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Louis Schlumberger<br />
The Surreal is Real
Louis Schlumberger<br />
The Surreal is Real<br />
Herausgegeben von / Published by<br />
Sarasin Art, Alexander Sarasin, Basel
2 <strong>Inhalt</strong> / Content<br />
3<br />
Louis Schlumberger (dt.) 4 – 6<br />
Louis Schlumberger (engl.) 11 – 13<br />
Werkabbildungen / Images of the works 7 – 27<br />
Das Surreale ist real 28 – 46<br />
The Surreal is Real 29 – 45<br />
Amazon Rainforest 34 – 35<br />
Rising Sea Level 40 – 41<br />
Werkabbildungen / Images of the works 47 – 57<br />
Biografie / Biography 58 – 59<br />
Impressum / Imprint 60
Louis Schlumberger –<br />
Zur Person<br />
Redigiert von Dominique von Burg<br />
4 Louis Schlumberger begann seine künstlerische<br />
Synthese bringen will. Daneben vertiefte er sich Kunstmarkt zurück und beschränkte ich auf sein 5<br />
Laufbahn im Alter von 28 Jahren nach seinem<br />
Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften<br />
an der Universität St. Gallen. Während<br />
seines Nachdiplomstudiums in Kunstgeschichte<br />
am Sotheby’s Institute of Art im Jahr 1990 wurde<br />
er von den frühen Werken von Jackson Pollock<br />
beeinflusst, welche das Thema seiner Abschlussarbeit<br />
waren. Pollocks illusorische Welt mit<br />
dessen Bezügen zum Licht eines José Clemente<br />
Orozco, eines José David Alfaro Siqueiros und<br />
den dunklen, dramatischen alptraumhaften<br />
Aspekten von Francisco José de Goya, wirkten<br />
als Initialzündung seines Künstlerlebens.<br />
Nach dem Studium, in Zürich, befasste er<br />
sich mit der Untergrundbewegung der Zürcher<br />
Club-Kultur sowie der Techno-, House-, Goa-,<br />
und Trance-Musik. Dagegen begeisterte er sich<br />
um die Jahrtausendwende für klassische Musik,<br />
insbesondere für ausgewählte Meisterwerke<br />
von Wolfgang Amadeus Mozart über Franz Liszt<br />
bis zu Igor Strawinsky und Dmitri Dmitrijewitsch<br />
Schostakowitsch. Er setzte deren Tonalität<br />
mitsamt ihren verborgenen Dimensionen mit<br />
seinen Pinselstrichen um. Sie waren für ihn notwendige<br />
Werkzeuge zum Ausdruck tiefgründiger<br />
Dimensionen genauso wie der Komponist in<br />
seinen Werken Philosophie, Genie, Musik und<br />
Kunst mit Hilfe des Unterbewusstseins zu einer<br />
in Psychologie und Literatur.<br />
Unzählige Werke entstanden; schon bald<br />
folgten viele erfolgreiche Ausstellungen, teils<br />
mit Body-Paint-Performances, zuerst im Inland,<br />
danach in Paris, Cannes und London, welche<br />
ihm die Aufnahme sowohl zum MA-Programm<br />
der Slade Schule in London (UCL), wie auch zum<br />
Chelsea College in London ermöglichten.<br />
Während seinen Studien am Chelsea College in<br />
London, das er 2002 abschloss, beschäftigte er<br />
sich mit Video- und Filmarbeiten, welche ihm<br />
die Tür zur Britischen Fernsehgesellschaft Tiger<br />
Aspect Production öffneten. Zugleich kuratierte<br />
er in Zusammen arbeit mit der schweizerischen<br />
Botschaft in London ein internatio nales<br />
UNO-Projekt im Kunstsektor.<br />
2003 zwangen ihn Schicksalsschläge zur<br />
Rückkehr nach Zürich und zur Beendigung aller<br />
Aktivitäten in London. Konfrontiert mit seinen<br />
Grenzen setzte er sich mit der Essenz von Sein-<br />
und Scheinwelten auseinander. Er distanzierte<br />
den Blickwinkel zu seinen Kunstwerken, indem<br />
er vierzig seiner Bilder zerstörte und neu übermalte.<br />
2005 widmete er sich dem Symbolismus<br />
und Surrealismus, so von Max Ernst, Odilon<br />
Redon und James Ensor, die bis heute seine<br />
Malerei beeinflussen. Ab 2006 zog er sich aus<br />
zwingenden Gründen in eine Auszeit aus den<br />
Schaffen im Atelier. Während seines Aufenthalts<br />
in Wien (2009 – 2010) verbrachte er tagelang<br />
in den grossen Museen, um seine Augen für<br />
die grossen Kunstwerke zu schärfen. In Wien<br />
entstanden auch semi-monochrome Gemälde,<br />
beeinflusst durch Marc Rothko und Hermann<br />
Nitsch. 2012 nahm der Künstler sein Renaissance-<br />
Projekt in Angriff. Als Vorlage verwendete er die<br />
Gemälde alter Meister, um diese mit verschiedenen<br />
Techniken zu verändern. Es entstanden<br />
Gemälde, wie die Dame mit Hermelin oder<br />
Johannes der Täufer, Die Schlacht von Anghiari<br />
von Leonardo da Vinci, oder die Studien eines<br />
menschlichen Schädels. 2016 intensivierte der<br />
Künstler seine Thematik der Welt der Dämonen,<br />
Geister und Fabelwesen. So basiert das<br />
Gemälde Shard Barad Dûr tower London auf<br />
dem epischen Fantasy-Roman Herr der Ringe.<br />
Dabei navi gierte er mit extravaganter Akribie<br />
zwischen einer traumhaften Zivilisation und<br />
einem chaoti schen, düsteren, geisterhaften<br />
Hintergrund. So entwickelte er eine unheimliche,<br />
manchmal schwer fassbare Bildsprache von<br />
Träumen, Mythen und Phänomenen.<br />
Zur aktuellen Ausstellung<br />
Ab 2017 beginnt der Künstler sich in seiner<br />
surrealen intuitiven Welt zunehmend für deren
6 metaphysischen Zusammenhänge zu interessieren.<br />
Er untersucht den Zusammenhang des<br />
globalen Unterbewusstseins mit der politischen,<br />
sozialen und mentalen Entwicklung der<br />
Erde im Kontext mit den unergründlichen Geheimnissen<br />
der Metaphysik. Dies ist der zentrale<br />
Aspekt seines aktuellen Kunstschaffens und<br />
dieser Aus stellung. Mit den Bildern wie Bitcoin,<br />
Rising Sea Level, Sunken City oder Remember<br />
Club Culture reflektiert er die vermeintliche<br />
Realität, unseren Geist und unseren Verstand<br />
und taucht sie in neue, alles verändernde<br />
Dimensionen, die uns daran erinnern, dass das<br />
Surreale das Reale beherrscht. Den gleichen<br />
Effekt kann man in der Metaphysik beobachten.<br />
Daneben entstanden Werke, wie BLM,<br />
The Amazonas Rainforest, The Soul of Kiev<br />
oder The Pride Mouvement. Diese Weltenthemen<br />
spiegeln globale Themen auf surrealexpressive<br />
Weise wider.<br />
Nichts ist jemals isoliert und jeder Gedanke<br />
eines jeden Menschen, Tieres und einer jeden<br />
Pflanze hat eine metaphysische Wirkung auf<br />
das gesamte Universum. Jeder Gedanke ist<br />
Energie in einer anderen Dimension mit unmittelbarer<br />
Auswirkung auf den Empfänger und<br />
den Absender. Das Surreale ist letztlich real.<br />
Das Ziel des Künstlers besteht darin, den Betrachter<br />
daran teilhaben zu lassen.<br />
Sunken City<br />
2021<br />
Acrylic, Oil, Oil Chalk, Gouache,<br />
Enamel, Varnish, Graphite,<br />
Resin and Asphalt on Canvas<br />
120 cm 120 cm<br />
pp 8 – 9<br />
BLM (Detail)<br />
2020<br />
Acrylic, Oil Chalk, Gouache, Enamel,<br />
Paste, Varnish, Graphite, Resin, Asphalt<br />
and Tinting Concentrate on Canvas<br />
120 cm 160 cm<br />
7
8 9
10 Louis Schlumberger began his artistic career<br />
11<br />
The Pride-Mouvement<br />
2021<br />
Gouache, Enamel, Varnish,<br />
Resin, Spray and Glaze<br />
on Canvas<br />
130 cm 110 cm<br />
at the age of 28 after studying economics and<br />
social sciences at the University of St. Gallen.<br />
During his postgraduate studies in art history<br />
at Sotheby’s Institute of Art in 1990, he was<br />
influenced by the early works of Jackson<br />
Pollock, which were the subject of his final<br />
