gemälde ist<br />

zudem auf dem Rahmen beschriftet „VUE DE SAINT<br />

AIGNAN“ und zeigt das Schloß aus dem 16. Jahrhundert<br />

dieser am Fluss gelegenen französischen Gemeinde.<br />

Links im Vordergrund betrachten einige Figuren<br />

den neben der alten Stiftskirche gelegenen prachtvollen<br />

Schloßbau. Auf dem zweiten Gemälde sind das<br />

Schloß und der Ort von einer großen Mauer umgeben.<br />

Im Vordergrund am Ufer des von einem Fluss<br />

umgebenen Bauwerkes ankert ein kleines Segelboot.<br />

Das dritte Gemälde schließlich zeigt auf einer Anhöhe<br />

eine alte Burg mit quadratischem Turm. Am Flussufer<br />

die Gebäude des Ortes und einige Bäume, die sich idyllisch<br />

im breiten Fluss spiegeln unter hohem Himmel<br />

mit großen Wolkenformationen. Rahmenschäden. Vereinzelt<br />

Retuschen. (12207415) (18)<br />

17TH CENTURY PAINTER<br />

Three landscapes<br />

PAINTINGS WITH LOIRE<br />

PALACES<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

62 x 84 cm, 66 x 96 cm and 65 x 98 cm.<br />

With occasional retouching.<br />

€ 20.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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315<br />

PIETER NEEFS DER JÜNGERE,<br />

1620 <strong>–</strong> 1675<br />

KIRCHENINTERIEUR MIT REICHER<br />

FIGUREN STAFFAGE<br />

Öl auf Eichenholz.<br />

19 x 24,5 cm.<br />

Links mittig signiert.<br />

Blick vom Querschiff einer gotischen Kirche in den mit<br />

Kreuzrippen gewölbten, hell erleuchteten Chor, in dem<br />

ein Prieser am Altar die Messe zelebriert, begleitet von<br />

Gläubigen. Seitlich Einblicke in Seitenkapellen mit<br />

hochbarocken Altären. Im Vordergrund und in den<br />

Kapellen zahlreiche Gläubige, darunter im Zentrum<br />

höfisch gekleidete Personen sowie ein Paar mit Hund<br />

und ein Priester im Gespräch mit herrschaftlich gekleideten<br />

Personen. (1230571) (11)<br />

€ 6.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

316<br />

NIEDERLÄNDISCHE SCHULE DES<br />

17. JAHRHUNDERTS<br />

KUHHERDE AN EINEM FLUSS<br />

Öl auf Holz.<br />

50 x 67 cm.<br />

In hügeliger Herbstlandschaft unterhalb eines großen<br />

Felsvorsprunges fünf Kühe im seichten Wasser eines<br />

Flusses stehend, davon zwei die direkt aus dem Bild<br />

herausschauen. Eine weitere braune Kuh links an der<br />

Anhöhe blickt auf die anderen herab. Malerei in vielen<br />

differenzierten beige-braunen und grünen Farbtönen<br />

mit hohem blauen Himmel und weißen Wolkenformationen.<br />

Rest. (1230579) (18)<br />

€ 4.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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105


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317<br />

MALER DES 18./ 19. JAHRHUNDERTS<br />

Gemäldepaar<br />

ANSICHTEN DES KOLOSSEUMS VON AUSSEN<br />

UND INNEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

Je 50 x 62 cm.<br />

In vergoldeten Rahmen.<br />

Das erste Gemälde zeigt von erhöhtem Standpunkt<br />

aus den Blick auf das prachtvolle Kolosseum in Rom<br />

unter hellblauem wolkigem Himmel, das von rechts<br />

oben von der nicht sichtbaren Sonne bestrahlt wird,<br />

wodurch die linke Seite des Bauwerkes verschattet<br />

bleibt. Durch eines der Tore ist gerade eine große Prozession<br />

mit zahlreichen Teilnehmern gekommen. Im<br />

Vordergrund links Ruinenstücke einer Säule, rechts<br />

daneben zwei Männer im Gespräch. Am rechten Bildrand<br />

ein weiteres verschattetes antikes Gebäudeteil.<br />

Das zweite Gemälde zeigt das Kolosseum von innen<br />

mit vielen interessierten Besuchern unter hohem,<br />

sonnig blauem Himmel mit weißen und von links aufziehenden<br />

dunklen Wolken. Durch die im Vordergrund<br />

im Schatten liegende Seite sieht man zwei sich unterhaltende<br />

Mönche in braunen Kutten, während im Inneren<br />

im Kreis weiße Denkmäler oder Altäre errichtet<br />

sind, vor denen einige Besucher knien. Harmonische<br />

Malerei mit präzisen Detailwiedergaben und gekonnter<br />

Licht- und Schattenführung. Teils leicht berieben<br />

und Kratzspuren. (1220747) (18)<br />

18TH/ 19TH CENTURY ARTIST<br />

Pair of <strong>Paintings</strong><br />

WITH VIEWS OF THE INTERIOR AND EXTERIOR<br />

OF THE COLOSSEUM<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

50 x 62 cm each.<br />

In gilt frame.<br />

Slightly rubbed and scratched in places.<br />

€ 30.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

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107


318<br />

FLÄMISCHER MALER<br />

DES 16. JAHRHUNDERTS<br />

ZWEI FRAUEN, EIN REICHER MANN UND EIN NARR<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

70 x 86 cm.<br />

In ebonisiertem und partiell vergoldetem Rahmen.<br />

In einem Innenraum, welcher nach rechts hin den Blick<br />

in ein bewohntes Tal bietet, sitzen an einem Tisch zwei<br />

musizierende junge Frauen. Der Blick der Flötistin haftet<br />

auf dem vor ihr liegenden aufgeschlagenen Buch,<br />

wo in dem eine für uns unleserliche Textstelle aufgeschlagen<br />

ist- sicherlich eine Interpretationshilfe für die<br />

dargestellte Szene. Der Blick der Lautenspielerin besorgt.<br />

Neben dieser ein wohlgekleideter Herr, seine<br />

Geldkatze über ihrem Nacken haltend; neben der anderen<br />

Frau ein Narr, welcher sich auf seinen Narrenstab<br />

stützt, ausgemergelt wrikt und ebenfalls in Richtung<br />

des Tisches blickt. Eine Schankmaid bewirtet den begüterten<br />

Herrn. Rest. (12407210) (1) (13)<br />

FLEMISH SCHOOL,<br />

16TH CENTURY<br />

TWO WOMEN, A RICH MAN AND A JESTER<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

70 x 86 cm.<br />

In ebonized and parcel-gilt frame.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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319<br />

GIOVANNI BENEDETTO CASTIGLIONE,<br />

GENANNT „IL GRECHETTO“,<br />

1609 GENUA <strong>–</strong> 1664 MANTUA, ZUG.<br />

Castiglione war Schüler von Giovanni Battista Paggis,<br />

de Ferraris und Anton van Dyck. Nach seiner Ausbildung<br />

in Rom, Florenz, Parma und Venedig trat er in<br />

die Dienste des Herzogs Karl I in Mantua. Als einer<br />

der bedeutendsten Tiermaler seiner Zeit nahm er gewöhnlich<br />

die Themen, wie etwa biblische Szenen, nur<br />

zum Anlass, die Landschafts- und Tierdarstellung<br />

künstlerisch vorführen zu können. Dies ist auch in vorliegendem<br />

Werk der Fall.<br />

ABRAHAMS REISE MIT SEINER SIPPE NACH<br />

KANAAN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

106 x 131 cm.<br />

In Nahsicht dieser vielfigurigen Szene in freier Natur<br />

der auf einem grau-weißen Pferd sitzende alte Abraham<br />

in grünem Gewand, rotem Umhang und einem<br />

Turban auf dem Kopf. In 1.Mose 12,1 ist zu lesen, daß<br />

Gott zu Abraham gesprochen hatte und ihn aufforderte,<br />

sein Land zu verlassen und mit seiner Verwandschaft<br />

in ein Land zu gehen, das er von Gott gezeigt<br />

bekäme. Das Gesicht Abrahams mit geröteten Wangen<br />

und Nase, die dunklen Augen mit nachdenklichem<br />

Ausdruck. Zu seiner rechten Seite steht ein<br />

Mann in edlem rot-silber gestreiften Gewand, mit seiner<br />

rechten Hand einen Hund an einem Band und in<br />

seiner linken einen Treiberstock haltend, ebenso wie<br />

ein weiterer Mann mit brauner Jacke in Rückenansicht<br />

mit einem Stock in den Händen. Am linken Rand sieht<br />

man zwei Personen beim Beladen eines Pferdes. Eine<br />

Schafherde drängt sich zwischen den Dargestellten<br />

am Boden. Ausdruckstarke Malerei, bei der die Farben<br />

Gelb, Rot und Silber überwiegen. Retuschen.<br />

(1240245) (3) (18)<br />

GIOVANNI BENEDETTO CASTIGLIONE,<br />

ALSO KNOWN AS “IL GRECHETTO”,<br />

1609 GENOA <strong>–</strong> 1664 MANTUA, ATTRIBUTED<br />

ABRAHAM’S JOURNEY TO CANAAN WITH<br />

HIS PEOPLE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

106 x 131 cm.<br />

€ 25.000 - € 35.000<br />

Sistrix<br />

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109


320<br />

NORDITALIENISCHER MALER<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DAS KARNEVALSBANKETT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

92 x 125 cm.<br />

Mehrere Gäste haben sich bei einem Karnevalsfest in<br />

einem überdachten loggiaähnlichen Säulenbau versammelt.<br />

An einem gedeckten Tisch, belegt mit Speiseplatten<br />

und Agraffen, zur Linken mehrere Musikanten,<br />

im Zentrum ein Mann, der seine Frau auf dem<br />

Schoß sitzen lässt, davor ein Kinderpaar sowie ein<br />

eingekleidetes Äffchen, von einem Harlekin an der<br />

Schnur geführt. Neben dem tanzenden Harlekin rechts<br />

ein alter graubärtiger Mann in roten Hosen, der dem<br />

Tanz folgt. Mehrere der Personen tragen, der Karnevalszeit<br />

gemäß, dunkle Masken, so auch das Äffchen<br />

im Vordergrund. Die Beleuchtung weist bereits auf die<br />

kühleren Abendstunden. Im Hintergrund eine Bergkette<br />

mit Wolken im Abendlicht. Die Stilistik des Gemäldes<br />

zeigt Einflüsse des Bassano-Kreises.<br />

(1240452) (11)<br />

NORTH ITALIAN SCHOOL,<br />

17TH CENTURY<br />

THE CARNIVAL FEAST<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

92 x 125 cm.<br />

The style of the painting shows influences of the circle<br />

of Bassano.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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321<br />

GÉRARD THOMAS,<br />

1663 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1720/21 EBENDA, ZUG.<br />

IM KÜNSTLERATELIER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

52,6 x 45,5 cm.<br />

In Flammleistenrahmen.<br />

Durch einen steinernen Rundbogen, der teils von einem<br />

Weinstock mit Reben umrankt wird, fällt der Blick in<br />

das Atelier eines Skulpteurs, der gerade einen Schüler<br />

unterweist. Der junge Mann sitzt auf einer Steinstufe<br />

in rotem Gewand mit weißem Kragen, hat einen<br />

bunt geknüpften Teppich auf seinem Schoß und darauf<br />

drei Mappen mit Zeichnungen. Sein neben ihm<br />

stehender Lehrer mit Pelzkragen und roter Kappe, einen<br />

Zwickel in seiner rechten Hand haltend, weist ihn<br />

auf eine weitere Zeichnung hin, die er in der anderen<br />

Hand hält. Neben und unterhalb von ihm stehen mehrere<br />

Skulpturen, die wohl als Modelle dienen sollen.<br />

Rechts oben hängt an dem Steinbogen ein großer<br />

Vogelkäfig, auf dem außen ein Ara sitzt. Feine Malerei<br />

in harmonischer Farbgebung. (1240722) (1) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Detailabbildung<br />

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111


322<br />

ISAAC VAN DUYNEN,<br />

UM 1630 DORDRECHT <strong>–</strong> 1677/81 DEN HAAG<br />

STILLLEBEN MIT FISCH, HUMMER UND KREBS<br />

Öl auf Kupfer.<br />

19,4 x 32,6 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Beigegeben ein Kurzgutachten von Dr. Klaus Ertz vom<br />

8. September 2018, das Gemälde in die 1650er Jahre<br />

in Den Haag einordnend.<br />

In einem Innenraum, auf einer hölzernen Platte, nebenund<br />

übereinander liegende Fische, ein Krebs und<br />

ein schwarzer Hummer, der gegenüber dem großen,<br />

silbrig glänzenden Fisch besonders gut zur Geltung<br />

kommt. Links oben hängen an einem Schrägbalken<br />

zwei kupferne Schalen, während auf der rechten Seite<br />

im Hintergrund der Blick durch ein Fenster auf einen<br />

See fällt mit Segelschiff, einer Brücke und Figuren im<br />

vorderen Uferbereich. Kontrastierende Licht- und Schattengebung,<br />

qualitätvolle Malerei. Minimale Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Der Künstler gilt als einer der besten Stilllebenmaler<br />

für Fisch, dessen Malweise an die Stillleben von Abraham<br />

Hendricksz. van Beyeren (1620/21-1690) erinnern,<br />

der mit ihm zur gleichen Zeit in Den Haag lebte.<br />

(1240087) (18)<br />

€ 3.500 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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323<br />

