14.12.2021 Views

SOCIETY 380

The SOCIETY winter issue has the following focuses: 30 years end of Soviet Union, focus countries Egypt and Albania, interviews with the new ambassadors of Azerbaijan, Dominican Republic, Panama and Slovenia.

The SOCIETY winter issue has the following focuses: 30 years end of Soviet Union, focus countries Egypt and Albania, interviews with the new ambassadors of Azerbaijan, Dominican Republic, Panama and Slovenia.

SHOW MORE
SHOW LESS

Create successful ePaper yourself

Turn your PDF publications into a flip-book with our unique Google optimized e-Paper software.

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY<br />

ECONOMY • PO L I T I C S • R E A L ESTAT E • MEDICINE • LIFE & STYLE<br />

Nr. <strong>380</strong> | Dezember 2021 - Juli 2022<br />

www.society.at | Preis 10,- Euro<br />

FOUNDED 77 YEARS AGO<br />

FOUND<br />

RS AGO<br />

MILY<br />

FA<br />

F<br />

MILY<br />

L<br />

O W N ED<br />

FO R<br />

333<br />

Y EA RS<br />

P.B.B., Erscheinungsort, Verlagspostamt 1140, 2120<br />

ALBANIA<br />

On the Way to<br />

the EU<br />

EGYPT<br />

A bright Outlook<br />

into the Future<br />

30 YEAR<br />

ANNIVERSARY<br />

From USSR to Russia<br />

VIENNA<br />

MEDICAL CENTER<br />

Michael Zimpfer<br />

NEW<br />

AMBASSADORS<br />

Azerbaijan<br />

Dominican Republic<br />

Panama<br />

Slovenia<br />

Anna Netrebko<br />

Taste of my Life


Freude am Fahren<br />

X7<br />

THE<br />

bmw.at/X7<br />

BMW X7: von 245 kW (333 PS) bis 390 kW (530 PS), Kraftstoffverbrauch<br />

gesamt von 7,8 l bis 12,3 l/100 km, CO 2 -Emissionen von 204 g bis 280 g CO 2 /km.<br />

Angegebene Verbrauchs- und CO 2 -Emissionswerte ermittelt nach WLTP.<br />

Symbolfoto


<strong>SOCIETY</strong><br />

Eine Ausgabe in<br />

Zeiten des Umbruchs<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Herausgeberin<br />

Gerti Tauchhammer<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Chefredakteurin<br />

Tanja Tauchhammer<br />

Fotos: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

Eigenevents<br />

Trotz mehrerer Lockdowns ist es uns<br />

dennoch gelungen, zwischendurch<br />

wunderbare B2B-Events für unsere<br />

Zielgruppen zu veranstalten. Lesen<br />

Sie die Fotonachberichte über unser<br />

traditionelles Gartenfest in unserem<br />

Redaktionssitz Villa Flora, drei Junior<br />

Diplomats Events (Summer break mit<br />

dem Hafen Wien und der Firma 3Log,<br />

Gartenparty in der Villa Flora mit dem<br />

Vorstand von Welcome to Austria,<br />

Roof Top Party mit Punsch und Glögg<br />

im Hotel Andaz Vienna).<br />

Russland<br />

Das neu gegründete Forum Österreich-Russland<br />

(FOR) veranstaltete<br />

in der Diplomatischen Akademie<br />

gemeinsam mit uns eine großartige<br />

Auftaktveranstaltung zum Thema<br />

„Russland nach den Wahlen“ die zahlreich<br />

besucht wurde. Der Journalist<br />

Christian Wehrschütz hat für uns<br />

ein historisches Interview mit dem<br />

letzten amerikanischen Botschafter<br />

in der Sowjetunion Jack F. Matlock<br />

gemacht, Kurt Seinitz über die Sowjetunion<br />

und ihre Erben geschrieben<br />

und unsere Gastautorin Hermine<br />

Schreiberhuber hat „30 Jahre nach<br />

dem Zerfall der Sowjetunion“ in einer<br />

Retrospektive analysiert.<br />

Albanien<br />

Ein Musterschüler auf dem Weg zur<br />

EU, so wird das Land von den Außenministern<br />

genannt. Wir interviewten<br />

den albanischen Botschafter S.E. Roland<br />

Bimo und sprachen u.a. mit dem<br />

Präsidenten der Österreichisch-Albanischen<br />

Gesellschaft, Botschafter i.R.<br />

Arno Riedel.<br />

Ägypten<br />

Ein Land im wirtschaftlichen Aufschwung<br />

zeigt sich bei uns von einer<br />

völlig neuen Seite. Auch als politischer<br />

Mittler spielt es eine immer<br />

bedeutendere Rolle in der Region.<br />

Wir sprachen mit Botschafter S.E.<br />

Mohamed ElMolla über Ägypten<br />

als aufstrebende Wirtschaftsnation<br />

Afrikas. Mein persönliches Learning<br />

in diesen Tagen ist das bekannte Zitat<br />

von John F. Kennedy: „Fragt nicht,<br />

was euer Land für euch tun kann –<br />

fragt, was ihr für euer Land tun könnt.<br />

Meine Mitbürger in der ganzen Welt:<br />

Fragt nicht, was Amerika für euch tun<br />

wird, sondern fragt, was wir gemeinsam<br />

tun können für die Freiheit des<br />

Menschen.“<br />

In diesem Sinne wie immer<br />

Herzlich Ihre<br />

Mag. Gerti Tauchhammer und<br />

Mag. Tanja Tauchhammer<br />

EDITORIAL<br />

003


<strong>SOCIETY</strong><br />

Inhalt<br />

Heft Nr. <strong>380</strong><br />

FOKUS: PERSÖNLICHKEITEN<br />

10 Coverstory: Anna Netrebko<br />

<strong>SOCIETY</strong> EIGENEVENTS<br />

16 Junior Diplomats Summer Break<br />

18 Villa Flora Garden Party<br />

22 Botschafterfrühstück<br />

26 Galaevent „China-Österreich“<br />

im Park Hyatt<br />

29 Junior Diplomats „Glögg Party“<br />

30 Junior Diplomats und Welcome<br />

to Austria Garden Party<br />

32 Forum Österreich-Russland in<br />

der Diplomatischen Akademie<br />

34 Wirtschaftswanderung<br />

FOKUS: 30 JAHRE ENDE<br />

SOWJETUNION<br />

36 Von der Sowjetunion<br />

nach Russland<br />

38 Die Sowjetunion und ihre Erben<br />

40 Interview mit Jack F. Matlock<br />

44 Österreich-Ukraine: Wirtschaft<br />

licher Austausch<br />

46 Zukunftsmarkt Zentralasien<br />

48 Eine Wachstumsregion mit<br />

großem Potential<br />

50 Interview mit Ismatilla Irgaschew<br />

52 Event: 30 Jahre Zerfall<br />

der Sowjetunion<br />

NEW AMBASSADORS<br />

54 Interview: S.E. Rovshan<br />

Sadigbayli (Aserbaidschan)<br />

56 Interview: I.E. Laura Faxas<br />

(Dominikanische Republik)<br />

58 Interview: S.E. Dario Chiru Ochoa<br />

(Panama)<br />

60 Interview: S.E. Aleksander<br />

Gerzina (Slowenien)<br />

DIVERSITY<br />

62 Investitionen sind die beste<br />

Entwicklungspolitik<br />

63 Politisch Schwarzes<br />

Oberösterreich<br />

LÄNDER IM FOKUS: ÄGYPTEN<br />

64 Länderporträt Ägypten<br />

68 Interview: S.E. Mohamed ElMolla<br />

72 Homestory: Ägyptische<br />

Botschaft<br />

74 Interview: Georg Krenn WKO<br />

76 Interview: Ola Abdelgawad<br />

80 Ägypten im KHM<br />

LÄNDER IM FOKUS: ALBANIEN<br />

84 Außenminister Michael Linhart<br />

beim Staatsbesuch in Albanien<br />

86 Länderporträt Albanien<br />

90 Interview: S.E. Roland Bimo<br />

93 Interview: Botschafter i.R.<br />

Arno Riedel<br />

94 Samir Mane: A unique<br />

Success Story<br />

96 Eine Freiwillige Feuerwehr<br />

für Albanien<br />

LIFE & STYLE<br />

98 Hotel Dachsteinkönig<br />

100 Kyrgyzstan: Adventure in Nature<br />

104 Sustainable Tourism in Kyrgyzstan<br />

106 Beautynews<br />

110 Von Nussbeugel und Sissi Talern<br />

122 Ristorante Sole<br />

123 Moharos Vienna<br />

GESUNDHEIT<br />

112 Vienna Medical Center<br />

116 Dr. Barbara Franz<br />

118 Dr. Peter Frigo: „Ernährung bei<br />

PCOS“<br />

KULTUR<br />

124 Vier Porträts besonderer<br />

Musiker*innen<br />

126 Oleg Ksenofontov, Russisches<br />

Kulturinstitut Wien<br />

127 Auszeichnung für Riccardo Muti<br />

138 St.-Georgs-Ordenskonvent 2021<br />

139 Weinritter<br />

BILDUNG<br />

132 Interview: Christoph Wiederkehr<br />

133 FHWien der WKW<br />

134 Danube International School<br />

136 Amadeus International School<br />

Vienna<br />

DIPLOMATIE<br />

140 PaN Events<br />

142 Welcome to Austria<br />

144 Ambassadors A-Z<br />

152 Akkreditierungen bilateral<br />

160 Österreichische<br />

Dienststellenleiter<br />

167 ÖGAVN<br />

168 Events der Diplomatie<br />

STANDARDS<br />

3 Editorial<br />

6 Impressum<br />

8 Gastautoren<br />

120 Lansky, Ganzger+partner<br />

128 Exlibris<br />

178 Emil Brix<br />

INHALT<br />

004


<strong>SOCIETY</strong><br />

10<br />

112<br />

18<br />

127<br />

36<br />

22<br />

INHALT<br />

005


<strong>SOCIETY</strong><br />

FOUNDED 77 YEARS AGO<br />

FOUND<br />

RS AGO<br />

FAMILY<br />

FA<br />

F<br />

L<br />

OWNED<br />

333<br />

FOR<br />

Y EARS<br />

(Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz)<br />

Medieninhaber & Eigentümer: Tauchhammer KG 100%<br />

(Komplementär: KR Mag. Gertrud Tauchhammer,<br />

Kommanditist: Mag. Tanja Tauchhammer)<br />

Unternehmensgegenstand: Herausgabe von Druckwerken<br />

Firmenbuchnummer: FN 235924y<br />

Firmensitz: Hüttelbergstraße 23a, 1140 Wien<br />

Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien<br />

UID-Nummer: ATU57082123<br />

Chefredaktion: Mag. Tanja Tauchhammer<br />

Sekretariat: Thomas Streicher<br />

Redaktion: Mag. Sarah Heftberger<br />

Mag. Hermine Schreiberhuber, Johannes Litschauer<br />

Gastautoren: Dr. Emil Brix, Simon Inou, Mag. Valentin<br />

Neuser, Kurt Seinitz, Dr. Rudolf Thaler, Mag. Christian<br />

Wehrschütz<br />

Anzeigenverkauf: Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

Re-Design & Layoutentwicklung: OOOM AGENCY<br />

Art Director: Daniel Pucher / OOOM AGENCY<br />

www.ooom.agency, www.ooom.com<br />

Redaktionsadresse:<br />

Villa Flora, Hüttelbergstraße 23a, 1140 Wien<br />

Telefon +43-(0)1-914 77 44-0<br />

E-Mail: mail@society.at<br />

www.society.at<br />

Fotos: Heeresbild- und Filmstelle, Richard Pobaschnig,<br />

Ugur Karakan<br />

Coverfoto: Vanessa Maas/Molden Verlag<br />

Druck: Druckerei Berger, www.berger.at<br />

Erscheinungsweise: halbjährlich<br />

Preis pro Ausgabe: EUR 10,- zuzügl. Versandkosten<br />

Bankverbindung: Bank Austria,<br />

IBAN: AT35 1200 0515 7811 1601, BIC/Swift: BKAUATWW<br />

Blattlinie: <strong>SOCIETY</strong> berichtet über Top-Ereignisse aus Wirtschaft,<br />

Politik, Diplomatie, Immobilien, Medizin,<br />

Gesellschaft, Lifestyle und Nachhaltigkeit („Green Society“).<br />

Jede Ausgabe widmet sich ein bis zwei Fokusländern.<br />

Durch die Zusammenarbeit mit der jeweiligen Botschaft<br />

trägt <strong>SOCIETY</strong> wesentlich zur Kommunikation zwischen<br />

Österreich und dem Fokusland bei. Es ist dadurch ein<br />

medialer Multiplikator der Spitzenklasse in Österreich und<br />

der ganzen Welt.<br />

Herausgeberin: Prof. KR Mag. Gertrud Tauchhammer, in<br />

Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für<br />

Außenpolitik und die Vereinten Nationen (ÖGAVN),<br />

www.oegavn.org.<br />

<strong>SOCIETY</strong> (vormals UNO Magazin)<br />

ist seit 77 Jahren das offizielle<br />

Organ der Österreichischen Gesellschaft<br />

für Außenpolitik und die<br />

Seit 1945<br />

Vereinten Nationen.<br />

Präsidium:<br />

Dr. Wolfgang Schüssel (Präsident)<br />

Dr. Peter Jankowitsch (Vizepräsident)<br />

Dr. Gregor Woschnagg (Vizepräsident)<br />

Herbert Scheibner (Vizepräsident)<br />

Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen (Vizepräsident)<br />

Dr. Willibald Pahr (Ehrenpräsident)<br />

Dr. Wolfgang Schallenberg (Ehrenpräsident)<br />

Michael F. Pfeifer (Generalsekretär)<br />

Bernd Hermann (stv. Generalsekretär)<br />

Weitere Vorstandsmitglieder:<br />

Dr. Alexander Christiani, Dr. Angela Kane.,<br />

Ass.-Prof. DDr. Renate Kicker, Dr. Michael Linhart,<br />

Dr. Eva Nowotny,<br />

Dkfm. Dr. Karl Peterlik, Dr. Johannes Peterlik,<br />

Dr. Gerhard Pfanzelter, Dr. Ursula Plassnik,<br />

Dr. Hans Dietmar Schweisgut<br />

IMPRESSUM<br />

006


VOLLELEKTRISCH<br />

IN DIE ZUKUNFT.<br />

SO EINFACH WIE DAS AUFLADEN<br />

IHRES SMARTPHONES<br />

Das erste vollelektrische SUV von Ford<br />

wird Sie mit seinem revolutionären Design,<br />

wegweisenden Technologien und einer<br />

maximalen elektrischen Reichweite von<br />

bis zu 610 km * begeistern.<br />

ab EUR<br />

**<br />

48.900,–<br />

VOLL VORSTEUER-<br />

ABZUGSBERECHTIGT!<br />

* Gemäß Worldwide Harmonised Light Vehicle Test Procedure (WLTP) können bis zu 610 km Reichweite bei voll aufgeladener Batterie erreicht werden –<br />

je nach vorhandener Konfiguration und gegen Aufpreis. Die tatsächliche Reichweite kann aufgrund unterschiedlicher Faktoren (Wetterbedingungen,<br />

Fahrverhalten, Fahrzeugzustand, Alter der Lithium-Ionen-Batterie) variieren. ** Unverbindlich empfohlener, nicht kartellierter Listenpreis inkl. USt, NoVA und<br />

2 Jahre Garantie (beginnend mit Auslieferungsdatum), unbegrenzte Kilometer. Auf Batterie und Hochvoltkomponenten 8 Jahre, unbegrenzte Kilometer.<br />

MUSTANG<br />

MACH-E<br />

Ihr MVC MOTORS Verkaufsteam berät Sie gerne!<br />

www.mvcmotors.at<br />

Brünner Straße 66<br />

1210 Wien<br />

Simmeringer Hauptstraße 261<br />

1110 Wien<br />

Guldengasse 1A<br />

1140 Wien<br />

Wiener Straße 152<br />

2345 Brunn am Gebirge


<strong>SOCIETY</strong><br />

Partner<br />

von <strong>SOCIETY</strong><br />

<strong>SOCIETY</strong> präsentiert in jeder Ausgabe<br />

zahlreiche Gastautoren, die sich mit<br />

aktuellen Themen aus Politik, Gesellschaft,<br />

Wirtschaft und Kultur befassen.<br />

Emil Brix ist Diplomat und Historiker und momentan als Direktor der Diplomatischen<br />

Akademie Wien – Vienna School of International Studies tätig. Er trat 1982<br />

in den Diplomatischen Dienst ein, seine letzten Stationen als Botschafter führten<br />

ihn nach Großbritannien (2010-2015) und in die Russische Föderation (2015-2017).<br />

Heute ist er Vorsitzender des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa und<br />

Mitglied des Verwaltungsrates der Austrian Research Association. In seinem<br />

aktuellsten Beitrag für <strong>SOCIETY</strong> beleuchtet er die Rolle von DiplomatInnen beim<br />

Aufstieg und Niedergang von Imperien.<br />

Hermine Schreiberhuber ist freie Journalistin in Wien. Sie studierte an den<br />

Universitäten Wien und Paris Sprachen und Kommunikationswissenschaft, war<br />

Redakteurin bei der APA – Austria Presse Agentur und langjährige Vizeressortleiterin<br />

in der Außenpolitik. Für die <strong>SOCIETY</strong>-Länderschwerpunkte verfasst sie<br />

regelmäßig politische Analysen und Hintergrundberichte. Dieses Mal gibt sie<br />

einen historischen Überblick über die Auflösung der Sowjetunion und erzählt<br />

von ihrer Begegnung mit dem ehemaligen Präsidenten Russlands, Boris Jelzin.<br />

Kurt Seinitz ist seit 1974 Ressortleiter der Außenpolitik der Kronen Zeitung und<br />

hat in dieser Funktion bereits den chinesischen Ministerpräsidenten Zhou Enlai<br />

interviewt und sämtliche Nahostreisen des damaligen Bundeskanzlers Bruno<br />

Kreisky begleitet. Er berichtete außerdem über den Vietnamkrieg, die iranische<br />

Revolution und viele weitere historische Ereignisse. In der aktuellen Ausgabe<br />

des <strong>SOCIETY</strong> Magazins schreibt er über seine persönlichen Eindrücke vom<br />

Ende der Sowjetunion.<br />

Fotos: Foto Nelson, <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig, Diplomatische Akademie. Philipp Horak, privat, Lansky Ganzger+partner<br />

GASTAUTOREN<br />

008


<strong>SOCIETY</strong><br />

Christian Wehrschütz ist Korrespondent des ORF für den Balkan und die<br />

Ukraine und war zuvor als Redakteur in der Außenpolitischen Redaktion des<br />

Aktuellen Dienstes des Fernsehens, als dritter Korrespondent des ORF in Brüssel<br />

und im Aktuellen Dienst des Hörfunks (ORF) in der Nachrichtenredaktion<br />

tätig. Für diese Ausgabe hat er mit dem letzten US-amerikanischen Botschafter<br />

in der Sowjetunion, Jack F. Matlock, über seine Erinnerungen an die Ereignisse<br />

des historischen Jahres 1991 gesprochen.<br />

Simon Inou ist Soziologe und Journalist, z. B. bei Radio Africa International. Er<br />

engagiert sich außerdem beim Verein M-Media, der journalistische Talente mit<br />

Migrationshintergrund fördert. Für seine Arbeit hat er zahlreiche Auszeichnungen<br />

bekommen, u. a. von der EU. Er ist Mitherausgeber des „fresh“ Magazins der<br />

schwarzen Bevölkerung Österreichs. Im aktuellen Beitrag für das <strong>SOCIETY</strong> Magazin<br />

beschäftigt er sich mit den oberösterreichischen Wahlen, im Rahmen derer<br />

erstmals fünf Personen afrikanischer Herkunft zu GemeinderätInnen gewählt<br />

wurden.<br />

Valentin Neuser ist Rechtsanwalt und Managing Partner bei Lansky, Ganzger,<br />

Goeth, Frankl + partner, sowie Mediator und Head of German Desk bei LGP.<br />

Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Insolvenzrecht sowie mit dem<br />

Zivil- und Zivilprozessrecht. Ein weiterer Fokus seiner Arbeit liegt auf Alternativer<br />

Streitbeilegung (ADR) und Mediation. Dieses Mal beschäftigt er sich im<br />

Rahmen seines Gastbeitrages mit den Incoterms, die 2021 ihren 85. Geburtstag<br />

feiern und eine wesentliche Rolle im internationalen Warenverkehr spielen.<br />

Rudolf Thaler war viele Jahre lang für die Wirtschaftskammer Österreich tätig,<br />

etwa als Wirtschaftsdelegierter im AußenwirtschaftsCenter Almaty mit Betreuungsbereich<br />

Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und<br />

Usbekistan und zuvor in Los Angeles, Kiew, Warschau, Abu Dhabi und Stockholm.<br />

In Wien war er Regionalmanager für Afrika & Naher Osten und Süd- &<br />

Südostasien. Im aktuellen Heft reflektiert er über 30 Jahre Unabhängigkeit der<br />

zentralasiatischen Staaten und über das große Potential dieser Region.<br />

GASTAUTOREN<br />

009


<strong>SOCIETY</strong><br />

Anna Netrebko –<br />

Ein Leben für die Bühne<br />

Stillstand ist für die international gefeierte<br />

Opernsängerin Anna Netrebko trotz<br />

Pandemie ein Fremdwort. Im Oktober 2021<br />

hat sie ihr erstes Kochbuch veröffentlicht,<br />

kurz danach kam ihr neues Soloalbum<br />

„Amata dalle tenebre“ heraus.<br />

In „Der Geschmack meines Lebens“,<br />

erschienen im Molden Verlag, zeichnet<br />

sie anhand von persönlichen Lieblingsrezepten<br />

ihre Lebensgeschichte<br />

nach – die verschiedenen Gerichte<br />

illustrieren die zahlreichen Stationen<br />

ihres Werdegangs und lassen gleichzeitig<br />

den Menschen hinter dem<br />

gefeierten Opernstar erkennen.<br />

Vor gut 40 Jahren stand die im vormals<br />

sowjetischen Krasnodar am 18.<br />

September 1971 geborene Ausnahmesängerin<br />

zum ersten Mal alleine auf<br />

der Bühne des Konzertsaals ihrer Heimatstadt.<br />

„Ich sang russische Lieder,<br />

hatte ein hübsches Kleid an und das<br />

Publikum klatschte begeistert Beifall.<br />

Es war ein Riesenspaß – und seither<br />

ist mir die Bühne vertraut“, erinnert<br />

sie sich im Buch. Von da an tourte sie<br />

mit dem Chor der Jugendpioniere, bei<br />

dem sie seit ihrem siebten Lebensjahr<br />

Mitglied war, durch die ehemalige Sowjetunion.<br />

Ihr Vater, ein Geologe und<br />

ihre Mutter, eine Ingenieurin unterstützten<br />

sie stets und auch mit ihrer<br />

großen Schwester Natascha verbindet<br />

sie seit jeher ein enges geschwisterliches<br />

Band. Ihre Mutter beschreibt<br />

sie in ihrem Kochbuch als „fantastische<br />

Köchin im sowjetischen Sinn<br />

[…]“, die sie und ihre Schwester „mit<br />

all ihrer Liebe umsorgte.“ Erst in den<br />

letzten Jahren entwickelte Anna Netrebko<br />

auch selbst eine Leidenschaft<br />

für das Kochen. „Als junge Frau hatte<br />

ich nie wirklich den Kopf dafür, darum<br />

habe ich von meiner Mutter leider<br />

keine Küchengeheimnisse gelernt“,<br />

bedauert sie. Heute ist das Kochen für<br />

sie ein kreativer Akt, ein Ausgleich und<br />

vor allem das anschließende Zusammenkommen<br />

und gemeinsame Essen<br />

mit Menschen dienen der Starsopranistin<br />

als Kraftquelle.<br />

HINAUS IN DIE WEITE WELT<br />

Mit nur 16 Jahren ging Netrebko nach<br />

St. Petersburg, um dort am renommierten<br />

Rimski-Korsakow-Konservatorium<br />

Gesang zu studieren. Für<br />

ihren Traum auf der Bühne zu stehen,<br />

absolvierte sie das herausfordernde<br />

Trainingsprogramm der Musikhochschule:<br />

neben dem täglichen Üben,<br />

Trainieren und Rollen-Einstudieren<br />

wurden Fremdsprachen, Fechten,<br />

Tanz und Choreografie gelehrt. Kurz<br />

nach ihrer Ankunft in der russischen<br />

Metropole besuchte sie zum ersten<br />

Mal eine Oper – Verdis „Otello“ – und<br />

war sogleich verzaubert: „An diesem<br />

Abend setzte sich in mir der Wunsch<br />

fest, auch selbst einmal in dieser<br />

Welt zu arbeiten“, erinnert sie sich<br />

im Buch. Das erste Engagement ließ<br />

dann nicht lange auf sich warten. 1993<br />

gewann sie den Glinka-Gesangswettbewerb<br />

in Moskau und nur ein Jahr<br />

später debütierte sie am Mariinski-<br />

Theater als „Susanna“ in Mozarts „Le<br />

nozze di Figaro“.<br />

1995 führte sie ihre außergewöhnliche<br />

Stimme zum ersten Mal in die USA, an<br />

die San Francisco Opera, wo sie in die<br />

Rolle der „Ljudmila“ in Glinkas „Ruslan<br />

und Ljudmila“ schlüpfte. Die Freiheit<br />

und Offenheit der Menschen dort<br />

begeisterten sie von Beginn an: „Da<br />

war diese magische Leichtigkeit des<br />

Fotos:Tim Osipov<br />

PERSÖNLICHKEITEN 010


<strong>SOCIETY</strong><br />

Yusif Eyvazov, Anna Netrebko, Gerald Ganzger und Gerti Tauchhammer in der<br />

Kanzlei Lansky, Ganzger+partner<br />

Der Tenor Yusif Eyvazov besuchte mit Gattin Anna Netrebko das <strong>SOCIETY</strong>-<br />

Event anlässlich der Premiere von „Il trovatore“ in der Wiener Staatsoper<br />

Die Opernsängerin sagte ein paar eröffnende Worte anlässlich der Pop-up<br />

Ausstellung von Starfotograf Michael Pöhn<br />

Seins: Alle waren schön und bunt angezogen<br />

und zelebrierten ihre Freude<br />

an der Sinnlichkeit – das gefiel mir<br />

auch“, blickt sie zurück.<br />

Bald sang sie auf den wichtigsten<br />

(Opern-)bühnen dieser Welt, so etwa<br />

auf jener der Salzburger Festspiele, wo<br />

sie 1997 im Rahmen eines Gastspiels<br />

des Mariinskij-Theaters als Blumenmädchen<br />

in Klingsors Zaubergarten<br />

(Richard Wagner, „Parsifal“) debütierte.<br />

Als sie dann 2002 eben dort als „Donna<br />

Anna“ in Mozarts „Don Giovanni“<br />

auftrat, besiegelte sie endgültig ihren<br />

Status als Weltstar. „Salzburg war von<br />

Anfang an umwerfend; so viel Kultur,<br />

so viel Musik. Aufregend, verrückt!“,<br />

schwärmt sie in „Der Geschmack meines<br />

Lebens“ über die Mozartstadt.<br />

Mit der Veröffentlichung ihres Soloalbums<br />

„The Woman: The Voice“<br />

2004, wurde sie außerdem zu einem<br />

wahren Popstar der Opernszene. Im<br />

gleichen Jahr verbrachte sie zwei<br />

Monate im „Big Apple“, wo sie an der<br />

Metropolitan Opera die „Musetta“ in<br />

Puccinis „La Bohème“ sang. Heute<br />

ist New York eine ihrer Heimatstädte,<br />

mit der sie, wie sie selbst sagt, einiges<br />

gemeinsam hat: „Auch ich mag nicht<br />

stillstehen, muss mich vorwärtsbewegen.<br />

Ich mag es nicht, immer wieder<br />

das Gleiche zu machen – ich muss<br />

Neues, Unbekanntes erforschen.“<br />

Dieser unbändige Tatendrang, gepaart<br />

mit außergewöhnlicher Disziplin<br />

und einer unverwechselbaren<br />

Stimme brachten ihr bereits zahlreiche<br />

Ehrungen, Auszeichnungen und<br />

Preise ein. 2005 erhielt sie etwa den<br />

russischen Staatspreis, 2007 wurde<br />

sie sogar als erste Klassikkünstlerin<br />

überhaupt in die TIME Liste der 100<br />

einflussreichsten Menschen der Welt<br />

aufgenommen. In die beeindruckende<br />

Liste reihen sich außerdem vier<br />

Grammy-Nominierungen, Classic<br />

Brit Awards als „Singer of the Year”<br />

sowie als “Female Artist of the Year”,<br />

der deutsche Bambi in der Kategorie<br />

Klassik und seit kurzem auch der als<br />

„Nobelpreis für Musik“ bekannte Polar<br />

Music Prize for Classical Music. „Wenn<br />

Anna Netrebko auftritt, ist es unmöglich<br />

wegzuschauen“, so begründete<br />

die Jury ihre Entscheidung. Seit 2017<br />

trägt sie außerdem den illustren Titel<br />

„Kammersängerin“, der ihr im Rahmen<br />

einer Feier in der Wiener Staatsoper<br />

verliehen wurde.<br />

FAMILIENVERBUNDENER<br />

WELTSTAR<br />

Fulminante Auftritte, auch außerhalb<br />

internationaler Opernhäuser, trugen<br />

und tragen weiter zu ihrem Starstatus<br />

bei: So zum Beispiel ihre Show auf der<br />

Berliner Waldbühne gemeinsam mit<br />

den Operngranden Rolando Villazón<br />

und Plácido Domingo anlässlich der<br />

Fußball-WM 2006 oder ihre Performance<br />

im Zuge der Eröffnung der<br />

Olympischen Winterspiele 2014 in<br />

Sotschi.<br />

Um Kraft für die vielen Engagements<br />

und Darbietungen zu tanken, verbringt<br />

die Sopranistin gerne Zeit mit<br />

ihrem Mann, dem aserbaidschanischen<br />

Tenor Yusif Eyvazov und ihrem<br />

Sohn Tiago: „Meine Batterien lade ich<br />

auf, indem ich zu Hause bin, Zeit mit<br />

meiner Familie und mit meinen Freunden<br />

verbringe.“ Vor allem gutes Essen<br />

spielt hier ebenfalls eine wesentliche<br />

Rolle für sie: „Singen hat auch sehr viel<br />

Fotos:Tim Osipov, Helga Auer<br />

PERSÖNLICHKEITEN<br />

012


<strong>SOCIETY</strong><br />

Die Starsopranistin liebt Pasta: „Ich esse jeden Tag Pasta wenn ich in Italien<br />

bin – da kann ich mich eingraben.“<br />

Anna Netrebko als selbstbewusste Schülerin in Krasnodar, 1987. Damals entstand<br />

der Wunsch, einmal auf der Bühne zu stehen.<br />

mit dem Kopf zu tun, mit absoluter<br />

Konzentration auf die künstlerische<br />

Aufgabe. Und: Singen kostet Kraft. Als<br />

Sängerin muss man daher gut essen.“<br />

Die Intensität, mit der sie ihre Rollen<br />

interpretiert, ist jedenfalls unvergleichlich,<br />

ihre kraftvolle, vielseitige<br />

Stimme spektakulär. Die Neue Zürcher<br />

Zeitung bezeichnete Netrebko<br />

nach einem Auftritt bei den Salzburger<br />

Festspielen als die „wohl einzig<br />

verbliebene Primadonna assoluta<br />

unserer Zeit“, Anthony Tommasini von<br />

der New York Times schrieb einmal<br />

über Netrebko, dass sie eine „absolute<br />

Star-Sopranistin im besten Sinne“<br />

sei, „mit einer charismatischen Ausdrucksstärke,<br />

die in jedem Moment<br />

ihres Auftritts erkennbar wird.“<br />

Und auch der Tagesspiegel (Berlin)<br />

sparte im März 2020 nicht mit Lob:<br />

„Wie sie mühelos weiteste Melodiebögen<br />

spannt, wie virtuos sie Töne<br />

anschwellen und dann wieder zurücknehmen<br />

kann, mit welcher Selbstsicherheit<br />

sie im feinsten Pianissimo<br />

einsetzt, das ist derzeit unerreicht.“<br />

Netrebko ist eine Kosmopolitin, sie<br />

hat Wohnungen in Sankt Petersburg,<br />

New York und Wien, pendelt zwischen<br />

den Bühnen der Welt, zwischen großen<br />

Werken und gefeierten Rollen.<br />

Die meiste Zeit verbringt die Sängerin,<br />

die seit 2006 die österreichische<br />

Staatsbürgerschaft besitzt, aber momentan<br />

in Wien. „Wien liebe ich! Ich<br />

glaube, die Stadt ist auf dieser Welt<br />

einer der besten Plätze zum Leben –<br />

wenn nicht der beste“, schwärmt sie.<br />

Neben all ihren Engagements setzt<br />

sie sich auch für benachteiligte Kinder<br />

ein und unterstützt unter anderem<br />

die SOS-Kinderdörfer und die Russian<br />

Children’s Welfare Society.<br />

Nach fünf Jahren Pause und am<br />

Höhepunkt ihres Könnens, veröffentlichte<br />

Netrebko im November 2021<br />

erstmals wieder ein klassisches Soloalbum<br />

– „Amata dalle tenebre“ heißt<br />

es und beinhaltet nicht nur ikonische<br />

Sopran-Arien sondern auch einige<br />

ihrer persönlichen Lieblingslieder. Das<br />

Album ist abermals ein Beweis dafür,<br />

dass Anna Netrebko eine der maßgeblichen<br />

Opernsängerinnen unserer<br />

Zeit ist, deren Stimme die Opernwelt<br />

und darüber hinaus noch lange begeistern<br />

wird.<br />

Der Geschmack meines Lebens<br />

Anna Netrebko<br />

Molden Verlag<br />

Fotos: Anna Netrebko<br />

PERSÖNLICHKEITEN<br />

014


Neuer Gourmet-Hotspot in<br />

der Wiener City: A World of<br />

Delicious Food<br />

Wien hat eine neue Adresse für anspruchsvolle<br />

Genießer: „A World of<br />

Delicious Food“ in der Himmelpfortgasse<br />

13 in der Wiener Innenstadt.<br />

Der Feinkostladen der Trabitsch<br />

Business Group residiert im eleganten<br />

historischen Stadtpalais Erdödy-Fürstenberg<br />

und beeindruckt mit seinem<br />

exklusiven Sortiment. „Jedes einzelne<br />

unserer Produkte haben wir selbst ausgewählt.<br />

Dabei spielte nicht nur Qualität,<br />

sondern auch Nachhaltigkeit eine<br />

wichtige Rolle“, betont Christian Wolf,<br />

International Sales Manager bei Luxxury<br />

Food Solutions, einem Tochterunternehmen<br />

der Trabitsch Business Group.<br />

„Jedes Produkt erzählt seine eigene<br />

Geschichte“, so Christoph Folliot Crenneville,<br />

Store- und Salesmanager.<br />

Ein Hauch von britischem Adel<br />

Besonders stolz ist man, das englische<br />

Traditionshaus Fortnum & Mason<br />

aus London als Major Brand dabeizuhaben.<br />

„Das berühmte Luxus-Warenhaus<br />

im Zentrum von London<br />

wurde 1707 gegründet und hat sich<br />

auch als britischer Hoflieferant einen<br />

Namen gemacht. Von dort erhalten wir<br />

wunderbare Produkte, die einen Hauch<br />

von britischem Adel verbreiten“, freut<br />

sich Christian Wolf. So findet man im<br />

Delikatessenladen Tee, Kekse, Marmelade<br />

und Teezubehör. Eben alles,<br />

was man für eine authentische tea<br />

time benötigt. Aber auch Minzsauce,<br />

Cranberrysauce, Spezialitätenreis und<br />

andere Produkte der edlen Marke. „Es<br />

sind ausschließlich hochwertigste<br />

Erzeugnisse, die von kleinen Manufakturen<br />

exklusiv für Fortnum & Mason<br />

hergestellt werden. Nicht Masse,<br />

sondern Klasse ist das Thema“, ergänzt<br />

Christoph Folliot Crenneville. Wie auch<br />

die Queen schätzt der Feinkost-Experte<br />

den italienischen Aceto Balsamico,<br />

der ebenso hier erhältlich ist.<br />

Stilvoller Treffpunkt für Genießer<br />

Auf 160 m2 erstreckt sich der Genusshimmel.<br />

Das Einrichtungskonzept<br />

spiegelt die Eleganz des historischen<br />

Palais mit seinen wunderschönen Gewölbe-Strukturen<br />

wider. Interieur im<br />

angesagten Industrial Chic sorgt für<br />

spannende Akzente. Viele der köstlichen<br />

Verlockungen stehen direkt vor<br />

Ort zur Verkostung zur Verfügung. Es<br />

ist viel mehr als nur ein Geschäft für<br />

Feinkost aus aller Welt. Es umfasst<br />

Verkostungen, Kleinevents, Weihnachts-<br />

und Ostermärkte, für die der<br />

unter Denkmalsschutz stehende ehemalige<br />

Stall sowie der wunderschöne<br />

Innenhof genutzt werden können.<br />

A World of Delicious Food<br />

Luxxury Food Solutions GmbH, Trabitsch<br />

Business Group<br />

Stadtpalais Erdödy-Fürstenberg<br />

Himmelpfortgasse 13, 1010 Wien<br />

Tel: +43 1 512 08 54<br />

shop@trabitsch-worldoffood.com<br />

www.trabitsch-worldoffood.com


<strong>SOCIETY</strong><br />

<strong>SOCIETY</strong>, 3LOG<br />

und Hafen Wien:<br />

Junior Diplomats<br />

Summer Break<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer, Herausgeberin<br />

des <strong>SOCIETY</strong> Magazins, Thomas Kopp, CEO<br />

& Gründer von 3LOG, Michael Habel, Senior<br />

Sales Manager bei 3LOG, und Hafen Wien<br />

GmbH luden zu einer Junior Diplomats<br />

Summer Break-Veranstaltung auf dem<br />

Donau-Dampfschiff MS Eisvogel ein.<br />

Nach einer kurzen Zusammenkunft,<br />

inklusive eines kleinen Umtrunkes,<br />

genossen diplomatische Stellvertreter,<br />

Botschaftssekretäre und anderes<br />

diplomatisches Personal aus Afghanistan,<br />

Belarus, der Dominikanischen<br />

Republik, Frankreich, Ghana, dem Iran,<br />

Kolumbien, Malta, Nepal, Panama,<br />

sowie aus Paraguay, Rumänien, Saudi<br />

Arabien und den USA, eine idyllische<br />

Donaurundfahrt.<br />

Diese nahm ihren Anfang im Herzen<br />

der Wiener Häfen, dem Hafenbecken<br />

Freudenau, und machte sich, im<br />

Anschluss an die Durchquerung der<br />

Hafenausfahrt, auf in Richtung des<br />

Ölhafens Lobau, der seinen Namen<br />

den Ölkonzernen zu verdanken hat,<br />

die sich entlang des Hafens angesiedelt<br />

haben. In Folge wurde noch beim<br />

Hafen Albern Halt gemacht, um unter<br />

anderem das Schwergutladungszentrum<br />

und dessen fünf gewaltige<br />

Getreidespeicher zu besichtigen.<br />

Nach einer, aufgrund der COVID-19<br />

Einschränkungen, langen Pause<br />

ohne Veranstaltungen, konnten sich<br />

die jungen Diplomat*innen endlich<br />

wieder treffen, um sich über ihre<br />

Arbeit und Erfahrungen in Österreich<br />

auszutauschen und die Gelegenheit<br />

zu nutzen, im Zuge eines international<br />

geprägten Events mit Kolleg*innen<br />

aus der ganzen Welt intensiv Kontakte<br />

zu knüpfen.<br />

<strong>SOCIETY</strong>, 3LOG<br />

and Hafen Wien:<br />

Summer Break Event<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer, Publisher<br />

of <strong>SOCIETY</strong> Magazine, Thomas<br />

Kopp, CEO & Founder of 3LOG,<br />

Michael Habel, Senior Sales Manager<br />

3LOG and Hafen Wien invited to a Junior<br />

Diplomats Summer Break Event<br />

on the Danube steamer MS Eisvogel.<br />

After a short get together with<br />

welcome drinks, deputies, ministers,<br />

diplomatic secretaries and other<br />

diplomatic staff from Afghanistan,<br />

Belarus, Dominican Republic, France,<br />

Ghana, Iran, Colombia, Malta, Nepal,<br />

Panama, Paraguay, Romania, Saudi<br />

Arabia and the USA (alphabetical order)<br />

enjoyed a unique roundtrip starting<br />

from the heart of Vienna’s port, at<br />

Hafenbecken Freudenau. After crossing<br />

the harbour gate (Hafentor Freudenau),<br />

the tour led towards Ölhafen<br />

Lobau, past the offices of a number<br />

of oil companies. Then, we visited the<br />

Hafen Albern with its heavy-lift centre<br />

and its five impressive grain silos. After<br />

a long period without events due<br />

to COVID-19 restrictions, the young<br />

diplomats enjoyed networking and<br />

exchanging ideas and experiences,<br />

all in accordance with the 3G rule.<br />

Fotos: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

EVENTS<br />

016


<strong>SOCIETY</strong><br />

Die teilnehmenden Junior Diplomats sowie Organisatoren Gerti und Tanja Tauchhammer, Thomas Kopp (3Log) und Dieter Pietschmann (Hafen Wien) vor der MS Eisvogel<br />

Junior Diplomat der US Mission, Miriana Djurdjevic, mit 3Log-CEO,<br />

Thomas Kopp<br />

Inès Baudouin, Mahault Bernard und Billie Bazin von der französischen<br />

Botschaft genossen den Ausflug auf der Donau<br />

Gertrud Tauchhammer, Tanja Tauchhammer und 3Log CEO Thomas Kopp<br />

hießen die Junior Diplomats an Bord der MS Eisvogel willkommen<br />

Daumen hoch gab es für den tollen Ausblick auf das Freudenauer Hafenbecken<br />

von Dhananjay Mehta (Nepal) und diplomatischer Kollegin<br />

EVENTS<br />

017


<strong>SOCIETY</strong><br />

<strong>SOCIETY</strong>-Gartenparty<br />

in der Villa Flora<br />

Zum feierlichen Anlass der Publikation der neuen Sommerausgabe<br />

des <strong>SOCIETY</strong> Magazins sowie zur Begrüßung der<br />

neuen Botschafter*innen in Österreich, lud <strong>SOCIETY</strong> Herausgeberin<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer zu ihrer traditionellen<br />

Gartenparty in den Garten der Villa Flora ein.<br />

Nach der Begrüßungsansprache durch<br />

den Gesandten und stellvertretenden<br />

Abteilungsleiter der Protokollabteilung<br />

im Ministerium für europäische und<br />

internationale Angelegenheiten, Mag.<br />

Bernhard Faustenhammer, übernahm<br />

Dr. Adrian Hollaender die Moderation<br />

des Abends. Schließlich wurden die<br />

neuen Botschafter*innen vorgestellt:<br />

I.E. Manizha Bakhtari (Afghanistan), S.E.<br />

Muhammad Abdul Muhith (Bangladesch),<br />

S.E. Andrei Dapkiunas, vertreten<br />

durch den stellvertretenden<br />

Missionschef und Botschaftsrat Andrei<br />

Lozovik (Belarus), I.E. Belén Constanza<br />

Sapag Muñoz de la Peña (Chile), S.E.<br />

Mohamed ElMolla, vertreten durch<br />

den Chargé d’Affaires a.i. Hazem Zaki<br />

(Ägypten), S.E. Philbert Abaka Johnson<br />

(Ghana), S.E. Suleiman Dauda Umar<br />

(Nigeria), S.E. Dario Ernesto Chiru<br />

Ochoa (Panama), S.E. Abat Fayzullaev<br />

(Usbekistan) und S.E. Trung-Kien<br />

Nguyen (Vietnam). Die Botschafter*innen<br />

erhielten im Zuge der Feierlichkeiten<br />

auch ein spezielles Geschenk,<br />

welches ihnen von Mag. Gertrud und<br />

Mag. Tanja Tauchhammer überreicht<br />

wurde. Anschließend wurde die neue<br />

Sommerausgabe des <strong>SOCIETY</strong> Magazins<br />

von Mag. Gertrud und Mag. Tanja<br />

Tauchhammer, zusammen mit den<br />

Gastautoren Kurt Seinitz und Hermine<br />

Schreiberhuber, offiziell enthüllt.<br />

Musikalisch untermalt wurde der<br />

Abend durch den italienischen<br />

Opernsänger Alessandro Lora, der<br />

seine neue, dem 100. Todestag des<br />

legendären Opernsängers Enrico<br />

Caruso gewidmete, CD „Hommage à<br />

Caruso“ den Gästen der Gartenparty<br />

vorstellte. Ebenfalls anwesend waren<br />

die Botschafter Indiens, S.E. Jaideep<br />

Mazumdar, Israels, S.E. Mordechai<br />

Rodgold, des Kosovos, S.E. Lulzim<br />

Pllana, Litauens, S.E. Donatas Kušlys<br />

und Palästinas, S.E. Salah Abdel-Shafi,<br />

sowie der Chargé d’Affaires der USA,<br />

Mario Mesquita.<br />

Weiters möchten wir unseren Sponsoren<br />

herzlichst danken, ohne die diese<br />

Zusammenkunft wohl nicht möglich<br />

gewesen wäre: Botschaft von Usbekistan,<br />

Weingut Leo Hillinger, Schlumberger<br />

Sekt, Trabitsch Catering, Teekanne,<br />

Lux Spirits und Grand Hotel Wien.<br />

<strong>SOCIETY</strong> Garden<br />

Party at Villa Flora<br />

To celebrate the new summer issue<br />

of <strong>SOCIETY</strong> Magazine, as well as to<br />

welcome the new Ambassadors to<br />

Austria, <strong>SOCIETY</strong> publisher Mag. Gertrud<br />

Tauchhammer invited to a party<br />

at her beautiful garden.<br />

Moderator Dr. Adrian Hollaender<br />

was the guide of the evening and<br />

introduced the new Ambassadors<br />

to Austria, after a welcome address<br />

by Mag. Bernhard Faustenhammer,<br />

Deputy Chief of Protocol of the<br />

Federal Ministry for European and<br />

International Affairs. The new Ambassadors:<br />

H.E. Manizha Bakhtari<br />

(Afghanistan), H.E. Muhammad Abdul<br />

Muhith (Bangladesh), H.E. Andrei<br />

Dapkiunas, represented by the Deputy<br />

Head of Mission Andrei Lozovik<br />

(Belarus), H.E. Belén Constanza<br />

Sapag Muñoz de la Peña (Chile),<br />

H.E. Mohamed ElMolla, represented<br />

by Chargé d’Affaires a.i. Hazem Zaki<br />

(Egypt), H.E. Philbert Abaka Johnson<br />

(Ghana), H.E. Suleiman Dauda Umar<br />

EVENTS<br />

018


<strong>SOCIETY</strong><br />

Adrian Hollaender, Belen Sapag, Manizha Bakhtari, Muhammad Abdul Muhith, Andrei Lozovik, Hazem Zaki, Tanja und Gerti Tauchhammer, Gesandter Bernhard<br />

Faustenhammer, Philbert Abaka Johnson, Suleiman Dauda Umar, Dario Ernesto Chiru Ochoa , Abat Fayzullaev und Nguyen Trung Kien<br />

(Nigeria), H.E. Dario Ernesto Chiru<br />

Ochoa (Panama), H.E. Abat Fayzullaev<br />

(Uzbekistan) and H.E. Trung-Kien<br />

Nguyen (Vietnam) received a special<br />

gift, which was presented to them<br />

by Mag. Gertrud and Mag. Tanja<br />

Tauchhammer. Afterwards, the new<br />

summer issue of <strong>SOCIETY</strong> Magazin<br />

was revealed. The Italian opera singer<br />

Alessandro Lora was the musical<br />

star of the evening. He presented his<br />

new CD „Hommage à Caruso”, which<br />

was dedicated to the 100th death<br />

anniversary of the famous opera<br />

singer Enrico Caruso. Among the<br />

numerous guests were the Ambassadors<br />

of India, H.E. Jaideep Mazumdar,<br />

Israel, H.E. Mordechai Rodgold,<br />

Kosovo, H.E. Lulzim Pllana, Lithuania,<br />

H.E. Donatas Kušlys, Palestine,<br />

H.E. Salah Abdel-Shafi and the new<br />

Chargé d’Affaires of the USA, Mario<br />

Mesquita. We would like to thank our<br />

sponsors of the evening: the Embassy<br />

of Uzbekistan, Weingut Leo Hillinger,<br />

Schlumberger Sekt, Trabitsch<br />

Catering, Teekanne, Lux Spirits and<br />

Grand Hotel Wien.<br />

Hermine Schreiberhuber, Kurt Seinitz, Gertrud und Tanja Tauchhammer sowie Adrian Hollaender bei der<br />

Enthüllung der neuen <strong>SOCIETY</strong> Ausgabe<br />

Gerti Tauchhammer begrüßt den Chargé d‘Affaires der US-Botschaft in Wien, Mario Mesquita und Alexandra<br />

McKnight im Garten der Villa Flora<br />

EVENTS<br />

019


<strong>SOCIETY</strong><br />

Der Botschafter von Vietnam, S.E. Nguyen Trung Kien und sein Kollege, S.E.<br />

Kang Il Choe (DVR-Korea)<br />

HK Wolfgang Meixner, S.E. Donatas Kuslys (Litauen), Gerti Tauchhammer, S.E.<br />

Mordechai Rodgold (Israel) und S.E. Akira Mizutani (Japan)<br />

Helene von Damm (US Botschafterin a.D.), Pepi Höchtl umringt von zwei<br />

charmanten Damen und Peter Silvester Lehner<br />

Die Gäste genossen die enstpannte Atmosphäre im Garten der Villa Flora,<br />

die sich perfekt zum Networken anbot<br />

Tanja Tauchhammer und S.E. Abat Fayzullaev (Usbekistan) mit einem traditionellen<br />