thesis. Pollock’s illusory world, with its references<br />
to the light of José Clemente Orozco, José<br />
David Alfaro Siqueiros, and the dark, dramatic<br />
nightmarish aspects of Francisco José de<br />
Goya, acted as a spark for his artistic life.<br />
After graduating, in Zurich, he immersed<br />
with the underground movement of Zurich club<br />
culture as well as techno, house, goa and<br />
trance music. In contrast, around the turn<br />
of the millennium he became enthusiastic<br />
about classical music of selected master pieces<br />
by Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Liszt,<br />
Igor Stravinsky, and Dmitri Dimitrijevic<br />
Shostako vich. He transposed their tonality<br />
together with their hidden dimensions with his<br />
brushstrokes. For him, they were necessary<br />
tools for the expression of profound dimensions<br />
just as the composer wants to synthesise<br />
philosophy, genius, music, and art in his works<br />
with the help of the subconscious. In addition,<br />
he immersed himself in psychology and<br />
literature.<br />
Louis Schlumberger -<br />
Personal details<br />
Edited by Dominique von Burg
12 Countess works were created; many successful<br />
exhibitions soon followed, some with bodypaint<br />
performances, first at home, then in Paris,<br />
Cannes, and London, which enabled him to<br />
gain admission to both the MA programme at<br />
the Slade School in London (UCL) and Chelsea<br />
College in London. During his studies at Chelsea<br />
College in London, from which he graduated<br />
in 2002, he became involved in video and film<br />
work, which opened the door to Tiger Aspect<br />
Production, a British television company. At the<br />
same time, he curated an international UNproject<br />
in the art sector, in collaboration with<br />
the Swiss Embassy in London.<br />
In 2003, strokes of fate forced him to return<br />
to Zurich and end all activities in London.<br />
Confronted with his limitations, he grappled<br />
with the essence of worlds of being and appearances.<br />
He distanced his point of view to his<br />
art objects by destroying and repainting forty of<br />
his paintings. In 2005, he turned to Symbolism<br />
and Surrealism, with Max Ernst, Odilon Redon<br />
and James Ensor, who continue to influence<br />
his painting today. From 2006, for compelling<br />
reasons, he withdrew from the art market and<br />
limited himself to his work in the studio.<br />
During his stay in Vienna (2009 – 2010), he<br />
spent days in the great museums to sharpen his<br />
eyes for the great works of art. In Vienna, he also<br />
created semi-monochrome paintings influenced<br />
by Marc Rothko and Hermann Nitsch. In 2012,<br />
the artist embarked on his Renaissance project.<br />
He used the paintings of old masters as models<br />
to change them with different techniques.<br />
Paintings were created, such as the Lady with<br />
Ermine or John the Baptist, The Battle of<br />
Anghiari by Leonardo da Vinci, or the Studies of<br />
a Human Skull. In 2016, the artist intensified his<br />
theme of the world of demons, spirits, and mythical<br />
creatures. The painting Shard Barad Dûr<br />
tower London, for example, is based on the epic<br />
fantasy novel Lord of the Rings. In doing so, he<br />
navigated between a dreamlike civilisation and a<br />
chaotic, dark, ghostly background. In this way, he<br />
developed an uncanny, sometimes elusive visual<br />
language of dreams, myths, and phenomena.<br />
To the current exhibition<br />
In 2017, the artist began to take an increasing<br />
interest in its metaphysical connections in his<br />
surreal intuitive world. He explores the connection<br />
of the global subconscious with the<br />
political, social, and mental development of the<br />
earth in the context of the unfathomable mysteries<br />
of metaphysics. This is the central aspect<br />
of his current artwork and of this exhibition.<br />
With the paintings such as Bitcoin, Rising Sea<br />
Level, Sunken City or Remember Club Culture<br />
he reflects on the supposed reality, our spirit,<br />
and our mind, immersing them in new, allchanging<br />
dimensions that remind us that the<br />
surreal dominates the real. The same effect<br />
can be observed in metaphysics. In addition,<br />
die Weltenthemen, such as BLM, The Amazon<br />
Rainforest, The Soul of Kiev or The Pride<br />
Mouvement were created. These reflect global<br />
issues in a surreal-expressive way.<br />
Nothing is ever isolated and every thought of<br />
every human being, animal and plant has a<br />
metaphysical effect on the entire universe. Every<br />
thought is energy in another dimension with an<br />
immediate effect on the receiver and the sender.<br />
The surreal is ultimately real. The artist’s aim is<br />
to let the viewer participate in it.<br />
13
14<br />
15<br />
The Secret of the Sea<br />
2022<br />
Acrylic, Chalk, Gouache,<br />
Enamel, Varnish, Graphite<br />
and Resin on Canvas<br />
70 cm 70 cm<br />
Enigma<br />
2022<br />
Acrylic, Chalk, Gouache,<br />
Enamel, Varnish, Graphite<br />
and Resin on Canvas<br />
70 cm 70 cm<br />
Душа киева The Soul of Kiev<br />
2022<br />
Acrylic, Oil Chalk, Gouache,<br />
Enamel, Paste, Varnish,<br />
Graphite, Resin, Asphalt, Spray<br />
and Rabbit Skin<br />
on Canvas<br />
140 cm 160 cm
16 17<br />
World Topics<br />
2022<br />
Acrylic, Gouache, Paste,<br />
Varnish, Enamel, Oil Chalk,<br />
Graphite and Resin<br />
on Canvas<br />
70 cm 70 cm<br />
Mars<br />
2021<br />
Acrylic, Chalk, Gouache,<br />
Enamel, Paste, Varnish, Graphite,<br />
Resin, Asphalt, Spray, Rabbit<br />
Skin on Canvas, Graphite and<br />
Resin, Glaze on Canvas<br />
83 cm 83 cm
18<br />
19<br />
Nature Calling<br />
2021<br />
Acrylic, Oil, Oil Chalk,<br />
Gouache, Enamel, Paste,<br />
Varnish, Graphite, Resin<br />
and Asphalt on Canvas<br />
120 cm 110 cm<br />
Peace Talks<br />
2022<br />
Acrylic, Oil Chalk, Gouache,<br />
Enamel, Paste, Varnish,<br />
Graphite, Resin, Asphalt<br />
and Rabbit Skin on Canvas<br />
120 cm 110 cm
20<br />
21<br />
Inner Voices<br />
2022<br />
Inner Voices<br />
Acrylic, Chalk, Gouache,<br />
Enamel, Paste, Varnish,<br />
Graphite, Resin, Asphalt,<br />
Rabbit Skin on Canvas,<br />
40 cm 40 cm<br />
Lasting Luxury<br />
2019<br />
Acrylic, Enamel, Varnish, Resin,<br />
Glaze and Powder Pigment<br />
on Canvas<br />
40 cm 40 cm<br />
p 23<br />
Lasting Luxury<br />
(Detail)
22<br />
23<br />
Remember Afghanistan<br />
2022<br />
Acrylic, Oil Chalk, Enamel,<br />
Paste, Varnish, Powder<br />
Pigment, Resin and Asphalt<br />
on Canvas<br />
110 cm 150 cm
24 25<br />
中 国 一 带 一 路 Belt & Road<br />
2019<br />
Acrylic, Enamel, Paste,<br />
Varnish, Resin, Asphalt,<br />
Tinting Concentrate,<br />
Powder Pigment and Glaze<br />
on Canvas<br />
140 cm 140 cm<br />
World Chess<br />
2022<br />
Acrylic, Chalk, Gouache,<br />
Enamel, Paste, Varnish,<br />
Graphite, Resin, Asphalt,<br />
Spray, Rabbit Skin<br />
on Canvas,<br />
140 cm 140 cm<br />
pp 26 – 27<br />
World Chess (Detail)<br />
2022<br />
140 cm 140 cm
26 27
Das Surreale ist real<br />
Dr. Bettina Keller<br />
28 Die Ausstellung der Galerie Sarasin Art bildet<br />
The exhibition at Galerie Sarasin Art is a cross-<br />
29<br />