LEONARD KNYFF,<br />

1650 HAARLEM <strong>–</strong> 1722 LONDON<br />

Knyff war Schüler des Wouter Knyff (um 1607-um<br />

1693) und dessen Sohn. Er war bekannt für seine Blumenstillleben<br />

aber auch für seine englischen Ansichten,<br />

da er ab 1679 in London lebte und arbeitete.<br />

VOGELSTILLLEBEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

142 x 164 cm.<br />

Signiert auf dem Endstück des Gewehres „L. Knyff“.<br />

Ungerahmt.<br />

Dargestellt auf einer steinernen Tischplatte ein Vogelstillleben<br />

mit einem erlegten Schwan, Fasanen und<br />

vielen weiteren Vögeln. Der Hals des Schwans geschickt<br />

über das Gewehr gelegt und sich hinter der<br />

marmorierten Pulverflasche abzeichnend. Rest.<br />

(1231371) (13)<br />

LEONARD KNYFF,<br />

1650 HAARLEM <strong>–</strong> 1722 LONDON<br />

BIRD STILL LIFE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

142 x 164 cm.<br />

Signed “L. Knyff” on the end of the gun rifle.<br />

Unframed.<br />

Restored.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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113


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324<br />

FRANZÖSISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

BRAUTWERBUNG FÜR ISAAK<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

54,5 x 44 cm.<br />

In Wellenleistenrahmen.<br />

Eine Quelle lebendig sprudelnden Wassers führt in<br />

das Bildgeschehen mit der felsigen und doch grünen<br />

Landschaft der Stadt Nahors in Mesapotamien. Dorthin<br />

wurde der Knecht Abrahams entsandt, um für<br />

dessen Sohn Isaak eine Braut zu finden. Er wartete,<br />

bis die Frauen der Stadt zur Quelle gingen und wollte<br />

diejenige als Braut mitnehmen, welche Barmherzigkeit<br />

zeigt und nicht nur ihm, sondern auch seinen<br />

zehn Kamelen Wasser zu geben gewillt war (Moses<br />

24). Rebecca, deren Großmutter die Schwägerin Abrahams<br />

war, wurde so ausgewählt und die Frau Isaaks.<br />

Stiistisch wäre die Arbeit einem Künstler aus dem<br />

Kreis des Charles-Antoine Coypel zuzuschreiben.<br />

(1240538) (1) (13)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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325<br />

ITALIENISCHER MALER DES FRÜHEN<br />

18. JAHRHUNDERTS<br />

PORTRAIT DES PAPSTES PIUS V<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

130 x 90 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

In einem Innenraum sitzend der Papst in weißem Untergewand,<br />

einem roten Mantel und einer roten, weiß<br />

gefütterten Kopfbedeckung. Er sitzt in einem rot-gold<br />

gepolterten Armlehnsessel mit hoher Rückenlehne.<br />

Die goldenen Streifen auf den Armstützen könnten<br />

auf das Goldwappen des Papstes hinweisen. In den<br />

zarten Fingern seiner linken Hand hält er ein wertvoll<br />

gebundenes Buch. Er hat den Kopf mit seinem weißen<br />

Bart, der ausgeprägten großen Nase sowie den<br />

tief innenliegenden schmalen Augen leicht gesenkt<br />

und schaut mit mildem und gütigem Blick aus dem<br />

Bild heraus. Über seinem Haupt ein goldener Nimbus.<br />

Das Gemälde, im Stil des Manierismus gehalten, erinnert<br />

an ein vergleichbares bekanntes Gemälde des<br />

Papstes von Domenikos El Greco (1541-1614), das auf<br />

ca. 1605 datiert wird. Darauf ist der Papst ebenfalls in<br />

vergleichbarer Kleidung und Sitzhaltung zu sehen, jedoch<br />

hat er dabei seinen rechten Arm leicht erhoben.<br />

Feine Malerei mit besonderer Betonung des ausdrucksstarken<br />

Gesichts. Einige Retuschen.<br />

(1241022) (18)<br />

ITALIAN SCHOOL, EARLY 18TH CENTURY<br />

PORTRAIT OF POPE PIUS V<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

130 x 90 cm.<br />

Unframed.<br />

The Mannerist painting style is reminiscent of a comparable<br />

famous painting of the pope by Doménikos El<br />

Greco (1541<strong>–</strong>1614), dating to ca. 1605. The pope is<br />

wearing similar clothing and is depicted seated similarly,<br />

however, his right arm is slightly raised. Several areas<br />

of retouching.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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115


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326<br />

JEAN-FRANÇOIS DE LA MOTTE,<br />

1635 <strong>–</strong> 1685, KREIS DES/ ART DES<br />

TROMPE L‘ŒIL<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

78 x 57 cm.<br />

In dekorativem alten Rahmen.<br />

Auf einer gemalten hellbraunen Holzwand mit Astaugen<br />

ist mittig ein kleines Brett befestigt, auf dem diverse<br />

kleine Gegenstände stehen, darunter in einem<br />

Gefäß ein Federkiel, eine Glasflasche, ein Klappmesser<br />

und zwei Dosen. Darüber hängt an einem Nagel<br />

ein Ölgmälde mit Heiligendarstellung und eine Grafik,<br />

betitelt mit „Le Printemps“ und Namensnennung „Perelle“,<br />

unterhalb des Brettes eine weitere Druckgrafik<br />

und ein Gemälde mit dem Portrait eines Mannes, dessen<br />

Gesicht sich in einem kleinen, am Brett herabhängenden<br />

Spiegel wiederfindet. Gekonnte Trompe-l´œil<br />

Wiedergabe in zurückhaltender Farbgebung, die beiden<br />

gerahmten Ölgemälde besonders herausgestellt, während<br />

die Abbildungen auf den beiden Grafikblättern<br />

schwer erkennbar sind. Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Gabriel Perelle, auch Pérelle (1604-1677) und seine<br />

Söhne führten in Paris eine produktive Kupferstichwerkstatt.<br />

(1240151) (18)<br />

JEAN-FRANCOIS DE LA MOTTE,<br />

1635 <strong>–</strong> 1685, CIRCLE OF/ STYLE OF<br />

TROMPE L’ŒIL<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

78 x 57 cm.<br />

In decorative old frame.<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

327<br />

MALER DER HOLLÄNDISCHEN SCHULE, UM 1610<br />

ZWEI UM BREI KÄMPFENDE KINDER<br />

Öl auf Holz.<br />

63 x 89 cm.<br />

Verso Befestigung der beiden Holzbretter.<br />

Das Gemälde ist im RKD unter der Nummer 27303<br />

und unter der Illustrationsnummer 0000128446<br />

verzeichnet und abgebildet als anoynmer Maler der<br />

Niederlande, um 1610.<br />

Abgelehnte Zuordnung war Schule des Egbert van<br />

Heemskerck (1610-1680), eine weitere Zuschreibung<br />

war Petrus Staveren (tätig 1634-1654).<br />

In einem Innenraum stehen zwei Kinder an einem<br />

gedeckten Tisch. Auf der rechten Seite ein Junge in<br />

blauem Gewand und großem braunen Hut, der aus<br />

einer Schale gerade Brei oder Suppe herauslöffelt.<br />

Sein Blick ist aus dem Bild heraus auf den Betrachter<br />

gerichtet. Ihm zur Seite ein kleinerer Junge mit blonden<br />

Haaren in leuchtend rotem Gewand, den anderen<br />

an dessen Linke fassend und mit seiner Rechten am<br />

Hals des größeren Jungen. Er hat dabei fast weinend<br />

sein Gesicht mit der kleinen roten Stupsnase verzogen<br />

und den Mund leicht geöffnet sowie die Augen<br />

zusammengekniffen. Auf der linken Tischseite eine<br />

flache Tonschale mit Würsten, die halb auf einem weißem<br />

herabhängenden Tuch liegen sowie dahinter ein<br />

kupferner Korb mit verschiedenen Rüben und ein<br />

Fass, auf dem ein erlegter Vogel liegt. Hurmorige Darstellung,<br />

bei der die Farben Rot und Blau in starkem<br />

Kontrast stehen, vor der sonst in zurückhaltender Farbigkeit<br />

wiedergegebenen Darstellung. Rest., kleinere<br />

Retuschen. (1240111) (18)<br />

DUTCH SCHOOL, CA. 1610<br />

TWO CHILDREN FIGHTING OVER PORRIDGE<br />

Oil on panel.<br />

63 x 89 cm.<br />

Two parquetting slats on the reverse.<br />

The painting is listed at the RKD, The Hague with<br />

no. 27303 and illustration no. 0000128446 and described<br />

as anonymous Dutch painter, ca. 1610.<br />

A rejected attribution identified the School of Egbert<br />

van Heemskerck (1610-1680) and Petrus Staveren (active<br />

1634-1654). Restored.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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117


328<br />

JAN COSSIERS,<br />

1600 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1671, ZUG.<br />

Der Maler erhielt seinen ersten Unterricht bei seinem<br />

Vater und begab sich dann in die Werkstatt des damals<br />

bedeutenden Portrait- und Historienmalers Cornelis<br />

de Vos (um 1584-1651). Nach einer Reise in<br />

Frankreich 1623 wurde sein Einfluss durch den holländischen<br />

Maler Abraham de Vries (um 1590-1650/62)<br />

deutlich. 1624 bereits in Italien, konnte er die Werke<br />

von Michelangelo Merisi il Caravaggio (1570/71-1610)<br />

studieren, die einen großen Einfluss auf ihn ausübten.<br />

Neben zahlreichen kirchlichen Aufträgen widmete er<br />

sich auch Portraits bedeutender Persönlichkeiten seiner<br />

Zeit.<br />

DER GESCHMACKSSINN<br />

Öl auf Holz.<br />

73 x 56,5 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Brustbildnis in Nahsicht des jungen Mannes mit braunen,<br />

schulterlangen, lockigen Haaren in einem hellbraunen<br />

Gewand, mit Blick zur Seite. Er hält in seiner<br />

rechten Hand einen Krug und in seiner linken ein kleines<br />

Glas, das er gerade befüllen möchte. Von links<br />

oben fällt Licht auf sein feines zartes Gesicht mit den<br />

rötlichen Wangen, dem roten Mund, den leuchtenden<br />

braunen Augen, die zudem Glanzlichter aufweisen.<br />

Darstellung vor braunem Hintergrund in überwiegend<br />

monochromer Farbigkeit, typisch für den bekannten<br />

Künstler. Rest. (1240116) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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329<br />

NIEDERLÄNDISCHER MALER<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

VANITASSTILLLEBEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

58,5 x 47,7 cm.<br />

Im ebonisierten Holzrahmen.<br />

Auf einer in leichter Aufsicht dargestellten massiven<br />

Tischplatte zentrale brennende Kerze in einem Messingleuchter,<br />

daneben ein bereits halb leeres Glas<br />

Wein à la facon de Venise sowie eine aufgeschlagene<br />

Bibel, den 119. Psalm zeigend „(9) Wie wird ein junger<br />

Mann seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich<br />

hält an dein Wort“. (1240723) (1) (13)<br />

€ 7.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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330<br />

MALER IN DER STILNACHFOLGE DER<br />

JUDITH LEYSTER (1600/ 10 <strong>–</strong> 1660) ODER<br />

DES HENDRICK TER BRUGGHEN (1588 <strong>–</strong> 1629)<br />

JUNGER GEIGENSPIELER MIT FEDERBARETT<br />

Öl auf Leinwand.<br />

90 x 66 cm.<br />

Im ebonisierten Flammleistenrahmen.<br />

Ganz im Stil des holländischen 17. Jahrhunderts, nach<br />

Motiven der beiden genannten Künstler, ist der junge<br />

Geiger in Lebensgröße wiedergegeben, mit lächelndem<br />

Blick dem Betrachter gegenüber. In den Händen<br />

hält er Geige und Barock-Bogen. Obwohl von Judith<br />

Leyster mehrere Violinspieler bekannt geworden sind,<br />

ist doch der auffallende Federschmuck am Barett ein<br />

typisches Merkmal für die Musikantendarstellungen<br />

des ter Brugghen, so ist das Vorbild möglicherweise<br />

dort zu suchen. (1241114) (2) (11)<br />

PAINTER IN THE STYLE OF<br />

JUDITH LEYSTER (1600/ 10 <strong>–</strong> 1660) OR<br />

HENDRICK TER BRUGGHEN (1588 <strong>–</strong> 1629)<br />

YOUNG VIOLINIST WITH FEATHERED BONNET<br />

Oil on canvas.<br />

90 x 66 cm.<br />

In ebonized frame with ripple moulding.<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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331<br />