Guglhupf vom Grand Hotel Wien<br />

Dagmar Aigner, Ernst Hrabalek, Gergely Szücs und Anna Convalexius beim<br />

entspannten Plaudern<br />

Elena Kirtcheva (Botschafterin a.D.) und Musiker Stefan Kamilarov mit der<br />

neuen <strong>SOCIETY</strong>-Sommerausgabe<br />

Gerti Tauchhammer, umringt von Gästen aus der Welt der Musik: Pavel Kolgatin<br />

mit Sohn und Gattin, Luca Berndl, Susanna Chakhoian und Alfred Praus<br />

Fotos: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig/Karakan<br />

EVENTS<br />

020


<strong>SOCIETY</strong><br />

Chargé d‘Affaires Olga Narnicka (Lettland) und PaN-Präsident Hermann<br />

Mückler genossen den Sekt von Schlumberger<br />

S.E. Philbert Abaka Johnson (Ghana), HK Wolfgang Meixner und S.E. Dario<br />

Ernesto Chiru Ochoa (Panama)<br />

Georg Zanger (ACBA) und <strong>SOCIETY</strong>-Gastautor Kurt Seinitz unterhielten sich<br />

prächtig<br />

Digitale Securitylösungen<br />

für Ihre Veranstaltungen<br />

Jetzt informieren: 01 961 7777-0<br />

www.eyepin.com


<strong>SOCIETY</strong><br />

<strong>SOCIETY</strong><br />

Botschafterfrühstück:<br />

„China Quo Vadis?“<br />

<strong>SOCIETY</strong> Magazin Herausgeberin Gertrud<br />

Tauchhammer und Tanja Tauchhammer luden<br />

in Kooperation mit der Austrian Chinese<br />

Business Association anlässlich des 50-Jahre<br />

Jubiläums der diplomatischen Beziehungen<br />

zwischen Österreich und China zu einem Botschafterfrühstück<br />

in das Hotel Bristol ein.<br />

Neben dem chinesischen Botschafter<br />

S.E. Li Xiaosi, der eine einleitende<br />

Keynote Ansprache zum Thema<br />

„China Quo Vadis?“ hielt, nahmen der<br />

erste Wiener Landtagspräsident Ernst<br />

Woller und der Präsident des Sozialdemokratischen<br />

Wirtschaftsverbandes<br />

Österreich, Dr. Christoph Matznetter,<br />

auf dem Podium Platz. Die Diskussion<br />

moderierte der Buchautor und Bürgermeister<br />

a.D. von Wiener Neustadt,<br />

Bernhard Müller.<br />

Die Gäste, unter denen sich u.a. der<br />

Botschafter Ägyptens, S.E. Mohamed<br />

ElMolla, die Botschafterin von<br />

Afghanistan, I.E. Manizha Bakhtari, der<br />

Botschafter der Liga der Arabischen<br />

Staaten, S.E. Samir Koubaa, die Botschafterin<br />

Chiles, I.E. Belén Constanza<br />

Sapag Muñoz de la Peña, der Botschafter<br />

von Indien, S.E. Jaideep Mazumdar,<br />

der Botschafter Luxemburgs,<br />

S.E. Marc Ungeheuer, der Botschafter<br />

von Nordmazedonien, S.E. Nenad<br />

Kolev, Bundesminister a.D., Dr. Werner<br />

Fasslabend und der Referatsleiter für<br />

UNESCO-Angelegenheiten im BMEIA,<br />

Dr. Ernst-Peter Brezovszky fanden,<br />

lauschten gespannt den informativen<br />

und hochinteressanten Beiträgen<br />

der Vortragenden und genossen das<br />

köstliche Frühstück des Hotels Bristol<br />

Wien.<br />

<strong>SOCIETY</strong> Ambassador’s<br />

Breakfast:<br />

„China Quo Vadis?”<br />

On the occasion of the 50th anniversary<br />

of diplomatic relations between<br />

Austria and the People’s Republic of<br />

China, Mag. Gertrud Tauchhammer,<br />

publisher of <strong>SOCIETY</strong> Magazine, and<br />

editor-in-chief Mag. Tanja Tauchhammer<br />

invited to an Ambassador’s<br />

Breakfast at the Hotel Bristol Vienna,<br />

with a keynote speech by the Chinese<br />

Ambassador H.E. Li Xiaosi, titled<br />

“China Quo Vadis?”<br />

Among the guests were H.E. Mohamed<br />

ElMolla (Egypt), H.E. Manizha<br />

Bakhtari (Afghanistan), H.E. Samir<br />

Koubaa (Arab League) H.E. Belén<br />

Constanza Sapag Muñoz de la Peña<br />

(Chile), H.E. Jaideep Mazumdar<br />

(India), H.E. Marc Ungeheuer (Luxembourg),<br />

H.E. Nenad Kolev (North Macedonia)<br />

and former Federal Minister<br />

Dr. Werner Fasslabend, as well as the<br />

Head of UNESCO Unit, MFA Dr. Ernst-<br />

Peter Brezovszky.<br />

EVENTS<br />

022


<strong>SOCIETY</strong><br />

Christoph Matznetter, Georg Zanger, Ernst Woller, S.E. Li Xiaosi, Gerti Tauchhammer, Bernhard Müller und Florian Macho beim Anschneiden der Chinesisch-<br />

Österreichischen Freundschaftstorte<br />

S.E. Li Xiaosi (China) mit Gerti Tauchhammer und S.E. Jaideep Mazumdar<br />

(Indien)<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Chefredakteurin Tanja Tauchhammer und PaN-Generalsekretär<br />

Walter Gerbautz<br />

Gerti Tauchhammer, I.E. Manizha Bakhtari, 1. Wiener Landtagspräsident Ernst<br />

Woller und S.E. Li Xiaosi (China)<br />

Botschafter und Leiter der UNESCO Abteilung des BMEIA, Dr. Ernst-Peter<br />

Brezovszky war auch unter den Gästen<br />

EVENTS<br />

023


<strong>SOCIETY</strong><br />

Harvey Dzodin ergriff das Wort, um einige Fragen an den chinesischen Botschafter zu richten<br />

1. Wiener Landtagspräsident Ernst Woller sprach über die Bedeutung Chinas<br />

für Österreich<br />

Christoph Matznetter, Vizepräsident der WKO betonte die fruchtbare wirtschaftliche<br />

Zusammenarbeit mit der Volksrepublik<br />

Florian Macho und Christian Machowetz lauschten gebannt dem Vortrag des<br />

chinesischen Botschafters Li Xiaosi<br />

Der HK von Botswana, Harald Meixner, wandte das Wort an den chinesischen<br />

Botschafter<br />

Fotos: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

EVENTS<br />

024


Check-Up an der Privatklinik Confraternität<br />

Medizinische Vorsorge ist wichtig – speziell auch in Corona-Zeiten<br />

Vorsorgeuntersuchungen sind die beste Maßnahme,<br />

um Krankheiten und ihre Vorstufen frühzeitig zu<br />

erkennen. Spätestens ab 40 Jahren sind regelmäßige<br />

medizinische Check-Ups angeraten; je<br />

fortgeschrittener das Alter, desto kürzer sollten<br />

die Untersuchungsintervalle sein.<br />

Auch in Zeiten von COVID-19 bietet das Vorsorgezentrum der<br />

Privatklinik Confraternität Ihnen rasche Terminvereinbarung für<br />

diverse maßgeschneiderte Vorsorgemodule und sorgt durch<br />

strikte Sicherheitsregelungen und Hygienemaßnahmen für<br />

Ihre persönliche Sicherheit.<br />

Darüber hinaus stehen Ihnen bei Bedarf spezielle Angebote<br />

für Post-COVID-Checks, Long-COVID-Behandlungen und<br />

Lockdown-Aufarbeitung zu Verfügung.<br />

Das umfangreiche Untersuchungsangebot erfolgt in interdisziplinärer<br />

Zusammenarbeit unserer Fachärzt*innen. Aufgrund<br />

der optimalen Koordination aller diagnostischen und fachärztlichen<br />

Untersuchungen können Sie bei uns Ihr Vorsorgeprogramm<br />

zeitsparend absolvieren – je nach<br />

gewählten Modulen schon innerhalb<br />

eines Halbtages.<br />

Im Vorsorgezentrum der Privatklinik Confraternität bieten<br />

Expert*innen folgende Vorsorgemodule:<br />

Vorsorge Kompakt<br />

Basismodul<br />

Modul „Gesunder Mann“<br />

Modul „Gesunde Frau“<br />

Modul „Gesundes Herz“<br />

Modul „Gesunde Lunge“<br />

Modul „Gesundes Auge“<br />

Modul „Gehör und Gleichgewicht (HNO)“<br />

Modul „Neurologie und Schlaganfallvorsorge I & II“<br />

Modul „Gelenke und Bewegung“<br />

Modul „Gesunde Haut“<br />

Modul „Gesunder Darm“<br />

Modul „Zahnvorsorge I & II“<br />

Modul „Diagnostik-Paket I & II“<br />

Detaillierte Informationen und Terminvereinbarung unter: www.privatklinik-confraternitaet.at/de/medizinische-leistungen/vorsorge<br />

Privatklinik Confraternität • Skodagasse 32 • 1080 Wien, Austria • T: +43 1 401 14-0 • info@confraternitaet.at • www.confraternitaet.at<br />

Ein Unternehmen der PremiQaMed Group


<strong>SOCIETY</strong><br />

<strong>SOCIETY</strong> Galaevent:<br />

50 Jahre diplomatische<br />

Beziehungen China-<br />

Österreich<br />

Anlässlich des 50-Jahre-Jubiläums der diplomatischen<br />

Beziehungen zwischen Österreich<br />

und China luden <strong>SOCIETY</strong>-Herausgeberin<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer und Chefredakteurin<br />

Mag. Tanja Tauchhammer, in Kooperation<br />

mit Steinway & Sons, zu einem Galaevent<br />

in das Hotel Park Hyatt Wien ein.<br />

Nach den einführenden Worten der<br />

Gastgeberin Gertrud Tauchhammer<br />

begrüßten der Leiter des Protokolls<br />

des Außenministeriums, Botschafter<br />

S.E. Enno Drofenik und der Botschafter<br />

Chinas, S.E. Li Xiaosi, die Gäste<br />

zum Galaabend unter dem Motto<br />

“Völkerverbindung China-Österreich<br />

durch die universelle Sprache der Musik”.<br />

Dr. Ernst-Peter Brezovszky, Leiter<br />

der UNESCO-Abteilung des Außenministeriums,<br />

moderierte den Abend, im<br />

Laufe dessen zahlreiche musikalische<br />

Highlights präsentiert wurden.<br />

Clement Caseau, General Manager<br />

von Steinway & Sons, stellte den<br />

Spirio Flügel, einen hochauflösenden<br />

Selbstspieler, vor auf dem anschließend<br />

das vom chinesischen Star-Pianisten<br />

Lang Lang und seiner Partnerin<br />

Gina Alice Redlinger eingespielte<br />

Stück „Bunte Wolken folgen dem<br />

Mond“ erklang. Dr. Adrian Holleander,<br />

Inhaber der Künstleragentur Hollaender-Calix<br />

kündigte dann die Auftritte<br />

der Künstler*innen Xin Wang (Sopran),<br />

Niels Muus (Piano) und Petra<br />

Hollaender-Pogády (Piano) an.<br />

Der Abend wurde von kulinarischen<br />

Köstlichkeiten des Hotels Park Hyatt<br />

Vienna begleitet und fand mit einem<br />

süßen Giveaway der Traditionsconfiserie<br />

Heindl seinen perfekten<br />

Abschluss.<br />

50 Years of<br />

Diplomatic Relations<br />

between China<br />

and Austria<br />

On the occasion of the 50th anniversary<br />

of diplomatic relations<br />

between Austria and China, Mag.<br />

Gertrud Tauchhammer, publisher of<br />

the <strong>SOCIETY</strong> Magazine and editorin-chief<br />

Mag. Tanja Tauchhammer, in<br />

cooperation with Steinway & Sons,<br />

invited to a gala event at the Hotel<br />

Park Hyatt Vienna under the motto<br />

“Bringing people together through<br />

the power of music”. After the welcoming<br />

words by host Gertrud Tauchhammer,<br />

the chief of protocol of the<br />

Ministry of Foreign Affairs, Ambassador<br />

H.E. Enno Drofenik and the<br />

Ambassador of China, H.E. Li Xiaosi,<br />

held a short speech. Dr. Ernst-Peter<br />

Brezovszky, Head of UNESCO<br />

Unit, MFA was the moderator of the<br />

evening, which was filled with outstanding<br />

musical performances by<br />

Chinese star pianist Lang Lang and<br />

his partner as well as the musicians<br />

Xin Wang (soprano) and Petra Hollaender-Pogády<br />

(piano).<br />

EVENTS<br />

026


<strong>SOCIETY</strong><br />

Clement Caseau (Steinway and Sons), Petra Hollaender-Pogády, Adrian Hollaender, S.E. Li Xiaosi (China), Pianist Niels Muus, Gerti Tauchhammer und<br />

Sopranistin Xin Wang<br />

Gerhard Giarolli, Brigitta Wolf und Rolf Thaler genossen die stimmungsvolle<br />

Atmosphäre<br />

Günter und Gabriele Hurt (OSZE USA) und Gabriele Herberstein posierten<br />

für die Kamera<br />

Angel Sanchez-Baltanas (OSZE Spanien) unterhielt sich mit den Gästen<br />

Dagmar Aigner (ORF) mit Franz Kohl (Heindl Konfiserie) und Rolf Thaler<br />

EVENTS<br />

027


<strong>SOCIETY</strong><br />

Botschafter Enno Drofenik hielt die Eröffnungsrede, umringt von Gertrud und<br />

Tanja Tauchhammer<br />

Helga Thurnherr mit Anna Convalexius, im Hintergrund das Ehepaar Ellert<br />

Georg Zanger, Xin Wang, Ernst-Peter Brezovszky, Adrian und Petra Hollaender,<br />

S.E. Li Xiaosi, Niels Muus, Gerti Tauchhammer, S.E. Enno Drofenik<br />

Gerti Tauchhammer, S.E. Li Xiaosi, Sarah Heftberger, Tanja Tauchhammer,<br />

Ernst-Peter Brezovszky<br />

Georg Zanger und S.E. Abbas Bagherpour (Iran) folgten gespannt dem Geschehen<br />

auf der Bühne<br />

Ernst-Peter Brezovszky, S.E. Enno Drofenik und S.E. Li Xiaosi lauschten gebannt<br />

den musikalischen Darbietungen<br />

Der prachtvolle Grand Salon des Park Hyatt war das perfekte Ambiente für die<br />

Veranstaltung<br />

Pianist Niels Muus begleitete Sopranistin Xin Wang auf dem Spirio Flügel von<br />

Steinway and Sons<br />

Fotos: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

EVENTS<br />

028


<strong>SOCIETY</strong><br />

Marketa Zahradnickova (Czech Rep.) Frantisek<br />

Kadavy and Marian Kukucka (Slovakia)<br />

Tom from the US-mission with Magzhan Serikkhanuly and spouse Diana Serikkhan (Kazakhstan)<br />

Mohamed Amr Hanafy (Egypt), Jonas Narkeliunas,<br />

Gabija Luksaite (Lithuania), Aadela Melati Ahmad<br />

Termizi (Malaysia) and Saida Bajja (Morocco)<br />

The junior diplomats of Colombia, Spain and the<br />

US, Czech Republic and Slovakia having fun<br />

Victor Ramirez and Jancer Fermin , Aadela Melati Ahmad Termizi and Tanja Tauchhammer<br />

Gerti Tauchhammer speaking with Mårten Frankby<br />

Junior Diplomats Open Air<br />

Glögg and Punch Party<br />

Fotos: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer und<br />

Mag. Tanja Tauchhammer luden zu einer<br />

Junior Diplomats Open Air Glögg<br />

und Punsch Party für StellvertreterInnen,<br />

BotschaftsrätInnen, BotschaftssekretärInnen,<br />

andere diplomatische<br />

Angestellte und Begleitung in die<br />

Aurora Rooftop Bar des Andaz Vienna<br />

Am Belvedere – Hyatt mit Blick über<br />

Wien ein.<br />

Maroni, Glögg und Punsch rundeten<br />

den gemütlichen Abend ab, den die<br />

internationalen Gäste zum Austausch<br />

und Kennenlernen nutzten.<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer and<br />

Mag. Tanja Tauchhammer invited to a<br />

Junior Diplomats Open Air Glögg and<br />

Punch Party for deputies, ministers,<br />

diplomatic secretaries and other diplomatic<br />

staff and spouses at the Aurora<br />

Rooftop Bar of the Andaz Vienna<br />

Am Belvedere – Hyatt with a 360-degree<br />

view of Vienna. Chestnuts, glögg<br />

and punch completed the special evening,<br />

which the international guests<br />

used to get to know their colleagues<br />

and exchange their experiences.<br />

EVENTS<br />

029


<strong>SOCIETY</strong><br />

Tanja Tauchhammer, Lin Maung Maung, Nyein Nyein und Myat Myintu (Myanmar) mit Gertrud Tauchhammer<br />

Gartenparty: WA –<br />

Junior Diplomats<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer, Herausgeberin<br />

des <strong>SOCIETY</strong> Magazins und Mag. Tanja<br />

Tauchhammer, Chefredakteurin, luden zum<br />

Welcome to Austria & Junior Diplomats<br />

Gartenfest in den Garten der Villa Flora ein.<br />

Junge Diplomat*innen aus 17 verschiedenen<br />

Ländern (Österreich,<br />

Argentinien, Belarus, Ungarn, Indien,<br />

Japan, Kenia, Libanon, Myanmar, Nepal,<br />

Rumänien, San Marino, Serbien,<br />

Tadschikistan, Turkmenistan, Vereinigtes<br />

Königreich und die USA) sowie<br />

der Vorstand von Welcome to Austria<br />

nutzten die Chance, um ihre internationalen<br />

Kolleg*innen kennenzulernen<br />

und sich nach langer Zeit wieder<br />

mit ihnen auszutauschen. Dr. Etienne<br />

Berchtold, Pressesprecher des Bundeskanzlers,<br />

die Ehrengäste Mario<br />

Graf Festetics de Tolna und Marcus<br />

Graf Paar, beide vom St.-Georgs-Orden<br />

verbrachten so einen entspannten<br />

Nachmittag mit Köstlichkeiten<br />

von HANA Catering, Schlumberger,<br />

Teekanne und Lux Spirits.<br />

<strong>SOCIETY</strong>: Welcome<br />

to Austria & Junior<br />

Diplomats Garden<br />

Party<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer, publisher<br />

of <strong>SOCIETY</strong> Magazine and Mag.<br />

Tanja Tauchhammer, editor-in-chief,<br />

invited to the Welcome to Austria<br />

& Junior Diplomats Garden Party.<br />

Deputies, ministers, diplomatic secretaries,<br />

other diplomatic staff and<br />

spouses from 17 different countries,<br />

the board members of Welcome to<br />

Austria, special guests Dr. Etienne<br />

Berchtold, spokesperson of the<br />

Chancellor, Mario Graf Festetics de<br />

Tolna, Marcus Graf Paar, both from<br />

the Order of Saint George (House of<br />

Habsburg) and friends of <strong>SOCIETY</strong><br />

took the opportunity to exchange<br />

experiences. HANA catering offered<br />

delicious culinary delights to the<br />

guests, Schlumberger, Teekanne and<br />

Lux Spirits provided drinks for every<br />

taste.<br />

EVENTS<br />

030


<strong>SOCIETY</strong><br />

Hana Catering Geschäftsführer Hamsa präsentierte orientalische<br />

Köstlichkeiten und arabischen Kaffee<br />

Marie Theres Trojaia, Stefanie Winkelbauer, Thomas N. Sibley (USA) und<br />

Adelaida Calligaris<br />

Stefanie Winkelbauer mit Angelika Saupe Berchtold und Tanja Tauchhammer<br />

Berdi Sahetmuradov (Turkmenistan), Gerti Tauchhammer und Shukrona<br />

Khodzhimuratova (Tadschikistan)<br />

Robert D. Frese (USA) und Gattin, Mario Graf Festetics de Tolna und Marcus<br />

Graf Paar stießen bei einem Glas Schlumberger Sekt miteinander an<br />

Junior Diplomat Amina Ali (Kenia) posierte mit Gastgeberin<br />

Gerti Tauchhammer<br />

Natalia Gagarinova, Etienne Berchtold (Sprecher des Bundeskanzlers) und<br />

Gerti Tauchhammer<br />

Erin Robertson (USA) und Andrew Gaskell (UK) unterhielten sich prächtig bei<br />

der Veranstaltung<br />

EVENTS<br />

031


<strong>SOCIETY</strong><br />

Richard Schenz (WKO), Andrea Raffaseder (VAMED), Gerti Tauchhammer, Emil Brix (Diplomatische Akademie), S.E. Dmitrii Liubinskii (Russland) und<br />

Christoph Matznetter (WKO)<br />

Russland nach<br />

den Wahlen<br />

Auf Einladung des Forum Österreich-Russland,<br />

des <strong>SOCIETY</strong> Magazins und der Diplomatischen<br />

Akademie stand das Thema „Russland<br />

nach den Wahlen“ im Fokus einer Podiumsdiskussion<br />

an der Diplomatischen Akademie.<br />

Auf dem Podium nahmen neben<br />

dem russischen Botschafter S.E.<br />

Dmitrii Liubinskii, der Politologe<br />

Gerhard Mangott, der Direktor der<br />

Diplomatischen Akademie, Emil Brix,<br />

und Vorstandsmitglied der VAMED,<br />

Andrea Raffaseder, Platz und legten<br />

ihre Ansichten dar. Moderiert wurde<br />

die angeregte Diskussion von Helmut<br />

Brandstätter. Im Anschluss lud der<br />

Präsident des Forum Österreich-<br />

Russland, Dr. Richard Schenz, zu<br />

einem Glas Wein ein, bei dem sich die<br />

Gäste über die Inhalte des Abends<br />

rege austauschen konnten.<br />

Panel Discussion:<br />

Russia after the<br />

Elections<br />

The newly founded Forum Österreich-<br />

Russland (FOR), <strong>SOCIETY</strong> Magazine<br />

and the Diplomatic Academy Vienna<br />

invited to a panel discussion on “Russia<br />

after the elections” at the Diplomatic<br />

Academy’s Festsaal. Next to the<br />

Ambassador of Russia, H.E. Dmitrii<br />

Liubinskii, political scientist Gerhard<br />

Mangott, director of the Diplomatic<br />

Academy Vienna Emil Brix, and board<br />

member of VAMED Andrea Raffaseder<br />

took a seat on the podium. The lively<br />

discussion was moderated by Helmut<br />

Brandstätter and was followed by a<br />

reception to which the president of<br />

FOR, Richard Schenz, had invited.<br />

Fotos: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

EVENTS<br />

032


<strong>SOCIETY</strong><br />

Politikwissenschaftler Gerhard Mangott, Richard Schenz und Boris D. Kandov<br />

Helmut Brandstätter, Andrea Raffaseder, Dmitrii Liubinskii, Emil Brix und<br />

Gerhard Mangott beim Podiumsgespräch<br />

Moderator Helmut Brandstätter zitiert das Buch „Russland und wir“ von Hugo<br />

Portisch<br />

Die Gäste machten sich beim Vortrag von Christoph Matznetter interessiert<br />

Notizen<br />

Ein Blick in die Räumlichkeiten der Diplomatischen Akademie Wien und die<br />

zahlreichen Teilnehmer*innen<br />

Die erste Reihe: Mit Masken und Bleistift ausgerüstet für die spannende<br />

Diskussion<br />

Oleg Ksenofontov (Direktor Russisches Kulturinstitut),Gerti Tauchhammer<br />

Ilya Kruglov, Ernst Huber und Dmitrii Liubinskii (Russland)<br />

Alte Freunde Richard Schenz und Botschafter Liubinskii freuten sich sehr<br />

über die rege Teilnahme bei der Diskussion<br />

EVENTS<br />

033


<strong>SOCIETY</strong><br />

Die Teilnehmer*innen der Wirtschaftswanderung und die Botschafter erhielten den Segen bei der Bergmesse<br />

Wandern für<br />

den guten Zweck<br />

Nach einem Jahr Pause fand vom 24. bis 25.<br />

September bereits zum elften Mal die<br />

Wirtschaftswanderung in Fügen in Tirol statt.<br />

Der Einladung von Schirmherren<br />

Landeshauptmann Günther Platter,<br />

Schirmherrin Margarete Schramböck,<br />

Fritz Kaltenegger (café+co International<br />

Holding), Familie Schultz (Spieljochbahn),<br />

Martina Entner (Wirtschaftskammer<br />

Schwaz), Christoph<br />

Swarovski (Industriellenvereinigung<br />

Tirol) und Ernst Erlebach (Erste<br />

Ferienregion im Zillertal – Fügen-Kaltenbach)<br />

waren rund 280 hochkarätige<br />

Teilnehmer*innen – darunter<br />

Bundesministerin Klaudia Tanner<br />

– gefolgt. Auch <strong>SOCIETY</strong> Herausgeberin<br />

Gertrud Tauchhammer lud<br />

zahlreiche Diplomat*innen aus aller<br />

Welt zur Wanderung ein. Nicht nur<br />

der Austausch zwischen den Teilnehmer*innen<br />

stand im Vordergrund des<br />

Events, sondern vor allem auch der<br />

soziale Aspekt: Wie jedes Jahr wurde<br />

wieder eifrig für die von Landeshauptmann<br />

Günther Platter gegründete<br />

Initiative „Netzwerk Tirol hilft“<br />

gespendet.<br />

Hiking tour for a<br />

good cause<br />

After a year-long break, the “Wirtschaftswanderung”<br />

took place in<br />

Tyrol. Around 280 high-level guests<br />

– among them Federal Minister of<br />

Defense Klaudia Tanner – followed<br />

the invitation of patrons Günther<br />

Platter, Governor of Tyrol and Federal<br />

Minister Margarete Schramböck, Fritz<br />

Kaltenegger (café+co International<br />

Holding), family Schultz (Spieljochbahn),<br />

Martina Entner (Wirtschaftskammer<br />

Schwaz), Christoph Swarovski<br />

(Industriellenvereinigung Tirol) and<br />

Ernst Erlebach (Erste Ferienregion im<br />

Zillertal – Fügen-Kaltenbach).<br />

<strong>SOCIETY</strong> publisher Mag. Gertrud<br />

Tauchhammer invited diplomats to<br />

the excursion and this year, H.E. Samir<br />

Koubaa, H.E. Jaume Serra Serra,<br />

Andrei Lozovik, H.E. Miguel Camilo<br />

Ruíz Blanco, H.E. Donatas Kušlys, H.E.<br />

Jolanta Róża Kozłowska, H.E. Annika<br />

Markovic, H.E. Nebojša Rodić and H.E.<br />

Andor Nagy attended.<br />

Fotos: café+co/Irene Ascher<br />

EVENTS<br />

034


<strong>SOCIETY</strong><br />

Die diplomatischen Vertreter der Länder: Kolumbien, Liga Arabischer Staaten,<br />

Litauen, Belarus, Serbien und Schweden mit der Weinkönigin<br />

Das Spalier zu Ehren der Gäste und der Verteidigungsministerin, begleitet<br />

durch Musik<br />

Herbert Rieser, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Martha Schultz<br />

(Vizepräsidentin WKO) und café + co CEO Fritz Kaltenegger<br />

Bei der Talstation sammelten sich die Botschafter*innen für das Gruppenfoto<br />

zusammen mit Gerti Tauchhammer und Rolf Thaler<br />

Bei traumhaftem Kaiserwetter wanderten die Teilnehmer durch die idyllische<br />

Tiroler Berglandschaft<br />

Vom Schaubergwerk führte die Wanderung über Almwiesen bergauf bis zur<br />

Wegkreuzung Richtung Gartalm/Onkeljoch/Bergstation Spieljoch<br />

Die Bergmesse zeleberiert vom Pfarrer und seinen Ministrant*innen, hier<br />

umringt von den Gastgebern<br />

Das Rahmenprogramm der Abendveranstaltung führte zu ausgelassenem<br />

Tanzen zur Musik der Jungen Zillertaler<br />

EVENTS<br />

035


<strong>SOCIETY</strong><br />

Von der Sowjetunion<br />

nach Russland<br />

Vor 30 Jahren zerfiel der Vielvölkerstaat Sowjetunion<br />

und die Russische Föderation entstand unter<br />

schwierigen Bedingungen. Für viele Sowjet-Bürger war<br />

der neue Staat „ein ungeliebtes Kind“. Eines ist sicher:<br />

Russland ist immer noch eine Großmacht.<br />

1991 war ein Schicksalsjahr für die<br />

UdSSR: Die kommunistische Weltmacht<br />

zerfiel nach 70 Jahren. Glasnost<br />

und Perestrojka waren angelaufen,<br />

um den erstarrten Großstaat zu<br />

modernisieren. Im August scheiterte<br />

ein Putsch kommunistischer Funktionäre<br />

zur Rettung der alten Sowjetunion.<br />

Im Dezember erklärten die<br />

Staatschefs Russlands, der Ukraine<br />

und von Belarus die Sowjetunion für<br />

beendet, als Nachfolgerin gründeten<br />

sie die Gemeinschaft Unabhängiger<br />

Staaten (GUS). Die baltischen Staaten<br />

Estland, Lettland und Litauen erlangten<br />

ihre Unabhängigkeit. Freude<br />

und Trauer gingen 1991 Hand in Hand.<br />

Die damaligen Hauptakteure Michail<br />

Gorbatschow, der letzte sowjetische<br />

Präsident, und Boris Jelzin, der erste<br />

russische Präsident, waren beide<br />

Verfechter der Perestrojka, dennoch<br />

politische Kontrahenten. Daraus<br />

machten sie in ihren späteren Lebensbilanzen<br />

kein Hehl. Doch rückblickend<br />

räumten sie auch politische Fehler<br />

ein, die in jener turbulenten Zeit<br />

passierten. Das Umfeld war jedenfalls<br />

äußerst schwierig. Glasnost (Offenheit)<br />

war eine unbekannte riskante<br />

Materie, Perestrojka (Erneuerung)<br />

mit Reformen und Demokratisierung<br />

schwer umzusetzen in einem Land,<br />

das in Schulden versank. Blicken wir<br />

auf die Geschehnisse von 1991 zurück.<br />

Sowjet-Chef Gorbatschow befand<br />

sich auf der Krim. Nach dem gescheiterten<br />

Putsch kommunistischer Hardliner<br />

kehrte er nach Moskau zurück.<br />

Seine Tage waren gezählt. Die Politik<br />

der Perestrojka hatte viel Unzufriedenheit<br />

ausgelöst. Wirtschaftskrise<br />

und Unabhängigkeitsbestrebungen<br />

ließen wenig Spielraum. 25 Jahre<br />

später meinte Gorbatschow, mehr<br />

Dezentralisierung und eine Stärkung<br />

der Republiken hätten zum Erhalt der<br />

Union beitragen können. Die Hauptschuld<br />

am Zerfall wies er den drei<br />

GUS-Chefs zu, unter ihnen Jelzin,<br />

die ihn innenpolitisch entmachten<br />

wollten. Kürzlich sagte der nunmehr<br />

90-jährige Friedensnobelpreisträger<br />

Gorbatschow gegenüber Medien, er<br />

bereue es nicht, zu seinem eigenen<br />

Machterhalt damals keine Waffengewalt<br />

eingesetzt zu haben. Gegen den<br />

inzwischen verstorbenen Boris Jelzin<br />

hegt er immer noch Groll. In Moskau<br />

hatte sich Jelzin damals als machtbewusster<br />

Politiker etabliert. Der neue<br />

starke Mann ließ die Kommunistische<br />

Partei verbieten. Gorbatschow musste<br />

abtreten. Das Ende des Vielvölkerstaates<br />

Sowjetunion war nach 70<br />

Jahren besiegelt. Auch heute, unter<br />

Kreml-Chef Wladimir Putin, ist Gorbatschow<br />

von der Demokratiefähigkeit<br />

Russlands überzeugt. Während<br />

der Putin-Ära beklagte Gorbatschow<br />

immer wieder demokratische Rückschritte.<br />

Eine demokratische Entwicklung<br />

sei der einzig richtige Weg, lautet<br />

sein Resümee zum 30. Jahrestag des<br />

Zerfalls der UdSSR. Die Menschen<br />

wollten nicht zur früheren Ordnung<br />

zurückkehren. Auch nach Ansicht<br />

russischer Politologen war der Verfallsprozess<br />

des Sowjet-Reichs nicht<br />

aufzuhalten.<br />

Drei Jahre vor den spektakulären<br />

Ereignissen des Jahres 1991 gab Boris<br />

Jelzin nach längerer medialer Enthaltsamkeit<br />

drei österreichischen Journalisten,<br />

unter ihnen die Autorin dieses<br />

Berichts, ein viel beachtetes Interview.<br />

Der frühere Parteichef von Moskau<br />

war damals als Vizebautenminister<br />

in einer Warteposition, bevor er nach<br />

der Entmachtung Gorbatschows ein<br />

politisches Comeback feiern konnte.<br />

„Der Prozess der Perestrojka ist unumkehrbar“,<br />

lautete sein Credo. Glasnost<br />

sei zuerst gekommen, verbunden mit<br />

einer gewissen Öffnung der Medien.<br />

Mit einigem Abstand seien wirtschaftliche<br />

Reformen und Bemühungen um<br />

mehr Demokratie gefolgt. Doch es sei-<br />

Foto: RIA Nowosti/ Yuryi Abramochkin<br />

FOKUS<br />

036


<strong>SOCIETY</strong><br />

en Fehler passiert, es gab „mehr Worte<br />

als Taten“, befand Jelzin 1988. Die<br />

Stimmung hinsichtlich des Fortgangs<br />

der Perestrojka war im ganzen Land<br />

sehr unterschiedlich. Bei Teilen der Bevölkerung<br />

war die Erwartungshaltung<br />

zu hoch, andere hatten die Hoffnungen<br />

auf Reformen schon aufgegeben.<br />

Dennoch: Für Jelzin war der Prozess<br />

der Perestrojka „unumkehrbar“, wie<br />

er gegenüber den österreichischen<br />

Medien betonte. Freilich, gewisse Korrekturen,<br />

auch gezieltere Maßnahmen,<br />

seien nötig, damit der Reformprozess<br />

gelingen könne.<br />

Soziale Gerechtigkeit sei vonnöten,<br />

um mehr Zustimmung zum Reformprozess<br />

zu erlangen, so Jelzin damals.<br />

Es gelte, den Weg der Demokratisierung<br />

zu beschreiten, um Widerstand<br />

gegen die Perestrojka abzubauen. In<br />

diesem Kontext übte der Reformpolitiker<br />

deutliche Kritik am herrschenden<br />

Privilegiensystem. Viele Funktionäre<br />

seien nicht gewillt, auf ihre Privilegien<br />

zu verzichten. Die Parteipolitik müsse<br />

sich mit den brisanten Nationalitätenfragen<br />

auseinandersetzen. Wie wahr:<br />

Viele nationale Fragen in Nachfolgestaaten<br />

der Sowjetunion harren weiter<br />

einer Lösung. In Sachen Religion habe<br />

die Perestrojka mehr Toleranz gebracht,<br />

resümierte Jelzin 1988.<br />

Andere Ex-Sowjet-Staaten versanken<br />

in Bürgerkriege, in ethnische und religiöse<br />

Konflikte. Moldawien, Georgien,<br />

Armenien und Aserbaidschan sind<br />

Beispiele dafür. Viele dieser Konflikte<br />

sind weiter ungelöst, neue flammten<br />

auf. Die Ukraine leidet an einem prorussischen<br />

Aufstand im Osten. Belarus<br />

kämpft mit dem Westen, konkret<br />

mit der EU, wegen demokratischer<br />

Defizite und eines schier unlösbaren<br />

Migrantenproblems.<br />

Neue Akteure mischen in der Nachbarschaft<br />

Europas mit, Tür an Tür mit<br />

einer Reihe von Staaten, die selbst auf<br />

eine Sowjet-Vergangenheit zurückblicken.<br />

Allen voran will China durch<br />

ambitionierte Wirtschaftsprojekte<br />

Einfluss in der Region gewinnen.<br />

Europa und Russland täten gut daran,<br />

in vielen Bereichen das Gemeinsame<br />

vor das Trennende zu stellen – im<br />

Interesse beider Seiten.<br />

Text: Hermine Schreiberhuber<br />

Ein interessanter Zeitzeuge äußerte<br />

sich 2007 in einem Interview mit der<br />

Autorin zur Entwicklung Russlands.<br />

Otto Habsburg, Sohn des letzten Kaisers<br />

der Österreichisch-Ungarischen<br />

Monarchie, bezeichnete Russland<br />

ungeachtet des Zerfalls der UdSSR als<br />

letztes großes Kolonialreich. Die multinationale<br />

Donaumonarchie seiner<br />

Vorfahren war nach dem Ersten Weltkrieg<br />

zerschlagen worden, das Zarenreich<br />

bestand als kommunistische<br />

Sowjetmacht weiter. Der langjährige<br />

Europapolitiker erinnerte daran, dass<br />

er den russischen Staatschef Jelzin<br />

persönlich in Straßburg begleitete.<br />

In den vergangenen 30 Jahren erlebten<br />

die europäischen und nicht-europäischen<br />

ehemaligen Sowjet-Republiken<br />

ein wechselvolles Schicksal. Die<br />

baltischen Staaten blicken nach Westen,<br />

sind Mitglieder von EU und NATO.<br />

Generalsekretär des ZK der KPdSU, Michail Gorbatschow, bei einer Pressekonferenz nach dem<br />

Sowjet-Amerikanischen Gipfeltreffen in Reykjavik, Island, 1986<br />

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION<br />

037


<strong>SOCIETY</strong><br />

Die Sowjetunion<br />

und ihre Erben<br />

Es gibt Jahreszahlen, die die Welt verändert haben.<br />

So ein Jahr war 1991. 30 Jahre sind also schon<br />

vergangen, seit die große Sowjetunion von der<br />

Landkarte verschwunden ist; einfach implodiert.<br />

Viele Eindrücke aus diesen Schicksalstagen<br />

haben sich dauerhaft<br />

eingeprägt. Wer erinnert sich nicht an<br />

Boris Jelzin auf dem Panzer, als er zum<br />

Widerstand gegen den „Verzweiflungsputsch“<br />

der Altkommunisten gegen<br />

Gorbatschow aufrief.<br />

Es war dies der 19. August 1991 gewesen,<br />

als Jelzin den Panzer erklommen<br />

hatte und die Massen zu Hilfe auf die<br />

Straßen rief. Am folgenden Abend hielten<br />

die Putschisten dann eine TV-Pressekonferenz,<br />

auf der sie sich dem Volk<br />

vorstellen wollten. Jeder in Russland<br />

konnte jedoch sehen, wie dem neuen<br />

Präsidenten Gennadij Janajew die<br />

Hand zitterte. Und der fehlende neue<br />

Ministerpräsident Walentin Pawlow<br />

lag, wie sich später herausstellte,<br />

volltrunken in seinem Büro. So etwas<br />

war kein Putsch, sondern eine Farce.<br />

So etwas passte zum Untergang der<br />

Sowjetunion. Gorbatschow kehrte aus<br />

seinem „Zwangsurlaub“ zurück, nur um<br />

Wochen später von Jelzin in Pension<br />

geschickt zu werden. Am 31. Dezember<br />

1991 endete die Sowjetunion nach 69<br />

Lebensjahren.<br />

Vorher noch hatte Jelzin den Völkern<br />

der Sowjetunion zugerufen: „Nehmt<br />

euch so viel an Souveränität, wie ihr<br />

schlucken könnt“. Viele Völker nahmen<br />

ihn beim Wort, weil sie sich nach<br />

Freiheit sehnten. Manche hatten sich<br />

dabei folgenschwer verschluckt. Andererseits<br />

leiden viele Russen bis heute<br />

an Phantomschmerzen. So müssen<br />

es auch die Österreicher empfunden<br />

haben, als die Habsburg-Monarchie<br />

zerbrach.<br />

Es folgte das schreckliche Jahrzehnt<br />

nach der Ära der Sowjetunion. Statt<br />

Demokratie und Wohlstand kamen der<br />

Absturz in materielle Not und Gewalt.<br />

Denn für Gorbatschows gewaltigen<br />

Umbau des Sowjetsystems hatte es<br />

keine Gebrauchsanweisung, kein<br />

Drehbuch, keine Erfahrung gegeben<br />

und die im Bonzentum erstarrte kommunistische<br />

Staatspartei war komplett<br />

unreformierbar. Später sagte er mir im<br />

Interview über seine Reformpolitik:<br />

„Alles, was wir anfassten, zerbröselte in<br />

unseren Händen. Es stand schlimmer,<br />

als wir dachten“.<br />

Ab der Atomkatastrophe von Tschernobyl<br />

war Gorbatschow das Gesetz<br />

des Handels entglitten. 15 Sowjetrepubliken<br />

machten sich nach und<br />

nach selbstständig. Dabei brachte jede<br />

das Erbe ihrer nationalen Geschichte<br />

mit in die neue Zeit; gut oder weniger<br />

gut. Die drei baltischen Republiken<br />

knüpften an ihre europäische Tradition<br />

an, die drei slawischen fanden in die<br />

christlich-orthodoxe Welt zurück, die<br />

muslimischen erlebten einen Aufschwung<br />

des Islam. Ihre getrennten<br />

Wege haben die Nachfolgestaaten<br />

auch in unterschiedliche Bündnisse<br />

entlang der großen Ost-West-Achse<br />

geführt. An den drei baltischen Republiken<br />

gibt es heute eine direkte Grenze<br />

der NATO zu Russland.<br />

Kriegerische Auseinandersetzungen,<br />

Gewalt nach innen und nach außen,<br />

haben bis heute innerhalb der früheren<br />

Sowjetunion kein Ende gefunden;<br />

befeuert vom Erbe des Totalitarismus.<br />

Auch mit der wirtschaftlichen<br />

Entwicklung kann kaum eine der<br />

Nachfolgerepubliken zufrieden sein;<br />

belastet von der Erblast des alten<br />

zentralistischen Kommandosystems.<br />

Die Sowjetunion hatte von Anfang an<br />

das Defizit eines fehlenden Übergangs<br />

vom Kriegskommunismus zu einem<br />

zivilen System wie ein Bleigewicht mit<br />

sich herumgeschleppt. Als sie dann an<br />

ihrem wirtschaftlichen Unvermögen<br />

zerbrach, zerrissen auch alle Kommandoketten.<br />

Chaos brach aus. Fabrikarbeiter<br />

boten am Straßenrand die<br />

Produkte an, die sie erarbeitet hatten,<br />

denn Löhne fielen aus. Die Russen<br />

schämten sich dieser demütigenden<br />

Zustände, dieses wahren Absturzes<br />

einer Supermacht; einer Atomwaffenmacht,<br />

die zum Bettler wurde. Das<br />

war einer der Gründe für den Aufstieg<br />

des Wladimir Putin. Die ersten zehn<br />

Jahre seiner Amtszeiten dienten der<br />

Wiedererlangung der Stabilität.<br />

Ist Putin ein Sowjetnostalgiker? Seine<br />

Standpunkte dazu sind ambivalent. Im<br />

Foto: unspash/Streve Harvey, AFP PHOTO / DIMA TANIN<br />

FOKUS<br />

038


<strong>SOCIETY</strong><br />

Dieses historisches Bild vom 19. August 1991 zeigt sowjetische Panzer in der Nähe der Spassky Brücke, dem Eingang zum Kreml, auf dem Roten Platz in Moskau<br />

kurz nach dem Coup gegen Präsident Mikhail Gorbatschow<br />

Jahre 2000 sagte er: „Wer den Untergang<br />

der Sowjetunion nicht bedauert,<br />

hat kein Herz; wer sie aber wiederherstellen<br />

will, hat keinen Verstand. Mir<br />

war klar, dass die Sowjetunion an einer<br />

tödlichen Krankheit litt.“ 2005 bezeichnete<br />

er den Zerfall der Sowjetunion als<br />

„ größte geopolitische Katastrophe des<br />

20. Jahrhunderts“. Später: „Ich habe<br />

tatsächlich gesagt, dass ich den Zerfall<br />

der Sowjetunion für eine riesige Tragödie<br />

des 20. Jahrhunderts halte. Über<br />

Nacht waren 25 Millionen russische<br />

Menschen zu Ausländern geworden.<br />

Die Russen wurden zur größten geteilten<br />

Nation der Welt. Ist dies kein<br />

Problem? Für Sie vielleicht nicht. Für<br />

mich dagegen ist dies ein Problem.“<br />

2015 sagte er dem TV-Sender Rossija<br />

zum Ukraine-Konflikt: „Niemand will<br />

uns glauben, dass wir nicht versuchen,<br />

die Sowjetunion zurückzubringen.“<br />

Heute ist die Zeit über die Sowjetunion<br />

hinweggegangen. Es lohnt sich auch<br />

für Putin nicht mehr, alten Träumen<br />

nachzuhängen. Übrigens: Millionen<br />

Russen sind aus den Nachfolgerepubliken<br />

nach Russland zurückgekehrt;<br />

viele mit Wurzeln aus uralten Zeiten<br />

und zahlreiche waren in ihrer früheren<br />

Heimat unter den BestausgebildetstenSchließen<br />

wir die ernsten Betrachtungen<br />

mit einem verklärenden Rückblick<br />

auf die einzigartigen Skurrilitäten<br />

der alten Sowjetunion. Die Anekdoten<br />

aus dem sowjetischen „Absurdistan“<br />

sind legendär. In einem Hotelzimmer in<br />

Aschgabat stand das übliche voluminöse<br />

Fernsehgerät, aber es war innen<br />

völlig „entkernt“ gewesen.<br />

Im Hotelzimmer einer anderen Stadt<br />

waren vorher offenbar Hasen im<br />

Badezimmer gehalten worden. Und<br />

der Trick, eine Badewanne ohne die<br />

allerorts fehlenden Gummistöpsel zu<br />

füllen bestand darin, das Wodkaglas<br />

so lange über den Abfluss zu halten,<br />

bis der Druck des einfließenden<br />

Wassers dieses Gewicht selbst übernimmt.<br />

Zum stundenlangen Drehen<br />

an der Telefonwählscheibe empfahl es<br />

sich, einen Fingerhut mitzunehmen.<br />

Und ein Taxi winkte man am Straßenrand<br />

erst mit der Hand, dann mit zwei<br />

Fingern („Ich zahle das Doppelte“)<br />

oder mit drei Fingern und so weiter:<br />

kapitalistische Marktwirtschaft pur im<br />

roten Reich.<br />

Text: Kurt Seinitz<br />

Nationalgarde bei der Wachablöse vor dem Mausoleum von Lenin am Roten Platz von Moskau ca. 1985<br />

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION<br />

039


<strong>SOCIETY</strong><br />

Die USA und der Westen<br />

haben die UdSSR<br />

nicht gestürzt<br />

Unser Gastautor Christian Wehrschütz hat mit<br />

Jack F. Matlock, dem letzten Botschafter der<br />

USA in der Sowjetunion, über seine Erinnerungen<br />

aus dieser Zeit gesprochen.<br />

Sie waren von 1987 bis 1991 Botschafter<br />

in der Sowjetunion. Sie kamen<br />

also fast ein Jahr nach dem Amtsantritt<br />

von Michail Gorbatschow nach<br />

Moskau. Wie war Ihr Eindruck von der<br />

Situation in der Sowjetunion usw.?<br />

Wir hatten gehofft, dass Gorbatschows<br />

angekündigte Reformen funktionieren<br />

würden. Wir waren uns aber<br />

nicht sicher, da Nikita Chruschtschow,<br />

als er eine Reihe von Reformen eingeleitet<br />

hatte, irgendwann abgesetzt<br />

wurde. Als ich ankam, dachten wir,<br />

es gäbe eine reale Möglichkeit, dass<br />

Gorbatschow anders sein würde. Wir<br />

ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz<br />

dachten, wir sollten irgendwie testen,<br />

wie viel politische Änderung es gab.<br />

Und wir hatten eine Agenda, die keine<br />

Kapitulation von ihrer Seite erforderte,<br />

sondern Vereinbarungen im beiderseitigen<br />

Interesse. Und so begannen<br />

wir, in der Außenpolitik immer mehr zu<br />

erreichen und die Probleme zu lösen,<br />

die wir hatten. Wir nahmen seine<br />

Bemühungen mit immer größerer<br />

Sympathie auf und bis 1991 haben wir<br />

die Befreiung der drei baltischen Länder<br />

immer noch sehr unterstützt. Wir<br />

hofften, dass Gorbatschow in der Lage<br />

sein würde, eine freiwillige Föderation<br />

zu gründen. Präsident Bush hielt am<br />

1. August 1991 eine Rede in Kiew, in<br />

der er der Ukraine und den anderen<br />

nichtrussischen Republiken, abgesehen<br />

von Estland, Lettland und Litauen,<br />

empfahl, einem Vertrag über die Union<br />

von Gorbatschow beizutreten. Dieser<br />

Appell stieß natürlich auf taube Ohren.<br />

Das konnten wir nicht kontrollieren,<br />

aber ich denke, dass heute, wenn<br />

zu viele Leute von „Oh, wir haben den<br />

Kalten Krieg gewonnen“ reden; nein,<br />

wir haben ein Ende des Kalten Krieges<br />

ausgehandelt, was genauso im<br />

Interesse der Sowjetunion gegenüber<br />

den Vereinigten Staaten und unseren<br />

europäischen Verbündeten war. Ich<br />

denke also, dass das Ende des Kalten<br />

Krieges und der Zusammenbruch der<br />

Sowjetunion zwei verschiedene Ereignisse<br />

darstellen.<br />

Das Erbe Gorbatschows war sehr<br />

schwierig. So war die Wirtschaft am<br />

Boden, die Sowjetunion musste sogar<br />

Getreide aus dem Westen importieren.<br />

Wie haben Sie die wirtschaftliche<br />

Situation gesehen, als er mit seinen<br />

Reformen begann?<br />

Nun, die wirtschaftliche Situation<br />

verschlechterte sich für die Verbraucher;<br />

die Führung versuchte, die<br />

Investitionen in das Militär zu reduzieren,<br />

jedoch ohne Marktwirtschaft.<br />

Übrigens nannten sie das System<br />

Sozialismus. Ich denke, das war eine<br />

falsche Bezeichnung; die Sowjetunion<br />

war ein staatlicher Monopolkapitalismus<br />

der einfach nicht funktionierte. Es<br />

gab Bemühungen, mehr Gewicht auf<br />

Konsumgüter zu legen. Aber gleichzeitig<br />

war das System zu starr und extrem<br />

verschwenderisch. Die Wirtschaft<br />

verschlechterte sich in diesen Jahren<br />

der späten 80er und im Jahr 1991 stark<br />

– das spielte natürlich eine starke<br />

Rolle beim anschließenden Zerfall der<br />

Sowjetunion. Es gab so viele Dinge,<br />

die sehr wichtig waren, wie etwa den<br />

Aufstieg des lokalen nichtrussischen<br />

Nationalismus, ein sehr mächtiger. Es<br />

Fotos: ORF, Mashkov Yuri / Tass / picturedesk.com<br />

FOKUS<br />

040


<strong>SOCIETY</strong><br />

gab die Katastrophe von Tschernobyl,<br />

welche die Inkompetenz und sogar<br />

Unehrlichkeit vieler Bürokraten und<br />

insbesondere des Machtmonopols<br />

der Kommunistischen Partei zeigte.<br />

Das Problem war dieser Druck auf<br />

Gorbatschow, der aus vielen verschiedenen<br />

Richtungen kam. Im Land<br />

gab es zunehmend interne Probleme,<br />

die zum Teil auf Demokratisierungsbestrebungen<br />

zurückzuführen waren;<br />

einige von ihnen wurden durch die<br />

Verschlechterung des Systems verursacht,<br />

das eine Änderung erforderte.<br />

Aber niemand verstand, wie man<br />

diese Änderung vornehmen sollte.<br />

Ich habe das damit verglichen, ein<br />

U-Boot zu nehmen, es in ein Flugzeug<br />

umzuwandeln und es die ganze Zeit<br />

mit derselben Besatzung in Betrieb<br />

zu halten. Ich glaube nicht, dass<br />

irgendjemand herausgefunden hat,<br />

wie das geht, ohne dass es zu einem<br />

Kollaps kommt; und doch versuchten<br />

sie, genau das zu tun, eine vollständig<br />

staatlich kontrollierte Wirtschaft<br />

zu nehmen und sie praktisch in das<br />

Gegenteil umzuwandeln.<br />

Daher halte ich es immer noch für ein<br />

Wunder, dass es Gorbatschow gelungen<br />

ist, der kommunistischen Partei<br />

die totale Kontrolle über das Land zu<br />

entreißen und dem Land zumindest<br />

die Möglichkeit zu geben, eine demokratischere<br />

Gesellschaft aufzubauen.<br />

Wenn Gorbatschows Erfolge nicht zu<br />

einer idealen Situation führten, ist es,<br />

glaube ich, nicht seine Schuld.<br />

Wie schwer war es, Vertrauen<br />

zwischen Moskau und Washington<br />

aufzubauen? In seiner Gorbatschow-<br />

Biographie schreibt William Taubman,<br />

Sie hätten bei der Vorbereitung<br />

des Treffens von Präsident Ronald<br />

Reagan mit Gorbatschow die Rolle<br />

von Gorbatschow gespielt. Stimmt<br />

das und wenn ja, wie haben Sie diese<br />

Rolle gespielt?<br />

Nun, im Grunde wurde ich im Frühjahr<br />

1983 gebeten, einen Plan für<br />

Verhandlungen mit der Sowjetunion<br />

zu entwickeln. Ich half, Briefings von<br />

Präsident Reagan zu koordinieren. Er<br />

war kein Intellektueller und er wusste,<br />

dass es viele Bereiche gab, von denen<br />

er wenig Wissen hatte. Doch er war<br />

lernwillig. Und so haben wir viel Zeit<br />

miteinander verbracht. Als Reagan<br />

dann herausfand, dass Gorbatschow<br />

Jack F. Matlock, der letzte Botschafter der USA in der Sowjetunion bei der Präsentation seines<br />