einen Querschnitt durch das aktuelle Schaffen<br />
des Schweizer Künstlers Louis Schlumberger.<br />
Die meist grossformatigen Leinwände zeigen<br />
gestische Malerei zwischen Abstraktion und<br />
Narration. Ausgehend von einem aktuellen<br />
Thema des politischen, ökologischen oder ökonomischen<br />
Weltgeschehens und dem existentiellen<br />
Bedürfnis, den Dingen auf den Grund zu<br />
gehen, entstehen die rhythmischen Leinwände<br />
in einem intensiven und ständig hinterfragenden<br />
Malprozess. Immer weiter getrieben mit jeder<br />
neuen Farbschicht, die sich in den Bildkörper<br />
einschreibt, gibt er uns vielfältig vernetzte und<br />
auf den realen Raum der Betrachtenden übergreifende<br />
Werke zu sehen.<br />
Die Arbeit an und durch das Material hindurch,<br />
der Prozess von Entstehen und Auslöschen<br />
der Bildschichten erfolgt unmittelbar.<br />
Schlumberger experimentiert dabei mit immer<br />
neuen Materialien. Er trägt diese entweder direkt<br />
mit den Fingern auf oder schüttet sie aus der<br />
Tube, aus dem Kanister auf die Leinwand. Beide<br />
Techniken, gestischer Farbauftrag, unmittelbares<br />
Aufbringen, sowie das Ausloten neuer Materialien<br />
haben ihren Ursprung im Amerika der Nachkriegszeit,<br />
als Befreiungsschlag nach dem Ende<br />
des Zweiten Weltkriegs. Sie sind bis heute in der<br />
zeitgenössischen Malerei zu finden.<br />
section of the current work of Swiss artist Louis<br />
Schlumberger. The mostly large-format canvases<br />
show gestural painting between abstraction and<br />
narration. Based on a current theme of political,<br />
ecological, or economic world events and the<br />
existential need to get to the bottom of things,<br />
the rhythmic canvases are created in an intensive<br />
and constantly questioning painting process.<br />
Always driven further with each new layer<br />
of paint that inscribes itself into the body of<br />
the painting, he gives us works that are multiply<br />
interconnected and spill over into the real space<br />
of the viewer.<br />
The work on and through the material, the<br />
process of creating and erasing the layers of the<br />
image takes place directly. Schlumberger experiments<br />
with ever new materials. He either applies<br />
them directly with his fingers or pours them<br />
out of a tube or canister onto the canvas. Both<br />
techniques, gestural application of paint, direct<br />
application, as well as the exploration of new<br />
materials, have their origins in post-war America,<br />
as a liberation strike after the end of the Second<br />
World War. They can still be found in contemporary<br />
painting today.<br />
The best-known representative of action<br />
painting, Jackson Pollock, usually let the paint<br />
drip directly through a hole in the canister onto<br />
The Surreal is Real<br />
Bettina Keller
30 Der bekannteste Vertreter des Action Paintings,<br />
Jackson Pollock liess bei seinen Drippings ab<br />
1946 die Farbe meist direkt durch ein Loch im<br />
Kanister auf die am Boden liegende Leinwand<br />
tropfen. Pollock hat die gestische Linie von der<br />
Unterordnung unter eine Form befreit und schon<br />
früh den Focus auf die Entstehung, die Performativität<br />
von Malerei und ihre Materialien gelegt.<br />
Inspiriert von Pollock experimentiert der amerikanische<br />
Farbfeldmaler Morris Louis Ende der<br />
1940er Jahre mit flüssiger Acrylfarbe, die er über<br />
seine Bilder schüttet und sie in einzelnen Farbbahnen<br />
über die Leinwand laufen lässt. Ziel ist,<br />
die Farbe von jeder gestischen Beeinflussung,<br />
von jeder Autorschaft zu befreien. Auch hier wird<br />
die Farbe in ihrer ureigensten Materialität auf die<br />
Leinwand gebracht, jedoch unter Entzug jeglicher<br />
Körperlichkeit der Gesten des Künstlers,<br />
im Gegensatz zum körperbetonten Einsatz bei<br />
Pollock und Schlumberger. Das Ziel von Morris<br />
verfolgt in etwas anderer Form auch Frank<br />
Stella in seinen Shaped Canvases der 1960er<br />
Jahre: Die Farbe so zu zeigen, wie sie aus der<br />
Tube kommt, ohne jeden gestischen Impetus<br />
Die Form seiner Farbbahnen wird durch die<br />
V-förmige Kontur seiner Leinwände vorgegeben<br />
und nicht etwa durch eine sichtbare Geste des<br />
Pinsels auf einer rechteckigen Leinwand gestaltet.<br />
Barnett Newman hingegen, abstrakter Expressionist<br />
löst sich zur selben Zeit wie Pollock und<br />
Morris von jeglicher darstellender, europäischer<br />
Bildtradition. Dies über die rein abstrakte,<br />
malerische Geste seiner vertikal über die ganze<br />
Leinwand verlaufenden, schmalen zips (Reissverschlüsse).<br />
Diese lassen zunächst an Bilder wie<br />
Schlumbergers The Amazon Rainforest, 2020<br />
denken. Sie haben jedoch bei Newman die<br />
Funktion, die Betrachtenden durch ihre schiere<br />
Grösse zu überwältigen und den Bildraum als<br />
vorübergehend unvereinbar mit dem realen<br />
Raum zu erleben. Während sie bei Schlumberger<br />
dazu dienen den Bildraum und den Raum der<br />
Betrachtenden zu strukturieren und miteinander<br />
zu verbinden.<br />
In diese Zeit der beginnenden selbstreflexi ven<br />
Auseinandersetzung mit dem eigenen Medium<br />
fällt folgerichtig eine geradezu künstlerische Obsession<br />
für das Experimentieren mit neuen Materialien<br />
in der Kunst, wie etwa Monika Wagner<br />
eingangs in ihrem Band Das Material der Kunst<br />
(2001) konstatiert. Neben der Gewichtung des<br />
malerischen Prozesses seitens der Künstler entstand<br />
in der kunstwissenschaftlichen Rezeption<br />
der beginnenden 2000er Jahre bis heute immer<br />
mehr das Verständnis von Selbstreflexivität der<br />
Malerei als ein Marker für die Aktualität zeitgenössischer<br />
Kunst, so etwa mit Erika Fischer-Lichte<br />
the canvas lying on the floor in his Drippings from<br />
1946 onwards. Pollock liberated the gestural line<br />
from its subordination to a form and early on<br />
focused on the emergence, the performativity of<br />
painting and its materials. Inspired by Pollock,<br />
the American colour field painter Morris Louis<br />
experimented in the late 1940s with liquid acrylic<br />
paint, which he poured over his paintings and<br />
let it run across the canvas in individual colour<br />
bands. The aim is to free the paint from any<br />
gestural influence, from any authorship. Here,<br />
too, the paint is brought to the canvas in its very<br />
materiality, but with the artist’s gestures deprived<br />
of any physicality, in contrast to Pollock’s<br />
and Schlumberger’s emphasis on the body.<br />
The goal of Morris is also pursued in a somewhat<br />
different form by Frank Stella in his Shaped<br />
Canvases of the 1960s: to show the paint as<br />
it comes out of the tube, without any gestural<br />
impetus. The shape of his colour lines is given<br />
by the V-shaped contour of his canvases and<br />
not, for example, by a visible gesture of the brush<br />
on a rectangular canvas. Barnett Newman, on<br />
the other hand, an abstract expressionist, broke<br />
away from any European pictorial tradition at the<br />
same time as Pollock and Morris. He does this<br />
through the purely abstract, painterly gesture<br />
of his narrow zips running vertically across the<br />
