VPLT Magazin 96

VpltOrg

Das VPLT Magazin informiert rund um die Medien- und Veranstaltungsbranche. Fachinformationen spielen bei seinen Lesern eine wichtige Rolle. Die Inhalte entstehen aus der Branche für die Branche - unter der Leitung des VPLT e.V. Jede Ausgabe des VPLT Magazins widmet sich außerdem einem aktuellen Schwerpunktthema. Zielgruppen sind: Fach- und Führungskräfte aus den Bereichen Dienstleister, Hersteller, Händler und Vertriebe der Medien- und Veranstaltungstechnik, Mitglieder des VPLT und weiterer Branchenverbände, Technik-Nachwuchs (Auszubildende & Studenten), Theater-, Kongress-und Veranstaltungszentren, Kammern und Behörden und weitere Multiplikatoren.

MAGAZIN

1|22 online

96 | April 2022 | online | 14925


Creating Connection.

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MAGAZIN

JOBMARKET

VPLT Service- und Verlags GmbH


editorial

IMPRESSUM

HERAUSGEBER

VPLT Service- und Verlags GmbH

Wohlenbergstr. 6

30179 Hannover

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Vergangenheit bietet genug Beispiele, dass Pandemien in

vielerlei Hinsicht menschlichen Fortschritt bewirken. Das sagt

der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx, mit dem wir

darüber in dieser Ausgabe sprechen und der Krisenstufen der

Corona-Pandemie, aber auch Chancen beschreibt, wie sich die

Welt danach zum Positiven verändern könnte.

Verändert hat sich zumindest in der Veranstaltungswirtschaft

in den letzten zwei Jahren, wie Events angeboten werden:

Demnächst wieder verstärkt sehr real vor Ort, aber eben auch

digital oder hybrid in Mischform. Dass das „The New Normal“

ist, davon ist Eventforscherin Prof. Cornelia Zanger von der

TU Chemnitz überzeugt. Mit ihr haben wir darüber geredet, zu

welchen innovativen Konzepten dieser Digitalisierungsschub

führt, den die Eventbranche gerade revolutionär durcheinanderwirbelt.

Ihr Fazit ist eindeutig: Die guten „alten“ Zeiten wird

es nicht mehr geben. Persönliche Begegnungen sind neu erfunden

worden. Das „New Normal“ sind künftig die hybriden

Events, die allerdings ganz spezifische Anforderungen haben.

Welche künftigen Entwicklungen Tagungen und Kongresse

nehmen, hat bereits der Innovationsverbund „Future Meeting

Space“ ausgiebig untersucht, dessen Ergebnissen wir redaktionell

Raum geben. Im Mittelpunkt steht die fortschreitende

Technisierung. Sie prägt so unterschiedliche Bereiche wie Informations-

und Datensicherheit, Formen der Wissensvermittlung

oder die stärkere Beteiligung von Teilnehmern.

Noch etwas futuristischer wird unser Blick bei Museen als

beliebte Orte, wo sich Menschen begegnen: Viele warten

weltweit, aber auch hierzulande bereits mit spannenden und

spielerischen Konzepten der Virtual- oder Augmented Reality

auf. Museen führen ihre Besucher in ganz neue Welten, die

irritieren, aber auch den Transfer von Informationen genial

unterstützen. Mit Expertin Melany Sibal schauen wir daher

außerdem etwas spezieller, welche Einsatzpotentiale der virtuellen

Realität als Kommunikationsinstrument für Messen

möglich sind.

Aber jetzt tauchen Sie erstmal ein in die Welt Ihres Magazins

– viel Vergnügen mit der Lektüre wünscht

Chefredaktion

Dominik Maaßen

Art Director

Sonja Luise Kupgisch

Grafik und Layout

Sonja Luise Kupgisch

• Autoren

Jochen Zenthöfer

Helge Leinemann

Marie Hohlbein

Kim-Christin Manke

Hannelore Herz

Prolight + Sound

• Bilder

digital.DTHG

BVHI

Wirtschaftskammer Kärnten

AMBION GmbH

Leonie Glasbrenner/Media Resource Group

Chris Franjkovic/Autostadt GmbH

Habegger AG

AXICA

schoko pro GmbH

Philipp Walla, Dock7.Media

Stuckmann GmbH

Setcon Event & Expodesign GmbH

SSM Veranstaltungstechnik GmbH

Zubiegrafie

IGVW

Shutterstock/lapandr

Messe Frankfurt/Mathias Kutt

teamLab

Peter Tijhuis

Dominik Gruss

ZDF

Universal Music

Future Meeting Space, GCB/Fraunhofer IAO

Roland Greule

Forschungs- und Transferzentrum DIGITAL REALITY,

HAW Hamburg

Klaus Vyhnalek (www.vyhnalek.com)

FAMA

Steffen Kugler

Cornelia Zanger

SpringerGabler

Econ

engstKabel

DEAplus

Uli Faas

pixabay/DarkWorxK

pixabay/Gerd Altmann

Natascha Sprengel

Matthias Podlaha

pixabay/Weksart

AdobeStock/Robert Kneschke

Ihr Redaktionsteam

In unseren Texten verwenden wir die männliche Form,

um den Lesefluss nicht zu beeinträchtigen, mitgemeint

sind aber immer die weibliche und andere Formen.


notes

Wissensportal zu Theater und Digitalität 6

Hört, hört! 8

EventCampus 9

Endlich konkret: Handlungshilfe zum Verkehrs- &

Crowdmanagement 10

Virales „Matratzen-Video“ 11

SOCIAL

MAGAZIN

1|22

TITEL

Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

Foto: teamLab

Kolumne 13

Engagement

Light for Peace 14

Sound of Peace: Mit Rock und Pop für den Frieden 22

LEGAL

Standards

Der ewige Klassiker 24

SOS – Save Our Spectrum

Allgemeinzuteilung für Mikrofone (indoor)

bei 1350 – 1400 MHz 26

Nachgefragt bei BRANDI

Mehr Schutz, mehr Pflichten 28

PROLIGHT + SOUND 2022

Messe Frankfurt

Endlich wieder treffen 34

Prolight + Sound Conference

Konferenzprogramm 2022 40

Conference Advanced 42

Main Stage 44

I-ESC 46


TITEL

Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

Wenn analoge und digitale Welten verschmelzen 50

Grenzenlose Kunst 56

Simulationen hinterm Headset 60

Der Wow-Moment 64

„Es fühlte sich an wie eine traditionelle Performance“ 68

Wie lassen sich Veranstaltungen in Zukunft gestalten? 70

Die Forscher im digitalen Raum 74

Welches Potenzial hat Virtual Reality auf Messen? 76

Meetingformate: Von analog bis virtuell 78

Durchgeschwurbelt nach dem Tal der Tränen 82

Real, digital oder hybrid – die Zukunft von Messen 86

Neuerfindung im „New Normal“ 88

ECONOMIC

Marketing

Wohin führt die Zukunft im B2B-Marketing? 92

DPVT

Krisenfest dank Zertifizierung 96

Advertorial

Die leichte Revolution der mobilen Stromversorgung 98

SlideSync – mit wenigen Klicks zum weltweiten Live-Event 100

service + partner

DEAplus 104

Infos & Termine 111

Neue Mitglieder 111


Wissensportal zu

Theater und Digitalität

digital.DTHG ist der Kompetenzbereich der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft.

In Forschungsprojekten werden dort Potentiale digitaler Technologien für das Theater

untersucht und grundlegende Musterlösungen entwickelt.

Ziel ist es, die neuen technischen Möglichkeitsräume

an der Schnittstelle analoger und digitaler Welten zu

erkunden und diese für Theaterschaffende nutzbar

zu machen. Am 10. März 2022 hat nun dazu auch

das neue Wissensportal auf der Plattform nachtkritik.plus

eröffnet. Das Portal bündelt und reflektiert

den erreichten Stand der Entwicklung im Bereich

Theater und Digitalität. Bereits jetzt sind dort fast

achtzig Beiträge zu diversen technischen Tools,

Tutorials und Werkstatt-Gespräche zu finden, die

digitale Technologien und ihre Anwendung erklären

oder Erfahrungen damit reflektieren. Das Portal

ist als offene Plattform angelegt, Beteiligung

ist ausdrücklich erwünscht.

6 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


notes


notes

Hört, hört!

Mehr als eine Milliarde junger Menschen weltweit riskieren nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) einen Hörverlust durch unsicheres Hörverhalten – vor allem in ihrer Freizeit.

Um dem entgegenzuwirken, plädierten die WHO

und der Bundesverband der Hörsysteme-Industrie

(BVHI) zum Welttag des Hörens am 3. März für

akustische Mindeststandards bei Veranstaltungen

und in Freizeiteinrichtungen.

Ziel der Kampagne, an der sich auch die IGVW

beteiligt hat, ist es, das Bewusstsein für sichere

Hörumgebungen zu schärfen, sowohl bei jungen

Menschen als auch bei politischen Entscheidungsträgern,

Gesundheitsfachleuten und Veranstaltern.







Dazu hat die WHO eine

Reihe evidenzbasierter

Empfehlungen entwickelt:

Höchstwert von 100 dB äquivalenter Dauerschallpegel/LAeq 15 min., damit die

Lautstärke für das Publikum unschädlich ist. (LAeq 15 min. bezeichnet den für die

Dauer von 15 Minuten gemessenen durchschnittlichen Schallpegel).

Live-Überwachung und Aufzeichnung der Schallpegel mit geeichten Messgeräten.

Optimierung der Akustik des Beschallungssystems für eine angenehme Klangqualität

und einen sicheren Schallpegel.

Bereitstellung von Gehörschutz, inklusive einer Anleitung zur korrekten Anwendung.

Einrichtung von Ruhezonen, um das Risiko von Hörschäden zu verringern.

Informationsmaterial und Schulungen, um für das Thema in Freizeiteinrichtungen

zu sensibilisieren und über alle praktischen Maßnahmen zu informieren.

8 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


EventCampus

Mit EventCampus ist eine länderübergreifende Bildungsplattform

für Auszubildende in der Theater- und Veranstaltungstechnik

gestartet. Die Plattform ist ein gemeinsames Projekt der drei

Verbände OETHG, IGVW und svtb und dient als erster Schritt

eines gemeinsamen Branchenverständnis.

Das Ziel: Ausbildungen in der Region DACH fördern, bewerben und Sichtbarkeit schaffen.

EventCampus will Ländergrenzen überwinden und Netzwerke schaffen und nutzen.

Interessierte erhalten mithilfe vielseitiger Projekte die Chance, sich weiterzuentwickeln,

auszutauschen und sich in der Branche zu etablieren. Darüber hinaus bietet der EventCampus

eine interessante Einsicht in die Arbeit der Theater- und Veranstaltungstechnik.

Inhalt

Auf zum Re-Start!

Auch wenn es hier und da noch etwas dauern wird,

bevor wir bei Fieber zuerst an Lampenfieber und bei

Maske wieder an Schminke und Puder denken, ist er

endlich da: der Re-Start. Und wenn jetzt möglichst

alle geimpft sind, geht’s auch bei der Arbeit leichter.

Beim Re-Start unterstützen wir Sie mit unserem vollen

Programm: von konkreten SARS-CoV-2-Handlungshilfen

für den Proben- und Vorstellungsbetrieb über unsere

kostenlose Software zur Gefährdungsbeurteilung

(GEDOKU) bis hin zur persönlichen Beratung rund

um Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.

Nehmen Sie jetzt Kontakt auf – wir sind gern für Sie da!

Klicken Sie auf: www.vbg.de/re-start


Endlich konkret: Handlungshilfe

zum Verkehrs- & Crowdmanagement

Die Forschungsgesellschaft für Straßen und Verkehrswesen (FGSV) hat mit den „Empfehlungen

zum Verkehrs- und Crowdmanagement für Veranstaltungen (EVC)“ erstmalig ein verbindliches

Regelwerk herausgegeben. Die EVC beleuchten relevante Aspekte bei der Abwicklung von

Personen- und Verkehrsströmen bei Veranstaltungen.

Wer für die Sicherheit von Menschen bei Veranstaltungen

zuständig ist, musste sich bisher mit der Musterversammlungsstättenverordnung

begnügen und daraus

Bezüge für sein eigenes Event suchen. Die neuen

Empfehlungen zum Verkehrs- und Crowdmanagement

für Veranstaltungen schaffen nun Abhilfe. In acht

Themenbereichen sowie ergänzenden Anlagen mit

Best-Practise-Beispielen und konkreten Handlungshilfen

präzisieren sie das Thema Verkehrs- und Crowdmanagement

aus unterschiedlichen Perspektiven. Durch

die Einstufung als Regelwerk (R 2) in der FGSV-Systematik

stellen die EVC eine gewisse Verbindlichkeit da,

die aber noch genügend Spielraum für die Übertragung

auf das eigene Event zulässt: „R 2-Veröffentlichungen

umfassen Merkblätter und Empfehlungen. Sie sind

stets innerhalb der FGSV abgestimmt. Die FGSV empfiehlt

ihre Anwendung als Stand der Technik.“

Um die EVC regelmäßig zu aktualisieren und bestmöglich

an die gelebte Praxis anzupassen, möchte die

FGSC künftig einen eigenen Arbeitsausschuss zu dem

Thema einrichten. Wer Interesse hat, ehrenamtlich in

dem Ausschuss mitzuarbeiten, kann sich per Mail an

gremien@fgsv.de wenden.

Kostenfreier Entwurf der EVC

Die EVC vorbestellen

10 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


notes

Virales „Matratzen-Video“

1,5 Millionen Menschen erreichte das „Matratzen-Video“ der Kärtner

Veranstaltungswirtschaft im vergangenen Jahr und sorgte in den österreichischen

Medien für Aufsehen. „Ohne Planungssicherheit fällt die Kärntner Wirtschaft –

und fallen wir alle“. So lautete das Motto des Clips, der viral ging.

Um auf die bedrohliche Situation für die

Veranstaltungswirtschaft aufmerksam zu

machen, hat die Wirtschaftskammer Kärnten

nun das Erfolgsvideo neu aufgelegt: Das

„Matratzen-Video“ wird jetzt in umgekehrter

Reihenfolge gezeigt.

Man sieht also nicht, wie die Matratzen umfallen,

sondern wie sie wieder aufstehen.

Doch es dauert, bis die letzte Matratze wieder

aufgerichtet ist – und ebenso lange dauert

es auch für die Veranstaltungswirtschaft, bis

wieder alle Betriebe hochfahren können.

Inhalt


SOCIAL

Mit der Light for Peace hat sich die

Veranstaltungsbranche zusammengetan,

um sich bilderträchtig gegen Krieg und für

den Frieden zu solidarisieren. Prominente

Unterstützung gab es beim Sound of Peace,

einem Bündnis von Kulturschaffenden

während einer Demo in Berlin.

12 • VPLT MAGAZIN 96


SOCIAL Kolumne

Liebe Leserinnen und Leser,

hurra, endlich startet vom 26. bis 29.

April wieder die Prolight + Sound.

Und alle fahren zum „Familientreffen“

nach Frankfurt. Dazu gibt es noch das

Top-Programm vom Verband Eures

Herzens. Als Partner der Messe Frankfurt

haben wir wieder die Konferenzen

aktiv mitgestaltet: Erstmals findet zum

Beispiel mit dem Green Event Day ein

Thementag rund um Nachhaltigkeit im

Eventbetrieb statt. Dabei geht es um

das Engagement der Industrie, verantwortungsvoll

mit natürlichen Ressourcen

umzugehen. Auf der International

Event Safety Conference gibt es praxisorientierte

Tipps für einen sicheren

Veranstaltungsbetrieb. Und beim Future

Talents Day sprechen wir über die

wichtigen Themen Bildung und Lernen.

Geladen wird überall zu spannenden

Impuls-Referaten, Roundtable-Diskussionen

und Vorträgen. Auch das Forum

Veranstaltungswirtschaft ist mit dabei

und lädt zum Branchentalk.

In den letzten zwei Jahren haben wir

zwar gemerkt: Wir haben viel zu besprechen

und das geht auch digital

zielführender und hoch qualitativer

als früher. Aber natürlich ist das persönliche

Gespräch durch nichts zu ersetzen.

Ich freue mich daher, auf der

Messe mit ganz vielen von Euch mal

wieder direkt zu sprechen.

So wie ich den Markt gerade sehe,

werden Konzerte und Festivals wieder

im großen Maße geplant. Die gute

Nachricht für uns: Viel Arbeit und natürlich

hoffentlich auch entsprechender

Ertrag. Messen und kongress-Veranstaltungen

hinken in meiner Wahrnehmung

bei Buchungen noch etwas

hinterher. Bei ihnen ist bekanntlich

die Vorlaufzeit etwas länger. Aber genau

die haben wir ja jetzt.

Zur Krise der Pandemie kommt jetzt

auch noch der schreckliche Angriffskrieg

in der Ukraine hinzu, der die

Welt in Atem hält. Als erstes von dieser

schweren Krise betroffen sind natürlich

die herstellenden Unternehmen. Mein

Appell: Wo auch immer Euer Verband

Euch unterstützen kann, tut er es.

Rücken wir auch hier enger zusammen.

Mehr denn je hilft zurzeit ein wirklich

realistischer Blick auf das, was man im

Geschäft will – aber auch sehr ehrlich

auf das, was man kann. Veranstaltenden

würde ich daher empfehlen: Plant

Eure Events am besten mit realistischen

Ressourcen, was Material und

Personal betrifft. Für Dienstleistende

gilt: Gerade Euer Personal und Euer

Know-how ist momentan ganz besonders

gefragt. Bietet als genau das

Personal an, was Ihr wirklich leisten

könnt – und das zu den realistischen

Preisen, die es wirklich braucht. Und

mein Wunsch an die Herstellenden:

Vertraut erstklassigen Mitarbeitenden,

stattet uns weiter mit langlebiger und

hochmoderner Technik aus, achtet auf

verlässliche Lieferketten und sorgt so

für realistische Lieferbedingungen.

So kann‘s werden!

Wir sehen uns in Frankfurt.

Euer Helge Leinemann

Vorstandsvorsitzender

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 13


Light for Peace

Zwei Stunden lang leuchteten am 3. März 2022

Veranstaltungshäuser, Eventlocations, Theater und

Bühnen, Unternehmenssitze der Dienstleistenden

und ausgewählte Orte in den Regenbogenfarben

des Friedens. Zu der Aktion Light for Peace

aufgerufen hatte das Netzwerk der Allianz der

Veranstalterverbände der Schweiz, der deutschen

Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft

e.V. und der Österreichischen Theatertechnischen

Gesellschaft. Unter dem Eindruck der Ereignisse

in der Ukraine setzten die Verbände der

Veranstaltungsbranche so ein gemeinsames

Zeichen gegen Krieg und für den Frieden.

Website zur Aktion mit Fotos

BETTER NOW STUDIO Kassel

14 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


AMBION GmbH

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 15


SOCIAL Engagement

Leonie Glasbrenner/Media Resource Group

Chris Franjkovic/Autostadt GmbH

Firmengebäude Media Resource Group, Crailsheim

16 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


Habegger AG

Autostadt, Wolfsburg

Hallenstadion, Zürich

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 17


Philipp Walla, Dock7.Media

Stuckmann GmbH

Setcon Event & Expodesign GmbH

Stuckmann GmbH

Setcon Event & Expodesign GmbH

18 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


SOCIAL Engagement

Adam Hall Group

Nicole Behr, Vorstandsmitglied der IGVW:

„Light for Peace bedeutet Solidarität

mit den Menschen in der Ukraine

und mit jenen die sich in Russland

gegen diesen Krieg stellen. Es geht

aber auch um all jene, die weltweit

Opfer humanitärer Katastrophen

sind, die nicht im Frieden leben und

die sich mutig gegen Missstände

zeigen. Light for Peace symbolisiert

unsere Pflicht zur Menschlichkeit,

unser NEIN zu Krieg und

Aggressionen."

„Wir wollen Haltung zeigen.

Nicht schweigen, selbst wenn uns allen

angesichts der Bilder, die wir seit Tagen

sehen, die Worte fehlen. Deshalb tut

unsere Branche das, was sie besonders

gut kann: Aufmerksamkeit erzeugen

und das in den Vordergrund stellen,

was wichtig ist: Zusammenhalt,

demokratische Werte und ein wichtiges

Zeichen für den Frieden über die

Landesgrenzen hinweg“,

sagt Jörg Gantenbein, Präsident

des Schweizer Verbandes technischer

Bühnen- und Veranstaltungsberufe.

SSM Veranstaltungstechnik GmbH

SSM Veranstaltungstechnik GmbH

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 19


SOCIAL Engagement

Das Netzwerk aus der Schweiz, Deutschland, Österreich

und Liechtenstein vertritt nicht nur die Interessen

zur Förderung der Qualität, Sicherheit und

Zusammenarbeit in der Veranstaltungsbranche. So international,

divers, heterogen und aufgeschlossen wie

das Selbstverständnis der Veranstaltungswirtschaft in

ihren unterschiedlichen Bereichen ist, so sehr agiert

das Netzwerk in vielen seiner Bestrebungen mit dem

klaren Gedanken für den Frieden.

Es ist ein Privileg, Haltung zeigen zu können und wir wollen

dieses nutzen, um unsere Solidarität zu äußern, so

die Initiatoren. „Solidarität mit den Menschen, die weltweit

Opfer von politischer, physischer und psychischer

Gewalt sind und mit all jenen, die mit Mut gegen Aggressoren

auf die Straße gehen. Wir glauben an international

gültige Werte und arbeiten mit allem, was wir haben und

in dem Rahmen, in dem wir können für Demokratie und

Menschenrechte – mit Euch und für Euch.”

AXICA

AXICA Kongress- und Tagungszentrum, Berlin

20 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


ES IST

UNSERE PFLICHT,

NEIN

ZU SAGEN.

NEIN

ZU AGGRESSIONEN,

NEIN ZU KRIEG!

schoko pro GmbH

RheinMain CongressCenter, Wiesbaden

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 21


Sound of Peace:

Mit Pop und Rock für den Frieden

Rund 300.000 Teilnehmer haben am 20. März auf der Straße des 17. Juni

am Brandenburger Tor für den Frieden demonstriert. Aufgerufen hatten

dazu das Bündnis Sound of Peace, diverse NGOs sowie namhafte Musiker

und Personen des öffentlichen Lebens.

22 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


SOCIAL Engagement

Sound of Peace ist ein großes und internationales

Solidaritätsbündnis aus

Kunst- und Kulturschaffenden verschiedener

Länder. Es hat sich unmittelbar

nach Ausbruch des Angriffskrieges

gegen die Ukraine spontan zusammengeschlossen,

um ein Zeichen zu

setzen für Demokratie, Menschlichkeit

und ein Leben ohne Gewalt und Krieg.

Musikalisch sorgte das beeindruckende

Line-Up auf dem Event mit über

50 Stars wie Marius Müller-Westernhagen,

Zoe Wees, Sarah Connor, Peter

Maffay, Michael Patrick Kelly, Clueso,

Revolverheld, Silbermond, Rea Garvey,

David Garrett, Mark Forster und vielen

anderen für große Emotionen.

Zahlreiche Redebeiträge von Natalia

Klitschko, Düzen Tekkal, Tilo Jung,

Theresa Breuer & Hila Limar, Jamala,

Jasna Fritzi Bauer & Katharina Zorn

mit Jella Haase, Sebastian Fitzek und

Oliver Kalkofe sowie Live-Schalten in

die Ukraine vermittelten ein ausdrückliches

und besorgniserregendes Bild

rund um alle Kriege dieser Welt.

Auf ProSieben/Sat 1 und beim RBB

sahen ebenfalls Millionen Menschen

zu. Ebenso wurde auf Twitch.tv und

YouTube übertragen. Zum Ende des

Live-Programms um 22:00 Uhr wurde

die Spendensumme von mehr als 12,5

Millionen Euro erreicht.

Zubiegrafie

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 23


LEGAL

Der erste Standard der IGVW

ist aktueller denn je, wenn man

bei Auswahlverantwortung und

Gefährdungsbeurteilung auf

Nummer sicher gehen will.