Buches „Reagan und Gorbatschow“ im Jahr 2005<br />

auch diese Dinge aufrichtig verhandelte,<br />

entwickelten sie innerhalb<br />

von zwei oder drei Jahren eine gute<br />

Beziehung. In Briefings pflegten die<br />

Leute von Reagan zu sagen: „Oh, er<br />

ist nur ein Schauspieler“. Aber wissen<br />

Sie, seine Erfahrung in der Schauspielerei<br />

verschaffte ihm als Präsident<br />

tatsächlich einige Vorteile. Normalerweise<br />

haben unsere Präsidenten kein<br />

großes Verständnis dafür, wie andere<br />

Leute in anderen Ländern denken, sie<br />

gehen davon aus, dass jeder so denkt<br />

wie die Amerikaner. Aber Reagan<br />

interessierte sich nicht für die Details<br />

von Atomwaffen oder ähnliches,<br />

sondern was den sowjetischen Führer<br />

antreibt, woher kommt Gorbatschow,<br />

wie können wir einen Weg finden,<br />

zusammenzuarbeiten? Ich versuchte<br />

also, Reagan zu erklären, in welcher<br />

Lage Gorbatschow sich befand. Reagan<br />

wusste, dass er kein Diktator war,<br />

dass er zurückgehen und die Vereinbarungen,<br />

die er getroffen hatte, vor<br />

dem Politbüro und anderen zu Hause<br />

rechtfertigen musste. Er billigte den<br />

Grundsatz, dass wir nicht nach Überlegenheit<br />

strebten, oder versuchten,<br />

die Sowjetunion zu Fall zu bringen,<br />

sondern nur ihre Politik im Ausland zu<br />

beeinflussen. Er hielt nicht viel vom<br />

kommunistischen System, aber wenn<br />

sie das wollten, war es ihr Recht, es zu<br />

haben. Was er ablehnte, war, dass sie<br />

andere Menschen dem aussetzten.<br />

Und wenn sie damit aufhören würden,<br />

wollten wir in Frieden leben.<br />

China hat einen anderen Weg eingeschlagen<br />

als Gorbatschow in der<br />

Sowjetunion. Peking begann mit<br />

wirtschaftlichen Reformen, ließ aber<br />

keine demokratische Entwicklung zu.<br />

Hat Gorbatschow die falsche Wahl<br />

getroffen, als er mit der Demokratisierung<br />

statt mit der Liberalisierung<br />

der Wirtschaft begann?<br />

Ich glaube, darauf kann man keine eindeutige<br />

Antwort geben, denn die Situation<br />

in diesen beiden Ländern war<br />

ganz anders. Ich denke, auf der einen<br />

Seite würde die chinesische gegenüber<br />

der sowjetischen und russischen<br />

Erfahrung sagen, dass man, wenn man<br />

Reformen will, aufpassen muss, nicht<br />

die Kontrolle über den Prozess zu<br />

verlieren. Das einzige, was schlimmer<br />

als ein autoritäres oder diktatorisches<br />

System ist, ist Anarchie für alle. Als die<br />

Sowjetunion zusammenbrach, gab es<br />

in den 90er Jahren in Russland und<br />

einigen anderen Nachfolgestaaten etwas,<br />

das der Anarchie sehr nahekam.<br />

Da sie das Demokratisierung und Demokratie<br />

nennen, würden viele Leute<br />

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION<br />

041


<strong>SOCIETY</strong><br />

In Moskau treffen historische und moderne Architektur aufeinander<br />

sagen: „Nun, wenn das Demokratie ist,<br />

wollen wir das nicht.“ Eine Bewegung<br />

zu mehr Demokratie oder Offenheit<br />

muss so erfolgen, dass die Gesellschaft<br />

nicht völlig zusammenbricht.<br />

Ich denke also, dass die Chinesen<br />

mittelfristig sicherlich erfolgreicher<br />

mit dem Problem der wirtschaftlichen<br />

Entwicklung umgegangen sind als<br />

Russland. Wenn wir nur politische<br />

Faktoren betrachten, geben wir ihnen<br />

oft nicht genug Anerkennung.<br />

Welche Rolle spielte der Machtkampf<br />

zwischen Michail Gorbatschow<br />

und Boris Jelzin beim Zusammenbruch<br />

der Sowjetunion?<br />

Die USA und der Westen haben die<br />

Sowjetunion nicht gestürzt. Der Kalte<br />

Krieg war vorbei. Wir arbeiteten mit<br />

Gorbatschow zusammen; wir wollten,<br />

dass die drei baltischen Länder ihre<br />

Unabhängigkeit wiedererlangen. Aber<br />

wir hofften wirklich, dass die anderen<br />

12 Republiken einer freiwilligen<br />

Föderation zustimmen würden, weil<br />

wir dachten, dass Gorbatschows<br />

Reformen aufrichtig waren, und er<br />

drängte sie mehr als einige der Führer<br />

der Republik. Aber natürlich war unser<br />

Einfluss bei diesem speziellen Thema<br />

nicht sehr wichtig. Ich denke, dass<br />

es sehr klar ist, dass der Zusammenbruch<br />

der Sowjetunion von Boris<br />

Jelzin, dem damals gewählten Führer<br />

Russlands, der RSFR, angeführt oder<br />

ermöglicht wurde. Als Botschafter<br />

habe ich im Juli 1990 meinen ersten<br />

Bericht darüber gesendet, dass die<br />

Sowjetunion auseinanderbrechen<br />

könnte, und wir dafür Notfallpläne<br />

brauchten. Ich schickte diesen<br />

Bericht, weil ich sah, dass zu viele<br />

russische Führer und Unterstützer<br />

von Jelzin davon sprachen, die Sowjetunion<br />

zu beenden und so etwas wie<br />

die Europäische Union an ihrer Stelle<br />

zu erschaffen. Mir war klar, dass es<br />

sehr schwierig sein würde, eine derartige<br />

Union zu bilden, wenn es keine<br />

Unterstützung der russischen Elite<br />

für den Erhalt der Sowjetunion gäbe;<br />

denn ich war mir der nationalistischen<br />

Gefühle in der Ukraine und in Georgien<br />

und in vielen anderen Republiken<br />

durchaus bewusst. Aber wie sich<br />

herausstellte, war es natürlich Boris<br />

Jelzin, der sich mit den Führern von<br />

Weißrussland und der Ukraine traf, die<br />

dann beschlossen, die Sowjetunion<br />

zu beenden. Das wäre also nicht so<br />

schnell passiert ohne die Unterstützung<br />

Russlands. Die heutige Vorstellung<br />

vieler Russen, dass der Westen<br />

die Sowjetunion irgendwie zu Fall gebracht<br />

hat, ist also einfach falsch. Der<br />

gewählte Führer Russlands spielte die<br />

Schlüsselrolle beim Sturz der Sowjetunion.<br />

Und wenn die Russen das für<br />

eine Katastrophe halten, müssen sie<br />

sich nur selbst die Schuld geben. Und<br />

doch gibt es diesen Mythos, dass<br />

das irgendwie das Ende des Kalten<br />

Krieges war, und dass der Westen<br />

dies herbeigeführt hat. Nein, der Kalte<br />

Krieg endete mindestens zwei Jahre<br />

zuvor. Wir arbeiteten zusammen und<br />

versuchten, ihnen zu helfen, 1991 eine<br />

Union von 12 Republiken zusammenzuhalten.<br />

Im Februar 2021 habe ich ein Interview<br />

mit Budimir Loncar geführt, dem<br />

letzten Außenminister Jugoslawiens,<br />

der ein sehr enger Freund von George<br />

Kennan war. Loncar sagte, Gorbatschow<br />

sei versichert worden, dass<br />

es keine Erweiterung der NATO bis<br />

an die Westgrenze Russlands geben<br />

werde. Ist das wahr?<br />

Es stimmt, dass in unseren Verhandlungen<br />

über die deutsche Einheit<br />

diese Aussagen in diese Richtung<br />

gemacht wurden. Ich würde auch<br />

sagen, dass, als Präsident Bush und<br />

Präsident Gorbatschow im Dezember<br />

1989 in Malta zusammentrafen, eine<br />

Reihe von Vereinbarungen getroffen<br />

wurden. Eine war, dass wir keine<br />

Feinde mehr sind. Die zweite war, dass<br />

Fotos: unsplash, pixabay<br />

FOKUS<br />

042


<strong>SOCIETY</strong><br />

Der große Kremlpalast in Moskau<br />

die Sowjetunion keine Gewalt gegen<br />

Osteuropa anwenden würde, um ihre<br />

Position zu behaupten. Und drittens<br />

würden die Vereinigten Staaten die<br />

Lage in Osteuropa nicht ausnutzen,<br />

wenn die Sowjetunion keine Gewalt<br />

anwende. Nun, offensichtlich hatten<br />

sie damals den Warschauer Pakt.<br />

Niemand dachte auch nur daran, die<br />

NATO auf Länder des Warschauer<br />

Paktes auszudehnen. Womit wir es<br />

Anfang der 1990er Jahre zu tun hatten,<br />

waren die Bedingungen, unter denen<br />

sich die Bundesrepublik und die DDR<br />

vereinigen durften. Und als den Sowjets<br />

klar war, dass dies aufgrund von<br />

Ereignissen innerhalb Deutschlands<br />

selbst, insbesondere in Ostdeutschland,<br />

geschehen würde, begannen sie<br />

von uns zu fordern, dass das vereinigte<br />

Deutschland im Falle einer Vereinigung<br />

der beiden deutschen Staaten<br />

die NATO verlassen muss. Als James<br />

Baker im Februar nach Moskau kam<br />

und sich mit Michail Gorbatschow<br />

und Eduard Schewardnadse traf, versuchte<br />

er sie davon zu überzeugen,<br />

dass es im sowjetischen Interesse sei,<br />

dass ein vereintes Deutschland in der<br />

NATO bleibt. Dieses Gespräch begann<br />

er mit den Worten: „Schauen Sie, Sie<br />

müssen mir nicht sofort antworten,<br />

aber denken Sie darüber nach“. Und<br />

dann, ich zitiere genau: „Vorausgesetzt,<br />

es gibt keine Ausweitung der<br />

NATO-Jurisdiktion nach Osten, nicht<br />

einen Zoll, wäre es nicht besser?“ Und<br />

dann sagte er weiter: „Das vereinte<br />

Deutschland hat sich in der NATO<br />

verankert, wissen Sie, dass es nicht in<br />

der Lage ist, die europäische Sicherheit<br />

wieder zu bedrohen, wie es in der<br />

Vergangenheit geschehen war, es ist<br />

implizit verboten, Atomwaffen zu besitzen<br />

und so weiter.“<br />

Gorbatschow antwortete: „Natürlich<br />

wäre jede Ausweitung der NATO-Gerichtsbarkeit<br />

nach Osten inakzeptabel.<br />

Aber ich verstehe, was Sie sagen,<br />

und ich werde es mir gut überlegen“.<br />

Und tatsächlich wurde in den 2+4-Vereinbarungen<br />

festgestellt, dass das<br />

Gebiet der DDR in dem Sinne besonders<br />

abgegrenzt wird, dass dort keine<br />

ausländischen Truppen, also nichtdeutsche<br />

Truppen stationiert werden<br />

dürfen und auch keine nuklearen Waffen<br />

konnten dort stationiert werden.<br />

Diese Beschränkungen der Nutzung<br />

des DDR-Gebiets stehen also im Vertrag.<br />

Ich würde sagen, dass wir über<br />

das Territorium, die DDR, gesprochen<br />

haben, aber es wurde gesagt „keinen<br />

Zoll östlich“, das war eine sehr allgemeine<br />

Sprache. Es stimmte völlig<br />

mit der vorherigen Vereinbarung auf<br />

Malta überein, dass wir die Veränderungen<br />

in Osteuropa nicht ausnutzen<br />

würden. Ich konnte mir nicht vorstellen,<br />

dass wir nach dem Zusammenbruch<br />

der Sowjetunion und nachdem<br />

die Länder Osteuropas von der sowjetischen<br />

Regierung als frei anerkannt<br />

wurden, eine Erweiterung der NATO<br />

wünschen würden und natürlich auch<br />

nicht die russische Regierung. Als<br />

Russland unabhängig wurde, hatte es<br />

nur die Hälfte des Volkes der Sowjetunion.<br />

Es ist also absurd, mit der<br />

Erweiterung der NATO nach Osten zu<br />

beginnen, wenn man die Möglichkeit<br />

eines vereinten Europas hatte, wir<br />

nannten es „ein Europa ganz und frei“.<br />

Ich bin sicher, dass Präsident Bush,<br />

unser erster Präsident Bush, die NATO<br />

niemals erweitert hätte; das scheint<br />

mir ein großer Fehler gewesen zu sein.<br />

Text: Christian Wehrschütz<br />

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION<br />

043


<strong>SOCIETY</strong><br />

Österreich-Ukraine:<br />

Wirtschaftlicher<br />

Austausch<br />

<strong>SOCIETY</strong> hat mit Florian Frauscher, Vorsitzender der<br />

Österreichisch-Ukrainischen Gemischten Kommission<br />

für die bilateralen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen,<br />

über die wirtschaftlichen Verbindungen<br />

zwischen Österreich und der Ukraine gesprochen.<br />

Sektionschef Florian Frauscher mit dem Botschafter<br />

der Ukraine, S.E. Dr. Vasyl Khymynets<br />

Worin bestehen die Wirtschaftsbeziehungen<br />

Österreichs mit der Ukraine?<br />

Die Ukraine ist unser zweitwichtigster<br />

Wirtschaftspartner in der Gemeinschaft<br />

Unabhängiger Staaten, gleich<br />

nach Russland und vor Kasachstan.<br />

Unsere Wirtschaftsbeziehungen sind<br />

traditionell gut – die Ukraine liegt uns<br />

historisch, geographisch und menschlich<br />

nahe. Über 200 österreichische<br />

Unternehmen sind mit Repräsentanzen<br />

und Niederlassungen in der<br />

Ukraine vertreten. Ihr Engagement ist<br />

breit gefächert und umfasst zahlreiche<br />

Produktionsstätten, etwa in der<br />

Papier- u. Verpackungsindustrie, für<br />

Baumaterialien, Fruchtsaftkonzentrate,<br />

Sportequipment und anderes. Österreich<br />

ist der sechstgrößte ausländische<br />

Investor in der Ukraine. Und dabei<br />

sind gar nicht alle österreichischen<br />

Investitionen mitgezählt, denn manche<br />

erfolgen über Drittstaaten. Umgekehrt<br />

sind über 150 Unternehmen mit ukrainischen<br />

Gesellschaftern in Österreich<br />

registriert.<br />

In welche Richtungen werden sich<br />

die Wirtschaftsbeziehungen mit der<br />

Ukraine entwickeln, wo sehen Sie<br />

Potential?<br />

Es gibt eine Vielzahl internationaler<br />

Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur,<br />

wie z.B. im Bereich Abfall- und<br />

Abwassermanagement oder Recycling<br />

sowie zur Nutzung von Erneuerbaren<br />

Energien. Einige österreichische<br />

Unternehmen sind in diesen Sektoren<br />

bereits vor Ort tätig und weiten ihr Engagement<br />

aus. Österreichische Technologien<br />

sind hier stark gefragt, zählen<br />

sie doch zu den Weltmarktführern.<br />

Gute Geschäftschancen bieten sich<br />

auch in der Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie.<br />

Die Ukraine hat<br />

enormes Potential und großen Bedarf<br />

an Maschinen, Bewässerungsanlagen,<br />

Saatgut und biologischem Landbau.<br />

Chancen bestehen u.a. auch bei der<br />

Entwicklung von Skigebieten und des<br />

Gesundheits- und Kurbereichs.<br />

Das Assoziierungs- und Freihandelsabkommen<br />

mit der EU, das seit 2016 in<br />

Kraft ist, bietet zahlreiche Impulse zur<br />

Steigerung und Vertiefung von Handel<br />

und Investitionen. Zusätzlich werden<br />

wir in der bilateralen Wirtschaftskommission,<br />

die vom ukrainischen Minister<br />

für kommunale und territoriale Entwicklung,<br />

Olexi Tschernyschov, gemeinsam<br />

mit mir geleitet wird, weiterhin Kooperationsprojekte<br />

lancieren, Chancen und<br />

Probleme besprechen und Unternehmensanliegen<br />

bearbeiten.<br />

Mit welchen Problemen haben österreichische<br />

Firmen in der Ukraine zu<br />

tun?<br />

Österreichische Unternehmen sind in<br />

der Ukraine sehr erfolgreich. An einer<br />

laufenden Optimierung der Rahmenbedingungen<br />

für Investitionen, z.B. bei<br />

den Themen Korruptionsbekämpfung,<br />

Rechtssicherheit, Verschlankung<br />

der Bürokratie und Verbesserung der<br />

Infrastruktur wird gearbeitet. Wir sind<br />

mit unseren ukrainischen Partnern in<br />

guten Gesprächen, und ich bin zuversichtlich,<br />

dass sich unsere Wirtschaftsbeziehungen<br />

weiterhin dynamisch<br />

entwickeln werden.<br />

Sektionschef Mag. Florian Frauscher<br />

ist Leiter der Sektion Wirtschaftsstandort,<br />

Innovation und Internationalisierung<br />

im Bundesministerium für<br />

Digitalisierung und Wirtschaftsstandort,<br />

Vorsitzender des österreichischen<br />

Teils der Österreichisch-Ukrainischen<br />

Gemischten Kommission für die<br />

bilateralen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen.<br />

Foto: BMDW<br />

FOKUS<br />

044


© LUKAS KIRCHGASSER<br />

THE AFTERNOON TEA<br />

Genießen Sie bei uns in der Bristol Lounge feine Delikatessen nach britischem Vorbild.<br />

THE AFTERNOON TEA<br />

€ 39 PRO PERSON<br />

VEGANER AFTERNOON TEA<br />

€ 45 PRO PERSON<br />

BRISTOL BIENE – AFTERNOON TEA FÜR KINDER<br />

€ 29 PRO PERSON<br />

INKLUSIVE APERITIF UND EINER PORTION TEE.<br />

FREITAG – SONNTAG VON 15:00 – 17:00 UHR<br />

1. OKTOBER 2021 BIS ENDE APRIL 2022 - WIR BITTEN UM RESERVIERUNG<br />

TEL.: +43 1 515 16 553 | RESTAURANT.BRISTOL@LUXURYCOLLECTION.COM<br />

HOTEL BRISTOL<br />

A LUXURY COLLECTION HOTEL<br />

KÄRNTNER RING 1, 1010 WIEN, AUSTRIA<br />

WWW.BRISTOL-LOUNGE.AT<br />

WWW.BRISTOLVIENNA.COM<br />

FOLLOW US<br />

#bristolvienna<br />

#viennesecharmtoday


<strong>SOCIETY</strong><br />

Zukunftsmarkt<br />

Zentralasien<br />

Lisa Kronreif ist stellvertretende Wirtschaftsdelegierte<br />

im AußenwirtschaftsCenter Almaty. <strong>SOCIETY</strong><br />

hat sie einen Einblick in den Wirtschaftsraum<br />

Zentralasien und in die wirtschaftlichen Verbindungen<br />

der Region mit Österreich gegeben.<br />

Als Wirtschaftsdelegierte-Stellvertreterin<br />

im AußenwirtschaftsCenter<br />

Almaty sind Sie Expertin für den<br />

Wirtschaftsraum Zentralasien. Wie<br />

bewerten Sie diesen aktuell?<br />

Zentralasien ist ein riesiger Markt mit<br />

großem Geschäftspotenzial für österreichische<br />

Unternehmen. Kasachstan<br />

ist nicht nur flächenmäßig das größte<br />

Land der Region (weltweit sogar das<br />

neuntgrößte!), sondern auch DER<br />

Wirtschaftsmotor und Österreichs<br />

wichtigster Handelspartner in Zentralasien.<br />

Gute Geschäftschancen<br />

ergeben sich vor allem in den Bereichen<br />

der Industriemodernisierung, im<br />

Lisa Kronreif, stvtr. Wirtschaftsdelegierte in Almaty<br />

Infrastrukturausbau (Stichwort Seidenstraße!),<br />

im Bereich Umwelttechnologien<br />

und im Landwirtschaftssektor.<br />

Rund 400 österreichische Firmen<br />

sind in Kasachstan aktiv, viele davon<br />

sind auch mit Niederlassungen und<br />

Handelsvertretern lokal präsent. Usbekistan<br />

gilt als attraktiver Wachstumsmarkt<br />

und „Rising Star“ Zentralasiens.<br />

Mit 34 Millionen Einwohnern ist es das<br />

bevölkerungsreichste Land der Region<br />

und eines der Länder mit der jüngsten<br />

Bevölkerung weltweit (60 Prozent<br />

der Bevölkerung sind unter 30 Jahre<br />

alt). Usbekistan hat die wohl diversifizierteste<br />

Wirtschaft in Zentralasien<br />

und Chancen gibt es in beinahe allen<br />

Branchen, vor allem im Maschinenbau,<br />

der Chemieindustrie, bei der Nahrungsmittelverarbeitung,<br />

im Gesundheitsbereich<br />

und auch im Tourismus.<br />

Turkmenistan ist – trotz einiger großer<br />

Erfolgsprojekte – eines der am wenigsten<br />

bekannten Länder auf der österreichischen<br />

Exportlandkarte. Das Land<br />

bietet aber vor allem im Energiesektor<br />

großes Geschäftspotenzial. Es verfügt<br />

über die viertgrößten Erdgasvorkommen<br />

der Welt, welche derzeit zu<br />

einem Großteil nach China exportiert<br />

werden. Kirgisistan und Tadschikistan<br />

sind vor allem aufgrund ihrer reichen<br />

Wasservorkommen und ihres Tourismuspotenzials<br />

interessant.<br />

Wie hat die Region aus wirtschaftlicher<br />

Sicht COVID-19 „erlebt“?<br />

Die Pandemie hat – ebenso wie weltweit<br />

– erhebliche Auswirkungen auf<br />

Zentralasien. Vor allem Tadschikistan<br />

und Kirgisistan sind von Rücküberweisungen<br />

von Gastarbeitern aus dem<br />

Ausland abhängig, die während der<br />

letzten knapp anderthalb Jahre großteils<br />

ausgeblieben sind. Kasachstan,<br />

Kirgisistan und Usbekistan haben ihre<br />

Grenzen geschlossen und Lockdowns<br />

verhängt. Die Auswirkungen der Pandemie<br />

betrafen vor allem die Industrie,<br />

den Bausektor, den Bergbau, den<br />

Tourismus und das Ingenieurswesen.<br />

Vergleichsweise weniger betroffen<br />

waren der Handel, der Finanz- und Versicherungssektor<br />

und Transportdienstleistungen.<br />

Niedrige Ölpreise haben<br />

zusätzlich vor allem Kasachstan geschwächt.<br />

Usbekistan war jedoch sogar<br />

eines der wenigen Länder weltweit,<br />

dessen Wirtschaft – trotz Coronakrise<br />

– im Jahr 2020 um 1,6 Prozent gewachsen<br />

ist. Bis Ende des Jahres 2021 erwartet<br />

man auch im Rest Zentralasiens<br />

wieder einen deutlichen Aufschwung<br />

und eine Erholung der Wirtschaft. Auch<br />

die Massenimpfungen haben seit dem<br />

Frühjahr 2021 hier in der Region an<br />

Fahrt aufgenommen. Zu den zugelassenen<br />

Impfstoffen gehören – abhängig<br />

vom Land – der russische Impfstoff<br />

Fotos: Stephan Huber/Studio Huber, Advantage Austria<br />

FOKUS<br />

046


<strong>SOCIETY</strong><br />

Sputnik V, Impfstoffe verschiedener<br />

chinesischer Anbieter, aber auch der in<br />

Kasachstan hergestellte Impfstoff Qaz-<br />

Vac. Der Impfstoff von Astra Zeneca ist<br />

derzeit nur in Usbekistan und Tadschikistan,<br />

Pfizer/BioNTech bislang noch<br />

in keinem einzigen Land Zentralasiens<br />

zugelassen.<br />

In Ihren Zuständigkeitsbereich fallen<br />

die Länder Kasachstan, Kirgisistan,<br />

Tadschikistan, Turkmenistan und<br />

Usbekistan, die alle dieses Jahr ihren<br />

30. Unabhängigkeitstag feiern – wie<br />

sehen die wirtschaftlichen Verbindungen<br />

dieser Länder zu Österreich<br />

aus? Warum lohnt es sich, in diese<br />

Region zu exportieren, bzw. aus diesen<br />

Ländern zu importieren?<br />

Obwohl alle zentralasiatischen Länder<br />

Binnenstaaten sind, bilden sie zusammen<br />

eine wichtige Straßen- und<br />

Schienenverkehrsader, die Europa,<br />

China und Russland miteinander verbindet.<br />

Dies hat bereits zu erheblichen<br />

Verkehrsinfrastrukturinvestitionen aus<br />

dem Ausland geführt, denn Zentralasien<br />

und der Südkaukasus sind seit<br />

Jahren ein wichtiger Bestandteil von<br />

Chinas Seidenstraßeninitiative. Neben<br />

der Zusammenarbeit mit ausländischen<br />

Investoren bei Transport- und<br />

Infrastrukturprojekten arbeitet Zentralasien<br />

auf den Aufbau eines integrierten<br />

regionalen Energiemarkts hin, laut<br />

Expertenschätzungen ein Markt von<br />

rund USD 400 Milliarden, der für viele<br />

ausländische Investoren attraktiv ist.<br />

Weitere, aktuelle Top-Themen in der<br />

Region sind unter anderem Mobilität,<br />

Nachhaltigkeit und Digitalisierung – alles<br />

Bereiche, in denen österreichische<br />

Firmen erhebliches Know-how und<br />

qualitativ hochwertige Produkte liefern<br />

können.<br />

Eine etwas persönlichere Frage: Wie<br />

ist Ihr Interesse an Zentralasien entstanden?<br />

Was ist das Besondere an<br />

dieser Region?<br />

Ich habe mich immer schon für andere<br />

Kulturen, Sprachen und Menschen<br />

interessiert und habe während meiner<br />

Ausbildung und auch beruflich unter<br />

anderem in den USA, Mexiko, Italien,<br />

Russland und China gelebt. Trotz<br />

meiner vielen Reisen war Zentralasien<br />

für mich – ebenso wie für viele andere<br />

Menschen – ein weißer Fleck auf der<br />

Landkarte. Das wollte ich ändern! Zum<br />

ersten Mal intensiver auseinandergesetzt<br />

habe ich mich mit der Region<br />

während meines dreijährigen Aufenthaltes<br />

in Shanghai, als ich mich<br />

näher mit der Seidenstraßen-Initiative<br />

beschäftigt habe. Deren Entwicklung<br />

wollte ich vor Ort hautnah miterleben<br />

und bei der Erschließung von Geschäftschancen<br />

für österreichische<br />

Unternehmen unterstützen. Es gibt<br />

viele, herausragende Erfolgsgeschichten<br />

österreichischer Unternehmen in<br />

Zentralasien zu erzählen. Um diese<br />

Geschichten vor den Vorhang und ins<br />

mediale Rampenlicht zu bringen, prämieren<br />

wir als AußenwirtschaftsCenter<br />

Almaty jährlich Erfolgsgeschichten<br />

österreichischer Unternehmen in Zentralasien<br />

mit dem Silk Road Biz Award.<br />

Es ist ein Preis, der das Potenzial der<br />

Region aufzeigen und auch weitere<br />

österreichische Exporteure anspornen<br />

soll, sich mit Zentralasien und den vorhandenen<br />

Geschäftschancen auseinanderzusetzen.<br />

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION<br />

047


<strong>SOCIETY</strong><br />

Eine Wachstumsregion<br />

mit großem Potential<br />

Die fünf zentralasiatischen Staaten –<br />

Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan,<br />

Turkmenistan, Usbekistan – feiern 2021 das<br />

30-jährige Jubiläum ihrer Souveränität nach<br />

dem Zerfall der Sowjetunion.<br />

Die Region entwickelt sich immer mehr<br />

zum wichtigen Bindeglied zwischen<br />

Asien und Europa. Die aktuelle Lage in<br />

Afghanistan hat die zentralasiatischen<br />

Staaten erneut in den Fokus des geopolitischen<br />

Interesses gerückt. Für die<br />

österreichische Wirtschaft ist Zentralasien<br />

eine interessante Wirtschaftsregion<br />

mit herausragenden Engagements<br />

rot-weiß-roter Unternehmen.<br />

Die neuen souveränen Staaten Zentralasiens<br />

standen in den vergangenen<br />

drei Dekaden vor vielfältigen Herausforderungen.<br />

Die Lieferketten waren<br />

unterbrochen, denn alle Verkehrswege<br />

Dr. Rudolf Thaler, Ehem. Wirtschaftsdelegierter in<br />

Almaty, Los Angeles, Kiew, Warschau, Abu Dhabi und<br />

Stockholm<br />

führten von Zentralasien nach Moskau.<br />

Der Austausch von Strom, Wasser,<br />

Baumwolle, Nahrungsmittel und Rohstoffen<br />

wurde nicht mehr zentral diktiert.<br />

Der Handel innerhalb der Region<br />

war mangels zwischenstaatlicher Transportwege<br />

erschwert. Die Staaten entwickelten<br />

sich von einer Planwirtschaft<br />

zu marktorientierten Volkswirtschaften<br />

unterschiedlicher Ausprägung. Es<br />

bildeten sich starke Präsidentschaften.<br />

Zu Beginn der Unabhängigkeit stand<br />

die Staatenbildung im Vordergrund.<br />

Zunehmende Zusammenarbeit erhöht<br />

die Chancen gemeinsame Interessen<br />

gegenüber großen Playern durchzusetzen<br />

und zwischenstaatliche Herausforderungen<br />

zu lösen.<br />

Die Konnektivität hat sich stark erhöht.<br />

So verbinden Pipelines Kasachstan mit<br />

dem Schwarzen Meer, turkmenisches<br />

Gas wird nach China transportiert,<br />

das Flug-, Schienen- und Straßennetz<br />

wurde ausgebaut und modernisiert.<br />

Die Belt & Road Initiative wurde von<br />

Chinas Staatspräsident Xi Jinping<br />

erstmals in der Hauptstadt Nur-Sultan,<br />

damals Astana, präsentiert, was die<br />

Bedeutung Kasachstans und Zentralasiens<br />

für die logistische Verbindung<br />

von Asien mit Europa unterstreicht.<br />

Der Wirtschaftsboom im Zeitraum von<br />

2000 bis 2014 durch den Export von<br />

Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas und<br />

die damit verbundene Abhängigkeit<br />

von der Entwicklung der Weltmärkte<br />

initiierte Wirtschaftsreformen, den Aufbau<br />

exportorientierter Industrien und<br />

Anstrengungen zur Diversifizierung der<br />

Wirtschaft.<br />

Afghanistan rückt Zentralasien in den<br />

geopolitischen Fokus<br />

Der Abzug der US- und NATO-Truppen<br />

und die Machtübernahme der Taliban<br />

führen zu einem Machtvakuum in<br />

Afghanistan, was wiederum die Angst<br />

vor Extremismus und terroristischer<br />

Aktivitäten in Zentralasien erhöht. China<br />

ist bestrebt seine Handelsrouten<br />

durch Zentralasien nicht zu gefährden.<br />

Russland steht einer Verstärkung der<br />

US-Interessen in Zentralasien reserviert<br />

gegenüber. Die zentralasiatischen<br />

Staaten haben Afghanistan immer als<br />

Wirtschaftspartner gesehen. Nachbarländer<br />

sind Turkmenistan, Tadschikistan<br />

und Usbekistan, wobei letztere<br />

große Bevölkerungsgruppen in Afghanistan<br />

haben. Es gilt eine humanitäre<br />

Katastrophe zu verhindern, die zu einer<br />

Destabilisierung der Region beitragen<br />

könnte. Usbekistan etwa liefert trotz<br />

Außenständen Strom, hält eine Grenze<br />

für humanitäre Lieferungen nach Kabul<br />

offen und bemüht sich als regionaler<br />

Vermittler. Die zentralasiatischen Staa-<br />

Fotos: WKO<br />

FOKUS<br />

048


<strong>SOCIETY</strong><br />

ten verfolgen eine pragmatische und<br />

nach allen Seiten offene, “multivektorale”<br />

Außenpolitik.<br />

Zentralasien ist eine attraktive Wachstumsregion<br />

Zentralasien rückt zunehmend auf den<br />

Business-Radar der österreichischen<br />

Unternehmen. Kasachstan ist der<br />

Magnet für ausländische Direktinvestitionen<br />

und der größte Wirtschaftspartner<br />

Österreichs in Zentralasien.<br />

Neben fossilen Brennstoffen verfügt<br />

es über nahezu alle Rohstoffe, die für<br />

Technologien des 21. Jahrhunderts<br />

benötigt werden. Usbekistan ist durch<br />

seine ambitionierten Wirtschaftsreformen<br />

und der Marktgröße der “Rising<br />

Star” in der Region. Kirgisistan und<br />

Tadschikistan verfügen über die weltgrößten<br />

Wasserreserven. Innovative<br />

österreichische Unternehmen sind<br />

auf den Märkten Zentralasiens höchst<br />

erfolgreich. Mein Anliegen als für<br />

Zentralasien zuständiger Wirtschaftsdelegierter<br />

war es, auf diese attraktive<br />

Wachstumsregion aufmerksam zu<br />

machen und die vielfach unbekannten<br />

Spitzenleistungen österreichischer<br />

Unternehmen in Zentralasien mit dem<br />

neu geschaffenen Silk Road Biz Award<br />

in das mediale Rampenlicht zu holen.<br />

Diese Erfolgsstorys sollten Unternehmen<br />

inspirieren und motivieren, sich<br />

mit dieser attraktiven Wachstumsregion<br />

auseinanderzusetzen.<br />

Wussten Sie beispielsweise, dass<br />

• HERZ Armaturen über 100.000 ihrer<br />

Produkte im höchsten Gebäude Zentralasiens<br />

in der Hauptstadt Kasachstans<br />

in einer innovativen Kombination<br />

verbaute,<br />

• STARLINGER & Co in Usbekistan<br />

das größte Sackprojekt Zentralasiens<br />

installierte und der Kunde zum größten<br />

Hersteller von Sackgewebe avancierte,<br />

• mit innovativen Käselinien von BERT-<br />

SCHlaska der usbekische Marktführer<br />

seine Marktstellung weiter ausbauen<br />

konnte,<br />

• ANDRITZ HYDRO in Tadschikistan<br />

den Auftrag zur Modernisierung des<br />

größten Wasserkraftwerks in Zentralasien<br />

erhielt,<br />

• Kogler Möbel Marktführer bei der<br />

Innenausstattung moderner Kinos in<br />

Kasachstan ist und eines der größten<br />

Kinos Zentralasiens ausstattete,<br />

• Oberhofer Stahlbau die größte Stahlkonstruktion<br />

Zentralasiens für den Eispalast<br />

in der Hauptstadt Usbekistans<br />

lieferte.<br />

Als ehemaliger Wirtschaftsdelegierter<br />

in Los Angeles und Kenner der<br />

Startup-Szene im Silicon Valley war ich<br />

beeindruckt vom Drive der jungen Entrepreneure<br />

in den zentralasiatischen<br />

Staaten. Ich spürte in den Inkubatoren<br />

den Mindset des Silicon Valley und<br />

wir hatten dort sogar gemeinsame<br />

Bekannte. Österreich und österreichisches<br />

Know-how haben in Zentralasien<br />

einen guten Ruf. Jetzt ist der ideale<br />

Zeitpunkt potentielle Partner bei Wirtschaftsmissionen<br />

der AUSSENWIRT-<br />

SCHAFT AUSTRIA der Wirtschaftskammer<br />

Österreich kennenzulernen und<br />

bestehende Kontakte zu vertiefen.<br />

Text: Dr. Rudolf Thaler<br />

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION<br />

049


<strong>SOCIETY</strong><br />

Die Lage in Afghanistan<br />

aus der Sicht Usbekistans<br />

Die UNO warnt vor einer humanitären Katastrophe in Afghanistan.<br />

Unser Gastautor Christian Wehrschütz hat mit dem Sondergesandten<br />

des usbekischen Präsidenten, Ismatilla Irgaschew, gesprochen.<br />

Unmittelbar vor Beginn der kalten<br />

Jahreszeit drohen mehr als der Hälfte<br />

der 23 Millionen Afghanen Engpässe<br />

bei der Versorgung mit Lebensmitteln.<br />

Die Kombination aus Trockenheit,<br />

Krieg, Krise und Corona haben massive<br />

Folgen für den Lebensstandard der<br />

Bevölkerung. Vor einer humanitären<br />

Katastrophe warnt auch das Nachbarland<br />

Usbekistan, über das nicht<br />

nur humanitäre Kontakte, sondern<br />

auch politische Verbindungen zu den<br />

Taliban laufen.<br />

Der 61-jährige Ismatilla Irgaschew beschäftigt<br />

sich seit seiner Studienzeit<br />

mit Afghanistan; er spricht die Landessprache<br />

und war im sowjetischen<br />

Afghanistan-Krieg zwei Jahre im Land<br />

im Einsatz. Usbekistan tritt dafür ein,<br />

dass die eingefrorenen afghanischen<br />

Devisenreserven freigegeben werden;<br />

das begründet Ismatilla Irgaschew so:<br />

„Man darf Afghanistan nicht isolieren,<br />

sondern muss mit der neuen Führung<br />

Ismatilla Irgaschew im Gespräch mit Christian<br />

Wehrschütz<br />

sprechen und dadurch auf sie einen<br />

positiven Einfluss ausüben. Man muss<br />

wirtschaftlich helfen, damit sich das<br />

Leben des Volkes verbessert; durch<br />

die schrittweise Verbesserung der<br />

wirtschaftlichen Lage wird sich auch<br />

die Lage der Menschenrechte und<br />

auch der Frauen verbessern.“<br />

Der usbekische Außenminister war<br />

bereits in Kabul, und Anfang Oktober<br />

fand in der usbekischen Grenzstadt<br />

Termez ein hochrangiges Treffen<br />

beider Seiten statt. Ein Ergebnis ist,<br />

dass Usbekistan weiter Strom liefert,<br />

obwohl Afghanistan seine Schulden<br />

von mehr als 10 Millionen US-Dollar<br />

derzeit nicht bezahlen kann. Zu den<br />

weiteren Ergebnissen des Treffens<br />

zählt Ismatilla Irgaschew:<br />

TALIBAN UND DER NORDEN<br />

„Die Taliban haben an der Nordgrenze<br />

zu Usbekistan keine Verbrechen verübt<br />

und sich auch nicht an früheren<br />

Mitarbeiter staatlicher Organe<br />

gerächt. Durch unseren Dialog mit<br />

den neuen Machthabern haben wir<br />

erreicht, dass in der Nordprovinz<br />

Balch die Mädchen von der ersten bis<br />

zur 12. Klasse die Schule besuchen. In<br />

den anderen Provinzen besuchen die<br />

Mädchen nur bis zur sechsten Klasse<br />

die Schule. Bei unserem Treffen sagte<br />

uns die afghanische Delegation, dass<br />

diese Erfahrung aus Balch in weiteren<br />

vier Provinzen im Norden umgesetzt<br />

wird. Bis Jahresende soll das in ganz<br />

Afghanistan der Fall sein, was eine<br />

große Sache ist.“ Usbekistan hat die<br />

Genfer Flüchtlingskonvention nicht<br />

unterzeichnet und auch keine Flüchtlinge<br />

aus Afghanistan aufgenommen;<br />

das begründet der Sondergesandte<br />

des usbekischen Präsidenten so:<br />

KEINE FLÜCHTLINGE<br />

„Wir sprechen schon sehr lange mit<br />

allen politischen Kräften in Afghanistan,<br />

auch mit den Taliban. Wir wollen<br />

den politischen Dialog in Afghanistan<br />

unterstützen, um eine nationale Aussöhnung<br />

zu erreichen, weil das die<br />

Voraussetzung für einen dauerhaften<br />

Frieden ist. Daher haben wir keine<br />

Flüchtlinge aufgenommen, die Vertreter<br />

politischer Gegner der neuen<br />

Machthaber sein könnten. Das würde<br />

sich negativ auf unsere Neutralität<br />

auswirken. Hinzu kommt, dass Flüchtlinge<br />

für uns auch eine enorme soziale<br />

und wirtschaftliche Belastung wären.“<br />

Usbekistan war im Sommer nicht<br />

nur die Drehscheibe bei der Rettung<br />

afghanischer Flüchtlinge, sondern<br />

informierte auch schon lange davor<br />

den Westen über seine Einschätzung<br />

der Lage, die sich oft von dem Bild<br />

unterschieden hat, das etwa die USA<br />

von Afghanistan hatten. [Anm. d. Redaktion:<br />

Interview fand Ende Oktober<br />

2021 statt]<br />

Foto: Privat<br />

FOKUS<br />

050


<strong>SOCIETY</strong><br />

30 Jahre Zerfall<br />

der Sowjetunion<br />

An der Diplomatischen Akademie Wien wurde zu<br />

diesem Thema eine Veranstaltung, organisiert vom<br />

Österreichischen Institut für europäische Politik und<br />

Sicherheitspolitik unter Führung von Werner Fasslabend<br />

und dem Zentrum für humanitären Dialog unter<br />

David Harland, abgehalten.<br />

Am achten Dezember 1991 fassten die<br />

Delegationen aus den damaligen sowjetischen<br />

Teilrepubliken Weißrussland,<br />

der Ukraine und Russlands in einem<br />

Jagdhaus in der Beloweschka Heide<br />

den Beschluss, die krisengeschüttelte<br />

Sowjetunion aufzulösen und die lose<br />

„Gemeinschaft Unabhängiger Staaten“<br />

zu bilden. Das historische Dokument,<br />

das diese Auflösung festlegt, beginnt<br />

mit folgenden Worten: „Wir, die Republik<br />

Weißrussland, die Russländische<br />

Föderation, die Ukraine, als Staaten -<br />

Gründer der Union der Sozialistischen<br />

Sowjet-Republiken, Unterzeichner des<br />

Unionsvertrages des Jahres 1922, im<br />

weiteren Hohe Vertragsschließende<br />

Parteien genannt, stellen fest, dass die<br />

Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken<br />

als Subjekt des Völkerrechts<br />

und als geopolitische Realität, aufhört<br />

zu existieren.“<br />

In weiterer Folge werden dann in 14<br />

Artikeln die Gründung und die Ziele<br />

der losen Gemeinschaft Unabhängiger<br />

Staaten festgehalten, wobei es darunter<br />

auch Bestimmungen zur Regelung<br />

der Atomwaffen und der Folgen der<br />

Katastrophe von Tschernobyl gibt.<br />

Unterzeichnet haben die „Vereinbarung“<br />

je drei Vertreter der drei Republiken,<br />

darunter der damals bereits gewählte<br />

russische Präsident Boris Jelzin, seine<br />

rechte Hand und damals stellvertretender<br />

Regierungschef Gennadi Burbulis,<br />

sowie für die Ukraine Präsident Leonid<br />

Krawtschuk und Witold Fokin (Regierungschef)<br />

und für Weißrussland Stanislav<br />

Schuschkewitsch (Parlamentspräsident)<br />

und Wjatscheslaw Kebitsch<br />

(Regierungschef).<br />

Dieser historischen Vereinbarung war<br />

Mitte November an der Diplomatischen<br />

Akademie in Wien eine Podiumsdiskussion<br />

gewidmet, die das Österreichische<br />

Institut für europäische Politik und<br />

Sicherheitspolitik unter Führung des<br />

ehemaligen Verteidigungsministers<br />

Werner Fasslabend und das Zentrum<br />

für humanitären Dialog unter David<br />

Harland organisiert haben. Die Veranstaltung<br />

bestand aus zwei Teilen, wobei<br />

am ersten Podium unter Führung von<br />

Botschafter Martin Sajdik Zeitzeugen<br />

vertreten waren, die im Dezember 1991<br />

eine Schlüsselrolle bei der Auflösung<br />

der Sowjetunion gespielt haben. Von<br />

den sechs damaligen Unterzeichnern<br />

des Dokuments sind Boris Jelzin und<br />

Wjatscheslaw Kebitsch bereits verstorben,<br />

während Leonid Kratwschuk<br />

zwar noch in Kiew lebt; doch sein<br />

Gesundheitszustand ließ eine Reise<br />

nach Wien nicht zu; aber auch Stanislav<br />

Schuschkewitsch konnte von Minsk<br />

nicht anreisen, war aber über eine Videowand<br />

in den voll besetzten Saal der<br />

Diplomatischen Akademie zugeschaltet.<br />

Am Podium saßen Witold Fokin,<br />

Gennadi Burbulis sowie der frühere<br />

weißrussische Außenminister Piotr<br />

Krawtschenko, der bei der Formulierung<br />

der „Vereinbarung“ in der Beloweschka<br />

Heide eine wichtige Rolle gespielt hat.<br />

Diesen vier Personen stellte Martin Sajdik<br />

zu Beginn der Diskussion die Frage,<br />

mit welchen Erwartungen und Plänen<br />

die drei Delegationen zu dem Treffen<br />

gekommen waren, das bereits am 7. Dezember<br />

begonnen hat. Darauf antwortete<br />

etwa Stanislav Schuschkewitsch,<br />

dass für ihn und Weißrussland vor<br />

allem die Wirtschaftskrise das Hauptmotiv<br />

gewesen sein, das zur Einladung<br />

zu diesem Treffen geführt habe. Dabei<br />

ging es etwa um die Sicherstellung der<br />

Gasversorgung für die Bevölkerung<br />

im Winter, während für ihn die Zukunft<br />

der Sowjetunion zunächst kein Thema<br />

gewesen sei. Schuschkewitsch war aber<br />

auch klar, dass die Verhandlungen mit<br />

Michail Gorbatschow über einen neuen<br />

Unionsvertrag für die Sowjetunion nur<br />

wenig Chancen auf Erfolg hatten; in die-<br />

Foto: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

FOKUS<br />

052


<strong>SOCIETY</strong><br />

Die Mitglieder des zweiten Panels: Christian Wehrschütz, Wolfgang Schüssel, Emil Brix, Horst Teltschik und Thomas E. Graham<br />