entire canvas.<br />
These initially recall paintings such as<br />
Schlumberger’s The Amazon Rainforest, 2020.<br />
In Newman’s work, however, they have the function<br />
of overwhelming the viewer by their sheer<br />
size and of making the pictorial space seem<br />
temporarily incompatible with real space. In<br />
Schlumberger’s work, they serve to structure and<br />
connect the pictorial space and the space of<br />
the viewer.<br />
In this period of the beginning self-reflexive<br />
confrontation with one’s own medium, an almost<br />
artistic obsession with experimenting with new<br />
materials in art consequently emerged, as<br />
Monika Wagner states at the beginning of her<br />
volume Das Material der Kunst (2001). Alongside<br />
the artists’ emphasis on the painterly process,<br />
an understanding of the self-reflexivity of painting<br />
as a marker of the topicality of contemporary<br />
art has increasingly emerged in the art historical<br />
reception of the early 2000s up to the present<br />
day, for example with Erika Fischer-Lichte or<br />
Juliane Rebentisch. This goes hand in hand with<br />
the way in which the viewer is addressed and<br />
the connection between pictorial space and<br />
real space, with Michael Fried since the 1980s or<br />
later with Beate Söntgen, among others, which is<br />
admittedly only outlined very briefly here. These<br />
are all elements that determine the painterly<br />
quality of Schlumberger’s painting process.<br />
31
32 oder Juliane Rebentisch. Dies einhergehend mit<br />
der Art und Weise einer Adressierung der<br />
Betrachtenden und der Verbindung von Bildraum<br />
mit realem Raum, mit Michael Fried seit<br />
den 1980er Jahren oder später u. a. mit Beate<br />
Söntgen, dies hier freilich nur sehr verkürzt<br />
skizziert. Es sind alles Elemente, welche die<br />
malerische Qualität von Schlumbergers malerischem<br />
Prozess bestimmen.<br />
Der Künstler arbeitet intuitiv und selbstreflexiv<br />
mit der ureigensten Materialität der<br />
Farbe. Die Tiefe des Leinwandkörpers von fünf<br />
Zentimetern betont die Körperhaftigkeit und<br />
raumgreifende Präsenz der Werke. Gleichzeitig<br />
lassen sich daran Spuren des Malprozesses<br />
ablesen. So finden sich neben überlaufenden<br />
Tropfspuren etwa Abdrücke von Fingerkuppen,<br />
die während des Trocknungsprozesses entstanden<br />
sind. Schlumberger hält die Leinwand<br />
in beiden Händen, um im Verfestigen der Farbe<br />
deren Lauf durch spezifische Bewegungen<br />
zu beeinflussen, um sie schliesslich zum vollständigen<br />
Trocknen auf dem Boden abzulegen.<br />
Während bei dem Action Painting Pollocks die<br />
Leinwand auf dem Boden liegt und Pollock<br />
sich in einer raumgreifenden Choreografie um<br />
sie herum und über sie hinwegbewegt, ist der<br />
Einsatz der Bewegung bei Schlumberger noch<br />
umfassender. Sie ist nicht nur über die Hand<br />
des Künstlers und der fliessenden Materialität<br />
der Farbe in die Bilder eingeschrieben, auch der<br />
Bildträger selbst wird bewegt. Aus dem Zusammenspiel<br />
von Bewegung, Materialität der Farbe<br />
und Zeit entstehen Bilder, deren Schichten<br />
untereinander komplex verwoben einen jeweils<br />
spezifischen, bildimmanenten Raum entstehen<br />
lassen. Ausserdem verzahnen sie sich mit dem<br />
sie umgebenden Raum und adressieren die<br />
Rezipienten direkt, wie aus den folgenden beiden<br />
Bildanalysen deutlich wird.<br />
The Amazon Rainforest, 2020 ist anlässlich<br />
der schweren Brände des Regenwaldes desselben<br />
Jahres entstanden. Die erste Bildschicht<br />
zeigt das Bild des in Flammen stehenden Waldes.<br />
Von ihr sind noch die intensiven Rottöne zu<br />
sehen. Schicht um Schicht wurde dieser Brand<br />
quasi in einem immer wieder zum Bild und seinem<br />
Thema zurückkehrenden Prozess gelöscht,<br />
bis zu einem lebendigen grünen Dickicht. So<br />
fallen als erstes die vorne auf der Leinwand über<br />
deren gesamte Höhe verlaufenden, glänzenden<br />
Farbbänder in sattem Dunkelgrün ins Auge.<br />
Gemeinsam mit meist etwas darunter ansetzenden<br />
Farbspuren aus einem ebenso deckend<br />
und dunkel glänzenden Magenta strukturieren<br />
sie das Bildgeviert vertikal von links nach rechts.<br />
Das wärmere Magenta scheint in teils horizontal<br />
verlaufenden Farbwellen hinter dem ruhigen<br />
The artist works intuitively and self-reflexively<br />
with the very materiality of paint. The depth of<br />
the canvas body of five centimetres emphasises<br />
the physicality and expansive presence of the<br />
works. At the same time, traces of the painting<br />
process can be read on them. Alongside overflowing<br />
drip marks, there are, for example,<br />
imprints of fingertips that were made during<br />
the drying process. Schlumberger holds the<br />
canvas in both hands to influence the course<br />
of the paint by specific movements as it solidifies,<br />
and finally to lay it down on the floor to dry<br />
completely. While in Pollock’s action painting<br />
the canvas lies on the floor and Pollock moves<br />
around and over it in a space-consuming choreography,<br />
Schlumberger’s use of movement is<br />
even more extensive. It is not only inscribed in<br />
the paintings via the artist’s hand and the flowing<br />
materiality of the paint, but the painting support<br />
itself is also moved. The interplay of movement,<br />
the materiality of the paint and time gives rise to<br />
images whose layers are interwoven in a complex<br />
manner, each creating a specific space immanent<br />
to the image. Furthermore, they interlock<br />
with the space surrounding them and address<br />
the recipients directly, as will become clear from<br />
the following two image analyses.<br />
The Amazon Rainforest, 2020 was created on<br />
the severe fires in the rainforest of the same year.<br />
The first image layer shows the forest in flames.<br />
The intense red tones can still be seen. Layer<br />
by layer, this fire was extinguished, as it were, in<br />
a process that returned again and again to the<br />
picture and its subject, until it became a lively<br />
green thicket. The first thing that catches the eye<br />
are the glossy bands of colour in rich dark green<br />
running along the entire height of the canvas at<br />
the front. Together with traces of colour in an<br />
equally opaque and dark glossy magenta, which<br />
usually start a little below, they structure the<br />
picture vertically from left to right. The warmer<br />
magenta seems to emerge from behind the calm<br />
green in partly horizontal waves of colour. Until<br />
there are also places, such as at the upper right<br />
edge of the picture, where the magenta’s flow of<br />
colour flows wet in wet over the picture, clearly<br />
above the green, taking parts of the green down<br />
with it. In the traces of colour that then solidify,<br />
the physical volume and materiality of the paint<br />
can be sensually experienced through the structuring<br />
effect of gravity.<br />
The interwoven interplay of the two equal<br />
colour partners of dark green and magenta determines<br />
the first impression of the painting. This<br />
effect is created primarily by the reflective sheen<br />
