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Old Master Paintings – Part 2

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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE

CATALOGUE III

OLD MASTER PAINTINGS PART 2

Auctions: Thursday, 30 June 2022

Exhibition: Saturday, 25 June Tuesday, 28 June 2022


OLD MASTER

PAINTINGS

P A R T II


373

MEISTER DER VON GROOTESCHEN ANBETUNG,

TÄTIG UM 1510 ANTWERPEN, ZUG.

GRABLEGUNG CHRISTI

Öl auf Holz.

67 x 55,3 cm.

In ebonisiertem gekehltem Rahmen.

Der Künstler, dessen Name nicht bekannt ist, hat seinen

Namen von einem Triptychon mit der Darstellung

der Anbetung der Könige, das aus dem Besitz der

Familie von Groote stammt und sich heute im Städel

Museum in Frankfurt befindet. Das Gemälde wurde

dem Museum 2008 von der Frankfurter Mäzenin

Dagmar Westberg gestiftet. Es gilt als ein Meisterwerk

der Antwerpener Frührenaissance und zeigt

einige Parallelen in Bezug auf das hier angebotene

Gemälde. So vor allem in der Marienfigur, als auch in

der Königsfigur, dessen kompositorische Figur hier

von Nikodemus übernommen wird, der im Johannesevangelium

(Joh 19,38-42) Erwähnung findet. Eingebettet

ist die Szene in der der Leichnam Chrsti sich

in seiner Blässe dem Leichentuch annähert und eine

absteigende Diagonale bildet, in eine flämische Landschaft

mit schroffen Felsen, die den Berg Golgatha

bilden und die drei Kreuze zeigen, wobei das mittige

Kreuz bereits frei ist, nachdem Jesus abgenommen

wurde. Das Haupt Johannes zeichnet sich vor der

weiten felsigen Landschaft ab, die im Sinne einer

flämischen Überblicklandschaft gestaltet ist.

MASTER OF THE GROOTEAN ADORATION,

ACTIVE CA. 1510 ANTWERP, ATTRIBUTED

THE ENTOMBMENT OF CHRIST

Oil on panel.

67 x 55.3 cm.

Provenance:

Auction Christie’s, London, 2 July 2010, lot 8.

Literature:

cf. Jochen Sander (ed.): Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Die “von Grootesche Anbetung der Heiligen Drei

Könige”; ein wiederentdecktes Meisterwerk der

Renaissance in Antwerpen, Frankfurt 2001.

€ 25.000 - € 30.000

Sistrix

INFO | BID

Provenienz:

Auktion Christie‘s, London, 02. Juli 2010, Lot 8.

Literatur:

Vgl. Jochen Sander (Hrsg.), Gold, Weihrauch und

Myrrhe. Die „von Grootesche Anbetung der Heiligen

Drei Könige“; ein wiederentdecktes Meisterwerk

der Renaissance in Antwerpen. Frankfurt 2001.

(13206126) (1) (13)

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374

KLEINER FLÜGELHAUSALTAR

DES 16. JAHR HUNDERTS

SMALL, WINGED HOUSE ALTAR

OF THE 16TH CENTURY

Öl auf Eichenholz.

Gesamthöhe mittig: 70,5 cm.

Höhe der Tafeln: 59,5 cm.

Breite: 46 cm.

Breite (offen): 83 cm.

Flämisch, Mitte 16. Jahrhundert.

Original geschmiedete Hängeösen.

In geschlossenem Zustand hochrechteckig, mit einge ­

zogenem Segmentbogen. Die beiden Klappflügel oben

entsprechend hochgezogen bilden an den Außen seiten

ein gemeinsames dunkles Feld, darin ein gemalter Rahmen,

gehalten von zwei Engeln. Die Inschrift darin in

gotischen Zierbuchstaben setzen an mit: „Jesus nazarenus

rex Judeorum“ und setzen sich im rechten Flügel

fort: „Maria Mater Dei.“ als Bittgebet des Vaterunsers.

Die Innenseiten der Flügel zeigen links zwei Frauen,

wohl der Stifterfamilie, in Adorationshaltung, in

Landschaft. Rechts: Christus am Kreuz von Engeln

flankiert, vor Landschaft des Kalvarienberges mit Blick

auf Stadt und Figurenstaffage.

Die Mitteltafel ist eine Mariage-Zutat, die das ursprüngliche

Mittelbild ersetzt. Darauf ein Kanoniker

im Halbbildnis vor einem Sakristeischrank, vor ihm

ein illustriertes Stundenbuch, Brille und Beutel, links

Kerzenstock. Im Hintergrund seitlich ebenfalls Landschaftsausblicke

sowie Häusergruppe. Am Schrank

Bücher, Krug und Rosenkranz, stilllebenartig platziert.

Überhalb der Bildnistafel, der Rahmung zugehörig:

von zwei Putten gehaltenes rotes Wappen mit Kleeblatt,

darunter rotes Band mit Schlüsselbund. Am Unterrand

der Mitteltafel herabziehender Sockel, bemalt

mit Schriftband und Memento Mori-Schädel.

Wiewohl in der besagten Weise kompiliert, ist die Gesamterscheinung

des Klappaltärchens als ansprechendes

Dokument der Zeit zu sehen, die etwa gleichzeitig

gemalten Tafeln von guter Qualität. A.R.

(1320081) (11)

Oil on oak panel.

Total height at centre: 70.5 cm.

Height on panel: 59.5 cm.

Width: 46 cm.

Width (open): 83 cm.

Flemish, mid-16th century.

€ 12.000 - € 18.000

Sistrix

INFO | BID

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17


375

AMBROSIUS BENSON,

UM 1490/1500 MAILAND 1550 BRÜGGE,

NACHFOLGE DES

MADONNA MIT DEM KIND

Öl auf Holz.

99 x 71 cm.

AMBROSIUS BENSON,

CA. 1490/1500 MILAN 1550 BRUGES,

FOLLOWER OF

THE VIRGIN AND CHILD

Oil on panel.

99 x 71 cm.

Das Vorbild zu diesem Marienbild ist ein verlorenes

Werk des Rogier van der Weyden, überliefert durch

eine im Dresdener Kupferstichkabinett aufbewahrte

Zeichnung. Von diesem Original kennen wir mehrere

Nachschöpfungen von Malern wie Adriaen Isenbrant,

aber eben auch Ambrosius Benson. Zumeist ist in

den Neufassungen ein einheitlicher, monochromer

Hintergrund gegeben. Weitere Varianten (Dorotheum

Wien, 2015 und 2017) haben die Hauptfiguren in einen

Rosenhag gesetzt.

Von diesen Beispielen unterscheidet sich das vorliegende

Werk grundsätzlich. Hier ist Maria mit dem auf

dem Schoß stehenden Kind vor einer Landschaft zu

sehen. Dabei bildet die Baumkrone im Hintergrund

eine dunkle Folie, vor der die Köpfe umso besser zur

Wirkung kommen. Seitlich spiegelt sich links in einem

Gewässer die Silhouette einer Stadt mit Türmen,

rechts fortgesetzt durch bewaldete Hügel. Im Gegensatz

zu manchen weiteren Fassungen, bei denen

Maria aus dem Bild herausblickt, ist sie hier mit halbgeschlossenen

Augen dargestellt. A. R.

Provenienz:

Privatsammlung, Andalusien/Spanien.

(1270711) (2) (11)

Provenance:

Private collection, Andalusia/Spain.

€ 25.000 - € 35.000

Sistrix

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376

NIEDERLÄNDISCHE SCHULE UM 1490/ 1510

ECCE HOMO

Öl auf Eichenholz.

31 x 23,2 cm.

Christus unter dem Kreuz mit Engeln und den Leidenswerkzeugen.

Kleines Andachtsbild, die oben halbrund

schließende Tafel in Einheit mit der vergoldeten

Hohlkehlen-Rahmung gearbeitet. Jesus in Sitzhaltung

unter dem T-förmigen Kreuz, in Sitzhaltung auf seinem

roten Spottmantel, der seitlich von zwei weiß gekleideten

Engeln ausgebreitet wird. Seine Hände mit

Stricken gebunden, in der Hand das Spottzepter. Im

goldgelb leuchtenden Hintergrund die an den Kreuzbalken

angelehnte Leiter der Kreuzabnahme, daneben

die Leidenswerkzeuge sowie eine Säule mit darauf

stehendem Hahn Symbol für die „Verleugnung Petri“.

So vereint das Andachtsbild mehrere Bildthemen,

wie Ecce homo, Verspottung Christi und Aufnahme

durch die Engel in einem. Stilistisch ist eine Nähe mit

Werken des Niederländers Aelbrecht Bouts (1460-

1549) und dessen Werkstatt zu sehen. A.R.

(1302141) (11)

DUTCH SCHOOL AROUND 1490/ 1510

ECCE HOMO

Oil on oak panel.

31 x 23.2 cm.

€ 30.000 - € 40.000

Sistrix

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377

FLÄMISCHER MALER DER ZWEITEN HÄLFTE DES

16. JAHRHUNDERTS, IN DER NACHFOLGE DES

JOOS VAN CLEVE (1485 1540)

DER HEILIGE HIERONYMUS BEI SEINEN STUDIEN

Öl auf Holz.

66,5 x 53,3 cm.

In dekorativem Rahmen, teils mit Goldmalerei.

Der Kirchenvater ist dargestellt in roter Kardinalskleidung

mit türkisgrünem Birett, dem Betrachter frontal

gegenüber an einem großen Tisch sitzend, seinen

Kopf mit langem weißem Bart hat er in die rechte

Hand gestützt und schaut mit leicht zusammengekniffenen

Augen nachdenklich aus dem Bild heraus.

Er deutet mit dem linken Zeigefinger auf einen vor

ihm liegenden Schädel als Memento mori-Verweis,

ebenso dient für diesen Verweis auch das oberhalb

seines Kopfes an der Wand angebrachte Schild in

lateinischen Lettern. Rechts von ihm liegt sein großer,

leuchtend roter Kardinalhut, auf dem ein geöffnetes

Buch mit Goldschnitt liegt. Zu seiner linken Seite am

vorderen Tischrand steht ein Leuchter mit erloschener

Kerze. Das Licht fällt aus einem angedeuteten Fenster

auf der linken Bildseite und bestrahlt den Sitzenden,

die Objekte auf dem Tisch und die helle Rückwand;

an dieser befinden sich zudem eine goldene, aufwändig

gearbeitete Uhr und ein kleines Wandbord mit

Büchern und zwei Gefäßen. Rest., Retuschen.

FLEMISH SCHOOL, SECOND HALF OF THE 16TH

CENTURY, IN THE FOLLOWING OF JOOS VAN

CLEVE (1485 1540)

SAINT JEROME IN HIS STUDIES

Oil on panel.

66.5 x 53.3 cm.

Notes:

This famous subject by Joos van Cleve was re-interpreted

again and again by his students and followers.

€ 12.000 - € 15.000

Sistrix

INFO | BID

Anmerkung:

Dieses bekannte Thema von Joos van Cleve wurde

von seinen Schülern und Nachfolgern immer wieder

aufgegriffen. (1320612) (1) (18)

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378

FLORENTINISCHER MEISTER, 15. JAHRHUNDERT

MARIA MIT DEM KINDE ZWISCHEN ZWEI BÄUMEN

Öl auf Holz.

40,5 x 28,5 cm.

Verso mit altem Besitzetikett und Auktionsnummern.

In Renaissance-Ädikula-Rahmen mit kannelierten

Säu len und korinthischen Kapitellen. Inschrift „GLO-

RIA INEXCELSISDEO“.

Beigegeben ein Technisches Gutachten, Manacor,

Oktober 2014, durch Maria del Mar Riera, in Kopie.

Inmitten einer hügeligen Landschaft, die zur Linken

einen Ausblick auf schroffe Felsen bietet, zwei junge

Bäume, die die konisch zulaufende Figurengruppe

rahmen. Maria scheint auf einer Bank zu sitzen, auf

ihrem Schoß das Jesuskind im Kontrapost stehend

und links aus dem Bildfeld hinausblickend über die

schroffen Felsen, die als das Leiden Christi gelesen

werden können. Das Gewand Mariae in den ihr zugedachten

Farben, der Saum mit goldener gestickter Inschrift,

beide Häupter von einem Goldnimbus überfangen,

der eine Punktierung als Reminiszenz an die

punzierten Goldgründe des Quattrocento aufweist.

Oberschenkel retuschiert.

Provenienz:

Ehemals Sammlung Serena Lederer, Wien.

Wiener Privatsammlung.

Auktion, Im Kinsky, Wien, 6. April 2006, Lot 473.

Süddeutsche Kunstsammlung.

Anmerkung:

Eine Maria mit dem Kinde von Giovanni Bellini ebenfalls

mit Landschaft und rechts einem Baum, links

jedoch einer Architektur, befindet sich im Norton

Simon Museum in Pasadena, Kalifornien, USA. Eine

weitere Maria mit dem Kinde rechts mit Baum, jedoch

in einen halb innen liegenden Raum verortet,

wird in der Galleria Borghese in Rom verwahrt. Eine

Version von Bellini, die links wie rechts einen Baum

zeigt mit einem Ehrenvelum hinter Maria mit dem

Kinde zeigt ein Bild in der Galleria della Accademia

in Venedig. (12805061) (13)

€ 4.000 - € 6.000

Sistrix

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379

UTRECHTER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS

ANBETUNG DER HIRTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

140 x 116 cm.

Vor den Resten eines alten steinernen Gebäudes das

Jesuskind auf einem weißen Tuch in einer Krippe mit

Stroh liegend. Hinter ihm Maria in rot-blauer Gewandung,

ihre linke Hand auf ihre Brust gelegt, während

sie mit den zarten Fingern ihrer rechten Hand das

Tuch leicht anhebt und nachdenklich auf das Kind herabblickt.

Auf der rechten Seite vier Hirten, von denen

der älteste am Boden in ockerfarbener Kleidung kniet,

die Hände gefaltet hat und seinen Blick ganz auf den

Neugeborenen gerichtet hat. Auf der linken Bildseite

Josef mit dunkelbraunem Gewand, sich mit leicht geöffnetem

Mund wohl einem zwischen ihm und Maria

stehendem, mit den Augen nach oben blickendem

Engel zuwendend. Am linken Bildrand die beiden

Köpfe von Ochs und Esel in das Bild hereinragend.

Am oberen Bildrand der dunkelblaue Himmel und

eine große weiß-gelbe Wolke, in der zwei Putti mit

kleinen Flügeln schweben, davon einer einen Rotulus

haltend. Zudem zwei weitere kleine geflügelte Puttiköpfe

erkennbar. Großformatige Darstellung der Anbetung

in harmonischer Farbgebung, eines der beliebtesten

Motive in der Malerei. (1320986) (1) (18)

SCHOOL OF UTRECHT, 17TH CENTURY

THE ADORATION OF THE SHEPHERDS

Oil on canvas. Relined.

140 x 116 cm.

€ 12.000 - € 15.000

Sistrix

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380

OTTO VAN VEEN,

1556 LEIDEN 1629 BRÜSSEL, ZUG.

DIE BEKEHRUNG DES SAULUS

Öl auf Holz. Teils parkettiert.

63 x 97,5 cm.

In dekorativem Rahmen.

Dargestellt eine Szene aus der Apostelgeschichte 9,

1-9: Saulus wütete mit Drohung und Mord gegen

die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohepriester und

erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen, um die

Anhänger dort zu finden, zu fesseln und nach Jerusalem

zu bringen. Gezeigt ist der Moment, als er mit

seinen zahlreichen bewaffneten Gefährten unterwegs

nach Damaskus ist. Saulus trägt hier ein türkises Gewand

und einen goldgelben Umhang. Unverhofft fällt

helles Licht auf ihn herab und er stürzt von seinem

Pferd herab. Am vorderen Bildrand ist der Gestürzte

zu sehen, wie er von zwei Gefährten gehalten wird;

neben ihm sein liegendes Pferd mit roter Decke. Die

geblendeten Augen des Saules sind entsetzt und verwundert

zum Himmel gerichtet auf eine große dunkle

Wolke, hinter der ein rotes Gewand und eine nach

unten gestreckte Hand zu sehen sind. Saulus hört zudem

eine Stimme, die zu ihm sagt: Saulus, Saulus,

warum verfolgst du mich? Links und rechts von Saulus

die ihm folgenden zahlreichen Männer in prachtvollen

farbigen, teils mit Gold ausgestatteten Rüstungen,

Fahnen, Waffen und Kleidungsstücken auf Pferden,

die ebenfalls von dem Licht geblendet werden und

sich mit erhobenen Armen davor zu schützen suchen.

Bewegte, figurenreiche Darstellung der Bekehrung

von Saulus zu Paulus. Rest. (1321032) (18)

OTTO VAN VEEN

1556 LEIDEN 1629 BRUSSELS, ATTRIBUTED

THE CONVERSION OF SAUL

Oil on panel. Partially parquetted.

63 x 97.5 cm.

In decorative frame.

€ 10.000 - € 15.000

Sistrix

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381

MASSIMO STANZIONE,

1585 NEAPEL 1656 EBENDA, ZUG./ KREIS DES

CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

113 x 142 cm.

In dekorativem breitem Rahmen.

Unter hohem grau-blauem Himmel, mit erkennbarem

Licht der gelblich untergehenden Sonne, begegnen

sich Christus und die Samariterin an einem Brunnen.

Rechtsseitig die stehende Samariterin in einem edlen

ockerfarbenen und bräunlich-weißen Gewand mit Kopfb

edeckung. Mit der linken Hand hält sie eine Amphore

zum Wasser holen am Brunnenrand fest, während sie

sich mit der rechten Hand an die Brust fast und mit ihren

leuchtenden Augen Christus anblickt. Dieser sitzt

ihr gegenüber im leuchtend roten Gewand mit blauem

Umhang, braunen Haaren und einem leichten Strahlennimbus

um sein Haupt. Mit seiner rechten erhobenen

Hand weist er auf die Bedeutung des Wassers des

Lebens hin und blickt sie dabei aufmerksam an. Im

Hintergrund links ist lediglich von der Landschaft ein

großer Baumstamm mit einem blattbesetzten Zweig

zu erkennen. Beliebte Darstellung des Neuen Testaments,

in qualitätvoller Manier mit ausdrucksstarken

feinen Gesichtern und gekonnter Gestik der in Nahsicht

wiedergegebenen Figuren. Teils rest. (1321162)

(3) (18)

MASSIMO STANZIONE,

1585 NAPLES 1656 IBID., ATTRIBUTED/ CIRCLE OF

CHRIST AND THE SAMARITAN WOMAN

Oil on canvas. Relined.

113 x 142 cm.

€ 20.000 - € 25.000

Sistrix

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29


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382

GIULIO TONDUCCI,

1513 FAENZA UM 1582/ 98

DIE HEILIGE FAMILIE MIT ELISABETH,

DEM JOHANNESKNABEN UND ZWEI ENGELN

(ABSCHIED VOR DER FLUCHT NACH ÄGYPTEN)

Öl auf Holz.

82 x 65 cm.

Beigegeben ein Gutachten von Emilio Negro.

Die Hauptfiguren erscheinen sowohl in der Beleuchtung

als auch in der Farbigkeit stark hervorgehoben.

Das aus sich herausleuchtende Rot und das Türkisgrün

in Marias Kleidung verraten den Einfluss des

Manierismus. Der Bildaufbau traditionell, das Bildthema

jedoch lässt sich ikonologisch als der Abschied vor

dem Aufbruch zur Flucht nach Ägypten erklären: Maria

hält das Kind, das sich dem Johannesknäblein in verabschiedender

Umarmung zuwendet. Die Szene in

einem Innenraum mit hohem bogigem Ausblick in die

Landschaft, in der Josef erscheint, der einen Esel

führt, womit auch die Vorbereitung zur Flucht nach

Ägypten angedeutet wird. Eine ungewöhnliche Zutat

sind auch die beiden langgekleideten Engel rechts,

einer mit einer Laute, wobei die Gesichter auch dem

Gedanken des Abschieds entsprechen.

Die spärlichen biografischen Notizen lassen sich lediglich

durch die datierten Werke seiner Hand ergänzen.

Seine „Anbetung der Könige“ von 1531 ist verschollen.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde

Tonducci bereits als Meister von Rang gesehen. Zusammen

mit Jacopo Bertucci schuf er 1541 bis 1544

am Gewölbe der berühmten Kirche San Vitale in Ravenna

mehrere Heiligendarstellungen, im Gemälde

selbst dokumentiert: „Opus Jacobi Bertucci et Julii

Tonduccii Faventinorum“. Ebenfalls in Ravenna wird

die Steinigung des Hl. Stefan als Werk seiner Hand

geachtet, in San Bernardino schuf er 1532 eine Darstellung

aus dem Leben des Heiligen. Die Biblioteca

Trisi in Lugo besitzt ein 1557 datiertes Werk, ehem.

aus der Kirche San Domenico. A.R. (1301533) (11)

GIULIO TONDUCCI,

1513 FAENZA CA. 1582/ 98

THE HOLY FAMILY, ELISABETH, THE YOUNG SAINT

JOHN AND TWO ANGELS

(FAREWELL BEFORE THE FLIGHT INTO EGYPT)

Oil on Panel.

82 x 65 cm.

Accompanied by an expert’s report by Emilio Negro.

€ 17.000 - € 20.000

Sistrix

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383

ALTNIEDERLÄNDISCHER MALER,

GERARD DAVID (UM 1460 1523),

WERKSTATT-UMKREIS DES

KREUZABNAHME CHRISTI

Öl auf Eichenholz.

29 x 22 cm.

In kleinem Bildformat werden die beiden Figuren Maria

und der vom Kreuz abgenommene Christus in Halbbildnissen

nahe an den Betrachter herangeführt. Die

Mutter hält den Oberkörper des Sohnes mit beiden

Armen umfangen, die linke Hand stützt mit dem weißen

Leichentuch den Kopf Christi. Kreuzstamm und

Leiter links oben nur kurz sichtbar, rechts Ausblick in

die Landschaft Jerusalems mit Mauern und Türmen.

Ausführung in feinpinseliger Technik. A.R.

(1320662) (11)

€ 6.000 - € 8.000

Sistrix

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31


384

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

DIE PREDIGT JOHANNES DES TÄUFERS

Öl auf Holz. Parkettiert.

105 x 78 cm.

Ungerahmt.

Vor bewaldetem Landschaftshintergrund der linksseitig

stehende Johannes der Täufer: Er ist mit den für ihn

typischen Attributen ausgestattet, ein Fellgewand,

das er trägt und einem langen Kreuzstab mit beschriftetem

Rotulus, den er mit seiner linken Hand festhält.

Er hat einen asketischen schlanken Körper, seinen

rechten Arm nach vorne ausgestreckt und bei leicht

geöffnetem Mund predigt er den ihn umgebenden

Zuhörern. Diese setzen sich aus allen Altersgruppen

und aus unterschiedlichen Schichten zusammen. Am

linken Bildrand steht ein dunkelhäutiger Orientale in

einem leuchtend roten Gewand mit federverzierter

Kopfbedeckung. Am rechten Bildrand zwei Männer in

weiten Gewändern mit großen Turbanen, in der Mitte

eine Mutter, die gerade ihrem Kind in den Armen die

Brust reicht und aufmerksam auf Johannes schaut.

Neben ihr stehend ein kleineres Kind und zu ihrer

rechten Seite ein elegant gekleideter alter Mann mit

Vollbart und rotem Barett. Hinter der Frau ein Soldat

in Rüstung mit Helm und am oberen rechten Bildrand

wohl ein edel gekleideter Feldherr auf einem Pferd.

Für das 17. Jahrhundert typische Darstellung einer

Predigt Johannes des Täufers. Teils rest. (1321226)

(4) (18)

€ 8.000 - € 10.000

Sistrix

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385

SÜDNIEDERLÄNDISCHER MALER

DES 17. JAHRHUNDERTS

MARIA LACTANS

Öl auf Holz.

68 x 52 cm.

In ebonisiertem Profilrahmen.

Hinter einer Brüstung, auf der mehrere Früchte und

ein geöffnetes Buch liegen, ist die Halbfigur der stehenden

Mutter Gottes zu sehen, deren entblößte

Brust das auf dem Arm liegende Jesuskind nährt.

Dieses blickt den Betrachter an, während der Blick der

Mutter ganz dem Kind gewidmet ist. Beider Häupter

sind von Goldnimben überfangen, die dreidimensional

im Raum liegen und sich wirkungsvoll vom Dunkel

des unbestimmten Raumes abheben, der von einem

goldgebordeten grünen Ehrentuch begrenzt wird.

(1321377) (3) (13)

SCHOOL OF THE SOUTHERN NETHERLANDS,

17TH CENTURY

THE NURSING MADONNA

Oil on panel.

68 x 52 cm.

€ 20.000 - € 25.000

Sistrix

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386

BOLOGNESER SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS

MARIA MIT DEM KIND

Öl auf Leinwand.

113 x 96 cm.

Großformatige Darstellung mit Halbfigur der Maria vor

dunklem Hintergrund, mit einem grünen Velum im

oberen Bildteil in kräftiger Farbauffassung, auf wenige

dominante Farbtöne konzentriert. Das Kind auf dem

Schoß der Maria konzentriert, mit geneigtem Köpfchen,

den Blick auf einen Rosenkranz und wird von

der Mutter mit beiden Händen gehalten, die mit dem

Betrachter Blickkontakt aufnimmt. Das rote, nahezu

leuchtende Gewand kontrastiert zum stark dunkelblau

wirkenden Mantel; der farbige Übergang zum smaragdgrünen

Velum wird durch das bräunliche Kopftuch

gemildert. Das Bildthema ist dem Rosenkranzfest

gewidmet, hier als „Maria el Rosario“. Dem Thema

entsprechend hält das Jesusknäblein neben dem

Rosenkranz auch eine Rosenblüte in der linken Hand.

(1322051) (11)

SCHOOL OF BOLOGNA, 17TH CENTURY

THE VIRGIN AND CHILD

Oil on canvas.

113 x 96 cm.

€ 25.000 - € 30.000

Sistrix

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387

CORREGGIO, EIGENTLICH ANTONIO ALLEGRI,

UM 1489 CORREGGIO 1534 EBENDA,

NACHFOLGE DES

JESUS AM ÖLBERG

Öl auf Kupfer.

39 x 27 cm.

In geschnitzem und vergoldetem Rahmen.

Das Bild wiederholt den linken Teil des Originalgemäldes

von Correggio, das sich im Apsley House in

London befindet (Leinwand, 38 x 41 cm). Dargestellt

ist Jesus in nachtschwarzer Umgebung am Ölberg

kniend, den Blick emporgerichtet, beide Handflächen

offengehalten. Das Haupt von einem Strahlennimbus

umzogen. Links oben ein schwebender Engel, der

einen Kelch hält, gemäß dem biblischen Ausspruch

Jesu: „lass diesen Kelch an mir vorübergehen“. Im

Gegensatz zum Original, das Jesus in weißem Kleid

mit blauem Mantel zeigt, ist hier das Kleid hellrot, der

Mantel dunkelblau gemalt.

Bereits der zeitgenössische Künstlerbiograf Vasari beschrieb

das Werk Correggios enthusiastisch als „das

Schönste, in dem Christus in kleiner Figur nachts dargestellt

ist, mit dem erscheinenden Engel. Christus in

glänzendem Licht“. Das Original befand sich in den

1580er Jahren in der Sammlung von Rodolfo Signoretti.

Es kam in Besitz der Visconti, wurde bereits von dem

Cremoneser Maler Giulio Campi (1502-1572) kopiert,

diese Kopie heute in der Pinacoteca Ambrosiana,

Mailand. Das Original ging in die Hände des Marquis

de Caracena, dann nach Spanien, wo es Anton Raphael

Mengs bewunderte. Letztlich wurde es vom Herzog

von Wellington erworben.

Die Körperhaltung Jesu wurde von mehreren Malern

für dieses Thema gewählt, darunter auch von Tizian.

Eine weitere Kopie des Gemäldes befindet sich in

den Sammlungen der Alten Pinakothek München,

(Leinwand, 35,6 x 26,8 cm. Inv. Nr. 6506, ehemals

Schlossgalerie Aschaffenburg). A.R.

(1270715) (2) (11)

CORREGGIO,

ACTUALLY ANTONIO ALLEGRI

CA. 1489 CORREGGIO 1534 IBID., FOLLOWER OF

CHRIST ON THE MOUNT OF OLIVES

Oil on copper.

39 x 27 cm.

In carved gilt frame.

The left side of the painting is a copy of an original

painting by Correggio held at Apsley House in London

(oil on canvas, 38 x 41 cm). The original was held in

the collection of Rodolfo Signoretti during the

1580s. It was later acquired by the House of Visconti

and was then already copied by the Cremonese

painter Giulio Campi (1502-1572). This copy is today

held at the Pinacoteca Ambrosiana, Milan. The original

passed to the Marquis de Caracena before being

taken to Spain, where it was admired by Anton Raphael

Mengs before finally being acquired by the Duke

of Wellington.

This posture of Christ was copied by several artists,

including Titian. Another copy of the painting is held

in the collection of the Alte Pinakothek, Munich, (oil

on canvas, 35.6 x 26.8 cm, inv. no. 6506, formerly

Schlossgalerie Aschaffenburg).

€ 10.000 - € 20.000

Sistrix

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388

SEBASTIANO CONCA,

AUCH GENANNT „IL CAVALIERE“,

1676/80 GAETA 1764 NEAPEL

DIE HEILIGE FAMILIE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

45,5 x 62,5 cm.

Verso auf Keilrahmen mit altem Sammlungsetikett

Corsini Roma und Prop. B. Pandolfini, Prov. (Provenienz)

Casa Corsini, Inv. Nr. 306 Nota N. 25.

In ornamental verziertem vergoldeten Rahmen.

Anbei in Kopie ein Provenienzgutachten von Massimo

Pirondini.

Vor dunklem Grund heben sich wirkungsvoll die Halbfiguren

von Maria und Josef ab. Die Lichtquelle

scheint von dem Jesuskind auszugehen, welches

links auf einem Kissen sitzt und mit seinen Händen

eine Diagonale zeichnet, die auf Maria abgezeichnet

ist und zugleich auf seinen Kreuzestod formal hinweist.

Provenienz:

Sammlung Falcone Lucifero (1898-1997), Rom,

Minister des königlichen Hauses von Savoyen (1944-

1946).

Sammlung Pandolfini-Corsini, Rom. Die Sammlung

[Pandolfini-Corsini] wurde großteils an die Galleria

Nazionale di Arte Antica in Rom verkauft, als Prinz

Neri Tommaso 1856 seinen Sitz nach Florenz verlegte

bzw. 1883 den Palazzo veräußerte. Unser Gemälde

wurde jedoch mit nach Florenz genommen, wo es

im Catalogo della Galleria dei prinipi Corsini von 1886

aufgeführt wird: “451. Conca Sebastiano, n. in Gaeta

nel 1676 m. in Roma nel 1764, scolaro di Solimena.

- Sopra a della paglia vedesi seduto il bambino Gesù,

sorretto con la mano destra dalla divina madre, la

quale con la sinistra tiene sollevato un bianco lino,

guardando il suo sposo Giuseppe. Mez. fig, metà

del vero- Tel. al. m. 0,48 lar. m. 0,65“. Beatrice Corsini

(1868-1955) heiratete 1889 den Conte Roberto Pandolfini,

sodass es nicht verwundert, dass das vorliegende

Gemälde in den Besitz der Familie Pandolfini

überging. (1280371) (2) (13)

SEBASTIANO CONCA,

ALSO KNOWN AS “IL CAVALIERE”,

1676/80 GAETA 1764 NAPLES, ATTRIBUTED

THE HOLY FAMILY

Oil on canvas. Relined.

45.5 x 62.5 cm.

Verso on stretcher with old collection label Corsini

Roma and Prop. B. Pandolfini, Prov. (provenance)

Casa Corsini, inv. no. 306 Nota N. 25.

In ornamentally decorated gilt frame.

Accompanied by a copy of a provenance appraisal

by Massimo Pirondini.

Provenance:

Falcone Lucifero Collection (1898-1997), Rome,

Minister of the Royal House of Savoy (1944-1946).

Pandolfini-Corsini Collection, Rome.

€ 14.000 - € 18.000

Sistrix

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37


389

FRANCESCO TREVISANI,

1656 CAPODISTRIA 1746 ROM

In Venedig unter dem Einfluss von seinem Lehrer Antonio

Zanchi (1631-1722) und Giuseppe Heinz d. J.

ausgebildet, ging Trevisani 1678 nach Rom und wurde

beeinflusst durch Annibale Carracci (1560-1609), Domenichino

(1581-1641) und Carlo Maratti (1625-1713).

Gefördert durch Kardinal Ottoboni und Papst Clemens

XI wirkte er an Fresken und schuf Gemälde für die

Lateranbasilika, San Silvestro in Capite, bemalte aber

auch die Kuppel der Kathedrale von Urbino. Werke

seiner Hand finden sich in zahlreichen öffentlichen

Sammlungen und Museen.

MARIA MIT DEM KIND BEI DER LEKTÜRE

DES GEBETBUCHS

Öl auf Leinwand.

76 x 62 cm.

Im Buch monogrammiert.

Das Kind auf einem Tisch sitzend, das Köpfchen müde

an die Schulter der Mutter gelehnt, in den Händen ein

Apfel sowie ein kleines Kreuz, das einen Schatten auf

die Brust der Mutter wirft. Beleuchtet von links durch

eine Kerze, deren Flamme vom Velum abgedeckt

wird. Betonter, gekonnter Sfumatoeffekt bei milder

Kerzenlichtbeleuchtung. (1281456)

FRANCESCO TREVISANI,

1656 CAPODISTRIA 1746 ROME

THE VIRGIN AND CHILD READING

A PRAYER BOOK

Oil on canvas.

76 x 62 cm.

Monogrammed in book.

The Christ Child is sitting on a table with its head

sleepily leaning against its mother’s shoulder. It is

holding an apple and a small cross in its hands the

cross’ shadow is falling on its mother´s chest. A candle

hidden behind a veil lights the scene from the left.

The work is painted in emphasized masterful sfumato

in soft candlelight.

€ 12.000 - € 18.000

Sistrix

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390

GIUSEPPE DE RIBERA,

1588/ 91 JÁTIVA/ VALENCIA 1652 NEAPEL,

WERKSTATT

BILDNIS DES HEILIGEN PAULUS VON THEBEN

Öl auf Leinwand.

71,5 x 58 cm.

Verso auf der Leinwand alter Zettel, der auf eine

Prove nienz der Sammlung Joseph Flesh deuten lässt,

7-zeilig beschriftet, mit Zuschreibung an „Lo Spagnoletto“

(Ribera).

GIUSEPPE DE RIBERA,

1588/ 91 JÁTIVA/ VALENCIA 1652 NAPLES,

WORKSHOP OF

PORTRAIT OF ST. PAUL OF THEBES

Oil on canvas.

71.5 x 58 cm.

€ 15.000 - € 25.000

Sistrix

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Der Heilige, weißbärtig, im Halbbildnis gezeigt, mit

entkleidetem Oberkörper. Ein grünbraunes Manteltuch

liegt über der Armbeuge, die Hände gefaltet, der

Blick nach oben gerichtet. Rechts oben erscheint vor

dunklem Hintergrund ein herbeifliegender Rabe, der

den heiligen Einsiedler der Legende nach mit Brot ernährt

haben soll. Die Existenz dieses Anachoreten ist

nicht gesichert; angeblich zwischen 228 und 341 soll

er sich in Ägypten dem Einsiedlerleben verpflichtet

haben.

Die Malweise entspricht dem Stil Riberas, der sich

mehrmals mit Darstellungen dieses Heiligen, wie

ebenso mit Heiligen in hohem Alter, mit entsprechend

welkem Inkarnat auseinandergesetzt hat, und von

seiner Werkstatt fortgesetzt wurde. Vergleichsweise

seien hier seine Gemälde wie das themenentsprechende

Bild „Paulus der Eremit in der Wüste“

von 1647 (Wallraf-Richartz-Museum) genannt, oder

das Werk „Hieronymus als Büßer“ von 1652 (Prado

Madrid).

Ribera, seiner Herkunft wegen auch „Lo Spagnoletto“

genannt, wird in Italien erstmals 1611 in Parma nachgewiesen.

Vermutlich setzte er sich auch in Venedig

mit der Tradition des Tizian auseinander. Spätestens in

Rom war er 1613 Mitglied der Accdademia di San

Luca. Seine Werkstatt hat wie hier im vorliegenden

Bild eine Reihe von Schülern und Mitarbeiter von

Rang hervorgebracht. A.R. (1321731) (11)

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391

ITALIENISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS

DIE HEILIGEN DREI KÖNIGE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

98 x 128 cm.