SOS – Save Our Spectrum kämpft

weiter erfolgreich für den Erfolg

von Funkfrequenzen.

Der ewige Klassiker

Ein Gespräch mit Sven Kubin, Meister für Veranstaltungstechnik und Mitarbeiter der

VBG im Bereich Prävention + Employability, über einen der allerersten Standards der

IGVW und warum er noch so aktuell ist wie bei Erscheinen des Vorgängers in 2005.

• Auf der kommenden Prolight und Sound hältst

Du einen Vortrag zum Thema „Wer ist eigentlich Elektrofachkraft?

Und warum?“. Thematisch nah ist hier

die SQQ1, einer der ersten Standards für Qualität der

IGVW. Welche Rolle spielt er überhaupt noch?

Trotz der mittlerweile guten Ausbildung zur Fachkraft

für Veranstaltungstechnik spielt die SQQ1 nach wie vor

eine wichtige Rolle, zum Beispiel für Quereinsteiger,

die sich weiterbilden möchten, aber auch wenn es darum

geht, Risiken zu minimieren. Die SQQ1 definiert

die notwendige Mindestkompetenz für den Einsatz

als Elektrofachkraft im Arbeitsgebiet Veranstaltungstechnik.

Und sie legt den Umfang für die Qualifizierungsmaßnahmen

dafür fest. Salopp gesagt, bestimmt

sie, welche elektrotechnischen Kenntnisse jemand

braucht, der in der Veranstaltungstechnik mit Strom

zu tun hat. Denn das hat früher oder später jeder, der

dort vollumfänglich mit Licht oder Ton arbeitet. Man

hat permanent mit elektrischen Anlagen zu tun, weil

die gesamte Energieversorgung rund um ein Event neu

aufgebaut und dann nach der Veranstaltung wieder abgebaut

werden muss. Dafür braucht es Know-how, das

die SQQ1 genau beschreibt.

VBG Support

24 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


PROLIGHT + SOUND 2022

DIENSTAG, 26. APRIL

13:15 – 14:30 | RAUM GRANAT

Wer ist eigentlich

Elektrofachkraft?

Und warum?

Sven Kubin

LEGAL Standards

Wir wollten uns mit der SQQ1 daher vergleichbar normenkonform

aufstellen. Gleichzeitig können wir uns damit

zum Handwerk der Elektrotechnik abgrenzen und genau

jene Aufgaben definieren, die dieses Handwerk gar

nicht umsetzt, sondern wir in der Veranstaltungstechnik.

• Für wen ist die SQQ1 nach Deiner Erfahrung heute

in der Praxis relevant?

Durchschnittlich einmal pro Woche ruft mich ein Azubi

oder eine Führungskraft an, weil sie wissen wollen,

was man im elektrotechnischen Bereich umsetzen darf

oder eben nicht. Es existiert diesbezüglich also noch

immer große Unsicherheit in der Branche. Dabei ist

die SQQ1 bereits ideal, um sich solche Fragen selbst

zu beantworten.

• Welche Vorteile bietet das?

• Was war der Grund, die SQQ1 überhaupt zu entwickeln?

Die Veranstaltungstechnik ist eigentlich kein handwerklicher

Beruf wie die Elektrotechnik. Auf der anderen

Seite haben wir aber täglich mit Elektrotechnik zu tun.

Bis in die 90er Jahre war es üblich, dass ein Veranstaltungstechniker

deshalb extra eine elektrotechnische

Ausbildung absolvierte. Nur dann durfte er zum Beispiel

im Studio von TV-Anstalten arbeiten. Damit jemand

nicht immer diese zwei Ausbildungen benötigt, haben

wir Ende der 90er die Fachkraft für Veranstaltungstechnik

etabliert. Viele Inhalte der derzeit gültigen Prüfungsordnung

basieren übrigens auf Grundlage der SQQ1.

In der SQQ1 definieren wir genau, was ein Mitarbeiter

der Veranstaltungstechnik elektrotechnisch darf – oder

nicht. Einige behaupten zwar, sie würden die nötigen

Kompetenzen aufgrund ihrer Berufserfahrung oder ihres

technischen Geschicks beherrschen. Aber das Elektrohandwerk

pocht zu Recht auf seine Handwerksordnung

und Elektrotechnik ist ein Bereich der Meisterpflicht

– wenn man sich denn selbständig machen möchte.

Quereinsteiger oder Azubis können auf Nummer sicher

gehen, dass sie sich auf Grundlage der SQQ1

qualifiziert weiterbilden. Führungskräfte können sie

im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung als Checkliste

benutzen und damit einschätzen, ob der Mitarbeiter

für den jeweiligen Job überhaupt über die notwendigen

Kompetenzen verfügt. Die Auswahlverantwortung für

den sicheren Betrieb setzt nämlich hohe Maßstäbe.

Dank dieses Know-how lassen sich alle relevanten Sicherheitsanforderungen

von Events für die Techniker,

aber auch Dritte wie Musiker oder Schauspieler auf

der Bühne, gewährleisten. Sie minimieren so mögliche

Gefährdungen. Nicht zuletzt ist man rechtlich auf der

sichereren Seite, weil man bei einem Unfall, der leider

immer passieren kann, auf die Einhaltung der SQQ1

verweisen kann und damit einen Beleg für die sorgfältige

Auswahl fachlich kompetenter Mitarbeiter hat.

Ich kann deshalb jedem nur raten: Finger weg von sicherheitsrelevanten

Tätigkeiten, von denen man keine

Ahnung hat. Selbst Experten sehen sich konfrontiert mit

neuer Technik und unbekannten Anforderungen. Es gibt

deshalb längst mehrere Weiterbildungskurse rund um

die SQQ1. Die Investition in dieses Wissen lohnt sich,

um inhaltlich auf dem neusten Stand zu bleiben.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 25


Allgemeinzuteilung für Mikrofone

(indoor) bei 1350 – 1400 MHz

Die Initiative „SOS – Save Our Spectrum” begrüßt die neue Allgemeinzuteilung für

drahtlose Produktionsmittel wie Funkmikrofone. Die Verfügung gilt für den Bereich

zwischen 1350 und 1400 MHz. Allerdings gilt die Zuteilung nur für die Nutzung

innerhalb von Gebäuden (indoor). Dazu erklärte SOS-Sprecher Jochen Zenthöfer:

„Die Allgemeinzuteilung ist eine wichtige Erleichterung

für Künstlerinnen und Musiker, sowie die Veranstaltungsbranche.

Allerdings darf die Entscheidung nicht

darüber hinwegtäuschen, dass die allermeisten Nutzungen

im Bereich zwischen 470 und 694 MHz stattfinden.

Für diesen Bereich im sogenannten TV-UHF-Spektrum,

sogenannte Kulturfrequenzen, gibt es ausreichend

Equipment, zudem ist er europaweit harmonisiert. Die

Kulturfrequenzen sind zudem auch Outdoor nutzbar,

was bei Events, Freilufttheatern, Sportveranstaltungen

im Freien, usw. unbedingt notwendig ist. Aus diesem

Grund muss der Bereich zwischen 470 und 694 MHz

langfristig für Kultur und Medien geschützt werden, wie

es auch der Koalitionsvertrag zwischen SPD, Bündnis

90/Die Grünen und FDP vorsieht. Einer co-primären

Zuweisung an den Mobilfunk darf Deutschland bei der

Weltfunkkonferenz 2023 nicht zustimmen, das muss

politisch ausgeschlossen werden.“

26 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


LEGAL Standards

Die Allgemeinzuteilung für den Bereich zwischen 1350 und 1400 MHz ist

bis zum 31. Dezember 2032 befristet. Die Bundesnetzagentur hatte bereits

im April 2020 Frequenzen im Bereich zwischen 470 MHz und 694 MHz für

die professionelle Nutzung drahtloser Mikrofone allgemeinzugeteilt. Durch

die Allgemeinzuteilung damals entfielen für 18.000 Einzelzuteilungen die

Zuteilungsgebühren und Frequenznutzungsbeiträge.

Für diese Neuregelung hatte sich SOS in vielen Gesprächen und Stellungnahmen

stark gemacht. Auch das Unternehmen Sennheiser hatte das

Engagement unterstützt.

Shutterstock/lapandr

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 27


Mehr Schutz, mehr Pflichten

Ab sofort widmen wir uns im Magazin in jeder Ausgabe einem aktuellen

juristischen Thema für die Veranstaltungswirtschaft und sprechen dafür mit

Expertinnen und Experten der Kanzlei BRANDI. In der ersten Folge der Serie

reden wir mit Dr. Christoph Worms, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, darüber,

ob und wie die zweijährige Corona-Phase juristische Rahmenbedingungen für

Unternehmen verändert hat oder was künftig zu beachten ist.

• Das entscheidende Thema in Corona ist die Hygiene.

Was hat sich hier aus Sicht der Rechtsprechung geändert?

Es ist inzwischen selbstverständlich, dass Desinfektionsspender

oder Masken im öffentlichen Bereich zu

sehen sind. Und das gilt künftig unabhängig von einer

Verpflichtung. Wir haben sozusagen alle Hygiene gelernt,

es als Verbraucher verinnerlicht und finden es

fraglos notwendig. Auch in Zukunft wird es daher dazugehören.

Verfüge ich als Veranstalter über das passende

Know-how, kann ich das natürlich als marktgängige

Leistung anbieten und mit diesem Vorteil werben.

Ich könnte mir vorstellen, dass Hygienekonzepte künftig,

ähnlich wie Brandschutzkonzepte, rechtlich vorgeschrieben

werden. Ich wäre zurückhaltender, ob Unternehmen

einen Hygienebeauftragten bestellen müssen.

Da wir in Deutschland ein ausuferndes Beauftragungswesen

haben, würde es mich allerdings nicht wundern.

Momentan ist es nur in Institutionen wie Krankenhäusern

verpflichtend. Aber auch ein Hygienebeauftragter

stünde jedem Unternehmen in der Außendarstellung

gut zu Gesicht, wenn man Veranstaltungen anbietet.

• Hygienebeauftragter ist kein geschützter Begriff.

Wo finde ich den am besten?

Ich kann jemanden bestimmen und ihn qualifizieren.

Das kennen wir generell aus dem Beauftragungswesen,

zum Beispiel dem Datenschutzbeauftragten. Aber es

bleibt eine freiwillige Leistung.

28 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


LEGAL Nachgefragt bei BRANDI

• Neu sind in der Eventbranche auch digitale Veranstaltungen.

Was ist aus Sicht des Juristen hier zu

beachten?

Wir haben alle während Corona ebenfalls gelernt, wie

schnell sich Arbeitsbedingungen ändern können. Weil

sie inzwischen vermehrt Meetings digital anbieten, gehen

viele große Industrieunternehmen gar nicht mehr in

die Präsenzpflicht. Sie sparen Wege und Kosten, tun so

der Umwelt etwas Gutes, können Gebäudekapazitäten

zurückbauen oder Räume anderweitig nutzen.

Natürlich stellen sich wegen der plötzlichen Veränderungen

viele rechtliche Fragen. Firmen haben beim

mobilen Arbeiten und Homeoffice erstmal angefangen

zu improvisieren. Gleiches galt für digitale Veranstaltungen.

Das ist nachvollziehbar, muss jetzt aber natürlich

in geordnete Strukturen zurückkehren.

Die IT-Sicherheitsstruktur muss so gestaltet sein, dass

es keinen Zugriff von außen geben kann. Mitarbeiter haben

ein Recht auf innerbetrieblichen Schutz, genauso

wie Kunden im Gespräch. Wenn Daten von Teilnehmern,

die oft namentlich sichtbar sind, von einem Hacker bei

einem Event abgezogen werden, ist das ganz schlecht.

Die Bußgelder boomen gerade. Einzelne Personen haben

außerdem Schadensersatzansprüche. Das kann

dann eine teure Veranstaltung werden.

Für ein Event braucht es daher das Know-how und technische

Lösungen sowie die passende Hard- und Software,

die im Zweifel teuer oder noch nicht entwickelt

ist. Denn ich brauche immer eine Plattform. Mit amerikanischen

Anbietern lassen sich inzwischen Einzelverträge

mit Serverstandortwahl abschließen. Denn so

viele gute Anbieter aus Deutschland gibt es nicht. Auf

keinen Fall sollte man sich nur eine App laden und sie

dann einfach nutzen.

In den Blick nehmen sollte man die Vertragsverhältnisse

der Beteiligten. Der eine kümmert sich um den

Raum, der andere um die IT-Struktur oder die Videokonferenz.

Da gibt es verschiedene Rollen, die zu bedenken

sind. Jeder hat damit auch datenschutzrechtlich

eine bestimmte Funktion. Wichtig ist die klare

Abgrenzung. Sonst heißt es am Ende: Darum kümmert

sich ja der andere. Meistens hat einer den „Hut“ auf

und auf ihn fällt alles zurück. Ich muss daher darauf

achten, dass alle in der Lieferkette das notwendige

Maß an Datenschutz einhalten. Das ist gar nicht so

einfach, weil ich mir das nicht einfach blind versichern

lassen kann. Ich muss es im Zweifel auch nachvollziehen

können.

Geahndet werden kann ein Vergehen mit Ordnungswidrigkeiten

oder es kommt im schlimmsten Fall zu einem

Strafprozess. Das ist sehr unangenehm. Eventuell erhöhen

datenschutzkonforme Veranstaltungen die Kosten.

Aber wenn ich mich hier „sauber“ aufstelle, kann ich

natürlich auch das wieder positiv bewerben.

• Wer hilft einem da?

Ich brauche zwingend einen Juristen, um das Vertragswerk

zu gestalten. Danach geht es an die Prüfung der

Umsetzung. Hier hilft ein Datenschutzbeauftragter.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 29


• Der VPLT klärt seit Jahren mit seiner Roadshow

BEAUFTRAGUNG zum Thema Scheinselbständigkeit

auf. Was hat sich in diesem Punkt in den vergangenen

zwei Jahren getan?

Auch wenn sich das für so manchen anders angefühlt

hat, sind die Verfahren in Corona weiter gegangen. Wir

versuchen daher noch stärker zu präzisieren, wo eine

Beauftragung für selbständige Einzelunternehmer möglich

ist, wo vielleicht nur im Einzelfall und wo es mit

einem vertretbaren Risiko auf keinen Fall geht.

Generell kann man sagen: Wo jemand wenig qualifizierte

unterstützende Tätigkeiten erbringt, ist die selbständige

Beauftragung praktisch ausgeschlossen. Dann

gibt es den technischen Bereich mit qualifiziert Tätigen.

Nach Auffassung der Deutschen Rentenversicherung ist

die Luft bei denen auch ziemlich dünn. Hier kommt es

auf den Einzelfall an. Wenn ich zum Beispiel einem Tontechniker

das gesamte Werk Ton übergebe und er nicht

in Kontakt mit anderen Gewerken kommt, ist die Verantwortung

klar geregelt. Gute Chancen gibt es im Bereich

der kreativ Tätigen, die zum Beispiel im Bereich Licht-,

Video- oder Tondesign ein fertiges Werk vollbringen und

es übergeben. Das wird tendenziell von der Rentenversicherung

so geteilt.

• Inzwischen rücken bei der Rentenversicherung

auch die Veranstalter als haftender Auftraggeber stärker

in den Fokus. Kannst Du das genauer erklären?

Es kann zumindest passieren. Es wird immer kompliziert,

wenn drei Parteien beteiligt sind. Zuerst stellt sich

bei Veranstaltungen also immer die Frage, ob jemand

abhängig beschäftigt ist oder nicht. Wichtig ist allerdings

auch – von wem? Ist er es beim Vermittlungsunternehmen

oder womöglich beim Veranstalter selbst. Das

hängt am Ende davon ab, wer den „Hut“ aufhat. Wer

hat die Weisungsbefugnis? Es kann bei einer verdeckten

Arbeitnehmerüberlassung passieren, dass Veranstalter

und Vermittlungsunternehmen gesamtschuldnerisch für

die Sozialversicherungsbeiträge in die Rentenversicherung

haften.

• Welche Folgen kann das haben?

Finanziell kann das tragisch werden. Bei der Annahme

von vorsätzlichem Verhalten gibt es eine dreißig Jahre

lang rückwirkende Prüfung. Dann muss man für diesen

Zeitraum Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen.

Das sind rund 40 Prozent der Auftragssumme. Mit

Säumniszuschlägen kann sich der Betrag um 30 Prozent

erhöhen. Ein solcher monetärer Schaden ist von

keinem Unternehmen erbringbar und kann die (Privat-)

Insolvenz bedeuten. Wird vorsätzliches Verhalten angenommen,

und es gibt konkrete Fälle aus dem Veranstaltungsbereich

mit Prozessen bis zum BGH, dann kommt

leider ein weiteres Problem hinzu. Wir reden dann über

eine Straftat, vergleichbar mit Steuerhinterziehung. In

vielen Fällen werden ganz schnell Beträge von einer Million

erreicht. Dann gelten harte monetäre Grenzen, wo

es keine Wertungsspielräume mehr gibt, und es geht die

Gefängnistür auf. Insolvenz ist das eine, aber Gefängnis

etwas anderes.

• Welche Probleme beschäftigen Euch in Eurer

Kanzlei zurzeit außerdem?

Es gibt Fälle, wo angeblich zu Unrecht Kurzarbeitergeld

beantragt worden ist. Es gibt Verfahren zur Überbrückungshilfe.

Einige müssen Soforthilfen zurückzahlen.

Bei anderen werden Liquiditätsprobleme angezweifelt.

Oder Hilfen sind mit falschen Begründungen seitens

des Staates abgelehnt worden.

• Den Unternehmen der Branche fehlten seit zwei

Jahren Planungssicherheit und Perspektiven. Wie beurteilst

Du die Situation momentan?

Für den Herbst müssen wir angesichts möglicher Mutationen

abwarten. Das kann niemand vorhersagen. Laut

der Bundesregierung sind jetzt aber seit dem 30. März

alle Maßnahmen weggefallen. Allerdings war schon vorher

seit einem halben Jahr bekannt, dass Maßnahmen

ab diesem Zeitpunkt auslaufen werden. Da gab es wohl

auch ein Kommunikationsproblem. Es gilt zwar weiterhin

ein Basis-Schutz wie die Maskenpflicht, etwa in

Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen. Und es gelten

auf Länderebene strengere lokal begrenzte Regelungen,

wenn es die Infektionslage dort erfordert und

das jeweilige Landesparlament dies beschließt.

Das verspricht jedoch für den Sommer, dass relativ

klar ist, dass Veranstaltungen praktisch unbegrenzt

durchgeführt werden können. Große Events indoor

und outdoor sind aller Voraussicht nach recht unproblematisch

möglich. Die Situation unterscheidet sich

vom europäischen Ausland kaum oder gar nicht. Und

das kann man doch zunächst Mal als gute Nachricht

mitnehmen.

30 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


LEGAL Nachgefragt bei BRANDI

Das ganze Gespräch hören Sie außerdem

ausführlicher im Brandi PODCAST.

Corona in der Veranstaltungswirtschaft –

Rückblick, Draufblick, Ausblick – YouTube

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 31


Messe Frankfurt/Mathias Kutt


Endlich wieder treffen

Vom 26. bis 29. April läutet die Prolight + Sound

den Saisonstart der Branchenevents rund um Entertainment

Technology ein. Gemeinsam mit hunderten Unternehmen

zieht die Messe Frankfurt an einem Strang, um auf der

Show ein starkes Signal für die erfolgreiche Zukunft der

Veranstaltungswirtschaft zu setzen. Mit neuen Special Areas

und Präsentationsformaten weitet die Prolight + Sound ihr

Portfolio aus – und widmet sich bei der Premiere des

„Green Event Days“ dem Engagement der Industrie für den

verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.


Mit dabei sind Key-Player aus

allen Sparten der Veranstaltungsund

Medientechnik

Zu den bestätigten Ausstellern der Prolight +

Sound zählen unter anderem ADJ, Area Four

Industries, Ayrton, Bütec, Cast, Chainmaster,

Chauvet, Clay Paky, ComputerWorks, DAS Audio,

DTS, Elation, Electro-Voice, ETC, Eurotruss,

Fischer Amps, GLP, Harmonic Design,

Highlite International, HOF Alutec, InEar, HK

Audio, JB-Lighting, Kling & Freitag, König &

Meyer, KS Audio, Kvant, L-Acoustics, Lawo,

Layher, LEDitgo, Lightpower, Link, MA Lighting,

Mipro, Movecat, Neutrik, Powersoft, Riedel,

Robe, SBS Bühnentechnik, SGM, Steinigke

Showtechnik, TAIT, Tasker, Tüchler, Waagner-Biro

und viele weitere.

„Wir glauben fest an den gesellschaftlichen

Stellenwert der persönlichen Begegnung –

auch und gerade in den bewegten Zeiten, in

denen wir leben. Seit mehr als 25 Jahren ist die

Prolight + Sound ein wichtiger und verlässlicher

Motor für die globale Eventwirtschaft“, sagt

Mira Wölfel, Director Prolight + Sound. „Sie

verschreibt sich gemeinsam mit der Branche dem

Ziel, Menschen zusammenzubringen, positive

Gemeinschaftserlebnisse und Emotionen zu

schaffen. Wir freuen uns auf ein starkes Zeichen

für den erfolgreichen #Restart der Eventbranche.

Und ganz besonders freuen wir uns auf ein

großartiges Wiedersehen hier in Frankfurt!“

34 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


PROLIGHT + SOUND 2022 Messe Frankfurt

Messe Frankfurt/Mathias Kutt

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 35


PROLIGHT + SOUND 2022 Messe Frankfurt

Die Zukunft der Branche ist grün

Trotz aller wirtschaftlichen Zwänge hat die Industrie in

den vergangenen zwei Jahren wichtige Prozesse angestoßen.

So spielt der verantwortungsvolle Umgang mit

natürlichen Ressourcen mehr denn je eine Rolle bei der

Planung von Veranstaltungen. Diesem Engagement bereitet

die Prolight + Sound 2022 Jahr eine prominente

Bühne. Erstmals findet mit dem Green Event Day am

27. April ein Thementag rund um Nachhaltigkeit im

Eventbetrieb statt.

In Vorträgen, Impuls-Referaten und Panel-Diskussionen

beleuchten Experten der Branche den Status

Quo, Ziele für die kommenden Jahre sowie konkrete

Lösungsansätze und Best Practices. Mit dabei

sind Vertreter von Technik- und Dienstleistungsunternehmen,

Herstellern, Locations und Transport. Die

Keynote hält Zukunftsforscher Oliver Leisse, Inhaber

der Agentur „See More“ und Host des Podcasts

„Zukunft, Trends & Strategien“.

Darüber hinaus sind Hersteller ökologisch vorteilhafter

Produkte in der Ausstellersuche mit dem ProGreen-Icon

markiert. So erhalten Entscheider von Firmen, die ihre

veranstaltungstechnische Einrichtung mit Blick auf eine

positivere Öko-Bilanz erneuern möchten, einen direkten

Überblick über fortschrittliche Lösungen.

Voller Einsatz für die Fachkräfte von

heute und morgen

Die Herausforderungen bei der Suche nach qualifiziertem

Personal haben sich in den vergangenen zwei

Jahren weiter verschärft. Mit dem Future Hub bietet

die Prolight + Sound erstmals ein Areal, das Angebote

für junge Professionals bündelt und als Kontaktfläche

zwischen Talenten und Unternehmen dient. Der Future

Hub gliedert sich in vier Bereiche: Die Start-up

Area zeigt die Innovationskraft von Gründerfirmen der

Event-Industrie auf. Das Career Center ist ein spezieller

Ausstellungsbereich für Unternehmen mit freien

36 • VPLT MAGAZIN 96

Messe Frankfurt/Mathias Kutt


PROLIGHT + SOUND 2022 Xxxx

Messe Frankfurt/Mathias Kutt

Stellen und lädt insbesondere Fachkräfte auf der Suche

nach neuen Herausforderungen ein. Im Campus

präsentieren sich Hochschulen, Universitäten und

Akademien, die spezielle Studiengänge mit Event-Fokus

anbieten. Hinzu kommt eine Networking Lounge

zum Kontakte knüpfen, Fachsimpeln und Diskutieren.

