SOCIETY 380

Villaflora23aa

The SOCIETY winter issue has the following focuses: 30 years end of Soviet Union, focus countries Egypt and Albania, interviews with the new ambassadors of Azerbaijan, Dominican Republic, Panama and Slovenia.

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY

ECONOMY • PO L I T I C S • R E A L ESTAT E • MEDICINE • LIFE & STYLE

Nr. 380 | Dezember 2021 - Juli 2022

www.society.at | Preis 10,- Euro

FOUNDED 77 YEARS AGO

FOUND

RS AGO

MILY

FA

F

MILY

L

O W N ED

FO R

333

Y EA RS

P.B.B., Erscheinungsort, Verlagspostamt 1140, 2120

ALBANIA

On the Way to

the EU

EGYPT

A bright Outlook

into the Future

30 YEAR

ANNIVERSARY

From USSR to Russia

VIENNA

MEDICAL CENTER

Michael Zimpfer

NEW

AMBASSADORS

Azerbaijan

Dominican Republic

Panama

Slovenia

Anna Netrebko

Taste of my Life


Freude am Fahren

X7

THE

bmw.at/X7

BMW X7: von 245 kW (333 PS) bis 390 kW (530 PS), Kraftstoffverbrauch

gesamt von 7,8 l bis 12,3 l/100 km, CO 2 -Emissionen von 204 g bis 280 g CO 2 /km.

Angegebene Verbrauchs- und CO 2 -Emissionswerte ermittelt nach WLTP.

Symbolfoto


SOCIETY

Eine Ausgabe in

Zeiten des Umbruchs

SOCIETY-Herausgeberin

Gerti Tauchhammer

SOCIETY-Chefredakteurin

Tanja Tauchhammer

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig

Eigenevents

Trotz mehrerer Lockdowns ist es uns

dennoch gelungen, zwischendurch

wunderbare B2B-Events für unsere

Zielgruppen zu veranstalten. Lesen

Sie die Fotonachberichte über unser

traditionelles Gartenfest in unserem

Redaktionssitz Villa Flora, drei Junior

Diplomats Events (Summer break mit

dem Hafen Wien und der Firma 3Log,

Gartenparty in der Villa Flora mit dem

Vorstand von Welcome to Austria,

Roof Top Party mit Punsch und Glögg

im Hotel Andaz Vienna).

Russland

Das neu gegründete Forum Österreich-Russland

(FOR) veranstaltete

in der Diplomatischen Akademie

gemeinsam mit uns eine großartige

Auftaktveranstaltung zum Thema

„Russland nach den Wahlen“ die zahlreich

besucht wurde. Der Journalist

Christian Wehrschütz hat für uns

ein historisches Interview mit dem

letzten amerikanischen Botschafter

in der Sowjetunion Jack F. Matlock

gemacht, Kurt Seinitz über die Sowjetunion

und ihre Erben geschrieben

und unsere Gastautorin Hermine

Schreiberhuber hat „30 Jahre nach

dem Zerfall der Sowjetunion“ in einer

Retrospektive analysiert.

Albanien

Ein Musterschüler auf dem Weg zur

EU, so wird das Land von den Außenministern

genannt. Wir interviewten

den albanischen Botschafter S.E. Roland

Bimo und sprachen u.a. mit dem

Präsidenten der Österreichisch-Albanischen

Gesellschaft, Botschafter i.R.

Arno Riedel.

Ägypten

Ein Land im wirtschaftlichen Aufschwung

zeigt sich bei uns von einer

völlig neuen Seite. Auch als politischer

Mittler spielt es eine immer

bedeutendere Rolle in der Region.

Wir sprachen mit Botschafter S.E.

Mohamed ElMolla über Ägypten

als aufstrebende Wirtschaftsnation

Afrikas. Mein persönliches Learning

in diesen Tagen ist das bekannte Zitat

von John F. Kennedy: „Fragt nicht,

was euer Land für euch tun kann –

fragt, was ihr für euer Land tun könnt.

Meine Mitbürger in der ganzen Welt:

Fragt nicht, was Amerika für euch tun

wird, sondern fragt, was wir gemeinsam

tun können für die Freiheit des

Menschen.“

In diesem Sinne wie immer

Herzlich Ihre

Mag. Gerti Tauchhammer und

Mag. Tanja Tauchhammer

EDITORIAL

003


SOCIETY

Inhalt

Heft Nr. 380

FOKUS: PERSÖNLICHKEITEN

10 Coverstory: Anna Netrebko

SOCIETY EIGENEVENTS

16 Junior Diplomats Summer Break

18 Villa Flora Garden Party

22 Botschafterfrühstück

26 Galaevent „China-Österreich“

im Park Hyatt

29 Junior Diplomats „Glögg Party“

30 Junior Diplomats und Welcome

to Austria Garden Party

32 Forum Österreich-Russland in

der Diplomatischen Akademie

34 Wirtschaftswanderung

FOKUS: 30 JAHRE ENDE

SOWJETUNION

36 Von der Sowjetunion

nach Russland

38 Die Sowjetunion und ihre Erben

40 Interview mit Jack F. Matlock

44 Österreich-Ukraine: Wirtschaft

licher Austausch

46 Zukunftsmarkt Zentralasien

48 Eine Wachstumsregion mit

großem Potential

50 Interview mit Ismatilla Irgaschew

52 Event: 30 Jahre Zerfall

der Sowjetunion

NEW AMBASSADORS

54 Interview: S.E. Rovshan

Sadigbayli (Aserbaidschan)

56 Interview: I.E. Laura Faxas

(Dominikanische Republik)

58 Interview: S.E. Dario Chiru Ochoa

(Panama)

60 Interview: S.E. Aleksander

Gerzina (Slowenien)

DIVERSITY

62 Investitionen sind die beste

Entwicklungspolitik

63 Politisch Schwarzes

Oberösterreich

LÄNDER IM FOKUS: ÄGYPTEN

64 Länderporträt Ägypten

68 Interview: S.E. Mohamed ElMolla

72 Homestory: Ägyptische

Botschaft

74 Interview: Georg Krenn WKO

76 Interview: Ola Abdelgawad

80 Ägypten im KHM

LÄNDER IM FOKUS: ALBANIEN

84 Außenminister Michael Linhart

beim Staatsbesuch in Albanien

86 Länderporträt Albanien

90 Interview: S.E. Roland Bimo

93 Interview: Botschafter i.R.

Arno Riedel

94 Samir Mane: A unique

Success Story

96 Eine Freiwillige Feuerwehr

für Albanien

LIFE & STYLE

98 Hotel Dachsteinkönig

100 Kyrgyzstan: Adventure in Nature

104 Sustainable Tourism in Kyrgyzstan

106 Beautynews

110 Von Nussbeugel und Sissi Talern

122 Ristorante Sole

123 Moharos Vienna

GESUNDHEIT

112 Vienna Medical Center

116 Dr. Barbara Franz

118 Dr. Peter Frigo: „Ernährung bei

PCOS“

KULTUR

124 Vier Porträts besonderer

Musiker*innen

126 Oleg Ksenofontov, Russisches

Kulturinstitut Wien

127 Auszeichnung für Riccardo Muti

138 St.-Georgs-Ordenskonvent 2021

139 Weinritter

BILDUNG

132 Interview: Christoph Wiederkehr

133 FHWien der WKW

134 Danube International School

136 Amadeus International School

Vienna

DIPLOMATIE

140 PaN Events

142 Welcome to Austria

144 Ambassadors A-Z

152 Akkreditierungen bilateral

160 Österreichische

Dienststellenleiter

167 ÖGAVN

168 Events der Diplomatie

STANDARDS

3 Editorial

6 Impressum

8 Gastautoren

120 Lansky, Ganzger+partner

128 Exlibris

178 Emil Brix

INHALT

004


SOCIETY

10

112

18

127

36

22

INHALT

005


SOCIETY

FOUNDED 77 YEARS AGO

FOUND

RS AGO

FAMILY

FA

F

L

OWNED

333

FOR

Y EARS

(Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz)

Medieninhaber & Eigentümer: Tauchhammer KG 100%

(Komplementär: KR Mag. Gertrud Tauchhammer,

Kommanditist: Mag. Tanja Tauchhammer)

Unternehmensgegenstand: Herausgabe von Druckwerken

Firmenbuchnummer: FN 235924y

Firmensitz: Hüttelbergstraße 23a, 1140 Wien

Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien

UID-Nummer: ATU57082123

Chefredaktion: Mag. Tanja Tauchhammer

Sekretariat: Thomas Streicher

Redaktion: Mag. Sarah Heftberger

Mag. Hermine Schreiberhuber, Johannes Litschauer

Gastautoren: Dr. Emil Brix, Simon Inou, Mag. Valentin

Neuser, Kurt Seinitz, Dr. Rudolf Thaler, Mag. Christian

Wehrschütz

Anzeigenverkauf: Mag. Gertrud Tauchhammer

Re-Design & Layoutentwicklung: OOOM AGENCY

Art Director: Daniel Pucher / OOOM AGENCY

www.ooom.agency, www.ooom.com

Redaktionsadresse:

Villa Flora, Hüttelbergstraße 23a, 1140 Wien

Telefon +43-(0)1-914 77 44-0

E-Mail: mail@society.at

www.society.at

Fotos: Heeresbild- und Filmstelle, Richard Pobaschnig,

Ugur Karakan

Coverfoto: Vanessa Maas/Molden Verlag

Druck: Druckerei Berger, www.berger.at

Erscheinungsweise: halbjährlich

Preis pro Ausgabe: EUR 10,- zuzügl. Versandkosten

Bankverbindung: Bank Austria,

IBAN: AT35 1200 0515 7811 1601, BIC/Swift: BKAUATWW

Blattlinie: SOCIETY berichtet über Top-Ereignisse aus Wirtschaft,

Politik, Diplomatie, Immobilien, Medizin,

Gesellschaft, Lifestyle und Nachhaltigkeit („Green Society“).

Jede Ausgabe widmet sich ein bis zwei Fokusländern.

Durch die Zusammenarbeit mit der jeweiligen Botschaft

trägt SOCIETY wesentlich zur Kommunikation zwischen

Österreich und dem Fokusland bei. Es ist dadurch ein

medialer Multiplikator der Spitzenklasse in Österreich und

der ganzen Welt.

Herausgeberin: Prof. KR Mag. Gertrud Tauchhammer, in

Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für

Außenpolitik und die Vereinten Nationen (ÖGAVN),

www.oegavn.org.

SOCIETY (vormals UNO Magazin)

ist seit 77 Jahren das offizielle

Organ der Österreichischen Gesellschaft

für Außenpolitik und die

Seit 1945

Vereinten Nationen.

Präsidium:

Dr. Wolfgang Schüssel (Präsident)

Dr. Peter Jankowitsch (Vizepräsident)

Dr. Gregor Woschnagg (Vizepräsident)

Herbert Scheibner (Vizepräsident)

Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen (Vizepräsident)

Dr. Willibald Pahr (Ehrenpräsident)

Dr. Wolfgang Schallenberg (Ehrenpräsident)

Michael F. Pfeifer (Generalsekretär)

Bernd Hermann (stv. Generalsekretär)

Weitere Vorstandsmitglieder:

Dr. Alexander Christiani, Dr. Angela Kane.,

Ass.-Prof. DDr. Renate Kicker, Dr. Michael Linhart,

Dr. Eva Nowotny,

Dkfm. Dr. Karl Peterlik, Dr. Johannes Peterlik,

Dr. Gerhard Pfanzelter, Dr. Ursula Plassnik,

Dr. Hans Dietmar Schweisgut

IMPRESSUM

006


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SOCIETY

Partner

von SOCIETY

SOCIETY präsentiert in jeder Ausgabe

zahlreiche Gastautoren, die sich mit

aktuellen Themen aus Politik, Gesellschaft,

Wirtschaft und Kultur befassen.

Emil Brix ist Diplomat und Historiker und momentan als Direktor der Diplomatischen

Akademie Wien – Vienna School of International Studies tätig. Er trat 1982

in den Diplomatischen Dienst ein, seine letzten Stationen als Botschafter führten

ihn nach Großbritannien (2010-2015) und in die Russische Föderation (2015-2017).

Heute ist er Vorsitzender des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa und

Mitglied des Verwaltungsrates der Austrian Research Association. In seinem

aktuellsten Beitrag für SOCIETY beleuchtet er die Rolle von DiplomatInnen beim

Aufstieg und Niedergang von Imperien.

Hermine Schreiberhuber ist freie Journalistin in Wien. Sie studierte an den

Universitäten Wien und Paris Sprachen und Kommunikationswissenschaft, war

Redakteurin bei der APA – Austria Presse Agentur und langjährige Vizeressortleiterin

in der Außenpolitik. Für die SOCIETY-Länderschwerpunkte verfasst sie

regelmäßig politische Analysen und Hintergrundberichte. Dieses Mal gibt sie

einen historischen Überblick über die Auflösung der Sowjetunion und erzählt

von ihrer Begegnung mit dem ehemaligen Präsidenten Russlands, Boris Jelzin.

Kurt Seinitz ist seit 1974 Ressortleiter der Außenpolitik der Kronen Zeitung und

hat in dieser Funktion bereits den chinesischen Ministerpräsidenten Zhou Enlai

interviewt und sämtliche Nahostreisen des damaligen Bundeskanzlers Bruno

Kreisky begleitet. Er berichtete außerdem über den Vietnamkrieg, die iranische

Revolution und viele weitere historische Ereignisse. In der aktuellen Ausgabe

des SOCIETY Magazins schreibt er über seine persönlichen Eindrücke vom

Ende der Sowjetunion.

Fotos: Foto Nelson, SOCIETY/Pobaschnig, Diplomatische Akademie. Philipp Horak, privat, Lansky Ganzger+partner

GASTAUTOREN

008


SOCIETY

Christian Wehrschütz ist Korrespondent des ORF für den Balkan und die

Ukraine und war zuvor als Redakteur in der Außenpolitischen Redaktion des

Aktuellen Dienstes des Fernsehens, als dritter Korrespondent des ORF in Brüssel

und im Aktuellen Dienst des Hörfunks (ORF) in der Nachrichtenredaktion

tätig. Für diese Ausgabe hat er mit dem letzten US-amerikanischen Botschafter

in der Sowjetunion, Jack F. Matlock, über seine Erinnerungen an die Ereignisse

des historischen Jahres 1991 gesprochen.

Simon Inou ist Soziologe und Journalist, z. B. bei Radio Africa International. Er

engagiert sich außerdem beim Verein M-Media, der journalistische Talente mit

Migrationshintergrund fördert. Für seine Arbeit hat er zahlreiche Auszeichnungen

bekommen, u. a. von der EU. Er ist Mitherausgeber des „fresh“ Magazins der

schwarzen Bevölkerung Österreichs. Im aktuellen Beitrag für das SOCIETY Magazin

beschäftigt er sich mit den oberösterreichischen Wahlen, im Rahmen derer

erstmals fünf Personen afrikanischer Herkunft zu GemeinderätInnen gewählt

wurden.

Valentin Neuser ist Rechtsanwalt und Managing Partner bei Lansky, Ganzger,

Goeth, Frankl + partner, sowie Mediator und Head of German Desk bei LGP.

Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Insolvenzrecht sowie mit dem

Zivil- und Zivilprozessrecht. Ein weiterer Fokus seiner Arbeit liegt auf Alternativer

Streitbeilegung (ADR) und Mediation. Dieses Mal beschäftigt er sich im

Rahmen seines Gastbeitrages mit den Incoterms, die 2021 ihren 85. Geburtstag

feiern und eine wesentliche Rolle im internationalen Warenverkehr spielen.

Rudolf Thaler war viele Jahre lang für die Wirtschaftskammer Österreich tätig,

etwa als Wirtschaftsdelegierter im AußenwirtschaftsCenter Almaty mit Betreuungsbereich

Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und

Usbekistan und zuvor in Los Angeles, Kiew, Warschau, Abu Dhabi und Stockholm.

In Wien war er Regionalmanager für Afrika & Naher Osten und Süd- &

Südostasien. Im aktuellen Heft reflektiert er über 30 Jahre Unabhängigkeit der

zentralasiatischen Staaten und über das große Potential dieser Region.

GASTAUTOREN

009


SOCIETY

Anna Netrebko –

Ein Leben für die Bühne

Stillstand ist für die international gefeierte

Opernsängerin Anna Netrebko trotz

Pandemie ein Fremdwort. Im Oktober 2021

hat sie ihr erstes Kochbuch veröffentlicht,

kurz danach kam ihr neues Soloalbum

„Amata dalle tenebre“ heraus.

In „Der Geschmack meines Lebens“,

erschienen im Molden Verlag, zeichnet

sie anhand von persönlichen Lieblingsrezepten

ihre Lebensgeschichte

nach – die verschiedenen Gerichte

illustrieren die zahlreichen Stationen

ihres Werdegangs und lassen gleichzeitig

den Menschen hinter dem

gefeierten Opernstar erkennen.

Vor gut 40 Jahren stand die im vormals

sowjetischen Krasnodar am 18.

September 1971 geborene Ausnahmesängerin

zum ersten Mal alleine auf

der Bühne des Konzertsaals ihrer Heimatstadt.

„Ich sang russische Lieder,

hatte ein hübsches Kleid an und das

Publikum klatschte begeistert Beifall.

Es war ein Riesenspaß – und seither

ist mir die Bühne vertraut“, erinnert

sie sich im Buch. Von da an tourte sie

mit dem Chor der Jugendpioniere, bei

dem sie seit ihrem siebten Lebensjahr

Mitglied war, durch die ehemalige Sowjetunion.

Ihr Vater, ein Geologe und

ihre Mutter, eine Ingenieurin unterstützten

sie stets und auch mit ihrer

großen Schwester Natascha verbindet

sie seit jeher ein enges geschwisterliches

Band. Ihre Mutter beschreibt

sie in ihrem Kochbuch als „fantastische

Köchin im sowjetischen Sinn

[…]“, die sie und ihre Schwester „mit

all ihrer Liebe umsorgte.“ Erst in den

letzten Jahren entwickelte Anna Netrebko

auch selbst eine Leidenschaft

für das Kochen. „Als junge Frau hatte

ich nie wirklich den Kopf dafür, darum

habe ich von meiner Mutter leider

keine Küchengeheimnisse gelernt“,

bedauert sie. Heute ist das Kochen für

sie ein kreativer Akt, ein Ausgleich und

vor allem das anschließende Zusammenkommen

und gemeinsame Essen

mit Menschen dienen der Starsopranistin

als Kraftquelle.

HINAUS IN DIE WEITE WELT

Mit nur 16 Jahren ging Netrebko nach

St. Petersburg, um dort am renommierten

Rimski-Korsakow-Konservatorium

Gesang zu studieren. Für

ihren Traum auf der Bühne zu stehen,

absolvierte sie das herausfordernde

Trainingsprogramm der Musikhochschule:

neben dem täglichen Üben,

Trainieren und Rollen-Einstudieren

wurden Fremdsprachen, Fechten,

Tanz und Choreografie gelehrt. Kurz

nach ihrer Ankunft in der russischen

Metropole besuchte sie zum ersten

Mal eine Oper – Verdis „Otello“ – und

war sogleich verzaubert: „An diesem

Abend setzte sich in mir der Wunsch

fest, auch selbst einmal in dieser

Welt zu arbeiten“, erinnert sie sich

im Buch. Das erste Engagement ließ

dann nicht lange auf sich warten. 1993

gewann sie den Glinka-Gesangswettbewerb

in Moskau und nur ein Jahr

später debütierte sie am Mariinski-

Theater als „Susanna“ in Mozarts „Le

nozze di Figaro“.

1995 führte sie ihre außergewöhnliche

Stimme zum ersten Mal in die USA, an

die San Francisco Opera, wo sie in die

Rolle der „Ljudmila“ in Glinkas „Ruslan

und Ljudmila“ schlüpfte. Die Freiheit

und Offenheit der Menschen dort

begeisterten sie von Beginn an: „Da

war diese magische Leichtigkeit des

Fotos:Tim Osipov

PERSÖNLICHKEITEN 010


SOCIETY

Yusif Eyvazov, Anna Netrebko, Gerald Ganzger und Gerti Tauchhammer in der

Kanzlei Lansky, Ganzger+partner

Der Tenor Yusif Eyvazov besuchte mit Gattin Anna Netrebko das SOCIETY-

Event anlässlich der Premiere von „Il trovatore“ in der Wiener Staatsoper

Die Opernsängerin sagte ein paar eröffnende Worte anlässlich der Pop-up

Ausstellung von Starfotograf Michael Pöhn

Seins: Alle waren schön und bunt angezogen

und zelebrierten ihre Freude

an der Sinnlichkeit – das gefiel mir

auch“, blickt sie zurück.

Bald sang sie auf den wichtigsten

(Opern-)bühnen dieser Welt, so etwa

auf jener der Salzburger Festspiele, wo

sie 1997 im Rahmen eines Gastspiels

des Mariinskij-Theaters als Blumenmädchen

in Klingsors Zaubergarten

(Richard Wagner, „Parsifal“) debütierte.

Als sie dann 2002 eben dort als „Donna

Anna“ in Mozarts „Don Giovanni“

auftrat, besiegelte sie endgültig ihren

Status als Weltstar. „Salzburg war von

Anfang an umwerfend; so viel Kultur,

so viel Musik. Aufregend, verrückt!“,

schwärmt sie in „Der Geschmack meines

Lebens“ über die Mozartstadt.

Mit der Veröffentlichung ihres Soloalbums

„The Woman: The Voice“

2004, wurde sie außerdem zu einem

wahren Popstar der Opernszene. Im

gleichen Jahr verbrachte sie zwei

Monate im „Big Apple“, wo sie an der

Metropolitan Opera die „Musetta“ in

Puccinis „La Bohème“ sang. Heute

ist New York eine ihrer Heimatstädte,

mit der sie, wie sie selbst sagt, einiges

gemeinsam hat: „Auch ich mag nicht

stillstehen, muss mich vorwärtsbewegen.

Ich mag es nicht, immer wieder

das Gleiche zu machen – ich muss

Neues, Unbekanntes erforschen.“

Dieser unbändige Tatendrang, gepaart

mit außergewöhnlicher Disziplin

und einer unverwechselbaren

Stimme brachten ihr bereits zahlreiche

Ehrungen, Auszeichnungen und

Preise ein. 2005 erhielt sie etwa den

russischen Staatspreis, 2007 wurde

sie sogar als erste Klassikkünstlerin

überhaupt in die TIME Liste der 100

einflussreichsten Menschen der Welt

aufgenommen. In die beeindruckende

Liste reihen sich außerdem vier

Grammy-Nominierungen, Classic

Brit Awards als „Singer of the Year”

sowie als “Female Artist of the Year”,

der deutsche Bambi in der Kategorie

Klassik und seit kurzem auch der als

„Nobelpreis für Musik“ bekannte Polar

Music Prize for Classical Music. „Wenn

Anna Netrebko auftritt, ist es unmöglich

wegzuschauen“, so begründete

die Jury ihre Entscheidung. Seit 2017

trägt sie außerdem den illustren Titel

„Kammersängerin“, der ihr im Rahmen

einer Feier in der Wiener Staatsoper

verliehen wurde.

FAMILIENVERBUNDENER

WELTSTAR

Fulminante Auftritte, auch außerhalb

internationaler Opernhäuser, trugen

und tragen weiter zu ihrem Starstatus

bei: So zum Beispiel ihre Show auf der

Berliner Waldbühne gemeinsam mit

den Operngranden Rolando Villazón

und Plácido Domingo anlässlich der

Fußball-WM 2006 oder ihre Performance

im Zuge der Eröffnung der

Olympischen Winterspiele 2014 in

Sotschi.

Um Kraft für die vielen Engagements

und Darbietungen zu tanken, verbringt

die Sopranistin gerne Zeit mit

ihrem Mann, dem aserbaidschanischen

Tenor Yusif Eyvazov und ihrem

Sohn Tiago: „Meine Batterien lade ich

auf, indem ich zu Hause bin, Zeit mit

meiner Familie und mit meinen Freunden

verbringe.“ Vor allem gutes Essen

spielt hier ebenfalls eine wesentliche

Rolle für sie: „Singen hat auch sehr viel

Fotos:Tim Osipov, Helga Auer

PERSÖNLICHKEITEN

012


SOCIETY

Die Starsopranistin liebt Pasta: „Ich esse jeden Tag Pasta wenn ich in Italien

bin – da kann ich mich eingraben.“

Anna Netrebko als selbstbewusste Schülerin in Krasnodar, 1987. Damals entstand

der Wunsch, einmal auf der Bühne zu stehen.

mit dem Kopf zu tun, mit absoluter

Konzentration auf die künstlerische

Aufgabe. Und: Singen kostet Kraft. Als

Sängerin muss man daher gut essen.“

Die Intensität, mit der sie ihre Rollen

interpretiert, ist jedenfalls unvergleichlich,

ihre kraftvolle, vielseitige

Stimme spektakulär. Die Neue Zürcher

Zeitung bezeichnete Netrebko

nach einem Auftritt bei den Salzburger

Festspielen als die „wohl einzig

verbliebene Primadonna assoluta

unserer Zeit“, Anthony Tommasini von

der New York Times schrieb einmal

über Netrebko, dass sie eine „absolute

Star-Sopranistin im besten Sinne“

sei, „mit einer charismatischen Ausdrucksstärke,

die in jedem Moment

ihres Auftritts erkennbar wird.“

Und auch der Tagesspiegel (Berlin)

sparte im März 2020 nicht mit Lob:

„Wie sie mühelos weiteste Melodiebögen

spannt, wie virtuos sie Töne

anschwellen und dann wieder zurücknehmen

kann, mit welcher Selbstsicherheit

sie im feinsten Pianissimo

einsetzt, das ist derzeit unerreicht.“

Netrebko ist eine Kosmopolitin, sie

hat Wohnungen in Sankt Petersburg,

New York und Wien, pendelt zwischen

den Bühnen der Welt, zwischen großen

Werken und gefeierten Rollen.

Die meiste Zeit verbringt die Sängerin,

die seit 2006 die österreichische

Staatsbürgerschaft besitzt, aber momentan

in Wien. „Wien liebe ich! Ich

glaube, die Stadt ist auf dieser Welt

einer der besten Plätze zum Leben –

wenn nicht der beste“, schwärmt sie.

Neben all ihren Engagements setzt

sie sich auch für benachteiligte Kinder

ein und unterstützt unter anderem

die SOS-Kinderdörfer und die Russian

Children’s Welfare Society.

Nach fünf Jahren Pause und am

Höhepunkt ihres Könnens, veröffentlichte

Netrebko im November 2021

erstmals wieder ein klassisches Soloalbum

– „Amata dalle tenebre“ heißt

es und beinhaltet nicht nur ikonische

Sopran-Arien sondern auch einige

ihrer persönlichen Lieblingslieder. Das

Album ist abermals ein Beweis dafür,

dass Anna Netrebko eine der maßgeblichen

Opernsängerinnen unserer

Zeit ist, deren Stimme die Opernwelt

und darüber hinaus noch lange begeistern

wird.

Der Geschmack meines Lebens

Anna Netrebko

Molden Verlag

Fotos: Anna Netrebko

PERSÖNLICHKEITEN

014


Neuer Gourmet-Hotspot in

der Wiener City: A World of

Delicious Food

Wien hat eine neue Adresse für anspruchsvolle

Genießer: „A World of

Delicious Food“ in der Himmelpfortgasse

13 in der Wiener Innenstadt.

Der Feinkostladen der Trabitsch

Business Group residiert im eleganten

historischen Stadtpalais Erdödy-Fürstenberg

und beeindruckt mit seinem

exklusiven Sortiment. „Jedes einzelne

unserer Produkte haben wir selbst ausgewählt.

Dabei spielte nicht nur Qualität,

sondern auch Nachhaltigkeit eine

wichtige Rolle“, betont Christian Wolf,

International Sales Manager bei Luxxury

Food Solutions, einem Tochterunternehmen

der Trabitsch Business Group.

„Jedes Produkt erzählt seine eigene

Geschichte“, so Christoph Folliot Crenneville,

Store- und Salesmanager.

Ein Hauch von britischem Adel

Besonders stolz ist man, das englische

Traditionshaus Fortnum & Mason

aus London als Major Brand dabeizuhaben.

„Das berühmte Luxus-Warenhaus

im Zentrum von London

wurde 1707 gegründet und hat sich

auch als britischer Hoflieferant einen

Namen gemacht. Von dort erhalten wir

wunderbare Produkte, die einen Hauch

von britischem Adel verbreiten“, freut

sich Christian Wolf. So findet man im

Delikatessenladen Tee, Kekse, Marmelade

und Teezubehör. Eben alles,

was man für eine authentische tea

time benötigt. Aber auch Minzsauce,

Cranberrysauce, Spezialitätenreis und

andere Produkte der edlen Marke. „Es

sind ausschließlich hochwertigste

Erzeugnisse, die von kleinen Manufakturen

exklusiv für Fortnum & Mason

hergestellt werden. Nicht Masse,

sondern Klasse ist das Thema“, ergänzt

Christoph Folliot Crenneville. Wie auch

die Queen schätzt der Feinkost-Experte

den italienischen Aceto Balsamico,

der ebenso hier erhältlich ist.

Stilvoller Treffpunkt für Genießer

Auf 160 m2 erstreckt sich der Genusshimmel.

Das Einrichtungskonzept

spiegelt die Eleganz des historischen

Palais mit seinen wunderschönen Gewölbe-Strukturen

wider. Interieur im

angesagten Industrial Chic sorgt für

spannende Akzente. Viele der köstlichen

Verlockungen stehen direkt vor

Ort zur Verkostung zur Verfügung. Es

ist viel mehr als nur ein Geschäft für

Feinkost aus aller Welt. Es umfasst

Verkostungen, Kleinevents, Weihnachts-

und Ostermärkte, für die der

unter Denkmalsschutz stehende ehemalige

Stall sowie der wunderschöne

Innenhof genutzt werden können.

A World of Delicious Food

Luxxury Food Solutions GmbH, Trabitsch

Business Group

Stadtpalais Erdödy-Fürstenberg

Himmelpfortgasse 13, 1010 Wien

Tel: +43 1 512 08 54

shop@trabitsch-worldoffood.com

www.trabitsch-worldoffood.com


SOCIETY

SOCIETY, 3LOG

und Hafen Wien:

Junior Diplomats

Summer Break

Mag. Gertrud Tauchhammer, Herausgeberin

des SOCIETY Magazins, Thomas Kopp, CEO

& Gründer von 3LOG, Michael Habel, Senior

Sales Manager bei 3LOG, und Hafen Wien

GmbH luden zu einer Junior Diplomats

Summer Break-Veranstaltung auf dem

Donau-Dampfschiff MS Eisvogel ein.

Nach einer kurzen Zusammenkunft,

inklusive eines kleinen Umtrunkes,

genossen diplomatische Stellvertreter,

Botschaftssekretäre und anderes

diplomatisches Personal aus Afghanistan,

Belarus, der Dominikanischen

Republik, Frankreich, Ghana, dem Iran,

Kolumbien, Malta, Nepal, Panama,

sowie aus Paraguay, Rumänien, Saudi

Arabien und den USA, eine idyllische

Donaurundfahrt.

Diese nahm ihren Anfang im Herzen

der Wiener Häfen, dem Hafenbecken

Freudenau, und machte sich, im

Anschluss an die Durchquerung der

Hafenausfahrt, auf in Richtung des

Ölhafens Lobau, der seinen Namen

den Ölkonzernen zu verdanken hat,

die sich entlang des Hafens angesiedelt

haben. In Folge wurde noch beim

Hafen Albern Halt gemacht, um unter

anderem das Schwergutladungszentrum

und dessen fünf gewaltige

Getreidespeicher zu besichtigen.

Nach einer, aufgrund der COVID-19

Einschränkungen, langen Pause

ohne Veranstaltungen, konnten sich

die jungen Diplomat*innen endlich

wieder treffen, um sich über ihre

Arbeit und Erfahrungen in Österreich

auszutauschen und die Gelegenheit

zu nutzen, im Zuge eines international

geprägten Events mit Kolleg*innen

aus der ganzen Welt intensiv Kontakte

zu knüpfen.

SOCIETY, 3LOG

and Hafen Wien:

Summer Break Event

Mag. Gertrud Tauchhammer, Publisher

of SOCIETY Magazine, Thomas

Kopp, CEO & Founder of 3LOG,

Michael Habel, Senior Sales Manager

3LOG and Hafen Wien invited to a Junior

Diplomats Summer Break Event

on the Danube steamer MS Eisvogel.

After a short get together with

welcome drinks, deputies, ministers,

diplomatic secretaries and other

diplomatic staff from Afghanistan,

Belarus, Dominican Republic, France,

Ghana, Iran, Colombia, Malta, Nepal,

Panama, Paraguay, Romania, Saudi

Arabia and the USA (alphabetical order)

enjoyed a unique roundtrip starting

from the heart of Vienna’s port, at

Hafenbecken Freudenau. After crossing

the harbour gate (Hafentor Freudenau),

the tour led towards Ölhafen

Lobau, past the offices of a number

of oil companies. Then, we visited the

Hafen Albern with its heavy-lift centre

and its five impressive grain silos. After

a long period without events due

to COVID-19 restrictions, the young

diplomats enjoyed networking and

exchanging ideas and experiences,

all in accordance with the 3G rule.

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig

EVENTS

016


SOCIETY

Die teilnehmenden Junior Diplomats sowie Organisatoren Gerti und Tanja Tauchhammer, Thomas Kopp (3Log) und Dieter Pietschmann (Hafen Wien) vor der MS Eisvogel

Junior Diplomat der US Mission, Miriana Djurdjevic, mit 3Log-CEO,

Thomas Kopp

Inès Baudouin, Mahault Bernard und Billie Bazin von der französischen

Botschaft genossen den Ausflug auf der Donau

Gertrud Tauchhammer, Tanja Tauchhammer und 3Log CEO Thomas Kopp

hießen die Junior Diplomats an Bord der MS Eisvogel willkommen

Daumen hoch gab es für den tollen Ausblick auf das Freudenauer Hafenbecken

von Dhananjay Mehta (Nepal) und diplomatischer Kollegin

EVENTS

017


SOCIETY

SOCIETY-Gartenparty

in der Villa Flora

Zum feierlichen Anlass der Publikation der neuen Sommerausgabe

des SOCIETY Magazins sowie zur Begrüßung der

neuen Botschafter*innen in Österreich, lud SOCIETY Herausgeberin

Mag. Gertrud Tauchhammer zu ihrer traditionellen

Gartenparty in den Garten der Villa Flora ein.

Nach der Begrüßungsansprache durch

den Gesandten und stellvertretenden

Abteilungsleiter der Protokollabteilung

im Ministerium für europäische und

internationale Angelegenheiten, Mag.

Bernhard Faustenhammer, übernahm

Dr. Adrian Hollaender die Moderation

des Abends. Schließlich wurden die

neuen Botschafter*innen vorgestellt:

I.E. Manizha Bakhtari (Afghanistan), S.E.

Muhammad Abdul Muhith (Bangladesch),

S.E. Andrei Dapkiunas, vertreten

durch den stellvertretenden

Missionschef und Botschaftsrat Andrei

Lozovik (Belarus), I.E. Belén Constanza

Sapag Muñoz de la Peña (Chile), S.E.

Mohamed ElMolla, vertreten durch

den Chargé d’Affaires a.i. Hazem Zaki

(Ägypten), S.E. Philbert Abaka Johnson

(Ghana), S.E. Suleiman Dauda Umar

(Nigeria), S.E. Dario Ernesto Chiru

Ochoa (Panama), S.E. Abat Fayzullaev

(Usbekistan) und S.E. Trung-Kien

Nguyen (Vietnam). Die Botschafter*innen

erhielten im Zuge der Feierlichkeiten

auch ein spezielles Geschenk,

welches ihnen von Mag. Gertrud und

Mag. Tanja Tauchhammer überreicht

wurde. Anschließend wurde die neue

Sommerausgabe des SOCIETY Magazins

von Mag. Gertrud und Mag. Tanja

Tauchhammer, zusammen mit den

Gastautoren Kurt Seinitz und Hermine

Schreiberhuber, offiziell enthüllt.

Musikalisch untermalt wurde der

Abend durch den italienischen

Opernsänger Alessandro Lora, der

seine neue, dem 100. Todestag des

legendären Opernsängers Enrico

Caruso gewidmete, CD „Hommage à

Caruso“ den Gästen der Gartenparty

vorstellte. Ebenfalls anwesend waren

die Botschafter Indiens, S.E. Jaideep

Mazumdar, Israels, S.E. Mordechai

Rodgold, des Kosovos, S.E. Lulzim

Pllana, Litauens, S.E. Donatas Kušlys

und Palästinas, S.E. Salah Abdel-Shafi,

sowie der Chargé d’Affaires der USA,

Mario Mesquita.

Weiters möchten wir unseren Sponsoren

herzlichst danken, ohne die diese

Zusammenkunft wohl nicht möglich

gewesen wäre: Botschaft von Usbekistan,

Weingut Leo Hillinger, Schlumberger

Sekt, Trabitsch Catering, Teekanne,

Lux Spirits und Grand Hotel Wien.

SOCIETY Garden

Party at Villa Flora

To celebrate the new summer issue

of SOCIETY Magazine, as well as to

welcome the new Ambassadors to

Austria, SOCIETY publisher Mag. Gertrud

Tauchhammer invited to a party

at her beautiful garden.

Moderator Dr. Adrian Hollaender

was the guide of the evening and

introduced the new Ambassadors

to Austria, after a welcome address

by Mag. Bernhard Faustenhammer,

Deputy Chief of Protocol of the

Federal Ministry for European and

International Affairs. The new Ambassadors:

H.E. Manizha Bakhtari

(Afghanistan), H.E. Muhammad Abdul

Muhith (Bangladesh), H.E. Andrei

Dapkiunas, represented by the Deputy

Head of Mission Andrei Lozovik

(Belarus), H.E. Belén Constanza

Sapag Muñoz de la Peña (Chile),

H.E. Mohamed ElMolla, represented

by Chargé d’Affaires a.i. Hazem Zaki

(Egypt), H.E. Philbert Abaka Johnson

(Ghana), H.E. Suleiman Dauda Umar

EVENTS

018


SOCIETY

Adrian Hollaender, Belen Sapag, Manizha Bakhtari, Muhammad Abdul Muhith, Andrei Lozovik, Hazem Zaki, Tanja und Gerti Tauchhammer, Gesandter Bernhard

Faustenhammer, Philbert Abaka Johnson, Suleiman Dauda Umar, Dario Ernesto Chiru Ochoa , Abat Fayzullaev und Nguyen Trung Kien

(Nigeria), H.E. Dario Ernesto Chiru

Ochoa (Panama), H.E. Abat Fayzullaev

(Uzbekistan) and H.E. Trung-Kien

Nguyen (Vietnam) received a special

gift, which was presented to them

by Mag. Gertrud and Mag. Tanja

Tauchhammer. Afterwards, the new

summer issue of SOCIETY Magazin

was revealed. The Italian opera singer

Alessandro Lora was the musical

star of the evening. He presented his

new CD „Hommage à Caruso”, which

was dedicated to the 100th death

anniversary of the famous opera

singer Enrico Caruso. Among the

numerous guests were the Ambassadors

of India, H.E. Jaideep Mazumdar,

Israel, H.E. Mordechai Rodgold,

Kosovo, H.E. Lulzim Pllana, Lithuania,

H.E. Donatas Kušlys, Palestine,

H.E. Salah Abdel-Shafi and the new

Chargé d’Affaires of the USA, Mario

Mesquita. We would like to thank our

sponsors of the evening: the Embassy

of Uzbekistan, Weingut Leo Hillinger,

Schlumberger Sekt, Trabitsch

Catering, Teekanne, Lux Spirits and

Grand Hotel Wien.

Hermine Schreiberhuber, Kurt Seinitz, Gertrud und Tanja Tauchhammer sowie Adrian Hollaender bei der

Enthüllung der neuen SOCIETY Ausgabe

Gerti Tauchhammer begrüßt den Chargé d‘Affaires der US-Botschaft in Wien, Mario Mesquita und Alexandra

McKnight im Garten der Villa Flora

EVENTS

019


SOCIETY

Der Botschafter von Vietnam, S.E. Nguyen Trung Kien und sein Kollege, S.E.

Kang Il Choe (DVR-Korea)

HK Wolfgang Meixner, S.E. Donatas Kuslys (Litauen), Gerti Tauchhammer, S.E.

Mordechai Rodgold (Israel) und S.E. Akira Mizutani (Japan)

Helene von Damm (US Botschafterin a.D.), Pepi Höchtl umringt von zwei

charmanten Damen und Peter Silvester Lehner

Die Gäste genossen die enstpannte Atmosphäre im Garten der Villa Flora,

die sich perfekt zum Networken anbot

Tanja Tauchhammer und S.E. Abat Fayzullaev (Usbekistan) mit einem traditionellen

Guglhupf vom Grand Hotel Wien

Dagmar Aigner, Ernst Hrabalek, Gergely Szücs und Anna Convalexius beim

entspannten Plaudern

Elena Kirtcheva (Botschafterin a.D.) und Musiker Stefan Kamilarov mit der

neuen SOCIETY-Sommerausgabe

Gerti Tauchhammer, umringt von Gästen aus der Welt der Musik: Pavel Kolgatin

mit Sohn und Gattin, Luca Berndl, Susanna Chakhoian und Alfred Praus

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig/Karakan

EVENTS

020


SOCIETY

Chargé d‘Affaires Olga Narnicka (Lettland) und PaN-Präsident Hermann

Mückler genossen den Sekt von Schlumberger

S.E. Philbert Abaka Johnson (Ghana), HK Wolfgang Meixner und S.E. Dario

Ernesto Chiru Ochoa (Panama)

Georg Zanger (ACBA) und SOCIETY-Gastautor Kurt Seinitz unterhielten sich

prächtig

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SOCIETY

SOCIETY

Botschafterfrühstück:

„China Quo Vadis?“

SOCIETY Magazin Herausgeberin Gertrud

Tauchhammer und Tanja Tauchhammer luden

in Kooperation mit der Austrian Chinese

Business Association anlässlich des 50-Jahre

Jubiläums der diplomatischen Beziehungen

zwischen Österreich und China zu einem Botschafterfrühstück

in das Hotel Bristol ein.

Neben dem chinesischen Botschafter

S.E. Li Xiaosi, der eine einleitende

Keynote Ansprache zum Thema

„China Quo Vadis?“ hielt, nahmen der

erste Wiener Landtagspräsident Ernst

Woller und der Präsident des Sozialdemokratischen

Wirtschaftsverbandes

Österreich, Dr. Christoph Matznetter,

auf dem Podium Platz. Die Diskussion

moderierte der Buchautor und Bürgermeister

a.D. von Wiener Neustadt,

Bernhard Müller.

Die Gäste, unter denen sich u.a. der

Botschafter Ägyptens, S.E. Mohamed

ElMolla, die Botschafterin von

Afghanistan, I.E. Manizha Bakhtari, der

Botschafter der Liga der Arabischen

Staaten, S.E. Samir Koubaa, die Botschafterin

Chiles, I.E. Belén Constanza

Sapag Muñoz de la Peña, der Botschafter

von Indien, S.E. Jaideep Mazumdar,

der Botschafter Luxemburgs,

S.E. Marc Ungeheuer, der Botschafter

von Nordmazedonien, S.E. Nenad

Kolev, Bundesminister a.D., Dr. Werner

Fasslabend und der Referatsleiter für

UNESCO-Angelegenheiten im BMEIA,

Dr. Ernst-Peter Brezovszky fanden,

lauschten gespannt den informativen

und hochinteressanten Beiträgen

der Vortragenden und genossen das

köstliche Frühstück des Hotels Bristol

Wien.

SOCIETY Ambassador’s

Breakfast:

„China Quo Vadis?”

On the occasion of the 50th anniversary

of diplomatic relations between

Austria and the People’s Republic of

China, Mag. Gertrud Tauchhammer,

publisher of SOCIETY Magazine, and

editor-in-chief Mag. Tanja Tauchhammer

invited to an Ambassador’s

Breakfast at the Hotel Bristol Vienna,

with a keynote speech by the Chinese

Ambassador H.E. Li Xiaosi, titled

“China Quo Vadis?”

Among the guests were H.E. Mohamed

ElMolla (Egypt), H.E. Manizha

Bakhtari (Afghanistan), H.E. Samir

Koubaa (Arab League) H.E. Belén

Constanza Sapag Muñoz de la Peña

(Chile), H.E. Jaideep Mazumdar

(India), H.E. Marc Ungeheuer (Luxembourg),

H.E. Nenad Kolev (North Macedonia)

and former Federal Minister

Dr. Werner Fasslabend, as well as the

Head of UNESCO Unit, MFA Dr. Ernst-

Peter Brezovszky.

EVENTS

022


SOCIETY

Christoph Matznetter, Georg Zanger, Ernst Woller, S.E. Li Xiaosi, Gerti Tauchhammer, Bernhard Müller und Florian Macho beim Anschneiden der Chinesisch-

Österreichischen Freundschaftstorte

S.E. Li Xiaosi (China) mit Gerti Tauchhammer und S.E. Jaideep Mazumdar

(Indien)

SOCIETY-Chefredakteurin Tanja Tauchhammer und PaN-Generalsekretär

Walter Gerbautz

Gerti Tauchhammer, I.E. Manizha Bakhtari, 1. Wiener Landtagspräsident Ernst

Woller und S.E. Li Xiaosi (China)

Botschafter und Leiter der UNESCO Abteilung des BMEIA, Dr. Ernst-Peter

Brezovszky war auch unter den Gästen

EVENTS

023


SOCIETY

Harvey Dzodin ergriff das Wort, um einige Fragen an den chinesischen Botschafter zu richten

1. Wiener Landtagspräsident Ernst Woller sprach über die Bedeutung Chinas

für Österreich

Christoph Matznetter, Vizepräsident der WKO betonte die fruchtbare wirtschaftliche

Zusammenarbeit mit der Volksrepublik

Florian Macho und Christian Machowetz lauschten gebannt dem Vortrag des

chinesischen Botschafters Li Xiaosi

Der HK von Botswana, Harald Meixner, wandte das Wort an den chinesischen

Botschafter

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig

EVENTS

024


Check-Up an der Privatklinik Confraternität

Medizinische Vorsorge ist wichtig – speziell auch in Corona-Zeiten

Vorsorgeuntersuchungen sind die beste Maßnahme,

um Krankheiten und ihre Vorstufen frühzeitig zu

erkennen. Spätestens ab 40 Jahren sind regelmäßige

medizinische Check-Ups angeraten; je

fortgeschrittener das Alter, desto kürzer sollten

die Untersuchungsintervalle sein.