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS,<br />

AUS DEM KREIS DES WILLEM BARTSIUS<br />

UM 1612 <strong>–</strong> 1640<br />

PORTRAIT EINES JUNGEN SOLDATEN MIT<br />

BRUSTPANZER UND MANTELÜBERWURF<br />

Öl auf Holz.<br />

36 x 30 cm.<br />

Verso alter Aufkleber mit Nummer „47“ und Verweis<br />

auf Govaert Flinck (1615-1660) als den Maler dieses<br />

Gemäldes sowie zwei Wachssiegel.<br />

Das Brustbildnis des jungen Mannes nach rechts vor<br />

braunem Hintergrund. Er trägt eine silber glänzende<br />

Rüstung, die größtenteils durch einen braunen Mantel<br />

verdeckt wird. Um den Hals hat er ein oranges<br />

Tuch mit Goldfäden geknotet. In seiner am unteren<br />

rechten Bildrand sichtbaren Hand hält er einen glänzenden<br />

Schlachthammer. Auf seinem lockigen Haar<br />

trägt er ein rotes Samtbarett mit weißer und bläulicher<br />

Feder. Er hat den Kopf leicht gewendet und<br />

schaut mit seinen roten Lippen, der geröteten Nase<br />

und seinen dunklen Augen aufmerksam aus dem Bild<br />

auf den Betrachter hinaus. (12401111) (18)<br />

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY,<br />

FROM THE CIRCLE OF WILLEM BARTSIUS<br />

CA. 1612 <strong>–</strong> 1640<br />

PORTRAIT OF A YOUNG SOLDIER WITH<br />

CHESTPLATE AND CLOAK<br />

Oil on panel.<br />

36 x 30 cm.<br />

<strong>Old</strong> label with no. “47” on the reverse and reference<br />

to Govaert Flinck (1615-1660) as creator of this painting,<br />

as well as two wax seals.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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119


332<br />

PAULUS MOREELSE,<br />

1571 UTRECHT <strong>–</strong> 1638, ZUG.<br />

BILDNIS EINER ELEGANTEN DAME<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

117 x 89,5 cm.<br />

In einem Innenraum mit nach links gezogenem<br />

schweren, grün glänzenden Brokatvorhang das Dreiviertelportrait<br />

einer jungen Dame in einem eleganten<br />

Kleid. Dieses silber-graue Kleid ist mit diversen roten<br />

Blumen mit grünen Blättern gemustert, dazu ein großer<br />

weißer, teils durchsichtiger Spitzenkragen, der im<br />

Brustbereich eine goldene Brosche und einige Perlenketten<br />

enthält, zudem sind die Ärmelenden mit<br />

feinem Spitzenbesatz versehen. Dazu trägt sie einen<br />

teils durchsichtigen schwarzen Umhang, um den Hals<br />

eine dreireihige Perlenkette und um die Handgelenke<br />

ebenso wertvollen Schmuck. Sie hält in ihrer rechten<br />

Hand, an einer längeren goldenen Kette, einen schwarzen<br />

Fächer. Sie hat hellbraunes Haar mit einem kleinen<br />

goldenen Schmuckstück. Sie hat sehr feines Inkarnat<br />

und mit ihren mit Glanzlichtern versehenen,<br />

blauen Augen schaut sie aufmerksam aus dem Bild<br />

heraus. Qualitätvolle Portraitdarstellung mit gekonnter<br />

Licht- und Schattenführung. Kleinere Retuschen und<br />

Farbabrieb. (1240324) (18)<br />

PAULUS MOREELSE,<br />

1571 UTRECHT <strong>–</strong> 1638, ATTRIBUTED<br />

PORTRAIT OF AN ELEGANT LADY<br />

Oil on panel. Parquetted.<br />

117 x 89.5 cm.<br />

€ 15.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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333<br />

MALER DER ZWEITEN HÄLFTE DES<br />

18. JAHRHUNDERTS<br />

JÜNGLING MIT HUND UND FALKEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

127 x 101 cm.<br />

In dekorativem Rahmen mit bekrönendem Wappen.<br />

In einer Waldlandschaft sitzt auf dem Boden ein Jüngling<br />

mit schulterlangen dunkelblonden Haaren in eleganter<br />

gold farbener Kleidung mit geknöpfter Weste<br />

und einem weißen, um den Hals gebundenen Schal<br />

und weißen Hemd, dessen Ärmel unter der Jacke<br />

hervorschauen. Er hält stolz in seiner linken Hand auf<br />

einem Lederhandschuh einen Jagdfalken mit ausgebreiteten<br />

Flügeln nach oben. Ein kleines braunweißes<br />

Hündchen hat gerade sein linkes Bein angesprungen.<br />

Auf der linken unteren Bildseite liegen ein<br />

Fangnetz und zwei erlegte Vögel. Mit seinen hellen<br />

offenen Augen und seinem zarten Inkarnat blickt der<br />

junge Mann direkt aus dem Bild heraus. Malerei in<br />

überwiegend monochromer beige-brauner Farbigkeit,<br />

durch weiße Stellen aufgelockert. Wenige Retuschen.<br />

(1240756) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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334<br />

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

PORTRAIT EINES VORNEHMEN KINDES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

121,8 x 61,1 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In einem Innenraum auf einem Teppich stehend das<br />

Ganzkörperportrait eines Kindes leicht nach rechts in<br />

elegantem zweiteiligen, silber glänzenden Gewand,<br />

das jeweils an den Rändern und Ärmeln zusätzlich mit<br />

silberner Stickerei verziert ist. Zudem hat das Gewand<br />

einen weißen Spitzenkragen und auch die Ärmelenden<br />

sind mit Spitze besetzt. Auf der rechten Seite ein<br />

langer, faltenreicher, brauner Vorhang, der leicht unfertig<br />

wirkt. Mit seinem feinen Gesicht und den dunklen<br />

Augen mit Glanzlichtern schaut das Kind interessiert<br />

aus dem Bild heraus. Retuschen. (12407213) (1) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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335<br />

FLÄMISCHER MALER DES AUSGEHENDEN<br />

18. JAHRHUNDERTS IN DER NACHFOLGE DES<br />

FRANS HALS (1580 <strong>–</strong> 1666)<br />

(ABB. RECHTS)<br />

PORTRAIT EINES HERREN MIT TABAKDOSE<br />

ODER REISEKOMPASS<br />

Öl auf Kupfer.<br />

40 x 33 cm.<br />

In dekorativem Flammleistenrahmen.<br />

Das Portrait in hochovalem gemalten Rahmen vor beigem<br />

Hintergrund zeigt einen älteren Herren in eleganten<br />

Gewand mit großem weißen Spitzenkragen, weiß<br />

verzierten Ärmelenden, einem leicht gebräunten Gesicht<br />

mit Stirnfalten und Spitzbart. In seiner rechten<br />

Hand hält er an einer schmalen Kette ein goldenes<br />

achteckiges Objekt, das eine Schnupftabaksdose oder<br />

ein Reisekompass sein könnte, was ihn als gebildeten<br />

Herrn auszeichnen würde. Einen Finger seiner linken<br />

Hand ziert ein wertvoller goldener (Siegel-)ring.<br />

Gekonnte Wiedergabe mit besonderem Wert auf die<br />

Physiognomie des Mannes.<br />

(1240487) (1) (18)<br />

€ 2.000 - € 3.000<br />

Sistrix<br />

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336<br />

GIOVANNI BAGLIONE,<br />

1566/71 ROM <strong>–</strong> 1643/44 EBENDA, UMKREIS<br />

PORTRAIT DES ADRIANO BAGLIONE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

86 x 66 cm.<br />

In ebonisiertem und bronziertem Rahmen.<br />

Dreiviertelportrait eines bärtigen Mannes mit verzierter<br />

Kleidung und Goldschriftbetitelung zur Linken. Die<br />

noble Baglione-Familie war in Umbrien ansässig und<br />

regierte über Perugia in den Jahren 1438-1540. Rest.<br />

(1240521) (13)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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337<br />

LEANDRO BASSANO,<br />

1557 BASSANO DEL GRAPPA <strong>–</strong> 1622 VENEDIG,<br />

UMKREIS DES<br />

PORTRAIT EINES MANNES MIT HALSKRAUSE<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

98 x 81,5 cm.<br />

In geschnitztem und bronziertem Rahmen.<br />

Vor dunklem Hintergrund zeichnet sich das Hüftportrait<br />

eines barhäuptigen bärtigen Mannes ab, dessen Inkarnat<br />

und die damit lokal verbundene textile Halskrause<br />

und Manschette sich von dem Dunkel des<br />

Umhangs mit angedeuteter Pelzverbrämung absetzt.<br />

Typisch ist der auch im Gesicht zu findende, flotte<br />

Pinselduktus, welcher <strong>Part</strong>ien flächig nebeneinandersetzt<br />

und auf Fernsicht Dreidimensionalität evoziiert.<br />

(1240444) (13)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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123


338<br />

NICOLAES LACHTROPIUS,<br />

TÄTIG ZWISCHEN 1656 UND 1700, UMKREIS DES<br />

BLUMENSTILLLEBEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

50 x 41 cm.<br />

In barockisierendem vergoldetem Rahmen.<br />

Auf profilierter Marmorplatte mit aubergine-weißer<br />

Äderung eine gebauchte gefußte Glasvase. Darin<br />

befindlich ein Arrangement von Rosen, Schneeball,<br />

geflammter Tulpe und einer Winde mit roten Blüten.<br />

Besonders die von der Seite hereinragende Marmorplatte<br />

mit Viertelprofil und abgesetztem Abschluss ist<br />

typisch für Lachtropius, dessen Kompositionen auch<br />

gern raumfüllend ausfallen können. Rest.<br />

(1240539) (1) (13)<br />

NICOLAES LACHTROPIUS,<br />

ACTIVE BETWEEN 1656 AND 1700, CIRCLE OF<br />

FLORAL STILL LIFE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

50 x 41 cm.<br />

In Baroque-style gilt frame.<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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339<br />

RÖMISCHER MALER DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS<br />

FRÜCHTESTILLLEBEN MIT PUTER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

135 x 180 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Am steinernen Eingang zu einer Parkanlage die präsentierten<br />

Blumen und Früchte; auf der linken Bildseite,<br />

vor einem Mauervorsprung, zwei Fayencen, zwei farbige<br />

Blumenbouquets, ein Korb mit Früchten und am<br />

Boden liegende große Melonen, Äpfel und Pflaumen,<br />

in der Mitte eine aufgeschnittene Wassermelone. Auf<br />

der rechten Seite ein weiteres gemauertes Podest<br />

mit großer Deckelvase und einem weißen sitzenden<br />

Puter. Unterhalb davon werden weitere Früchte, wie<br />

helle und dunkle Weintrauben, Datteln und diverse<br />

Melonen präsentiert. In der Mitte, vorbei an dem Puter<br />

mit rotem Kopf und Kamm, erstreckt sich der Blick<br />

in eine weite Landschaft unter weiß-blauem Himmel.<br />

Für die Zeit typische Stilllebenmalerei mit starker<br />

Hell-Dunkel-Betonung. Retuschen.<br />

(1240422) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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340<br />

JEAN-BAPTISTE HUET D.Ä.,<br />

1745 PARIS <strong>–</strong> 1811 EBENDA, ZUG.<br />

WEITE LANDSCHAFT MIT VERLIEBTEM<br />

SCHÄFERPAAR<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

154 x 132 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

In weiter hügeliger Landschaft auf der rechten Bildseite<br />

unterhalb eines Baumes sitzend, dessen Krone abgebrochen<br />

ist, eine junge Frau in rot-blauem Kleid, die<br />

mit ihrer rechten Hand ein kleines Kind hält. Neben ihr<br />

ein junger Mann mit braunem Hut, der sie mit verliebtem<br />

Blick anschmachtet und dabei versucht, ihre linke<br />

Hand zu ergreifen. In etwas Abstand stehen auf dem<br />

Boden ein geflochtener Henkelkorb mit blauem und<br />

einem roten Tuch. Die linke Bildhälfte zeigt im Vordergrund<br />

eine kleine Gruppe von Schafen sowie einen<br />

wachsamen Hund, der auf weitere Schafe aufpasst.<br />

Im Hintergrund weitere Felder und Wiesen sowie<br />

eine Kapelle unter hohem blauen Himmel mit großen<br />

weißen Wolken und einer fliegenden Taube. Vereinzelt<br />

Retuschen. (1240441) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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341<br />

HENDRIK FRANS VAN LINT,<br />

1684 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1763 ROM<br />

(ABB. FOLGENDE SEITEN)<br />

ZWEI SOLDATENLAGER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

64,5 x 49 cm.<br />

Eines (das Rechte) unten im Zentrum signiert,<br />

ortsbezeichnet und datiert „F. Lint detto studio<br />

fe Roma 1712“.<br />

In vergoldetem reliefiertem Rahmen mit Ausschnitt in<br />

Hochoval.<br />

Als Pendants gestaltete Darstellungen von abendlich<br />

beschienenen, leicht hügeligen italienischen Landschaften<br />

mit Repoussoirbäumen, einem Zelt für Erfrischungen<br />

und teils berittenen Staffagefiguren. Van<br />

Lint zog bereits 1700 nach Italien, ging 1710 kurzzeitig<br />

aufgrund des Ablebens seiner Mutter zurück nach<br />

Antwerpen, ist jedoch noch im selben Jahr in Rom<br />

und 1711 in Ronciglione nachweisbar. Von seinem<br />

Lehrer Pieter van Bredael (1629-1719) hatte er die thematische<br />

Verflechtung von Mensch und Tier in der<br />

Landschaft übernommen, verwendete jedoch das<br />

ihm in Italien bekannte warme Licht des Südens. Wenige<br />

altersgemäße Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Ein weiteres hochovales Pendantpaar des gleichen<br />

Malers wurde im Dezember 2006 bei Bonhams London<br />

versteigert. Dort allerdings ohne das Zeltlager<br />

und lediglich auf die Landschaften mit viel kleinerer<br />

Figurenstaffage abzielend. (1240363) (1) (13)<br />

HENDRIK FRANS VAN LINT,<br />

1684 ANTWERP <strong>–</strong> 1763 ROME<br />

(ILL. FOLLOWING PAGES)<br />

TWO MILITARY CAMPS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

64.5 x 49 cm.<br />

One of the paintings (the right) signed at centre<br />

below, with place name and dated “F. Lint detto<br />

studio fe Roma 1712”.<br />

In gilt frame.<br />

€ 17.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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125