In dekorativem vergoldetem Rahmen.

Vor dunklem Hintergrund die großfigurige Darstellung

der Heiligen Familie mit Maria in rot-blauem Gewand,

ihren rechten Ellenbogen auf einem Steinpodest abstützend

und mit der Hand den nackten Jesusknaben

auf einem weißen Tuch in ihrem Schoß haltend. Mit

ihrer linken Hand möchte sie gerade den Deckel eines

goldenen Pokals anheben, den ihr der Älteste der

rechtsseitig stehenden drei Könige, mit grauem Bart

und Halbglatze, kniend hinhält, während ihre Blicke

sich begegnen. Auch das Jesuskind greift mit seiner

rechten Hand nach dem Pokal. Rechtsseitig ein weiterer

König mit Turban und goldener Krone, ein goldenes

Gefäß haltend, sowie im Hintergrund im Schatten

der dritte König mit rötlichem Turban und Krone, ein

kleines goldenes Kästchen haltend. Über die rechte

Schulter von Maria blickt Josef in braunem Gewand

auf die Könige. Durch die Lichtführung werden besonders

das Gesicht Mariens und der Jesuknabe in

den Vordergrund gestellt. Darstellung eines der beliebtesten

Motive in der religiösen Malerei der Kunstgeschichte.

Vereinzelt rest., Retuschen, kleine Rahmenschäden.

(13218831) (18)

ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY

THE MAGI

Oil on canvas. Relined.

98 x 128 cm.

€ 40.000 - € 60.000

Sistrix

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392

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

DER HEILIGE HIERONYMUS IN DER EINÖDE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

73 x 55 cm.

In vergoldetem Rahmen mit Blattdekor.

In weiter bergiger Landschaft, vor hohen Felsen an

einem Stein sitzend, der ihm als Tisch dient für ein

aufgeschlagenes Buch, mehrere weitere Bücher, eine

Sanduhr und ein kleines Tintenfass mit Federkiel. Er

trägt ein langes ärmelloses dunkelblaues Gewand,

hat seinen Kopf leicht seitlich auf seine rechte Hand

gestützt und blickt nachdenklich bei gerunzelter Stirn

mit seinen dunklen Augen seitlich nach unten. Gezeigt

werden die typischen Attribute des Heiligen: auf

der unteren linken Seite seine Kardinalstracht mit dazugehörigem

rotem Hut, ein Totenschädel auf einem

Steinabsatz, diverse Bücher und ein großer Löwe auf

der unteren rechten Seite. Gezeigt wird er hier bei

seinen Studien. Rechtsseitig fällt der Blick auf eine

Landschaft, in überwiegend hellen und dunklen Grüntönen

sowie auf einen Berg, an dessen Spitze neben

einem Haus auch eine Kirche unter blauem Himmel

zu erkennen ist. Malerei überwiegend in Erd- und

Grüntönen, besonders hervorgehoben jedoch die rot

leuchtende Kardinalskleidung. Die Darstellung des

Hieronymus ist in der Kunstgeschichte ein beliebtes

Motiv, das sich bei vielen Künstlern wiederfindet.

Rest., teils Retuschen, Rahmenschäden.

ITALIAN SCHOOL, 17TH CENTURY

ST. JEROME IN THE WASTELAND

Oil on canvas. Relined.

73 x 55 cm.

Notes:

In the previous owner tradition Bril (1550-1583) is

mentioned. Stylistically, the painting can be seen

close to the brothers Mathijs and Paul Bril.

€ 25.000 - € 30.000

Sistrix

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Anmerkung:

In der Vorbesitzertradition wird Bril (1550-1583)

genannt. Stilistisch ist das Gemälde nahe bei den

Brüdern Mathijs und Paul Bril einzuordnen.

(13218837) (18)

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393

VENEZIANISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

DER HEILIGE HIERONYMUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

100 x 79 cm.

In vergoldetem, vegetabil verziertem Rahmen.

Vor einem Kreuz mutmaßlich kniend ist die nach

rechts gewandte Halbfigur des büßenden Hieronymus,

dargestellt in seinem roten Gewand vor einem Kruzifix,

zu seiner Rechten eine Sanduhr, in seiner Hand ein

Buch und ein Stein. Die Beleuchtung vollzieht sich

von links, wenngleich der dunkle Himmel rechts im

Hintergrund geöffnet und von göttlichem Licht durchdrungen

ist. Rest.

Literatur:

Vgl. Francesco Milizia, Dizionario delle Belle Arti del

Disegno. Estratto in Gran Parte dalla Enciclopedia

Metodica da Francesco Milizia, Bd. 2, Bassano 1797,

S. 145-146.

Ausstellung:

Gemäß dem rückwärtigen Etiketts ausgestellt 1968

in der Ausstellung „San Girolamo“ der Associazione

„Pro Pordenone“, Pordenone. Auf dem Etikett ist

Leonardo Corona (1561-1605) als Autor angegeben.

(1320244) (13)

€ 8.000 - € 10.000

Sistrix

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394

ITALIENISCHER KÜNSTLER

DES 17. JAHRHUNDERTS, KOPIE NACH JACOPO

ROBUSTI TINTORETTO (1560 1635)

DER HEILIGE MARKUS BEFREIT EINEN SKLAVEN

Öl auf Leinwand.

98 x 125 cm.

In Prunkrahmen.

Der Legende nach machte sich ein Sklave auf den

Weg nach Venedig, um am Grab des Heiligen Markus

zu beten, jedoch ohne die Erlaubnis seines heidnischen

Herrn. Bei seiner Rückkehr will sein Herr ein

Exempel an ihm statuieren und lässt deshalb anordnen,

dass dem Sklaven öffentlich erst die Augen auszustechen,

dann die Füße abzuhacken und schließlich

der Mund zu zertrümmern sei. Jedoch versagen alle

Marterwerkzeuge nacheinander den Dienst, da der

Heilige Markus über den Gläubigen wacht. Daraufhin

erkennt der Herr seinen Irrtum und pilgert gemeinsam

mit seinem Sklaven zum Markusgrab.

Dargestellt ist hier das Ende der Erzählung: Alle Folterwerkzeuge

sind zerbrochen und liegen im Vordergrund

am Boden; darüber staunt die Menschenmenge

ebenso wie die Folterknechte, von denen einer mit

weißem Turban einen zerlegten Hammer nach oben

hält und dem Herrn zeigt, der rechts im Bild über der

Menge sitzt und sich voll Überraschung und Einsicht

nach vorne lehnt. Der unbekleidete Sklave liegt

scheinbar ohnmächtig am Boden und wird durch ein

auf ihn fallendes, gleißendes Licht besonders hervorgehoben;

über ihm schwebt der Heilige Markus mit

bewegtem rotem Mantel und mit einem seiner Attribute,

dem Evangelienbuch in seinem linken Arm, dabei

wird sein Haupt von einem goldgelben Strahlenkranz

umgeben.

Qualitätvolle Kopie des Werkes von Tintoretto, jedoch

insbesondere mit mehreren farblichen Abweichungen:

So trägt Markus auf dem Original einen gelben Umhang

und auch der sitzende Herr ist deutlich zweifarbig

gekleidet.

Anmerkung:

Das Originalgemälde von Tintoretto befindet sich in

der Gallerie dell´Accademia, Venedig. (1301506) (18)

ITALIAN SCHOOL,

17TH CENTURY, COPY AFTER JACOPO

ROBUSTI TINTORETTO (1560 1635)

THE MIRACLE OF SAINT MARK FREEING

THE SLAVE

Oil on canvas.

98 x 125 cm.

In magnificent frame.

High-quality copy of a work by Tintoretto, but with

several variations in colour: in the original, Saint Mark

is shown in a yellow cloak and the clothing of the

seated gentleman is clearly two-coloured.

Notes:

The original painting by Tintoretto is held at Gallerie

dell’Accademia, Venice.

€ 9.000 - € 11.000

Sistrix

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47


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395

CRISTOFORO SERRA,

1603 1689, ZUG.

PORTRAIT EINES ALTEN SCHAFHIRTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

93 x 73 cm.

In dekorativem Rahmen. Vor abendlichem Himmel in

weiter Landschaft, von der links im Hintergrund ein

Baumstamm zu sehen ist, in Nahsicht ein alter

schlanker Schafhirte mit freiem Oberkörper. Er hat einen

kahlen Kopf, auf dem ein großer breiter dunkler

Hut sitzt, seine Hände auf einem Holzstock zu sammen

gefaltet und abgestützt. Zudem trägt er um die

Hüften ein weißes Schaffell, in dem linksseitig hinter

seinem Rücken eine Flöte steckt. Er hat einen weißen

Bart, den Kopf leicht gesenkt und schaut mit seinen

glänzenden braunen Augen leicht nach unten. Das

Licht fällt von links auf ihn, sodass seine linke Gesichtshälfte

und der Brustbereich verschattet bleiben.

Qualitätvolle Malerei mit starker Hell-Dunkel-Akzentuierung.

Teils rest., Retuschen. (13207814) (2) (18)

CRISTOFORO SERRA,

1603 1689, ATTRIBUTED

PORTRAIT OF AN OLD SHEPHERD

Oil on canvas. Relined.

93 x 73 cm.

€ 10.000 - € 18.000

Sistrix

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396

FLORENTINISCHER MALER

DES 16. JAHRHUNDERTS AUS DEM KREIS DES

RAPHAEL (1483 1520)

MADONNA MIT DEM JESUSKNABEN

UND JOHANNES DEM TÄUFER

Öl auf Holz.

87 x 60 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen mit Blattdekorrelief.

Vor weiter bergiger Landschaft mit Flusslauf die stehende

Madonna in rot-blauem Gewand und heller

Kopfbedeckung, mit ihrer linken Hand den vor ihr stehenden

nackten, blond gelockten Christusknaben

festhaltend. Dieser wendet sich dem ihm gegenüberstehenden,

fast gleich großen Johannes dem Täufer

zu, der gekennzeichnet ist durch seine Attribute, einem

Fellgewand und einem langen Kreuzstab mit beschriftetem

Rotulus. Die auf beide herabblickende

Maria berührt sanft dessen Kopf. Im Hintergrund der

in ockerfarbenem Gewand nach links schreitende Josef

mit weißen Haaren und Bart, seinen Blick zurück

zu Maria und den beiden stehenden Knaben gewandt.

Im Hintergrund diverse Bauten am Ufer des

Flusses, vor der hellblauen Gebirgskulisse unter hohem

blau- weißem Himmel. Feine Malerei in überwiegend

beige-b rauner und blauer Farbigkeit. Maria

durch ihr rotes Gewand und die nackten Körper von

Jesus und Johan nes durch den Lichteinfall besonders

hervorgehoben. Kleine Retuschen, Holz und Rahmen

mit altem Wurmstich. (1321461) (18)

SCHOOL OF FLORENCE,

16TH CENTURY FROM THE CIRCLE OF

RAPHAEL (1483 1520)

MADONNA AND CHRIST CHILD

WITH SAINT JOHN THE BAPTIST

Oil on panel.

87 x 60 cm.

€ 10.000 - € 15.000

Sistrix

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49


397

FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS

JESUS WIRD DEM VOLK VORGEFÜHRT

Öl auf Eichentafel.

33,5 x 28 cm.

Im Ädikularahmen

Das Thema in dieser Bilddarstellung äußerst selten.

Gezeigt wird die dicht gedrängte Volksmenge vor dem

Palast des Pilatus, mit der römischen Kartuschen inschrift

„SPQR“ an der Balustrade. Dahinter Jesus mit

entblößtem Körper, die Hände gefesselt. Seitlich Pilatus

und Kaiphas sowie Soldaten. Die erregte Menge hat

bereits ein Kreuz und Lanze herangetragen. Im Vordergrund

rechts ein Hohepriester mit entsprechender

Kopfbedeckung. Lediglich eine am Boden sitzende

Frau trauert mit gesenktem Haupt.

Stilistisch ist das Werk dem Franz Francken-Kreis zuzuordnen.

Die Bildtafel ist in eine vergoldete Ädikularahmung

eingefügt, mit seitlichen kannelierten Pilastern,

die einen Rundbogen flankieren, darin eine auf Goldgrund

gemalte Darstellung zweier Engel. Rahmung

und Dekoration im Stil der italienischen Frührenaissance.

A.R. (1320281) (11)

€ 4.000 - € 5.000

Sistrix

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398

NEAPOLITANISCHER MALER

DES 17. JAHRHUNDERTS

ANTONIUS DER GROSSE

Öl auf Leinwand.

70 x 70 cm.

In gekehltem, ornamental verziertem Rahmen.

Vor wolkigem Grund, der von der Gloriole in einen

sanften Goldton getaucht wird, das Brustbildnis des

Mönchs und Einsiedlers, der als Antonius der Große

bekannt ist und mit einer Flamme als Hinweis auf das

Antoniusfeuer und mit einer Glocke an einem Stab

dargestellt ist. (1321376) (3) (13)

€ 6.000 - € 8.000

Sistrix

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399

NEAPOLITANISCHER MALER

DES 17. JAHRHUNDERTS

NEAPOLITAN SCHOOL,

17TH CENTURY

HEILIGER AUGUSTINUS

SAINT AUGUSTINE

Öl auf Leinwand.

132 x 96 cm.

Ungerahmt.

Augustinus, der sich zunächst dem Manichäismus zugewandt

hatte, war ab etwa 375 als Professor für

Rhetorik in seiner Heimatstadt Thagaste und dann in

Karthago tätigt. In Folge seiner Übersiedlung nach

Rom 383 entfremdete er sich vom Manichäismus

und wurde 384 in der damaligen Hauptstadt des römischen

Reiches, nämlich Mailand, Rhetoriklehrer.

Unter dem Einfluss seiner Mutter, die eine gläubige

Christin war, soll er unter einem Feigenbaum liegend

eine Kinderstimme gehört haben, die ihn die Bibel lesen

machte, in der er auf folgende Stelle stieß, die ihn

sich zum Christentum bekehren ließ: „Lasset uns

ehrbar wandeln als am Tage, nicht in Schmausereien

und Trinkgelagen, nicht in Buhlereien und Ausschweifungen,

nicht in Streit und Eifersucht, sondern ziehet

den Herrn Jesus Christus an und pfleget das Fleisch

nicht so, dass Begierden erwachen!“ (Römer 13,13-

14). Seine Gebeine wurden unter Bischof Petrus I

nach Pavia gebracht, wo sie 1695 angeblich wiederentdeckt

wurden und seitdem in der Kirche S. Pietro

in Ciel d‘Oro verehrt werden. Augustinus hier dargestellt

in fortgeschrittenen Alter als Bischof mit Krummstab

und in Chormantel vor geöffneter Bibel. Rest.

(1321375) (3) (13)

Oil on canvas.

132 x 96 cm.

€ 13.000 - € 15.000

Sistrix

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53


400

LUCAS VAN VALCKENBORCH,

1535 1597, ZUG.

AENEAS AUF DER FLUCHT AUS

DER BRENNENDEN STADT TROJA

Öl auf Kupfer (auf der Rückseite einer Radierplatte).

24,4 x 32 cm.

Rechts unten bezeichnet „Pvalckenborch“, das P steht

für „Pinxit“.

In dekorativem Rahmen.

Kleine, äußerst vielfigurige Darstellung des antiken

Themas, das die weitläufige brennende Stadt Troja

zeigt. Im vorderen Bereich der in grünem Gewand mit

Helm und mit erhobenem Schwert stehende Aeneas,

der auf seinem Rücken seinen Vater trägt und ihn so

vor den Flammen rettet. Neben ihnen ein kleiner Junge,

vermutlich Aeneas´ Sohn Ascanius. Im hinteren Zentrum

vor der Stadtkulisse mit brennenden Gebäuden,

deren Rauch und weiße sowie rote Feuersbrünste in

den abendlichen Himmel steigen, wildes Toben von

Reitern und Menschenmenge, die aus der Stadt

flüchten. Im Vordergrund, etwas näher an den Betrachter

gerückt, eine halb liegende elegante Frau mit

zwei Dienerinnen, von denen eine auf gerettete goldene

Gerätschaften und Schmuckkassetten weist.

Auf der rechten Bildseite, am Rand des Flussufers,

ist zudem das Trojanische Pferd zu erkennen. Kleine

Retuschen.

Anmerkung:

Nächtliche Feuersbrünste waren in der niederländischen

Kunst um 1600 ein beliebtes Thema. Hier wird

dabei auf das mythologische Thema zurückgegriffen.

(1320616) (1) (18)

LUCAS VAN VALCKENBORCH,

1535 1597, ATTRIBUTED

AENEAS FLEEING BURNING TROY

Oil on copper (etching plate on the reverse).

24.4 x 32 cm.

Signed “Pvalckenborch” lower right, the letter “P”

stands for “Pinxit”.

€ 10.000 - € 12.000

Sistrix

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401

UTRECHTER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS

JOSEF TRAUERT UM JAKOB

Öl auf Holz.

49,5 x 62,5 cm.

Ungerahmt.

Expertise: Anbei eine Analyse von Claudio Falcucci,

Rom, 21. Februar 2020, in Kopie.

Korrespondenz vom 17. Mai 2020 mit Arthur Wheelock,

Kurator für Niederländische Malerei in der National

Gallery of Art, Washington.

Die Blicke der Brüder Jakobs sind auf Josef gerichtet,

der seinem Entsetzen gestisch Ausdruck verleiht und

seinen Blick gen Himmel reißt. Wheelock datiert das

Gemälde auf die 1640er-Jahre und bringt den Künstler

Lambert Jacobsz ins Gespräch, von dem ein 1630

datiertes Gemälde gleicher Thematik im Museum

Catharijneconvent, Utrecht , Inv./Kat.Nr RMCC s179,

verwahrt wird, während der Künstler jedoch 1636

verstarb. Unser Gemälde kann also in der Nachfolge

entstanden sein. (1320551) (13)

€ 4.000 - € 6.000

Sistrix

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55


402

GILLIS COIGNET D. Ä.,

1542 ANTWERPEN 1599 HAMBURG

ALLEGORIE DES ZORNS

Öl auf Eichenholz.

108 x 76,5 cm.

Beigegeben eine ausführliche Expertise von Dr. Ursula

Härting vom 30. April 2015, Hamm.

Wie in der Gattung der Allegoriemalereien nicht selten,

ist auch hier am Unterrand des Bildes eine erklärende

Aufschrift zu sehen, hier in lateinischer Sprache, in

der die Eigenschaft des Zornes definiert wird „IRA

PARENS ODII, RABIE SUCCENSA, MALORUM MUL­

TORUM CAUSA EST, ATQ IN CURABILIS ERROR.“

(Der Zorn ist der Erzeuger des Hasses, facht ihn an,

er ist der Grund vieler Übeltaten und Ursache unheilbarer

Fehler).

So ist das Wesen des Zornes als männliche allegorische

Figur dargestellt, mit nacktem Körper, lediglich

mit einem roten Tuch bekleidet, in ausschreitender

angriffslustiger Haltung, ein Krummschwert erhoben,

die Finger der linken Hand krallenhaft angespannt.

Das blonde Haar feuerartig nach hinten flatternd, um

die wortwörtliche Hitzköpfigkeit anzudeuten, die Augen

mit einem Tuch verbunden, um die Blindwütigkeit

zu illustrieren. Zu seinen Füßen am Boden in leichter

Sitzhaltung wiedergegebene Frau, die ihn versucht

zurückzuhalten, indem sie ihn am Bein festhält. Nicht

zuletzt sind Krummschwert und schwarzer Lippenbart

dezente Anspielungen auf die Türkenkriege der Vergangenheit.

Im landschaftlichen Hintergrund finden

sich einzelne Szenen der Geschichte, in denen die Taten

und Wirkungen des Zornes veranschaulicht werden:

Links oberhalb der Szene zweier kämpfender

Hähne Kain und Abel, rechts die Steinigungsszene

des Heiligen Stephanus, links hinten rauchende heidnische

Opferaltäre.

Gemäß dem beiliegenden, gut recherchierten und

ausführlichen Gutachten entstand das Gemälde vermutlich

vor 1585 in Antwerpen, nachdem der Maler

zeitweise in Italien lebte und etwa in Tivoli unter der

Leitung von Federico Zuccari (um 1543-1609) den Salon

der Villa d'Este ausgemalt hat. Nach Vertreibung

der Lutheraner durch die Spanier zog Gillis 1595 nach

Hamburg, wo er vier Jahre später verstarb.

Die allegorische Darstellung des Zornes aus der Reihe

der „Sieben Laster“ lässt wie auch die Schriftkartusche

den Schluss zu, dass es sich hier um das

Gemälde einer Bilderfolge handelt, in siebenteiligem

Zusammenhang. Entsprechend hat Coignet 1584 in

Antwerpen eine Bilderserie aus neun ähnlich großen

Tafeln geschaffen, die sich heute in der Kathedrale

von Logroño in Spanien befindet. Auch dort mit themenbegleitenden

Szenen im Hintergrund. Werke von

der Hand des Künstlers, vor allem mit historischen und

allegorischen Themen, befinden sich etwa im Dolhuys

Museum in Amsterdam, im Königlichen Museum

Antwerpen, ferner in Berlin, Budapest, Hamburg, Bratislava

und Sankt Petersburg. (†) (1322009) (11)

GILLIS COIGNET THE ELDER,

1542 ANTWERP 1599 HAMBURG

ALLEGORY OF WRATH

Oil on oak panel.

108 x 76.5 cm.

A detailed expert‘s report by Dr. Ursula Härting from

30 April 2015, Hamm is enclosed.

Not unusually in the genre of allegory painting, an explanation

in Latin defining the characteristics of wrath

can be seen at the bottom margin of the painting on

offer for sale in this lot: “IRA PARENS ODII, RABIE

SUCCENSA, MALORUM MULTORUM CAUSA EST,

ATQ IN CURABILIS ERROR.” (Wrath breeds hatred

and fuels it; it is the reason for many evil deeds and

causes irremediable errors). The nature of wrath is

depicted as a male figure. Works by the artist, especially

with historical and allegorical subjects, are held

for example at the Het Dolhuys Museum in Amsterdam

or the Royal Museum of Fine Arts in Antwerp,

as well as in collections in Berlin, Budapest, Hamburg,

Bratislava and Saint Petersburg. (†)

€ 20.000 - € 25.000

Sistrix

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403

GIOVANNI BATTISTA CROSATO,

1697 TREVISO 1756 VENEDIG, ZUG.

Der Maler war überwiegend in Piemont sowie in Turin

tätig und stand unter dem Einfluss von Giovanni

Antonio Pellegrini (1675-1741) und Sebastiano Ricci

(1659-1734), aber auch von Giuseppe Maria Crespi

(1665-1747). Man kann ihn als einen der bedeutensten

Rokoko-Maler Norditaliens ansehen.

DAVID MIT DEM HAUPT DES GOLIATH

Öl auf Leinwand. Doubliert.

132 x 93 cm.

In dekorativem vergoldetem Rahmen.

GIOVANNI BATTISTA CROSATO,

1697 TREVISO 1756 VENICE, ATTRIBUTED

DAVID WITH THE HEAD OF GOLIATH

Oil on canvas. Relined.

132 x 93 cm.

In decorative, gilt frame.

€ 15.000 - € 18.000

Sistrix

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Vor lichtem Landschaftshintergrund die hochformatige

Wiedergabe der alttestamentlichen Szenerie. Im Zentrum

der jugendliche David mit hellem, vereinzelt gerötetem

Inkarnat und in hellblauem Gewand, in seiner

erhobenen linken Hand das Haupt des von ihm getöteten

Goliath haltend, auf das er siegesbewusst blickt.

An der Stirn des Riesenhauptes der Stein, mit dem David

ihn durch seine Schleuder getötet hat. In seiner

rechten Hand hält er zudem das Schwert. Am rechten

Bildrand zwei stehende Frauen, jeweils auf einer

Schalmei spielend und ein im Schatten stehender

Hund. Im oberen rechten Hintergrund zudem weitere

musizierende Figuren. In der unteren linken Bildecke

ein mit seinem Pferd gestürzter Mann mit erschrockenem

Gesichtsausdruck, wohl durch den Anblick

des Hauptes des Goliaths. Virtuose, flüssige Malweise,

in überwiegend heller, bläulich-grauer Farbigkeit, die

schon ganz die Lockerheit des barocken Stils verrät.

Teils rest., teils Retuschen. (1301592) (18)

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404

ANTONIO ZANCHI,

1631 1722, ZUG.

JUDITH MIT DEM HAUPT DES HOLOFERNES

Öl auf Leinwand. Doubliert.

115 x 114,5 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Judith ist hier mit ihrer Magd im Halbbildnis nebeneinander

wiedergegeben; während Judith das Haupt

des Holofernes in ihrer linken Hand an den Haaren

hochhält, versucht die Magd den Kopf in ein graues

Tuch einzuwickeln, von dem sie eine Ecke im Mund

festhält. Vor dunklem Hintergrund, der wohl als das

Zelt des Feldherren zu deuten ist, Judith in einem bis

zur Hüfte heruntergelassenem blauem Gewand mit

Goldstickerei, einer langen Perlenkette über ihrer lichtbeschienenen

nackten Brust und sie hat mit einem

Perlenband hochgebundenes, zu Zöpfen geflochtenes

Haar. In ihrer rechten Hand hält sie das lange Schwert.

Sie hat gerötete Wangen und blickt hochaufmerksam

seitlich nach hinten. Das Haupt des Holofernes

bewusst etwas übergroß dargestellt, um die einstige

Macht des Feldherren deutlich zu machen. Im Vordergrund

zudem ein Teil des Oberkörpers mit Schnittstelle

des Holofernes erkennbar. Malerei eines beliebten

Themas mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten,

an Caravaggio erinnernd. Teils rest. (1321164) (3) (18)

ANTONIO ZANCHI,

1631 1722, ATTRIBUTED

JUDITH WITH THE HEAD OF HOLOFERNES

Oil on canvas. Relined.

115 x 114.5 cm.

In gilded frame.

€ 18.000 - € 20.000

Sistrix

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61


405

SPANISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

AUS DEM KREIS DES JUSEPE DE RIBERA,

1588/91 1652

BILDNIS DES HEILIGEN JOSEF

Öl auf Leinwand.

77 x 60 cm.

In dekorativem vergoldeten Rahmen.

Der Heilige Josef von Nazareth im Halbbildnis nach

links in dunklem Umhang, mit weißgrauem Vollbart

wiedergegeben. Er hat seinen Blick mit den glänzenden

blauen Augen nach oben gerichtet, der Lichtquelle

entgegen, die das Bildnis aus unbekannter Quelle beleuchtet.

In der rechten Hand hält er den Stab, aus

dem, der Legende gemäß, einige Blüten gewachsen

sind. Malerei mit besonders herausgearbeitete Physiognomie

des Dargestellten, mit starken Hell-Dunkel-

Kontrasten, die auch an Arbeiten von Caravaggio erinnert.

(1320131) (11)

SPANISH PAINTER OF THE 17TH CENTURY

FROM THE CIRCLE OF JUSEPE DE RIBERA,

1588/91 1652

PORTRAIT OF SAINT JOSEPH

Oil on canvas.

77 x 60 cm.

In decorative gilt frame.

€ 30.000 - € 50.000

Sistrix

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406

GUIDO RENI,

1575 BOLOGNA 1642 EBENDA, NACHFOLGE DES

MARIA DAS JESUSKIND SCHÜTZEND

Öl auf Leinwand.

131 x 98 cm.

In perlbandgesäumtem vergoldetem Rahmen.

Ein unbestimmter Raum, dessen zur Landschaft scharf

horizontal und vertikal abschließender Begrenzung

als Architektur zu interpretieren ist, dient als Hintergrundfolie

für die im Vordergrund dargestellte Maria,

deren feingliedrige Hände ein weißes Tuch halten.

Dieses dient einerseits als Schutz für das darauf liegende

Jesuskind, andererseits jedoch auch als Ehrentuch

oder aber als zeitlich vorweggenommenes Leichentuch,

dem der schlafende Körper des Jesuskindes in

seiner aschfahlen Tonalität als Leichnam Christi zu interpretieren

ist. Auch die im Ausblick auf die Landschaft

auszumachenden, sich kreuzenden Baumstämme

nehmen den Kreuzestod Christi vorweg und unterlegen

die Komposition so mit einer zweiten Sinnebene.

Minimal besch. (1321431) (13)

€ 2.500 - € 3.500

Sistrix

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407

GIOVANNI ANDREA DE FERRARI,

1598 GENUA 1669 EBENDA

JOHANNES DER TÄUFER

Öl auf Leinwand.

68,5 x 49 cm.

Beigegeben eine Expertise von Anna Orlando, Genua.

Brustbild vor dunklem Hintergrund, Kopf- und Körperhaltung

stark nach links gerichtet, wodurch das Gesicht

im Profil erscheint. Die Beleuchtung von links oben,

das Inkarnat in warmem Farbton. Über dem Fellkleid

der Kreuzstab schräg ins Bild gesetzt, mit dem beschrifteten

Rotulus, auf das der Finger wie zufällig weist.

Der Maler, ein Repräsentant der Genueser Schule,

arbeitete schon sehr früh in der Werkstatt des Bernardo

Castello, um alsbald zu Bernardo Strozzi (1582-

1644) zu wechseln, der als hervorragender Lehrer

wesentlich entscheidender für die Weiterentwicklung

von de Ferrari sein sollte. Seine frühen Werke wurden

manchmal auch für Arbeiten des Strozzi gehalten.

1619 eröffnete er seine eigene Werkstatt in Genua.

Für den Palazzo Ducale wurde er beauftragt, wie

ebenso für den Palazzo Bianco. Sein Stil wird oft als

„lyrischer Naturalismus“ gesehen und steht daher

Werken des Murillo oft nahe. Spürbar ist der Einfluss

des berühmten Anthonis van Dyck, was sich auch in

vorliegendem Gemälde zeigt. Nach einer Gichterkrankung

im Alter nicht mehr arbeitsfähig, verstarb der

Maler verarmt in einem Hospital. A.R.

Literatur:

Das Gemälde ist besprochen und abgebildet in:

Massimo Pulini, La Croce, la testa e il piatto. Storie

die San Giovanni Battista, Cesena 2010., Kat.Nr. 29.

(1320789) (2) (11)

GIOVANNI ANDREA DE FERRARI,

1598 GENOA 1669 IBID.

SAINT JOHN THE BAPTIST

Oil on canvas.

68.5 x 49 cm.

Accompanied by an expert's report by Anna Orlando,

Genova.

Literature:

The painting is discussed and illustrated in: Massimo

Pulini, La Croce, la testa e il piatto, Storie di San

Giovanni Battista, Cesena, 2010, cat. no. 29.

€ 12.000 - € 18.000

Sistrix

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65


408

MATTIA PRETI,

1613 TAVERNA/ CATANZARO

1699 VALLETTA/ MALTA

Der in Kalabrien geborene und auf Malta verstorbene

Maler hatte nach Auskunft seiner Zeitgenossen ein

äußerst bewegtes Leben. Er war nicht allein Maler,

sondern auch Ordensritter der Malteser und wurde

aufgrund des Ruhmes seiner Familie „Il Cavalier Calabrese“

genannt. In Rom erhielt er Aufträge von

Papst Urban VIII sowie von Kardinal Rospigliosi. Sein

Werk zeigt die Schule des Guercino (1591-1666), Giovanni

Lanfranco (1582-1647) und Domenico Zampieri

(1581-1641) sowie den starken Einfluss der tenebristischen

Malerei der Caravaggisten. Werke seiner Hand

finden sich in den bedeutendsten öffentlichen Sammlungen

und Museen wie etwa: Museum of Fine Arts,

Houston, Nationalmuseum, Warschau, Prado, Madrid,

Pinacoteca di Brera, Mailand, Galleria dell‘Accademia,

Venedig; sein Selbstbildnis befindet sich in den Uffizien,

Florenz.

DIE HEILIGE URSULA

Öl auf Leinwand.

44,5 x 36,5 cm.

Beigegeben eine Expertise von Nicola Spinosa,

1. Juni 2021.

Gezeigt ist die Heilige im Halbbildnis. Der Kopf ragt in

schräger Haltung nach rechts ins Bildzentrum, ihr Blick

aufwärtsgerichtet, das schlichte weiße Hemd, Hals und

Gesicht von links oben in schlaglichtartiger Beleuchtung,

der Marterpfeil ist dominant ins Bild gesetzt.

Das Gemälde dürfte gegen Ende Preti's längeren Aufenthaltes

in Rom entstanden sein, also gegen 1650/

51, noch vor seiner Abreise nach Modena, wo er dann

den Auftrag erhielt, die Kuppel von San Biagio zu freskieren,

und noch weit vor seiner umfangreichen

Schaffensperiode in Neapel zwischen 1653 und 1660.

Das Gemälde ist umso bedeutender, als die Entstehung

in eine Zeit fällt, in der Preti sich überlieferungsgemäß

überwiegend als Zeichner betätigte, und daher

in diesen Jahren nur wenige Bilder entstanden. Es

deutet alles darauf hin, dass die Farbigkeit, die an Grisaille

erinnert, auf diese frühe Verbundenheit zu diesem

Genre zurückzuführen ist. Von einem Werk des Guercino

im Petersdom begeistert, zog Preti nach Cento,

um bei diesem in die Lehre zu gehen.

Preti zählt zu den bedeutendsten Vertretern des italienischen

Seicento. Sein Werk dokumentiert die verschiedenen

Phasen der Stilwandlungen der Zeit, mit

Annäherungen an den Caravaggismus bis hin zu dem

ihm eigenen heroischen Naturalismus, der dann noch

stärker in seinem Spätwerk zum Tragen kommt, als

auch Veronese auf ihn Einfluss hatte, und dann auch

sein Wirken in Malta mitbestimmen sollte. Dass bei

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seinen weiblichen Figuren wie oft festgestellt ein

fahles, blasses Inkarnat auffällt, wird auch in vorliegendem

Gemälde deutlich. A.R.

Literatur:

Mattia Preti tra Roma, Napoli e Malta, Ausstellungskatalog,

Museo Nazionale di Capodimonte 26. März-

6 Juni 1999, Neapel 1999.

J.T. Spike, Mattia Preti. Catalogo ragionato dei dipinti,

Florenz 1999

Nicola Spinosa, Pittura del Seicento a Napoli. Da Mattia

Preti a Luca Giordano. Natura in posa, Neapel 2011.

(1321165) (3) (11)

MATTIA PRETI,

1613 TAVERNA/ CATANZARO 1699 VALLETTA/

MALTA

SAINT URSULA

Oil on canvas.

44.5 x 36.5 cm.

Accompanied by an expert‘s report by Nicola

Spinosa, 1. June 2021.

€ 13.000 - € 15.000

Sistrix

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409

MALER DES 17. JAHRHUNDERTS IN DER ART DES

MICHELANGELO MERISI IL CARAVAGGIO

(1570/71 1610)

KREUZABNAHME MIT ENGELN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

118 x 92 cm.

Vor dunklem Landschaftshintergrund der vom Kreuz

abgenommene helle fahle Corpus Christi, nur mit

einem weißen Tuch um die Hüfte bekleidet. Er hat

braunes langes Haar, einen Bart, geschlossene Augen

und sein Kopf ist von einem Strahlennimbus hinterfangen.

Sein Körper wird von mehreren nackten, teils

geflügelten Putti gehalten, von denen einer in rötlichbrauner

Farbgebung direkt unter dem Corpus Christi

nur schwer zu erkennen ist. Im Vordergrund zwei kniende

Putti, die aufmerksam die Wunde am Fuß Jesu

betrachten. Malerei mit starker Hell-Dunkel-Akzentuierung:

Der Körper Jesu und der Engel besonders

durch ihre helle Farbgebung gegenüber dem dunklen

Hintergrund ganz im Stil des Caravaggismus besonders

hervorgehoben. Teils rest., teils Retuschen und

Farbabrieb. (1301535) (18)

PAINTER OF THE 17TH CENTURY IN THE STYLE

OF MICHELANGELO MERISI DA CARAVAGGIO

(1570/71 1610)

THE DEPOSITION FROM THE CROSS

Oil on canvas. Relined.

118 x 92 cm.

€ 15.000 - € 20.000

Sistrix

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67


410

PIETRO BARDELLINO,

1728 NEAPEL 1806 EBENDA

MARIA-MAGDALENA ALS BÜSSERIN

Öl auf Leinwand.

75, x 60 cm.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Fabio Obertelli.

Das Gemälde wurde laut Vorbesitz bereits von Nicola

Spinosa mit dem Maler in Verbindung gebracht.