Das gesamte Areal entsteht unter Verwendung

recycelbarer Materialien und wird zu 100 Prozent mit

Ökostrom gespeist.

Klangvoller Re-Start: neue Angebote

im Audio-Bereich

Mit neuen Special Areas und Präsentationsformaten

stärkt die Prolight + Sound den Audio-Bereich als tragende

Säule der Veranstaltung. Neben Systemen zur

Live-Beschallung und Festinstallation bietet sie 2022

mehr denn je auch Produkten rund um Musikproduktion,

Recording und DJing eine Heimat.

Bei der Premiere des Performance + Production Hub

erleben Besucher vier Tage lang Audio-Tools in Aktion

sowie unzählige Education Events. Key-Player wie

Ableton, LD-Systems oder Tascam zeigen innovative

Hardware- und Software-Lösungen. Teil des Areals ist

die Music Production Corner: Der zentrale Anziehungspunkt

für Producer zeigt Neuheiten rund um Digital

Audio Workstations, Recording Tools, Raumakustik

und mehr. Auf der Showstage geben hochkarätige Artists

einen Eindruck von kreativen Spielarten digitaler

Live Performances – von Live Beatmaking über Finger

Drumming bis hin zu Controllerism und Syntablism.

In Jam Boxes können Audio-Interessierte neue Sound

Tools wie Music Apps, DJ-Hardware und modulare

Synthesizer antesten und gemeinsam in offenen Sessions

improvisieren. Hinzu kommen interaktive Themenbereiche

zu Mobile DJing und Live Sound Branding.

Im neuen Präsentationsbereich Studio Village präsentieren

sich Hersteller von Mikrofonen, Signalprozessoren,

Abhör-Lösungen, Recording-Interfaces und weiteren

Produkten für professionelle Tonstudios. Hinzu

kommt das Workshop-Areal Studio Lab mit akustisch

abgetrennten Räumen für Seminare und Produktdemos.

Zudem geht die bewährte Live Sound Arena in

eine neue Runde: Sie macht den Klang großer PA-Anlagen

von Brands auf dem Freigelände erlebbar.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 37


Messe Frankfurt/Mathias Kutt

Theater- und Bühnentechnik mehr denn

je im Fokus

Eine entscheidende Wachstumssäule der Prolight +

Sound sind innovative Produkte und Technologien für

Theater und Bühne. Auf der Veranstaltung präsentieren

sich die Key-Player aller bühnentechnischen Sparten,

von Ober- und Untermaschinerie über Podeste,

Tribünen, Hebevorrichtungen sowie Automatisierungs–

und Vorhangtechnik bis hin zu speziellen Licht- und

Tonsteuerungskonsolen für den Einsatz in Theatern.

Entsprechende Lösungen bilden zudem den Schwerpunkt

auf der neuen Theater + Light Stage. Expert von

BEO Trekwerk, Clay Paky, Gala Systems, Gerriets, HOF,

MA Lighting, ROBE und weiteren Unternehmen referieren

zu Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und

spektakulärer Showtechnik für den Bühneneinsatz. So

erfahren Besucher, wie neue digitale Standards den

Workflow erleichtern, wie sich Veranstaltungsstätten

energieeffizient ausleuchten lassen oder wie sie mithilfe

spezieller Projektionsmaterialien atemberaubende

3D-Visual-Effects kreieren können.

Vier Tage geballtes Fachwissen

Vor dem Hintergrund turbulenter Entwicklungen in der

aktuellen Zeit ist es wichtiger denn je, Erfahrungen auszutauschen

und Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

Die Prolight + Sound führt ihre in der Vergangenheit

erfolgreich etablierten Konferenzformate auch

2022 fort und bietet an allen Messetagen ein hochkarätiges

Vortragsprogramm.

In Kooperation mit dem Verband der Medien- und

Veranstaltungstechnik e.V. (VPLT) verschreibt sich die

viertägige Prolight + Sound Conference der Professionalisierung

in der Event-Industrie. Sie vermittelt einen

Überblick über den Status Quo der Branche und gibt

Hilfestellung für die Geschäftsentwicklung nach der

Corona-Krise. Auf der International Event Safety Conference

(I-ESC) am 27. April geben Experten praxisorientierte

Tipps für einen sicheren Veranstaltungsbetrieb.

Zu den Key-Topics zählen Lüftungs- und Hygienekonzepte,

Crowd Management sowie aktuelle Standards im

Arbeitsschutz.

Ebenso Teil der Prolight + Sound ist das Manufacturers‘

Forum, auf dem Produktspezialisten neue Technologien

und deren Einsatzmöglichkeiten vorstellen. Mit dabei

sind bekannte Firmen im Bereich Audio- und Medientechnik

wie Meyer Sound, NTi Audio, Klippel und Vioso.

Die Teilnahme an allen Vorträgen, Workshops

und Produktdemos ist für Besucher mit gültigem

Ticket kostenfrei möglich.

Alle weiteren Informationen unter

www.prolight-sound.com.

Als internationaler Messebrand ist die Prolight + Sound

mit Veranstaltungen in Deutschland, China und Dubai

präsent. Mehr zu den globalen Aktivitäten unter

www.prolight-sound.com/weltweit

38 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


26. – 29. 4. 2022

Frankfurt am Main

Welcome home!

The Global

Entertainment

Technology

Show

Your first trade fair for

the event industry this year.

prolight-sound.com

NEW:

Theatre +

Light Stage


Konferenzprogramm 2022

Wie bereits in den vergangenen Jahren setzt der VPLT im Rahmen des offiziellen

Messekonferenzprogramms der Prolight + Sound wieder eigene Akzente für die

Veranstaltungsbranche: Verschiedene Themen unter anderem aus den Bereichen

Bildung, Qualifizierung, Nachhaltigkeit, Normung und Gesetzgebung sowie Sicherheit

präsentieren und diskutieren Experten in spannenden Vorträgen und Roundtables.

Auf der I-ESC, der internationalen Plattform

für alle Themenbereiche rund um das

Thema Veranstaltungssicherheit, erfahren

Konferenzbesucher alles über aktuelle

Themen und können sich mit Experten

austauschen und diskutieren. In diesem

Jahr beteiligt sich auch zum ersten Mal

der bvvs – Bundesverband Veranstaltungssicherheit

an der Konferenz. Aus aktuellem

Anlass stehen vor allem Themen

rund um das Thema Corona auf dem Plan.

Außerdem ist der VPLT zum ersten Mal für

die Gestaltung eines Teil des Bühnenprogramms

auf der Main Stage in Halle 11.0

zuständig. So zum Beispiel für den Future

Talents Day, gemeinsam mit dem EVVC für

den Green Event Day oder den Branchentalk

des Forum Veranstaltungswirtschaft.

„Wir freuen uns sehr, dass

die Prolight + Sound in diesem

Jahr endlich wieder die Branche in

Frankfurt zusammenbringt", so VPLT-

Geschäftsführerin Linda Residovic.

„Damit setzt die Messe Frankfurt

ein wichtiges Zeichen für den

Restart der Branche.“

Am Mittwoch (27. April) lädt der VPLT herzlich

zu seinem traditionellen Get-together

„Blaue Stunde“ ein. Ab 18 Uhr gibt es bei

Musik, Snacks und Getränken die Möglichkeit,

miteinander ins Gespräch zu kommen

sowie Mitglieder, Vorstand und Geschäftsstellenteam

kennenzulernen.

40 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


The Global Entertainment Technology Show – Hallenplan

Light | Audio | Stage | Media | Events

• HALLE 11

ProAudio:

Beschallungstechnik, Kopfhörer, Raumakustik,

Studio-, Recording- und Produktionstechnik,

Monitoring

ProMedia:

Mediensteuerungen, Kameratechnik

Special Areas:

Main Stage, Sound Experience Hub, Studio Lab,

Studio Village, Vintage Concert Audio Show,

Verbände

Future Hub:

Start-up Area, Networking Lounge,

Campus Career Center

Konferenzräume:

PLS Conference, Manufacturer's Forum, I-ESC

• HALLE 12

Pro Media:

Projektion und Displays, Netzwerktechnik

ProLight:

Licht- und Lasertechnik, Effekte, Virtual Reality

ProStage:

Theater- und Bühnentechnik, Bühnenausstattung,

Traversensysteme und Böden

ProEvent:

Event-Dienstleistung, -Ausstattung und -Planung

Special Area:

Theatre + Light Stage

• PORTALHAUS

Audio Demo Rooms

Special Area:

Performance + Production Hub

• FREIGELÄNDE

ProAudio: Live Sound Area

ProEvent: LED-Displays, Inflatables,

Mobile Stages

• Sound

Experience Hub

• Konferenzräume,

Vintage Concert,

Audio Show,

Main Stage,

Future Hub

• Studio Lab

• Studio Village

• Performance +

Production Hub

• Live Sound

Arena

• Theatre + Light Stage

Stand Februar 2022 | Änderungen vorbehalten

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 41


CONFERENCE

DIENSTAG, 26. APRIL 2022

ADVANCED

10:15 – 11:30

RAUM GRANAT

10:15 – 11:30

RAUM KARMESIN

11:45 – 13:00

RAUM GRANAT

13:15 – 14:30

RAUM GRANAT

14:45 – 16:00

RAUM GRANAT

16:15 – 17:30

RAUM GRANAT

IGVW – Branche im Wandel – Standards und Kampagnen

Sacha Ritter | IGVW

Fresh-up des Know-hows zur Prüfung ortsveränderlicher/mobiler elektrischer Anlagen

Ingo Langreck | DEAplus

Begegnung des Fachkräftemangels in der Branche für Medien- und Veranstaltungstechnik

Kim-Christin Manke | VPLT

Wer ist eigentlich wann Elektrofachkraft? Und warum?

Sven Kubin

Praxisorientiertes Lernen und Lehren aus dem Homeoffice

Prof. Dr. Isabelle Thilo | Hochschule Hannover

Ausbildung und Digitalisierung – Wie gelingt das perfekte Match?

Michael Hoffmann | azubi:web

MITTWOCH, 27. APRIL 2022

10:15 – 11:30

RAUM GRANAT

11:45– 13:00

RAUM GRANAT

13:15 – 14:30

RAUM GRANAT

14:45 – 16:00

RAUM GRANAT

14:45 – 15:30

RAUM KARMESIN

16:15 – 17:30

RAUM GRANAT

DGVU zertifiziertes horizontales Lifelinesystem für Traversenkonstruktionen und Festinstallation

Ingo Witthuhn & Matthias Moeller

Drone Magic – Die sichere Planung von Drohnenshows

Jens Hillenkötter

Resilienz mit Hilfe von Zertifizierung: Prozessoptimierung als Krisenstrategie für Unternehmen

und Auftraggeber

Martina Fritz | DPVT

igvw Standard SQP7 – Dekorationsbau

Prof. Stephan Rolfes

Sichere Beauftragung, Planung und Koordination bei Veranstaltungen –

offener Roundtable der VBG & VPLT Initiative SiFa.VT

Laura van Haperen | VPLT & Jörg Braeutigam | VBG

Prüfungen im Tourneebetrieb – Anwendung DGVU G 315-390

Oliver Leigers

42 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


DONNERSTAG 28. APRIL 2022

10:15 – 11:30

RAUM GRANAT

10:15 – 11:30

RAUM KARMESIN

11:45 – 13:00

RAUM GRANAT

13:15 – 14:30

RAUM GRANAT

14:45 – 16:00

RAUM GRANAT

16:15 – 17:30

RAUM GRANAT

prEN 17736 – The future standard for aluminium stage decks and frames

Matthias Moeller

DIN SPEC 15800 · New Standards Process · Updated Standard for the Entertainment Lighting Industry

René Berhorst | MA Lighting International GmbH

SQQ7 Berufsspezialist:in Ton – Einführung und Diskussion

Jörn Nettingsmeier, Timo Krämer, Sacha Ritter, Hans-Wilhelm Flegel, Hannelore Herz

Grip on Standards – meet experts from national and european standardization for the entertainment industry

Andreas Bickel, Laura van Haperen

Fliegende Bauten

Matthias Moeller

Koordination der Arbeitssicherheit bei Veranstaltungen

Falco Zanini

FREITAG 29. APRIL 2022

10:15 – 11:30

RAUM GRANAT

11:45 – 13:00

RAUM GRANAT

13:15 – 14:30

RAUM GRANAT

14:45 – 16:00

RAUM GRANAT

Brandschutz bei Veranstaltung (advanced)

Sebastian Krämer

Temporäre Umnutzung zu Versammlungsstätten (advanced)

Sebastian Krämer

Neue DGUV Information 203-026: 2021-01

„Laser-Einrichtungen für Show- und Projektionsanwendungen“

Martin Brose | BGETEM

Update: VPLT Erasmus+ Project PACE-VET – Fachkräftemangel/Kompetenzen

Fokusgruppe und Diskussion

Moderation: Simon Rath & Randell Greenlee

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 43


MAIN STAGE

DIENSTAG, 26. APRIL 2022 – FUTURE TALENTS DAY

11:00 – 11:55

12:00 – 12:55

13:00 – 13:55

14:00 – 14:55

15:00 – 15:55

16:00 – 16:55

Audio-Video-Bridging (AVB) over Wide Area Networks (WAN)

Prof. Dr.-Ing. Arno Gramatke | THM

XRevent – Ein Baukasten für Cross-Reality Events

Anke von der Heide | HAW

Hochschul-Roundtable + Diskussion mit dem Publikum

Moderation: Randell Greenlee, Panel: Prof. Thomas Sakschewski, Prof. Axel Barwich, Prof. Bernd Schabbing,

Anke von der Heide, Prof. Dr. Isabelle Thilo

Advanced Learning in Virtual Production, Immersive Technology & Visual Effects

Phil Adlam & Ian Caballero | Backstage Academy

Generation Z, Fachkräftemangel und Akquisegestaltung

Prof. Bernd Schabbing | ISM

Hygiene concept and infection control in the event industry –

Current research status of the “Hygieia“ project

Prof. Thomas Sakschewski | BHT

MITTWOCH, 27. APRIL 2022– GREEN EVENT DAY

11:00 – 11:50

12:00 – 12:50

13:00 – 13:50

14:00 – 14:50

15:00 – 15:50

16:00 – 16:50

Macht das Sinn? Über den Wunsch nach Haltung und Nachhaltigkeit bei der Generation Z.

Moderation: Awid Vahedi, Referent: Oliver Leisse

The EU Green Deal and the Event Industry: Challenges and Opportunities

Moderation: Randell Greenlee, Panel: Alexander Pietschmann | Adam Hall Group, Ilona Jarabek | Musik- und Kongresshalle

Lübeck & EVVC, Mike Keller | Markthalle Hamburg & Sustainability Manager/Consultant

Entertainment Technology – Digitalization: New Formats, Products and Solutions for a Sustainable Future

Moderation: Randell Greenlee, Panel: Sebastian Schen | Neumann & Müller, Herbert Bernstädt | Cameo Light,

Moritz Staffel | DeerSoft

Mit dem EVVC auf dem Weg zu nachhaltigem Handeln – heute & morgen

Moderation: Awid Vahedi, Panel: Timo Feuerbach | EVVC, Markus Demuth | Düsseldorf Congress GmbH,

Daniela Wiese | Regensburg Tourismus GmbH

Nachhaltigkeit in Berlin – Strategie & Praxis

Moderation: Awid Vahedi, Panel: Judith Engelhardt | Velomax Berlin Hallenbetriebs GmbH, Annegret Zimmermann | visitBerlin

Kommunikation SUSTAINFESTIVAL: Authentisch, glaubwürdig, transparent und kontinuierlich

Moderation: Paolo Daniele Murgia, Panel: Inga Jacobsen | Zurück zu den Wurzeln Festival,

Martin Juhls | Impulsgeber Kommunikation, Karsten Schölermann | LiveKomm

44 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


Branchendialog

„Restart“: Forum Veranstaltungswirtschaft lädt

zum Branchendialog auf der Prolight + Sound.

Er findet am Donnerstag, 28. April 2022, von

13.30 bis 15.00 Uhr auf der Main Stage in

Halle 11.0 während der Messe statt.

Die Experten diskutieren über die Situation

der Branche nach zwei Jahren Corona-Pandemie

und wagen einen gemeinsamen Ausblick

auf künftige Herausforderungen

der politischen Lobbyarbeit.

DONNERSTAG 28. APRIL 2022

13:30 –15:00

Branchentalk Forum Veranstaltungswirtschaft: „Restart”

Moderation: Linda Residovic, Panel: Prof. Jens Michow | BDKV, Timo Feuerbach | EVVC,

Michael Kynast | FAMA, Marcus Pohl | ISDV, Axel Ballreich | LiveKomm, Randell Greenlee | VPLT

FREITAG 29. APRIL 2022

11:00 – 11:30

11:30 – 12:30

DEAplus + Adam Hall Group proudly presents: PROseminare 2022

Hans-Wilhelm Flegel | DEAplus & Jörg Zöller | Adam Hall Group

Roundtable zur Berufsbildung in der Veranstaltungsbranche: „Perspektiven für die Zukunft“

Moderation: Randell Greenlee, Panel: Hans-Wilhelm Flegel | DEAPlus, Adrian Walz | EurAka, Sebastian Hellwig | bühnenwerk,

Jan Wegener | G+B Akademie, Hannelore Herz | Konzeptionerin für Berufliche Weiterbildung

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 45


I-ESC

MITTWOCH, 27. APRIL 2022

10:15

Opening Statement | Greetings

Randell Greenlee | VPLT

BLOCK A: Arbeitsschutz

10:15 – 11:00

11:00 – 11:30

1. Vortrag: Beauftragung & Auswahlverantwortung – worauf Auftraggeber und Betreiber achten müssen

Laura van Haperen | VPLT, Jörg Braeutigam | VBG

2. Vortrag: Impulsvortrag DPVT-Zertifizierung

Martina Fritz | DPVT

BREAK

BLOCK B: Basics and Best Practice (Infektionsschutz bei Veranstaltungen)

11:45 – 12:15

12:15 – 12:45

12:45 – 13:15

3. Vortrag: Infektionsschutz und Hygienekonzepte

Dennis Eichenbrenner | bvvs

4. Vortrag: Ausblick: Recht und Infektionsschutz

Holger Kuhnt | bvvs

1. Roundtable

Moderation: Falco Zanini, Panel: Dennis Eichenbrenner, Prof. Thomas Sakschewski | BHT, Wolfgang Heuer | Unfallkasse NRW

BREAK

46 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


BLOCK C: Restart – Tools, um die Großzahl von Projekten nach Corona genehmigungsfähig umsetzen zu können

13:30 – 14:00

14:00 – 14:30

14:30 – 15:00

5. Vortrag: Lärmschutz LAI – Seltenes Ereignis/Verdoppelung der Spieltage pro Jahr

Frank Siebold | bvvs

6. Vortrag: Einfahrtssperren (DIN SPEC 91414-1) – Wie geht es weiter mit dem Terrorschutz bei

Veranstaltungen und wer muss es jetzt eigentlich machen?

Holger Kuhnt | bvvs

2. Roundtable

Moderation: Dennis Eichenbrenner, Panel: Frank Siebold, Holger Kuhnt, Hermann-Josef Weien (VPLT), Michael Bahr (DIN)

BREAK

BLOCK D: International Perspective (Global Challenges for Event Safety)

15:15 – 15:45

15:45 – 16:15

16:15 – 17:00

7. Presentation: ESTA's ANSI-approved Event Safety Standards

Richard Nix | ESTA/ANSI ESWG

8. Presentation: Protecting the Stage – Electrical Safety and the Performance Environment

Richard Cadena | ESTA

3. Roundtable

Moderation: Randell Greenlee, Panel: Richard Nix, Richard Cadena, Phil Adlam & Ian Caballero | Backstage Academy

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 47


Voraus in die Zukunft –

real, digital oder hybrid?


Birth// Foto: teamLab


Wenn analoge und digitale

Welten verschmelzen

Unternehmer, Investor und Xing-Gründer Lars Hinrichs ist Initiator des

Digital Art Museums, das er 2024 in der Hamburger HafenCity eröffnen

möchte. Wir sprechen mit ihm über das erste Museum in Europa, das

dann ausschließlich digitale Kunst zeigt, eine neue Kunstepoche und

über ein Aha-Erlebnis in Tokio.

Xxx

• Sie starten die Entwicklung Ihres künftigen

Museums nach konzeptionellem Vorbild

der teamLab Borderless-Ausstellung in

Tokio. Dort hat das Künstlerkollektiv team-

Lab mit einem vergleichbaren mehrdimensionalen

und multisensualen Kunsterlebnis

bereits Millionen Besucher angelockt. Sie

selbst hatten in der japanischen Hauptstadt

ein Aha-Erlebnis. Können Sie Ihre Eindrücke

vor Ort schildern?

Die Eindrücke sind schwer zu beschreiben,

da diese auch immer sehr individuell sind.

Man taucht förmlich in die Kunstwerke

ein, interagiert mit ihnen, wird ein Teil der

Kunst. Das klingt sehr abstrakt, ist aber zugleich

sehr simpel und intuitiv, wenn man

es selbst erlebt. Egal, ob man vier oder 99

Jahre alt ist. Und das war auch mein wohl

größtes Aha-Erlebnis: Alle Menschen, die

das Museum verlassen haben, hatten ein

Lächeln im Gesicht – unabhängig vom Alter

oder Geschlecht.

• Wie wirklich fühlt sich die reale Welt an,

wenn man die Ausstellung wieder verlässt?

Die reale Welt fühlt sich auch nach dem Besuch

real an. Man selbst fühlt sich danach

auf jeden Fall sehr inspiriert. Die immersive

Kunst, die im Digital Art Museum gezeigt

wird, schafft es, analoge und digitale Realitäten

zu verschmelzen, die das Ganze zu

einem einzigartigen Erlebnis machen und

zum Denken anregen.

teamLab

50 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


Forest of Flowers and People-Lost, Immersed and Reborn

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 51


teamLab

teamLab

Das von der Pace Gallery vertretene internationale

Künstlerkollektiv teamLab ist eine interdisziplinäre

Gruppe verschiedener Spezialisten, die sich zum Ziel

gesetzt hat, die Beziehung zwischen dem Selbst und

der Welt sowie neue Wahrnehmungen durch Kunst zu

erforschen. teamLab Borderless sind Kunstwerke, die

eine kontinuierliche, grenzenlose Welt bilden.

Die Kunstwerke bewegen sich frei aus den Räumen

heraus, stellen Verbindungen und Beziehungen zu

Menschen her, kommunizieren mit anderen Werken,

beeinflussen und vermischen sich manchmal

miteinander und haben das gleiche Zeitkonzept

wie der menschliche Körper. Die Besucher tauchen

buchstäblich in die Kunstwerke ein, können mit

ihnen kommunizieren, sie verändern und so auch Teil

von ihnen werden. Anfassen und fotografieren ist

daher unbedingt erwünscht, denn dadurch wird jeder

Besuch zu einem einmaligen Erlebnis.

52 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

• Warum braucht es eine solche Form von Museum?

Hier stellt sich die generelle Gegenfrage: Warum braucht

es überhaupt Kunst? In einem Museum – und da macht

das Digital Art Museum keinen Unterschied – geht es

um Inspiration, um Fantasie, darum, berührt und entführt

zu werden.

Das ist der Kern der Kunsterfahrung im Digital Art Museum.

Die Kunst dort folgt keinen vorgegebenen Mustern

und Regeln, sondern lebt durch die Emotionen und

Interaktion der Besucherinnen und Besucher.

Für mich als Gründer inspiriert mich zudem das Wissen,

dass mit der digitalen Kunst eine neue Kunstepoche

angebrochen ist. Der Gedanke, das wohl renommierteste

und erfolgreichste Künstlerkollektiv dieser

Epoche in meiner Heimatstadt Hamburg und damit in

Europa erlebbar zu machen, ist mein Antrieb.

• Wollen Sie in Hamburg etwas anders machen als bei

Ihrem konzeptionellen Vorbild in Tokio?