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127


342<br />

NIEDERLÄNDISCHE SCHULE<br />

DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DIE KARTENSPIELER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

57 x 88 cm.<br />

In einem einfachen Interieur sitzen eine gut gekleidete<br />

Frau in rot-blauem Gewand und ein Mann in brauner<br />

Hose und weißem Hemd sich an einem Tisch beim<br />

Kartenspiel gegenüber. Die Dame präsentiert gerade<br />

das Kreuz-Ass auf dem Tisch, während der Mann mit<br />

zusammengekniffenen Augen noch nach der passenden<br />

Karte in seiner linken Hand sucht. Neben den Karten<br />

steht auf dem Tisch noch ein großer grauer Bierkrug.<br />

Seitlich der Frau sitzt ein verliebtes Paar, das von<br />

dem Spiel nichts mitbekommt. Seitlich des Mannes<br />

zwei weitere Figuren, die interessiert das Spiel verfolgen.<br />

Im Hintergrund zwei Figuren an einem Kamin,<br />

über dessen brennendem Feuer ein Kessel hängt.<br />

Malerei, bei der durch die hellere Beleuchtung die beiden<br />

Spieler besonders hervorgehoben werden; für<br />

die Zeit eher ungewöhnlich die Wiedergabe einer Karten<br />

spielenden Frau. (12305711) (18)<br />

€ 5.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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343<br />

SIMON VERELST,<br />

1644 DEN HAAG <strong>–</strong> 1721 LONDON, UMKREIS<br />

BLUMENSTILLLEBEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

75,4 x 62,8 cm.<br />

In bronziertem perlstabverzierten Rahmen.<br />

Auf einer durch Licht-Schatten-Wirkung angedeuteten,<br />

sich von links in den Bildraum schiebenden Steinplatte<br />

der sich frei entfaltende Strauß mit Blumen, deren<br />

Hochzeit der Blüten bereits überschritten zu sein<br />

scheint. Bekrönt wird das Ensemble, welches sich in<br />

ähnlicher Form- und Koloritsprache in vielen Bildern<br />

des Simon Verelst wiederfindet, durch eine violette<br />

Iris. (1240725) (1) (13)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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344<br />

FRANZÖSISCHER MALER DES NEOKLASSIZISMUS<br />

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN UND<br />

BLUMENBOUQUET<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

125 x 145 cm.<br />

In prachtvollem, vergoldeten Prunkrahmen.<br />

In einer Parklandschaft auf einem zweistufigen Steinsockel<br />

stehend eine große Schale mit Reliefs, darin<br />

ein prachtvolles, farbenfrohes Blumenbouquet mit<br />

Rosen, Nelken, Tulpen, Kornblumen, Narzissen und<br />

Margeriten. Am linken Sockelrand liegend eine große,<br />

orange-grüne, aufgeschnittene Melone, davon einige<br />

Stücke einen Sockel niedriger, auf dem auch eine Taube<br />

und eine weitere Stufe niedriger eine weitere Taube<br />

zu erkennen sind. Auf der unteren Sockelstufe auf<br />

der rechten Seite ein umgedrehter geflochtener Korb,<br />

in dem helle und dunkle Weintrauben, einige Kirschen<br />

sowie Birnen und ein Apfel zu sehen sind. Das Podest<br />

scheint von einem flachen Wasser umgeben zu sein,<br />

in dem sich teilweise die Früchte widerspiegeln. Auf<br />

der rechten hinteren Seite fällt der Blick auf eine steinerne<br />

Architektur mit korinthischen Säulen zwischen<br />

denen der Himmel im Licht der orange-gelben untergehenden<br />

Sonne zu erkennen ist. Qualitätvolle Malerei<br />

bei der besonders die pracht vollen Blumen und<br />

Blüten in vielen differenzierten Farbtönen herausgestellt<br />

werden. Retuschen. (12402613) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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129


345<br />

FRANZÖSISCHER MALER DES<br />

18. JAHRHUNDERTS<br />

STILLLEBEN MIT BLUMEN IN EINER GROSSEN<br />

DECKELVASE IN LANDSCHAFT<br />

Öl auf Leinwand. Im 18./ 19. Jahrhundert doubliert.<br />

104 x 68 cm.<br />

Im Stil entsprechenden Rahmen.<br />

Das Gemälde, der Vase als Bildgegenstand entsprechend,<br />

in betont hochrechteckigem Format geschaffen.<br />

Zentraler Gegenstand ist eine große schlanke<br />

Metallvase mit eingezogenem Rundfuß auf einem<br />

Steinsockel. Die Wandung mit Blatterwerk im Relief<br />

dekoriert, unterhalb dem Spitzdeckel eine flechtwerkähnliche<br />

Öffnung, die die Vase als Duftgefäß kennzeichnet,<br />

ganz entsprechend der Rosenblüten, Mohn,<br />

Narzissen und Nelken, die sich um das Gefäß ranken.<br />

Im Zentrum leuchtet eine hellrote Rosenblüte, umgeben<br />

von blauen Königswinden und weißen Jasminblüten<br />

auf; in Rot-Weiß-Komposition einige weitere<br />

Blüten am Steinsockel. Der landschaftliche Hintergrund<br />

ist in zurückhaltender Farbigkeit angedeutet,<br />

mit abendlich beleuchteten Wolken und einigen Zypressen<br />

am linken Bildrand. Stil und Malqualität durchaus<br />

den Werken des genannten Malers gleichzusetzen.<br />

Bestätigende Hinweise auf den Maler durch<br />

Dr. Wolf, Wien. (1240475) (11)<br />

FRENCH SCHOOL, 18TH CENTURY<br />

STILL LIFE WITH FLOWERS AND LARGE LIDDED<br />

VASE SET IN LANDSCAPE<br />

Oil on canvas. Relined in 18th/ 19th century.<br />

104 x 68 cm.<br />

Set in contemporary frame.<br />

Style and painting quality equal other works by Monnoyer<br />

and Dr Wolf, Vienna has provided affirmative<br />

clues with regards to his creation of the painting on<br />

offer for sale in this lot.<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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346<br />

RÖMISCHE SCHULE DER ERSTEN HÄLFTE<br />

DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

(ABB. RECHTS)<br />

JUNGE FRAU MIT PUTTI UND FRÜCHTEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

137 x 117 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In einer Parklandschaft mit Architekturteilen eine junge<br />

Frau in weiß-rötlichem Kleid und weitem Dekolleté sowie<br />

einer Perlenkette mit blauer Schleife um den Hals,<br />

die gerade dabei ist von einem großen hohen Weinstock<br />

eine Rispe mit dunklen Trauben zu pflücken. Ein<br />

kleiner Putto im Baum hilft ihr dabei und schaut mit<br />

seinen Augen interessiert aus dem Bild heraus. Ihren<br />

linken Arm hat die junge Frau dazu nach oben gestreckt,<br />

während sie in ihrer rechten Hand ein paar<br />

Blüten hält, die sie dem Betrachter des Bildes entgegenstreckt.<br />

Rechts von ihr, auf einer steinernen Brüstung,<br />

werden über zwei Stufen einige prachtvoll rotgelb<br />

leuchtende Pfirsiche sowie einige Pflaumen und<br />

nicht zuletzt ein großer geöffneter, orange leuchtender<br />

Kürbis vor zwei weiteren Kürbissen präsentiert.<br />

Im linken Hintergrund ist die steinerne Brunnenfigur<br />

eines Putto zu erkennen, der mit seinen beiden nach<br />

oben gestreckten Armen eine Schale hält. Malerei, die<br />

besonders das zarte Inkarnat der Frau mit den roten<br />

Lippen und den rötlichen Wangen sowie das große<br />

Dekolleté, neben den leuchtenden Früchten, vor dem<br />

sonst überwiegend in grüner Farbigkeit gehaltenen<br />

Umfeld in den Vordergrund stellt. Kleinere Rahmenschäden.<br />

Retuschen. (12404216) (18)<br />

ROMAN SCHOOL,<br />

FIRST HALF OF THE 18TH CENTURY<br />

(ILL. RIGHT)<br />

YOUNG WOMAN WITH PUTTI AND FRUITS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

137 x 117 cm.<br />

In gilt frame.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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347<br />

GIOVANNI QUINSA,<br />

17. JAHRHUNDERT, ZUG.<br />

(ABB. OBEN)<br />

STILLLEBEN MIT WASSERMELONE, ZITRONEN<br />

UND SÜSSIGKEITEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

47,5 x 98 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

In einem Innenraum auf einer braunen Platte: in der<br />

Mitte eine silberne, breite Tazza mit zwei Gläsern und<br />

einer teils gefüllten Glasflasche, links daneben eine<br />

gefüllte geöffnete Holzschatulle, davor stehend ein<br />

Tablett mit vier Stücken von einer Wassermelone, die<br />

am oberen rechten Bildrand auf der Platte zu sehen<br />

ist. Des Weiteren auf der vorderen Mitte zwei leuchtend<br />

gelbe Zitronen an einem Zweig mit zwei grünen<br />

Blättern und rechts daneben ein Tablett mit diversen<br />

Süßigkeiten, von denen zwei auf der Tischplatte liegen.<br />

Für den Künstler typische Stilllebendarstellung in<br />

ausgeglichener Farbverteilung, bei der die rötlichen<br />

Wassermelonen und die Zitronen vor dem dunklen<br />

Hintergrund besonders gut zur Geltung kommen.<br />

(1240251) (18)<br />

GIOVANNI QUINSA,<br />

17TH CENTURY, ATTRIBUTED<br />

(ILL. TOP)<br />

STILL LIFE WITH WATERMELON, LEMON<br />

AND SWEETS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

47.5 x 98 cm.<br />

In decorative frame.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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131


348<br />

TOSKANISCHER MALER<br />

DES BEGINNENDEN 16. JAHRHUNDERTS<br />

ANDACHTSBILD MIT DARSTELLUNG DER MARIA<br />

IN ANBETUNG DES KINDES<br />

Öl auf Nussholz.<br />

49 x 34 cm.<br />

In einem vergoldeten Ädikularahmen mit Dreiecksgiebel<br />

und reliefierten Seitenlisenen über einem Sockel.<br />

Die oben halbrund geschlossene Darstellung zeigt<br />

Maria kniend vor dem zwischen Gräsern und Blüten<br />

liegenden Kind, das Blickkontakt zum Betrachter aufnimmt.<br />

Über dem leuchtend roten Kleid ein dunkelblaues<br />

Manteltuch mit goldenen Einfassungsbordüren.<br />

Die Hände vor der Brust gefaltet, das Gesicht mit schmal<br />

geschnittenen Augen dem Kind zugewandt, umzogen<br />

von einem durchscheinend gemalten weißen<br />

Schleiertuch. Über dem Haupt eine schräg stehende<br />

Nimbusscheibe. Der Hintergrund entwickelt sich in<br />

mehreren Abstufungen nach hinten zu einer hügeligen<br />

Landschaft, mit Andeutungen einer Burganlage,<br />

Kirchtürmen mit Spitzhauben sowie einem schlanken<br />

Bäumchen, das symbolisch, durch das Christuskind,<br />

als das neu entstehende Christentum zu deuten ist.<br />

Die stilistische Auffassung führt in die Malerei von<br />

Florenz des ausgehenden 15. Jahrhunderts sowie der<br />

späten Nachfolge von Fra Angelico (um 1395-1455)<br />

bzw. Benozzo Gozzoli (um 1420-1497). Rest. teilweise<br />

mit Übermalungen. (1240755) (11)<br />

TUSCAN SCHOOL,<br />

EARLY 16TH CENTURY<br />

DEVOTIONAL IMAGE OF THE VIRGIN IN ADORA-<br />

TION OF THE CHRIST CHILD<br />

Oil on nut wood.<br />

49 x 34 cm.<br />

In gilt aedicule frame with triangular gable and relief<br />

pilaster strips either side on base.<br />

€ 12.000 - € 16.000<br />

Sistrix<br />

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349<br />

FRANCESCO DEL CAIRO,<br />

1607 MAILAND <strong>–</strong> 1665, WERKSTATT DES<br />

MARIA MAGDALENA WIRD VON ENGELN IN<br />

DEN HIMMEL GETRAGEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

83 x 109,5 cm<br />

Vor dunklem Hintergrund die fast nackte, gerade entschlafende<br />

Maria Magdalena mit langen welligen Haaren<br />

und nach hinten gelehntem Oberkörper, leicht<br />

geöffnetem Mund und sich schließenden Augen, gehalten<br />

und getragen von vier blondgelockten Putti mit<br />

dunklen Augen, von denen einer aus dem Bild herausschaut.<br />

Malerei in überwiegend beige-brauner Farbigkeit.<br />

Wenige Retuschen. (1240911) (3) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

350<br />

GENUESER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DAS SCHLAFENDE JESUSKIND<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