Die Heilige im Halbbildnis dargestellt. Der Lichteinfall

von links oben beleuchtet die Szene. Ihr Reueblick

nach oben gerichtet, die Hände verschränkt, liegen

einem Schädel auf. Dahinter eine Deckelvase als

Salbgefäß, Attribut der Heiligen, die Jesus die Füße

gesalbt hatte, sowie ein Holzkreuz, dessen schräge

Positionierung der Diagonalkomposition der Figur

entspricht. Dazwischen erscheinen zwei geflügelte

Engelsköpfe zwischen Wolken. Das aufgelöste Haar

allegorisch als Zeichen des Lasters überliefert fällt

in lockeren Strähnen zu den unbedeckten Schultern

herab. Die Farbigkeit insgesamt in zurückhaltender

Helligkeit, nur durch das dunkelblaue Manteltuch kontrastiert.

Das Inkarnat in betontem Sfumato.

Der Maler war Schüler des Francesco De Mura (1696-

1782), dessen Einfluss auch in vorliegendem Werk

noch spürbar ist, wie aus einem Vergleichsbild hervorgeht

(Sotheby´s London 2007). Bardellino schuf zahlreiche,

meist im kirchlichen Auftrag entstandene Werke,

so etwa für Kirchen wie S. Giacomo degli Spagnoli,

aber auch für die Bibilioteca di Girolamini, Neapel,

1792. Besondere Bekanntheit erfuhr seine „Aufnahme

Psyches in den Olymp“, um 1780, heute Gemäldegalerie

Berlin. A.R.

Literatur:

Gemäldegalerie Berlin, Staatliche Museen Preussischer

Kulturbesitz. Katalog der ausgestellten Gemälde

des 13. - 18. Jahrhunderts. Mann, Berlin 1975.

(1320783) (2) (11)

€ 8.000 - € 12.000

Sistrix

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411

GIULIO CAMPI,

UM 1508 CREMONA 1573

Der Maler war 1522 Schüler von Giulio Romano in

Mantua, bekannt geworden ist er für seinen Hochaltar

von 1527 in der Kirche Sant´ Abbondio in Cremona.

KREUZIGUNG DES HEILIGEN ANDREAS

Öl auf Holz.

55 x 39,5 cm.

Unten links auf hellem Stein signiert und

undeutlich datiert.

Aufwändig durchbrochen geschnitzter Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Ferdinando Arisi,

Piacenza, April 1993.

Der Märtyrer kniet vor seinem X-förmigen Kreuz und

blickt einem Engel entgegen, der in Wolken vor hellem

Licht erscheint. Beidseitig die Folterknechte sowie zwei

Figuren am linken Bildrand. In Hintergrund weitere

zwei Figuren in hellem Licht. Im Vordergrund Mutter

mit einem Kind, die Heilige und Märtyrerin Daria. Ferner

die Attribute Buch, sowie ein Fisch, der auf den

Fischerberuf des Heiligen weist, der als Bruder des

Petrus in Kafarnahum lebte.

Campi studierte unter dem Manieristen Giulio Romano,

ging dann nach Rom, aufgrund dessen sein Stil als in

der römischen-, wie der lombardischen Tradition fußte.

Alsbald wurde er als der „Carracci von Cremona“

genannt. Berühmt ist unter seinen Hauptwerken,

„Das Schachspiel“, um 1530 (Museum Turin), aber

auch die „Kreuzabnahme“ in der Kirche San Sigismondo

in Cremona. A.R. (1320511) (11)

GIULIO CAMPI,

CA. 1508 CREMONA 1573

CRUCIFIXION OF ST. ANDREW

Oil on panel.

55 x 39.5 cm.

Accompanied by an expert‘s report by Ferdinando

Arisi, Piacenza, April 1993.

€ 10.000 - € 12.000

Sistrix

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69


412

CARLO CIGNANI,

1628 BOLOGNA 1719 FORLI, UMKREIS DES

DER JESUSKNABE MIT JOHANNES DEM TÄUFER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

100 x 75 cm.

In vergoldetem Rahmen.

In bewaldeter Landschaft unter abendlichem Himmel

der nackte Jesusknabe mit hellem, fast weißem Inkarnat

und rötlichen Haaren, auf einem großen faltenreichen,

roten Tuch sitzend. Mit seinem linken Arm

umfasst er die Schulter des linksseitig von ihm halb

knienden jungen Johannes mit gebräunter Haut, der

in ein Fellgewand gekleidet ist und dessen Kreuzstab,

neben dem Fellgewand eines seiner Attribute, in der

rechten Hand von Jesu gehalten wird. Am linken Bildrand

ist zudem ein Lamm zu sehen, das in der christlichen

Ikonografie als Symbol für Christus verwendet

wird. Im Hintergrund links ist auf einer Anhöhe eine

Burganlage erkennbar. Harmonische Darstellung mit

starken Hell-Dunkel-Kontrasten. Retuschen, kleine

Rahmenschäden. (1320191) (18)

€ 8.500 - € 10.000

Sistrix

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413

KÜNSTLER AUS DEM KREIS DES

ROGIER VAN DER WEYDEN (1399 1464)

DIE KREUZABNAHME CHRISTI

Öl auf Holz.

65 x 45 cm.

In dekorativem Rahmen.

Im Zentrum der gerade vom Kreuz abgenommene

fahle grau-weiße Körper Christi mit weißem Tuch um

seine Hüfte und erkennbaren Stigmata an Händen

und an der Brustseite. Er hat ein graues Gesicht mit

bläulichen Lippen und bläulichem rechten Auge und

trägt auf den schwarzen Haaren seines Hauptes einen

Dornenkranz. Linksseitig die kniende Maria, die

ihn mit ihrer großen rechten Hand umfasst, in blauem

Gewand und faltenreicher Kopfebedeckung, den Blick

ganz auf Jesus gerichtet. Die Art der Darstellung der

Maria lässt sich auch auf weiteren Kreuzabnahmen

des Rogier van der Weyden finden. Hinter ihr stehend,

in rotem Gewand Johannes, während auf der

rechten Seite Jesus von Josef von Arimathäa gehalten

wird. Im grünlichen Hintergrund sind zudem die

Holzbalken des Kreuzes erkennbar, zu denen eine angestellte

Leiter führt. Malerei, bei der die Figur und

das Gesicht des vom Kreuz Genommenen sich deutlich

gegenüber von den ihn umgebenden Figuren unterscheidet.

Teils rest. (1321467) (18)

€ 6.000 - € 8.000

Sistrix

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414

SÜDDEUTSCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS

KREUZIGUNGSSZENE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

56,5 x 36 cm.

In teilvergoldetem Ädikularahmen.

Vor nächtlichem Himmel, der ein kleines Stück aufreißt,

das auf dem Hügel Golgatha aufgestellte Kreuz,

an dem mit angebrachter Inschrifttafel Christus hängt.

Er trägt auf seinem Haupt eine Dornenkrone und ist

mit einem weißen Lendenschurz bekleidet; deutlich

sind die roten Wundmale an Händen und Füßen erkennbar.

Unterhalb des Kreuzes eine Gruppe von

Frauen, darunter Maria in rot-blauem Gewand, die mit

tränenreichen Augen voller Schmerz zum Himmel

blickt; dabei hat sie ihre Arme ausgestreckt und die

Hände gefaltet. Hinter ihr in rotem Umhang Johannes

mit ausgestrecktem rechtem Arm und nach oben

gerichtetem Kopf. Links der beiden Maria Magdalena

mit langen gewellten Haaren und einem gelblichen

Gewand, das Kreuz umklammernd. In der unteren linken

Ecke ein Totenschädel als Verweis auf die Stätte

Golgatha. Auf der linken Bildseite zudem der römische

Soldat Stephaton mit Helm auf einem Pferd, der

gerade mit einer Lanze in die Seite von Christus

sticht. Malerei mit bewegten Gesten der Figuren und

deren ausdrucksstarken Gesichtern. Darstellung gemäß

der christlichen Überlieferung und zudem ein beliebtes

Motiv in der Malerei der Zeit. (1320503) (18)

SOUTH GERMAN PAINTER

OF THE 18TH CENTURY

CRUCIFIXION SCENE

Oil on canvas.

56.5 x 36 cm.

€ 10.000 - € 14.000

Sistrix

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71


415

JAN VAN BALEN,

1611 ANTWERPEN 1654 EBD., ZUG.

DIE WUNDERSAME BROTVERMEHRUNG

Öl auf Kupfer.

29,5 x 42,5 cm.

Verso mit Resten eines alten Stempels.

In gekehltem vergoldetem Rahmen.

Weite hügelige Landschaft mit feingliedrigen Staffagebäumen

im Mittelgrund. Zwischen diesen erstreckt

sich ein weites hügeliges Tal, das zum Horizont mit

einer petrolblauen Gebirgskette abschließt. Im Vordergrund

eine verschachtelte vielfigurige Komposition in

brillanten Farben, welche die Wundersame Brotvermehrung

zeigt. Jesus hat einen Tag lang mit vielen

Menschen verbracht. Er hat sie angehört, mit ihnen

gesprochen und sie geheilt. Es wird Abend und weil

es so viele sind, sagen seine Jünger er soll die Leute

in die umliegenden Dörfer schicken, damit sie dort zu

essen bekommen. „Nein“, antwortet er, „gebt ihr ihnen

zu essen!“ „Aber wir haben doch nur fünf Brote und

zwei Fische für über 5000 Leute!“ Da sagt Jesus,

dass sie die Menschen in Gruppen zu je 50 versammeln

sollen, nimmt die fünf Brote und zwei Fische

(hier werden sie vermutlich von Petrus links von Jesus

herangetragen segnet sie und sagt dann den Jüngern

sie sollen sie austeilen. Die Jünger tun das und alle

werden satt, ja es bleiben sogar 12 Körbe mit Brotresten

übrig, davon stehen vier Körbe hier im Zentrum.

Es wird vermutet, dass der Akt des Teilens als Wunder

begriffen werden soll.

JAN VAN BALEN,

1611 ANTWERP 1654 IBID., ATTRIBUTED

THE MIRACULOUS MULTIPLICATION OF BREAD

Oil on copper.

29.5 x 42.5 cm.

€ 12.000 - € 15.000

Sistrix

INFO | BID

Anmerkung:

Die Komposition lässt sich sehr schön mit einem Gemälde

vergleichen, welches unter der RKD Nummer

193060 geführt wird. Es ist mit 58 x 65 cm größer,

jedoch nicht auf Kupfer, sondern auf Leinwand gemalt

(siehe Vergleichsabbildung). Statt Jesus stellte der

Maler Apoll in das Zentrum der Komposition und

ordnete die anderen Figuren um ihn herum. Unser

Gemälde zeigt eine weit größere Vielfalt hinsichtlich

der Staffage und der schönen weiten Landschaft.

(1320952) (13)

Vergleichsabbildung: Jan van Balen, zug.

„Apoll und seine Musen“

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73


416

GIOVANNI BAGLIONE,

1566/71 ROM 1643/44 EBENDA, ZUG.

Der vorwiegend in Rom tätige Maler hat sich auch

schriftstellerisch betätigt in seinem Werk „Le Vite

De‘Pittori, Scvltori Et Architetti“.

MADONNA MIT KIND UND DEM

JOHANNESKNÄBLEIN

Öl auf Leinwand.

105 x 75 cm.

Um 1600-1605

Beigegeben eine Expertise von Dott. Alessandro

Delpriori, Florenz.

Maria ist hier in blondem Lockenhaar gezeigt, mit

darüber liegendem rosafarbenem Manteltuch, ihr

Blick auf den Betrachter gerichtet. Das Jesuskind

steht auf dem Schoß und wendet sich dem Johannesknäblein

zu, beide Händchen in segnender Haltung.

Johannes hält die Händchen gefaltet, dahinter der

Kreuzstab mit Schriftbanderole. Der Kopf des Schafes

in der linken unteren Ecke. (13210718) (11)

€ 8.000 - € 10.000

Sistrix

INFO | BID

417

GILLIS COIGNET D. J. UND WERKSTATT,

GEB. UM 1585, ZUG.

DIANA UND ACTAEON

Öl auf Holz. Teils parkettiert.

66 x 87 cm.

Zuschreibung an genannten Künstler durch Dr. Jan de

Maere, der das Gemälde auf ca. 1610 datiert.

In dichter Waldlandschaft unter blauem Himmel mit

gelben Streifen der untergehenden Sonne hat Diana

mit ihren Gespielinnen gerade ein Bad genommen,

als sie von Actaeon dabei überrascht wird. In der

Mitte die nackte Diana mit hellem, fast weißem Inkarnat,

auf ihren Haaren attributiv ein Schmuckstück mit

Mondsichel. Sie wird gerade von ihren umgebenden

Nymphen mit Tüchern getrocknet, als sie den von

rechts sich mit seinen Hunden nähernden Actaeon

mit rötlichem Mantelüberwurf erblickt und ihren linken

Arm zu ihm ausstreckt, mit dem sie ihn in einen

Hirsch verwandelt. Auf diese Veränderung weisen

bereits die kleinen wachsenden Hörner auf seinem

Kopf hin. Auf der linken Bildseite die dem Wasser bereits

entstiegenden Nymphen, teils unbekleidet, teils

mit roten oder orangefarbenen glänzenden Tüchern

versehen, darunter eine, die überrascht ihren Arm

hochreißt, um sich mit dem darüber hängenden Tuch

zu bedecken. Im linken Hintergrund führt eine Allee in

das Waldinnere. Malerische Wiedergabe, bei der das

helle Inkarnat der Nymphen und der Diana gegenüber

dem sonst dunklen Hintergrund besonders hervorgehoben

wird. Das Motiv der Diana mit ihren Gespielinnen

beim Bade lässt sich bei vielen anderen

Künstlern im Werk wiederfinden, so auch bei Hans

Rottenhammer d. Ä. (1564-1625) und auch bei Adriaen

van Stalbernt (1580-1662). Minimal Retuschen.

(1321613) (18)

€ 8.000 - € 10.000

Sistrix

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418

PIETER AERTSEN,

1507/08 1575 AMSTERDAM, ZUG.

DARSTELLUNG ZWEIER HEILIGER

Öl auf Holz.

44 x 29,5 cm.

Oben rechts monogrammiert in Ligatur „AP“.

In dekorativem Rahmen.

Im Zentrum eine junge Frau in grünem faltenreichem

Kleid, das im Dekolletébereich mit Goldstickerei versehen

ist, und einer weißen langen Kopfbedeckung,

unter der ihr dunkelblondes wallendes Haar leicht hervorschaut.

Sie hat die zarten Finger ihrer Hände sorgsam

aneinandergelegt und blickt mit halb geschlossenen

Augen leicht nach unten traurig aus dem Bild

heraus. Ihr Haupt wird von einem strahlend gelben

Licht hinterfangen, das nach außen in rötliche und

blaue Farbe übergeht. Zu ihrer linken Seite stehend,

in leuchtend rotem Gewand, behutsam die Hand auf

ihren Arm legend, ein junger bartloser Mann mit lockigen

Haaren und dunklen Augen, die ebenfalls seitlich

aus dem Bild herausblicken. Bei den Dargestellten

könnte es sich um Maria Magdalena, aufgrund ihres

Haares, sowie um den Evangelist Johannes, aufgrund

seiner Kleidung und Bartlosigkeit, handeln. Rest., kleine

Retuschen. (1301531) (18)

€ 8.000 - € 10.000

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75


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419

MEISTER DER GROTESKENVASEN

DES 17. JAHRHUNDERTS

BLUMENSTILLLEBEN

Öl auf Holz.

90 x 78,5 cm.

Vor dunklem Hintergrund auf einer Tischplatte ein

prachtvoller Blumenstrauß in einer grünen Keramikvase,

am oberen Ende mit runden hellbraunen Ornamenten,

im unteren Bereich drei liegende hellbraune

Delphine mit großen Augen. Im manieristischen Stil

ahmt die Vase Formen bekannter italienischer Kunsthandwerker

nach. Das Blumenarrangement besteht

aus weißem Schneeball, Narzissen, Rosen, Chrysanthemen,

Anemonen, Tulpen und einigen Gräsern. Malerei,

bei der neben der besonderen Vase die Blumen

durch ihre überwiegend weiß, rosa und rote leuchtende

Farbigkeit herausgestellt werden.

Anmerkung:

Unter diesem Künstlernamen werden einige italienische

Maler des beginnenden 17. Jahrhunderts zusammengefasst,

deren gemeinsames Merkmal Stillleben

in Vasen mit Groteskenornamentik sind. Zu diesen

zählt auch der junge Giacomo Recco. (1270096) (18)

MASTER OF THE GROTESQUE VASES,

17TH CENTURY

FLOWER STILL LIFE

Oil on panel.

90 x 78.5 cm.

Notes:

The nomenclature “Master of the Grotesque vases”

refers to a group of artists who were painting still

lifes in grotesque vases at the beginning of the 17th

century. One of them is thought to be the young

Giacomo Recco.

€ 1.800 - € 2.500

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420

VENEZIANISCHER MALER

DES 17. JAHRHUNDERTS

FLORA MIT PUTTO

Öl auf Leinwand. Doubliert.

90 x 114 cm.

In dekorativem Rahmen.

In bewaldeter Landschaft im abendlichen Licht die am

Boden nach rechts sitzende Flora, mit ihrem nackten

Oberkörper an einen Baumstamm gelehnt. Das rechte

Bein und ihr Schambereich werden von einem rötlichen

Tuch bedeckt. Auf ihrem Kopf mit den langen blonden

Haaren trägt sie einen sorgsam gebundenen Kranz

mit verschiedenen Blüten. Seitlich von ihr stehend

ein nackter Putto mit dicken geröteten Pausbacken,

der ihr ein Blumengebinde überreicht, das sie mit ihrer

linken Hand empfängt und aufmerksam betrachtet.

Malerei bei der durch die helle Lichtführung der

nackte schöne, wohlproportionierte Körper der Göttin

und das Gesicht und der Oberkörper des Putto gegenüber

dem dunklen Hintergrund besonders herausgestellt

werden. Retuschen.

Anmerkung:

In der römischen Mythologie ist Flora die Göttin der

Blüte. In Darstellungen der vier Jahreszeiten verkörpert

Flora den Frühling. (1320212) (18)

€ 5.000 - € 7.000

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421

PETER PAUL RUBENS,

1577 SIEGEN 1640 AMSTERDAM,

KREIS/ NACHFOLGE DES

SATYREN MIT NYMPHEN IN LANDSCHAFT

Öl auf Leinwand.

155,2 x 183,1 cm.

In breitem vergoldetem und plastisch verziertem

Rahmen.

Anbei ein umfangreicher Untersuchungsbericht von

A.M. Rorda Boersma-Pappenheim, Rotterdam, 20.

September 2010.

Umfangreiche Emailkorrespondenz mit Ineke Tekstra

vom 12. November 2015.

Ein zentraler Baum überfängt eine vielfigurige Szene

mit rubenstypischen Figuren, links ist ein tieferliegendes

typisch flämisches Tal zu sehen. Links eine liegende

Amphore aus dem Wasser fließt und so ein Hinweis

auf einen Flussgott sein kann. Auf den Bäumen weitere

Figuren, die Früchte zu pflücken scheinen. Zwischen

den Nymphen sind Satyrn zu sehen. Das vorliegende

Gemälde ist unter dem starken Einfluss von Rubens

entstanden, dessen enorme Werkstatt zahlreiche

Werke auf den Markt brachte, die nicht alle die direkte

Hand des Meisters erkennen lassen. Das Gemälde

könnte im Zuge eines großen Auftrages von 1635 -

1636 entstanden sein, dessen Gemälde 1637 nach

Spanien geliefert worden sind. Es ähnelt zudem

stark einem Gemälde auf Eiche im Prado in Madrid

für Philip IV (136 x 165 cm), einem der letzten Gemälde

des Rubens vor seinem Tod, ohne jedoch eine direkte

Kopie zu sein. Es bezieht sich in seiner Darstellung

auf Ovids Metamorphosen, wobei die genaue Stelle

unklar bleibt.

Provenienz:

Niederländischer Kunsthandel.

Ungarischer Kunsthandel.

Auktion Gemälde alter Meister des 14. bis 18. Jahrhunderts,

9.- 10. März 1913, Berlin, lot 85 als Jacob

Jordaens mit Abbildung. Dort mit Vermerk: „Koll. Don

Sebastian von Bourbon“.

Vergleichsliteratur:

Karolien de Clippel, Rubens Nymphs and satyrs in

the Prado: observations on its genesis and meaning,

Leuwen, in: The Burlington Magazine, Februar 2007.

De Clippel vermerkt, dass es neben unserem Gemälde

noch zwei weitere Werke gibt, die sich an

das Original im Prado anlehnen. (1320097) (13)

PETER PAUL RUBENS,

1577 SIEGEN 1640 AMSTERDAM, CIRCLE/

FOLLOWER OF

SATYRS WITH NYMPHS IN LANDSCAPE

Oil on canvas.

155.2 x 183.1 cm.

Enclosed is a comprehensive report by AM. Rorda

Boersma-Pappenheim, Rotterdam, dated 20 September

2010 and mail correspondence with Ineke Tekstra

dated 12 November 2015.

€ 45.000 - € 60.000

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79


422

VENEZIANISCHER MEISTER

DES 17. JAHRHUNDERTS

DER WETTSTREIT ZWISCHEN APOLLON

UND MARSYAS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

127 x 173 cm.

Ungerahmt.

Mythologische Darstellung des musikalischen Wettkampfes

zwischen Apollon und Marsyas: Die Göttin

Athene hatte ihre Doppelflöte fortgeworfen, welche

aber von Marsyas gefunden wurde und deren Spiel

er erlernte. Er war von seiner Kunst so überzeugt,

dass er Apollon zum Wettkampf forderte. Auf dem

Gemälde ist vor weiter bergiger Landschaft rechts

der in Fellgewand auf einen rotem Tuch mit freiem

Oberkörper sitzende Marsyas zu sehen, der in seiner

linken Hand am Boden den Aulos umfasst; seine

rechte Hand hält er seitlich des geöffneten Mundes

und scheint dem ihm gegenüber sitzenden Apollon,

der auf seiner Kithar spielt, gerade zum Wettkampf

aufzufordern. Im Hintergrund rechts vor einem Baum

zwei Männer, die aufmerksam die Herausforderung

mitbekommen. Qualitätvolle Malerei mit feinen Hell-

Dunkel-Abstufungen in zurückhaltender Farbgebung.

Teils Retuschen. (1320222) (18)

VENETIAN MASTER

OF THE 17TH CENTURY

THE MUSICAL CONTEST OF APOLLO

AND MARSYAS

Oil on canvas. Relined.

127 x 173 cm.

Mythological depiction of the musical contest between

Apollo and Marsyas: the goddess Athena had

thrown away the double flute, which Marsyas found

and learned to play. He was so convinced by his skill

that he challenged Apollo to a contest.

€ 10.000 - € 15.000

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423

BOLOGNESER MEISTER,

UM 1800, NACH GUIDO RENI

SUSANNA UND DIE ALTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

92 x 120 cm.

Thema aus dem Alten Testament. Großformatige Darstellung

vor dunklem Landschaftshintergrund mit der

halbnackten Susanna, die mit einem großen braunen

Tuch um Kopf und Hüfte am Rande eines Springbrunnens

sitzt, der im rechten Hintergrund zu erkennen

ist. Links von ihr die beiden alten Männer, die nicht

nur auf sie im Gespräch eindringen, sondern einer

versucht sogar ihr das Tuch wegzuziehen und hat dabei

seinen linken Zeigefinger auf den Mund gelegt,

um sie vom Schweigen zu überzeugen. Der zweite

bärtige Alte hat bereits seine ausgestreckte Hand auf

ihre linke Schulter gelegt. Susanna hat sich den beiden

zugewandt und blickt sie mit ihren großen Augen entsetzt

an. In Abwehrgeste hat sie ihren rechten Arm

ausgestreckt, während sie mit ihrer linken Hand versucht,

das Tuch zu halten. Malerei nach Guido Reni in

überwiegend beige-brauner Farbigkeit, durch den

Lichteinfall von links wird das feine Inkarnat der Susanna

besonders hervorgehoben. Beliebtes Motiv in

der Darstellung von Szenen des Alten Testaments.

(1300461) (18)

€ 5.500 - € 8.000

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81


424

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

MARS UND VENUS WERDEN VON VULCANUS

IM NETZ GEFANGEN

Öl auf Leinwand.

72 x 95,5 cm.

Die mythologische Darstellung illustriert die antike

Legende, wonach der Kriegsgott Mars mit Venus, der

Gattin des älteren Vulkanus ein ehebrecherisches Liebes

verhältnis einging. Im Gemälde sind die beiden im

Zentrum sich hingebend gezeigt. Die Legende jedoch

berichtet weiter, Merkur habe dieses beobachtet, dem

Göttervater Zeus hinterbracht, wonach ein Götter rat darüber

zu befinden hatte. Inzwischen fertigte der eifersüchtige

Vulkanus ein feines stählernes Netz, ließ es

über die beiden Ahnungslosen spannen und hielt sie

darin fest. Im Götterrat wurde diese Unvorsichtigkeit

des Mars und die Schlauheit des Gehörnten mit hellem

Lachen aufgenommen, noch heute bekannt als das

„Homerische Gelächter“, nach dem Erzähler Homer.

Das Bild zeigt die Hauptfiguren umgeben mit muskulösen

Gestalten, die damit beschäftigt sind, das feine

Netz zu legen. Der Liebesgott Amor, Verursacher der

Verliebtheit der beiden liegt unbekümmert schlafend

daneben, auf den Helm des Mars gestützt. A.R.

(1300462) (11)

€ 4.000 - € 6.000

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425

DEUTSCHER MALER UM 1800

DIE DREI GRAZIEN

Öl auf Holz, montiert auf Holz.

42 x 33 cm.

In dekorativem vergoldetem Rahmen.

In Landschaft mit rechtsseitig hohen Felsen die anmutig

stehenden drei schlanken nackten Grazien Aglaia,

Euphrosyne und Thalia mit wohlfrisierten Haaren, in

die goldener Schmuck eingearbeitet ist. Der Schambereich

wird entweder durch ein weißes Tuch oder

die Hand bedeckt bzw. wird die dritte Grazie in leichter

Rückenansicht gezeigt. Links von ihnen auf einem

grauen Rundsockel stehend die Skulptur des ockergoldfarbenen

Amors, der in seiner Hand einen Bogen

hält. Sein Haupt wird gerade bekrönt mit einem Blütenkranz

durch die in der Mitte stehende Grazie. Feine

Malerei in zurückhaltender Farbgebung. Kleine Rest..

Anmerkung:

Die Wiedergabe der drei Grazien ist ein beliebtes

Motiv in der Malerei der Kunstgeschichte, so u.a. zu

finden erstmals wohl bei Raffael, aber auch bei Botticelli

oder Peter Paul Rubens. (1321023) (18)

€ 4.000 - € 5.000

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83


426

GERARD HOET,

1648 ZALTBOMMEL 1733 DEN HAAG

Holländischer Genre-, Historien- und Bildnismaler, der

unter dem Einfluss der französischen Dekorationsmalerei

steht. Seine Werke meist mit mythologischem

oder biblischem Thema.

FRÜHLINGSFEST IN DER ANTIKE

Öl auf Leinwand.

50,5 x 63 cm.

Gezeigt ist eine Versammlung von Feiernden außerhalb

der Stadt, die Mauern sind rechts oben zu erkennen.

Im Bildzentrum ragt der Pfeiler eines großen

Torbogens auf, mit Steinrelief und einer Büste des

jugendlichen Dionysos, der hier soeben mit Blumen

bekränzt wird. Zahlreiche Personen tummeln sich,

zum Teil Weinschalen hebend, im Mittel- und Hintergrund.

Unter den vorderen, heller beleuchteten Figuren,

ist ein Mädchen zu sehen, das Blumenkränze verteilt,

links daneben eine Gruppe mit Leier, Flöte und Tamburin.

Links im Bild ist eine Opferung eines Lammes

zu sehen, davor ein kleiner, blumengeschmückter Opferaltar,

umgeben von Weihegeschenken wie Schalen

und Amphoren. Links zieht die Landschaft hin zu

blauen Bergen mit darüber ziehenden hellen Wolken.

Ein kahler Baum fungiert als Repoussoir. Das Gemälde

bezieht die Lebendigkeit gerade durch den qualitätvoll

eingesetzten Kontrast zwischen hellen und farbig gedämpften,

überwiegend ins Braun ziehenden Bildpartien.

Holländischer Genre-, Historien- und Bildnismaler, der

unter dem Einfluss der französischen Dekorationsmalerei

steht. Seine Werke meist mit mythologischem

oder biblischem Thema. A. R.

Anmerkung:

Der Maler hat sich in seinen Werken mehrfach dem

Leben und den Festen in der griechisch-römisch Antike

gewidmet. Bekannt sind sein „Opfer der Diana“,

„Das Urteil des Midas“ (Museum der bildenden

Künste in Leipzig ), oder das „Parisurteil“, aber auch

das „Opferfest“ in der Antike. Das Interesse der Zeit

an den Kulten, den Jahreszeitenfesten, den sogenannten

Anthesterien, hat viele Maler angeregt, hier

phantasievolle Darstellungen zu schaffen.

Literatur:

Walther Bernt, Die niederländischen Maler des 17.

Jahrhunderts, Band 2, Nr. 387 mit halbseitiger Abbildung.

(12814510) (11)

GERARD HOET,

1648 ZALTBOMMEL 1733 THE HAGUE

SPRING FEAST AMONG ANTIQUE

Oil on canvas.

50.5 x 63 cm.

Literature:

Walther Bernt, Die niederländischen Maler des 17.

Jahr hunderts, vol. 2, no. 387 with half-page illustration.

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€ 14.000 - € 16.000

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427

GIUSEPPE DIAMANTINI,

1621 FOSSOMBRONE 1705 EBENDA

ALLEGORIE DES SOMMERS

Öl auf Leinwand.

125 x 103 cm.

Im Entstehungszeitraum des Gemäldes wurden Jahreszeiten-Allegorien

zumeist für Raumausstattungen herrschaftlicher

Anwesen, oder auch venezianische Palazzi

in Auftrag gegeben. Das Ovalformat hat im 18. Jahrhundert

auch eine neue Blüte erlebt.

Wie üblich, ist die Allegorie des Sommers als jugendliche

Göttin Ceres gezeigt, hier mit entblößtem Oberkörper.

Die Bewegung der Figur wird nicht zuletzt

durch die Armhaltung betont, wobei hier der linke

Arm sich dem Ovalformat geschickt einfügt. Die erhobene

Hand hält einen Ährenhalm und eine rote Mohnblüte,

traditionsgemäß ist das Haar der Dargestellten

mit Kornähren geschmückt.

Der in Mittelitalien gebürtige Maler ging um etwa

1650 nach Venedig, scheint jedoch ein Schüler der

Bologneser Carracci-Nachfolge gewesen zu sein, während

über seine erste Schulung nichts bekannt geworden

ist. Es wird angenommen, dass er ein Mentor

der Pastellistin Rosalba Carriera (1673-1757) gewesen

ist. In Venedig schuf er die Gottvater­ Darstellung an

der Decke der Kirche San Giovanni Crisostomo, aber

auch die „Anbetung der Könige“ in der venezianischen

Kirche San Moisé. Bekannt wurde er mit seinen Allegorien

und antiken Götterdarstel lungen, so etwa für

den Palazzo Badoer. Als Radierer schuf er zudem eine

Serie von ca. 60 Darstellungen mythologischer Szenen.

A.R.

Provenienz:

Venezianische Privatsammlung.

Literatur:

Das Gemälde ist besprochen und abgebildet in: Arte

Veneta, hrsg. Istituto di Storia dell‘Arte, 2011, Farbabbildung

Seite 122, Nr. 12. (1320213) (11)

€ 7.000 - € 9.000

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428

DEODAT VAN DER MONT,

1582 SINT TRUIDEN 1642 ANTWERPEN, ZUG.

DIE VIER ELEMENTE

Öl auf Holz. Parkettiert.

52,5 x 84,6 cm.

In mit Perlstab verziertem Rahmen.

Es mutet seltsam an, dass wir bisher wenig über van

der Mont wissen, obwohl er nicht nur der erste Schüler,

sondern auch der beste Freund des Peter Paul Rubens

(1577-1640) war und zu Lebzeiten teilweise sogar

Jacob Jordaens (1593-1678) und Anthony van

Dyck (1599-1641) an Ruhm übertraf. Qualitativ ist van

der Mont wie in diesem hier angebotenen allegorischen

Meisterwerk seinem Lehrer eng verbunden

und vermag in seiner Komposition eine Lockerheit zu

schaffen, welche gut mit der engen Verflechtung der

allegorischen Figuren und ihrer jeweiligen Tätigkeiten

einhergeht. Das Wasser wird links vor dem Baum

durch eine Neptunsfigur symbolisiert, daneben eine

Gruppe um Ceres, welche die Früchte der Erde zeigt,

über ihr die allegorische Figur der Luft mit sie umkreisenden

Vögeln, rechts am Rand ebenfalls die Luft

symbolisierend Merkur, der Vulkan als Allegorie des

Feuers hinterfängt. (1320611) (1) (13)

DEODAT VAN DER MONT,

1582 SINT TRUIDEN 1642 ANTWERP,

ATTRIBUTED

THE FOUR ELEMENTS

Oil on panel. Parquetted.

52.5 x 84.6 cm.

It seems strange that we know so little about van der

Mont, even though he was not only the first student

but also the best friend of Peter Paul Rubens and,

during his lifetime, his fame even surpassed that of

Jacob Jordaens and Anthony van Dyck.

€ 12.000 - € 14.000

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87


429

JOHANN FRANZ MESKENS,

AKTIV IN ANTWERPEN UND BRUCHSAL

ZWISCHEN 1720 UND 1735

SATYR, EINE NYMPHE ENTHÜLLEND

Öl auf Eichenholz.

31 x 30,5 cm.

Auf der Vase links der Nymphe signiert „MESKENS

Fec. 1721“.

In ebonisiertem und vergoldetem gekehltem Rahmen.

Meskens wurde 1731 Hofmaler unter Damian Hugo

Philipp Reichsgraf Schönborn-Buchheim in Bruchsal,

nachdem er zwischen dem 18. September 1725 und

dem 18. September 1726 Meister der St. Lukas-Gilde

in Antwerpen geworden war. Das vor uns liegende

Werk ist äußerst detailliert und feinmalerisch, sodass

sich das Auge hier gern in Details verliert. Damian

Hugo Philipp von Schönborn (1676-1743) wurde 1713

zum Kardinal und 1719 zum Fürstbischof von Speyer,

einem der kleinsten Fürstentümer des Heiligen Römischen

Reiches, ernannt. Er residierte in Bruchsal (einer

Kleinstadt im heutigen Landkreis Karlsruhe in Baden-

Württemberg), wo er sich ab 1722 von Balthasar Neumann

(1687-1753) ein großes Barockschloss errichten

ließ. Der Einfluss von Adrian van der Werff (1659-

1722) und den Feinmalern der Leidener Schule insbesondere

Willem van Mieris (1662-1747) ist in diesem

Gemälde von Meskens sehr deutlich zu erkennen,

und zwar insbesondere in der akribischen Beschreibung

von Stoffen und Draperien. Es ist jedoch auch

interessant, diese beiden Tafeln mit einigen mythologischen

Werken von Herman van der Mijn (1684-

1741) zu vergleichen, von dem ein ebenfalls auf einer

monoxylen Eichenholzplatte gemaltes Meisterwerk

derzeit in einer Münchener Galerie zu finden ist.

(1320045) (13)

€ 7.000 - € 9.000

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Detailabbildung

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430

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

ALLEGORIE DER ARBEIT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

186 x 147 cm.

Vor Landschaftshintergrund mit abendlichem Himmel

Männer und Frauen bei verschiedenen Arbeiten: im

Zentrum ein hockender, muskulöser Mann mit freiem

Oberkörper und nur mit einem weißen Tuch um die

Hüfte bekleidet, in seiner kräftigen rechten Hand eine

Axt haltend, mit der er einen vor ihm liegenden

Baumstamm bearbeitet. Sein Blick nach rechts gilt einer

Frau mit nacktem, fast weißem Oberkörper und einem

Umhang über Rücken und Hüftbereich, die oberhalb

ihres Kopfes einen bearbeiteten Baumstamm hält.