Wir arbeiten in der Konzeption der Ausstellung eng mit

teamLab zusammen. Die Kunst, die wir im Digital Art

Museum zeigen werden, wird von teamLab individuell

entworfen und in dieser Form einmalig sein. Dabei

werden altbekannte Werke genauso integriert wie auch

neue. Wer also bereits in Tokio die Ausstellung gesehen

hat, wird bei uns die Kunst von teamLab wiedererkennen,

gleichzeitig aber auch Neues entdecken.

• Können auch Events von den Inszenierungen der

immersiven Kunst lernen?

Auf jeden Fall. Die immersive Kunst von teamLab ist

ja nur eine Ausprägung von digitaler Inszenierung im

Raum. Da werden wir in Zukunft in ganz unterschiedlichen

Bereichen sehr vieles Inspirierendes sehen.

Linke Seite: Universe of Water Particles on a Rock where People Gather; Rechte Seite: Memory of Topography – Autum

teamLab


www.digitalartmuseum.com

• Wie ist der aktuelle Stand und wie sicher ist es, dass

Sie Ihr Museum überhaupt realisieren können?

Es ist sicher, dass es realisiert wird. Die Digital Art

GmbH ist dabei alleiniger Eigentümer, Inhaber und Betreiber.

Die Stadt Hamburg hat die Ansiedlung positiv

unterstützt und den Rahmen gesetzt, um das Museum

in der HafenCity Wirklichkeit werden zu lassen.

Im letzten Jahr haben wir bereits die Gewinner des

architektonischen Workshopverfahrens ermittelt und

vorgestellt. Seitdem konkretisiert sich die Planung und

somit der Bau täglich, um alles dafür zu tun, das Digital

Art Museum bereits 2024 eröffnen zu können.

• Gerade für Museen spielt die Architektur eine zentrale

Rolle. Was ist hier zu erwarten?

Das Digital Art Museum eröffnet in der Hamburger HafenCity

mit über 7.000 Quadratmetern Grundfläche

und 10 Meter hohen Decken. Es wird im Quartier Elbbrücken

in der östlichen HafenCity beheimatet sein und

durch eine 31 Meter mal 5 Meter große Medienfassade

hervorstechen. Das gesamte Gebäude ist ökologisch und

ökonomisch auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Das schließt

an den Anspruch an, in dieser Dimension das erste klimaneutrale

Museum der Welt zu sein.

• Bei so viel digitaler Kunst – braucht es da überhaupt

noch Farbe und Pinsel?

Kunst hat sich schon immer durch Vielfalt definiert.

Das wird sich auch nicht ändern. Entsprechend haben

die verschiedensten Formen der darstellenden Künste

jederzeit ihre Berechtigung.

Natürlich gibt es in der Kunst verschiedenen Epochen,

die Bewunderung für alte Künstlerinnen und Künstler

und deren eindrucksvollen Kunstwerke – insbesondere

im zeitlichen Kontext – wird auch bei mir nicht dadurch

weniger, dass neue Kunst entsteht.

Forest of Resonating Lamps One Stroke – Fire

teamLab


teamLab

Grenzenlose Kunst

Auch Museen profitieren vom digitalen Wandel.

Weltweit schaffen sie inzwischen für ihre Besucher

ganz neue Welten, in denen Kunst und Technologie

genial miteinander verschmelzen und mit Atmosphären,

die den Atem rauben, eine ganz neue

Herausforderung für die Sinne sind.

Nxt

Peter Tijhuis

Nichts weniger als die Kunst der Zukunft

möchte das Nxt Museum in Amsterdam

zeigen oder selbst in Auftrag geben.

Dafür arbeiten Künstler, Designer, aber

auch Techniker und Wissenschaftler

zusammen und schaffen für die Besucher

immersive und multisensorische Effekte.

Sie betreten dafür „Black Boxes“ oder

tauchen in 360-Grad-Projektionen ein.

56 • VPLT MAGAZIN 96


Wandelnde Formen

Borderless – The Way of the Sea

teamLab – so lautet das Künstlerkollektiv, das

neben Künstlern auch Architekten, Ingenieure,

Programmierer und weitere Spezialisten vereint.

Unter dem Motto „Borderless“ möchte es die Grenze

zwischen Kunstwerken, aber auch zwischen Mensch

und Maschine verschwinden lassen. Verschiedenen

Installationen in Museumsräumen wechseln immer

wieder ihren Platz, wandeln ihre Form, wenn Besucher

mit ihnen interagieren und laden zum Entdecken mit

allen Sinnen ein. Im digitalen Kunstmuseum in Tokio

erschaffen dafür 520 Computer und 470 Projektoren

auf 10.000 Quadratmetern eine dreidimensionale Welt.

Technologie wird so zum Werkzeug für ein Kunstwerk.

Seit Gründung in 2018 hat das Museum bereits

Millionen Besucher angezogen.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 57


Dominik Gruss

VanGogh – The Immersive Experience

Kunst trifft auf Technik

Das Multimedia-Spektakel „Van Gogh – The Immersive Experience“

präsentiert die weltberühmten Kunstwerke des niederländischen

Malers in einer völligen neuen Art: Die Gemälde werden mit Hilfe

von aufwendigen Lichtinstallationen und Projektionen mehrfach

vergrößert in den Präsentationsräumen zum Leben erweckt.

Der Clou: Der Betrachter wird Teil der Szenerie, versinkt in Licht

und Ton – die Kunstwerke interagieren mit ihm. Die Technologie

dafür wurde von Lichtexperten von Grund auf neu entwickelt. Ein

innovatives 3D-Mapping-Projektionssystem erlaubt es, Inhalte nicht

nur auf glatten Flächen abzubilden, sondern Grafiken, Animationen,

Bilder und Videos auch auf dreidimensionale Objekte zu projizieren.

Gebäude, Berge, Bäume, Autos, Straßen und vieles mehr werden

so zur Leinwand, kombiniert mit einer perfekt abgestimmten Musikund

Geräuschkulisse. Nach Paris, Barcelona, Brüssel und Berlin

mit einer Million Besuchern wird die multimediale Ausstellung

nun in Bremen, Dresden und Wien gezeigt.

58 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

Projiziert in Prag

Die Meisterwerke der Impressionisten

neu entdecken konnten Besucher im

Prager Forum Karlin bei der Veranstaltung

„Bylo nebylo, Van Gogh, Monet, Renoir“.

Die Macher projizierten die Kunstwerke

auf raumbildende Wandelemente und den

Boden des Saals auf rund 2000 Quadratmetern.

Untermalt wurden die visuellen

Eindrücke mit Musik der Stilepoche.

Die Ausstellung kann für eine Tournee

innerhalb von nur drei bis vier Stunden

auf- und abgebaut werden. Verantwortlich

für das Projekt ist das tschechische

Unternehmen AV Media Events.

Bylo nebylo, Van Gogh, Monet, Renoir


Simulationen hinterm Headset

Einmal VR-Brille auf und schon verändert sich die Wirklichkeit. Museen

auf der ganzen Welt zeigen, wie es dank moderner Technologie der Virtual

Reality plötzlich möglich ist, in Gemälden herumzulaufen, die eigentlich

an der Wand hängen, oder in Autos hineinzuschauen, die sonst ihre

Komponenten hinter viel Blech verbergen.

Mona Lisa’s Lächeln

Da staunt sogar Leonardo: Im Pariser Louvre gab

es das berühmteste Lächeln des bekanntesten

Bild der Welt zum 500. Geburtstag von da Vinci

auch in einer VR-Animation zu sehen. „Beyond

Glass“ hieß die Ausstellung, bei der Besucher

sich der geheimnisvollen Schönen deutlich direkter

nähern können, was sonst das Panzerglas

verhindert. On top zu sehen sind dank Headset

damit auch Maltechniken des Meisters.

60 • VPLT MAGAZIN 96


Alice in

Virtual Land

Einmal zusammen mit Alice das weiße

Kaninchen jagen – das hat das Londoner

Victoria und Albert Museum seinen Besuchern

in der Ausstellung „Alice: Curiouser

and Curiouser“ ermöglicht. Illustratorin

Kristjana Williams kreierte dafür extra

interaktiv die legendäre Roman-Welt des

britischen Schriftstellers Lewis Carroll.

Zu Hause

bei Modigliani

Seine Bilder erzielen Rekordpreise, gemalt

hat Modigliani sie vor allem in Paris. Wie

es dort in seinem Studio in seinen letzten

Monaten seines Lebens von 1919 bis

1920 aussah, zeigt das Tate Modern in

einer Nachbildung. Besucher können im

virtuellen Atelier des Künstlers mehr als

60 historische Objekte, Kunstwerke und

Materialien anschauen.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 61


Artenforschung

Wie erklärt man Besuchern das Phänomen

der Evolution und präsentiert

gleichzeitig die Vielseitigkeit der eigenen

Sammlung? Das Pariser Nationalmuseum

für Naturgeschichte

setzt dafür auf die VR-Brille: Interessierte

können damit im „Cabinet

of Virtual Reality“ Verbindungen

zwischen den Arten erforschen oder

Kreaturen maßstabsgetreu und aus

nächster Nähe betrachten.

62 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

Mitten in Le Mans

1966 schrieb Ford Geschichte, als es mit dem GT40 die 24 Stunden

von Le Mans gewann. Jetzt hat das Petersen Automotive Museum in

Los Angeles auf zwei dieser Autos aus 1967 und 2017, die nebeneinander

geparkt sind, Hologramme gelegt. Im Laufe des 4-minütigen

Erlebnisses „An American Supercar“ verwandeln sich die Wände

des Museums in eine virtuelle Welt an der Rennstrecke. Besucher

können durch die Karosserie blicken, um normalerweise verborgene

Komponenten des Autos zu sehen und zu verstehen, wie sie funktionieren

und wie sie sich über Jahrzehnte technischer Innovationen

entwickelt haben.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 63


ZDF

Der Wow-Moment

Constantin Timm, Creative Producer des ZDF Magazin Royale und Preisträger des

Sonderpreises „OPUS AVantgard“ 2022, im Gespräch über den 4D-Auftritt von Woodkid

und wie die Fotogrammetrietechnik dabei sogar Lockdown-Grenzen überwindet.

• Ihr habt im Dezember 2020 zum ersten Mal die

Fotogrammetrietechnik für den 4D-Auftritt eines Musikkünstlers

beim ZDF Magazin Royale verwendet. Eigentlich

kommt diese Technologie aus dem Gaming-Bereich.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, sie aufs

Fernsehen zu übertragen?

In dieser Zeit wurde die Corona-Pandemie wieder sehr

akut. Für unsere Show gab es zwar bereits eine Zusage

des Musikers Woodkid, er konnte aber wegen der Beschränkungen

zur Aufzeichnung nicht von Frankreich

nach Deutschland reisen. Wir wollten den Auftritt trotzdem

ermöglichen, ohne dass es hinterher aussieht wie

ein Zoom-Call. Wir standen dann also im leeren Studio

und sind mehrere Optionen durchgegangen. Aber nichts

davon hat sich richtig oder besonders angefühlt. Und

dann ist plötzlich mein Blick an die Decke gewandert,

in der noch Elemente für die Augmented Reality-Technik

von einer früheren Produktion verbaut waren. Und dadurch

entstand dann das Hirngespinst: „Was wäre, wenn

wir ein 4D-Modell von Woodkid bekommen könnten?“.

• Worin bestand denn dann der Unterschied von Woodkids

Auftritt zu der früheren Produktion?

Wir hatten die AR-Technik damals für eine Show von

„Prism is a Dancer“ mit Jan Böhmermann verwendet.

Dort haben wir aber nur grafische Elemente ins Studio

gesetzt, mithilfe einer für AR-vorbereiteten Kamera. So

entstand eine Live-Visualisierung, die man normalerweise

in der Postproduktion macht. Mit Woodkid hatten wir

jetzt zum ersten Mal den gemeinsamen Auftritt eines

Künstlers mit unserem Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld,

obwohl er in Paris und wir in Köln waren.

64 • VPLT MAGAZIN 96

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TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

• Wie können wir uns diese Produktion vorstellen?

Woodkid wurde circa zwei Wochen vor der eigentlichen

Show in einem Studio in Frankreich aufgezeichnet. Dafür

brauchte es sehr viele Kameras, mit denen sich für

jeden Frame ein 3D-Modell erstellen ließ. Außerdem

hatten wir ein Musikarrangement mit Click, damit auch

die zeitliche Dimension, also die vierte, mit dem, was

das Orchester spielt, übereinstimmt. Das fertige Modell

wurde dann zu uns nach Köln geschickt. Unser Dienstleister,

das Studio von|Berg, hat es anschließend lichttechnisch

aufbereitet, sodass es auch mit unserem Studiolicht

synchronisiert wurde. Dabei haben dann bereits

die Postproduktion des 4D-Modells und die Vorproduktion

unserer Aufzeichnung ineinandergegriffen.

Für die Aufzeichnung in unserem Studio haben wir eine

Kamera mit einem Infrarotsensor ausgestattet. Der

Sensor korreliert mit den Elementen in der Decke, so

dass wir die reale Kamerabewegung und -position auf

den Computer übertragen konnten. So verhalten sich

die Kamerafahrten und Schwenks auch tatsächlich in

der richtigen Relation und Perspektive zum 4D-Modell.

Außerdem haben wir die Kamera und die dazugehörige

Optik vermessen. So ließen sich auch Zooms und

Schärfeverlagerungen im Studio eins zu eins auf das

Modell übertragen. Hätten sich da Ungenauigkeit eingeschlichen,

wären das gedrehte Kamerabild und das

4D-Modell auseinandergedriftet.

• Und anschließend wird über diese spezielle Kameratechnik

das Woodkid-Modell ins Studio projiziert?

Genau! Bei der Aufzeichnung kam dann der Wow-Moment:

Ich selbst sehe die Bühne, auf der niemand

steht. Aber auf unserem Bildschirm sehe ich am

gleichen Punkt einen Musiker, um den die Kamera

schwenkt. Das war schon sehr faszinierend.

ZDF

Making-of 4D Woodkid Performance | ZDF Magazin Royale

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 65


ZDF

Woodkid feat. RTO-Ehrenfeld – „Highway 27“ | ZDF Magazin Royale:

• Ist so eine besondere Produktion deutlich teurer

als sonst?

Die Ausgangssituation mit der vorhandenen Technik

im Studio war optimal und damit die große Chance für

unseren neuen Ansatz. Viel Initialaufwand und -kosten

waren also bereits geleistet. Denn wegen der vielen Beteiligten

und zusätzlichen Aufzeichnung in Frankreich sind

die Kosten so hoch, dass das im Rahmen unserer Show

und vermutlich im ganzen deutschen Fernsehen mit dem

entsprechenden Budgetrahmen wohl nicht möglich wäre.

Das Projekt ist aber zustande gekommen, weil alle Beteiligten

Interesse daran hatten. Das gilt für uns, die Dienstleister,

für das Musiklabel, aber auch für Woodkid selbst.

• War der sofort Feuer und Flamme für die Idee oder

musstet Ihr Überzeugungsarbeit leisten?

Ich hatte gelesen hatte, dass Woodkid selbst Musikvideoregisseur

für große Stars wie Rihanna und dazu auch

noch ein absoluter Postpro-3D-Mensch ist. Ich war mir

sicher, dass man ihn mit der technischen Umsetzung

nicht nur catchen konnte, sondern er sogar versteht,

was da gerade passiert. Und so war es dann tatsächlich:

Es hat erst sehr lange gedauert, bis wir sein Label

von der Idee überzeugen konnten. Aber als sie ihn dann

endlich persönlich erreicht hat, war er begeistert und es

ging ganz schnell. Witzigerweise wollte er selbst vor einigen

Jahren mal eine ähnliche Idee umsetzen. Damals

war aber die Technik noch nicht so weit. Das hat sich

also sehr glücklich gefügt.

• Wenn man an ZDF Magazin Royale denkt, hat man

als erstes Jan Böhmermann im Kopf. Wie hat er auf die

neue Technik reagiert?

Der war fasziniert davon, so wie wir alle. Unser Orchester

übrigens auch. Wie sonst haben wir die Orchestermitglieder

normal aufgezeichnet, aber sie konnten den

Künstler auf der Bühne vor sich natürlich nicht sehen.

Ich habe dann zu unserer Geigerin gesagt: „Schau doch

mal dahin, so als würde da jemand stehen, mit dem

du gerade zusammen musizierst.“ Diesen Moment sieht

man auch im Video.

66 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

• Auch wenn der Begriff „Augmented Reality“ etwas

anderes suggeriert: Letztendlich bleibt es eine Technik.

Wie real wirkt das Ergebnis nun wirklich?

Das Modell hat etwas Artifizielles und sieht wie eine

Computerspielfigur aus. Es ist in der Postproduktion

sogar durch eine Gaming-Engine, die Unreal-Engine,

gegangen. Aber durch das Einleuchten und die Synchronisation

mit unserem Studiolicht, das sich sogar rhythmisch

zur Musik auf ihm bewegt, wird es sehr immersiv.

Dadurch beginnt man zu vergessen, dass wir dort Reales

und Virtuelles vermischen.

• Bei der Premiere einer neuen Technik kann man

sich nicht auf Erfahrungen verlassen. Ist bei der Produktion

etwas mal so richtig schief gegangen?

Rückblickend gab es eigentlich nichts, was so gar nicht

geklappt hat. Wegen der hohen Kosten fängt man an

zu zittern und ist sehr auf den guten Willen aller angewiesen.

Und unser AR-Technikkollege ist am Aufnahmetag

trotz vorheriger Proben nochmal ordentlich ins

Schwitzen gekommen. Am Probetag waren nämlich die

Kran-Operatoren nicht da. Immer wenn wir den Kamerakran

ganz hochfahren wollten, ist das Woodkid-Modell

leider nach hinten gewandert. Die technische Genauigkeit

bei einer bewegten Kamera ist eine andere, als wenn

man es statisch filmt. Das sind eben die Herausforderungen,

wenn man etwas zum ersten Mal macht. (lacht)

• Eure Idee wurde nun mit dem neuen Sonderpreis

„Opus AVantgard“ 2022 ausgezeichnet. Was bedeutet

dieser Preis für euch?

Er bestätigt uns offiziell in der guten Idee, unser Vorhaben

voranzutreiben. Natürlich bestätigt er auch die

Technologie. Ich glaube, dass man mit der Fotogrammetrie

weiter forschen, probieren und arbeiten kann.

Und gleichzeitig bedeutet er für unser Team eine totale

Anerkennung, Musikauftritte besonderer Art in einem

besonderen Rahmen zu denken. Sender wünschen

oder forcieren nicht unbedingt Musik im Fernsehen,

die sich abseits von Popmusik und Castingshows bewegt.

Da ist es eine schöne Bestätigung, sich in solche

neuen Ansätze reinzunerden und Künstler zu finden,

die gerne etwas Neues ausprobieren.

Opus – Deutscher Bühnenpreis

Der Opus – Deutscher Bühnenpreis prämiert seit 1995 herausragende

Persönlichkeiten und Projekte. Der Fokus liegt auf der technischen Umsetzung

von Theater- und Musical-Inszenierungen, Konzerten und Tourneen sowie

Corporate Events. Initiatoren des Ehrenpreises sind der VPLT (Verband der

Medien- und Veranstaltungstechnik e.V.), der EVVC (Europäischer Verband der

Veranstaltungs-Centren e.V.) sowie die Messe Frankfurt. Eine Fachjury, bestehend

aus Verbandsmitgliedern, Vertretern der Messe sowie weiterer Branchenexperten,

wählt unter den Einreichungen die Siegerprojekte aus. 2022 geht der Opus an

das Projekt „Dionysus Stadt Open Air“, der neu geschaffene Sonderpreis „Opus

AVantgard“ an „Woodkid @ ZDF Magazin Royale“.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 67


ZDF

„Es fühlte sich an wie eine

traditionelle Performance“

Ein Gespräch mit Woodkid über seinen Auftritt als 4D-Modell

bei ZDF Magazin Royale.

• Wie war die Aufzeichnung mit der neuen 4D-Technik

für Sie?

Es war ein sehr interessanter Prozess. Vor fast 10 Jahren

haben wir bei einem Auftritt für das Grand Journal

in Frankreich angefangen mit der Technologie zu arbeiten.

Daher bin ich mit dem Verfahren schon vertraut.

Damals war die Technologie aber noch sehr handwerklich

und experimentell. Bei ZDF Magazin Royale konnten

wir das Ganze mit professioneller Ausrüstung und

Setup realisieren. Das hat uns eine richtige Performance

ermöglicht. Und die Technik hat sich so schnell weiterentwickelt,

dass diese Performance auch viel fortschrittlicher

war. Gleichzeitig passt sie damit auch sehr

gut zu einigen der Themen und Visionen auf meinem

Album. Intimität und Distanz, Mensch gegen Maschine,

Realität und Fiktion und die Utopie/Dystopie von Technologie

und Fortschritt.

68 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

• Wo liegen die künstlerischen Herausforderungen

bei einer solchen Produktion?

Ich denke, man muss vor allem sehr sachkundig

sein und sich der Möglichkeiten

der Technologie bewusst werden. Es ist

kein Prozess, dereinfach zu händeln ist

Er ist irgendwie auch sehr abstrakt. Viele

haben uns hinterher gefragt, wie wir das

umgesetzt haben. Und selbst wenn man es

vereinfacht, ist es immer noch sehr kompliziert

zu verstehen. Wir sind auch leider

noch nicht an dem Punkt, wo eine richtige

musikalische Interaktion möglich ist. Es

muss noch alles vollständig vorbereitet und

vorhersehbar gemacht werden.

• Haben Sie sich das Ergebnis bei ZDF

Magazin Royale angesehen? Was war das

für ein Gefühl, sich dort gemeinsam mit

dem Orchester zu sehen, obwohl es räumlich

getrennt aufgezeichnet wurde?

Ja, das habe ich. Und ich war sehr beeindruckt

von der Qualität der Augmented Reality.

Es fühlte sich an wie eine traditionelle

Performance.

So, wie wir es gemacht haben, waren das

Orchester und ich immer noch räumlich

voneinander getrennt und distanziert. Aber

dabei schwangen die Covid-Zeit und ihre

Beschränkungen in der Performance mit,

was für mich künstlerisch interessant war

und meiner Meinung nach die richtigen

Themen in Frage stellte. Da die volumetrische

Erfassung technisch noch entwickelt

werden muss, sind wir noch weit von einer

Echtzeit-Performance gemeinsam mit dem

Orchester entfernt – obwohl die AR-Dimension

ja bereits in Echtzeit abläuft. Es

ist aber sehr vielversprechend und aufregend,

wie es erst sein wird, wenn die volumetrische

Erfassung schließlich zu einem

vollständigen Echtzeit-Prozess wird. Dann

werden die Möglichkeiten zur Interaktion

endlos sein.

Universal Music

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 69


Wie lassen sich Veranstaltungen

in Zukunft gestalten?

Deutschland ist als Tagungs- und Kongressstandort international auf den Spitzenplätzen.

Damit das künftig im Wettbewerb auch so bleibt, haben sich 2015 das GCB

German Convention Bureau, der EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-

Centren mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation

zusammengetan und den Innovationsverbund „Future Meeting Space“ ins Leben

gerufen. Ihr Ziel: Die Experten wollen Entwicklungen in der Veranstaltungsbranche

analysieren, systematisieren und so Erfolgskonzepte für die Zukunft entwickeln.

Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wie lassen sich zukünftige Veranstaltungen

gestalten, Bedürfnisse von Teilnehmern besser berücksichtigen und alle am

Prozess Beteiligten mit ihren speziellen Anforderungen einplanen?

Inzwischen liegen erste Erkenntnisse aus den Studien vor:

70 • VPLT MAGAZIN 96

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TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

1. Hybridität

Hybride Veranstaltungen werden zunehmen, auch wenn

zurzeit eine Sehnsucht nach physischem Kontakt und

Interaktion besteht. Denn Hybridität bietet mehr Gestaltungsvielfalt

und Entwicklungspotentiale.

2. Kurzfristigkeit

Die inhaltliche Ausrichtung von Veranstaltungen wird

deutlich zunehmen. Sie müssen dann stattfinden, wenn

ein Thema brisant ist und flexibel auf aktuelle Geschehnisse

reagieren. Auch kürzere Innovationszyklen fordern

kurze Vorbereitungszeiten.