75 x 100 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In freier Natur der auf einem blauen Laken liegende,<br />

nackte Jesusknabe, seinen Kopf dabei auf einen unter<br />

dem Tuch liegenden Totenschädel gestützt. Er hat<br />

blond gelockte Haare, rötliche Wangen, seinen Mund<br />

leicht geöffnet und die Augen geschlossen. In seiner<br />

linken Hand hält er einen schmalen Rotulus, während<br />

seine rechte Hand auf seinem anderen Arm ruht. Sein<br />

Oberkörper wird hinterfangen von einem großen breiten<br />

Baum, während links im Hintergrund der Blick in<br />

die Ferne auf eine Anhöhe schweift, unter hohem<br />

Himmel mit großen weißen Wolkenformationen. Am<br />

rechten unteren Rand sind ein Holzkreuz, eine Dornenkrone<br />

sowie Nägel und eine Zange zu erkennen,<br />

als Verweis auf das spätere Martyrium Christi. Starker<br />

Hell-Dunkel-Kontrast und das feine Inkarnat des Schlafenden<br />

kennzeichnen dieses harmonische Gemälde.<br />

Wenige Retuschen. (1240902) (3) (18)<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

Sistrix<br />

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133


351<br />

BOLOGNESER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

DIE KÖNIGIN VON SABA BRINGT IHRE<br />

GESCHENKE DAR<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

120 x 97 cm.<br />

In kanneliertem bronziertem Rahmen.<br />

Dreiviertelansicht eines halb knienden Frauenkörpers<br />

in reich geschmücktem Gewand mit Perlohrringen,<br />

Brokattuch, Hermelinbesatz und Buckelgürtel unter repoussoirhaftem<br />

Ehrentuch. Auf ihrem Schoß ein gebauchtes<br />

Gefäß und in ihrer Rechten ein wertvoller<br />

vergoldeter Löffel, welcher einerseits als Geschenk<br />

gedacht sein mag, andererseits auf den wertvollen Inhalt<br />

des Gefäßes gemünzt sein kann. Die ovale Umrandung<br />

zeugt von der ehemaligen Verwendung des Gemäldes<br />

innerhalb einer architektonischen Kartusche<br />

innerhalb eines sakralen Zusammenhanges. Geringfügige<br />

Retuschen rechts neben dem Hals.<br />

(1230577) (13)<br />

€ 4.500 - € 5.500<br />

Sistrix<br />

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352<br />

MAILÄNDER SCHULE DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

IN DER KLOSTERSCHULE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

92,5 x 132 cm.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

In einem großen Innenraum eines Klosters mit zwei<br />

geöffneten rechteckigen und drei halbrunden Fenstern<br />

mehrere Nonnen in schwarz-weißer Tracht, die<br />

gerade junge Mädchen in edler Kleidung, wohl aus<br />

dem Adel, bei verschiedenen Tätigkeiten unterrichten:<br />

Ganz rechts sitzen zwei Mädchen an einem Tisch<br />

beim Knüpfen, daneben zwei Nonnen und ein Mädchen<br />

beim Sticken, dahinter weitere beim Arrangieren<br />

von Blumen, während im linken Vordergrund eine<br />

Nonne am Spinnrad sitzt und zwei weitere in einem<br />

Buch lesen. Zudem sind zwischen den Figuren zwei<br />

Katzen und zwei Hunde zu erkennen. Vielfigurige Malerei<br />

in überwiegend beige-brauner und schwarzer<br />

Farbigkeit. (1230742) (18)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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135


353<br />

ITALIENISCHER MALER<br />

DES FRÜHEN 18. JAHRHUNDERTS<br />

ALLEGORIE DER GERECHTIGKEIT<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

78 x 64,5 cm.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Halbbildnis einer jungen Frau nach links mit hellbraunem<br />

Haar und teilentblößter Brust in einem weiß-roten<br />

Gewand mit blauem Überwurf, in ihrer rechten<br />

erhobenen Hand eine kleine goldene Waage haltend.<br />

Auf den Schalen dieser Waage finden sich zum einen<br />

die Figur eines Soldaten in Rüstung mit Helm, zum<br />

anderen wertvoller Goldschmuck. Mit roten Lippen,<br />

geröteten Wangen und voller Interesse betrachtet die<br />

Frau die ungleiche Gewichtsverteilung. Malerei mit<br />

starker Hell-Dunkel-Akzentuierung im Stile der Caravaggisten.<br />

Kleinere Retusche. Rahmenschäden.<br />

(1240325) (18)<br />

ITALIAN SCHOOL,<br />

EARLY 18TH CENTURY<br />

ALLEGORY OF JUSTICE<br />

Oil on canvas. <strong>Old</strong> relining.<br />

78 x 64.5 cm.<br />

In magnificent frame.<br />

With minor retouching.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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354<br />

CARLO FRANCESCO,<br />

1608/09 MAILAND <strong>–</strong> 1661/65,<br />

NACHFOLGE NUVOLONE<br />

(ABB. RECHTS)<br />

HEILIGE URSULA<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

73 x 60 cm.<br />

In vergoldetem, ornamental verziertem Rahmen.<br />

Die Heilige mit gen Himmel gerichtetem Blick, als Hüftstück<br />

dargestellt mit Märtyrerpalme, Kreuz und Buch,<br />

ein Nimbus umspielt ihr Haupt. Rahmen besch. Rest.<br />

(1241185) (3) (13)<br />

€ 3.000 - € 4.000<br />

Sistrix<br />

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355<br />

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

JESAJA SPRICHT ZU HISKIA<br />

Öl auf Holz. Parkettiert.<br />

23 x 46 cm.<br />

Rückwärtig mit Sammlungsetiketten.<br />

In nussbaumfurnierten Rahmen.<br />

In breitem Format ein Innenraum mit einem Tisch auf<br />

welchem allerlei Schätze ausgestellt sind, davor König<br />

Hiskia im Gespräch mit dem Propheten Jesaia. Hinter<br />

ihnen die Gesandten aus Babylon, zwei Kinder des<br />

Königs sind ebenfalls im Raum, welche laut Prophezeiung<br />

einst am Hofe von Babylon Diener werden sollen.<br />

Jes. 39: 3 Da kam der Prophet Jesaja zum König<br />

Hiskia und sprach zu ihm: Was haben diese Männer<br />

gesagt, und woher sind sie zu dir gekommen? Hiskia<br />

sprach: Sie sind aus fernem Lande zu mir gekommen,<br />

aus Babel. 4 Er aber sprach: Was haben sie in deinem<br />

Hause gesehen? Hiskia sprach: Alles, was in meinem<br />

Hause ist, haben sie gesehen, und es gibt nichts, das<br />

ich ihnen nicht gezeigt hätte von meinen Schätzen.<br />

5 Da sprach Jesaja zu Hiskia: Höre das Wort des<br />

HERRN Zebaoth: 6 Siehe, es kommt die Zeit, dass<br />

alles, was in deinem Hause ist und was deine Väter<br />

gesammelt haben bis auf diesen Tag, nach Babel gebracht<br />

werden wird, sodass nichts übrig bleibt, spricht<br />

der HERR. Restaurierter Mittelriss. (12414737) (13)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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137


356<br />

JACQUES FRANÇOIS JOSEPH SWEBACH,<br />

1769 METZ <strong>–</strong> 1823 PARIS, ZUG.<br />

Den ersten Unterricht im Zeichnen erhielt der Maler<br />

bei seinem Vater, bevor er nach Paris ging und unter<br />

Claude Michel Hamon Duplessis (tätig um 1791-um<br />

1799) studieren konnte. Zwischen 1791 und 1823<br />

stellte er im Salon aus und erhielt 1810 eine Medaille.<br />

Seine Feinmalerei war es wohl auch, die ihm dazu verhalf,<br />

zwischen 1802 und 1813 der erste Maler der Sèvres-Porzellanmanufaktur<br />

zu werden. Zwischen 1815<br />

und 1820 wirkte er in Sankt Petersburg für Zar Alexander<br />

I als erster Maler der Kaiserlichen Porzellanmanufaktur,<br />

schuf aber weiterhin auch kleinerformatige Gemälde<br />

für den Pariser Salon. Als erfolgreicher Maler<br />

seines Faches wurde er alsbald als Rivale von<br />

Jean-Louis Demarne (1752/54-1829) gesehen, wobei<br />

er zeitweise auch die Stilmanier eines Louis Léopold<br />

Boilly (1761-1845) übernahm. Allgemein bekannt wurde<br />

er unter anderem durch sein Stichwerk mit Szenen,<br />

die die Französische Revolution dokumentierten,<br />

entstanden 1802. Werke seiner Hand finden sich in<br />

zahlreichen bedeutenden Museen weltweit.<br />

JAGDREITER BEI DER RAST ÜBER EINEM FLUSS<br />

MIT BOGENBRÜCKE<br />

Öl auf Holz.<br />

30 x 40 cm.<br />

Die sich weit nach hinten ziehende Flusslandschaft<br />

liegt im rötlichen Licht des Sonnenuntergangs und<br />

strahlt eine Ruhe aus, die sich auch auf die Jagdreitergruppe<br />

im Vordergrund gelegt hat. Fünf Pferde, Jäger<br />

und Hunde sind auf einem erhöhten verschatteten<br />

Plateau gezeigt, jeweils ebenso in ruhiger Haltung, lediglich<br />

ein Schimmel, rechts im Bild, bäumt sich auf.<br />

Im Hintergrund verbindet eine steinerne Bogenbrücke<br />

die beiden Ufer und führt zu der Häusergruppe eines<br />

Städtchens mit spitzem Kirchturm, nach rechts zieht<br />

ein Hügel zu einer Bastion hinauf. Links junge durchlichtete<br />

Bäume als Repoussoir. Der Maler wurde seinerzeit<br />

bereits als „Wouwerman unserer Tage“ bezeichnet,<br />

aufgrund der perfekten Wiedergabe von Pferden, die<br />

gerade die höfischen Auftraggeber zu schätzen wussten.<br />

So findet sich auch hier ein Schimmel in der Jägergruppe.<br />

(1240477) (11)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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357<br />

ADRIAEN VAN DER CABEL,<br />

UM 1631 RIJSWIJK <strong>–</strong> 1705 LYON, ZUG.<br />

Der Künstler war ein niederländischer Landschaftsmaler<br />

aus dem Goldenen Zeitalter, der in Frankreich<br />

und Italien tätig war. Er war auch bekannt unter dem<br />

Namen Ary van der Touw. Laut Houbraken war er ein<br />

Schüler von Jan Jozefsz. van Goyen (1596-1656). Er<br />

lebte von 1655 bis 1658 in Lyon, von 1659 bis 1666 in<br />

Rom und danach, von 1668 bis zu seinem Tod 1705<br />

wieder in Lyon.<br />

MEDITERRANER HAFEN MIT FIGUREN<br />

AN EINEM KAI<br />

Öl auf Leinwand, auf Holz.<br />

26 x 39,5 cm.<br />

Mittig unten Restsignatur.<br />

Von Bergen umgeben eine südliche Hafenanlage, an<br />

deren Kai ein großer Leuchtturm steht. Zahlreiche<br />

Segelschiffe und Boote haben bereits angelegt. Zudem<br />

sind mehrere spazieren gehende Figuren, teils in<br />

orientalischen Gewändern mit Turban zu sehen. Nach<br />

links erstreckt sich der Blick in die Ferne auf die offene<br />

See, wiederum mit mehreren Booten und Schiffen.<br />

Detailreiche Darstellung mit hohem blauen Himmel<br />

und großen, teils rötlichen Wolkenformationen mit<br />

einigen wenigen fliegenden Vögeln. Das vorliegende<br />

Gemälde könnte aus der Zeit des Romaufenthalts van<br />

der Cabels stammen. Kleinere Retuschen.<br />

(1240478) (18)<br />

€ 3.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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358<br />

FRANCISCUS XAVERIUS XAVERY,<br />

1700 DEN HAAG <strong>–</strong> UM 1775<br />

BADENDE NYMPHEN<br />

Öl auf Holz.<br />

38 x 50 cm.<br />

Rechts unten signiert „FX. Xavery.“<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Von Felsen umgeben, in einer bergigen Landschaft,<br />

unter hohem hellblauen Himmel mit weißen Wolken,<br />

haben sich einige nackte junge Nymphen am Ufer eines<br />

Flusses niedergelassen. In der Mitte des Bildes,<br />

am Ufer des Flusses, auf einem faltenreichen, leuchtend<br />

roten Tuch liegend, zwei Frauen in Rückenansicht,<br />

die interessiert zwei gerade ins Wasser gegangene<br />

Damen beobachten. Auf der rechten Bildseite,<br />

an einen Felsen gelehnt, zwei weitere junge Damen,<br />

davon eine ein glänzend gelb-grünes Tuch haltend. Auf<br />

der linken Seite, am Ufer unterhalb eines Baumes,<br />

zwei weitere Frauen, die das Wasser wohl gerade verlassen<br />

haben und sich mit farbigen Tüchern abtrocknen.<br />

Neben ihnen liegt zudem am Boden ein Bogen<br />

und ein durch ein bläuliches Tuch halb verdeckter Köcher,<br />

was beides auf eine Jagd hindeuten könnte.<br />

Malerei in harmonischer weicher Farbgebung.<br />

(1240473) (18)<br />

FRANCISCUS XAVERIUS XAVERY,<br />

1700 THE HAGUE <strong>–</strong> CA. 1775<br />

NYMPHS BATHING<br />

Oil on panel.<br />

38 x 50 cm.<br />

Signed “FX. Xavery” lower left.<br />

In magnificent gilt frame.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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139