Auch in Zeiten von COVID-19 bietet das Vorsorgezentrum der

Privatklinik Confraternität Ihnen rasche Terminvereinbarung für

diverse maßgeschneiderte Vorsorgemodule und sorgt durch

strikte Sicherheitsregelungen und Hygienemaßnahmen für

Ihre persönliche Sicherheit.

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Lockdown-Aufarbeitung zu Verfügung.

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Zusammenarbeit unserer Fachärzt*innen. Aufgrund

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Untersuchungen können Sie bei uns Ihr Vorsorgeprogramm

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gewählten Modulen schon innerhalb

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Im Vorsorgezentrum der Privatklinik Confraternität bieten

Expert*innen folgende Vorsorgemodule:

Vorsorge Kompakt

Basismodul

Modul „Gesunder Mann“

Modul „Gesunde Frau“

Modul „Gesundes Herz“

Modul „Gesunde Lunge“

Modul „Gesundes Auge“

Modul „Gehör und Gleichgewicht (HNO)“

Modul „Neurologie und Schlaganfallvorsorge I & II“

Modul „Gelenke und Bewegung“

Modul „Gesunde Haut“

Modul „Gesunder Darm“

Modul „Zahnvorsorge I & II“

Modul „Diagnostik-Paket I & II“

Detaillierte Informationen und Terminvereinbarung unter: www.privatklinik-confraternitaet.at/de/medizinische-leistungen/vorsorge

Privatklinik Confraternität • Skodagasse 32 • 1080 Wien, Austria • T: +43 1 401 14-0 • info@confraternitaet.at • www.confraternitaet.at

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SOCIETY

SOCIETY Galaevent:

50 Jahre diplomatische

Beziehungen China-

Österreich

Anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums der diplomatischen

Beziehungen zwischen Österreich

und China luden SOCIETY-Herausgeberin

Mag. Gertrud Tauchhammer und Chefredakteurin

Mag. Tanja Tauchhammer, in Kooperation

mit Steinway & Sons, zu einem Galaevent

in das Hotel Park Hyatt Wien ein.

Nach den einführenden Worten der

Gastgeberin Gertrud Tauchhammer

begrüßten der Leiter des Protokolls

des Außenministeriums, Botschafter

S.E. Enno Drofenik und der Botschafter

Chinas, S.E. Li Xiaosi, die Gäste

zum Galaabend unter dem Motto

“Völkerverbindung China-Österreich

durch die universelle Sprache der Musik”.

Dr. Ernst-Peter Brezovszky, Leiter

der UNESCO-Abteilung des Außenministeriums,

moderierte den Abend, im

Laufe dessen zahlreiche musikalische

Highlights präsentiert wurden.

Clement Caseau, General Manager

von Steinway & Sons, stellte den

Spirio Flügel, einen hochauflösenden

Selbstspieler, vor auf dem anschließend

das vom chinesischen Star-Pianisten

Lang Lang und seiner Partnerin

Gina Alice Redlinger eingespielte

Stück „Bunte Wolken folgen dem

Mond“ erklang. Dr. Adrian Holleander,

Inhaber der Künstleragentur Hollaender-Calix

kündigte dann die Auftritte

der Künstler*innen Xin Wang (Sopran),

Niels Muus (Piano) und Petra

Hollaender-Pogády (Piano) an.

Der Abend wurde von kulinarischen

Köstlichkeiten des Hotels Park Hyatt

Vienna begleitet und fand mit einem

süßen Giveaway der Traditionsconfiserie

Heindl seinen perfekten

Abschluss.

50 Years of

Diplomatic Relations

between China

and Austria

On the occasion of the 50th anniversary

of diplomatic relations

between Austria and China, Mag.

Gertrud Tauchhammer, publisher of

the SOCIETY Magazine and editorin-chief

Mag. Tanja Tauchhammer, in

cooperation with Steinway & Sons,

invited to a gala event at the Hotel

Park Hyatt Vienna under the motto

“Bringing people together through

the power of music”. After the welcoming

words by host Gertrud Tauchhammer,

the chief of protocol of the

Ministry of Foreign Affairs, Ambassador

H.E. Enno Drofenik and the

Ambassador of China, H.E. Li Xiaosi,

held a short speech. Dr. Ernst-Peter

Brezovszky, Head of UNESCO

Unit, MFA was the moderator of the

evening, which was filled with outstanding

musical performances by

Chinese star pianist Lang Lang and

his partner as well as the musicians

Xin Wang (soprano) and Petra Hollaender-Pogády

(piano).

EVENTS

026


SOCIETY

Clement Caseau (Steinway and Sons), Petra Hollaender-Pogády, Adrian Hollaender, S.E. Li Xiaosi (China), Pianist Niels Muus, Gerti Tauchhammer und

Sopranistin Xin Wang

Gerhard Giarolli, Brigitta Wolf und Rolf Thaler genossen die stimmungsvolle

Atmosphäre

Günter und Gabriele Hurt (OSZE USA) und Gabriele Herberstein posierten

für die Kamera

Angel Sanchez-Baltanas (OSZE Spanien) unterhielt sich mit den Gästen

Dagmar Aigner (ORF) mit Franz Kohl (Heindl Konfiserie) und Rolf Thaler

EVENTS

027


SOCIETY

Botschafter Enno Drofenik hielt die Eröffnungsrede, umringt von Gertrud und

Tanja Tauchhammer

Helga Thurnherr mit Anna Convalexius, im Hintergrund das Ehepaar Ellert

Georg Zanger, Xin Wang, Ernst-Peter Brezovszky, Adrian und Petra Hollaender,

S.E. Li Xiaosi, Niels Muus, Gerti Tauchhammer, S.E. Enno Drofenik

Gerti Tauchhammer, S.E. Li Xiaosi, Sarah Heftberger, Tanja Tauchhammer,

Ernst-Peter Brezovszky

Georg Zanger und S.E. Abbas Bagherpour (Iran) folgten gespannt dem Geschehen

auf der Bühne

Ernst-Peter Brezovszky, S.E. Enno Drofenik und S.E. Li Xiaosi lauschten gebannt

den musikalischen Darbietungen

Der prachtvolle Grand Salon des Park Hyatt war das perfekte Ambiente für die

Veranstaltung

Pianist Niels Muus begleitete Sopranistin Xin Wang auf dem Spirio Flügel von

Steinway and Sons

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig

EVENTS

028


SOCIETY

Marketa Zahradnickova (Czech Rep.) Frantisek

Kadavy and Marian Kukucka (Slovakia)

Tom from the US-mission with Magzhan Serikkhanuly and spouse Diana Serikkhan (Kazakhstan)

Mohamed Amr Hanafy (Egypt), Jonas Narkeliunas,

Gabija Luksaite (Lithuania), Aadela Melati Ahmad

Termizi (Malaysia) and Saida Bajja (Morocco)

The junior diplomats of Colombia, Spain and the

US, Czech Republic and Slovakia having fun

Victor Ramirez and Jancer Fermin , Aadela Melati Ahmad Termizi and Tanja Tauchhammer

Gerti Tauchhammer speaking with Mårten Frankby

Junior Diplomats Open Air

Glögg and Punch Party

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig

Mag. Gertrud Tauchhammer und

Mag. Tanja Tauchhammer luden zu einer

Junior Diplomats Open Air Glögg

und Punsch Party für StellvertreterInnen,

BotschaftsrätInnen, BotschaftssekretärInnen,

andere diplomatische

Angestellte und Begleitung in die

Aurora Rooftop Bar des Andaz Vienna

Am Belvedere – Hyatt mit Blick über

Wien ein.

Maroni, Glögg und Punsch rundeten

den gemütlichen Abend ab, den die

internationalen Gäste zum Austausch

und Kennenlernen nutzten.

Mag. Gertrud Tauchhammer and

Mag. Tanja Tauchhammer invited to a

Junior Diplomats Open Air Glögg and

Punch Party for deputies, ministers,

diplomatic secretaries and other diplomatic

staff and spouses at the Aurora

Rooftop Bar of the Andaz Vienna

Am Belvedere – Hyatt with a 360-degree

view of Vienna. Chestnuts, glögg

and punch completed the special evening,

which the international guests

used to get to know their colleagues

and exchange their experiences.

EVENTS

029


SOCIETY

Tanja Tauchhammer, Lin Maung Maung, Nyein Nyein und Myat Myintu (Myanmar) mit Gertrud Tauchhammer

Gartenparty: WA –

Junior Diplomats

Mag. Gertrud Tauchhammer, Herausgeberin

des SOCIETY Magazins und Mag. Tanja

Tauchhammer, Chefredakteurin, luden zum

Welcome to Austria & Junior Diplomats

Gartenfest in den Garten der Villa Flora ein.

Junge Diplomat*innen aus 17 verschiedenen

Ländern (Österreich,

Argentinien, Belarus, Ungarn, Indien,

Japan, Kenia, Libanon, Myanmar, Nepal,

Rumänien, San Marino, Serbien,

Tadschikistan, Turkmenistan, Vereinigtes

Königreich und die USA) sowie

der Vorstand von Welcome to Austria

nutzten die Chance, um ihre internationalen

Kolleg*innen kennenzulernen

und sich nach langer Zeit wieder

mit ihnen auszutauschen. Dr. Etienne

Berchtold, Pressesprecher des Bundeskanzlers,

die Ehrengäste Mario

Graf Festetics de Tolna und Marcus

Graf Paar, beide vom St.-Georgs-Orden

verbrachten so einen entspannten

Nachmittag mit Köstlichkeiten

von HANA Catering, Schlumberger,

Teekanne und Lux Spirits.

SOCIETY: Welcome

to Austria & Junior

Diplomats Garden

Party

Mag. Gertrud Tauchhammer, publisher

of SOCIETY Magazine and Mag.

Tanja Tauchhammer, editor-in-chief,

invited to the Welcome to Austria

& Junior Diplomats Garden Party.

Deputies, ministers, diplomatic secretaries,

other diplomatic staff and

spouses from 17 different countries,

the board members of Welcome to

Austria, special guests Dr. Etienne

Berchtold, spokesperson of the

Chancellor, Mario Graf Festetics de

Tolna, Marcus Graf Paar, both from

the Order of Saint George (House of

Habsburg) and friends of SOCIETY

took the opportunity to exchange

experiences. HANA catering offered

delicious culinary delights to the

guests, Schlumberger, Teekanne and

Lux Spirits provided drinks for every

taste.

EVENTS

030


SOCIETY

Hana Catering Geschäftsführer Hamsa präsentierte orientalische

Köstlichkeiten und arabischen Kaffee

Marie Theres Trojaia, Stefanie Winkelbauer, Thomas N. Sibley (USA) und

Adelaida Calligaris

Stefanie Winkelbauer mit Angelika Saupe Berchtold und Tanja Tauchhammer

Berdi Sahetmuradov (Turkmenistan), Gerti Tauchhammer und Shukrona

Khodzhimuratova (Tadschikistan)

Robert D. Frese (USA) und Gattin, Mario Graf Festetics de Tolna und Marcus

Graf Paar stießen bei einem Glas Schlumberger Sekt miteinander an

Junior Diplomat Amina Ali (Kenia) posierte mit Gastgeberin

Gerti Tauchhammer

Natalia Gagarinova, Etienne Berchtold (Sprecher des Bundeskanzlers) und

Gerti Tauchhammer

Erin Robertson (USA) und Andrew Gaskell (UK) unterhielten sich prächtig bei

der Veranstaltung

EVENTS

031


SOCIETY

Richard Schenz (WKO), Andrea Raffaseder (VAMED), Gerti Tauchhammer, Emil Brix (Diplomatische Akademie), S.E. Dmitrii Liubinskii (Russland) und

Christoph Matznetter (WKO)

Russland nach

den Wahlen

Auf Einladung des Forum Österreich-Russland,

des SOCIETY Magazins und der Diplomatischen

Akademie stand das Thema „Russland

nach den Wahlen“ im Fokus einer Podiumsdiskussion

an der Diplomatischen Akademie.

Auf dem Podium nahmen neben

dem russischen Botschafter S.E.

Dmitrii Liubinskii, der Politologe

Gerhard Mangott, der Direktor der

Diplomatischen Akademie, Emil Brix,

und Vorstandsmitglied der VAMED,

Andrea Raffaseder, Platz und legten

ihre Ansichten dar. Moderiert wurde

die angeregte Diskussion von Helmut

Brandstätter. Im Anschluss lud der

Präsident des Forum Österreich-

Russland, Dr. Richard Schenz, zu

einem Glas Wein ein, bei dem sich die

Gäste über die Inhalte des Abends

rege austauschen konnten.

Panel Discussion:

Russia after the

Elections

The newly founded Forum Österreich-

Russland (FOR), SOCIETY Magazine

and the Diplomatic Academy Vienna

invited to a panel discussion on “Russia

after the elections” at the Diplomatic

Academy’s Festsaal. Next to the

Ambassador of Russia, H.E. Dmitrii

Liubinskii, political scientist Gerhard

Mangott, director of the Diplomatic

Academy Vienna Emil Brix, and board

member of VAMED Andrea Raffaseder

took a seat on the podium. The lively

discussion was moderated by Helmut

Brandstätter and was followed by a

reception to which the president of

FOR, Richard Schenz, had invited.

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig

EVENTS

032


SOCIETY

Politikwissenschaftler Gerhard Mangott, Richard Schenz und Boris D. Kandov

Helmut Brandstätter, Andrea Raffaseder, Dmitrii Liubinskii, Emil Brix und

Gerhard Mangott beim Podiumsgespräch

Moderator Helmut Brandstätter zitiert das Buch „Russland und wir“ von Hugo

Portisch

Die Gäste machten sich beim Vortrag von Christoph Matznetter interessiert

Notizen

Ein Blick in die Räumlichkeiten der Diplomatischen Akademie Wien und die

zahlreichen Teilnehmer*innen

Die erste Reihe: Mit Masken und Bleistift ausgerüstet für die spannende

Diskussion

Oleg Ksenofontov (Direktor Russisches Kulturinstitut),Gerti Tauchhammer

Ilya Kruglov, Ernst Huber und Dmitrii Liubinskii (Russland)

Alte Freunde Richard Schenz und Botschafter Liubinskii freuten sich sehr

über die rege Teilnahme bei der Diskussion

EVENTS

033


SOCIETY

Die Teilnehmer*innen der Wirtschaftswanderung und die Botschafter erhielten den Segen bei der Bergmesse

Wandern für

den guten Zweck

Nach einem Jahr Pause fand vom 24. bis 25.

September bereits zum elften Mal die

Wirtschaftswanderung in Fügen in Tirol statt.

Der Einladung von Schirmherren

Landeshauptmann Günther Platter,

Schirmherrin Margarete Schramböck,

Fritz Kaltenegger (café+co International

Holding), Familie Schultz (Spieljochbahn),

Martina Entner (Wirtschaftskammer

Schwaz), Christoph

Swarovski (Industriellenvereinigung

Tirol) und Ernst Erlebach (Erste

Ferienregion im Zillertal – Fügen-Kaltenbach)

waren rund 280 hochkarätige

Teilnehmer*innen – darunter

Bundesministerin Klaudia Tanner

– gefolgt. Auch SOCIETY Herausgeberin

Gertrud Tauchhammer lud

zahlreiche Diplomat*innen aus aller

Welt zur Wanderung ein. Nicht nur

der Austausch zwischen den Teilnehmer*innen

stand im Vordergrund des

Events, sondern vor allem auch der

soziale Aspekt: Wie jedes Jahr wurde

wieder eifrig für die von Landeshauptmann

Günther Platter gegründete

Initiative „Netzwerk Tirol hilft“

gespendet.

Hiking tour for a

good cause

After a year-long break, the “Wirtschaftswanderung”

took place in

Tyrol. Around 280 high-level guests

– among them Federal Minister of

Defense Klaudia Tanner – followed

the invitation of patrons Günther

Platter, Governor of Tyrol and Federal

Minister Margarete Schramböck, Fritz

Kaltenegger (café+co International

Holding), family Schultz (Spieljochbahn),

Martina Entner (Wirtschaftskammer

Schwaz), Christoph Swarovski

(Industriellenvereinigung Tirol) and

Ernst Erlebach (Erste Ferienregion im

Zillertal – Fügen-Kaltenbach).

SOCIETY publisher Mag. Gertrud

Tauchhammer invited diplomats to

the excursion and this year, H.E. Samir

Koubaa, H.E. Jaume Serra Serra,

Andrei Lozovik, H.E. Miguel Camilo

Ruíz Blanco, H.E. Donatas Kušlys, H.E.

Jolanta Róża Kozłowska, H.E. Annika

Markovic, H.E. Nebojša Rodić and H.E.

Andor Nagy attended.

Fotos: café+co/Irene Ascher

EVENTS

034


SOCIETY

Die diplomatischen Vertreter der Länder: Kolumbien, Liga Arabischer Staaten,

Litauen, Belarus, Serbien und Schweden mit der Weinkönigin

Das Spalier zu Ehren der Gäste und der Verteidigungsministerin, begleitet

durch Musik

Herbert Rieser, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Martha Schultz

(Vizepräsidentin WKO) und café + co CEO Fritz Kaltenegger

Bei der Talstation sammelten sich die Botschafter*innen für das Gruppenfoto

zusammen mit Gerti Tauchhammer und Rolf Thaler

Bei traumhaftem Kaiserwetter wanderten die Teilnehmer durch die idyllische

Tiroler Berglandschaft

Vom Schaubergwerk führte die Wanderung über Almwiesen bergauf bis zur

Wegkreuzung Richtung Gartalm/Onkeljoch/Bergstation Spieljoch

Die Bergmesse zeleberiert vom Pfarrer und seinen Ministrant*innen, hier

umringt von den Gastgebern

Das Rahmenprogramm der Abendveranstaltung führte zu ausgelassenem

Tanzen zur Musik der Jungen Zillertaler

EVENTS

035


SOCIETY

Von der Sowjetunion

nach Russland

Vor 30 Jahren zerfiel der Vielvölkerstaat Sowjetunion

und die Russische Föderation entstand unter

schwierigen Bedingungen. Für viele Sowjet-Bürger war

der neue Staat „ein ungeliebtes Kind“. Eines ist sicher:

Russland ist immer noch eine Großmacht.

1991 war ein Schicksalsjahr für die

UdSSR: Die kommunistische Weltmacht

zerfiel nach 70 Jahren. Glasnost

und Perestrojka waren angelaufen,

um den erstarrten Großstaat zu

modernisieren. Im August scheiterte

ein Putsch kommunistischer Funktionäre

zur Rettung der alten Sowjetunion.

Im Dezember erklärten die

Staatschefs Russlands, der Ukraine

und von Belarus die Sowjetunion für

beendet, als Nachfolgerin gründeten

sie die Gemeinschaft Unabhängiger

Staaten (GUS). Die baltischen Staaten

Estland, Lettland und Litauen erlangten

ihre Unabhängigkeit. Freude

und Trauer gingen 1991 Hand in Hand.

Die damaligen Hauptakteure Michail

Gorbatschow, der letzte sowjetische

Präsident, und Boris Jelzin, der erste

russische Präsident, waren beide

Verfechter der Perestrojka, dennoch

politische Kontrahenten. Daraus

machten sie in ihren späteren Lebensbilanzen

kein Hehl. Doch rückblickend

räumten sie auch politische Fehler

ein, die in jener turbulenten Zeit

passierten. Das Umfeld war jedenfalls

äußerst schwierig. Glasnost (Offenheit)

war eine unbekannte riskante

Materie, Perestrojka (Erneuerung)

mit Reformen und Demokratisierung

schwer umzusetzen in einem Land,

das in Schulden versank. Blicken wir

auf die Geschehnisse von 1991 zurück.

Sowjet-Chef Gorbatschow befand

sich auf der Krim. Nach dem gescheiterten

Putsch kommunistischer Hardliner

kehrte er nach Moskau zurück.

Seine Tage waren gezählt. Die Politik

der Perestrojka hatte viel Unzufriedenheit

ausgelöst. Wirtschaftskrise

und Unabhängigkeitsbestrebungen

ließen wenig Spielraum. 25 Jahre

später meinte Gorbatschow, mehr

Dezentralisierung und eine Stärkung

der Republiken hätten zum Erhalt der

Union beitragen können. Die Hauptschuld

am Zerfall wies er den drei

GUS-Chefs zu, unter ihnen Jelzin,

die ihn innenpolitisch entmachten

wollten. Kürzlich sagte der nunmehr

90-jährige Friedensnobelpreisträger

Gorbatschow gegenüber Medien, er

bereue es nicht, zu seinem eigenen

Machterhalt damals keine Waffengewalt

eingesetzt zu haben. Gegen den

inzwischen verstorbenen Boris Jelzin

hegt er immer noch Groll. In Moskau

hatte sich Jelzin damals als machtbewusster

Politiker etabliert. Der neue

starke Mann ließ die Kommunistische

Partei verbieten. Gorbatschow musste

abtreten. Das Ende des Vielvölkerstaates

Sowjetunion war nach 70

Jahren besiegelt. Auch heute, unter

Kreml-Chef Wladimir Putin, ist Gorbatschow

von der Demokratiefähigkeit

Russlands überzeugt. Während

der Putin-Ära beklagte Gorbatschow

immer wieder demokratische Rückschritte.

Eine demokratische Entwicklung

sei der einzig richtige Weg, lautet

sein Resümee zum 30. Jahrestag des

Zerfalls der UdSSR. Die Menschen

wollten nicht zur früheren Ordnung

zurückkehren. Auch nach Ansicht

russischer Politologen war der Verfallsprozess

des Sowjet-Reichs nicht

aufzuhalten.

Drei Jahre vor den spektakulären

Ereignissen des Jahres 1991 gab Boris

Jelzin nach längerer medialer Enthaltsamkeit

drei österreichischen Journalisten,

unter ihnen die Autorin dieses

Berichts, ein viel beachtetes Interview.

Der frühere Parteichef von Moskau

war damals als Vizebautenminister

in einer Warteposition, bevor er nach

der Entmachtung Gorbatschows ein

politisches Comeback feiern konnte.

„Der Prozess der Perestrojka ist unumkehrbar“,

lautete sein Credo. Glasnost

sei zuerst gekommen, verbunden mit

einer gewissen Öffnung der Medien.

Mit einigem Abstand seien wirtschaftliche

Reformen und Bemühungen um

mehr Demokratie gefolgt. Doch es sei-

Foto: RIA Nowosti/ Yuryi Abramochkin

FOKUS

036


SOCIETY

en Fehler passiert, es gab „mehr Worte

als Taten“, befand Jelzin 1988. Die

Stimmung hinsichtlich des Fortgangs

der Perestrojka war im ganzen Land

sehr unterschiedlich. Bei Teilen der Bevölkerung

war die Erwartungshaltung

zu hoch, andere hatten die Hoffnungen

auf Reformen schon aufgegeben.

Dennoch: Für Jelzin war der Prozess

der Perestrojka „unumkehrbar“, wie

er gegenüber den österreichischen

Medien betonte. Freilich, gewisse Korrekturen,

auch gezieltere Maßnahmen,

seien nötig, damit der Reformprozess

gelingen könne.

Soziale Gerechtigkeit sei vonnöten,

um mehr Zustimmung zum Reformprozess

zu erlangen, so Jelzin damals.

Es gelte, den Weg der Demokratisierung

zu beschreiten, um Widerstand

gegen die Perestrojka abzubauen. In

diesem Kontext übte der Reformpolitiker

deutliche Kritik am herrschenden

Privilegiensystem. Viele Funktionäre

seien nicht gewillt, auf ihre Privilegien

zu verzichten. Die Parteipolitik müsse

sich mit den brisanten Nationalitätenfragen

auseinandersetzen. Wie wahr:

Viele nationale Fragen in Nachfolgestaaten

der Sowjetunion harren weiter

einer Lösung. In Sachen Religion habe

die Perestrojka mehr Toleranz gebracht,

resümierte Jelzin 1988.

Andere Ex-Sowjet-Staaten versanken

in Bürgerkriege, in ethnische und religiöse

Konflikte. Moldawien, Georgien,

Armenien und Aserbaidschan sind

Beispiele dafür. Viele dieser Konflikte

sind weiter ungelöst, neue flammten

auf. Die Ukraine leidet an einem prorussischen

Aufstand im Osten. Belarus

kämpft mit dem Westen, konkret

mit der EU, wegen demokratischer

Defizite und eines schier unlösbaren

Migrantenproblems.

Neue Akteure mischen in der Nachbarschaft

Europas mit, Tür an Tür mit

einer Reihe von Staaten, die selbst auf

eine Sowjet-Vergangenheit zurückblicken.

Allen voran will China durch

ambitionierte Wirtschaftsprojekte

Einfluss in der Region gewinnen.

Europa und Russland täten gut daran,

in vielen Bereichen das Gemeinsame

vor das Trennende zu stellen – im

Interesse beider Seiten.

Text: Hermine Schreiberhuber

Ein interessanter Zeitzeuge äußerte

sich 2007 in einem Interview mit der

Autorin zur Entwicklung Russlands.

Otto Habsburg, Sohn des letzten Kaisers

der Österreichisch-Ungarischen

Monarchie, bezeichnete Russland

ungeachtet des Zerfalls der UdSSR als

letztes großes Kolonialreich. Die multinationale

Donaumonarchie seiner

Vorfahren war nach dem Ersten Weltkrieg

zerschlagen worden, das Zarenreich

bestand als kommunistische

Sowjetmacht weiter. Der langjährige

Europapolitiker erinnerte daran, dass

er den russischen Staatschef Jelzin

persönlich in Straßburg begleitete.

In den vergangenen 30 Jahren erlebten

die europäischen und nicht-europäischen

ehemaligen Sowjet-Republiken

ein wechselvolles Schicksal. Die

baltischen Staaten blicken nach Westen,

sind Mitglieder von EU und NATO.

Generalsekretär des ZK der KPdSU, Michail Gorbatschow, bei einer Pressekonferenz nach dem

Sowjet-Amerikanischen Gipfeltreffen in Reykjavik, Island, 1986

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION

037


SOCIETY

Die Sowjetunion

und ihre Erben

Es gibt Jahreszahlen, die die Welt verändert haben.

So ein Jahr war 1991. 30 Jahre sind also schon

vergangen, seit die große Sowjetunion von der

Landkarte verschwunden ist; einfach implodiert.

Viele Eindrücke aus diesen Schicksalstagen

haben sich dauerhaft

eingeprägt. Wer erinnert sich nicht an

Boris Jelzin auf dem Panzer, als er zum

Widerstand gegen den „Verzweiflungsputsch“

der Altkommunisten gegen

Gorbatschow aufrief.

Es war dies der 19. August 1991 gewesen,

als Jelzin den Panzer erklommen

hatte und die Massen zu Hilfe auf die

Straßen rief. Am folgenden Abend hielten

die Putschisten dann eine TV-Pressekonferenz,

auf der sie sich dem Volk

vorstellen wollten. Jeder in Russland

konnte jedoch sehen, wie dem neuen

Präsidenten Gennadij Janajew die

Hand zitterte. Und der fehlende neue

Ministerpräsident Walentin Pawlow

lag, wie sich später herausstellte,

volltrunken in seinem Büro. So etwas

war kein Putsch, sondern eine Farce.

So etwas passte zum Untergang der

Sowjetunion. Gorbatschow kehrte aus

seinem „Zwangsurlaub“ zurück, nur um

Wochen später von Jelzin in Pension

geschickt zu werden. Am 31. Dezember

1991 endete die Sowjetunion nach 69

Lebensjahren.

Vorher noch hatte Jelzin den Völkern

der Sowjetunion zugerufen: „Nehmt

euch so viel an Souveränität, wie ihr

schlucken könnt“. Viele Völker nahmen

ihn beim Wort, weil sie sich nach

Freiheit sehnten. Manche hatten sich

dabei folgenschwer verschluckt. Andererseits

leiden viele Russen bis heute

an Phantomschmerzen. So müssen

es auch die Österreicher empfunden

haben, als die Habsburg-Monarchie

zerbrach.

Es folgte das schreckliche Jahrzehnt

nach der Ära der Sowjetunion. Statt

Demokratie und Wohlstand kamen der

Absturz in materielle Not und Gewalt.

Denn für Gorbatschows gewaltigen

Umbau des Sowjetsystems hatte es

keine Gebrauchsanweisung, kein

Drehbuch, keine Erfahrung gegeben

und die im Bonzentum erstarrte kommunistische

Staatspartei war komplett

unreformierbar. Später sagte er mir im

Interview über seine Reformpolitik:

„Alles, was wir anfassten, zerbröselte in

unseren Händen. Es stand schlimmer,

als wir dachten“.

Ab der Atomkatastrophe von Tschernobyl

war Gorbatschow das Gesetz

des Handels entglitten. 15 Sowjetrepubliken

machten sich nach und

nach selbstständig. Dabei brachte jede

das Erbe ihrer nationalen Geschichte

mit in die neue Zeit; gut oder weniger

gut. Die drei baltischen Republiken

knüpften an ihre europäische Tradition

an, die drei slawischen fanden in die

christlich-orthodoxe Welt zurück, die

muslimischen erlebten einen Aufschwung

des Islam. Ihre getrennten

Wege haben die Nachfolgestaaten

auch in unterschiedliche Bündnisse

entlang der großen Ost-West-Achse

geführt. An den drei baltischen Republiken

gibt es heute eine direkte Grenze

der NATO zu Russland.

Kriegerische Auseinandersetzungen,

Gewalt nach innen und nach außen,

haben bis heute innerhalb der früheren

Sowjetunion kein Ende gefunden;

befeuert vom Erbe des Totalitarismus.

Auch mit der wirtschaftlichen

Entwicklung kann kaum eine der

Nachfolgerepubliken zufrieden sein;

belastet von der Erblast des alten

zentralistischen Kommandosystems.

Die Sowjetunion hatte von Anfang an

das Defizit eines fehlenden Übergangs

vom Kriegskommunismus zu einem

zivilen System wie ein Bleigewicht mit

sich herumgeschleppt. Als sie dann an

ihrem wirtschaftlichen Unvermögen

zerbrach, zerrissen auch alle Kommandoketten.

Chaos brach aus. Fabrikarbeiter

boten am Straßenrand die

Produkte an, die sie erarbeitet hatten,

denn Löhne fielen aus. Die Russen

schämten sich dieser demütigenden

Zustände, dieses wahren Absturzes

einer Supermacht; einer Atomwaffenmacht,

die zum Bettler wurde. Das

war einer der Gründe für den Aufstieg

des Wladimir Putin. Die ersten zehn

Jahre seiner Amtszeiten dienten der

Wiedererlangung der Stabilität.

Ist Putin ein Sowjetnostalgiker? Seine

Standpunkte dazu sind ambivalent. Im

Foto: unspash/Streve Harvey, AFP PHOTO / DIMA TANIN

FOKUS

038


SOCIETY

Dieses historisches Bild vom 19. August 1991 zeigt sowjetische Panzer in der Nähe der Spassky Brücke, dem Eingang zum Kreml, auf dem Roten Platz in Moskau

kurz nach dem Coup gegen Präsident Mikhail Gorbatschow

Jahre 2000 sagte er: „Wer den Untergang

der Sowjetunion nicht bedauert,

hat kein Herz; wer sie aber wiederherstellen

will, hat keinen Verstand. Mir

war klar, dass die Sowjetunion an einer

tödlichen Krankheit litt.“ 2005 bezeichnete

er den Zerfall der Sowjetunion als

„ größte geopolitische Katastrophe des

20. Jahrhunderts“. Später: „Ich habe

tatsächlich gesagt, dass ich den Zerfall

der Sowjetunion für eine riesige Tragödie

des 20. Jahrhunderts halte. Über

Nacht waren 25 Millionen russische

Menschen zu Ausländern geworden.

Die Russen wurden zur größten geteilten

Nation der Welt. Ist dies kein

Problem? Für Sie vielleicht nicht. Für

mich dagegen ist dies ein Problem.“

2015 sagte er dem TV-Sender Rossija

zum Ukraine-Konflikt: „Niemand will

uns glauben, dass wir nicht versuchen,

die Sowjetunion zurückzubringen.“

Heute ist die Zeit über die Sowjetunion

hinweggegangen. Es lohnt sich auch

für Putin nicht mehr, alten Träumen

nachzuhängen. Übrigens: Millionen

Russen sind aus den Nachfolgerepubliken

nach Russland zurückgekehrt;

viele mit Wurzeln aus uralten Zeiten

und zahlreiche waren in ihrer früheren

Heimat unter den BestausgebildetstenSchließen

wir die ernsten Betrachtungen

mit einem verklärenden Rückblick

auf die einzigartigen Skurrilitäten

der alten Sowjetunion. Die Anekdoten

aus dem sowjetischen „Absurdistan“

sind legendär. In einem Hotelzimmer in

Aschgabat stand das übliche voluminöse

Fernsehgerät, aber es war innen

völlig „entkernt“ gewesen.

Im Hotelzimmer einer anderen Stadt

waren vorher offenbar Hasen im

Badezimmer gehalten worden. Und

der Trick, eine Badewanne ohne die

allerorts fehlenden Gummistöpsel zu

füllen bestand darin, das Wodkaglas

so lange über den Abfluss zu halten,

bis der Druck des einfließenden

Wassers dieses Gewicht selbst übernimmt.

Zum stundenlangen Drehen

an der Telefonwählscheibe empfahl es

sich, einen Fingerhut mitzunehmen.

Und ein Taxi winkte man am Straßenrand

erst mit der Hand, dann mit zwei

Fingern („Ich zahle das Doppelte“)

oder mit drei Fingern und so weiter:

kapitalistische Marktwirtschaft pur im

roten Reich.

Text: Kurt Seinitz

Nationalgarde bei der Wachablöse vor dem Mausoleum von Lenin am Roten Platz von Moskau ca. 1985

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION

039


SOCIETY

Die USA und der Westen

haben die UdSSR

nicht gestürzt

Unser Gastautor Christian Wehrschütz hat mit

Jack F. Matlock, dem letzten Botschafter der

USA in der Sowjetunion, über seine Erinnerungen

aus dieser Zeit gesprochen.

Sie waren von 1987 bis 1991 Botschafter

in der Sowjetunion. Sie kamen

also fast ein Jahr nach dem Amtsantritt

von Michail Gorbatschow nach

Moskau. Wie war Ihr Eindruck von der

Situation in der Sowjetunion usw.?

Wir hatten gehofft, dass Gorbatschows

angekündigte Reformen funktionieren

würden. Wir waren uns aber

nicht sicher, da Nikita Chruschtschow,

als er eine Reihe von Reformen eingeleitet

hatte, irgendwann abgesetzt

wurde. Als ich ankam, dachten wir,

es gäbe eine reale Möglichkeit, dass

Gorbatschow anders sein würde. Wir

ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz

dachten, wir sollten irgendwie testen,

wie viel politische Änderung es gab.

Und wir hatten eine Agenda, die keine

Kapitulation von ihrer Seite erforderte,

sondern Vereinbarungen im beiderseitigen

Interesse. Und so begannen

wir, in der Außenpolitik immer mehr zu

erreichen und die Probleme zu lösen,

die wir hatten. Wir nahmen seine

Bemühungen mit immer größerer

Sympathie auf und bis 1991 haben wir

die Befreiung der drei baltischen Länder

immer noch sehr unterstützt. Wir

hofften, dass Gorbatschow in der Lage

sein würde, eine freiwillige Föderation

zu gründen. Präsident Bush hielt am

1. August 1991 eine Rede in Kiew, in

der er der Ukraine und den anderen

nichtrussischen Republiken, abgesehen

von Estland, Lettland und Litauen,

empfahl, einem Vertrag über die Union

von Gorbatschow beizutreten. Dieser

Appell stieß natürlich auf taube Ohren.

Das konnten wir nicht kontrollieren,

aber ich denke, dass heute, wenn

zu viele Leute von „Oh, wir haben den

Kalten Krieg gewonnen“ reden; nein,

wir haben ein Ende des Kalten Krieges

ausgehandelt, was genauso im

Interesse der Sowjetunion gegenüber

den Vereinigten Staaten und unseren

europäischen Verbündeten war. Ich

denke also, dass das Ende des Kalten

Krieges und der Zusammenbruch der

Sowjetunion zwei verschiedene Ereignisse

darstellen.

Das Erbe Gorbatschows war sehr

schwierig. So war die Wirtschaft am

Boden, die Sowjetunion musste sogar

Getreide aus dem Westen importieren.

Wie haben Sie die wirtschaftliche

Situation gesehen, als er mit seinen

Reformen begann?

Nun, die wirtschaftliche Situation

verschlechterte sich für die Verbraucher;

die Führung versuchte, die

Investitionen in das Militär zu reduzieren,

jedoch ohne Marktwirtschaft.

Übrigens nannten sie das System

Sozialismus. Ich denke, das war eine

falsche Bezeichnung; die Sowjetunion

war ein staatlicher Monopolkapitalismus

der einfach nicht funktionierte. Es

gab Bemühungen, mehr Gewicht auf

Konsumgüter zu legen. Aber gleichzeitig

war das System zu starr und extrem

verschwenderisch. Die Wirtschaft

verschlechterte sich in diesen Jahren

der späten 80er und im Jahr 1991 stark

– das spielte natürlich eine starke

Rolle beim anschließenden Zerfall der

Sowjetunion. Es gab so viele Dinge,

die sehr wichtig waren, wie etwa den

Aufstieg des lokalen nichtrussischen

Nationalismus, ein sehr mächtiger. Es

Fotos: ORF, Mashkov Yuri / Tass / picturedesk.com

FOKUS

040


SOCIETY

gab die Katastrophe von Tschernobyl,

welche die Inkompetenz und sogar

Unehrlichkeit vieler Bürokraten und

insbesondere des Machtmonopols

der Kommunistischen Partei zeigte.

Das Problem war dieser Druck auf

Gorbatschow, der aus vielen verschiedenen

Richtungen kam. Im Land

gab es zunehmend interne Probleme,

die zum Teil auf Demokratisierungsbestrebungen

zurückzuführen waren;

einige von ihnen wurden durch die

Verschlechterung des Systems verursacht,

das eine Änderung erforderte.

Aber niemand verstand, wie man

diese Änderung vornehmen sollte.

Ich habe das damit verglichen, ein

U-Boot zu nehmen, es in ein Flugzeug

umzuwandeln und es die ganze Zeit

mit derselben Besatzung in Betrieb

zu halten. Ich glaube nicht, dass

irgendjemand herausgefunden hat,

wie das geht, ohne dass es zu einem

Kollaps kommt; und doch versuchten

sie, genau das zu tun, eine vollständig

staatlich kontrollierte Wirtschaft

zu nehmen und sie praktisch in das

Gegenteil umzuwandeln.

Daher halte ich es immer noch für ein

Wunder, dass es Gorbatschow gelungen

ist, der kommunistischen Partei

die totale Kontrolle über das Land zu

entreißen und dem Land zumindest

die Möglichkeit zu geben, eine demokratischere

Gesellschaft aufzubauen.

Wenn Gorbatschows Erfolge nicht zu

einer idealen Situation führten, ist es,

glaube ich, nicht seine Schuld.

Wie schwer war es, Vertrauen

zwischen Moskau und Washington

aufzubauen? In seiner Gorbatschow-

Biographie schreibt William Taubman,

Sie hätten bei der Vorbereitung

des Treffens von Präsident Ronald

Reagan mit Gorbatschow die Rolle

von Gorbatschow gespielt. Stimmt

das und wenn ja, wie haben Sie diese

Rolle gespielt?

Nun, im Grunde wurde ich im Frühjahr

1983 gebeten, einen Plan für

Verhandlungen mit der Sowjetunion

zu entwickeln. Ich half, Briefings von

Präsident Reagan zu koordinieren. Er

war kein Intellektueller und er wusste,

dass es viele Bereiche gab, von denen

er wenig Wissen hatte. Doch er war

lernwillig. Und so haben wir viel Zeit

miteinander verbracht. Als Reagan

dann herausfand, dass Gorbatschow

Jack F. Matlock, der letzte Botschafter der USA in der Sowjetunion bei der Präsentation seines

Buches „Reagan und Gorbatschow“ im Jahr 2005

auch diese Dinge aufrichtig verhandelte,

entwickelten sie innerhalb

von zwei oder drei Jahren eine gute

Beziehung. In Briefings pflegten die

Leute von Reagan zu sagen: „Oh, er

ist nur ein Schauspieler“. Aber wissen

Sie, seine Erfahrung in der Schauspielerei

verschaffte ihm als Präsident

tatsächlich einige Vorteile. Normalerweise

haben unsere Präsidenten kein

großes Verständnis dafür, wie andere

Leute in anderen Ländern denken, sie

gehen davon aus, dass jeder so denkt

wie die Amerikaner. Aber Reagan

interessierte sich nicht für die Details

von Atomwaffen oder ähnliches,

sondern was den sowjetischen Führer

antreibt, woher kommt Gorbatschow,

wie können wir einen Weg finden,

zusammenzuarbeiten? Ich versuchte

also, Reagan zu erklären, in welcher

Lage Gorbatschow sich befand. Reagan

wusste, dass er kein Diktator war,

dass er zurückgehen und die Vereinbarungen,

die er getroffen hatte, vor

dem Politbüro und anderen zu Hause

rechtfertigen musste. Er billigte den

Grundsatz, dass wir nicht nach Überlegenheit

strebten, oder versuchten,

die Sowjetunion zu Fall zu bringen,

sondern nur ihre Politik im Ausland zu

beeinflussen. Er hielt nicht viel vom

kommunistischen System, aber wenn

sie das wollten, war es ihr Recht, es zu

haben. Was er ablehnte, war, dass sie

andere Menschen dem aussetzten.

Und wenn sie damit aufhören würden,

wollten wir in Frieden leben.

China hat einen anderen Weg eingeschlagen

als Gorbatschow in der

Sowjetunion. Peking begann mit

wirtschaftlichen Reformen, ließ aber

keine demokratische Entwicklung zu.

Hat Gorbatschow die falsche Wahl

getroffen, als er mit der Demokratisierung

statt mit der Liberalisierung

der Wirtschaft begann?

Ich glaube, darauf kann man keine eindeutige

Antwort geben, denn die Situation

in diesen beiden Ländern war

ganz anders. Ich denke, auf der einen

Seite würde die chinesische gegenüber

der sowjetischen und russischen

Erfahrung sagen, dass man, wenn man

Reformen will, aufpassen muss, nicht

die Kontrolle über den Prozess zu

verlieren. Das einzige, was schlimmer

als ein autoritäres oder diktatorisches

System ist, ist Anarchie für alle. Als die

Sowjetunion zusammenbrach, gab es

in den 90er Jahren in Russland und

einigen anderen Nachfolgestaaten etwas,

das der Anarchie sehr nahekam.

Da sie das Demokratisierung und Demokratie

nennen, würden viele Leute

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION

041


SOCIETY

In Moskau treffen historische und moderne Architektur aufeinander

sagen: „Nun, wenn das Demokratie ist,

wollen wir das nicht.“ Eine Bewegung

zu mehr Demokratie oder Offenheit

muss so erfolgen, dass die Gesellschaft

nicht völlig zusammenbricht.

Ich denke also, dass die Chinesen

mittelfristig sicherlich erfolgreicher

mit dem Problem der wirtschaftlichen

Entwicklung umgegangen sind als

Russland. Wenn wir nur politische

Faktoren betrachten, geben wir ihnen

oft nicht genug Anerkennung.

Welche Rolle spielte der Machtkampf

zwischen Michail Gorbatschow

und Boris Jelzin beim Zusammenbruch

der Sowjetunion?

Die USA und der Westen haben die

Sowjetunion nicht gestürzt. Der Kalte

Krieg war vorbei. Wir arbeiteten mit

Gorbatschow zusammen; wir wollten,

dass die drei baltischen Länder ihre

Unabhängigkeit wiedererlangen. Aber

wir hofften wirklich, dass die anderen

12 Republiken einer freiwilligen

Föderation zustimmen würden, weil

wir dachten, dass Gorbatschows

Reformen aufrichtig waren, und er

drängte sie mehr als einige der Führer

der Republik. Aber natürlich war unser

Einfluss bei diesem speziellen Thema

nicht sehr wichtig. Ich denke, dass

es sehr klar ist, dass der Zusammenbruch

der Sowjetunion von Boris

Jelzin, dem damals gewählten Führer

Russlands, der RSFR, angeführt oder

ermöglicht wurde. Als Botschafter

habe ich im Juli 1990 meinen ersten

Bericht darüber gesendet, dass die

Sowjetunion auseinanderbrechen

könnte, und wir dafür Notfallpläne

brauchten. Ich schickte diesen

Bericht, weil ich sah, dass zu viele

russische Führer und Unterstützer

von Jelzin davon sprachen, die Sowjetunion

zu beenden und so etwas wie

die Europäische Union an ihrer Stelle

zu erschaffen. Mir war klar, dass es

sehr schwierig sein würde, eine derartige

Union zu bilden, wenn es keine

Unterstützung der russischen Elite

für den Erhalt der Sowjetunion gäbe;

denn ich war mir der nationalistischen

Gefühle in der Ukraine und in Georgien

und in vielen anderen Republiken

durchaus bewusst. Aber wie sich

herausstellte, war es natürlich Boris

Jelzin, der sich mit den Führern von

Weißrussland und der Ukraine traf, die

dann beschlossen, die Sowjetunion

zu beenden. Das wäre also nicht so

schnell passiert ohne die Unterstützung

Russlands. Die heutige Vorstellung

vieler Russen, dass der Westen

die Sowjetunion irgendwie zu Fall gebracht

hat, ist also einfach falsch. Der

gewählte Führer Russlands spielte die

Schlüsselrolle beim Sturz der Sowjetunion.

Und wenn die Russen das für

eine Katastrophe halten, müssen sie

sich nur selbst die Schuld geben. Und

doch gibt es diesen Mythos, dass

das irgendwie das Ende des Kalten

Krieges war, und dass der Westen

dies herbeigeführt hat. Nein, der Kalte

Krieg endete mindestens zwei Jahre

zuvor. Wir arbeiteten zusammen und

versuchten, ihnen zu helfen, 1991 eine

Union von 12 Republiken zusammenzuhalten.

Im Februar 2021 habe ich ein Interview

mit Budimir Loncar geführt, dem

letzten Außenminister Jugoslawiens,

der ein sehr enger Freund von George

Kennan war. Loncar sagte, Gorbatschow

sei versichert worden, dass

es keine Erweiterung der NATO bis

an die Westgrenze Russlands geben

werde. Ist das wahr?