4. Flexibilität

Unterschiedliche Gruppengrößen mit unterschiedlichen

Formaten brauchen unterschiedlich große Räume mit

veränderbaren Settings sowie intuitiv bedienbarer und

individuell buchbarer Ausstattung.

5. Reichweite

Aufgrund der Hybridität wird es möglich sein, sowohl

überregional als auch international eine Community für

und rund um eine Veranstaltung aufzubauen. Das verändert

auch die räumliche Komponente und erweitert die

geographische Reichweite.

3. Zeiteffizienz

Entweder Anreisezeit und Veranstaltungsdauer werden

kurzgehalten. Oder man schafft eine Möglichkeit, um

die Zeit bei Veranstaltungen auch für das Tagesgeschäft

zu nutzen.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 71


6. Partizipation

Partizipation wird in Zukunft eine immer wichtigere Rolle

einnehmen. Dabei muss klar zwischen der Teilhabe vor

Ort beziehungsweise am Event selbst, im Sinne von Interaktion,

und der Partizipation an der Programmgestaltung

im Vorfeld differenziert werden. Teilnehmer wollen

bei Veranstaltungen aktiver agieren und mitgestalten.

7. Erlebnis

Die Veranstaltung der Zukunft muss ein Erlebnis für die

Teilnehmer sein und Emotionen wecken, die nachhaltig

in Erinnerung bleiben. Gerade in Bezug auf die zeitliche

Ausweitung wird dies immer essenzieller, um Kunden

langfristig an ein Event und die damit verbundene Organisation

und Marke zu binden. Wer die Identifikation

mit einer Marke anstrebt, braucht diese Authentizität.

9. Angebot

Die aktuellen Entwicklungen führen zu einem breiteren

Veranstaltungsangebot, die Konkurrenz wird immer größer

und gut vermarktete Veranstaltungen verdrängen

andere.

10. Nachhaltigkeit

Teilnehmer legen mehr Wert auf die CO2-Neutralität

und damit den ökologischen Fußabdruck einer Veranstaltung.

11. Sicherheit

Der wachsenden Sensibilität bei personenbezogenen

Daten muss genauso Rechnung getragen werden wie

der Reise- und Aufenthaltssicherheit.

8. Marketingmix

Wegen dieser Inszenierung und Bindung werden Veranstaltungen

ein wichtiges Marketinginstrument im

Kommunikationsmix von Organisationen bleiben, um

Produktabsatz und Aufbau einer Community zu fördern.

72 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


Live-online Seminare

Meister*innen Updates

Lernen im Fernen

Lebenslanges Lernen

Präsenzseminare

Deutsche Event Akademie GmbH

Tel. +49 (0) 511 270 747 71

www.deaplus.org/VPLT


Die Forscher im digitalen Raum

Virtual Reality schafft nicht nur innovative Welten, sondern kreiert auch neue

Geschäftsmodelle für Unternehmen. Seit 2019 forschen daher im Forschungs- und

Transferzentrum (FTZ) „Digital Reality“ Prof. Dr. Roland Greule mit seinem Team

und externen Partnern in den Bereichen Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR)

und Mixed Reality (MR). Greule ist Professor an der HAW Hamburg im Department

Medientechnik und der Initiator und Leiter des FTZ. Im Hamburger Kreativspeicher

M28 kommen dafür Wirtschaft und Forschung zusammen.

Transfer von Technologie

Studierende aus dem Masterstudiengang „Digital

Reality“ der HAW Hamburg lernen in der Speicherstadt

dafür den umfassenden Umgang mit den neuen

Technologien und Arbeitsformen im Rahmen der

Praxisprojekte. Ihr Know-how können sie danach

direkt in die Wirtschaft tragen und dort die Digitalisierung

vorantreiben.

„Wir arbeiten an der HAW Hamburg seit fast zehn Jahren

an den Schnittstellen von Medientechnik und Medieninformatik,

Design und Informationswissenschaften“,

sagt Greule. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass

interdisziplinäre Projektteams aus Studierenden und

Absolventen häufig zur erfolgreichen Unternehmensgründung

führen. So sollen neue Kollaborationsformen

und Arbeitsweisen im Rahmen von Projekten getestet

werden. Die Entwicklung von Prototypen und ihre direkte

Anwendung macht die Vorteile der Digitalisierung

für Unternehmen sichtbar und erlebbar.“ Startups setzen

dann im Transfer um, was die Studierenden ein paar

Meter entfernt erarbeiten und erforschen. Theorie und

Praxis werden so miteinander verzahnt.

Natürlich lassen sich viele Ergebnisse der praxisnahen

Forschung für Veranstaltungen nutzen: „Wir

simulieren zum Beispiel an der Uni am Zentrum

Licht in unterschiedlichen Umgebungen mit Hilfe

von Virtual Reality“, so Greule. „Wir stellen uns Fragen

wie: Wie kann man virtuelles Licht sehen? Wie

kann man eine virtuelle Brille mehrere Stunden bei

einem Konzert nutzen? Wie muss womöglich das

Storytelling eines Events deshalb anders aufgebaut

werden?“

Ein Pluspunkt: Soft- und Hardware für Virtual Reality

sind inzwischen deutlich billiger und das Handling

der Geräte immer unkomplizierter. „Brillen für

Virtual Reality waren früher recht teuer, werden jedoch

immer günstiger“, so Greule. „Auch die Game-Industrie

hat während Corona einen sehr großen

Zulauf bekommen. Als wir zum Start des FTZ von

hybriden Events sprachen, wurden wir komisch beäugt.

Heute nicht mehr. Denn hybride Veranstaltungen

können für unsere Branche eine Chance sein.“

HAW Hamburg – Forschungs- und Transferzentrum DIGITAL REALITY

74 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

Speicherstadt Digital –

Visualisierte Geschichte

Originalgetreue Modellierung des

Kesselhauses und der Maschinenzentralstation

als interaktives 3D-Model.

Mit VR-Anwendung und immersiven

Sounddesign die Speicherstadt

von vor 100 Jahren erleben.

Entwicklung einer

AR-App „Lindley“

Gestaltet und entwickelt wurde eine interaktive,

aufwändig modellierte 3D-Mixed

Reality Figur des britischen Ingenieurs

William Lindley. Lindley revolutionierte die

Grundwasserversorgung in Hamburg. Das

Ziel der App war das Interesse für

historische Themen bei einem

breiteren, vor allem jüngeren

Publikum zu wecken.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 75


Zur AUMA-Dokumentation

Welches Potenzial hat

Virtual Reality auf Messen?

Einsatzpotenziale der Virtual Reality (VR) Technologie als Live-Kommunikationsinstrument auf

Messen – diese hat Melany Sibal bereits 2018 während ihrer gleichnamigen Masterarbeit an

der TU Chemnitz untersucht. Seitdem setzt sie die innovative Technologie verstärkt auf Events

in B2B und B2C ein. Wir sprechen mit ihr über ganz Reales in dieser Welt des Virtuellen.

• Wo liegt das besondere Potenzial von Virtual Reality

auf Messen und Events?

Mit ihr sprechen Sie das Sensorische, also Visuelles,

Auditives und Haptisches, aber auch Emotionen und

Intellekt an. Das macht sie zu einem unfassbar spannenden

und neuen Instrument in der Kommunikation.

Vor allem im Bereich des Storytellings ist noch sehr

viel Luft nach oben. Besucher sind nach einem langen

Tag mit vielen Meetings und Flyern irgendwann

ganz froh, wenn sie eine VR-Brille aufsetzen können

und mal etwas Neues sehen. Wir haben zum Beispiel

für einen Kunden aus dem Medizinbereich eine Virtual

Reality konzipiert. So konnte man die neue Zusammensetzung

seines Medikaments spielerisch herausfinden.

Aber auch die Planung eines Messestandes

und sein Raumgefühl lassen sich vorab virtuell zeigen.

Häufig können sich Auftraggeber bestimmte Inhalte

nicht so vorstellen, wie wir als Messebauer. Wie

zum Beispiel der Unterschied zwischen einer 3 Meter

und einer 5 Meter Wand. Virtual Reality vermindert

das Risiko einer kurzfristigen Änderung vor Ort, senkt

Kosten, erhöht Planungssicherheit und nimmt gleichzeitig

die Bedenken vor dieser neuen Technologie.

76 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

• Ihre Masterarbeit haben Sie 2018 und damit noch

vor Corona geschrieben. Was hat sich seitdem verändert?

Ich hatte darin bemängelt, dass die relationale Komponente

von Virtual Reality, also die Beziehung der

Benutzer untereinander, noch ausbaufähig ist. In der

Hinsicht hat sich viel getan. Es gibt mittlerweile eigene

VR Chats und Facebook Rooms, wo man mit

allen Menschen auf der Welt kommunizieren kann.

Diese Komponente kann man heute also noch stärker

nutzen.

Allerdings haben wir durch die vielen Video-Calls jetzt

die Situation, dass gerade das reale Erleben wieder zu

etwas Besonderem wird. Die Virtual Reality kann und

muss nun diese persönlichen Gesprächen um einzigartige

Erlebnisse ergänzen. Wenn sich die Technik der

Virtual Reality diesen Platz zurückerobern will, muss

sie nun schon ganz einzigartige Erlebnisse schaffen.

• Wie setzt man Virtual Reality professionell ein, damit

sie am Ende erfolgreich wirkt?

Sie müssen das Standpersonal gut schulen, damit keine

technischen Fauxpas passieren. Hilfreich ist eine

Ersatz-VR-Brille bei technischen Problemen. Und Sie

sollten nicht zu sparsam sein. Die günstigen Head

Mounted Displays-Modelle, bei denen man nur das

Mobiltelefon verwendet, erreichen nie die Qualität der

kostspieligeren Varianten, die über den Rechner laufen.

Den größten Erfolg erreichen Sie, wenn die VR auf das

konkrete Produkt oder die Marke eingeht. Sie muss also

an die Inhalte gebunden oder gebrandet sein. Nur dann

entfaltet sie ihr volles Potenzial. Demo-Spiele aus dem

Steam-Store ohne Produktbezug sind zwar kurze Zeit

lustig. Sie sorgen aber nicht dafür, dass Ihr Produkt im

Gedächtnis bleibt. Da müssen Sie kreativ werden und

sich überlegen, mit welcher Strategie die Virtual Reality

Ihr Produkt oder Ihre Botschaft am besten unterstützt.

Melany Sibal

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 77


Meetingformate:

Von analog bis virtuell

Die Forscher von „Future Meeting Space“ sind Formaten auf die Spur gegangen,

die künftig die Meetingbranche prägen werden. Identifiziert haben sie die sechs

Szenarien „Interaktives Forum“, „Räumlich-verteilter Kongress“, „Co-Working

Kongress“, „Analoger Kongress“, „Hybrider Kongress“ und „Virtual goes Real“.

Unter die Lupe genommen haben sie dabei auch einzelne Faktoren wie Interaktion,

Zeit, Flexibilität, Sicherheit, Kurzfristigkeit und Erlebnis.

1. Interaktives Forum

Eine Veranstaltung mit 50 bis 200 Gästen startet mit einem gemeinsamen frontalen Vortrag, danach werden

einzelne Themengebiete in Kleingruppen bearbeitet. Die Interaktion der Teilnehmender steht im Vordergrund.

2. Räumlich verteilter Kongress

Mehrere regionale Veranstaltungen finden an mehreren Standorten gleichzeitig und gleichberechtigt statt.

Eine Übertragung und somit auch Kommunikation sind gewährleistet. Dieses Szenario punktet vor allem mit

Zeiteffizienz, Sicherheit und Erlebniskreation.

78 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 79


3. Co-Working-Kongress

Eine mehrtägige Veranstaltung gibt genug Raum und Zeit, um ein nachhaltiges Netzwerk aufzubauen, zu pflegen

und trotzdem notwendige Arbeiten des Berufsalltags zu erledigen. Kurzfristigkeit und Zeiteffizienz machen den

Reiz dieses Szenarios aus.

4. Analog total

Die analoge Veranstaltung findet bewusst an einem abgeschiedenen Ort statt. Ziel ist die Fokussierung auf die

Inhalte. Die Anbindung an die Außenwelt spielt keine Rolle. Ein Szenario, das vor allem die Anforderungen an

Sicherheit und Erlebnis abdeckt.

80 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


5. Hybride Veranstaltung

Eine reale Veranstaltung wird zusätzlich in den virtuellen Raum verlegt. Die Existenz einer virtuellen Parallelwelt

ermöglicht es den Teilnehmern, sowohl physisch als auch digital anwesend zu sein. Das Szenario ist

deshalb besonders zeiteffizient und erlebnisreich.

6. „Virtual goes real“

Eine ausschließlich in sozialen Medien existierende Community trifft sich außerhalb der Netzwerke, um persönlich

und direkt in Kontakt zu treten. Ein Szenario, das Interaktionselemente mit Kurzfristigkeit und Erlebniswerten

vereint.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 81


Klaus Vyhnalek (www.vyhnalek.com)

Durchgeschwurbelt

nach dem Tal der Tränen

„Die Hoffnung nach der Krise“ – so lautet der Titel des aktuellen Buchs

von Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx. Wir sprechen mit ihm

über vier verschiedene Phasen von Krisen, einen Perspektivwechsel für

innovative Eventformate und die Suche nach dem Sinn der Arbeit.

• Wie geht es Ihnen zurzeit in der Corona-Pandemie?

Ich mache wohl die Erfahrung wie viele Menschen.

Wenn man sich nicht von Panik und schlechter Laune

anstecken lässt, tun sich verblüffende Möglichkeiten

auf. Vieles macht man leichter und einfacher als vorher.

Ich habe viel Zeit zum Schreiben und Gärtnern

gefunden.

Es kann bei mir eine Ausnahme sein, aber erstaunlicherweise

hat es die Ökonomie nicht sehr beeinflusst. Man

denkt oft, dass es schlimmer kommt, als es wirklich ist.

• In Ihrem aktuellen Buch „Die Hoffnung nach der

Krise“ gehen Sie auf unterschiedliche Phasen von Krisen

ein. Können Sie die genauer beschreiben?

Die Psychologin Elisabeth Kübler-Ross beschrieb die

Trauerphasenlogik. Ihre vier Phasen kann man auf Krisen

anpassen. Erstmal Schock, wenn so etwas wie Corona

eintritt, ist man völlig geplättet, weil man sich das gar

nicht vorstellen konnte. Dann gibt es eine euphorische

Widerstandsphase. Die erlebten wir vor anderthalb Jahren

im Frühjahr, als die Leute gesagt haben, wir lassen

uns nicht klein kriegen und verhalten uns solidarisch.

82 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

Dann beginnt das lange Tal der Tränen, in dem man die

Fassung verliert. Es bauen sich Klage- und Angstmuster

auf, es gibt Bezichtigungen und das Geschimpfe. Und

dann kommt die Form der Akzeptanz und Wiedergeburt.

Man kann sich nicht mehr an der Negativität festklammern.

Plötzlich entstehen die verblüffenden Effekte, die

es in Krisen historisch immer gab.

• Welche sind das?

Gerade in Pandemien hat stark ein gesellschaftlicher

Wandel stattgefunden. Nach der Pest begann die

Renaissance. Nach den Cholera-Epidemien im 18. und

19. Jahrhundert wurden aus Slums unsere lebenswürdigen

Städte. Pandemien hinterlassen Veränderungen im

menschlichen Verhalten. Das kann man sich während

der Krise allerdings nicht vorstellen. Jetzt fürchten wir

uns noch furchtbar vor den Menschen, die sich besonders

fürchten und das schlägt in Aggression um. Aber

das spielt im weiteren Verlauf keine Rolle mehr. Solche

Krisen verändern gesellschaftliche Grundstrukturen,

Verhaltenssysteme, Denksysteme oder Fühlsysteme.

• Ich tröste mich in Krisen, dass sie zwar wie ein

Waldbrand alles vernichten und alles für immer verloren

ist. Aber es wächst etwas spannend Neues, auf das man

sich freuen kann. Können Sie vergleichbar Positives in

unserer Gesellschaft entdecken?

Erstmal zurück zur Allegorie des Waldbrands. Untersuchungen

belegen, dass wer zwanghaft jedes kleine

Feuer erstickt, irgendwann den richtig großen Waldbrand

riskiert. Das ist eine alte Weisheit der Urvölker.

Die Aborigines legen regelmäßig Feuer in der Wüste,

damit sich von dem vielen Gestrüpp nicht immer mehr

bildet. Sie vermeiden so den richtig großen Brand, den

wir jetzt erlebt haben. Das ist auch eine wunderbare

Metapher für das menschliche Leben. Ohne Krisen

können wir uns nicht verändern, sondern klammern

immer am Alten fest, fahren in dieselbe Richtung –

und das führt zum Entgleisen.

Wer will kann nach einem Perspektivwechsel die gesamten

Systeme unserer Kultur und Gesellschaft analysieren.

Ich fange nur mal mit der Arbeitswelt an.

Wir kommen aus einer Welt im Prä-Corona, in der eini-

ge Tätigkeiten im Grunde genommen überflüssig waren

und schlecht bezahlt wurden. In der haben sich immer

mehr diese sehr hässlichen Billiglohnsektoren gebildet

und Menschen wurden ausgebeutet. Und plötzlich wachen

wir in einer Gesellschaft auf, in der qualifizierte

Arbeit und das Können unglaublich gefragt sind. Es gibt

kein Unternehmen mehr, das nicht verzweifelt Leute

und Talente sucht. Denken Sie mal an Handwerker, die

heute praktisch jeden Preis verlangen können.

Epidemien wie Corona beschleunigen das Suchen

nach Sinn. Das Erlebnis ist so existenziell, dass sich

die Leute fragen: Sag mal, muss ich mir das antun?

In Amerika nennt man das gerade The Great Resignation.

Pro Monat kehren rund fünf Millionen Menschen

nicht mehr an ihre alten Arbeitsplätze zurück,

weil sie sich anders orientieren, selbständig machen

und improvisieren. Krisen holen nicht jeden aus alten

Gewohnheiten heraus, aber doch viele. Das sehen Sie

überall. In der Pflege bis in den Kulturbereich fragen

die sich: Vielleicht müssen wir auch mal etwas anderes

und nicht immer dasselbe machen? Das führt dann

zu einem positiven Schwurbel. Wenn man Schwurbel

als die Bindung neuer Verbindungen begreift, dann

schwurbelt uns eine Krise so richtig durch.

• Die Veranstaltungswirtschaft ist von der Corona-

Pandemie am härtesten betroffen. Wie kann ein solcher

Wirtschaftszweig die Hoffnung aufrechterhalten?

Naja, jetzt Sie mit dieser Frage wieder in die Klagephase

zurückgerutscht. Wem geht es denn nicht furchtbar?

Den Gastwirten, den Mitarbeitern in der Automobilindustrie,

es geht immer allen ganz furchtbar. Vielleicht

sollten wir diesen Modus verlassen und die Lage

betrachten. Natürlich sind Menschen nahe Branchen

durch die Krise am meisten betroffen. Das ist nun mal

so. Ich verdiene als Vortragsreisender mein Geld und

habe praktisch alle meine klassischen Jobs verloren.

Aber gleichzeitig ist eine neue virtuelle Branche entstanden,

die rasend wächst. Auch ich habe viele Vorträge

virtuell gehalten, obwohl ich mich nach der physischen

Bühne sehne. Es ist interessant, was allein im

kreativen Bereich für Software oder neue Arbeitsformate

entstanden sind. Gerade diese Szene sollte sich

auszeichnen, dass sie kreativ reagiert.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 83


Das funktioniert nicht überall. Einem Großteil ist aber

durch staatliche Transfers geholfen worden. Menschen,

die dennoch durch die Lücken fallen, müssen sich etwas

Neues einfallen lassen. Ihr Wertschöpfungskonzept war

vielleicht nicht resilient genug und sie hatten eigentlich

schon vor der Krise ein Problem. Drastisch formuliert:

Wer zum Beispiel als Hotelier früher schon eine miese

Küche hatte und Bedürfnisse der Kunden nicht beachtete,

ist im Ausleseprozess vom Markt verschwunden.

Diejenigen dagegen, die über einen Grundimpuls zur

Innovation verfügen, werden sich auch neu erfinden. Es

ist der Einbruch der Wahrheit in eine Scheinwirklichkeit,

in der wir vorher gelebt haben. Das ist für einige Marktteilnehmer

schwierig und für andere lehrreich.

Trotz des großes Nachholbedürfnisses zum Abfeiern

werden aber künftig exzessive Partys, teures Fingerfood

auf Veranstaltungen oder die gradlinige Vermehrung von

Events nicht mehr in diesem Umfang stattfinden. Die

Frage von Qualität spielt eine größere Rolle. Firmen hinterfragen

mehr, ob eine Businesskonferenz wirklich nötig

ist und die Wachstumsraten, die wir so selbstverständlich

erwarten, kommen vielleicht nicht wieder. Es war auch

sinnvoll, dass wir mal in den Himmel gucken und feststellen:

Moment mal, da fliegen weniger Flugzeuge, aber

vielleicht ist das auch nicht so falsch. Entweder müssen

wir Flugzeuge erfinden, die die Umwelt nicht verschmutzen,

oder es wäre nicht schlecht, weniger zu fliegen.

• Es wird gern gefordert, nicht immer mehr und größer

zu produzieren. Aber wenn etwas nicht mehr wächst, so

wie Ihre Pflanzen im Garten, stirbt es doch?

Genau, aber wenn Sie in Ihrem Körper unbegrenztes

Wachstum haben, dann ist das keine gute Mitteilung,

oder? Das heißt dann nämlich Krebs. Deshalb stellt sich

die Frage nach der Art von Wachstum. Wir reden dann

zum Beispiel über Kreisläufe. Wir können Events qualitativ

so gestalten, dass sie, metaphorisch gesprochen,

gesünder sind. In einer anderen Denkweise befindet

man sich dagegen in dem Zwang, dass wir irgendwann

immer mehr Öl verbrennen müssen, weil es gar nicht

mehr anders geht. Eine Gesellschaft muss nicht immer

durch materielle Formen oder Produkte, sondern kann

auch durch mehr Services, mehr Dienstleistung, mehr

Zuneigung wachsen.

• Digitalisierung und Nachhaltigkeit kommen zurzeit

als drängende Trends hinzu. Was würden Sie Unternehmen

raten, um sich für die Zukunft gut aufzustellen?

Erst mal würde ich alle schnell gemachten Ratschläge

am Telefon oder in Interviews ablehnen, weil das Blödsinn

ist. Eine Standup-Beratung macht keinen Sinn,

weil die Anbieter in der Unterhaltungsbranche ein gigantisches

Spektrum abdecken. Im Grunde muss man

das eigene Wertschöpfungskonzept hinterfragen, und

zwar bevor man pleitegeht. Sie müssen verstehen, wie

sich der Markt und Bedürfnisse verändern, rechtzeitig

die Kurve kriegen und dann mit Innovation und neuen

Formaten den Trend sogar mitgestalten. Denken Sie mal

an Messen. Braucht es hier immer mehr Stände und

körperliche Erschöpfung am Ende des Tages? Die Präsentationsmesse

hat sich im Format überlebt. Da wird

es neue hybride Formen geben, so kostbar die persönliche

Begegnung auch ist. Wer diese neuen Angebote

gestaltet, ist der Marktgewinner.

Jedem Trend folgt außerdem ein Gegentrend, der lukrativer

sein kann. In den vergangenen 20, 30 Jahren

standen Spaß und Entertainment im Vordergrund. Jetzt

erleben wir die Digitalisierung, in der menschliche Beziehungen

abstrakter und verdateter werden. Ich glaube

aber nicht, dass die Menschen wirklich in den virtuellen

Raum des Metaverse wollen. Sie möchten ihre

Menschlichkeit leben. Das führt zu mehr qualifizierten

Begegnungen. Hier hat die Eventbranche einen ewigen

Charakter, weil sie dieses Bedürfnis bedient.

• Worauf freuen Sie sich nach Corona?