sem Zusammenhang betonte der Ukrainer<br />

Witold Fokin, dass es nicht gelungen<br />

sei, fruchtbringend zu reden. Er, Foktin,<br />

sei zu dem Treffen nach Weißrussland<br />

mit dem Ziel gekommen, die Chance<br />

zu nutzen, einen unabhängigen Staat<br />

aufzubauen. Diesen Willen hatte die Bevölkerung<br />

beim Referendum am 1. Dezember<br />

1991 bereits klar zum Ausdruck<br />

gebracht. Fokin betonte, dass es viele<br />

falsche Gerüchte über das Treffen in der<br />

Beloweschka Heide gebe; Tatsache sei<br />

aber, dass die drei Delegationen in den<br />

zwei Tagen sehr konstruktiv gearbeitet<br />

haben. Gennadi Burbulis schilderte die<br />

Ausgangslage, die vor dem Treffen der<br />

drei Delegationen geherrscht habe.<br />

Mit Gorbatschow sei eine Vereinbarung<br />

nicht möglich gewesen, zumal<br />

die Ukraine unter Präsident Leonid<br />

Krawtschuk dazu nicht bereit gewesen<br />

sei. Boris Jelzin habe mit Krawtschuk<br />

gesprochen, doch dieser sei weder zu<br />

einer Föderation noch einer Konföderation<br />

bereit gewesen; somit blieb nur die<br />

„Gemeinschaft Unabhängiger Staaten“,<br />

wobei die Sowjetunion bereits durch<br />

den gescheiterten August-Putsch<br />

gegen Gorbatschow ihren Todesstoß<br />

erhalten habe. Am 24. August 1991 proklamierte<br />

das ukrainische Parlament<br />

noch unter dem unmittelbaren Eindruck<br />

des Putsches mit großer Mehrheit<br />

die Unabhängigkeit der Ukraine,<br />

und beschloss zugleich die Abhaltung<br />

eines Referendums über die Frage der<br />

Unabhängigkeit. Die Bedeutung des<br />

Putsches betonte auch der ehemalige<br />

weißrussische Außenminister Piotr<br />

Kratwschenko; beim Treffen in der Beloweschka<br />

Heide habe die Sowjetunion<br />

de facto nicht mehr bestanden.<br />

Dieser „Zusammenbruch“ habe auch<br />

das Ende des Kommunismus bedeutet,<br />

unterstrich Krawtschenko; er<br />

betonte ebenso wie Burbulis, dass es<br />

keinen Bürgerkrieg gegeben habe, ein<br />

Erfolg, der nicht hoch genug bewertet<br />

werden kann, zumal damals der blutige<br />

Zerfall des sozialistischen Jugoslawien<br />

mit dem Krieg in Kroatien bereits in<br />

vollem Gange war. Das zweite Panel<br />

befasst sich dann mit den Folgen des<br />

Endes dieses größten Staates der Erde.<br />

Geleitet wurde es von Emil Brix, dem<br />

Direktor der Diplomatischen Akademie.<br />

Er diskutierte mit dem früheren Bundeskanzler<br />

Wolfgang Schüssel, mit Horst<br />

Teltschik, dem ehemaligen Berater des<br />

deutschen Bundeskanzlers Helmut<br />

Kohl, mit Thomas E. Graham, einem Mitglied<br />

des Council on Foreign Relations<br />

und mit dem Journalisten Christian<br />

Wehrschütz.<br />

Wolfgang Schüssel betonte die Bedeutung<br />

eines Dialoges mit Russland,<br />

während Horst Teltschik das Verhalten<br />

des Westens kritisierte, welcher Russlands<br />

Bereitschaft zur Zusammenarbeit<br />

und seine Anliegen in den Jahren nach<br />

dem Zerfall der Sowjetunion viel zu sehr<br />

unberücksichtigt gelassen habe. Thomas<br />

Graham, der in den Jahren vor dem<br />

Zusammenbruch an der US-Botschaft<br />

in Moskau tätig war, betonte, dass der<br />

Zusammenbruch der Sowjetunion für<br />

die USA nicht unerwartet kam, wobei<br />

die Art ihres Endes nicht voraussehbar<br />

gewesen sei. Abgesehen von der Unabhängigkeit<br />

der drei baltischen Staaten<br />

hätten die USA aber bis zuletzt Michail<br />

Gorbatschow bei seinem Bemühen<br />

unterstützt, eine erneuerte Föderation<br />

zu bilden, unterstrich Graham.<br />

30 JAHRE ENDE SOWJETUNION<br />

053


Almost 30 Years of<br />

Diplomatic Relations<br />

<strong>SOCIETY</strong> interviewed H.E. Rovshan Sadigbayli,<br />

Ambassador of Azerbaijan to Austria, asking him<br />

about the Austrian-Azerbaijani relations, economic<br />

cooperation and Azerbaijan’s multilateral agenda.<br />

What is the current status of the<br />

relations and on which areas would<br />

you, as Ambassador, like to work on<br />

specifically?<br />

Azerbaijan and Austria enjoy good,<br />

friendly relations and we are very much<br />

interested in a further development of<br />

these ties. Mutual visits at the highest<br />

levels over the past years have been<br />

instrumental in maintaining positive<br />

dynamics in our relations.<br />

Next year we will be marking the 30th<br />

anniversary of the establishment of<br />

diplomatic relations. To date, some<br />

41 documents have been signed<br />

between Azerbaijan and Austria. The<br />

signing of the „Joint Declaration on<br />

Friendship and Partnership” between<br />

Azerbaijan and Austria on May 13, 2013<br />

was an important milestone. There are<br />

a number of areas where Azerbaijan<br />

and Austria work together successfully.<br />

Economic and trade ties have<br />

great potential for mutually beneficial<br />

cooperation. Tourism, “green” energy,<br />

health care and agricultural sectors in<br />

Azerbaijan can be particularly attractive<br />

for Austrian companies. Over 50<br />

Austrian companies currently have<br />

businesses in Azerbaijan. Austrian Rail<br />

Cargo Group is using the trans-Caspian<br />

transport corridor passing through<br />

Azerbaijan for movement of cargo from<br />

Foto: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

NEW AMBASSADORS 054


<strong>SOCIETY</strong><br />

Asia and Europe and vice versa. This<br />

route, which Azerbaijan developed<br />

over the past decades, becomes even<br />

more attractive in a post-COVID 19<br />

world, as strengthening the resilience<br />

of supply chains becomes a priority<br />

for many countries.Export of Azerbaijani<br />

products to European-, including<br />

Austrian markets has great potential<br />

and we are actively engaging with<br />

Azerbaijan Trade House, headquartered<br />

in Warsaw, Poland, to promote the<br />

export of products from Azerbaijan<br />

to Austria.Promoting cultural ties<br />

and people-to-people contacts is an<br />

important part of the Embassy’s work,<br />

including through the Cultural Center<br />

of Azerbaijan in Vienna. The Center<br />

has been instrumental in promoting<br />

Azerbaijani culture and music through<br />

cultural events.<br />

What are advantages for Austrian<br />

companies operating in Azerbaijan?<br />

The stability and predictability prevailing<br />

in Azerbaijan is one of the main<br />

conditions for every investor. Azerbaijan’s<br />

economy, especially its non-oil<br />

sector has been developing rapidly<br />

over the past years. During eight<br />

months of 2021, the non-oil industry<br />

of Azerbaijan grew by 18.4 percent.<br />

Scoring 72.4 out of 100 points possible<br />

on the SDG achievement index, Azerbaijan<br />

ranks 55th out of 165 countries<br />

in the 2021 Sustainable Development<br />

Report with the best result in the region.<br />

Due to its geostrategic location,<br />

Azerbaijan actively participates in<br />

building regional connectivity projects,<br />

such as East-West, North-South,<br />

South-West transportation corridors,<br />

thus becoming one of Eurasia‘s primary<br />

reliable transport and logistics hubs.<br />

Azerbaijan has put into operation the<br />

Baku International Trade Seaport in<br />

Alat with cargo handling capacity of<br />

15 million tons per year, which can<br />

be increased up to 25 million tons.<br />

Azerbaijan is interested in attracting<br />

foreign direct investments in different<br />

areas of the economy, such as industry,<br />

agriculture, tourism and transport.<br />

The Government’s reform agenda that<br />

includes improving business environment<br />

and diversifying the economy<br />

contributes to this goal. A single<br />

e-government portal functions as a<br />

gateway for businesses and individuals<br />

to access e-services provided by the<br />

public agencies on a “one stop shop”<br />

principle. In July 2021, a groundbreaking<br />

ceremony of Alat Free Economic<br />

Zone (AFEZ), which will cover a total<br />

area of 850 hectares, was held. AFEZ<br />

with its law and regulations provides<br />

a number of advantages for foreign investors,<br />

such as tax exemption, no restriction<br />

on foreign ownership, investment<br />

protection against expropriation<br />

and repatriation of profit etc. AFEZ as<br />

well as industrial parks and zones can<br />

offer investment opportunities for Austrian<br />

companies. Double taxation and<br />

bilateral investment protection agreements<br />

between our countries, which<br />

were signed in 2000, build a solid basis<br />

for protection of Austrian investments<br />

in Azerbaijan.<br />

What are the priorities of Azerbaijan<br />

regarding international organizations<br />

in Vienna?<br />

Azerbaijan attaches importance to<br />

multilateral cooperation. Unconditional<br />

respect for the fundamental<br />

principles of international law, such as<br />

respect for the sovereignty, territorial<br />

integrity and inviolability of the internationally<br />

recognized borders of States<br />

lies at the heart of our cooperation<br />

within the UN and the OSCE. The end<br />

of the armed conflict and the signing<br />

of the trilateral statements of November<br />

10, 2020 and January 11, 2021<br />

by Azerbaijan, Armenia and Russia<br />

transformed the political and security<br />

landscape in the South Caucasus.<br />

The priorities of Azerbaijan at this<br />

post-conflict stage are the soonest<br />

and effective rehabilitation, reconstruction<br />

and reintegration in the liberated<br />

territories of Azerbaijan, as well<br />

as reconciliation and normalization of<br />

inter-State relations with Armenia. The<br />

OSCE can contribute to consolidating<br />

peace and stability in our region by<br />

supporting the full implementation<br />

of above-mentioned statements.<br />

Maintaining and further strengthening<br />

nuclear security at the regional and<br />

global level is equally important for us<br />

and we actively support international<br />

cooperation in developing nuclear<br />

security regulations and standards<br />

with IAEA. Furthermore, Azerbaijan has<br />

benefited from the Agency’s Technical<br />

Cooperation Programme in various<br />

priority areas such as human health,<br />

water resources management, human<br />

resources development in nuclear physics,<br />

the establishment of a national<br />

regulatory framework and agriculture.<br />

We value the cooperation with the<br />

UNODC in the fight against illicit trafficking<br />

of narcotics and psychoactive<br />

substances, corruption, cybercrime,<br />

terrorism and transnational organized<br />

crimes. Azerbaijan actively participates<br />

in the joint UNODC-World Customs<br />

Organization Container Control<br />

Programme (CCP). Several border<br />

control units at various land and sea<br />

ports of Azerbaijan are integrated into<br />

the CCP and successful results have<br />

been achieved already. We are sharing<br />

our best practice in preventing and<br />

combating corruption both within<br />

UNODC and the International Anti-<br />

Corruption Academy (IACA), including<br />

raising awareness about our programmes<br />

on effective public service delivery.<br />

Azerbaijan is proud to have created<br />

its national brand – ASAN Service – of<br />

public service delivery, where numerous<br />

services by government agencies<br />

are delivered in an efficient and<br />

transparent way from one-stop shops<br />

throughout the country. ASAN Service<br />

has been granted the United Nations<br />

Public Service Award (UNPSA) in the<br />

category of “Improving the delivery of<br />

public services”. Taking into account<br />

our country’s needs and priorities<br />

we are interested in strengthening<br />

cooperation with UNIDO in areas<br />

such as waste and water management,<br />

renewable energy and energy<br />

efficiency, promotion of investments,<br />

development of the non-oil sector,<br />

including micro, small and medium<br />

sized enterprises and establishment<br />

of special economic zones (industrial<br />

parks, free economic zones, industrial<br />

estates, etc.); strengthening quality<br />

infrastructure and connectivity.<br />

AZERBAIJAN<br />

055


<strong>SOCIETY</strong><br />

New Impulses<br />

for Cooperation<br />

H.E. Laura Faxas, Ambassador of the Dominican<br />

Republic, spoke to <strong>SOCIETY</strong> Magazine about the<br />

Dominican community living in Austria, COVID-19’s<br />

impact on her country’s tourism sector and the<br />

future of energy supply.<br />

Representing the Dominican Republic<br />

as Ambassador here in Austria, how<br />

would you like to see the relations<br />

between the two countries develop,<br />

respectively, what is the current status<br />

of these ties?<br />

We want to transform relations between<br />

Austria and the Dominican Republic,<br />

give them life and new content.<br />

We have a long-lasting diplomatic relation<br />

with Austria, established already<br />

in 1938, but during all these years, we<br />

haven’t been able to effectively deliver<br />

on the promise of exchange trade<br />

and cooperation. Taking 2019-2020 as<br />

a reference, trade between the two<br />

countries was relatively low and is<br />

favourable to Austria. The Dominican<br />

Republic exports less than a million<br />

dollars a year to Austria, mainly cigars,<br />

rum and also sporadic exports of cocoa<br />

and fresh fruits. However, Austria<br />

exports more than 20 million dollars a<br />

year to our country in goods from the<br />

pharmaceutical industry, electrical<br />

equipment and supplies, machinery,<br />

dairy products, paper and cardboard<br />

products, among others. We would<br />

like to promote exports of Dominican<br />

products to Austria in order to change<br />

these data, and we would also like to<br />

have a more significant presence of<br />

Austrian companies in the Dominican<br />

Republic. We want Austria to get to<br />

know the Dominican Republic, its culture,<br />

its people, its exportable offer and<br />

the wide opportunities and facilities<br />

for investment. That is why, firstly, we<br />

want to establish a regular political<br />

dialogue between our two countries<br />

that can frame all our relations. Our<br />

second priority is the development<br />

of trade and investment. We want to<br />

open new markets and exchanges in<br />

areas of interest for the two countries.<br />

Our target is seeking investments in<br />

renewable energy, education, waste<br />

management and hospital waste, water<br />

management and treatment, science<br />

and technology, innovation and<br />

construction, among others. In terms<br />

of cooperation, we have great interest<br />

in opening spaces for cooperation and<br />

exchange of good practices where<br />

Austria has shown its excellence in climate<br />

change management, renewable<br />

energy, solid waste management, and<br />

hospital waste, water management,<br />

construction of social housing, innovation,<br />

education. At the same time,<br />

we want to strengthen and encourage<br />

cooperation in tourism, which has proved<br />

to be a major contributor to the<br />

GDP of both countries. For my part, I<br />

have a great desire to make music and<br />

cinema two important elements on<br />

the binational cultural agenda.<br />

How do you plan to engage with the<br />

Dominican community living here in<br />

Austria?<br />

The Dominican diaspora is at the<br />

heart of the management of our<br />

Embassy. It is, together with the<br />

promotion of trade and investment,<br />

and Human Rights and democracy,<br />

one of the three priority axes of<br />

the new foreign policy of President<br />

Luis Abinader, led by our Minister of<br />

Foreign Affairs Roberto Alvarez. The<br />

Dominican Republic is a country that<br />

has built its identity through different<br />

migratory waves that have marked<br />

the richness of our cultural diversity.<br />

However, the Dominican Republic is<br />

also a country of emigration, about<br />

10% of the Dominican population lives<br />

abroad. A fact that few people know<br />

is that, in Austria alone, more than<br />

4.000 Dominicans reside and that the<br />

Dominican community is the second<br />

most important among the population<br />

of Latin American origin residing<br />

in Austria. In this sense, our efforts<br />

will be aimed at achieving a greater<br />

rapprochement of the Embassy to<br />

the Dominican community living<br />

in Austria to learn more about their<br />

needs. One of our objectives will be<br />

the provision of permanent channels<br />

of communication with community<br />

leaders to organize periodic work<br />

sessions, in order to guide them on<br />

their rights and obligations in Austria<br />

and the countries of the concurrence.<br />

Also, we want to offer Dominicans residing<br />

in this part of the world support<br />

to strengthen their identity.<br />

Foto: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

NEW AMBASSADORS<br />

056


<strong>SOCIETY</strong><br />

The Dominican Republic has one of<br />

the largest GDP in the Caribbean,<br />

with one important pillar being the<br />

tourism sector. Which impact did the<br />

COVID-19 crisis have on your country’s<br />

economy?<br />

The Latin American region has been the<br />

most affected economically, and particularly<br />

the countries of the Caribbean<br />

sub region, due to the fragility of these<br />

economies, their vulnerability to natural<br />

disasters and climate change, the high<br />

levels of openness and their strong<br />

dependence on tourism.Certainly, the<br />

growth of the GDP of the Dominican<br />

Republic has been one of the highest<br />

in Latin America, maintaining sustained<br />

growth for more than 20 years<br />

and with tourism being an important<br />

contribution to the national economy.<br />

The COVID-19 pandemic impacted the<br />

Dominican Republic in a very negative<br />

way. Economic indicators during the<br />

first year of the pandemic (2020) fell<br />

significantly, widening the fiscal deficit<br />

due to the reduction in income and the<br />

increase in social spending. Despite the<br />

gloomy outlook, as of the third quarter<br />

of 2020, a slow process of economic<br />

recovery began with the formal opening<br />

of air and maritime borders and flexibility<br />

for international air traffic under<br />

the Responsible Tourism Recovery<br />

Plan, through which internationally<br />

certified health safety protocols were<br />

implemented.Like tourism, the other<br />

sectors of the Dominican economy are<br />

on the mend. Thus, the GDP registered<br />

a growth rate of 3.1% in the first quarter<br />

of 2021, as a consequence of the reactivation<br />

of almost all economic sectors.<br />

After the 2020 recession, there are<br />

prospects for double-digit growth.<br />

The Dominican Republic is striving to<br />

generate a quarter of its energy from<br />

renewable sources by 2025. How can<br />

this goal be achieved?<br />

The Dominican Republic gives capital<br />

importance to the electricity sector,<br />

so the issue of renewable energies<br />

is among the government’s priorities<br />

as a state policy and as a goal of the<br />

National Energy Plan, since it seeks to<br />

increase generation capacity, reduce<br />

dependence on imports of fossil fuels,<br />

promote private investment in electricity<br />

generation, mitigate the negative<br />

environmental impact generated by<br />

fossil fuels, as well as promote the<br />

competitiveness of the sector to have a<br />

diversified, sustainable and clean energy<br />

matrix. For decades, our electricity<br />

system has been deficient not only in<br />

power generation and transmission but<br />

also in distribution, resulting very costly<br />

for both the government and users as<br />

well. The adaptation of the institutional<br />

and regulatory framework able to attract<br />

investment capitals as well as the<br />

required technical expertise associated<br />

to the integration of different renewable<br />

energy to the interconnected system<br />

are also challenges to be addressed<br />

by the energy sector. Wind and solar<br />

energy are the most profitable options<br />

of the renewable energy matrix. The<br />

Dominican Republic offers extraordinary<br />

investment opportunities to the<br />

private sector to invest in clean energy<br />

projects. We have the doors open to<br />

Austrian investors interested in learning<br />

more about the benefits our country<br />

offers, not only regarding investment in<br />

this sector, but in the industry, agriculture,<br />

agribusiness, tourism and other<br />

services sectors.<br />

DOMINICAN REPUBLIC<br />

057


Building a<br />

better Panama<br />

<strong>SOCIETY</strong> Magazine spoke with the Ambassador of<br />

Panama to Austria, H.E. Dario Ernesto Chiru Ochoa,<br />

about topics like the Panamanian-Austrian relationship,<br />

post-COVID-19 recovery and renewable energy.<br />

Since July 5, 2021, you are Ambassador<br />

of Panama to Austria. What are<br />

your main objectives for your current<br />

term?<br />

Our main priorities are to strengthen<br />

and intensify the bilateral relationship<br />

with the Federal Government,<br />

the constituted authorities and<br />

Parliaments in the regions, as well as<br />

to enhance the common interests<br />

between the two countries. Furthermore,<br />

we want to explore the best ways to<br />

implement cooperation programs and<br />

facilitate the exchange of technologies<br />

and training as well as to promote the<br />

Austrian and Panamanian business<br />

sectors. Also, we are committed to<br />

make the best use of the benefits and<br />

opportunities offered by the Association<br />

Agreement between the EU and<br />

Central America and to enhance the<br />

logistics hub of Panama as a base for<br />

commercial exchange, investments<br />

and business with Austria.<br />

What connects Panama with Austria?<br />

How would you describe the current<br />

relations between the two countries?<br />

Panama and Austria established<br />

diplomatic relations on January 15,<br />

1904, which means that we have<br />

already enjoyed more than 117 years of<br />

diplomatic relations. Both countries<br />

Foto: SOCIETTY/Karakan<br />

NEW AMBASSADORS<br />

058


<strong>SOCIETY</strong><br />

Panama and Austria established diplomatic relations on January 15,<br />

1904, which means that we have already enjoyed more than 117 years<br />

of diplomatic relations.<br />

share a foreign policy characterized<br />

by neutrality – Austria through its 1955<br />

Declaration of Neutrality and Panama<br />

through its 1977 Panama Canal Neutrality<br />

Treaty. The Republic of Austria is<br />

represented by an Honorary Consulate<br />

General in Panama. In 2016, the Republic<br />

of Panama moved from the area of<br />

jurisdiction of the Embassy of Austria<br />

in Mexico to the Embassy of Austria in<br />

Colombia. Just like Austria is known as<br />

the logistics center of Europe, Panama<br />

is the logistics center of the Americas,<br />

thanks to its geostrategic position.<br />

There is potential for both countries to<br />

develop business together, as Panama<br />

is one of Austria’s most important<br />

economic partners in Central America.<br />

Bilateral trade volume is still small, but<br />

it has good growth prospects.<br />

In which areas would you like to further<br />

strengthen the cooperation?<br />

We have just signed an agreement on<br />

air transport which may allow direct<br />

cargo or passenger flights. We will work<br />

on promoting the interests of small<br />

and medium-sized Austrian companies<br />

with recognized potential for the<br />

transfer of innovative technologies,<br />

industrial, agro-industrial and hightech<br />

models of interest to Panama,<br />

to examine business opportunities in<br />

Panama, on their own or through Joint<br />

Ventures with Panamanian SMEs. We<br />

are also working on the development of<br />

contacts and relationships with universities<br />

and innovation centers in Austria<br />

in order to promote collaboration and<br />

exchanges of academics, teachers, and<br />

students in the framework of training<br />

programs as well as scholarship programmes.<br />

and what are the measures being<br />

taken by the government to cushion<br />

these effects?<br />

Panama had one of the strongest<br />

growth rates in Latin America and the<br />

Caribbean (LAC) before the COVID-19<br />

crisis. The country’s economy grew<br />

by an average of 4.7% between 2014<br />

and 2019, while LAC grew by 0.9%.<br />

But Panama also suffered one of the<br />

most severe COVID-19 outbreaks and<br />

economic descents of LAC. Panama’s<br />

Gross Domestic Product (GDP)<br />

contracted 17.9% in 2020. Panama<br />

responded to the COVID-19 crisis by<br />

maintaining approximately the same<br />

levels of investment as in 2019, while<br />

expanding social spending, despite a<br />

large drop in revenues of 21.2% in 2020.<br />

The National Government presented<br />

the Economic Recovery Plan for the<br />

reactivation of the Panamanian economy.<br />

The plan contemplates actions<br />

aimed at the immediate, short and<br />

medium term, which includes programs<br />

such as: Opportunity Banking,<br />

support for micro, small and medium<br />

enterprises, Guarantee Fund, Panama<br />

Agro Solidarity Program, Recovering<br />

My Neighborhood Plan, reinforcement<br />

of the Housing Solidarity Fund and the<br />

Special Fund for the Strengthening<br />

of Credit. Recently, Panama’s energy<br />

Minister Jorge Rivera stated that he<br />

wanted to advance a clean energy<br />

push by embracing ethanol as a source<br />

of gasoline and end the use of heavy<br />

fuels and coal for power plants by 2023.<br />

Why is it important for a country but<br />

also for the whole world to strive for<br />

an environmentally friendly energy<br />

policy?<br />

Panama aims to partially replace<br />

hundreds of thousands of barrels of<br />

fuel per day with biofuels, and make<br />

greater use of renewable energy<br />

sources (among other measures). The<br />

Cabinet Council by Cabinet Resolution<br />

No. 93 of November, 24, 2020, approved<br />

the Strategic Guidelines of the Energy<br />

Transition. This document specifies<br />

that the Panamanian government<br />

seeks to make an energy transition that<br />

is just, inclusive, and equitable with a<br />

view to building a better Panama.<br />

Panama has been one of the fastest<br />

growing economies in Latin America<br />

over the past decade. What impact did<br />

COVID-19 have on Panama’s economy<br />

H.E. Dario Ernesto Chiru Ochoa spoke with <strong>SOCIETY</strong> editor in chief Tanja Tauchhammer<br />

PANAMA<br />

059


<strong>SOCIETY</strong><br />

Es ist immer noch das<br />

Menschliche, das zählt<br />

Anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft und der<br />

30-jährigen slowenischen Unabhängigkeit traf<br />

<strong>SOCIETY</strong> Magazin S.E. Aleksander Geržina, den<br />

abermals neu akkreditierten Botschafter<br />

Sloweniens in Österreich.<br />

Sie sind seit dem 05.07.2021 wieder slowenischer<br />

Botschafter in Österreich,<br />

davor waren Sie dies bereits von 2009<br />

bis 2013. Was hat sich aus Ihrer Sicht<br />

seit Ihrem ersten Mandat als Botschafter<br />

in Österreich geändert?<br />

Eigentlich ist Wien so wie es immer<br />

war, mit all seinen positiven und<br />

manchmal negativen Seiten. Hier zu leben<br />

und zu wohnen ist wunderschön.<br />

Die Stadt ist aber eine wirkliche Metropole<br />

geworden. Nicht alle Bauarbeiten<br />

sind vermutlich unbedingt notwendig<br />

und logisch, aber man sieht, dass es<br />

der Stadt nicht an Geld mangelt. Besonders<br />

aufgefallen ist mir außerdem,<br />

dass sich die Gesprächsbereitschaft<br />

in manchen Regierungsämtern im Vergleich<br />

zu meiner ersten Amtszeit verändert<br />

hat. Man wartet jetzt viel länger<br />

auf Termine, als das noch vor acht oder<br />

zehn Jahren der Fall war. Damals war<br />

es ganz normal, ein Treffen mit hohen<br />

Regierungsvertretern noch am selben<br />

Tag abhalten zu können.<br />

Und ihre Aufgabe selbst hat sich<br />

wahrscheinlich auch verändert,<br />

nehme ich an.<br />

Die Aufgabe eines Diplomaten bleibt<br />

in ihrer Definition eigentlich immer<br />

dieselbe. Es geht darum, Kontakte zu<br />

pflegen, wichtigen Gesprächspartnern<br />

gewisse Nachrichten zu überbringen,<br />

die politische Landschaft zu beobachten<br />

und in Folge die eigene Regierung<br />

zu informieren. Das ist Diplomatie.<br />

Es gab Versuche, die diplomatische<br />

Tätigkeit zu modernisieren oder zu verändern,<br />

aber im Grunde ist das nicht<br />

möglich. Gut, man hat jetzt Telefone<br />

und es gibt moderne Technik. Das<br />

ermöglicht und erleichtert vieles, aber<br />

am Ende des Tages läuft es immer auf<br />

das Gespräch zwischen Menschen<br />

und den menschlichen Kontakt hinaus<br />

– es ist immer noch das Menschliche,<br />

das in der Diplomatie zählt.<br />

Am 1. Juli 2021 hat Slowenien zusammen<br />

mit Deutschland und Portugal<br />

den Dreiervorsitz für sechs Monate<br />

im Rat der EU übernommen. Worauf<br />

wird Slowenien während der Ratspräsidentschaft<br />

besonders seinen Fokus<br />

legen?<br />

Die Ratspräsidentschaft ist eine von<br />

vielen Aufgaben, die noch hinzukommt,<br />

sie endet aber nach sechs<br />

Monaten. Ich würde nicht sagen, dass<br />

sie unsere Hauptaufgabe ist, aber<br />

ein großer Teil meiner Tätigkeit ist<br />

momentan diesem Aspekt gewidmet.<br />

[Anm. der Redaktion: das Interview<br />

fand im November 2021 statt, die<br />

EU-Ratspräsidentschaft endet mit 31.<br />

Dezember 2021]. Das Geschehen in<br />

der Europäischen Union ist sehr rege.<br />

Seit es den Lissabonner Vertrag gibt,<br />

ist aber derjenige Mitgliedstaat, der die<br />

Präsidentschaft innehat, etwas weniger<br />

im Fokus. Davor war das jeweilige<br />

Land wirklich sehr wichtig und es hat<br />

auch inhaltlich die Agenda gesetzt.<br />

Jetzt machen das die Kommission<br />

und der Rat, aber es ist dennoch noch<br />

immer genug Spielraum vorhanden,<br />

sodass auch das jeweilige Mitgliedsland,<br />

das die Präsidentschaft innehat,<br />

einige Anstöße für die EU als Gesamtes<br />

geben kann. Wir haben unseren<br />

Fokus jedenfalls auf die Zukunft<br />

Europas gerichtet. Das ist wichtig, weil<br />

wir uns gerade in einer Krise befinden,<br />

außerdem besteht weiterhin die Frage<br />

der EU-Osterweiterung. Zusätzlich haben<br />

wir noch an Aufgaben im Bereich<br />

des Umweltschutzes gearbeitet, auch<br />

in Zusammenhang mit der Klimakonferenz<br />

in Glasgow. Hier hatten wir die<br />

Rolle eines Koordinators der EU Standpunkte<br />

inne und mussten zudem als<br />

Vermittler zwischen der EU und den<br />

Mitgliedsländern fungieren. Abgesehen<br />

davon, handelt es sich mehr oder<br />

weniger um eine vererbte Agenda von<br />

früheren Präsidentschaften, was aber<br />

dennoch mit viel Arbeit verbunden ist.<br />

Man ist der erste Ansprechpartner für<br />

viele Fragen und muss eine Vielzahl<br />

von Besuchen koordinieren. Außerdem<br />

haben wir zum Beispiel monatlich<br />

Foto: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

NEW AMBASSADORS<br />

060


<strong>SOCIETY</strong><br />

Mittagessen für Botschafter *innen<br />

und Mitglieder der Bundesregierung<br />

und den Bundespräsidenten organisiert.<br />

Am 18. Juni 2021 feierte Slowenien 30<br />

Jahre Unabhängigkeit. Was sind für<br />

Sie die größten Errungenschaften der<br />

letzten drei Dekaden?<br />

Wir waren das erste der Ex-Jugoslawischen<br />

Länder, welches in die EU<br />

aufgenommen wurde. Wir hatten 2008<br />

als erstes Land aus Osteuropa die<br />

Ratspräsidentschaft inne. Slowenien<br />

war auch das erste neue EU-Mitgliedsland,<br />

das den Euro angenommen hat<br />

und im Zuge dessen sind wir auch<br />

dem Schengen-Raum beigetreten. Wir<br />

waren also ein totaler Vorzeigeschüler,<br />

aber dann ist alles etwas anders<br />

verlaufen – wie auch in anderen EU<br />

Ländern. Wir haben uns teilweise in<br />

heiklen Situationen wiedergefunden,<br />

die uns beeinträchtigt haben. Die<br />

finanzielle Krise, die Migrationsproblematik,<br />

die COVID-19 Pandemie – diese<br />

Ereignisse haben uns alle gefordert.<br />

Auf manche waren wir nicht so gut<br />

vorbereitet, wie wir gedacht hatten,<br />

und das ist eben ein Punkt, wo ich<br />

meine, dass wir wahrscheinlich nicht<br />

alles so gut gemeistert haben, wie wir<br />

das eigentlich hätten sollen. Es war<br />

definitiv nicht einfach für die EU.<br />

Durch die Pandemie ist schon ein Riss<br />

in der EU entstanden, oder?<br />

Ja, ich denke, diese Krise geht tiefer<br />

als die Pandemie. Ich glaube, dass<br />

einer der Hauptgründe dafür die Kluft<br />

zwischen Osten und Westen ist. Der<br />

Osten der EU hat Erfahrung mit dem<br />

Kommunismus gemacht, der Westen<br />

nicht. Und wahrscheinlich sind auf<br />

Grund der verschiedenen geschichtlichen<br />

Erfahrungen – zum Beispiel was<br />

die Frage der Menschenrechte anbelangt<br />

– die Ansichten oftmals unterschiedlich.<br />

Ich glaube, wir sollten uns<br />

vielmehr darüber unterhalten, wie wir<br />

diese Krise bewältigen, denn ich denke,<br />

dass diese Kluft wahrscheinlich die<br />

größte Gefahr für die Zukunft der Europäischen<br />

Union darstellt. COVID-19<br />

– das müssen und werden wir meistern,<br />

aber dieser Spalt zwischen Osten und<br />

Westen macht mich nachdenklich, weil<br />

es schon etwas ist, was längerfristig<br />

doch viel Schaden anrichten kann.<br />

Wie sehen Sie dann die Osterweiterung<br />

der EU?<br />

Die Osterweiterung der EU war natürlich<br />

notwendig, weil Europa sofort<br />

nach dem Fall der Berliner Mauer und<br />

nach dem Zerfall des Kommunismus<br />

weitergehen wollte. Der Westen wollte<br />

helfen, auch weil er im Kalten Krieg einfach<br />

zugesehen hat, was im Osten passiert.<br />

Slowenien wollte sofort Teil der<br />

EU werden und das war auch richtig<br />

so. Aber rückblickend haben wir uns in<br />

Sachen geschichtlicher Aufarbeitung<br />

auf der Linie West – Ost nicht sehr viel<br />

miteinander beschäftigt. Es sind hier<br />

innerhalb eines Gebildes, das auf einer<br />

liberalen, westlichen Ordnung basierte,<br />

zwei verschiedene Welten aufeinandergetroffen.<br />

Wir im Osten hatten<br />

eine komplett andere Erfahrung, die<br />

der Westen nicht hatte und das ist, so<br />

glaube ich, ein längerfristiger Aspekt<br />

der viel intensiver ausdebattiert werden<br />

muss, als wir das dachten und das<br />

bisher der Fall war.<br />

SLOWENIEN<br />

061


<strong>SOCIETY</strong><br />

Investitionen sind die<br />

beste Entwicklungspolitik<br />

Stefan Liebing, Unternehmer und Vorsitzender des<br />

Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, analysiert das<br />

Potenzial Afrikas und plädiert für eine engere<br />

Zusammenarbeit mit unserem Nachbarkontinent.<br />

Das Corona-Jahr 2020 war geprägt<br />

von einem Einbruch der weltweiten<br />

Wirtschaftsleistung. Gerade einmal<br />

26 Staaten konnten ein Wachstum<br />

verzeichnen, 12 davon liegen in Afrika.<br />

Das zeigt, dass auf unserem Nachbarkontinent<br />

eine positive Entwicklung<br />

stattfindet, die oft übersehen wird.<br />

Bereits vor der Pandemie ist Afrika<br />

vor allem durch hohes Wirtschaftswachstum<br />

aufgefallen und es haben<br />

sich auch viele andere Indikatoren<br />

in die richtige Richtung entwickelt.<br />

Bildung, Gesundheitsversorgung,<br />

Korruptionsbekämpfung und Infrastruktur:<br />

Afrika ist anders, als es das<br />

Klischee erwarten lässt. Auch der<br />

krisenbedingte Wirtschaftseinbruch<br />

des Bruttoinlandsprodukts lag im<br />

Durchschnitt in Afrika gerade einmal<br />

Stefan Liebing, Unternehmer und Vorsitzender<br />

des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft<br />

bei minus 1,8 Prozent. Ökonomen erwarten<br />

eine schnelle Erholung, sobald<br />

die Krise überstanden ist. Damit das<br />

geschieht, ist es jetzt wichtig, bei der<br />

Versorgung mit Impfstoff bilateral zu<br />

helfen. Idealerweise ergänzt um Unterstützung<br />

beim Aufbau einer eigenen<br />

Impfstoffwirtschaft.<br />

Der Kontinent bietet zunehmend<br />

attraktive Absatzmärkte und eine<br />

wachsende Mittelschicht. Eine ganze<br />

Reihe von Ländern verfügt über gut<br />

ausgebildetes Personal bei vergleichsweise<br />

geringen Lohnkosten. Deshalb<br />

ist in Nordafrika ein deutlicher Ausbau<br />

der Automobilzulieferindustrie zu<br />

sehen, in Äthiopien entstehen viele<br />

Arbeitsplätze in der Textilwirtschaft,<br />

Kenia und Uganda sind in der Lebensmittel-<br />

und Rohstoffverarbeitung engagiert,<br />

andere Länder verfügen über eine<br />

starke Startup-Szene. Die Krise hat<br />

gezeigt, dass es für viele Unternehmen<br />

ratsam ist, ihre Lieferketten zu diversifizieren<br />

und Afrika bietet dafür alle<br />

Möglichkeiten. Nicht zu unterschätzen<br />

ist die Bedeutung von Wasserstoff als<br />

Treiber wirtschaftlichen Wachstums.<br />

Europa hat Bedarf an grüner Energie,<br />

wenn es seine Klimaziele erreichen will.<br />

Das wird sich nicht allein durch den<br />

Ausbau heimischer Erzeugung lösen<br />

lassen. Preiswerte grüne Energie in<br />

Afrika zu erzeugen und durch Umwandlung<br />

in Wasserstoff transportfähig zu<br />

machen, stellt eine realistische Option<br />

dar, die eine ganz neue Kategorie von<br />

Energieexportländern schaffen kann.<br />

Statt von Petrodollar könnten künftig<br />

afrikanische Länder von Hydrodollars<br />

profitieren. Der Aufbau einer solchen<br />

Wasserstoffindustrie bietet riesige<br />

Möglichkeiten. Private Unternehmen<br />

und nicht Regierungen schaffen<br />

Arbeitsplätze. Die traditionelle Entwicklungszusammenarbeit<br />

wird kaum<br />

dabei helfen können, solch neue<br />

Strukturen aufzubauen, auch wenn<br />

diese viel nachhaltiger zur Entwicklung<br />

Afrikas beitragen würden. Damit private<br />

Unternehmungen diese Aufgabe<br />

erfolgreich erfüllen können, wird es notwendig<br />

sein, Entwicklungsgelder dafür<br />

einzusetzen, Investitionsrisiken für<br />

solche Projekte mit den Unternehmern<br />

zu teilen, die entwicklungspolitisch<br />

gewünscht sind, weil sie beispielsweise<br />

zum Klimaschutz beitragen können.<br />

Notwendig für die Realisierung sind<br />

innovative Finanzierungs- und Risikoabsicherungsinstrumente.<br />

Gleichzeitig<br />

sollte die Politik sich für einen Mechanismus<br />

einsetzen, der das CO2-Emissionshandelssystem<br />

ausweitet und<br />

eine Klimaschutzzone Afrika-Europa<br />

schafft.<br />

Ein neuer Ansatz in Europa, der Entwicklungs-<br />

und Außenwirtschaftspolitik<br />

gemeinsam denkt, könnte zu einem<br />

Wachstumsschub in Afrika führen und<br />

zu einer Stärkung der wirtschaftlichen<br />

Chancen für europäische Unternehmen.<br />

Afrika ist im Kommen und wir<br />

sollten dabei sein.<br />

Foto: Stefan Liebing<br />

DIVERSITY 062


<strong>SOCIETY</strong><br />

Politisch Schwarzes Oberösterreich<br />

– eine Premiere<br />

Am 26. September 2021 haben in Oberösterreich<br />

die Landtags-, Gemeinderats- und<br />

Bürgermeisterwahlen stattgefunden. Fünf<br />

Personen afrikanischer Herkunft kandidierten<br />

und wurden zu Gemeinderät*innen gewählt.<br />

Eine Premiere in Österreich.<br />

Fotos: Abena Twunasi, Jeremie Dikébo, Ike Okafork, Beverley Allen-Stingeder, Hermann Nsambang; Collage: Simon Inou<br />

Am 25. November 2020 wurde die Austro-Kongolesin<br />

Drin Mireille Ngosso<br />

(SPÖ) als zweite Afro-Österreicherin<br />

nach der Austro-Ägyptischen Faika<br />

El-Nagashi (Grünen) – die heute Nationalratsabgeordnete<br />

ist – im Wiener<br />

Landtag angelobt. Die allererste afroösterreichische<br />

Bezirksrätin war Frau<br />

Drin Ilunga Kabedi, die damals am 27.<br />

Mai 2008 angelobt wurde.<br />

In der SPÖ Puchenau und Ried im<br />

Innkreis<br />

Schwarz, Frau und evangelisch. So<br />

bezeichnete sich die Lehrerin Beverley<br />

Allen-Stingeder aus Puchenau – Oberösterreich<br />

– in unserem Interview. Sie<br />

kandidierte als Spitzenkandidatin der<br />

SPÖ des Bezirks Urfahr-Umgebung im<br />

Wahlkreis Mühlviertel für einen Sitz<br />

im oberösterreichischen Landtag. Die<br />

Sozialdemokratische Partei Österreich<br />

schickte sie außerdem für das Amt<br />

der Bürgermeisterin ins Rennen. Den<br />

Bürgermeisterinnenposten konnte sie<br />

zwar nicht erreichen, doch erhielt sie<br />

das sechsjährige Mandat zur Gemeinderätin.<br />

Ebenfalls in den Gemeinderat<br />

gewählt wurde der 18-jährige Innviertler<br />

mit kongolesischen Wurzeln Jeremie<br />

Kapeta Dikebo,<br />

der für die SPÖ Ried<br />

im Innkreis auf dem<br />

8. Listenplatz kandidierte.<br />

2020 wurde er<br />

bereits von mehr als<br />

20 Berufsschulen in<br />

Oberösterreich zum<br />

Landesschulsprecher<br />

gewählt. Heute gilt er<br />

als große Zukunft der<br />

oberösterreichischen<br />

SPÖ.<br />

Die Grünen in Asten<br />

und in Linz<br />

Der Austro-Nigerianer<br />

Ikechukwu Okafor<br />

kandidierte auf dem<br />

zweiten Listenplatz<br />

der Grünen in der Marktgemeinde<br />

Asten im Bezirk Linz-Land und wurde<br />

in den Gemeinderat gewählt. Der<br />

Jugendcoach und Aktivist der Black<br />

Communities ist seit vielen Jahren in<br />

der Politik aktiv. In Linz kandidierte die<br />

Austro-Ghanesin Stephanie Abena<br />

Twumasi auf Platz fünf der Grünen.<br />

Die Sozialwirtin, Diversity-Expertin &<br />

Aktivistin wurde ebenfalls zur Gemeinderätin<br />

der Grünen gewählt.<br />

ÖVP Mauthausen<br />

Mauthausen ist vor allem für seine<br />

KZ-Gedenkstätte bekannt. In diesem<br />

symbolträchtigen Ort hat die ÖVP<br />

einen Kandidaten afrikanischer Herkunft<br />

auf ihrer Liste: Hermann Nsambang.<br />

Der aus Kamerun kommende<br />

Jugendbetreuer und Politiker ist ein<br />

sehr aktiver Einwohner, der in den<br />

Ersatzgemeinderat in Mauthausen<br />

gewählt wurde. Er ist in seiner zweiten<br />

Legislaturperiode.<br />

Für die nächsten sechs Jahre werden<br />

alle fünf GemeinderätInnen mehr Farbe<br />

in die Landespolitik bringen. Hoffen<br />

wir, dass in den nächsten Jahren<br />

nicht nur in Oberösterreich sondern<br />

im ganzen Land mehr PolitikerInnen<br />

afro-österreichischer Herkunft gewählt<br />

werden.<br />

DIVERSITY<br />

063


Moderner Staat<br />

mit antiker<br />

Geschichte<br />

Das Land Ägypten ist ein einzigartiges kulturelles<br />

Glanzstück: Ein reiches historisches Erbe sowie ein für<br />

einen Wüstenstaat enorm abwechslungsreiches Landschaftsbild,<br />

inklusive traditionellem orientalischen Flair,<br />

kreieren zusammen einen kulturellen Alleskönner.


<strong>SOCIETY</strong><br />

GESCHICHTE<br />

Ägypten kann auf eine bis zu 5000 Jahre<br />

alte Geschichte zurückblicken, die<br />

von der Etablierung der pharaonischen<br />

Hochkultur, über die Eingliederung<br />

in das römische Weltreich, bis hin zur<br />

Gründung eines modernen Nationalstaates<br />

reicht. Schon während der<br />

prä-dynastischen Zeit (ca. 5000-3000<br />

v.Chr.) entstanden entlang des Ufers<br />

des Nils soziale Gemeinschaften,<br />

die sich im Laufe der Jahrhunderte<br />

zu komplexen dörflichen Gebilden<br />

und schließlich sogar zu gewaltigen<br />

Königreichen entwickeln sollten. Durch<br />

den legendären Pharao Menes wurde<br />

laut Überlieferungen das in Ober- und<br />

Unterägypten geteilte Land um 3000<br />

v.Chr. vereint, bevor Ägypten unter den<br />

Herrschern Narmer und Horus Aha in<br />

die erste Dynastie ein- und damit aus<br />

der geschichtlichen Dunkelheit austrat.<br />

In Folge war die Entwicklung eines<br />

komplexen Notationssystems, der<br />

heiligen Schrift der Hieroglyphen, für<br />

die Fortentwicklung der ägyptischen<br />

Hochkultur von maßgeblicher Bedeutung.<br />

Die in Herrschergeschlechter<br />

(Dynastien) eingeteilte Pharaonische<br />

Zeit war eine Epoche der Machtkämpfe,<br />

aber auch eine der künstlerischen,<br />

literarischen und vor allem architektonischen<br />

Blüte. So lieferte uns das sogenannte<br />

Alte Reich (etwa 2592 – 2120<br />

v.Chr.) und damit die Zeit der großen<br />

Pyramidenbauer beispielsweise das<br />

allerorts bekannte Weltwunder der<br />

Pyramiden von Gizeh.<br />

Mit dem Beginn der Spätzeit um etwa<br />

722 v.Chr., welche wenige Jahrhunderte<br />

später zur Eingliederung Ägyptens<br />

in das römische Reich führte, wurde<br />

der Verfall der ägyptischen Glanzperiode<br />

eingeleitet. Als 639 n.Chr. schließlich<br />

islamische Eroberungsheere in<br />

das Land einmarschierten, nahm<br />

eine mehr als 1000-Jährige Epoche<br />

der kulturellen wie politischen und<br />

wirtschaftlichen Höhen und Tiefen<br />

ihren Lauf, die 1798 durch Napoleon<br />

ein abruptes Ende fand. Die darauffolgende<br />

Machtübernahme durch den<br />

albanischen Söldner Mohammed Ali<br />

sowie die spätere Eingliederung in das<br />

britische Weltreich, prägten Ägypten<br />

macht- und identitätspolitisch enorm.<br />

Nichtsdestotrotz konnte sich in Folge<br />

landesweiter Revolutionen am 23.<br />

Juli 1952 ein unabhängiger, republikanischer<br />

Staat unter der Führung von<br />

General Gamal Abdel Nasser etablieren.<br />

Im Jahr 1956 verließen schließlich<br />

die letzten britischen Besatzungstruppen<br />

die Suezkanal Zone und Ägypten<br />

erhielt endlich seine lang ersehnte<br />

Unabhängigkeit.<br />

GESELLSCHAFT UND KULTUR<br />

Im modernen Ägypten finden sich<br />

immer noch historische Relikte aus<br />

der Zeit der glorreichen Pharaonen,<br />

Götter und Bauherren. Egal ob man<br />

nun am Ufer des Nils entlangspaziert,<br />

die endlosen Weiten der östlichen<br />

Sahara erkundet oder eine Stadttour<br />

im kulturellen Schmelztiegel Kairo<br />

unternimmt, überall wird man unweigerlich<br />

mit den altertümlichen<br />

Beständen der pharaonischen Hochkultur<br />

konfrontiert und kann somit in<br />

antike Zeiten eintauchen. Während im<br />

Rest des Landes islamische Bräuche<br />

und Traditionen sowie die islamische<br />

Religion die kulturelle Landschaft<br />

Ägyptens klar dominieren, stellt sich<br />

die Hauptstadt Kairo als einer der<br />

bedeutendsten geistigen und kulturellen<br />

Knotenpunkte der gesamten<br />

arabischen Welt heraus. In dieser Metropole<br />

verschmelzen altägyptische,<br />

graeco-romanische, christliche sowie<br />

islamische kulturelle Elemente mit<br />

der westlichen Moderne zum Kern der<br />

kulturellen Vielfalt Ägyptens. Als das<br />

wichtigste Medienzentrum des Nahen<br />

Ostens ist Kairo außerdem weltbekannt<br />

für seine Filmindustrie.<br />

SEHENSWÜRDIGKEITEN UND<br />

NATUR<br />

Das Erbe der antiken ägyptischen<br />

Hochkultur bleibt bis heute gut erhalten<br />

und eröffnet seinen Besuchern<br />

ein Tor in eine mehrere Jahrtausende<br />

alte Welt. Die über 3000 Jahre alten<br />

Grabkammern der Pharaonen im Tal<br />

der Könige laden dazu ein, die letzten<br />

Ruhestätten der mumifizierten<br />

Herrscher aus nächster Nähe zu bewundern,<br />

während die weltbekannte<br />

Sphinx zusammen mit den prächtigen<br />

Pyramiden von Gizeh im Hintergrund,<br />

Besuchern einen atemberaubenden<br />

Einblick in die Baukünste der<br />

antiken Ägypter bietet. Auch die 331<br />

v.Chr. unter der Herrschaft Alexander<br />

des Großen errichtete Hafenstadt<br />

Alexandria ist für Geschichtsenthusiasten<br />

ein Muss. Natürlich dürfen auch<br />

Attraktionen wie die Stufenpyramiden<br />

in Sakkara, der Karnak Tempel in Luxor,<br />

das Medinet Habu, der Tempel Abu<br />

Simbel oder etwa auch das ägyptische<br />

Museum in Kairo nicht unerwähnt<br />

bleiben. Die Sehenswürdigkeiten<br />

werden komplementiert durch das<br />

Landschaftsbild des nordafrikanischen<br />

Küstenstaates. Westlich sowie<br />

östlich des Nils befinden sich riesige<br />

Sandmeere, die von bis zu 2000 Meter<br />

hohen Gebirgsketten durchzogen sind.<br />

Das regelmäßig von Überschwemmungen<br />

heimgesuchte Flussbett des<br />

Nils, welcher sich durch das gesamte<br />

Land hindurchwindet, schafft nicht nur<br />

ideale Bedingungen für Ackerbau und<br />

Viehzucht, sondern auch für den Weinbau.<br />

Während an der nördlichen Grenze<br />

über das Mittelmeer unter anderem<br />

Seehandel betrieben wird, schafft<br />

die wüstenhafte Sinai-Halbinsel am<br />

Grabenbruch des Roten Meeres eine<br />

gigantische Landbrücke zwischen Afrika<br />

und Asien und verbindet damit zwei<br />

verschiedene Kontinente nicht nur<br />

geographisch, sondern auch kulturell.<br />

FACTS IN BRIEF<br />

Ländername: Arabische Republik<br />

Ägypten<br />

Hauptstadt: Kairo<br />

Fläche: 1.001.449 km 2<br />

Bevölkerung: 102,3 Mio. (Schätzung für<br />

2020)<br />

Sprache: Arabisch<br />

Religion: Islam (90%), kleinere Gruppen<br />

an Christen und Juden, etliche<br />

regionale Religionsgemeinschaften<br />

Währung: Ägyptisches Pfund (EGP)<br />

Nationalfeiertag: 23. Juli (Tag der<br />

Revolution)<br />

Staatsform: Republik (semi-präsidentiell)<br />

Staatsoberhaupt: Präsident Abd al-<br />

Fattah as-Sisi<br />

Fotos: unsplash, pixabay<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

066


<strong>SOCIETY</strong><br />

Im Tal der Könige warten die beeindruckenden Pyramiden von Gizeh und andere antike Bauwerke auf ihre Besucher<br />

Bei einer Schifffahrt auf dem Nil zieht die Wüstenlandschaft an einem vorbei<br />

Der beeindruckende Wasserdamm der Stadt El Qanater El Khayreya<br />

Der Nil führt durch die ägyptische Hauptstadt Kairo<br />

Vom Kamelrücken aus kann man die Pyramiden bequem besichtigen<br />

Die moderne Al-Rifai‘i Moschee von Kairo<br />

ÄGYPTEN<br />

067


Bright Outlook<br />

into the Future<br />

<strong>SOCIETY</strong> spoke with H.E. Mohamed Hamdy<br />

Mohamed ElMolla, Ambassador of Egypt to<br />

Austria, about the transformation of his country<br />

into an era of prosperity and stability.<br />

In September 2020, your term as<br />

Ambassador of Egypt to Austria and<br />

Permanent Representative of Egypt<br />

to the UN and other International<br />

Organizations started – how would<br />

you summarize the first months as<br />

Ambassador and which goals did you<br />

set yourself for the rest of your term?<br />

I would describe my term thus far as<br />

both challenging and fruitful. I must<br />

admit that the restrictions caused by<br />

the COVID-19 pandemic have added<br />

a layer of complexity to my mission<br />

representing my country in Vienna,<br />

especially concerning direct communication<br />

with my colleagues and counterparts<br />

in person. Nevertheless, these<br />

past few months have demonstrated<br />

the importance of both bilateral and<br />

multilateral cooperation as we carry<br />

out our collective duty to further not<br />

only our national interests but also the<br />

interests of the international community<br />

at large. On the other hand, I also<br />

consider these first months to be rewarding,<br />

as Egypt witnessed significant<br />

successes through its engagement<br />

with International Organizations in<br />

Vienna, whether in terms of its election<br />

as President of the Bureau of the Conference<br />

of the UN Treaty on Corruption<br />

(UNTOC), Vice President of the Board<br />

of the UN Industrial Development<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