359<br />

PIETRO ANTONIO ROTARI,<br />

1707 VERONA <strong>–</strong> 1762 SANKT PETERSBURG, ZUG.<br />

Rotari war Schüler des Antonio Balestra (1666-1740)<br />

und ging zwei Jahre nach Venedig, um Werke von Tiziano<br />

Vecellio (1485/89-1576) und Veronese (1528-1588)<br />

zu kopieren, ab 1728 widmete er sich dem Studium<br />

der Antike in Rom bei Francesco Trevisani (1656-1746).<br />

Zu seinen Aufenthalten gehört auch die Werkstatt des<br />

Francesco Solimena (1657-1747), wo er bis 1734 blieb.<br />

Seine Versuche sich am französischen Hof zu bewerben<br />

waren vergeblich, umso erfolgreicher jedoch sein<br />

Wirken als Hofmaler des sächsischen Kurfürsten und<br />

polnischen Königs August III in Dresden. Auch in<br />

Sankt Peters burg erhielt er den Titel des Hofmalers<br />

unter Peter III und Katharina II. Fünfzig seiner russischen<br />

Frauenbildnisse stiftete die Zarin Elisabeth der<br />

russischen Akademie der Künste, über 350 solcher<br />

Gemälde kamen ins Kabinett der Moden und Grazien<br />

im Peterhof.<br />

BILDNIS EINES RUSSISCHEN LANDMÄDCHENS<br />

Öl auf Leinwand.<br />

42 x 33 cm.<br />

In einem aufwändig geschnitzen, original zugehörigen<br />

Rahmen, der das Gemälde rechteckig einfasst, jedoch<br />

durch einen großen ovalen Akanthusblattaußenrahmen<br />

umzogen wird.<br />

Das junge Mädchen im Halbbildnis, ihre Haltung erhält<br />

Bewegung durch die leichte Wendung des Oberkörpers<br />

nach links, gegenüber einer starken Drehung<br />

des Kopfes nach rechts mit betont seitlich gerichtetem<br />

Blick. Der Kopf mit einem weißen Tuch bedeckt,<br />

das auch über den Hals und das taubenblaue Kleid<br />

herabzieht, gerahmt durch ein am Kinn zur Schleife<br />

gebundenes schwarzes Tuch. Der blau-graue Ton des<br />

Kleides findet eine Entsprechung in dem ebenfalls ins<br />

Blau ziehenden Türkis des Hintergrunds. Bei der dargestellten<br />

Person mag es sich durchaus auch um ein<br />

Mitglied des Adels handeln, da man sich am Hof auch<br />

gerne in ländlicher bäuerlicher Pose portraitieren ließ.<br />

(1240471) (11)<br />

PIETRO ANTONIO ROTARI,<br />

1707 VERONA <strong>–</strong> 1762 SAINT PETERSBURG,<br />

ATTRIBUTED<br />

PORTRAIT OF A RUSSIAN COUNTRY GIRL<br />

Oil on canvas.<br />

42 x 33 cm.<br />

In elaborately carved, matching frame with rectangular<br />

cut out on inside and oval acanthus leaf frame<br />

surround.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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360<br />

EGLON HENDRIK VAN DER NEER,<br />

1634 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1703 DÜSSELDORF, ZUG.<br />

TROMPE L‘ŒIL MIT DREI GEMÄLDEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

69 x 85 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Auf einer gemalten, helleren, hölzernen Wand ist ein<br />

großes Ölgemälde auf Leinwand mit einigen Nägeln<br />

befestigt, darauf zu sehen „Maria Magdalena als Büßerin<br />

in der Einöde“. Sie hat langes welliges Haar, ein<br />

weit geöffnetes Kleid und ihre Hände zum Gebet gefaltet.<br />

Ihren Kopf hat sie zur Seite geneigt und mit ihren<br />

tränenreichen dunklen Augen schaut sie aus dem<br />

Bild heraus. Neben sich, auf einem Felsenstück stehend,<br />

ein Salbgefäß und ein Totenschädel, dahinter<br />

ein aufgeschlagenes Buch und schließlich ein Kruzifix<br />

vor bergigem Hintergrund mit Fluss unter hohem<br />

Himmel. Auf der rechten oberen Bildseite ist ein ovales<br />

Medaillon an einer roten Schleife mit Nagel befestigt;<br />

dargestellt ist „Ecce homo“ mit dem nach oben<br />

schauenden Christus und einer Dornenkrone auf seinem<br />

Haupt. Darunter hängt, an der Holzwand ebenfalls<br />

befestigt mit Nägeln, ein kleineres rechteckiges<br />

Gemälde mit der Darstellung des Heiligen Antonoius,<br />

in einem Innenraum sitzend in brauner Kutte und mit<br />

weißem grauen Vollbart, in einem großen aufgeschlagenen<br />

Buch mit Federkiel und Tusche schreibend.<br />

Qualitätvolle Trompe-l'œil-Malerei, bei der der Frauentypus<br />

der Maria Magdalena häufiger auf Gemälden<br />

des bekannten Künstlers wiederzufinden ist. Retuschen.<br />

Anmerkung:<br />

Ein fast identisches kleineres Gemälde auf Kupfer<br />

mit der Heiligen Maria Magdalena, das vom Künstler<br />

signiert ist, wurde am 8. Dezember 2006 unter der<br />

Lotnummer 472 zur Auktion angeboten. (1241501)<br />

(18)<br />

EGLON HENDRIK VAN DER NEER,<br />

1634 AMSTERDAM <strong>–</strong> 1703 DÜSSELDORF,<br />

ATTRIBUTED<br />

TROMPE L’ŒIL WITH THREE PAINTINGS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

69 x 85 cm.<br />

Unframed.<br />

High quality trompe l'œil painting. The artist painted<br />

the subject of Mary Magdalene several times. With<br />

retouching.<br />

Notes:<br />

An almost identical smaller painting on copper with<br />

Saint Mary Magdalene signed by the artist, was offered<br />

for sale at auction with lot no. 472 at auction<br />

on 8 December 2006.<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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141


361<br />

MATHIJS WULFREAT,<br />

1648 <strong>–</strong> 1727, ZUG.<br />

DER FRÖHLICHE TRINKGESELLE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

39,5 x 32,7 cm.<br />

Links unten monogrammiert „MW“.<br />

Ungerahmt.<br />

In einer gemalten, nach oben abgerundeten Steinnische<br />

das Halbportrait eines Mannes nach rechts, der<br />

seinen rechten Arm auf dem Nischenrand abgestellt<br />

hat. Mit seiner Hand hält er eine bastumwickelte<br />

Weinflasche, während er seine linke Hand erhoben<br />

hat, in der sich ein mit rotem Wein gefülltes Glas befindet.<br />

Er trägt ein braunes Gewand, eine schwarze<br />

Kappe und schaut mit leicht geöffnetem Mund und<br />

dunkelbraun glänzenden Augen fröhlich aus dem Bild<br />

heraus. Kleine Retuschen. (1241363) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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362<br />

GERRIT VAN HONTHORST,<br />

1592 UTRECHT <strong>–</strong> 1656 EBENDA, ZUG.<br />

PORTRAIT EINER ADLIGEN DAME<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

74,5 x 57 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Brustbildnis nach rechts im gemalten hochovalen<br />

Rahmen. Die adlige Dame in schwarzem feinen Gewand<br />

mit weitem Dekolleté und mit Perlenstängen<br />

geschnürtem Brustbereich. Sie hat dunkelblonde<br />

lange Haare, die an den Seiten in langen Lockenstängen<br />

enden, auf dem Haupt ein Perlendiadem mit<br />

schwarzer Schleife sowie um den Hals eine zweireihige<br />

Perlenkrette und große schwere Perlenohrringe.<br />

Mit ihrem feinen Gesicht, dem rötlichen Mund<br />

und den blauen Augen schaut sie interessiert aus<br />

dem Gemälde heraus. Kleine Rand- und Rahmenbeschädigungen.<br />

(1241488) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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363<br />

HOFPORTRAITIST DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

JUNGE ADELIGE DAME IN EINEM FAUTEUIL<br />

NEBEN SÄULE UND VELUM<br />

Öl auf Leinwand.<br />

112 x 87 cm.<br />

Nach rechts in grünem Kleid sitzend, der linke Arm auf<br />

ein seitliches Tischchen gestützt, das grüne Kleid mit<br />

großen Schleifen. Der Kopf freundlich nach links geneigt<br />

mit lächelndem Blick zum Betrachter, das Haar,<br />

zurückgekämmt, trägt über der Stirn ein kleines Blumensträußlein<br />

mit blauen Winden, was damals als<br />

Symbol der Treue zu verstehen war. In der Hand hält<br />

sie eine Orangenblüte, am Tisch daneben Glasvase<br />

mit Rosen, Tulpen und Strauchblumen. Im Hintergrund<br />

eine mächtige Säule mit Velum, wodurch die Dargestellte<br />

in einer Herrscherstellung wiedergegeben<br />

ist. Am Oberrand und in der linken oberen Ecke übermalte<br />

Farbschäden. (12413517) (11)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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364<br />

FRANS XAVER HENDRIK VERBEECK,<br />

1686 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1755, ZUG.<br />

COMMEDIA DELL‘ARTE-MUSIKER<br />

Öl auf Eichenholz. Parkettiert.<br />

17,6 x 20,3 cm.<br />

Die musizierende Gruppe zeigt eine junge Frau, die<br />

allem Anschein nach als Sängerin agiert, zusammen<br />

mit zwei Männern, von denen der im Vordergrund<br />

sitzende ein Cello spielt, während der Mann im Hintergrund<br />

ohne Instrument dargestellt ist, was ihn<br />

möglicherweise auch als Sänger deuten lässt. Wie<br />

in der italienischen Commedia dell'Arte üblich, sind<br />

auch hier zwei Gesichtsmasken zu sehen, eine wird<br />

von der Dame gehalten, die andere von der Gestalt im<br />

Hintergrund getragen, die zudem auch das Kostüm<br />

des Harlekin trägt. Das Paar im Vordergrund trägt<br />

erkennbar portraithafte Züge, wobei nicht auszuschließen<br />

ist, dass auch die sehr häufig musikalisch ausgebildete<br />

Adelsgesellschaft bei Festlichkeiten als Musikanten<br />

am Hof aufgetreten ist.<br />

Im Gesamtœuvre von Verbeek nimmt das Thema der<br />

Musik einen ungewöhnlich breiten Raum ein. So darf<br />

angenommen werden, dass er auch speziell zu solchen<br />

Festlichkeiten gerufen wurde, um sie im Bild zu<br />

dokumentieren. Viele seiner Werke dieses Genres<br />

vermitteln auch den Eindruck von beauftragten Gruppenbildnissen.<br />

Das Gemälde ist in feiner Pinseltechnik ausgeführt und<br />

in sehr guter Erhaltung. A.R. (12407216) (1) (11)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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143


365<br />

RICHARD BRAKENBURGH,<br />

1650 <strong>–</strong> 1702<br />

INTERIEUR MIT KARTENSPIELENDER GESELL-<br />

SCHAFT UND SPIELENDEN KINDERN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

49 x 40,5 cm.<br />

Mittig unten signiert „R. Brakenburgh“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Blick in einen Innenraum, in dem ein Tisch steht, auf<br />

welchem ein schwerer roter Orientteppich mit Muster<br />

liegt, darüber hängt von der Decke ein metallener<br />

Vogelkäfig herunter. Auf dem Tisch selbst eine Glasflasche<br />

und ein gefülltes Weinglas, rechts daneben<br />

eine Frau in violettem Gewand, die einem Herren gerade<br />

eine Platte mit Fleisch serviert. Nach links fällt<br />

hinter einem zur Seite gezogenen Vorhang der Blick<br />

durch einen Rundbogen in einen weiteren mit Fenstern<br />

versehenen Raum, in dem eine fröhliche Gesellschaft<br />

beim Kartenspiel an einem Tisch sitzt. Im Vordergrund<br />

links zwei Kinder, wohl beim Versteckspiel,<br />

sowie eine sitzende Mutter mit Kind und in der linken<br />

Ecke ein kleiner umgefallener Kinderholzstuhl. Malerei<br />

in überwiegend zurückhaltender Farbigkeit, bei der<br />

jedoch besonders der prachtvolle Teppich hervorsticht.<br />

(12413513) (18)<br />

€ 2.000 - € 3.000<br />

Sistrix<br />

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366<br />

THEODORUS NETSCHER,<br />

1661 <strong>–</strong> 1732, ZUG.<br />

VOR DEM WIRTSHAUS<br />

Öl auf Leinwand.<br />

72,5 x 60 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Eine vornehme kleine Gesellschaft hat vor dem großen<br />

Gebäude eines Gasthauses eine Rast eingelegt.<br />

Im Mittelpunkt eine sitzende Dame in gelblichem<br />

Kleid mit blauem Umhang, in ihrer linken Hand ein<br />

Glas haltend. Umgeben wird sie von zwei galanten<br />

Herren und einer Dame im roten Kleid mit weißem<br />

Schal. Auf der rechten Seite verlässt gerade der Gastwirt<br />

in rotem Gewand das Haus und hält in seiner<br />

linken Hand ein Tablett mit zwei Gläsern und in seiner<br />

Rechten einen großen Krug. Ein weiterer großer Krug<br />

mit Zinndeckel steht zu Füßen der sitzenden Dame.<br />

Links von ihr ein Mann in rötlicher Weste, auf einem<br />

Stuhl sitzend und mit fröhlicher Miene direkt aus dem<br />

Bild herausschauend. Malerei in überwiegend beige-brauner<br />

Farbgebung, aufgelockert durch gelbe,<br />

rote und blaue Kleidungsstücke. Rest.<br />

(1241482) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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367<br />