of the smooth, opaque surface, which sets it apart<br />
from the other matt, velvety hues of the lower<br />
layers of the painting, which are overlaid by it.<br />
33
34<br />
35<br />
Amazonas Rainforest<br />
2020<br />
Acrylic, Oil, Enamel, Varnish,<br />
Resin, Asphalt, Tinting<br />
Concentrate and Glaze<br />
on Canvas<br />
110 cm 140 cm
36 Grün hervorzudringen. Bis sich auch Stellen<br />
zeigen, wie etwa am rechten oberen Bildrand,<br />
in denen der Farbfluss des Magentas deutlich<br />
über dem Grün nass in nass über das Bild<br />
fliesst und dabei Teile des Grüns mit sich nach<br />
unten reisst. In den daraufhin erstarrenden<br />
Farbspuren wird durch die strukturierende<br />
Wirkung der Schwerkraft das physische Volumen<br />
und die Materialität der Farbe sinnlich<br />
erfahrbar.<br />
Das ineinander verwobene Zusammenspiel<br />
der beiden gleichwertigen Farbpartner aus<br />
dunklem Grün und Magenta bestimmt den<br />
ersten Eindruck des Gemäldes. Diese Wirkung<br />
entsteht vor allem durch den spiegelnden Glanz<br />
der glatten, opaken Oberfläche, der sie von den<br />
anderen, durch sie überlagerten matten, samtigeren<br />
Farbtönen der unteren Bildschichten<br />
abhebt. Einerseits blockiert der Glanz dieser<br />
obersten Schicht den Einstieg in den Bildraum,<br />
gleichzeitig macht er die pastosen, meist direkt<br />
mit dem Finger abgeriebenen Farbwirbel der<br />
unteren, übermalten Schichten erst sichtbar.<br />
Die malerischen Gesten der tieferliegenden<br />
Schichten zeichnen sich als eigenständige<br />
Farbkörper unter dem Glanz ab.<br />
Nach dieser ersten rhythmischen Bewegung<br />
von links nach rechts weicht der Blick zurück,<br />
noch etwas weiter aus dem Bildraum hinaus hin<br />
zu dem nun sichtbar werdenden vertikalen,<br />
in kühlem Hellgrün gehaltenen, schmalen Farbbahnen,<br />
die von oben über die gesamte Bildhöhe<br />
nach unten laufen. Als allerletzte Bildschicht,<br />
meist auf das satte Grün gesetzt, wirken sie<br />
im vordersten Bildraum und verbinden diesen<br />
mit dem realen Raum der Betrachtenden. Die<br />
dünnflüssige Farbe ist matt und hat vor allem<br />
dort, wo der Künstler sie direkt mit der Tube am<br />
oberen Bildrand angesetzt hat, kreisförmige<br />
Bläschen geschlagen. Durch das Ablegen des<br />
Bildkörpers, gleich nachdem die hellgrünen<br />
Farbbahnen das untere Bildende erreicht hatten,<br />
sind diese Luftbläschen als kleine Kreisformen<br />
sichtbar geblieben und nicht weiter<br />
verlaufen. Die sich verfestigende Farbspur ist so<br />
sichtbarer Speicher der in sie eingeschriebenen<br />
Zeit – die Dauer bis zum Erreichen des unteren<br />
Bildrandes –, der damit verbundenen Bewegung<br />
von Farbe und Leinwand und der ureigensten<br />
Materialität der Farbe.<br />
An dem Hellgrün ganz vorne vorbei schlängelt<br />
sich der Blick wieder zurück zu dem rhythmischen<br />
Zusammenspiel des gesättigten, glänzenden<br />
Farbpaares aus Grün und Magenta.<br />
Dahinter erschliesst sich der Bildmittelgrund,<br />
der von einem beinahe samtig, meist direkt mit<br />
dem Finger aufgetragenen Hellgrün gestaltet<br />
wird. In dieses eher zurückweichende Mittelgrün<br />
On the one hand, the sheen of this uppermost<br />
layer blocks the entrance into the pictorial<br />
space; at the same time, it makes the impasto<br />
swirls of colour of the lower, overpainted layers,<br />
mostly rubbed off directly with the finger, visible<br />
in the first place. The painterly gestures of the<br />
lower layers stand out as independent bodies of<br />
colour beneath the gloss.<br />
After this first rhythmic movement from left to<br />
right, the viewer’s gaze moves back, a little further<br />
out of the pictorial space towards the now<br />
visible vertical, narrow bands of colour in a cool<br />
light green, which run from the top over the entire<br />
height of the picture downwards. As the very last<br />
layer of the picture, usually set on top of the rich<br />
green, they have an effect in the foremost pictorial<br />
space and connect it with the real space of<br />
the viewers. The thin liquid paint is matt and has<br />
formed circular bubbles, especially where the<br />
artist has applied it directly with the tube at the<br />
upper edge of the picture. By putting down the<br />
body of the painting, immediately after the light<br />
green colour lines had reached the lower end of<br />
the painting, these air bubbles have remained<br />
visible as small circular shapes and have not<br />
continued to run. The solidifying trace of paint is<br />
thus a visible memory of the time inscribed in it –<br />
the duration until the lower edge of the picture<br />
is reached –, the associated movement of paint<br />
and canvas and the very materiality of paint.<br />
Past the light green at the very front, the eye<br />
meanders back to the rhythmic interplay of the<br />
saturated, shiny colour pair of green and magenta.<br />
Behind it, the picture’s middle ground opens,<br />
which is shaped by an almost velvety light green,<br />
mostly applied directly with the finger. Traces of<br />
a light blue, which also opens the middle ground,<br />
blur into this rather receding middle green with<br />
fine, cool lines of a lilac tone heightened with<br />
white. The orange, salmon and red tones embedded<br />
in it push out of the middle ground and<br />
forward again. Above all, the intense fire red<br />
shines out of the picture’s background in the<br />
upper centre and a little further to the right.<br />
The gaze meanders through the layers of colour,<br />
which are physically raised from the picture<br />
support, superimposed, and interlocked, into the<br />
depth of the picture and back out again into its<br />
own real space. With the dimming of the light in<br />
the evening, a change in the colour effect takes<br />
place. The red that pushes forward from the<br />
lower layers of the picture becomes a glowing<br />
luminescence in the twilight that determines the<br />
picture, while the dark colours of the shiny<br />
lacquers of the picture’s foreground recede into<br />
the still, indeterminate background of the picture<br />
through the loss of the reflection of its surface.<br />
The emergence over several layers, some<br />
37
38 hinein verwischen sich Spuren eines ebenfalls<br />
den Bildmittelgrund öffnenden Hellblaus<br />
mit feinen, kühlen Linien eines weiss gehöhten<br />
Fliedertons. Die darin eingebetteten Orange-,<br />
Lachs- und Rot Töne drängen aus dem Mittelgrund<br />
hinaus wieder nach vorne. Vor allem<br />
das intensive Feuerrot leuchtet in der oberen<br />
Bildmitte und etwas weiter rechts aus dem<br />
Bildgrund heraus.<br />
Der Blick mäandriert durch die physisch<br />
sich vom Bildträger erhebenden, übereinander<br />
gelagerten und in sich verzahnten Farbschichten<br />
in die Bildtiefe hinein und wieder aus ihr<br />
zurück bis in den eigenen realen Raum. Mit<br />
dem Abdunkeln des Lichts am Abend, findet<br />
ein Wechsel der Farbwirkung statt. Das aus<br />
den unteren Bildschichten nach vorne drängende<br />
Rot wird in der Dämmerung zu einem<br />
glühenden, das Bild bestimmenden Leuchten,<br />
während die dunklen Farben der glänzenden<br />