068


<strong>SOCIETY</strong><br />

Trade and investment are also key areas where relations between<br />

Egypt and Austria could be further boosted. Currently, the trade<br />

balance between the two tilts towards Austria.<br />

Organization (UNIDO) and Vice Chair<br />

of the Committee on Cybercrime or its<br />

selection to host the 9th Conference<br />

of States Parties of the UN Convention<br />

Against Corruption (UNCAC), which<br />

is the largest international assembly<br />

on corruption worldwide. As for the<br />

rest of my term here, I aspire to further<br />

strengthen the bonds of friendship and<br />

cooperation between Egypt and Austria,<br />

continue to serve the collective<br />

interests of the international community<br />

through multilateral concerted<br />

efforts and work to encourage trade<br />

and investment between Egypt and<br />

Austria, especially considering the vast<br />

untapped potential that lies in both our<br />

countries.<br />

What is – in your opinion – the essence<br />

of Austrian-Egyptian relations? What<br />

are the common intersections of both<br />

countries and in which areas could the<br />

ties be further boosted?<br />

I would posit that the essence of Austrian-Egyptian<br />

relations is premised<br />

upon mutual respect and understanding<br />

between our two nations, which<br />

have a rich history and a deep-seated<br />

appreciation of culture, progress and<br />

innovation. This applies today just as<br />

it has throughout the history of the<br />

longstanding relations between them,<br />

which date back to the early 18th century<br />

and included political, economic<br />

and cultural relations. Egypt was also<br />

one of the main economic partners of<br />

the Austro-Hungarian Empire in the<br />

Middle East. In fact, trade relations<br />

were so important between the two<br />

that a direct shipping line was established<br />

between the city of Trieste and<br />

Alexandria, with Egypt being nicknamed<br />

as the Austro-Hungarian Empire’s<br />

“Door to the East” at the time. The<br />

Austro-Hungarian Empire also established<br />

multiple trading houses in Egypt<br />

that lasted well into the 20th century<br />

and – on its part – Cairo sent scientific<br />

and cultural expeditions to Vienna<br />

on a regular basis. Even today, both<br />

nations are bound by multiple intersections<br />

in terms of their policies and<br />

principles as well as bilateral economic<br />

and cultural cooperation. First and<br />

foremost, Egypt and Austria are joined<br />

by their unwavering commitment to<br />

dialogue and multilateralism; the latter<br />

of which has manifested itself most<br />

prominently in each hosting major<br />

international and regional organizations;<br />

with Vienna hosting one of three<br />

UN offices worldwide, while Cairo hosts<br />

the headquarters of the League of Arab<br />

States, whose foundation predates the<br />

UN itself, as well as over 15 regional offices<br />

of UN agencies. Furthermore, the<br />

economies of both countries rely on<br />

services to a considerable degree, with<br />

tourism being a prominent common<br />

denominator in this regard. Hence, it<br />

comes as no surprise that there are<br />

multiple avenues of cooperation between<br />

Egypt and Austria with regards to<br />

tourism and culture. The most recent<br />

of which is the Viennese Philharmonic<br />

Orchestra performing in the inaugural<br />

ceremony of the Opera house of the<br />

New Administrative Capital. An additionally<br />

interesting intersection pertains<br />

to the attachment of the two nations to<br />

their own rivers, as both the Danube &<br />

the Nile function as lifelines of Austria<br />

and Egypt respectively. Accordingly,<br />

we believe that there is considerable<br />

potential for cooperation in this area,<br />

considering the abundance of Austrian<br />

expertise in green technology, water<br />

resource utilization and management,<br />

a field that becomes increasingly<br />

important as the world witnesses the<br />

palpable impact of climate change. Trade<br />

and investment are also key areas<br />

where relations between Egypt and<br />

Austria could be further boosted. Currently,<br />

the trade balance between the<br />

two tilts towards Austria. While Egypt<br />

remains by far one of the most important<br />

export markets for Austrian goods<br />

in Africa, there are several steps that<br />

should be taken to increase Egyptian<br />

exports to Austria and Austrian investments<br />

in Egypt. In this regard, both can<br />

build upon the existing foundations,<br />

given that there are over 179 well-established<br />

Austrian companies already<br />

in Egypt. In light of this, the Egyptian<br />

Embassy in Vienna has been affording<br />

due attention to promoting bilateral<br />

trade and investment relations. Most<br />

recently, the Embassy participated in<br />

an economic forum organized by the<br />

Austro-Arab Chamber of Commerce,<br />

where Egypt featured exclusively this<br />

year as the guest of honour.<br />

Egypt was one of the few emerging<br />

market countries that experienced<br />

a positive growth rate in 2020 – due<br />

to which factors could the economy<br />

– compared to so many other economies<br />

worldwide – show resilience in<br />

the face of the pandemic?<br />

This rather important question ties into<br />

my previous point regarding the vast<br />

potential that lies within the Egyptian<br />

economy. Indeed, the latest indicators<br />

reveal that our economy has been<br />

among few worldwide experiencing a<br />

positive economic growth rate during<br />

the COVID-19 pandemic, averaging at<br />

3.3% in 2020. Egypt consistently ranks<br />

among the very top performing MENA<br />

economies, attracting investors with<br />

its stability and lucrative opportunities<br />

across the board, which is why it<br />

maintained its position as the largest<br />

recipient of foreign direct investment<br />

in Africa in 2020 according to the UN<br />

Conference on Trade & Development<br />

(UNCTAD). This success owes to two<br />

main reasons. The first pertains to the<br />

recent macroeconomic and structural<br />

reforms that have stabilized Egypt’s<br />

EGYPT<br />

069


<strong>SOCIETY</strong><br />

economy, allowing it to enter the<br />

global COVID-19 crisis with improving<br />

fiscal & external accounts. The second<br />

pertains to Egypt’s successful adaptation<br />

of its investment strategy to the<br />

changes caused by the pandemic by<br />

focusing investments on sectors with<br />

the advantage of flexibility and ability<br />

to recover quickly. These included<br />

information technology, agricultural, industrial,<br />

logistical and financial sectors,<br />

complemented by investments into innovative<br />

and green economic sectors.<br />

Egypt had also been striving to digitize<br />

its economy and encourage integration<br />

of technological solutions, which ultimately<br />

meant remote working became<br />

easier during the pandemic. Most importantly,<br />

Egypt had prioritized tackling<br />

unemployment, the rate of which previously<br />

averaged at 12.7% but dropped<br />

to a 20-year-low of 7.5% in 2019 due to<br />

economic reforms. This rate remained<br />

low even during the second half of<br />

2020 due to the gradual resumption of<br />

economic activity, and the continuation<br />

of megaprojects throughout the<br />

crisis. To quickly manage the COVID-19<br />

crisis, the government also issued an<br />

emergency economic package worth<br />

1.7% of its GDP, provided forbearance<br />

measures as well as exceptional monetary<br />

grants to irregular workers and<br />

expanded its social security network.<br />

Consequently, the fiscal, monetary and<br />

sectoral reforms of recent years, the<br />

rapid emergency measures undertaken<br />

and revolutionary digitization efforts<br />

have helped Egypt weather the storm<br />

exceedingly well. As this storm begins<br />

to subside, the Egyptian Government<br />

intends to inaugurate a new era of<br />

economic growth and is determined to<br />

propel its economy – which is projected<br />

to be among the top 5 growth<br />

markets – to unprecedented heights.<br />

There are a number of big projects<br />

being realized in Egypt at the moment,<br />

amongst them the Grand Egyptian<br />

Museum and the New Administrative<br />

Capital, around 45 km east of Cairo.<br />

Which goals are being pursued with<br />

these initiatives?<br />

These monumental projects are all part<br />

of the Egyptian Government’s grand<br />

strategy to achieve progress, prosperity<br />

and sustainable development;<br />

they attest to the vibrancy, ambition<br />

and the vast potential that lies within<br />

Egypt. Accordingly, they should be<br />

perceived within the broader context<br />

that Egypt is striving towards achieving<br />

growth and sustainable development,<br />

the latter of which has been clearly<br />

outlined in Egypt’s Vision 2030. From<br />

this standpoint, I would like to classify<br />

the aforementioned projects into two<br />

distinct categories, the first of which<br />

includes infrastructural megaprojects,<br />

which are intended to stimulate economic<br />

growth, contribute to job creation<br />

and provide a sustainable source of<br />

revenue for Egyptians. These include<br />

establishing new industrial zones, expanding<br />

the construction of new cities,<br />

including Egypt’s New Administrative<br />

Capital, which is set to accommodate<br />

5 million people (more than double<br />

that of Vienna) as well as the opening<br />

of the new Suez Canal in 2015, while<br />

transforming the surrounding area to a<br />

global logistical center. Concurrently,<br />

Egypt has added 14,400 megawatts<br />

to its national grid (45% increase) in<br />

a span of 5 years, while working to<br />

establish a nuclear power station with<br />

a total output of 4,800 megawatts,<br />

in addition to numerous solar and<br />

wind-powered clean energy projects,<br />

the latter includes establishing the<br />

largest solar power plant in the world in<br />

Benban, Aswan. In terms of providing<br />

sustenance, Egypt created over 5,750<br />

fish farms and built 7,500 greenhouses<br />

to increase local production of vegetables,<br />

while aiming to cultivate 4 million<br />

additional acres of land. Egypt also<br />

boasts a tremendous story of transformation<br />

into a regional energy hub<br />

driven by rapid growth in its natural gas<br />

supplies, which were catalysed by the<br />

discovery of the Zohr marine natural<br />

gas field, the Mediterranean’s largest<br />

field, turning Egypt from a net importer<br />

to exporter in late 2018. As for tourism,<br />

it is noteworthy that Egypt is establishing<br />

a panoply of new cutting-edge<br />

museums, with the most prominent<br />

examples being the recently inaugurated<br />

Museum of Egyptian Civilization<br />

and the long-awaited Grand Egyptian<br />

Museum (GEM), which is set to be the<br />

largest museum in the world dedicated<br />

to a single civilization. The legendary<br />

Sphinx Avenue in the city of Luxor has<br />

also been entirely revamped and was<br />

inaugurated in November 2021. The<br />

second category of megaprojects focuses<br />

exclusively on bettering the lives<br />

of our citizens as part of Egypt’s Vision<br />

2030, which includes a number of concrete<br />

macroeconomic goals, namely<br />

aiming to raise the nation’s annual GDP<br />

growth rate to 12% and boosting its<br />

GDP per capita. Egypt’s vision adopts a<br />

comprehensive social security net and<br />

a broad approach to social spending<br />

to support those in need. The most<br />

prominent program in this regard is<br />

the “Takaful & Karama” Program which<br />

supports underprivileged households<br />

with children, the elderly, and people<br />

with disabilities. The program currently<br />

covers 3.6 million households (around<br />

14 million citizens), with women constituting<br />

more than 85% of its beneficiaries.<br />

The Egyptian Government is<br />

also well on its way to pay off the debts<br />

of all indebted incarcerated women in<br />

the country. In terms of health, Egypt<br />

has launched “Health for 100-Million”, a<br />

nation-wide campaign for the early detection<br />

of non-communicable diseases<br />

that encourages citizens to undergo<br />

regular check-ups. Most incredibly,<br />

the Government has just concluded<br />

a 5-year long campaign that provided<br />

free medication for “Hepatitis C”, thereby<br />

entirely eradicating a disease which<br />

has plagued our country for decades<br />

and led to an innumerable loss in lives.<br />

Last but not least, among its most<br />

important goals, Egypt has successfully<br />

completed 60% of its plan to provide<br />

adequate housing to those in the lower<br />

income bracket (over 1 million units). In<br />

sum, we are determined to ensure that<br />

the revolutionary transformation Egypt<br />

is undertaking across all sectors will<br />

usher in a new era of inclusive prosperity,<br />

stability and progress, not only for<br />

our beloved ancient Nation but for the<br />

entirety of the Middle East as well.<br />

Fotos: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

LÄNDER IM FOKUS 070


<strong>SOCIETY</strong><br />

Tablet at the entrance telling the history of the building<br />

The interior of the Embassy Building is adorned with gilded replicas of Statues<br />

of the pharaohs from ancient Egypt wearing the well-renowned Egyptian<br />

Double Crown<br />

Ambassador H.E. Mohamed ElMolla in his office<br />

The Ambassador welcoming <strong>SOCIETY</strong> editor in chief, Tanja Tauchhammer<br />

The obelisk in front of the Embassy is made of pink granite from the city of<br />

Aswan, and was presented as a gift to the Embassy, symbolizing Egyptian<br />

pride and progress<br />

Fotos. <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig, <strong>SOCIETY</strong>/Schiffl<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

072


<strong>SOCIETY</strong><br />

A Brief History of the<br />

Egyptian Embassy<br />

Located in perhaps the most famous part of<br />

Vienna’s 19th district – Hohe Warte – the Egyptian<br />

Embassy building impresses with its outstanding<br />

architecture and fascinating history.<br />

The Embassy’s history dates back to<br />

the mid-nineteenth century, when<br />

famous businessman Karl Kehess<br />

built one of the area’s most luxurious<br />

villas with a tower overlooking the<br />

surrounding hills and plateaus covered<br />

with vineyards and dense forests. Its<br />

architectural style was inspired by<br />

Postmodernism, combining modern<br />

architectural elements of the time with<br />

traditional and historic Austrian design<br />

with its castle towers, fortresses and<br />

sandstone façade cladding. In 1870, the<br />

ownership of the house was transferred<br />

to Nathaniel Meyer von Rothschild<br />

– member of the famous Rothschild<br />

family – who had a friendly relationship<br />

with the ruling Habsburg family, as he<br />

was one of the largest financiers of the<br />

Imperial Palace. 18 years later, Gottfried<br />

Schenker, a wealthy and distinguished<br />

figure of the Austrian society, acquired<br />

the building and held numerous<br />

concerts and literary salons there. The<br />

different owners made some internal<br />

renovations but the exterior remained<br />

in its original condition.<br />

After the annexation of Austria into the<br />

German Reich in 1938, the Nazis seized<br />

the building and the vast garden attached<br />

to it from its then owner, Austrian<br />

engineer Arnold Spritzer, and made<br />

it the headquarters of the military<br />

governor-general Joseph Bruckel and<br />

later Badur von Scherach. After the end<br />

of World War II, the building remained<br />

vacant for a long time. At the end of<br />

the 1950s, the Saudi Arabian Prince<br />

Abdullah Al Faisal bought the house,<br />

but he did not make any adjustments<br />

or repairs until he sold it about a decade<br />

later. In the 1970s, the ownership of<br />

the house was transferred to Konsum,<br />

a company affiliated with the Socialist<br />

Party, before being sold to Macculan,<br />

one of the largest construction companies<br />

in Austria at that time.<br />

In the 1990s, the house and two other<br />

buildings on the site were at risk of<br />

being demolished, because the new<br />

owner company wanted to build modern<br />

apartments in its place. A demolition<br />

decision for the house was issued<br />

but later repealed and as fate wanted<br />

it, the company had to file bankruptcy<br />

due to losses originating from other<br />

projects. At that point, Egyptian engineer<br />

Alaa Abu El-Enein purchased the<br />

entire site with all its buildings and a<br />

huge garden area that even included a<br />

famous swimming pool. El-Enein then<br />

decided to offer the three buildings to<br />

the Egyptian Ambassador to Austria at<br />

that time, H.E. Mustafa El-Feki, who became<br />

enthusiastic about the prospect<br />

and contacted the Egyptian Foreign<br />

Minister Amr Moussa, who then<br />

assigned a committee of experts from<br />

the Foreign Ministry Buildings Fund<br />

Authority to visit Vienna and review<br />

the project. They decided to acquire<br />

the three buildings and it was agreed<br />

to renovate them and transform them<br />

into the Embassy’s offices, the Consular<br />

section and the Ambassador’s<br />

residence.<br />

On July 23, 1998, the inauguration of<br />

the headquarters of the Egyptian Embassy<br />

and Consulate took place and<br />

ever since, the flag of Egypt flies high at<br />

Hohe Warte 52-54 – close to the newly<br />

carved Egyptian obelisk, which was<br />

created from the world-renowned granite<br />

rocks from the city of Aswan and<br />

which functions as a symbol of Egyptian<br />

pride and progress. Moreover, the<br />

only mulberry tree in the entire region<br />

can be found in the extensive garden of<br />

the Embassy, as well as red beech, maple<br />

and antique oak trees whose ages<br />

range between 100 and 350 years. Most<br />

recently, the estate underwent another<br />

renovation which ended in 2020 and<br />

was instructed by H.E. Sameh Shoukry,<br />

Minister of Foreign Affairs of Egypt and<br />

supervised by H.E. Ambassador Omar<br />

Amer, the former Egyptian Ambassador<br />

to Austria. With this, yet another<br />

chapter in the history of the building<br />

has been opened.<br />

EGYPT 073


<strong>SOCIETY</strong><br />

Ägypten:<br />

„Chancen gibt es genug“<br />

Ägypten bietet für österreichische Unternehmen eine Vielzahl an<br />

Möglichkeiten. Georg Krenn, österreichischer Wirtschaftsdelegierter<br />

in Kairo, beantwortet im <strong>SOCIETY</strong>-Interview die wichtigsten Fragen<br />

zur ägyptischen Wirtschaft.<br />

Wo genau liegt der Mehrwert einer<br />

stabilen bilateralen wirtschaftlichen<br />

Zusammenarbeit zwischen Österreich<br />

und Ägypten?<br />

Österreich und Ägypten können auf<br />

eine extrem langandauernde stabile<br />

Beziehung zurückblicken. So war<br />

österreichische Ingenieurskunst<br />

schon Ende des 19. Jahrhunderts bei<br />

der Planung des Suezkanals gefragt.<br />

Den Mehrwert dieser langjährigen<br />

Beziehung sehen wir heute, wo österreichische<br />

Technologien und Produkte<br />

in Ägypten stark nachgefragt sind<br />

– „Made in Austria“ ist hier ein Begriff.<br />

Daher kommt heimisches Know-How<br />

heute bei zahlreichen Großprojekten<br />

im ganzen Land zum Einsatz. Davon<br />

profitieren unsere Unternehmen, aber<br />

auch die ägyptische Wirtschaft, die<br />

sich auf Top-Qualität aus Europa verlassen<br />

kann.<br />

Georg Krenn, österreichischer Wirtschaftsdelegierter<br />

in Kairo<br />

In welchen Wirtschaftsbereichen<br />

sehen Sie Potential für österreichische<br />

Unternehmen, die sich gerne<br />

in Ägypten ansiedeln und damit im<br />

Nahen Osten/in Afrika wirtschaftlich<br />

etablieren möchten?<br />

Ägypten investiert derzeit massiv in<br />

den Ausbau seiner Infrastruktur, etwa<br />

im bisher eher vernachlässigten Schienenverkehr,<br />

wo es zahlreiche<br />

Projekte gibt, u.a. neue U-Bahnen,<br />

Hochgeschwindigkeitszüge oder Mono-Rails.<br />

Daneben werden nicht weniger<br />

als 34 neue Städte und Stadtteile<br />

im ganzen Land gebaut – vorrangig in<br />

der Wüste, wo man somit die gesamte<br />

städtische Infrastruktur neu errichten<br />

muss. Chancen gibt es also genug. Um<br />

als österreichisches Unternehmen Fuß<br />

fassen zu können, braucht man aber in<br />

der Regel einen gut vernetzten Partner,<br />

der einem die Türen öffnet.<br />

Gibt es noch Verbesserungspotentiale<br />

hinsichtlich der wirtschaftlichen Kooperation<br />

der beiden Länder?<br />

Im wirtschaftlichen Bereich laufen<br />

sowohl die offiziellen Kontakte, als<br />

auch die auf Firmenebene sehr gut<br />

und es gibt zahlreiche Kooperationen.<br />

Das zeigt sich bei der Handelsbilanz:<br />

In den ersten Monaten des Jahres sind<br />

sowohl die österreichischen Exporte<br />

nach, als auch Importe aus Ägypten gestiegen.<br />

Immer wieder herausfordernd<br />

ist aber die Finanzierung von Exporten<br />

und Projekten österreichischer Firmen<br />

in Ägypten. Daran müssen wir mit allen<br />

involvierten Partnern noch arbeiten.<br />

Welchen Stellenwert besitzt insbesondere<br />

ein stabiler gegenseitiger<br />

Informationsaustausch für die wirtschaftlichen<br />

Beziehungen zwischen<br />

Österreich und Ägypten?<br />

Ein regelmäßiger Informationsfluss ist<br />

natürlich von essentieller Bedeutung<br />

und das gelingt besonders, wenn man<br />

laufend in Kontakt ist. Wir versuchen<br />

diesen Kontakt zu unterstützen und<br />

organisieren Events, um Firmen beider<br />

Länder eine Plattform zu bieten (z.B.<br />

den großen AFRICA DAY in der Wirtschaftskammer<br />

Österreich). Aber auch<br />

daneben versuchen wir laufend für<br />

österreichische Unternehmen aktuelle<br />

Marktinformationen zusammenzustellen<br />

und immer neue passende Partnerunternehmen<br />

in Ägypten zu finden.<br />

Was macht Ägypten so attraktiv für<br />

Investoren?<br />

Ägypten schafft es immer mehr, sich<br />

sich als Tor nach Afrika zu positionieren.<br />

Das Land ist zu einem der stabilsten<br />

Zentren in Afrika geworden und<br />

nutzt diese Position effizient aus. Dank<br />

seiner zahlreichen Handelsabkommen<br />

mit afrikanischen Ländern bietet sich<br />

Ägypten als Produktionsstandort<br />

an. Außerdem sind zahlreiche Großunternehmen<br />

am ganzen Kontinent<br />

bei Projekten tätig – hier wollen wir<br />

österreichischen Firmen verstärkt<br />

einen Zugang zu diesen Unternehmern<br />

eröffnen, damit gemeinsam mit diesen<br />

ägyptischen Firmen Drittlandsmärkte<br />

erobert werden können.<br />

Foto: WKÖ<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

074


MVC MOTORS. Die<br />

Nummer 1 für Ford in Wien<br />

Mit insgesamt vier Standorten (3x in Wien und 1x in Brunn/Geb.)<br />

ist MVC MOTORS der größte Ford Händler in ganz Österreich.<br />

Foto: MVC Motors<br />

Die vier Standorte MVC Wien-Simmering,<br />

MVC Wien-West, MVC<br />

Wien-Nord sowie MVC Brunn/Gebirge<br />

formieren sich als Verbund unter der<br />

Marke MVC MOTORS.<br />

Dieser Verbund wird seit 2008 durch<br />

die österreichische Mutterfirma MVC<br />

Automotive Austria GmbH gelenkt.<br />

Die Marke Ford wird an allen MVC-<br />

Standorten vertrieben. Zusätzlich<br />

wird am Standort MVC Wien-Nord<br />

Peugeot, Alfa Romeo, Fiat, Fiat Professional,<br />

Abarth, Jeep, Nissan und Volvo<br />

Service, am Standort Brunn/Geb. die<br />

Marken Peugeot, Alfa Romeo, Fiat,<br />

Fiat Professional, Abarth und Jeep,<br />

sowie am Standort MVC Wien-Simmering<br />

ebenfalls die Marken Peugeot<br />

und Nissan, angeboten. Mit insgesamt<br />

vier Standorten (3x in Wien und<br />

1x in Brunn/Geb.) ist MVC MOTORS<br />

der größte Ford Händler in ganz<br />

Österreich.<br />

In unseren FordStores MVC Wien-<br />

Nord und MVC Brunn/Gebirge, finden<br />

Sie das komplette Ford Modellangebot<br />

inklusive Ford Mustang, sowie<br />

eine eigene Ford Vignale-Lounge, die<br />

gekonnt das Premium Angebot einiger<br />

Ford Modelle präsentiert. Mit dem<br />

Einsatz von interaktiven, teils riesigen<br />

Videoflächen und speziell geschulten<br />

Mitarbeitern bieten wir Ihnen ein Markenerlebnis<br />

der besonderen Art! Ziel<br />

ist es, unseren Kunden im FordStore<br />

einen einzigartigen Eindruck in einem<br />

Autohaus der Zukunft zu bieten.<br />

Willkommen in der spannenden Ford-<br />

Welt! Alexander Bittner, Geschäftsführer<br />

AUTOMOBIL<br />

093


<strong>SOCIETY</strong><br />

Für mich ist Kultur das,<br />

was uns Menschen<br />

ausmacht<br />

Im Gespräch mit <strong>SOCIETY</strong> betont Ola Abdelgawad,<br />

ägyptische Kulturrätin und Leiterin der Studienmission<br />

in Wien, die Bedeutsamkeit des kulturellen<br />

Austausches und gibt Einblicke in die Arbeit des<br />

Ägyptischen Kulturbüros.<br />

Sie leiten seit 2020 das ägyptische<br />

Büro für kulturelle Beziehungen und<br />

Studienangelegenheiten in Wien. Auf<br />

welche Bereiche möchten Sie sich<br />

gerne besonders konzentrieren bzw.<br />

welche Ziele haben Sie sich persönlich<br />

gesetzt?<br />

Das Ägyptische Büro für kulturelle<br />

Beziehungen und Studienangelegenheiten<br />

in Wien ist eines der auf der<br />

ganzen Welt tätigen Kulturbüros der<br />

Arabischen Republik Ägypten und Teil<br />

der diplomatischen Vertretung. Hier<br />

in Wien sind wir Ansprechpartner für<br />

die wissenschaftliche und kulturelle<br />

Zusammenarbeit auf bi- und multilateraler<br />

Ebene mit Österreich, Ungarn,<br />

der Tschechischen Republik, der<br />

Slowakei und Slowenien. Zu unseren<br />

wichtigsten Aufgaben gehört, Ägypten<br />

und seine bis über fünftausend<br />

Jahre zurückreichende Geschichte zu<br />

präsentieren und einem europäischen<br />

Publikum näher zu bringen und eine<br />

internationale Zusammenarbeit im<br />

Bereich Wissenschaft und Kultur zu<br />

pflegen und zu fördern. Wir möchten<br />

ein möglichst umfassendes Bild von<br />

Ägypten vermitteln, angefangen von<br />

der altägyptischen Kultur über die<br />

mittelalterliche Periode bis hin zu zeitgenössischen<br />

Entwicklungen und Zukunftsperspektiven.<br />

Das machen wir,<br />

indem wir den interkulturellen Dialog<br />

und den Austausch im Bereich von<br />

Wissenschaft und Kultur fördern um<br />

möglichst viele Menschen zu erreichen<br />

und für Ägypten zu begeistern.<br />

Es ist uns in diesem Zusammenhang<br />

ein Anliegen, die vielen Facetten der<br />

ägyptischen Musik nach Österreich<br />

zu bringen, moderne ägyptische Literatur<br />

vorzustellen, zeitgenössische<br />

bildende Kunst zu präsentieren und<br />

insbesondere auch den Austausch<br />

auf akademischer Ebene zu fördern.<br />

Es geht hierbei auch darum, ein frisches<br />

Bild von Ägypten zu vermitteln<br />

und vielleicht noch unbekannte oder<br />

sogar überraschende Seiten dieser so<br />

vielfältigen und bunten Kultur aufzuzeigen.<br />

Gibt es Verbindungslinien zwischen<br />

der ägyptischen und der österreichischen<br />

Kulturwelt? Wie bewerten Sie<br />

die kulturellen Beziehungen zwischen<br />

den beiden Ländern?<br />

Die Freundschaft zwischen Österreich<br />

und Ägypten hat eine sehr<br />

lange Tradition und reicht weit in die<br />

Vergangenheit zurück. Bereits im 18.<br />

Jahrhundert hat der österreichische<br />

Diplomat und Orientalist Joseph von<br />

Hammer-Purgstall Ägypten bereist<br />

und regelmäßig dem Kaiserhaus in<br />

Wien von seinen Expeditionen berichtet.<br />

Am Bau des Suezkanals im 19.<br />

Jahrhundert war auch ein österreichischer<br />

Ingenieur maßgeblich beteiligt<br />

und das österreichische Kaiserpaar<br />

war bei der festlichen Eröffnung des<br />

Kanals im Jahre 1869 anwesend. Diese<br />

freundschaftlichen Beziehungen<br />

wurden bis in die Gegenwart fortgesetzt<br />

und fanden auch Ausdruck im<br />

Staatsbesuch unseres Präsidenten<br />

in Wien im Jahre 2018. In Österreich<br />

legen außerdem die sehr umfangreichen<br />

ägyptischen Sammlungen<br />

Zeugnis von den freundschaftlichen<br />

Verbindungen und dem regen Interesse<br />

an Ägypten ab, die ägyptische<br />

Sammlung im Kunsthistorischen Museum<br />

ebenso wie die Papyrussammlung<br />

in der Österreichischen Nationalbibliothek,<br />

die zu den größten<br />

Papyrussammlungen weltweit gehört.<br />

Auch in die moderne österreichische<br />

Literatur haben ägyptische Themen<br />

Eingang gefunden, so beispielsweise<br />

„Der Fall Franza“ von Ingeborg Bachmann,<br />

„Vergiss Ägypten“ von Barbara<br />

Foto: <strong>SOCIETY</strong>/Karakan<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

076


<strong>SOCIETY</strong><br />

Frischmuth oder „Alles über Sally“<br />

von Arno Geiger. Außerdem fand<br />

und findet stets ein reger Austausch<br />

von KünstlerInnen, MusikerInnen,<br />

SchriftstellerInnen, TänzerInnen<br />

und WissenschafterInnen statt. 1944<br />

besingt die große arabische Diva Asmahan<br />

in einem ägyptischen Film die<br />

rauschenden Ballnächte in Wien und<br />

erschafft so ein Sehnsuchtsmythos<br />

der Stadt, das bis heute das Bild von<br />

Österreich in der arabischen Welt geprägt<br />

hat. Die musikalischen Verbindungen<br />

zwischen Kairo und Wien sind<br />

bis heute zahlreich und die Wechselbeziehungen<br />

äußerst produktiv. So<br />

haben beispielsweise die Wiener<br />

Philharmoniker unter der Leitung von<br />

Ricardo Muti am 20. November 2021<br />

das Opernhaus in der neuen ägyptischen<br />

Hauptstadt eröffnet.<br />

Wie sieht das Angebot des Büros aus<br />

und an wen richtet es sich? Wie ist<br />

Ägypten kulturell noch in Österreich<br />

vertreten?<br />

Unser Büro in der Reichsratsstraße in<br />

der Wiener Innenstadt ist ein Ort des<br />

Austausches, wo man zusammenkommt<br />

und ein Stück Ägypten auf 200<br />

m² für sich entdeckt. Wir verstehen<br />

uns als Vermittler für ägyptische<br />

Wissenschaft, Kunst und Kultur und<br />

organisieren hierfür ein breites Spektrum<br />

an Veranstaltungen, so beispielsweise<br />

Ausstellungen, Musikabende,<br />

Lesungen, Vorträge oder Seminare,<br />

in denen immer Aspekte der ägyptischen<br />

Kultur und Wissenschaft einem<br />

europäischen Publikum präsentiert<br />

werden. Darüber hinaus unterstützen<br />

wir Institutionen in Österreich und<br />

den anderen Partnerländern, die sich<br />

für den interkulturellen Dialog interessieren.<br />

Auch mit dem österreichischen<br />

Kulturforum in Kairo verbindet<br />

uns eine schöne und produktive<br />

Kooperation. Unsere Veranstaltungen<br />

richten sich vornehmlich an ein nichtägyptisches<br />

Publikum, aber sowohl<br />

an jene, die erst wenig über Ägypten<br />

wissen, als auch an diejenigen, die<br />

bereits mit Land und Kultur vertraut<br />

sind, denn für jeden Menschen gibt es<br />

Neues zu entdecken und zu erfahren.<br />

Was bedeutet Kultur für Sie persönlich?<br />

Welchen Stellenwert hat sie<br />

Ihrer Meinung nach in einer Gesellschaft<br />

bzw. welchen Stellenwert<br />

sollte sie haben?<br />

Für mich ist Kultur das, was uns<br />

Menschen ausmacht. Kunst und<br />

Kultur müssen nicht immer schön und<br />

gefällig sein, aber uns anregen, aufrütteln,<br />

neue Perspektiven eröffnen<br />

und uns insgesamt in unserem Dasein<br />

erweitern. Daher kommt dem interkulturellen<br />

Austausch und der kulturellen<br />

Diplomatie auch so eine wichtige Rolle<br />

zu, schlägt doch die Kunst – egal ob<br />

Musik, Literatur oder bildende Kunst<br />

– oftmals eine Verständnisbrücke zur<br />

anderen Kultur. Durch die Vermittlung<br />

der Kunst können wir das vormals<br />

Fremde mit neuen Augen sehen<br />

und anders wahrnehmen. Dadurch<br />

kommen wir zu einem ganz anderen<br />

gegenseitigen Verständnis und die<br />

Akzeptanz und Toleranz der anderen<br />

Kultur fällt uns leichter.<br />

EGYPT<br />

077


EGYPTAIR,<br />

90 Years of Experience:<br />

Operating one of the<br />

youngest fleets in<br />

the region<br />

Since its establishment in 1932, EGYPTAIR has<br />

taken the lead to become a treasured brand as<br />

the first airline in the Middle East and Africa<br />

and the seventh in the world to join IATA.<br />

Fotos: EGYPTAIR<br />

The flag carrier of Egypt provides high<br />

quality services, a wide network and<br />

added values while ensuring the best<br />

benefits to its loyal customers using<br />

a modern fleet. In a world of cautious<br />

travel, EGYPTAIR has taken all precautionary<br />

measures to ensure safe<br />

flights for its customers worldwide.<br />

The airline now reaches over 60 international<br />

non-stop destinations and<br />

over 50 destinations through code<br />

share agreements.<br />

The flag carrier of Egypt utilizes a<br />

young fleet of 65 aircraft including 16<br />

wide body aircraft; Boeing 777-300ER,<br />

Boeing 787-9 Dreamliner, Airbus<br />

A330-300, in addition to 49 medium<br />

and narrow body aircraft; B737-800,<br />

Airbus A320 Neo and Airbus A220-300.<br />

Due to its location on the crossroads<br />

of Africa, the Middle East and the Far<br />

East, EGYPTAIR serves its multitude<br />

destinations from the state-of-theart<br />

Terminal 3 and the Terminal 2 at<br />

Cairo International Airport, where our<br />

customers enjoy exclusive services<br />

in renovated Star Alliance Lounges<br />

owned and managed by EGYPTAIR.<br />

EGYPTAIR currently operates 3 weekly<br />

flights between Vienna & Cairo connecting<br />

its customers to 17 destinations<br />

in Africa and 17 destinations in<br />

the Middle East.<br />

In the domestic market, EGYPTAIR<br />

delivers its customers seamless<br />

connections to Egypt’s top leisure and<br />

touristic destinations; namely Aswan,<br />

Sharm El-Sheikh, Hurghada and Luxor,<br />

the world’s hub of mesmerizing artifacts<br />

and home to the world’s largest<br />

open air museum, with a number of<br />

daily frequencies to meet the needs of<br />

the leisure travelers. EGYPTAIR operates<br />

its newest eco-friendly Dreamliner<br />

B787-9 between Cairo & London,<br />

providing 30 Super Diamond full-flat<br />

bed seats in business class, equipped<br />

with the latest entertainment technologies<br />

and means of comfort with<br />

wider personal screens in business<br />

and economy classes, Wi-Fi and<br />

mobile roaming facilities. Over the<br />

past few years, EGYPTAIR has been<br />

investing in technology solutions that<br />

make the customer travel experience<br />

easier and more enjoyable, starting<br />

from the moment he/she looks for his/<br />

her optimum airline until arriving at<br />

the destination. Customers can book<br />

their flights with EGYPTAIR through<br />

egyptair.com, Smart Mobile App,<br />

EGYPTAIR offices or through their<br />

preferred travel agencies worldwide.<br />

For our valued frequent flyers,<br />

EGYPTAIR has added a new tier to its<br />

loyalty program, EGYPTAIR Plus (Elite<br />

Tier), offering elevated elite facilities<br />

and services.<br />

To get more information about<br />

EGYPTAIR Plus, please visit<br />

egyptairplus.com.<br />

EGYPT 079


<strong>SOCIETY</strong><br />

Außenansicht des Kunsthistorischen Museum Wien<br />

Die Statue des hohen Beamten Sebekemsaf. Mittleres Reich, um 1700 v. Chr.<br />

Innerer Sarg und Mumienbrett des Nespautitaui. 3. Zwischenzeit, vor 969 v. Chr.<br />

Restaurierungen an der „vergessenen Papyrusrolle“<br />

Wissenschaftlerin und Direktorin der Ägyptischen Sammlung, Regina Hölzl<br />

Saal I mit den originalen Papyrusbündelsäulen<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

080


<strong>SOCIETY</strong><br />

Auf den Spuren<br />

des Alten Ägypten<br />

Wissenschaftlerin und Direktorin Regina Hölzl gibt<br />

im <strong>SOCIETY</strong>-Interview spannende Einblicke in die<br />

weltweit herausragende Ägyptisch-Orientalische<br />

Sammlung des Kunsthistorischen Museums Wien.<br />

Die Ägyptisch-Orientalische<br />

Sammlung des Kunsthistorischen<br />

Museums ist eine der wichtigsten<br />

ihrer Art weltweit. Was macht sie so<br />

besonders? Was sind die Highlights<br />

der Ausstellung?<br />

Ein Alleinstellungsmerkmal unserer<br />

Sammlung ist die historische Ausstattung<br />

der Schauräume aus dem späten<br />

19. Jahrhundert: die bemalten Wandtapeten<br />

in einigen Sälen sind Kopien<br />

der Wanddekoration eines Grabes<br />

des Mittleren Reiches. Sie wurden<br />

ursprünglich für die Wiener Weltausstellung<br />

von 1873 angefertigt, wo<br />

dieses Grab nachgebaut und ausgestellt<br />

war. Später verwendete man die<br />

Wandtapeten zur Ausgestaltung der<br />

ägyptischen Schauräume. Von Mai-<br />

August 2021 wurden die historischen<br />

Tapeten umfassend restauriert. In<br />

der Sammlung befinden sich darüber<br />

hinaus auch drei originale Papyrusbündelsäulen<br />

– es handelt sich um<br />

die einzigen altägyptischen tragenden<br />

Säulen außerhalb Ägyptens. Sie<br />

waren ein Geschenk an Kaiser Franz<br />

Josef und wurden in der zweiten<br />

Hälfte des 19. Jahrhunderts per Schiff<br />

und Bahn von Ägypten nach Wien<br />

transportiert. Besondere Schwerpunkte<br />

unserer Sammlung sind Skulptur<br />

und Relief vom Alten Reich bis in<br />

die Ptolemäerzeit – hier insbesondere<br />

die Bildnisse von diversen Pharaonen<br />

(z.B. eine Büste von Thutmosis III.<br />

aus dem Neuen Reich) und hohen<br />

Beamten (wie z.B. die Statue des Sebekemsaf<br />

aus dem späten Mittleren<br />

Reich) sowie Reliefs aus Gräbern und<br />

Tempeln. Ein Hauptwerk der Sammlung<br />

ist der sogenannte Ersatzkopf<br />

aus der Zeit des Alten Reiches, der in<br />

einem Grab in Giza gefunden wurde.<br />

Ein weiteres Highlight ist die Kultkammer<br />

des Kaninisut: sie war Teil eines<br />

sogenannten Mastabagrabes aus<br />

dem Alten Reich und befand sich im<br />

ausgedehnten Friedhofsgelände rund<br />

um die großen Pyramiden in Giza.<br />

Dort – in unmittelbarer Umgebung<br />

der königlichen Pyramiden – ließen<br />

sich die Beamten ihre Gräber errichten.<br />

Die österreichische Akademie<br />

der Wissenschaften hat zu Beginn<br />

des 20. Jahrhunderts Ausgrabungen<br />

im Friedhofsgelände von Giza durchgeführt<br />

und im Rahmen der offiziellen<br />

Fundteilung eine große Anzahl an<br />

Objekten erhalten. Diese wurden dem<br />

Kunsthistorischen Museum von der<br />

Akademie der Wissenschaften übergeben.<br />

Die Kultkammer des Kaninisut<br />

wurde dann noch zusätzlich für das<br />

Museum angekauft. Wir haben aber<br />

auch eine große Anzahl an Objekten,<br />

die mit dem ägyptischen Totenkult<br />

in Verbindung stehen. Dazu zählen<br />

Särge, Sarkophage, Uschebtis und<br />

diverse andere Grabausstattungsgegenstände.<br />

Darüber hinaus gibt es<br />

auch einige Objekte aus Mesopotamien<br />

sowie eine bedeutende Sammlung<br />

von Objekten aus dem antiken<br />

Südarabien (heutiger Jemen), die<br />

dem Forscher und Reisenden Eduard<br />

Glaser zu verdanken sind und am<br />

Ende des 19. Jahrhunderts in unsere<br />

Sammlung gelangten.<br />

Welche Bedeutung hat diese Sammlung<br />

auch für die Forschung? Gibt<br />

es hier Kooperationen mit anderen<br />

Museen bzw. Institutionen? Wie<br />

steht das Museum im Austausch mit<br />

ägyptischen Institutionen?<br />

Durch die große Fülle an Grabungsmaterial<br />

aus den Grabungen der<br />

Akademie der Wissenschaften am<br />

Anfang des 20. Jahrhunderts aus<br />

verschiedenen Orten in Ägypten<br />

und Nubien (Turah, Kubanieh, Toschke,<br />

Ermenne, Giza) besteht großes<br />

wissenschaftliches Interesse an der<br />

Erforschung dieses Materials. Daher<br />

gibt es zahlreiche Kooperationen<br />

mit wissenschaftlichen Institutionen<br />

oder einzelnen Wissenschaften, die<br />

unterschiedliche Sammlungsbereiche<br />

und Objektgruppen betreffen und<br />

sich unterschiedlichen Fragestellungen<br />

widmen. Abgesehen von diesen<br />

Forschungskooperationen widmen wir<br />

uns auch eigenen Projekten und es ist<br />

uns ein Anliegen, unsere Forschungs-<br />

EGYPT 081


<strong>SOCIETY</strong><br />

ergebnisse der Allgemeinheit zu<br />

präsentieren. Daher haben wir in den<br />

vergangenen Jahren mehrere Ausstellungen<br />

organisiert, in denen wir<br />

die Ergebnisse unserer Forschungen<br />

präsentiert haben, zum Beispiel „Im<br />

Schatten der Pyramiden“ (KHM 2013) –<br />

über die österreichischen Grabungen<br />

in Giza, „Ein Ägyptisches Puzzle“ (KHM<br />

2015) – über ein Restaurierungsprojekt<br />

und eine wissenschaftliche Kooperation<br />

mit der Akademie der bildenden<br />

Künste in Wien oder „Der vergessene<br />

Papyrus“ (KHM 2018) – über einen<br />

Zufallsfund in unserer Sammlung und<br />

seine außergewöhnliche Bedeutung.<br />

Derzeit erforschen wir die Geschichte<br />

unserer bereits erwähnten historischen<br />

Wandtapeten, das Ergebnis soll<br />

2023 anlässlich eines Symposiums<br />

zum 150-Jahr-Jubiläum der Wiener<br />

Weltausstellung von 1873 präsentiert<br />

werden. Mit der ägyptischen Botschaft<br />

und dem ägyptischen Kulturinstitut<br />

in Wien stehen wir in sehr<br />

gutem Kontakt und sind gerade dabei,<br />

gemeinsame Projekte und Kooperationen<br />

zu planen und umzusetzen.<br />

Woher stammen all die Objekte, wie<br />

kamen sie in Besitz des KHMs und<br />

wie kann man diese zeitgemäß präsentieren?<br />

Wie verläuft hier aktuell<br />

der Diskurs?<br />

Die Ägyptisch-Orientalische Sammlung<br />

ist aus den kaiserlichen Sammlungen<br />

hervorgegangen. Bis zum Ende<br />

des 19. Jahrhunderts erfolgten die<br />

Sammlungszuwächse aufgrund von<br />

Schenkungen und Ankäufen – ab dem<br />

frühen 20. Jahrhundert kamen auch<br />

viele Objekte aufgrund der damals<br />

gültigen offiziellen Fundteilung in die<br />

Sammlung. Seit einiger Zeit ist es nicht<br />

mehr vordringliches Ziel, weitere Objekte<br />

für unsere Sammlung zu erwerben,<br />

sondern die bestehende Sammlung<br />

zu beforschen und die Ergebnisse<br />

der wissenschaftlichen Community<br />

und auch der Öffentlichkeit zugänglich<br />

zu machen – zum Beispiel durch die<br />

vorhin beschriebenen Sonderausstellungen.<br />

Laufend wird auch die Präsentation<br />

der Objekte in den Schauräumen<br />

überprüft und optimiert bzw. die<br />

Beschriftungen erneuert. Dabei sollen<br />

auch verstärkt die digitalen Möglichkeiten<br />

genutzt werden.<br />

Gibt es ein Objekt, das Sie persönlich<br />

besonders fasziniert?<br />

Meine Arbeit als Wissenschaftlerin<br />

und als Direktorin der Ägyptisch-<br />

Orientalischen Sammlung ist sehr<br />

vielseitig. Ich beschäftige mich mit<br />

vielen verschiedenen Aspekten der<br />

Sammlung und auch immer wieder<br />

mit unterschiedlichen Objektgruppen<br />

und Themen. Eines konnte ich<br />

im Laufe der Jahre auf jeden Fall<br />

beobachten: Sobald ich mich näher<br />

mit einem Thema oder einem Objekt/<br />

einer Objektgruppe beschäftige,<br />

beginnt es mich zu faszinieren und<br />

je mehr ich darüber in Erfahrung<br />

bringen kann und je mehr ich darüber<br />

recherchiere, umso spannender wird<br />

es. Insbesondere wenn es gelingt, hinter<br />

den Objekten die Menschen, die<br />

diese geschaffen und genutzt haben,<br />

zu erkennen und ihren Beweggründen<br />

etc. nachzuspüren.<br />

Fotos: KHM Museumsverband, Regina Hölzl<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

082


Kunstvoll schenken<br />

die Jahreskarte des KHM-Museumsverbands<br />

365 TAGE KULTURGENUSS<br />

WWW.KHM.AT/JAHRESKARTE<br />

Einfach.<br />

Mehr. Sehen.<br />

Mit Ihrer<br />

Jahreskarte


<strong>SOCIETY</strong><br />

Außenminister Michael<br />

Linhart zu Gast in Tirana<br />

Der österreichische Außenminister Michael<br />

Linhart besuchte vom 18. bis zum 20. November<br />

2021 Albanien und Nordmazedonien. Im Fokus der<br />

Reise stand die Annäherung und Integration der<br />

Staaten des Westbalkans in die Europäische Union.<br />

Diese stellt nämlich einen zentralen<br />

Bestandteil der österreichischen<br />

Außenpolitik dar und ist für Außenminister<br />

Michael Linhart ein besonderes<br />

„Herzensanliegen“. Begleitet wurde<br />

er auch dieses Mal von einer großen<br />

Wirtschaftsdelegation, die das starke<br />

österreichische Interesse an Albanien<br />

als Wirtschaftspartner bezeugte.<br />

Knapp ein Monat nach seiner ersten<br />

Auslandsreise nach Bosnien und<br />

Herzegowina besuchte der österreichische<br />

Außenminister Michael Linhart<br />

neuerlich den Westbalkan. Nach einem<br />

Aufenthalt in der Republik Nordmazedonien<br />

kam er am 19. November 2021<br />

in der albanischen Hauptstadt Tirana<br />

an und traf sich mit Staatspräsidenten<br />

Der albanische Präsident Ilir Meta mit<br />

Außenminister Michael Linhart<br />

Ilir Meta und dem Premierminister Edi<br />

Rama. Darüber hinaus führte Michael<br />

Linhart mit seiner Amtskollegin,<br />

Außenministerin Olta Xhaçka, mit Umweltministerin<br />

Mirela Kumbaro sowie<br />

dem albanischen Chefverhandler mit<br />

der EU, Zef Mazi Gespräche. „Albanien<br />

ist nicht nur ein Zukunftsmarkt mit<br />

großem Potenzial, sondern auch ein<br />

wichtiger Teil für ein gemeinsames Europa.<br />

Es ist für uns daher ein zentrales<br />

Anliegen, den Weg Albaniens in die EU<br />

zu unterstützen. Denn Albanien gehört<br />

kulturell und wirtschaftlich zu Europa<br />

– wie die Lipizzaner und Mozartkugeln<br />

zu Österreich – und hat seine Hausaufgaben<br />

gemacht. Die Aufnahme von<br />

Beitrittsverhandlungen mit Albanien ist<br />

Außenminister Michael Linhart besuchte die<br />

Initiatoren von Refocus Austria<br />

für mich daher unabdingbar“, betonte<br />

Außenminister Michael Linhart Österreichs<br />

Unterstützung für Albaniens<br />

europäischen Weg.<br />

Österreich als verlässlicher Partner<br />

für Albaniens Weg in die EU<br />

Im Rahmen all seiner Treffen sprach<br />

Michael Linhart den EU-Beitrittsprozess<br />

an, den Österreich ausdrücklich<br />

unterstützt, insbesondere da Albanien<br />

als Beitrittskandidat einer der Vorreiter<br />

auf dem Westbalkan ist. Er betonte<br />

zudem, dass die EU-Erweiterung um<br />

die Staaten des Westbalkans für die<br />

EU weiterhin höchste Priorität haben<br />

müsse. Der EU drohe sonst ihre<br />

Glaubwürdigkeit am Westbalkan zu<br />

verlieren. Nachdem Albanien sehr gute<br />

Reformfortschritte mache und alle Bedingungen<br />

für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen<br />

erfüllt seien, dürfe<br />

nun keine weitere Zeit verloren gehen,<br />

bekräftigte der österreichische Außenminister<br />

gegenüber Vertreterinnen und<br />

Vertretern der albanischen Regierung.<br />

Österreich setzt dabei auf spürbare<br />

Auswirkungen für die Menschen vor<br />

Ort. „Wir müssen uns bei der Annäherung<br />

der Westbalkan-Staaten an die EU<br />

auf Themen konzentrieren, die direkte<br />

Auswirkungen auf die Bürgerinnen und<br />

Bürger haben. Die volle Teilnahme aller<br />

Staaten des Westbalkans an EU-Programmen,<br />

wie Erasmus, oder die weitere<br />

Integration in den Europäischen<br />

Foto: BMEIA/Michael Gruber<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

084


<strong>SOCIETY</strong><br />

Forschungsraum wären sichtbare<br />

Ergebnisse für die Menschen in der<br />

Region“, so Michael Linhart weiter.<br />

Zusammenarbeit in Krisensituationen<br />

Während seiner Reise blickte der österreichische<br />

Außenminister auch auf die<br />

gute Kooperation bei der Bekämpfung<br />

der COVID-19 Pandemie zurück. So<br />

wurden durch die Zusammenarbeit<br />

während der Pandemie, die ausgezeichneten<br />

Beziehungen zwischen<br />

Albanien und Österreich weiter<br />

intensiviert. Österreich hat als Koordinator<br />

für die EU-Impfstofflieferung an<br />

den Westbalkan 145.000 Impfdosen an<br />

Albanien übermittelt. Gerade in dieser<br />

Krisensituation hat sich gezeigt, wie<br />

wichtig europäische Solidarität mit den<br />

Staaten des Westbalkans ist. Neben<br />

der weltweiten Corona-Krise waren die<br />

Staaten des Westbalkans ein zentraler<br />

Schauplatz der Migrationskrise im Jahr<br />

2015. Nach dem pandemiebedingten<br />

Rückgang steigen nun wieder die Zahlen<br />

der Migrantinnen und Migranten,<br />

die über die Balkanroute versuchen,<br />

die EU zu erreichen. Außenminister<br />

Michael Linhart sprach daher mit Vertretern<br />

der albanischen Politik auch<br />

über das Thema illegale Migration<br />

und betonte, dass Österreich größten<br />

Wert auf die Zusammenarbeit mit<br />

Albanien in diesem Bereich lege. Auch<br />

in Internationalen Organisationen und<br />

bei multilateralen Fragestellungen<br />

arbeiten Albanien und Österreich seit<br />

Jahren hervorragend zusammen, nicht<br />

zuletzt während des äußerst erfolgreichen<br />

albanischen OSZE-Vorsitzes<br />

2020. Selbstverständlich wird Österreich<br />

auch während der kommenden<br />

Sicherheitsratsmitgliedschaft in<br />

engem Austausch mit Albanien stehen.<br />

Umso mehr, als Österreich selbst für<br />

einen Sitz im Sicherheitsrat für die<br />

Jahre 2027/28 kandidiert und sicherlich<br />

von den Erfahrungen Albaniens in den<br />

nächsten beiden Jahren profitieren<br />

kann.<br />

Österreichisches Know-How in Albanien:<br />

Einsetzen und Vermitteln<br />

Albanien ist zudem ein Schwerpunktland<br />

der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit,<br />

wobei der<br />

Fokus auf dem Umwelt- und Wasserbereich<br />

liegt. Die Austrian Development<br />

Agency (ADA) implementiert in Albanien<br />

das EU-Projekt “Support to Integrated<br />

Water Management (EUSIWM)”<br />

und betreibt gemeinsam mit der Firma<br />

Lenzing eine Wirtschaftspartnerschaft<br />

zur nachhaltigen Forstwirtschaft.<br />

Österreichs Engagement in diesen<br />

Bereichen unterstützt Albanien bei seinen<br />

Bemühungen um die Anpassung<br />

an EU-Vorschriften und -Standards.<br />

Während seines Aufenthalts besuchte<br />

Außenminister Linhart die ADA-Wirtschaftspartnerschaft<br />

in Ana e Malit<br />

sowie das Wasserkraftwerk Ashta,<br />

das mit österreichischem Know-How<br />

gebaut wurde. Neben dem Einsatz von<br />

österreichischem Wissen wird auch<br />

dessen Vermittlung in Albanien praktiziert.<br />

An der österreichischen Auslandsschule<br />

(HTL) „Peter Mahringer” in<br />

Shkodra präsentierten Maturant*innen<br />

ausgewählte Diplomarbeiten aus den<br />

Bereichen Medientechnik, Systemtechnik<br />

und Netzwerktechnik. Die Auslandsschule<br />

ist ein Ort der Begegnung<br />

für junge Menschen aus Albanien und<br />

aus Österreich.<br />

ALBANIA<br />

085


Albanien –<br />

Ein Land<br />

im Aufbruch<br />

Noch ist das Land am europäischen Mittelmeer ein<br />

Geheimtipp – doch das türkise Meer im Süden, die<br />

eindrucksvollen Bergspitzen im Norden, die historischen<br />

Städte und die unvergleichliche Gastfreundschaft<br />

machen Albanien zu einem immer beliebter werdenden<br />

Reiseziel – und das zu Recht!