PEETER BOUT (1658-1719<br />

UND ADRIAEN FRANS BOUDEWYNS<br />

(UM 1644-1711), ZUG.<br />

DORFKIRMES<br />

Öl auf Holz.<br />

20,5 x 27 cm.<br />

Verso auf Holz alte Aufkleber, teils mit Betitelung „The<br />

Festival in the Village“ und Künstlernennung.<br />

In dekorativem Rahmen, teils mit rotem Samt.<br />

Am Fuße einer auf einer kleinen Anhöhe gelegenen<br />

Ruine und um einen in den Himmel ragenden Obelisken<br />

herum zahlreiche Figuren versammelt, die teils<br />

fröhlich zur Musik eines kleinen Orchesters tanzen,<br />

das am linken Bildrand aufspielt. Zwei Männer zu<br />

Pferde und einige Reisende beobachten das fröhliche<br />

Treiben. Am rechten Bildrand ist zudem ein Reisender<br />

mit einem vollbepackten Muli zu sehen, die beide direkt<br />

aus dem Bild herausschauen. Im Hintergrund<br />

rechts, in der Ferne, eine ganz in Grau-Blau gehaltene<br />

bergige Landschaft, unter hohem blau-weißen Himmel.<br />

Figuren und detailreiche Darstellung in der typischen<br />

Manier der beiden zusammenarbeitenden<br />

Künstler. (12414810) (18)<br />

€ 3.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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368<br />

FRANS SNYDERS,<br />

1579 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1657 EBENDA,<br />

WERKSTATT DES<br />

MARKETENDERIN MIT FEDERVIEH<br />

Öl auf Leinwand.<br />

113 x 90 cm.<br />

In barockisierendem Holzrahmen.<br />

Dieses an Frans Snyders‘ Werkstatt zuschreibbare<br />

Werk müsste noch vor 1614 entstanden sein. Eine Reise<br />

nach Italien und auch der Einfluss des aus Italien<br />

zurückgekehrten Rubens ließen die Palette Snyders‘<br />

heller werden.<br />

Vergleichbare Gemälde sind im Kölner Wallfraf<br />

Richartz Museum zu finden „Köchin mit Esswaren“<br />

und vor allem auch „The game dealer“, Lord St. Helens<br />

& Sir William Fitzherbert, London. Zwei weitere Versionen<br />

(129 x 113,7 cm und 125,7 x 94,6 cm) sind beim<br />

RKD in Den Haag bekannt (Nr. 41924). (1241532)<br />

(13)<br />

Provenienz:<br />

Belgische Privatsammlung.<br />

€ 9.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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145


369<br />

GENUESER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

HALBBILDNIS EINES GRAUBÄRTIGEN<br />

ALTEN MANNES<br />

Öl auf Leinwand.<br />

71 x 53 cm.<br />

Der Dargestellte in Lebensgröße, seinen Kopf schräg<br />

auf seine linke Faust gestützt, die rechte hält ein Tuch,<br />

das wohl im Zusammenhang mit den Tränen an seinen<br />

Augen zu sehen ist. Der Blick in Trauer nach oben<br />

gerichtet, der Mund geöffnet. Bei dem Dargestellten<br />

mag es sich möglicherweise um einen der Propheten<br />

des Alten Testamtens handeln, wie etwa Jeremias,<br />

der über den bevorstehenden Untergang Jerusalems<br />

trauert. (12304617) (2) (11)<br />

GENOESE SCHOOL, 17TH CENTURY<br />

HALF PORTRAIT OF AN OLD MAN<br />

WITH GREY BEARD<br />

Oil on canvas.<br />

71 x 53 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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370<br />

BOCCACCIO BOCCACCINO,<br />

UM 1467 FERRARA <strong>–</strong> 1524/ 25 CREMONA,<br />

NACHFOLGE<br />

ERSCHAFFUNG DER EVA<br />

Tempera auf Holz.<br />

99,5 x 75 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

In horizontal gestaffelter, sich nach hinten hin aufhellender<br />

Landschaft der zentral dargestellte Baum der Erkenntnis,<br />

vor diesem Eva (die Belebte), dem auf dem<br />

Boden liegenden Leib Adams hervorgehend, zu ihrer<br />

Rechten Gott Vater in Bezug auf das Buch Genesis,<br />

Kapitel 2 bis 5. Rückwärtig durch zwei Streben parkettiert<br />

und oben durch Eisenprofil gerahmt. Rest.<br />

Anmerkung:<br />

In der Fondazione Zeri wird eine Erschaffung Evas<br />

von Boccaccino verwahrt unter der Nummer 32126,<br />

wobei auch eine Zuschreibung an Ercole Grandi<br />

(1465-1531) möglich ist. (1241171) (13)<br />

BOCCACCIO BOCCACCINO,<br />

CA. 1467 FERRARA <strong>–</strong> 1524/ 25 CREMONA,<br />

FOLLOWER OF<br />

CREATION OF EVE<br />

Tempera on panel.<br />

99.5 x 75 cm.<br />

Unframed.<br />

Notes:<br />

Fondazione Zeri keeps a Creation of Eve with no.<br />

32126, whereby the attribution to Ercole Grandi<br />

(1465-1531) is possible.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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147


371<br />

PIERRE MIGNARD D. Ä.,<br />

1612 TROYES <strong>–</strong> 1695 PARIS, ZUG.<br />

Er war einer der bedeutendsten französischen Portrait­<br />

Maler im Zeitalter des klassizistischen Barocks.<br />

PORTRAIT EINES JUNGEN MANNES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

Im Hochoval: 74 x 60 cm.<br />

In vergoldetem Prunkrahmen.<br />

Halbbildnis eines jungen Mannes leicht nach rechts in<br />

glänzender silberner Rüstung, teils mit goldener Verzierung<br />

und goldenen Nieten. Er trägt um den Hals<br />

einen weißen Spitzenschal, in den eine mehrfach übereinandergelegte<br />

blaue Schleife eingearbeitet ist. Er<br />

hat braune lockige Haare, ein feines Inkarnat mit geröteten<br />

Wangen sowie roten Lippen und mit seinen<br />

braunen Augen schaut er weltoffen aus dem Gemälde<br />

heraus. Retuschen, am Rand teils gerissen und Farbabsplitterungen,<br />

kleinere Rahmenschäden.<br />

(12304619) (2) (18)<br />

PIERRE MIGNARD THE ELDER,<br />

1612 TROYES <strong>–</strong> 1695 PARIS, ATTRIBUTED<br />

He is considered one of the most important French<br />

portrait painters of the classic Baroque period.<br />

PORTRAIT OF A YOUNG GENTLEMAN<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

Vertical oval: 74 x 60 cm.<br />

In magnificent gilt frame.<br />

With retouching, tears on edges and paint chips in<br />

places, minor damage to frame.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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372<br />

ADAM DE COSTER,<br />

1586 MECHELEN <strong>–</strong> 1643 ANTWERPEN, ZUG.<br />

JÜNGLING MIT WEINGLAS IM KERZENLICHT<br />

Öl auf Eichenholz.<br />

41 x 30 cm.<br />

Der junge Mann im Halbbildnis wiedergegeben, in der<br />

Linken hält er ein gefülltes Rotweinglas, rechts umfängt<br />

seine Hand den Hals einer Bastflasche. Beleuchtung<br />

von links unten, durch eine am Tisch stehende<br />

brennende Kerze; ein Lichtkegel umfängt den Kopf<br />

des Jünglings.<br />

Anmerkung:<br />

De Coster wurde berühmt für seine Kerzenlicht sujets,<br />

die ganz dem Caravaggismus der Antwerpener Schule<br />

entsprachen und auch von anderen Malern kultiviert<br />

wurden. So finden wir im Werk des Künstlers überwiegend<br />

solche Nachtszenen bei künstlicher Beleuchtung.<br />

Neben religiösen Szenen, wie etwa „Die Leugnung<br />

Petris“ schuf er auch zahlreiche Genrebilder mit<br />

einzelnen Personen, ein Bildtypus der große Beliebtheit<br />

erfuhr. Bedauerlicherweise ist nichts über eine<br />

Schülerschaft des Malers bekannt geworden, bis lange<br />

nach seinem Tode war er selbst vergessen und mehrere<br />

seiner Werke wurden anderen Meistern zugeschrieben.<br />

(1241365) (11)<br />

ADAM DE COSTER,<br />

1586 MECHELEN <strong>–</strong> 1643 ANTWERP, ATTRIBUTED<br />

YOUNG MAN WITH WINE GLASS BY CANDLELIGHT<br />

Oil on oak panel.<br />

41 x 30 cm.<br />

Notes:<br />

De Coster was renowned for his candlelight subjects,<br />

which were typical for the Caravaggisti of the School<br />

of Antwerp and were also popular with other artists.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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149


373<br />

HUBERT CHAPPE,<br />

CA. 1650 REIMS <strong>–</strong> NACH 1717 EBENDA<br />

BLUMENSTILLLEBEN MIT TÜRMCHENUHR,<br />

FRÜCHTEN UND BROKATVORHANG<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

93 x 84 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „Chappe A. Reims.<br />

1711.“.<br />

In dekorativem Prunkrahmen.<br />

Von leichter Untersicht Blick auf einen rechteckigen<br />

Sockel auf dem eine breite goldene Schale steht mit<br />

einem prachtvollen, großen Bouquet aus roten und<br />

weißen Blumen, die teils darüber ranken. Links davon<br />

ragt ein Stück Brokatvorhang mit goldener Kordel und<br />

einer Quaste ins Bild. Auf der rechten Seite auf einer<br />

niedrigen Sockelplatte eine goldene Türmchenuhr, die<br />

umrahmt ist von hellen und dunklen Weintrauben, sowie<br />

von einigen Äpfeln. Oberhalb der Tischuhr hängt<br />

ein schwerer, teils zur Seite gezogener türkisfarbener<br />

Brokatvorhang mit Goldstickerei, Edelsteinverzierung<br />

und herabhängender goldener Kordel mit Quaste.<br />

Harmonisch ausgewogene Komposition, bei der die<br />

goldenen und rot-weißen Farbtöne überwiegen.<br />

Die leichte Untersicht deutet auf eine Hängung im<br />

oberen Teil einer Wand oder auf eine Supraporte hin.<br />

(12414752) (18)<br />

€ 3.300 - € 4.000<br />

Sistrix<br />

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374<br />

PETER JACOB HOREMANS,<br />

1700 ANTWERPEN <strong>–</strong> 1776 MÜNCHEN, ZUG.<br />

DIE RAST DER JÄGER AM BRUNNEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

47,5 x 56 cm.<br />

Ungerahmt.<br />

Vor einem Waldstück ein figürlich gestalteter Brunnen,<br />

zu dessen Stufen sich eine Frau zum Schlafen niedergelegt<br />

hat. Vor ihr ein Jäger, auf seine Flinthe gestützt,<br />

der auf sie deutet, während rechts hinten ein weiterer<br />

Jagdschütze soeben seine Flinthe abfeuert, was die<br />

schlafende Frau jedoch nicht aufzuschrecken scheint.<br />

Am Boden abgelegtes Jagdwild, wie ein Eber, Feldhase<br />

sowie Jagdhunde. Die Darstellung entbehrt<br />

nicht einer gewissen Heiterkeit, was bei Werken des<br />

Malers nicht selten ist. (1240604) (11)<br />

€ 2.500 - € 3.500<br />

Sistrix<br />

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375<br />

MALER DES 18. JAHRHUNDERTS<br />

MUSIZIERENDE IN PARKANLAGE<br />

Öl auf Holz.<br />

47 x 63 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Vor der hohen Mauer einer Parkanlage, sitzend auf<br />

antiken Gesteinsstücken, eine junge Frau in grünem<br />

Gewand mit gelb-gold glänzendem Umhang, auf einem<br />

vor ihr stehenden rechteckigen Virginal spielend, das<br />

bemalt und reich mit Gold verziert ist. Neben ihr am<br />

Boden sitzend zwei junge Frauen, eine davon ein Tambourin<br />

haltend und ganz dem Spiel zuhörend. Hinter<br />

dem Tasteninstrument ein älteres Paar, das ebenfalls<br />

ihrem Spiel lauscht. Auch die auf der hohen Mauer<br />

plastisch herausgearbeitete Figurengruppe scheint<br />

auf sie herabzuschauen, um ihrem musikalischen<br />

Spiel beizuwohnen. Links von ihr ein junger Mann und<br />

ein Hirte mit schwarzem Hut und Stock, der wohl<br />

durch die Musik angelockt zu ihr geeilt ist. Links der<br />

Mauer fällt der Blick in die weite Natur und es sind<br />

zwei Tiere des Hirten zu erkennen. Die Mauer ganz im<br />

Schatten stehend, während auf der rechten Seite auf<br />

einem Sockel eine hohe Madonnenskulptur von der<br />

Sonne zum Teil bestrahlt wird. Interessante gekonnte<br />

Darstellung mit bewusst gesetztem Licht- und Schattenspiel.<br />

Retuschen. (1241885) (18)<br />

€ 5.000 - € 7.000<br />

Sistrix<br />

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151


377<br />

JAN CAREL VAN EYCK,<br />

UM 1649 <strong>–</strong> UM 1692<br />

(ABB. RECHTS)<br />

FLÄMISCHE STADT AN EINEM ZUGEFRORENEN<br />

FLUSS MIT REICHER FIGURENSTAFFAGE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

34,5 x 67,5 cm.<br />

Rechts unten signiert „I.C.VEYCK“ und datiert „16.9“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Blick auf eine große, bis zum Horizont verlaufende<br />