Es stimmt, dass in unseren Verhandlungen

über die deutsche Einheit

diese Aussagen in diese Richtung

gemacht wurden. Ich würde auch

sagen, dass, als Präsident Bush und

Präsident Gorbatschow im Dezember

1989 in Malta zusammentrafen, eine

Reihe von Vereinbarungen getroffen

wurden. Eine war, dass wir keine

Feinde mehr sind. Die zweite war, dass

Fotos: unsplash, pixabay

FOKUS

042


SOCIETY

Der große Kremlpalast in Moskau

die Sowjetunion keine Gewalt gegen

Osteuropa anwenden würde, um ihre

Position zu behaupten. Und drittens

würden die Vereinigten Staaten die

Lage in Osteuropa nicht ausnutzen,

wenn die Sowjetunion keine Gewalt

anwende. Nun, offensichtlich hatten

sie damals den Warschauer Pakt.

Niemand dachte auch nur daran, die

NATO auf Länder des Warschauer

Paktes auszudehnen. Womit wir es

Anfang der 1990er Jahre zu tun hatten,

waren die Bedingungen, unter denen

sich die Bundesrepublik und die DDR

vereinigen durften. Und als den Sowjets

klar war, dass dies aufgrund von

Ereignissen innerhalb Deutschlands

selbst, insbesondere in Ostdeutschland,

geschehen würde, begannen sie

von uns zu fordern, dass das vereinigte

Deutschland im Falle einer Vereinigung

der beiden deutschen Staaten

die NATO verlassen muss. Als James

Baker im Februar nach Moskau kam

und sich mit Michail Gorbatschow

und Eduard Schewardnadse traf, versuchte

er sie davon zu überzeugen,

dass es im sowjetischen Interesse sei,

dass ein vereintes Deutschland in der

NATO bleibt. Dieses Gespräch begann

er mit den Worten: „Schauen Sie, Sie

müssen mir nicht sofort antworten,

aber denken Sie darüber nach“. Und

dann, ich zitiere genau: „Vorausgesetzt,

es gibt keine Ausweitung der

NATO-Jurisdiktion nach Osten, nicht

einen Zoll, wäre es nicht besser?“ Und

dann sagte er weiter: „Das vereinte

Deutschland hat sich in der NATO

verankert, wissen Sie, dass es nicht in

der Lage ist, die europäische Sicherheit

wieder zu bedrohen, wie es in der

Vergangenheit geschehen war, es ist

implizit verboten, Atomwaffen zu besitzen

und so weiter.“

Gorbatschow antwortete: „Natürlich

wäre jede Ausweitung der NATO-Gerichtsbarkeit

nach Osten inakzeptabel.

Aber ich verstehe, was Sie sagen,

und ich werde es mir gut überlegen“.

Und tatsächlich wurde in den 2+4-Vereinbarungen

festgestellt, dass das

Gebiet der DDR in dem Sinne besonders

abgegrenzt wird, dass dort keine

ausländischen Truppen, also nichtdeutsche

Truppen stationiert werden

dürfen und auch keine nuklearen Waffen

konnten dort stationiert werden.

Diese Beschränkungen der Nutzung

des DDR-Gebiets stehen also im Vertrag.

Ich würde sagen, dass wir über

das Territorium, die DDR, gesprochen

haben, aber es wurde gesagt „keinen

Zoll östlich“, das war eine sehr allgemeine

Sprache. Es stimmte völlig

mit der vorherigen Vereinbarung auf

Malta überein, dass wir die Veränderungen

in Osteuropa nicht ausnutzen

würden. Ich konnte mir nicht vorstellen,

dass wir nach dem Zusammenbruch

der Sowjetunion und nachdem

die Länder Osteuropas von der sowjetischen

Regierung als frei anerkannt

wurden, eine Erweiterung der NATO

wünschen würden und natürlich auch

nicht die russische Regierung. Als

Russland unabhängig wurde, hatte es

nur die Hälfte des Volkes der Sowjetunion.

Es ist also absurd, mit der

Erweiterung der NATO nach Osten zu

beginnen, wenn man die Möglichkeit

eines vereinten Europas hatte, wir

nannten es „ein Europa ganz und frei“.

Ich bin sicher, dass Präsident Bush,

unser erster Präsident Bush, die NATO

niemals erweitert hätte; das scheint

mir ein großer Fehler gewesen zu sein.

Text: Christian Wehrschütz

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION

043


SOCIETY

Österreich-Ukraine:

Wirtschaftlicher

Austausch

SOCIETY hat mit Florian Frauscher, Vorsitzender der

Österreichisch-Ukrainischen Gemischten Kommission

für die bilateralen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen,

über die wirtschaftlichen Verbindungen

zwischen Österreich und der Ukraine gesprochen.

Sektionschef Florian Frauscher mit dem Botschafter

der Ukraine, S.E. Dr. Vasyl Khymynets

Worin bestehen die Wirtschaftsbeziehungen

Österreichs mit der Ukraine?

Die Ukraine ist unser zweitwichtigster

Wirtschaftspartner in der Gemeinschaft

Unabhängiger Staaten, gleich

nach Russland und vor Kasachstan.

Unsere Wirtschaftsbeziehungen sind

traditionell gut – die Ukraine liegt uns

historisch, geographisch und menschlich

nahe. Über 200 österreichische

Unternehmen sind mit Repräsentanzen

und Niederlassungen in der

Ukraine vertreten. Ihr Engagement ist

breit gefächert und umfasst zahlreiche

Produktionsstätten, etwa in der

Papier- u. Verpackungsindustrie, für

Baumaterialien, Fruchtsaftkonzentrate,

Sportequipment und anderes. Österreich

ist der sechstgrößte ausländische

Investor in der Ukraine. Und dabei

sind gar nicht alle österreichischen

Investitionen mitgezählt, denn manche

erfolgen über Drittstaaten. Umgekehrt

sind über 150 Unternehmen mit ukrainischen

Gesellschaftern in Österreich

registriert.

In welche Richtungen werden sich

die Wirtschaftsbeziehungen mit der

Ukraine entwickeln, wo sehen Sie

Potential?

Es gibt eine Vielzahl internationaler

Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur,

wie z.B. im Bereich Abfall- und

Abwassermanagement oder Recycling

sowie zur Nutzung von Erneuerbaren

Energien. Einige österreichische

Unternehmen sind in diesen Sektoren

bereits vor Ort tätig und weiten ihr Engagement

aus. Österreichische Technologien

sind hier stark gefragt, zählen

sie doch zu den Weltmarktführern.

Gute Geschäftschancen bieten sich

auch in der Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie.

Die Ukraine hat

enormes Potential und großen Bedarf

an Maschinen, Bewässerungsanlagen,

Saatgut und biologischem Landbau.

Chancen bestehen u.a. auch bei der

Entwicklung von Skigebieten und des

Gesundheits- und Kurbereichs.

Das Assoziierungs- und Freihandelsabkommen

mit der EU, das seit 2016 in

Kraft ist, bietet zahlreiche Impulse zur

Steigerung und Vertiefung von Handel

und Investitionen. Zusätzlich werden

wir in der bilateralen Wirtschaftskommission,

die vom ukrainischen Minister

für kommunale und territoriale Entwicklung,

Olexi Tschernyschov, gemeinsam

mit mir geleitet wird, weiterhin Kooperationsprojekte

lancieren, Chancen und

Probleme besprechen und Unternehmensanliegen

bearbeiten.

Mit welchen Problemen haben österreichische

Firmen in der Ukraine zu

tun?

Österreichische Unternehmen sind in

der Ukraine sehr erfolgreich. An einer

laufenden Optimierung der Rahmenbedingungen

für Investitionen, z.B. bei

den Themen Korruptionsbekämpfung,

Rechtssicherheit, Verschlankung

der Bürokratie und Verbesserung der

Infrastruktur wird gearbeitet. Wir sind

mit unseren ukrainischen Partnern in

guten Gesprächen, und ich bin zuversichtlich,

dass sich unsere Wirtschaftsbeziehungen

weiterhin dynamisch

entwickeln werden.

Sektionschef Mag. Florian Frauscher

ist Leiter der Sektion Wirtschaftsstandort,

Innovation und Internationalisierung

im Bundesministerium für

Digitalisierung und Wirtschaftsstandort,

Vorsitzender des österreichischen

Teils der Österreichisch-Ukrainischen

Gemischten Kommission für die

bilateralen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen.

Foto: BMDW

FOKUS

044


© LUKAS KIRCHGASSER

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SOCIETY

Zukunftsmarkt

Zentralasien

Lisa Kronreif ist stellvertretende Wirtschaftsdelegierte

im AußenwirtschaftsCenter Almaty. SOCIETY

hat sie einen Einblick in den Wirtschaftsraum

Zentralasien und in die wirtschaftlichen Verbindungen

der Region mit Österreich gegeben.

Als Wirtschaftsdelegierte-Stellvertreterin

im AußenwirtschaftsCenter

Almaty sind Sie Expertin für den

Wirtschaftsraum Zentralasien. Wie

bewerten Sie diesen aktuell?

Zentralasien ist ein riesiger Markt mit

großem Geschäftspotenzial für österreichische

Unternehmen. Kasachstan

ist nicht nur flächenmäßig das größte

Land der Region (weltweit sogar das

neuntgrößte!), sondern auch DER

Wirtschaftsmotor und Österreichs

wichtigster Handelspartner in Zentralasien.

Gute Geschäftschancen

ergeben sich vor allem in den Bereichen

der Industriemodernisierung, im

Lisa Kronreif, stvtr. Wirtschaftsdelegierte in Almaty

Infrastrukturausbau (Stichwort Seidenstraße!),

im Bereich Umwelttechnologien

und im Landwirtschaftssektor.

Rund 400 österreichische Firmen

sind in Kasachstan aktiv, viele davon

sind auch mit Niederlassungen und

Handelsvertretern lokal präsent. Usbekistan

gilt als attraktiver Wachstumsmarkt

und „Rising Star“ Zentralasiens.

Mit 34 Millionen Einwohnern ist es das

bevölkerungsreichste Land der Region

und eines der Länder mit der jüngsten

Bevölkerung weltweit (60 Prozent

der Bevölkerung sind unter 30 Jahre

alt). Usbekistan hat die wohl diversifizierteste

Wirtschaft in Zentralasien

und Chancen gibt es in beinahe allen

Branchen, vor allem im Maschinenbau,

der Chemieindustrie, bei der Nahrungsmittelverarbeitung,

im Gesundheitsbereich

und auch im Tourismus.

Turkmenistan ist – trotz einiger großer

Erfolgsprojekte – eines der am wenigsten

bekannten Länder auf der österreichischen

Exportlandkarte. Das Land

bietet aber vor allem im Energiesektor

großes Geschäftspotenzial. Es verfügt

über die viertgrößten Erdgasvorkommen

der Welt, welche derzeit zu

einem Großteil nach China exportiert

werden. Kirgisistan und Tadschikistan

sind vor allem aufgrund ihrer reichen

Wasservorkommen und ihres Tourismuspotenzials

interessant.

Wie hat die Region aus wirtschaftlicher

Sicht COVID-19 „erlebt“?

Die Pandemie hat – ebenso wie weltweit

– erhebliche Auswirkungen auf

Zentralasien. Vor allem Tadschikistan

und Kirgisistan sind von Rücküberweisungen

von Gastarbeitern aus dem

Ausland abhängig, die während der

letzten knapp anderthalb Jahre großteils

ausgeblieben sind. Kasachstan,

Kirgisistan und Usbekistan haben ihre

Grenzen geschlossen und Lockdowns

verhängt. Die Auswirkungen der Pandemie

betrafen vor allem die Industrie,

den Bausektor, den Bergbau, den

Tourismus und das Ingenieurswesen.

Vergleichsweise weniger betroffen

waren der Handel, der Finanz- und Versicherungssektor

und Transportdienstleistungen.

Niedrige Ölpreise haben

zusätzlich vor allem Kasachstan geschwächt.

Usbekistan war jedoch sogar

eines der wenigen Länder weltweit,

dessen Wirtschaft – trotz Coronakrise

– im Jahr 2020 um 1,6 Prozent gewachsen

ist. Bis Ende des Jahres 2021 erwartet

man auch im Rest Zentralasiens

wieder einen deutlichen Aufschwung

und eine Erholung der Wirtschaft. Auch

die Massenimpfungen haben seit dem

Frühjahr 2021 hier in der Region an

Fahrt aufgenommen. Zu den zugelassenen

Impfstoffen gehören – abhängig

vom Land – der russische Impfstoff

Fotos: Stephan Huber/Studio Huber, Advantage Austria

FOKUS

046


SOCIETY

Sputnik V, Impfstoffe verschiedener

chinesischer Anbieter, aber auch der in

Kasachstan hergestellte Impfstoff Qaz-

Vac. Der Impfstoff von Astra Zeneca ist

derzeit nur in Usbekistan und Tadschikistan,

Pfizer/BioNTech bislang noch

in keinem einzigen Land Zentralasiens

zugelassen.

In Ihren Zuständigkeitsbereich fallen

die Länder Kasachstan, Kirgisistan,

Tadschikistan, Turkmenistan und

Usbekistan, die alle dieses Jahr ihren

30. Unabhängigkeitstag feiern – wie

sehen die wirtschaftlichen Verbindungen

dieser Länder zu Österreich

aus? Warum lohnt es sich, in diese

Region zu exportieren, bzw. aus diesen

Ländern zu importieren?

Obwohl alle zentralasiatischen Länder

Binnenstaaten sind, bilden sie zusammen

eine wichtige Straßen- und

Schienenverkehrsader, die Europa,

China und Russland miteinander verbindet.

Dies hat bereits zu erheblichen

Verkehrsinfrastrukturinvestitionen aus

dem Ausland geführt, denn Zentralasien

und der Südkaukasus sind seit

Jahren ein wichtiger Bestandteil von

Chinas Seidenstraßeninitiative. Neben

der Zusammenarbeit mit ausländischen

Investoren bei Transport- und

Infrastrukturprojekten arbeitet Zentralasien

auf den Aufbau eines integrierten

regionalen Energiemarkts hin, laut

Expertenschätzungen ein Markt von

rund USD 400 Milliarden, der für viele

ausländische Investoren attraktiv ist.

Weitere, aktuelle Top-Themen in der

Region sind unter anderem Mobilität,

Nachhaltigkeit und Digitalisierung – alles

Bereiche, in denen österreichische

Firmen erhebliches Know-how und

qualitativ hochwertige Produkte liefern

können.

Eine etwas persönlichere Frage: Wie

ist Ihr Interesse an Zentralasien entstanden?

Was ist das Besondere an

dieser Region?

Ich habe mich immer schon für andere

Kulturen, Sprachen und Menschen

interessiert und habe während meiner

Ausbildung und auch beruflich unter

anderem in den USA, Mexiko, Italien,

Russland und China gelebt. Trotz

meiner vielen Reisen war Zentralasien

für mich – ebenso wie für viele andere

Menschen – ein weißer Fleck auf der

Landkarte. Das wollte ich ändern! Zum

ersten Mal intensiver auseinandergesetzt

habe ich mich mit der Region

während meines dreijährigen Aufenthaltes

in Shanghai, als ich mich

näher mit der Seidenstraßen-Initiative

beschäftigt habe. Deren Entwicklung

wollte ich vor Ort hautnah miterleben

und bei der Erschließung von Geschäftschancen

für österreichische

Unternehmen unterstützen. Es gibt

viele, herausragende Erfolgsgeschichten

österreichischer Unternehmen in

Zentralasien zu erzählen. Um diese

Geschichten vor den Vorhang und ins

mediale Rampenlicht zu bringen, prämieren

wir als AußenwirtschaftsCenter

Almaty jährlich Erfolgsgeschichten

österreichischer Unternehmen in Zentralasien

mit dem Silk Road Biz Award.

Es ist ein Preis, der das Potenzial der

Region aufzeigen und auch weitere

österreichische Exporteure anspornen

soll, sich mit Zentralasien und den vorhandenen

Geschäftschancen auseinanderzusetzen.

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION

047


SOCIETY

Eine Wachstumsregion

mit großem Potential

Die fünf zentralasiatischen Staaten –

Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan,

Turkmenistan, Usbekistan – feiern 2021 das

30-jährige Jubiläum ihrer Souveränität nach

dem Zerfall der Sowjetunion.

Die Region entwickelt sich immer mehr

zum wichtigen Bindeglied zwischen

Asien und Europa. Die aktuelle Lage in

Afghanistan hat die zentralasiatischen

Staaten erneut in den Fokus des geopolitischen

Interesses gerückt. Für die

österreichische Wirtschaft ist Zentralasien

eine interessante Wirtschaftsregion

mit herausragenden Engagements

rot-weiß-roter Unternehmen.

Die neuen souveränen Staaten Zentralasiens

standen in den vergangenen

drei Dekaden vor vielfältigen Herausforderungen.

Die Lieferketten waren

unterbrochen, denn alle Verkehrswege

Dr. Rudolf Thaler, Ehem. Wirtschaftsdelegierter in

Almaty, Los Angeles, Kiew, Warschau, Abu Dhabi und

Stockholm

führten von Zentralasien nach Moskau.

Der Austausch von Strom, Wasser,

Baumwolle, Nahrungsmittel und Rohstoffen

wurde nicht mehr zentral diktiert.

Der Handel innerhalb der Region

war mangels zwischenstaatlicher Transportwege

erschwert. Die Staaten entwickelten

sich von einer Planwirtschaft

zu marktorientierten Volkswirtschaften

unterschiedlicher Ausprägung. Es

bildeten sich starke Präsidentschaften.

Zu Beginn der Unabhängigkeit stand

die Staatenbildung im Vordergrund.

Zunehmende Zusammenarbeit erhöht

die Chancen gemeinsame Interessen

gegenüber großen Playern durchzusetzen

und zwischenstaatliche Herausforderungen

zu lösen.

Die Konnektivität hat sich stark erhöht.

So verbinden Pipelines Kasachstan mit

dem Schwarzen Meer, turkmenisches

Gas wird nach China transportiert,

das Flug-, Schienen- und Straßennetz

wurde ausgebaut und modernisiert.

Die Belt & Road Initiative wurde von

Chinas Staatspräsident Xi Jinping

erstmals in der Hauptstadt Nur-Sultan,

damals Astana, präsentiert, was die

Bedeutung Kasachstans und Zentralasiens

für die logistische Verbindung

von Asien mit Europa unterstreicht.

Der Wirtschaftsboom im Zeitraum von

2000 bis 2014 durch den Export von

Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas und

die damit verbundene Abhängigkeit

von der Entwicklung der Weltmärkte

initiierte Wirtschaftsreformen, den Aufbau

exportorientierter Industrien und

Anstrengungen zur Diversifizierung der

Wirtschaft.

Afghanistan rückt Zentralasien in den

geopolitischen Fokus

Der Abzug der US- und NATO-Truppen

und die Machtübernahme der Taliban

führen zu einem Machtvakuum in

Afghanistan, was wiederum die Angst

vor Extremismus und terroristischer

Aktivitäten in Zentralasien erhöht. China

ist bestrebt seine Handelsrouten

durch Zentralasien nicht zu gefährden.

Russland steht einer Verstärkung der

US-Interessen in Zentralasien reserviert

gegenüber. Die zentralasiatischen

Staaten haben Afghanistan immer als

Wirtschaftspartner gesehen. Nachbarländer

sind Turkmenistan, Tadschikistan

und Usbekistan, wobei letztere

große Bevölkerungsgruppen in Afghanistan

haben. Es gilt eine humanitäre

Katastrophe zu verhindern, die zu einer

Destabilisierung der Region beitragen

könnte. Usbekistan etwa liefert trotz

Außenständen Strom, hält eine Grenze

für humanitäre Lieferungen nach Kabul

offen und bemüht sich als regionaler

Vermittler. Die zentralasiatischen Staa-

Fotos: WKO

FOKUS

048


SOCIETY

ten verfolgen eine pragmatische und

nach allen Seiten offene, “multivektorale”

Außenpolitik.

Zentralasien ist eine attraktive Wachstumsregion

Zentralasien rückt zunehmend auf den

Business-Radar der österreichischen

Unternehmen. Kasachstan ist der

Magnet für ausländische Direktinvestitionen

und der größte Wirtschaftspartner

Österreichs in Zentralasien.

Neben fossilen Brennstoffen verfügt

es über nahezu alle Rohstoffe, die für

Technologien des 21. Jahrhunderts

benötigt werden. Usbekistan ist durch

seine ambitionierten Wirtschaftsreformen

und der Marktgröße der “Rising

Star” in der Region. Kirgisistan und

Tadschikistan verfügen über die weltgrößten

Wasserreserven. Innovative

österreichische Unternehmen sind

auf den Märkten Zentralasiens höchst

erfolgreich. Mein Anliegen als für

Zentralasien zuständiger Wirtschaftsdelegierter

war es, auf diese attraktive

Wachstumsregion aufmerksam zu

machen und die vielfach unbekannten

Spitzenleistungen österreichischer

Unternehmen in Zentralasien mit dem

neu geschaffenen Silk Road Biz Award

in das mediale Rampenlicht zu holen.

Diese Erfolgsstorys sollten Unternehmen

inspirieren und motivieren, sich

mit dieser attraktiven Wachstumsregion

auseinanderzusetzen.

Wussten Sie beispielsweise, dass

• HERZ Armaturen über 100.000 ihrer

Produkte im höchsten Gebäude Zentralasiens

in der Hauptstadt Kasachstans

in einer innovativen Kombination

verbaute,

• STARLINGER & Co in Usbekistan

das größte Sackprojekt Zentralasiens

installierte und der Kunde zum größten

Hersteller von Sackgewebe avancierte,

• mit innovativen Käselinien von BERT-

SCHlaska der usbekische Marktführer

seine Marktstellung weiter ausbauen

konnte,

• ANDRITZ HYDRO in Tadschikistan

den Auftrag zur Modernisierung des

größten Wasserkraftwerks in Zentralasien

erhielt,

• Kogler Möbel Marktführer bei der

Innenausstattung moderner Kinos in

Kasachstan ist und eines der größten

Kinos Zentralasiens ausstattete,

• Oberhofer Stahlbau die größte Stahlkonstruktion

Zentralasiens für den Eispalast

in der Hauptstadt Usbekistans

lieferte.

Als ehemaliger Wirtschaftsdelegierter

in Los Angeles und Kenner der

Startup-Szene im Silicon Valley war ich

beeindruckt vom Drive der jungen Entrepreneure

in den zentralasiatischen

Staaten. Ich spürte in den Inkubatoren

den Mindset des Silicon Valley und

wir hatten dort sogar gemeinsame

Bekannte. Österreich und österreichisches

Know-how haben in Zentralasien

einen guten Ruf. Jetzt ist der ideale

Zeitpunkt potentielle Partner bei Wirtschaftsmissionen

der AUSSENWIRT-

SCHAFT AUSTRIA der Wirtschaftskammer

Österreich kennenzulernen und

bestehende Kontakte zu vertiefen.

Text: Dr. Rudolf Thaler

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION

049


SOCIETY

Die Lage in Afghanistan

aus der Sicht Usbekistans

Die UNO warnt vor einer humanitären Katastrophe in Afghanistan.

Unser Gastautor Christian Wehrschütz hat mit dem Sondergesandten

des usbekischen Präsidenten, Ismatilla Irgaschew, gesprochen.

Unmittelbar vor Beginn der kalten

Jahreszeit drohen mehr als der Hälfte

der 23 Millionen Afghanen Engpässe

bei der Versorgung mit Lebensmitteln.

Die Kombination aus Trockenheit,

Krieg, Krise und Corona haben massive

Folgen für den Lebensstandard der

Bevölkerung. Vor einer humanitären

Katastrophe warnt auch das Nachbarland

Usbekistan, über das nicht

nur humanitäre Kontakte, sondern

auch politische Verbindungen zu den

Taliban laufen.

Der 61-jährige Ismatilla Irgaschew beschäftigt

sich seit seiner Studienzeit

mit Afghanistan; er spricht die Landessprache

und war im sowjetischen

Afghanistan-Krieg zwei Jahre im Land

im Einsatz. Usbekistan tritt dafür ein,

dass die eingefrorenen afghanischen

Devisenreserven freigegeben werden;

das begründet Ismatilla Irgaschew so:

„Man darf Afghanistan nicht isolieren,

sondern muss mit der neuen Führung

Ismatilla Irgaschew im Gespräch mit Christian

Wehrschütz

sprechen und dadurch auf sie einen

positiven Einfluss ausüben. Man muss

wirtschaftlich helfen, damit sich das

Leben des Volkes verbessert; durch

die schrittweise Verbesserung der

wirtschaftlichen Lage wird sich auch

die Lage der Menschenrechte und

auch der Frauen verbessern.“

Der usbekische Außenminister war

bereits in Kabul, und Anfang Oktober

fand in der usbekischen Grenzstadt

Termez ein hochrangiges Treffen

beider Seiten statt. Ein Ergebnis ist,

dass Usbekistan weiter Strom liefert,

obwohl Afghanistan seine Schulden

von mehr als 10 Millionen US-Dollar

derzeit nicht bezahlen kann. Zu den

weiteren Ergebnissen des Treffens

zählt Ismatilla Irgaschew:

TALIBAN UND DER NORDEN

„Die Taliban haben an der Nordgrenze

zu Usbekistan keine Verbrechen verübt

und sich auch nicht an früheren

Mitarbeiter staatlicher Organe

gerächt. Durch unseren Dialog mit

den neuen Machthabern haben wir

erreicht, dass in der Nordprovinz

Balch die Mädchen von der ersten bis

zur 12. Klasse die Schule besuchen. In

den anderen Provinzen besuchen die

Mädchen nur bis zur sechsten Klasse

die Schule. Bei unserem Treffen sagte

uns die afghanische Delegation, dass

diese Erfahrung aus Balch in weiteren

vier Provinzen im Norden umgesetzt

wird. Bis Jahresende soll das in ganz

Afghanistan der Fall sein, was eine

große Sache ist.“ Usbekistan hat die

Genfer Flüchtlingskonvention nicht

unterzeichnet und auch keine Flüchtlinge

aus Afghanistan aufgenommen;

das begründet der Sondergesandte

des usbekischen Präsidenten so:

KEINE FLÜCHTLINGE

„Wir sprechen schon sehr lange mit

allen politischen Kräften in Afghanistan,

auch mit den Taliban. Wir wollen

den politischen Dialog in Afghanistan

unterstützen, um eine nationale Aussöhnung

zu erreichen, weil das die

Voraussetzung für einen dauerhaften

Frieden ist. Daher haben wir keine

Flüchtlinge aufgenommen, die Vertreter

politischer Gegner der neuen

Machthaber sein könnten. Das würde

sich negativ auf unsere Neutralität

auswirken. Hinzu kommt, dass Flüchtlinge

für uns auch eine enorme soziale

und wirtschaftliche Belastung wären.“

Usbekistan war im Sommer nicht

nur die Drehscheibe bei der Rettung

afghanischer Flüchtlinge, sondern

informierte auch schon lange davor

den Westen über seine Einschätzung

der Lage, die sich oft von dem Bild

unterschieden hat, das etwa die USA

von Afghanistan hatten. [Anm. d. Redaktion:

Interview fand Ende Oktober

2021 statt]

Foto: Privat

FOKUS

050


SOCIETY

30 Jahre Zerfall

der Sowjetunion

An der Diplomatischen Akademie Wien wurde zu

diesem Thema eine Veranstaltung, organisiert vom

Österreichischen Institut für europäische Politik und

Sicherheitspolitik unter Führung von Werner Fasslabend

und dem Zentrum für humanitären Dialog unter

David Harland, abgehalten.

Am achten Dezember 1991 fassten die

Delegationen aus den damaligen sowjetischen

Teilrepubliken Weißrussland,

der Ukraine und Russlands in einem

Jagdhaus in der Beloweschka Heide

den Beschluss, die krisengeschüttelte

Sowjetunion aufzulösen und die lose

„Gemeinschaft Unabhängiger Staaten“

zu bilden. Das historische Dokument,

das diese Auflösung festlegt, beginnt

mit folgenden Worten: „Wir, die Republik

Weißrussland, die Russländische

Föderation, die Ukraine, als Staaten -

Gründer der Union der Sozialistischen

Sowjet-Republiken, Unterzeichner des

Unionsvertrages des Jahres 1922, im

weiteren Hohe Vertragsschließende

Parteien genannt, stellen fest, dass die

Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken

als Subjekt des Völkerrechts

und als geopolitische Realität, aufhört

zu existieren.“

In weiterer Folge werden dann in 14

Artikeln die Gründung und die Ziele

der losen Gemeinschaft Unabhängiger

Staaten festgehalten, wobei es darunter

auch Bestimmungen zur Regelung

der Atomwaffen und der Folgen der

Katastrophe von Tschernobyl gibt.

Unterzeichnet haben die „Vereinbarung“

je drei Vertreter der drei Republiken,

darunter der damals bereits gewählte

russische Präsident Boris Jelzin, seine

rechte Hand und damals stellvertretender

Regierungschef Gennadi Burbulis,

sowie für die Ukraine Präsident Leonid

Krawtschuk und Witold Fokin (Regierungschef)

und für Weißrussland Stanislav

Schuschkewitsch (Parlamentspräsident)

und Wjatscheslaw Kebitsch

(Regierungschef).

Dieser historischen Vereinbarung war

Mitte November an der Diplomatischen

Akademie in Wien eine Podiumsdiskussion

gewidmet, die das Österreichische

Institut für europäische Politik und

Sicherheitspolitik unter Führung des

ehemaligen Verteidigungsministers

Werner Fasslabend und das Zentrum

für humanitären Dialog unter David

Harland organisiert haben. Die Veranstaltung

bestand aus zwei Teilen, wobei

am ersten Podium unter Führung von

Botschafter Martin Sajdik Zeitzeugen

vertreten waren, die im Dezember 1991

eine Schlüsselrolle bei der Auflösung

der Sowjetunion gespielt haben. Von

den sechs damaligen Unterzeichnern

des Dokuments sind Boris Jelzin und

Wjatscheslaw Kebitsch bereits verstorben,

während Leonid Kratwschuk

zwar noch in Kiew lebt; doch sein

Gesundheitszustand ließ eine Reise

nach Wien nicht zu; aber auch Stanislav

Schuschkewitsch konnte von Minsk

nicht anreisen, war aber über eine Videowand

in den voll besetzten Saal der

Diplomatischen Akademie zugeschaltet.

Am Podium saßen Witold Fokin,

Gennadi Burbulis sowie der frühere

weißrussische Außenminister Piotr

Krawtschenko, der bei der Formulierung

der „Vereinbarung“ in der Beloweschka

Heide eine wichtige Rolle gespielt hat.

Diesen vier Personen stellte Martin Sajdik

zu Beginn der Diskussion die Frage,

mit welchen Erwartungen und Plänen

die drei Delegationen zu dem Treffen

gekommen waren, das bereits am 7. Dezember

begonnen hat. Darauf antwortete

etwa Stanislav Schuschkewitsch,

dass für ihn und Weißrussland vor

allem die Wirtschaftskrise das Hauptmotiv

gewesen sein, das zur Einladung

zu diesem Treffen geführt habe. Dabei

ging es etwa um die Sicherstellung der

Gasversorgung für die Bevölkerung

im Winter, während für ihn die Zukunft

der Sowjetunion zunächst kein Thema

gewesen sei. Schuschkewitsch war aber

auch klar, dass die Verhandlungen mit

Michail Gorbatschow über einen neuen

Unionsvertrag für die Sowjetunion nur

wenig Chancen auf Erfolg hatten; in die-

Foto: SOCIETY/Pobaschnig

FOKUS

052


SOCIETY

Die Mitglieder des zweiten Panels: Christian Wehrschütz, Wolfgang Schüssel, Emil Brix, Horst Teltschik und Thomas E. Graham

sem Zusammenhang betonte der Ukrainer

Witold Fokin, dass es nicht gelungen

sei, fruchtbringend zu reden. Er, Foktin,

sei zu dem Treffen nach Weißrussland

mit dem Ziel gekommen, die Chance

zu nutzen, einen unabhängigen Staat

aufzubauen. Diesen Willen hatte die Bevölkerung

beim Referendum am 1. Dezember

1991 bereits klar zum Ausdruck

gebracht. Fokin betonte, dass es viele

falsche Gerüchte über das Treffen in der

Beloweschka Heide gebe; Tatsache sei

aber, dass die drei Delegationen in den

zwei Tagen sehr konstruktiv gearbeitet

haben. Gennadi Burbulis schilderte die

Ausgangslage, die vor dem Treffen der

drei Delegationen geherrscht habe.

Mit Gorbatschow sei eine Vereinbarung

nicht möglich gewesen, zumal

die Ukraine unter Präsident Leonid

Krawtschuk dazu nicht bereit gewesen

sei. Boris Jelzin habe mit Krawtschuk

gesprochen, doch dieser sei weder zu

einer Föderation noch einer Konföderation

bereit gewesen; somit blieb nur die

„Gemeinschaft Unabhängiger Staaten“,

wobei die Sowjetunion bereits durch

den gescheiterten August-Putsch

gegen Gorbatschow ihren Todesstoß

erhalten habe. Am 24. August 1991 proklamierte

das ukrainische Parlament

noch unter dem unmittelbaren Eindruck

des Putsches mit großer Mehrheit

die Unabhängigkeit der Ukraine,

und beschloss zugleich die Abhaltung

eines Referendums über die Frage der

Unabhängigkeit. Die Bedeutung des

Putsches betonte auch der ehemalige

weißrussische Außenminister Piotr

Kratwschenko; beim Treffen in der Beloweschka

Heide habe die Sowjetunion

de facto nicht mehr bestanden.

Dieser „Zusammenbruch“ habe auch

das Ende des Kommunismus bedeutet,

unterstrich Krawtschenko; er

betonte ebenso wie Burbulis, dass es

keinen Bürgerkrieg gegeben habe, ein

Erfolg, der nicht hoch genug bewertet

werden kann, zumal damals der blutige

Zerfall des sozialistischen Jugoslawien

mit dem Krieg in Kroatien bereits in

vollem Gange war. Das zweite Panel

befasst sich dann mit den Folgen des

Endes dieses größten Staates der Erde.

Geleitet wurde es von Emil Brix, dem

Direktor der Diplomatischen Akademie.

Er diskutierte mit dem früheren Bundeskanzler

Wolfgang Schüssel, mit Horst

Teltschik, dem ehemaligen Berater des

deutschen Bundeskanzlers Helmut

Kohl, mit Thomas E. Graham, einem Mitglied

des Council on Foreign Relations

und mit dem Journalisten Christian

Wehrschütz.

Wolfgang Schüssel betonte die Bedeutung

eines Dialoges mit Russland,

während Horst Teltschik das Verhalten

des Westens kritisierte, welcher Russlands

Bereitschaft zur Zusammenarbeit

und seine Anliegen in den Jahren nach

dem Zerfall der Sowjetunion viel zu sehr

unberücksichtigt gelassen habe. Thomas

Graham, der in den Jahren vor dem

Zusammenbruch an der US-Botschaft

in Moskau tätig war, betonte, dass der

Zusammenbruch der Sowjetunion für

die USA nicht unerwartet kam, wobei

die Art ihres Endes nicht voraussehbar

gewesen sei. Abgesehen von der Unabhängigkeit

der drei baltischen Staaten

hätten die USA aber bis zuletzt Michail

Gorbatschow bei seinem Bemühen

unterstützt, eine erneuerte Föderation

zu bilden, unterstrich Graham.

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION

053


Almost 30 Years of

Diplomatic Relations

SOCIETY interviewed H.E. Rovshan Sadigbayli,

Ambassador of Azerbaijan to Austria, asking him

about the Austrian-Azerbaijani relations, economic

cooperation and Azerbaijan’s multilateral agenda.

What is the current status of the

relations and on which areas would

you, as Ambassador, like to work on

specifically?

Azerbaijan and Austria enjoy good,

friendly relations and we are very much

interested in a further development of

these ties. Mutual visits at the highest

levels over the past years have been

instrumental in maintaining positive

dynamics in our relations.

Next year we will be marking the 30th

anniversary of the establishment of

diplomatic relations. To date, some

41 documents have been signed

between Azerbaijan and Austria. The

signing of the „Joint Declaration on

Friendship and Partnership” between

Azerbaijan and Austria on May 13, 2013

was an important milestone. There are

a number of areas where Azerbaijan

and Austria work together successfully.

Economic and trade ties have

great potential for mutually beneficial

cooperation. Tourism, “green” energy,

health care and agricultural sectors in

Azerbaijan can be particularly attractive

for Austrian companies. Over 50

Austrian companies currently have

businesses in Azerbaijan. Austrian Rail

Cargo Group is using the trans-Caspian

transport corridor passing through

Azerbaijan for movement of cargo from

Foto: SOCIETY/Pobaschnig

NEW AMBASSADORS 054


SOCIETY

Asia and Europe and vice versa. This

route, which Azerbaijan developed

over the past decades, becomes even

more attractive in a post-COVID 19

world, as strengthening the resilience

of supply chains becomes a priority

for many countries.Export of Azerbaijani

products to European-, including

Austrian markets has great potential

and we are actively engaging with

Azerbaijan Trade House, headquartered

in Warsaw, Poland, to promote the

export of products from Azerbaijan

to Austria.Promoting cultural ties

and people-to-people contacts is an

important part of the Embassy’s work,

including through the Cultural Center

of Azerbaijan in Vienna. The Center

has been instrumental in promoting

Azerbaijani culture and music through

cultural events.

What are advantages for Austrian

companies operating in Azerbaijan?

The stability and predictability prevailing

in Azerbaijan is one of the main

conditions for every investor. Azerbaijan’s

economy, especially its non-oil

sector has been developing rapidly

over the past years. During eight

months of 2021, the non-oil industry

of Azerbaijan grew by 18.4 percent.

Scoring 72.4 out of 100 points possible

on the SDG achievement index, Azerbaijan

ranks 55th out of 165 countries

in the 2021 Sustainable Development

Report with the best result in the region.

Due to its geostrategic location,

Azerbaijan actively participates in

building regional connectivity projects,

such as East-West, North-South,

South-West transportation corridors,

thus becoming one of Eurasia‘s primary

reliable transport and logistics hubs.

Azerbaijan has put into operation the

Baku International Trade Seaport in

Alat with cargo handling capacity of

15 million tons per year, which can

be increased up to 25 million tons.

Azerbaijan is interested in attracting

foreign direct investments in different

areas of the economy, such as industry,

agriculture, tourism and transport.

The Government’s reform agenda that

includes improving business environment

and diversifying the economy

contributes to this goal. A single

e-government portal functions as a

gateway for businesses and individuals

to access e-services provided by the

public agencies on a “one stop shop”

principle. In July 2021, a groundbreaking

ceremony of Alat Free Economic

Zone (AFEZ), which will cover a total

area of 850 hectares, was held. AFEZ

with its law and regulations provides

a number of advantages for foreign investors,

such as tax exemption, no restriction

on foreign ownership, investment

protection against expropriation

and repatriation of profit etc. AFEZ as

well as industrial parks and zones can

offer investment opportunities for Austrian

companies. Double taxation and

bilateral investment protection agreements

between our countries, which

were signed in 2000, build a solid basis

for protection of Austrian investments

in Azerbaijan.

What are the priorities of Azerbaijan

regarding international organizations

in Vienna?

Azerbaijan attaches importance to

multilateral cooperation. Unconditional

respect for the fundamental

principles of international law, such as

respect for the sovereignty, territorial

integrity and inviolability of the internationally

recognized borders of States

lies at the heart of our cooperation

within the UN and the OSCE. The end

of the armed conflict and the signing

of the trilateral statements of November

10, 2020 and January 11, 2021

by Azerbaijan, Armenia and Russia

transformed the political and security

landscape in the South Caucasus.

The priorities of Azerbaijan at this

post-conflict stage are the soonest

and effective rehabilitation, reconstruction

and reintegration in the liberated

territories of Azerbaijan, as well

as reconciliation and normalization of

inter-State relations with Armenia. The

OSCE can contribute to consolidating

peace and stability in our region by

supporting the full implementation

of above-mentioned statements.

Maintaining and further strengthening

nuclear security at the regional and

global level is equally important for us

and we actively support international

cooperation in developing nuclear

security regulations and standards

with IAEA. Furthermore, Azerbaijan has

benefited from the Agency’s Technical

Cooperation Programme in various

priority areas such as human health,

water resources management, human

resources development in nuclear physics,

the establishment of a national

regulatory framework and agriculture.

We value the cooperation with the

UNODC in the fight against illicit trafficking

of narcotics and psychoactive

substances, corruption, cybercrime,

terrorism and transnational organized

crimes. Azerbaijan actively participates

in the joint UNODC-World Customs

Organization Container Control

Programme (CCP). Several border

control units at various land and sea

ports of Azerbaijan are integrated into

the CCP and successful results have

been achieved already. We are sharing

our best practice in preventing and

combating corruption both within

UNODC and the International Anti-

Corruption Academy (IACA), including

raising awareness about our programmes

on effective public service delivery.

Azerbaijan is proud to have created

its national brand – ASAN Service – of

public service delivery, where numerous

services by government agencies

are delivered in an efficient and

transparent way from one-stop shops

throughout the country. ASAN Service

has been granted the United Nations

Public Service Award (UNPSA) in the

category of “Improving the delivery of

public services”. Taking into account

our country’s needs and priorities

we are interested in strengthening

cooperation with UNIDO in areas

such as waste and water management,

renewable energy and energy

efficiency, promotion of investments,

development of the non-oil sector,

including micro, small and medium

sized enterprises and establishment

of special economic zones (industrial

parks, free economic zones, industrial

estates, etc.); strengthening quality

infrastructure and connectivity.

AZERBAIJAN

055


SOCIETY

New Impulses

for Cooperation

H.E. Laura Faxas, Ambassador of the Dominican

Republic, spoke to SOCIETY Magazine about the

Dominican community living in Austria, COVID-19’s

impact on her country’s tourism sector and the

future of energy supply.

Representing the Dominican Republic

as Ambassador here in Austria, how

would you like to see the relations

between the two countries develop,

respectively, what is the current status

of these ties?

We want to transform relations between

Austria and the Dominican Republic,

give them life and new content.

We have a long-lasting diplomatic relation

with Austria, established already

in 1938, but during all these years, we

haven’t been able to effectively deliver

on the promise of exchange trade

and cooperation. Taking 2019-2020 as

a reference, trade between the two

countries was relatively low and is

favourable to Austria. The Dominican

Republic exports less than a million

dollars a year to Austria, mainly cigars,

rum and also sporadic exports of cocoa

and fresh fruits. However, Austria

exports more than 20 million dollars a

year to our country in goods from the

pharmaceutical industry, electrical

equipment and supplies, machinery,

dairy products, paper and cardboard

products, among others. We would

like to promote exports of Dominican

products to Austria in order to change

these data, and we would also like to

have a more significant presence of

Austrian companies in the Dominican

Republic. We want Austria to get to

know the Dominican Republic, its culture,

its people, its exportable offer and

the wide opportunities and facilities

for investment. That is why, firstly, we

want to establish a regular political

dialogue between our two countries

that can frame all our relations. Our

second priority is the development

of trade and investment. We want to

open new markets and exchanges in

areas of interest for the two countries.

Our target is seeking investments in

renewable energy, education, waste

management and hospital waste, water

management and treatment, science

and technology, innovation and

construction, among others. In terms

of cooperation, we have great interest

in opening spaces for cooperation and

exchange of good practices where

Austria has shown its excellence in climate

change management, renewable

energy, solid waste management, and

hospital waste, water management,

construction of social housing, innovation,

education. At the same time,

we want to strengthen and encourage

cooperation in tourism, which has proved

to be a major contributor to the

GDP of both countries. For my part, I

have a great desire to make music and

cinema two important elements on

the binational cultural agenda.

How do you plan to engage with the

Dominican community living here in

Austria?

The Dominican diaspora is at the

heart of the management of our

Embassy. It is, together with the

promotion of trade and investment,

and Human Rights and democracy,

one of the three priority axes of

the new foreign policy of President

Luis Abinader, led by our Minister of

Foreign Affairs Roberto Alvarez. The

Dominican Republic is a country that

has built its identity through different

migratory waves that have marked

the richness of our cultural diversity.

However, the Dominican Republic is

also a country of emigration, about

10% of the Dominican population lives

abroad. A fact that few people know

is that, in Austria alone, more than

4.000 Dominicans reside and that the

Dominican community is the second

most important among the population

of Latin American origin residing

in Austria. In this sense, our efforts

will be aimed at achieving a greater

rapprochement of the Embassy to

the Dominican community living

in Austria to learn more about their

needs. One of our objectives will be

the provision of permanent channels

of communication with community

leaders to organize periodic work

sessions, in order to guide them on

their rights and obligations in Austria

and the countries of the concurrence.

Also, we want to offer Dominicans residing

in this part of the world support

to strengthen their identity.

Foto: SOCIETY/Pobaschnig

NEW AMBASSADORS

056


SOCIETY

The Dominican Republic has one of

the largest GDP in the Caribbean,

with one important pillar being the

tourism sector. Which impact did the

COVID-19 crisis have on your country’s

economy?

The Latin American region has been the

most affected economically, and particularly

the countries of the Caribbean

sub region, due to the fragility of these

economies, their vulnerability to natural

disasters and climate change, the high

levels of openness and their strong

dependence on tourism.Certainly, the

growth of the GDP of the Dominican

Republic has been one of the highest

in Latin America, maintaining sustained

growth for more than 20 years

and with tourism being an important

contribution to the national economy.

The COVID-19 pandemic impacted the

Dominican Republic in a very negative

way. Economic indicators during the

first year of the pandemic (2020) fell

significantly, widening the fiscal deficit

due to the reduction in income and the

increase in social spending. Despite the

gloomy outlook, as of the third quarter

of 2020, a slow process of economic

recovery began with the formal opening

of air and maritime borders and flexibility

for international air traffic under

the Responsible Tourism Recovery

Plan, through which internationally

certified health safety protocols were

implemented.Like tourism, the other

sectors of the Dominican economy are

on the mend. Thus, the GDP registered

a growth rate of 3.1% in the first quarter

of 2021, as a consequence of the reactivation

of almost all economic sectors.

After the 2020 recession, there are

prospects for double-digit growth.

The Dominican Republic is striving to

generate a quarter of its energy from

renewable sources by 2025. How can

this goal be achieved?

The Dominican Republic gives capital

importance to the electricity sector,

so the issue of renewable energies

is among the government’s priorities

as a state policy and as a goal of the

National Energy Plan, since it seeks to

increase generation capacity, reduce

dependence on imports of fossil fuels,

promote private investment in electricity

generation, mitigate the negative

environmental impact generated by

fossil fuels, as well as promote the

competitiveness of the sector to have a

diversified, sustainable and clean energy

matrix. For decades, our electricity

system has been deficient not only in

power generation and transmission but

also in distribution, resulting very costly

for both the government and users as

well. The adaptation of the institutional

and regulatory framework able to attract

investment capitals as well as the

required technical expertise associated

to the integration of different renewable

energy to the interconnected system

are also challenges to be addressed

by the energy sector. Wind and solar

energy are the most profitable options

of the renewable energy matrix. The

Dominican Republic offers extraordinary

investment opportunities to the

private sector to invest in clean energy

projects. We have the doors open to

Austrian investors interested in learning

more about the benefits our country

offers, not only regarding investment in

this sector, but in the industry, agriculture,

agribusiness, tourism and other

services sectors.