<strong>SOCIETY</strong><br />

GESCHICHTE<br />

In der Antike siedelten sich im und um<br />

das Gebiet des heutigen Albaniens<br />

die Illyrer an, als deren Nachfahren<br />

sich die Albaner sehen. Im 6. Jahrhundert<br />

v. Chr. gründeten sich außerdem<br />

an der Küste des Landes griechische<br />

Kolonien. Im 2. Illyrischen Krieg (219<br />

v. Chr.) fiel die Region dann größtenteils<br />

unter römische Herrschaft und<br />

wurde später als Provinz Illyricum in<br />

das Imperium eingegliedert. Mit der<br />

Trennung des römischen Reiches wurde<br />

das Gebiet Albaniens Teil Ostroms.<br />

Ab 600 ließen sich slawische Stämme<br />

nieder, danach folgten Bulgaren, Normannen,<br />

Venezianer und Serben und<br />

ab dem Ende des 14. Jahrhunderts die<br />

Osmanen. 1865 wurde das albanische<br />

Siedlungsgebiet von der osmanischen<br />

Regierung in vier Vilayets (Verwaltungseinheiten)<br />

geteilt, was jedoch zu<br />

Auseinandersetzungen und einer Emigrationswelle<br />

führte. Etwa zu dieser<br />

Zeit formierte sich auch langsam ein<br />

albanisches Nationalbewusstsein.<br />

Die letzten Jahre der osmanischen<br />

Herrschaft verliefen chaotisch und<br />

mit dem Ersten Balkankrieg 1912/1913<br />

verlor das Osmanische Reich den<br />

größten Teil seiner Territorien auf der<br />

Balkanhalbinsel. Am 28. November<br />

1912 wurde dann die Unabhängigkeit<br />

Albaniens ausgerufen. Während des<br />

Ersten Weltkrieges besetzten abermals<br />

verschiedene Mächte das albanische<br />

Territorium, ehe sie sich 1920<br />

wieder zurückzogen. Im Dezember<br />

des gleichen Jahres wurde Albanien in<br />

den Völkerbund aufgenommen, 1921<br />

folgten die ersten Parlamentswahlen.<br />

Ab 1925 war Ahmet Zogu Präsident<br />

Albaniens, 1928 ließ er sich zum König<br />

der Albaner ausrufen. 1939 besetzten<br />

die Italiener das Land, die Königsfamilie<br />

floh daraufhin. Gegen die anschließende<br />

deutsche Besatzung formierte<br />

sich schnell Widerstand und 1944<br />

konnten die Kommunisten unter der<br />

Führung von Enver Hoxha die Macht<br />

übernehmen. Dieser orientierte sich<br />

außenpolitisch zu Beginn an Jugoslawien,<br />

später an der Sowjetunion und<br />

danach an China, ehe das Land rund<br />

40 Jahre hermetisch abriegelt wurde.<br />

Nach dem Tod Hoxhas 1985 folgte eine<br />

langsame Öffnung des Landes. Am<br />

10. Juli 1995 wurde Albanien als 35.<br />

Mitglied in den Europarat aufgenommen,<br />

1998 eine neue Verfassung per<br />

Referendum angenommen. 2009 trat<br />

Albanien der NATO bei und reichte<br />

den Antrag auf Mitgliedschaft in der<br />

EU ein, seit 2014 hat das Land den EU-<br />

Beitrittskandidatenstatus.<br />

GESELLSCHAFT<br />

Die etwa 2,9 Millionen Einwohner<br />

leben vorrangig in der Übergangszone<br />

zwischen Küstenebenen und dem<br />

Gebirge sowie im Becken von Korça.<br />

Im internationalen Vergleich ist die albanische<br />

Bevölkerung sehr homogen:<br />

90 % der Bewohner sind ethnische<br />

Albaner, daneben gibt es griechische<br />

und aromunische Minderheiten. Am<br />

albanischen Ufer des Prespasees begegnet<br />

man slawischen Mazedoniern<br />

und auch Minderheiten von Goranen<br />

und Roma leben im Land. Die Albaner<br />

teilen sich außerdem in zwei<br />

große Dialekt- bzw. Kulturgruppen:<br />

die Tosken (im Süden) und die Gegen<br />

(im Norden). Nicht einmal die Hälfte<br />

aller Albaner lebt in der Republik<br />

Albanien. In allen Nachbarländern gibt<br />

es Siedlungsgebiete mit albanischer<br />

Bevölkerung, die größten davon findet<br />

man im Kosovo. Die Religion mit den<br />

meisten Anhängern in Albanien ist der<br />

Islam, die größte Minderheit ist das<br />

Christentum.<br />

SEHENSWÜRDIGKEITEN<br />

UND NATUR<br />

Der weitläufige Skanderbeg-Platz<br />

im Zentrum Tiranas ist der perfekte<br />

Ausgangspunkt um die Hauptstadt<br />

und deren wichtigste Sehenswürdigkeiten<br />

zu erkunden: So umgeben etwa<br />

das historische Nationalmuseum, die<br />

Oper, das Rathaus, die Nationalbank<br />

und die Et’hem-Bey-Moschee den<br />

2017 neu eröffneten Platz.<br />

Die Hafenstadt Durrës an der Adria<br />

gelegen, wartet mit einer großzügigen<br />

Uferpromenade, einer Altstadt mit italienischem<br />

Touch und einem antiken<br />

Theater auf, der Vorort Durrës Plazh<br />

gilt als beliebter Ferienort. Die sich am<br />

Fluss Osum befindende Stadt Berat<br />

besticht durch ihre besonderen, im<br />

osmanischen Stil erbauten Gebäude<br />

und wird auch die „Stadt der tausend<br />

Fenster“ genannt. Im Norden des Landes<br />

beeindruckt die Stadt Shkodra mit<br />

ihrer über 2.400-jährigen Geschichte.<br />

Sie liegt zwischen dem Skutarisee und<br />

gleich drei Flüssen – Buna, Drin und<br />

Kir – und wird im Osten von den Ausläufern<br />

der wunderschönen Albanischen<br />

Alpen begrenzt.<br />

Albanien ist außerdem reich an<br />

atemberaubenden Natur-Highlights,<br />

darunter z.B. die Osum-Schlucht, die<br />

sich auf 13 Kilometer Länge durch<br />

die Landschaft Südalbaniens gräbt.<br />

Auch der Koman Stausee mit einer<br />

Tiefe von bis zu 96 Metern bietet eine<br />

eindrucksvolle Naturkulisse. Im Süden<br />

des Landes findet man wunderschöne<br />

Strände, etwa in Ksamil, wo glasklares<br />

Wasser auf weißen Sand trifft. Die<br />

albanische Riviera im Südwesten des<br />

Landes ist außerdem eine der letzten<br />

unverbauten Küsten am europäischen<br />

Mittelmeer und versprüht teilweise<br />

karibisches Flair.<br />

STECKBRIEF<br />

Ländername: Republik Albanien (albanisch:<br />

Republika e Shqipërisë)<br />

Hauptstadt: Tirana<br />

Fläche: 28.748 km2<br />

Bevölkerung: 2,9 Millionen<br />

Amtssprache: Albanisch<br />

Religionen: etwa 57% Muslime, 10<br />

% Katholiken, 6,8 % Orthodoxe, 2,1%<br />

Bektashi<br />

Währung: Albanischer Lek<br />

Nationalfeiertag: 28. November<br />

Staatsform: parlamentarische Republik<br />

Staatsoberhaupt: Präsident Ilir Meta<br />

Regierungschef: Ministerpräsident<br />

Edi Rama<br />

Fotos: unsplash, pixabay<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

088


<strong>SOCIETY</strong><br />

Am Skanderbeg Platz, im Zentrum der albanischen Hauptstadt Tirana, befindet sich das Große Historische Nationalmuseum<br />

Die Burgruine von Kap Rodon in Mittelalbanien<br />

Entspannender Blick auf das blaue Meer der Adria<br />

Der alte Basar von Gjirokastër bietet alles: vom Teppich bis zum Souvenir<br />

Eine Kirche in der Bergwelt von Theth zeugt von der christlichen Geschichte<br />

Die albanischen Alpen bieten noch unerforschte Wanderwege<br />

ALBANIA<br />

089


<strong>SOCIETY</strong><br />

We will continue<br />

to build a Europe<br />

in Albania<br />

H.E. Roland Bimo, Ambassador of Albania to<br />

Austria, spoke with <strong>SOCIETY</strong> about the Austrian-<br />

Albanian ties, the highlights of his diplomatic<br />

service in Austria and Albania’s lengthy<br />

EU-accession procedure.<br />

Since 2014, you are the Ambassador<br />

of Albania to Austria. As an Ambassador,<br />

what are your central duties in<br />

order to ensure the preservation of<br />

close and friendly bilateral relations<br />

between Austria and Albania?<br />

Firstly, I would like to thank you very<br />

much for this opportunity. I am indeed<br />

very grateful to <strong>SOCIETY</strong> Magazine for<br />

the initiative. Your readers are of great<br />

value for me and I am grateful of this<br />

opportunity to communicate. Albania<br />

is not so often in the Austrian media<br />

and that makes your contribution<br />

even more important – and usually,<br />

the Albanian story is told by foreigners.<br />

The rapid advance of communication<br />

technologies and globalization<br />

in general have a profound and direct<br />

impact on diplomacy and its role,<br />

function, and instruments. The CO-<br />

VID-19 pandemic deprived diplomacy<br />

of its most essential element: human<br />

exchange. All of us at the Embassy<br />

of Albania continue to underline the<br />

importance of political contacts at the<br />

highest level, in order to identify common<br />

political and security interests<br />

and make sure that business interests<br />

are served as good as possible so we<br />

can promote economic exchange.<br />

Public diplomacy and social media<br />

are getting closer to the center of our<br />

attention at the expense of political<br />

issues that are now directly taken up<br />

by top leadership.<br />

During all those years of diplomatic<br />

service in Austria, which moments<br />

were the most memorable to you?<br />

I have been very lucky to witness high<br />

level visits of former Federal President<br />

Heinz Fischer to Albania and Albanian<br />

President Mr. Ilir Meta to Austria,<br />

following the invitation of President<br />

Alexander Van der Bellen. Albanian<br />

Prime Minister Edi Rama has visited<br />

Vienna a few times, at a bilateral level<br />

but also in the framework of international<br />

events and he has met former<br />

Chancellors Werner Faymann, Christian<br />

Kern and Sebastian Kurz. Furthermore,<br />

I wish to see the day that Alexander<br />

Schallenberg will be the first<br />

Austrian Chancellor to pay an official<br />

visit to Albania. The Western Balkans<br />

Summit Vienna, held in August 2015<br />

as a part of the Berlin Process, was<br />

indeed a breakthrough and confirmed<br />

once more Austria’s role in supporting<br />

the Western Balkans in their efforts<br />

towards European Union Membership.<br />

How much value do you attribute to<br />

the cultural relations between Austria<br />

and Albania, next to the political and<br />

diplomatic ones?<br />

The most important highlight of my<br />

nearly eight years as Ambassador of<br />

Albania to Austria was the Cultural<br />

Year Austria-Albania 2018: Hundreds<br />

of cultural activities were organized<br />

throughout Albania and Austria and<br />

thanks to the help from the Department<br />

of Culture of the Albanian<br />

Foreign Ministry led by Ambassador<br />

Teresa Indjein, the Austrian public<br />

got to know more about Albanian<br />

cinematography, music, paintings,<br />

theater and artists. Here, I may add<br />

something to your first question:<br />

Culture has become one of the most<br />

important channels of communication<br />

for the Embassy as a diplomatic<br />

institution, especially here in Austria.<br />

The historical and political relations<br />

between Austria and Albania are mar-<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

090


<strong>SOCIETY</strong><br />

ked by common interests and they<br />

lead to a very close cultural exchange<br />

between the two countries. Also, the<br />

best scientists in the field of Albanian<br />

Studies are from Austria and they are<br />

the most numerous too.<br />

Since June 24, 2014, Albania is an<br />

official candidate for the accession<br />

to the European Union. What are the<br />

central challenges Albania needs to<br />

overcome in that process?<br />

At the moment, Albania is expecting<br />

a decision from the European<br />

Council on the date for holding the<br />

first Intragovernmental Conference<br />

between Albania and the EU and a<br />

time frame for conducting accession<br />

negotiations. Accession will come at<br />

the end of a long and – as it transpires<br />

– unpredictable process. The length<br />

of negotiations vary from country to<br />

country. What Albania is now calling<br />

for is the start of negotiations. Austria<br />

is continuously pointing out that, if<br />

the EU would like to help Albania and<br />

the region to leave their troubled past<br />

behind and join a democratic and<br />

free world, the time is now. Otherwise,<br />

we may see situations similar to the<br />

one in North Macedonia, where the<br />

gains of courageous and European<br />

value-based policies of Prime Minister<br />

Zoran Zaev are being endangered,<br />

as the result of the last local elections<br />

in North Macedonia showed. As<br />

Prime Minister Edi Rama said, we will<br />

continue to build a Europe in Albania<br />

– for the benefit of our citizens<br />

and regardless of the decisions of the<br />

European Council. Right now, it looks<br />

as if the EU enlargement process is<br />

being taken hostage by the individual<br />

agenda of some member states. The<br />

fact that the EU Commission technically<br />

concludes that Albania and<br />

North Macedonia fulfill the conditions<br />

for starting negotiations but<br />

the European Council doesn’t agree,<br />

demonstrates the political nature of<br />

the problem.<br />

Your area of expertise is foreign and<br />

security policy and you have also published<br />

quite a large body of literature<br />

on that topic. Based on your judgement,<br />

what significance will foreign<br />

and security policy hold regarding the<br />

future relationship between Albania<br />

and the EU?<br />

Many thanks for the compliment. One<br />

must work very hard to earn that. I do<br />

not think that security of the EU can<br />

be significantly threatened by Albania<br />

in any way but for sure, the EU will<br />

be much safer in certain dimensions<br />

of security if Albania is involved in a<br />

closer cooperation. We have demonstrated<br />

our good will by signing agreements<br />

with Frontex and successfully<br />

working together protecting outside<br />

borders of the EU. While Albania is<br />

not a threat, she can be a valuable<br />

small ally in the fight against illegal<br />

migration, human and drug trafficking<br />

and organized crime that may have<br />

links to terrorism. Naturally, opening<br />

accession negotiations will boost our<br />

confidence and encourage progressive<br />

forces to stay on the course regarding<br />

reforms.<br />

Foto: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

092


<strong>SOCIETY</strong><br />

Eine lang jährige<br />

Freundschaft<br />

Seit 1966 gibt es die Österreichisch-Albanische Gesellschaft.<br />

Präsident Botschafter i.R. Arno Riedel, hat <strong>SOCIETY</strong><br />

über deren Tätigkeitsfelder berichtet.<br />

Foto: Mahmoud Ashraf<br />

Herr Botschafter i.R. Mag. Arno Riedel,<br />

Sie sind seit Februar 2018 Präsident<br />

der Österreichisch-Albanischen Gesellschaft.<br />

Was sind die Hauptaufgaben<br />

der Organisation?<br />

Im Vordergrund steht das soziale<br />

Engagement. Das ist historisch begründet.<br />

Seit den frühen 90er Jahren,<br />

also gleich nach dem Zusammenbruch<br />

des kommunistischen Regimes, hat<br />

unsere Gesellschaft Hilfslieferungen<br />

nach Albanien gebracht, es gab zum<br />

Beispiel Sendungen von Schulmöbeln,<br />

Krankenhauseinrichtung und Medikamenten.<br />

Aus einer Unzahl von Hilfsprojekten<br />

haben sich beste Kontakte und<br />

dauerhafte Freundschaften entwickelt.<br />

Unsere Ehrenpräsidentin, die damalige<br />

Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer,<br />

war hierbei die treibende Kraft. Vielen<br />

Kindern und Jugendlichen haben wir<br />

eine ärztliche Behandlung in Österreich<br />

ermöglicht. Bei der Finanzierung<br />

Botschafter i.R. Arno Riedel mit Botschafterin<br />

DDr. Petra Schneebauer<br />

sind wir als Freiwilligenorganisation auf<br />

Gönner und Sponsoren angewiesen.<br />

Die österreichische Schule in Shkodra,<br />

eine HTL für Informationstechnologie,<br />

ist ein Beispiel für eine gelungene<br />

Kooperation. Die Österreichisch-Albanische<br />

Gesellschaft will aber auch vor<br />

allem die Zivilgesellschaft in Albanien<br />

unterstützen. Wir wollen unsere guten<br />

Dienste anbieten, wirtschaftliche<br />

Entwicklung fördern und die Wissenschaftskooperation<br />

antreiben.<br />

Was verbindet Albanien und Österreich<br />

ganz allgemein?<br />

Österreich-Ungarn hat die Unabhängigkeit<br />

Albaniens 1912 maßgeblich<br />

unterstützt. Das österreichische<br />

Interesse am Wohlergehen Albaniens<br />

wird von den Albanern geschätzt. Es<br />

ist von gegenseitigem Respekt und<br />

Wertschätzung getragen. Während<br />

Österreich durch zahlreiche Investitionen<br />

in Albanien in Schlüsselbereichen<br />

(Banken, Versicherungen, Energiewirtschaft<br />

etc.) zu steigendem Wohlstand<br />

des Landes beiträgt, sind es viele albanische<br />

Künstler und Intellektuelle, die<br />

unser Leben in Österreich bereichern.<br />

Österreichs Universitäten sind für Albaner<br />

bedeutsam. Zu erwähnen ist auch<br />

eine lange Tradition der Albanologie in<br />

Österreich, v.a. in Graz, Wien und Innsbruck.<br />

Albaner wissen, dass sie sich auf<br />

Österreich verlassen können, etwa bei<br />

der Katastrophenhilfe oder der Zurverfügungstellung<br />

von Corona-Impfstoff.<br />

Wo sehen Sie Verbesserungsmöglichkeiten?<br />

Aus dieser traditionellen Freundschaft<br />

in den bilateralen Beziehungen heraus<br />

hat Österreich immer maßgebend den<br />

zukünftigen EU-Beitritt Albaniens, der<br />

ja von einer großen Mehrheit der Albaner<br />

gewünscht wird, unterstützt. Leider<br />

ist im Beitrittsprozess Sand ins Getriebe<br />

geraten. Die notwendigen Reformmaßnahmen<br />

werden, wenn überhaupt,<br />

nur schleppend durchgeführt. Leider<br />

ist auch auf Seiten der EU das Interesse<br />

an einer raschen Heranführung der<br />

Westbalkan-Länder zurückgegangen.<br />

Aus unserer Sicht ist dabei nach wie<br />

vor die mangelnde Rechtssicherheit<br />

das größte Problem. Österreich engagiert<br />

sich dabei etwa bei Reformen<br />

des Justizsektors. Wichtig ist auch<br />

die Kooperation bei der Bekämpfung<br />

des Schlepperunwesens und des<br />

Menschenschmuggels. Ein entwicklungshemmender<br />

Umstand, ist das<br />

große Stadt-Land-Gefälle. Durch den<br />

gestiegenen Wohlstand in den Städten<br />

ist die Landflucht groß, denn in den<br />

ländlichen Gebieten gibt es kaum<br />

Infrastruktur und Arbeitsplätze. Zurück<br />

bleiben Ältere und Kranke, die Armut in<br />

entlegenen Dörfern ist groß. Insgesamt<br />

kann ich aber sagen, dass Albanien<br />

nach dem Sturz des kommunistischen<br />

Regimes, wo Anfang der 90er Jahre<br />

praktisch bei null begonnen wurde,<br />

gewaltige Fortschritte gemacht hat. Ich<br />

kann mit Stolz sagen, dass die Österreichisch-Albanische<br />

Gesellschaft dank<br />

dem Einsatz ihrer Mitglieder einen Teil<br />

dazu beigetragen hat.<br />

ALBANIA<br />

093


Samir Mane: A unique<br />

Success Story<br />

In 1993, the then 26 year old Albanian Samir Mane<br />

founded the BALFIN Group in Austria. Today, it is<br />

considered to be one of the biggest private investment<br />

groups in the Balkans, with Mane acquiring the title<br />

“first Albanian billionaire”.<br />

Born on December 24, 1967 in Korçë in<br />

the south of Albania, he later studied<br />

geology and mining at Tirana University.<br />

In 1991, when the communist system<br />

collapsed in his home country, he<br />

decided to leave Albania for Austria.<br />

There, he worked as a translator and<br />

at the same time started building a<br />

personal business network. Only three<br />

years after arriving in Austria, he set<br />

up his first business – Albatrade and<br />

right after that BALFIN Group (Balkan<br />

Finance Investment Group). With<br />

this, an unparalleled success story<br />

took its course. Through the years,<br />

Mane created an immensely diverse<br />

portfolio of different businesses in key<br />

economic sectors such as tourism,<br />

trade, services, real estate, agriculture,<br />

mineral industry and more, operating<br />

in Austria, Albania, Kosovo, Bosnia<br />

and Herzegovina, North Macedonia,<br />

Montenegro and the Netherlands. But<br />

economic success was never the only<br />

thing that mattered to the entrepreneur<br />

and father of four. On the official<br />

website of BALFIN Group, he states:<br />

“We create social value by striving<br />

to be more than a growing business<br />

portfolio and especially a group of<br />

individuals active in the environment<br />

we operate.<br />

Fotos: Pagria/Balfin Group<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

094


We work to meet our policies in the<br />

context of improving community life<br />

and development, environmental<br />

protection, cultural enrichment and<br />

education in every area present with<br />

our companies and employees”. Mane<br />

is also the reason why there is quite a<br />

big number of SPAR supermarkets in<br />

Albania. In May 2016, BALFIN Group<br />

signed a franchise agreement with<br />

SPAR International, introducing the<br />

chain to Albania and since then,<br />

expanding its supermarket network<br />

Founder of BALFIN group and successful business<br />

man Samir Mane<br />

all over the country. With the expansion<br />

of his business in all areas,<br />

BALFIN Group developed into a huge<br />

employer: around 6000 people are<br />

currently working for the group, which<br />

generated a non-consolidated gross<br />

revenue of over 639 million € in 2020.<br />

The enterprise value of all BALFIN<br />

Group companies increased by 755<br />

million € in the same year. Mane,<br />

who also holds the title of Honorary<br />

Consul of Thailand, and the whole<br />

BALFIN Group are always looking for<br />

new and innovative projects. Currently,<br />

BALFIN Austria, part of Balfin Group,<br />

is building a residential complex in<br />

Vienna, between the 18th and 19th<br />

district, which is expected to be<br />

completed in 2022. Furthermore, it is<br />

working on its new investment named<br />

Retail Park, an innovative project that<br />

combines a commercial building with<br />

joint public facilities and green spaces.<br />

In 2016, former Albanian President<br />

Bujar Nishani awarded Samir Mane<br />

with the Medal of Special Civil Merit<br />

and in 2019, he received the Medal of<br />

High Honor from Austrian President<br />

Alexander Van der Bellen, which he<br />

accepted with great pleasure: “My ties<br />

with Austria are very strong.<br />

I came to this country as an immigrant<br />

and returned as a businessman after<br />

14 years, offering me a great opportunity.<br />

Operating in Austria has helped<br />

me greatly to develop business in<br />

different countries, including Albania<br />

and I am sure that our cooperation<br />

will continue to be excellent in the<br />

future as well”, he stated at the ceremony<br />

held on the occasion of this<br />

decoration.<br />

Aside from being an immensely<br />

successful business man, Samir Mane<br />

is also a great philanthropist. He set<br />

up charitable funds in each of his<br />

companies, helping to reduce poverty,<br />

supporting children with disabilities<br />

and fostering education and health of<br />

children. When he came to Austria 30<br />

years ago, he might not have anticipated<br />

how successful he would be one<br />

day. “My journey has been a long and<br />

winding road, not a systematic set of<br />

steps. You have to find yourself and<br />

you have to be yourself; your power is<br />

internal, not external”, he once stated<br />

in an interview with DISCOVER CEE<br />

after being asked how he came so far.<br />

ALBANIA<br />

095


<strong>SOCIETY</strong><br />

Eine Freiwillige<br />

Feuerwehr für Albanien<br />

Bereits seit einigen Jahren arbeiten einige<br />

oberösterreichische Feuerwehren daran, eine<br />

Freiwillige Feuerwehr in Albanien zu installieren.<br />

Dabei leisten sie wertvolle Unterstützungsarbeit.<br />

Josef Schwarzmannseder, langjähriger<br />

Grieskirchner Feuerwehrexperte, Ehrenoberbrandrat<br />

und Bundesbewerbsleiter<br />

a.D. und Wolfgang Grossruck,<br />

ehemaliger Bürgermeister von Grieskirchen,<br />

Nationalratsabgeordneter,<br />

Obmann der Österreichisch-Albanisch-<br />

Parlamentarischen Freundschaftsgruppe<br />

und langjähriger Präsident der Österreichisch-Albanischen<br />

Gesellschaft<br />

sind federführend in der Organisation<br />

und Durchführung dieses besonderen<br />

Projekts. Seit 2008 sind sie gemeinsam<br />

mit zahlreichen Kolleginnen und<br />

Kollegen der involvierten Feuerwehren<br />

in Albanien im Einsatz. Das erste Engagement<br />

brachte sie in den Gebirgsort<br />

Fushe Arrez, wo sie die dort ansässige<br />

katholische Ordensgemeinschaft der<br />

Franziskanerinnen mit einem Hilfstransport<br />

unterstützten.<br />

Als im Jahr 2010 die nordalbanische<br />

Region rund um die Stadt Shkodra von<br />

einer riesigen Flutwelle heimgesucht<br />

wurde, konnte der damalige Bezirks-<br />

Feuerwehrkommando Josef Schwarzmannseder<br />

in Zusammenarbeit mit<br />

dem Landesfeuerwehrkommando<br />

Oberösterreich und im Auftrag des<br />

damaligen Landesfeuerwehrkommandanten<br />

LBD Johann Huber innerhalb<br />

kürzester Zeit Spenden in Form von<br />

Bekleidung, Lebensmittel, Decken,<br />

Matratzen etc., die 15 Sattelzüge füllten,<br />

sammeln. Der Transport (etwa 50.000<br />

€) wurde durch Spendengelder von<br />

Firmen, den Bundesländern und der<br />

Bundesregierung finanziert.<br />

Seither wurden außerdem sieben ausgeschiedene<br />

Feuerwehrfahrzeuge mit<br />

Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Oberösterreich<br />

nach Albanien überstellt.<br />

Gleichzeitig wurden albanische Feuerwehrleute<br />

intensiv geschult und mit<br />

Ausrüstung versorgt. Nach langjähriger<br />

Erfahrung in Albanien, kamen Schwarzmannseder<br />

und Grossruck dann zu<br />

dem Entschluss, dass der Aufbau einer<br />

Freiwilligen Feuerwehr vor Ort wohl<br />

das sinnvollste wäre, um nachhaltig<br />

Hilfe zur Selbsthilfe geben zu können.<br />

2019 wurde deshalb in Grieskirchen<br />

der Verein VAFFFA (Verein zum Aufbau<br />

und Förderung der Freiwilligen Feuerwehren<br />

in Albanien) gegründet: Nicht<br />

nur, um die notwendige Sicherheit<br />

gewährleisten zu können, sondern<br />

auch zur Stärkung der Zivilgesellschaft<br />

in Albanien, wo das Ehrenamt bisher<br />

nur eine geringe Rolle spielte. Noch im<br />

selben Jahr wurde die erste Freiwillige<br />

Feuerwehr Albanien in der Stadt Kavaja<br />

gegründet. Mit Beschluss des Gemeinderates<br />

wurde Enver Biturku zum<br />

Kommandanten ernannt.<br />

Nach einer coronabedingten Unterbrechung<br />

konnte am 3. Oktober 2021 wieder<br />

die Arbeit aufgenommen werden,<br />

so machten sich neun Feuerwehrleute<br />

abermals auf den Weg nach Albanien<br />

um ein von der FF St. Florian am Inn<br />

gespendetes Kleinlöschfahrzeug,<br />

eine Tragkraftspritze Marke FOX 1 der<br />

FF Tal und weiteres Feuerwehrequipment<br />

für die Ausbildung der Feuerwehrmitglieder<br />

zu liefern. Während<br />

des einwöchigen Aufenthalts wurden<br />

unzählige theoretische und praktische<br />

Schulungen für die Freiwilligen- und<br />

Berufsfeuerwehrmitglieder in Tirana<br />

abgehalten. Außerdem konnten die<br />

engagierten Feuerwehrleute intensive<br />

Fachgespräche mit der stellvertretenden<br />

Innenministerin Romina Kuko<br />

und dem Staatspräsidenten Ilir Meta<br />

führen. Und auch in Zukunft will der<br />

Verein VAFFFA weiter vor Ort sein und<br />

weitere Projekte durchführen – in enger<br />

Zusammenarbeit mit dem in Albanien<br />

gegründeten „Vereinspendant“ AFPRA.<br />

Weitere Information zu Spendenmöglichkeit<br />

und über den Verein finden<br />

Sie auf VAFFFA.org<br />

Foto: privat<br />

LÄNDER IM FOKUS<br />

096


Mediterrane Lebensfreude<br />

mitten in Wien<br />

Seit Mitte der 1970er Jahre ist das „Orpheas“ in der Spiegelgasse<br />

Nr. 10 fester Bestandteil der Wiener Gastronomielandschaft und<br />

erfreut seine Gäste mit lukullischen Kreationen.<br />

Fotos: privat<br />

Architektonisch spannend in Szene<br />

gesetzt, verbindet sich in diesem<br />

griechischen „Estiatorio“ im Zentrum<br />

Wiens historisches mit modernem<br />

Ambiente. Seit jeher fühlen sich hier<br />

die Menschen besonders willkommen<br />

und nicht nur deshalb kann das Restaurant<br />

auf eine große Anzahl treuer<br />

Stammgäste aus Politik, Wirtschaft<br />

und Kultur blicken. Das vergangene<br />

Jahr war auch für das Team rundum<br />

„Orpheas“ ein außergewöhnliches<br />

– doch die wochenlange Komplettschließung<br />

nutzten die Inhaber für<br />

eine Renovierung der Gasträume: Der<br />

Parkettboden wurde versiegelt, die<br />

Wände frisch gestrichen und sämtliche<br />

Sitzgelegenheiten neu gepolstert<br />

und bespannt. Danach wurden einzelne<br />

Tische entfernt, die restlichen<br />

großzügiger aufgestellt. Eine kongeniale<br />

Partnerschaft mit einer benachbarten<br />

Galerie ermöglicht darüber<br />

hinaus das Ausstellen einzigartiger<br />

Gemälde.<br />

Die Restaurantküche setzt stets auf<br />

erstklassige Qualität der Produkte.<br />

Traditionelle und gleichzeitig innovative<br />

mediterrane Gastronomie<br />

finden hier zu einem einzigartigen<br />

Konzept zusammen. Bei „Orpheas“<br />

gibt es noch selbst gebackenes Brot<br />

genauso wie hausgemachte Dips und<br />

Saucen. Dazu passend findet man<br />

eine fein abgestimmte Auswahl von<br />

hochwertigen österreichischen und<br />

griechischen Weinen in der Karte.<br />

„Typisch griechisch“ – empfiehlt es<br />

sich nach den Desserts zu fragen.<br />

Der „süße“ Geschäftsführer ist immer<br />

für Überraschungen gut. Abseits der<br />

Speisekarte entwickelt das „Orpheas“-<br />

Team saisonale Nachspeisen für jeden<br />

Geschmack. Ein Besuch lohnt sich auf<br />

jeden Fall!<br />

Als zusätzliches Angebot bietet das<br />

„Orpheas“ ein Take-away Service sowie<br />

Catering an. Die Räumlichkeiten<br />

können auch für Feiern mit bis zu 150<br />

Personen gemietet werden.<br />

Restaurant Orpheas<br />

Spiegelgasse 10, 1010 Wien<br />

www.orpheas.at<br />

LIFE & STYLE<br />

097


In den 105 Suiten und 12 Chalets haben Familien besonders viel Platz<br />

Wenn die Kinder versorgt sind, können die Eltern so richtig relaxen<br />

Dachsteinkönig –<br />

Familux Resort<br />

Entspannung für kleine und große König*innen findet man<br />

im Dachsteinkönig – Familux Resort. Ein Königreich für jeden –<br />

Familienurlaub 2.0 im innovativsten Familienhotel Europas.<br />

Das Vier-Sterne-Superior-Hotel am<br />

Fuße des Dachsteins ist ein Mitglied<br />

der Kinderhotels Europa (kinderhotels.<br />

com) und verbindet bis ins kleinste<br />

Detail kindergerecht durchdachte<br />

Ausstattung mit zeitgemäßem, anspruchsvollem<br />

Design und begeistert<br />

durch lässige Großzügigkeit.<br />

Mehr Platz für intelligenten Übermut<br />

Die Wünsche von Kindern hat die Hoteliers-Familie<br />

Mayer seit Jahrzehnten<br />

in Lermoos und Oberjoch studieren<br />

können. Aufbauend auf den wertvollen<br />

Erfahrungen wurde 2016 inmitten<br />

des Salzkammerguts ein weitläufiges<br />

Die Pool-Landschaft hat eine 100 Meter lange<br />

Reifen-Wasserrutsche für garantierten Spaß<br />

Resort mit 105 Familiensuiten und<br />

zwölf Chalet-Einheiten errichtet. Platz<br />

und Zeit zu schaffen für gemeinsame<br />

Erlebnisse und Entspannung mit<br />

der Familie, das ist eine neue Art von<br />

Luxus.<br />

Sport und Action, rundum betreut<br />

Mindestens 25 ausgebildete Betreuer*innen<br />

kümmern sich ganztags von<br />

Montag bis Sonntag um die Kinder;<br />

Babys können im Dachsteinkönig<br />

– selbstverständlich professionell<br />

umsorgt – schon ab dem 7. Lebenstag<br />

urlauben! Im 2.000 m² großen<br />

Indoor-Spielbereich warten Kino<br />

und Theater, eine Softplayanlage<br />

über zwei Stockwerke, eine Karthalle,<br />

eine Familien-Bowlingbahn und eine<br />

Sporthalle auf förmlich spielfreudige<br />

Gäste. Ein verregneter Tag verhindert<br />

kein Abenteuer in den Bergen – der<br />

Virtual-Reality-Room lässt die Gäste<br />

überall herumklettern oder kreativ<br />

sein; wann und wo sie wollen. Die<br />

attraktive Pool-Landschaft mit der 100<br />

Meter langen Reifen-Wasserrutsche<br />

ist so viel mehr als bloß ein Ort zum<br />

Planschen. Überhaupt gleicht der<br />

Außenbereich einem Erlebnispark,<br />

da laden die bunten Hüpfburgen, der<br />

Abenteuerspielplatz, der Kinderfahrzeug-Parcours<br />

und die Weidetiere ein.<br />

Skifahrer haben eine tolle Aufgabe vor<br />

sich: Das größte Skigebiet Oberösterreichs,<br />

Dachstein West, will erkundet<br />

werden und nur wenige Meter vom<br />

FAMILUX RESORT entfernt ist die Talstation<br />

der Bergbahn.<br />

Spürbare Erholung für Eltern<br />

Mit dem guten Gefühl, dass die Kinder<br />

bestens betreut sind, können sich<br />

Eltern in der 1.000 m² großen Wellness-<br />

und Saunalandschaft entspannen.<br />

Abends sind sie wieder fit, um<br />

die Gourmetküche samt exquisiter<br />

Weinbegleitung aus der hauseigenen<br />

Vinothek zu genießen. Dank der vielen<br />

herzlichen Mitarbeiter und unserem<br />

exzellenten Service fühlt sich am<br />

Dachstein jeder wie ein König.<br />

Dachsteinkönig – Familux<br />

Resort****S<br />

A-4824 Gosau<br />

Tel.: +43 61 36 88 88<br />

info@dachsteinkoenig.at<br />

www.dachsteinkoenig.at<br />

Foto: Dachsteinkönig – Familux Resort****S, Daniela Jakob<br />

LIFE & STYLE<br />

098


Weil Familie<br />

Freiheit<br />

bedeutet<br />

/ STUDIO Q BRAND LAB<br />

PHOTO©DJAKOB<br />

Entdecke die weltweit erste und einzige Premium-<br />

Hotelgruppe ausschließlich für Familien mit<br />

Kindern. Bei uns findest du eine verdiente Auszeit<br />

und spürbare Entspannung – mit dem guten<br />

Gefühl, dass deine Kinder perfekt umsorgt<br />

Spaß ohne Ende haben.<br />

FA M I L I E S<br />

O N LY<br />

MEMBER OF<br />

Bring your kids,<br />

find yourself.<br />

WWW.FAMILUX.COM<br />

TIROL . ALLGÄU . SALZKAMMERGUT . THÜRINGER WALD


<strong>SOCIETY</strong><br />

Kyrgyzstan:<br />

Adventure in Nature<br />

Breathtaking landscapes, authentic<br />

hospitality and cultural diversity – all of<br />

that can be found in the Central Asian<br />

state Kyrgyzstan.<br />

The former USSR-republic just celebrated<br />

30 years of independence and<br />

shares borders with China, Kazakhstan,<br />

Tajikistan and Uzbekistan. It was part of<br />

the ancient Silk Road, whose remains<br />

can be seen to this day. One of them is<br />

Burana Tower, not far from the modern<br />

capital Bishkek. The construction<br />

was erected during the Karkahnanid<br />

Khanate in the 11th century in the city<br />

Balasagun, which was at that time an<br />

important part of the trade route. The<br />

settlement was destroyed by Mongol<br />

invaders, which marked its decline into<br />

a ghost town by the 15th century. Standing<br />

24, 6 meters above the ground, it<br />

is the only remainder of the old city. For<br />

visitors without vertigo, the climb of its<br />

staircase reveals a marvelous view of<br />

the surrounding area.<br />

Issyk-Kul Lake<br />

Nestled in the base of the breathtaking<br />

mountain scenery of the Tian-<br />

Shan range lies Issyk-Kul lake. With<br />

6232 sq, it is the second largest saline<br />

lake in the world. On its banks, you<br />

get the impression of being by the<br />

seaside. Permanent winds produced<br />

by the surrounding mountains create<br />

a constant ripple of gentle waves. The<br />

name Issyk-Kul means “hot lake” in the<br />

Kyrgyz language, referring to the fact,<br />

that its water never freezes, making it<br />

a popular destination for tourists and<br />

locals alike to relax at one of the many<br />

hotels and homestays. The town of<br />

Bokonbaevo on the Southern shore<br />

of Issyk-Kul keeps its traditions alive,<br />

such as eagle hunting, which has<br />

been practiced by the Kyrgyz nomads<br />

for centuries. For those wanting to<br />

experience nomad life, yurt camps<br />

are a perfect option. Other activities<br />

include hiking or horseback trails into<br />

the unspoiled nature of the Tian-Shan<br />

mountains, jeep tours and visiting the<br />

annual birds of prey festival. At the<br />

Agro-Festival, organized by the CBT<br />

(Kyrgyz community-based tourism association)<br />

you can experience folklore<br />

concerts, felt shows, the exhibition of<br />

home animals, Kyrgyz national games,<br />

Kyrgyz food tasting and National<br />

Horse Games.<br />

Handicraft and Yurt Making in Kyzyl-Oi<br />

and Kochkor<br />

Traditions are still alive in Kyrgyzstan.<br />

Stemming from its nomadic culture,<br />

the country is famous for its traditional<br />

yurts and handicrafts. The residents<br />

of the village Kyzyl-Tuu are famous for<br />

their yurts, that are hand made in the<br />

traditional way. Kochkor is a small town<br />

that is located in Naryn Province, on<br />

the road to Lake Son-Kul and Torugart<br />

Pass. It used to be a stop for merchants<br />

going to and from Kashgar, on the other<br />

side of Torugart Pass in China. Today,<br />

Kochkor (or Kochkorka) has become a<br />

stop for tourists as they head deeper<br />

into the Tian Shan. Kochkor has been<br />

relatively well developed in terms of<br />

tourism infrastructure.<br />

Transport, treks, horse rides, homestays,<br />

and concerts are all relatively easy<br />

to organize. The town is also home to<br />

artisans who specialize in traditional<br />

Kyrgyz art, and revive the traditions<br />

of the region and make sustainable<br />

souvenirs. It has become famous for<br />

its shyrdaks and felt carpets, which are<br />

made in workshops around the city.<br />

Those interested in immersing themselves<br />

in Kyrgyz culture can organize<br />

homestays and concerts of traditional<br />

Kyrgyz music. Kochkor is a popular<br />

stop for those heading up to the jailoo<br />

(summer pastures) around Son-Kul and<br />

in nearby areas, such as Kol-Ukok (a<br />

lake and jailoo). Saryla-Saz, just 54 km<br />

(34 miles) from Kochkor, is an ideal jailoo,<br />

complete with grazing animals and<br />

traditional yurts, and is a great starting<br />

point for treks to nearby historical<br />

sights and a waterfall. The most famous<br />

and well visited site near Kochkor is<br />

Son-Kul, a high mountain lake surrounded<br />

by wide pastures and plains.<br />

Kyzyl-Oi is quite different from the other<br />

mountain villages in Kyrgyzstan. It<br />

existed even before the Great Socialist<br />

Revolution, and has therefore kept its<br />

distinct Central Asian character with<br />

its reddish clay houses. Kyzyl-Oi is located<br />

in a narrow gorge on the riverside<br />

Fotos: unsplash, pixabay<br />

LIFE & STYLE<br />

100


<strong>SOCIETY</strong><br />

Burana tower is the ancient remainder of the former trading town of Balsagun<br />

Traditional handicrafts such as the spinning of wool is still practiced<br />

The magnificent nature of Krygyzstan is best discoverd on horseback<br />

Tourists are invited to learn more of the traditional life of Kyrgyz nomads<br />

LIFE & STYLE<br />

101


<strong>SOCIETY</strong><br />

No better way to get to know a country than participating in a cooking workshop<br />

of the powerful Kokomeren River some<br />

40 km south of Suusamyr on the road<br />

to Kochkor Village and Son-Kol Lake<br />

(both in Naryn region), and about 200<br />

km from Bishkek. The elevation is 1,800<br />

metres asl; here, a valley opens up somewhat<br />

to form a hollow ringed by the<br />

high red-coloured mountains, which<br />

gave the place its name. Kyzyl means<br />

‘red’ in Kyrgyz. Spending a couple of<br />

days here is ideal for those wanting<br />

to relax in the very heart of the Kyrgyz<br />

Ala-Too mountain range. From here, you<br />

can choose from a variety of different<br />

hiking or horseback trekking routes<br />

in the mountains. The Sary-Kamysh<br />

Range south of the village has some<br />

gorgeous peaks up to 4,000 metres. In<br />

summertime, you can ask the villagers<br />

to take you up to the summer high-altitude<br />

pastures to watch the wildlife and<br />

pristine flora. Another attraction in late<br />

summer is rafting down the Kökömeren<br />

River, an activity offered by some<br />

tour operators in Bishkek. Tourists in<br />

wintertime can also help local people<br />

get the hay down from the jailoo to the<br />

village using horses and sledges.<br />

Arslanbob<br />

Famous for its walnut forest, which<br />

is more than 1000 years old and was<br />

most likely planted by the founders of<br />

the village. It secures the livelihood of<br />

the villagers by providing them with<br />

various kinds of walnuts, that they are<br />

collecting and selling on the markets.<br />

Visitors should definitely take the time<br />

to explore the impressive old walnut<br />

trees, and have the background story<br />

explained to them by the mountain<br />

rangers.<br />

Arslanbob is the perfect place to discover<br />

the mountains of Kyrgyzstan. In<br />

summer, tourists can book hiking trips<br />

for all fitness levels, from rock climbing<br />

to the jailoo Jaz-Jarym, to a tour to holy<br />

lake over the pass of “friendship”, which<br />

leads you through gorges and glaciers,<br />

past magnificent waterfalls and canyons.<br />

All these wonderful places can<br />

also be discovered on horseback. In<br />

winter, Arslanbob offers great outdoor<br />

activities such as ski tours, snowshoe<br />

tours, or multi-day ski tours with<br />

overnight stays at a shepard’s hut, and<br />

horse-tow skiing or horse sleigh rides.<br />

Osh<br />

Osh is the second biggest city of Kyrgyzstan<br />

and lies in the fertile Fergana<br />

valley, in the south of the country. It<br />

looks back at a 3000-year old history<br />

and has served as the administrative<br />

center of Osh Region since 1939. Osh<br />

was known as early as the 8th century<br />

as a center for silk production along<br />

the Silk Road. The famous trading<br />

route crossed Alay Mountains to reach<br />

Kashgar to the east. It is only 5 km<br />

away from the border to Uzbekistan.<br />

The city is the home of the one of the<br />

oldest outdoor bazars of Central Asia,<br />

where you can find almost anything,<br />

from food to clothing and souvenirs.<br />

Visitors will also be surprised to find<br />

one of the few remaining statues of<br />

Lenin in the city center. The world<br />

heritage site mountain of Sulayman<br />

should also be on your list during your<br />

stay in Osh. The mountain is thought<br />

by some researchers and historians to<br />

be the famous landmark of antiquity<br />

known as the „Stone Tower“, which<br />

Claudius Ptolemy wrote about in his<br />

famous work „Geography“. It marked<br />

the midpoint on the ancient Silk Road.<br />

Fotos: unsplash, pixabay, Tanja Tauchhammer<br />

LIFE & STYLE<br />

102


<strong>SOCIETY</strong><br />

The wild nature of the Kyrgyz mountains is home to many endangered species, such as the snow leopard<br />

The National Historical and Archaeological<br />

Museum Complex Sulayman is<br />

carved in the mountain, containing a<br />

collection of archaeological, geological,<br />

and historical finds and information<br />

about local flora and fauna.<br />

From its top you get a great view of the<br />

city. Osh is also the birthplace of the<br />

female Kyrgyz national hero, Kurmanjan<br />

Datka.<br />

When visiting Kyrgyzstan, the hospitality<br />

of its inhabitants is what stays in<br />

the memory the longest. You should<br />

definitely try to experience the life of<br />

these wonderful people while staying in<br />

one of the many homestays, enjoy the<br />

wonderfully simple but delicious cuisine,<br />

including “plow” (rice with mutton<br />

and vegetables), “Beshbarmak”(noodles<br />

and meat) and various soups and<br />

sweet mountain honey.<br />

Find more information on communitybased<br />

tourism in Kyrgyzstan here:<br />

www.cbtkyrgyzstan.kg<br />

Turkish Airlines offers flights to the<br />

capital Bishkek via Istanbul<br />

Eagle hunting is still part of the life of the Kygyz nomads, eagle owner Ruslan presents his bird of prey<br />

LIFE & STYLE<br />

103


<strong>SOCIETY</strong><br />

Sustainable tourism<br />

in Kyrgyzstan<br />

<strong>SOCIETY</strong> spoke with Nargiza Kudaiberdieva,<br />

SWITCH-Asia Greentour Project Manager of Helvetas,<br />

an independent development organization, about<br />

their projects regarding sustainable tourism in<br />

the beautiful Central Asian country.<br />

Can you explain what “Helvetas” is about<br />

and what kind of tourism development<br />

projects it is working on?<br />

Helvetas is committed to a just world<br />

in which all men and women determine<br />

the course of their lives in dignity and<br />

security, using environmental resources<br />

in a sustainable manner. Helvetas is an<br />

independent organization for development<br />

based in Switzerland with affiliated<br />

organizations in Germany and the<br />

United States. At the moment, there are<br />

three different projects supporting the<br />

tourism sector development in Kyrgyzstan<br />

– one of them is “Bai Alai”, operating<br />

in the south of the country. The underlying<br />

approach of the Project is the<br />

MSD (Market Systems Development)<br />

approach, which provides the basis for<br />

Nargiza Kudaiberdieva, SWITCH-Asia Greentour<br />

Manager of Helvetas<br />

achieving sustainable and widespread<br />

impact by promoting systemic changes<br />

implemented by market participants in<br />

selected subsectors such as tourism,<br />

handicrafts, apiculture and cattle. The<br />

second project is the “Winter Tourism<br />

Kyrgyzstan (WTK)”, funded by SECO.<br />

The main phase started from 1 October<br />

2021 - 30 September 2025. WTK‘s<br />

overall goal is to support the sustainable<br />

and competitive WT value chain<br />

development in Kyrgyzstan, providing<br />

decent and year-round job and income<br />

opportunities for women and men by<br />

improving the quality and safe services<br />

along the WT value chain; key institutional<br />

partners supporting a favourable<br />

business environment and improved<br />

coordination mechanisms; and both<br />

private and public actors addressing<br />

ecological and social sustainability. The<br />

third one is the “GreenTour project”, funded<br />

by the European Union’s SWITCH-<br />

Asia programme. It was launched in<br />

March 2020, just when lockdowns<br />

started. It’s a four-year project with the<br />

objective of supporting the country in<br />

transforming to a green economy. With<br />

this project, Helvetas responds to the<br />

objectives of the Kyrgyz government<br />

to develop a more sustainable tourism,<br />

involving communities, and diversifying<br />

tourism products in order to attract<br />

new target groups and clients. Through<br />

an integrated business-led approach,<br />

the Greentour project mobilizes and<br />

mentors Kyrgyz tour operators and their<br />

suppliers to adapt and promote sustainable<br />

consumption and production<br />

practices (SCP) throughout their supply<br />

chains and business processes. This<br />

includes using local suppliers, purchasing<br />

environmentally friendly products,<br />

plastic reduction, conserving natural<br />

resources and applying socially responsible<br />

ways of interacting with local<br />

communities. In the beginning, most of<br />

our activities had to be held online due<br />

to the pandemic, but when the restrictions<br />

were lifted, we started offline trainings<br />

in the key tourism hotspots of the<br />

country such as Karakol, Bishkek, Osh,<br />

Naryn and Kochkor. So far, around 400<br />

service providers related to the tourism<br />

sector, amongst them tour operators,<br />

transportation services, accommodation<br />

businesses, guides, tourism school<br />

instructors and municipalities, have<br />

been trained in sustainability principles.<br />

Eight of the tour operators have become<br />

so called “Travelife Partners” and are<br />

now committed to reduce single-use<br />

plastic, integrate fair labour conditions,<br />

environment and wild life protection<br />

measures during their tours.<br />

What are the main goals of these<br />

initiatives?<br />

The goal is to help Kyrgyzstan in positioning<br />

itself as a sustainable tourism<br />

destination. We want to have more<br />

competitive providers integrating<br />

Fotos: privat, Helvetas<br />

LIFE & STYLE<br />

104


esponsible tours or adding sustainable<br />

practices to their services so they can<br />

become, at the same time, more competitive<br />

among other Central Asian tour<br />

providers. We also want to promote<br />

them to European buyers and bring<br />

them to the next ITB for example.<br />

Can you tell us something about the<br />

process of certification of providers?<br />

First, the participating providers<br />

become “Travelife Engaged”, which<br />

means that they register online and<br />

take courses on sustainability live<br />

or online. The next level is “Travelife<br />

Partner”, which the companies enter as<br />

soon as they start implementing some<br />

steps. The highest level companies can<br />

reach is “Travelife Certified.” This work<br />

is implemented through collaboration<br />

with our partners: ECEAT and KATO.<br />

We also work with smaller providers,<br />

like CBTs and home-stays for example,<br />

in integrating sustainable practices<br />

and greening their offerings through<br />

the Kyrgyz Community-Based Tourism<br />

Association.<br />

So you will be the first country in Central<br />

Asia to have sustainable tourism?<br />

There are many projects working in<br />

the region to support tourism sector<br />

development. A similar project is<br />

being implemented in Kazakhstan, for<br />

example, and they also use the same<br />

platform. But many things start here in<br />

Kyrgyzstan and then they are replicated<br />

in other countries.<br />

How is Kyrgyzstan benefiting from<br />

tourism?<br />

In rural areas, young people start learning<br />

foreign languages now and it is a<br />

great employment opportunity – especially<br />

for women. The people profiting<br />

from receiving tourists are usually not<br />

that rich and cannot affort long travels.<br />

But talking to foreigners or hosting<br />

them means having some diversion<br />

from the daily routine. Another positive<br />

impact is, that tourism creates income<br />

and it not only helps the tour service<br />

providers but also the food providers,<br />

the restaurants or the transport companies.<br />

On the negative side, most of our<br />

offerings are built around visiting fragile<br />

ecosystems. Our country’s main assets<br />

are the nature attractions, so we need<br />

to think about avoiding mass tourism<br />

and offering more niche tourism, attracting<br />

those who can spend more with<br />

less environmental pressure.<br />

So how would you define the exact<br />

target group and how do tour operators<br />

profit from the “Travelife Partner”<br />

certification?<br />

Based on statistics, the people that<br />

come to Kyrgyzstan are usually<br />

between the ages of 18 to 56. Our<br />

promotion is supposed to encourage<br />

both group and individual tourism.<br />

Looking at reports, we see that people<br />

nowadays are more aware of having a<br />

positive impact on the communities<br />

they visit and reducing their carbon<br />

footprint. In parallel, the booking<br />

platforms are prioritizing providers that<br />

have sustainable approaches and are<br />

certified by a recognized platform. It is<br />

a selling point, and that is what we are<br />

trying to explain to the tour operators:<br />

they just need to invest a bit of time and<br />

resources to see the benefits.<br />

Are the companies being controlled<br />

once they have the Travelife certificate?<br />

We do a baseline survey with the companies<br />

that are going through the programmes<br />

in order to see how they apply<br />

all the steps they have learned. We<br />

piloted a reduced carbon footprint tour<br />

with a group from Slovakia and we worked<br />

with the provider to integrate such<br />

elements as avoiding single-use plastic<br />

and supporting the women cooperative<br />

etc. Change doesn’t happen overnight,<br />

but at least people start thinking about<br />

it. Companies and providers shouldn’t<br />

look at implementing sustainable<br />

approaches and practices as a waste of<br />

money but as an investment.<br />

LIFE & STYLE<br />

105


<strong>SOCIETY</strong><br />

Gut durch den Winter<br />

Diesen Winter hüllen wir uns in opulente Düfte,<br />

reichhaltige Cremes und Öle lassen die trockene<br />

Haut erstrahlen und weihnachtliche Kerzen<br />

sorgen für ein kuscheliges Zuhause.<br />

KAKTUSFEIGENÖL VON ALZOE<br />

Das feuchtigkeitsspendende Kaktusfeigenkernöl nimmt seinen Ursprung in Afrika. Dort<br />

wächst der marokkanische und weit verbreitete Feigenkaktus in einem Gebiet, das seit<br />