Sie hat lange Haare, einen geöffneten roten Mund

und scheint mit dem Mann zu sprechen. Im Hintergrund

links ein Haus vor dem zwei Männer einen Balken

transportieren, um dieses wohl fertig zu bauen. Unterhalb

von ihnen eine Wäscherin an einem Gewässer

und ein Mann beim Pflügen eines kleinen Ackers mit

einem Ochsengespann. In der unteren linken Ecke

ein Junge, der gerade einen Hund füttert, während in

der anderen unteren Ecke ein heller Krug für Wasser

und Brot zu erkennen ist, beides zur Stärkung des

das Holz bearbeitenden Mannes. Gemälde mit starken

Hell-Dunkel Kontrasten, das verschiedene handwerkliche

Tätigkeiten aufzeigt und als Allegorie der Arbeit

verstanden werden kann. Teils rest., teils Retuschen.

(1320251) (3) (18)

€ 6.000 - € 8.000

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431

GIOVANNI BATTISTA LANGETTI,

1625 1676

TITYOS MIT DEM ADLER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

120 x 100 cm.

In vergoldetem Profilrahmen.

Anbei in Kopie ein Gutachten von Franco Paliaga,

Florenz, Februar 2019.

An einen Fels gekettet sehen wir den schmerzverzerrten

Körper des Tityos, der von einem Adler malträtiert

wird. Ein ähnliches Gemälde wird im Mauritshuis

verwahrt, wenngleich die Komposition dort ins

Diagonale ausgerichtet ist, während sich Prometheus

im vorliegenden Gemälde unter der Vertikalen krümmt.

Von Ribera hingegen ist eine vollends in die Horizontale

gebrachte Darstellung des Themas bekannt, die

1632 angefertigt worden ist. In einer Privatsammlung

in Modena wird eine Darstellung des Marsyas ebenfalls

von Langetti verwahrt, die ebenfalls viel Ähnlichkeit

mit unserem Gemälde hat.

GIOVANNI BATTISTA LANGETTI,

1625 1676

TITYOS AND THE EAGLE

Oil on canvas. Relined.

120 x 100 cm.

Accompanied by an expert’s report by Franco Paliaga,

Florence, February 2019.

Literature:

cf. Marina Stefani Mantovanelli, Giovanni Battista

Langetti. Il Principe dei Tenebrosi, Soncino 2011,

p. 145, no. 11, ill. 11, and p. 167, no. 56, ill. 40.

€ 12.000 - € 16.000

Sistrix

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Literatur:

Vgl. Marina Stefani Mantovanelli, Giovanni Battista

Langetti. Il Principe dei Tenebrosi, Soncino 2011,

S. 145, Nr. 11, Abb. 11 sowie S. 167, Nr. 56, Abb. 40.

(1321191) (4) (13)

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91


432

JACOPO PALMA D. J.,

1548 VENEDIG 1628

KLAGE ÜBER DEN TOTEN CHRISTUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

157 x 122 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Federica Spadotto

(in Kopie vorliegend).

Das Gemälde zeigt vor nächtlichem Himmel, von dem

nur am rechten Rand ein heller Lichtstreifen erkennbar

ist, den vom Kreuz genommenen Christus mit

hellem Nimbus um sein Haupt, in sich zusammengesunken

und nur mit einem Lendentuch bekleidet,

dessen Oberkörper wohl von Josef von Arimathia gehalten

wird. Umgeben wird Christus von dem Apostel

Johannes, rechts hinter stehend mit rotem Mantel,

der mit Blick und ausgestreckter linker Hand auf den

Betrachter des Gemäldes weist. Auf Jesu linker Seite

in rot-blauem Gewand Maria, mit gefalteten Händen

auf seinen Korpus trauernd blickend und schließlich

auf der linken Bildseite Maria Magdalena mit langem

dunkelblonden Haar, das Stigmata an Jesu rechter

Hand aufmerksam betrachtend und beklagend. Auf

dem Boden zudem liegend die Dornenkrone. Hochdrmatische

Darstellung mit starken Lichteffekten, bei

der der Körper Jesu durch den hellen Lichteinfall gegenüber

der dunkleren Umgebung besonders in den

Vordergrund gestellt wird. Hinzu kommt eine flüssige

und unmittelbare Maltechnik, die darauf abzielt, eine

Art spontane emotionale Dringlichkeit zum Ausdruck

zu bringen.

Das vorliegende Werk gehört, laut Spadotto, zu einem

in der Andachtsmalerei zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert

beliebten Thema, da der Betrachter aufgerufen

war, die Verzweiflung Mariens und der Frauen

mitzuerleben. Dazu gehört auch ein Werk von Tizian,

das er jedoch nicht mehr beenden konnte und das

schließlich von Jacopo Palma d.J. vollendet wurde,

das sich heute in der Gallerie dell‘Accademia in Venedig

befindet. Offensichtlich ist in dem hier angebotenem

Werk auch der Einfluss von Jacopo Robusti,

besser bekannt als Tintoretto, spürbar. Rest., Retuschen,

Rahmenschäden.

Literatur:

vgl.: Marco Boschini, Le ricche minere della pittura

veneziana, Venezia 1674.

Der Autor Marco Boschini (1602-1681) war ein italienischer

Maler und Schüler von Jacopo Palma d. J.;

er veröffentlichte mehrere Publikationen über die

venezianische Malerei. (1320512) (18)

JACOPO PALMA THE YOUNGER ,

1548 VENICE 1628

LAMENT OVER THE DEAD CHRIST

Oil on canvas. Relined.

157 x 122 cm.

In gilded frame.

Accompanied by an expert’s report by Federica

Spadotto (copy available). .

€ 15.000 - € 20.000

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433

RÖMISCHER MEISTER

DER ERSTEN HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS

DER HEILIGE PETRUS IN EKSTASE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

75 x 59 cm.

In vergoldetem Kehlrahmen des 19. Jahrhunderts.

Vor dunklem Hintergrund das Bruststück des Heiligen

Petrus, welcher sich ekstatisch gegen das links auf

ihn zukommende Licht richtet. Wenige vereinzelte

Retuschen meist am Rand. (12214711) (13)

ROMAN SCHOOL,

FIRST HALF 17TH CENTURY

SAINT PETER IN ECSTASY

Oil on canvas. Relined.

75 x 59 cm.

In gilt, moulded 19th century frame.

With a few isolated retouches on the edges.

€ 8.000 - € 12.000

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434

ORAZIO BORGIANNI,

1574 ROM 1616 EBENDA, ZUG.

STUDIE EINES MÄNNERKOPFES

Öl auf Papier, auf Holzplatte.

42 x 31 cm.

In Nahsicht Kopf und Gesicht eines älteren Mannes

mit gesenktem Kopf, dunklen schütteren Haaren, einem

grauen Bart, die Augen wohl ganz geschlossen

sowie mit zusammengezogenen Augenbrauen und

faltiger Stirn. Das Licht fällt von rechts herab und beleuchtet

insbesondere die Stirn und eines Seite des

Bartes, während die rechte Gesichtshälfte des Mannes

verschattet bleibt. Malerei in der typischen Manier

des genannten Malers, insbesondere was die Art

der Wiedergabe der Augenbrauen betrifft. Das Gemälde

kan in Verbindung gebracht warden mit zwei

Arbeiten des Künstlers von Philosophen, aufbewahrt

im Museo di Casa Martelli in Florenz. Der Autor Papi

ordnet die Martelli-Philosophen in die Spätphase des

Malers, ca. 1608-1615, zu Teils rest.

Literatur:

Vgl. G. Papi, Orazio Borgianni, Edizioni dei Soncino,

1993.

Vgl. M. Gallo, Orazio Borgianni Pittore Romano

(1574-1616) e Francisco De Castro Conte di Castro,

Rom, 2006. (1280411) (18)

€ 8.000 - € 14.000

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93


435

ITALIENISCHER CARAVAGGIST

DES 17. JAHRHUNDERTS

APOLLON UND MARSYAS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

99,5 x 143,5 cm.

Ungerahmt.

Der hier dargestellte Marsyas-Mythos geht auf die

Sage verschiedener antiker Autoren wie etwa Herodot

oder Ovid zurück. Der Satyr Marsyas hatte die

Panflöte der Athene gefunden und erlernte deren

Spiel. Er war von seiner Kunst so überzeugt, dass er

schließlich Apollon zum Wettkampf forderte und diesem

jedoch unterlag. Apollon hängte ihn zur Strafe an

einen Baum und zog ihm bei lebendigem Leib die

Haut ab. Dargestellt ist hier der am Boden liegende

Satyr, gefesselt vor an einem dahinterstehenden

Baumstamm, und linksseitig über ihn gebeugt Apollon,

der ihm gerade die Haut am linken Arm abzieht.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht und aufgerissenem

Mund windet sich der am Boden liegende Marsyas.

Die am Vordergrund am Boden liegende Panflöte

deutet auf den vorher stattgefundenen Wettkampf

hin. Im Hintergrund rechts eine bergige Landschaft,

unter hohem Himmel, im Licht der untergehenden

Sonne. Dramatisch drastische Darstellung mit gekonnter

Lichtinszenierung. Rest., teils Retuschen.

(1321791) (18)

ITALIAN CARAVAGGIST OF THE 17TH CENTURY

APOLLO AND MARSYAS

Oil on canvas. Relined.

99.5 x 143.5 cm.

€ 10.000 - € 12.000

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436

GIOVANNI BATTISTA LANGETTI,

1625 GENUA 1676 VENEDIG, ZUG.

(ABB. LINKS)

DIE TRUNKENHEIT NOAHS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

117,5 x 167,5 cm.

In breitem profiliertem bronziertem Rahmen.

Beigegeben in Kopie eine Expertise von Mattia Vinco

vom 24. März 2018, welcher Vergleichsbeispiele, etwa

im Musée des Beaux Arts in Nîmes oder auch im

Musée des Beaux Arts et d‘Archéologie in Besançon

nennt.

Diagonal liegt Noah in komplizierter Haltung völlig

entblößt, den Blicken des Betrachters schutzlos ausgeliefert,

lediglich seine Scham wird durch ein großes

bedeutungsschwangeres Weinblatt bedeckt. Seine

Söhne Sem und Japhet wenden respektvoll ihren

Blick ab, während sie sich mit einem Gewand für

ihren Vater nähern, lediglich der dritte Sohn Cham

beugt sich witzelnd nach vorn und weist durch die

Form seines erhobenen Zeigefingers auf das, was dem

Bildbetrachter verborgen bleibt (1. Buch Mose 9, 20-

27). Der 1635 in Genua geborene Giovanni Battista

Langetti stellt den alten Körper Noahs in diesem ca.

1670 entstandenen Gemälde in heller Erleuchtung

dar mit reichem, den Muskeln und Falten geschuldetem

Schattenspiel.

Literatur:

Vgl. Marco Boschini, Anna Pallucchini, La carta del

navegar pitoresco, Rom und Venedig 1966, S. 576-578

und 626.

Vgl. Rodolfo Pallucchini, La pittura veneziana del

Seicento, Mailand 1981, S. 243-250.

Vgl. Lidia Bortolotti, In Dizionario biografico degli

Italiani, Rom 2004.

Vgl. Marina Stefani Mantovanelli, Giovanni Battista

Langetti. Il principe dei tenebrosi, Soncino 2011.

(13210716) (13)

€ 8.000 - € 10.000

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437

ITALIENISCHER MEISTER

DES 17. JAHRHUNDERTS

MÄRTYRER DARSTELLUNG MIT TRAUERNDEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

118 x 152 cm.

Das Gemälde zeigt auf der rechten Seite einen Märtyrer

vor seiner Hinrichtung, mit blauem Umhang über

seinem Rücken, vor der nackten Brust gekreuzten

Armen und mit traurigen glänzenden Augen bei leicht

geöffnetem Mund zum Himmel blickend. Im Hintergrund

rechts vor Landschaft ein Märtyrgerüst mit

Leiter. Linksseitig von ihm stehend mehrere Trauernde,

darunter eine Frau in langem hellblauem Gewand

und leuchtend rotem Mantel mit Handgestus auf ihn

einredend, daneben ein eleganter Herr in dunkelblauem

Gewand mit Turban sowie drei weitere Figuren

im Hintergrund. Malerei in überwiegend beige-brauner

Farbigkeit, durch das einfallende Licht von links

wird der Märtyrer und die rechte Seite der Frau besonders

hervorgehoben. Rest., teils Retuschen.

(13210726) (18)

€ 4.000 - € 6.000

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95


438

GIOVANNI BATTISTA BEINASCHI,

1636 FOSSANO 1688 NEAPEL

DER HEILIGE BARTHOLOMÄUS

Öl auf Leinwand.

96 x 71,5 cm.

Verso alter Papieraufkleber, (separat unter Acrylglas)

mehrzeilig franz. beschriftet, aus der Zeit der Provenienz

Comte de Miollis.

Dem Gemälde beigegeben eine ausführliche Expertise

von Francesco Pedrucci, Juli 2021.

Halbbildnis des Apostels in Lebensgröße. Vor dunklem

Hintergrund hebt sich die Gestalt, beleuchtet von

links oben, mit sichtbaren Spuren des Alters ab. Der

Oberkörper leicht geneigt, der Kopf kahl und graubärtig,

der Blick nachdenklich. Die rechte Hand, nahezu zur

Faust geballt, hält das Messer als Attribut des Heiligen,

der in Mesopotamien enthäutet worden sein soll.

Dieselbe kraftvolle Haltung des Messers hat Michelangelo

in seinem Bartholomäus im Jüngsten Gericht

in der Sixtinischen Kapelle vorgeführt. Ein Verweis auf

die Enthäutung des Märtyrers ist in vorliegendem

Bild wohl in der delikaten Zurschaustellung der Falten

der gealterten Haut des Oberkörpers angedeutet.

Der Tonigkeit der Farbgebung, und dem tenebrosen

Hell-Dunkel wird hier einzig das Blau im Manteltuch

entgegengesetzt. Den Stil finden wir bei einer Reihe

weiterer Künstler der Zeit, wie Mattia Preti, Guercino

oder Francesco Mola. Hier ist darüber hinaus eine

deutliche Nähe zu dem ebenfalls in Neapel wirkenden

Jusepe de Ribera festzustellen, vor allem zu dessen

Apostelbildnissen.

Wie viele andere seiner Zeitgenossen, ist auch Beinaschi

an mehreren Orten tätig gewesen, überwiegend

zwischen Rom und Neapel. So freskierte er das Mittelschiff

und die Kuppel von Sta. Maria degli Angeli

in Pizzofalcone, die Kuppel von Sta. Maria delle Grazie

in Caponapoli, um nur einiges zu nennen. Seit

den 1660er-Jahren beeinflusste er jüngere Maler wie

Francesco Solimena oder Paolo de Mattheis.

Werke seiner Hand befinden sich in zahlreichen zumeist

öffentlichen Sammlungen und Museen. A.R.

Provenienz:

(detaillierter Bericht in der Expertise) Sammlung

des del Duca di Frisa, 1680 (Neapel?).

Sammlung des Géneral Comte Sextius Alexandre

Francois de Miollis, ex Villa Miollis al Quirinale

(bedeutender großer Maler), publiziert 1814.

Danach Privatsammlung.

Literatur:

Francesco Petrucci, Vincenzo Pacelli, Giovan Battista

Beinaschi. Pittore barocco tra Roma e Napoli, Rom

2011.

Oreste Ferrari, Giovanni Battista Benaschi, in: Alberto

M. Ghisalberti (Hrsg.), Dizionario Biografico degli

Italiani, Bd. 8: Bellucci-Beregan, Rom 1966.

(1320784) (2) (11)

€ 9.000 - € 15.000

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439

CRISTOFANO RONCALLI,

1552 POMARANCE/ TOSKANA 1626 ROM, ZUG.

KRÖNUNG DER HEILIGEN KATHERINA VON SIENA

Öl auf Leinwand.

101,5 x 59,5 cm.

Beigegeben eine Expertise von Marco Ciampolini, mit

zahlreichen Vergleichsbeispielen und Detailvergleichen,

Siena, 26. März 2017.

In gestrecktem Hochformat ist die Heilige in Nonnenkleidung

kniend zu sehen, ihre Rechte demütig an die

Brust gelegt, die Linke aufmerksam erhoben. Ihr nach

oben gerichteter Blick gilt der erhöht auf einer Wolke

in hellem Licht erscheinenden Gestalt Jesu. In dessen

Händen eine Dornenkrone sowie ein goldener Kronreif.

Jesus vor heller Lichterscheinung umgeben von einem

Kranz schwebender Engelsköpfe. Rechts oben ein

großer, bekleideter Engel, der soeben Luzifer mit Fledermausflügeln

abwehrt, ein Verweis auf die Unverführbarkeit

der Heiligen. Am Boden ihre Attribute, Rosenkranz,

Gebetbuch und eine weiße Lilie als Symbol

ihrer Reinheit.

Der Maler, nach seinem Geburtsort auch „Il Pomarancio“

genannt, steht stilistisch zwischen Manierismus

und Frühbarock. Sein Nachruf nennt Florenz als die

Stadt, in der er seine Ausbildung erhielt. 1670/72 arbeitete

er in seiner Heimatstadt. 1576 entstand sein Altarbild

für den Dom von Siena, wonach er häufig Aufträge

erhielt. In Rom stand er in den Jahren 1582 bis 1583 im

Dienst des Papstes, um in der Galleria Gregoriana und

in den Loggien des Vatikans zu malen. Als eines seiner

Hauptwerke werden die Fresken der Sala del Tesoro

von 1605 bis 1609 in der Basilika von Loreto gesehen.

Ein vergleichbares Gemälde, vor allem in der Lichtführung,

die „Kommunion des Hl. Sylvester“ von 1605 bis

1615 schuf Roncalli für die Kirche San Silvestro, heute

im Museo Civico in Osimo. A.R. (13207813) (2) (11)

CRISTOFANO RONCALLI,

1552 POMARANCE/ TUSCANY 1626 ROME,

ATTRIBUTED

THE CORONATION OF SAINT CATHERINE OF SIENA

Oil on canvas.

101.5 x 59.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Marco Ciampolini,

with numerous comparative examples and

detail comparisons, 26 March 2017, Siena.

€ 12.000 - € 18.000

440

PHILIPP PETER ROOS,

UM 1655 1706 ROM, UMKREIS DES

(ABB. LINKS)

HÄNDLER MIT MULI UND TIEREN

Öl auf Leinwand. Doubliert auf Hartfaser.

80 x 117 cm.

In bergiger Landschaft ein Händler in einem einfachen

Gewand, das seinen muskulösen Oberkörper nur zum

Teil umhüllt; in seinen Händen ein glänzender roter Damaststoff,

mit dem er in vorgebeugter Haltung Ware

bedeckt. Rechts hinter ihm sein vollbepackter Muli mit

Körben und einer Fayence, auf dessen Rücken ein

Äffchen hockt. Vor dem Muli eine Anzahl von Tieren,

darunter eine Ziege, Schafe, zwei Hunde und Hühner.

Linksseitig mehrere Figuren, darunter eine rot gekleidete

Frau, die Ware auf ihrem Kopf und unter ihrem rechtem

Arm trägt, auf dem Weg zu einem im Hintergrund

liegendem Gebäude. Malerei in reduzierter Farbigkeit,

dabei der glänzende Stoff und die Tiere durch ihre Physiognomie

und weiße Körperpartien besonders hervorgehoben.

Teils rest., wenige Retuschen. (1300941) (18)

€ 2.000 - € 3.000

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97


441

HERMANN VAN SWANEVELT,

UM 1600 UTRECHT UM 1655 PARIS, ZUG.

LANDSCHAFT MIT HIRTEN, EINER KUH UND

EINEM KÜSTENDORF

Öl auf Leinwand.

Ca. 53 x 160 cm.

Nach seinen Lehrjahren in den Niederlanden reiste

Herman van Swanevelt nach Rom, wo er von 1629 bis

1638 lebte und schon bald einer der beliebtesten und

gefragtesten Spezialisten für Landschaftsdarstellungen

mit Figuren wurde. Seine Werke erscheinen in den

Inventarlisten vieler bedeutender Sammler jener Zeit.

Swanevelt arbeitete in Rom im regen Austausch mit

den flämischen Landschaftsmalern, den sogenannten

„Italianizzanti“, wie Both, Asselyn, Berchem oder

Poelenburgh, aber auch mit den großen französischen

Meistern wie Claude Lorrain und Gaspar Dughet. Das

vorliegende Gemälde zeigt genau diese Vermischung

von nordischen Stimmungen, klassischer Tradition und

mediterranen Landschaften, die Swanevelts Schaffen

charakterisieren. Das Werk gewinnt durch die Darstellung

der Felsen und der kleinen Waldung auf der linken

Seite, die weiße Kuh in der Mitte des Bildes, aber vor

allem durch das gleißende Licht in dem weitläufigen

Abschnitt, auf welchem im Hintergrund der Hafen und

blaue Berge zu sehen sind.

Das Gemälde kann mit folgenden anderen Werken

Swanevelts verglichen werden: „Paesaggio con ponte“

(Landschaft mit Brücke), „Paesaggio italiano con viandanti“

(Italienische Landschaft mit Wanderern), beide

Dulwich Picture Gallery in London, „Paesaggio con

pastori e armenti“ (Landschaft mit Hirten und Herden)

in der Galleria Doria Pamphili in Rom und „Paesaggio

con ponte e castello“ (Landschaft mit Brücke und

Schloss) im Museum der Schönen Künste in Budapest.

(†) (12821022) (11)

HERMAN VAN SWANEVELT,

CA. 1600 UTRECHT CA. 1655 PARIS, ATTRIBUTED

LANDSCAPE WITH SHEPHERDS, A COW AND A

COASTAL VILLAGE

Oil on canvas.

Ca. 53 x 160 cm.

Herman van Swanevelt travelled to Rome, where he

soon became one of the most favoured and popular

specialists for landscapes paintings with staffage figures;

Swanevelt worked in Rome in a lively exchange

with the Flemish landscape artists, but also with the

great French masters. The present painting shows exactly

this blend of Nordic ambiance, classic tradition

and Mediterranean landscapes, which are characteristic

of Swanevelts artistic work. (†)

€ 10.000 - € 15.000

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442

ALEXANDER KEIRINCX,

1600 ANTWERPEN 1652 AMSTERDAM

Der Maler war ab 1619 Mitglied der Antwerpener

Lukasgilde. Er stand in engem Kontakt mit Cornelis van

Poelenburgh (1586-1667) und begab sich 1638 nach

England, wo er Aufträge von König Karl I erhielt, um

eine Serie von englischer Ansichten zu malen. Seine

Landschaften stehen noch ganz unter dem Einfluss

des Jan Brueghel d.Ä. sowie des Paul Bril (um 1553/54-

1626), aber auch des Gillis van Coninxloo (um 1581-

1619/20).

LÄNDLICHE IDYLLE MIT GROSSEN BAUM-

GRUPPEN, STROHGEDECKTEN HÄUSERN

UND FIGURENSTAFFAGE

Öl auf Holz. Verso Parkettierklötze.

53 x 91 cm.

Mittig monogrammiert. Verso zwei rote Lacksiegel.

Das Gemälde, extrem querformatig angelegt, gehört

stilistisch noch in die Frühzeit der Arbeiten von Keirincx.

So ist auch hier der Einfluss Brueghels, mehr noch des

Paul Bril zu erkennen. Das Gemälde zeigt eine klare

Gliederung der Landschaft mit einer großen Baumgruppe

links, einem nahezu laublosen Baum in der

Bildmitte sowie einer weiteren, über den oberen Bildrand

hinauszudenkenden Gruppe von Eichenbäumen.

Im Vordergrund Kaskade eines Bachlaufes, über den

eine Brücke führt. Am Ufer eine junge Schäferin, die

ihre Füße ins Wasser hält. Die Figurenstaffage verlebendigt

die Landschaft, so zieht ein älteres bäuerliches

Paar in Begleitung eines Jagdhundes von

rechts auf die Brücke zu, hinterfangen von Distelgestrüpp,

das der Maler offensichtlich auch in allegorischer

Andeutung ins Bild gebracht hat. Eine weitere

Figur sitzt am Fuß der großen Baumgruppe links,

mit einem geschulterten Korb. Auch an den beiden

strohgedeckten Häusern links und rechts im Bild ist

fein gemalte Figurenstaffage zu erkennen.

(1282112) (11)

ALEXANDER KEIRINCX,

1600 ANTWERP 1652 AMSTERDAM

PASTORAL SCENE WITH LARGE GROUP OF TREES,

THATCHED HOUSES AND FIGURAL STAFFAGE

Oil on panel.

53 x 91 cm.

Monogrammed at centre. Two red lacquer seals on

the reverse.

The painting, laid out in an extremely horizontal format,

still belongs stylistically to Keirincx´s early work. Here,

too, the influence of Brueghel, and even more so of

Paul Bril, can be seen.

€ 15.000 - € 25.000

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99


443

JASPER VAN DER LANEN,

1592 1626, ZUG.

Der Maler war Schüler von Nicolaas Geerts und wurde

1615 Mitglied der Sankt Lukasgilde in Antwerpen. Zusammen

mit Abraham Govaerts (1589-1626) wirkte

er als Landschafter in Gemälden des Frans Francken

d. J. (1581-1642). Sein Stil erinnert noch stark an die

Malweise Pieter Brueghels d. Ä. (um 1525-um 1569).

GESANDTSCHAFT

Öl auf Kupfer, von Holz hinterlegt.

38,5 x 30 cm.

Gesandtschaft mit höfischem Reiter, Gefolgspersonen,

Hunden und Ausblick auf tieferliegende Stadt mit Turm

an einem Flussufer. (†) (12821024) (11)

€ 5.000 - € 7.000

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444

JAN TILENS,

1589 ANTWERPEN 1630 EBENDA, ZUG.

ZERKLÜFTETE WALDLANDSCHAFT MIT

CHRISTUSDARSTELLUNG

Öl auf Holzplatte. Parkettiert.

73,5 x 98 cm.

Im Mittelpunkt des Bildes steht der Wald mit seiner

Vielfalt an Baumarten in verschiedenen, fein abgestimmten

Grüntönen. Links auf einer Anhöhe erhebt

sich eine Burganlage, unterhalb derer ein Wasserfall

zum unteren Bildrand führt. In der Bildmitte, die durch

ihre hellen Weiß- und Beigetöne besonders hervorgehoben

wird, ist Christus in ein Gespräch mit einem

Einsiedler vertieft. Auffallend auch die vielen abgebrochenen

Bäume und Stämme, die seitlich ins Bild ragen

oder am Ufer des ins Tal fließenden Wasserfalls liegen.

Das Gemälde wird durch zwei Ziegen und eine Schafherde,

die auf Felsen und Anhöhen klettern, malerisch

belebt. Qualitätvolle Malerei in stimmungsvoller, harmonischer

Farbgebung. (†) (12821016) (18)

€ 4.000 - € 6.000

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445

ITALIENISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS

CAPRICCIO MIT DEM KOLOSSEUM IN ROM

Öl auf Leinwand. Doubliert.

67 x 110 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Unter hohem hellblauen Himmel einige Besucher beim

Betrachten von Überresten des antiken Roms. Auf der

linken Bildseite die Ruine eines antiken Tempels mit

korinthischen Säulen, dazwischen eine große weibliche

Statue, die aufmerksam und interessiert von einem

Besucher in blauer Hose, der sich auf einen Säulensockel

gelehnt hat, begutachtet wird. Dahinter, halb

stehend, ein großes steinernes Fries. Einige Treppenstufen

führen zu weiteren Gebäuderesten mit Rundbögen,

im Hintergrund das prachtvolle Kolosseum.

Die rechte Bildseite zeigt eine große Reiterstatue mit

einem stolzen Pferd, dahinter führt eine große Freitreppe

zu einem weiteren Tempel mit Säulen. Diverse

Architektur- und Säulenstücke liegen im Vordergrund

auf dem Boden. Interessante fantasievolle Komposition,

die das gesteigerte Besucherinteresse im 18. Jahrhundert

an der Antike wiedergibt. (1282113) (18)

€ 6.000 - € 10.000

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101


446

ANDREA LOCATELLI,

1695 ROM 1741, ZUG.

ARCHITEKTURCAPRICCIO MIT DEM TITUSBOGEN

UND DEM PETERSDOM

Öl auf Leinwand. Doubliert.

70 x 100 cm.

Malerischer Blick auf den großen Titusbogen, daneben

ein Rundbau und die in den Himmel ragende hohe

Trajanssäule, vor weiteren Rundbögen auf der linken

Seite, die den Blick auf das Meer freigeben mit einem

großen Segelschiff. Durch den Titusbogen hindurch ist

in der Ferne, im diesigen Licht der Sonne, die mächtige

Kuppel des Petersdoms erkennbar. Im Vordergrund

rechts die Reste einer beschädigten Brunnenanlage

mit funktionierendem Wasserspeier, bei dem eine

junge Frau in südländischer Kleidung Wasser geholt

hat, welches sie in einem großen Krug auf ihrem Kopf

trägt. Auf der Mitte auf einem Sockelstück kniend zwei

Männer mit Zeichenblock, die dabei von einem alten

Mann und einer Frau mit Kind beobachtet werden.

Das Gemälde gibt somit auf interessante Weise das

Interesse des 18. Jahrhunderts an den antikrömischen

Artefakten wieder. Qualitätvolle Malerei mit besonderer

Betonung von Licht- und Schattenverhältnissen

in reduzierter Farbigkeit. (12901021) (18)

ANDREA LOCATELLI,

1695 ROME 1741, ATTRIBUTED

ARCHITECTURE CAPRICCIO WITH ARCH OF TITUS

AND ST. PETER’S BASILICA

Oil on canvas. Relined.

70 x 100 cm.

Picturesque view of the large Arch of Titus with a circular

building next to it and Trajan´s Column reaching

high into the sky. High-quality painting that specially

emphasizes light and shade in reduced chromaticity.

€ 14.000 - € 20.000

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447

ANDREA LOCATELLI,

1695 ROM 1741, ZUG.

CAPRICCIO MIT DEM COLOSSEUM UND RUINEN

Öl auf Leinwand.

76,5 x 91,5 cm.

In sonnenbeschienener Landschaft die ganz dem

genannten Künstler entsprechende Komposition verschiedener

Ruinen, welche teils durch die von links

kommende Beleuchtungssituation verschattet, teils

im warmen Licht leuchten. Der sich dahinter erhebende

Hügel leitet in den weiten in Luftperspektive dargestellten

Hintergrund über, welchem das Collosseum

mit seinem Pflanzenbewuchs zwischengestellt ist.

Typisch für Locatelli ist sowohl die Komposition als auch

die leicht manieristische Gestik der Staffagefiguren

und die Farbigkeit ihrer Kleidung. (12901035) (13)

ANDREA LOCATELLI,

1695 ROME 1741, ATTRIBUTED

CAPRICCIO WITH COLOSSEUM AND RUINS

Oil on canvas.

76.5 x 91.5 cm.

€ 10.000 - € 14.000

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103


448

GIOVANNI PAOLO PANINI UND WERKSTATT,

1691 PIACENZA 1765 ROM

Gemäldepaar

ANTIKE TEMPELSÄULEN MIT FIGURENSTAFFAGE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Je 90 x 45 cm.

Eines der beiden Gemälde rechts unten

mono grammiert „I.P.P.“.

Beigegeben in Kopie ein Gutachten von Prof. Giancarlo

Sestieri, Rom, 1. Juli 2021, mit zahlreichen Vergleichsbeispielen

und dem Verweis auf die Autorschaft der

gesamten Bilderfindung von Panini und die ausführende

Mitwirkung seiner Werkstatt.

Die beiden als Gegenstücke gemalten, betont hochformatigen

Bilder präsentieren sich als typische

Grand Tour-Rom-Erinnerungen für das entsprechende

Sammlerklientel aus der adeligen oder großbürgerlichen

Gesellschaft. Auch Panini und seine Werkstatt

hatten für diese Anliegen und Interessen gearbeitet.

Im Nebeneinander der beiden Gemälde stehen die

Tempelsäulen jeweils links bzw. rechts im Bild. Der

Freiraum zeigt weiter hinten befindliche Bauten, über

denen der Wolkenhimmel Raum finden kann. In der

links zu positionierenden Ansicht ein Triumphbogen,

zwischen den Säulen die Cestius-Pyramide. Im Gegenstück

ist links der Säulen ein ruinöser Rundtempel gezeigt.

Die Versatzstücke beziehen sich überwiegend

auf die Ruinen des Forums in Rom, vor allem die Säulen

des Jupitertempels, aber auch auf weiter entfernt

liegenden Bauten.

Bereichert werden die Darstellungen jeweils mit Staffagefiguren.

Dabei fällt auf, dass es sich um interessierte

Gruppen handelt, die sich mit den antiken Artefakten

dozierend oder belehrend beschäftigen, was auch

dem Erinnerungsinteresse der Grand Tour entsprach.

So ist im linken Bild eine weiß gekleidete Predigerfigur

vor Zuhörern zu sehen, was auf die frühchristliche

Ära verweisen soll. Dagegen stehen im rechten Bild

drei Männer im Turban vor einem antiken Relief. Wohl

als dezenter Hinweis auf das Interesse auch fremdländischer

Besucher Roms, die nun mit der Bilderkultur

des Westens konfrontiert werden.

Die Einzelmotive der beiden Gemälde finden sich im

Werk Paninis mehrfach. Auch die Komposition mit

niedrigeren neben höherziehenden Gebäuden, um

Ausblicke zu schaffen, ist ein typisches Merkmal der

Bilder Paninis und seiner Werkstatt. Von besonderem

Reiz sind hier allerdings zudem die Darstellungen

durch zwei extrem hochformatige Pendants, was im

Oeuvre Paninis nur selten vorkommt. A. R.

Literatur:

In der Expertise zitiert: Ferdinando Arisi, Gian Paolo

Panini e i fasti della Roma del '700, Rom 1986.

(1280373) (2) (11)

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GIOVANNI PAOLO PANINI AND WORKSHOP,

1691 PIACENZA 1765 ROME

A pair of paintings

ANTIQUE TEMPLE COLUMNS WITH FIGURAL

STAFFAGE

Oil on canvas. Relined.

90 x 45 cm each.

One painting monogrammed lower right “I.P.P.”.

Accompanied by a copy of an expert´s report by

Professor Giancarlo Sestieri, Rome, dated 1 July

2021.

Literature:

Cited in expert´s report: F. Arisi, Gian Paolo Panini

e i fasti della Roma del'700, Rome, 1986.

€ 30.000 - € 40.000

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105


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449

MALER DES AUSGEHENDEN 18. JAHRHUNDERTS

GEMÄLDEPAAR MIT ANSICHTEN VON LONDON

Öl auf Leinwand.

Je 76 x 127 cm.

Die beiden Gemälde zeigen, in teils vereinfachter

Manier, großformatige Ansichten von London; das

erste Gemälde mit der Westminster Bridge über die

ruhige Themse, auf der mehrere Segelschiffe und

einige Boote zu sehen sind, darunter auch ein besetztes

Ruderboot mit elegant gekleideten Herrschaften

und der befestigten rot-weissen Flagge Englands. Im

Hintergrund die prachtvolle Kathedrale Westminster

Abbey unter hohem blauen Himmel mit großen Wolkenformationen,

durch die vereinzelt die Sonne auf

die Häuser der Stadt und fällt.

Das zweite Gemälde zeigt das berühmte Reiterstandbild

Charles I, das im Jahr 1633 gestaltet wurde, umgeben

von einem großen, mit Gebäuden der Stadt

umgebenen Platz mit nur wenigen eleganten, in barocker

Kleidung flanierenden Figuren. Linksseitig zudem

drei Pferdekutschen zu sehen. Das strahlende

Sonnenlicht fällt von links auf den Platz und wirft

deutliche Schatten. Stimmungsvolle Stadtveduten mit

hohem, wolkenreichem Himmel, die Harmonie und

Ruhe ausstrahlen. Eines mit kleinen Unterlegungen,

kleinere Retuschen, Rahmenschäden.

(13218835) (18)

PAINTER, LATE 18TH CENTURY

A PAIR OF PAINTINGS WITH VIEWS OF LONDON.

Oil on canvas.

76 x 127 cm each.

The two paintings show, partly in a simplified manner,

large-format views of London.

€ 25.000 - € 30.000

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107


450

FRANZ WERNER VON TAMM,

1658 HAMBURG 1724 WIEN

BLUMENSTILLLEBEN

Öl auf Leinwand. Dubliert.

65 x 48 cm.

In breitem profiliertem Holzrahmen.

Auf einer angedeuteten steinernen Tischplatte ein Gefäß

mit den Bildraum füllenden bewegt dargestellten

Blumen. Rosen, Mohn, Wicken, Lilien und Päonien

sind geschickt mit teils gewundenen Stielen kombiniert

und bieten eine Vielzahl von räumlich abwechslungsreich

gestalteten Eindrücken, die wie bei einem

Feuerwerk einerseits eine Verdichtung der Farben,

andererseits aber auch einzelne Farbmomente isoliert

im Raum darbieten.