Ich kann inzwischen gut mit einer Maske leben und bin

da weniger paranoid. Wir sollten uns Gedanken machen,

wie wir Streit in der Gesellschaft besser ritualisieren und

moderieren. Auf vollkommen blödsinnige Streitdebatten

im Fernsehen, wo man sich nur im Kreis dreht und verbal

verprügelt, kann ich gut verzichten. Das waren die

falschen Events.

www.horx.com

84 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

Buchverlosung

Unter allen Teilnehmenden

verlosen wir bis zum

19. Mai 2022 ein Exemplar.

Alle Informationen dazu unter

www.vplt.org/buchverlosung/horx

Krisen können Ökonomien von innen

heraus verändern, neue Epochen einleiten

und Kultursysteme neu konfigurieren.

Beispiele sind die Renaissance, die

Aufklärung, das industrielle Zeitalter, die

Konsumgesellschaft, die POP-Ära und

anderes. Viele dieser Epochen hatten

ebenfalls symbolische Auslöser, die etwas

zum Durchbruch brachten, was latent

bereits in der Gesellschaft vorhanden

war. Die Coronakrise beendet die Ära der

ungebremsten Erhitzung und Beschleunigung,

des Steigerungswahns der letzten Jahrzehnte

und der entfesselten Industrialisierung.

Dieses Buch von Matthias Horx knüpft an

„Die Zukunft nach Corona“ an, ohne eine

Corona-Bilanz zu sein. Es kreist erneut um

den Begriff der RE-GNOSE, der zu einer

Art Kultbegriff geworden ist. Es zeigt die

aktuellen Mindshifts und erklärt, wie sich die

Zukunft in uns immer wieder neu erfindet.

www.horx.com/buecher

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 85


Real, digital oder hybrid –

die Zukunft von Messen

• Messen finden schon immer onsite

statt, häufiger nun aber auch digital.

Wie nehmen Sie aktuell die Situation

und die Herausforderungen wahr?

• Werfen Sie mal einen Blick in

die Zukunft – wie sehen Messen

in 10, 20 Jahren aus?

„Messen sind

immer im Wandel“

Steffen Schulze

Leiter Bereich Kommunikation und Marketing,

AUMA – Verband der deutschen Messewirtschaft

• Innovative Messe-Events mit digitalen, auch virtuellen,

Erweiterungen waren schon vor der Pandemie

im Kommen. Die Digitalisierung stärkt Messeveranstalter

dabei, zusätzliche Werte für Aussteller und

Besucherinnen zu schaffen, sei es beim Community-Building

oder bei Co-Creation. Die Verknüpfung

von realen und digitalen Elementen ermöglicht es, die

Vorteile beider Formate zu verbinden. Digitale Lösungen

erhöhen die Reichweite, die Messe vor Ort punktet

durch persönliche Kontakte und Live-Erlebnisse.

Die Präsenzmesse wird zum Höhepunkt der digitalen

Verlängerung.

• Ganz klar, künftig werden Messen höhere digitale

Anteile haben. Hybrid-Veranstaltungen sprechen ganz

neue Zielgruppen an, können Aussteller und Besucher

beteiligen, die für einen ersten Eindruck nicht

anreisen würden. Da hat sich viel getan. Das ist gut

so. Aber schon 2012 hat keine Messe stattgefunden

wie 2002, keine Messe 2032 wird sein wie eine in

diesem Jahr – Corona nicht mitgedacht. Messen sind

immer im Wandel. Nichts bleibt, wie es ist. Mehr

denn je geht es jedoch um Vertrauen, um Markenpflege,

um überzeugende Präsentation von Innovationen.

Hier zählt Präsenz, hier zählt der Mensch! Neue

Bindung, innovative Kooperation und langfristige Beziehung

entstehen durch Begegnung: Im Paket gibt’s

das nur auf echten Messen.

86 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

Das Bedürfnis

nach persönlicher

Kommunikation

• Messen sind Live-Medien. Sie leben davon, persönliche

Begegnung in einem spannenden, innovativen

Umfeld zu ermöglichen und sind daher eine einzigartige

Plattform für Geschäftsbeziehungen – egal ob alt oder

neu. Im digitalen Umfeld können Messen diese Stärken

nicht ausspielen. Hierfür fehlt der persönliche, vertrauensvolle

und verbindliche Umgang miteinander. Durchgeführte

Digitalformate haben in keinster Weise an den

Erfolg von Präsenzmessen anknüpfen können. Menschen

haben das Bedürfnis nach persönlicher Kommunikation.

Wolfgang Marzin

Vorsitzender der Geschäftsführung, Messe Frankfurt GmbH

Beziehungen pflegen

• Die Corona-Pandemie hat uns – genauso wie die

gesamte Veranstaltungsbranche – hart getroffen. Dennoch

waren wir in den vergangenen zwei Jahren in der

Lage, an unseren weltweiten Standorten mit neu entwickelten

digitalen und hybriden Veranstaltungsformaten

starke und sichere Plattformen auszurichten. Da wir

vor der Pandemie bereits seit zwei Jahrzehnten verstärkt

in unser digitales Serviceangebot rund um unsere

Präsenzmessen investiert hatten, konnten wir unseren

Kundinnen und Kunden während der anhaltenden Kontaktverbote

maßgeschneiderte digitale Ergänzungsformate

anbieten, hybride Events oder auch ganzjährlich

nutzbare digitale Orderplattformen.

• Die Digitalisierung ist aber nun mal nicht mehr

aufzuhalten. Es kommt auf die richtige Mischung an.

Hier zeigt sich, dass digitale Ergänzungen Präsenzmesseformate

wirkungsvoll unterstützen können. Hierbei

ist jedoch zu beachten, dass die Messe im Mittelpunkt

bleibt. Alle Kommunikationsmaßnahmen im Vorfeld und

Umfeld sollten immer auf das Highlight hinführen. Dies

stärkt aktuell die noch schwierige internationale Reichweite,

wird dann aber in Zukunft als gelernter Bestandteil

nicht mehr wegzudenken sein.

Henning Könicke

Vorstandsvorsitzender

FAMA Fachverband Messen und Ausstellungen e.V.

• Die zwangsweise Verlagerung von Veranstaltungen

in den digitalen Raum hat unserer Branche wie unter

dem Brennglas deutlich gemacht, dass die physische

geschäftliche Begegnung auf unseren Messen vor Ort

maßgeblich ist für den Geschäftserfolg. Wir hören von

vielen Kunden, dass die Rolle von Veranstaltungen als

Ort des Aufbaus und der Pflege internationaler Beziehungen

eine persönliche, physische Interaktion voraussetzt.

Der digitale Faktor wird zwar auch in der Zukunft

fester Bestandteil unserer Präsenzmessen bleiben und

eine wertvolle Bereicherung sein, aber nachhaltiger Vertrauensaufbau,

Konkurrenzbeobachtung, haptisches Erfahren

von Produkten bleiben nur vor Ort möglich.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 87


Neuerfindung im „New Normal“

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Cornelia Zanger von der Technischen Universität

Chemnitz, über Digitalisierungsschübe in der Event- und Messebranche,

innovative Konzepte und neue, daraus folgende Geschäftsmodelle.

• Die Veranstaltungswirtschaft ist von der Corona-Pandemie

am härtesten betroffen. Jetzt revolutioniert

sich die Branche auch noch und geht hinüber

ins digitale Zeitalter. Sie sprechen von „The New Normal“

– was meinen Sie damit?

Auch wenn in der Live-Kommunikationsbranche sowohl

im Messe- als auch im Eventbereich Akteure

noch immer von einer Rückkehr zu den guten „alten“

Zeiten von vor 2020 träumen, so zeigen doch die aktuellen

Entwicklungen der letzten zwei Jahre, dass es

das nicht geben wird. Die Branche hat sich während

der Zeit der wiederholten Lockdowns und starken Einschränkungen

der persönlichen Begegnungen neu er-

finden müssen. „The New Normal“ ist vor allem durch

einen Digitalisierungsschub gekennzeichnet. Messeund

Eventkonzepte werden auch zukünftig mit Blick

nicht nur auf das Pandemiegeschehen, sondern auch

vor dem Hintergrund der insgesamt fragilen Marktund

Umweltbedingungen in geringerem Umfang noch

reine Live-Veranstaltungen sein.

Veranstalter und Teilnehmer haben sich an die Vorteile

der Digitalisierung gewöhnt. Zeit und Kosten für

Reisen oder Übernachtungen können reduziert werden.

Und nicht nur nebenbei bieten digitale Veranstaltungen

auch Vorteile zur Erfüllung ökologischer

Nachhaltigkeitsansprüche.

88 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

Zwischen realen, live stattfindenden Veranstaltungen

und vollständig digitalisierten Veranstaltungen werden

vor allem hybride Formate das „New Normal“ ausmachen.

Hybride Formate vereinigen die Vorteile von

Live-Veranstaltungen, wie den persönlichen Kontakt

und die hohe Erlebnisintensität, mit den Vorteilen von

digitalen Veranstaltungen wie unbegrenzte räumliche

Reichweite, 24h-Verfügbarkeit, Erreichen räumlich verteilter

Zielgruppen, die nicht vor Ort sein können. Das

heißt, neben der räumlich zentrierten Begegnung zwischen

Veranstaltern und Besuchern gibt es zum Beispiel

bei Messen auch die Möglichkeit zur räumlich verteilten

Präsentation des Angebotes durch den Aussteller oder

den Messebesuch aus der Ferne. Mit Blick auf internationale

Aussteller und Besucher ist es für Messeveranstalter

wichtig, solche Optionen zu schaffen.

Fest steht aber auch, und das bestätigt zum Beispiel

unsere R.I.F.E.L. (Research Institute for Exhibition and

Live-Communication) Studie zur „Zukunft der Live

Kommunikation“ von Ende 2021, dass es einen starken

Nachholbedarf an persönlichen Treffen gibt. Persönliche

Begegnungen auf Veranstaltungen ermöglichen

es, Kontakte und Netzwerke zu pflegen, neue Kontakte

zu entwickeln und das für Geschäfte so wichtige Vertrauen

zu schaffen. Und auf Veranstaltungen entstehen

Emotionen, die man nicht digitalisieren kann. Das Bedürfnis

nach echten Begegnungen und emotionalen Erlebnissen

wird die Live-Kommunikation auch im „New

Normal“ unverzichtbar machen.

• In Ihrer Wissenschaftlichen Konferenz Eventforschung

der TU Chemnitz haben Sie sich mit der Forschung

dazu beschäftigt. Können Sie ein paar Einblicke

geben?

Die Wissenschaftliche Konferenz Eventforschung hat

sich seit 13 Jahren als wissenschaftliche Plattform

des Dialogs zwischen der Forschung und Event- und

Messepraxis etabliert. Bei der 13. Wissenschaftlichen

Konferenz Eventforschung Ende Oktober 2021 standen

die Entwicklung der Branche in der Krise und

die Wege zum Re-Start im Mittelpunkt. Wichtige inhaltliche

Fragen, die wir diskutiert haben, waren das

neue Verständnis der Live-Kommunikation, das davon

geprägt ist, Konzepte zu entwickeln, die künftig die

Welten von digital, hybrid und live auf einer einzigen

kundenzentrierten Plattform verschmelzen lassen.

Dabei stellte sich auch die Frage nach der genauen Definition

von hybriden Veranstaltungen, die nicht einfach

als die digitale Verlängerung von Live-Veranstaltungen

gesehen werden können, sondern spezifische Anforderungen

an die Konzeptionsentwicklung, die Dramaturgie

und die Ablaufregie stellen. Zukünftig werden

immer mehr Messen und Events nicht mehr räumlich

zentriert, sondern räumlich verteilt stattfinden.

Für die Planung dezentraler Veranstaltungskonzepte

ergeben sich ganz besondere Herausforderungen, zu

denen wir erste empirische Ergebnisse auf der Konferenz

diskutiert haben, wie die gleichberechtigte Einbeziehung

aller verteilter Veranstaltungshubs, die Möglichkeit

der Interaktion zwischen den verteilten Teilnehmern,

die ständige Aktivierung zum Beispiel durch

Gamification und die Einplanung regelmäßiger Pausen

zum Networking.

Dem Thema Nachhaltigkeit in der Live-Kommunikation

im „New Normal“ stellte sich die wissenschaftliche

Community ebenfalls. Sind digitale Veranstaltungen

wirklich per se nachhaltiger und wie kann die Nachhaltigkeit

eines digitalen oder hybriden Events berechnet

werden, war Gegenstand der Diskussion auf der Eventkonferenz.

Ganz praktische Hinweise gab es auch aus Sicht des

Rechtes. Digitale und hybride Veranstaltungen stellen

nicht nur neue Herausforderungen an die inhaltliche

Konzeption, sondern erfordern auch die Weiterentwicklung

von Vertrags-, Daten- und Haftungspflichten für

Organisatoren im Vergleich zu Live-Veranstaltungen.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 89


• Mit der Digitalisierung kommen verwirrend viele neue

Technologien und Player hinzu und es gibt es innovative

Geschäftsmodelle. Können Sie ein paar aufzeigen?

Die Veranstaltungswirtschaft hat sich dadurch weiterentwickelt,

dass neue Akteure mit vielfältigem Knowhow

in Medien- und Veranstaltungstechnik, Content

und Inszenierung integriert wurden und weiterhin werden.

Etablierte Agenturen und Dienstleister aus der

LiveCom-Branche haben sehr schnell auf die neuen

Kundenanforderungen nach digitalen und hybriden

Veranstaltungen reagiert und entweder eigene digitale

Kompetenzen aufgebaut oder mit Technik- und Medienpartner

neue Geschäftsmodelle entwickelt.

Ein Bereich, von dem mit besonderer Priorität neue

Geschäftsmodelle gefordert werden, sind die Messegesellschaften.

Die Messewelt ist in einer grundsätzlichen

Umbruchsituation. Sowohl die Bedürfnisse der Aussteller

als auch der Besucher ändern sich im „New Normal“.

Reduce to the Max ist das Ziel der strategischen Neudefinition

von Messeportfolios der Aussteller. Die Anzahl

der Veranstaltungen wird reduziert. Es werden fokussierte

(Fach)Veranstaltungen und Messen favorisiert vor

breiten Massenveranstaltungen. Die Veranstaltungsgrößen

werden optimiert, indem Zielgruppen genauer bestimmt,

„spitzer“ definiert und eingeladen werden. Die

Veranstaltungsorte werden reduziert, da durch die hybride

Verlängerung von Veranstaltungen Zielgruppenmitglieder

auch auf digitalem Weg erreicht werden können.

Das heißt, Messen werden zukünftig sowohl live, aber

bei verkleinerter Ausstellungsfläche, als auch digital und

hybrid konzeptionell geplant werden müssen.

Buchverlosung

Jetzt teilnehmen und bis

zum 19. Mai 2022 unter

www.vplt.org/buchverlosung/zanger

ein Exemplar sichern!

Messegesellschaften müssen auf diese Entwicklung mit

innovativen Geschäftsmodellen reagieren. Über Plattformen

der Messegesellschaft erhalten Aussteller die Möglichkeit,

die Messe sowohl live durchzuführen, als auch

hybrid zu inszenieren und digital zu verlängern. „Nach

der Messe wird zu vor der Messe“, der Kundenkontakt

muss unabhängig vor der temporär stattfindenden Messe

gehalten werden können. Die Messe kann über das

ganz Jahr hinweg bis zur nächsten Live-Veranstaltung

digital gestaltet werden. Nach der bereits genannten

R.I.F.E.L. Studie zur „Zukunft der Live Kommunikation“

bringt dabei auch der Blick „Out of the Box“ Inspiration

bei der Suche nach neuen Partnern und Geschäftsmodellen,

zum Beispiel aus dem TV/Film-Bereich, der Musikszene,

dem Social-Media-Bereich oder von Gaming-,

Fashion- und LiveStyle-Plattformen.

Wissenschaftliche Konferenz Eventforschung

90 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


TITEL Voraus in die Zukunft – real, digital oder hybrid?

Events und Wege aus der Krise

Die Autorinnen und Autoren des Tagungsbandes diskutieren den Einfluss

der Corona-Pandemie auf die Live Communication und zeigen Wege auf,

wie aus Sicht von Wissenschaft und Praxis während und nach der Krise

neue Event- und Messeformate entwickelt werden können. Der Band

fasst die auf der 12. Wissenschaftlichen Konferenz Eventforschung der

TU Chemnitz, die am 30.10.2020 erstmals online stattfand, vorgestellten

aktuellen Forschungsergebnisse zum Thema Events und Wege aus der Krise

zusammen. Ergänzt wird das Schwerpunktthema durch Forschungsbeiträge

zur Wirkung von Hintergrundmusik bei Messen und zum Einfluss der

Digitalisierung auf neue Geschäftsmodelle in der Event- und Messebranche.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 91


ECONOMIC

Zertifizierung, digitale Ausrichtung und

passende Veranstaltungstechnologie sind

wichtige Faktoren in unternehmerisch

schwierigen Zeiten.

Wohin führt die Zukunft

im B2B-Marketing?

Die Zukunft des B2B-Marketings ist digital – zu diesem Ergebnis kommt die

Unternehmensberatung McKinsey & Company in ihren Studien. 1 Danach böte

ein Großteil der B2B-Unternehmen seine Angebote im E-Commerce an und

erwirtschafte damit den gleichen Umsatzanteil wie durch den persönlichen

Verkauf. Doch lässt sich diese These auch mit anderen Studien und Berichten

belegen? Gibt es darüber hinaus vielleicht weitere bestimmende Trends?

Und wie aussagekräftig sind diese Faktoren für die Veranstaltungstechnik?

92 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 93


Neben den vordergründigen Wirtschaftsbeziehungen

zwischen Unternehmen und Konsumenten, also B2C,

spielen oft die der Unternehmen untereinander, also

B2B, eine bedeutende Rolle. Dieses B2B-Geschäft ist

selbstverständlich auch in der Veranstaltungstechnik

relevant. Für sie gibt es zwar nur sehr begrenzte Forschungen

und Erkenntnisse in Bezug auf das B2B-Verhalten.

Dennoch zeigen einige Studien die Richtung

auf, in die sich das B2B-Marketing in der Veranstaltungstechnik

zukünftig bewegen wird. Neben der Digitalisierung,

die sich inzwischen in so gut wie jedem

Lebensbereich dominierend etabliert hat, finden sich

im B2B daher weitere Muster.

Mehr digitales Geschäft

Bereits vor der Corona-Pandemie, aber besonders durch

sie befeuert, nimmt das digitale Geschäft im B2B-Handel

zu 2 . Dieses ist eine breit geteilte Zukunftsaussicht

für das B2B-Geschäft 3 . Mehrheitlich geben Unternehmen

den E-Commerce als erfolgreichsten Verkaufskanal

an und investieren dementsprechend viel in diese

Plattformen. 4 Der Blick in die Veranstaltungswirtschaft

bestätigt diesen Eindruck: Die eh sehr technische Branche

wird 2022 mehrheitlich im Bereich des Online-Marketings

investieren und Veranstaltungsformate zu einem

großen Teil hybrid abhalten. 5

Angesichts dessen ist es umso überraschender, wie

viele Unternehmen jene Entwicklungen und das damit

einhergehende Potenzial bislang deutlich unterschätzen.

Oftmals sind sie noch überzeugt, dass Geschäfte

im B2B hauptsächlich über den persönlichen Kontakt

geschlossen werden und digitale Verkaufsplattformen

lediglich als deren Ergänzung fungieren können, grundsätzlich

aber verzichtbar sind. 6

Vorteile künstlicher Intelligenz

Mit der steigenden Digitalisierung und der weiteren

Ausdehnung des Geschäftes nimmt die Komplexität

insgesamt zu. Im Zusammenhang mit digitalen Tools

steigt auch der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im

B2B-Marketing stetig. Gegenüber analoger Bearbeitung

bietet die KI den entscheidenden Vorteil, genaue und

vertrauenswürdige Ergebnisse zu liefern und darüber

hinaus effizienter zu arbeiten. Eine deutliche Mehrheit

der Unternehmen vertraut inzwischen auch auf genau

diese Effekte und sieht in Künstlicher Intelligenz die

Chance dazu, den Kundenservice qualitativ wesentlich

auszubauen. 7 Mit ihr lassen sich auch Business Konzepte

und die Wissensgenerierung effektiv ausgestalten. 8

Letztlich angestoßen durch die Corona-Pandemie, setzt

die Veranstaltungswirtschaft inzwischen vermehrt darauf,

Events digital zu veranstalten. Dies wird sich vermutlich

auch in den künftigen Jahren mindestens im hybriden

Format etablieren. Die teilweise Transformation,

die sich so schon in der Durchführung von Veranstaltungen

zeigt, wird mit den verschiedenen Entwicklungen

im B2B-Marketing auch in der Veranstaltungswirtschaft

zu sehen sein.

Individuelle Ansprache gut

informierter Kunden

Der Blick in die Zukunft des B2Bs beschränkt sich

allerdings nicht allein auf den technischen Fortschritt

und die digitale Ausrichtung. Es zeigt sich auch eine

vermehrte Orientierung hin zu den Kunden und ihren

Wünschen. Innerhalb der Gesellschaft finden Wandlungsprozesse

statt, die insbesondere die nachkommende

Generation Z und die um die 2000er Jahre

Geborenen deutlich Technik-affiner sein lassen. Sie

beauftragen und kaufen häufiger gut informiert, datensicher

und individualisiert.

Die Ansprüche der neuen Marktteilnehmer haben sich

gewandelt. Die jüngeren Generationen möchten individuell

wahrgenommen werden. Bevor Kunden beauftragen

oder kaufen, informieren sie sich selbst über

Produkt- oder Dienstleistungseigenschaften, vergleichen

diese mit anderen Angeboten und ziehen Nutzerbewertungen

heran. Die spezielle, individuelle und

erlebnisreiche Erfahrung ist wichtiger als der bisher

standardmäßige Geschäftsabschluss vor Ort und auf

Empfehlung von Bekannten, wie er alltäglich stattfinden

könnte. 9

94 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


ECONOMIC Marketing

Authentische Kommunikation mit

Kauferlebnis

Im Zusammenhang mit Werbung spielt eine authentische

Kommunikation eine entscheidende Rolle. Nicht authentisch

wirkende Kommunikation führt weniger häufig zum

Abschluss einer Dienstleistung oder zum Kauf als authentische

und individuell zugeschnittene Kommunikationsarten.

Im gleichen Zuge erwarten jüngere Kunden heute

einen weitreichenden Service, hochwertige Qualität eines

Produktes oder einer Dienstleistung. Sie wünschen sich

ein regelrechtes Beauftragungs- und Kauferlebnis sowie

vertrauenswürdige Partner, die sie relativ schnell und informiert

durch neue Partnerschaften ersetzen, sofern diese

ihren Ansprüchen nicht mehr genügen. 10 Zudem haben

sie ein verschärftes Sicherheitsbedürfnis mit Blick auf die

Verarbeitung und Nutzung persönlicher Daten. 11

Neue Trends bei Messen

Diese Trends spiegeln sich auch in der Zukunftsausrichtung

der Messen wider, die einen großen Umschlagplatz

für B2B-Geschäfte darstellen. Persönlicher Kontakt ist für

viele Unternehmen zwar weiterhin wichtig. Präsenzmessen

behalten also ihre Relevanz. Jedoch werden sich immer

mehr auch hybride Messeformate etablieren und auf dem

Markt ansiedeln. Die Präsenzmessen werden sich zudem

eher lokaler fokussieren müssen und in kleinerem Rahmen

abspielen. Sie müssen darüber hinaus einen relativ neuen

Fokus darauf legen, Messen nachhaltig zu gestalten und

für Besucher mehr ansprechende und einzigartige Elemente

einzubauen. 12

Was bedeutet das für das B2B? Unternehmen müssen zunehmend

mit einzigartigen, spektakulären und individuell

passenden Angeboten überzeugen. Denn der personalisierte

Verkauf stellt bereits im Jahr 2022 einen dominanten

Trend im B2B-Marketing dar. 13 Damit schließt sich der

Kreis zum Trend der Technologisierung im B2B-Marketing.