1998 sogar UNESCO-Biosphärenreservat und somit ein Schutzgebiet für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung<br />

ist. Als reichhaltige Anti-Aging-Pflege für reifere Haut eignet sich das<br />

goldgelbe Öl ebenso wie für junge. Es zieht super schnell ein, stimuliert die Zellerneuerung,<br />

beugt frühzeitiger Hautalterung vor, sorgt für einen strahlenden Teint und mindert sichtbar<br />

Falten. Das Hautbild sieht gesund und frisch aus, ohne dabei zu glänzen. Erhältlich bei:<br />

www.alzoe.de<br />

PRO COLLAGEN CREAM RICH VON DR. GRANDEL<br />

Die reichhaltige Pro Collagen Cream Rich restrukturiert das Kollagennetzwerk.<br />

Ein Amino Silizium Komplex stimuliert die hauteigene Kollagenproduktion. Das<br />

Ergebnis ist ein festes und glattes Hautbild. Die reichhaltige Textur pflegt die Haut<br />

geschmeidig und hinterlässt ein weiches und genährtes Hautgefühl. Die ausgewählten<br />

Wirkstoffe bilden einen intelligente`Pro Collagen-Code‘, durch den die<br />

Haut eigenständig wieder zu neuer Elastizität und Festigkeit findet. Pro Collagen<br />

enthält kein tierisches Kollagen. Erhältlich bei: www.cosmetic-gallery.at<br />

LOVELY CHAI KÖRPERCREME VON M. ASAM<br />

Die Körpercreme pflegt die Haut intensiv mit wertvollen Wirkstoffen. Kaltgepresstes<br />

Traubenkernöl und Vitamin E wirken antioxidativ, feuchtigkeitsspendend und<br />

schützen die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen. Mandelöl und Panthenol<br />

beruhigen zudem Hautirritationen, wirken pflegend und ausgleichend. Die<br />

reichhaltige Körpercreme verwöhnt die Sinne mit dem aromatisch-würzigen und<br />

cremig-süßen Chai-Vanille Duft und vertraut warmen Akkorden mit sinnlichem<br />

Touch. Erhältlich z.B. bei: www.asambeauty.com<br />

BEAUT Y<br />

106


LATSCHENKIEFER ÖLBAD VON SUSANNE KAUFMANN<br />

Dieses von der Landschaft der österreichischen Alpen inspirierte aromatische<br />

Badeöl enthält ätherische Öle aus Kiefern- und Fichtennadeln. Die<br />

Inhaltsstoffe aus lokaler Produktion sind bekannt für ihre Hautberuhigenden<br />

Eigenschaften sowie für ihre belebende Wirkung auf Geist und Körper.<br />

In warmem Wasser entfaltet das Badeöl seinen Duft, stärkt das Immunsystem,<br />

lindert Muskelverspannungen und hinterlässt die Haut gut durchfeuchtet.<br />

Erhältlich bei: www.susannekaufmann.com<br />

LUXURY GOLDEN CAVIAR MASK CONDITIONER<br />

VON MARLIES MÖLLER<br />

Die wundervolle, goldfarbene Pflege mit wertvollem Caviar Extrakt<br />

ist Maske und Conditioner in einem. Sie pflegt das Haar intensiv und<br />

umhüllt es mit seidigem Glanz voller Leichtigkeit. Das Haar lässt sich<br />

leichter entwirren, wirkt gestärkt, vitalisiert und besonders glänzend.<br />

Der Marlies Möller hair&root beauty complex sorgt für leicht kämmbares,<br />

gesundes und kräftiges Haar von der Wurzel bis zu den Spitzen.<br />

Erhältlich z.B. bei www.marionnaud.at<br />

HYALURONDRINK VON PROCEANIS<br />

Hyaluron zum Trinken. Das Besondere am „Proceanis Hyaluronic<br />

Drink“: Durch die Aufnahme über den Darm können die enthaltenen<br />

Nährstoffe in den Organismus eindringen und somit in der Tiefe<br />

wirken. Der „Proceanis Hyaluron Komplex“ ist dabei ein weltweit einzigartiger<br />

und zum Patent angemeldeter Hyaluron-Breitband-Komplex.<br />

Ein sehr deutlicher Anti-Aging Effekt ist bereits nach 40-tägiger<br />

Einnahme klinisch erwiesen, die Haut wird elastischer, feiner und<br />

frischer, die Trockenheit der Haut wird am ganzen Körper spürbar<br />

reduziert. Erhältlich bei: www.kussmund.wien<br />

BEAUT Y<br />

107


<strong>SOCIETY</strong><br />

DUFTKERZE STERNSCHNUPPE VON LOOOPS<br />

In einer Salzburger Manufaktur von Hand hergestellt, besteht<br />

diese Kerze aus veganem Pflanzenwachs und wird<br />

nur mit 100 Prozent ätherischen Ölen parfümiert. Sie duftet<br />

schön winterlich nach wärmenden Nelken, frischen<br />

Orangenschalen und würzigem Sternanis, ihr Duft wirkt<br />

entspannend und stimmungsaufhellend. Erhältlich z.B.<br />

bei www.looopskerzen.at<br />

ORIANA VON PARFUMS DE MARLY<br />

Hier vereinen sich gesüßtes Schlagobers – die französische Crème<br />

Chantilly – mit Marshmallows, Ambrette und Moschusmalve, ein<br />

Duftstoff, der im 18. Jahrhundert übrigens zum Parfümieren des Haares<br />

verwendet wurde. Zu diesen sanften Basisnoten verströmen in<br />

der Kopfnote Zitrusfrüchte wie Mandarine und Grapefruit ihre heitere<br />

Frische, die Herznote sorgt mit Himbeere, schwarzer Johannisbeere<br />

und Orangenblüte für fruchtige Akzente. Den monochrom leuchtend<br />

pinken Flakon im Nostalgie-Look designte der bekannte französische<br />

Künstler Jules Julien. Erhältlich z.B. bei www.kussmund.wien<br />

GLORIOUS MINERAL EYESHADOWS IN LOVELY NUDE<br />

Die perfekte Kombination aus hochpigmentierten Farben und einer<br />

leichten pudrigen Textur: Die lavera Glorious Mineral Eyeshadows verleihen<br />

im Handumdrehen ein intensives und gleichmäßiges Farbresultat.<br />

Die vier Farben in der Lidschattenpalette bieten ein Spektrum von brillant<br />

schimmernden Nuancen bis hin zu sanft matten Tönen und sind perfekt<br />

aufeinander abgestimmt. Hochwertige Farbpigmente mit Bio-Jojobaöl<br />

und Vitamin E zaubern traumhaft-schöne Eyeshadow-Looks. Erhältlich<br />

bei: www.lavera.com<br />

108


<strong>SOCIETY</strong><br />

PHYTO TWIST TRUE RED VON SISLEY<br />

Phyto-Lip Twist ist pflegend wie ein<br />

Balsam, farbig wie ein Lippenstift<br />

und glänzend wie ein Gloss. Die<br />

Lippen werden geschmeidiger, besser<br />

mit Feuchtigkeit versorgt, sichtbar<br />

geglättet und gepolstert dank der<br />

pflanzlichen Aktivstoffe. Zart-schmelzend<br />

und ultra-geschmeidig, erfindet<br />

Phyto-Lip Twist die Regeln des Lippenstifts<br />

neu. Erhältlich bei:<br />

www.sisley-paris.com<br />

ROSE ARIA VON JAMES HEELEY<br />

James Heeley entführt mit seiner neuesten<br />

Kreation in einen Rosengarten.<br />

Die Herznote besteht ausschließlich<br />

aus Rosa centifolia – ihr Duft enthält<br />

grüne und frische Facetten, diese<br />

liefern die Kopfnote, die Basisnote<br />

aus Bernstein, Moschus, Safran und<br />

Sandelholz heben den wunderschönen<br />

Rosenduft noch zusätzlich hervor.<br />

Erhältlich z.B. bei Le Parfum in Wien<br />

oder unter www.jamesheeley.com<br />

THERMOBECHER VON MEPAL<br />

Der Thermobecher aus dem neuen<br />

Elite-Sortiment von Mepal passt mit<br />

seiner warmen Farbe hervorragend in<br />

die Weihnachtszeit. Die Becher halten<br />

den Inhalt bis zu sechs Stunden warm<br />

und sind, neben warmen Roségold<br />

auch in kühlem Titan erhältlich.<br />

Trinken kann man dabei am gesamten<br />

Becherrand. Perfekt für Coffee-to-go<br />

oder für Picknicks geeignet. Erhältlich<br />

bei: www.mepal.com<br />

Foto: Dozent Dr. Johannes Matiasek<br />

Doz. Dr. Johannes Matiasek<br />

(FA für Plastische, Rekonstruktive<br />

und Ästhetische Chirurgie)<br />

Lidstraffung – dreht das Rad der Zeit zurück<br />

Natürliche Alterungsprozesse führen dazu, dass die Augenlider erschlaffen<br />

und zu hängen beginnen und sich Tränensäcke bzw. Augenringe bilden. Dadurch<br />

sieht man müde und vor allem älter aus. Mit einer Lidstraffung kann<br />

dem Gesicht ein strahlend wacher Look zurückgegeben werden.<br />

Dozent Dr. Johannes Matiasek, Beauty Doc & Facharzt für Rekonstruktive<br />

und Ästhetische Chirurgie, verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich<br />

von Lidstraffungsoperationen. „Voraussetzung für eine erfolgreiche Lidstraffung<br />

ist die genaue Analyse der Gewebsstruktur. Erst danach können<br />

die Augenlider sanft modelliert werden, sodass der Blick wieder offen ist<br />

und man auf ganz natürliche Weise strahlt“, so Dozent Matiasek.<br />

Bei der Oberlidstraffung erfolgt der Hautschnitt direkt in der Lidumschlagsfalte,<br />

Narben sind später kaum sichtbar. Neben der Entfernung der<br />

überschüssigen Haut und des vermehrten Fettgewebes kann ein inneres<br />

Brauenlift sinnvoll sein, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.<br />

Ist bei der Unterlidstraffung lediglich das Unterlid von einem Fettgewebeüberschuss<br />

betroffen, erfolgt der narbenunsichtbare Eingriff durch einen<br />

Schnitt im Bereich der inneren Schleimhaut. Besteht zusätzlich eine deutliche<br />

Haut- und Muskelerschlaffung, erfolgt der Schnitt im Bereich des Wimpernkranzes.<br />

Die feine Narbe ist später gut im Wimpernkranz versteckt.<br />

Mehr dazu bei einem unverbindlichen Beratungsgespräch.<br />

Dozent Dr. Johannes Matiasek<br />

Kärtner Ring 14/13 (1. DG), 1010 Wien<br />

Europlatz 585 (1. Stock), 8971 Schladming<br />

Tel: +43 1 997 1532<br />

www.drmatiasek.at


<strong>SOCIETY</strong><br />

In der Firmenhalle in Wien-Liesing entstehen so süße Köstlichkeiten wie Sissi-Taler, Nussbeugel oder Maroniherzen<br />

Walter und Andreas Heindl führen das Unternehmen in den Erfolg<br />

Geschäftsführer Andreas Heindl im Gespräch mit <strong>SOCIETY</strong>-Redakteurin<br />

Sarah Heftberger<br />

Die Heindl-Schokolade besteht aus fair gehandeltem Kakao, darauf ist Verkaufsleiter<br />

Franz Kohl besonders stolz<br />

Fotos: <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

LIFE & STYLE<br />

110


<strong>SOCIETY</strong><br />

Heindl: Von Nussbeugel<br />

und Sissi-Talern<br />

1953, inmitten der Nachkriegszeit, gründet das<br />

Ehepaar Walter und Anna Heindl eine Confiserie. In<br />

einem Kellerlokal im 5. Wiener Gemeindebezirk stellen<br />

sie Nussbeugel und Nussbomben her und liefern sie<br />

später als Stückware an die lokalen Greißler.<br />

Die Süßwaren erfreuen sich von<br />

Beginn an großer Beliebtheit. „Nach<br />

dem Krieg waren die Leute richtig<br />

ausgehungert“, erklärt Andreas Heindl,<br />

Sohn der Gründer und Geschäftsführer<br />

des Unternehmens den großen Erfolg<br />

der damals neugegründeten Zuckerbäckerei<br />

im <strong>SOCIETY</strong> Interview. „Ganz<br />

am Anfang fuhr mein Vater noch mit<br />

der Straßenbahn zu den Großhändlern,<br />

um die Rohstoffe für die Herstellung<br />

der Süßigkeiten zu besorgen.<br />

Danach kehrte er ins Werk zurück,<br />

produzierte die Waren und lieferte sie<br />

dann wieder aus. Und alles, was er<br />

damals herstellte, wurde auch sofort<br />

verkauft“, erzählt Heindl weiter. Schon<br />

bald nach der Gründung stellen die<br />

Heindls Personal ein, 1967 übersiedeln<br />

sie an den heutigen Standort im 23.<br />

Bezirk, wo sie zuvor ein Wohnhaus und<br />

eine gegenüberliegende kleine Halle<br />

mit 400 m2 für die Produktion gekauft<br />

hatten. „Meine Mutter hat immer davon<br />

geträumt, direkt neben der Fabrik zu<br />

wohnen“, ergänzt Andreas Heindl, der<br />

gemeinsam mit seinem Bruder Walter<br />

1987 das Unternehmen übernimmt und<br />

die Firmenanlage abermals vergrößert.<br />

1991 wird eine Halle am ursprünglichen<br />

Standort des Familienhauses errichtet,<br />

und zusätzlich eine frühere Schuhpastafabrik<br />

gleich daneben komplett renoviert<br />

und saniert. In den 90er Jahren<br />

beginnt das Unternehmen außerdem,<br />

Touristenprodukte herzustellen. Die<br />

ersten Mozartherzen stoßen auf<br />

großes Interesse, die gemeinsam mit<br />

einem Grafiker entwickelten Sissi-Taler<br />

werden dann zum absoluten Verkaufsschlager.<br />

„Wir haben den Taler auf der<br />

Internationalen Süßwarenmesse in<br />

Köln präsentiert und sogar Schlagzeilen<br />

damit produziert: es hieß dann ,Mozart<br />

geht, Sissi kommt‘“, erinnert sich<br />

der gelernte Zuckerbäcker stolz. Heindl<br />

kann mit der Schokokreation den Umsatz<br />

verdoppeln, weitere Produkte wie<br />

der Wiener Riesenradl-Taler oder die<br />

Sissi-Veilchen werden implementiert.<br />

Neben den süßen Souvenirs gibt<br />

es aber noch zahlreiche weitere<br />

Highlights in der 68-jährigen Firmengeschichte,<br />

von denen uns Andreas<br />

Heindl gerne erzählt. Dazu gehört etwa<br />

die Entstehung der Schokomaroni, in<br />

deren Rezept sein Bruder Walter viel<br />

Zeit investiert hat, um eine längere<br />

Haltbarkeit zu erreichen und die heute<br />

zu den absoluten Beststellern der Confiserie<br />

zählen. Unglaubliche 400.000<br />

200 Gramm Packungen und 150.000<br />

große Schachteln werden davon pro<br />

Saison verkauft. „Der Bedarf steigt<br />

jährlich, dieses Jahr haben wir ganze 70<br />

Tonnen Maronimasse gekauft“, so der<br />

Chef weiter. Seit 20 Jahren komplettiert<br />

außerdem das hauseigene Schoko-<br />

Museum das Portfolio des Familienbetriebes.<br />

Dort wird die Geschichte der<br />

Schokolade nachvollziehbar gemacht<br />

und Workshops, Führungen und Verkostungen<br />

angeboten. 2006 verbinden<br />

sich dann zwei Traditionsmarken miteinander:<br />

Heindl übernimmt Pischinger,<br />

die älteste Süßwarenmarke Österreichs<br />

und mit ihr die Originalrezepte,<br />

nach denen die berühmten Nussecken<br />

oder die unvergleichlichen Oblaten-<br />

Torten nun wieder gefertigt werden. Mit<br />

Oktober 2014 stellt Heindl das gesamte<br />

Sortiment auf 100 % fair gehandelten<br />

Kakao um. Die meisten weiteren Rohstoffe<br />

werden aus Österreich bezogen,<br />

wie etwa Liköre, Marmeladen, Weizenund<br />

Sojamehl. Heindl setzt zudem vermehrt<br />

auf vegane Produkte. Andreas<br />

Heindl sieht und hört man die Leidenschaft<br />

für das Unternehmen jedenfalls<br />

in jedem Moment des Interviews an.<br />

„Es ist ja einfach etwas unglaublich<br />

Schönes, was wir hier machen und<br />

produzieren: nämlich etwas, das<br />

Menschen Freude bereitet“, fasst er<br />

zusammen. Den Familienbetrieb gut in<br />

die nächste Generation zu bringen, ist<br />

sein größter Wunsch: „Vor allem erhoffe<br />

ich mir, dass unsere Nachfolger*innen<br />

ebenso große Freude an der Arbeit<br />

haben, wie ich und mein Bruder das<br />

immer hatten“, so Andreas Heindl.<br />

LIFE & STYLE<br />

111


<strong>SOCIETY</strong><br />

Vienna Medical Center –<br />

Health Care and Pain<br />

Management: Stability<br />

and success<br />

<strong>SOCIETY</strong> publisher Gerti Tauchhammer in conversation with<br />

Professor Michael Zimpfer, Head of the Vienna Medical Center<br />

(Zentrum für Medizin und Gesundheit).<br />

Perhaps we could begin by you sharing<br />

something about your background?<br />

I am a native of Tyrol, Austria, my father<br />

was born in Alsace, France. He fought<br />

against the Nazis in World War II. My<br />

aunt has just received a commemorative<br />

plaque for helping with the liberation<br />

of thousands of children from<br />

a Serbian concentration camp. I’ve<br />

always admired them for the strength<br />

they demonstrated.<br />

Professor Michael Zimpfer, as I look<br />

around your office and the clinic, I see<br />

numerous certificates hanging on the<br />

walls, could you please give a brief<br />

overview of your education.<br />

I was very fortunate to have had excellent<br />

and benevolent teachers at the<br />

Medical School of Vienna and privileged<br />

to have received a post-doctoral<br />

fellowship in the famous cardiology<br />

department of Harvard Medical School.<br />

Here, at the cardiology department<br />

I received outstanding training and,<br />

subsequently, was able to develop fully<br />

as an anaesthesiologist and intensive<br />

care physician. Consequently, I<br />

was elected chairman at the Medical<br />

University of Vienna and head of the<br />

largest clinical department at the<br />

Vienna General Hospital. As a doctor<br />

and someone who wants to foster<br />

success, I also wanted to gain a basic<br />

understanding of financing, therefore,<br />

I studied at the University of Chicago,<br />

Graduate School of Business. Not only<br />

did this enable me to secure an MBA, it<br />

also gave me the opportunity of meeting<br />

a group of interesting and talented<br />

people. Our class formed a very closeknit<br />

group and to this day, we meet up<br />

once a year. As of 2007, I subspecialised<br />

in pain management, where I undertook<br />

a great deal of personal training,<br />

mainly abroad. For example, prior to the<br />

onset of COVID-19, I attended a pain<br />

management master class in Miami,<br />

Florida. Various other certificates are<br />

additional qualifications taken to expand<br />

my area of expertise in medicine<br />

and which I have acquired worldwide.<br />

I see that education is important to<br />

you, do you think you inspired others?<br />

Education for me is about giving and<br />

taking. I have received an excellent<br />

education and I want to share my<br />

knowledge with others. For this reason,<br />

as a full tenured professor, thus, under<br />

my guidance, 48 medical fellows have<br />

completed their theses, and more<br />

than half of them have gone on to<br />

have distinguished careers, including<br />

appointments as physicians in chief,<br />

a minister of health and one was even<br />

appointed chairman of the department<br />

of anaesthesiology and critical care in<br />

Chicago. It is rare and difficult to obtain<br />

professorships overseas. I am extremely<br />

proud of all of my students and I<br />

hope that I have at least inspired some<br />

of them.<br />

What exactly do you offer at the Vienna<br />

Medical Centre and what distinguishes<br />

it from other clinics?<br />

To start with, the Vienna Medical<br />

Center consists of a multilingual highly<br />

diversified team ensuring that patients<br />

can discuss all their medical questions.<br />

We endeavour to arrange appointments<br />

that suit the patient‘s schedule,<br />

prepare a cost estimate and advise<br />

on all insurance issues, attempting to<br />

ensure the whole experience is as pleasant<br />

and comfortable as possible. At<br />

the same time, in order to provide qualified<br />

second opinions with the aid of video-conferencing,<br />

we established both<br />

a national and international network<br />

of specialists to ensure the patients<br />

receive the best possible, state-of-theart,<br />

care. On a pre-emptive basis, we<br />

offer regular check-ups with a full range<br />

of laboratory tests, cardiovascular<br />

GESUNDHEIT<br />

112


<strong>SOCIETY</strong><br />

checking and a wide range of radiological<br />

imaging. If the patient is suffering<br />

and is in pain, the most promising<br />

treatment is evaluated in combination<br />

with the individual’s medical history<br />

on the basis of further examinations<br />

coordinated and carried out directly at<br />

the center. We then provide modern,<br />

conservative and minimally invasive<br />

pain management. For this reason, the<br />

center is equipped with an operating<br />

theatre for minimal invasive operations.<br />

If, however, an alternative and more<br />

invasive type of operation is needed,<br />

we perform the initial examination right<br />

here, ensuring the patients hospital<br />

stay can be kept to a minimum. Thus,<br />

in many cases, patients are admitted,<br />

they arrive at the hospital, undergo<br />

surgery on the same day and are able<br />

to go home soon after.<br />

How do you ensure your patients<br />

receive the best medical attention<br />

possible?<br />

Personally, I think it is essential to consult<br />

with other experts in the medical<br />

field. I am very well connected with<br />

excellent institutes, such as radiological<br />

institutes in Vienna and other parts<br />

of Austria. I also work with exceptional<br />

specialists, in all areas of specialisation<br />

including cardiology, haematology,<br />

orthopaedics, and neurosurgery. These<br />

colleagues visit the clinic in order to<br />

hold consultations with my patients,<br />

rather than the patients having to travel<br />

to the experts. This connection with<br />

specialists does not only take place in<br />

Vienna. I have an international network,<br />

partly through my training in the USA. I<br />

receive and give international consultations,<br />

offering my patients qualified<br />

second opinions. Very recently, I was<br />

in Mexico with American colleagues to<br />

treat a number of patients, reaffirming<br />

my belief that this is an incredibly efficient<br />

way of exchanging and gathering<br />

information.<br />

What do you lay your main focus on?<br />

My main focus is on innovation. The<br />

first patient in Austria with an artificial<br />

lung was treated in my department under<br />

my care. I was also heavily involved<br />

in liver transplantations. My department<br />

in the Vienna General Hospital<br />

(Allgemeines Krankenhaus, Vienna)<br />

was the first to have a video conferencing<br />

system and fostered on innovations<br />

with regards to respiratory care.<br />

You mentioned previously you were<br />

trained in cardiology, are an anaesthetist<br />

and an intensive care physician,<br />

and as of 2007 subspecialised in pain<br />

management. Would you provide more<br />

information about your speciality?<br />

Cases of pain management include<br />

patients who experience tremendous<br />

chronic pain located in the back, spine,<br />

neck, lumbar region, e.g., cases with<br />

acute disc herniation, joint pain and<br />

pain from neuralgias such as affections<br />

of the trigeminal nerve. Many patients<br />

do not need open surgery to help with<br />

the pain so instead they are treated<br />

using minimal invasive measures that<br />

causes the pain to subside. Non-invasive<br />

procedures and non-impacting<br />

pain therapies include completely<br />

painless dynamic computer-controlled<br />

traction, muscle building, laser therapy,<br />

feedback electrotherapy and physiotherapy.<br />

This all takes place on site,<br />

helping me maintain an overview and<br />

keep the patients on my radar screen.<br />

GESUNDHEIT<br />

114


<strong>SOCIETY</strong><br />

This means that I am fully informed<br />

and able to answer any questions or<br />

concerns they may have, and to check<br />

up on them in addition to the scheduled<br />

appointments. With regards to<br />

joint pain, it is not always necessary to<br />

undergo endoprothetic surgery. One<br />

of the latest developments is providing<br />

regenerative medicine brought about<br />

by stem cell therapy. This attempts to<br />

stabilise the deceased joints, at the<br />

same time the pain pathways to and<br />

from these joints are blocked. The stem<br />

cells take time to do their job, but the<br />

pain blocks work immediately. Hence,<br />

when the person comes to the clinic<br />

with this problem, they will experience<br />

a significant improvement. Invasive<br />

interventions are carried out in a topequipped<br />

operating theatre that meets<br />

all quality criteria and is designed to<br />

eliminate chronic pain over a long<br />

period of time and to restore mobility<br />

completely. All procedures are painless,<br />

as there is high-end anaesthesiological<br />

equipment as well.<br />

You have state-of-the-art equipment,<br />

would you tell us a little about it?<br />

The clinic is equipped with ultra-modern<br />

facilities, high-tech equipment,<br />

the best preventive medicine, individual<br />

health management and state-ofthe-art<br />

therapies for the treatment of<br />

chronic pain at the highest level. The<br />

critical functions are fully covered by<br />

a backup power supply in the event of<br />

a power outage. The focus lays on the<br />

well-being of the patient. As mentioned<br />

earlier, I offer medical examinations, so<br />

the clinic covers the full range of laboratory<br />

tests, radiology scans, cardiology<br />

and intestinal examinations. We have<br />

all the equipment needed for these<br />

examinations, such as a treadmill to<br />

examine how the heart is functioning<br />

during exertion, echocardiography,<br />

medical ultrasound, 24-hour ECG and<br />

24-hour blood pressure monitoring.<br />

The Vienna Medical Centre is located<br />

in the heart of the 9th district, are<br />

there any advantages of being in this<br />

location?<br />

Yes, definitely. The Vienna General<br />

Hospital (Allgemeines Krankenhaus,<br />

AKH), St. Anna Children’s Hospital, private<br />

clinics such as the Vienna Private<br />

Clinic, the Goldenes Kreuz and the<br />

Confraternitaet (Clinic Josefstadt) are<br />

all within walking distance. In addition,<br />

there are also radiological institutes<br />

in the immediate vicinity. This is very<br />

useful, especially when a patient needs<br />

something I cannot provide in my<br />

clinic, for example a PET-CT scan, the<br />

patient simply walks over to the respective<br />

unit. In most cases, due to the<br />

regular working base I have with other<br />

hospitals, I am generally able to arrange<br />

this with a minimum waiting time.<br />

Thank you Michael for this very informative<br />

conversation.<br />

I truly have to thank you Gerti for our<br />

ongoing cooperation and for what you<br />

are doing – not only with regards to<br />

your diplomatic activities and bringing<br />

people of different backgrounds and<br />

cultures together – but also regarding<br />

your various other initiatives in the field<br />

of health care and fortunately Vienna<br />

Medical Center is one of them.<br />

www.zimpfer.at, www.zmed.at<br />

VIENNA MEDICAL CENTER<br />

115


<strong>SOCIETY</strong><br />

Frisches und verjüngtes<br />

Aussehen leicht gemacht<br />

Bio-Remodellierung mit Peptidyal HX. Die Wiener Dermatologin<br />

Dr. Barbara Franz setzt in ihrer Ordination auf individuelle Konzepte,<br />

denn das Verständnis von Schönheit hat sich gewandelt.<br />

Ein ästhetisches Treatment bedeutet<br />

nicht automatisch die Unterwerfung<br />

unter ein einheitliches Schönheitsideal.<br />

Natürlichkeit und frisches<br />

Aussehen verspricht die neue Bio-Remodellierung<br />

mit Peptidyal HX, die<br />

noch dazu keinerlei unerwünschte<br />

Wirkungen und keine „Auszeit“ zur<br />

Folge hat.<br />

Peptidyal HX enthält alles, was die<br />

Haut für eine gründliche Regeneration<br />

und damit zur Erzielung eines<br />

gesunden, glatten und elastischen Erscheinungsbildes<br />

benötigt: Hyaluron<br />

in einer ausgewogenen Konzentration<br />

und Molekülgröße, Aminosäuren, die<br />

wertvolle Bausteine für eine körpereigene<br />

Kollagenbildung liefern und<br />

schließlich kleinste Partikel aus<br />

einem Mineralstoff zur Anregung der<br />

sogenannten „Fibroblasten“, das sind<br />

die Zellen im Gewebe, die für die Neubildung<br />

von Kollagen verantwortlich<br />

sind. Peptidyal HX wird mit einer sehr<br />

dünnen Nadel entweder in bestimmte<br />

Punkte oder flächenhaft mit vielen<br />

feinen Stichen knapp unter die Haut<br />

injiziert und setzt einen Prozess in<br />

Gang, der von der Natur als „Gewebereparatur“<br />

vorgesehen ist, nämlich die<br />

Bildung von Kollagen aus einzelnen<br />

Bestandteilen.<br />

Unter dem Einfluss von Peptidyal HX<br />

erfolgt dieser Prozess aber um ein<br />

Vielfaches rascher und wirksamer als<br />

der, der normalerweise in der Haut<br />

abläuft. Darüber hinaus sorgt das<br />

Hyaluron in Peptidyal HX für eine<br />

gründliche Durchfeuchtung und<br />

Nährstoffversorgung der Haut. Die<br />

Haut wird dadurch gesünder, glatter<br />

und strahlender. Die besonders gute<br />

Nachricht: Durch eine regelmäßige<br />

„Auffrischung“ nach einem ersten<br />

Behandlungszyklus aus zwei oder<br />

drei Anwendungen lässt sich die Haut<br />

lange Jahre gesund und frisch halten<br />

und so kann auch der Alterungsprozess<br />

erfolgreich verzögert werden.<br />

Durch den „Sofort-Effekt“ wird das<br />

Gesicht gestrafft, bekommt wieder<br />

Konturen und den perfekten Glow.<br />

www.hautsachegut.at<br />

Kolingasse 15/1, 1090 Wien<br />

Tel: +43 1 3480333<br />

Fotos: ViennaShots<br />

GESUNDHEIT


www.christiane.co<br />

support@christiane.co<br />

Support : +43 677 6253 6183


<strong>SOCIETY</strong><br />

Iss dich gesund<br />

Anlässlich der Veröffentlichung seines aktuellen<br />

Buches „Ernährung bei PCOS“ sprach <strong>SOCIETY</strong><br />

mit dem Autor Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo.<br />

Was ist das PCOS und wen betrifft es?<br />

Das Polyzystische Ovar-Syndrom<br />

(PCOS) stellt eine der häufigsten<br />

Stoffwechselstörungen bei Frauen<br />

im gebärfähigen Alter dar und betrifft<br />

weltweit ca. 4-12 Prozent all dieser<br />

Frauen. Klassische Zeichen entstehen<br />

aufgrund einer Störung des hormonellen<br />

Gleichgewichts, wodurch es zu<br />

einer erhöhten Produktion männlicher<br />

Hormone mit Androgenisierungserscheinungen<br />

(=Vermännlichung), wie<br />

vermehrter Körperbehaarung, Akne<br />

oder Alopezie (= Haarausfall), Störungen<br />

des weiblichen Zyklus, oftmals<br />

auch verbunden mit Unfruchtbarkeit<br />

und kleinzystischen Eierstöcken im<br />

Ultraschall kommt. Das PCOS manifestiert<br />

sich typischerweise schon<br />

während der Pubertät. Betroffen sind<br />

demnach vor allem junge Frauen, die<br />

zumeist leicht bis stark übergewichtig<br />

sind, allerdings gibt es auch einen<br />

kleineren Anteil schlanker PCOS-Patientinnen<br />

(ca. 10-15 Prozent). Darüber<br />

hinaus ist das PCOS stark mit einer<br />

metabolischen Störung in Verbindung<br />

mit Insulinresistenz, also einer herabgesetzten<br />

Empfindlichkeit gegenüber<br />

Insulin, assoziiert. Hauptrisikofaktor<br />

für die Entwicklung eines PCOS ist<br />

und bleibt daher das Übergewicht,<br />

insbesondere die bauchbetonte<br />

Adipositas, die eine zentrale Rolle in<br />

der Entstehung der Insulinresistenz<br />

spielt, auch wenn diese ebenfalls bei<br />

dünnen PCOS-Patientinnen oftmals<br />

vorhanden ist.<br />

Wieso ein Buch über Ernährung bei<br />

dieser Erkrankung?<br />

Die Ernährung ist der Schlüssel zur<br />

Heilung: Bei einer kohlenhydratarmen<br />

Ernährung kann das PCOS geheilt<br />

werden, dieses Buch bringt aufgrund<br />

der neuesten Erkenntnisse des PCOS<br />

eine Übersicht über die Erkrankung<br />

sowie Lifestyle- und Ernährungstipps.<br />

In der Tat wurde in den letzten Jahrzehnten<br />

der Zusammenhang zwischen<br />

der Ausprägung des PCOS und einer<br />

kohlenhydratreichen Ernährung<br />

Buchautor Ao. Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo „Ernährung bei PCOS“, Facultas/Maudrich, 2021<br />

evident und folglich die Reduktion der<br />

Kohlenhydratzufuhr im PCOS-Management<br />

eingeführt.<br />

Welche wesentlichen Ernährungstipps<br />

findet man in ihrem Buch und<br />

wie wirken diese?<br />

Neben allgemeinen Ernährungstipps<br />

finden sich über 100 Rezepte für eine<br />

ausgewogene und gesunde Ernährung.<br />

Diese sogenannte niederglykämische<br />

Ernährungsform wirkt sich positiv auf<br />

Insulinspiegel, Insulinresistenz und<br />

Gewicht aus und bewirkt eine Senkung<br />

der Triglyzerid- und Androgenproduktion.<br />

Ziel der Ernährungstherapie ist<br />

es also, die Insulinempfindlichkeit<br />

zu erhöhen und somit Insulinspiegel<br />

zu senken. Dies geschieht einerseits<br />

durch die Gewichtsreduktion an sich,<br />

um in einen normalen BMI-Bereich<br />

zu kommen. Dadurch kommt es zu<br />

einer verbesserten, metabolischen<br />

Situation und oftmals zur Erfüllung des<br />

Kinderwunsches, sowie langfristig zur<br />

Senkung des Risikos für metabolische<br />

Störungen (z.B. Diabetes mellitus Typ<br />

II) und Herz-Kreislauferkrankungen.<br />

Ao. Univ.-Prof. Dr. Peter Frigo ist<br />

Facharzt für Frauenheilkunde und<br />

Geburtshilfe, Oberarzt und Leiter der<br />

Hormonambulanz an der Klinischen<br />

Abteilung für gynäkologische Endokrinologie<br />

und Reproduktionsmedizin<br />

an der Medizinischen Universität<br />

Wien. Klinischer Prüfarzt, Gründungsmitglied<br />

der österreichischen Menopausegesellschaft,<br />

Publikations- und<br />

Forschungstätigkeit mit Schwerpunkt<br />

gynäkologische Endokrinologie sowie<br />

Lehrtätigkeit.<br />

Fotos: privat, Facultas/Maudrich, Victoria Posch und Esther Karner<br />

GESUNDHEIT


Leben statt Wohnen.<br />

Vital und fit im Alter.<br />

Die VITALITY Residenzen stehen für Eigenständigkeit, Geborgenheit und<br />

Sicherheit. Genießen Sie ein aktives und selbstbestimmtes Leben mit vielen Serviceleistungen<br />

und Aktivitäten in der VITALITY Residenz Am Kurpark Wien. Die VITALITY Residenz<br />

bietet Ihnen Apartements in unterschiedlichen Größen und verfügt über ein eigenes<br />

Theater, einem Physiotherapie- und Trainingszentrum mit neuesten Trainingsgeräten<br />

sowie über ein Schwimmbad.<br />

Überzeugen Sie sich selbst und vereinbaren Sie jetzt einen Besichtigungstermin bei<br />

Frau Jutta Jankovic unter der Telefonnummer +43 (o)1 680 81.<br />

Sollten Sie sich bis 31. März 2022 für uns entscheiden, erhalten Sie bei Vertragsabschluss<br />

unter dem Kennwort „society Magazin“ das Frühstücksbuffet als exklusiven Bonus für<br />

drei Monate kostenlos. Wir freuen uns auf Sie!<br />

wien.vitalityresidenz.at<br />

Besuchen Sie auch unsere VITALITY Residenz in Innsbruck: innsbruck.vitalityresidenz.at


<strong>SOCIETY</strong><br />

85 Jahre Incoterms –<br />

Gelebte Praxis im globalen<br />

Handelsverkehr<br />

<strong>SOCIETY</strong> Gastautor Valentin Neuser, Rechtsanwalt und<br />

Mediator bei Lansky, Ganzger, Goeth, Frankl & Partner, blickt<br />

auf 85 Jahre Incoterms zurück und führt in seinem Kommentar<br />

die Vorteile der internationalen Handelsklauseln aus.<br />

Demjenigen, der im internationalen<br />

Warenverkehr unterwegs ist, sind Incoterms<br />

klarerweise ein Begriff. Diese<br />

von der Internationalen Handelskammer<br />

(ICC) entwickelten und bereits<br />

1936, also vor 85 Jahren erstmals<br />

herausgegebenen internationalen<br />

Handelsklauseln wurden im Welthandel<br />

sehr gut angenommen, und<br />

deren Einbeziehung in Verträge ist<br />

heute ganz übliche Handelspraxis. Die<br />

aktuellen Klauseln sind am 1.1.2020 in<br />

Kraft getreten, auch wenn natürlich<br />

die Einbeziehung älterer Incoterms<br />

nach wie vor vereinbart werden kann<br />

und bereits vereinbarte Incoterms<br />

weiter anwendbar bleiben – insoweit<br />

Rechtsanwalt und Managing Partner<br />

Mag. Valentin Neuser<br />

gilt naturgemäß die Privatautonomie<br />

der Vertragsparteien.Incoterms legen<br />

durch umfangreiche standardisierte<br />

Regelungen Rechte und Pflichten des<br />

Käufers und des Verkäufers in Bezug<br />

auf Kosten, Risiko, Versicherung, Beund<br />

Entladung, Transportdokumente,<br />

Zölle, Steuern, Verpackung und vieles<br />

mehr fest. Mittlerweile gibt es sieben<br />

klar definierte Klauseln, die für alle<br />

Transportarten eingesetzt werden<br />

können, weitere vier Klauseln sind<br />

ausschließlich für den See- und Binnenschiffstransport<br />

geeignet.<br />

EXW - FCA - CPT - CIP - DAP - DPU -<br />

DDP - FAS - FOB - CFR – CIF: Auch<br />

wenn diese Kürzel dem Laien nicht viel<br />

sagen, beschreiben die jeweiligen drei<br />

Buchstaben im Warenhandel die zwischen<br />

den Parteien vereinbarte Risikoübernahme<br />

sehr genau. Einfacher geht<br />

es kaum. Im Detail legen die Incoterms<br />

fest, welcher Vertragspartner für die<br />

Warendokumente, deren Kosten und<br />

Zollgebühren, die Transportdokumente<br />

und deren Kosten, die Versicherung<br />

der Waren und die dadurch entstehenden<br />

Kosten, den Informationsfluss<br />

über den Status der Lieferung, die Warenprüfung<br />

und die dabei entstehenden<br />

Kosten und die Verpackung und<br />

deren Kosten zuständig ist. Im Zusammenhang<br />

mit Seefrachttransporten<br />

wird zudem auch über die Incoterms<br />

die Zur-Verfügung-Stellung von Daten,<br />

die die Sicherheit der Waren oder die<br />

Ein- und Ausfuhrabwicklung betreffen,<br />

inkl. Genehmigungen geregelt.<br />

Als grundsätzliche Faustregel kann<br />

gelten, dass der Verkäufer für den<br />

Export und der Käufer für den Import<br />

verantwortlich ist. Ausnahmen sind<br />

Lieferungen „ex works“ (EXW) und<br />

„Delivered at Place Unloaded” (DDP).<br />

Bei einer Lieferung EXW ist der Käufer<br />

auch für den Export inklusive aller<br />

Genehmigungen und Kosten zuständig,<br />

bei vereinbarten Incoterms<br />

DDP ist der Verkäufer auch für die<br />

Abwicklung des Imports inklusive aller<br />

Genehmigungen und Kosten zuständig.<br />

Tatsächlich lassen sich durch die<br />

Vereinbarung von Incoterms die sonst<br />

häufigen Auslegungsfragen leichter<br />

bewältigen, als dies der Fall wäre, wenn<br />

die Parteien die Bedingungen individuell<br />

ausgehandelt hätten. Gerade<br />

in internationalen Verträgen können<br />

unterschiedliche nationale Handelsbräuche<br />

und auch interkulturelle<br />

Unterschiede zu Auslegungsschwierigkeiten<br />

führen, die über die Einbindung<br />

von Incoterms weitestgehend<br />

vermieden werden können. Über die<br />

Fotos: Lansky, Ganzger+partner, pixabay<br />

WIRTSCHAFT 120


<strong>SOCIETY</strong><br />

Einbeziehung der – das Spektrum der<br />

mit der eigentlichen Lieferung von<br />

Waren zusammenhängenden Fragen<br />

abdeckenden – Incoterms kann damit<br />

eine Fülle von ansonsten bei Vertragsabschluss<br />

zu bedenkenden Rechtsfragen<br />

ausgespart werden. Dies erspart<br />

auch unnötig lange Vertragsverhandlungen<br />

und beschleunigt damit den<br />

Handel. Insgesamt dient die Einbeziehung<br />

sohin durch die Vermeidung von<br />

Missverständnissen und damit verbundenen<br />

rechtlichen Unsicherheiten<br />

und Streitigkeiten dem Rechtsfrieden.<br />

Natürlich enthebt die bloße Einbindung<br />

von Incoterms in Lieferverträgen<br />

zwischen Unternehmern die Parteien<br />

nicht davon, andere vertragswesentliche<br />

Aspekte zu regeln, um Rechtsklarheit<br />

auch etwa betreffend den<br />

Vertragsgegenstand, das anzuwendende<br />

Recht oder den Gerichtsstand zu<br />

schaffen. Denn die Incoterms regeln<br />

nur einige der Primärpflichten eines<br />

Kaufvertrages sowie ausgewählte<br />

sekundäre Konsequenzen, enthalten<br />

jedoch keine Aussagen zum Vertragsabschluss,<br />

zur Einbeziehung von<br />

AGB, zur Eigentumsübertragung, zur<br />

Zahlungsabwicklung und Zahlungssicherung<br />

und auch nicht zu den Leistungsstörungen.<br />

Zudem begründen<br />

Incoterms verbindliche Pflichten nur<br />

für die selbst am Kaufvertrag beteiligten<br />

Verkäufer und Käufer und schaffen<br />

keine unmittelbar geltenden Rechte<br />

oder Pflichten im Verhältnis zu anderen<br />

Personen wie etwa den beteiligten<br />

Frachtführern, Banken, Versicherungsunternehmen<br />

usw. Diesbezüglich sind<br />

gesonderte Verträge erforderlich. Im<br />

Seehandel ist auch die sogenannte<br />

VGM-Problematik zu beachten, die in<br />

den Incoterms gerade nicht geregelt<br />

ist. Dabei geht es um das verifizierte<br />

Containergewicht im Seehandel, das<br />

nicht unter den (in den Incoterms<br />

vorgesehenen) Begriff der eher eng<br />

konzipierten beförderungsbezogenen<br />

Sicherheitsanforderungen fällt. Diesbezüglich<br />

sind bei Beförderungen auf<br />

dem Schiffswege Streitigkeiten bei<br />

fehlender oder unklarer vertraglicher<br />

Vereinbarung vorprogrammiert. Auch<br />

wenn die Vereinbarung von Incoterms<br />

vereinfachend wirkt, sind dennoch<br />

bei der Auswahl der jeweiligen Incoterms<br />

auch die damit einhergehenden<br />

steuerrechtlichen Implikationen im<br />

Einzelfall sehr genau zu überprüfen:<br />

Beispielsweise können Incoterms, die<br />

die Transportverantwortung auf den<br />

Käufer übertragen, aus umsatzsteuerlicher<br />

Sicht nachteilig sein, da sie das<br />

Risiko für die Versagung der Steuerbefreiung<br />

bei Exporten in das Drittland<br />

und in das übrige Gemeinschaftsgebiet<br />

für den Lieferanten erhöhen. Auch<br />

bei Importen aus einem Drittland sind<br />

die Auswirkungen auf eine allfällige<br />

Umsatzsteuerpflicht – wie bei jedem<br />

anderen Kaufvertrag auch – genauestens<br />

zu überprüfen, um den tatsächlich<br />

anfallenden Aufwand zu optimieren<br />

bzw. im Sinne der Vertragsparteien angemessen<br />

zuzuordnen.<br />

Über die Einführung der Incoterms ist<br />

es gelungen, über standardisierte und<br />

international gelebte Handelsvereinbarungen<br />

Rechtsfrieden in Teilbereichen<br />

des globalen Handelsverkehres<br />

herzustellen – übergreifend und<br />

unabhängig vom jeweilig anzuwendenden<br />

Rechts- und Gerichtssystem.<br />

Die bereits vor 85 Jahren initiierte<br />

Globalisierung wirkt im internationalen<br />

Handelsverkehr spürbar.<br />

RECHT<br />

121


<strong>SOCIETY</strong><br />

Gebündeltes Dolce Vita<br />

auf dem Teller<br />

Angefangen bei Antipasti, über hausgemachte Pasta und<br />

Pizza aus dem Steinofen. Im Ristorante Sole in der Annagasse<br />

im ersten Wiener Bezirk lädt authentisches italienisches<br />

Flair zum Verweilen ein.<br />

Aki Nuredini, der bereits seit über 30<br />

Jahren stolzer Padrone des Ristorante<br />

und auch der Bar Sole ist, schuf mit<br />

dem Eröffnen seines Restaurants<br />

mehr als einen Tempel der authentischen<br />

italienischen Küche, nämlich<br />

einen Treffpunkt für Künstler*innen,<br />

Sportler*innen, Komponist*innen und<br />

alle anderen begeisterten Anhänger*innen<br />

der italienischen Küche. Zu<br />

seinen Gästen zählten Anna Netrebko,<br />

Pavel Kolgatin, Aida Garifullina,<br />

Donna Leon, Jonas Kaufmann oder<br />

auch Alexander Van der Bellen .<br />

Mit Leichtigkeit und ganz viel Empathie<br />

gegenüber den Gästen und ihren<br />

Bedürfnissen gelingt es dem Team<br />

des Ristorante Sole, die ihnen entgegengebrachten<br />

hohen Erwartungen<br />

nicht nur zu erfüllen, sondern sogar zu<br />

übertreffen. Nuredini sorgt höchstpersönlich<br />

dafür, dass sich jeder Gast bei<br />

guter Gesellschaft wohlfühlen und die<br />

angenehme Atmosphäre genießen<br />

kann. Neben dem Restaurant gibt es<br />

zusätzlich die Bar Sole, die zu Afterwork<br />

Drinks und kleinen Appetizers<br />

wie Panini oder Antipasti einlädt.<br />

Ristorante Sole<br />

Annagasse 8-10, 1010 Wien<br />

Mo – So: 11:00 bis 23:30 Uhr<br />

Tel.: +43-(0)-1-513 40 77<br />

office@trattoria-sole.at<br />

www.ristorante-sole.at<br />

Fotos: Franz Johann Morgenbesser, <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