Franz Werner von Tamm wurde in seiner Anfangszeit

durch Th. van Soesten und Johann Pfeiffer zum Historienmaler

ausgebildet. Später wechselte er thematisch

in die dekorative Blumen- und Früchtemalerei, wandte

sich 1685-1695 nach Rom und damit zu Mario Nuzzi,

genannt Dei Fiori.

Unter dessen Anleitung entwickelt er sich zu einem

Meister seines Faches. 1695 berief Leopold I den

Maler an den Wiener Hof, wo er den Ruf als einer der

führenden Vertreter in der Stilllebenmalerei erlangt

hat; sein Einfluss auf diese Kunstform wirkt im gesamten

18. Jahrhundert.

Das vorliegende Bild ist wohl in der Anfangszeit der

Wiener Hofmalerstellung entstanden, im Nachhall typischer

italienischer Dekorationsmalerei fokussiert

Tamm einzelne minutiös ausgeführte Blumen der

Komposition; der Effekt der „differenten Fokussierung“

führt zu einer räumlichen Tiefe des Bildes.

Die Fürstlich-Liechtensteinsche Galerie besitzt allein

24 (nach anderen Angaben 17) und die kaiserliche Gemäldegalerie

acht Werke Tamms. In Dresden ist er

mit zwei größeren und zwei kleineren Bildern, in

Schwerin und Prag mit je einem vertreten.

Anmerkung 1:

Dem Gemälde ehemals beigegeben ein Gutachten

von Ingvar Bergström nicht vorliegend (Lempertz

Lot 1088).

Anmerkung 2:

Ein vergleichbares signiertes Gemälde befindet sich

in der Hamburger Kunsthalle (Inv.Nr. 471).

Literatur:

Vgl. Hamburgisches Künstler-Lexikon, Bd. 1, Hamburg

1854, S. 261f.

Vgl. Friedrich Schlie, Beschreibendes Verzeichnis der

Werke älterer Meister in der Großherzoglichen Gemälde-Galerie

zu Schwerin, Schwerin 1882, S. 614.

Vgl. Die Historische Ausstellung der k.k. Akademie

bildender Künste in Wien 1877, Wien 1877, S. 267f.

Vgl. Eduard von Engerth, Kunsthistor. Sammlungen

des allerhöchsten Kaiserhauses. Gemälde. Beschreibendes

Verzeichnis Bd. III, Wien 1886, S. 241-244.

Vgl. Alfred Woltmann und Karl Woermann, Geschichte

der Malerei, Bd. III, 2. Hälfte, Leipzig 1888, S. 890.

Vgl. Hubert Janitschek, Geschichte der deutschen

Malerei, Berlin 1890, S. 580. (12805060) (13)

FRANZ WERNER VON TAMM,

1658 HAMBURG 1724 VIENNA

FLORAL STILL LIFE

Oil on canvas. Relined.

65 x 48 cm.

Literature:

cf. Hamburgisches Künstler-Lexikon, vol. 1, Hamburg

1854, p. 261ff.

cf. F. Schlie, Beschreibendes Verzeichnis der Werke

älterer Meister in der Großherzoglichen Gemälde-

Galerie zu Schwerin, Schwerin 1882, p. 614.

cf. Die Historische Ausstellung der k.k. Akademie

bildender Künste in Wien 1877, Vienna 1877, p. 267ff.

cf. E. von Engerth, Kunsthistor. Sammlungen des

allerhöchsten Kaiserhauses. Gemälde. Beschreibendes

Verzeichnis vol. III, Vienna 1886, pp. 241-244.

cf. A. Woltmann and K. Woermann, Geschichte der

Malerei, vol. III, 2nd half, Leipzig 1888, p. 890.

cf. H. Janitschek, Geschichte der deutschen Malerei,

Berlin 1890, p. 580.

€ 4.000 - € 6.000

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451

JAN PAUWEL GILLEMANS D. J.,

1651 ANTWERPEN 1704

FRÜCHTESTILLLEBEN MIT PUTTEN UND PAPAGEI

IN ANTIKER LANDSCHAFT

Öl auf Leinwand.

64,5 x 76,4 cm.

Die unterschiedlichsten Früchte in einem großen Gebinde,

das im Zentrum schräg nach rechts oben über

einen Tonkrug hinweg drapiert ist. Zwischen hellen

Trauben leuchten die Rottöne von Aprikosen, Granatapfel

oder Mandarinen hervor. Ein roter Ara sitzt bekrönend

auf einem antiken Sockel mit Widderköpfen und

darauf stehender Vase. Weitere landschaftliche Versatzstücke

sind ein Steinmonument mit Karyatiden,

sowie ein Palazzo im Hintergrund rechts. Belebung

durch drei Putten, die hell im Licht stehen, dabei

rechts ein rubeneskes Knäblein mit goldenen Locken.

Im Vordergrund ein Karnickelpaar sowie zwei Meerschweinchen,

die als alte Symbole für Fruchtbarkeit

wesentliche zur Deutung der Darstellung beitragen.

Von dem Maler Gillemans II. ist bekannt, dass er zunächst

bei seinem Vater Gillemans I., dann ab 1665/66

bei Joris van Son (1623-67) in Antwerpen lernte. 1702

wurde er Mitglied der Malergilde in Middelburg.

Seine Stillleben sind fast ausschließlich im Zusammenhang

mit antiken Landschaften, zumindest mit Versatzstücken

wie Vasen, Hermen oder Säulen komponiert.

Auffallend und charakteristisch ist das Zusammenfügen

der Früchte als schräg liegendes Gebinde. Die

Figuren in vielen seiner Bilder zeigen die Handschrift

des Amsterdamer Maler Peter Ykens (1648-1695).

Das Gemälde dürfte um 1680/90 in Antwerpen entstanden

sein. A.R. (13218830) (11)

JAN PAUWEL GILLEMANS THE YOUNGER,

1651 ANTWERP 1704

FRUIT STILL LIFE WITH PUTTI AND PARROT

IN ANCIENT LANDSCAPE

Oil on canvas.

64.5 x 76.4 cm.

€ 20.000 - € 30.000

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Detailabbildung

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111


452

ORSOLA MADDALENA CACCIA,

1596 MONCALVO 1666 EBENDA, KREIS DER

BLUMENSTILLLEBEN MIT KÜRBIS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

57 x 69 cm.

Auf einer großen rot-braunen Platte, vor hellerem

bräunlichem Hintergrund stehend, drei prachtvoll bemalte

Vasen mit diversen Blumen. Im Zentrum eine

silberne Henkelvase, die mit einem geflügelten Putto

bemalt ist. In ihr ein kleines Arrangement mit weißen,

rosafarbenen und roten Nelken sowie gelb-orangen

Klein blütlern. In der etwas kleineren, rechts daneben

stehenden bauchigen, silber glänzenden Vase, die mit

Volutendekor bemalt ist, der hohe Zweig einer weiß

blühenden Kamelie. Am linken Rand schließlich eine

weitere Vase, deren Korpus jedoch durch einen großen

orangefarbenen Kürbis verdeckt wird, von dem eine

Scheibe mit orangefarbenem Fruchtfleisch und Kernen

am unteren Rand liegt. In der Vase selbst ein großer

Zweig mit weißen Lilienblüten, die auch als Mariensymbol

gelten. Feine harmonische Malerei, die Blumen

in weißer Farbigkeit vor dem dunkleren Hintergrund

besonders hervorgehoben. Teils rest., teils Retuschen.

ORSOLA MADDALENA CACCIA,

1596 MONCALVO 1666 IBID., CIRCLE OF

FLOWER STILL LIFE WITH PUMPKIN

Oil on canvas. Relined.

57 x 69 cm.

€ 10.000 - € 12.000

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Anmerkung:

Die Künstlerin war eine italienische Malerin des Manierismus

und christliche Nonne. Sie malte religiöse

Bilder, Altarbilder und Stillleben. So könnten auch die

gemalten Blumen, insbesondere die Lilie, damit in

Verbindung stehen. (1321166) (3) (18)

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453

ITALIENISCHER MALER DES

18./ 19. JAHRHUNDERTS

PRUNKSTILLLEBEN MIT GRANATÄPFELN

UND KRUSTENTIEREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

110 x 135 cm.

In breitem vergoldetem Rahmen.

In einem Innenraum vor fast schwarzem Hintergrund

mit zur rechten Seite gerafft hängenden rotem Vorhang

das üppige Prunkstillleben auf einer Platte. Im

Zentrum eine Schale gefüllt mit saftig orange-rot

leuchtenden Pfirsichen, Äpfeln und mehreren Traubenrispen,

rechts daneben eine silberne, glänzende

Tazza mit roten Trauben und Zitronen, linksseitig ein

mit Randnieten verzierter dunkler Kasten, auf dem

ein großer Weinrebenzweig mit Blättern liegt, ein gefülltes

Weinglas mit Noppen mit Spiegelungen eines

Fensters, und davor stehend eine silberne Platte mit

einem leuchtend rotem Hummer. Weitere Früchte

wie Birne und Granatäpfel sind am vorderen Rand auf

der Tischplatte erkennbar, die auch Spiegelungen aufweist.

Malerei mit reicher Wiedergabe der Früchte

bei starker Hell-Dunkel-Differenzierung. (1321321)

(3) (13)

ITALIAN SCHOOL,

18TH/ 19TH CENTURY

MAGNIFICENT STILL LIFE WITH POMEGRANATE

AND CRUSTACEANS

Oil on canvas. Relined.

110 x 135 cm.

€ 15.000 - € 18.000

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113


454

RICHARD WILSON,

1713/14 1782

LANDSCHAFT AM LAGO D‘AVERNO MIT TANZENDEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

94 x 131 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Anbei in Kopie ein Gutachten von Patrizia Caretto,

Turin, 5. 12. 2007.

Weite Landschaft mit im Mittelgrund befindlichem

See während sich rechts im Vordergrund ganz dem

arkadischen Zeitgeist verpflichtet eine Menschengruppe

in antikisierender Kleidung befindet, die in ihrem

Tanz den ruhigen Grundton des Gemäldes bricht,

ihn jedoch auf diese Weise auch bestätigt. Der See

war im 18. und auch noch im 19. Jahrhundert ein populäres

Motiv der romantischen Landschaftsmalerei

zum Beispiel war er auch für Hackert ein beliebtes

Motiv und war schon bei Vergil der Eingang in die

Unterwelt. Den arkadischen Bezug ermöglichte nicht

zuletzt die antike Bebauung, so ist etwa ein Apollo-

Tempel noch als Ruine erhalten, der den Zeitenbezug

ermöglicht.

RICHARD WILSON,

1713/14 1782

LANDSCAPE AROUND LAGO D’AVERNO WITH

FIGURES DANCING

Oil on canvas. Relined.

94 x 131 cm.

Accompanied by a copy of the expert’s report by

Patrizia Caretto, Turin, 5 December 2007.

Literature:

cf. Luke Herrmann, British Landscape Painting of

the 18th century, London 1973.

cf. Pittura inglese 1660-1840, exhibition catalogue,

Palazzo Reale, Milan 1975.

cf. Ellis Waterhouse, The Dictionary of British 18th

Century Painters, Woodbridge 1981.

€ 14.000 - € 18.000

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Literatur:

Vgl. Luke Herrmann, British Landscape Painting of

the 18th century, London 1973.

Vgl. Pittura inglese 1660-1840, Ausstellungskatalog,

Palazzo Reale, Mailand 1975.

Vgl. Ellis Waterhouse, The Dictionary of British 18th

Century Painters, Woodbridge 1981. (1321222) (4)

(13)

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455

JAN PEETERS D. Ä.,

1624 1678

KÜSTENLANDSCHAFT IM WINTER MIT

BURGFELSEN UND VON RENTIEREN

GEZOGENEN SCHLITTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

57 x 81 cm.

Rechts unten signiert und datiert „I. Peeters 1668“.

In schwarzem Flammleistenrahmen.

Blick von erhöhtem Standpunkt auf das zugefrorene

Küstenufer mit ankernden, teils beflaggten holländischen

Schiffen und einer prächtigen Fregatte. Zahlreiche

Figuren bevölkern das Ufer, darunter von Rentieren

gezogene Schlittenfahrer und zwei Figuren, die

ein großes Loch ins Eis geschlagen haben, um ihrer

Angelleidenschaft nachzugehen. Nach links die stürmische

See unter hohem aufklarendem Himmel,

während rechts auf einem hohen Felsen der schneebedeckte

Weg zu einer Burg führt. Rechtsseitig im

Vordergrund zudem ein großer Schlitten unterhalb eines

fast kahlen Baumes, dessen Besitzer die vorgespannten

Tiere anzutreiben sucht. Rest., teils Retuschen.

(1320617) (1) (18)

JAN PEETERS THE ELDER,

1624 1678

COASTAL WINTER LANDSCAPE WITH CASTLE

ROCK AND SLEIGH PULLED BY REINDEERS

Oil on canvas. Relined.

57 x 81 cm.

Signed “I. Peeters 1668” lower right and dated.

€ 18.000 - € 20.000

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115


456

MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

NACH CLAUDE LORRAIN (1600 1682)

FLUSSLANDSCHAFT MIT HAFEN

UND LEUCHTTURM

Öl auf Leinwand. Doubliert.

80 x 135 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Unter hohem Himmel im warmen gelblichen Licht

der untergehenden, sich teils im Wasser spiegelnden

Sonne ein großer südlicher Hafen. Linksseitig die

Landseite mit Gebirgszug und am Ufer ein hoher steinerner

Rundturm; unterhalb von diesem ein im Trockenen

stehender Schiffsrumpf. Im Wasser selbst einige

prächtige ankernde Dreimaster sowie mehrere ankernde

Boote und zahlreiche Figuren, die auch am Ufer rand

der rechten Seite zu sehen sind. Als Repoussoir dient

am rechten Bildrand ein großer bewachsener Baum,

von dem einige Äste zum Himmel herausragen. Im

Hintergrund rechts zudem ein hoher Leuchtturm, umgeben

von Schiffen, im gelblichen Licht. Stimmungsvolle

harmonische Malerei mit vielen Details. Kleine

Retuschen, Rahmenschäden. (1320246) (18)

PAINTER OF THE 17TH CENTURY,

AFTER CLAUDE LORRAIN (1600 1682)

RIVERSCAPE WITH HARBOUR AND LIGHTHOUSE

Oil on canvas. Relined.

80 x 135 cm.

€ 12.000 - € 15.000

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Ausschnitt des Gemäldes

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117


457

HENDRICK STAETS,

TÄTIG 1630 BIS 1660, ZUG.

SCHIFFBRUCH VOR FELSIGER KÜSTE

Öl auf Holz.

62,5 x 82 cm.

In der unteren Mitte trägt die Tafel ein Monogramm

mit einer Datierung „BP/ 1639“.

Ungerahmt.

Das Gemälde ist beim RKD in Den Haag unter der

Nummer „1001661034“ registriert. Laut Laurens

Schoenmaker vom RKD, Den Haag (06/19), ist das

Gemälde möglicherweise von Hendrick Staets. Der

Künstlername „Bonaventura Peeters“ wurde abgelehnt.

Auf gischtig aufpeitschender hoher See ein beflaggtes

Segelschiff, dessen Mannschaft vergeblich gegen

die Wellen ankämpft und das gerade auf einen Felsen

aufläuft und Schiffbruch erleidet. Ein abgebrochener

Mast schwimmt bereits im Vordergrund im Wasser.

Über diesem Ereignis der darüber verdunkelte dramatisch

bewölkte Himmel, der nach links aufklart und

Sonnenlicht zum Vorschein kommen lässt. Linksseitig

ein weiteres Schiff mit holländischer Flagge im bewegten

Wasser. Qualitätvolle Malerei mit hohem Himmel,

der fast Dreiviertel des Bildes einnimmt, mit der Darstellung

eines Naturereignisses. Teils Retuschen.

(13206111) (1) (18)

€ 7.000 - € 9.000

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458

GEORG FLEGEL,

1566 OLMÜTZ 1638 FRANKFURT AM MAIN,

WERKSTATT DES

STILLLEBEN MIT TRAUBENPOKAL, ZWIEBEL,

BROT, HERING, MESSER UND APFEL

Öl auf Holz.

21,8 x 27,5 cm.

In vegetabil dekoriertem teilvergoldetem Rahmen.

Wir danken Herrn Fred Meijer für die Zuschreibung an

die Werkstatt von Flegel und die Datierung des vorliegenden

Werkes auf um 1630. Der darstellte Hering

ist typisch vor allem für die niederländische Tafelmalerei

des 17. Jahrhunderts auf sogenannten „Ontbijtes“

also Frühstücksstillleben.

Angedeutete Tischplatte mit rundem Schneidbrett sowie

auf einem angeschnittenen Hering und Brotscheiben

liegendem Messer, welches eine aufsteigende

Diagonale in der Bildkomposition darstellt. Dahinter

ein Apfel. Auf der rechten Seite, als Gegengewicht,

ein Traubenpokal in Vermeil mit abgenommenem Deckel

und angedeuteter, in dem Gefäß liegender Flüssigkeit

sowie eine dahinter liegende geschlossene

Zwiebel.

Verso mit altem Etikett der Rahmenhandlung Lebrun

mit der Nummerierung „2838“ sowie weiterer Rahmennummer

C (Cadre 2838). Der Malgrund verso mit

dem Rest zweier Lacksiegel sowie handschriftlichem

Vermerk „Adrian Jansn“.

Provenienz:

Galerie Heim, Paris, verkauft dort August 1961.

Riechers Collection Frankreich.

Literatur:

Vgl. Kurt Wettengl, Georg Flegel. 1566 - 1638. Stilleben,

Stuttgart 1993.

Vgl. Anne-Dore Ketelsen-Volkhardt, Georg Flegel.

1566 - 1638, München/Berlin 2003. (1320044) (13)

GEORG FLEGEL,

1566 OLMÜTZ 1638 FRANKFURT AM MAIN,

WORKSHOP OF

STILL LIFE WITH GRAPE GOBLET, ONION,

BREAD, HERRING, KNIFE AND APPLE

Oil on panel.

21.8 x 27.5 cm.

Our special thanks to Mr Fred Meijer for the attribution

to the workshop of Flegel and for dating the

present work to ca. 1630.

Provenance:

Galerie Heim, Paris, sold there in August 1961.

Riechers Collection, France.

€ 12.000 - € 16.000

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119


459

FILIPPO ABBIATI,

1640 MAILAND 1715

SALOMON WIRD ZUM GÖTZENDIENST VERFÜHRT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

117 x 146 cm.

In geschnitztem blattwerkreliefiertem Rahmen.

Die Darstellung nimmt auf das Alte Testament, 1. Könige

11,1-8 Bezug. Laut Bibel hatte Salomon 700 Hauptfrauen

und 300 Nebenfrauen, die ihn in fortgeschrittenem

Alter dazu verleiteten, fremde Götter anzubeten,

weshalb Gott seiner Familie einen Großteil seines

Reiches nahm. Typisch für Abbiati sind die nah an den

Betrachter herangerückten Figuren vor dunkler Hintergrundfolie,

die im Geschmack des Chiaroscuro seiner

Zeit in ihren wesentlichen Partien dem Betrachter

entgegenleuchten.

FILIPPO ABBIATI,

1640 MILAN 1715

SOLOMON LED TO IDOLATRY

Oil on canvas. Relined.

117 x 146 cm.

Literature:

The present painting or the second version with

slightly different dimensions is probably shown in:

Filippo Maria Ferro, Marina Dell´Omo, Filippo Abbiati

regista del barocco in Lombardia, Novara 2018, pp. 139,

249.

€ 8.000 - € 10.000

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Literatur:

Wohl dieses oder die zweite Version mit leicht variierenden

Maßen in: Filippo Maria Ferro, Marina Dell‘

Omo, Filippo Abbiati regista del barocco in Lombardia,

Novara 2018, S. 139, 249. (1320781) (2) (13)

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460

ALESSANDRO MAGNASCO,

UM 1667 GENUA 1749, ZUG.

IM INNERN EINES GROSSEN GEWÖLBES

MIT FIGUREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

98 x 122 cm.

Blick in ein weitverzweigtes Gewölbe mit Rundbögen,

Säulen und diversen Nischen. Nur durch den linken

große Bogen ist eine Landschaft mit verschwindender

Abendsonne erkennbar. Im Vordergrund zahlreiche

Männer, Frauen und Kinder bei unterschiedlichen

Tätigkeiten: rechts eine sitzende Frau, die einen Mann

am Rücken verarztet; hinter ihnen sind ein stehendes

Gewehr, eine Kanone und aufgehängte glänzende

Rüstungsteile zu finden. Oberhalb von ihnen stehen

zwei Tische, davon einer mit Figuren beim Spiel, das

aufmerksam von einer Frau und Kindern verfolgt wird.

Besonders auffallend ein Mann mit rotem Hemd, auf

dessen Schultern ein Affe sitzt. Auf der linken Bildseite

ein umgedrehtes Fass mit Kartenspielern, darunter

ein Mädchen und ein Pfeife rauchender Mann mit

Kleinkind auf seinem Schoss. Am Rand des Vordergrundes

ein Junge mit einem Hund spielend und

mehrere Töpfe und Schalen, sowie eine weitere große

Kanone. Virtuose, lockere Pinselführung, der Hintergrund

überwiegend in Brauntönen gehalten, unter

den aufleuchtenden Farben lediglich Blau, Rot und

Weiß in der Kleidung der dargestellten Figuren. Die

Beleuchtung wie bei dem genannten Maler üblich

in nahezu unwirklicher, geheimnisvoller Atmosphäre.

Rest., teils Retuschen, Rahmenschäden.

Literatur:

Vgl. Benno Geiger, Magnasco, Bergamo 1949.

(1320267) (18)

ALESSANDRO MAGNASCO,

CA. 1667 GENOA 1749, ATTRIBUTED

LARGE VAULTED INTERIOR

WITH FIGURES

Oil on canvas. Relined.

98 x 122 cm.

€ 23.000 - € 25.000

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121


461

CRISPIN VAN DEN BROECK,

UM 1524 MECHELEN VOR 1591 ANTWERPEN

HEILUNG EINES BLINDEN

Öl auf Holz. Teils parkettiert.

76 x 93,5 cm.

Beigegeben ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen,

31. Mai 2022 (im Original vorliegend).

Die dargestellte Erzählung, ist eine Wundergeschichte

der Bibel nach dem Johannes Evangelium (Joh. 9,1

bis 41). Die Geschichte erzählt wie Jesus mit seinen

Jüngern an einem Blindgeborenen vorrüber geht und

von ihm gefragt wird, wer denn schuld an der Blindheit

dieses Mannes sei. Jesus antwortet, dass an

ihm Gottes Werk offenbart werden soll und heilt ihn.

Es folgt ein Streitgespräch mit einigen Pharisäern, da

die Heilung an einem Sabbat stattgefunden hat. Die

Titelgebende Heilung wird im oberen rechten Bildfeld

eher klein dargestellt. Im Vordergrund rechts zwei

Frauen, die linke in ocker- farbenen Gewand mit einem

Kind spielend, während die rechte aus einem großen

Krug trinkt; beide scheinen völlig unbeeindruckt vom

Wunder der Blindenheilung zu sein, obwohl sie von

dem am rechten Bildrand stehenden Mann, als auch

von einer linksseitig stehenden Marktfrau per Fingerzeig

darauf hingewiesen werden. Links am Boden

stehend ein großer Korb, gefüllt mit Früchten, Gemüse

und einer Gans, sowie daneben am Boden weitere

Gemüsesorten und ein großer Krug, wohl der stehenden

Marktfrau mit Hut gehörend. Links von ihr

drei weitere Männer davon einer in Rückenansicht

mit auffallend rotleuchtendem Umhang. Oben links

fällt der Blick in die Weite einer angedeuteten bergigen

Lanschaft mit darüberliegendem hellblauen Himmel.

Vor dem überwiegend beige-braunen felsigen

Hintergrund, wirken die dezent farbigen Gewänder

der gezeigten Figuren als auch die weißen Kopfbedeckungen

der beiden Frauen im Vordergrund durchaus

harmonisch.

Der Künstler hat sich sowohl in seinen Gemälden als

auch in einer Vielzahl seiner Stiche überwiegend mit

den christlichen Themen des alten und neuen Testament

auseinandergesetzt. Vorallem in seinen Vielfiguren

Gemälden finden immer verschiedene Themen

gleichzeitig statt. Rest., Retuschen. (13216112) (18)

CRISPIN VAN DEN BROECK,

CA. 1524 MECHELEN BEFORE 1591 ANTWERP

CHRIST HEALING THE BLIND MAN

Oil on panel. Partially parquetted.

76 x 93.5 cm.

Accompanied by the original expert’s report by

Dr Klaus Ertz, Lingen, dated 31 May 2022.

€ 14.000 - € 16.000

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462

HENDRIK GOVAERTS,

1669 1720

JUNGE FRAU BEIM BESUCH EINES ARZTES

UND ALCHEMISTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

60 x 83 cm.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. Dr. h. c. Jan

de Maere, Rambrouch, 15. Mai 2022.

Großer, mit zahlreichen Gegenständen eingerichteter

Raum mit einem sitzendem Arzt, vor dem ein runder

Tisch mit einer farbenfrohen Decke steht, auf dem

sich ein großes aufgeschlagenes Buch und mehrere

Gefäße befinden. Der Arzt beugt sich zurück und

wendet sich mit erhobenen, mit Urin gefülltem Glas

einer jungen Frau zu, um sie mit traurigem Blick und

ausgeprägtem Handgestus über die Schwangerschaft

zu informieren. Rechts des Mannes die Mutter der

jungen Frau mit schwarzem Hut und äußerst kritischem

Blick. Hinter der Gruppe ein Schrank mit mehreren

gefüllten, unterschiedlich großen abgedeckten

Gefäßen, während nach links durch ein hohes Fenster,

vor dem eine Büste steht, der Blick nach draußen

führt. Auf dem Boden des Vordergrunds verteilt erneut

diverse große und kleine Ton-, Keramik- und Glasgefäße

sowie ein kleines springendes Hündchen. Von rechts

ein Junge mit rotem Barett, der den Anwesenden eine

Deckelschale bringt. In der Mitte des Hintergrunds, in

der Nähe einer Tür- und Fensteröffnung, ein großer

stehender Globus mit Tierkreiszeichen. Im Hintergrund

rechts mehrere Männer an einem großen Kamin, mit

verschiedenen Gerätschaften arbeitend. Malerei, bei

der die Untersuchung des jungen schwangeren Mädchens

im Vordergrund steht, in überwiegend beigebraunen

und rötlichen Farbtönen mit vielen Details.

Anmerkung:

Thema des Gemäldes ist der Arztbesuch; Diabetes

war schon damals als Volkskrankheit bekannt. Ärzte

untersuchten den Urin, um seine verschiedenen

Aspekte zu beurteilen, sie mussten ihn sogar probieren.

Dies ist ein bedeutender Aspekt auf dem

vorliegenden Gemälde, bei der Untersuchung des

jungen schwangeren Mädchens. (1321604) (18)

€ 9.000 - € 12.000

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123


463

JAN FYT,

1611 ANTWERPEN 1661 EBENDA, ZUG.

JAGDSTILLLEBEN MIT COCKER SPANIEL

UND ERLEGTEM WILD

Öl auf Leinwand.

41 x 56 cm.

In dekorativem vergoldetem Rahmen.

Vom unteren Rand des Gemäldes ragt der Kopf eines

Cocker Spaniel mit braunem Fell und weißer Schnauze

nach oben; er beschnuppert und schaut aufmerksam

auf erlegte Vögel, die nach rechts wohl auf einem

Baumstumpf liegen. Die Tiergruppe in abendlicher

weiter Landschaft, von der links hinten von der untergegangenen

Sonne noch schwach erleuchtete Wolken

zu sehen sind. Rechts hinten wohl in einem Korb ein

Gerät mit Tragebügel, möglicherweise ein Jagdbeutekasten.

Komposition, bei der die Tiere durch teils weiße

Farbgebung besonders hervorgehoben werden. Teils

Rahmenschäden. (1320619) (1) (18)

€ 6.000 - € 8.000

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464

FRANS FRANCKEN D. J.,

1581 ANTWERPEN 1642 EBENDA,

UND WERKSTATT

DAS FESTMAHL DES BELSAZAR

Öl auf Holz.

42 x 59 cm.

Die Darstellung illustriert die altbiblische Szene aus

dem Buch Daniel (Dan 5,30-31). Danach hat der babylonische

König Belsazar die aus dem Jerusalemer

Tempel geraubten goldenen Gefäße für ein großes

Festmahl herbeibringen lassen und dabei den jüdischen

Gott gelästert. Da erschien an der Wand eine

geisterhafte Hand und schrieb: „Mene tekel u pharsin“

(Deine Tage sind gezählt und dein Recht wird

den Persern übergeben). Das Thema wurde in der

Kunst vielfach behandelt, so auch von Rembrandt.

Hier ist der große Saal annähernd mit den tausend in

der Bibel genannten Gästen gefüllt. Die Szene durch

seitliche rote Vorhänge bühnenhaft aufgefasst. Theatralisch

auch die Beleuchtung, die links den Tisch des

Herrschers mit seinen Frauen und seinem Sohn ins

Licht setzt, rechts gegenüber der Prophet Daniel, hier

ebenfalls zeitgemäß mit Turban, ernsten Blickes, mit

einem Stab in der Hand. Eine frühere Deutung sieht

den am Tisch sitzenden jungen Mann als Daniel, was

insofern nicht stimmig ist, als Daniel sich nicht an den

Tempelgefäßen versündigt haben würde. An der

dunklen Rückwand des Saales oben die Hand, die

hinter einer Wolke erscheint. Der Legende gemäß

starb Belsazar noch in selbiger Nacht (siehe auch

Heinrich Heines Ballade). A.R.

Anmerkung 1:

Eine signierte Version wurde bei Koller in Zürich 2011

verauktioniert. Eine weitere Fassung der Werkstatt

befindet sich im Museum Les Augustins in Toulouse,

weitere im Museum Poitiers und in der Chartreuse

Douai.

Anmerkung 2:

Das Gemälde wurde früher fälschlich als „Esther bei

Ahasver“ gedeutet. (1321603) (11)

FRANS FRANCKEN THE YOUNGER,

1581 ANTWERP 1642 IBID., AND WORKSHOP

THE FEAST OF BELSHAZZAR

Oil on panel.

42 x 59 cm.

€ 20.000 - € 25.000

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125


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465

VENEZIANISCHE SCHULE

BRUSTBILDNIS DER HEILIGEN MARIA

MAGDALENA, KOPIE NACH GIOVANNI BELLINI

Öl auf Holz.

24 x 23,5 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Vorliegend ein Untersuchungsbericht von Univ.-Prof.

Dipl.-Ing. Dr. Manfred Schreiner, Wien, vom April 2022.

Die Dargestellte nach links mit schulterlangem, leicht

gewelltem rot-braunem Haar in einem Kleid, das am

oberen Rand mit wertvollen Schmuckstücken verziert

ist. Sie hat ein weiches Inkarnat, einen wohlgeformten

Mund und blickt mit ihren dunklen Augen nachdenklich

aus dem Bild heraus. Qualitätvolle Darstellung in

der Art des Giovanni Bellini (1430-1516), mit gekonnter

Licht- und Schattensetzung. Retuschen.

Anmerkung:

Das Gemälde zeigt Maria Magdalena und ist eine

Ausschnitt-Kopie des Werkes „Jungfrau und Kind

mit der heiligen Katharina und Maria Magdalena“.

Das Originalgemälde von Giovanni Bellini befindet

sich in der Gallerie dell´Accademia, Venedig.

(1270444) (18)

SCHOOL OF VENICE

HALF-LENGTH PORTRAIT OF SAINT MARY

MAGDALENE, COPY AFTER GIOVANNI BELLINI

Oil on panel.

24 x 23.5 cm.

In magnificent gilt frame.

Enclosed technical analysis by Prof Dr Manfred Schreiner,

Vienna, dating April 2022.

High-quality depiction in the style of Giovanni Bellini

(1430-1516), with skilful chiaroscuro. With minor retouching.

Notes:

The painting depicts Mary Magdalene. The original

by Giovanni Bellini is held at the Gallerie dell’Accademia

in Venice.

€ 13.000 - € 15.000

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466

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

WALDLANDSCHAFT MIT RÄUBERSZENE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

39 x 69 cm.

Im Zentrum einer bergigen Waldlandschaft sieht man

einige behelmte Räuber, wie sie gerade zwei Reisende

auf Pferden mit ihren Gewehren und Schwertern

überfallen. Neben dem Überfallenden in der Mitte liegt

bereits rechts daneben am Boden einiges Raubgut.

Im Vordergrund, ebenfalls behelmt mit teils roter Kleidung,

zwei weitere Räuber zu erkennen. Nach links

im Inneren des bis zum Himmel reichenden hohen

Waldes ist ein Reiter geflohen, während ein Weiterer

im weißen Hemd wohl auch den Räubern entfliehen

konnte. Nach rechts eine steinige Landschaft mit einem

Hirschen unter hohem grau-weißem Himmel.

Malerei in überwiegend grüner und türkis-grüner Farbgebung,

aufgelockert durch einige rote Kleidungsstücke

und die rot-bräunliche Farbe eines alten großen

Baumes, teils mit abgebrochenen Ästen auf der linken

Seite. Kleine Retuschen, kleine Rahmenschäden

mit Wurmlöchern. (1321227) (4) (18)

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY

FOREST LANDSCAPE WITH ROBBER SCENE

Oil on canvas. Relined.

39 x 69 cm.

€ 9.000 - € 12.000

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127


467

BALTHAZAR VAN DEN BOSSCHE,

1681 ANTWERPEN 1715 EBENDA, ZUG.

IN DER KUNSTAKADEMIE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

59 x 50,5 cm.

Ungerahmt.

Das Gemälde zeigt eine Loggia mit einem von der

Mitte nach rechts führenden gerafften dunkelgrünen

Vorhang, während nach links, an den Säulen vorbei,

der Ausblick auf eine weite Landschaft unter blauem

Himmel mit weißen Wolken fällt. In der Mitte der

Lehrer in rot-blauer Kleidung mit Kopfbedeckung, unter

seinem Arm eine Zeichenmappe haltend und mit

der Linken auf eine große Skulptur verweisend, die auf

einem Rundsockel steht und den Merkur nach Giambologna

wiedergibt. Seitlich des Lehrers ein Schüler,

der ihm gerade eine Zeichnung zeigt, und im Vordergrund,

auf einer Bank sitzend, ein weiterer junger

Akademieschüler, auf dessen Schoß eine Reihe von

Zeichenblättern liegen, während er sich mit seinem

linken Arm auf eine weiße Marmorbüste abstützt.

Im Vordergrund, am Boden selbst, weitere Objekte

für das Studium, darunter drei Büsten und am rechten

Rand ein roter Mantel und ein Dreispitz für die

Gestaltung von Figuren. Ein kleiner Hund belebt im

Vordergrund die Szenerie. Fantasievoll gestaltetes

Atelier, das malerisch einen Eindruck über die Möglichkeit

des menschlichen Kunstschaffens vermitteln

soll. Minimale Retuschen. (13218829) (18)

€ 7.000 - € 9.000

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468

NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

DES 17. JAHRHUNDERTS

STILLLEBEN MIT VIOLINE

Öl auf Leinwand.

76 x 63,5 cm.

Gerahmt.

Auf einer Steinplatte, die teils von einem drapierten

Tuch bedeckt ist, steht im Mittelpunkt eine Zinnkanne

mit Deckel und Porzellanschale. Daneben das Musikinstrument

mit aufgeschlagenem Notenheft, eine

Flöte, ein Schreibset mit Federkiel und diverse Bücher.

Feine Malerei in überwiegend braun-grünen Farbtönen.

An die Stillleben von Georg Flegel (1566-1638) erinnernd.

Rest. (†) (13013144) (18)

€ 4.500 - € 6.500

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469

ITALIENISCHER STILLLEBENMALER

DES BEGINNENDEN 18. JAHRHUNDERTS

GROSSE BLUMENVASE VOR VERSCHATTETEM

HINTERGRUND

Öl auf Leinwand.

75 x 86 cm.