Den beschriebenen Entwicklungen können Firmen mithilfe

von Künstlicher Intelligenz begegnen. KI ermöglicht

den nötigen Kundenfokus, breit gestreut und dabei trotzdem

authentisch und individuell zu werben sowie gleichzeitig

persönliche Daten zu schützen. 14 [Kim-Christin Manke]

1 Bangia, Harrison, Plotkin, Piwonski: Busting the five biggest B2B

e-commerce myths – The leading edge for successful B2B sales growth is

digital. Here’s why, 2022, MCKinsey & Company.

2 Bond III et al.: The Future of B2B Customer Solutions in a Post-CO-

VID-19 Economy – Managerial Issues and an Agenda for Academic Inquiry,

2020, Journal of Service Research Vol 23(4).

3 Echobot: B2B-Vertrieb der Zukunft – Visionen, Strategien & Trends,

abrufbar unter: B2B-Vertrieb der Zukunft: Visionen, Strategien & Trends

(1/2) - ECHOBOT.

4 Bangia, Harrison, Plotkin, Piwonski: Busting the five biggest B2B

e-commerce myths – The leading edge for successful B2B sales growth is

digital. Here’s why, 2022, MCKinsey & Company.

5 eMinded: B2B Online Marketing Trends 2022 – Benchmarks für Dein

Unternehmen, abrufbar unter: Studie B2B Online Marketing Trends 2022

I eMinded.

6 Bangia, Harrison, Plotkin, Piwonski: Busting the five biggest B2B

e-commerce myths – The leading edge for successful B2B sales growth is

digital. Here’s why, 2022, MCKinsey & Company; Echobot: B2B-Vertrieb

der Zukunft – Visionen, Strategien & Trends, abrufbar unter: B2B-Vertrieb

der Zukunft: Visionen, Strategien & Trends (1/2) - ECHOBOT.

7 Vladimirovich: Future Marketing in B2B Segment – Integrating Artificial

Intelligence into Sales Management, 2020, International Journal of Innovative

technologies in Economy.

8 Saura, Ribeiro Soriano, Palacios-Marqués: Setting B2B digital marketing

in artificial intelligence-based CRMs: A review ad directions for future research,

2021, Industrial Marketing Management Vol 98.

9 Sullivan-Hasson: The 2021 B2B Buying Disconnect, 2020, TrustRadius,

abrufbar unter: The New B2B Buying Process - B2B Buying Trends

for 2021 | TrustRadius; DÉlia: Trends in der b2B-Kommunikaation 2022,

2022, ChannelPartner, abrufbar unter: Digital, individuell und authentisch:

Trends in der B2B-Kommunikation 2022 - channelpartner.de.

10 Göhring: Die Zukunft des B2B-Vertriebs – Integrierter Vertriebsund

Marketingansatz, Digitalmagazin abrufbar unter: Die Zukunft des

B2B-Vertriebs: Integrierter Vertriebs- und Marketingansatz | dm (digital-magazin.de);

IFH Köln: Das neue B2B ist B2C – 7 Thesen zur Zukunft

des B2B-Handels, abrufbar unter: Das neue B2B ist B2C – 7 Thesen zur

Zukunft des B2B-Handels - IFH KÖLN (ifhkoeln.de).

11 Sullivan-Hasson: The 2021 B2B Buying Disconnect, 2020, TrustRadius,

abrufbar unter: The New B2B Buying Process - B2B Buying Trends

for 2021 | TrustRadius; DÉlia: Trends in der b2B-Kommunikaation 2022,

2022, ChannelPartner, abrufbar unter: Digital, individuell und authentisch:

Trends in der B2B-Kommunikation 2022 - channelpartner.de.

12 Bundesverband Industrie und Kommunikation e.V.: Trendpaper –

Nach dem Einbruch der Aufbruch – Chancen einer neuen Messewelt,

2021.

13 eMinded: B2B Online Marketing Trends 2022 – Benchmarks für Dein

Unternehmen, abrufbar unter: Studie B2B Online Marketing Trends 2022

I eMinded.

14 Vladimirovich: Future Marketing in B2B Segment – Integrating Artificial

Intelligence into Sales Management, 2020, International Journal of Innovative

technologies in Economy.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 95


Krisenfest dank Zertifizierung

Ein Gespräch mit Martina Fritz, Geschäftsführerin der DPVT, über die Vorteile

einer Zertifizierung durch die Deutsche Prüfstelle für Veranstaltungstechnik und

wie Firmen, aber auch ihre Auftraggeber gerade in unternehmerisch schwierigen

Zeiten davon profitieren.

• Resilienz ist der Begriff der Stunde.

Sie bedeutet Widerstandsfähigkeit oder

die Fähigkeit, auf Probleme oder Veränderungen

adäquat zu reagieren. Für

Unternehmen geht es dabei oft um nicht

weniger als das Überleben in und nach

Krisen und das in einer Zeit, in der zurzeit

eine weltweite Krise die andere ablöst.

Wie aber wissen Unternehmer und

Mitarbeiter, ob ihre Fima resilient ist?

Und wie können ihre Kunden das beurteilen,

die immer nur den kurzen Blick

von außen haben?

Ein resilientes Unternehmen erkennt man

im Wesentlichen an strategischer Anpassungsfähigkeit,

agilem Führungsstil und

solider Unternehmensführung. Das Unternehmen,

aber auch ihre Auftraggeber

müssen sich für die Entscheidung sehr

viele Fragen stellen: Sind alle Prozesse

optimiert? Funktionieren alle Notfall- und

Ausfall-Strategien? Werden alle Gesetze

und Vorschriften eingehalten und kenne

ich die überhaupt alle? Sind alle Mitarbeiter

ausreichend geschult und werden ausnahmslos

nur in den Grenzen ihrer jeweiligen

Qualifikation eingesetzt? Wie steht

es mit Arbeitszeiten, Gesundheitsschutz

und Sicherheitsaspekten? Sind alle Preise

auskömmlich kalkuliert, so dass faire

Löhne gezahlt, das Material vernünftig

gewartet und Arbeitszeiten eingehalten

werden können? Wird das Material

bei Ablegereife auch wirklich abgelegt

und vorher regelmäßig geprüft und gewartet?

Gibt es ein Notfallmanagement?

96VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


ECONOMIC Marketing

• Auftraggeber müssen solche Informationen im Grunde

bei jeder Beauftragung immer wieder hinterfragen.

Und das in der Praxis einer schnelllebigen Branche. Die

DPVT hat mit ihrer Zertifizierung eine Antwort darauf

gefunden. Wie kann ihre Zertifizierung unterstützen?

Sie kann allen Beteiligten helfen. Sie hilft den Unternehmern,

alles richtig zu machen, ihre Prozesse in den

Griff zu bekommen und zu optimieren, alle relevanten

Gesetze und Vorschriften zu beachten und dies zu dokumentieren,

ihren Sorgfaltspflichten nachzukommen

und für alle Beteiligten, wie Auftraggeber, Auftragnehmer

und Mitarbeiter, ein solider Partner zu sein.

Sie unterstützt die Auftraggeber, ihrer Sorgfaltspflicht

und Auswahlverantwortung nachzukommen, aber eben

nicht alles und jeden einzeln kontrollieren zu müssen,

sondern zu wissen, dass das beauftragte Unternehmen

geprüft ist. Die Mitarbeiter wissen, dass auf sie geachtet

wird, alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen sind, fair

entlohnt wird und Gesundheitsschutz kein Fremdwort

ist. Die Branchenkollegen können sich sicher sein, dass

sie in einem Umfeld arbeiten, das genau so sorgfältig

und solide aufgestellt ist wie sie selbst.

• Wie stark sind solche Zertifizierungen bindend?

Zertifizierungen wie ISO 9000 oder die DPVT-Zertifizierung

sind rechtlich nicht vorgeschrieben. Aber sie helfen

enorm, um Unternehmen zu beurteilen. Denn natürlich

sind alle Gesetze und Vorschriften einzuhalten und deren

Einhaltung zu überwachen und zu überprüfen. Und

genau dies prüfen und bestätigen wir im Rahmen einer

DPVT-Zertifizierung.

• Welche Unterschiede gibt es zwischen diesen beiden

Zertifizierungen?

Bei der ISO 9000 definiert jedes Unternehmen seinen

eigenen Standard weitestgehend selbst und dokumentiert

anhand von Prozessen, wie und dass es diesen

Standard hält. Bei der DPVT wird für alle zu zertifizierenden

Unternehmen der gleiche Maßstab angelegt. Die

Zertifizierung kommt aus der Branche und richtet sich

ausschließlich an die Dienstleistung Veranstaltungstechnik.

Sie berücksichtigt alle relevanten Regelungen,

Vorschriften und Gesetze und, hier kommt noch ein wesentliches

Alleinstellungsmerkmal, prüft das nicht nur

in der Theorie, sondern auch in der Praxis in Form eines

Produktionsaudits.

• Kannst Du ein paar Punkte nennen, die Ihr prüft?

Die Auswahlverantwortung in der Beauftragung bedeutet

eine große Menge an Prüf- und Kontrollaufwand.

Dazu gehören unter anderem Haftung und Verantwortung,

Arbeits- und Gesundheitsschutz, Gefährdungsbeurteilungen,

Prüfungen aller Arbeitsmittel, Sicherheitsmaßnahmen,

Qualifikationen und Befähigungen, Unterweisungen,

Legalität, beziehungsweise Compliance in

allen Bereichen, Arbeitszeiten, Genehmigungen und Erlaubnisse,

Arbeitnehmerüberlassung, Scheinselbstständigkeit,

Datenschutz, Lieferkettensorgfalt, soziale und

ökonomische Nachhaltigkeit oder Prozessmanagement.

All das kann in einer ISO 9000 Zertifizierung enthalten

sein, muss aber nicht. Die DPVT prüft es im Rahmen

ihrer Zertifizierung aber in jedem Fall ab.

• Welche Aspekte können bei einer Zertifizierung

noch interessant sein?

Ergänzend zur DPVT-Zertifizierung könnte für einzelne

Unternehmen, je nach Kundenportfolio, eine Umweltzertifizierung

sinnvoll sein. Die DPVT hat einen großen

Anteil an Fragen aus dem Bereich der ökonomischen

und sozialen Nachhaltigkeit, ist aber kein Zertifikat aus

dem Spektrum der ökologischen Nachhaltigkeit. Das

Thema des European Green Deal, der eine vollständig

ressourcenneutrale Kreislaufwirtschaft zum Ziel hat,

wird sicherlich in der Zukunft eine Reihe von Zertifizierungen

mit sich bringen. Auch diesem Thema wird

sich die DPVT stellen. Vorbereitend hierzu arbeiten wir

aktuell an einem IGVW-Standard, der der aktuellen Zertifizierung

zugrunde gelegt wird. Im nächsten Schritt ist

eine DAkkS-Akkreditierung der Deutschen Akkreditierungsstelle

angepeilt. Auch im Bereich Energieaudit beziehungsweise

Energieverbrauch könnte, aufgrund der

aktuellen Ereignisse, in naher Zukunft ein Audit nötig

sein. Die DPVT kann sich vorstellen, sich auch in diesem

Bereich weiter zu entwickeln.

Sie wollen mehr wissen? Sie finden die DPVT unter

www.dpvt.org und live auf der Prolight + Sound in

Halle 11 an den Ständen von VPLT, EVVC und IGVW.

Besuchen Sie auch unsere Vorträge am 27. April im

Rahmen der I-ESC um 10 Uhr und im Rahmen der

Prolight + Sound Konferenz um 13.15 Uhr.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 97


Die leichte Revolution

der mobilen Stromversorgung

Gerade im Veranstaltungsbereich muss eine mobile Stromversorgung häufig für nur kurze

Zeit errichtet werden. Dafür müssen oft innerhalb enger Zeitpläne einige hundert Meter

Kupferkabel transportiert, ausgelegt und wieder eingeholt werden. Wäre es da nicht

wünschenswert, wenn diese Arbeiten leichter, schneller, effizienter und kostengünstiger

ausgeführt werden könnten? Dieser Wunsch kann jetzt verwirklicht werden.

Das innovative Kabelkonzept ALUKAFLEX® macht

sich die Vorteile des geringen Gewichtes und niedrigeren

Preises von Aluminium zu eigen. Das Aluminium

wird zu hochflexiblen, feindrahtigen Leitern (entsprechend

dem Aufbau der Leiterklasse 5, nach DIN

VDE 0295, bzw. IEC 60228) verarbeitet. Hochwertige

Mischungen für Isolation und Mantel erlauben eine

Leitertemperatur bis zu 90°C. Als Mantelwerkstoffe

kommen spezielle, mechanisch hoch beanspruchbare

Gummi- oder PUR-Materialien zum Einsatz, die besonders

temperatur- und witterungsbeständig und – je

nach Ausführung – auch halogenfrei und flammhemmend

sind. Den Aluminium-typischen Eigenschaften

tragen zuverlässigen Verbindungstechniken Rechnung.

98 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


ECONOMIC engstKABEL

Inzwischen hat sich das ALUKAFLEX® Kabelkonzept

seit über 6 Jahren in stationären und besonders bei

mobilen Stromversorgungen erfolgreich bewährt. Die

zahlreichen Anwender überzeugen zum einen die hervorragende

Flexibilität und zum anderen die Gewichtsvorteile

von bis zu 50% im Handling und beim Transport.

Ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgskonzept

ALUKAFLEX® war dabei die von Beginn an umfassende

und intensive Entwicklungsarbeit der sicheren Verbindung-

und Anschlusstechnik, die den Eigenschaften von

Aluminium Rechnung trägt.

Auf der Prolight & Sound 2019 wurde das ALU-

KAFLEX®-Konzept auch speziell dem Veranstaltungssektor

vorgestellt. Neben der Meterware und den

CEE-Verlängerungen wurde erstmals die ALUKAFLEX®

CONNECT vorgestellt. Speziell entwickelte und auf den

feindrahtigen Aluminiumleiter abgestimmte Bi-Metall

Stecker-Vorrichtungen bilden in Verbindung mit der

einadrigen ALUKFALEX® Leitung das innovative, Powerlock

kompatible, Stecksystem für 400A bzw. 600A

Anlagen. Inzwischen wurde den erhöhten Sicherheitserwartungen

im Veranstaltungsbereich mit einer elektrischen

Langzeitprüfung Rechnung getragen. Hierzu wurden

an der TU Dresden Prüflinge mit den Leiter-Querschnitten

120mm² und 240mm² zunächst über 3.500h

mit den maximal zulässigen Strömen belastet. In weiteren

500h wurden die Prüflinge einer Dauerschwellbelastung

bis zum max. zulässigen Strom unterzogen.

Eine Kurzschlussstromprüfung rundet die Prüfreihe ab.

Die während der Langzeitprüfung wiederholt gemessenen

Widerstände der Crimp- und Steckverbindungen

bestätigten deren Standfestigkeit. Dabei konnte auch

die Forderung der VDE 0100-520 (Errichtung von

Niederspannungsanlagen) bestätigt werden, „dass die

Temperatur an einer Klemme (hier Pressverbindung) zu

begrenzen ist, damit die höchst zulässige Temperatur

der Leiterisolation der verwendeten Leitung nicht überschritten

wird“.

Diese Forderung ist bei der Verwendung einer Standard

Gummi-Kupferleitung H07RN-F mit zulässigen Leitertemperaturen

bis 60°C durchaus kritisch zu betrachten,

da die Temperaturen der Steckverbinder bei den zulässigen

Strömen deutlich höher werden können.

Auf der

Prolight & Sound 2022

können sich die Fachbesucher

auf dem Messestand von

engstKABEL weiter über das

innovative Kabelkonzept

informieren.

Advertorial


SlideSync – mit wenigen Klicks

zum weltweiten Live-Event

Ein Gespräch mit Tim Ebert und Christian Becker, Geschäftsführer der MediaEvent

Services GmbH & Co. KG (MES), einem Lösungsanbieter für Live-Webcasting, über

die aktuelle Entwicklung von digitalen Events, Herausforderungen bei großen

Teilnehmerzahlen und die Lösung SlideSync als praxiserprobte Plattform.

Christian Becker

• Seit der Corona-Pandemie boomen digitale

Events. Wie nehmen Sie als etablierter Provider für

Webcast-Lösungen und -Services den Markt zurzeit

wahr?

Becker: In den letzten zwei Jahren wurden selbst

rechtlich eng geregelte Formate wie Hauptversammlungen

rein virtuell umgesetzt. Der Qualitätsanspruch

ist bei virtuellen Veranstaltungen längst so hoch wie

bei physischen. Auf unserer Seite hat sich das Volumen

seitdem verdoppelt. Mit der aktuellen Öffnungsperspektive

geht der Trend nicht mehr zurück zur reinen

Präsenzveranstaltung, sondern klar in Richtung

hybrider Events. Die Grenzen zwischen Online- und

Präsenzformaten verschwimmen. Veranstalter wollen

Teilnehmer vor Ort und im Stream aktiv und gleichberechtigt

beteiligen. Wir haben unsere Plattform daher

um interessante Live-Features erweitert, demnächst

auch Video Call-in.

• Vielen fehlt dennoch die nötige Kompetenz. Wie

beurteilen Sie das Know-how in den Firmen?

Ebert: Wir agieren bereits seit über 20 Jahren in diesem

Bereich. Verständlicherweise sind viele Anbieter

von Medien- und Veranstaltungstechnik in 2020 recht

unbedarft gestartet, als sie das Thema „Streaming“

neu ins Portfolio aufgenommen haben. Aber auch auf

der Industrieseite gab es wenig Kompetenz bei der

Auswahl geeigneter Anbieter. Hierbei wird die Komplexität

oft unterschätzt. Störungsfreie Live-Streams

erfordern eine professionelle Plattform, ein tiefgreifendes

Verständnis von Netzwerken und Redundanz über

100 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


ECONOMIC Advertorial

MediaEvent Services

Gründung: 1999

Mitarbeiter: 21

Umsatz: 2,25 Mio €

Standorte: Wetzlar, Berlin

Märkte: Deutschland, Schweiz, Frankreich, Großbritannien

die gesamte Prozesskette. Regelmäßig erleben wir,

dass unser Produkt in Websites von Kunden eingebettet

wird, die nicht im Ansatz der zu erwartenden Last

gewachsen sind. Einige Kunden, Partner wie Industrie,

haben inzwischen inhouse eigene Studios mit geschulten

Teams und Equipment aufgebaut. Der Trend geht

hier zu selbstbedienten Lösungen und weiterem Support

bei Bedarf.

Wir sehen uns übrigens nicht als Wettbewerber der

Veranstaltungstechnik-Unternehmen, sondern als

Partner. Sie machen einen signifikanten Teil unseres

Geschäfts aus.

• Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen

generell, wenn sie Events digital durchführen?

Becker: Viele Konferenz- und Streaming-Lösungen

sind nur auf geringe Teilnehmerzahlen ausgelegt. Vermeintlich

günstige Plattformen werden bei höheren

Teilnehmerzahlen teuer. Eine Plattform muss sich in

die IT-Landschaft der Unternehmen integrieren und

redundant sowie skalierbar organisiert sein. Nicht zu

unterschätzen ist auch der Support. In einer Live-Situation

hilft es Kunden nichts, wenn ihr Anbieter nur

per Ticketsystem erreichbar ist, falls er überhaupt

zeitnah reagiert. Unsere Kunden schätzen, dass wir

kurzfristig erreichbar sind und auch vor Ort betreuen

können. Als deutscher Anbieter erfüllen wir alle

Anforderungen der DSGVO und wissen mit Datenschutz-

und Datensicherheitsthemen wie ISO 27001

umzugehen. Die betriebliche Mitbestimmung bringt

oft noch höhere Anforderungen mit.

Tim Ebert

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 101


• Sie haben aus diesen Gründen 2016 mit SlideSync

eine eigene Plattform entwickelt. Sie betreuen damit

Konzerne unterschiedlicher Branchen wie die Deutsche

Bahn, Lufthansa, Stada, Mahle oder die Bundesbank,

aber auch Veranstaltungstechnik-Unternehmen. Was

war der Grund für eine eigene Plattform und wer genau

ist Ihre Zielgruppe?

Ebert: Wir haben in 2014 durch Marktanalysen festgestellt,

dass es auf dem Markt nahezu keine Plattformen

gab, die den Ansprüchen deutscher oder europäischer

Unternehmen genügten. Das war der Ausgangspunkt für

die Entwicklung von SlideSync, wobei wir bereits einige

Jahre Erfahrung in der Plattform-Entwicklung hatten.

Unternehmen nutzen SlideSync für ihre interne und externe

Kommunikation. Das sind Hauptversammlungen,

Townhall-Meetings, Krisenkommunikation, Pressekonferenzen,

Sales-Events, Trainings und vieles mehr.

Veranstaltungstechnik-Unternehmen nutzen unsere

Plattform für Events ihrer Kunden und können sich so

ganz auf ihre Kernkompetenzen fokussieren – einmalige

Erlebnisse für ihre Kunden schaffen. Einige unserer

Kunden kommen aus der Telefonkonferenz-Branche,

die wir mit SlideSync bei ihrer Transformation von Telefonkonferenzanbietern

zu Anbietern von Kommunikationslösungen

begleiten konnten.

• Von welchen Vorteilen profitieren Kunden bei

SlideSync?

Becker: Wir haben einen starken Fokus auf Benutzerfreundlichkeit,

Mehrsprachigkeit, Skalierbarkeit

und Datenschutz. Mit wenigen Klicks kann ein interaktives

Live-Event eingerichtet und gestartet werden.

Präsentationen werden direkt in SlideSync bereitgestellt.

So können Teilnehmer diese im Nachgang

durchblättern, zwischen Kapiteln springen oder im

Volltext suchen. Veranstalter entscheiden selbst, welche

Daten sie von Nutzern erfassen und können unser

Tool mit eigenem Branding versehen. SlideSync

unterstützt mehrsprachige Events in 25 Sprachen,

zeitnah auch mit automatischer Untertitelung. Auch

ein leistungsfähiges Q&A-Modul und Feedback-

Mechanismen wie Abstimmungen oder Umfragen sind

an Bord. Wir entwickeln die Plattform selbst und beteiligen

unsere Kunden an der Konzeption neuer Features.

Im Unternehmenskontext unterstützen wir Single Sign-on,

um den Zugriff auf berechtigte Nutzer einzuschränken

und kümmern uns um die Lastverteilung im

Unternehmensnetzwerk. Denn bei Streams mit mehr

als 1.000 Teilnehmern sind lokale Netze schnell überlastet.

Zentral ist unsere hohe Skalierbarkeit. Zuletzt

haben wir Peaks von über 80.000 parallelen Teilnehmern

auf der Plattform gesehen.

SlideSync

Skalierung: unlimitiert

Events: 2.000/Jahr

Nutzung: 65 Mio Teilnehmerminuten /Jahr

Größtes Event: 60.000 Teilnehmer

Eventdauer: 83 Minuten

Verweildauer je Teilnehmer: 52 Minuten

Teilnehmer je Event: 561

Events mit Interaktivität: 77 %

Mit wenigen Klicks zur weltweiten Übertragung –

hier geht‘s zur Demo von SlideSync:

102 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


• Wie rechnen Sie SlideSync ab?

Ebert: Wir bieten Monatsabos mit Selbstbedienung

oder einen Rundumservice für Einzelevents

als Managed Service.

Sie wollen die Enterprise

Webcast-Plattform

SlideSync selbst

kostenlos testen?

Hier melden Sie sich an:

• Was haben Sie neben Ihrer Plattform noch

im Portfolio?

Becker: Wir unterstützen unsere Kunden dort, wo

sie Hilfe benötigen. Unsere Services reichen vom

Live-Support bis zur kompletten Webcast-Produktion

sowie der Beratung zu Webcast-Lösungen

in Unternehmensnetzwerken. Wir bieten also

alles aus einer Hand an, wobei wir aber eines klar

trennen: Wir statten keine großen Events aus. Das

ist Sache unserer Partner, die in diesen Bereichen

kompetent sind.

• Sie sind bereits seit mehr als 20 Jahren in

diesem Bereich der Branche tätig. Was reizt Sie

persönlich daran?