Lacke des Bildvordergrunds durch den Verlust<br />
der Spiegelung ihrer Oberfläche zum ruhenden,<br />
unbestimmten Bildgrund zurückweichen.<br />
Die Entstehung über mehrere, sich teils überlagernde,<br />
teils ineinanderfliessende Schichten<br />
entspricht einer rezeptiven Dauer, die es<br />
braucht, um buchstäblich in das den Bildraum<br />
strukturierende Farbdickicht einzusteigen und<br />
es durchzudringen.<br />
Das etwas kleinere Querformat Rising Sea<br />
Level, 2021 ist ebenfalls in mehreren Phasen<br />
entstanden und immer wieder übermalt worden.<br />
Es zeigt, so Schlumberger «die Eigenschaft<br />
vom durch den Klimawandel erhitztem Wasser<br />
und seiner Energie, Systematik und Unvorhersehbarkeit.»<br />
In dieser rollt es als blaue Farbwelle<br />
auf die Betrachtenden zu.<br />
Hier ist die das Bildgeviert strukturierende<br />
Bildachse die Horizontale, welche die Leinwand<br />
in drei liegende Zonen unterteilt. Das<br />
obere Bildviertel ist mittels sich zerdehnender<br />
und einander verdunkelnder Gelb-, Orange-,<br />
Blau- und Braun- Töne gestaltet. Der Farbauftrag<br />
ist dünn und flach, nass in nass, mit Spuren,<br />
welche die unter ihnen liegenden immer wieder<br />
verdrängen. In der Mitte findet sich ein gelber<br />
Kreis, der ebenfalls auseinanderzulaufen, bzw.<br />
sich in zwei weiteren Kreisformen zu wiederholen<br />
scheint. Die zu beiden Seiten leicht abfallende<br />
Horizontlinie wird überdeckt durch eine<br />
aus Kobaltblau, Petrol, blassem Flieder, Braun,<br />
Weiss und Nachtblau lebendig abgestufte Farbwelle.<br />
Durch das Überschwappen der blauen<br />
Farbwogen über die Horizontlinie entsteht<br />
eine Untersicht. Immer wieder blitzt die weisse<br />
Grundierung hervor, während sich andere<br />
weiss gekräuselte Stellen als oberste, übermalte<br />
Bildschicht erweisen. Dadurch entsteht<br />
overlapping, some flowing into each other,<br />
corresponds to a receptive duration that it takes<br />
to literally enter and penetrate the thicket of<br />
colour structuring the pictorial space.<br />
The somewhat smaller landscape format<br />
Rising Sea Level, 2021 was also created in several<br />
phases and painted over again and again.<br />
According to Schlumberger, it shows “the characteristic<br />
of water heated by climate change and<br />
its energy, systematics and unpredictability”.<br />
In this, it rolls towards the viewer as a blue wave<br />
of colour.<br />
Here, the axis structuring the picture is the<br />
horizontal, which divides the canvas into three<br />
horizontal zones. The upper quarter of the picture<br />
is designed by means of expanding and darkening<br />
shades of yellow, orange, blue and brown.<br />
The paint is applied thinly and flatly, wet on wet,<br />
with traces that repeatedly displace those below<br />
them. In the centre there is a yellow circle, which<br />
also seems to diverge or repeat itself in two<br />
further circular forms. The horizon line, which<br />
slopes slightly to either side, is covered by a<br />
vividly graded wave of colour consisting of cobalt<br />
blue, petrol, pale lilac, brown, white and midnight<br />
blue. The spilling of the blue colour waves over<br />
the horizon line creates an under-view. Again<br />
and again, the white grounding flashes out, while<br />
other white rippled areas prove to be the top,<br />
overpainted layer of the picture. This creates the<br />
impression of a close-up view of a deep, foaming<br />
water surface down to the bottom. This, however,<br />
takes on a dynamic forward movement through<br />
the lower view of the horizon line and the course<br />
of light, thin-matte traces of paint. On the one<br />
hand, these traces of paint run vertically to the<br />
lower edge of the picture, while at the same time<br />
their direction of flow branches out diagonally to<br />
the lower left due to a rotational movement of the<br />
picture’s orientation during the drying process.<br />
This internal structure gives the blue surging<br />
mass of paint a momentum of its own as it spills<br />
from right to left into the foreground of the picture<br />
and beyond. At the same time, it tilts back again<br />
and again into the top view of a moving water<br />
surface. The power of the mass of paint, rubbed<br />
on directly with the fingers, dabbed on, or poured<br />
directly from the tube onto the picture support,<br />
also arises here from the movement of paint and<br />
picture support and the visible inscription of time<br />
into the body of paint and its materiality.<br />
The interplay of the horizontally expanding<br />
sky with the shimmering sun, the blue waves of<br />
colour spilling forward from the middle ground<br />
of the picture and their collision and descent<br />
onto the sandy, earth-toned ground in the lower<br />
quarter of the picture results in a moving, hybrid<br />
pictorial space. It is not accessible as a coherent<br />
39
40<br />
41<br />
Rising Sea Level<br />
2021<br />
Acrylic, Gouache, Enamel,<br />
Varnish, Asphalt and Tinting<br />
Concentrate on Canvas<br />
100 cm 140 cm
42 in der Nahansicht der Eindruck einer Aufsicht<br />
auf eine tiefe, schäumende Wasseroberfläche<br />
bis auf den Grund. Diese nimmt jedoch durch<br />
die Untersicht der Horizontlinie und den Verlauf<br />
heller, dünnflüssig-matter Farbspuren eine<br />
dynamische Vorwärtsbewegung auf. Einerseits<br />
laufen diese Farbspuren vertikal bis an<br />
den unteren Bildrand, gleichzeitig verästelt sich<br />
deren Fliessrichtung durch eine Drehbewegung<br />
der Bildausrichtung während des Trocknungsvorgang<br />
diagonal nach links unten. Diese<br />
Binnenstruktur verleiht der blau wogenden<br />
Farbmasse eine Eigendynamik als von rechts<br />
nach links in den Bildvordergrund und darüber<br />
hinaus überschwappende Masse. Gleichzeitig<br />
kippt sie immer wieder zurück in die Aufsicht<br />
auf eine bewegte Wasseroberfläche. Die Kraft<br />
der unmittelbar mit den Fingern aufgeriebenen,<br />
abgetupften, oder direkt aus der Tube auf den<br />
Bildträger geschütteten Farbmasse entsteht<br />
auch hier aus der Bewegung von Farbe und<br />
Bildträger und die sichtbar sich in den Farbkörper<br />
und seine Materialität einschreibende Zeit.<br />
Das Zusammenspiel aus sich horizontal ausdehnendem<br />
Himmel mit flirrendem Sonnengestirn,<br />
den aus dem Bildmittelgrund nach vorne<br />
überschwappenden blauen Farbwogen und<br />
deren Auftreffen und Herablaufen auf den sandigen,<br />
erdtonigen Boden im unteren Bildviertel<br />
ergibt einen bewegten, hybriden Bildraum. Er ist<br />
durch die Kippbewegung des Wassers nicht als<br />
kohärenter Raum begehbar und verzahnt sich<br />
zudem mit dem realen Raum der Betrachtenden<br />
durch die Bewegung der Farbmasse nach<br />
vorne aus dem Bild heraus. Die Zeitbasiertheit<br />
seiner Malerei und deren Bewegungsabläufe<br />
von Hand, Farbe und Leinwandgeviert lassen<br />
einen für jedes Gemälde durchgetakteten Bildraum<br />
entstehen, der sich jeweils ganz spezifisch<br />
mit dem realen Raum der Betrachtenden<br />
verbindet, auf ihn ausgreift und letztlich diese<br />
selbst in Bewegung versetzt.<br />
Neben der Gewichtung der performativen<br />