In hoher Qualität gemaltes Stillleben, das sich noch im

Stil des späten Caravaggismus zeigt. In einer großen

Steinvase korbartiger Aufsatz, gefüllt mit überwiegend

roten und weißen Blüten, davor ein Henkeltopf

sowie eine Schale mit Früchten. Links in der dunkleren

verschatteten Zone ein weiterer, erhöht stehender

Tonkrug, dieser gefüllt mit Herbstblättern. Wie in der

Barock-Malerei üblich werden hier Frühlingsblüten sowie

Herbstfrüchte in einer einzigen Darstellung zusammen

kombiniert, um die Fülle der reichen Natur zu

dokumentieren. (†) (12901238) (11)

ITALIAN STILL LIFE PAINTER

OF THE EARLY 18TH CENTURY

LARGE FLOWER VASE IN FRONT

OF SHADOWY BACKGROUND

Oil on canvas.

75 x 86 cm. (†)

€ 6.000 - € 12.000

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470

GASPAR PETER VERBRUGGEN D. J.,

1664 ANTWERPEN 1730, ZUG.

PRUNKSTILLEBEN MIT NEREIDENVASE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

73 x 59 cm.

In bronziertem und teils grün gefasstem Rahmen.

Auf einer angedeuteten Marmordeckplatte, deren

linke Hälfte von einem karminroten Tuch mit Silberfransen

verdeckt wird, steht eine steingraue Vase,

deren Körper aus Nereiden besteht, deren Schweife

sich umschlängeln und so den Schaft der Vase bilden.

In der Vase locker und doch von kompositorischer

Aus geglichenheit ein Blumenarrangement, dessen

Zentrum durch zwei den Blick des Betrachters auf

sich ziehende gefüllte Rosenblüten gebildet wird.

Darum eine Vielzahl von Blüten, die teilweise auch

auf der Tischplatte liegen, darunter geflammte Tulpen,

Lilien, Wicken, Narzissen, Ranunkeln und zarte

Vergissmeinnicht. Rest. (1320802) (13)

€ 4.000 - € 6.000

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131


471

HENDRIK VAN DER BORCHT D. Ä.,

1583 BRÜSSEL 1651 FRANKFURT, ZUG.

MINIATUR-STILLLEBEN

Öl auf Kupfer.

17,7 x 12,9 cm.

Ungerahmt.

Kleines Stillleben mit Blumen in einer Prunkvase und

großem Kelch. Dazwischen auf der hellgrundigen Tischplatte

zwei Birnen, Hirschkäfer und ein Frosch, der auf

zwei goldenen Münzen sitzt. Die Dekoration der Treibarbeiten

im Stil der Renaissance. Die Birnen und Tiere

sind symbolisch bzw. allegorisch zu verstehen. Weich

modellierende Malweise, die den Werken des deutschholländischen

Malers van der Borcht d. Ä. entspricht,

zeigt tonige Farbigkeit. Darstellungen von Münzen und

vergoldeten Prunkpokalen finden sich in seinem Werk

mehrfach.

Die Familie des Malers emigrierte, der calvinistischen

Konfession wegen, nach dem Fall Antwerpens 1585

nach Frankfurt oder Frankenthal. In seiner Malerei

orientierte er sich an dem ebenfalls nach Frankfurt

gezogenen Gillis van Valckenborch (um 1570-1622). Einige

seiner Bilder malte er auch auf Kupfer. Werke seiner

Hand finden sich im Historischen Museum Frankfurt,

ein weiteres in der Eremitage Sankt Petersburg. A.R.

(1321302) (11)

€ 7.000 - € 9.000

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472

FLORENTINER MALER DES 16. JAHRHUNDERTS

Paar Bildnisse

FRANCESCO I DE´ MEDICI

(1541 FLORENZ 1587 POGGIO DA CAIANO)

sowie

BIANCA CAPPELLO

(1548 VENEDIG - 1587 FLORENZ)

Öl auf Pappelholz.

51 x 41 cm.

Verso Einschubleisten und rote Lacksiegel.

Beigegeben eine Beschreibung von Emilio Negro,

Bologna.

Francesco I de‘ Medici folgte als Großherzog der

Toskana seinem Vater Cosimo I nach. Mit Johanna Erzherzogin

von Österreich verehelicht, pflegte er enge

Beziehung zu Habsburg, regierte despotisch. Obschon

Förderer der Künste etwa des Gianbolo gna vernachlässigte

er wichtige innenpolitische Regierungspflichten.

Kriminalität war nur eines der Ergebnisse.

Das Gegenstück zeigt seine zweite Ehefrau Bianca

Cappello. In eine venezianische Patrizierfamilie geboren,

floh sie auf abenteuerliche Weise mit einem

Liebhaber nach Florenz, den sie dort ehelichte und einen

Sohn gebar. Zunächst unerkannt, stellte Großherzog

Cosimo I. sie unter seinen Schutz. Dessen Sohn,

Francesco I., nun Regent des Großherzogtums, hatte

zu seiner Gattin, Johanna Österreich, die ihm acht

Kinder gebar, kein gutes Verhältnis. Er wurde Liebhaber

der Bianca, erhob sie zu seiner offiziellen Mätresse,

und ließ ihren ersten Mann ermorden. Nach dem Tod

seiner Frau Johanna im Kindbett 1578 ehelichte er

Bianca Capello und adoptierte deren Sohn Antonio.

Bianca übernahm die Führungsposition der Leitung

des Hofes. Es kam zur Versöhnung mit ihren Eltern

und gar zu einem venezianischen Ehrentitel. Die Familiengeschichte

endete tragisch. Nach einem Abendessen

im Beisein des Schwagers, Kardinal Ferdinando I.

de Medici, 1587, erkrankte das Paar. Francesco starb

zuerst, wenige Stunden danach Bianca. Zur Todesursache

existieren bis heut mehrere Theorien, auch

darüber, wer die (Arsen)-Vergiftung veranlasst hat.

Das Grab der Bianca ist bis heute unbekannt.

Die beiden Bildnisse gehen auf Vorbilder zurück. Zunächst

ist die Ähnlichkeit des Porträts Francescos mit

dem Bildnis von Alessandro Allori zu erkennen, wenngleich

Alloris Bild den Dargestellten noch unbärtig

zeigt. Auch in mehreren weiteren Bildnissen unterschiedlicher

Hofmaler und Werkstattwiederholungen

wird Francesco in unterschiedlichen Altersstufen gezeigt,

gelegentlich auch mit einem hier im Bild über

die Schulter gelegten Hermelin. Am Oberrand der

beiden Bilder sind in dunkler Beschriftung auf nahezu

schwarzem Hintergrund die Namensbezeichnungen

„FRANCESCO I“ zu erkennen. Auf dem Gegenstück

„BIANCA / CAPELLO“. Von Interesse ist, dass hier im

Gemälde des Francesco die Insignien des Malteserordens

eingebracht sind: Ordenskreuz an einer Kette

sowie auf dem roten Mantel. Ein Stich zeigt ihn ebenso

mit diesen Ordenszeichen. Möglicherweise entstand

das Porträt speziell, auch um diese Zugehörigkeit

zu dokumentieren.

Im Bildnis der Bianca ist eine deutliche Verwandtschaft

mit dem von Giovanni Maria Butteri (1540-1606),

einem Schüler von Alessandro Allori zu erkennen. In

seinem Gemälde „Die Medici als Heilige Familie“ von

1575 finden sich auch die Bildnisse von Francesco und

Bianca. Hier ist auch die Stilnachfolge von Agnolo

Bronzino (1503-1572) zu erkennen, ebenfalls von

Alessandro Allori. A.R.

Literatur:

Vgl. My Heilmann, Florenz und die Medici, Köln

1981. (1321141) (11)

FLORENTINE SCHOOL, 16TH CENTURY

A pair of portraits

FRANCESCO I DE‘MEDICI

(1541 FLORENCE 1587 POGGIO DA CAIANO)

and

BIANCA CAPPELLO

(1548 VENICE 1587 FLORENCE)

Oil on poplar wood.

51 x 41 cm.

Accompanied by a description by Emilio Negro,

Bologna.

Literature:

cf. My Heilmann, Florenz und die Medici, Köln 1981.

€ 30.000 - € 50.000

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133


474

JAN MYTENS,

UM 1614 DEN HAAG 1670 EBENDA

PORTRAIT DER MARIE VON ORANIEN-NASSAU,

PFALZGRÄFIN VON SIMMERN (1642 1688)

Öl auf Leinwand. Doubliert.

43,3 x 33,2 cm.

Links mittig signiert „G.Mijtens“.

In dekorativem Rahmen.

Vor einem hohen Felsen, der nach rechts den Blick in

eine Landschaft unter abendlichem Himmel freilässt,

das Halbportrait der jungen Prinzessin aus dem Haus

Oranien leicht nach rechts. Sie trägt ein elegantes,

weiß-rosafarbenes Seidenkleid mit weitem Dekolleté

und einen dünnen Schal, den sie mit den zarten Fingern

ihrer rechten Hand hält. Zudem hat sie braune

lockige Haare, trägt Perlenschmuck um den Hals und

an den Ohren und blickt nachdenklich mit ihren glänzenden,

braunen Augen aus dem Bild heraus. Minimale

Retuschen.

Anmerkung:

Die niederländische Prinzessin heiratete 1666 den

Pfalzgraf Ludwig Heinrich Moritz von Simmern

(1640-1674); das Gemälde dürfte vor ihrer Eheschließung

um 1660/ 1665 entstanden sein. Da die Ehe

kinderlos blieb, erlosch mit dem Tod ihres Mannes

die Linie Simmern-Kaiserslautern.

Literatur:

Alexandra Nina Bauer, Jan Mijtens (1613/14-1670).

Leben und Werk, Petersberg 2006, P. 200, Nr. A 68,

Abb. 68. (1300604) (1) (18)

€ 8.000 - € 10.000

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473

LUIGI BENFATTO,

GENANNT „ALVISE DAL FRISO“,

1559 VERONA 1611 VENEDIG, ZUG.

Der Maler war Neffe des Paolo Veronese (1528-1588)

und dürfte in dessen Werkstatt seine Ausbildung erfahren

haben. Später, als Geselle des Meisters, war er an

dessen großformatigen und mehrfigurigen Aufträgen

beteiligt. So ist er im Register der venezianischen Malergilde

als „Alvise di Paolo Veronese“ genannt, später

als „Alvise Benfatto“. In Gemälden Veroneses lassen

sich Figuren von seiner Hand nachweisen, beispielsweise

der Hauptmann zu Kapernaum in der „Anbetung

der Könige“.

PORTRAIT EINES JUNGEN MANNES

MIT HALSKRAUSE UND BARETT

Öl auf Pappelholz, auf kräftigere Platte geleimt.

36 x 26 cm.

Ungerahmt.

Die Technik der Veronese-Werkstatt wird auch in dem

hier vorliegenden Gemälde deutlich. Der junge Mann

im Halbbildnis in schwarzer Kleidung, das ebenfalls

dunkle Barett über mittelbraunem, leicht gelockten

Haar. Mit kurzem Backen-, Kinn- und Lippenbart, der

Blick dem Betrachter entgegen gerichtet. Die weich

modellierende Pinselführung, das kräftig warm gezeigte

Inkarnat sowie das ins Bläuliche ziehende,

leichte Rot der Lippen sind malerische Merkmale, wie

wir sie auch in den Werken des Meisters Veronese

finden.

Anmerkung:

Der Maler war Neffe des Paolo Veronese (1528-1588)

und dürfte in dessen Werkstatt seine Ausbildung erfahren

haben. Später, als Geselle des Meisters, war

er an dessen großformatigen und mehrfigurigen Aufträgen

beteiligt. So ist er im Register der venezianischen

Malergilde als „Alvise di Paolo Veronese“

genannt, später als „Alvise Benfatto“. In Gemälden

Veroneses lassen sich Figuren von seiner Hand

nachweisen, so etwa den Hauptmann zu Kapernaum

in der „Anbetung der Könige“ oder weiteren

Gemälden.

Literatur:

Hans Dieter Huber, Alvise Del Friso, in: Saur Allgemeines

Künstlerlexikon, Leipzig 1994, Band 9, S. 54-55.

Darin weitere umfangreiche Literaturangabe, auszugsweise

hier:

Luciana Larcher Crosato, Note per Alvise Benfatto

del Friso, in: Arte Veneta XXX, 1976, S. 106-119.

(12901043) (11)

€ 5.000 - € 8.000

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135


475

ENGLISCHER MALER

DES 17./ 18. JAHRHUNDERTS

Gemäldepaar

PORTRAITBILDNIS HEINRICH VIII

sowie

ELISABETH I VON ENGLAND

Öl auf Kupfer.

Jeweils: 24,5 x 15 cm.

In vergoldetem Rokoko-Rahmen.

Halbbildnis der Dargestellten in prachtvoller Kleidung

vor grünem Hintergrund. Bildnisse nach Hans Holbein

d. J. (1497-1543). (†) (12821027) (11)

€ 6.000 - € 9.000

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476

SCHWEIZER SCHULE

DES BEGINNENDEN 18. JAHRHUNDERTS

(ABB. RECHTS)

PORTRAIT EINES ARZTES

Öl auf Leinwand. Doubliert.

119 x 95 cm.

Linksseitig im Bild bezeichnet und datiert „Carolus

Nicolaus Langus Elveticus Doctor Celeberimus

Lucernae ano 1704“.

In dekorativem Rahmen.

Dreiviertelportrait des dargestellten Arztes in gemaltem

Hochoval vor beige-braunem Hintergrund. Er

trägt einen eleganten braunen Morgenmantel, der

mit hellen Mustern versehen und um die Hüfte gegürtet

ist, dazu einen weißen Spitzenkragen. In seiner

rechten Hand hält er ein kleines Buch, während seine

linke Hand mit einem wertvollen Ring um seinen kleinen

Finger an den beigen Hüftgürtel greift. Auf dem

Kopf trägt er eine große Allonge-Perücke und mit

seinem feinen Gesicht und den glänzenden braunen

Augen blickt er aufmerksam und selbstbewusst aus

dem Bild auf den Betrachter hinaus. Qualitätvolle Darstellung

in überwiegend monochromer Farbgebung.

Teils kleinere Retuschen. (13217710) (18)

€ 5.000 - € 6.000

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137


477

GIOVANNI BATTISTA CRESCENZI,

1577 ROM 1635 MADRID, ZUG.

Crescenzi wirkte in Rom und Madrid. In beiden Städten

zunächst auch als Baumeister, der seine Aufträge

wohl auch der Tatsache verdankte, dass er einer der

führenden Familien Roms, der Dynastie der Crescentier,

entstammte. Er war Bruder des Kardinals Pietro-Paolo

Crescenzi, auch sein Sohn erlangte die Kardinalswürde.

Ab 1617 wirkte er in Spanien. In dieser

Zeit dürfte auch das vorliegende Gemälde entstanden

sein. Dort wirkte er unter anderem an der Ausmalung

im Escorial, wurde dann königlicher Juror, der Velázquez

zum Sieg verhalf. Sein Malstil ist schon mit dem

des „Meisters des Harfford-Stillebens“ verglichen worden.

Zu seinen Schülern zählt Bartolomeo Cavarozzi

(1590-1625).

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN UND BLUMEN

Öl auf Leinwand.

60 x 75 cm.

Im vergoldeten Rahmen.

Die Bildgegenstände in zwei übereinanderliegenden

Stufen geordnet: Während unten große Früchte, wie

Äpfel, Birnen und Granatapfel neben einem Kürbis liegen,

hat der Maler die Blumen in der oberen Stufe nebeneinander

komponiert, in einem Bildbereich, der zwar

den kleineren Teil einnimmt, aber durch die lebendigeren

Farben wirkt. Stufen und Hintergrund sind in einem

Braunton gehalten, was die Farben der Früchte

aufleben lässt. Die klare Nebeneinanderstellung der

Gegenstände wurde alsbald zu einem stilistischen

Merkmal der spanischen Kunst. A.R. (13014825) (3)

(11)

GIOVANNI BATTISTA CRESCENZI,

1577 ROME 1635 MADRID, ATTRIBUTED

STILL LIFE WITH FRUIT AND FLOWERS

Oil on canvas.

60 x 75 cm.

In gilt frame.

€ 8.000 - € 12.000

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478

FLÄMISCHER MALER,

ANFANG DES 17. JAHRHUNDERTS

BLUMENSTILLLEBEN MIT SCHMETTERLING

Öl auf Holz.

55,5 x 43 cm.

Vor beige-braunem Hintergrund eine beige bauchige

Vase mit Relief auf einer Platte stehend, darin sorgsam

gestaltet das prachtvolle farbenfrohe Blumenarrangement.

Dieses besteht aus: roten Rosen, Tulpen,

weißen und gelben Narzissen, Anemonen, Kornblumen,

einer Iris und diversen Kleinblütlern zwischen

grünen Blattzweigen. Auf der Platte selbst weitere

Blüten und Blütenblätter sowie eine weiße Rose, auf

deren Zweig ein Pfauenauge sitzt. Malerei in der typischen

Manier der bekannten Malerin mit kräftigen

leuchtenden Blüten, die sich besonders gegenüber

dem grünen und braunen Hintergrund abheben. Rest.

Provenienz:

Privatsammlung Gent. (1321601) (18)

FLEMISH SCHOOL,

BEGINNING OF THE 17TH CENTURY

FLOWER STILL LIFE WITH BUTTERFLY

Oil on panel.

55.5 x 43 cm.

Provenance:

Private collection, Ghent.

€ 10.000 - € 15.000

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139


479

NICCOLINO VAN HOUBRAKEN,

AUCH „NICOLA VAN HOUBRAKEN“,

1663 1723/24

STILLLEBEN MIT TOPFPFLANZEN,

GEMÜSE UND EINEM HUND

Öl auf Leinwand. Doubliert.

147,5 x 186,8 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Das Gemälde ist verzeichnet und abgebildet im RKD

unter der Abb.Nr. 0000168911.

Vor einem nicht näher bestimmbaren Hintergrund mit

Steinmauer auf der rechten Seite die von der Sonne,

aus unbekannter Quelle, beschienene große Zimmerpflanze

mit rot-grünen und weiß gefärbten Blättern in

einem Tontopf, daneben, aus einer Öffnung herausragend

weiße Lilien und große Rosenzweige. Rechts

daneben eine mit Bast umwickelte Weinflasche, ein

Fayenceteller mit einem Stück Brot sowie ein leeres

Weinglas. Auf der rechten Bildseite ein weiterer hellbrauner

Tontopf mit rosa blühendem Rosenstock. Im

Vordergrund links liegend Gemüse und ein erlegter

Hahn, sowie rechtsseitig ein kleiner weiß-brauner

Hund vor einem geflochtenen Korb stehend, vor dem

nicht ganz reife Tomaten liegen. Seine braunen Augen

sind ganz auf den nach oben mit den Krallenfüßen

gestreckt liegenden Hahn gerichtet. Stimmungsvolle

Malerei mit gekonnter Lichtführung. Teils Retuschen.

NICCOLINO VAN HOUBRAKEN,

ALSO KNOWN AS “NICOLA VAN HOUBRAKEN“,

1663 1723/24

STILL LIFE WITH POT PLANT, VEGETABLES AND

ONE DOG

Oil on canvas. Relined.

147.5 x 186.8 cm.

The painting is listed and illustrated at the RKD with

ill. no. 0000168911.

Notes:

The artist was a late Baroque Italian painter of Flemish

descent. He specialized in paintings depicting playful

arrangements of fruit, vegetables, flora and animals

indoors or in forests. The present painting belongs

to one of these arrangements. His work was highly

valued by the Medici court in Florence.

€ 8.000 - € 12.000

Sistrix

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Anmerkung:

Der Künstler war ein italienischer Maler des Spätbarock,

der flämischer Abstammung war. Er spezia l­

isierte sich auf Gemälde, die spielerische Arrangements

von Obst, Gemüse, Vegetation, Tieren in

Innenräumen oder in Wäldern darstellen. Zu einem

dieser Arrangements gehört auch das vorliegende

Gemälde. Seine Arbeiten wurden vom Medici-Hof

in Florenz sehr geschätzt. (13216117) (18)

140 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.000 additional images.


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141


480

FLÄMISCHE SCHULE UM 1580/90

BILDNIS EINER DAME MIT SPITZENKRAGEN

Öl auf Holz.

35 x 29 cm.

In Nahsicht vor braunem Hintergrund das Bildnis einer

Frau in schwarzem Gewand mit großem weißen Spitzenkragen

und einer weißen, mit Spitze versehenen

Haube. Sie hat ein weiches, leicht gebräuntes Inkarnat,

ihre Lippen leicht zusammengebissen und mit

ihren braunen, mit Glanzlichtern versehenen Augen

blickt sie kritisch, leicht seitlich aus dem Bild heraus.

Feine qualitätvolle Malerei. Teils Retuschen. Rahmen

teils mit altem Wurmstich.

Provenienz:

Privatsammlung USA. (1321602) (18)

€ 9.000 - € 12.000

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481

NICOLAS NEUFCHATEL,

1527 1590, WERKSTATT DES

PORTRAIT EINES ELEGANTEN HERREN

Öl auf Holz.

45 x 32,5 cm.

Oben links bezeichnet „Anno Domini 1562“ und

darunter „Aeta 64“.

Die Zuschreibung erfolgte durch Prof. Dr. Jan de

Maere.

Vor braunem Hintergrund das Brustbildnis eines älteren

Herren nach links, in schwarzem Gewand mit pelzverbrämtem

langem Kragen, einem weißen Hemdkragen,

einer langen goldenen Kette über seiner

Brust und einem dunklen Barett. Er hat leicht angegraute

Haare, ein gebräuntes Gesicht und mit seinen

Augen schaut er auf den Betrachter hinaus. Das Entstehungsdatum

des Bildes wird oben links mit 1562

angegeben sowie das Alter des Dargestellten mit 64

Jahren. Teils rest. (13216115) (18)

€ 7.000 - € 9.000

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143


482

ALESSANDRO GREVENBROECK,

TÄTIG UM 1717 1724, KREIS DES

HAFENLANDSCHAFT MIT SCHIFFEN UND FIGUREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

34 x 43,5 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Blick von erhöhtem Standpunkt auf eine große Hafenanlage.

Diese wird linksseitig begrenzt von einem hohen,

teils bewachsenen Felsen mit kleinem Wasser fall.

Auf dem ruhig fließenden Wasser selbst einige figurenbesetzte

Schiffe und Boote, darunter auch eine

prachtvolle Fregatte. Rechtsseitig die zerklüftete Felsenküste

mit zahlreichen kleinen Figuren und einer

großen steinernen Turmanlage. Im Vordergrund ein

Uferstück mit Figuren im Gespräch und beim Transport

von Waren sowie zwei ausgelegte Anker. Am

Horizont schemenhaft erkennbare blau-weiße Bergformationen,

unter hohem Himmel mit großen weißen

Wolkenformationen. Vom Kolorit an Werke der Familie

Grevenbroeck erinnernd, für die Darstellungen mit

Hafenanlagen typisch waren. Rest. (1321172) (3) (18)

€ 4.000 - € 6.000

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483

MALER DER HABSBURGER,

FRÜHES 17. JAHRHUNDERT

PAAR PORTRAITS DER HERRSCHER

DER HABSBURGISCHEN NIEDERLANDE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Je 65 x 58 cm.

In dekorativem Rahmen.

Das erste Gemälde zeigt den Erzherzog Albert VII von

Österreich (1559-1621) im Halbbildnis nach rechts, in

edlem dunklem, mit Schmuck verziertem Gewand

und weißem, teils mit Goldfäden durchwirkten Ärmeln.

Dazu trägt er eine große spitzenbesetzte Halskrause

und eine wertvolle, um den Hals herabhängende

Goldkette. Er hat kräftige rote Lippen, einen

Kinnbart und mit seinen mit Glanzlichtern versehenen

dunklen Augen schaut er würdevoll aus dem Gemälde

heraus. Das Gegenstück bildet das Brustbildnis

nach links seiner Ehefrau Isabella Clara Eugenia von

Österreich (1566-1633). Sie trägt ein prachtvolles, mit

Goldfäden durchwirktes Kleid und darüber einen

übergroßen Mühlradkragen mit reicher Spitze. Sie hat

ein feines Gesicht mit leicht geröteten Wangen und

braune Haare, die mit rot-silbernem Schmuck verziert

sind. Auch sie schaut würdevoll mit dunklen Augen

aus dem Bild heraus. Qualitätvolle Malerei, bei der

die Gesichter durch den weißen Kragen vor dunklem

Hintergrund besonders hervorgehoben werden. Vergleichbare

prachtvolle Portraits der Dargestellten wurden

u.a. auch von Frans Pourbus d. J. (1569-1622)

und von Peter Paul Rubens (1577-1640) angefertigt.

(13206113) (1) (18)

HABSBURG COURT PAINTER,

EARLY 17TH CENTURY

A PAIR OF PORTRAITS OF THE RULERS OF THE

HABSBURG NETHERLANDS

Oil on canvas. Relined.

65 x 58 cm each.

In decorative frame

The first painting depicts Albert VII, Archduke of Austria

(1559 - 1621) and its counterpart shows a chest

portrait of his wife Isabella Clara Eugenia of Austria

(1566 - 1633).

€ 13.000 - € 15.000

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145


484

ALEXANDER VAN BREDAEL,

1663 ANTWERPEN 1720 EBENDA, ZUG.

Der flämische Maler war bekannt für seine Genreszenen

von Jahrmärkten, Viehmärkten und Dörfen. Diese boten

ihm die Möglichkeit, seine Fähigkeiten bei der

Darstellung von Gruppenszenen, die mit vielen Figuren

bevölkert waren, sowie seine Fähigkeit, Tiere zu malen,

unter Beweis zu stellen.

WEITE FLUSSLANDSCHAFT MIT FIGUREN

Öl auf Holz.

18 x 25,3 cm.

In dekorativem Rahmen.

ALEXANDER VAN BREDAEL,

1663 ANTWERP 1720 IBID., ATTRIBUTED

VAST RIVERSCAPE WITH FIGURES

Oil on panel.

18 x 25.3 cm.

€ 10.000 - € 15.000

Sistrix

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Blick von erhöhtem Standpunkt auf zwei Pferdefuhrwerke,

von denen eines bereits mit schweren Säcken

beladen ist, während das in der Mitte stehende bereits

zwei Körbe mit roten Früchten geladen hat und

noch beladen wird. Linksseitig eine vor einem Hügel,

unterhalb eines großen mächtigen Baumes sitzende

Gesellschaft, wohl auf den Abtransport wartend. Im

Vordergrund rechts ein liegender Mann, den Rücken

an einen Korb gestützt und einen kleinen Hund dabei

streichelnd. In der Bildmitte die ganz in grün-beiger

Farbe gehaltene Flusslandschaft und darüber der hohe

hellblaue Himmel mit großen weißen Wolkenformationen.

Malerei mit vielen Details, die wiedergegebenen

Figuren dabei überwiegend farbenfrohe rote

und blaue Kleidungsstücke tragen. Kleine Retuschen.

(1321512) (1) (18)

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485

JAN JOZEFSZ. VAN GOYEN,

1596 LEIDEN 1656 DEN HAAG, ZUG.

KÜSTENGEWÄSSER MIT FISCHERBOOT

Öl auf Holz.

58 x 75 cm.

Verso mit älteren Nummerierungen.

In holzgeschnitztem Flammleistenrahmen.

In braunem Camaieu die Darstellung eines bewegten

Küstengewässers mit im Bildvordergrund liegenden

Fischerboot mit einem Ruderer und einem Fischer,

der soeben im Begriff ist, sein Netz einzuziehen. Weiter

hinten ein Segelboot, das knapp vor der Markierung

des Horizonts liegt. Der Himmel in braungrundigem

Ton mit lichten Streifen. Das Gemälde ähnelt

stark einer Komposition von Jan van Goyen, das im

Oeuvreverzeichnis von Hans-Ulrich Beck als Nummer

806 besprochen wird, welches mit „VG 1643“ signiert

und datiert ist. Auch hier ist links ein Fischerboot zu

sehen und weiter rechts im Mittelgrund ein Segelschiff.

Der dünne, doch flotte Pinselduktus ganz dem

Stil von Jan van Goyen entsprechend. Rest.

JAN JOZEFSZ. VAN GOYEN,

1596 LEIDEN 1656 THE HAGUE, ATTRIBUTED

COASTAL WATERS WITH FISHING BOAT

Oil on panel.

58 x 75 cm.

The painting closely resembles a composition by Jan

van Goyen, discussed in Hans-Ulrich Beck’s catalogue

raisonné as no. 806, which is signed and dated “VG

1643“.

Literature:

cf. Hans-Ulrich Beck, Jan van Goyen, 1596-1656:

Ein Œuvreverzeichnis in zwei Bänden, volume 2,

Van Gendt 1973, p. 362 no. 806.

€ 20.000 - € 25.000

Sistrix

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Literatur:

Vgl. Hans-Ulrich Beck, Jan van Goyen. 1596-1656.

Ein Œuvreverzeichnis in zwei Bänden, Bd. 2, Amsterdam

1973, S. 362, Nr. 806.

(1321071) (13)

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147


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486

FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS

Gemäldepaar

LANDSCHAFTEN MIT FIGUREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Je 55 x 74 cm.

Eines links mittig monogrammiert.

Das erste Gemälde zeigt in einer weitläufigen, an einem

breiten Flussufer gelegenen Waldlandschaft einige

Männer mit ihren Hunden auf der Jagd. Am linken

Bildrand, auf einem Schimmel sitzend ein Herr, der

wohl einen Jagdfalken genutzt hat, um eine Taube zu

fangen, die auf dem Waldboden zu sehen ist. Im

linksseitig hohen grau-blauen Himmel sind weitere

Tauben und einige Greifvögel zu erkennen, während

sich nach rechts der Wald verdichtet und ein Jägersmann

mit Hund auf einem braunen Waldweg zu erkennen

ist. Das zweite Gemälde zeigt erneut auf der

rechten Bildhälfte einen hohen dichten Wald mit alten

Bäumen, unter denen sich zwei Männer mit ihrem

Hund zur Rast niedergelassen haben. Nach links führt

ein Weg über eine kleine Brücke in die Mitte des Bildes

und auf diesem Weg sind diverse Wanderer, teils

beladen, zu erkennen. Darüber erneut der hohe graublaue

Himmel mit mehreren Vögeln. Malerei in vielen

differenzierten Grün- und Brauntönen, die Figuren

durch ihre teils farbige rötliche und gelbliche Kleidung

besonders hervorgehoben. Teils kleine Retuschen.

(1321225) (4) (18)

FLEMISH MASTER OF THE 17TH CENTURY

A pair of paintings

LANDSCAPES WITH FIGURES

Oil on canvas. Relined.

55 x 74 cm each.

One painting monogrammed centre left.

€ 24.000 - € 28.000

Sistrix

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149


487

MATHEUS VAN HELMONT,

1623 ANTWERPEN UM 1679 BRÜSSEL

LÄNDLICHE FESTVERSAMMLUNG IN EINEM

WIRTSHAUSSAAL

Öl auf Kupfer.

36,5 x 27 cm.

Rechts unten monogrammiert „M.V.H“.

Eine große Menschenmenge hat sich in einem ungewöhnlich

großen Saal eingefunden. Die ländliche

Gesellschaft in Gruppen verteilt, auf Holzbänken und

Fässern sitzend; der Raum teilweise Abgetrennt, zeigt

im Hintergrund einen großen Kamin, davor eine weitere

Gruppe. Hauptfiguren sind ein tanzendes Paar im

Vordergrund, begleitet von den Blicken der daneben

Sitzenden, dazwischen ein springendes Hündchen. Zur

Musik spielt ein Dudelsackpfeifer, der auf einem Fass

steht, daneben eine jüngere Magd. Der Mann rechts

in rotem Wams mit weißer Schürze ist unschwer als

der Wirt zu erkennen, auf den soeben ein Gast einredet.

Das Fenster links oben beleuchtet die Szenerie.

MATHEUS VAN HELMONT,

1623 ANTWERP CA. 1679 BRUSSELS

RURAL FESTIVE GATHERING

IN AN TAVERN HALL

Oil on copper.

36.5 x 27 cm.

Monogrammed lower right “M.V.H”.

€ 8.000 - € 10.000

Sistrix

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Der Maler war Mitglied der Antwerpener St. Lukas-

Gilde und wurde 1645 als Meister genannt. Es wird

aufgrund verschiedener seiner Marktszenen vermutet,

dass er sich in Italien aufhielt, wofür es jedoch

keinerlei Nachweis gibt. 1674 übersiedelte er nach

Brüssel. Die Themen seiner Bilder zeigen sich vielfältig.

Neben Jahrmarkt-, Kirmess- und Wirtshausszenen

schuf er auch Stillleben oder Werke religiöser

Thematik, wie etwa die „Versuchung des Hl. Antonius“,

nicht selten mit zeitkritischem Unterton.

(1322042) (1) (11)

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488

JAN VAN GOYEN,

1596 LEIDEN 1656 DEN HAAG, ZUG.

BEFESTIGTE STADT NEBEN EINEM FLUSS

Öl auf Leinwand.

42 x 71,1 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Von leicht erhöhtem Standpunkt Blick auf eine ruhige

Flusslandschaft auf deren rechter Seite eine ummauerte

Stadt unter hohem Himmel zu erkennen ist. Auffallend

die beiden Türme mit ihren grünlichen, in den

Himmel ragenden Spitzen, die gleichsam als Wächter

der Stadt am Flussufer stehen. Die Festungsmauern,

die bis zum Wasser reichen, bilden einen Rahmen, in

dem mehr Baumkronen als Dächer von Gebäuden zu

sehen sind und so diese Kronen wie ein Wald wirken.

Die ockerbraune Farbe der Steine färbt den Fluss und

verleiht ihm eine Mineralität, die seine Präsenz fast

verleugnet und den Eindruck erweckt, dass man

durch den Fluss waten könnte. Im schmalen Uferstreifen

des Vordergrundes ist zudem ein Fischer zu

erkennen, der einerseits das Gemälde beleben soll,

anderseits auch um den Maßstab anzugeben und

den perspektivischen Effekt zu betonen. Vom breiten

Vordergrund führt der Flussverlauf mäanderartig bis

zu seiner Mündung am Horizont. Herausragend auch

der Himmel, der fast zwei Drittel des Gemäldes einnimmt.

Die Wolkenmasse ist wattiert und schimmert

golden durch das Licht; der Zenit verblasst und gibt

den Blick auf den azurblauen Himmel frei. Harmonische,

stimmungsvolle Malerei in überwiegend monochromer,

gold- und beigebrauner Farbigkeit. (†)

Anmerkung:

Jan van Goyen war ein niederländischer Landschaftsmaler.

Er war ein Vertreter des Goldenen Zeitalters in

den Niederlanden und berühmt für seine Ansichten

von Flüssen und Kanälen, die er immer wieder variierte.

Er lernte bei dem Maler und Grafiker Esaias

van de Velde (1587-1616), der ihn in der Landschaftsmalerei

unterrichtete und mit dem er durch Frankreich

reiste. 1618 trat er in die Lukasgilde ein und

verfolgte parallel dazu eine erfolgreiche Karriere als

Kunsthändler. Er ließ sich in Den Haag nieder und

spezialisierte sich auf maritime Landschaftsmalerei.

Als produktiver und gefragter Künstler schuf er über

tausend Gemälde und ebenso viele Zeichnungen.

(13211315) (18)

JAN VAN GOYEN,

1596 LEIDEN 1656 THE HAGUE, ATTRIBUTED

FORTIFIED CITY BESIDE A CITY

Oil on canvas.

42 x 71.1 cm. (†)

€ 35.000 - € 50.000

Sistrix

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151


489

KAREL VAN MANDER,

1548 1606, ZUG.

DAS URTEIL DES MIDAS UND DER MUSIKALISCHE

WETTSTREIT ZWISCHEN APOLLO UND PAN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

151 x 189 cm.

Unsigniert. Verso mit altem spanischem Etikett sowie

Sammlungsnummer „540“.

In vergoldetem profiliertem Rahmen.

Anmerkung 1:

Im Kunsthistorischen Museum Wien wird ein kleines

Gemälde von Bartholomeus Spranger (1546-1611)

auf Marmor verwahrt, welches ehemals die Kaiserliche

Sammlung von Rudolf II in Prag zierte und die

linke Hälfte des vorliegenden Gemäldes darstellt.

KAREL VAN MANDER,

1548 1606, ATTRIBUTED

THE JUDGEMENT OF MIDAS AND THE MUSICAL

DUEL OF PAN AND APOLLO

Oil on canvas. Relined.

151 x 189 cm.

€ 18.000 - € 20.000

Sistrix

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Anmerkung 2:

Nach Karel van Mander gibt es auch einen Kupferstich

von Nicolaes Clock von 1589, der eine ähnliche

Komposition aufweist. (13206114) (1) (13)

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490

JAN PIETER BRUEGHEL,

1628 ANTWERPEN 1664 ITALIEN

MARS AN DER SCHMIEDE DES VULKAN

Öl auf Kupfer.