Ebert: MES ist heute ein interdisziplinäres Team

aus Softwareentwicklern, Broadcast- und Veranstaltungstechnikern,

Supportkräften und Projektmanagern,

was viele Facetten und unterschiedliche

Sichtweisen zusammenbringt. Wir haben

in den vergangenen Jahren viel Pionierarbeit

geleistet und dabei fantastische Momente erlebt.

So durften wir in den frühen 2000er Jahren

die MTV Europe Music Awards mit unglaublichen

Teilnehmerzahlen und die berühmten Big

Brother Staffeln 24/7 übertragen, konnten für

E-Plus zur CeBIT 2006 die erste lauffähige Mobile-Streaming-Plattform

ausrollen und haben für

Lufthansa die Einführung von Breitband-Internet

an Bord mit Events über den Wolken mit Leben

gefüllt. Nun schickt sich unser Nischen-Business

an, zum Mainstream zu werden und es gibt viele

interessante neue Entwicklungen, die wir aktiv

begleiten werden.

mediaevent.services

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 103


DEAplus vielfältig präsent

bei der Prolight + Sound

„Endlich wieder Face-to-Face mit Kolleginnen und Kollegen der Branche!“ freut

sich das Team der Deutschen Event Akademie auf die Begegnungen und Aktionen

bei der Prolight + Sound. Besucherinnen und Besucher können die DEAplus bei

vier Aktionen und Programmbausteinen live erleben:

• Fresh-up des Know-hows zur Prüfung ortsveränderlicher/mobiler elektrischer Anlagen

Kenntnisse auffrischen – Aktuelle Normung verstehen – Praxisbeispiele einbeziehen

Seminar mit Ingo Langreck, Elektrotechnik-/Arbeits- und Gesundheitsschutz-Experte

Konferenzraum Karmesin, Halle 11.0 am Dienstag, 26. April von 10.30 bis 13.30 Uhr

Seminargebühr 99 €, reduziert für Mitglieder des VPLT 75 €, reduziert für Aussteller 80 Euro; inklusive PLS-Eintrittsticket

(Wert 35 €) und MwSt.. Detaillierte Infos und Anmeldung direkt bei DEAplus.

• SQQ7, der neue Weiterbildungsstandard – „Geprüfte*n Berufsspezialist*in Ton“

Panel Diskussion mit Expert*innen von VDT, IGVW und Bildungseinrichtungen. Infos zu den Perspektiven

des neuen Fortbildungsabschlusses und Antworten auf Fragen der wissbegierigen Zielgruppe,

Konferenzraum Granat, Halle 11.0 am Donnerstag, 28. April von 11.45 bis 13.00 Uhr

• DEAplus + Adam Hall Group prouldy presents: PROseminare 2022

Impulsreich: die Kooperation der Deutschen Event Akademie mit der Adam Hall Group

Virtuell: Exkursion zur inspirierenden Weiterbildungs-Atmosphäre im Adam Hall Experience Center

Neugierig: das Praxis-Training „Prozessorientiertes Projektmanagement in der Veranstaltungsbranche“.

Main Stage in Halle 11.0 am Freitag, 29. April von 11 bis 11.30 Uhr

Live on Stage: Jörg Zöller, HR People Development Specialist der Adam Hall Group GmbH und Hans-Wilhelm

Flegel, DEAplus-Geschäftsführer, Unternehmer und Spezialist für Entwicklung, Konstruktion und Fertigung von

geschweißten Aluminiumkonstruktionen, mit Schwerpunkt auf der Veranstaltungstechnik.

• Round Table zu Bildungschancen der Veranstaltungsbranche „Perspektiven für die Zukunft“

Live Talk mit Expertinnen und Experten, die Ein- und Ausblicke geben in innovatives und trendaktuelles Weiterbilden

für Profis und Rookies

Main Stage in Halle 11.0 am Freitag, 29. April von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr

104 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


PARTNER DEAplus

Am Messestand der

Deutschen Event Akademie –

Halle 11.0 A63 – gibt es im

persönlichen Gespräch individuelle

Beratung, Förderinformationen und

Impulse für Lebenslanges Lernen

in der Veranstaltungsbranche.

Für alle, die bei der Prolight + Sound

nicht dabei sein können, geht

es via www.deaplus.org

in die Bildungswelt

der DEAplus.

Neuer Platz im Kalender:

DEAplus Winter Uni 2022/23

Der Blick in den Veranstaltungsmarkt zeigt, dass Weiterbildungstermine zum Jahresanfang optimal in Kalender

passen. Die Deutsche Event Akademie motiviert daher bereits jetzt, den geplanten Termin für die nächste

Winter Uni zu notieren:

Montag, 23. bis Freitag, 27. Januar 2023

So viel steht fest: bei innovativen Formaten und trendaktuellen Workshops, Seminaren und Impulsveranstaltungen

werden Profis, Rookies, Azubis, Fach- und Führungskräfte der Veranstaltungsbranche prägnante

Weiterbildungschancen haben. „Praxisnah, interaktiv, handlungsorientiert und mit viel Branchendialog“ ist

der rote Faden für die Programmplanung.

Alle, die Themenanregungen für die Winter Uni haben oder ganz einfach stets aktuell informiert sein wollen,

sobald das Programm für die Winter Uni 2022/23 steht, können telefonisch unter +49 (0)511 27074771

oder E-Mail an info@deaplus.org ein Signal geben, um in den Info-Verteiler aufgenommen zu werden.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 105


Da bleibt keine Frage offen:

neue Live-Online-Informationstermine

für Wissbegierige

Gezielt, kostenfrei, interaktiv und digital können sich bei der Deutschen Event

Akademie alle, die an der Meister*innen-Fortbildung bzw. Externenprüfung

zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik interessiert sind, informieren.

Das DEAplus Team und Ralf Stroetmann, langjähriger

Dozent im Team der Deutschen Event Akademie sowie

erfahrener Bildungsexperte, haben alle Informationen

zu den Zulassungsvoraussetzungen und dem Aufbau

der DEAplus Lehrgänge, dem Prüfungsablauf, der Gewichtung

von Prüfungsleistungen, dem Bestehen der

Prüfung, dem Kontakt mit den zuständigen Kammern

parat. Im Live-Online-Chat auf MS Teams werden außerdem

direkt alle Fragen der Interessierten besprochen.

So entsteht eine fundierte Grundlage für die Auswahl

und die Entscheidungen auf dem Weg zum hochwertigen

Ausbildungs- bzw. Fortbildungsabschluss.

Die nächste Live-Online-Informationsveranstaltung

für künftige „Meister*innen für Veranstaltungstechnik“

gibt es im digitalen MS Teams Portal der DEAplus am

Dienstag, 10. Mai 2022 von 11.15 bis 13.15 Uhr. Der

nächste berufsbegleitende Vorbereitungslehrgang für die

Meister*innen-Prüfung startet am 26. September 2022.

Für Wissbegierige mit Branchenerfahrung in der Veranstaltungstechnik,

die zurzeit überlegen, die Externenprüfung

zur „Fachkraft für Veranstaltungstechnik“

abzulegen, gibt es bei DEAplus die nächste Live-Online-Info-Veranstaltung

am Dienstag, 10. Mai 2022 von

9.00 bis 11.00 Uhr. Die nächste Prüfungsvorbereitung –

12 Lehrgangswochen innerhalb von fünf Monaten –

startet am 1. August 2022.

Den Link zur interaktiven Teilnahme an den kostenfreien

Live-Online-Info-Veranstaltungen gibt es als Antwort auf

eine E-Mail-Nachricht an info@deaplus.org.

106 • VPLT MAGAZIN 96

Inhalt


PARTNER DEAplus

Matthias Podlaha

Workshop „Rigging“

step2future –

Azubi-Projekt geht

in die nächste Runde

„Azubis trainieren mit Profis“ ist das

Motto des 2020 gestarteten erfolgreichen

Kooperationsprojektes der Deutschen

Event Akademie mit drei hannoverschen

Kulturzentren.

Natascha Sprengel

Workshop „Technische Veranstaltungsplanung“

Von der neuen step2future Workshop-Serie seit Mitte

Februar 2022 profitieren die angehenden Fachkräfte für

Veranstaltungstechnik sowie Veranstaltungskaufleute

der Kulturzentren Faust und Pavillon sowie des Musikzentrums

Hannover.

Die Workshop-Steps fördern das Praxis-Know-how der

Azubis bei der technischen Veranstaltungsplanung

und trainieren Skills für mögliche Gefährdungen. Themenschwerpunkte

der neuen step2future Serie sind

beispielsweise Rigging, Anschlagmittel und Traversensysteme,

Funk- und Frequenzmanagement, Basics und

fortgeschrittene Elektrotechnik sowie Englisch für den

Eventbereich. Ergänzender Effekt für die Auszubildenden

ist der betriebsübergreifende Dialog und die Teamarbeit

der verschiedenen Ausbildungsjahre, für die die

DEAplus mit ihrem praxiserfahrenen Team von Dozierenden

die speziellen Workshops konzipiert.

Als Kooperationsprojekt im August 2020 gestartet, hat

sich step2future gezielt weiterentwickelt und wird von

der Deutschen Event Akademie auch für weitere Ausbildungsbetriebe

im Bundesgebiet angeboten. Themenwünsche,

Zusatzinformationen sowie Antworten auf die

ergänzenden Fragen von Ausbildungsverantwortlichen

und Auszubildenden gibt es direkt im Dialog mit dem

Team der DEAplus per E-Mail an info@deaplus.org sowie

telefonisch unter +49 (0)511 27074771.

Inhalt

VPLT MAGAZIN 96 • 107


Aussichtsreiche Weiterbildungschancen in 2022

Lebenslanges Lernen bei DEAplus

Weiterbildung Basiswissen

Veranstaltungstechnik

Innerhalb von zehn Lehrgangstagen in kompakter Form,

einer speziellen Kombination der Inhalte und einem hohem

Praxisanteil ein solides Fundament für sicherheitsbewusstes

Arbeiten an Bühnen und in Locations entwickeln.

Zum Schluss findet die schriftliche Prüfung statt.

Bei Bestehen erhalten Teilnehmende ein Zertifikat der

DEAplus. Der nächste Weiterbildungsstart ist geplant

für 7. November 2022.

Vorbereitung auf die

Externenprüfung zur Fachkraft für

Veranstaltungstechnik

Wer in der Veranstaltungstechnik bereits Erfahrungen

hat, und jetzt die Chance auf den staatlich anerkannten

Ausbildungsabschluss zur „Fachkraft für Veranstaltungstechnik“

nutzen will, kann sich bei der DEAplus

im Prüfungsvorbereitungs-Lehrgang auf die Externenprüfung

vor der IHK vorbereiten. Der Lehrgangsstart

ist geplant für den 1. August 2022. Die Buchung der

acht neu strukturierten Lehrgangsmodule ist – je nach

Umfang und Tiefe individuell notwendiger Kompetenzen

der Teilnehmenden – auch einzeln möglich.

Fortbildung zur*zum Meister*in/

Bachelor Professional für

Veranstaltungstechnik

Nach der neuesten Rechtsverordnung von 2020 hat das

Dozierenden-Team der DEAplus bereits in 2021 drei

Lehrgangsgruppen erfolgreich auf die bundeseinheitliche

Meister*innen-Prüfung vorbereitet. Am 026. September

2022 sind die Starts für die jeweils insgesamt

15 Lehrgangswochen (75 Präsenz-Fortbildungstage in

sechs bis sieben Blöcken) umfassenden Kurse geplant.

Für die ergänzenden Selbstlernphasen, die durch das

Team von Dozierenden mit gezielten Lern- und Arbeitsimpulsen

gesteuert werden, steht unter anderem

die Live-Online-Plattform der DEAplus bereit. Prüfungssimulations-Tage

runden die ganzheitliche Vorbereitung

auf die Meister*innen-Prüfung „made by DEAplus“ ab.

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PARTNER DEAplus

Fachmeister*in für

Veranstaltungssicherheit

(TÜV/DPVT) – Expertenstatus

gegenüber Veranstaltern und

Betreibern

Für 21. November 2022 plant die Deutsche

Event Akademie den nächsten Start für die

Zusatzqualifikation zur*zum „Fachmeister*in

für Veranstaltungssicherheit“. Das Lehrgangskonzept

hat das Ziel, das Kompetenzprofil der

Teilnehmenden – über die Inhalte der Meister*innen-Fortbildung

hinaus – zu schärfen:

Crowd-Management, Baurecht, Haftung und

Delegation von Verantwortung, spezielle Gefährdungsbeurteilung,

Notfall-, Krisen- und

Risikomanagement, Dokumentationen und

Prüfungen, Brandschutz sowie Führungs- und

Kommunikations-Know-how. Die Qualifizierung

schließt mit einem TÜV- und DPVT-Zertifikat ab.

Updates und Upgrades sichern

aktuelles Know-how für Profis

Die Dynamik der technischen und vor allem

auch rechtlichen Entwicklungen in der Veranstaltungsbranche

ist enorm. Insbesondere

Meister*innen, Elektrofachkräfte, Aufsicht

führende Personen, Brandschutzbeauftragte,

Rigger*innen erhalten gezielt ihre Befähigung

durch die von DEAplus seit vielen Jahren erfolgreich

durchgeführten Updates. Zusätzlich

ist erstmalig eine themenrelevante Weiterbildung

für Fachmeister*innen für Veranstaltungssicherheit

in Planung- Ergänzend zu der

Sicherstellung von praxisnahem Know-how ist

eine weitere Intention bei den Updates und

Upgrades der kollegiale Erfahrungsaustausch.

Das DEAplus Team ist bei ergänzendem Informationsbedarf,

für Tipps zur finanziellen Förderung

im Rahmen des „Meister-BaFöG“ und

bei Fragen zu den Zulassungsvoraussetzungen

per E-Mail an info@deaplus.org sowie telefonisch

unter +49 (0)511 27074771 erreichbar.

Relaunch geplant:

DEAplus Sommer-Uni

„Weil sich die Veranstaltungsbranche

derzeit organisatorisch und personell

auf die besonderen Anforderungen

des Restarts von Konzerten, Festivals,

Events, Kongressen, Messen und Ausstellungen

konzentriert, gibt es in diesem

Jahr keine DEAplus Sommer Uni!“ meldet

das Team der Deutschen Event Akademie

aus Hannover.

Stattdessen laufen bei DEAplus die

Vorbereitungen für den Relaunch der

Sommer Uni, die 2023 stattfinden wird!

Am neuen Format und an der terminlichen

Platzierung im Kalender 2023 wird

bereits gearbeitet! Im Mittelpunkt stehen

optimaler Bezug zu trendaktuellen

Themen, intensiver Austausch mit Kolleginnen

und Kollegen, Expertinnen und

Experten und etatschonend kalkulierte

Weiterbildungschancen.

In der DEAplus Programmwerkstatt der

DEAplus entstehen außerdem laufend

neue Weiterbildungschancen und -termine.

Den aktuellen Überblick gibt es in

Echtzeit in der Kategorie „Fort- und Weiterbildungen“

auf der DEAplus Website.

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VPLT MAGAZIN 96 • 109


Workshops/Seminare/Fortbildungen 2022

Kurstitel Dauer Ort Preis

Informationsveranstaltungen – live-online, interaktiv, kostenfrei

Preis für

Partner

Informationsveranstaltung Externe Prüfung Fachkraft für Veranstaltungstechnik 1/2 Tag Online kostenfrei 10.05.

Informationsveranstaltung Meister*in für Veranstaltungstechnik 1/2 Tag Online kostenfrei 10.05.

Meister*in für Veranstaltungstechnik und Zertifikatslehrgänge

Meister*in für Veranstaltungstechnik 75 Tage Hannover 8.750 € 7.875 €

Ausbildung der Ausbilder nach AEVO

10 Tage

inkl. Prüfungen!

Termin

26. - 30.09. + 10. - 28.10. + 14. - 25.11. +

05. - 16.12.2022 + 16. - 27.01. +

13. - 24.02. + 13. - 31.03.2023

Hannover 595 € 536 € 07. - 15.06.

Fachmeister*in für Veranstaltungssicherheit (TÜV/DPVT) 20 Tage Hannover 3.950 € 3.950 €

Vorbereitungskurs Externeprüfung – Fachkraft für Veranstaltungstechnik –

Modulare Buchung möglich!

62 Tage Hannover 3.245 € 2.921 €

07. - 18.03. + 04. - 15.07.

21.11. - 02.12.2022 + 30.01. - 10.02.2023

01.08. - 30.09. + 04. - 28.10. +

28.11. - 02.12.

Mathe-Angleich-Kurs 2 Tage Hannover 210 € 189 € 01.08. - 02.08.

Technische Kompetenzen

Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik gem. SQQ1 30 Tage Hannover 2.550 € 2.295 € 08. - 19.08. + 29.08. - 02.09. + 10.10. - 04.11.

Kompetenz zur Prüfung elektrischer Betriebsmittel (Arbeitsmittel) 3 Tage Hannover 475 € 428 € in Planung

Veranstaltungsrigging nach SQQ 2 – Level 1 16 Tage Hannover 1.995 € 1.796 € 22.08. - 12.09.

Veranstaltungsrigging nach SQQ 2 – Level 2 15 Tage Hannover 1.795 € 1.616 € in Planung

Rettungsrigger*in 5 Tage Hannover 1.100 € 990 € in Planung

Sachkunde für Anschlagmittel und Traversensysteme 3 Tage Hannover 450 € 405 € in Planung

Sachkunde Verwendung PSA gegen Absturz 5 Tage Hannover 950 € 855 € 30.05. - 03.06.

Sachkunde Prüfen von PSA gegen Absturz (DGUV Grundsatz 312-906) 3 Tage Hannover 590 € 531 € 20. - 22.04.

Basiswissen Veranstaltungstechnik 10 Tage Hannover 1.250 € 1.125 € 07. - 18.11.

Grundlagen Lichttechnik 5 Tage Hannover 510 € 459 € 26. - 30.09.

Grundlagen Tontechnik 5 Tage Hannover 510 € 459 € 05. - 09.09.

Sachkunde Schallpegelmessung 2 Tage Hannover 450 € 405 € in Planung

VektorWorks Spotlight 4 Tage Hannover 590 € 531 € 12. - 15.09.

Updates und Upgrades

Upgrade für Elektrofachkraft nach SQQ1 – mobile Stromerzeuger 3 Tage Hannover 395 € 356 € 16. - 18.05.

Upgrade – Elektrofachkraft für Veranstaltungstechnik gem. SQQ1

12 Tage

inkl. Prüfungen!

Hannover 1.450 € 1.305 € 17.10. - 04.11.

Update Rigging 1 Tag Hannover 295 € 266 € in Planung

Update für Elektrofachkräfte 1 Tag Hannover 210 € 189 € 14.11.

Update für das Verwenden von PSA 1 Tag Hannover 111 € 111 € während Sommer Uni / Winter Uni

Update für Anschlagmittel 1 Tag Hannover 111 € 111 € während Sommer Uni / Winter Uni

Update für Aufsicht führende Personen 1 Tag Hannover 210 € 189 € 15.11.

Update für Brandschutzbeauftragte*r 1 Tag Hannover 210 € 189 € 16.11.

Veranstaltungssicherheit, -recht & Arbeitssicherheit

Gefährdungsbeurteilung 1 Tag Hannover 111 € 111 € während Sommer Uni / Winter Uni

Veranstaltungsleitung gemäß SQQ6 2 Tage Hannover 550 € 495 € in Planung

Aufsicht führende Person 3 Tage Hannover 550 € 468 € 08. - 10.11.

Brandschutzbeauftragte*r gem. DGUV Information 205-003 8 Tage Hannover 1.595 € 1.436 € 22. - 31.08.

Betreiberverantwortungen und Delegation 1 Tag Hannover 111 € 111 € während Sommer Uni / Winter Uni

Winter Uni und Sommer Uni

Winter Uni 2022/23 pro Tag Hannover 111 € 111 € 23. - 27.01.2023

Sommer Uni 2023 pro Tag Hannover 111 € 111 € in Planung

PROseminare

Managementtrainings made by DEAplus und Adam Hall Group – in den Themenbereichen Technical Skills, Safety Skills, Projekt Skills, Soft Skills und Innovation Skills –

im Zeitraum August bis Dezember 2022 – derzeit in Planung

Alle Preisangaben ohne Prüfungsgebühren und ggfs. zuzüglich Mehrwertsteuer.

Ein individuelles Angebot für Seminare und Workshops, die im Inhouse-Format vor Ort in Ihrem Unternehmen durchgeführt werden, gerne auf Anfrage! Stand: 04/2022

Deutsche Event Akademie GmbH

Lilienthalstraße 1 | D-30179 Hannover | www.deaplus.org | Telefon +49 (0) 511 270 747 71| E-Mail info@deaplus.org

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SERVICE Infos & Termine

VBG- und VPLT-Infoveranstaltung

zu Auftraggeberverantwortung

Am Mittwoch, dem 23. März 2022 fand die

VBG und VPLT-Infoveranstaltung zum Thema

„Auftraggeberverantwortung, Arbeitnehmerüberlassung

und Personaleinsatz“ statt und war

mit über 170 Teilnehmern gut besucht. Eine

erste interaktive Umfrage während des Events

ergab, dass sich unter den Teilnehmern circa

70 Prozent Auftraggeber und Betreiber befanden.

Neben wichtigen Themen, wie Beauftragung

und Auswahl von Auftragnehmenden

und Personal, wurden auch Voraussetzungen

an Planung und Durchführung sowie der

Einsatz von Koordinatoren und Fachkräften

für Sicherheit der Veranstaltungswirtschaft

(SiFa.VT) angesprochen. Zum Thema Personaleinsatz

stand im Mittelpunkt: Tätigkeiten

sowie verpflichtende Unterweisungen und Update-Schulungen

von Elektrofachkräften für

Veranstaltungstechnik, Rigger sowie Bühnenund

Studiofachkräfte.

Haben Sie die Veranstaltung verpasst? Im Rahmen der I-ESC-Bühne auf

der Prolight + Sound wird am Mittwoch, dem 27. April 2022 von 10:15 Uhr

bis 11:00 Uhr im Raum Korall | Halle 11 ein Teil der Veranstaltung wiederholt.

Am Nachmittag ist von 14:45 Uhr bis 15:30 Uhr in Raum Karmesin | Halle 11 ein

Roundtable zum Thema gemeinsam mit dem SiFa.VT Roundtable – den Fachkräften

für Arbeitssicherheit der Veranstaltungswirtschaft – geplant. Hier können Sie

Ihre Fragen stellen, wichtige Kontakte knüpfen oder dem Erfahrungsaustausch

der anderen Teilnehmer beiwohnen.

Neue VPLT-Mitglieder seit November 2021

Ordentliche Mitgliedschaft

• Lichtsucht GmbH

• Emmert Veranstaltungstechnik GmbH

• Kreisstadt Dietzenbach – Capitol & Kultur

Angeschlossene Mitgliedschaft

• Patrick Eckerl

• Christian Winter

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VPLT MAGAZIN 96 • 111


MESSE-SPECIAL

Zur Prolight + Sound

schenken wir Ihnen die

Aufnahmegebühr.

Besuchen Sie uns in

Halle 11.0 - B51A.

Wir vertreten

die Interessen der

Veranstaltungswirtschaft!

MITGLIED WERDEN!

Jeder profitiert von einer Mitgliedschaft: Dienstleister, Vertriebe,

Hersteller,Händler, Systemintegratoren, die Auszubildenden

und Studierenden der Medien- und Veranstaltungstechnik.

Als VPLT stehen wir seit mehr als 35 Jahren an der Seite

der Menschen und Unternehmen, die die Grundlagen

für Unterhaltung und Information schaffen.

Wir vertreten Lobbyinteressen gegenüber der Politik

Wir gestalten Aus- und Fortbildung unseres Wirtschaftszweigs

Wir gestalten branchenrelevante Industriestandards und Normen

Wir vertreten Brancheninteressen gegenüber Medien und Messen

Wir informieren über technische Neuerungen

Wir betreiben Imagepflege durch intensive Öffentlichkeitsarbeit

Wir vermitteln Kontakte und knüpfen Netzwerke

www.vplt.org

Der Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik e.V.

Wohlenbergstraße 6

30179 Hannover

0511 270 747 4

info@vplt.org

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