Seite des malerischen und rezeptiven Prozesses<br />
seiner Bilder, besteht ein zentraler Antrieb<br />
seiner Malerei, darin, den Dingen auf den Grund<br />
zu gehen, hinter die sichtbare Oberfläche in<br />
das Unbewusste zu blicken und im (kollektiven)<br />
Unterbewussten verborgene Zusammenhänge<br />
sichtbar und durch die Malerei erlebbar zu<br />
machen.<br />
Wie etwa Odilon Redon, französischer<br />
Symbolist und Wegbereiter des Expressionismus<br />
und Surrealismus Ende des 19. Jahrhunderts,<br />
ist Schlumberger daran interessiert, die<br />
sichtbare Oberfläche der Welt mit den in ihr verborgenen<br />
Unterwelten zu verknüpfen. Redon,<br />
dessen Werk zeitgleich mit den Impressionisten<br />
space due to the tilting movement of the water<br />
and interlocks with the real space of the viewer<br />
through the movement of the mass of paint forward<br />
out of the picture. The time-based nature<br />
of his painting and its sequences of movements<br />
of hand, paint and canvas frame give rise to a<br />
pictorial space that is synchronised for each<br />
painting and that connects specifically with the<br />
real space of the viewer, reaches out to it and<br />
ultimately sets the viewer in motion.<br />
Apart from the emphasis on the performative<br />
side of the painterly and receptive process of his<br />
paintings, a central drive of his painting is to get<br />
to the bottom of things, to look behind the visible<br />
surface into the unconscious and to make connections<br />
hidden in the (collective) subconscious<br />
visible and tangible through painting.<br />
Like Odilon Redon, for example, French<br />
Symbolist and pioneer of Expressionism and<br />
Surrealism at the end of the 19th century,<br />
Schlumberger is interested in linking the visible<br />
surface of the world with the underworlds<br />
hidden within it. Redon, whose work was<br />
created at the same time as the Impressionists,<br />
was not interested in the light conditions and<br />
surface textures of nature like the latter. Rather,<br />
he wanted his painting to express the reciprocal<br />
link between the visible and the invisible world,<br />
between nature and the life of the soul. Thus, in<br />
his colour-intensive, bright canvases of the<br />
late work, he combines the most precise observations<br />
of nature with surfaces of untamed,<br />
pure colour. In Redon’s well-known painting The<br />
Chariot of Apollo, 1910, Musée d’Orsay, Paris, the<br />
dragon defeated by Apollo writhes in the dark<br />
abyss of the sea. In the centre of the painting,<br />
against a bright blue sky, are the four white horses<br />
of the sun god, their plastic bodies pointing in<br />
a kind of circular motion towards the chariot of<br />
Apollo behind them at the right edge of the picture.<br />
While the monster and the quadriga emerge<br />
as clearly visible anchors of the narrative from<br />
the indeterminate colour ground of the canvas,<br />
the titular chariot and deity dissolve completely<br />
into glistening swirls of pure colour. The intense<br />
glow is immaterial and yet realistically structures<br />
the picture. The light of the sun god is reflected<br />
on the underside of the clouds above in the sky<br />
and is also the source of light that allows us to<br />
see the slippery skin of the monster in the first<br />
place through the light reflections it casts on it.<br />
Redon succeeds in showing us the essence of<br />
the sun god as well as the dark depths of the<br />
monster by means of pure painting and its combination<br />
with narrative elements. The painting<br />
almost reads as a fundamental metaphor of the<br />
connection between the visible, conscious world<br />
and the invisible, unconscious life of the soul.<br />
43
44 entstand, war nicht wie diese an Lichtverhältnissen<br />
und Oberflächentexturen der Natur interessiert.<br />
Er wollte mit seiner Malerei vielmehr<br />
die wechselseitige Verknüpfung von sichtbarer<br />
und unsichtbarer Welt, von Natur und Seelenleben<br />
zum Ausdruck bringen. So verbindet er in<br />
seinen farbintensiven, hellen Leinwänden des<br />
Spätwerks genaueste Naturbeobachtungen mit<br />
Flächen aus ungebändigter, purer Farbe. Auf<br />
Redons bekannter Darstellung Der Wagens des<br />
Apoll, 1910, Musée d’Orsay, Paris, windet sich<br />
im dunklen Abgrund des Meeres der von Apoll<br />
besiegte Drache. Im Zentrum des Gemäldes, vor<br />
leuchtend blauem Himmel, sind die vier weissen<br />
Pferde des Sonnengottes zu sehen, deren<br />
plastische Körper in einer Art Kreisbewegung zu<br />
dem Wagen des Apoll hinter ihnen am rechten<br />
Bildrand weisen. Während Ungeheuer und Quadriga<br />
als deutlich sichtbare Anker der Narration<br />
aus dem unbestimmten Farbgrund der Leinwand<br />
auftauchen, löst sich der titelgebende<br />
Wagen samt Gottheit vollends in gleissende<br />
Wirbel reiner Farbe auf. Das intensive Leuchten<br />
ist immateriell und doch realistisch das Bild<br />
strukturierend. Das Licht des Sonnengottes<br />
spiegelt sich an der Unterseite der Wolken oben<br />
im Himmel und ist auch die Lichtquelle, welche<br />
uns die glitschige Haut des Ungeheuers durch<br />
die Lichtreflexe, die es darauf wirft, überhaupt<br />
erst zu sehen gibt. Redon gelingt es mit Mitteln<br />
der puren Malerei und deren Verknüpfung mit<br />
narrativen Elementen uns das Wesen des Sonnengottes<br />
vor Augen zu führen ebenso wie die<br />
düstere Tiefenwelt des Ungeheuers. Das Bild<br />
liest sich nahezu als grundlegende Metapher<br />
der Verbindung von sichtbarer, bewusster Welt<br />
und unsichtbaren, unbewussten Seelenleben.<br />
Dieses gemeinsame Interesse an einer<br />
wechselseitigen Beziehung von realen Welten<br />
und surrealem Traumgeschehen geht einher, so<br />
Schlumberger, «mit einer grossen Neugier aber<br />
auch Besorgnis über das, was derzeit mit dem<br />
globalen Unterbewusstsein verbunden ist und<br />
der Ahnung, in welche fatale Richtung unsere<br />
Reise gehen wird, wenn wir so weitermachen.<br />
Niemand ist jemals isoliert und jeder Gedanke<br />
eines jeden Menschen, Tieres und einer jeden<br />
Pflanze hat eine metaphysische Wirkung auf<br />
das gesamte Universum. Mein Ziel ist es, den<br />
Betrachter daran teilhaben zu lassen, aber ich<br />
bin nicht in ein Urteil, eine politische Aussage,<br />
eine Theorie oder eine Religion verwickelt.<br />
Es reicht, die Realität im Unterbewusstsein zu<br />
spiegeln, um zu wissen, wo wir stehen. Wo sind<br />
die Zwischenwelten und die fabelhaften Welten<br />
geblieben? Sie existieren direkt vor unserer<br />
Nase und sind essenzieller Antrieb jedes meiner<br />
Werke.»<br />
This shared interest in a reciprocal relationship<br />
between real worlds and surreal dream events<br />
is accompanied, says Schlumberger, “by a great<br />
curiosity but also concern about what is currently<br />
connected to the global subconscious and a<br />
sense of the fatal direction our journey will take<br />
if we continue in this way. No one is ever isolated<br />
and every thought of every human, animal and<br />
plant has a metaphysical effect on the entire<br />
universe. My aim is to share this with the viewer,<br />
but I am not involved in any judgement, political<br />