68 x 87,5 cm.

Beigegeben eine Expertise von Violette Doclo,

Oudenaarde, 23. Dez. 2021.

Der Maler war Sohn des Jan Brueghels d. J. (1601-

1678). Er galt lange als ausschließlich dem Stillleben

zugewandter Künstler, bevor etliche Werke seiner

Hand auch andere Sujets zeigten. Die vorliegende

Darstellung hat früher Anlass gegeben, an Jan Pieters

Vater zu denken, auch aufgrund des Bildthemas.

Jedoch weisen die hier vorhandene Signatur, vor allem

aber der weit spätere Malstil nun auf den hier

genannten Künstler. Das Bildthema entstammt der

griechischen Mythologie, wonach der Kriegsgott Mars

die Schmiede des Vulkan aufsuchte, da er doch letztlich

in Abhängigkeit von dessen Waffenherstellung

stand. So zeigt die Szene bereits eine barocke Bildauffassung,

die sich aus dem Aufenthalt des Malers

in Italien erklärt. Der Maler wurde 1645 als Meister

in die Lukasgilde in Antwerpen aufgenommen, verbrachte

einige Zeit in Lüttich, bevor er 1664 bereits in

Venedig erwähnt wurde. Der Malstil des vorliegenden

Bildes ist auch nicht ohne diesen Hintergrund

zu verstehen. Das Gemälde ist kompositorisch in

zwei nebeneinandergestellte Bereiche gegliedert. Die

Schmiede rechts, ein Bau in Art einer antiken Ruinenarchitektur,

davor große Brennöfen und Utensilien zur

Metallverarbeitung. Schmiede hämmern an Werkstücken,

Vulkan ist selbst nicht zu sehen wie immer

dies gedeutet werden mag. Links dagegen öffnet

sich nach hinten eine Landschaft mit Bergen, am linken

Bildrand ein brennendes Gebäude. Stattlich hat

sich hier Mars mit Schild und Pulverhorn in Position

begeben, neben ihm allerlei Kriegsgerät, wie Kanonen,

Rüstungen und Waffen. Ein geflügelter Putto hält

einen Feuersalamander in den Händen. A.R.

(1302112) (1) (11)

JAN PIETER BRUEGHEL,

1628 ANTWERP 1664 ITALY

MARS IN VULCAN’S FORGE

Oil on copper.

68 x 87.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Violette Doclo,

Oudenaarde, 23 December 2021.

€ 40.000 - € 60.000

Sistrix

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153


491

MARTEN RYCKAERT,

1587 ANTWERPEN 1631,

Der Maler gehörte einer mehrköpfigen Malerfamilie

an: Sohn von David Ryckaert d. Ä. (um 1560-um 1607)

sowie Bruder des David Ryckaert d. J. (1586-1642)

und Onkel von David Ryckaert III (1612-1661). Seine

Figurenwiedergabe zeigt sich sehr angenähert an

Werke des Jan Brueghel, während der Maler sich in

der Farbgebung eher an der des Joos de Momper d.

J. (1564-1635) orientiert hat.

LANDSCHAFT MIT VIEHTRIEB

Öl auf Kupfer, von Holz hinterlegt.

21 x 28,8 cm.

In vergoldetem Louis XV-Rahmen.

Wir danken Dr. Luuk Pijl für die Bestätigung der Zuschreibung

des Gemäldes an den genannten Künstler

anhand von professionellen Fotografien.

Marten Ryckaert entstammte einer Antwerpener

Malerdynastie. Ryckaert wurde 1611 in der Antwerpener

Sankt-Lukas-Gilde eingetragen und war er ein

äußerst produktiver Künstler, der sich mit seinen

Landschaften mit Ruinen, Bergen, Wasserfällen und

lieblichen Tälern einen Namen machte. Sein beeindruckendes

Porträt, das sich heute im Prado in Madrid

befindet, wurde um 1630 von Anthony van Dyck gemalt.

Eine Radierung nach diesem Gemälde des

Kupferstechers Jacob Neefs wurde in Van Dycks berühmte

Iconographie aufgenommen. Ryckaert starb

am 28. Oktober 1631 in Antwerpen. Es wird oft behauptet,

dass Ryckaert um 1605-10 nach Italien reiste,

aber eine solche Reise ist nicht dokumentiert. Die

Vermutung, dass er in den Süden reiste, rührt daher,

dass er den Werken von Paul Bril nacheiferte, der mehr

als fünf Jahrzehnte lang in Rom tätig war. Diese Werke

von Bril wurden von Rom nach Antwerpen importiert,

wo sie sehr gefragt waren.

Das vorliegende Werk von Marten Ryckaert ist ein typisches

Beispiel für seine Arbeit. Der Umgang mit der

Farbe, die Farben und die Komposition weisen zweifelsfrei

auf seine Urheberschaft hin. Eine Datierung

um 1620 ist aus stilistischen Gründen für das Werk

denkbar.

Anmerkung:

Das Gemälde ähnelt kompositionell einem Gemälde,

das beim RKD unter Nummer 279798 verzeichnet

ist und als Staffagefiguren Christus und Magdalena

zeigt, sowie einem Gemälde, RKD Nr. 269975, das

Schweine statt der Rinder zeigt, kompositionell jedoch

Ähnlichkeiten aufweist. (1321511) (1) (13)

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MARTEN RYCKAERT,

1587 ANTWERP 1631

LANDSCAPE WITH LIVESTOCK

Oil on copper, laid on panel.

21 x 28.8 cm.

We would like to thank Dr. Luuk Pijl for comfirming the

attribution to the artist on the basis of professional

photographs.

Marten Ryckaert was a scion of a dynasty of Antwerp

painters. Ryckaert was registered in the Antwerp guild

of Saint Luke in 1611 and gained a high reputation for

his landscapes with ruins, mountains, waterfalls and

pleasant valleys. His impressive portrait, today in the

Prado in Madrid, was painted around 1630 by Anthony

van Dyck. An etching after this painting by the engraver

Jacob Neefs was included in Van Dyck‘s famous

Iconographie. Ryckaert died in 1631 in Antwerp on 28

October. He left his entire fortune to his sister Maria

and his brother Pauwel.

It has often been stated that Ryckaert travelled to Italy

around 1605-10, but such a trip is not documented.

The assumption that he travelled South comes from

his emulation of the works of Paul Bril, who worked

in Rome for more than five decades. These works by

Bril were imported from Rome to Antwerp where

they were very much in demand.

The present work by Marten Ryckaert is a typical example

of his work. The handling of the paint, the colours

and the composition all indicate beyond any

doubt his authorship. A date around 1620 is on stylistic

grounds feasible for the work.

€ 22.000 - € 26.000

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155


492

FRANS YKENS,

UM 1601 ANTWERPEN UM 1693 BRÜSSEL

Der Maler war um 1615 Schüler seines Onkels Osias

Beert d. Ä. (um 1580-1623/24), von dem er auch die

spezielle Stilllebenauffassung mit vereinzelt im Bild

nebeneinandergestellten Objekten übernommen hat.

Kein geringerer als Peter Paul Rubens (1577-1640),

ein Freund des Malers, erwarb mehrere seiner Stillleben,

die heute im Rubenshaus in Antwerpen gezeigt

werden. Frans Ykens hielt sich in den Jahren 1630/31

in Frankreich auf, wurde anschließend Mitglied der

Malergilde Sankt Lukas in Antwerpen.

STILLLEBEN MIT FRUCHTSCHALE

UND AUSTERNTELLER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

39,8 x 52,6 cm.

Links unterhalb des Schmetterlings auf der Tischkante

signiert und datiert „Frans Ykens 1649“.

Der Hintergrund bewusst in dunkelbraunem Farbton

angelegt, aus dem sich die Tischplatte kaum abhebt.

Umso leuchtender die Früchte, die in einer chinesischen

Ming-Porzellanschale aufgehäuft sind, vor allem

aber die hellroten Kirschen und rot-gold schimmernden

Pfirsiche neben den offenen Austern, die sich auf

der Zinnplatte spiegeln. Links an der Tischecke farbliche

Entsprechung durch einen roten Schmetterling,

daneben Wassertropfen. (13206117) (1) (18)

€ 8.000 - € 10.000

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493

GUILLIAM GABRON,

1619 ANTWERPEN 1678 EBENDA

STILLLEBEN MIT FRUCHTGIRLANDE

Öl auf Holz. Parkettiert.

48 x 64 cm.

Links unten signiert.

In ebonisiertem, durch Goldleiste akzentuiertem

Rahmen.

Beigegeben eine schriftliche Stellungnahme von Dr.

Fred Meijer, in Kopie, der die Autorschaft des vorliegenden

Gemäldes bestätigt.

Vor unbestimmtem Grund eine zu den Seiten nach

oben gebundene Fruchtgirlande, innerhalb welcher

Äpfel, Trauben, Pflaumen, Kirschen und Beeren prangen,

die durch fein aufgefasstes Weinlaub begleitet

werden. Vergleichbare Gemälde werden beim RKD in

Den Haag dokumentiert unter der Inv.Nr. 16391 und

20805.

Provenienz:

Auktion, Kettner, Berlin, 12. September 1962, Lot 473.

Auktion, Leo Spik, Berlin, 27./ 29. Juni 2002, Lot 324.

(1290278) (13)

GUILLIAM GABRON,

1619 ANTWERP 1678 IBID.

STILL LIFE WITH FRUIT GARLAND

Oil on panel. Parquetted.

48 x 64 cm.

Signed lower left.

Accompanied by a statement in writing by Dr Fred

Meijer, who confirms Gabron as the creator of the

present painting.

Comparable paintings are listed at the RKD in The

Hague with numbers 16391 and 20805.

Provenance:

Auction, Kettner, Berlin, 12 September 1962, lot 473.

Auction, Leo Spik, Berlin, 27/ 29 June 2002, lot 324.

€ 18.000 - € 22.000

Sistrix

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157


494

RÖMISCHER MALER

DER ZWEITEN HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS

BLUMENSTILLLEBEN IN SILBERNER PRUNKVASE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

109 x 74 cm.

In dekorativem, vergoldetem Rahmen.

Vor grünlich-braunem Hintergrund auf einem Tisch

mit grauer Decke stehend, die seitlich rechts gerafft

ist, ein hoher prachtvoller Blumenstrauß, unter anderem

mit Tulpen, Nelken, Anemonen, Maiglöckchen

und Passionsblume. Dieser ist arrangiert in einer reliefierten,

silbernen Vase mit seitlichen schlangenartigen

Griffen und mittig mit Relief mit einem Putto. An

der linken Tischecke steht ein kleine venezianische

Glasvase mit einem weißen Blütenzweig. Zur Belebung

der Darstellung tragen einige Insekten bei, die

die Blüten umschwirren. Qualitätvolle Malerei mit

starken Hell-Dunkel-Kontrasten. Kleine Retuschen,

kleine Rahmenschäden. (1320615) (1) (18)

ROMAN SCHOOL,

SECOND HALF OF THE 17TH CENTURY

FLORAL STILL LIFE IN MAGNIFICENT SILVER VASE

Oil on canvas. Relined.

109 x 74 cm.

€ 10.000 - € 12.000

Sistrix

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495

PÂRIS BORDONE,

1500 TREVISO 1571 VENEDIG

BILDNIS EINES JUNGEN EDELMANNES

Öl auf Leinwand. Doubliert.

52 x 45,5 cm.

Dem Gemälde sind drei Gutachten beigegeben:

Dr. Fritz Heinemann, (Experte der venezianischen

Malerei), 1966.

Mit dessen Datierung des Bildes in die reifere Zeit,

um 1550 1560.

Dr. Hermann Voss (Experte Spätrenaissance Italien),

1967, mit Datierung Mitte 15. Jahrhundert.

Giuseppe Fiocco (bis heute unangefochtener Experte

für die Malerei der italienischen Renaissance), April

1967.

In frontaler Haltung dem Betrachter gegenüber, in nahezu

Lebensgröße, im Halbbildnis. Der junge Mann ist

durch sein aufwändig gearbeitetes Wams als Mitglied

der gehobenen Gesellschaft zu erkennen. Diese Kleidung

unter dem schwarzen Seitenmantel mit Puffärmeln

weist künstlich eingearbeitete Schlitze auf, fein

gesäumt, was seine Fähigkeiten im Fechten andeuten

soll, eine damals in ganz Europa verbreitete Mode.

Das Gesicht zeigt ihn in einem Alter von etwa 25 Jahren.

Der ernste Blick mit braunen Augen ist direkt dem

Betrachter entgegengerichtet. Das aschblonde Haar

zurückgekämmt, der Bartwuchs kurz und merklich

rötlich.

Pâris Bordone, auch Pâris Bordon, war Schüler Tizians,

bei dem er um 1516 zwei Jahre lang lernte. 38-jährig

von Franz I nach Frankreich gerufen, porträtierte er

den König, aber auch zahlreiche Persönlichkeiten der

Gesellschaft. Nun in höchsten Ehren, erteilten ihm die

Fugger in Augsburg den Auftrag, deren Herrschaftssitz

auszumalen. Von Augsburg zog Bordone nach Italien

zurück. Er arbeitete in Vicenza, Treviso („Anbetung

der Hirten“), Crema, Turin und Genua und hinterließ

in diesen Städten weltbekannte Werke. Nicht wenige

davon („Überreichung des Ringes an den Dogen“,

1535, Akademie Venedig) werden zu den größten

Leistungen der Venezianischen Schule gerechnet. Von

der Stilistik seines Lehrers Tizian hatte er sich gelöst;

sein Kolorit zeigt auch hier erkennbar eine Nähe zu

Jacopo Palma il Vecchio.

Auch in vorliegendem Gemälde lässt die physiognomische

Erfassung erkennen, dass der Maler eine hervorragende

meisterliche Charakterwiedergabe zu

leisten imstande war. Ähnliches lässt sich auch bei

Bordones sonstigen Bildnissen erkennen, wie etwa

dem „Juwelier mit Dame“ (München, Alte Pinakothek)

oder dem Porträt von „Thomas Stachel“, 1540 (Louvre).

Auch der schwarze Seidenmantel findet sich der Zeitmode

gemäß in mehreren seiner Herrenbildnissen.

A.R.

Provenienz:

Ehemals Sammlung Dr. K.O. Reichel, 1979.

(1320142) (11)

€ 8.000 - € 12.000

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159


496

ANDREA SCACCIATI,

1642 FLORENZ 1710 FLORENZ

STILLLEBEN: BLUMENBOUQUET

IN EINER KRATERVASE

Öl auf Leinwand.

57 x 39,5 cm.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Giancarlo Sestieri,

Rom, Oktober 2012.

Das Blumenarrangement mit Rosen, Iris, Rittersporn

und weißen Strauchblüten hoch drapiert, in einer hellen

Vase mit Rundfuß, Akanthusblattdekor und antikisierendem

Relief, das einen Putto zeigt, von einem Satyr

verfolgt. Die Blüten delikat und locker angeordnet,

heben sich vom dunkelbraunen Hintergrund wirkungsvoll

ab.

Scacciati war Schüler des Mario Balassi (1604-1667)

und Lorenzo Lippi (1606-1665), von denen er allerdings

wenig in seine Gemäldesujets übernahm. Dagegen

dürfte die Zusammenarbeit mit Bartolomeo Bimbi

(1648-1729) wesentlich mehr Einfluss gehabt haben,

da beide für die Großherzogin der Toskana, Vittoria

della Rovere gemeinsam Aufträge unter den Medicis

übernommen haben. So gelangten mehrere seiner

Werke in den Besitz von Cosimo III de Medici, für

denauch Scacciati in dessen Villa wirkte.

Letztlich entwickelte sich Scacciati zum Spezialisten

für Blumenstillleben. 1988/89 präsentierte die Ausstellung

„Floralia“ im Palazzo Pitti seine Werke, mit

gleichzeitig erschienenem Katalog. Kurz danach wurde

eine Auswahl seiner Werke in einer wichtigen

Publikation (siehe Literatur) besprochen und mit Abbildungen

veröffentlicht. Darauf folgten weitere Publikationen.

A.R.

Literatur:

Kat. Palazzo Pitti, „Floralia“1988-89, Hrsg. M. Mosco

und M. Rizzotto. S. 84-890.

F. Zeri, La natura morta in Italia, Mailand 1989, II.

S. 588ff.

G. und U. Bocchi, Nuovi contributi alla natura morta in

Italia settentrionale e Toscana tra XVII e XVIII secolo.

Galleria d´Orlane Ed., Casalmaggiore 1998, S. 498ff.

Nrn. 626-635. (13207824) (2) (11)

ANDREA SCACCIATI,

1642 FLORENCE 1740 FLORENCE

STILL LIFE: FLOWER BOUQUET IN A CRATER VASE

Oil on canvas.

57 x 39.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Prof Giancarlo

Sestieri, Rome, October 2012.

€ 12.000 - € 15.000

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497

ALESSANDRO MAGNASCO

(1667 GENUA 1749 EBENDA) UND WERKSTATT

INNERES EINES KLOSTERS MIT NONNEN

BEI DER ARBEIT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

92 x 132 cm.

Beigegeben ein Gutachten von Anna Orlando, Genua.

In einem großen Innenraum eines Klosters mit zwei

geöffneten rechteckigen und drei halbrunden Fenstern

mehrere Nonnen in schwarz-weißer Tracht, die

gerade junge Mädchen in edler Kleidung, wohl aus

dem Adel, bei verschiedenen Tätigkeiten unterrichten:

Ganz rechts sitzen zwei Mädchen an einem Tisch beim

Knüpfen, daneben zwei Nonnen und ein Mädchen

beim Sticken, dahinter weitere beim Arrangieren von

Blumen, während im linken Vordergrund eine Nonne

am Spinnrad sitzt und zwei weitere in einem Buch

lesen. Zudem sind zwischen den Figuren zwei Katzen

und zwei Hunde zu erkennen. Vielfigurige Malerei in

überwiegend beige-brauner und schwarzer Farbigkeit.

Anna Orlando sieht in dem Gemälde einen realistischen,

beschreibenden Ansatz mit einem schnellen,

expressionistischen Malstil. Die Ausfertigung des

Hintergrundes dürfte einem Mitarbeiter des Künstlers

übertragen worden sein. (13207822) (2) (18)

ALESSANDRO MAGNASCO

(1667 GENOA 1749 IBID.) AND WORKSHOP

INTERIOR OF A MONASTERY WITH NUNS

AT WORK

Oil on canvas. Relined.

92 x 132 cm.

Accompanied by an expert’s report by Anna

Orlando, Genoa.

€ 40.000 - € 60.000

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Ausschnitt des Gemäldes

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163


498

KAREL SKRÉTA,

1610 PRAG 1674 EBENDA, ZUG.

BILDNIS EINES JUNGEN MALERS

117 x 92 cm.

In aufwändig gearbeitetem vergoldetem Rahmen.

Vor dunklem Hintergrund im Halbbildnis nach links.

Der Dargestellte richtet den Blick auf den Betrachter;

über den vollen Lippen ein jugendlicher Bartflaum.

Das dunkelbraune Haar zieht lang über die Schultern

herab. Auf der schwarzen Kleidung weiße Kragenstücke.

Die rechte Hand hält den Pinsel, die linke eine

Palette mit weiteren Pinseln.

Die unruhige Zeit des Dreißigjährigen Krieges bescherte

dem Maler ein bewegtes Leben. Als Nachkomme

einer protestantischen Adelsfamilie erhielt er seine

erste Ausbildung wohl bei Rudolfinischen Meistern

am Prager Hof, im Kreis des Egidius Sadeler. 1628,

nach der Schlacht am Weißen Berg, musste er nach

Freiberg in Sachsen flüchten, anschließend zog er

über Venedig nach Bologna, Florenz und Rom. Erst

1638 konnte er nach Prag zurückkehren. Wohl nicht

unbeeinflusst durch Italien, fiel es ihm leichter, zum

Katholizismus überzutreten, wodurch er auch sein

konfisziertes Vermögen zurückerhielt. 1651 wurde er

Vorsitzendender der Prager Zunft. Nun folgten zahlreiche

Aufträge für Kirchenaltäre in Prag sowie in der Kathedrale

von Leitmeritz. Inzwischen weithin bekannt,

erhielt er zahlreiche Portraitaufträge.

Die Art und Weise des Bildnisses lässt annehmen,

dass es sich hier um ein Selbstbildnis des Malers handeln

könnte. Der Beffchen-Kragen wäre ein Indiz, dass

das Bild noch in seiner Zeit der Zugehörigkeit zum

evangelischen Bekenntnis entstand, also vor/ um 1635.

Dies widerspricht nicht dem bekannten, später entstanden

Selbstbildnis-Kopf Skrétas. A.R.

Literatur:

Vgl. Jaromír Neumann, Karel Skréta. 1610-1674,

Prag 1974.

(13210721)

KAREL SKRÉTA,

1610 PRAGUE 1674 IBID. ATTRIBUTED

PORTRAIT OF A YOUNG PAINTER

117 x 92 cm.

In elaborately worked gilded frame.

€ 15.000 - € 20.000

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499

GABRIEL DE LA CORTE,

1648 MADRID 1694 EBENDA, ZUG.

Der Künstler war ein spanischer Maler, der sich auf

die Bemalung von Vasen, Körben, Girlanden und

Schildern spezialisiert hatte, die er ohne Hilfe eines

Lehrer zu malen gelernt hatte. Zahlreiche Blumenstillleben

gehören zu seinem Werk.

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN UND BLUMEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

100 x 122 cm.

Verso alter Aufkleber der Ketcham Gallery in Atlanta

mit Künstler- und Titelnennung.

Ungerahmt.

Vor linksseitig braunem Hintergrund, wohl auf einer

Terrasse stehender brauner Tisch, darauf die arrangierten

Objekte: ein großer hellbrauner Tontopf, aus dem

die leuchtend roten Blüten einer Päonie ragen, links

daneben ein großer Zweig, an dem mehrere glänzende

helle und rötliche Weintraubenrispen bis zum

Boden herabhängen. Auf der Platte selbst sind neben

hellen Pilzen mehrere Früchte, darunter Pflaumen

und Feigen, zu finden. Rechts des Tisches ragt ein Ast

eines Feigenbaums nach oben und zudem sind die

weiß-blauen Kacheln einer niedrigen Ummauerung zu

erkennen. Im rechten Hintergrund ein hoher Berg mit

Wasserfall, unter wolkenlosem blauem Himmel. Malerei

in der typischen Manier des Künstlers, der Fokus

dabei ganz auf die rot leuchtenden Blüten und die

glänzenden Reben gerichtet. Am linken Rand teils

leichter Einriss. (13218828) (18)

€ 9.500 - € 12.000

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165


500

ABRAHAM VAN DER HOEF,

1611/12 1649

DREISSIGJÄHRIGER KRIEG

Öl auf Holz im Oval.

47 x 63 cm.

Rechts unten monogrammiert „AH“.

In dekorativem vergoldeten Rahmen.

Auf freiem Feld, unter hohem weiß-grauen Himmel,

die teils berittenen kämpfenden Soldaten. Im Mittelpunkt

läuft ein Fahnenträger nach rechts und wird dabei

von einem Soldaten auf einem braunen Pferd mit

Degen verfolgt. Hinter ihm ein Mann auf einem Schimmel

in Rüstung und Hut, mit seiner rechten Hand gerade

einen Schuss auf einen Soldaten abfeuernd. Von

links nähert sich ein ganzer Trupp mit hochragenden

Lanzen und einer zerschlissenen Flagge. Im Vordergrund

sind bereits drei Soldaten zu Boden gegangen.

Malerei in zurückhaltender Farbgebung.

(1321485) (18)

ABRAHAM VAN DER HOEF,

1611/12 1649

THIRTY YEARS’ WAR

Oil on panel in oval.

47 x 63 cm.

Monogrammed “AH” lower right.

In decorative gilt frame.

Fighting soldiers on foot and horseback in the open

country under vast white and grey skies. Painted in

muted hues.

€ 10.000 - € 15.000

Sistrix

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501

ALEXANDER VAN GAELEN,

1670 1728

SCHLACHT ZUR EROBERUNG EINER BURG

Öl auf Leinwand.

53,5 x 72,5 cm.

Links unterhalb eines Pferdes signiert.

In dekorativem vergoldeten Rahmen.

Auf der rechten Bildseite eine trutzige Burganlage mit

Türmen, die gegen Angreifer mit Waffen verteidigt

wird. Auf dem davor liegenden Hügel diverse Soldaten

mit abfeuernden, auf die Burg gerichteten Kanonen.

Im Vordergrund mehrere berittene Soldaten mit gegeneinander

abfeuernden Waffen sowie ein kleiner

Trupp mit Gewehren und einer leuchtend roten Fahne,

der sich von rechts nähert. Am Boden bereits zwei

liegende Gefallene und ein Pferd. Auf der linken Seite

verlässt ein Soldat fluchtartig mit seinem Pferd durch

das Wasser die Schlacht und wird dabei von einem

Mann mit gezogenem Degen verfolgt. Gelb-rote Flammen

der abfeuernden Waffen sowie aufsteigender

Rauch verstärken den Eindruck der erbitterten Schlacht.

Im Hintergrund, über bergiger Landschaft, der hohe

Himmel, dessen Farbpanorama von Gelb über Hellblau

bis hin zu Rosa reicht. Rest. (1321486) (18)

€ 7.000 - € 9.000

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167


502

BERNARDINO LANINO,

UM 1509 MORTARA UM 1583 VERCELLI

BILDNIS EINES ARZTES

Öl auf Leinwand. Doubliert.

94 x 70 cm.

Dem Gemälde ist ein Gutachten von Prof. Dr. Justus

Müller-Hofstede, Bonn, beigegeben, vom 01.12.1978.

Der Dargestellte mittleren Alters ist im Dreiviertelbildnis

gezeigt. Hinter einer Tischkante stehend, die

in grauer Tönung am unteren Bildrand parallel verläuft,

hat er seine linke Hand auf ein Buch mit rotem

Einband gelegt, mit Aufschrift „HIPPOKRATIS“, was

auf seinen Beruf als Arzt verweist. Die rechte Hand

hält ein Brevier. Damit sollte die Stellung des Arztberufes

zwischen Gottesglauben und Wissenschaft angedeutet

werden. Seinem Ansehen entsprechend

trägt er einen schwarzen Mantel, mit breitem Pelzkragen,

dessen Ärmelsäume ebenfalls mit Pelz abgesetzt

sind. Das edel geformte Gesicht, mit intelligentem

Blick nach links, ist von schwarzem Bart- und

Haupthaar gerahmt.

Die Farbkomposition beschränkt sich auf die dunklen

und braunen Farbtöne, zu denen das Inkarnat von Gesicht

und Händen bewusst in Kontrast gesetzt ist. So

steht das Werk stilistisch den Porträts von Tizian sehr

nahe. Als vergleichbares Bild ist hier das Porträt des

Cassiano dal Pozzo zu nennen, (Pinacoteca Capitolina

Rom, Inv.Nr. 252). Über den Maler ist nur wenig bekannt,

noch weniger über seinen Lehrer. 1530 wird er

als der bedeutendste Maler von Vercelli genannt. Ein

zeitgenössischer Autor brachte ihn in Verbindung mit

Gaudenzio Ferrari als seinen möglichen Lehrer. A.R.

Provenienz:

Ehemals Sammlung Dr. K.O. Reichel, 1979.

Literatur:

Vgl. Giovanni Bossetti, Della Vita e delle Opere di

Bernardino Lanino, Pittore Vercellese, Vercelli 1871.

Vgl. Bernard Berenson, Italian Pictures of the

Renaissance. Central and North Italian School, Bd. III,

London 1968 (dort Abb. des signierten Vergleichsbildes

„Cassiano del Pozzo“). (1320141) (11)

€ 6.000 - € 8.000

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503

NICCOLINO VAN HOUBRAKEN,

1663 MESSINA 1723 LIVORNO, ZUG.

STILLLEBEN MIT PILZEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

26 x 31,5 cm.

In dekorativem Rahmen.

Blick auf grün-braunes Unterholz mit Maronenröhrlingen,

davon einer liegend mit beleuchteten hellen

Lamellen. Kleine Rahmenschäden.

(13207820) (2) (18)

€ 5.000 - € 9.000

Sistrix

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504

ADRIAEN DE GRYEFF,

1657 ANTWERPEN 1722 BRÜSSEL

Gemäldepaar

LANDSCHAFTEN MIT HUND UND JAGDBEUTE

Öl auf Holz.

Je 18,5 x 15 cm.

Jeweils links unten signiert.

In dekorativen Rahmen.

In Nahsicht an einem Waldrand ein brauner Hund, interessiert

an der an einem Ast aufgehängten Jagdbeute,

darunter ein Hase, zwei Vögel sowie einige am

Boden liegende Vögel. Im Hintergrund rechts der

hohe blau-weiße Himmel und ein Jäger mit zwei weiteren

Hunden sichtbar. Auch auf dem zweiten Gemälde

hängt an einem rechtsseitig wachsenden Baumast ein

erlegtes Federvieh, auf dem Waldrandboden davor ein

Hase, kleinere farbige Vögel und am linken unteren

Rand eine erlegte Ente. Ein sitzender weiß-brauner

Hund betrachtet aufmerksam die Beute. Erneut ist im

Hintergrund, links unter dem hohen Himmel, ein Jäger

mit Gewehr erkennbar. Malerei in der typischen Manier

des Künstlers. (1321514) (1) (18)

€ 8.000 - € 12.000

Sistrix

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169


505

MARIA LUIGIA RAGGI,

1742 1813

PHANTASIELANDSCHAFT MIT ANTIKEN

GEBÄUDEN, BRÜCKE UND FIGURENSTAFFAGE

Tempera auf Pastellkarton, auf Leinwand.

38 x 64 cm.

Verso alter handbeschr. Aufkleber.

Verglast. Im Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Giancarlo Sestieri,

Rom, April 2004.

In betontem Querformat bietet die Capricciolandschaft

einen weiten Blick aus der Kavaliersperspektive. Eine

Bogenbrücke über einem Fluss, dahinter Ruinen mit

Nischenfigur. In hellem Licht behauptet sich links ein

Triumphbogen hinter jungen Bäumen mit fiedrigem,

hellem Laub. Staffage des 18. Jahrhunderts belebt das

Bild. Die Wiedergabe auch der Details in erstaunlich

virtuoser Malweise, selbst kleinste Figuren lebendig

ins Bild gesetzt.

Die Malerin entstammte einer bedeutenden Familie,

kam elfjährig in den Convento dell´ Incarnazione in Genua,

1760 Novizin des Ordens Santissima Annunziata.

Diese Stellung erlaubte ihr, sich völlig der Malerei zu

widmen. Ihr Werk in Öl, Pastell und Mischtechnik zeigt

nahezu ausschließlich Capricci und Landschaften die

den Stil des späten Rokoko dokumentieren. Aufgrund

aufgefundener Quellen konnte ihre künstlerische Identität

gesichert werden, da bis dahin ihr Werk fälschlich

für das eines „Maestro del Capricci di Prato“ gehalten

wurde. Auch der Notname „Pseudo-Anesi“ wurde

verwendet. Erst ein signiertes Werk sicherte ihr malerisches

Wirken. Im Museo Civico di Prato und im

Museo Nelson-Atkins finden sich ihre Werke, aber

auch in den Capitolinischen Museen und in der Accademia

di San Luca in Rom, darüber hinaus weltweit

in Privatmuseen und Sammlungen. A.R.

Literatur:

Consuelo Lollobrigida, Maria Luigia Raggi:

„Il Capriccio Paesaggistico tra Arcadia e Grand Tour“,

Amdreaoma & Vano Budai Editori. Titelbild und Abb.

S. 63. (13207823) (2) (11)

MARIA LUIGIA RAGGI,

1742 1813

FANTASY LANDSCAPE WITH ANCIENT BUILDINGS,

BRIDGE AND FIGURAL STAFFAGE

Tempera on pastel card, laid on canvas.

38 x 64 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor

Giancarlo Sestieri, Rome, April 2004.

Literature:

Maria Luigia Raggi, Il Capriccio Paesaggistico tra

Arcadia e Grand Tour, Consuelo Lollobrigida, Amdreina

& Valneo Budai Editori Rome 2012, frontispiece and

ill. p. 63.

€ 18.000 - € 30.000

Sistrix

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506

ITALIENISCHER MALER DES 18. JAHRHUNDERTS

DIANA

Öl auf Leinwand.

93 x 66 cm.

Vor Waldlandschaft die Dreivierteldarstellung der Jagdgöttin

Diana in enganliegenden, hellblauen Chiton mit

weitem V-Ausschnitt mit goldener Bordüre. Sie hat einen

schlanken, langen Oberkörper, blonde lockige

Haare, ein zartes, leicht gerötetes Gesicht und blickt

nachdenklich nach unten. In ihrer linken Hand hält sie

einen langen Pfeil, während ihre rechte Hand auf der

Hüfte liegt. Einfühlsame Malerei in zurückhaltender

Farbgebung. Farbabsplitterungen, teils Retuschen,

Rahmenschäden. (1320223) (18)

ITALIAN PAINTER OF THE 18TH CENTURY

DIANA

Oil on canvas.

93 x 66 cm.

€ 10.000 - € 15.000

Sistrix

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507

ROMANTIKMALER UM 1800

ARKADISCHE IDEALLANDSCHAFT

MIT TEMPELRUINE UND OBELISK

Öl auf Leinwand.

47,5 x 73 cm.

Entsprechend der akademischen Schulen der Romantik

in feinpinseliger Malweise ausgeführt. Das betonte

Querformat sucht einen annähernd panoramaartigen

Blick zu bieten. Dominierend im Bild der links stehende,

vom Spätlicht beleuchtete ruinöse Tempel mit Dreiecksgiebel

über einer Viersäulenfront, rechts daneben

ein ägyptischer Obelisk, dazwischen Durchblick auf

am Fuße der Hügel liegenden Gebäudegruppe mit

Rundturm und Pyramide. Wie in romantischen, südlichen

Ideallandschaften üblich, sind die architektonischen

Elemente versatzstückhaft und Fantasievoll

nach realen Vorbildern der römischen Antike zusammengestellt.

So findet sich in der Pyramide im Hintergrund

eine Erinnerung an die Cestius-Pyramide in

Rom, der Tempel lässt die Architekturreste etwa auf

dem römischen Forum gedanklich aufleben. Die Staffagefiguren

im Vordergrund Hirten mit Rindern und

Ziegen, ein Reiter, in einem Wassertümpel gespiegelt

verleihen dem Bild zusätzlich den Eindruck einer

ländlichen Idylle. Die gebauschten Wolken, die über

die Landschaft hinwegziehen, mit Schattentiefen und

wirkungsvollen Aufhellungen, wollen als dramatisch

verstanden werden, ganz im Sinne der zur Entstehungszeit

bedeutend gewordenen „Heroischen Landschaft“,

als Assoziation der geschichtlichen Vergänglichkeit.

Das Gemälde zeigt sich in der Qualität eines

noch nicht eruierten Malers von Rang. A.R.

(1321111) (11)

ROMANTIC SCHOOL, CA. 1800

IDEAL ARCADIAN LANDSCAPE WITH TEMPLE

RUIN AND OBELISK

Oil on canvas.

47.5 x 73 cm.

€ 4.000 - € 6.000

Sistrix

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508

APOLLONIO DOMENICHINI,

TÄTIG UM 1740 1770, ZUG.

ARCHITEKTUR-CAPRICCIO MIT SEEUFER

UND FIGUREN

Öl auf Leinwand.

91 x 68 cm.

Der Maler, auch Menichini oder Menichino genannt,

wird aufgrund von vierzehn seiner Werke in einer

Sammlung in Baden bei Zürich als „Meister der Fondazione

Langmatt“ bezeichnet. Zwischen 1740 und

1770 wirkte er als Schüler von Luca Carlevarijs und

Johan Richter als Vedutist in Venedig. Neben seinen

bekannten Venedigansichten entstand jedoch auch

eine Reihe höchst fantasievoller Capricci.

Hier im Bild steht ein Palazzo mit großer Freitreppe im

Nachmittagslicht, die Aufbauten und Loggienbögen

ruinös. Die Staffagefiguren zeigen Arbeiter zwischen

höfisch gekleideten Edelleuten. Im Gegensatz zu

Ruinencapricci etwa des Panini zeigt sich hier ein weit

größeres Interesse an Architekturdetails, was den

Maler als Vedutisten erkennen lässt. A.R.

Anmerkung:

Die Zuweisung an den Künstler erfolgte dankenswerterweise

mündlich an die Vorbesitzer durch Prof.