DOMINICAN REPUBLIC

057


Building a

better Panama

SOCIETY Magazine spoke with the Ambassador of

Panama to Austria, H.E. Dario Ernesto Chiru Ochoa,

about topics like the Panamanian-Austrian relationship,

post-COVID-19 recovery and renewable energy.

Since July 5, 2021, you are Ambassador

of Panama to Austria. What are

your main objectives for your current

term?

Our main priorities are to strengthen

and intensify the bilateral relationship

with the Federal Government,

the constituted authorities and

Parliaments in the regions, as well as

to enhance the common interests

between the two countries. Furthermore,

we want to explore the best ways to

implement cooperation programs and

facilitate the exchange of technologies

and training as well as to promote the

Austrian and Panamanian business

sectors. Also, we are committed to

make the best use of the benefits and

opportunities offered by the Association

Agreement between the EU and

Central America and to enhance the

logistics hub of Panama as a base for

commercial exchange, investments

and business with Austria.

What connects Panama with Austria?

How would you describe the current

relations between the two countries?

Panama and Austria established

diplomatic relations on January 15,

1904, which means that we have

already enjoyed more than 117 years of

diplomatic relations. Both countries

Foto: SOCIETTY/Karakan

NEW AMBASSADORS

058


SOCIETY

Panama and Austria established diplomatic relations on January 15,

1904, which means that we have already enjoyed more than 117 years

of diplomatic relations.

share a foreign policy characterized

by neutrality – Austria through its 1955

Declaration of Neutrality and Panama

through its 1977 Panama Canal Neutrality

Treaty. The Republic of Austria is

represented by an Honorary Consulate

General in Panama. In 2016, the Republic

of Panama moved from the area of

jurisdiction of the Embassy of Austria

in Mexico to the Embassy of Austria in

Colombia. Just like Austria is known as

the logistics center of Europe, Panama

is the logistics center of the Americas,

thanks to its geostrategic position.

There is potential for both countries to

develop business together, as Panama

is one of Austria’s most important

economic partners in Central America.

Bilateral trade volume is still small, but

it has good growth prospects.

In which areas would you like to further

strengthen the cooperation?

We have just signed an agreement on

air transport which may allow direct

cargo or passenger flights. We will work

on promoting the interests of small

and medium-sized Austrian companies

with recognized potential for the

transfer of innovative technologies,

industrial, agro-industrial and hightech

models of interest to Panama,

to examine business opportunities in

Panama, on their own or through Joint

Ventures with Panamanian SMEs. We

are also working on the development of

contacts and relationships with universities

and innovation centers in Austria

in order to promote collaboration and

exchanges of academics, teachers, and

students in the framework of training

programs as well as scholarship programmes.

and what are the measures being

taken by the government to cushion

these effects?

Panama had one of the strongest

growth rates in Latin America and the

Caribbean (LAC) before the COVID-19

crisis. The country’s economy grew

by an average of 4.7% between 2014

and 2019, while LAC grew by 0.9%.

But Panama also suffered one of the

most severe COVID-19 outbreaks and

economic descents of LAC. Panama’s

Gross Domestic Product (GDP)

contracted 17.9% in 2020. Panama

responded to the COVID-19 crisis by

maintaining approximately the same

levels of investment as in 2019, while

expanding social spending, despite a

large drop in revenues of 21.2% in 2020.

The National Government presented

the Economic Recovery Plan for the

reactivation of the Panamanian economy.

The plan contemplates actions

aimed at the immediate, short and

medium term, which includes programs

such as: Opportunity Banking,

support for micro, small and medium

enterprises, Guarantee Fund, Panama

Agro Solidarity Program, Recovering

My Neighborhood Plan, reinforcement

of the Housing Solidarity Fund and the

Special Fund for the Strengthening

of Credit. Recently, Panama’s energy

Minister Jorge Rivera stated that he

wanted to advance a clean energy

push by embracing ethanol as a source

of gasoline and end the use of heavy

fuels and coal for power plants by 2023.

Why is it important for a country but

also for the whole world to strive for

an environmentally friendly energy

policy?

Panama aims to partially replace

hundreds of thousands of barrels of

fuel per day with biofuels, and make

greater use of renewable energy

sources (among other measures). The

Cabinet Council by Cabinet Resolution

No. 93 of November, 24, 2020, approved

the Strategic Guidelines of the Energy

Transition. This document specifies

that the Panamanian government

seeks to make an energy transition that

is just, inclusive, and equitable with a

view to building a better Panama.

Panama has been one of the fastest

growing economies in Latin America

over the past decade. What impact did

COVID-19 have on Panama’s economy

H.E. Dario Ernesto Chiru Ochoa spoke with SOCIETY editor in chief Tanja Tauchhammer

PANAMA

059


SOCIETY

Es ist immer noch das

Menschliche, das zählt

Anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft und der

30-jährigen slowenischen Unabhängigkeit traf

SOCIETY Magazin S.E. Aleksander Geržina, den

abermals neu akkreditierten Botschafter

Sloweniens in Österreich.

Sie sind seit dem 05.07.2021 wieder slowenischer

Botschafter in Österreich,

davor waren Sie dies bereits von 2009

bis 2013. Was hat sich aus Ihrer Sicht

seit Ihrem ersten Mandat als Botschafter

in Österreich geändert?

Eigentlich ist Wien so wie es immer

war, mit all seinen positiven und

manchmal negativen Seiten. Hier zu leben

und zu wohnen ist wunderschön.

Die Stadt ist aber eine wirkliche Metropole

geworden. Nicht alle Bauarbeiten

sind vermutlich unbedingt notwendig

und logisch, aber man sieht, dass es

der Stadt nicht an Geld mangelt. Besonders

aufgefallen ist mir außerdem,

dass sich die Gesprächsbereitschaft

in manchen Regierungsämtern im Vergleich

zu meiner ersten Amtszeit verändert

hat. Man wartet jetzt viel länger

auf Termine, als das noch vor acht oder

zehn Jahren der Fall war. Damals war

es ganz normal, ein Treffen mit hohen

Regierungsvertretern noch am selben

Tag abhalten zu können.

Und ihre Aufgabe selbst hat sich

wahrscheinlich auch verändert,

nehme ich an.

Die Aufgabe eines Diplomaten bleibt

in ihrer Definition eigentlich immer

dieselbe. Es geht darum, Kontakte zu

pflegen, wichtigen Gesprächspartnern

gewisse Nachrichten zu überbringen,

die politische Landschaft zu beobachten

und in Folge die eigene Regierung

zu informieren. Das ist Diplomatie.

Es gab Versuche, die diplomatische

Tätigkeit zu modernisieren oder zu verändern,

aber im Grunde ist das nicht

möglich. Gut, man hat jetzt Telefone

und es gibt moderne Technik. Das

ermöglicht und erleichtert vieles, aber

am Ende des Tages läuft es immer auf

das Gespräch zwischen Menschen

und den menschlichen Kontakt hinaus

– es ist immer noch das Menschliche,

das in der Diplomatie zählt.

Am 1. Juli 2021 hat Slowenien zusammen

mit Deutschland und Portugal

den Dreiervorsitz für sechs Monate

im Rat der EU übernommen. Worauf

wird Slowenien während der Ratspräsidentschaft

besonders seinen Fokus

legen?

Die Ratspräsidentschaft ist eine von

vielen Aufgaben, die noch hinzukommt,

sie endet aber nach sechs

Monaten. Ich würde nicht sagen, dass

sie unsere Hauptaufgabe ist, aber

ein großer Teil meiner Tätigkeit ist

momentan diesem Aspekt gewidmet.

[Anm. der Redaktion: das Interview

fand im November 2021 statt, die

EU-Ratspräsidentschaft endet mit 31.

Dezember 2021]. Das Geschehen in

der Europäischen Union ist sehr rege.

Seit es den Lissabonner Vertrag gibt,

ist aber derjenige Mitgliedstaat, der die

Präsidentschaft innehat, etwas weniger

im Fokus. Davor war das jeweilige

Land wirklich sehr wichtig und es hat

auch inhaltlich die Agenda gesetzt.

Jetzt machen das die Kommission

und der Rat, aber es ist dennoch noch

immer genug Spielraum vorhanden,

sodass auch das jeweilige Mitgliedsland,

das die Präsidentschaft innehat,

einige Anstöße für die EU als Gesamtes

geben kann. Wir haben unseren

Fokus jedenfalls auf die Zukunft

Europas gerichtet. Das ist wichtig, weil

wir uns gerade in einer Krise befinden,

außerdem besteht weiterhin die Frage

der EU-Osterweiterung. Zusätzlich haben

wir noch an Aufgaben im Bereich

des Umweltschutzes gearbeitet, auch

in Zusammenhang mit der Klimakonferenz

in Glasgow. Hier hatten wir die

Rolle eines Koordinators der EU Standpunkte

inne und mussten zudem als

Vermittler zwischen der EU und den

Mitgliedsländern fungieren. Abgesehen

davon, handelt es sich mehr oder

weniger um eine vererbte Agenda von

früheren Präsidentschaften, was aber

dennoch mit viel Arbeit verbunden ist.

Man ist der erste Ansprechpartner für

viele Fragen und muss eine Vielzahl

von Besuchen koordinieren. Außerdem

haben wir zum Beispiel monatlich

Foto: SOCIETY/Pobaschnig

NEW AMBASSADORS

060


SOCIETY

Mittagessen für Botschafter *innen

und Mitglieder der Bundesregierung

und den Bundespräsidenten organisiert.

Am 18. Juni 2021 feierte Slowenien 30

Jahre Unabhängigkeit. Was sind für

Sie die größten Errungenschaften der

letzten drei Dekaden?

Wir waren das erste der Ex-Jugoslawischen

Länder, welches in die EU

aufgenommen wurde. Wir hatten 2008

als erstes Land aus Osteuropa die

Ratspräsidentschaft inne. Slowenien

war auch das erste neue EU-Mitgliedsland,

das den Euro angenommen hat

und im Zuge dessen sind wir auch

dem Schengen-Raum beigetreten. Wir

waren also ein totaler Vorzeigeschüler,

aber dann ist alles etwas anders

verlaufen – wie auch in anderen EU

Ländern. Wir haben uns teilweise in

heiklen Situationen wiedergefunden,

die uns beeinträchtigt haben. Die

finanzielle Krise, die Migrationsproblematik,

die COVID-19 Pandemie – diese

Ereignisse haben uns alle gefordert.

Auf manche waren wir nicht so gut

vorbereitet, wie wir gedacht hatten,

und das ist eben ein Punkt, wo ich

meine, dass wir wahrscheinlich nicht

alles so gut gemeistert haben, wie wir

das eigentlich hätten sollen. Es war

definitiv nicht einfach für die EU.

Durch die Pandemie ist schon ein Riss

in der EU entstanden, oder?

Ja, ich denke, diese Krise geht tiefer

als die Pandemie. Ich glaube, dass

einer der Hauptgründe dafür die Kluft

zwischen Osten und Westen ist. Der

Osten der EU hat Erfahrung mit dem

Kommunismus gemacht, der Westen

nicht. Und wahrscheinlich sind auf

Grund der verschiedenen geschichtlichen

Erfahrungen – zum Beispiel was

die Frage der Menschenrechte anbelangt

– die Ansichten oftmals unterschiedlich.

Ich glaube, wir sollten uns

vielmehr darüber unterhalten, wie wir

diese Krise bewältigen, denn ich denke,

dass diese Kluft wahrscheinlich die

größte Gefahr für die Zukunft der Europäischen

Union darstellt. COVID-19

– das müssen und werden wir meistern,

aber dieser Spalt zwischen Osten und

Westen macht mich nachdenklich, weil

es schon etwas ist, was längerfristig

doch viel Schaden anrichten kann.

Wie sehen Sie dann die Osterweiterung

der EU?

Die Osterweiterung der EU war natürlich

notwendig, weil Europa sofort

nach dem Fall der Berliner Mauer und

nach dem Zerfall des Kommunismus

weitergehen wollte. Der Westen wollte

helfen, auch weil er im Kalten Krieg einfach

zugesehen hat, was im Osten passiert.

Slowenien wollte sofort Teil der

EU werden und das war auch richtig

so. Aber rückblickend haben wir uns in

Sachen geschichtlicher Aufarbeitung

auf der Linie West – Ost nicht sehr viel

miteinander beschäftigt. Es sind hier

innerhalb eines Gebildes, das auf einer

liberalen, westlichen Ordnung basierte,

zwei verschiedene Welten aufeinandergetroffen.

Wir im Osten hatten

eine komplett andere Erfahrung, die

der Westen nicht hatte und das ist, so

glaube ich, ein längerfristiger Aspekt

der viel intensiver ausdebattiert werden

muss, als wir das dachten und das

bisher der Fall war.

SLOWENIEN

061


SOCIETY

Investitionen sind die

beste Entwicklungspolitik

Stefan Liebing, Unternehmer und Vorsitzender des

Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, analysiert das

Potenzial Afrikas und plädiert für eine engere

Zusammenarbeit mit unserem Nachbarkontinent.

Das Corona-Jahr 2020 war geprägt

von einem Einbruch der weltweiten

Wirtschaftsleistung. Gerade einmal

26 Staaten konnten ein Wachstum

verzeichnen, 12 davon liegen in Afrika.

Das zeigt, dass auf unserem Nachbarkontinent

eine positive Entwicklung

stattfindet, die oft übersehen wird.

Bereits vor der Pandemie ist Afrika

vor allem durch hohes Wirtschaftswachstum

aufgefallen und es haben

sich auch viele andere Indikatoren

in die richtige Richtung entwickelt.

Bildung, Gesundheitsversorgung,

Korruptionsbekämpfung und Infrastruktur:

Afrika ist anders, als es das

Klischee erwarten lässt. Auch der

krisenbedingte Wirtschaftseinbruch

des Bruttoinlandsprodukts lag im

Durchschnitt in Afrika gerade einmal

Stefan Liebing, Unternehmer und Vorsitzender

des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft

bei minus 1,8 Prozent. Ökonomen erwarten

eine schnelle Erholung, sobald

die Krise überstanden ist. Damit das

geschieht, ist es jetzt wichtig, bei der

Versorgung mit Impfstoff bilateral zu

helfen. Idealerweise ergänzt um Unterstützung

beim Aufbau einer eigenen

Impfstoffwirtschaft.

Der Kontinent bietet zunehmend

attraktive Absatzmärkte und eine

wachsende Mittelschicht. Eine ganze

Reihe von Ländern verfügt über gut

ausgebildetes Personal bei vergleichsweise

geringen Lohnkosten. Deshalb

ist in Nordafrika ein deutlicher Ausbau

der Automobilzulieferindustrie zu

sehen, in Äthiopien entstehen viele

Arbeitsplätze in der Textilwirtschaft,

Kenia und Uganda sind in der Lebensmittel-

und Rohstoffverarbeitung engagiert,

andere Länder verfügen über eine

starke Startup-Szene. Die Krise hat

gezeigt, dass es für viele Unternehmen

ratsam ist, ihre Lieferketten zu diversifizieren

und Afrika bietet dafür alle

Möglichkeiten. Nicht zu unterschätzen

ist die Bedeutung von Wasserstoff als

Treiber wirtschaftlichen Wachstums.

Europa hat Bedarf an grüner Energie,

wenn es seine Klimaziele erreichen will.

Das wird sich nicht allein durch den

Ausbau heimischer Erzeugung lösen

lassen. Preiswerte grüne Energie in

Afrika zu erzeugen und durch Umwandlung

in Wasserstoff transportfähig zu

machen, stellt eine realistische Option

dar, die eine ganz neue Kategorie von

Energieexportländern schaffen kann.

Statt von Petrodollar könnten künftig

afrikanische Länder von Hydrodollars

profitieren. Der Aufbau einer solchen

Wasserstoffindustrie bietet riesige

Möglichkeiten. Private Unternehmen

und nicht Regierungen schaffen

Arbeitsplätze. Die traditionelle Entwicklungszusammenarbeit

wird kaum

dabei helfen können, solch neue

Strukturen aufzubauen, auch wenn

diese viel nachhaltiger zur Entwicklung

Afrikas beitragen würden. Damit private

Unternehmungen diese Aufgabe

erfolgreich erfüllen können, wird es notwendig

sein, Entwicklungsgelder dafür

einzusetzen, Investitionsrisiken für

solche Projekte mit den Unternehmern

zu teilen, die entwicklungspolitisch

gewünscht sind, weil sie beispielsweise

zum Klimaschutz beitragen können.

Notwendig für die Realisierung sind

innovative Finanzierungs- und Risikoabsicherungsinstrumente.

Gleichzeitig

sollte die Politik sich für einen Mechanismus

einsetzen, der das CO2-Emissionshandelssystem

ausweitet und

eine Klimaschutzzone Afrika-Europa

schafft.

Ein neuer Ansatz in Europa, der Entwicklungs-

und Außenwirtschaftspolitik

gemeinsam denkt, könnte zu einem

Wachstumsschub in Afrika führen und

zu einer Stärkung der wirtschaftlichen

Chancen für europäische Unternehmen.

Afrika ist im Kommen und wir

sollten dabei sein.

Foto: Stefan Liebing

DIVERSITY 062


SOCIETY

Politisch Schwarzes Oberösterreich

– eine Premiere

Am 26. September 2021 haben in Oberösterreich

die Landtags-, Gemeinderats- und

Bürgermeisterwahlen stattgefunden. Fünf

Personen afrikanischer Herkunft kandidierten

und wurden zu Gemeinderät*innen gewählt.

Eine Premiere in Österreich.

Fotos: Abena Twunasi, Jeremie Dikébo, Ike Okafork, Beverley Allen-Stingeder, Hermann Nsambang; Collage: Simon Inou

Am 25. November 2020 wurde die Austro-Kongolesin

Drin Mireille Ngosso

(SPÖ) als zweite Afro-Österreicherin

nach der Austro-Ägyptischen Faika

El-Nagashi (Grünen) – die heute Nationalratsabgeordnete

ist – im Wiener

Landtag angelobt. Die allererste afroösterreichische

Bezirksrätin war Frau

Drin Ilunga Kabedi, die damals am 27.

Mai 2008 angelobt wurde.

In der SPÖ Puchenau und Ried im

Innkreis

Schwarz, Frau und evangelisch. So

bezeichnete sich die Lehrerin Beverley

Allen-Stingeder aus Puchenau – Oberösterreich

– in unserem Interview. Sie

kandidierte als Spitzenkandidatin der

SPÖ des Bezirks Urfahr-Umgebung im

Wahlkreis Mühlviertel für einen Sitz

im oberösterreichischen Landtag. Die

Sozialdemokratische Partei Österreich

schickte sie außerdem für das Amt

der Bürgermeisterin ins Rennen. Den

Bürgermeisterinnenposten konnte sie

zwar nicht erreichen, doch erhielt sie

das sechsjährige Mandat zur Gemeinderätin.

Ebenfalls in den Gemeinderat

gewählt wurde der 18-jährige Innviertler

mit kongolesischen Wurzeln Jeremie

Kapeta Dikebo,

der für die SPÖ Ried

im Innkreis auf dem

8. Listenplatz kandidierte.

2020 wurde er

bereits von mehr als

20 Berufsschulen in

Oberösterreich zum

Landesschulsprecher

gewählt. Heute gilt er

als große Zukunft der

oberösterreichischen

SPÖ.

Die Grünen in Asten

und in Linz

Der Austro-Nigerianer

Ikechukwu Okafor

kandidierte auf dem

zweiten Listenplatz

der Grünen in der Marktgemeinde

Asten im Bezirk Linz-Land und wurde

in den Gemeinderat gewählt. Der

Jugendcoach und Aktivist der Black

Communities ist seit vielen Jahren in

der Politik aktiv. In Linz kandidierte die

Austro-Ghanesin Stephanie Abena

Twumasi auf Platz fünf der Grünen.

Die Sozialwirtin, Diversity-Expertin &

Aktivistin wurde ebenfalls zur Gemeinderätin

der Grünen gewählt.

ÖVP Mauthausen

Mauthausen ist vor allem für seine

KZ-Gedenkstätte bekannt. In diesem

symbolträchtigen Ort hat die ÖVP

einen Kandidaten afrikanischer Herkunft

auf ihrer Liste: Hermann Nsambang.

Der aus Kamerun kommende

Jugendbetreuer und Politiker ist ein

sehr aktiver Einwohner, der in den

Ersatzgemeinderat in Mauthausen

gewählt wurde. Er ist in seiner zweiten

Legislaturperiode.

Für die nächsten sechs Jahre werden

alle fünf GemeinderätInnen mehr Farbe

in die Landespolitik bringen. Hoffen

wir, dass in den nächsten Jahren

nicht nur in Oberösterreich sondern

im ganzen Land mehr PolitikerInnen

afro-österreichischer Herkunft gewählt

werden.

DIVERSITY

063


Moderner Staat

mit antiker

Geschichte

Das Land Ägypten ist ein einzigartiges kulturelles

Glanzstück: Ein reiches historisches Erbe sowie ein für

einen Wüstenstaat enorm abwechslungsreiches Landschaftsbild,

inklusive traditionellem orientalischen Flair,

kreieren zusammen einen kulturellen Alleskönner.


SOCIETY

GESCHICHTE

Ägypten kann auf eine bis zu 5000 Jahre

alte Geschichte zurückblicken, die

von der Etablierung der pharaonischen

Hochkultur, über die Eingliederung

in das römische Weltreich, bis hin zur

Gründung eines modernen Nationalstaates

reicht. Schon während der

prä-dynastischen Zeit (ca. 5000-3000

v.Chr.) entstanden entlang des Ufers

des Nils soziale Gemeinschaften,

die sich im Laufe der Jahrhunderte

zu komplexen dörflichen Gebilden

und schließlich sogar zu gewaltigen

Königreichen entwickeln sollten. Durch

den legendären Pharao Menes wurde

laut Überlieferungen das in Ober- und

Unterägypten geteilte Land um 3000

v.Chr. vereint, bevor Ägypten unter den

Herrschern Narmer und Horus Aha in

die erste Dynastie ein- und damit aus

der geschichtlichen Dunkelheit austrat.

In Folge war die Entwicklung eines

komplexen Notationssystems, der

heiligen Schrift der Hieroglyphen, für

die Fortentwicklung der ägyptischen

Hochkultur von maßgeblicher Bedeutung.

Die in Herrschergeschlechter

(Dynastien) eingeteilte Pharaonische

Zeit war eine Epoche der Machtkämpfe,

aber auch eine der künstlerischen,

literarischen und vor allem architektonischen

Blüte. So lieferte uns das sogenannte

Alte Reich (etwa 2592 – 2120

v.Chr.) und damit die Zeit der großen

Pyramidenbauer beispielsweise das

allerorts bekannte Weltwunder der

Pyramiden von Gizeh.

Mit dem Beginn der Spätzeit um etwa

722 v.Chr., welche wenige Jahrhunderte

später zur Eingliederung Ägyptens

in das römische Reich führte, wurde

der Verfall der ägyptischen Glanzperiode

eingeleitet. Als 639 n.Chr. schließlich

islamische Eroberungsheere in

das Land einmarschierten, nahm

eine mehr als 1000-Jährige Epoche

der kulturellen wie politischen und

wirtschaftlichen Höhen und Tiefen

ihren Lauf, die 1798 durch Napoleon

ein abruptes Ende fand. Die darauffolgende

Machtübernahme durch den

albanischen Söldner Mohammed Ali

sowie die spätere Eingliederung in das

britische Weltreich, prägten Ägypten

macht- und identitätspolitisch enorm.

Nichtsdestotrotz konnte sich in Folge

landesweiter Revolutionen am 23.

Juli 1952 ein unabhängiger, republikanischer

Staat unter der Führung von

General Gamal Abdel Nasser etablieren.

Im Jahr 1956 verließen schließlich

die letzten britischen Besatzungstruppen

die Suezkanal Zone und Ägypten

erhielt endlich seine lang ersehnte

Unabhängigkeit.

GESELLSCHAFT UND KULTUR

Im modernen Ägypten finden sich

immer noch historische Relikte aus

der Zeit der glorreichen Pharaonen,

Götter und Bauherren. Egal ob man

nun am Ufer des Nils entlangspaziert,

die endlosen Weiten der östlichen

Sahara erkundet oder eine Stadttour

im kulturellen Schmelztiegel Kairo

unternimmt, überall wird man unweigerlich

mit den altertümlichen

Beständen der pharaonischen Hochkultur

konfrontiert und kann somit in

antike Zeiten eintauchen. Während im

Rest des Landes islamische Bräuche

und Traditionen sowie die islamische

Religion die kulturelle Landschaft

Ägyptens klar dominieren, stellt sich

die Hauptstadt Kairo als einer der

bedeutendsten geistigen und kulturellen

Knotenpunkte der gesamten

arabischen Welt heraus. In dieser Metropole

verschmelzen altägyptische,

graeco-romanische, christliche sowie

islamische kulturelle Elemente mit

der westlichen Moderne zum Kern der

kulturellen Vielfalt Ägyptens. Als das

wichtigste Medienzentrum des Nahen

Ostens ist Kairo außerdem weltbekannt

für seine Filmindustrie.

SEHENSWÜRDIGKEITEN UND

NATUR

Das Erbe der antiken ägyptischen

Hochkultur bleibt bis heute gut erhalten

und eröffnet seinen Besuchern

ein Tor in eine mehrere Jahrtausende

alte Welt. Die über 3000 Jahre alten

Grabkammern der Pharaonen im Tal

der Könige laden dazu ein, die letzten

Ruhestätten der mumifizierten

Herrscher aus nächster Nähe zu bewundern,

während die weltbekannte

Sphinx zusammen mit den prächtigen

Pyramiden von Gizeh im Hintergrund,

Besuchern einen atemberaubenden

Einblick in die Baukünste der

antiken Ägypter bietet. Auch die 331

v.Chr. unter der Herrschaft Alexander

des Großen errichtete Hafenstadt

Alexandria ist für Geschichtsenthusiasten

ein Muss. Natürlich dürfen auch

Attraktionen wie die Stufenpyramiden

in Sakkara, der Karnak Tempel in Luxor,

das Medinet Habu, der Tempel Abu

Simbel oder etwa auch das ägyptische

Museum in Kairo nicht unerwähnt

bleiben. Die Sehenswürdigkeiten

werden komplementiert durch das

Landschaftsbild des nordafrikanischen

Küstenstaates. Westlich sowie

östlich des Nils befinden sich riesige

Sandmeere, die von bis zu 2000 Meter

hohen Gebirgsketten durchzogen sind.

Das regelmäßig von Überschwemmungen

heimgesuchte Flussbett des

Nils, welcher sich durch das gesamte

Land hindurchwindet, schafft nicht nur

ideale Bedingungen für Ackerbau und

Viehzucht, sondern auch für den Weinbau.

Während an der nördlichen Grenze

über das Mittelmeer unter anderem

Seehandel betrieben wird, schafft

die wüstenhafte Sinai-Halbinsel am

Grabenbruch des Roten Meeres eine

gigantische Landbrücke zwischen Afrika

und Asien und verbindet damit zwei

verschiedene Kontinente nicht nur

geographisch, sondern auch kulturell.

FACTS IN BRIEF

Ländername: Arabische Republik

Ägypten

Hauptstadt: Kairo

Fläche: 1.001.449 km 2

Bevölkerung: 102,3 Mio. (Schätzung für

2020)

Sprache: Arabisch

Religion: Islam (90%), kleinere Gruppen

an Christen und Juden, etliche

regionale Religionsgemeinschaften

Währung: Ägyptisches Pfund (EGP)

Nationalfeiertag: 23. Juli (Tag der

Revolution)

Staatsform: Republik (semi-präsidentiell)

Staatsoberhaupt: Präsident Abd al-

Fattah as-Sisi

Fotos: unsplash, pixabay

LÄNDER IM FOKUS

066


SOCIETY

Im Tal der Könige warten die beeindruckenden Pyramiden von Gizeh und andere antike Bauwerke auf ihre Besucher

Bei einer Schifffahrt auf dem Nil zieht die Wüstenlandschaft an einem vorbei

Der beeindruckende Wasserdamm der Stadt El Qanater El Khayreya

Der Nil führt durch die ägyptische Hauptstadt Kairo

Vom Kamelrücken aus kann man die Pyramiden bequem besichtigen

Die moderne Al-Rifai‘i Moschee von Kairo

ÄGYPTEN

067


Bright Outlook

into the Future

SOCIETY spoke with H.E. Mohamed Hamdy

Mohamed ElMolla, Ambassador of Egypt to

Austria, about the transformation of his country

into an era of prosperity and stability.

In September 2020, your term as

Ambassador of Egypt to Austria and

Permanent Representative of Egypt

to the UN and other International

Organizations started – how would

you summarize the first months as

Ambassador and which goals did you

set yourself for the rest of your term?

I would describe my term thus far as

both challenging and fruitful. I must

admit that the restrictions caused by

the COVID-19 pandemic have added

a layer of complexity to my mission

representing my country in Vienna,

especially concerning direct communication

with my colleagues and counterparts

in person. Nevertheless, these

past few months have demonstrated

the importance of both bilateral and

multilateral cooperation as we carry

out our collective duty to further not

only our national interests but also the

interests of the international community

at large. On the other hand, I also

consider these first months to be rewarding,

as Egypt witnessed significant

successes through its engagement

with International Organizations in

Vienna, whether in terms of its election

as President of the Bureau of the Conference

of the UN Treaty on Corruption

(UNTOC), Vice President of the Board

of the UN Industrial Development

LÄNDER IM FOKUS

068


SOCIETY

Trade and investment are also key areas where relations between

Egypt and Austria could be further boosted. Currently, the trade

balance between the two tilts towards Austria.

Organization (UNIDO) and Vice Chair

of the Committee on Cybercrime or its

selection to host the 9th Conference

of States Parties of the UN Convention

Against Corruption (UNCAC), which

is the largest international assembly

on corruption worldwide. As for the

rest of my term here, I aspire to further

strengthen the bonds of friendship and

cooperation between Egypt and Austria,

continue to serve the collective

interests of the international community

through multilateral concerted

efforts and work to encourage trade

and investment between Egypt and

Austria, especially considering the vast

untapped potential that lies in both our

countries.

What is – in your opinion – the essence

of Austrian-Egyptian relations? What

are the common intersections of both

countries and in which areas could the

ties be further boosted?

I would posit that the essence of Austrian-Egyptian

relations is premised

upon mutual respect and understanding

between our two nations, which

have a rich history and a deep-seated

appreciation of culture, progress and

innovation. This applies today just as

it has throughout the history of the

longstanding relations between them,

which date back to the early 18th century

and included political, economic

and cultural relations. Egypt was also

one of the main economic partners of

the Austro-Hungarian Empire in the

Middle East. In fact, trade relations

were so important between the two

that a direct shipping line was established

between the city of Trieste and

Alexandria, with Egypt being nicknamed

as the Austro-Hungarian Empire’s

“Door to the East” at the time. The

Austro-Hungarian Empire also established

multiple trading houses in Egypt

that lasted well into the 20th century

and – on its part – Cairo sent scientific

and cultural expeditions to Vienna

on a regular basis. Even today, both

nations are bound by multiple intersections

in terms of their policies and

principles as well as bilateral economic

and cultural cooperation. First and

foremost, Egypt and Austria are joined

by their unwavering commitment to

dialogue and multilateralism; the latter

of which has manifested itself most

prominently in each hosting major

international and regional organizations;

with Vienna hosting one of three

UN offices worldwide, while Cairo hosts

the headquarters of the League of Arab

States, whose foundation predates the

UN itself, as well as over 15 regional offices

of UN agencies. Furthermore, the

economies of both countries rely on

services to a considerable degree, with

tourism being a prominent common

denominator in this regard. Hence, it

comes as no surprise that there are

multiple avenues of cooperation between

Egypt and Austria with regards to

tourism and culture. The most recent

of which is the Viennese Philharmonic

Orchestra performing in the inaugural

ceremony of the Opera house of the

New Administrative Capital. An additionally

interesting intersection pertains

to the attachment of the two nations to

their own rivers, as both the Danube &

the Nile function as lifelines of Austria

and Egypt respectively. Accordingly,

we believe that there is considerable

potential for cooperation in this area,

considering the abundance of Austrian

expertise in green technology, water

resource utilization and management,

a field that becomes increasingly

important as the world witnesses the

palpable impact of climate change. Trade

and investment are also key areas

where relations between Egypt and

Austria could be further boosted. Currently,

the trade balance between the

two tilts towards Austria. While Egypt

remains by far one of the most important

export markets for Austrian goods

in Africa, there are several steps that

should be taken to increase Egyptian

exports to Austria and Austrian investments

in Egypt. In this regard, both can

build upon the existing foundations,

given that there are over 179 well-established

Austrian companies already

in Egypt. In light of this, the Egyptian

Embassy in Vienna has been affording

due attention to promoting bilateral

trade and investment relations. Most

recently, the Embassy participated in

an economic forum organized by the

Austro-Arab Chamber of Commerce,

where Egypt featured exclusively this

year as the guest of honour.

Egypt was one of the few emerging

market countries that experienced

a positive growth rate in 2020 – due

to which factors could the economy

– compared to so many other economies

worldwide – show resilience in

the face of the pandemic?

This rather important question ties into

my previous point regarding the vast

potential that lies within the Egyptian

economy. Indeed, the latest indicators

reveal that our economy has been

among few worldwide experiencing a

positive economic growth rate during

the COVID-19 pandemic, averaging at

3.3% in 2020. Egypt consistently ranks

among the very top performing MENA

economies, attracting investors with

its stability and lucrative opportunities

across the board, which is why it

maintained its position as the largest

recipient of foreign direct investment

in Africa in 2020 according to the UN

Conference on Trade & Development

(UNCTAD). This success owes to two

main reasons. The first pertains to the

recent macroeconomic and structural

reforms that have stabilized Egypt’s

EGYPT

069


SOCIETY

economy, allowing it to enter the

global COVID-19 crisis with improving

fiscal & external accounts. The second

pertains to Egypt’s successful adaptation

of its investment strategy to the

changes caused by the pandemic by

focusing investments on sectors with

the advantage of flexibility and ability

to recover quickly. These included

information technology, agricultural, industrial,

logistical and financial sectors,

complemented by investments into innovative

and green economic sectors.

Egypt had also been striving to digitize

its economy and encourage integration

of technological solutions, which ultimately

meant remote working became

easier during the pandemic. Most importantly,

Egypt had prioritized tackling

unemployment, the rate of which previously

averaged at 12.7% but dropped

to a 20-year-low of 7.5% in 2019 due to

economic reforms. This rate remained

low even during the second half of

2020 due to the gradual resumption of

economic activity, and the continuation

of megaprojects throughout the

crisis. To quickly manage the COVID-19

crisis, the government also issued an

emergency economic package worth

1.7% of its GDP, provided forbearance

measures as well as exceptional monetary

grants to irregular workers and

expanded its social security network.

Consequently, the fiscal, monetary and

sectoral reforms of recent years, the

rapid emergency measures undertaken

and revolutionary digitization efforts

have helped Egypt weather the storm

exceedingly well. As this storm begins

to subside, the Egyptian Government

intends to inaugurate a new era of

economic growth and is determined to

propel its economy – which is projected

to be among the top 5 growth

markets – to unprecedented heights.

There are a number of big projects

being realized in Egypt at the moment,

amongst them the Grand Egyptian

Museum and the New Administrative

Capital, around 45 km east of Cairo.

Which goals are being pursued with

these initiatives?

These monumental projects are all part

of the Egyptian Government’s grand

strategy to achieve progress, prosperity

and sustainable development;

they attest to the vibrancy, ambition

and the vast potential that lies within

Egypt. Accordingly, they should be

perceived within the broader context

that Egypt is striving towards achieving

growth and sustainable development,

the latter of which has been clearly

outlined in Egypt’s Vision 2030. From

this standpoint, I would like to classify

the aforementioned projects into two

distinct categories, the first of which

includes infrastructural megaprojects,

which are intended to stimulate economic

growth, contribute to job creation

and provide a sustainable source of

revenue for Egyptians. These include

establishing new industrial zones, expanding

the construction of new cities,

including Egypt’s New Administrative

Capital, which is set to accommodate

5 million people (more than double

that of Vienna) as well as the opening

of the new Suez Canal in 2015, while

transforming the surrounding area to a

global logistical center. Concurrently,

Egypt has added 14,400 megawatts

to its national grid (45% increase) in

a span of 5 years, while working to

establish a nuclear power station with

a total output of 4,800 megawatts,

in addition to numerous solar and

wind-powered clean energy projects,

the latter includes establishing the

largest solar power plant in the world in

Benban, Aswan. In terms of providing

sustenance, Egypt created over 5,750

fish farms and built 7,500 greenhouses

to increase local production of vegetables,

while aiming to cultivate 4 million

additional acres of land. Egypt also

boasts a tremendous story of transformation

into a regional energy hub

driven by rapid growth in its natural gas

supplies, which were catalysed by the

discovery of the Zohr marine natural

gas field, the Mediterranean’s largest

field, turning Egypt from a net importer

to exporter in late 2018. As for tourism,

it is noteworthy that Egypt is establishing

a panoply of new cutting-edge

museums, with the most prominent

examples being the recently inaugurated

Museum of Egyptian Civilization

and the long-awaited Grand Egyptian

Museum (GEM), which is set to be the

largest museum in the world dedicated

to a single civilization. The legendary

Sphinx Avenue in the city of Luxor has

also been entirely revamped and was

inaugurated in November 2021. The

second category of megaprojects focuses

exclusively on bettering the lives

of our citizens as part of Egypt’s Vision

2030, which includes a number of concrete

macroeconomic goals, namely

aiming to raise the nation’s annual GDP

growth rate to 12% and boosting its

GDP per capita. Egypt’s vision adopts a

comprehensive social security net and

a broad approach to social spending

to support those in need. The most

prominent program in this regard is

the “Takaful & Karama” Program which

supports underprivileged households

with children, the elderly, and people

with disabilities. The program currently

covers 3.6 million households (around

14 million citizens), with women constituting

more than 85% of its beneficiaries.

The Egyptian Government is

also well on its way to pay off the debts

of all indebted incarcerated women in

the country. In terms of health, Egypt

has launched “Health for 100-Million”, a

nation-wide campaign for the early detection

of non-communicable diseases

that encourages citizens to undergo

regular check-ups. Most incredibly,

the Government has just concluded

a 5-year long campaign that provided

free medication for “Hepatitis C”, thereby

entirely eradicating a disease which

has plagued our country for decades

and led to an innumerable loss in lives.

Last but not least, among its most

important goals, Egypt has successfully

completed 60% of its plan to provide

adequate housing to those in the lower

income bracket (over 1 million units). In

sum, we are determined to ensure that

the revolutionary transformation Egypt

is undertaking across all sectors will

usher in a new era of inclusive prosperity,

stability and progress, not only for

our beloved ancient Nation but for the

entirety of the Middle East as well.

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig

LÄNDER IM FOKUS 070


SOCIETY

Tablet at the entrance telling the history of the building

The interior of the Embassy Building is adorned with gilded replicas of Statues

of the pharaohs from ancient Egypt wearing the well-renowned Egyptian

Double Crown

Ambassador H.E. Mohamed ElMolla in his office

The Ambassador welcoming SOCIETY editor in chief, Tanja Tauchhammer

The obelisk in front of the Embassy is made of pink granite from the city of

Aswan, and was presented as a gift to the Embassy, symbolizing Egyptian

pride and progress

Fotos. SOCIETY/Pobaschnig, SOCIETY/Schiffl

LÄNDER IM FOKUS

072


SOCIETY

A Brief History of the

Egyptian Embassy

Located in perhaps the most famous part of

Vienna’s 19th district – Hohe Warte – the Egyptian

Embassy building impresses with its outstanding

architecture and fascinating history.

The Embassy’s history dates back to

the mid-nineteenth century, when

famous businessman Karl Kehess

built one of the area’s most luxurious

villas with a tower overlooking the

surrounding hills and plateaus covered

with vineyards and dense forests. Its

architectural style was inspired by

Postmodernism, combining modern

architectural elements of the time with

traditional and historic Austrian design

with its castle towers, fortresses and

sandstone façade cladding. In 1870, the

ownership of the house was transferred

to Nathaniel Meyer von Rothschild

– member of the famous Rothschild

family – who had a friendly relationship

with the ruling Habsburg family, as he

was one of the largest financiers of the

Imperial Palace. 18 years later, Gottfried

Schenker, a wealthy and distinguished

figure of the Austrian society, acquired

the building and held numerous

concerts and literary salons there. The

different owners made some internal

renovations but the exterior remained

in its original condition.

After the annexation of Austria into the

German Reich in 1938, the Nazis seized

the building and the vast garden attached

to it from its then owner, Austrian

engineer Arnold Spritzer, and made

it the headquarters of the military

governor-general Joseph Bruckel and

later Badur von Scherach. After the end

of World War II, the building remained

vacant for a long time. At the end of

the 1950s, the Saudi Arabian Prince

Abdullah Al Faisal bought the house,

but he did not make any adjustments

or repairs until he sold it about a decade

later. In the 1970s, the ownership of

the house was transferred to Konsum,

a company affiliated with the Socialist

Party, before being sold to Macculan,

one of the largest construction companies

in Austria at that time.

In the 1990s, the house and two other

buildings on the site were at risk of

being demolished, because the new

owner company wanted to build modern

apartments in its place. A demolition

decision for the house was issued

but later repealed and as fate wanted

it, the company had to file bankruptcy

due to losses originating from other

projects. At that point, Egyptian engineer

Alaa Abu El-Enein purchased the

entire site with all its buildings and a

huge garden area that even included a

famous swimming pool. El-Enein then

decided to offer the three buildings to

the Egyptian Ambassador to Austria at

that time, H.E. Mustafa El-Feki, who became

enthusiastic about the prospect

and contacted the Egyptian Foreign

Minister Amr Moussa, who then

assigned a committee of experts from

the Foreign Ministry Buildings Fund

Authority to visit Vienna and review

the project. They decided to acquire

the three buildings and it was agreed

to renovate them and transform them

into the Embassy’s offices, the Consular

section and the Ambassador’s

residence.

On July 23, 1998, the inauguration of

the headquarters of the Egyptian Embassy

and Consulate took place and

ever since, the flag of Egypt flies high at

Hohe Warte 52-54 – close to the newly

carved Egyptian obelisk, which was

created from the world-renowned granite

rocks from the city of Aswan and

which functions as a symbol of Egyptian

pride and progress. Moreover, the

only mulberry tree in the entire region

can be found in the extensive garden of

the Embassy, as well as red beech, maple

and antique oak trees whose ages

range between 100 and 350 years. Most

recently, the estate underwent another

renovation which ended in 2020 and

was instructed by H.E. Sameh Shoukry,

Minister of Foreign Affairs of Egypt and

supervised by H.E. Ambassador Omar

Amer, the former Egyptian Ambassador

to Austria. With this, yet another

chapter in the history of the building

has been opened.

EGYPT 073


SOCIETY

Ägypten:

„Chancen gibt es genug“

Ägypten bietet für österreichische Unternehmen eine Vielzahl an

Möglichkeiten. Georg Krenn, österreichischer Wirtschaftsdelegierter

in Kairo, beantwortet im SOCIETY-Interview die wichtigsten Fragen

zur ägyptischen Wirtschaft.

Wo genau liegt der Mehrwert einer

stabilen bilateralen wirtschaftlichen

Zusammenarbeit zwischen Österreich

und Ägypten?

Österreich und Ägypten können auf

eine extrem langandauernde stabile

Beziehung zurückblicken. So war

österreichische Ingenieurskunst

schon Ende des 19. Jahrhunderts bei

der Planung des Suezkanals gefragt.

Den Mehrwert dieser langjährigen

Beziehung sehen wir heute, wo österreichische

Technologien und Produkte

in Ägypten stark nachgefragt sind

– „Made in Austria“ ist hier ein Begriff.

Daher kommt heimisches Know-How

heute bei zahlreichen Großprojekten

im ganzen Land zum Einsatz. Davon

profitieren unsere Unternehmen, aber

auch die ägyptische Wirtschaft, die

sich auf Top-Qualität aus Europa verlassen

kann.

Georg Krenn, österreichischer Wirtschaftsdelegierter

in Kairo

In welchen Wirtschaftsbereichen

sehen Sie Potential für österreichische

Unternehmen, die sich gerne

in Ägypten ansiedeln und damit im

Nahen Osten/in Afrika wirtschaftlich

etablieren möchten?

Ägypten investiert derzeit massiv in

den Ausbau seiner Infrastruktur, etwa

im bisher eher vernachlässigten Schienenverkehr,

wo es zahlreiche

Projekte gibt, u.a. neue U-Bahnen,

Hochgeschwindigkeitszüge oder Mono-Rails.

Daneben werden nicht weniger

als 34 neue Städte und Stadtteile

im ganzen Land gebaut – vorrangig in

der Wüste, wo man somit die gesamte

städtische Infrastruktur neu errichten

muss. Chancen gibt es also genug. Um

als österreichisches Unternehmen Fuß

fassen zu können, braucht man aber in

der Regel einen gut vernetzten Partner,

der einem die Türen öffnet.

Gibt es noch Verbesserungspotentiale

hinsichtlich der wirtschaftlichen Kooperation

der beiden Länder?

Im wirtschaftlichen Bereich laufen

sowohl die offiziellen Kontakte, als

auch die auf Firmenebene sehr gut

und es gibt zahlreiche Kooperationen.

Das zeigt sich bei der Handelsbilanz:

In den ersten Monaten des Jahres sind

sowohl die österreichischen Exporte

nach, als auch Importe aus Ägypten gestiegen.

Immer wieder herausfordernd

ist aber die Finanzierung von Exporten

und Projekten österreichischer Firmen

in Ägypten. Daran müssen wir mit allen

involvierten Partnern noch arbeiten.

Welchen Stellenwert besitzt insbesondere

ein stabiler gegenseitiger

Informationsaustausch für die wirtschaftlichen

Beziehungen zwischen

Österreich und Ägypten?

Ein regelmäßiger Informationsfluss ist

natürlich von essentieller Bedeutung

und das gelingt besonders, wenn man

laufend in Kontakt ist. Wir versuchen

diesen Kontakt zu unterstützen und

organisieren Events, um Firmen beider

Länder eine Plattform zu bieten (z.B.

den großen AFRICA DAY in der Wirtschaftskammer

Österreich). Aber auch

daneben versuchen wir laufend für

österreichische Unternehmen aktuelle

Marktinformationen zusammenzustellen

und immer neue passende Partnerunternehmen

in Ägypten zu finden.