statement, theory, or religion. It is enough to mirror<br />
reality in the subconscious to know where we<br />
stand. Where have the in-between worlds and<br />
the fabulous worlds gone? They exist right under<br />
our noses and are essential impetus of each of<br />
my works.”<br />
The in-between worlds and fabulous worlds<br />
of Odilon Redon, which he develops on the<br />
surface of the canvas, exist in Schlumberger’s<br />
paintings between the layers in the depths. They<br />
emerge on the canvas as swirls of colour, dark<br />
spots, sharp-edged elevations, pale shadows,<br />
hints of hidden facial features. Hidden and yet<br />
visible, they lead a life of their own between the<br />
layers of the paintings, waiting to be recognised<br />
and brought to life by the gaze of the viewer:<br />
Everything is interconnected, nothing exists in<br />
a vacuum.<br />
The surreal is real, is part of our world and has<br />
always been part of our perception. this is how<br />
Schlumberger’s paintings make us aware of it<br />
again.<br />
45
46 Die Zwischenwelten und fabelhaften Welten<br />
47<br />
eines Odilon Redon, welche dieser auf der<br />
Fläche der Leinwand entwickelt, existieren bei<br />
Schlumberger zwischen den Schichten in der<br />
Tiefe seiner Gemälde. Als Farbwirbel, dunkle<br />
Flecke, scharfkantige Erhebungen, fahle Schatten,<br />
Andeutungen von verborgenen Gesichtszügen<br />
zeichnen sie sich auf der Leinwand ab.<br />
Verborgen und doch sichtbar führen sie ein<br />
Eigenleben zwischen den Schichten der Bilder,<br />
darauf wartend durch den Blick der Betrachtenden<br />
wiedererkannt und zum Leben erweckt zu<br />
werden: Alles ist miteinander verbunden, nichts<br />
existiert im luftleeren Raum.<br />
Das Surreale ist real, ist Teil unserer Welt und<br />
war immer schon ein Teil unserer Wahrnehmung.<br />
So machen es uns die Gemälde Schlumbergers<br />
wieder bewusst.<br />
Ethics & Greed<br />
2018<br />
Oil, Enamel, Varnish,<br />
Graphite and Resin<br />
on Canvas<br />
170 cm 160 cm
48 49<br />
Our Ocean<br />
2019<br />
Acrylic, Varnish, Resin,<br />
Asphalt, Tinting Concentrate,<br />
Powder Pigment and Glaze<br />
on Canvas<br />
60 cm 60 cm<br />
Our Atmosphere<br />
2019<br />
Acrylic, Varnish, Resin,<br />
Asphalt, Tinting Concentrate,<br />
Powder Pigment and Glaze<br />
on Canvas<br />
60 cm 60 cm<br />
Our Species<br />
2019<br />
Varnish, Resin, Asphalt<br />
and Tinting Concentrate<br />
on Canvas<br />
80 cm 80 cm
50 51<br />
America First<br />
2017<br />
Acrylic, Oil,<br />
Enamel, Varnish,<br />
Spray and Glaze<br />
on Canvas<br />
40 cm 130 cm
52 53<br />
Bitcoin<br />
2021<br />
Acrylic, Gouache, Enamel,<br />
Resin, Varnish and Glaze<br />
on canvas<br />
83 cm 83 cm<br />
Das Weltgewissen<br />
2022<br />
Acrylic, Oil Chalk, Gouache,<br />
Enamel, Varnish, Graphite,<br />
Resin and Asphalt<br />
on Canvas<br />
90 cm 110 cm
54 55<br />
p 54<br />
The Lock Freeze<br />
2021<br />
Acrylic, Oil Chalk, Gouache,<br />
Gouache, Enamel, Paste,<br />
Varnish, Resin, Asphalt, Tinting<br />
Concentrate and Glaze<br />
on Canvas<br />
110 cm 130 cm<br />
Europe 2050<br />
2018<br />
Oil, Enamel, Varnish,<br />
Graphite and Resin<br />
on Canvas<br />
170 cm 160 cm
56 57<br />
Remember Club Life<br />
2021<br />
Acrylic, Oil, Enamel, Gouache,<br />
Varnish, Resin and Glaze<br />
on Canvas<br />
110 cm 130 cm<br />
The Masters of the Universe<br />
2021<br />
Acrylic, Enamel, Varnish,<br />
Resin, Asphalt, Spray,<br />
Tinting Concentrate,<br />
Powder Pigment and Glaze<br />
on Canvas<br />
110 cm 130 cm
Louis Schlumberger<br />
louisschlumberger.com<br />
58 Atelier in Zürich<br />
2002 Cubitt Artists, London<br />
59<br />
Studio in Zurich<br />
Einzelausstellungen (Selektion)<br />
Solo Exhibitions (Selection)<br />
2005 Galerie Wehrli, Zurich<br />
2004 H&B Gallery, Lausanne<br />
2000 Visarte, Zurich<br />
1996 XS Project, New York<br />
1995 Galerie Point Rouge, Paris<br />
Forum Universelle, Crans- Montana<br />
Théâtre du Grütli, Geneva<br />
1993 Galerie de Provence, Cannes<br />
Galerie de Crans, Crans- Montana<br />
1992 Universität Basel, Basel<br />
1991 UBS Galerie, Basel<br />
1990 Phillips, Son & Neale, Zurich<br />
1990 SBV Galerie, St. Moritz<br />
Gruppenausstellungen (Selektion)<br />
Group Exhibitions (Selection)<br />
2018 Mise au sac, Villa Dutoit, Geneva<br />
2016 Action Solidaire, Basel<br />
2010 Kunstetage, Zurich<br />
2008 Frontières, Musée d’Art et d’Histoire,<br />
Neuchâtel<br />
2005 Projektraum M54, Basel<br />
Intermezzo Metropol, Zurich<br />
2003 Visarte beim Stadthaus, Zurich<br />
2001 Chelsea College M.A. Show, London<br />
Sub Art, The House Project, London<br />
Cubitt Artists Gallery, London<br />
1999 The House Project Space, London<br />
1997 Contemporary Art Gallery, Zurich<br />
1995 Zurich Artist Inventory, Zurich<br />
1994 La Galerie de Tourgéville, Deauville<br />
1993 Art Communication City of Zurich, Zurich<br />
Events<br />
2016 Action solidaire, Basel<br />
2008 12 Artists gartencity, Zurich<br />
2007 awo-documenta, paralel event<br />
documenta 12, Kassel<br />
2006 Film Pilot Tiger Aspect Production, London<br />
2004 Film Pilot Tiger Aspect Production, London<br />
2003 UN-Project Water, London<br />
2002 Chelsea College, M.A. Fine Arts, London<br />
Sammlungen / Collections<br />
Union Bank of Switzerland (UBS)<br />
Swiss Bank Corporation (UBS)<br />
Swisstrust Zurich<br />
Private Collections in Belgium, Switzerland<br />
and USA<br />
Bibliografie / Bibliography<br />
louisschlumberger.com/7597307/biography<br />
Remember Iceland<br />
2019<br />
Acrylic, Oil, Paste, Enamel,<br />
Varnish, Resin on Cotton<br />
60 cm 60 cm
60 Impressum / Imprint<br />
Diese Publikation erscheint anlässlich der<br />
Ausstellung «The Surreal is Real» in der<br />
Galerie Sarasin Art, Basel im März 2022<br />
Druck / Printing<br />
Druckerei Dietrich AG<br />
druckerei-dietrich.ch<br />
ISBN 978-3-9524956-3-6<br />
This catalogue is published on the occasion<br />
of the exhibition “The Surreal is Real” at<br />
gallery Sarasin Art, Basel in March 2022<br />
Herausgeber / Publisher<br />
Sarasin Art, Spalenvorstadt 14, CH-4051 Basel<br />
sarasinart.ch<br />
© 2022 Herausgeber und Künstler<br />
Publisher and artist<br />
Alle Rechte Vorbehalten; kein Teil dieses Werkes<br />
darf ohne vorherige Genehmigung reproduziert<br />
oder unter Verwendung elektronischer Systeme<br />
verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.<br />
Autorinnen / Authors<br />
Dominique von Burg<br />
(Louis Schlumberger – Zur Person)<br />
Dr. Bettina Keller<br />
(The Surreal is Real)<br />
Fotografie / Photography<br />
Raphael Zubler<br />
raphaelzubler.com<br />
Gestaltung / Design<br />
9•6, Konzeptionelle Welten, Andreas Kreienbühl<br />
9––6.com<br />
All rights reserved; no part of this work may be<br />
reproduced or processed, duplicated or<br />
distributed using electronic systems without<br />
prior permission.<br />
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:<br />
Die Deutsche Nationalbibliothek<br />
verzeichnet diese Publikation in der Deutschen<br />
Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische<br />
Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de<br />
abrufbar.