LIFE & STYLE<br />

122


MOHAROS VIENNA<br />

Traummäntel - handgemacht in Wien<br />

Fotos: MOHAROS VIENNA<br />

Exklusiven Tragekomfort versprechen<br />

die edlen MOHAROS VIENNA<br />

Mäntel, die aus feinstem Kaschmir<br />

Double Face – zwei Lagen Kaschmir<br />

die ineinander verwebt sind – gefertigt<br />

werden.<br />

Zu 100 Prozent von Hand in einer<br />

Wiener Produktion hergestellt und<br />

von Gründerin Simone Moharos persönlich<br />

designt, kommen die edlen<br />

Mäntel ohne Steppnaht aus und bieten<br />

ein unvergleichlich leichtes und<br />

kuschelig warmes Tragegefühl. Durch<br />

diese spezielle Produktionsart – die<br />

ganz besonderes Knowhow und eine<br />

exakte Fertigung verlangt – können<br />

die Mäntel außerdem beidseitig getragen<br />

werden. So kann zum Beispiel<br />

ein dunkelblauer Mantel am nächsten<br />

Tag in Beige getragen werden.<br />

Seit drei Generationen sammelt die<br />

Familie von Simone Moharos bereits<br />

Expertise rund um die Herstellung<br />

von exklusiven Mänteln und setzte<br />

damit auch den Grundstein für die<br />

Brand MOHAROS VIENNA. „Mode<br />

muss den Menschen in den Mittelpunkt<br />

stellen und zwar auch dann,<br />

wenn er gerade nicht auf dem roten<br />

Teppich spaziert“, so die Eigentümerin<br />

über ihren Anspruch an ihre Modelle,<br />

die durch zeitloses, luxuriöses<br />

und feminines Design bestechen.<br />

Beständigkeit, Verlässlichkeit und<br />

Geradlinigkeit – Eigenschaften, die<br />

in unserer schnelllebigen Welt oft<br />

rar geworden sind, finden sich in den<br />

MOHAROS Modellen wieder. Diese<br />

sind auch die Grundsätze von Geschäftsführerin<br />

Simone Moharos. Sie<br />

hat eine Kollektion geschaffen, die<br />

einzigartig, hochwertig und speziell<br />

ist und ihre Kundinnen aus der Masse<br />

hervorheben lässt.<br />

MOHAROS VIENNA<br />

Palais Hansen Kempinski<br />

Schottenring 24, 1010 Wien<br />

www.moharos.com<br />

office@moharos.com<br />

+43 699 10 04 27 14<br />

IHRE 7 SCHRITTE ZUM<br />

TRAUMMANTEL:<br />

➀ Terminvereinbarung im MOHAROS<br />

VIENNA Atelier im wunderschönen<br />

Palais Hansen Kempinski Wien<br />

➁ Auswahl der MOHAROS VIENNA<br />

Modelle oder wir designen gemeinsam<br />

Ihr individuelles Modell<br />

➂ Auswahl von Kaschmir, Kaschmir<br />

Double Face, Vikunja oder feinster<br />

Wolle von LORO PIANA<br />

➃ Auswahl der Goldlogos<br />

➄ Maßabnahme<br />

➅ 1-2 Anproben<br />

➆ Auslieferung oder Abholung<br />

Als Zeichen für die Liebe zum Detail<br />

erhalten alle 100% Kaschmirmodelle<br />

ein 14-Karat-Goldlogo.<br />

LIFE & STYLE<br />

123


<strong>SOCIETY</strong><br />

Vier Porträts besonderer<br />

Musiker*innen<br />

Wien gilt seit Jahrhunderten als ein Zentrum der klassischen<br />

Musik und beliebter Tummelplatz für internationale<br />

MusikerInnen. Auf den nächsten Seiten lernen Sie vier<br />

Ausnahmekünstler*innen und ihre Lebensläufe kennen.<br />

Maestro Niels Muus – Dirigent,<br />

Vokalexperte und Pädagoge von Weltruf<br />

Seit dem Jahre 2013 als Professor und<br />

Direktor des Masterstudiums Oper an<br />

der MUK bekannt, ist Maestro Muus<br />

der Klassikwelt bereits seit langem als<br />

Dirigent und Vokalexperte ein Begriff.<br />

Aus seiner Zeit als Casting Director<br />

der Volksoper Wien wird er für die Entdeckung<br />

hervorragender Sängerinnen<br />

und Sänger ebenso geschätzt wie als<br />

Dirigent bedeutender Opernproduktionen<br />

wie „Aida“ in Shanghai und “L‘elisir<br />

d‘amore“ in Macerata. Seit 2019 ist er<br />

zudem Professor und Musikdirektor der<br />

Central Academy of Drama in Beijing.<br />

Als einer der anerkanntesten Opernexperten<br />

dirigierte Niels Muus international<br />

herausragende Produktionen wie<br />

beispielsweise das eingangs erwähnte<br />

„L‘elisir d‘amore“ von Donizetti, Rossinis<br />

„L‘Assedio di Corinto“, Dvoraks „Rusalka“<br />

und Verdis „Aida“. Für führende italienische<br />

Opernhäuser dirigierte Maestro<br />

Muus Opern wie Verdis „Falstaff“,<br />

Macbeth“, „La Traviata“, „Aida“ und Nino<br />

Rotas „Il capello di paglia di Firenze“<br />

und herausragende Vokalsolist*innen<br />

wie Katia Ricciarelli, Luciana Serra,<br />

Erwin Schrott, Ildar Abdrazakov, Angela<br />

Denoke und Akiko Nakajima sangen<br />

unter seiner musikalischen Leitung.<br />

Seine Tonträgeraufnahmen umfassen<br />

CD- and DVD-Produktionen für führende<br />

Plattenlabels. Darüber hinaus hielt<br />

Maestro Muus bereits Meisterklassen<br />

an Institutionen wie dem Conservatorio<br />

Monteverdi (Bolzano), Netherlands<br />

Opera Studio (Amsterdam), Opera Studio<br />

New National Theater Tokyo, Opera<br />

Academy Korean National Opera,<br />

Universität für Musik und darstellende<br />

Kunst Wien oder der Opera Academy<br />

of California (San Francisco). 2008-2011<br />

war er als Musikdirektor des internationalen<br />

Forschungsprojekts „The World<br />

Opera“ in Zusammenarbeit mit internationalen<br />

Forschungsinstituten wie<br />

der Stanford University tätig.<br />

www.nielsmuus.com<br />

Xin Wang - eine chinesische<br />

Erfolgssopranistin in Österreich<br />

Die aus Shandong (China) stammende<br />

Opernsängerin Xin Wang brillierte bei<br />

ihren bisherigen Auftritten in Österreich<br />

mit ihrer glockenreinen Stimme<br />

und höchster Musikalität. Daneben<br />

initiierte und organisierte sie bereits<br />

erfolgreich zahlreiche Kulturprojekte, im<br />

Rahmen derer sie den kulturellen Austausch<br />

zwischen China und Österreich<br />

förderte. Außerdem verhalf sie schon<br />

einigen österreichischen Kulturinstitutionen<br />

zur breitenwirksamen Präsentation<br />

in der chinesischen medialen<br />

Berichterstattung. Xin Wang erhielt ihre<br />

Ausbildung an der Musik und Kunst<br />

Privatuniversität der Stadt Wien, der<br />

Anton-Bruckner-Privatuniversität Linz<br />

bei Katerina Beranova und dem China<br />

Central Conservatory of Music, wo sie<br />

ihr Masterstudium mit Auszeichnung<br />

abschloss. Als besonders vielseitige<br />

Sängerin trat Xin Wang bisher mit<br />

Orchestern wie den Sofioter Philharmonikern,<br />

dem Bruckner-Orchester<br />

Linz, den Wiener Philharmonikern der<br />

Sommerakademie, den Kairo-Symphonikern,<br />

dem Wiener Kammerorchester,<br />

dem Strauss- Festival-Orchester, dem<br />

Schönbrunn-Orchester, dem Ensemble<br />

Classico, dem Muk-Barockorchester<br />

und den Shanghai Philharmonikern in<br />

renommierten Konzertsälen wie der<br />

Carnegie Hall, dem Wiener Musikverein,<br />

dem Wiener Konzerthaus, dem Musikverein<br />

Graz, dem Brucknerhaus Linz,<br />

der Bulgaria Hall, der Staatsoper Kairo<br />

und dem Salzburger Odeion auf. Xin<br />

Wang ist Preisträgerin mehrerer internationaler<br />

Wettbewerbe. Sie gewann<br />

unter anderem den ersten Preis bei der<br />

„1st International Opera Competition<br />

Hongkong“, den zweiten Preis bei „The<br />

5th International Competition Giovani<br />

Musicisti“ in Treviso/Italien (erster Preis<br />

nicht besetzt) und den dritten Preis bei<br />

„SPAZIO MUSICA – 16th International<br />

Vocal Competition” in Grosseto/Italien.<br />

Alessandro Lora - Tenorarien für alle!<br />

Alessandro Lora verkörpert die seltene<br />

Kombination eines Operntenors mit<br />

einem Popkünstler: Auf diese Weise<br />

bietet er dem Publikum ein Crossover-<br />

Programm aus eingängigen italienischen<br />

Kanzonen, anspruchsvollen<br />

Opernarien und breitenwirksamen Liedern.<br />

Insgesamt erinnern Alessandro<br />

Loras Auftritte an Mario Lanza, dem es<br />

gelang, Opernarien in populärer Form<br />

für eine nicht nur auf Oper spezialisier-<br />

Fotos: Privat<br />

KULTUR 124


Maestro Niels Muus, Dirigent, Vokalexperte und Pädagoge von Weltruf<br />

Xin Wang – Eine chinesische Erfolgssopranistin in Österreich<br />

Alessandro Lora: Tenorarien für alle!<br />

Pianistin Petra Hollaender-Pogády mit ihrer Kunst der „dritten Hand“<br />

te Hörerschaft zu interpretieren und<br />

als packendes Ereignis aufzubereiten.<br />

Genau dies ist auch Loras Zielsetzung<br />

und deshalb verbindet er seine Programme<br />

und Projekte auch regelmäßig<br />

mit besonderen Anlässen, wie etwa<br />

seine kürzlich erschienene CD „Hommage<br />

à Caruso“, die er im Hinblick auf<br />

das Gedenkjahr der unvergesslichen<br />

Tenorlegende Enrico Caruso veröffentlichte.<br />

Loras Auftritte sind sowohl mit<br />

Klavierbegleitung als auch mit großem<br />

Opernorchester ein Erlebnis. So nimmt<br />

es nicht wunder, dass der renommierte<br />

italienische Dirigent Maurizio Barbacini<br />

das Dirigat bei Loras CD übernahm<br />

und die Mährische Philharmonie mit<br />

italienischer Verve dirigierte. Das Arienprogramm<br />

umfasste die schwierigsten<br />

Tenorarien in genau jenen musikalischen<br />

Fassungen, in denen sie einst<br />

Enrico Caruso sang. Aber auch auf der<br />

Konzertbühne brilliert Lora mit herausfordernden<br />

Arien wie „Nessun dorma“<br />

aus Puccinis „Turandot“. Wenn man<br />

mit dem sympathischen Künstler über<br />

Oper spricht, erzählt er mit Begeisterung<br />

von seinem Werdegang und seiner<br />

Liebe zum Gesang, vor allem aber seiner<br />

Liebe zum Publikum, dem er neue<br />

Wege zum Operngesang erschließen<br />

möchte. Gerne tritt er auch an der Seite<br />

berühmter Kollegen aus der Opernwelt<br />

ebenso wie aus der Popwelt auf, weil er<br />

gerade die Verbindung dieser beiden<br />

Welten zum Ziel seines Strebens gemacht<br />

hat. Loras persönliches Motto<br />

lautet, seinem Publikum nicht nur<br />

Musik zu bieten, sondern den „fascino<br />

del canto“, die Faszination des Gesangs,<br />

zu vermitteln – was ihm auf seine ganz<br />

persönliche Weise hervorragend gelingt!<br />

www.alessandrolora.it<br />

Pianistin Petra Hollaender-Pogády –<br />

Die hohe Kunst der „dritten Hand“<br />

Als Franz Liszt die Technik des Klavierspiels<br />

und der Klavierkomposition<br />

revolutionierte, sprach man respektvoll<br />

von der Einführung der „dritten Hand“<br />

auf dem Flügel. Gemeint war damit<br />

die dermaßen virtuose Beherrschung<br />

des Instruments, dass die Zuhörer den<br />

Eindruck hatten, es spielten drei Hände<br />

auf dem Instrument! Dies gelang durch<br />

eine subtile Kompositionstechnik, die<br />

einen Teil der Harmonien in den unteren<br />

Teil der linken Hand, die Melodielinie<br />

in den oberen Teil der linken Hand<br />

und ausschmückende Fiorituren in die<br />

rechte Hand legte. Dementsprechend<br />

herausfordernd stellen sich Liszts<br />

Klavierwerke für den Interpreten dar.<br />

Mit Lisztscher Brillanz dominiert Petra<br />

Hollaender-Pogády den Flügel und<br />

zaubert durch ihr gekonntes Fingerspiel<br />

den Eindruck herbei, es würden drei<br />

Hände darauf spielen. Dieses Markenzeichen<br />

hat die junge Pianistin, die<br />

in Bratislava geboren wurde und ihre<br />

Studien an der Musikuniversität Wien<br />

(Stefan Vladar), Anton Bruckner Privatuniversität<br />

Linz (Gottfried Hemetsberger)<br />

und Conservatoire de Paris<br />

(Georges Pludermacher) absolvierte,<br />

zu dem ihren gemacht, verbunden mit<br />

musikalisch fundierter Ausdruckskraft<br />

und atemberaubender Optik. Auf diskographischer<br />

Ebene hat sie bereits durch<br />

die Einspielung des Klavierwerks von<br />

Eugen Suchon für Music Fund Slovakia<br />

geglänzt. Zusätzlich zur internationalen<br />

Konzerttätigkeit, die sie auf bedeutende<br />

Konzertpodien der Welt – wie<br />

etwa die der Philharmonie Bratislava,<br />

der Philharmonie Sofia und der Philharmonie<br />

Kairo – führte, bildet Petra<br />

Hollaender-Pogády junge Pianistinnen<br />

und Pianisten in Wien aus. Im historischen<br />

Rückblick erinnert sie an ihre<br />

legendären Kolleginnen Clara Haskil<br />

und – aus jüngerer Zeit – Martha Argerich,<br />

indem sie auf meisterhafte Weise<br />

musikalische Poesie mit virtuosem<br />

Feuer verbindet! Ihre nächsten Pläne<br />

umfassen Beethovens Chorphantasie<br />

an der Philharmonie Sofia und zahlreiche<br />

solistische Auftritte mit Werken<br />

der Komponisten, die ihrem beseelten<br />

Interpretationsstil am meisten entsprechen:<br />

Frédéric Chopin und Franz Liszt.<br />

www.petrapogady.com<br />

Text: Adrian Eugen Hollaender<br />

MUSIK<br />

125


<strong>SOCIETY</strong><br />

Russland und Österreich:<br />

Das Beste aus zwei Welten<br />

Das Russische Kulturinstitut in Wien stellt seit Jahrzehnten einen<br />

kulturellen Begegnungspunkt zwischen Russland und Österreich dar.<br />

Der neue Leiter des Instituts, Oleg Ksenofontov, gibt uns Einblick in<br />

diese brückenbauende Institution.<br />

Sie haben dieses Jahr die Leitung des<br />

Russischen Kulturinstituts in Wien<br />

übernommen. Mit welchen Vorsätzen<br />

und Zielen gehen Sie in Ihre Amtszeit?<br />

Wie planen Sie, die kulturellen Verbindungen<br />

zwischen Österreich und<br />

Russland weiter zu stärken?<br />

Ihre Frage ist in vielerlei Hinsicht<br />

bereits beantwortet. Das Hauptziel der<br />

Arbeit des Russischen Hauses in Wien<br />

war und ist die Förderung der humanitären<br />

und kulturellen Beziehungen<br />

zwischen den Völkern unserer Länder.<br />

Der kulturelle Reichtum Russlands und<br />

Österreichs, das einzigartige geistige<br />

Erbe jedes unserer Länder und die<br />

jahrhundertealten bilateralen humanitären<br />

Beziehungen ermöglichen<br />

eine außerordentlich breite Palette<br />

unserer Zusammenarbeit und eine fast<br />

unbegrenzte Auswahl an Bereichen für<br />

Der neue Leiter des Russischen Kulturinstituts,<br />

Oleg Ksenofontov<br />

ihre erfolgreiche gemeinsame Entwicklung<br />

– Künste, Wirtschaft, Arbeit<br />

mit Jugendlichen, Wissenschafts- und<br />

Bildungsaustausch, Umweltschutz,<br />

Probleme der nachhaltigen Entwicklung<br />

und so weiter.<br />

Wen soll das Russische Kulturinstitut<br />

ansprechen und wie sieht das Angebot<br />

bzw. das Programm für Interessierte<br />

aus?<br />

Wir werden versuchen, unsere Programme<br />

für all diejenigen interessant<br />

zu gestalten, die mehr über Russland<br />

erfahren möchten, und für diejenigen,<br />

die bereits mit der russischen Kultur,<br />

Geschichte, dem humanitären und<br />

wirtschaftlichen Potenzial meines<br />

Landes vertraut sind. Ich bin sicher,<br />

dass uns dabei auch unsere österreichischen<br />

Partner helfen werden,<br />

auf deren Unterstützung wir bei<br />

der Auswahl und Ausarbeitung von<br />

Programmen, die auf gemeinsamen<br />

Interessen beruhen, zählen. Über<br />

die konstruktive Zusammenarbeit<br />

mit dem Österreichischen Verband<br />

der Russischlehrerinnen und -lehrer,<br />

dem Österreich-Russland-Forum, der<br />

Österreichisch-Russischen Historikerkommission,<br />

dem Österreichischen<br />

Schwarzen Kreuz und einer Reihe von<br />

Musik- und Bildungseinrichtungen der<br />

Republik Österreich kann ich schon<br />

jetzt Gutes sagen.<br />

Sie waren ja schon einmal Direktor<br />

des RKI in Wien – was schätzen Sie<br />

ganz besonders an der österreichischen<br />

Kulturlandschaft? Hat sie sich<br />

Ihrer Meinung nach seit Ihrer letzten<br />

Amtszeit in irgendeiner Weise verändert?<br />

Was mich an der österreichischen<br />

Kulturlandschaft am meisten beeindruckt,<br />

ist die Kombination aus bewährten<br />

Traditionen und der Fähigkeit,<br />

neue, moderne, oft innovative Formen<br />

der Kreativität in all ihren Ausprägungen<br />

aufzugreifen und zu entwickeln.<br />

Meiner Meinung nach ist dies ein<br />

deutliches Zeichen für die Weiterentwicklung<br />

der nationalen Kultur, für ihre<br />

Fähigkeit, den Schwierigkeiten der Zeit<br />

zu trotzen. Ich bin mir sicher, dass die<br />

österreichische Kulturlandschaft die<br />

aktuellen Erschwernisse durch die Coronavirus-Pandemie<br />

überwinden und<br />

ihre unveränderte Attraktivität, ergänzt<br />

durch neue bunte Farben, beibehalten<br />

kann.<br />

Was verbindet die russische mit der<br />

österreichischen Kultur? Was sind die<br />

Besonderheiten beider?<br />

Sie haben eine Frage gestellt, zu der<br />

Bücher geschrieben, Filme gedreht,<br />

große Musik- und Kunstwerke geschaffen<br />

wurden. Unsere Kulturen<br />

sind seit Jahrhunderten miteinander<br />

verbunden, und ich würde sagen, dass<br />

ihre Besonderheit darin besteht, dass<br />

sie das Beste voneinander übernehmen<br />

können und dabei nicht weniger<br />

originell und großartig bleiben. Dies ist<br />

vielleicht das Hauptmerkmal unserer<br />

Länder.<br />

Foto: Russisches Kulturinstitut Wien<br />

KULTUR<br />

126


<strong>SOCIETY</strong><br />

S.E Dmitrii Liubinskii (Russ.) mit Riccardo Muti und Professor Andrei Zolotov<br />

(Vizepräsident der russ. Akademie der Künste)<br />

Andrei Zolotov, Riccardo Muti, Elena Liubinska (Gattin des Botschafters) und<br />

Dmitrii Liubinskii<br />

Markus Hinterhäuser (Musikalischer Direktor Salzburger Festspiele), Helga<br />

Rabl-Stadler (Salzburger Festspiele) und Riccardo Muti<br />

Professor Andrei Zolotov hielt eine Laudatio auf den Dirigenten Riccardo<br />

Muti<br />

Auszeichnung<br />

für Riccardo Muti<br />

Anlässlich der feierlichen Zeremonie der Investitur und<br />

Ernennung des Dirigenten Riccardo Muti zum Ehrenmitglied der<br />

Russischen Akademie der Künste lud der Botschafter der Russischen<br />

Föderation, S.E. Dmitrii Liubinskii, in die Botschaft ein.<br />

In Anwesenheit eines ausgewählten<br />

Gästekreises nahm der angesehene<br />

italienische Dirigent die Urkunde persönlich<br />

entgegen. Muti blickt auf eine<br />

außergewöhnliche Karriere zurück:<br />

1941 in Neapel geboren, wurde er<br />

schon früh von seinen musikalischen<br />

Eltern gefördert. Später studierte<br />

er am Conservatorio di Musica San<br />

Pietro a Majella in Neapel Klavier,<br />

Komposition – Dirigieren lernte er<br />

am Mailänder Verdi-Konservatorium.<br />

1967 gewann er den Dirigentenpreis<br />

des Guido-Cantelli-Wettbewerbes,<br />

welcher ihn international bekannt<br />

machte. Nur ein Jahr später wurde<br />

er Chefdirigent des Maggio Musicale<br />

Fiorentino, eine Position, die er<br />

bis 1980 bekleidete. 1971 trat Muti<br />

erstmals als Dirigent bei den Salzburger<br />

Festspielen auf, wo er 2021 sein<br />

50-jähriges Bühnenjubiläum in Salzburg<br />

mit Beethovens monumentaler<br />

„Missa solemnis“ feierte. Seit 2010 ist<br />

er Chefdirigent des Chicago Symphony<br />

Orchestras. Die Ernennung Mutis<br />

zum Ehrenmitglied der Russischen<br />

Akademie der Künste reiht sich ein in<br />

eine lange Liste von Ehrungen.<br />

EVENTS<br />

127


<strong>SOCIETY</strong><br />

Exlibris.<br />

Aufgeblättert<br />

Ob Feminismus, Kalter Krieg oder Kirchenkrimi –<br />

unsere Buchtipps liefern nicht nur Unterhaltung,<br />

sondern regen auch zum Nachdenken an.<br />

Gorbatschow – Der Weltveränderer<br />

Ignaz Lozo<br />

Konrad Theiss Verlag – wbg<br />

Diese reflektierte und ausgewogene<br />

Biographie des politischen<br />

Werdeganges eines der wohl bedeutendsten<br />

Politiker des 20. Jahrhunderts,<br />

beschäftigt sich intensiv<br />

mit der Vergangenheit der Person<br />

Michail Gorbatschow und seinen<br />

Verdiensten, aber auch mit seinen<br />

Verfehlungen im Zusammenhang<br />

mit den Aspekten Glasnost und<br />

Perestroika, dem Ende das Kalten<br />

Krieges, sowie der deutschen<br />

Einigung. Untermauert wird dieses<br />

spannende Werk durch eindrucksvolle<br />

Zeitzeugeninterviews und<br />

eine sich durch das ganze Buch<br />

hindurchziehende wissenschaftliche<br />

Rigorosität.<br />

In Her Footsteps – Reisen zu außergewöhnlichen<br />

Frauen<br />

Lonely planet<br />

MAIRDUMONT<br />

Hier begeben wir uns auf eine<br />

literarische und historische Entdeckungsreise,<br />

die die Fußabdrücke<br />

wahrlich herausragender Frauen<br />

nachzeichnet und es uns ermöglicht,<br />

die Kämpfe von Aktivistinnen,<br />

Künstlerinnen, Pionierinnen und<br />

Ikonen aus aller Welt, sowie deren<br />

weltbewegenden Errungenschaften,<br />

zu würdigen. Dieses Werk<br />

appelliert daran, uns ein zukunftsweisendes<br />

Beispiel an Persönlichkeiten<br />

wie Jeanne d’Arc, Michelle<br />

Obama, Marie Curie, Anne Frank,<br />

Rosa Luxemburg und Greta Thunberg<br />

zu nehmen.<br />

Irgendwo ist immer Süden<br />

Marianne Kaurin<br />

Woow Books<br />

In diesem entzückenden Roman<br />

über das Schulmädchen Ina, deren<br />

Eltern sich keinen Auslandsurlaub<br />

leisten können, wodurch sich Ina<br />

ausgeschlossen fühlt, wird moderne<br />

Gesellschaftskritik geschickt<br />

verwoben mit einer jugendlichen<br />

Abenteuergeschichte, in der sich<br />

zwei Freunde auf eine wilde Reise<br />

in „den Süden“ begeben. Die Auseinandersetzung<br />

mit dem Thema der<br />

sozialen Ausgrenzung im Jugendalter<br />

wird in diesem fröhlich-ernsten<br />

Buch spielerisch in die Form<br />

eines Jugendromans gegossen<br />

und begeistert sowohl junge als<br />

auch alte Leser*innen.<br />

KULTUR<br />

128


<strong>SOCIETY</strong><br />

Lost Places in Wien & Umgebung<br />

Robert Bouchal & Johannes Sachslehner , Styria Verlag<br />

In diesem Bericht widmen sich die Autoren entlegenen, verbauten und verborgenen<br />

Orten in Wien und Umgebung, die im Zuge der Modernisierung<br />

und des damit einhergehenden dramatischen gesellschaftlichen Wandels<br />

in Vergessenheit geraten sind. Diese Orte schaffen fernab unserer Wahrnehmung<br />

ein Wien das einmal war, welches ohne die Darstellungen dieses<br />

Buches wohl für immer versteckt bleiben müsste. Fesselnde Erzählungen<br />

von spannenden Ausflügen führen die Leser*innen in diese historischen<br />

Welten und lassen sie die geschichtsträchtigen Orte jenes vergessenen<br />

Wiens erneut erkunden.<br />

Planet Ozean – Unser Leben hängt vom Meer ab, die Zukunft der Meere von<br />

uns, Mariasole Bianco, Folio Verlag<br />

Eine Botschaft an die Menschheit: Die Meeresbiologin Mariasole Bianco arbeitet<br />

in diesem Werk die unermessliche Bedeutung der Ozeane für das Ökosystem und<br />

in weiterer Folge für die Lebensgrundlage des Menschen heraus. Das Buch huldigt<br />

der Schönheit der Meere, jedoch warnt es uns gleichzeitig vor den verheerenden<br />

Folgen eines rücksichtslosen und zerstörerischen Umganges mit der „Wiege unseres<br />

Lebens“, der sich etwa in Form von Überfischung und Verschmutzung durch<br />

Abfall äußert und Gefahr läuft, unser gesamtes Ökosystem zu destabilisieren.<br />

Gefallene Ritter – Malteserorden und Vatikan – Der Machtkampf zwischen<br />

zwei der ältesten Institutionen der Welt, Constantin Magnis<br />

Harper Collins<br />

Ein Journalist mit familiären Wurzeln im Malteser-Ritterorden liefert uns mit<br />

dieser investigativen Recherche über die Geheimnisse und Intrigen zwei der<br />

ältesten christlichen Institutionen der Welt einen Blick hinter die Kulissen<br />

des rätselhaften Kirchenkrimis rund um das Verhältnis zwischen Vatikan<br />

und Malteserorden. Das Buch gestaltet sich als eine spannende Reise durch<br />

vatikanische Hinterzimmer und geheimnisvolle römische Paläste und enthüllt<br />

Aspekte christlicher Parallelwelten, die den Augen der Öffentlichkeit<br />

sonst wohl noch lange verborgen bleiben würden.<br />

Die Villen vom Ausseerland – Wenn Häuser Geschichten erzählen<br />

Marie-Theres Arnbom<br />

Amalthea<br />

Der fünfte Band von Marie-Theres Arnbom‘s Villen-Serie entführt erneut in die<br />

historischen Bauwerke des Salzkammerguts und schickt die Leser*innen auf<br />

eine spannende Entdeckungsreise durch das idyllische Ausseerland und die<br />

Schicksale der dort lebenden Menschen. Es sind gefühlvolle Geschichten der<br />

Freude und der Trauer, der Vertreibung und der Wiederkehr aus Liebe zur Heimat,<br />

die uns in diesem Roman die Hintergründe des historischen Kulturraumes<br />

am Nordrand der österreichischen Alpen erkunden lassen.<br />

KULTUR<br />

129


<strong>SOCIETY</strong><br />

Nachhaltig gibt’s nicht!<br />

Cornelia Diesenreiter, Molden Verlag<br />

Nachhaltiges Konsumieren ist heutzutage ein regelrechter Megatrend.<br />

Doch wie kauft und verbraucht man überhaupt mit Bedacht auf die<br />

Umwelt? Es stellt sich die Frage, ob man der Natur nun tatsächlich etwas<br />

Gutes tut, indem man auf Dosenlimo verzichtet, die Biomilch nur mehr<br />

aus der Glasflasche schlürft und Palmöl verteufelt. Umweltfreundlicher<br />

Konsum ist nicht leicht und ein regelrechtes Dilemma, mit welchem sich<br />

Cornelia Diesenreiter in diesem Buch auf einer persönlichen Ebene schonungslos<br />

ehrlich auseinandersetzt.<br />

Wir riechen besser als wir denken<br />

Johannes Frasnelli, Molden Verlag<br />

In diesem populärwissenschaftlichen Werk zeigt uns der Neurowissenschaftler<br />

und Geruchsforscher Johannes Frasnelli, warum der Geruchssinn der am meisten<br />

unterschätzte unserer fünf Sinne ist. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse<br />

aus der Geruchsforschung werden geschickt in Verbindung mit dem menschlichen<br />

Alltagsleben gebracht. Wie verändern Ängste und Depressionen unser<br />

Riechvermögen? Was macht Riechtraining eigentlich mit unserem Gehirn? Und<br />

ganz aktuell nur in der ergänzten Auflage: Wie beeinträchtigt COVID-19 unseren<br />

Geruchssinn?<br />

Playlist<br />

Sebastian Fitzek, Droemer Knaur Verlag<br />

Der neue Bestseller-Krimi „Playlist“ ist das bislang wohl außergewöhnlichste<br />

Buchprojekt von Sebastian Fitzek. In diesem Psychothriller schickt die<br />

Mutter der verschwundenen 15-jährigen Feline Jagow den Privatermittler<br />

Alexander Zorbach auf eine musikalische Spurensuche, denn der einzige<br />

Hinweis auf Felines Schicksal ist ihre Musikplaylist bei einem Streaming<br />

Dienst im Internet. Fünfzehn noch unveröffentlichte Songs von Künstlern<br />

wie Rea Garvey, Silbermond und Beth Ditto entscheiden darüber, wie lange<br />

Feline Jagow noch zu leben hat – es ist ein gnadenloser Wettlauf gegen die<br />

Zeit, bei der jeder Song zählt.<br />

Reiseführer Albanien<br />

Ralph-Raymond Braun, Michael Müller Verlag<br />

Der südosteuropäische Balkanstaat Albanien kann Besucher mit seinen vielfältigen<br />

Sehenswürdigkeiten, Regionen und kulturellen Hintergründen schnell<br />

einmal überfordern. Der Albanien-Reiseführer von Ralph-Raymond Braun<br />

schafft hierbei Klarheit und versorgt Reiselustige mit Allem, was man über<br />

Albanien wissen muss. Von geographischen Eckdaten, über eine detailreiche<br />

Darstellung der Geschichte und Kultur des Landes bis hin zu Empfehlungen<br />

konkreter Wandertouren, hält dieser vor Ort recherchierte und ausprobierte<br />

Reiseführer für jeden Urlaubertyp das richtige parat.<br />

KULTUR<br />

130


E I N H A U C H V E R F Ü H R U N G<br />

„Spitzenköche<br />

aus aller Welt<br />

schwören auf<br />

meinen Caviar.“<br />

Romeo Schermann<br />

Foto: © Hermann Gohl<br />

Fotos (3): © ROLLING PIN / Gabauer<br />

IMPERIAL CAVIAR | IMPERIAL SUPREME | OSSIETRA CAVIAR | ALMAS CAVIAR | STÖRFILETS<br />

Vorbestellungen für die nächste Ernte unter: mail@romeo-caviar.at<br />

Romeo Caviar PTE GmbH | Spitzwiese 122, A-7433 Mariasdorf | +43 664 512 48 92 | www.romeo-caviar.at


<strong>SOCIETY</strong><br />

Der Wunsch nach<br />

einer guten Zukunft<br />

Vizebürgermeister und Stadtrat für<br />

Bildung, Jugend, Integration und<br />

Transparenz, Christoph Wiederkehr,<br />

spricht im <strong>SOCIETY</strong>-Interview über<br />

Zukunftsvisionen und Herausforderungen<br />

im Bildungsbereich.<br />

Seit November 2020 sind Sie Vizebürgermeister<br />

der Stadt Wien und außerdem<br />

Stadtrat für Bildung, Jugend,<br />

Integration und Transparenz. Was sind<br />

Ihre Ziele?<br />

Mein Ziel ist es, Wien zur kinder- und<br />

jugendfreundlichsten Stadt der Welt zu<br />

machen und eine zukunftsfitte Politik<br />

zu betreiben. Ein zentraler Hebel, um<br />

dies zu erreichen, ist Bildung. Hier<br />

investieren wir in den nächsten Jahren<br />

massiv. Wir entlasten sowohl das<br />

Lehrpersonal als auch die Elementarpädagog*innen,<br />

indem jede Wiener<br />

Pflichtschule eine Schulassistenz für<br />

administrative Aufgaben bekommt<br />

und die Stunden für Assistenzpädagog*innen<br />

im Kindergarten verdoppelt<br />

werden. So haben die Pädagog*innen<br />

mehr Zeit für ihre wesentliche Aufgabe:<br />

die Betreuung, Unterstützung und<br />

Christoph Wiederkehr, Amtsführender Stadtrat für<br />

Bildung, Jugend, Integration und Transparenz<br />

Förderung von Kindern und Jugendlichen.<br />

Außerdem wird die Schulsozialarbeit<br />

ausgebaut und es werden<br />

zusätzlich Psycholog*innen und<br />

Sozialpädagog*innen zur Verfügung<br />

stehen. Zudem ist die Aufstockung<br />

von Sprachförderkräften ein wichtiges<br />

Projekt. Im Rahmen des Kinder- und<br />

Jugendparlaments bekommen Kinder<br />

und Jugendliche von der Stadt 1 Million<br />

Euro für ihre Visionen für ihr Wien. Alle<br />

Wiener*innen zwischen 5 und 20 Jahren<br />

konnten im Oktober 2021 bereits<br />

ihre Ideen einreichen, die Siegerprojekte<br />

werden im Anschluss auch realisiert.<br />

So können sich die Jüngsten in der<br />

Gesellschaft aktiv beteiligen.<br />

Wird die Pandemie längerfristige Auswirkungen<br />

auf den Bildungsbereich<br />

haben? Wenn ja, wie kann man diesen<br />

entgegenwirken?<br />

Das wichtigste ist, dass die Schulen<br />

auch in der Pandemie offen bleiben,<br />

denn nur so können die Bildungschancen<br />

unserer Kinder intakt bleiben und<br />

weitere psychosoziale Probleme verhindert<br />

werden. Deshalb haben wir an<br />

den Wiener Schulen ein engmaschiges<br />

Sicherheitssystem etabliert. Von Lehrer*innen<br />

und Schüler*innen wird hier<br />

Unglaubliches geleistet. Um den Folgen<br />

entgegenzuwirken, haben wir mit<br />

dem Bildungsministerium bereits seit<br />

dem letzten Schulsemester zusätzliche<br />

Förderstunden bereitgestellt. Wien<br />

hat eigene Förderangebote verstärkt:<br />

Im Sommer gab es Lernhilfeangebote<br />

im Zuge der Summer City Camps, auch<br />

die Volkshochschulen boten gratis<br />

Lernhilfekurse an. Seit Herbst gibt es<br />

mit der Wiener Lernhilfe zudem 1.200<br />

kostenlose Lernhilfekurse für Wiener<br />

Schüler*innen, auch an Schulen aus<br />

freier Trägerschaft.<br />

Sie sind auch für den Bereich Integration<br />

zuständig. Hier haben Sie<br />

den Wiener Integrationsrat initiiert,<br />

der sich 2021 mit der Frage „Welche<br />

Auswirkungen und Folgen hat die<br />

Pandemie auf die Integrationspolitik<br />

der Stadt Wien?“ beschäftigt. Gibt es<br />

hierzu schon Antworten? Was sind<br />

zentrale Aufgaben in diesem Bereich?<br />

Wien ist eine weltoffene und vielfältige<br />

Stadt. Nichtsdestotrotz stehen wir im<br />

Integrationsbereich Herausforderungen<br />

gegenüber – die Pandemie hat<br />

auch hier Spuren hinterlassen. Mit<br />

dem „Wiener Integrationsrat“ forcieren<br />

wir daher eine sachorientiere Debatte<br />

über Integration und Migration. In diesem<br />

Jahr wurden die Auswirkungen der<br />

Pandemie auf die Integrationspolitik<br />

der Stadt beleuchtet, die Erkenntnisse<br />

und die Maßnahmen werden am Tag<br />

der Migrant*innen am 18.12. veröffentlicht.<br />

[Interview wurde im November<br />

2021 geführt]. Generell verfolgen wir in<br />

Wien das Credo „Integration ab Tag 1“:<br />

Wir sehen es als unsere Aufgabe, dass<br />

alle neuen Wiener*innen mithilfe diverser<br />

Integrationsangebote bestmöglich<br />

auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit<br />

begleitet werden. Bereits bestehende<br />

Maßnahmen wie etwa die Förderung<br />

von Deutschkursen oder das Integrationsprogramm<br />

„StartWien“ sollen<br />

daher ausgebaut werden. Zudem muss<br />

das Thema Integration unbedingt stärker<br />

im Kontext von Bildung gesehen<br />

werden. Auch das Programm „Respekt<br />

– gemeinsam stärker“ unterstützt<br />

Schulen umfassend bei ihren diversen<br />

Herausforderungen. Mein Ziel ist eine<br />

vernünftige und lösungsorientierte Integrationspolitik,<br />

die das Gemeinsame<br />

vor das Trennende stellt. Denn was uns<br />

am Ende alle eint, ist der Wunsch nach<br />

einer guten Zukunft.<br />

Foto: PID/Markus Wache<br />

BILDUNG 132


<strong>SOCIETY</strong><br />

Über 12.700 Absolventen hat die FHWien der WKW schon hervorgebracht<br />

Michael Heritsch, CEO der FHWien der WKW<br />

Startklar für<br />

internationale Karrieren<br />

Fotos: Andreas Hofer, feelimage | Matern<br />

In den englischsprachigen Studiengängen<br />

der FHWien der WKW erwerben<br />

ambitionierte Talente das Rüstzeug,<br />

um weltweit beruflich durchzustarten.<br />

Ob man von einer Karriere in einem<br />

globalen Konzern träumt oder sein<br />

berufliches Glück in Österreich finden<br />

möchte: Sprachkenntnisse und interkulturelle<br />

Kompetenzen erhöhen<br />

die beruflichen Chancen. Denn wer<br />

mit Geschäftspartnern in flüssigem<br />

Englisch verhandelt, sich gekonnt auf<br />

dem internationalen Parkett bewegt<br />

und Hürden in der Kommunikation<br />

mit Menschen aus anderen Kulturen<br />

elegant nimmt, hat im Rennen um die<br />

besten Jobs oft die Nase vorn.<br />

Im Ausland den Horizont erweitern<br />

Mit einem Bachelor- oder Masterstudium<br />

an der FHWien der WKW können<br />

ambitionierte Talente diese auf dem<br />

Arbeitsmarkt besonders gefragten<br />

Qualifikationen erwerben. Alle Studiengänge<br />

an Österreichs führender<br />

Fachhochschule für Management und<br />

Kommunikation enthalten englischsprachige<br />

Module. Lehreinheiten zu<br />

Social Skills stehen ebenfalls auf dem<br />

Lehrplan. Außerdem können die Studierenden<br />

bei einem Auslandssemester<br />

ihren Horizont erweitern.<br />

170 Partnerhochschulen weltweit<br />

„In einer global vernetzten Wirtschaft<br />

sind Auslandserfahrungen und interkulturelle<br />

Kompetenzen in vielen Berufen<br />

essenziell“, weiß Michael Heritsch,<br />

der CEO der FHWien der WKW. „Daher<br />

haben wir unser weltweites Netzwerk<br />

an Partnerhochschulen massiv ausgebaut.<br />

Unseren Studierenden stehen<br />

nun über 170 Partnerhochschulen für<br />

ein Auslandssemester zur Auswahl.“<br />

Die Destinationen reichen von China<br />

über Australien bis in die Karibik. Als<br />

Lohn für das Wagnis, für einige Zeit<br />

ins Ausland zu gehen, winken unvergessliche<br />

Erinnerungen und das gute<br />

Wissen, sein Leben auch in ungewohnter<br />

Umgebung zu meistern. Wer stark<br />

international orientiert ist, aber in Wien<br />

studieren möchte, dem stehen an der<br />

FHWien der WKW drei Studiengänge<br />

offen, die komplett auf Englisch unterrichtet<br />

werden.<br />

Englischsprachiges Studium in Wien<br />

Der Bachelor-Studiengang Corporate<br />

Communication ist die ideale Ausbildung<br />

für Kommunikations-Allrounder.<br />

Wie alle Studien der FHWien der WKW<br />

punktet er mit großer Praxisnähe. Dafür<br />

sorgen Lehrende aus der Wirtschaft<br />

und Projekte mit Unternehmen. Die<br />

AbsolventInnen sind startklar für den<br />

ersten Job und mit digitalen Kommunikationskanälen<br />

ebenso vertraut wie mit<br />

klassischen PR-Maßnahmen. Der Master-Studiengang<br />

Executive Management<br />

bereitet berufsbegleitend auf<br />

Führungsaufgaben in Unternehmen<br />

vor. Seine Absolventen besitzen die<br />

nötigen Fähigkeiten, um Unternehmen<br />

so zu führen, dass sie ihr Wachstumspotenzial<br />

international ausschöpfen.<br />

Im Herbst 2021 erstmals gestartet ist<br />

der Master-Studiengang Urban Tourism<br />

& Visitor Economy Management.<br />

Er bildet Fach- und Führungskräfte<br />

aus, die nachhaltige Lösungen für den<br />

Tourismus in vielbesuchten Städten<br />

erarbeiten und umsetzen.<br />

Grundstein für tausende Karrieren<br />

Mehr als 12.700 Absolventen hat die<br />

FHWien der WKW seit 1994 schon<br />

hervorgebracht. Für viele legte das<br />

Studium den Grundstein für Karrieren<br />

im In- und Ausland. „Dass viele unserer<br />

Alumni so erfolgreich sind, macht uns<br />

stolz“, freut sich CEO Michael Heritsch.<br />

Die internationale Ausrichtung der<br />

Studiengänge hat das ihre dazu beigetragen<br />

– und wird auch in Zukunft<br />

Karrieren beflügeln.<br />

BILDUNG<br />

133


Celebrating 30 30 30 Years of of of Excellence<br />

Danube International School Vienna<br />

•• • DISV is is an is an is IB an IB IB World School (with Öffentlichkeits-<br />

recht/public status), established in in in in 1992<br />

•• In • In In In 2021, and and and in in 7 in of 7 in of 7 the of the of last the last last 8 8 8 years, 100% of of of of DISV<br />

graduates in in the in the in the IB IB IB Diploma Program passed.<br />

•• • Students achieved the the the average score of of 37 of 37 of IB 37 IB IB points in in<br />

2021 - the - the - - best the best best result in in in in DISV’s 30-Year history.<br />

•• • DISV IB IB IB Diploma Programme results are are are among<br />

the the best the best best results of of all of all of IB all IB IB World Schools worldwide<br />

•• • Around 500 500 500 students (age (age (age 3 to 3 to 318 to 18 to 18 years) from<br />

from<br />

over over over 60 60 60 countries learn together in in a in a in a multicultural setting<br />

•• • Teachers come to to to to DISV from from over over over 30 30 30 countries,<br />

using English as as the as the as the language of of of of instruction, ensuring<br />

a high a high a a high academic standard with with with a a a a human touch<br />

•• • Small group learning is is a is a is a priority with with with a a a student<br />

to to staff to staff to staff ratio ratio ratio of of 5:1 of 5:1 of 5:1<br />

•• • Students graduating DISV are are are accepted at at at at prestigious<br />

universities all all over all over over the the the world, such such such as as as as Oxford,<br />

Cambridge, Berkley, NYU, UCLA, McGill,<br />

Imperial College London and and and many others<br />

•• • DISV is is is is centrally located near near near Prater Park, Vienna’s<br />

largest recreation area area area<br />

registrar@danubeschool.com<br />

www.danubeschool.com<br />

+43 +43 1 +43 720 1 720 113110 720 3110 3110 22<br />

22 22 22<br />

Josef Josef Gall-Gasse 2 2 22<br />

1020 1020 1020 Vienna, Austria


<strong>SOCIETY</strong><br />

30 Years of Excellence - Danube<br />

International School Vienna<br />

Danube International School Vienna (DISV) is proud to report that<br />

100% of their students in the International Baccalaureate (IB) Diploma<br />

Program in 2021 have passed.<br />

DISV graduates achieved the<br />

outstanding average score of 37 IB<br />

points – one of the best results in<br />

Austria. DISV’s academic achievements<br />

will be celebrated alongside its<br />

30-Year anniversary this year.<br />

“Striving for Excellence” is part of the<br />

mission statement of the private IB<br />

World School (with “Öffentlichkeitsrecht”)<br />

in the second district of Vienna<br />

that was founded in 1992. It is the<br />

school of choice for children from<br />

diplomat’s families and from the international<br />

business community and over<br />

the years has grown to one of the most<br />

renowned international schools in Austria<br />

with – at full capacity – more than<br />

550 students and 100 staff members.<br />

Students from more than 60 nations<br />

who speak 47 languages are proof that<br />

the DISV school community is exceptionally<br />

diverse and truly international.<br />

The school offers the International<br />

Baccalaureate (IB) Programmes for all<br />

age groups (IB Primary Years, IB Middle<br />

Years & IB Diploma Programme), which<br />

meet the complex requirements that<br />

the international community in<br />

Vienna expects from a high quality and<br />

internationally recognized education.<br />

DISV’s graduating students have been<br />

accepted to renowned universities all<br />

over the world, such as Oxford, Cambridge,<br />

Berkeley, University of Toronto,<br />

McGill, UCLA, and Columbia.<br />

According to the school’s mission<br />

statement, the school will celebrate<br />

the 30-Year Anniversary by continuously<br />

‘Striving for EXCELLENCE, by<br />

ENGAGING minds, EXCITING learners,<br />

acting ETHICALLY and showing<br />

EMPATHY’. DISV is open to all students<br />

from the ages of 3 to 18. The language<br />

of instruction is English. Interested parents<br />

are cordially invited to attend one<br />

of the school’s information evenings on<br />

January 25, March 8, April 26, and June<br />

14, 2022. Individual appointments are<br />

also possible anytime. Further information<br />

can be found on:<br />

www.danubeschool.com<br />

Danube International School Vienna<br />

Josef Gall-Gasse 2, 1020 Vienna,<br />

Austria<br />

Written by Dr. Michelle Purghart<br />

BILDUNG<br />

135


Happiness is one of the values of AMADEUS International School Vienna<br />

AMADEUS International School Vienna focuses on musical education<br />

AMADEUS International School<br />

Vienna: Inspiring Greatness<br />

<strong>SOCIETY</strong> spoke with Head of School of AMADEUS International<br />

School Vienna, Dr. Jeremy House, about the school‘s IB Careerrelated<br />

Programme focusing on music and the new Boarding House.<br />

AMADEUS is the first school in Europe<br />

that is offering the IB Career-related<br />

Programme with a special focus on<br />

music. Can you describe this programme<br />

a bit?<br />

Our Career-related Programme is for<br />

aspiring students of music. The beauty<br />

of this programme is in the balance<br />

between the IB Diploma courses, the<br />

music education component, and the<br />

IB philosophy. Our programme enables<br />

students who wish to go on to study<br />

in the world’s best music universities<br />

and have professional careers in music<br />

to follow a path in which they have<br />

enough time to hone their skills and<br />

talents, gain real world insights into the<br />

music industry, and receive the important<br />

foundation of a rigorous academic<br />

education. This enables AMADEUS<br />

students to grow as musicians, as scholars,<br />

and as good humans. Our IB CP<br />

students graduate from the two-year<br />

programme with an International Baccalaureate<br />

Career-related Programme<br />

certificate and a Pearson BTEC Level 3<br />

Diploma in Music. On June 17, 2022 our<br />

CP students will show their talent and<br />

skills performing at the famous Vienna<br />

Concert House in the framework of the<br />

School’s 10 Year Anniversary.<br />

What else makes AMADEUS International<br />

School Vienna special? How are<br />

the pupils profiting from an “international”<br />

education? What are your guiding<br />

principles?<br />

One only needs to scan through the<br />

news today to recognise the importance<br />

of international cooperation,<br />

of world knowledge, understanding,<br />

cultural competence, and of communication<br />

in more than one language.<br />

Indeed, I believe that in 30 years from<br />

now, there will be no`international<br />

education‘ because it would be absurd<br />

to conceive of an education that is<br />

not international. On the Semmelweis<br />

campus, we bring together students<br />

from more than 50 nationalities for a<br />

single purpose; to make the world a<br />

better place through education. Our<br />

school values are an important part<br />

of what makes this possible. Firstly, to<br />

treat others, oneself, and the environment<br />

with kindness. Secondly, to foster<br />

imagination in our students. We must<br />

be able to imagine new ways, new<br />

possibilities, and to visualise the best<br />

possible versions of ourselves. Our<br />

third value is happiness. Simply because<br />

education is a gift, and it is a joy!<br />

What does the new Boarding House<br />

offer to Amadeus’ students?<br />

The motto of the boarding community<br />

is ‘character building experiences’.<br />

We know that our boarding students<br />

typically out-perform the day students<br />

in academic attainment. The reason<br />

for this is rather obvious, (i) high-performing<br />

environments bring out the<br />

best in our students, and (ii) character<br />

building experiences reinforce the habits<br />

of mind that inspire greatness. Our<br />

boarding house is more than a homeaway-from-home.<br />

Our students feel a<br />

deep sense of belonging and support<br />

from their peers as well as the boarding<br />

house tutors, counsellors, and the<br />

school nurse. What raises our boarding<br />

programme to the level of distinction,<br />

however, is found in those once in a<br />

lifetime experiences in the company of<br />

others, who see your strengths, celebrate<br />

your successes, and accompany<br />

you on the journey of growth. The grand<br />

opening of our new boarding house and<br />

official ribbon cutting will take place in<br />

January 2022.<br />

Photos: AMADEUS International School Vienna / AMADEUS Vienna<br />

BILDUNG<br />

136


A SCHOOL OF THE FUTURE<br />

The American International School Vienna has a long<br />

tradition of striving for excellence in education that<br />

spans more than six decades. And while certain values,<br />

like fostering a respectful environment, inspiring<br />

students to achieve their goals, and establishing a<br />

sense of community remain, a modern world needs a<br />

modern approach to education. In order to turn their<br />

students into responsible global citizens, AIS has<br />

dedicated itself to making sustainability a part of its<br />

identity. “Environmental friendliness is not only part of<br />

classroom learning across all divisions, but it is also<br />

part of the learning that takes place outside our formal<br />

curriculum in various student clubs and activities,” says<br />

Benjamin Kuscher, Business Manager at the school.<br />

Reduce, Reuse, Recycle<br />

Located in the beautiful greenery of the Vienna Woods,<br />

AIS is inherently linked with nature. But in recent years,<br />

they have continuously taken their sustainable efforts<br />

even further. In a major effort to reduce its carbon<br />

footprint, the school installed solar panels on the roof. As<br />

a result, it was able to save 159 tons of CO2 over the past<br />

two years. To save trees and forests, they use a campus<br />

wide printing system that aims to limit the overuse of<br />

paper. But it’s not just paper they’re reducing: an overall<br />

conscious effort aims to eliminate as much plastic as<br />

possible and switch to biodegradable alternatives<br />

across the premises, such as on the artificial turf sports<br />

field, where olive seeds have replaced the micro plastic<br />

pellets, or in the cafeteria, where, AIS prioritizes AMA<br />

certified local products to reduce transport and CO2<br />

emissions.<br />

New Year, New Gear<br />

This past summer, while the students were off enjoying<br />

their hard-earned vacation after a school year with<br />

unprecedented challenges, the school’s administration<br />

was hard at work implementing the latest improvements.<br />

Full or partial renovations in grades 3, 4, 7, and 8, 18<br />

brand new modern smart LCD boards in High School<br />

classrooms, two rebuilt parking lots, including electricity<br />

for future e-cars, and a new outdoor green space on<br />

the roof for High School students, which not only helps<br />

keep the building itself cooler during the spring and<br />

summer months, but provides a new outdoor learning<br />

space, awaited students and faculty members upon<br />

their return in mid-August. The highlight, however, is<br />

perhaps the Elementary School Science and Innovation<br />

Lab, where Elementary School students are now getting<br />

a hands-on science education unlike anywhere else in<br />