Was macht Ägypten so attraktiv für

Investoren?

Ägypten schafft es immer mehr, sich

sich als Tor nach Afrika zu positionieren.

Das Land ist zu einem der stabilsten

Zentren in Afrika geworden und

nutzt diese Position effizient aus. Dank

seiner zahlreichen Handelsabkommen

mit afrikanischen Ländern bietet sich

Ägypten als Produktionsstandort

an. Außerdem sind zahlreiche Großunternehmen

am ganzen Kontinent

bei Projekten tätig – hier wollen wir

österreichischen Firmen verstärkt

einen Zugang zu diesen Unternehmern

eröffnen, damit gemeinsam mit diesen

ägyptischen Firmen Drittlandsmärkte

erobert werden können.

Foto: WKÖ

LÄNDER IM FOKUS

074


MVC MOTORS. Die

Nummer 1 für Ford in Wien

Mit insgesamt vier Standorten (3x in Wien und 1x in Brunn/Geb.)

ist MVC MOTORS der größte Ford Händler in ganz Österreich.

Foto: MVC Motors

Die vier Standorte MVC Wien-Simmering,

MVC Wien-West, MVC

Wien-Nord sowie MVC Brunn/Gebirge

formieren sich als Verbund unter der

Marke MVC MOTORS.

Dieser Verbund wird seit 2008 durch

die österreichische Mutterfirma MVC

Automotive Austria GmbH gelenkt.

Die Marke Ford wird an allen MVC-

Standorten vertrieben. Zusätzlich

wird am Standort MVC Wien-Nord

Peugeot, Alfa Romeo, Fiat, Fiat Professional,

Abarth, Jeep, Nissan und Volvo

Service, am Standort Brunn/Geb. die

Marken Peugeot, Alfa Romeo, Fiat,

Fiat Professional, Abarth und Jeep,

sowie am Standort MVC Wien-Simmering

ebenfalls die Marken Peugeot

und Nissan, angeboten. Mit insgesamt

vier Standorten (3x in Wien und

1x in Brunn/Geb.) ist MVC MOTORS

der größte Ford Händler in ganz

Österreich.

In unseren FordStores MVC Wien-

Nord und MVC Brunn/Gebirge, finden

Sie das komplette Ford Modellangebot

inklusive Ford Mustang, sowie

eine eigene Ford Vignale-Lounge, die

gekonnt das Premium Angebot einiger

Ford Modelle präsentiert. Mit dem

Einsatz von interaktiven, teils riesigen

Videoflächen und speziell geschulten

Mitarbeitern bieten wir Ihnen ein Markenerlebnis

der besonderen Art! Ziel

ist es, unseren Kunden im FordStore

einen einzigartigen Eindruck in einem

Autohaus der Zukunft zu bieten.

Willkommen in der spannenden Ford-

Welt! Alexander Bittner, Geschäftsführer

AUTOMOBIL

093


SOCIETY

Für mich ist Kultur das,

was uns Menschen

ausmacht

Im Gespräch mit SOCIETY betont Ola Abdelgawad,

ägyptische Kulturrätin und Leiterin der Studienmission

in Wien, die Bedeutsamkeit des kulturellen

Austausches und gibt Einblicke in die Arbeit des

Ägyptischen Kulturbüros.

Sie leiten seit 2020 das ägyptische

Büro für kulturelle Beziehungen und

Studienangelegenheiten in Wien. Auf

welche Bereiche möchten Sie sich

gerne besonders konzentrieren bzw.

welche Ziele haben Sie sich persönlich

gesetzt?

Das Ägyptische Büro für kulturelle

Beziehungen und Studienangelegenheiten

in Wien ist eines der auf der

ganzen Welt tätigen Kulturbüros der

Arabischen Republik Ägypten und Teil

der diplomatischen Vertretung. Hier

in Wien sind wir Ansprechpartner für

die wissenschaftliche und kulturelle

Zusammenarbeit auf bi- und multilateraler

Ebene mit Österreich, Ungarn,

der Tschechischen Republik, der

Slowakei und Slowenien. Zu unseren

wichtigsten Aufgaben gehört, Ägypten

und seine bis über fünftausend

Jahre zurückreichende Geschichte zu

präsentieren und einem europäischen

Publikum näher zu bringen und eine

internationale Zusammenarbeit im

Bereich Wissenschaft und Kultur zu

pflegen und zu fördern. Wir möchten

ein möglichst umfassendes Bild von

Ägypten vermitteln, angefangen von

der altägyptischen Kultur über die

mittelalterliche Periode bis hin zu zeitgenössischen

Entwicklungen und Zukunftsperspektiven.

Das machen wir,

indem wir den interkulturellen Dialog

und den Austausch im Bereich von

Wissenschaft und Kultur fördern um

möglichst viele Menschen zu erreichen

und für Ägypten zu begeistern.

Es ist uns in diesem Zusammenhang

ein Anliegen, die vielen Facetten der

ägyptischen Musik nach Österreich

zu bringen, moderne ägyptische Literatur

vorzustellen, zeitgenössische

bildende Kunst zu präsentieren und

insbesondere auch den Austausch

auf akademischer Ebene zu fördern.

Es geht hierbei auch darum, ein frisches

Bild von Ägypten zu vermitteln

und vielleicht noch unbekannte oder

sogar überraschende Seiten dieser so

vielfältigen und bunten Kultur aufzuzeigen.

Gibt es Verbindungslinien zwischen

der ägyptischen und der österreichischen

Kulturwelt? Wie bewerten Sie

die kulturellen Beziehungen zwischen

den beiden Ländern?

Die Freundschaft zwischen Österreich

und Ägypten hat eine sehr

lange Tradition und reicht weit in die

Vergangenheit zurück. Bereits im 18.

Jahrhundert hat der österreichische

Diplomat und Orientalist Joseph von

Hammer-Purgstall Ägypten bereist

und regelmäßig dem Kaiserhaus in

Wien von seinen Expeditionen berichtet.

Am Bau des Suezkanals im 19.

Jahrhundert war auch ein österreichischer

Ingenieur maßgeblich beteiligt

und das österreichische Kaiserpaar

war bei der festlichen Eröffnung des

Kanals im Jahre 1869 anwesend. Diese

freundschaftlichen Beziehungen

wurden bis in die Gegenwart fortgesetzt

und fanden auch Ausdruck im

Staatsbesuch unseres Präsidenten

in Wien im Jahre 2018. In Österreich

legen außerdem die sehr umfangreichen

ägyptischen Sammlungen

Zeugnis von den freundschaftlichen

Verbindungen und dem regen Interesse

an Ägypten ab, die ägyptische

Sammlung im Kunsthistorischen Museum

ebenso wie die Papyrussammlung

in der Österreichischen Nationalbibliothek,

die zu den größten

Papyrussammlungen weltweit gehört.

Auch in die moderne österreichische

Literatur haben ägyptische Themen

Eingang gefunden, so beispielsweise

„Der Fall Franza“ von Ingeborg Bachmann,

„Vergiss Ägypten“ von Barbara

Foto: SOCIETY/Karakan

LÄNDER IM FOKUS

076


SOCIETY

Frischmuth oder „Alles über Sally“

von Arno Geiger. Außerdem fand

und findet stets ein reger Austausch

von KünstlerInnen, MusikerInnen,

SchriftstellerInnen, TänzerInnen

und WissenschafterInnen statt. 1944

besingt die große arabische Diva Asmahan

in einem ägyptischen Film die

rauschenden Ballnächte in Wien und

erschafft so ein Sehnsuchtsmythos

der Stadt, das bis heute das Bild von

Österreich in der arabischen Welt geprägt

hat. Die musikalischen Verbindungen

zwischen Kairo und Wien sind

bis heute zahlreich und die Wechselbeziehungen

äußerst produktiv. So

haben beispielsweise die Wiener

Philharmoniker unter der Leitung von

Ricardo Muti am 20. November 2021

das Opernhaus in der neuen ägyptischen

Hauptstadt eröffnet.

Wie sieht das Angebot des Büros aus

und an wen richtet es sich? Wie ist

Ägypten kulturell noch in Österreich

vertreten?

Unser Büro in der Reichsratsstraße in

der Wiener Innenstadt ist ein Ort des

Austausches, wo man zusammenkommt

und ein Stück Ägypten auf 200

m² für sich entdeckt. Wir verstehen

uns als Vermittler für ägyptische

Wissenschaft, Kunst und Kultur und

organisieren hierfür ein breites Spektrum

an Veranstaltungen, so beispielsweise

Ausstellungen, Musikabende,

Lesungen, Vorträge oder Seminare,

in denen immer Aspekte der ägyptischen

Kultur und Wissenschaft einem

europäischen Publikum präsentiert

werden. Darüber hinaus unterstützen

wir Institutionen in Österreich und

den anderen Partnerländern, die sich

für den interkulturellen Dialog interessieren.

Auch mit dem österreichischen

Kulturforum in Kairo verbindet

uns eine schöne und produktive

Kooperation. Unsere Veranstaltungen

richten sich vornehmlich an ein nichtägyptisches

Publikum, aber sowohl

an jene, die erst wenig über Ägypten

wissen, als auch an diejenigen, die

bereits mit Land und Kultur vertraut

sind, denn für jeden Menschen gibt es

Neues zu entdecken und zu erfahren.

Was bedeutet Kultur für Sie persönlich?

Welchen Stellenwert hat sie

Ihrer Meinung nach in einer Gesellschaft

bzw. welchen Stellenwert

sollte sie haben?

Für mich ist Kultur das, was uns

Menschen ausmacht. Kunst und

Kultur müssen nicht immer schön und

gefällig sein, aber uns anregen, aufrütteln,

neue Perspektiven eröffnen

und uns insgesamt in unserem Dasein

erweitern. Daher kommt dem interkulturellen

Austausch und der kulturellen

Diplomatie auch so eine wichtige Rolle

zu, schlägt doch die Kunst – egal ob

Musik, Literatur oder bildende Kunst

– oftmals eine Verständnisbrücke zur

anderen Kultur. Durch die Vermittlung

der Kunst können wir das vormals

Fremde mit neuen Augen sehen

und anders wahrnehmen. Dadurch

kommen wir zu einem ganz anderen

gegenseitigen Verständnis und die

Akzeptanz und Toleranz der anderen

Kultur fällt uns leichter.

EGYPT

077


EGYPTAIR,

90 Years of Experience:

Operating one of the

youngest fleets in

the region

Since its establishment in 1932, EGYPTAIR has

taken the lead to become a treasured brand as

the first airline in the Middle East and Africa

and the seventh in the world to join IATA.

Fotos: EGYPTAIR

The flag carrier of Egypt provides high

quality services, a wide network and

added values while ensuring the best

benefits to its loyal customers using

a modern fleet. In a world of cautious

travel, EGYPTAIR has taken all precautionary

measures to ensure safe

flights for its customers worldwide.

The airline now reaches over 60 international

non-stop destinations and

over 50 destinations through code

share agreements.

The flag carrier of Egypt utilizes a

young fleet of 65 aircraft including 16

wide body aircraft; Boeing 777-300ER,

Boeing 787-9 Dreamliner, Airbus

A330-300, in addition to 49 medium

and narrow body aircraft; B737-800,

Airbus A320 Neo and Airbus A220-300.

Due to its location on the crossroads

of Africa, the Middle East and the Far

East, EGYPTAIR serves its multitude

destinations from the state-of-theart

Terminal 3 and the Terminal 2 at

Cairo International Airport, where our

customers enjoy exclusive services

in renovated Star Alliance Lounges

owned and managed by EGYPTAIR.

EGYPTAIR currently operates 3 weekly

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EGYPT 079


SOCIETY

Außenansicht des Kunsthistorischen Museum Wien

Die Statue des hohen Beamten Sebekemsaf. Mittleres Reich, um 1700 v. Chr.

Innerer Sarg und Mumienbrett des Nespautitaui. 3. Zwischenzeit, vor 969 v. Chr.

Restaurierungen an der „vergessenen Papyrusrolle“

Wissenschaftlerin und Direktorin der Ägyptischen Sammlung, Regina Hölzl

Saal I mit den originalen Papyrusbündelsäulen

LÄNDER IM FOKUS

080


SOCIETY

Auf den Spuren

des Alten Ägypten

Wissenschaftlerin und Direktorin Regina Hölzl gibt

im SOCIETY-Interview spannende Einblicke in die

weltweit herausragende Ägyptisch-Orientalische

Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien.

Die Ägyptisch-Orientalische

Sammlung des Kunsthistorischen

Museums ist eine der wichtigsten

ihrer Art weltweit. Was macht sie so

besonders? Was sind die Highlights

der Ausstellung?

Ein Alleinstellungsmerkmal unserer

Sammlung ist die historische Ausstattung

der Schauräume aus dem späten

19. Jahrhundert: die bemalten Wandtapeten

in einigen Sälen sind Kopien

der Wanddekoration eines Grabes

des Mittleren Reiches. Sie wurden

ursprünglich für die Wiener Weltausstellung

von 1873 angefertigt, wo

dieses Grab nachgebaut und ausgestellt

war. Später verwendete man die

Wandtapeten zur Ausgestaltung der

ägyptischen Schauräume. Von Mai-

August 2021 wurden die historischen

Tapeten umfassend restauriert. In

der Sammlung befinden sich darüber

hinaus auch drei originale Papyrusbündelsäulen

– es handelt sich um

die einzigen altägyptischen tragenden

Säulen außerhalb Ägyptens. Sie

waren ein Geschenk an Kaiser Franz

Josef und wurden in der zweiten

Hälfte des 19. Jahrhunderts per Schiff

und Bahn von Ägypten nach Wien

transportiert. Besondere Schwerpunkte

unserer Sammlung sind Skulptur

und Relief vom Alten Reich bis in

die Ptolemäerzeit – hier insbesondere

die Bildnisse von diversen Pharaonen

(z.B. eine Büste von Thutmosis III.

aus dem Neuen Reich) und hohen

Beamten (wie z.B. die Statue des Sebekemsaf

aus dem späten Mittleren

Reich) sowie Reliefs aus Gräbern und

Tempeln. Ein Hauptwerk der Sammlung

ist der sogenannte Ersatzkopf

aus der Zeit des Alten Reiches, der in

einem Grab in Giza gefunden wurde.

Ein weiteres Highlight ist die Kultkammer

des Kaninisut: sie war Teil eines

sogenannten Mastabagrabes aus

dem Alten Reich und befand sich im

ausgedehnten Friedhofsgelände rund

um die großen Pyramiden in Giza.

Dort – in unmittelbarer Umgebung

der königlichen Pyramiden – ließen

sich die Beamten ihre Gräber errichten.

Die österreichische Akademie

der Wissenschaften hat zu Beginn

des 20. Jahrhunderts Ausgrabungen

im Friedhofsgelände von Giza durchgeführt

und im Rahmen der offiziellen

Fundteilung eine große Anzahl an

Objekten erhalten. Diese wurden dem

Kunsthistorischen Museum von der

Akademie der Wissenschaften übergeben.

Die Kultkammer des Kaninisut

wurde dann noch zusätzlich für das

Museum angekauft. Wir haben aber

auch eine große Anzahl an Objekten,

die mit dem ägyptischen Totenkult

in Verbindung stehen. Dazu zählen

Särge, Sarkophage, Uschebtis und

diverse andere Grabausstattungsgegenstände.

Darüber hinaus gibt es

auch einige Objekte aus Mesopotamien

sowie eine bedeutende Sammlung

von Objekten aus dem antiken

Südarabien (heutiger Jemen), die

dem Forscher und Reisenden Eduard

Glaser zu verdanken sind und am

Ende des 19. Jahrhunderts in unsere

Sammlung gelangten.

Welche Bedeutung hat diese Sammlung

auch für die Forschung? Gibt

es hier Kooperationen mit anderen

Museen bzw. Institutionen? Wie

steht das Museum im Austausch mit

ägyptischen Institutionen?

Durch die große Fülle an Grabungsmaterial

aus den Grabungen der

Akademie der Wissenschaften am

Anfang des 20. Jahrhunderts aus

verschiedenen Orten in Ägypten

und Nubien (Turah, Kubanieh, Toschke,

Ermenne, Giza) besteht großes

wissenschaftliches Interesse an der

Erforschung dieses Materials. Daher

gibt es zahlreiche Kooperationen

mit wissenschaftlichen Institutionen

oder einzelnen Wissenschaften, die

unterschiedliche Sammlungsbereiche

und Objektgruppen betreffen und

sich unterschiedlichen Fragestellungen

widmen. Abgesehen von diesen

Forschungskooperationen widmen wir

uns auch eigenen Projekten und es ist

uns ein Anliegen, unsere Forschungs-

EGYPT 081


SOCIETY

ergebnisse der Allgemeinheit zu

präsentieren. Daher haben wir in den

vergangenen Jahren mehrere Ausstellungen

organisiert, in denen wir

die Ergebnisse unserer Forschungen

präsentiert haben, zum Beispiel „Im

Schatten der Pyramiden“ (KHM 2013) –

über die österreichischen Grabungen

in Giza, „Ein Ägyptisches Puzzle“ (KHM

2015) – über ein Restaurierungsprojekt

und eine wissenschaftliche Kooperation

mit der Akademie der bildenden

Künste in Wien oder „Der vergessene

Papyrus“ (KHM 2018) – über einen

Zufallsfund in unserer Sammlung und

seine außergewöhnliche Bedeutung.

Derzeit erforschen wir die Geschichte

unserer bereits erwähnten historischen

Wandtapeten, das Ergebnis soll

2023 anlässlich eines Symposiums

zum 150-Jahr-Jubiläum der Wiener

Weltausstellung von 1873 präsentiert

werden. Mit der ägyptischen Botschaft

und dem ägyptischen Kulturinstitut

in Wien stehen wir in sehr

gutem Kontakt und sind gerade dabei,

gemeinsame Projekte und Kooperationen

zu planen und umzusetzen.

Woher stammen all die Objekte, wie

kamen sie in Besitz des KHMs und

wie kann man diese zeitgemäß präsentieren?

Wie verläuft hier aktuell

der Diskurs?

Die Ägyptisch-Orientalische Sammlung

ist aus den kaiserlichen Sammlungen

hervorgegangen. Bis zum Ende

des 19. Jahrhunderts erfolgten die

Sammlungszuwächse aufgrund von

Schenkungen und Ankäufen – ab dem

frühen 20. Jahrhundert kamen auch

viele Objekte aufgrund der damals

gültigen offiziellen Fundteilung in die

Sammlung. Seit einiger Zeit ist es nicht

mehr vordringliches Ziel, weitere Objekte

für unsere Sammlung zu erwerben,

sondern die bestehende Sammlung

zu beforschen und die Ergebnisse

der wissenschaftlichen Community

und auch der Öffentlichkeit zugänglich

zu machen – zum Beispiel durch die

vorhin beschriebenen Sonderausstellungen.

Laufend wird auch die Präsentation

der Objekte in den Schauräumen

überprüft und optimiert bzw. die

Beschriftungen erneuert. Dabei sollen

auch verstärkt die digitalen Möglichkeiten

genutzt werden.

Gibt es ein Objekt, das Sie persönlich

besonders fasziniert?

Meine Arbeit als Wissenschaftlerin

und als Direktorin der Ägyptisch-

Orientalischen Sammlung ist sehr

vielseitig. Ich beschäftige mich mit

vielen verschiedenen Aspekten der

Sammlung und auch immer wieder

mit unterschiedlichen Objektgruppen

und Themen. Eines konnte ich

im Laufe der Jahre auf jeden Fall

beobachten: Sobald ich mich näher

mit einem Thema oder einem Objekt/

einer Objektgruppe beschäftige,

beginnt es mich zu faszinieren und

je mehr ich darüber in Erfahrung

bringen kann und je mehr ich darüber

recherchiere, umso spannender wird

es. Insbesondere wenn es gelingt, hinter

den Objekten die Menschen, die

diese geschaffen und genutzt haben,

zu erkennen und ihren Beweggründen

etc. nachzuspüren.

Fotos: KHM Museumsverband, Regina Hölzl

LÄNDER IM FOKUS

082


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SOCIETY

Außenminister Michael

Linhart zu Gast in Tirana

Der österreichische Außenminister Michael

Linhart besuchte vom 18. bis zum 20. November

2021 Albanien und Nordmazedonien. Im Fokus der

Reise stand die Annäherung und Integration der

Staaten des Westbalkans in die Europäische Union.

Diese stellt nämlich einen zentralen

Bestandteil der österreichischen

Außenpolitik dar und ist für Außenminister

Michael Linhart ein besonderes

„Herzensanliegen“. Begleitet wurde

er auch dieses Mal von einer großen

Wirtschaftsdelegation, die das starke

österreichische Interesse an Albanien

als Wirtschaftspartner bezeugte.

Knapp ein Monat nach seiner ersten

Auslandsreise nach Bosnien und

Herzegowina besuchte der österreichische

Außenminister Michael Linhart

neuerlich den Westbalkan. Nach einem

Aufenthalt in der Republik Nordmazedonien

kam er am 19. November 2021

in der albanischen Hauptstadt Tirana

an und traf sich mit Staatspräsidenten

Der albanische Präsident Ilir Meta mit

Außenminister Michael Linhart

Ilir Meta und dem Premierminister Edi

Rama. Darüber hinaus führte Michael

Linhart mit seiner Amtskollegin,

Außenministerin Olta Xhaçka, mit Umweltministerin

Mirela Kumbaro sowie

dem albanischen Chefverhandler mit

der EU, Zef Mazi Gespräche. „Albanien

ist nicht nur ein Zukunftsmarkt mit

großem Potenzial, sondern auch ein

wichtiger Teil für ein gemeinsames Europa.

Es ist für uns daher ein zentrales

Anliegen, den Weg Albaniens in die EU

zu unterstützen. Denn Albanien gehört

kulturell und wirtschaftlich zu Europa

– wie die Lipizzaner und Mozartkugeln

zu Österreich – und hat seine Hausaufgaben

gemacht. Die Aufnahme von

Beitrittsverhandlungen mit Albanien ist

Außenminister Michael Linhart besuchte die

Initiatoren von Refocus Austria

für mich daher unabdingbar“, betonte

Außenminister Michael Linhart Österreichs

Unterstützung für Albaniens

europäischen Weg.

Österreich als verlässlicher Partner

für Albaniens Weg in die EU

Im Rahmen all seiner Treffen sprach

Michael Linhart den EU-Beitrittsprozess

an, den Österreich ausdrücklich

unterstützt, insbesondere da Albanien

als Beitrittskandidat einer der Vorreiter

auf dem Westbalkan ist. Er betonte

zudem, dass die EU-Erweiterung um

die Staaten des Westbalkans für die

EU weiterhin höchste Priorität haben

müsse. Der EU drohe sonst ihre

Glaubwürdigkeit am Westbalkan zu

verlieren. Nachdem Albanien sehr gute

Reformfortschritte mache und alle Bedingungen

für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen

erfüllt seien, dürfe

nun keine weitere Zeit verloren gehen,

bekräftigte der österreichische Außenminister

gegenüber Vertreterinnen und

Vertretern der albanischen Regierung.

Österreich setzt dabei auf spürbare

Auswirkungen für die Menschen vor

Ort. „Wir müssen uns bei der Annäherung

der Westbalkan-Staaten an die EU

auf Themen konzentrieren, die direkte

Auswirkungen auf die Bürgerinnen und

Bürger haben. Die volle Teilnahme aller

Staaten des Westbalkans an EU-Programmen,

wie Erasmus, oder die weitere

Integration in den Europäischen

Foto: BMEIA/Michael Gruber

LÄNDER IM FOKUS

084


SOCIETY

Forschungsraum wären sichtbare

Ergebnisse für die Menschen in der

Region“, so Michael Linhart weiter.

Zusammenarbeit in Krisensituationen

Während seiner Reise blickte der österreichische

Außenminister auch auf die

gute Kooperation bei der Bekämpfung

der COVID-19 Pandemie zurück. So

wurden durch die Zusammenarbeit

während der Pandemie, die ausgezeichneten

Beziehungen zwischen

Albanien und Österreich weiter

intensiviert. Österreich hat als Koordinator

für die EU-Impfstofflieferung an

den Westbalkan 145.000 Impfdosen an

Albanien übermittelt. Gerade in dieser

Krisensituation hat sich gezeigt, wie

wichtig europäische Solidarität mit den

Staaten des Westbalkans ist. Neben

der weltweiten Corona-Krise waren die

Staaten des Westbalkans ein zentraler

Schauplatz der Migrationskrise im Jahr

2015. Nach dem pandemiebedingten

Rückgang steigen nun wieder die Zahlen

der Migrantinnen und Migranten,

die über die Balkanroute versuchen,

die EU zu erreichen. Außenminister

Michael Linhart sprach daher mit Vertretern

der albanischen Politik auch

über das Thema illegale Migration

und betonte, dass Österreich größten

Wert auf die Zusammenarbeit mit

Albanien in diesem Bereich lege. Auch

in Internationalen Organisationen und

bei multilateralen Fragestellungen

arbeiten Albanien und Österreich seit

Jahren hervorragend zusammen, nicht

zuletzt während des äußerst erfolgreichen

albanischen OSZE-Vorsitzes

2020. Selbstverständlich wird Österreich

auch während der kommenden

Sicherheitsratsmitgliedschaft in

engem Austausch mit Albanien stehen.

Umso mehr, als Österreich selbst für

einen Sitz im Sicherheitsrat für die

Jahre 2027/28 kandidiert und sicherlich

von den Erfahrungen Albaniens in den

nächsten beiden Jahren profitieren

kann.

Österreichisches Know-How in Albanien:

Einsetzen und Vermitteln

Albanien ist zudem ein Schwerpunktland

der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit,

wobei der

Fokus auf dem Umwelt- und Wasserbereich

liegt. Die Austrian Development

Agency (ADA) implementiert in Albanien

das EU-Projekt “Support to Integrated

Water Management (EUSIWM)”

und betreibt gemeinsam mit der Firma

Lenzing eine Wirtschaftspartnerschaft

zur nachhaltigen Forstwirtschaft.

Österreichs Engagement in diesen

Bereichen unterstützt Albanien bei seinen

Bemühungen um die Anpassung

an EU-Vorschriften und -Standards.

Während seines Aufenthalts besuchte

Außenminister Linhart die ADA-Wirtschaftspartnerschaft

in Ana e Malit

sowie das Wasserkraftwerk Ashta,

das mit österreichischem Know-How

gebaut wurde. Neben dem Einsatz von

österreichischem Wissen wird auch

dessen Vermittlung in Albanien praktiziert.

An der österreichischen Auslandsschule

(HTL) „Peter Mahringer” in

Shkodra präsentierten Maturant*innen

ausgewählte Diplomarbeiten aus den

Bereichen Medientechnik, Systemtechnik

und Netzwerktechnik. Die Auslandsschule

ist ein Ort der Begegnung

für junge Menschen aus Albanien und

aus Österreich.

ALBANIA

085


Albanien –

Ein Land

im Aufbruch

Noch ist das Land am europäischen Mittelmeer ein

Geheimtipp – doch das türkise Meer im Süden, die

eindrucksvollen Bergspitzen im Norden, die historischen

Städte und die unvergleichliche Gastfreundschaft

machen Albanien zu einem immer beliebter werdenden

Reiseziel – und das zu Recht!


SOCIETY

GESCHICHTE

In der Antike siedelten sich im und um

das Gebiet des heutigen Albaniens

die Illyrer an, als deren Nachfahren

sich die Albaner sehen. Im 6. Jahrhundert

v. Chr. gründeten sich außerdem

an der Küste des Landes griechische

Kolonien. Im 2. Illyrischen Krieg (219

v. Chr.) fiel die Region dann größtenteils

unter römische Herrschaft und

wurde später als Provinz Illyricum in

das Imperium eingegliedert. Mit der

Trennung des römischen Reiches wurde

das Gebiet Albaniens Teil Ostroms.

Ab 600 ließen sich slawische Stämme

nieder, danach folgten Bulgaren, Normannen,

Venezianer und Serben und

ab dem Ende des 14. Jahrhunderts die

Osmanen. 1865 wurde das albanische

Siedlungsgebiet von der osmanischen

Regierung in vier Vilayets (Verwaltungseinheiten)

geteilt, was jedoch zu

Auseinandersetzungen und einer Emigrationswelle

führte. Etwa zu dieser

Zeit formierte sich auch langsam ein

albanisches Nationalbewusstsein.

Die letzten Jahre der osmanischen

Herrschaft verliefen chaotisch und

mit dem Ersten Balkankrieg 1912/1913

verlor das Osmanische Reich den

größten Teil seiner Territorien auf der

Balkanhalbinsel. Am 28. November

1912 wurde dann die Unabhängigkeit

Albaniens ausgerufen. Während des

Ersten Weltkrieges besetzten abermals

verschiedene Mächte das albanische

Territorium, ehe sie sich 1920

wieder zurückzogen. Im Dezember

des gleichen Jahres wurde Albanien in

den Völkerbund aufgenommen, 1921

folgten die ersten Parlamentswahlen.

Ab 1925 war Ahmet Zogu Präsident

Albaniens, 1928 ließ er sich zum König

der Albaner ausrufen. 1939 besetzten

die Italiener das Land, die Königsfamilie

floh daraufhin. Gegen die anschließende

deutsche Besatzung formierte

sich schnell Widerstand und 1944

konnten die Kommunisten unter der

Führung von Enver Hoxha die Macht

übernehmen. Dieser orientierte sich

außenpolitisch zu Beginn an Jugoslawien,

später an der Sowjetunion und

danach an China, ehe das Land rund

40 Jahre hermetisch abriegelt wurde.

Nach dem Tod Hoxhas 1985 folgte eine

langsame Öffnung des Landes. Am

10. Juli 1995 wurde Albanien als 35.

Mitglied in den Europarat aufgenommen,

1998 eine neue Verfassung per

Referendum angenommen. 2009 trat

Albanien der NATO bei und reichte

den Antrag auf Mitgliedschaft in der

EU ein, seit 2014 hat das Land den EU-

Beitrittskandidatenstatus.

GESELLSCHAFT

Die etwa 2,9 Millionen Einwohner

leben vorrangig in der Übergangszone

zwischen Küstenebenen und dem

Gebirge sowie im Becken von Korça.

Im internationalen Vergleich ist die albanische

Bevölkerung sehr homogen:

90 % der Bewohner sind ethnische

Albaner, daneben gibt es griechische

und aromunische Minderheiten. Am

albanischen Ufer des Prespasees begegnet

man slawischen Mazedoniern

und auch Minderheiten von Goranen

und Roma leben im Land. Die Albaner

teilen sich außerdem in zwei

große Dialekt- bzw. Kulturgruppen:

die Tosken (im Süden) und die Gegen

(im Norden). Nicht einmal die Hälfte

aller Albaner lebt in der Republik

Albanien. In allen Nachbarländern gibt

es Siedlungsgebiete mit albanischer

Bevölkerung, die größten davon findet

man im Kosovo. Die Religion mit den

meisten Anhängern in Albanien ist der

Islam, die größte Minderheit ist das

Christentum.

SEHENSWÜRDIGKEITEN

UND NATUR

Der weitläufige Skanderbeg-Platz

im Zentrum Tiranas ist der perfekte

Ausgangspunkt um die Hauptstadt

und deren wichtigste Sehenswürdigkeiten

zu erkunden: So umgeben etwa

das historische Nationalmuseum, die

Oper, das Rathaus, die Nationalbank

und die Et’hem-Bey-Moschee den

2017 neu eröffneten Platz.

Die Hafenstadt Durrës an der Adria

gelegen, wartet mit einer großzügigen

Uferpromenade, einer Altstadt mit italienischem

Touch und einem antiken

Theater auf, der Vorort Durrës Plazh

gilt als beliebter Ferienort. Die sich am

Fluss Osum befindende Stadt Berat

besticht durch ihre besonderen, im

osmanischen Stil erbauten Gebäude

und wird auch die „Stadt der tausend

Fenster“ genannt. Im Norden des Landes

beeindruckt die Stadt Shkodra mit

ihrer über 2.400-jährigen Geschichte.

Sie liegt zwischen dem Skutarisee und

gleich drei Flüssen – Buna, Drin und

Kir – und wird im Osten von den Ausläufern

der wunderschönen Albanischen

Alpen begrenzt.

Albanien ist außerdem reich an

atemberaubenden Natur-Highlights,

darunter z.B. die Osum-Schlucht, die

sich auf 13 Kilometer Länge durch

die Landschaft Südalbaniens gräbt.

Auch der Koman Stausee mit einer

Tiefe von bis zu 96 Metern bietet eine

eindrucksvolle Naturkulisse. Im Süden

des Landes findet man wunderschöne

Strände, etwa in Ksamil, wo glasklares

Wasser auf weißen Sand trifft. Die

albanische Riviera im Südwesten des

Landes ist außerdem eine der letzten

unverbauten Küsten am europäischen

Mittelmeer und versprüht teilweise

karibisches Flair.

STECKBRIEF

Ländername: Republik Albanien (albanisch:

Republika e Shqipërisë)

Hauptstadt: Tirana

Fläche: 28.748 km2

Bevölkerung: 2,9 Millionen

Amtssprache: Albanisch

Religionen: etwa 57% Muslime, 10

% Katholiken, 6,8 % Orthodoxe, 2,1%

Bektashi

Währung: Albanischer Lek

Nationalfeiertag: 28. November

Staatsform: parlamentarische Republik

Staatsoberhaupt: Präsident Ilir Meta

Regierungschef: Ministerpräsident

Edi Rama

Fotos: unsplash, pixabay

LÄNDER IM FOKUS

088


SOCIETY

Am Skanderbeg Platz, im Zentrum der albanischen Hauptstadt Tirana, befindet sich das Große Historische Nationalmuseum

Die Burgruine von Kap Rodon in Mittelalbanien

Entspannender Blick auf das blaue Meer der Adria

Der alte Basar von Gjirokastër bietet alles: vom Teppich bis zum Souvenir

Eine Kirche in der Bergwelt von Theth zeugt von der christlichen Geschichte

Die albanischen Alpen bieten noch unerforschte Wanderwege

ALBANIA

089


SOCIETY

We will continue

to build a Europe

in Albania

H.E. Roland Bimo, Ambassador of Albania to

Austria, spoke with SOCIETY about the Austrian-

Albanian ties, the highlights of his diplomatic

service in Austria and Albania’s lengthy

EU-accession procedure.

Since 2014, you are the Ambassador

of Albania to Austria. As an Ambassador,

what are your central duties in

order to ensure the preservation of

close and friendly bilateral relations

between Austria and Albania?

Firstly, I would like to thank you very

much for this opportunity. I am indeed

very grateful to SOCIETY Magazine for

the initiative. Your readers are of great

value for me and I am grateful of this

opportunity to communicate. Albania

is not so often in the Austrian media

and that makes your contribution

even more important – and usually,

the Albanian story is told by foreigners.

The rapid advance of communication

technologies and globalization

in general have a profound and direct

impact on diplomacy and its role,

function, and instruments. The CO-

VID-19 pandemic deprived diplomacy

of its most essential element: human

exchange. All of us at the Embassy

of Albania continue to underline the

importance of political contacts at the

highest level, in order to identify common

political and security interests

and make sure that business interests

are served as good as possible so we

can promote economic exchange.

Public diplomacy and social media

are getting closer to the center of our

attention at the expense of political

issues that are now directly taken up

by top leadership.

During all those years of diplomatic

service in Austria, which moments

were the most memorable to you?

I have been very lucky to witness high

level visits of former Federal President

Heinz Fischer to Albania and Albanian

President Mr. Ilir Meta to Austria,

following the invitation of President

Alexander Van der Bellen. Albanian

Prime Minister Edi Rama has visited

Vienna a few times, at a bilateral level

but also in the framework of international

events and he has met former

Chancellors Werner Faymann, Christian

Kern and Sebastian Kurz. Furthermore,

I wish to see the day that Alexander

Schallenberg will be the first

Austrian Chancellor to pay an official

visit to Albania. The Western Balkans

Summit Vienna, held in August 2015

as a part of the Berlin Process, was

indeed a breakthrough and confirmed

once more Austria’s role in supporting

the Western Balkans in their efforts

towards European Union Membership.

How much value do you attribute to

the cultural relations between Austria

and Albania, next to the political and

diplomatic ones?

The most important highlight of my

nearly eight years as Ambassador of

Albania to Austria was the Cultural

Year Austria-Albania 2018: Hundreds

of cultural activities were organized

throughout Albania and Austria and

thanks to the help from the Department

of Culture of the Albanian

Foreign Ministry led by Ambassador

Teresa Indjein, the Austrian public

got to know more about Albanian

cinematography, music, paintings,

theater and artists. Here, I may add

something to your first question:

Culture has become one of the most

important channels of communication

for the Embassy as a diplomatic

institution, especially here in Austria.

The historical and political relations

between Austria and Albania are mar-

LÄNDER IM FOKUS

090


SOCIETY

ked by common interests and they

lead to a very close cultural exchange

between the two countries. Also, the

best scientists in the field of Albanian

Studies are from Austria and they are

the most numerous too.

Since June 24, 2014, Albania is an

official candidate for the accession

to the European Union. What are the

central challenges Albania needs to

overcome in that process?

At the moment, Albania is expecting

a decision from the European

Council on the date for holding the

first Intragovernmental Conference

between Albania and the EU and a

time frame for conducting accession

negotiations. Accession will come at

the end of a long and – as it transpires

– unpredictable process. The length

of negotiations vary from country to

country. What Albania is now calling

for is the start of negotiations. Austria

is continuously pointing out that, if

the EU would like to help Albania and

the region to leave their troubled past

behind and join a democratic and

free world, the time is now. Otherwise,

we may see situations similar to the

one in North Macedonia, where the

gains of courageous and European

value-based policies of Prime Minister

Zoran Zaev are being endangered,

as the result of the last local elections

in North Macedonia showed. As

Prime Minister Edi Rama said, we will

continue to build a Europe in Albania

– for the benefit of our citizens

and regardless of the decisions of the

European Council. Right now, it looks

as if the EU enlargement process is

being taken hostage by the individual

agenda of some member states. The

fact that the EU Commission technically

concludes that Albania and

North Macedonia fulfill the conditions

for starting negotiations but

the European Council doesn’t agree,

demonstrates the political nature of

the problem.

Your area of expertise is foreign and

security policy and you have also published

quite a large body of literature

on that topic. Based on your judgement,

what significance will foreign

and security policy hold regarding the

future relationship between Albania

and the EU?

Many thanks for the compliment. One

must work very hard to earn that. I do

not think that security of the EU can

be significantly threatened by Albania

in any way but for sure, the EU will

be much safer in certain dimensions

of security if Albania is involved in a

closer cooperation. We have demonstrated

our good will by signing agreements

with Frontex and successfully

working together protecting outside

borders of the EU. While Albania is

not a threat, she can be a valuable

small ally in the fight against illegal

migration, human and drug trafficking

and organized crime that may have

links to terrorism. Naturally, opening

accession negotiations will boost our

confidence and encourage progressive

forces to stay on the course regarding

reforms.

Foto: SOCIETY/Pobaschnig

LÄNDER IM FOKUS

092


SOCIETY

Eine lang jährige

Freundschaft

Seit 1966 gibt es die Österreichisch-Albanische Gesellschaft.

Präsident Botschafter i.R. Arno Riedel, hat SOCIETY

über deren Tätigkeitsfelder berichtet.

Foto: Mahmoud Ashraf

Herr Botschafter i.R. Mag. Arno Riedel,

Sie sind seit Februar 2018 Präsident

der Österreichisch-Albanischen Gesellschaft.

Was sind die Hauptaufgaben

der Organisation?

Im Vordergrund steht das soziale

Engagement. Das ist historisch begründet.

Seit den frühen 90er Jahren,

also gleich nach dem Zusammenbruch

des kommunistischen Regimes, hat

unsere Gesellschaft Hilfslieferungen

nach Albanien gebracht, es gab zum

Beispiel Sendungen von Schulmöbeln,

Krankenhauseinrichtung und Medikamenten.

Aus einer Unzahl von Hilfsprojekten

haben sich beste Kontakte und

dauerhafte Freundschaften entwickelt.

Unsere Ehrenpräsidentin, die damalige

Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer,

war hierbei die treibende Kraft. Vielen

Kindern und Jugendlichen haben wir

eine ärztliche Behandlung in Österreich

ermöglicht. Bei der Finanzierung

Botschafter i.R. Arno Riedel mit Botschafterin

DDr. Petra Schneebauer

sind wir als Freiwilligenorganisation auf

Gönner und Sponsoren angewiesen.

Die österreichische Schule in Shkodra,

eine HTL für Informationstechnologie,

ist ein Beispiel für eine gelungene

Kooperation. Die Österreichisch-Albanische

Gesellschaft will aber auch vor

allem die Zivilgesellschaft in Albanien

unterstützen. Wir wollen unsere guten

Dienste anbieten, wirtschaftliche

Entwicklung fördern und die Wissenschaftskooperation

antreiben.

Was verbindet Albanien und Österreich

ganz allgemein?

Österreich-Ungarn hat die Unabhängigkeit

Albaniens 1912 maßgeblich

unterstützt. Das österreichische

Interesse am Wohlergehen Albaniens

wird von den Albanern geschätzt. Es

ist von gegenseitigem Respekt und

Wertschätzung getragen. Während

Österreich durch zahlreiche Investitionen

in Albanien in Schlüsselbereichen

(Banken, Versicherungen, Energiewirtschaft

etc.) zu steigendem Wohlstand

des Landes beiträgt, sind es viele albanische

Künstler und Intellektuelle, die

unser Leben in Österreich bereichern.

Österreichs Universitäten sind für Albaner

bedeutsam. Zu erwähnen ist auch

eine lange Tradition der Albanologie in

Österreich, v.a. in Graz, Wien und Innsbruck.

Albaner wissen, dass sie sich auf

Österreich verlassen können, etwa bei

der Katastrophenhilfe oder der Zurverfügungstellung

von Corona-Impfstoff.

Wo sehen Sie Verbesserungsmöglichkeiten?

Aus dieser traditionellen Freundschaft

in den bilateralen Beziehungen heraus

hat Österreich immer maßgebend den

zukünftigen EU-Beitritt Albaniens, der

ja von einer großen Mehrheit der Albaner

gewünscht wird, unterstützt. Leider

ist im Beitrittsprozess Sand ins Getriebe

geraten. Die notwendigen Reformmaßnahmen

werden, wenn überhaupt,

nur schleppend durchgeführt. Leider

ist auch auf Seiten der EU das Interesse

an einer raschen Heranführung der

Westbalkan-Länder zurückgegangen.

Aus unserer Sicht ist dabei nach wie

vor die mangelnde Rechtssicherheit

das größte Problem. Österreich engagiert

sich dabei etwa bei Reformen

des Justizsektors. Wichtig ist auch

die Kooperation bei der Bekämpfung

des Schlepperunwesens und des

Menschenschmuggels. Ein entwicklungshemmender

Umstand, ist das

große Stadt-Land-Gefälle. Durch den

gestiegenen Wohlstand in den Städten

ist die Landflucht groß, denn in den

ländlichen Gebieten gibt es kaum

Infrastruktur und Arbeitsplätze. Zurück

bleiben Ältere und Kranke, die Armut in

entlegenen Dörfern ist groß. Insgesamt

kann ich aber sagen, dass Albanien

nach dem Sturz des kommunistischen

Regimes, wo Anfang der 90er Jahre

praktisch bei null begonnen wurde,

gewaltige Fortschritte gemacht hat. Ich

kann mit Stolz sagen, dass die Österreichisch-Albanische

Gesellschaft dank

dem Einsatz ihrer Mitglieder einen Teil

dazu beigetragen hat.

ALBANIA

093


Samir Mane: A unique

Success Story

In 1993, the then 26 year old Albanian Samir Mane

founded the BALFIN Group in Austria. Today, it is

considered to be one of the biggest private investment

groups in the Balkans, with Mane acquiring the title

“first Albanian billionaire”.

Born on December 24, 1967 in Korçë in

the south of Albania, he later studied

geology and mining at Tirana University.

In 1991, when the communist system

collapsed in his home country, he

decided to leave Albania for Austria.

There, he worked as a translator and

at the same time started building a

personal business network. Only three

years after arriving in Austria, he set

up his first business – Albatrade and

right after that BALFIN Group (Balkan

Finance Investment Group). With

this, an unparalleled success story

took its course. Through the years,

Mane created an immensely diverse

portfolio of different businesses in key

economic sectors such as tourism,

trade, services, real estate, agriculture,

mineral industry and more, operating

in Austria, Albania, Kosovo, Bosnia

and Herzegovina, North Macedonia,

Montenegro and the Netherlands. But

economic success was never the only

thing that mattered to the entrepreneur

and father of four. On the official

website of BALFIN Group, he states:

“We create social value by striving

to be more than a growing business

portfolio and especially a group of

individuals active in the environment

we operate.

Fotos: Pagria/Balfin Group

LÄNDER IM FOKUS

094


We work to meet our policies in the

context of improving community life

and development, environmental

protection, cultural enrichment and

education in every area present with

our companies and employees”. Mane

is also the reason why there is quite a

big number of SPAR supermarkets in

Albania. In May 2016, BALFIN Group

signed a franchise agreement with

SPAR International, introducing the

chain to Albania and since then,

expanding its supermarket network

Founder of BALFIN group and successful business

man Samir Mane

all over the country. With the expansion

of his business in all areas,

BALFIN Group developed into a huge

employer: around 6000 people are

currently working for the group, which

generated a non-consolidated gross

revenue of over 639 million € in 2020.

The enterprise value of all BALFIN

Group companies increased by 755

million € in the same year. Mane,

who also holds the title of Honorary

Consul of Thailand, and the whole

BALFIN Group are always looking for

new and innovative projects. Currently,

BALFIN Austria, part of Balfin Group,

is building a residential complex in

Vienna, between the 18th and 19th

district, which is expected to be

completed in 2022. Furthermore, it is

working on its new investment named

Retail Park, an innovative project that

combines a commercial building with

joint public facilities and green spaces.

In 2016, former Albanian President

Bujar Nishani awarded Samir Mane

with the Medal of Special Civil Merit

and in 2019, he received the Medal of

High Honor from Austrian President

Alexander Van der Bellen, which he

accepted with great pleasure: “My ties

with Austria are very strong.

I came to this country as an immigrant

and returned as a businessman after

14 years, offering me a great opportunity.

Operating in Austria has helped

me greatly to develop business in

different countries, including Albania

and I am sure that our cooperation

will continue to be excellent in the

future as well”, he stated at the ceremony

held on the occasion of this

decoration.