Stadtmauer mit dahinterliegenden Häusern und Kirchen<br />

einer flämischen Stadt. Davor der große lange<br />

zugefrorene Fluss mit zahlreichen Figuren, diese teils<br />

mit Schlittschuhen oder zu Pferde oder mit einer Kutsche<br />

und Schlitten unterwegs. Dazu eine auf dem<br />

See aufgebaute Bühne mit einer Darstellung, die von<br />

Zuschauern verfolgt wird, des Weiteren einige Zelte<br />

und ein eingefrorenes Boot am Uferrand. Links ein<br />

steinerner Turm und davor ein Zelt mit roter Fahne mit<br />

einigen Händlern davor. Malerei, bei der die weißgraue<br />

Farbgebung überwiegt und somit die Kälte des<br />

dargestellten Wintertages vermittelt.<br />

(12221132) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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376<br />

ANGELO CAROSELLI,<br />

1585 ROM <strong>–</strong> 1652, KREIS DES<br />

BILDNIS DER LAURA DIANTI MIT EINEM<br />

MOHRENKNABEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

70 x 55 cm.<br />

Das Gemälde in aufwendig geschnitztem vergoldeten<br />

Akanthusrahmen mit bekrönendem Wappen und Zackenkrone.<br />

Laura Dianti, von der lediglich das Sterbejahr 1573 verbürgt<br />

ist, war die Geliebte von Alfonso I d‘Este, Herzog<br />

von Ferrara, nach dem Tod von dessen Gemahlin<br />

Lucrezia Borgia. Für die Kunstgeschichte bekannt<br />

geworden ist sie durch das berühmte Gemälde von<br />

Tiziano Vecellio (1485/89-1576) aus dem Jahre 1523<br />

(Privatsammlung Schweiz), in dem sie ebenfalls bereits<br />

mit einem Mohrenknaben als Pagen portraitiert<br />

wurde. Das größerformatige Gemälde von Tizian stellt<br />

sie in blauem Kleid mit gold farbenem Scherpentuch<br />

und ähnlichem Kopfputz dar, wie es auch in dem vorliegenden<br />

Gemälde zu sehen ist. Der Mohrenknabe<br />

in Tizians Bild trägt ein aufwendiger gestaltetes, gestreiftes<br />

Kostüm, die Haltung der Dame in dem vorliegenden<br />

Bild ist jedoch identisch mit dem Tizian-<br />

Gemälde. Allerdings hat, im Gegensatz zu dort, der<br />

Maler hier einen Fensterausblick hinzugefügt, der<br />

eine bergige Landschaft mit Gebäuden zeigt. Sollte<br />

sich die Zuschreibung an Caroselli bestätigen, so würde<br />

es sich bei vorliegendem Bild um eine Motivwiederholung<br />

handeln, posthum entstanden, nach dem<br />

Vorbild Tizians und wohl im Sinne einer Ferraresischen<br />

Ahnengalerie, wie dies für hochrangige Personen des<br />

Adels üblich war.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Alexander Rauch, Malerei der Hochrenaissance<br />

und des Manierismus in Rom und Mittelitalien, in:<br />

Rolf Toman (Hrsg.), Kunst der italienischen Renaissance,<br />

Köln 1994. (1221162) (3) (11)<br />

€ 4.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

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378<br />

MALER DER FLORENTINER SCHULE DES<br />

15. JAHRHUNDERTS, IN DER NACHFOLGE DES<br />

SANDRO BOTTICELLI (UM 1445 <strong>–</strong> 1510)<br />

AUFERSTEHUNG MARIENS<br />

Tempera, gefirnist, auf Nussholz.<br />

71 x 41 cm.<br />

Verso zwei Parkettierleisten.<br />

Das Tafelbild oben spitzbogig geschlossen, vom Rahmen<br />

halbrund abgedeckt, zeigt den von links ins Bild<br />

hereinragenden, steinernen Sarkophag Mariens, die<br />

Abdeckplatte abgehoben und dahinter schräg an Felssteine<br />

gelegt. Davor die kniende Gestalt des Aposteljüngers<br />

Johannes, der Kopf stark in den Nacken zurückgelegt,<br />

mit Blick nach oben, der in Wolken thronenden<br />

Madonna entgegen. Beide Hände in deutlicher Gebärdensprache<br />

erhoben. Das Innere des Sarkophages<br />

mit Blumen bewachsen: weiße Lilien und rosafarbene<br />

Nelken, florale Attribute Mariens. Der obere Bildteil<br />

gänzlich von der Marienfigur eingenommen. Sie ist<br />

frontal zum Betrachter thronend dargestellt, der Kopf<br />

leicht geneigt, die linke Hand an die Brust gelegt, umgeben<br />

von vier ganzfigurigen Engeln, die ihre Hände<br />

an den Mantel Mariens legen, beziehungsweise ein<br />

Schriftband am oberen Bildabschluss halten, mit Aufschrift<br />

„GRATIA PLENA DOMINUS TECUM“ (= voll<br />

der Gnaden, der Herr ist mit dir). Zu Füßen der Maria<br />

drei Engelsköpfe mit roten Flügeln und weißen Lilienstängeln<br />

in den Händen. Die in der Himmelszone befindlichen<br />

Figuren sämtlich über kleinen dunklen Wolkenschatten.<br />

Insgesamt ist die Farbpalette weitgehend<br />

auf die Hauptfarben Grün und Rot reduziert. Dies ist<br />

als ein den Werken des Künstlervorbildes Botticelli<br />

höchstverwandtes Stilmerkmal zu sehen. Altersbedingt<br />

restauriert und teilweise übermalt, ist der original<br />

Eindruck eines seltenen Werkes der Botticelli­<br />

Nachfolge noch gut erkennbar. Rest. (1241075) (2)<br />

(11)<br />

FLORENTINE SCHOOL, 15TH CENTURY,<br />

FOLLOWER OF SANDRO BOTTICELLI<br />

(CA. 1445 <strong>–</strong> 1510)<br />

THE RESURRECTION OF MARY<br />

Tempera, varnished on walnut.<br />

71 x 41 cm.<br />

Verso two parquetting slats.<br />

Restored.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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153


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379<br />

MALER DES 17. JAHRHUNDERTS<br />

(ABB. LINKS)<br />

Gemäldepaar<br />

HAFEN MIT ARCHITEKTURCAPRICCI UND ZAHL-<br />

REICHEN FIGUREN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

Je 42 x 63 cm.<br />

In dekorativen Prunkrahmen.<br />

Das erste Gemälde zeigt linksseitig fantasievolle Gebäude,<br />

Türme und Torbögen, meist miteinander verbunden<br />

und mit Grünpflanzen bewachsen, davor viele<br />

Figuren und zwei Pferde. Rechts der Hafen, in dem<br />

eine prächtige goldene Fregatte angelegt hat, die mit<br />

am Ufer lagernden Kisten und Bündeln beladen werden<br />

soll und weiteren Figuren; auf der bewegten See<br />

eine Fregatte mit gesetzten Segeln.<br />

Das zweite Gemälde wirkt zweigeteilt: rechts die<br />

hohe Ruine eines steinernen, mit Bäumen und Sträuchern<br />

bewachsenen Gebäudes, mit zahlreichen sie umgebenden<br />

Figuren, die einer Musikergruppe lauscht,<br />

die zum Tanz aufspielt, nach links ein Weg der zur<br />

stark bewegten See führt mit einer prachtvollen goldenen<br />

Fregatte mit Takelage. Figurenreiche Darstellungen<br />

mit vielen Details. Eines mit minimalen Farbabsplitterungen.<br />

(12404220) (18)<br />

17TH CENTURY PAINTER<br />

(ILL. LEFT)<br />

A pair of paintings<br />

HARBOUR SCENE WITH ARCHITECTURE<br />

CAPRICCIO AND NUMEROUS FIGURES<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

42 x 63 cm each.<br />

In magnificent decorative frame.<br />

One with minimal paint chips<br />

€ 13.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

380<br />

NIEDERLÄNDISCHER MALER DES<br />

AUSGEHENDEN 19. JAHRHUNDERTS<br />

(ABB. FOLGENDE SEITEN)<br />

SELTENER KOMPLETTER SATZ VON 14 KREUZ-<br />

WEGSTATIONEN IM HISTORISTISCHEN STIL<br />

DER NEOGOTIK MIT ORIGINAL ZUGEHÖRIGEN<br />

RAHMUNGEN<br />

Jeweils Öl und Vergoldung auf Kupfer.<br />

Sichtmaß: 90 x 101 cm.<br />

Mit dem selben Aufwand und akribischen Intension<br />

sind auch die einheitlichen Rahmen in Eichenholz gestaltet:<br />

Jeweils flache Außenrahmen mit Wasserschlagleiste<br />

im unteren Teil, die eine Innenrahmung<br />

mit seitlichen, schlanken, stabförmigen Säulen umfassen,<br />

Basen und Kapitelle jeweils teilvergoldet. Die<br />

oberen Ecken in maßwerkähnlicher gotisierender Einziehung,<br />

darin jeweils geschnitzte dreiblättrige vergoldete<br />

Rosette. Am Unterrand in gotischen Minuskeln<br />

Aufschriften mit jeweiliger Benennung der Kreuzwegstation.<br />

Am Oberrand Bekrönung durch einen<br />

hochsteigenden geschnitzten Rundbogen mit Dreipassmaßwerk<br />

sowie davor, plastisch hervorgehoben,<br />

ein nach unten spitzbogig gestalteter Schild mit römischer<br />

Nennung der Station. Die Außenrahmung eingefasst<br />

von einer Hohlkehle, in der erhaben geschnitzte<br />

Kreuzblüten in Vergoldung aufliegen, fortgesetzt<br />

durch Kreuzblumen in der Bekrönung, die durch ein<br />

Kreuz überhöht wird.<br />

Die Kreuzweggemälde lassen aufgrund ihres großen<br />

Formats vermuten, dass es sich um die Ausstattung<br />

eines großen Kirchenraums gehandelt haben muss.<br />

Jeweils im Querformt angelegt, hat hier ein Maler von<br />

Rang die einzelnen Szenen nach Vorbildern der niederländischen<br />

Malerei des 15. Jahrhunderts gearbeitet.<br />

Dabei kommt auch ein wesentliches Merkmal des<br />

Historismus zu tragen, welches zeigt, dass die Vorbilder<br />

im Hinblick auf noch größere Wirksamkeit überhöht<br />

wurden und die einzelnen Szenenelemente bewusst<br />

ausgewählt, womit der Begriff des Eklektizismus auch<br />

hier deutlich wird. So hat sich der Maler jeweils an<br />

den bedeutendsten und besten Vorbildern orientiert,<br />

jedoch in neue, dem 19. Jahrhundert gemäße Sichtweise<br />

gebracht. Was die Komposition der einzelnen<br />

Bilder betrifft, so wurde hier auf Raffaels (1483-1520)<br />

Harmonieverständnis reflektiert, um, im Gegensatz<br />

zur barocken Malerei, wieder eine deutliche Übersichtlichkeit<br />

von Szenen und Figuren zu erreichen. Etliche<br />

Bilderdetails wurden auch aus der frühen Renaissance-Malerei<br />

übernommen, wohingegen der die<br />

Szenen hinterfangende gemalte Goldgrund noch ganz<br />

den Altarbildern der Gotik verpflichtet ist. Hier wird<br />

jeweils ein Brokatmuster vorgeführt, das den Szenenraum<br />

hinterfängt und gleichzeitig abschließt. Auch die<br />

goldenen Nimbenscheiben sind dieser frühen Stilstufe<br />

entnommen. Als Vorbilder wären hier Rogier van<br />

der Weyden (1399-1464), Jan van Eyck (um 1390-1441)<br />

oder der frühe Hans Memling (um 1433-1494) zu nennen.<br />

(12414754) (11)<br />

DUTCH SCHOOL,<br />

LATE 19TH CENTURY<br />

(ILL. FOLLOWING PAGES)<br />

RARE COMPLETE SET OF 14 STATIONS OF THE<br />

CROSS IN HISTORICISM STYLE OF THE GOTHIC<br />

REVIVAL PERIOD IN ORIGINAL MATCHING<br />

FRAME<br />

Oil and gilding on copper each.<br />

Visible size: 90 x 101 cm.<br />

The matching oak frames are created with the same<br />

effort and meticulous intension. An artist of distinction<br />

has created these individual, landscape-format<br />

scenes after archetypes of 15th century Dutch painting.<br />

The painter has used the best and most famous<br />

examples as inspiration but has added a new, 19th<br />

century perspective to them. He took inspiration from<br />

artists such as Rogier van der Weyden (1399-1464),<br />

Jan van Eyck (ca. 1390-1441) or early works by Hans<br />

Memling (ca. 1433-1494).<br />

€ 100.000 - € 140.000<br />

Sistrix<br />

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155


CATALOGUE IV<br />

SCULPTURE & WORKS OF ART,<br />

ANTIQUITIES, CLOCKS, SILVER,<br />

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AUKTIONEN / AUCTIONS:<br />

DONNERSTAG, 24. & FREITAG, 25. SEPTEMBER 2020<br />

Besichtigung: Samstag, 19. September <strong>–</strong> Mittwoch, 23. September<br />

THURSDAY, 24 & FRIDAY, 25 SEPTEMBER 2020<br />

Exhibition: Saturday, 19 September <strong>–</strong> Wednesday, 23 September<br />

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