Aside from being an immensely

successful business man, Samir Mane

is also a great philanthropist. He set

up charitable funds in each of his

companies, helping to reduce poverty,

supporting children with disabilities

and fostering education and health of

children. When he came to Austria 30

years ago, he might not have anticipated

how successful he would be one

day. “My journey has been a long and

winding road, not a systematic set of

steps. You have to find yourself and

you have to be yourself; your power is

internal, not external”, he once stated

in an interview with DISCOVER CEE

after being asked how he came so far.

ALBANIA

095


SOCIETY

Eine Freiwillige

Feuerwehr für Albanien

Bereits seit einigen Jahren arbeiten einige

oberösterreichische Feuerwehren daran, eine

Freiwillige Feuerwehr in Albanien zu installieren.

Dabei leisten sie wertvolle Unterstützungsarbeit.

Josef Schwarzmannseder, langjähriger

Grieskirchner Feuerwehrexperte, Ehrenoberbrandrat

und Bundesbewerbsleiter

a.D. und Wolfgang Grossruck,

ehemaliger Bürgermeister von Grieskirchen,

Nationalratsabgeordneter,

Obmann der Österreichisch-Albanisch-

Parlamentarischen Freundschaftsgruppe

und langjähriger Präsident der Österreichisch-Albanischen

Gesellschaft

sind federführend in der Organisation

und Durchführung dieses besonderen

Projekts. Seit 2008 sind sie gemeinsam

mit zahlreichen Kolleginnen und

Kollegen der involvierten Feuerwehren

in Albanien im Einsatz. Das erste Engagement

brachte sie in den Gebirgsort

Fushe Arrez, wo sie die dort ansässige

katholische Ordensgemeinschaft der

Franziskanerinnen mit einem Hilfstransport

unterstützten.

Als im Jahr 2010 die nordalbanische

Region rund um die Stadt Shkodra von

einer riesigen Flutwelle heimgesucht

wurde, konnte der damalige Bezirks-

Feuerwehrkommando Josef Schwarzmannseder

in Zusammenarbeit mit

dem Landesfeuerwehrkommando

Oberösterreich und im Auftrag des

damaligen Landesfeuerwehrkommandanten

LBD Johann Huber innerhalb

kürzester Zeit Spenden in Form von

Bekleidung, Lebensmittel, Decken,

Matratzen etc., die 15 Sattelzüge füllten,

sammeln. Der Transport (etwa 50.000

€) wurde durch Spendengelder von

Firmen, den Bundesländern und der

Bundesregierung finanziert.

Seither wurden außerdem sieben ausgeschiedene

Feuerwehrfahrzeuge mit

Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Oberösterreich

nach Albanien überstellt.

Gleichzeitig wurden albanische Feuerwehrleute

intensiv geschult und mit

Ausrüstung versorgt. Nach langjähriger

Erfahrung in Albanien, kamen Schwarzmannseder

und Grossruck dann zu

dem Entschluss, dass der Aufbau einer

Freiwilligen Feuerwehr vor Ort wohl

das sinnvollste wäre, um nachhaltig

Hilfe zur Selbsthilfe geben zu können.

2019 wurde deshalb in Grieskirchen

der Verein VAFFFA (Verein zum Aufbau

und Förderung der Freiwilligen Feuerwehren

in Albanien) gegründet: Nicht

nur, um die notwendige Sicherheit

gewährleisten zu können, sondern

auch zur Stärkung der Zivilgesellschaft

in Albanien, wo das Ehrenamt bisher

nur eine geringe Rolle spielte. Noch im

selben Jahr wurde die erste Freiwillige

Feuerwehr Albanien in der Stadt Kavaja

gegründet. Mit Beschluss des Gemeinderates

wurde Enver Biturku zum

Kommandanten ernannt.

Nach einer coronabedingten Unterbrechung

konnte am 3. Oktober 2021 wieder

die Arbeit aufgenommen werden,

so machten sich neun Feuerwehrleute

abermals auf den Weg nach Albanien

um ein von der FF St. Florian am Inn

gespendetes Kleinlöschfahrzeug,

eine Tragkraftspritze Marke FOX 1 der

FF Tal und weiteres Feuerwehrequipment

für die Ausbildung der Feuerwehrmitglieder

zu liefern. Während

des einwöchigen Aufenthalts wurden

unzählige theoretische und praktische

Schulungen für die Freiwilligen- und

Berufsfeuerwehrmitglieder in Tirana

abgehalten. Außerdem konnten die

engagierten Feuerwehrleute intensive

Fachgespräche mit der stellvertretenden

Innenministerin Romina Kuko

und dem Staatspräsidenten Ilir Meta

führen. Und auch in Zukunft will der

Verein VAFFFA weiter vor Ort sein und

weitere Projekte durchführen – in enger

Zusammenarbeit mit dem in Albanien

gegründeten „Vereinspendant“ AFPRA.

Weitere Information zu Spendenmöglichkeit

und über den Verein finden

Sie auf VAFFFA.org

Foto: privat

LÄNDER IM FOKUS

096


Mediterrane Lebensfreude

mitten in Wien

Seit Mitte der 1970er Jahre ist das „Orpheas“ in der Spiegelgasse

Nr. 10 fester Bestandteil der Wiener Gastronomielandschaft und

erfreut seine Gäste mit lukullischen Kreationen.

Fotos: privat

Architektonisch spannend in Szene

gesetzt, verbindet sich in diesem

griechischen „Estiatorio“ im Zentrum

Wiens historisches mit modernem

Ambiente. Seit jeher fühlen sich hier

die Menschen besonders willkommen

und nicht nur deshalb kann das Restaurant

auf eine große Anzahl treuer

Stammgäste aus Politik, Wirtschaft

und Kultur blicken. Das vergangene

Jahr war auch für das Team rundum

„Orpheas“ ein außergewöhnliches

– doch die wochenlange Komplettschließung

nutzten die Inhaber für

eine Renovierung der Gasträume: Der

Parkettboden wurde versiegelt, die

Wände frisch gestrichen und sämtliche

Sitzgelegenheiten neu gepolstert

und bespannt. Danach wurden einzelne

Tische entfernt, die restlichen

großzügiger aufgestellt. Eine kongeniale

Partnerschaft mit einer benachbarten

Galerie ermöglicht darüber

hinaus das Ausstellen einzigartiger

Gemälde.

Die Restaurantküche setzt stets auf

erstklassige Qualität der Produkte.

Traditionelle und gleichzeitig innovative

mediterrane Gastronomie

finden hier zu einem einzigartigen

Konzept zusammen. Bei „Orpheas“

gibt es noch selbst gebackenes Brot

genauso wie hausgemachte Dips und

Saucen. Dazu passend findet man

eine fein abgestimmte Auswahl von

hochwertigen österreichischen und

griechischen Weinen in der Karte.

„Typisch griechisch“ – empfiehlt es

sich nach den Desserts zu fragen.

Der „süße“ Geschäftsführer ist immer

für Überraschungen gut. Abseits der

Speisekarte entwickelt das „Orpheas“-

Team saisonale Nachspeisen für jeden

Geschmack. Ein Besuch lohnt sich auf

jeden Fall!

Als zusätzliches Angebot bietet das

„Orpheas“ ein Take-away Service sowie

Catering an. Die Räumlichkeiten

können auch für Feiern mit bis zu 150

Personen gemietet werden.

Restaurant Orpheas

Spiegelgasse 10, 1010 Wien

www.orpheas.at

LIFE & STYLE

097


In den 105 Suiten und 12 Chalets haben Familien besonders viel Platz

Wenn die Kinder versorgt sind, können die Eltern so richtig relaxen

Dachsteinkönig –

Familux Resort

Entspannung für kleine und große König*innen findet man

im Dachsteinkönig – Familux Resort. Ein Königreich für jeden –

Familienurlaub 2.0 im innovativsten Familienhotel Europas.

Das Vier-Sterne-Superior-Hotel am

Fuße des Dachsteins ist ein Mitglied

der Kinderhotels Europa (kinderhotels.

com) und verbindet bis ins kleinste

Detail kindergerecht durchdachte

Ausstattung mit zeitgemäßem, anspruchsvollem

Design und begeistert

durch lässige Großzügigkeit.

Mehr Platz für intelligenten Übermut

Die Wünsche von Kindern hat die Hoteliers-Familie

Mayer seit Jahrzehnten

in Lermoos und Oberjoch studieren

können. Aufbauend auf den wertvollen

Erfahrungen wurde 2016 inmitten

des Salzkammerguts ein weitläufiges

Die Pool-Landschaft hat eine 100 Meter lange

Reifen-Wasserrutsche für garantierten Spaß

Resort mit 105 Familiensuiten und

zwölf Chalet-Einheiten errichtet. Platz

und Zeit zu schaffen für gemeinsame

Erlebnisse und Entspannung mit

der Familie, das ist eine neue Art von

Luxus.

Sport und Action, rundum betreut

Mindestens 25 ausgebildete Betreuer*innen

kümmern sich ganztags von

Montag bis Sonntag um die Kinder;

Babys können im Dachsteinkönig

– selbstverständlich professionell

umsorgt – schon ab dem 7. Lebenstag

urlauben! Im 2.000 m² großen

Indoor-Spielbereich warten Kino

und Theater, eine Softplayanlage

über zwei Stockwerke, eine Karthalle,

eine Familien-Bowlingbahn und eine

Sporthalle auf förmlich spielfreudige

Gäste. Ein verregneter Tag verhindert

kein Abenteuer in den Bergen – der

Virtual-Reality-Room lässt die Gäste

überall herumklettern oder kreativ

sein; wann und wo sie wollen. Die

attraktive Pool-Landschaft mit der 100

Meter langen Reifen-Wasserrutsche

ist so viel mehr als bloß ein Ort zum

Planschen. Überhaupt gleicht der

Außenbereich einem Erlebnispark,

da laden die bunten Hüpfburgen, der

Abenteuerspielplatz, der Kinderfahrzeug-Parcours

und die Weidetiere ein.

Skifahrer haben eine tolle Aufgabe vor

sich: Das größte Skigebiet Oberösterreichs,

Dachstein West, will erkundet

werden und nur wenige Meter vom

FAMILUX RESORT entfernt ist die Talstation

der Bergbahn.

Spürbare Erholung für Eltern

Mit dem guten Gefühl, dass die Kinder

bestens betreut sind, können sich

Eltern in der 1.000 m² großen Wellness-

und Saunalandschaft entspannen.

Abends sind sie wieder fit, um

die Gourmetküche samt exquisiter

Weinbegleitung aus der hauseigenen

Vinothek zu genießen. Dank der vielen

herzlichen Mitarbeiter und unserem

exzellenten Service fühlt sich am

Dachstein jeder wie ein König.

Dachsteinkönig – Familux

Resort****S

A-4824 Gosau

Tel.: +43 61 36 88 88

info@dachsteinkoenig.at

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Foto: Dachsteinkönig – Familux Resort****S, Daniela Jakob

LIFE & STYLE

098


Weil Familie

Freiheit

bedeutet

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PHOTO©DJAKOB

Entdecke die weltweit erste und einzige Premium-

Hotelgruppe ausschließlich für Familien mit

Kindern. Bei uns findest du eine verdiente Auszeit

und spürbare Entspannung – mit dem guten

Gefühl, dass deine Kinder perfekt umsorgt

Spaß ohne Ende haben.

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SOCIETY

Kyrgyzstan:

Adventure in Nature

Breathtaking landscapes, authentic

hospitality and cultural diversity – all of

that can be found in the Central Asian

state Kyrgyzstan.

The former USSR-republic just celebrated

30 years of independence and

shares borders with China, Kazakhstan,

Tajikistan and Uzbekistan. It was part of

the ancient Silk Road, whose remains

can be seen to this day. One of them is

Burana Tower, not far from the modern

capital Bishkek. The construction

was erected during the Karkahnanid

Khanate in the 11th century in the city

Balasagun, which was at that time an

important part of the trade route. The

settlement was destroyed by Mongol

invaders, which marked its decline into

a ghost town by the 15th century. Standing

24, 6 meters above the ground, it

is the only remainder of the old city. For

visitors without vertigo, the climb of its

staircase reveals a marvelous view of

the surrounding area.

Issyk-Kul Lake

Nestled in the base of the breathtaking

mountain scenery of the Tian-

Shan range lies Issyk-Kul lake. With

6232 sq, it is the second largest saline

lake in the world. On its banks, you

get the impression of being by the

seaside. Permanent winds produced

by the surrounding mountains create

a constant ripple of gentle waves. The

name Issyk-Kul means “hot lake” in the

Kyrgyz language, referring to the fact,

that its water never freezes, making it

a popular destination for tourists and

locals alike to relax at one of the many

hotels and homestays. The town of

Bokonbaevo on the Southern shore

of Issyk-Kul keeps its traditions alive,

such as eagle hunting, which has

been practiced by the Kyrgyz nomads

for centuries. For those wanting to

experience nomad life, yurt camps

are a perfect option. Other activities

include hiking or horseback trails into

the unspoiled nature of the Tian-Shan

mountains, jeep tours and visiting the

annual birds of prey festival. At the

Agro-Festival, organized by the CBT

(Kyrgyz community-based tourism association)

you can experience folklore

concerts, felt shows, the exhibition of

home animals, Kyrgyz national games,

Kyrgyz food tasting and National

Horse Games.

Handicraft and Yurt Making in Kyzyl-Oi

and Kochkor

Traditions are still alive in Kyrgyzstan.

Stemming from its nomadic culture,

the country is famous for its traditional

yurts and handicrafts. The residents

of the village Kyzyl-Tuu are famous for

their yurts, that are hand made in the

traditional way. Kochkor is a small town

that is located in Naryn Province, on

the road to Lake Son-Kul and Torugart

Pass. It used to be a stop for merchants

going to and from Kashgar, on the other

side of Torugart Pass in China. Today,

Kochkor (or Kochkorka) has become a

stop for tourists as they head deeper

into the Tian Shan. Kochkor has been

relatively well developed in terms of

tourism infrastructure.

Transport, treks, horse rides, homestays,

and concerts are all relatively easy

to organize. The town is also home to

artisans who specialize in traditional

Kyrgyz art, and revive the traditions

of the region and make sustainable

souvenirs. It has become famous for

its shyrdaks and felt carpets, which are

made in workshops around the city.

Those interested in immersing themselves

in Kyrgyz culture can organize

homestays and concerts of traditional

Kyrgyz music. Kochkor is a popular

stop for those heading up to the jailoo

(summer pastures) around Son-Kul and

in nearby areas, such as Kol-Ukok (a

lake and jailoo). Saryla-Saz, just 54 km

(34 miles) from Kochkor, is an ideal jailoo,

complete with grazing animals and

traditional yurts, and is a great starting

point for treks to nearby historical

sights and a waterfall. The most famous

and well visited site near Kochkor is

Son-Kul, a high mountain lake surrounded

by wide pastures and plains.

Kyzyl-Oi is quite different from the other

mountain villages in Kyrgyzstan. It

existed even before the Great Socialist

Revolution, and has therefore kept its

distinct Central Asian character with

its reddish clay houses. Kyzyl-Oi is located

in a narrow gorge on the riverside

Fotos: unsplash, pixabay

LIFE & STYLE

100


SOCIETY

Burana tower is the ancient remainder of the former trading town of Balsagun

Traditional handicrafts such as the spinning of wool is still practiced

The magnificent nature of Krygyzstan is best discoverd on horseback

Tourists are invited to learn more of the traditional life of Kyrgyz nomads

LIFE & STYLE

101


SOCIETY

No better way to get to know a country than participating in a cooking workshop

of the powerful Kokomeren River some

40 km south of Suusamyr on the road

to Kochkor Village and Son-Kol Lake

(both in Naryn region), and about 200

km from Bishkek. The elevation is 1,800

metres asl; here, a valley opens up somewhat

to form a hollow ringed by the

high red-coloured mountains, which

gave the place its name. Kyzyl means

‘red’ in Kyrgyz. Spending a couple of

days here is ideal for those wanting

to relax in the very heart of the Kyrgyz

Ala-Too mountain range. From here, you

can choose from a variety of different

hiking or horseback trekking routes

in the mountains. The Sary-Kamysh

Range south of the village has some

gorgeous peaks up to 4,000 metres. In

summertime, you can ask the villagers

to take you up to the summer high-altitude

pastures to watch the wildlife and

pristine flora. Another attraction in late

summer is rafting down the Kökömeren

River, an activity offered by some

tour operators in Bishkek. Tourists in

wintertime can also help local people

get the hay down from the jailoo to the

village using horses and sledges.

Arslanbob

Famous for its walnut forest, which

is more than 1000 years old and was

most likely planted by the founders of

the village. It secures the livelihood of

the villagers by providing them with

various kinds of walnuts, that they are

collecting and selling on the markets.

Visitors should definitely take the time

to explore the impressive old walnut

trees, and have the background story

explained to them by the mountain

rangers.

Arslanbob is the perfect place to discover

the mountains of Kyrgyzstan. In

summer, tourists can book hiking trips

for all fitness levels, from rock climbing

to the jailoo Jaz-Jarym, to a tour to holy

lake over the pass of “friendship”, which

leads you through gorges and glaciers,

past magnificent waterfalls and canyons.

All these wonderful places can

also be discovered on horseback. In

winter, Arslanbob offers great outdoor

activities such as ski tours, snowshoe

tours, or multi-day ski tours with

overnight stays at a shepard’s hut, and

horse-tow skiing or horse sleigh rides.

Osh

Osh is the second biggest city of Kyrgyzstan

and lies in the fertile Fergana

valley, in the south of the country. It

looks back at a 3000-year old history

and has served as the administrative

center of Osh Region since 1939. Osh

was known as early as the 8th century

as a center for silk production along

the Silk Road. The famous trading

route crossed Alay Mountains to reach

Kashgar to the east. It is only 5 km

away from the border to Uzbekistan.

The city is the home of the one of the

oldest outdoor bazars of Central Asia,

where you can find almost anything,

from food to clothing and souvenirs.

Visitors will also be surprised to find

one of the few remaining statues of

Lenin in the city center. The world

heritage site mountain of Sulayman

should also be on your list during your

stay in Osh. The mountain is thought

by some researchers and historians to

be the famous landmark of antiquity

known as the „Stone Tower“, which

Claudius Ptolemy wrote about in his

famous work „Geography“. It marked

the midpoint on the ancient Silk Road.

Fotos: unsplash, pixabay, Tanja Tauchhammer

LIFE & STYLE

102


SOCIETY

The wild nature of the Kyrgyz mountains is home to many endangered species, such as the snow leopard

The National Historical and Archaeological

Museum Complex Sulayman is

carved in the mountain, containing a

collection of archaeological, geological,

and historical finds and information

about local flora and fauna.

From its top you get a great view of the

city. Osh is also the birthplace of the

female Kyrgyz national hero, Kurmanjan

Datka.

When visiting Kyrgyzstan, the hospitality

of its inhabitants is what stays in

the memory the longest. You should

definitely try to experience the life of

these wonderful people while staying in

one of the many homestays, enjoy the

wonderfully simple but delicious cuisine,

including “plow” (rice with mutton

and vegetables), “Beshbarmak”(noodles

and meat) and various soups and

sweet mountain honey.

Find more information on communitybased

tourism in Kyrgyzstan here:

www.cbtkyrgyzstan.kg

Turkish Airlines offers flights to the

capital Bishkek via Istanbul

Eagle hunting is still part of the life of the Kygyz nomads, eagle owner Ruslan presents his bird of prey

LIFE & STYLE

103


SOCIETY

Sustainable tourism

in Kyrgyzstan

SOCIETY spoke with Nargiza Kudaiberdieva,

SWITCH-Asia Greentour Project Manager of Helvetas,

an independent development organization, about

their projects regarding sustainable tourism in

the beautiful Central Asian country.

Can you explain what “Helvetas” is about

and what kind of tourism development

projects it is working on?

Helvetas is committed to a just world

in which all men and women determine

the course of their lives in dignity and

security, using environmental resources

in a sustainable manner. Helvetas is an

independent organization for development

based in Switzerland with affiliated

organizations in Germany and the

United States. At the moment, there are

three different projects supporting the

tourism sector development in Kyrgyzstan

– one of them is “Bai Alai”, operating

in the south of the country. The underlying

approach of the Project is the

MSD (Market Systems Development)

approach, which provides the basis for

Nargiza Kudaiberdieva, SWITCH-Asia Greentour

Manager of Helvetas

achieving sustainable and widespread

impact by promoting systemic changes

implemented by market participants in

selected subsectors such as tourism,

handicrafts, apiculture and cattle. The

second project is the “Winter Tourism

Kyrgyzstan (WTK)”, funded by SECO.

The main phase started from 1 October

2021 - 30 September 2025. WTK‘s

overall goal is to support the sustainable

and competitive WT value chain

development in Kyrgyzstan, providing

decent and year-round job and income

opportunities for women and men by

improving the quality and safe services

along the WT value chain; key institutional

partners supporting a favourable

business environment and improved

coordination mechanisms; and both

private and public actors addressing

ecological and social sustainability. The

third one is the “GreenTour project”, funded

by the European Union’s SWITCH-

Asia programme. It was launched in

March 2020, just when lockdowns

started. It’s a four-year project with the

objective of supporting the country in

transforming to a green economy. With

this project, Helvetas responds to the

objectives of the Kyrgyz government

to develop a more sustainable tourism,

involving communities, and diversifying

tourism products in order to attract

new target groups and clients. Through

an integrated business-led approach,

the Greentour project mobilizes and

mentors Kyrgyz tour operators and their

suppliers to adapt and promote sustainable

consumption and production

practices (SCP) throughout their supply

chains and business processes. This

includes using local suppliers, purchasing

environmentally friendly products,

plastic reduction, conserving natural

resources and applying socially responsible

ways of interacting with local

communities. In the beginning, most of

our activities had to be held online due

to the pandemic, but when the restrictions

were lifted, we started offline trainings

in the key tourism hotspots of the

country such as Karakol, Bishkek, Osh,

Naryn and Kochkor. So far, around 400

service providers related to the tourism

sector, amongst them tour operators,

transportation services, accommodation

businesses, guides, tourism school

instructors and municipalities, have

been trained in sustainability principles.

Eight of the tour operators have become

so called “Travelife Partners” and are

now committed to reduce single-use

plastic, integrate fair labour conditions,

environment and wild life protection

measures during their tours.

What are the main goals of these

initiatives?

The goal is to help Kyrgyzstan in positioning

itself as a sustainable tourism

destination. We want to have more

competitive providers integrating

Fotos: privat, Helvetas

LIFE & STYLE

104


esponsible tours or adding sustainable

practices to their services so they can

become, at the same time, more competitive

among other Central Asian tour

providers. We also want to promote

them to European buyers and bring

them to the next ITB for example.

Can you tell us something about the

process of certification of providers?

First, the participating providers

become “Travelife Engaged”, which

means that they register online and

take courses on sustainability live

or online. The next level is “Travelife

Partner”, which the companies enter as

soon as they start implementing some

steps. The highest level companies can

reach is “Travelife Certified.” This work

is implemented through collaboration

with our partners: ECEAT and KATO.

We also work with smaller providers,

like CBTs and home-stays for example,

in integrating sustainable practices

and greening their offerings through

the Kyrgyz Community-Based Tourism

Association.

So you will be the first country in Central

Asia to have sustainable tourism?

There are many projects working in

the region to support tourism sector

development. A similar project is

being implemented in Kazakhstan, for

example, and they also use the same

platform. But many things start here in

Kyrgyzstan and then they are replicated

in other countries.

How is Kyrgyzstan benefiting from

tourism?

In rural areas, young people start learning

foreign languages now and it is a

great employment opportunity – especially

for women. The people profiting

from receiving tourists are usually not

that rich and cannot affort long travels.

But talking to foreigners or hosting

them means having some diversion

from the daily routine. Another positive

impact is, that tourism creates income

and it not only helps the tour service

providers but also the food providers,

the restaurants or the transport companies.

On the negative side, most of our

offerings are built around visiting fragile

ecosystems. Our country’s main assets

are the nature attractions, so we need

to think about avoiding mass tourism

and offering more niche tourism, attracting

those who can spend more with

less environmental pressure.

So how would you define the exact

target group and how do tour operators

profit from the “Travelife Partner”

certification?

Based on statistics, the people that

come to Kyrgyzstan are usually

between the ages of 18 to 56. Our

promotion is supposed to encourage

both group and individual tourism.

Looking at reports, we see that people

nowadays are more aware of having a

positive impact on the communities

they visit and reducing their carbon

footprint. In parallel, the booking

platforms are prioritizing providers that

have sustainable approaches and are

certified by a recognized platform. It is

a selling point, and that is what we are

trying to explain to the tour operators:

they just need to invest a bit of time and

resources to see the benefits.

Are the companies being controlled

once they have the Travelife certificate?

We do a baseline survey with the companies

that are going through the programmes

in order to see how they apply

all the steps they have learned. We

piloted a reduced carbon footprint tour

with a group from Slovakia and we worked

with the provider to integrate such

elements as avoiding single-use plastic

and supporting the women cooperative

etc. Change doesn’t happen overnight,

but at least people start thinking about

it. Companies and providers shouldn’t

look at implementing sustainable

approaches and practices as a waste of

money but as an investment.

LIFE & STYLE

105


SOCIETY

Gut durch den Winter

Diesen Winter hüllen wir uns in opulente Düfte,

reichhaltige Cremes und Öle lassen die trockene

Haut erstrahlen und weihnachtliche Kerzen

sorgen für ein kuscheliges Zuhause.

KAKTUSFEIGENÖL VON ALZOE

Das feuchtigkeitsspendende Kaktusfeigenkernöl nimmt seinen Ursprung in Afrika. Dort

wächst der marokkanische und weit verbreitete Feigenkaktus in einem Gebiet, das seit

1998 sogar UNESCO-Biosphärenreservat und somit ein Schutzgebiet für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

ist. Als reichhaltige Anti-Aging-Pflege für reifere Haut eignet sich das

goldgelbe Öl ebenso wie für junge. Es zieht super schnell ein, stimuliert die Zellerneuerung,

beugt frühzeitiger Hautalterung vor, sorgt für einen strahlenden Teint und mindert sichtbar

Falten. Das Hautbild sieht gesund und frisch aus, ohne dabei zu glänzen. Erhältlich bei:

www.alzoe.de

PRO COLLAGEN CREAM RICH VON DR. GRANDEL

Die reichhaltige Pro Collagen Cream Rich restrukturiert das Kollagennetzwerk.

Ein Amino Silizium Komplex stimuliert die hauteigene Kollagenproduktion. Das

Ergebnis ist ein festes und glattes Hautbild. Die reichhaltige Textur pflegt die Haut

geschmeidig und hinterlässt ein weiches und genährtes Hautgefühl. Die ausgewählten

Wirkstoffe bilden einen intelligente`Pro Collagen-Code‘, durch den die

Haut eigenständig wieder zu neuer Elastizität und Festigkeit findet. Pro Collagen

enthält kein tierisches Kollagen. Erhältlich bei: www.cosmetic-gallery.at

LOVELY CHAI KÖRPERCREME VON M. ASAM

Die Körpercreme pflegt die Haut intensiv mit wertvollen Wirkstoffen. Kaltgepresstes

Traubenkernöl und Vitamin E wirken antioxidativ, feuchtigkeitsspendend und

schützen die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen. Mandelöl und Panthenol

beruhigen zudem Hautirritationen, wirken pflegend und ausgleichend. Die

reichhaltige Körpercreme verwöhnt die Sinne mit dem aromatisch-würzigen und

cremig-süßen Chai-Vanille Duft und vertraut warmen Akkorden mit sinnlichem

Touch. Erhältlich z.B. bei: www.asambeauty.com

BEAUT Y

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LATSCHENKIEFER ÖLBAD VON SUSANNE KAUFMANN

Dieses von der Landschaft der österreichischen Alpen inspirierte aromatische

Badeöl enthält ätherische Öle aus Kiefern- und Fichtennadeln. Die

Inhaltsstoffe aus lokaler Produktion sind bekannt für ihre Hautberuhigenden

Eigenschaften sowie für ihre belebende Wirkung auf Geist und Körper.

In warmem Wasser entfaltet das Badeöl seinen Duft, stärkt das Immunsystem,

lindert Muskelverspannungen und hinterlässt die Haut gut durchfeuchtet.

Erhältlich bei: www.susannekaufmann.com

LUXURY GOLDEN CAVIAR MASK CONDITIONER

VON MARLIES MÖLLER

Die wundervolle, goldfarbene Pflege mit wertvollem Caviar Extrakt

ist Maske und Conditioner in einem. Sie pflegt das Haar intensiv und

umhüllt es mit seidigem Glanz voller Leichtigkeit. Das Haar lässt sich

leichter entwirren, wirkt gestärkt, vitalisiert und besonders glänzend.

Der Marlies Möller hair&root beauty complex sorgt für leicht kämmbares,

gesundes und kräftiges Haar von der Wurzel bis zu den Spitzen.

Erhältlich z.B. bei www.marionnaud.at

HYALURONDRINK VON PROCEANIS

Hyaluron zum Trinken. Das Besondere am „Proceanis Hyaluronic

Drink“: Durch die Aufnahme über den Darm können die enthaltenen

Nährstoffe in den Organismus eindringen und somit in der Tiefe

wirken. Der „Proceanis Hyaluron Komplex“ ist dabei ein weltweit einzigartiger

und zum Patent angemeldeter Hyaluron-Breitband-Komplex.

Ein sehr deutlicher Anti-Aging Effekt ist bereits nach 40-tägiger

Einnahme klinisch erwiesen, die Haut wird elastischer, feiner und

frischer, die Trockenheit der Haut wird am ganzen Körper spürbar

reduziert. Erhältlich bei: www.kussmund.wien

BEAUT Y

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SOCIETY

DUFTKERZE STERNSCHNUPPE VON LOOOPS

In einer Salzburger Manufaktur von Hand hergestellt, besteht

diese Kerze aus veganem Pflanzenwachs und wird

nur mit 100 Prozent ätherischen Ölen parfümiert. Sie duftet

schön winterlich nach wärmenden Nelken, frischen

Orangenschalen und würzigem Sternanis, ihr Duft wirkt

entspannend und stimmungsaufhellend. Erhältlich z.B.

bei www.looopskerzen.at

ORIANA VON PARFUMS DE MARLY

Hier vereinen sich gesüßtes Schlagobers – die französische Crème

Chantilly – mit Marshmallows, Ambrette und Moschusmalve, ein

Duftstoff, der im 18. Jahrhundert übrigens zum Parfümieren des Haares

verwendet wurde. Zu diesen sanften Basisnoten verströmen in

der Kopfnote Zitrusfrüchte wie Mandarine und Grapefruit ihre heitere

Frische, die Herznote sorgt mit Himbeere, schwarzer Johannisbeere

und Orangenblüte für fruchtige Akzente. Den monochrom leuchtend

pinken Flakon im Nostalgie-Look designte der bekannte französische

Künstler Jules Julien. Erhältlich z.B. bei www.kussmund.wien

GLORIOUS MINERAL EYESHADOWS IN LOVELY NUDE

Die perfekte Kombination aus hochpigmentierten Farben und einer

leichten pudrigen Textur: Die lavera Glorious Mineral Eyeshadows verleihen

im Handumdrehen ein intensives und gleichmäßiges Farbresultat.

Die vier Farben in der Lidschattenpalette bieten ein Spektrum von brillant

schimmernden Nuancen bis hin zu sanft matten Tönen und sind perfekt

aufeinander abgestimmt. Hochwertige Farbpigmente mit Bio-Jojobaöl

und Vitamin E zaubern traumhaft-schöne Eyeshadow-Looks. Erhältlich

bei: www.lavera.com

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SOCIETY

PHYTO TWIST TRUE RED VON SISLEY

Phyto-Lip Twist ist pflegend wie ein

Balsam, farbig wie ein Lippenstift

und glänzend wie ein Gloss. Die

Lippen werden geschmeidiger, besser

mit Feuchtigkeit versorgt, sichtbar

geglättet und gepolstert dank der

pflanzlichen Aktivstoffe. Zart-schmelzend

und ultra-geschmeidig, erfindet

Phyto-Lip Twist die Regeln des Lippenstifts

neu. Erhältlich bei:

www.sisley-paris.com

ROSE ARIA VON JAMES HEELEY

James Heeley entführt mit seiner neuesten

Kreation in einen Rosengarten.

Die Herznote besteht ausschließlich

aus Rosa centifolia – ihr Duft enthält

grüne und frische Facetten, diese

liefern die Kopfnote, die Basisnote

aus Bernstein, Moschus, Safran und

Sandelholz heben den wunderschönen

Rosenduft noch zusätzlich hervor.

Erhältlich z.B. bei Le Parfum in Wien

oder unter www.jamesheeley.com

THERMOBECHER VON MEPAL

Der Thermobecher aus dem neuen

Elite-Sortiment von Mepal passt mit

seiner warmen Farbe hervorragend in

die Weihnachtszeit. Die Becher halten

den Inhalt bis zu sechs Stunden warm

und sind, neben warmen Roségold

auch in kühlem Titan erhältlich.

Trinken kann man dabei am gesamten

Becherrand. Perfekt für Coffee-to-go

oder für Picknicks geeignet. Erhältlich

bei: www.mepal.com

Foto: Dozent Dr. Johannes Matiasek

Doz. Dr. Johannes Matiasek

(FA für Plastische, Rekonstruktive

und Ästhetische Chirurgie)

Lidstraffung – dreht das Rad der Zeit zurück

Natürliche Alterungsprozesse führen dazu, dass die Augenlider erschlaffen

und zu hängen beginnen und sich Tränensäcke bzw. Augenringe bilden. Dadurch

sieht man müde und vor allem älter aus. Mit einer Lidstraffung kann

dem Gesicht ein strahlend wacher Look zurückgegeben werden.

Dozent Dr. Johannes Matiasek, Beauty Doc & Facharzt für Rekonstruktive

und Ästhetische Chirurgie, verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich

von Lidstraffungsoperationen. „Voraussetzung für eine erfolgreiche Lidstraffung

ist die genaue Analyse der Gewebsstruktur. Erst danach können

die Augenlider sanft modelliert werden, sodass der Blick wieder offen ist

und man auf ganz natürliche Weise strahlt“, so Dozent Matiasek.

Bei der Oberlidstraffung erfolgt der Hautschnitt direkt in der Lidumschlagsfalte,

Narben sind später kaum sichtbar. Neben der Entfernung der

überschüssigen Haut und des vermehrten Fettgewebes kann ein inneres

Brauenlift sinnvoll sein, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Ist bei der Unterlidstraffung lediglich das Unterlid von einem Fettgewebeüberschuss

betroffen, erfolgt der narbenunsichtbare Eingriff durch einen

Schnitt im Bereich der inneren Schleimhaut. Besteht zusätzlich eine deutliche

Haut- und Muskelerschlaffung, erfolgt der Schnitt im Bereich des Wimpernkranzes.

Die feine Narbe ist später gut im Wimpernkranz versteckt.

Mehr dazu bei einem unverbindlichen Beratungsgespräch.

Dozent Dr. Johannes Matiasek

Kärtner Ring 14/13 (1. DG), 1010 Wien

Europlatz 585 (1. Stock), 8971 Schladming

Tel: +43 1 997 1532

www.drmatiasek.at


SOCIETY

In der Firmenhalle in Wien-Liesing entstehen so süße Köstlichkeiten wie Sissi-Taler, Nussbeugel oder Maroniherzen

Walter und Andreas Heindl führen das Unternehmen in den Erfolg

Geschäftsführer Andreas Heindl im Gespräch mit SOCIETY-Redakteurin

Sarah Heftberger

Die Heindl-Schokolade besteht aus fair gehandeltem Kakao, darauf ist Verkaufsleiter

Franz Kohl besonders stolz

Fotos: SOCIETY/Pobaschnig

LIFE & STYLE

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SOCIETY

Heindl: Von Nussbeugel

und Sissi-Talern

1953, inmitten der Nachkriegszeit, gründet das

Ehepaar Walter und Anna Heindl eine Confiserie. In

einem Kellerlokal im 5. Wiener Gemeindebezirk stellen

sie Nussbeugel und Nussbomben her und liefern sie

später als Stückware an die lokalen Greißler.

Die Süßwaren erfreuen sich von

Beginn an großer Beliebtheit. „Nach

dem Krieg waren die Leute richtig

ausgehungert“, erklärt Andreas Heindl,

Sohn der Gründer und Geschäftsführer

des Unternehmens den großen Erfolg

der damals neugegründeten Zuckerbäckerei

im SOCIETY Interview. „Ganz

am Anfang fuhr mein Vater noch mit

der Straßenbahn zu den Großhändlern,

um die Rohstoffe für die Herstellung

der Süßigkeiten zu besorgen.

Danach kehrte er ins Werk zurück,

produzierte die Waren und lieferte sie

dann wieder aus. Und alles, was er

damals herstellte, wurde auch sofort

verkauft“, erzählt Heindl weiter. Schon

bald nach der Gründung stellen die

Heindls Personal ein, 1967 übersiedeln

sie an den heutigen Standort im 23.

Bezirk, wo sie zuvor ein Wohnhaus und

eine gegenüberliegende kleine Halle

mit 400 m2 für die Produktion gekauft

hatten. „Meine Mutter hat immer davon

geträumt, direkt neben der Fabrik zu

wohnen“, ergänzt Andreas Heindl, der

gemeinsam mit seinem Bruder Walter

1987 das Unternehmen übernimmt und

die Firmenanlage abermals vergrößert.

1991 wird eine Halle am ursprünglichen

Standort des Familienhauses errichtet,

und zusätzlich eine frühere Schuhpastafabrik

gleich daneben komplett renoviert

und saniert. In den 90er Jahren

beginnt das Unternehmen außerdem,

Touristenprodukte herzustellen. Die

ersten Mozartherzen stoßen auf

großes Interesse, die gemeinsam mit

einem Grafiker entwickelten Sissi-Taler

werden dann zum absoluten Verkaufsschlager.

„Wir haben den Taler auf der

Internationalen Süßwarenmesse in

Köln präsentiert und sogar Schlagzeilen

damit produziert: es hieß dann ,Mozart

geht, Sissi kommt‘“, erinnert sich

der gelernte Zuckerbäcker stolz. Heindl

kann mit der Schokokreation den Umsatz

verdoppeln, weitere Produkte wie

der Wiener Riesenradl-Taler oder die

Sissi-Veilchen werden implementiert.

Neben den süßen Souvenirs gibt

es aber noch zahlreiche weitere

Highlights in der 68-jährigen Firmengeschichte,

von denen uns Andreas

Heindl gerne erzählt. Dazu gehört etwa

die Entstehung der Schokomaroni, in

deren Rezept sein Bruder Walter viel

Zeit investiert hat, um eine längere

Haltbarkeit zu erreichen und die heute

zu den absoluten Beststellern der Confiserie

zählen. Unglaubliche 400.000

200 Gramm Packungen und 150.000

große Schachteln werden davon pro

Saison verkauft. „Der Bedarf steigt

jährlich, dieses Jahr haben wir ganze 70

Tonnen Maronimasse gekauft“, so der

Chef weiter. Seit 20 Jahren komplettiert

außerdem das hauseigene Schoko-

Museum das Portfolio des Familienbetriebes.

Dort wird die Geschichte der

Schokolade nachvollziehbar gemacht

und Workshops, Führungen und Verkostungen

angeboten. 2006 verbinden

sich dann zwei Traditionsmarken miteinander:

Heindl übernimmt Pischinger,

die älteste Süßwarenmarke Österreichs

und mit ihr die Originalrezepte,

nach denen die berühmten Nussecken

oder die unvergleichlichen Oblaten-

Torten nun wieder gefertigt werden. Mit

Oktober 2014 stellt Heindl das gesamte

Sortiment auf 100 % fair gehandelten

Kakao um. Die meisten weiteren Rohstoffe

werden aus Österreich bezogen,

wie etwa Liköre, Marmeladen, Weizenund

Sojamehl. Heindl setzt zudem vermehrt

auf vegane Produkte. Andreas

Heindl sieht und hört man die Leidenschaft

für das Unternehmen jedenfalls

in jedem Moment des Interviews an.

„Es ist ja einfach etwas unglaublich

Schönes, was wir hier machen und

produzieren: nämlich etwas, das

Menschen Freude bereitet“, fasst er

zusammen. Den Familienbetrieb gut in

die nächste Generation zu bringen, ist

sein größter Wunsch: „Vor allem erhoffe

ich mir, dass unsere Nachfolger*innen

ebenso große Freude an der Arbeit

haben, wie ich und mein Bruder das

immer hatten“, so Andreas Heindl.

LIFE & STYLE

111


SOCIETY

Vienna Medical Center –

Health Care and Pain

Management: Stability

and success

SOCIETY publisher Gerti Tauchhammer in conversation with

Professor Michael Zimpfer, Head of the Vienna Medical Center

(Zentrum für Medizin und Gesundheit).

Perhaps we could begin by you sharing

something about your background?

I am a native of Tyrol, Austria, my father

was born in Alsace, France. He fought

against the Nazis in World War II. My

aunt has just received a commemorative

plaque for helping with the liberation

of thousands of children from

a Serbian concentration camp. I’ve

always admired them for the strength

they demonstrated.

Professor Michael Zimpfer, as I look

around your office and the clinic, I see

numerous certificates hanging on the

walls, could you please give a brief

overview of your education.

I was very fortunate to have had excellent

and benevolent teachers at the

Medical School of Vienna and privileged

to have received a post-doctoral

fellowship in the famous cardiology

department of Harvard Medical School.

Here, at the cardiology department

I received outstanding training and,

subsequently, was able to develop fully

as an anaesthesiologist and intensive

care physician. Consequently, I

was elected chairman at the Medical

University of Vienna and head of the

largest clinical department at the

Vienna General Hospital. As a doctor

and someone who wants to foster

success, I also wanted to gain a basic

understanding of financing, therefore,

I studied at the University of Chicago,

Graduate School of Business. Not only

did this enable me to secure an MBA, it

also gave me the opportunity of meeting

a group of interesting and talented

people. Our class formed a very closeknit

group and to this day, we meet up

once a year. As of 2007, I subspecialised

in pain management, where I undertook

a great deal of personal training,

mainly abroad. For example, prior to the

onset of COVID-19, I attended a pain

management master class in Miami,

Florida. Various other certificates are

additional qualifications taken to expand

my area of expertise in medicine

and which I have acquired worldwide.

I see that education is important to

you, do you think you inspired others?

Education for me is about giving and

taking. I have received an excellent

education and I want to share my

knowledge with others. For this reason,

as a full tenured professor, thus, under

my guidance, 48 medical fellows have

completed their theses, and more

than half of them have gone on to

have distinguished careers, including

appointments as physicians in chief,

a minister of health and one was even

appointed chairman of the department

of anaesthesiology and critical care in

Chicago. It is rare and difficult to obtain

professorships overseas. I am extremely

proud of all of my students and I

hope that I have at least inspired some

of them.

What exactly do you offer at the Vienna

Medical Centre and what distinguishes

it from other clinics?

To start with, the Vienna Medical

Center consists of a multilingual highly

diversified team ensuring that patients

can discuss all their medical questions.

We endeavour to arrange appointments

that suit the patient‘s schedule,

prepare a cost estimate and advise

on all insurance issues, attempting to

ensure the whole experience is as pleasant

and comfortable as possible. At

the same time, in order to provide qualified

second opinions with the aid of video-conferencing,

we established both

a national and international network

of specialists to ensure the patients

receive the best possible, state-of-theart,

care. On a pre-emptive basis, we

offer regular check-ups with a full range

of laboratory tests, cardiovascular

GESUNDHEIT

112


SOCIETY

checking and a wide range of radiological

imaging. If the patient is suffering

and is in pain, the most promising

treatment is evaluated in combination

with the individual’s medical history

on the basis of further examinations

coordinated and carried out directly at

the center. We then provide modern,

conservative and minimally invasive

pain management. For this reason, the

center is equipped with an operating

theatre for minimal invasive operations.

If, however, an alternative and more

invasive type of operation is needed,

we perform the initial examination right

here, ensuring the patients hospital

stay can be kept to a minimum. Thus,

in many cases, patients are admitted,

they arrive at the hospital, undergo

surgery on the same day and are able

to go home soon after.

How do you ensure your patients

receive the best medical attention

possible?

Personally, I think it is essential to consult

with other experts in the medical

field. I am very well connected with

excellent institutes, such as radiological

institutes in Vienna and other parts

of Austria. I also work with exceptional

specialists, in all areas of specialisation

including cardiology, haematology,

orthopaedics, and neurosurgery. These

colleagues visit the clinic in order to

hold consultations with my patients,

rather than the patients having to travel

to the experts. This connection with

specialists does not only take place in

Vienna. I have an international network,

partly through my training in the USA. I

receive and give international consultations,

offering my patients qualified

second opinions. Very recently, I was

in Mexico with American colleagues to

treat a number of patients, reaffirming

my belief that this is an incredibly efficient

way of exchanging and gathering

information.

What do you lay your main focus on?

My main focus is on innovation. The

first patient in Austria with an artificial

lung was treated in my department under

my care. I was also heavily involved

in liver transplantations. My department

in the Vienna General Hospital

(Allgemeines Krankenhaus, Vienna)

was the first to have a video conferencing

system and fostered on innovations

with regards to respiratory care.

You mentioned previously you were

trained in cardiology, are an anaesthetist

and an intensive care physician,

and as of 2007 subspecialised in pain

management. Would you provide more

information about your speciality?

Cases of pain management include

patients who experience tremendous

chronic pain located in the back, spine,

neck, lumbar region, e.g., cases with

acute disc herniation, joint pain and

pain from neuralgias such as affections

of the trigeminal nerve. Many patients

do not need open surgery to help with

the pain so instead they are treated

using minimal invasive measures that

causes the pain to subside. Non-invasive

procedures and non-impacting

pain therapies include completely

painless dynamic computer-controlled

traction, muscle building, laser therapy,

feedback electrotherapy and physiotherapy.

This all takes place on site,

helping me maintain an overview and

keep the patients on my radar screen.

GESUNDHEIT

114


SOCIETY

This means that I am fully informed

and able to answer any questions or

concerns they may have, and to check

up on them in addition to the scheduled

appointments. With regards to

joint pain, it is not always necessary to

undergo endoprothetic surgery. One

of the latest developments is providing

regenerative medicine brought about

by stem cell therapy. This attempts to

stabilise the deceased joints, at the

same time the pain pathways to and

from these joints are blocked. The stem

cells take time to do their job, but the

pain blocks work immediately. Hence,

when the person comes to the clinic

with this problem, they will experience

a significant improvement. Invasive

interventions are carried out in a topequipped

operating theatre that meets

all quality criteria and is designed to

eliminate chronic pain over a long

period of time and to restore mobility

completely. All procedures are painless,

as there is high-end anaesthesiological

equipment as well.

You have state-of-the-art equipment,

would you tell us a little about it?

The clinic is equipped with ultra-modern

facilities, high-tech equipment,

the best preventive medicine, individual

health management and state-ofthe-art

therapies for the treatment of

chronic pain at the highest level. The

critical functions are fully covered by

a backup power supply in the event of

a power outage. The focus lays on the

well-being of the patient. As mentioned

earlier, I offer medical examinations, so

the clinic covers the full range of laboratory

tests, radiology scans, cardiology

and intestinal examinations. We have

all the equipment needed for these

examinations, such as a treadmill to

examine how the heart is functioning

during exertion, echocardiography,

medical ultrasound, 24-hour ECG and

24-hour blood pressure monitoring.

The Vienna Medical Centre is located

in the heart of the 9th district, are

there any advantages of being in this

location?

Yes, definitely. The Vienna General

Hospital (Allgemeines Krankenhaus,

AKH), St. Anna Children’s Hospital, private

clinics such as the Vienna Private

Clinic, the Goldenes Kreuz and the

Confraternitaet (Clinic Josefstadt) are

all within walking distance. In addition,

there are also radiological institutes

in the immediate vicinity. This is very

useful, especially when a patient needs

something I cannot provide in my

clinic, for example a PET-CT scan, the

patient simply walks over to the respective

unit. In most cases, due to the

regular working base I have with other

hospitals, I am generally able to arrange

this with a minimum waiting time.

Thank you Michael for this very informative

conversation.

I truly have to thank you Gerti for our

ongoing cooperation and for what you

are doing – not only with regards to

your diplomatic activities and bringing

people of different backgrounds and

cultures together – but also regarding

your various other initiatives in the field

of health care and fortunately Vienna

Medical Center is one of them.

www.zimpfer.at, www.zmed.at

VIENNA MEDICAL CENTER

115


SOCIETY

Frisches und verjüngtes

Aussehen leicht gemacht

Bio-Remodellierung mit Peptidyal HX. Die Wiener Dermatologin

Dr. Barbara Franz setzt in ihrer Ordination auf individuelle Konzepte,

denn das Verständnis von Schönheit hat sich gewandelt.

Ein ästhetisches Treatment bedeutet

nicht automatisch die Unterwerfung

unter ein einheitliches Schönheitsideal.

Natürlichkeit und frisches

Aussehen verspricht die neue Bio-Remodellierung

mit Peptidyal HX, die

noch dazu keinerlei unerwünschte

Wirkungen und keine „Auszeit“ zur

Folge hat.

Peptidyal HX enthält alles, was die

Haut für eine gründliche Regeneration

und damit zur Erzielung eines

gesunden, glatten und elastischen Erscheinungsbildes

benötigt: Hyaluron

in einer ausgewogenen Konzentration

und Molekülgröße, Aminosäuren, die

wertvolle Bausteine für eine körpereigene

Kollagenbildung liefern und

schließlich kleinste Partikel aus

einem Mineralstoff zur Anregung der

sogenannten „Fibroblasten“, das sind

die Zellen im Gewebe, die für die Neubildung

von Kollagen verantwortlich

sind. Peptidyal HX wird mit einer sehr

dünnen Nadel entweder in bestimmte

Punkte oder flächenhaft mit vielen

feinen Stichen knapp unter die Haut

injiziert und setzt einen Prozess in

Gang, der von der Natur als „Gewebereparatur“

vorgesehen ist, nämlich die

Bildung von Kollagen aus einzelnen

Bestandteilen.

Unter dem Einfluss von Peptidyal HX

erfolgt dieser Prozess aber um ein

Vielfaches rascher und wirksamer als

der, der normalerweise in der Haut

abläuft. Darüber hinaus sorgt das

Hyaluron in Peptidyal HX für eine

gründliche Durchfeuchtung und

Nährstoffversorgung der Haut. Die

Haut wird dadurch gesünder, glatter

und strahlender. Die besonders gute

Nachricht: Durch eine regelmäßige

„Auffrischung“ nach einem ersten

Behandlungszyklus aus zwei oder

drei Anwendungen lässt sich die Haut

lange Jahre gesund und frisch halten

und so kann auch der Alterungsprozess

erfolgreich verzögert werden.

Durch den „Sofort-Effekt“ wird das

Gesicht gestrafft, bekommt wieder

Konturen und den perfekten Glow.

www.hautsachegut.at

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Fotos: ViennaShots

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SOCIETY

Iss dich gesund

Anlässlich der Veröffentlichung seines aktuellen

Buches „Ernährung bei PCOS“ sprach SOCIETY

mit dem Autor Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo.

Was ist das PCOS und wen betrifft es?

Das Polyzystische Ovar-Syndrom

(PCOS) stellt eine der häufigsten

Stoffwechselstörungen bei Frauen

im gebärfähigen Alter dar und betrifft

weltweit ca. 4-12 Prozent all dieser

Frauen. Klassische Zeichen entstehen

aufgrund einer Störung des hormonellen

Gleichgewichts, wodurch es zu

einer erhöhten Produktion männlicher

Hormone mit Androgenisierungserscheinungen

(=Vermännlichung), wie

vermehrter Körperbehaarung, Akne

oder Alopezie (= Haarausfall), Störungen

des weiblichen Zyklus, oftmals

auch verbunden mit Unfruchtbarkeit

und kleinzystischen Eierstöcken im

Ultraschall kommt. Das PCOS manifestiert

sich typischerweise schon

während der Pubertät. Betroffen sind

demnach vor allem junge Frauen, die

zumeist leicht bis stark übergewichtig

sind, allerdings gibt es auch einen

kleineren Anteil schlanker PCOS-Patientinnen

(ca. 10-15 Prozent). Darüber

hinaus ist das PCOS stark mit einer

metabolischen Störung in Verbindung

mit Insulinresistenz, also einer herabgesetzten

Empfindlichkeit gegenüber

Insulin, assoziiert. Hauptrisikofaktor

für die Entwicklung eines PCOS ist

und bleibt daher das Übergewicht,

insbesondere die bauchbetonte

Adipositas, die eine zentrale Rolle in

der Entstehung der Insulinresistenz

spielt, auch wenn diese ebenfalls bei

dünnen PCOS-Patientinnen oftmals

vorhanden ist.

Wieso ein Buch über Ernährung bei

dieser Erkrankung?

Die Ernährung ist der Schlüssel zur

Heilung: Bei einer kohlenhydratarmen

Ernährung kann das PCOS geheilt

werden, dieses Buch bringt aufgrund

der neuesten Erkenntnisse des PCOS

eine Übersicht über die Erkrankung

sowie Lifestyle- und Ernährungstipps.

In der Tat wurde in den letzten Jahrzehnten

der Zusammenhang zwischen

der Ausprägung des PCOS und einer

kohlenhydratreichen Ernährung

Buchautor Ao. Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo „Ernährung bei PCOS“, Facultas/Maudrich, 2021

evident und folglich die Reduktion der

Kohlenhydratzufuhr im PCOS-Management

eingeführt.

Welche wesentlichen Ernährungstipps

findet man in ihrem Buch und

wie wirken diese?

Neben allgemeinen Ernährungstipps

finden sich über 100 Rezepte für eine

ausgewogene und gesunde Ernährung.

Diese sogenannte niederglykämische

Ernährungsform wirkt sich positiv auf

Insulinspiegel, Insulinresistenz und

Gewicht aus und bewirkt eine Senkung

der Triglyzerid- und Androgenproduktion.

Ziel der Ernährungstherapie ist

es also, die Insulinempfindlichkeit

zu erhöhen und somit Insulinspiegel

zu senken. Dies geschieht einerseits

durch die Gewichtsreduktion an sich,

um in einen normalen BMI-Bereich

zu kommen. Dadurch kommt es zu

einer verbesserten, metabolischen

Situation und oftmals zur Erfüllung des

Kinderwunsches, sowie langfristig zur

Senkung des Risikos für metabolische

Störungen (z.B. Diabetes mellitus Typ

II) und Herz-Kreislauferkrankungen.

Ao. Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo ist

Facharzt für Frauenheilkunde und

Geburtshilfe, Oberarzt und Leiter der

Hormonambulanz an der Klinischen

Abteilung für gynäkologische Endokrinologie

und Reproduktionsmedizin

an der Medizinischen Universität

Wien. Klinischer Prüfarzt, Gründungsmitglied

der österreichischen Menopausegesellschaft,

Publikations- und

Forschungstätigkeit mit Schwerpunkt

gynäkologische Endokrinologie sowie

Lehrtätigkeit.

Fotos: privat, Facultas/Maudrich, Victoria Posch und Esther Karner

GESUNDHEIT


Leben statt Wohnen.

Vital und fit im Alter.

Die VITALITY Residenzen stehen für Eigenständigkeit, Geborgenheit und

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SOCIETY

85 Jahre Incoterms –

Gelebte Praxis im globalen

Handelsverkehr

SOCIETY Gastautor Valentin Neuser, Rechtsanwalt und

Mediator bei Lansky, Ganzger, Goeth, Frankl & Partner, blickt

auf 85 Jahre Incoterms zurück und führt in seinem Kommentar

die Vorteile der internationalen Handelsklauseln aus.

Demjenigen, der im internationalen

Warenverkehr unterwegs ist, sind Incoterms

klarerweise ein Begriff. Diese

von der Internationalen Handelskammer

(ICC) entwickelten und bereits

1936, also vor 85 Jahren erstmals

herausgegebenen internationalen

Handelsklauseln wurden im Welthandel

sehr gut angenommen, und

deren Einbeziehung in Verträge ist

heute ganz übliche Handelspraxis. Die

aktuellen Klauseln sind am 1.1.2020 in

Kraft getreten, auch wenn natürlich

die Einbeziehung älterer Incoterms

nach wie vor vereinbart werden kann

und bereits vereinbarte Incoterms

weiter anwendbar bleiben – insoweit

Rechtsanwalt und Managing Partner

Mag. Valentin Neuser

gilt naturgemäß die Privatautonomie

der Vertragsparteien.Incoterms legen

durch umfangreiche standardisierte

Regelungen Rechte und Pflichten des

Käufers und des Verkäufers in Bezug

auf Kosten, Risiko, Versicherung, Beund

Entladung, Transportdokumente,

Zölle, Steuern, Verpackung und vieles

mehr fest. Mittlerweile gibt es sieben

klar definierte Klauseln, die für alle

Transportarten eingesetzt werden

können, weitere vier Klauseln sind

ausschließlich für den See- und Binnenschiffstransport

geeignet.

EXW - FCA - CPT - CIP - DAP - DPU -

DDP - FAS - FOB - CFR – CIF: Auch

wenn diese Kürzel dem Laien nicht viel

sagen, beschreiben die jeweiligen drei

Buchstaben im Warenhandel die zwischen

den Parteien vereinbarte Risikoübernahme

sehr genau. Einfacher geht

es kaum. Im Detail legen die Incoterms

fest, welcher Vertragspartner für die

Warendokumente, deren Kosten und

Zollgebühren, die Transportdokumente

und deren Kosten, die Versicherung

der Waren und die dadurch entstehenden

Kosten, den Informationsfluss

über den Status der Lieferung, die Warenprüfung

und die dabei entstehenden

Kosten und die Verpackung und

deren Kosten zuständig ist. Im Zusammenhang

mit Seefrachttransporten

wird zudem auch über die Incoterms

die Zur-Verfügung-Stellung von Daten,

die die Sicherheit der Waren oder die

Ein- und Ausfuhrabwicklung betreffen,

inkl. Genehmigungen geregelt.

Als grundsätzliche Faustregel kann

gelten, dass der Verkäufer für den

Export und der Käufer für den Import

verantwortlich ist. Ausnahmen sind

Lieferungen „ex works“ (EXW) und

„Delivered at Place Unloaded” (DDP).

Bei einer Lieferung EXW ist der Käufer

auch für den Export inklusive aller

Genehmigungen und Kosten zuständig,

bei vereinbarten Incoterms

DDP ist der Verkäufer auch für die

Abwicklung des Imports inklusive aller

Genehmigungen und Kosten zuständig.

Tatsächlich lassen sich durch die

Vereinbarung von Incoterms die sonst

häufigen Auslegungsfragen leichter

bewältigen, als dies der Fall wäre, wenn

die Parteien die Bedingungen individuell

ausgehandelt hätten. Gerade

in internationalen Verträgen können

unterschiedliche nationale Handelsbräuche

und auch interkulturelle

Unterschiede zu Auslegungsschwierigkeiten

führen, die über die Einbindung

von Incoterms weitestgehend

vermieden werden können. Über die

Fotos: Lansky, Ganzger+partner, pixabay

WIRTSCHAFT 120


SOCIETY

Einbeziehung der – das Spektrum der

mit der eigentlichen Lieferung von

Waren zusammenhängenden Fragen

abdeckenden – Incoterms kann damit

eine Fülle von ansonsten bei Vertragsabschluss

zu bedenkenden Rechtsfragen

ausgespart werden. Dies erspart

auch unnötig lange Vertragsverhandlungen

und beschleunigt damit den

Handel. Insgesamt dient die Einbeziehung

sohin durch die Vermeidung von

Missverständnissen und damit verbundenen

rechtlichen Unsicherheiten

und Streitigkeiten dem Rechtsfrieden.

Natürlich enthebt die bloße Einbindung

von Incoterms in Lieferverträgen

zwischen Unternehmern die Parteien

nicht davon, andere vertragswesentliche

Aspekte zu regeln, um Rechtsklarheit

auch etwa betreffend den

Vertragsgegenstand, das anzuwendende

Recht oder den Gerichtsstand zu

schaffen. Denn die Incoterms regeln

nur einige der Primärpflichten eines

Kaufvertrages sowie ausgewählte

sekundäre Konsequenzen, enthalten

jedoch keine Aussagen zum Vertragsabschluss,

zur Einbeziehung von

AGB, zur Eigentumsübertragung, zur

Zahlungsabwicklung und Zahlungssicherung

und auch nicht zu den Leistungsstörungen.

Zudem begründen

Incoterms verbindliche Pflichten nur

für die selbst am Kaufvertrag beteiligten

Verkäufer und Käufer und schaffen

keine unmittelbar geltenden Rechte

oder Pflichten im Verhältnis zu anderen

Personen wie etwa den beteiligten

Frachtführern, Banken, Versicherungsunternehmen

usw. Diesbezüglich sind

gesonderte Verträge erforderlich. Im

Seehandel ist auch die sogenannte

VGM-Problematik zu beachten, die in

den Incoterms gerade nicht geregelt

ist. Dabei geht es um das verifizierte

Containergewicht im Seehandel, das

nicht unter den (in den Incoterms

vorgesehenen) Begriff der eher eng

konzipierten beförderungsbezogenen

Sicherheitsanforderungen fällt. Diesbezüglich

sind bei Beförderungen auf

dem Schiffswege Streitigkeiten bei

fehlender oder unklarer vertraglicher

Vereinbarung vorprogrammiert. Auch

wenn die Vereinbarung von Incoterms

vereinfachend wirkt, sind dennoch

bei der Auswahl der jeweiligen Incoterms

auch die damit einhergehenden

steuerrechtlichen Implikationen im

Einzelfall sehr genau zu überprüfen:

Beispielsweise können Incoterms, die

die Transportverantwortung auf den

Käufer übertragen, aus umsatzsteuerlicher

Sicht nachteilig sein, da sie das

Risiko für die Versagung der Steuerbefreiung

bei Exporten in das Drittland

und in das übrige Gemeinschaftsgebiet

für den Lieferanten erhöhen. Auch

bei Importen aus einem Drittland sind

die Auswirkungen auf eine allfällige

Umsatzsteuerpflicht – wie bei jedem

anderen Kaufvertrag auch – genauestens

zu überprüfen, um den tatsächlich

anfallenden Aufwand zu optimieren

bzw. im Sinne der Vertragsparteien angemessen

zuzuordnen.

Über die Einführung der Incoterms ist

es gelungen, über standardisierte und

international gelebte Handelsvereinbarungen

Rechtsfrieden in Teilbereichen

des globalen Handelsverkehres

herzustellen – übergreifend und

unabhängig vom jeweilig anzuwendenden

Rechts- und Gerichtssystem.

Die bereits vor 85 Jahren initiierte

Globalisierung wirkt im internationalen

Handelsverkehr spürbar.

RECHT

121


SOCIETY

Gebündeltes Dolce Vita

auf dem Teller

Angefangen bei Antipasti, über hausgemachte Pasta und

Pizza aus dem Steinofen. Im Ristorante Sole in der Annagasse

im ersten Wiener Bezirk lädt authentisches italienisches

Flair zum Verweilen ein.

Aki Nuredini, der bereits seit über 30

Jahren stolzer Padrone des Ristorante

und auch der Bar Sole ist, schuf mit

dem Eröffnen seines Restaurants

mehr als einen Tempel der authentischen

italienischen Küche, nämlich

einen Treffpunkt für Künstler*innen,

Sportler*innen, Komponist*innen und

alle anderen begeisterten Anhänger*innen

der italienischen Küche. Zu

seinen Gästen zählten Anna Netrebko,

Pavel Kolgatin, Aida Garifullina,

Donna Leon, Jonas Kaufmann oder

auch Alexander Van der Bellen .

Mit Leichtigkeit und ganz viel Empathie

gegenüber den Gästen und ihren

Bedürfnissen gelingt es dem Team

des Ristorante Sole, die ihnen entgegengebrachten

hohen Erwartungen

nicht nur zu erfüllen, sondern sogar zu

übertreffen. Nuredini sorgt höchstpersönlich

dafür, dass sich jeder Gast bei

guter Gesellschaft wohlfühlen und die

angenehme Atmosphäre genießen

kann. Neben dem Restaurant gibt es

zusätzlich die Bar Sole, die zu Afterwork

Drinks und kleinen Appetizers

wie Panini oder Antipasti einlädt.

Ristorante Sole

Annagasse 8-10, 1010 Wien

Mo – So: 11:00 bis 23:30 Uhr

Tel.: +43-(0)-1-513 40 77

office@trattoria-sole.at

www.ristorante-sole.at

Fotos: Franz Johann Morgenbesser, SOCIETY/Pobaschnig

LIFE & STYLE

122


MOHAROS VIENNA

Traummäntel - handgemacht in Wien

Fotos: MOHAROS VIENNA

Exklusiven Tragekomfort versprechen

die edlen MOHAROS VIENNA

Mäntel, die aus feinstem Kaschmir

Double Face – zwei Lagen Kaschmir

die ineinander verwebt sind – gefertigt

werden.

Zu 100 Prozent von Hand in einer

Wiener Produktion hergestellt und

von Gründerin Simone Moharos persönlich

designt, kommen die edlen

Mäntel ohne Steppnaht aus und bieten

ein unvergleichlich leichtes und

kuschelig warmes Tragegefühl. Durch

diese spezielle Produktionsart – die

ganz besonderes Knowhow und eine

exakte Fertigung verlangt – können

die Mäntel außerdem beidseitig getragen

werden. So kann zum Beispiel

ein dunkelblauer Mantel am nächsten

Tag in Beige getragen werden.

Seit drei Generationen sammelt die

Familie von Simone Moharos bereits

Expertise rund um die Herstellung

von exklusiven Mänteln und setzte

damit auch den Grundstein für die

Brand MOHAROS VIENNA. „Mode

muss den Menschen in den Mittelpunkt

stellen und zwar auch dann,

wenn er gerade nicht auf dem roten

Teppich spaziert“, so die Eigentümerin

über ihren Anspruch an ihre Modelle,

die durch zeitloses, luxuriöses

und feminines Design bestechen.

Beständigkeit, Verlässlichkeit und

Geradlinigkeit – Eigenschaften, die

in unserer schnelllebigen Welt oft

rar geworden sind, finden sich in den

MOHAROS Modellen wieder. Diese

sind auch die Grundsätze von Geschäftsführerin

Simone Moharos. Sie

hat eine Kollektion geschaffen, die

einzigartig, hochwertig und speziell

ist und ihre Kundinnen aus der Masse

hervorheben lässt.

MOHAROS VIENNA

Palais Hansen Kempinski

Schottenring 24, 1010 Wien

www.moharos.com

office@moharos.com

+43 699 10 04 27 14

IHRE 7 SCHRITTE ZUM

TRAUMMANTEL:

➀ Terminvereinbarung im MOHAROS

VIENNA Atelier im wunderschönen

Palais Hansen Kempinski Wien

➁ Auswahl der MOHAROS VIENNA

Modelle oder wir designen gemeinsam

Ihr individuelles Modell

➂ Auswahl von Kaschmir, Kaschmir

Double Face, Vikunja oder feinster

Wolle von LORO PIANA

➃ Auswahl der Goldlogos

➄ Maßabnahme

➅ 1-2 Anproben

➆ Auslieferung oder Abholung

Als Zeichen für die Liebe zum Detail

erhalten alle 100% Kaschmirmodelle

ein 14-Karat-Goldlogo.

LIFE & STYLE

123


SOCIETY

Vier Porträts besonderer

Musiker*innen

Wien gilt seit Jahrhunderten als ein Zentrum der klassischen

Musik und beliebter Tummelplatz für internationale

MusikerInnen. Auf den nächsten Seiten lernen Sie vier

Ausnahmekünstler*innen und ihre Lebensläufe kennen.

Maestro Niels Muus – Dirigent,

Vokalexperte und Pädagoge von Weltruf

Seit dem Jahre 2013 als Professor und

Direktor des Masterstudiums Oper an

der MUK bekannt, ist Maestro Muus

der Klassikwelt bereits seit langem als

Dirigent und Vokalexperte ein Begriff.

Aus seiner Zeit als Casting Director

der Volksoper Wien wird er für die Entdeckung

hervorragender Sängerinnen

und Sänger ebenso geschätzt wie als

Dirigent bedeutender Opernproduktionen

wie „Aida“ in Shanghai und “L‘elisir

d‘amore“ in Macerata. Seit 2019 ist er

zudem Professor und Musikdirektor der

Central Academy of Drama in Beijing.

Als einer der anerkanntesten Opernexperten

dirigierte Niels Muus international

herausragende Produktionen wie

beispielsweise das eingangs erwähnte

„L‘elisir d‘amore“ von Donizetti, Rossinis

„L‘Assedio di Corinto“, Dvoraks „Rusalka“

und Verdis „Aida“. Für führende italienische

Opernhäuser dirigierte Maestro

Muus Opern wie Verdis „Falstaff“,

Macbeth“, „La Traviata“, „Aida“ und Nino

Rotas „Il capello di paglia di Firenze“

und herausragende Vokalsolist*innen

wie Katia Ricciarelli, Luciana Serra,

Erwin Schrott, Ildar Abdrazakov, Angela

Denoke und Akiko Nakajima sangen

unter seiner musikalischen Leitung.

Seine Tonträgeraufnahmen umfassen

CD- and DVD-Produktionen für führende

Plattenlabels. Darüber hinaus hielt

Maestro Muus bereits Meisterklassen

an Institutionen wie dem Conservatorio

Monteverdi (Bolzano), Netherlands

Opera Studio (Amsterdam), Opera Studio

New National Theater Tokyo, Opera

Academy Korean National Opera,

Universität für Musik und darstellende

Kunst Wien oder der Opera Academy

of California (San Francisco). 2008-2011

war er als Musikdirektor des internationalen

Forschungsprojekts „The World

Opera“ in Zusammenarbeit mit internationalen

Forschungsinstituten wie

der Stanford University tätig.

www.nielsmuus.com

Xin Wang - eine chinesische

Erfolgssopranistin in Österreich

Die aus Shandong (China) stammende

Opernsängerin Xin Wang brillierte bei

ihren bisherigen Auftritten in Österreich

mit ihrer glockenreinen Stimme

und höchster Musikalität. Daneben

initiierte und organisierte sie bereits

erfolgreich zahlreiche Kulturprojekte, im

Rahmen derer sie den kulturellen Austausch

zwischen China und Österreich

förderte. Außerdem verhalf sie schon

einigen österreichischen Kulturinstitutionen

zur breitenwirksamen Präsentation

in der chinesischen medialen

Berichterstattung. Xin Wang erhielt ihre

Ausbildung an der Musik und Kunst

Privatuniversität der Stadt Wien, der

Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz

bei Katerina Beranova und dem China

Central Conservatory of Music, wo sie

ihr Masterstudium mit Auszeichnung

abschloss. Als besonders vielseitige

Sängerin trat Xin Wang bisher mit

Orchestern wie den Sofioter Philharmonikern,

dem Bruckner-Orchester

Linz, den Wiener Philharmonikern der

Sommerakademie, den Kairo-Symphonikern,

dem Wiener Kammerorchester,

dem Strauss- Festival-Orchester, dem

Schönbrunn-Orchester, dem Ensemble

Classico, dem Muk-Barockorchester

und den Shanghai Philharmonikern in

renommierten Konzertsälen wie der

Carnegie Hall, dem Wiener Musikverein,

dem Wiener Konzerthaus, dem Musikverein

Graz, dem Brucknerhaus Linz,

der Bulgaria Hall, der Staatsoper Kairo

und dem Salzburger Odeion auf. Xin

Wang ist Preisträgerin mehrerer internationaler

Wettbewerbe. Sie gewann

unter anderem den ersten Preis bei der

„1st International Opera Competition

Hongkong“, den zweiten Preis bei „The

5th International Competition Giovani

Musicisti“ in Treviso/Italien (erster Preis

nicht besetzt) und den dritten Preis bei

„SPAZIO MUSICA – 16th International

Vocal Competition” in Grosseto/Italien.

Alessandro Lora - Tenorarien für alle!

Alessandro Lora verkörpert die seltene

Kombination eines Operntenors mit

einem Popkünstler: Auf diese Weise

bietet er dem Publikum ein Crossover-

Programm aus eingängigen italienischen

Kanzonen, anspruchsvollen

Opernarien und breitenwirksamen Liedern.

Insgesamt erinnern Alessandro

Loras Auftritte an Mario Lanza, dem es

gelang, Opernarien in populärer Form

für eine nicht nur auf Oper spezialisier-

Fotos: Privat

KULTUR 124


Maestro Niels Muus, Dirigent, Vokalexperte und Pädagoge von Weltruf

Xin Wang – Eine chinesische Erfolgssopranistin in Österreich

Alessandro Lora: Tenorarien für alle!

Pianistin Petra Hollaender-Pogády mit ihrer Kunst der „dritten Hand“

te Hörerschaft zu interpretieren und

als packendes Ereignis aufzubereiten.

Genau dies ist auch Loras Zielsetzung

und deshalb verbindet er seine Programme

und Projekte auch regelmäßig

mit besonderen Anlässen, wie etwa

seine kürzlich erschienene CD „Hommage

à Caruso“, die er im Hinblick auf

das Gedenkjahr der unvergesslichen

Tenorlegende Enrico Caruso veröffentlichte.

Loras Auftritte sind sowohl mit

Klavierbegleitung als auch mit großem

Opernorchester ein Erlebnis. So nimmt

es nicht wunder, dass der renommierte

italienische Dirigent Maurizio Barbacini

das Dirigat bei Loras CD übernahm

und die Mährische Philharmonie mit

italienischer Verve dirigierte. Das Arienprogramm

umfasste die schwierigsten

Tenorarien in genau jenen musikalischen

Fassungen, in denen sie einst

Enrico Caruso sang. Aber auch auf der

Konzertbühne brilliert Lora mit herausfordernden

Arien wie „Nessun dorma“

aus Puccinis „Turandot“. Wenn man

mit dem sympathischen Künstler über

Oper spricht, erzählt er mit Begeisterung

von seinem Werdegang und seiner

Liebe zum Gesang, vor allem aber seiner

Liebe zum Publikum, dem er neue

Wege zum Operngesang erschließen

möchte. Gerne tritt er auch an der Seite

berühmter Kollegen aus der Opernwelt

ebenso wie aus der Popwelt auf, weil er

gerade die Verbindung dieser beiden

Welten zum Ziel seines Strebens gemacht

hat. Loras persönliches Motto

lautet, seinem Publikum nicht nur

Musik zu bieten, sondern den „fascino

del canto“, die Faszination des Gesangs,

zu vermitteln – was ihm auf seine ganz

persönliche Weise hervorragend gelingt!

www.alessandrolora.it

Pianistin Petra Hollaender-Pogády –

Die hohe Kunst der „dritten Hand“

Als Franz Liszt die Technik des Klavierspiels

und der Klavierkomposition

revolutionierte, sprach man respektvoll

von der Einführung der „dritten Hand“

auf dem Flügel. Gemeint war damit

die dermaßen virtuose Beherrschung

des Instruments, dass die Zuhörer den

Eindruck hatten, es spielten drei Hände

auf dem Instrument! Dies gelang durch

eine subtile Kompositionstechnik, die

einen Teil der Harmonien in den unteren

Teil der linken Hand, die Melodielinie

in den oberen Teil der linken Hand

und ausschmückende Fiorituren in die

rechte Hand legte. Dementsprechend

herausfordernd stellen sich Liszts

Klavierwerke für den Interpreten dar.

Mit Lisztscher Brillanz dominiert Petra

Hollaender-Pogády den Flügel und

zaubert durch ihr gekonntes Fingerspiel

den Eindruck herbei, es würden drei

Hände darauf spielen. Dieses Markenzeichen

hat die junge Pianistin, die

in Bratislava geboren wurde und ihre

Studien an der Musikuniversität Wien

(Stefan Vladar), Anton Bruckner Privatuniversität

Linz (Gottfried Hemetsberger)

und Conservatoire de Paris

(Georges Pludermacher) absolvierte,

zu dem ihren gemacht, verbunden mit

musikalisch fundierter Ausdruckskraft

und atemberaubender Optik. Auf diskographischer

Ebene hat sie bereits durch

die Einspielung des Klavierwerks von

Eugen Suchon für Music Fund Slovakia

geglänzt. Zusätzlich zur internationalen

Konzerttätigkeit, die sie auf bedeutende

Konzertpodien der Welt – wie

etwa die der Philharmonie Bratislava,

der Philharmonie Sofia und der Philharmonie

Kairo – führte, bildet Petra

Hollaender-Pogády junge Pianistinnen

und Pianisten in Wien aus. Im historischen

Rückblick erinnert sie an ihre

legendären Kolleginnen Clara Haskil

und – aus jüngerer Zeit – Martha Argerich,

indem sie auf meisterhafte Weise

musikalische Poesie mit virtuosem

Feuer verbindet! Ihre nächsten Pläne

umfassen Beethovens Chorphantasie

an der Philharmonie Sofia und zahlreiche

solistische Auftritte mit Werken

der Komponisten, die ihrem beseelten

Interpretationsstil am meisten entsprechen:

Frédéric Chopin und Franz Liszt.

www.petrapogady.com

Text: Adrian Eugen Hollaender

MUSIK

125


SOCIETY

Russland und Österreich:

Das Beste aus zwei Welten

Das Russische Kulturinstitut in Wien stellt seit Jahrzehnten einen

kulturellen Begegnungspunkt zwischen Russland und Österreich dar.

Der neue Leiter des Instituts, Oleg Ksenofontov, gibt uns Einblick in

diese brückenbauende Institution.

Sie haben dieses Jahr die Leitung des

Russischen Kulturinstituts in Wien

übernommen. Mit welchen Vorsätzen

und Zielen gehen Sie in Ihre Amtszeit?

Wie planen Sie, die kulturellen Verbindungen

zwischen Österreich und

Russland weiter zu stärken?

Ihre Frage ist in vielerlei Hinsicht

bereits beantwortet. Das Hauptziel der

Arbeit des Russischen Hauses in Wien

war und ist die Förderung der humanitären

und kulturellen Beziehungen

zwischen den Völkern unserer Länder.

Der kulturelle Reichtum Russlands und

Österreichs, das einzigartige geistige

Erbe jedes unserer Länder und die

jahrhundertealten bilateralen humanitären

Beziehungen ermöglichen

eine außerordentlich breite Palette

unserer Zusammenarbeit und eine fast

unbegrenzte Auswahl an Bereichen für

Der neue Leiter des Russischen Kulturinstituts,

Oleg Ksenofontov

ihre erfolgreiche gemeinsame Entwicklung

– Künste, Wirtschaft, Arbeit

mit Jugendlichen, Wissenschafts- und

Bildungsaustausch, Umweltschutz,

Probleme der nachhaltigen Entwicklung

und so weiter.

Wen soll das Russische Kulturinstitut

ansprechen und wie sieht das Angebot

bzw. das Programm für Interessierte

aus?

Wir werden versuchen, unsere Programme

für all diejenigen interessant

zu gestalten, die mehr über Russland

erfahren möchten, und für diejenigen,

die bereits mit der russischen Kultur,

Geschichte, dem humanitären und

wirtschaftlichen Potenzial meines

Landes vertraut sind. Ich bin sicher,

dass uns dabei auch unsere österreichischen

Partner helfen werden,

auf deren Unterstützung wir bei

der Auswahl und Ausarbeitung von

Programmen, die auf gemeinsamen

Interessen beruhen, zählen. Über

die konstruktive Zusammenarbeit

mit dem Österreichischen Verband

der Russischlehrerinnen und -lehrer,

dem Österreich-Russland-Forum, der

Österreichisch-Russischen Historikerkommission,

dem Österreichischen

Schwarzen Kreuz und einer Reihe von

Musik- und Bildungseinrichtungen der

Republik Österreich kann ich schon

jetzt Gutes sagen.

Sie waren ja schon einmal Direktor

des RKI in Wien – was schätzen Sie

ganz besonders an der österreichischen

Kulturlandschaft? Hat sie sich

Ihrer Meinung nach seit Ihrer letzten

Amtszeit in irgendeiner Weise verändert?

Was mich an der österreichischen

Kulturlandschaft am meisten beeindruckt,

ist die Kombination aus bewährten

Traditionen und der Fähigkeit,

neue, moderne, oft innovative Formen

der Kreativität in all ihren Ausprägungen

aufzugreifen und zu entwickeln.

Meiner Meinung nach ist dies ein

deutliches Zeichen für die Weiterentwicklung

der nationalen Kultur, für ihre

Fähigkeit, den Schwierigkeiten der Zeit

zu trotzen. Ich bin mir sicher, dass die

österreichische Kulturlandschaft die

aktuellen Erschwernisse durch die Coronavirus-Pandemie

überwinden und

ihre unveränderte Attraktivität, ergänzt

durch neue bunte Farben, beibehalten

kann.

Was verbindet die russische mit der

österreichischen Kultur? Was sind die

Besonderheiten beider?

Sie haben eine Frage gestellt, zu der

Bücher geschrieben, Filme gedreht,

große Musik- und Kunstwerke geschaffen

wurden. Unsere Kulturen

sind seit Jahrhunderten miteinander

verbunden, und ich würde sagen, dass

ihre Besonderheit darin besteht, dass

sie das Beste voneinander übernehmen

können und dabei nicht weniger

originell und großartig bleiben. Dies ist

vielleicht das Hauptmerkmal unserer

Länder.

Foto: Russisches Kulturinstitut Wien

KULTUR

126


SOCIETY

S.E Dmitrii Liubinskii (Russ.) mit Riccardo Muti und Professor Andrei Zolotov

(Vizepräsident der russ. Akademie der Künste)

Andrei Zolotov, Riccardo Muti, Elena Liubinska (Gattin des Botschafters) und

Dmitrii Liubinskii

Markus Hinterhäuser (Musikalischer Direktor Salzburger Festspiele), Helga

Rabl-Stadler (Salzburger Festspiele) und Riccardo Muti

Professor Andrei Zolotov hielt eine Laudatio auf den Dirigenten Riccardo

Muti

Auszeichnung

für Riccardo Muti

Anlässlich der feierlichen Zeremonie der Investitur und

Ernennung des Dirigenten Riccardo Muti zum Ehrenmitglied der

Russischen Akademie der Künste lud der Botschafter der Russischen

Föderation, S.E. Dmitrii Liubinskii, in die Botschaft ein.

In Anwesenheit eines ausgewählten

Gästekreises nahm der angesehene

italienische Dirigent die Urkunde persönlich

entgegen. Muti blickt auf eine

außergewöhnliche Karriere zurück:

1941 in Neapel geboren, wurde er

schon früh von seinen musikalischen

Eltern gefördert. Später studierte

er am Conservatorio di Musica San

Pietro a Majella in Neapel Klavier,

Komposition – Dirigieren lernte er

am Mailänder Verdi-Konservatorium.

1967 gewann er den Dirigentenpreis

des Guido-Cantelli-Wettbewerbes,

welcher ihn international bekannt

machte. Nur ein Jahr später wurde

er Chefdirigent des Maggio Musicale

Fiorentino, eine Position, die er

bis 1980 bekleidete. 1971 trat Muti

erstmals als Dirigent bei den Salzburger

Festspielen auf, wo er 2021 sein

50-jähriges Bühnenjubiläum in Salzburg

mit Beethovens monumentaler

„Missa solemnis“ feierte. Seit 2010 ist

er Chefdirigent des Chicago Symphony

Orchestras. Die Ernennung Mutis

zum Ehrenmitglied der Russischen

Akademie der Künste reiht sich ein in

eine lange Liste von Ehrungen.

EVENTS

127


SOCIETY

Exlibris.

Aufgeblättert

Ob Feminismus, Kalter Krieg oder Kirchenkrimi –

unsere Buchtipps liefern nicht nur Unterhaltung,

sondern regen auch zum Nachdenken an.

Gorbatschow – Der Weltveränderer

Ignaz Lozo

Konrad Theiss Verlag – wbg

Diese reflektierte und ausgewogene

Biographie des politischen

Werdeganges eines der wohl bedeutendsten

Politiker des 20. Jahrhunderts,

beschäftigt sich intensiv

mit der Vergangenheit der Person

Michail Gorbatschow und seinen

Verdiensten, aber auch mit seinen

Verfehlungen im Zusammenhang

mit den Aspekten Glasnost und

Perestroika, dem Ende das Kalten

Krieges, sowie der deutschen

Einigung. Untermauert wird dieses

spannende Werk durch eindrucksvolle

Zeitzeugeninterviews und

eine sich durch das ganze Buch

hindurchziehende wissenschaftliche

Rigorosität.

In Her Footsteps – Reisen zu außergewöhnlichen

Frauen

Lonely planet

MAIRDUMONT

Hier begeben wir uns auf eine

literarische und historische Entdeckungsreise,

die die Fußabdrücke

wahrlich herausragender Frauen

nachzeichnet und es uns ermöglicht,

die Kämpfe von Aktivistinnen,

Künstlerinnen, Pionierinnen und

Ikonen aus aller Welt, sowie deren

weltbewegenden Errungenschaften,

zu würdigen. Dieses Werk

appelliert daran, uns ein zukunftsweisendes

Beispiel an Persönlichkeiten

wie Jeanne d’Arc, Michelle

Obama, Marie Curie, Anne Frank,

Rosa Luxemburg und Greta Thunberg

zu nehmen.

Irgendwo ist immer Süden

Marianne Kaurin

Woow Books

In diesem entzückenden Roman

über das Schulmädchen Ina, deren

Eltern sich keinen Auslandsurlaub

leisten können, wodurch sich Ina

ausgeschlossen fühlt, wird moderne

Gesellschaftskritik geschickt

verwoben mit einer jugendlichen

Abenteuergeschichte, in der sich

zwei Freunde auf eine wilde Reise

in „den Süden“ begeben. Die Auseinandersetzung

mit dem Thema der

sozialen Ausgrenzung im Jugendalter

wird in diesem fröhlich-ernsten

Buch spielerisch in die Form

eines Jugendromans gegossen

und begeistert sowohl junge als

auch alte Leser*innen.

KULTUR

128


SOCIETY

Lost Places in Wien & Umgebung

Robert Bouchal & Johannes Sachslehner , Styria Verlag

In diesem Bericht widmen sich die Autoren entlegenen, verbauten und verborgenen

Orten in Wien und Umgebung, die im Zuge der Modernisierung

und des damit einhergehenden dramatischen gesellschaftlichen Wandels

in Vergessenheit geraten sind. Diese Orte schaffen fernab unserer Wahrnehmung

ein Wien das einmal war, welches ohne die Darstellungen dieses

Buches wohl für immer versteckt bleiben müsste. Fesselnde Erzählungen

von spannenden Ausflügen führen die Leser*innen in diese historischen

Welten und lassen sie die geschichtsträchtigen Orte jenes vergessenen

Wiens erneut erkunden.

Planet Ozean – Unser Leben hängt vom Meer ab, die Zukunft der Meere von

uns, Mariasole Bianco, Folio Verlag

Eine Botschaft an die Menschheit: Die Meeresbiologin Mariasole Bianco arbeitet

in diesem Werk die unermessliche Bedeutung der Ozeane für das Ökosystem und

in weiterer Folge für die Lebensgrundlage des Menschen heraus. Das Buch huldigt

der Schönheit der Meere, jedoch warnt es uns gleichzeitig vor den verheerenden

Folgen eines rücksichtslosen und zerstörerischen Umganges mit der „Wiege unseres

Lebens“, der sich etwa in Form von Überfischung und Verschmutzung durch

Abfall äußert und Gefahr läuft, unser gesamtes Ökosystem zu destabilisieren.

Gefallene Ritter – Malteserorden und Vatikan – Der Machtkampf zwischen

zwei der ältesten Institutionen der Welt, Constantin Magnis

Harper Collins

Ein Journalist mit familiären Wurzeln im Malteser-Ritterorden liefert uns mit

dieser investigativen Recherche über die Geheimnisse und Intrigen zwei der

ältesten christlichen Institutionen der Welt einen Blick hinter die Kulissen

des rätselhaften Kirchenkrimis rund um das Verhältnis zwischen Vatikan

und Malteserorden. Das Buch gestaltet sich als eine spannende Reise durch

vatikanische Hinterzimmer und geheimnisvolle römische Paläste und enthüllt

Aspekte christlicher Parallelwelten, die den Augen der Öffentlichkeit

sonst wohl noch lange verborgen bleiben würden.

Die Villen vom Ausseerland – Wenn Häuser Geschichten erzählen

Marie-Theres Arnbom

Amalthea

Der fünfte Band von Marie-Theres Arnbom‘s Villen-Serie entführt erneut in die

historischen Bauwerke des Salzkammerguts und schickt die Leser*innen auf

eine spannende Entdeckungsreise durch das idyllische Ausseerland und die

Schicksale der dort lebenden Menschen. Es sind gefühlvolle Geschichten der

Freude und der Trauer, der Vertreibung und der Wiederkehr aus Liebe zur Heimat,

die uns in diesem Roman die Hintergründe des historischen Kulturraumes

am Nordrand der österreichischen Alpen erkunden lassen.

KULTUR

129


SOCIETY

Nachhaltig gibt’s nicht!

Cornelia Diesenreiter, Molden Verlag

Nachhaltiges Konsumieren ist heutzutage ein regelrechter Megatrend.

Doch wie kauft und verbraucht man überhaupt mit Bedacht auf die

Umwelt? Es stellt sich die Frage, ob man der Natur nun tatsächlich etwas

Gutes tut, indem man auf Dosenlimo verzichtet, die Biomilch nur mehr

aus der Glasflasche schlürft und Palmöl verteufelt. Umweltfreundlicher

Konsum ist nicht leicht und ein regelrechtes Dilemma, mit welchem sich

Cornelia Diesenreiter in diesem Buch auf einer persönlichen Ebene schonungslos

ehrlich auseinandersetzt.

Wir riechen besser als wir denken

Johannes Frasnelli, Molden Verlag

In diesem populärwissenschaftlichen Werk zeigt uns der Neurowissenschaftler

und Geruchsforscher Johannes Frasnelli, warum der Geruchssinn der am meisten

unterschätzte unserer fünf Sinne ist. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse

aus der Geruchsforschung werden geschickt in Verbindung mit dem menschlichen

Alltagsleben gebracht. Wie verändern Ängste und Depressionen unser

Riechvermögen? Was macht Riechtraining eigentlich mit unserem Gehirn? Und

ganz aktuell nur in der ergänzten Auflage: Wie beeinträchtigt COVID-19 unseren

Geruchssinn?

Playlist

Sebastian Fitzek, Droemer Knaur Verlag

Der neue Bestseller-Krimi „Playlist“ ist das bislang wohl außergewöhnlichste

Buchprojekt von Sebastian Fitzek. In diesem Psychothriller schickt die

Mutter der verschwundenen 15-jährigen Feline Jagow den Privatermittler

Alexander Zorbach auf eine musikalische Spurensuche, denn der einzige

Hinweis auf Felines Schicksal ist ihre Musikplaylist bei einem Streaming

Dienst im Internet. Fünfzehn noch unveröffentlichte Songs von Künstlern

wie Rea Garvey, Silbermond und Beth Ditto entscheiden darüber, wie lange

Feline Jagow noch zu leben hat – es ist ein gnadenloser Wettlauf gegen die

Zeit, bei der jeder Song zählt.

Reiseführer Albanien

Ralph-Raymond Braun, Michael Müller Verlag

Der südosteuropäische Balkanstaat Albanien kann Besucher mit seinen vielfältigen

Sehenswürdigkeiten, Regionen und kulturellen Hintergründen schnell

einmal überfordern. Der Albanien-Reiseführer von Ralph-Raymond Braun

schafft hierbei Klarheit und versorgt Reiselustige mit Allem, was man über

Albanien wissen muss. Von geographischen Eckdaten, über eine detailreiche

Darstellung der Geschichte und Kultur des Landes bis hin zu Empfehlungen

konkreter Wandertouren, hält dieser vor Ort recherchierte und ausprobierte

Reiseführer für jeden Urlaubertyp das richtige parat.

KULTUR

130


E I N H A U C H V E R F Ü H R U N G

„Spitzenköche

aus aller Welt

schwören auf

meinen Caviar.“

Romeo Schermann

Foto: © Hermann Gohl

Fotos (3): © ROLLING PIN / Gabauer

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SOCIETY

Der Wunsch nach

einer guten Zukunft

Vizebürgermeister und Stadtrat für

Bildung, Jugend, Integration und

Transparenz, Christoph Wiederkehr,

spricht im SOCIETY-Interview über

Zukunftsvisionen und Herausforderungen

im Bildungsbereich.

Seit November 2020 sind Sie Vizebürgermeister

der Stadt Wien und außerdem

Stadtrat für Bildung, Jugend,

Integration und Transparenz. Was sind

Ihre Ziele?

Mein Ziel ist es, Wien zur kinder- und

jugendfreundlichsten Stadt der Welt zu

machen und eine zukunftsfitte Politik

zu betreiben. Ein zentraler Hebel, um

dies zu erreichen, ist Bildung. Hier

investieren wir in den nächsten Jahren

massiv. Wir entlasten sowohl das

Lehrpersonal als auch die Elementarpädagog*innen,

indem jede Wiener

Pflichtschule eine Schulassistenz für

administrative Aufgaben bekommt

und die Stunden für Assistenzpädagog*innen

im Kindergarten verdoppelt

werden. So haben die Pädagog*innen

mehr Zeit für ihre wesentliche Aufgabe:

die Betreuung, Unterstützung und

Christoph Wiederkehr, Amtsführender Stadtrat für

Bildung, Jugend, Integration und Transparenz

Förderung von Kindern und Jugendlichen.

Außerdem wird die Schulsozialarbeit

ausgebaut und es werden

zusätzlich Psycholog*innen und

Sozialpädagog*innen zur Verfügung

stehen. Zudem ist die Aufstockung

von Sprachförderkräften ein wichtiges

Projekt. Im Rahmen des Kinder- und

Jugendparlaments bekommen Kinder

und Jugendliche von der Stadt 1 Million

Euro für ihre Visionen für ihr Wien. Alle

Wiener*innen zwischen 5 und 20 Jahren

konnten im Oktober 2021 bereits

ihre Ideen einreichen, die Siegerprojekte

werden im Anschluss auch realisiert.

So können sich die Jüngsten in der

Gesellschaft aktiv beteiligen.

Wird die Pandemie längerfristige Auswirkungen

auf den Bildungsbereich

haben? Wenn ja, wie kann man diesen

entgegenwirken?

Das wichtigste ist, dass die Schulen

auch in der Pandemie offen bleiben,

denn nur so können die Bildungschancen

unserer Kinder intakt bleiben und

weitere psychosoziale Probleme verhindert

werden. Deshalb haben wir an

den Wiener Schulen ein engmaschiges

Sicherheitssystem etabliert. Von Lehrer*innen

und Schüler*innen wird hier

Unglaubliches geleistet. Um den Folgen

entgegenzuwirken, haben wir mit

dem Bildungsministerium bereits seit

dem letzten Schulsemester zusätzliche

Förderstunden bereitgestellt. Wien

hat eigene Förderangebote verstärkt:

Im Sommer gab es Lernhilfeangebote

im Zuge der Summer City Camps, auch

die Volkshochschulen boten gratis

Lernhilfekurse an. Seit Herbst gibt es

mit der Wiener Lernhilfe zudem 1.200

kostenlose Lernhilfekurse für Wiener

Schüler*innen, auch an Schulen aus

freier Trägerschaft.

Sie sind auch für den Bereich Integration

zuständig. Hier haben Sie

den Wiener Integrationsrat initiiert,

der sich 2021 mit der Frage „Welche

Auswirkungen und Folgen hat die

Pandemie auf die Integrationspolitik

der Stadt Wien?“ beschäftigt. Gibt es

hierzu schon Antworten? Was sind

zentrale Aufgaben in diesem Bereich?

Wien ist eine weltoffene und vielfältige

Stadt. Nichtsdestotrotz stehen wir im

Integrationsbereich Herausforderungen

gegenüber – die Pandemie hat

auch hier Spuren hinterlassen. Mit

dem „Wiener Integrationsrat“ forcieren

wir daher eine sachorientiere Debatte

über Integration und Migration. In diesem

Jahr wurden die Auswirkungen der

Pandemie auf die Integrationspolitik

der Stadt beleuchtet, die Erkenntnisse

und die Maßnahmen werden am Tag

der Migrant*innen am 18.12. veröffentlicht.

[Interview wurde im November

2021 geführt]. Generell verfolgen wir in

Wien das Credo „Integration ab Tag 1“:

Wir sehen es als unsere Aufgabe, dass

alle neuen Wiener*innen mithilfe diverser

Integrationsangebote bestmöglich

auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit

begleitet werden. Bereits bestehende

Maßnahmen wie etwa die Förderung

von Deutschkursen oder das Integrationsprogramm

„StartWien“ sollen

daher ausgebaut werden. Zudem muss

das Thema Integration unbedingt stärker

im Kontext von Bildung gesehen

werden. Auch das Programm „Respekt

– gemeinsam stärker“ unterstützt

Schulen umfassend bei ihren diversen

Herausforderungen. Mein Ziel ist eine

vernünftige und lösungsorientierte Integrationspolitik,

die das Gemeinsame

vor das Trennende stellt. Denn was uns

am Ende alle eint, ist der Wunsch nach

einer guten Zukunft.

Foto: PID/Markus Wache

BILDUNG 132


SOCIETY

Über 12.700 Absolventen hat die FHWien der WKW schon hervorgebracht

Michael Heritsch, CEO der FHWien der WKW

Startklar für

internationale Karrieren

Fotos: Andreas Hofer, feelimage | Matern

In den englischsprachigen Studiengängen

der FHWien der WKW erwerben

ambitionierte Talente das Rüstzeug,

um weltweit beruflich durchzustarten.

Ob man von einer Karriere in einem

globalen Konzern träumt oder sein

berufliches Glück in Österreich finden

möchte: Sprachkenntnisse und interkulturelle

Kompetenzen erhöhen

die beruflichen Chancen. Denn wer

mit Geschäftspartnern in flüssigem

Englisch verhandelt, sich gekonnt auf

dem internationalen Parkett bewegt

und Hürden in der Kommunikation

mit Menschen aus anderen Kulturen

elegant nimmt, hat im Rennen um die

besten Jobs oft die Nase vorn.

Im Ausland den Horizont erweitern

Mit einem Bachelor- oder Masterstudium

an der FHWien der WKW können

ambitionierte Talente diese auf dem

Arbeitsmarkt besonders gefragten

Qualifikationen erwerben. Alle Studiengänge

an Österreichs führender

Fachhochschule für Management und

Kommunikation enthalten englischsprachige

Module. Lehreinheiten zu

Social Skills stehen ebenfalls auf dem

Lehrplan. Außerdem können die Studierenden

bei einem Auslandssemester

ihren Horizont erweitern.

170 Partnerhochschulen weltweit

„In einer global vernetzten Wirtschaft

sind Auslandserfahrungen und interkulturelle

Kompetenzen in vielen Berufen

essenziell“, weiß Michael Heritsch,

der CEO der FHWien der WKW. „Daher

haben wir unser weltweites Netzwerk

an Partnerhochschulen massiv ausgebaut.

Unseren Studierenden stehen

nun über 170 Partnerhochschulen für

ein Auslandssemester zur Auswahl.“

Die Destinationen reichen von China

über Australien bis in die Karibik. Als

Lohn für das Wagnis, für einige Zeit

ins Ausland zu gehen, winken unvergessliche

Erinnerungen und das gute

Wissen, sein Leben auch in ungewohnter

Umgebung zu meistern. Wer stark

international orientiert ist, aber in Wien

studieren möchte, dem stehen an der

FHWien der WKW drei Studiengänge

offen, die komplett auf Englisch unterrichtet

werden.

Englischsprachiges Studium in Wien

Der Bachelor-Studiengang Corporate

Communication ist die ideale Ausbildung

für Kommunikations-Allrounder.

Wie alle Studien der FHWien der WKW

punktet er mit großer Praxisnähe. Dafür

sorgen Lehrende aus der Wirtschaft

und Projekte mit Unternehmen. Die

AbsolventInnen sind startklar für den

ersten Job und mit digitalen Kommunikationskanälen

ebenso vertraut wie mit

klassischen PR-Maßnahmen. Der Master-Studiengang

Executive Management

bereitet berufsbegleitend auf

Führungsaufgaben in Unternehmen

vor. Seine Absolventen besitzen die

nötigen Fähigkeiten, um Unternehmen

so zu führen, dass sie ihr Wachstumspotenzial

international ausschöpfen.

Im Herbst 2021 erstmals gestartet ist

der Master-Studiengang Urban Tourism

& Visitor Economy Management.

Er bildet Fach- und Führungskräfte

aus, die nachhaltige Lösungen für den

Tourismus in vielbesuchten Städten

erarbeiten und umsetzen.

Grundstein für tausende Karrieren

Mehr als 12.700 Absolventen hat die

FHWien der WKW seit 1994 schon

hervorgebracht. Für viele legte das

Studium den Grundstein für Karrieren

im In- und Ausland. „Dass viele unserer

Alumni so erfolgreich sind, macht uns

stolz“, freut sich CEO Michael Heritsch.

Die internationale Ausrichtung der

Studiengänge hat das ihre dazu beigetragen

– und wird auch in Zukunft

Karrieren beflügeln.

BILDUNG

133


Celebrating 30 30 30 Years of of of Excellence

Danube International School Vienna

•• • DISV is is an is an is IB an IB IB World School (with Öffentlichkeits-

recht/public status), established in in in in 1992

•• In • In In In 2021, and and and in in 7 in of 7 in of 7 the of the of last the last last 8 8 8 years, 100% of of of of DISV

graduates in in the in the in the IB IB IB Diploma Program passed.

•• • Students achieved the the the average score of of 37 of 37 of IB 37 IB IB points in in

2021 - the - the - - best the best best result in in in in DISV’s 30-Year history.

•• • DISV IB IB IB Diploma Programme results are are are among

the the best the best best results of of all of all of IB all IB IB World Schools worldwide

•• • Around 500 500 500 students (age (age (age 3 to 3 to 318 to 18 to 18 years) from

from

over over over 60 60 60 countries learn together in in a in a in a multicultural setting

•• • Teachers come to to to to DISV from from over over over 30 30 30 countries,

using English as as the as the as the language of of of of instruction, ensuring

a high a high a a high academic standard with with with a a a a human touch

•• • Small group learning is is a is a is a priority with with with a a a student

to to staff to staff to staff ratio ratio ratio of of 5:1 of 5:1 of 5:1

•• • Students graduating DISV are are are accepted at at at at prestigious

universities all all over all over over the the the world, such such such as as as as Oxford,

Cambridge, Berkley, NYU, UCLA, McGill,

Imperial College London and and and many others

•• • DISV is is is is centrally located near near near Prater Park, Vienna’s

largest recreation area area area

registrar@danubeschool.com

www.danubeschool.com

+43 +43 1 +43 720 1 720 113110 720 3110 3110 22

22 22 22

Josef Josef Gall-Gasse 2 2 22

1020 1020 1020 Vienna, Austria


SOCIETY

30 Years of Excellence - Danube

International School Vienna

Danube International School Vienna (DISV) is proud to report that

100% of their students in the International Baccalaureate (IB) Diploma

Program in 2021 have passed.

DISV graduates achieved the

outstanding average score of 37 IB

points – one of the best results in

Austria. DISV’s academic achievements

will be celebrated alongside its

30-Year anniversary this year.

“Striving for Excellence” is part of the

mission statement of the private IB

World School (with “Öffentlichkeitsrecht”)

in the second district of Vienna

that was founded in 1992. It is the

school of choice for children from

diplomat’s families and from the international

business community and over

the years has grown to one of the most

renowned international schools in Austria

with – at full capacity – more than

550 students and 100 staff members.

Students from more than 60 nations

who speak 47 languages are proof that

the DISV school community is exceptionally

diverse and truly international.

The school offers the International

Baccalaureate (IB) Programmes for all

age groups (IB Primary Years, IB Middle

Years & IB Diploma Programme), which

meet the complex requirements that

the international community in

Vienna expects from a high quality and

internationally recognized education.

DISV’s graduating students have been

accepted to renowned universities all

over the world, such as Oxford, Cambridge,

Berkeley, University of Toronto,

McGill, UCLA, and Columbia.

According to the school’s mission

statement, the school will celebrate

the 30-Year Anniversary by continuously

‘Striving for EXCELLENCE, by

ENGAGING minds, EXCITING learners,

acting ETHICALLY and showing

EMPATHY’. DISV is open to all students

from the ages of 3 to 18. The language

of instruction is English. Interested parents

are cordially invited to attend one

of the school’s information evenings on

January 25, March 8, April 26, and June

14, 2022. Individual appointments are

also possible anytime. Further information

can be found on:

www.danubeschool.com

Danube International School Vienna

Josef Gall-Gasse 2, 1020 Vienna,

Austria

Written by Dr. Michelle Purghart

BILDUNG

135


Happiness is one of the values of AMADEUS International School Vienna

AMADEUS International School Vienna focuses on musical education

AMADEUS International School

Vienna: Inspiring Greatness

SOCIETY spoke with Head of School of AMADEUS International

School Vienna, Dr. Jeremy House, about the school‘s IB Careerrelated

Programme focusing on music and the new Boarding House.

AMADEUS is the first school in Europe

that is offering the IB Career-related

Programme with a special focus on

music. Can you describe this programme

a bit?

Our Career-related Programme is for

aspiring students of music. The beauty

of this programme is in the balance

between the IB Diploma courses, the

music education component, and the

IB philosophy. Our programme enables

students who wish to go on to study

in the world’s best music universities

and have professional careers in music

to follow a path in which they have

enough time to hone their skills and

talents, gain real world insights into the

music industry, and receive the important

foundation of a rigorous academic

education. This enables AMADEUS

students to grow as musicians, as scholars,

and as good humans. Our IB CP

students graduate from the two-year

programme with an International Baccalaureate

Career-related Programme

certificate and a Pearson BTEC Level 3

Diploma in Music. On June 17, 2022 our

CP students will show their talent and

skills performing at the famous Vienna

Concert House in the framework of the

School’s 10 Year Anniversary.

What else makes AMADEUS International

School Vienna special? How are

the pupils profiting from an “international”

education? What are your guiding

principles?

One only needs to scan through the

news today to recognise the importance

of international cooperation,

of world knowledge, understanding,

cultural competence, and of communication

in more than one language.

Indeed, I believe that in 30 years from

now, there will be no`international

education‘ because it would be absurd

to conceive of an education that is

not international. On the Semmelweis

campus, we bring together students

from more than 50 nationalities for a

single purpose; to make the world a

better place through education. Our

school values are an important part

of what makes this possible. Firstly, to

treat others, oneself, and the environment

with kindness. Secondly, to foster

imagination in our students. We must

be able to imagine new ways, new

possibilities, and to visualise the best

possible versions of ourselves. Our

third value is happiness. Simply because

education is a gift, and it is a joy!

What does the new Boarding House

offer to Amadeus’ students?

The motto of the boarding community

is ‘character building experiences’.

We know that our boarding students

typically out-perform the day students

in academic attainment. The reason

for this is rather obvious, (i) high-performing

environments bring out the

best in our students, and (ii) character

building experiences reinforce the habits

of mind that inspire greatness. Our

boarding house is more than a homeaway-from-home.

Our students feel a

deep sense of belonging and support

from their peers as well as the boarding

house tutors, counsellors, and the

school nurse. What raises our boarding

programme to the level of distinction,

however, is found in those once in a

lifetime experiences in the company of

others, who see your strengths, celebrate

your successes, and accompany

you on the journey of growth. The grand

opening of our new boarding house and

official ribbon cutting will take place in

January 2022.

Photos: AMADEUS International School Vienna / AMADEUS Vienna

BILDUNG

136


A SCHOOL OF THE FUTURE

The American International School Vienna has a long

tradition of striving for excellence in education that

spans more than six decades. And while certain values,

like fostering a respectful environment, inspiring

students to achieve their goals, and establishing a

sense of community remain, a modern world needs a

modern approach to education. In order to turn their

students into responsible global citizens, AIS has

dedicated itself to making sustainability a part of its

identity. “Environmental friendliness is not only part of

classroom learning across all divisions, but it is also

part of the learning that takes place outside our formal

curriculum in various student clubs and activities,” says

Benjamin Kuscher, Business Manager at the school.

Reduce, Reuse, Recycle

Located in the beautiful greenery of the Vienna Woods,

AIS is inherently linked with nature. But in recent years,

they have continuously taken their sustainable efforts

even further. In a major effort to reduce its carbon

footprint, the school installed solar panels on the roof. As

a result, it was able to save 159 tons of CO2 over the past

two years. To save trees and forests, they use a campus

wide printing system that aims to limit the overuse of

paper. But it’s not just paper they’re reducing: an overall

conscious effort aims to eliminate as much plastic as

possible and switch to biodegradable alternatives

across the premises, such as on the artificial turf sports

field, where olive seeds have replaced the micro plastic

pellets, or in the cafeteria, where, AIS prioritizes AMA

certified local products to reduce transport and CO2

emissions.

New Year, New Gear

This past summer, while the students were off enjoying

their hard-earned vacation after a school year with

unprecedented challenges, the school’s administration

was hard at work implementing the latest improvements.

Full or partial renovations in grades 3, 4, 7, and 8, 18

brand new modern smart LCD boards in High School

classrooms, two rebuilt parking lots, including electricity

for future e-cars, and a new outdoor green space on

the roof for High School students, which not only helps

keep the building itself cooler during the spring and

summer months, but provides a new outdoor learning

space, awaited students and faculty members upon

their return in mid-August. The highlight, however, is

perhaps the Elementary School Science and Innovation

Lab, where Elementary School students are now getting

a hands-on science education unlike anywhere else in

Austria. “The new space is imaginative and adaptive,

and AIS Vienna’s young global citizens will utilize the

tools they learn here to design innovative solutions

for the problems facing the world today with courage,

curiosity, and joy,” says Brian Golden, ES Science &

Innovation Lab Coach & Coordinator.

All Eyes on the Future

AIS Vienna was able to renovate the ES Science &

Innovation Lab thanks to generous community members

who donated more than €225,000 in the last academic

year. Future projects aim to expand outdoor learning

spaces and build new facilities that will continue to

connect students to nature and the environment and

ensure that this is part of their learning.

Find out more at ais.at


Die Ordensritter und Ordensdamen beim Konvent des St.Georgs-Ordens in Schloss Hof

St.-Georgs-Ordenskonvent

2021 in Schloss Hof

Prinz Eugen von Savoyen sagte einmal: „Alles lässt sich durch Standhaftigkeit

und feste Entschlossenheit erreichen.“ Dieses Zitat hätte

sich eigentlich auch ideal als Motto für den heurigen Konvent des

St. Georgs-Orden geeignet, der in Schloss Hof stattfand.

Kanzler Dr. Stefan Schermaier, Großmeister

S.k.k.H. Karl von Habsburg und Prokurator Baron

Vinzenz von Stimpfl-Abele

Bei strahlendem Kaiserwetter versammelten

sich am 4. September 2021 rund

300 Ordensritter und -Damen sowie

weitere Gäste im Ehrenhof des Barockschlosses

im Marchfeld. Die Freude

über die Wiederbelebung des „physischen“

Ordenslebens war groß, wie

schon beim Get-together am frühen

Vormittag deutlich spürbar wurde.

Nach formiertem Marsch in den Park

des Schlosses wurde eine stimmungsvolle

Feldmesse gefeiert, in der Ordensritter

Prälat Ambroz Martin Strbag eine

Predigt hielt, in deren Mittelpunkt er

den ritterlichen Auftrag, symbolisiert

durch das achtzackige Ritterkreuz,

stellte. Es symbolisiere das achtfache

Elend, welches zu bekämpfen jeder

Ordensritter bei seiner Investitur geschworen

hat. Im Anschluss an den

Gottesdienst fanden die Investituren

statt. Großmeister Karl von Habsburg

eröffnete die große Konvents-Versammlung

am Nachmittag. Er bedankte

sich bei allen, die dafür gesorgt

haben, dass das Ordensleben trotz

der Pandemie so aktiv weiterbestehen

konnte. Erzherzog Karl nahm Bezug auf

die Predigt von Abt Ambroz Martin und

unterstrich die Bedeutung, sich der

Werte des Ordens zu jeder Zeit bewusst

zu sein. So wichtig das Ordensleben

und die Gemeinschaft auch seien, so

stünde doch die Repräsentation unserer

Werte in der Gesellschaft an erster

Stelle der Ziele unseres Ordens. Und

dies könne nur durch vorgelebtes gutes

Beispiel erreicht werden. Prokurator

Baron Vinzenz von Stimpfl-Abele begann

seine Rede, indem er auf die vom

Großmeister angesprochenen Herausforderungen

einging, die Corona in den

vergangenen eineinhalb Jahren für den

St. Georgs-Orden mit sich brachte. Er

arbeitete heraus, dass diese von den

Verantwortlichen auch als Chance

genutzt wurden, wofür er der Ordensregierung

herzlich dankte. Danach

thematisierte er nicht nur das vom

Großmeister für heuer vorgegebene

Generalthema „IDENTITÄT EUROPAS“

und die enorm aktuelle Freiheits-Thematik,

sondern definierte vor allem das

Selbstverständnis und den Auftrag der

Gemeinschaft: „Unser Orden will dazu

beitragen, genau diese Werte Europas,

die christlich-abendländischen Werte

und Traditionen, zu verteidigen und

zu pflegen! Und das können nur jene

Werte und Traditionen sein, die das

christlich-habsburgische Erbe unseres

Kontinents darstellen.“

Danach ließ Kanzler Dr. Stefan Schermaier

die 36 virtuellen Vorträge und

Diskussionsveranstaltungen ebenso

kurz Revue passieren, wie die acht

Initiativen des Geistlichen Rates,

und verwies auf die abgehaltenen 25

Komtureisitzungen. Der Ordenskonvent

2021 endete in bester Stimmung

und der Hoffnung, die Pandemie bald

endgültig überwunden zu haben.

Fotos: Katharina Schiffl

RITTERORDEN

138


Ordo Equestris Vini

Europae: Besuch in Tokaj

Der erste Consul des Europäischen Weinritterordens begab sich auf

eine von kultureller Vielfalt geprägte Reise nach Košice und in das Weinbaugebiet

Tokaj im Südosten der Slowakei, wo der Ordo Equestris Vini

Europae mit dem heimischen Weinbau Bekanntschaft machen durfte.

Auf Einladung des Primators der ostslowakischen

Hauptstadt Košice, fand

ein Empfang für den Ersten Consul des

Europäischen Weinritterordens und

Honorarkonsul der Slowakei, Alfred

Rákóczi Tombor Tintera, im Primatorenpalast

statt. Die Eintragung in das

Goldene Buch war der erste Höhepunkt

dieser Reise. Danach wurde der

St. Elisabeth Dom aufgesucht, in dessen

Krypta der berühmteste Vertreter

der Familie Rákóczi, Franciscus II, ruht.

Im Kirchenschiff befindet sich ein gewaltiges

Fresko, welches den gesamten

Lebensbogen Rákóczis darstellt. Vor

dem Denkmal an der Domnordseite

wurde ein TV- Interview gegeben und

im Anschluss fand die Besichtigung der

Cognac-Ambassade von Herrn Sadko

Mýtnik statt. Es ist dies das weltgrößte

Kompetenzzentrum für Cognac, der

als verfeinerter Wein gilt und in Folge

wurde sogar eine Kooperation mit dem

Weinritterorden eingeleitet. Weiters hat

der Slowakische Staat kürzlich mit der

Republik Ungarn die Restaurierung des

Schlosses, in dem Franciscus II.

geboren wurde, abgeschlossen. Die

Bürgermeisterin von Borša/Borsi

begrüßte den Consul und führte ihn

durch das Schloss, in welchem neben

einem Hotel und Restaurant auch

ein bedeutendes Rákóczi Museum

untergebracht ist. Den Abschluss

der Reise bildete der Besuch zweier

Tokajer Weingüter: zunächst das neuerrichtete,

„toskanisch“ anmutende

Chateau Grand Bari und danach der

traditionelle Weinbaubetrieb Macík

Jaroslav des Ritterlichen Legaten in

der Ostslowakei. Beeindruckt von den

Ereignissen versprach der Consul, der

von Proconsul Stanislav Kamenár und

Komtur Ferry Heinz begleitet wurde,

bald wieder zu kommen.

Fotos: privat, unsplash, pixabay

Consul Alfred Rákóczi Tombor Tintera war zu

Besuch in Tokaj

In der Kyrpta des St. Elisabeth Doms liegt

Franciscus II, ein Vertreter der Familie Rákóczi

ORDO EQUESTRIS VINI EUROPAE

Der Europäische Weinritterorden geht

auf das Jahr 1333 zurück. Er pflegt die

Europäische Wertegemeinschaft, den

edlen Wein mit seiner alten Kultur und

Tradition und ist mit einem Freundschaft-

und Friedenswerk international

mit rd. 4500 Ritterlichen Eidgenossen

aktiv. Nähere Informationen unter:

www.equesdevino.eu

RITTERORDEN

139


SOCIETY

Neues von PaN

Vorurteilsfreie Völkerverständigung und die Vertiefung

der Völkerfreundschaft stehen im Mittelpunkt der

Tätigkeiten des Dachverbandes aller österreichischausländischen

Gesellschaften - PaN und finden ihren

Ausdruck in den verschiedensten sozialen, karikativen,

kulturellen und künstlerischen Projekten.

PaN Generalversammlung 2021

Der Dachverband aller österreichischausländischen

Gesellschaften – PaN

lud zur Generalversammlung 2021 in

den Wappensaal des Wiener Rathauses

ein. PaN-Präsident Univ.-Prof.

Dr. Hermann Mückler eröffnete die

Sitzung und dankte einleitend den

Vertretern der Stadt Wien für die Möglichkeit,

die Generalversammlung im

ehrwürdigen Wappensaal des Wiener

Rathauses abhalten zu können.

Erster Höhepunkt des Abends war die

Neuwahl des Vorstandes des Dachverbandes.

Der von Professor Dr.

Kanitzer eingebrachte Wahlvorschlag

mit Präsident Hermann Mückler, Vizepräsident

Oskar Wawra und Generalsekretär

Walter J. Gerbautz wurde

einhellig angenommen. Die weiteren

Vorstandsmitglieder, Bundesratsvizedirektorin

Alice Alsch-Harant, Sektionsleiterin

im BMEIA, Botschafterin Petra

Schneebauer, Ehrenpräsidentin der

österr.-belgischen Gesellschaft, Greet

Machek-Vos sowie der Generalsekretär

der österr.-rumänischen Gesellschaft

Lukas Vosicky wurden ebenfalls bestätigt.

Der zweite Höhepunkt des Abends war

die Auszeichnung von Bürgermeister

Dr. Michael Ludwig mit dem PaN-Persönlichkeitsaward

für seine außerordentlichen

Bemühungen um die Völkerverständigung

und ein friedvolles

Miteinander in der Bundeshauptstadt

Wien und über die Landesgrenzen hinaus.

Das dritte Highlight des Abends

war das viel beachtete und frenetisch

akklamierte Referat des Vertreters der

europäischen Union, Professor Martin

Selmayr. Danach klang der Abend mit

einem internationalen Gedankenaustausch

der mehr als 140 Vertreter*innen

der 127 bilateralen Freundschaftsgesellschaften

bei einem, von der Stadt

Wien und dem Dachverband bereitgestellten,

Abendempfang aus.

Erich Hechtner, Petra Schneebauer, Lukas Vosicky, Theo Kanitzer,

Hermann Mückler, Prof. Martin Selmayr, Alice Alsch-Harant, Michael Ludwig,

Nini Funke, Walter J. Gerbautz und Oskar Wawra

Vizepräsident Oskar Wawra, Generalsekretär Walter J. Gerbautz,

Bürgermeister Michael Ludwig und PaN-Präsident Hermann Mückler

bei der Verleihung des PaN-Persönlichkeitsawards

Fotos: PAN

DIPLOMATIE EVENTS

140


PaN-Klimainsel Eröffnung

in der VILA VITA Pannonia

„Als Vorhof zum Paradies“ bezeichnete Alt-Landeshauptmann

Hans Niessl die neu geschaffene PaN-Klimainsel im

Ferienresort Vila Vita, weil sie paradiesisch, wie ein Kleinod

in der einzigartigen Erholungslandschaft im Neusiedler-

See-Seewinkel liegt. Die Insel wurde in zweijähriger behutsamer

Arbeit geschaffen. „Unsere Gäste und Besucher sind

hier zum Wohlfühlen eingeladen“, betonte Generaldirektor

Bert Jandl, unter dessen jahrzehntelanger Führung hier ein

Leitbetrieb im Burgenland entstand. Er meinte weiter: „Darüber

hinaus soll die PaN-Klimainsel auch zum Gedankenaustausch

über ökosoziale Themen und den Klimaschutz

anregen.“

PaN-Preis 2020/21 des

BMEIA geht an ÖVAEG-PaN

Am 20. Oktober 2021 wurde – seit 2019 erstmals wieder, da

pandemiebedingt 2020 ausgefallen – der jährliche PaN-Preis

des BMEIA an die Österreich-Vereinigte Arabische Emirate

Gesellschaft (ÖVAEG) verliehen. Der Preis ist mit 2.000 €

dotiert. Im Zuge der Arabisch-Österreichischen Kultursaison

wurde das Engagement der ÖVAEG durch diese Auszeichnung

besonders hervorgehoben.

GF VILA VITA Josef Gelbmann, LH a.D. Hans Niessl, Bürgermeister Jakob

Tschida, Bert Jandl, Walter J. Gerbautz und PaN-Präsident Hermann Mückler

bei der Eröffnung der PaN-Klimainsel

Christian Koidl, Oskar Wawra, Martin Pammer, Hermann Mückler, Teresa

Indjein, S.E. Ibrahim AlMusharrakh, Hans Niessl, Walter J. Gerbautz, Lukas

Vosicky und Walter Hildebrand

PaN-Gartenfest 2021

Das Gartenfest in den Blumengärten Hirschstetten bildete

den Höhepunkt der Veranstaltungen des Dachverbandes-

PaN in diesem Sommer. Der Event in den Blumengärten der

Stadt Wien eröffnete die Möglichkeit des direkten Austauschs

von Vorstandsmitgliedern, Partnern und Förderern

der über 120 bilateralen Freundschaftsgesellschaften

Österreichs. Im kulinarisch begleiteten Rahmen konnten

auf Einladung der Stadt Wien und des Dachverbands-PaN

bestehende Kontakte aufgefrischt und neue geknüpft

werden. Sowohl der Dachverband-PaN als auch alle

bilateralen Freundschaftsgesellschaften standen in Pandemiezeiten

vor der Herausforderung, ihre brückenbauende

Funktion, die sich in vielfältigsten kulturellen, sozialen und

sportlichen Aktivitäten ausdrückt, von der persönlichen auf

eine virtuelle Ebene verlagern zu müssen.

PaN-Vorstand Lukas Vosicky, Walter J. Gerbautz PaN/Generalsekretär, PaN -

Präsident Hermann Mückler, Silvia Friedrich Wr. Rathaus, Präsident Werner

Fasslabend, Präsident Pepi Höchtl und Magistratsdirektor Erich Hechtner

DIPLOMATIE EVENTS

141


SOCIETY

Internationale

Organisten zu Gast

in Wien

Welcome to Austria und allen voran Vorstandsmitglied

Dr. Elisabeth Wolff haben auf Einladung des Domorganisten

von St. Stephan dazu beigetragen, dass die erst kürzlich

fertiggestellte Riesenorgel einem internationalen Publikum

vorgestellt werden kann.

Mit einem ausgiebigen Konzertreigen

wird seit einigen Monaten die neu in

Stand gesetzte Riesenorgel im Wiener

Stephansdom in der Stadt willkommen

geheißen. Neben den beiden

Domorganisten Konstantin Reymaier

und Ernst Wally kommen auch international

renommierte Musiker auf

deren Einladung zum Zug. So haben

zum Beispiel Matthias Havinga aus den

Niederlanden oder Daniel Beckmann

aus Deutschland bereits ein Konzert

gegeben. Die in Österreich ansässigen

Botschaften können ihre musizierenden

Landsleute und deren Auftritte im

Dom finanziell unterstützen und eigene

Gäste zu den Konzerten einladen.

12.500 Orgelpfeifen, 185 Register, fünf

Manuale und Pedale sind nur einige der

Eckdaten der sogenannten Riesenorgel,

deren Renovierung erst kürzlich

fertiggestellt wurde. Der Name

„Westemporen Orgel“ kommt von ihrer

Position über dem Riesentor. Sie wurde

innerhalb von vier Jahren bis zu ihrer

Einweihung im Jahr 1960 vom Wiener

Orgelbauer Johann Marcellinus Kauffmann

errichtet, beziehungsweise aus

angekauften Orgelteilen zusammengebaut.

Gesegnet wurde das Instrument

damals von Kardinal Frings aus Köln.

Es war zu dieser Zeit die größte Orgel,

die jemals in Österreich gebaut wurde.

Ganz zufrieden war man mit dem Bau

des Instruments allerdings nie. Nicht

nur, dass die Auftragsvergabe ins schiefe

Licht geraten war, aber auch das verwendete

Material, die Positionierung

und die Akustik waren nie ideal. Trotz

der Größe der Orgel konnte sie den

Kirchenraum nicht optimal beschallen.

1991 wurde sie nach einem Kurzschluss

gänzlich stillgelegt.

In den letzten 30 Jahren kamen die

drei weiteren Orgeln der Kathedrale

zum Einsatz, so etwa die von der Vorarlberger

Orgelbaufirma Rieger Anfang

der 1990er Jahre errichtete Dom-Orgel,

die ebenfalls von Rieger gebaute

Haydn-Orgel sowie eine Truhenorgel.

Orgelmusik hat für den sakralen Raum

eine ganz wesentliche Bedeutung.

Im Wiener Stephansdom wird bereits

1334 erstmals eine Orgel urkundlich

erwähnt und bis heute wird im Dom ein

breitgefächertes Repertoire aufgeführt.

Zusätzlich, so bestätigt Domorganist

Reymaier, gibt es auch zeitgenössische

und hierzulande unbekannte Musikliteratur.

Gerade die internationalen Gastmusiker

bringen immer wieder Stücke

aus ihren Heimatländern mit.

Die zentrale Lage des Doms zu St.

Stephan und die renovierte Riesenorgel

ziehen ganz neues Publikum an.

„Das Interesse an den Orgelkonzerten

nimmt sukzessive zu“, erzählt Konstantin

Reymaier. Kein Wunder, kann man

doch auf der neuen Orgel „eine Fülle an

Klangfarben erzielen, die ihresgleichen

sucht. Sie reicht von beinahe unhörbar,

bis zu fortissimo und einem orchestralen

Klang“, kommt der Organist ins

Schwärmen. Der halbrunde Spieltisch,

dessen Außenwände vergoldet sind,

kann außerdem je nach Wunsch im Kirchenraum

positioniert werden, sodass

Zuhörer auch gleichzeitig zu Zuschauern

werden.

Zur Eröffnung lobte man einen Kompositionswettbewerb

aus. Einreichungen

aus der ganzen Welt waren die Folge.

Der erste Preis ging an einen französischen

Organisten, der zweite an

einen Österreicher, der dritte an einen

Deutschen. Liturgische Musik als Suite

in vier Sätzen war die Anforderung. Die

preisgekrönten Musikstücke wurden

zur Eröffnung auch gleich dargeboten.

Foto: WA

DIPLOMATIE

142


SOCIETY

Seine Faszination für die Orgelmusik

kann man an Konstantin Reymaiers

Ausführungen erkennen. Ihn hat schon

als Bub das Orgel-Gebrause beeindruckt,

das er während der Messbesuche

mit seinen Eltern in der Augustinerkirche

erleben durfte. Nach dem

Studium der Musik in Wien, mehrjähriger

Tätigkeit in England, einer Professur

für Orgelmusik und Komposition an

der Kunstuniversität in Graz und als

spätberufener Student der Theologie

mit anschließender Priesterweihe freut

er sich seine „beiden Berufungen und

Begabungen vereinen zu können“. Im

Rahmen seiner Aufgabe als Domorganist

kommt ihm das große Netzwerk in

der Welt der Topliga der Orgelspieler zugute.

Gespräche mit-, beziehungsweise

Einladungen an Musiker aus vielen

Ländern lassen den Konzertkalender

im Stephansdom langsam voll werden.

Meist handelt es sich um einen Mix

aus populären, experimentellen und

unbekannten Stücken. „Wir wollen dem

Publikum Freude machen, sorgenfreie,

gute Stunden im Stephansdom bereiten,

in der sie innenhalten und Kraft

tanken können.“

www.stephanskirche.at

post@domorganist.wien

Konstantin Reymaier, Domorganist und

Leiter des erzbischöflichen Referates

für Kirchenmusik

PS: May our English-speaking readers

please apologize that this story is written

in German which results from the

fact that both conversation partners are

Austrians.

Text: Clarissa Mayer-Heinisch, Vorstandsmitglied

Welcome to Austria

General Assembly of

Welcome to Austria

On October 19, the 24th General

Assembly of Welcome to Austria took

place at the Alois Mock-Saal of the

Federal Ministry for European and

International Affairs. Subsequently, the

Secretary General for Foreign Affairs,

Ambassador Peter Launsky-Tieffenthal

invited all members to the traditional

reception. Changes in the board of

Welcome to Austria were voted resp.

announced: Vice President Ambassador

ret. Dr. Angelika Saupe-Berchtold

handed over to Dr. Maria Kuglitsch

and the new Minister of Foreign Affairs,

Michael Linhart, sent warm wishes, followed

by his official acceptance of his

presidency of the board. Ambassador

Launsky-Tieffenthal took that moment

to congratulate and encourage the

cultural exchange with foreign diplomats

in Vienna of all international bodies

facilitated day by day by WA.

Der Name „Westemporen-Orgel“ kommt von ihrer Position über dem

Riesentor des Wiener Stephansdoms

General Secretary Ambassador Peter Launsky-Thieffenthal with the outgoing

and incoming vice presidents

Die Riesenorgel hat 12.500 Orgelpfeifen, 185 Registe rund fünf Manuale

und Pedale

Just arrived spouse of Italian Ambassador, Mrs. Nicoletta Beltrame, welcomed

by members of Welcome to Austria, Ryoko Drei and Bicu Michaille

WA

143


SOCIETY

Ambassadors‘ Caleidoscope

121 bilateral Ambassadors are representing their countries in Austria.

SOCIETY presents them with name, picture and day of accreditation.

Ambassadors resident in Vienna. Last update: November 2021

AFGHANISTAN

ARGENTINA

BELARUS

ALBANIA

ALGERIA

ANDORRA

ANGOLA

H.E Ms. Manizha Bakhtari

since 07.01.2021

Kärntner Ring 17/12-15,

1010 Vienna

Tel. +43 1 402 10 06

embassy@afghanistan-vienna.org

www.afghanistan-vienna.org

H.E. Mr. Roland Bimo

since 14.03.2014

Prinz-Eugen-Straße 18/1/5

1040 Vienna

Tel. +43 1 328 86 56

embassy.vienna@mfa.gov.al

www.kryeministria.al

H.E. Ms. Faouzia Mebarki

since 24.05.2016

Rudolfinergasse 18

1190 Vienna

Tel. +43 1 369 88 53

algerianembassy.vienna@algerische-botschaft.at

www.algerische-botschaft.at

H.E. Mr. Jaume Serra Serra

since 13.01.2020

Kärntner Ring 2A/13

1010 Vienna

Tel. +43 1 961 09 09

ambaixada_austria@govern.ad

H.E Ms. Teodolinda Rosa

Rodrigues Coelho

since 24.05.2018

Leonard-Bernstein-Str. 10,

1220 Vienna

Tel. +43 1 718 74 88

embangola-viena@embangola.at

www.embangola.at

ARMENIA

AUSTRALIA

AZERBAIJAN

BANGLADESH

H.E. Mr. Gustavo Eduardo

Ainchil

since 03.03.2021

Lugeck 1/7

1010 Vienna

Tel. +43 1 533 84 63

embargviena@embargviena.at

H.E. Mr. Armen Papikyan

since 19.03.2019

Hadikgasse 28,

1140 Vienna

Tel. +43 1 522 74 79

officearmaustria@mfa.am

H.E. Mr. Richard

Travers Sadleir

since 28.10.2019

Gertrude-Fröhlich-Sandener-

Straße 2

1100 Vienna

Tel. +43 1 506 74 0

vienna.Embassy@dfat.gov.au

www.austria.embassy.gov.au

H.E. Mr. Rovshan Sadigbayli

since 12.09.2021

Hügelgasse 2

1130 Vienna

Tel. +43 1 403 13 22

vienna@mission.mfa.gov.az

H.E. Mr. Muhammad Abdul

Muhith

since 22.07.2020

Peter-Jordanstraße 50

1190 Vienna

Tel. +43 1368 1111

mission.vienna@mofa.gov.bd

www.bangladootvienna.gov.bd

BELGIUM

BOLIVIA

BOSNIA AND HERZEGOVINA

BRAZIL

H.E. Mr. Andrei Dapkiunas

since 30.09.2020

Hüttelbergstraße 6, 1140

Vienna

Tel. +43 1 419 96 30

austria@mfa.gov.by

austria.mfa.gov.by

H.E. Mr. Ghislain

Jean M. D‘Hoop

since 19.09.2018

Schönburgstraße 10

1040 Vienna

Tel. +43 1 502 07 0

vienna@diplobel.fed.be

diplomatie.belgium.be/austria

Ms. Maria Lourdes Espinoza

Patino

Chargé d’Affaires

since 19.09.2019

Prinz-Eugen-Strasse 18/1/10A

1040 Vienna

Tel. +43 1 587 46 75

embolaustria@embajada-bolivia.at

www.embajada-bolivia.at

H.E. Mr. Kemal Kozaric

since 06.11.2018

Tivoligasse 54

1120 Vienna

Tel. +43 1 811 85 55

bhbotschaft@bhbotschaft.at

www.bhbotschaft.at

H.E. Mr. Jose Antonio

Marcondes De Carvalho

since 07.12.2018

Pestalozzigasse 4/2

1010 Vienna

Tel. +43 1 512 06 31

brasemb.viena@itamaraty.gov.br

www.viena@itamaraty.gov.br

Fotos: Privat, BMEIA, Roland Anton Laub (KF Berlin), ÖB Teheran, Bmeia/mahmoud, Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs,, Fotostudio Floyd, Clemens Schwarz

AMBASSADORS FROM A TO Z

144


SOCIETY

BULGARIA

COSTA RICA

DENMARK

Ms. Albena Petkova Getova

Chargé d’Affaires, since

01.07.2019

Schwindgasse 8

1040 Vienna

Tel. +43 1 505 31 13

amboffice@embassybulgaria.at

H.E. Mr. Alejandro Solano

Ortiz

since 6.11.2018

Floßgasse 7/1/3-4,

1020 Vienna

Tel. +43 1 263 38 24

embcr-at@rree.go.cr

H.E. Mr. René Rosager Dinesen

since 19.09.2018

Führichgasse 6,

1010 Vienna

Tel. +43 1 512 79 04

vieamb@um.dk

www.oestrig.um.dk

BURKINA FASO

CÔTE D’IVOIRE

DOMINICAN REPUBLIC

H.E. Mr. Dieudonne Kere

since 31.01.2017

Strohgasse 14c/5

1030 Vienna

Tel. +43 1 503 82 64

s.r@abfvienne.at

www.abfvienne.at

H.E. Mr. Roger Alberic Kacou

since 08.01.2018

Leopold-Ungar Platz 2-3-

32+333

1190 Vienna

Tel. +43 1 581 00 76

secretariat.autriche@diplomatie.

gouv.ci

www.ambaciaut.org

H.E. Ms. Laura Faxas

since 05.07.2021

Prinz-Eugen-Straße 18

1040 Vienna

Tel. +43 1 505 85 55

embajada@embrepdom.at

CANADA

CROATIA

DPR KOREA

Ms. Kelly Ann Anderson

Chargé d’Affaires,

since 17.08.2018

Laurenzerberg 2/III

1010 Vienna

Tel. +43 1531 38 30 00

vienn@international.gc.ca

www.kanada.at

H.E. Mr. Daniel Glunčić

since 13.01.2020

Rennweg 3

1030 Vienna

Tel. +43 1 485 95 24

croemb.bec@mvep.hr

at.mfa.hr

H.E. Mr. Kang Il Choe

since 14.03.2020

Beckmanngasse 10-12,

1140 Wien

Tel. +43 1 894 23 13

d.v.r.korea.botschaft@chello.at

CHILE

CUBA

ECUADOR

H.E. Ms. Belen Constanza

Sapag Munoz de la Pena

since 12.09.2021

Lugeck 1/III/10

1010 Vienna

Tel. +43 1 512 92 08

echile.austria@minrel.gob.cl

H.E. Ms. Loipa Sanchez

Lorenzo

since 15 .11.2019

Kaiserstraße 84/1/1

1070 Vienna

Tel. +43 1 877 81 98

secembajador@ecuaustria.at

misiones.minrex.gob.cu/Austria

H.E. Ms. Mireya del Carmen

Muñoz Mera

(designated)

since 08.11.2021

Goldschmiedgasse 10/205,

1010 Wien

Tel. +43 535 32 08, 535 32 18

mission@ecuadorvienna.at

CHINA

CYPRUS

EGYPT

H.E. Mr. Li Xiaosi

since 05.10.2016

Metternichgasse 4

1030 Vienna

Tel. +43 1 714 3149

chinaemb_at@mfa.gov.cn

www.chinaembassy.at

H.E. Ms. Elena Rafti

since 10.07.2018

Neulinggasse 37/4

1030 Vienna

Tel. +43 1 513 06 30

office@cyprusembassy.at

H.E. Mr. Mohamed ElMolla

since 12.09.2020

Hohe Warte 50-54

1190 Vienna

Tel. +43 1 370 81 04

egyptembassyvienna@

egyptembassyvienna.at

www.egyptembassyvienna.at

COLOMBIA

H.E. Mr. Miguel Camilo

Ruiz Blanco

since 19.09.2018

Stadiongasse 6-8/15

1010 Vienna

Tel. +43 1 405 42 49

eaustria@cancilleria.gov.co

CZECH REPUBLIC

Mr. Jakub Novak

Chargé d‘Affaires

since 25.07.2017

Penzinger Straße 11-13

1140 Vienna

Tel. +43 1 899 580 111

vienna@embassy.mzv.cz

www.mzv.cz/vienna

EL SALVADOR

H.E. Ms. Julia Emma Villatoro

Tario

since 13.01.2020

Prinz-Eugen-Straße 72/2/1

1040 Vienna

Tel. +43 1 505 38 74

elsalvador@embasal.at

www.rree.gob.sv

AMBASSADORS FROM A TO Z

145


SOCIETY

ESTONIA

GREECE

INDONESIA

FINLAND

FRANCE

GEORGIA

GERMANY

GHANA

H.E. Mr. Toomas Kukk

since 19.09.2018

Wohllebengasse 9/12

1040 Vienna

Tel. +43 1 503 77 61 11

embassy@estwien.at

www.estemb.at

H.E. Ms. Pirkko Mirjami

Hämäläinen

since 07.01.2019

Opernring 3-5/6

1010 Vienna

Tel. +43 1 535 03 65

sanomat.wie@formin.fi

www.finnland.at

H.E. Mr. Gilles Pécout

since 17.09.2020

Technikerstraße 2,

1040 Vienna

Tel. +43 1 502 75 0

secretariat.vienne-amba@

diplomatie.gouv.fr

www.ambafrance-at.org

H.E. Ms. Ketevan Tsikhelashvili

since 05.07.2020

Rudolfsplatz 2/1/8

1010 Vienna

Tel. +43 1 403 98 48

vienna.emb@mfa.gov.ge

H.E. Mr. Ralf Beste

since 18.09.2019

Gauermanngasse 2-4