Dario Succi. (1321181) (3) (11)

€ 8.000 - € 12.000

Sistrix

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173


509

GASPARE DIZIANI,

1689 BELLUNO 1767 VENEDIG

ARCHITEKTURCAPRICCIO MIT FIGURENSTAFFAGE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

96,5 x 130 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, o. J., welche

das vorliegende Gemälde zwischen 1725 und 1730

datiert und es somit in die erste Reifezeit des Künstlers

eingliedert, in Kopie vorliegend.

Eine von links als Repoussoirarchitektur in den Raum

hereinragende, verschattete Säulenarchitektur gibt den

Blick frei auf eine halbrunde Kolonnadenarchitektur mit

Triumphbogen und gesprengtem Giebel, welchem ein

klassizistisches Denkmal eingestellt ist. Die Figurenstaffage,

teils als Pilger ausgewiesen, wird von links

oben partiell erleuchtet. (12901044) (13)

GASPARE DIZIANI,

1689 BELLUNO 1767 VENICE

ARCHITECTURE CAPPRICCIO WITH FIGURE

STAFFAGE

Oil on canvas. Relined.

96.5 x 130 cm.

In gilt frame.

A copy of the expert´s report by Dario Succi, n.y. is

enclosed, dating the painting on offer for sale in this

lot between 1725 and 1730 and thus in the first maturing

period of the artist.

€ 8.000 - € 14.000

Sistrix

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510

VENEZIANISCHER MALER NACH 1600

BRUSTBILDNIS NACH LINKS MIT EINEM

ORIENTALEN MIT WEISSEM TURBAN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

78 x 60 cm.

Links und rechts des Kopfes Restbeschriftung.

In Prunkrahmen.

Der Dargestellte vor dunklem Hintergrund in rotem

samtig-wirkenden Gewand mit Knopfleiste im Brustbereich

sowie mit einem weiß-grauen Vollbart und

einem großen weißen geknoteten Turban mit rotem

Aufsatz. Den Kopf hat er leicht zur Seite gewendet

und schaut mit strengem ernsten Gesichtsausdruck

seitlich aus dem Bild heraus. Malerei in zurückhaltender

Farbgebung. Retuschen. (12901023) (18)

VENETIAN PAINTER AFTER 1600

HALF-LENGTH PORTRAIT TO THE LEFT WITH

AN ORIENTAL IN WHITE TURBAN

Oil on canvas. Relined.

78 x 60 cm.

Remains of an inscription on the left and right of the

head.

In magnificent frame.

€ 12.000 - € 20.000

Sistrix

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511

ITALIENISCHER MALER DES AUSGEHENDEN

18. JAHRHUNDERTS

DER WASSERFALL BEI TIVOLI MIT SAN ROCCO-

BRÜCKE UND BLICK AUF CAMPANILE UND

MINERVA-TEMPEL

Öl auf Leinwand.

60 x 42 cm.

Der Betrachterstandpunkt ist bewusst unterhalb der

Bogenbrücke angesetzt, was den Blick, durch den von

rechts beleuchteten Bogen, auf den hellen landschaftlichen

Hintergrund erlaubt. Diesen Standpunkt nehmen

auch die beiden dunklen stehenden Gestalten in

der rechten unteren Bildecke ein, die, ebenso im Sinne

der Romantik, auf den Wasserfall weisen. Über dem

linken Pfeiler der Brücke das Giebelhaus mit der

Steintafelaufschrift „SPQR“. Das mächtige Ausmaß der

Brücke wird deutlich durch die darüber hinziehenden

Figuren eines Eselreiters sowie eines Rinderhirten.

(12901057) (11)

€ 3.500 - € 5.500

Sistrix

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175


512

APOLLONIO DOMENICHINI,

AUCH BEKANNT ALS „MAESTRO DELLE VEDUTE

DELLA FONDAZIONE LANGMATT“,

TÄTIG UM 1740 1770

ANSICHT VON VENEDIG VON DER KIRCHE SANTA

MARIA DELLA CARITÀ

Öl auf Leinwand.

74 x 114 cm.

In dekorativem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Emilio Negro, Bologna

(in Kopie vorliegend).

Dieses Lagunenpanorama zeigt einen klaren Blick auf

den Canal Grande vom Campo di S. Maria della Carità

aus, wo man leicht die gleichnamige Kirche und die

rechts im Vordergrund sichtbare Bruderschaft erkennen

kann, die heute Sitz der Galerie Accademia in

Venedig ist. Von diesem privilegierten Aussichtspunkt,

von dem man die belebte Wasserstraße überblickt und

nach rechts schauen kann, ist die herrliche Architektur

der Basilika S. Maria della Salute und der Punta della

Dogana sehen. Auf der gegenüberliegenden Seite sind

die Patrizierpaläste, Häuser, Boote und Gondeln zu

bewundern.

Bemerkenswert sind die Gesamtwirkung und der weite

blaue Himmel, der von einer weißen und rosigen

Wolke über dieser ruhigen Vision des venezianischen

Lebens durchzogen ist.

Dieses venezianische Leben wird durch die Verwendung

ausgewogener und weicher Farben in warmen,

leicht perligen Tönen in ein leichtes und angenehmes

Licht getaucht. Der elegante beschreibende Geschmack,

nüchtern und doch umfassend, die sichere

Kenntnis der reifen Landschaftsdarstellung beweisen,

dass die Ausführung des fraglichen Gemäldes der

Furche der gelehrtesten lagunenkünstlerischen Kultur

der klar definierten perspektivischen Struktur in den

Umrissen der Formen und in der nüchternen, essentiellen,

aber wirksamen Farbpalette folgte, die den

dargestellten Szenen echte Tiefe verleiht. Dies geschieht

durch eine raffinierte Wiederaufnahme des

Vedutismo des frühen 18. Jahrhunderts, die darauf

abzielt, die letzten Reste des Barock zu überwinden

und zu vereinfachen, und eine klare Orientierung an

klassischeren Lösungen, die sich bei der Gestaltung

der Architektur an echten venezianischen Elementen

orientieren: typische Merkmale der Werke von Apollonio

Facchinetti, genannt Domenichini, auch bekannt

als der „Meister der Langmatt-Foundation“. (†)

(1321212) (4) (18)

APOLLONIO DOMENICHINI,

ALSO KNOWN AS “MASTER OF THE LANGMATT

FOUNDATION”,

ACTIVE CA. 1740 1770

VEDUTA OF VENICE FROM THE CHURCH

OF SANTA MARIA DELLA CARITÀ

Oil on canvas.

74 x 114 cm.

Accompanied by an expert´s report by Emilio Negro,

Bologna (copy enclosed).

A refined revival of Vedutism of the early 18th century,

aimed at overcoming and simplifying the last remains

of the Baroque style, and a clear orientation towards a

more Classicist style, taking inspiration from real Venetian

modules in the design of the architecture. These

are typical features of the works by Apollonio Facchinetti,

called “Domenichini”, or the “Master of the

Langmatt Foundation”. (†)

€ 40.000 - € 50.000

Sistrix

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Detail des Gemäldes

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177


513

FRANS SNYDERS,

1579 ANTWERPEN 1657 EBENDA, ZUG.

HAHNENKAMPF IM GEFLÜGELHOF

Öl auf Leinwand.

104 x 186 cm.

Beigegeben Bericht einer Materialanalyse von Andrés

Sánchez Ledesma und María Jesus Gómez García,

datiert 7. Oktober 2008, Madrid.

Der Hauptgegenstand des Gemäldes sind zwei gegeneinander

kämpfende Hähne, mit aufgestellten

Flügeln und erregt gespreiztem Gefieder, diese in der

Beleuchtung hervorgehoben. Links weitere Hennen

mit ihren Küken, die die Szenerie bereichern und ebenso

in Aufregung wiedergegeben sind. Die Küken teilweise

hochstehend, lediglich ein Huhn mit Kornähre

im Schnabel. Rechts im Bild zwei eher teilahmslose

Hühner auf einer Steinbasis.

Das Hahnenkampf-Bildthema hat Snyders mehrfach

aufgegriffen. Neben Werken, die bei namhaften Auktionen

in den Kunsthandel kamen, sei hier das Gemälde

in den Staatlichen Museen in Berlin genannt

(um 1625 entstanden, Inventarnummer 878). Ein weiteres

Bild befindet sich in Bourg-en-Bresse im Musée

de Brou. Ferner eines im Prado in Madrid (Nr. 770),

das auf ein Gemälde im Königlichen Museum der

Schönen Künste in Antwerpen zurückgeht und als

eine Replikwiederholung von der Hand des Künstlers

gilt. Die Säulenbasis rechts im Bild findet sich auch

in dem Hahnenkampf-Bild in Philadelphia wieder, das

wie das Berliner Exemplar in die 1630er-Jahre zu

datieren ist. Snyders hatte sich bereits 1630 mit diesem

Themenkreis auseinandergesetzt, angeregt durch

die „Ornithology“ von Ulisse Aldrovandi (1522-1605),

das ihm Rubens (1577-1640) vermittelt hatte.

(1320491) (11)

FRANS SNYDERS

1579 ANTWERP 1657 IBID., ATTRIBUTED

A COCK FIGHT IN A POULTRY YARD

Oil on canvas.

104 x 186 cm.

Accompanied by a material analysis report by Andrés

Sánchez Ledesma and María Jesus Gómez García,

dated 7 October 2008, Madrid.

Snyders painted the subject of a cockfight several

times. Apart from works that were sold at prestigious

auctions in the art trade, a painting held at the Staatliche

Museen zu Berlin should be mentioned for comparison

here (ca. 1625, inventory no. 878). A further

painting is held in Bourg-en-Bresse at the Musée de

Brou and one at the Prado Museum in Madrid (no.

770), which is a copy of a painting held at the Royal

Museum of Fine Arts in Antwerp and is considered a

replica by the artist himself. The base of the column

on the right can also be found in the cockfight painting

held in Philadelphia which dates to the 1630s, just

like the Berlin version. Snyders had already painted

this subject in 1630, inspired by The Ornithology by

Ulisse Aldrovandi (1522-1605), which Rubens (1577-

1640) had procured for him.

€ 60.000 - € 80.000

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514

WILLEM VAN HERP,

1614 ANTWERPEN 1677 EBENDA, ZUG.

INNERES EINES GROSSEN STALLS MIT TIEREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

73 x 118 cm.

Im Zentrum des Gemäldes eine junge Frau in rotblauer

Kleidung mit weißer Kopfbedeckung. Neben

ihr stehend ein kleines Kind, das eine Ziege hält und

streichelt, die gerade durch die Frau mit einem Kohlkopf

gefüttert werden soll. Vor ihnen zwei weitere am

Boden liegende Ziegen und ein großer Korb mit

Gemüse. Rechts hinter ihnen eine Stallung, aus der

zwei Stiere herausschauen. Davor am Boden ein weiterer

geflochtener Korb mit Gemüse und zwei Keramikgefäße.

Linksseitig drei Figuren, davon ein Mann

mit roter Jacke auf einem beladenen Muli sitzend

und ein weiterer mit einem großen Gemüsekorb

beladener Muli. Im Hintergrund links Blick aus der

Scheune heraus auf den abendlichen Himmel. In der

linken Ecke des Vordergrundes, die verschattet ist,

eine sitzende Ziege. Das Licht fällt von links durch den

offenen Stall herein und bestrahlt die drei Figuren sowie

Mutter und Kind bei der Fütterung. Harmonische

Malerei mit gekonnter Lichtführung in harmonischer

Farbgebung in der typischen Manier des Künstlers.

(1321003) (3) (18)

€ 6.500 - € 8.500

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179


515

ITALIENISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

DIE RÜCKKEHR DES VERLORENEN SOHNES

Öl auf Leinwand, im oberen Bereich weiteres Stück

angesetzt.

108 x 138 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Das Sujet des Gemäldes ist dem Gleichnis vom verlorenen

Sohn im Lukas-Evangelium entnommen. Es

erzählt von dem leichtsinnigen Sohn, der sein Elternhaus

verlassen und ein verschwenderisches Leben

geführt hat und schließlich nach Hause zurückkehrt.

Auf dem Gemälde rechts vor dem hohen Eingang

des Hauses, der linksseitig von kannelierten Säulen

flankiert ist, der stehende alte Vater in einem zweifarbigen

edlen Gewand und einem weiten, vor der Brust

geknoteten beigen Umhang. Er hat lichtes Haar, eine

hohe gerunzelte Stirn, einen langen grauen Bart und

neigt sich zu seinem vor ihm knienden zurückgekehrten

Sohn herab. Dabei hat er seine Arme mit den faltigen

Händen weit ausgebreitet, um seinen Sohn willkommen

zu heißen. Sein Gesicht und seine Hände drücken

Liebe, Güte und Verzeihen aus. Der ebenfalls nach

unten gebeugte Sohn in einem ärmlichen Gewand,

das seine fast weiße Rückenpartie frei lässt, hat die

Arme voller Demut vor sich gekreuzt, hält einen langen

Stock und hat voller Reue sein gerötetes Gesicht mit

traurigem Blick nach unten gerichtet. Hinter ihm links

vor hellblauem Horizont zwei Männer, davon einer

der ältere Bruder, der fragend und ungläubig seinen

Vater ansieht und dabei seine rechte Hand leicht erhoben

hat. Einfühlsame, bewegte Darstellung mit

ausdrucksstarken Gesichtern und Gesten. Kleine Rahmenschäden.

(1320221) (18)

€ 8.000 - € 12.000

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516

ANTONIO STOM,

UM 1688 VENEDIG 1734

(ABB. LINKS)

ARCHITEKTUR-CAPRICCIO

Öl auf Leinwand.

88 x 113 cm.

In plastisch dekoriertem und vergoldetem Rahmen.

Anbei in Kopie ein Gutachten von Prof. Giancarlo

Sestieri vom 22. Juli 2021.

Antonio Stom, genannt Tonino, malte dieses Gemälde,

dessen hohe Qualität von Sestieri gelobt wird, in der

ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Unter dem Einfluss

von Panini fertigte Stom diese Komposition, die

er rechts durch einen Triumphbogen einleitet, der von

Staffagefiguren begleitet wird, die seine Monumentalität

unterstreichen. Weitere Bauwerke stehen in

Zusammenhang mit der begleitetenden und sie überwuchernden

Vegetation. Rest.

Literatur:

Vgl. Giancarlo Sestieri, Il Capriccio architettonico

in Italia nel XVII e XVIII secolo, Rom 2015, Bd. III,

S. 282-289. (13207815) (2) (13)

€ 7.000 - € 12.000

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517

TOMMASO MARIA CONCA,

1734 GAETA 1822 ROM

DIE ÜBERGABE VON GESCHENKEN

AN CORIOLANUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

73 x 136 cm.

In vergoldetem, plastisch verziertem Rahmen.

Als Sohn des Malers Giovanni und der Anna Laura

Scarsella wurde Tommaso Maria Conca am 22. Dezember

1734 geboren und am 24. Dezember in S. Lorenzo

in Damaso getauft. Eine im Archiv der Accademia di

S. Luca aufbewahrte Grabrede (Bd. LXXII, Nr. 116,

auch in S. Conca, 1981, S. 391-392) enthält die wesentlichen

Punkte der Biografie. Conca verbrachte einen

Teil seiner Kindheit in Turin, wo sein Vater, der vom

König von Sardinien gerufen wurde, von November

1738 bis Juni 1748 lebte, bevor er nach Rom zurückkehrte.

In der Schule seines Vaters lernte Conca die

Grundlagen des Zeichnens und Malens. Gnaeus Marcius

Coriolanus wurde aus Rom verbannt und führte

darauf Krieg gegen seine Heimatstadt, der laut Plutarch

erst durch die Vermittlung seiner Mutter, die mit

seiner Frau und seinen Kindern zu seinem Heerlager

kam und sich vor ihm niederwarf, beendet werden.

Literatur:

Das hier angebotene Gemälde ist abgebildet in: Pittura

neoclassica italiana, hrsg. Adriano Cera, Mailand

1987, Abb. 288. (1321163) (3) (13)

TOMMASO MARIA CONCA,

1734 GAETA 1822 ROME

THE DELIVERY OF GIFTS TO CORIOLANUS

Oil on canvas. Relined.

73 x 136 cm.

Literature:

The painting on offer for sale here is illustrated in:

Pittura neoclassica italiana, ed. Adriano Cera, Milan

1987, ill. 288.

€ 18.000 - € 20.000

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181


518

FRANCESCO CASANOVA,

1727 LONDON 1802 VORDERBRÜHL, WIEN

SÜDLICHE IDEALLANDSCHAFT

MIT ZIEHENDEN HIRTEN

Öl auf Leinwand.

73 x 98 cm.

Von einer felsigen Anhöhe in einen gewundenen Weg

ins Tal ziehende Hirten mit Maultierkarren und Eseln

sowie einer Ziegenherde. Die Szenerie seitlich gerahmt

durch einen hochragenden Baum links sowie

einen rechts hochsteigenden Felsen mit Wurzeln und

Sträuchern bewachsen. Weiter unten im Tal auf grünen

Matten zwischen einem Laubwäldchen antikische

Gebäude mit Zinnentürmen vor abfallender Bergkette.

Der Himmel mit nach links ziehenden Wolken, belichtet

durch die sinkende Sonne zwischen hellen Wolkenstreifen.

Lebendige Wiedergabe des bewegten Sujets.

Auffallend die aus dem französischen Rokoko herzuleitende

Farbigkeit und Bewegtheit der Vegetation

sowie der leuchtenden Textilien, was auf einen Einfluss

durch die Malerei im Umkreis von Boucher hinweist.

(12814513) (10)

FRANCESCO CASANOVA,

1727 LONDON 1802 VORDERBRÜHL, VIENNA

SOUTHERN IDEAL LANDSCAPE WITH SHEPHERDS

Oil on canvas.

73 x 98 cm.

€ 20.000 - € 30.000

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519

WILLEM VAN LEEN,

1753 DORDRECHT 1825 DELFTSHAVEN

GROSSES BLUMENBOUQUET IN

ANTIKISIERENDER VASE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

130,5 x 75,2 cm.

Unten mittig signiert.

In plastisch dekoriertem Rahmen.

Der Maler war Schüler seines Vaters und weiterer

Meister der Dordrechter Schule. 20-jährig zog er nach

Paris, wo er sich an Werken des Malers van Bloemen

orientierte. In Folge beauftragt von der Großherzogin

von Russland für Werke für das Pawlowsk in Sankt

Petersburg. Auf einer starken Steinplatte, die auch als

Hintergrundfolie für die Signatur dient, eine reliefierte

gefußte antikisierende Vase mit flankierenden Früchten

wie Trauben, Ananas und Pfirsich. Ein Blumenbouquet,

das kompositionell eine aufstrebende Diagonale

bildet, wird aus Rosen, Tulpen, Narzissen, Hor tensien

und Blüten weiterer Blumen gebildet. Rest.

(1321455) (13)

WILLEM VAN LEEN,

1753 DORDRECHT 1825 DELFTSHAVEN

LARGE FLORAL BOUQUET IN ANTIQUE VASE

Oil on canvas. Relined.

130.5 x 75.2 cm.

Signed at bottom centre.

€ 15.000 - € 25.000

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520

WILLEM WISSING,

1656 1687 STAMFORD, ZUG.

PORTRAIT EINER VORNEHMEN DAME

ALS MINERVA

Öl auf Leinwand. Doubliert.

127 x 102 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Dreiviertelportrait einer eleganten Dame, hier mit den

Attributen der römischen Göttin Minerva mit großem

Schild, auf das sie ihren linken Unterarm stützt, und

einem Speer in ihrer rechten Hand wiedergege ben. Sie

trägt zudem ein langes Kleid mit weitem Dekolleté, das

am Rand mit Spitze besetzt und mit Schmuck verziert

ist. Sie hat ein zartes, helles Inkarnat und hat ihren

Kopf mit den fast schwarzen Haaren, auf denen sie

einen großen Federbausch trägt, zur Seite gewandt

und blickt mit ihren dunklen Augen aus dem Bild heraus.

Qualitätvolle Malerei bei der durch den starken

Hell-Dunkel-Kontrast Gesicht, Arme und Dekolleté der

Dargestellten besonders hervorgehoben werden. Wenige

minimale Retuschen.

Anmerkung:

Verso auf Rahmen Aufkleber mit Verweis „from

the Wanstead Collection 1822“.

Das vorliegende Gemälde soll auf der Auktion im

Wanstead House Essex, Juni 1822, Lot 326, zur

Versteigerung gekommen sein. (1320211) (18)

€ 7.000 - € 9.000

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521

DAVID DE HEEM D. J.,

1610 1669, NACHFOLGE DES

GROSSES STILLLEBEN MIT LILIEN UND KREUZ

Öl auf Leinwand.

98 x 81 cm.

Trägt unten links eine Signatur.

In ebonisiertem Rahmen.

Nach einem Gemälde de Heems in der Alten Pinakothek

in München (Inv.Nr. 568 von ca. 1645) gestaltetes

Gemälde mit fein ausgeführten Blüten, ganz dem Vorbild

des hochdotierten Blumenmalers entsprechend.

Während Totenschädel und Taschenuhr Sinnbilder von

Sterblichkeit des Menschen und verrinnender Zeit

sind, erinnern Turbanschnecke, Früchte und Blumenstrauß

an die Vergänglichkeit irdischer Pracht. Kruzifix,

Efeu und Kornähren stehen indes hoffnungsvoll für

Auferstehung und ewiges Leben.

Provenienz:

Kunsthandel Berlin (1973).

Privatsammlung, München.

Literatur:

Vgl. Sam Segal, Jan Davidsz. de Heem, Den Haag

1991, Nr. 31 und Nr. 32a. (1320472) (13)

€ 8.000 - € 12.000

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Detail des Gemäldes

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189


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522

NIEDERLÄNDISCHER MALER

DES 17. JAHRHUNDERTS

WEITE LANDSCHAFT MIT FIGUREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

104 x 88 cm.

In schmalem teilvergoldetem Rahmen.

Blick von erhöhtem Standpunkt auf ein in der Ferne

liegendes Tal mit breitem Flusslauf, in dem sich malerisch

das helle Licht der untergehenden Sonne spiegelt.

Im Vordergrund zwei Hirten im Gespräch, zu deren

rechter Seite drei Kühe und ein liegender Hund zu erkennen

sind. Dahinter eine Frau auf einem Pferd, in

Begleitung eines uniformierten Mannes mit roter

Jacke, auf dem Weg in das weite bewaldete Tal.

Rechtsseitig zwei große alte Bäume, die in den hohen

hellblauen Himmel mit weißen Wolkenformationen

ragen. Zwischen den Baumstämmen und daneben

fällt der Blick auf eine Anhöhe mit kleiner Schafherde

und einem Gehöft. Jenseits des Flusses sind diverse

Baumreihen und die Silhouetten einer Stadt, mit in

den Himmel ragendem Kirchturm, und eines Bergpanoramas

zu erkennen. Malerei in harmonischer

Farbgebung. Vereinzelt rest., minimale Retuschen.

(13218834) (18)

DUTCH SCHOOL,

17TH CENTURY

VAST LANDSCAPE WITH FIGURES

Oil on canvas. Relined.

104 x 88 cm.

€ 12.000 - € 15.000

Sistrix

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523

TOMMASO SALINI, GENANNT „MAO“,

UM 1575 ROM 1625 EBENDA

JUNGER ERSCHÖPFTER JÄGER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

90,5 x 135 cm.

In dekorativem Prunkrahmen.

Beigegeben eine Expertise mit Vergleichsbeispielen

von Alessandro Delpriori, Florenz (in Kopie vorliegend).

In bewaldeter Landschaft vor blauem Himmel mit

weißen Wolkenstreifen ein junger schlafender Mann

in rötlichem Hemd mit geschlitzten Ärmeln, dessen

Kopf seitlich auf seinen übereinandergelegten Händen

ruht. Hinter ihm links an einem dicken Baumstamm

sein abgestelltes Gewehr, mit dem er die vor ihm im

Halbkreis liegenden fünf Vögel erschossen haben

muss, dazu noch eine Pulverflasche. Rechts von ihm,

unterhalb eines weiteren Baumstammes, ein großer,

leicht zusammengerollter ruhender Hund mit weißem

glänzenden Fell, einer roten Schnauze und rot-braun

leuchtenden Augen. Insbesondere die Lichtführung,

der Kontrast zwischen den dunklen Schatten und

dem Lichtfall auf Gesicht und Kleidung des Jägers,

sowie die Detailgenauigkeit der Vögel und Haare des

Hundes erinnern an den römischen Caravaggismus.

Teils Rahmenschäden.

Anmerkung:

Der Künstler wurde in der Werkstatt des Francesco

Morelli ausgebildet, spezialisierte sich bald auf Stillleben

und Blumenbilder. Salini war nie ein Schüler

Caravaggios, wurde aber von dessen Arbeit beeinflusst.

Soweit bekannt ist, nahm er 1603 an dem

berühmten Prozess zwischen Michelangelo Merisi

und Giovanni Baglione teil und entschied sich für seinen

Freund, den römischen Maler. Caravaggio selbst

sagte im Rahmen des Prozesses aus, dass er Salini

als Maler von Stillleben kenne, aber nie eines gesehen

habe. (13210722) (18)

TOMMASO SALINI, CALLED “MAO”,

CA. 1575 ROME 1625

YOUNG EXHAUSTED HUNTER

Oil on canvas. Relined.

90.5 x 135 cm.

In decorative magnificent frame.

Accompanied by expert’s report by Alessandro Delpriori,

Florence, with comparative examples (copy available).

€ 18.000 - € 25.000

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191


524

GIACOMO ANTONIO MELCHIORRE CERUTI,

GENANNT „PITOCCHETTO“,

1698 MAILAND 1767

HERRENBILDNIS

Öl auf Leinwand im Oval.

94 x 69 cm.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Giancarlo Sestieri,

Rom, 16. Okt. 2021.

Der Herr mittleren Alters lebensgroß im Halbbildnis

dargestellt. Das Gesicht von gepuderter Allongeperücke

gerahmt, Rock und Weste mit silbernen Knöpfen

bestückt, im Arm ein Dreispitz. Von Ceruti sind neben

zahlreichen Bildern von Bettlern und Menschen ärmster

Schichten auch Bildnisse aus dem Hofleben entstanden.

Seiner Bettlerdarstellungen wegen (z. B.

Museum Thyssen-Bornemisza) wurde der Maler auch

„Pitocchetto“ genannt. Über seine Herkunft ist nur

wenig bekannt. Sein wohl frühestes Herrenbildnis ist

das Porträt des Conte Fenaroli, von 1724. Gegen 1728

war Ceruti in Brescia tätig, 1736 in Venedig. Dort entstanden

Gemälde im Auftrag des Marschalls J. M. von

der Schulenburg. Danach schuf er in Padua zwischen

1737 und 17741 Altarbilder für die Basilika di S. Antonio,

sowie mehrere Werke für Santa Lucia. In Piacenza

ist er 1743 1746 nachweisbar, anschließend in Brescia,

dort beauftragt von der Familie Lechi. Erst 1757

war er wieder in Mailand.

Sein Werk ist von einem erkennbaren Realismus geprägt.

Darin ist ein Themeninteresse zu erkennen,

das wir auch in den Kinderbildnissen des Murillo finden.

Vielseitig tätig, entstanden exzellente Bildnisse

der höfischen Gesellschaft. Darunter ist auch der

„Cellist“ bekannt geworden, der sich im Kunsthistorischen

Museum Wien befindet, oder das Bildnis des

„Marquis Knigt Don Erasmo Alipranti Martinengo“.

Die beigegebene Expertise nennt weitere Vergleichsbeispiele.

A.R.

Literatur:

M. Gregori, Monographie, Ed. A. Pizzi, Milano 1982.

Katalog: Giacomo Ceruti e la rittratistica del suo tempo

nell´ Italia settentrionale. A cura die G. Testori und

G. Mallé. Rorino 1967. (13207825) (2) (11)

GIACOMO ANTONIO MELCHIORRE CERUTI,

ALSO KNOWN AS “IL PITOCCHETTO”,

1698 MILAN 1767

PORTRAIT OF A GENTLEMAN

Oil on canvas in oval.

94 x 69 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor

Giancarlo Sestieri, Rome, 16 October 2021.

€ 12.000 - € 18.000

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525

MICHIEL JANSZ VAN MIEREVELD,

1567 DELFT 1641, WERKSTATT DES

(ABB. LINKS)

PORTRAIT DES JAN VAN OLDENBARNEVELT

(1547 1619)

Öl auf Holz.

61 x 50,5 cm.

Das Brustbildnis nach rechts zeigt den Dargestellten

vor braunem Hintergrund in eleganter silberfarbener

Weste mit langer Knopfreihe oberhalb der Brust, dazu

ein pelzverbrämtes Wams und einen großen weißen

Kragen. Er hat einen längeren Bart, ein leicht gebräuntes

Gesicht und mit seinen glänzenden blauen Augen

schaut er ernsthaft auf den Betrachter hinaus. In der

oberen linken Ecke ist der Name des Dargestellten

wiedergegeben „BERNEVELT“. Qualitätvolle Malerei,

bei der die Physiognomie des Dargestellten besonders

gut wiedergegeben wird.

Anmerkung:

Der Dargestellte war ein niederländischer Staatsmann

und gilt als Begründer der Republik der Vereinigten

Niederlande. Das Originalgemälde von Michiel Jansz

van Miereveld, das um 1615 entstanden ist, befindet

sich im Museum Rotterdam. Auf der Rückseite der

Holztafel befindet sich zudem ein alter Aufkleber des

Brooklyn Museums, New York, mit Zuschreibung

an den Künstler und mit Namensnennung des Dargestellten,

datiert vom 06.09.1929. (1321771) (18)

€ 5.000 - € 6.000

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526

NIEDERLÄNDISCHER MALER

DES 17. JAHRHUNDERTS

HAFENSTADT MIT ELEGANTER GESELLSCHAFT

AUF TERRASSE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

33 x 77 cm.

Links unten auf Sockelrand signiert.

In dekorativem Rahmen.

Blick auf eine große Terrasse am Hafen, auf der sich

eine elegant gekleidete Gesellschaft versammelt hat,

von denen mehrere Damen und Kavaliere an einem

Tisch sitzen und in interessante Gespräche vertieft

sind. Linksseitig wohl die Gastgeber, ein Herr in eleganter

Kleidung mit grauem Mantel, neben ihm stehend

eine junge Frau mit gelbem Gewand, blauem

Umhang und mit ihrer Rechten einen schlanken

Windhund streichelnd. Hinter ihnen führen wenige

Stufen zum Wasser, an dem gerade ein kleines Boot

anlegen will. Im Hintergrund mehrere Prunkbauten

und Türme der großen Stadt sowie linksseitig auf

dem Wasser diverse Boote und Schiffe, darunter eine

große prachtvolle Fregatte. Malerei in überwiegend

beige-grauer Farbigkeit, aufgelockert durch farbige

Kleidungsstücke der Figuren. Minimale Retuschen,

teils Rahmenschäden. (13218825) (18)

DUTCH SCHOOL,

17TH CENTURY

HARBOUR TOWN WITH ELEGANT PARTY

ON TERRACE

Oil on canvas. Relined.

33 x 77 cm.

Signed lower left on edge of base.

In decorative frame.

€ 10.000 - € 12.000

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193


527

JACOB VAN DER ULFT,

1627 GORINCHEN 1689 NOORDWIJK, ZUG.

SÜDLICHE HAFENSTADT MIT FIGURENSTAFFAGE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

40,6 x 78,7 cm.

In plastisch reliefiertem und bronziertem Rahmen.

Vor den hohen Mauern einer Stadt ein großer belebter

Platz mit drei antiken korinthischen Säulenresten, an

deren Basisbereich sich einige Markthändler niedergelassen

haben. Rechts der Säulen auf einem hellen

Sockel die Skulptur des stehenden Weingottes Bacchus

und passend dazu rechts einige liegende Weinfässer

und mehrere Weinhändler, darunter zwei Orientalen

mit weißem Turban sowie Gehilfen beim Verkaufsgespräch.

Der Platz führt rechts im Hintergrund zum Hafen,

an dessen Ufer ein alter Rundturm und eine hohe

Säule sowie zahlreiche Figuren zu erkennen sind. Auf

dem Wasser einige Segelboote, dahinter am Horizont

eine bergige Landschaft unter hohem hellblauem,

sommerlichem Himmel mit großen Wolkenformationen.

Darstellung, die auf einen internationalen Hafen

hinweist, mit zahlreichen Figuren in überwiegend

beige-brauner und grau-blauer Farbigkeit. Retuschen.

Anmerkung:

Der Künstler wird 1659 in einem Dokument als Maler

und Architekt erwähnt. Er war 1660-1679 Bürgermeister

von Gorinchen. Er malte viele italienische Landschaften

mit Denkmälern. (13206118) (1) (13)

€ 4.000 - € 5.000

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528

GAEL BAREND,

UM 1620 HAARLEM 1687/1703 AMSTERDAM,

ZUG.

LANDSCHAFT MIT FIGURENGRUPPE

Öl auf Holz. Parkettiert.

56,8 x 73,5 cm.

In bronziertem Rahmen im Louis XV-Stil.

Weite hügelige Landschaft mit reicher mächtiger

Baumstaffage, worunter sich eine größere Figurengruppe

niedergelassen hat, die unterschiedlichen

Tätigkeiten nachgeht und von einem angedeuteten

Dorf hinterfangen wird. Typisch für Gael ist die keilförmige

Landschaftskomposition mit zentralen Baumgruppen,

die von rechts oder wie hier von links

angeordnet sind, sowie auch die Staffagefiguren, zu

denen sich häufig gern ein Reiter gesellt. Rest.

(13216119)

€ 4.000 - € 6.000

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195


529

NEOKLASSIZISTISCHER MALER

DES SPÄTEN 18./ FRÜHEN 19. JAHRHUNDERTS

Gemäldepaar

GRISAILLEN MIT JAHRESZEITEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

Je 96 x 98 cm.

In schmalen goldfarbenen Rahmen.

Das erste Gemälde des Sommers zeigt mehrere

Putti mit Kornernte. In der Mitte ein sitzender kleiner

Putto mit Ährenkranz im Haar, eine Sichel in seiner

Rechten und auf einem Bündel geernteten Korns

halb liegend. Er ist umgeben von drei weiteren Putti,

davon einer auf einem zusammengeknoteten Bündel

liegend. Rechtsseitig ein großes Ährenfeld und

ein Putto mit gebundenen Ähren auf seinen Schultern

davontragend. Im hohen Himmel, in den ein

Baum ragt, das strahlende Sonnenlicht sichtbar.

Die zweite Grisaillemalerei gibt den Winter wieder:

Vor zwei alten Hütten und einem fast kahlen Baum

mehrere Putti, zusammen an einem brennenden

Holzfeuer sitzend mit ihren ausgestreckten Händen,

um sich zu wärmen. Einer von ihnen, in der Mitte,

deckt sich gerade mit einem großen Laken zu, während

auf der linken Bildseite, mit Ausblick in die weite

Landschaft, ein Putto auf seinen Schultern dürre Äste

und Zweige für das Feuer heranträgt. Typische Jahreszeitendarstellung

der Zeit mit Putti. Teils rest. und

Retuschen, insbesondere an den Ecken. (13218876)

(18)

€ 8.000 - € 10.000

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530

JEAN-BAPTISTE VAN LOO,

1684 AIX-EN-PROVENCE 1675 EBENDA, ZUG.

Der Künstler wurde von seinem Vater unterrichtet

und hatte schon in jungen Jahren Aufträge für Kirchen

und öffentliche Gebäude in Aix-en-Provence und Toulon.

Nach Studium in Rom ging er nach Paris, wo er

zum Mitglied der Königlichen Akademie der Künste

gewählt wurde. Er malte mehrere Altarbilder und restaurierte

Werke von Francesco Primaticcio (1504-

1570) in Fontainebleau. 1737 ging er nach England,

wo er durch Portraits bekannt wurde und kehrte

schließlich 1742 nach Paris zurück.

ALLEGORIE DER POESIE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

105 x 136 cm.

In goldfarbenem Rahmen.

In einer großen Parkanlage haben sich mehrere Kinder

in eleganter barocker Kleidung niedergelassen und

gehen verschiedenen Tätigkeiten nach. In der Mitte

ein sitzendes Mädchen in weißem Gewand mit blonden

Haaren und geröteten Wangen, auf einer kleinen

goldenen Lyra spielend. Ein junger, neben ihr stehen

Ärmeln und rötlichem Mantelüberwurf sieht sie verliebt

an und scheint mit seinen Händen im Takt der

Musik zu klatschen. Hinter ihm sitzend ein Junge, auf

seinen übereinandergeschlagenen Beinen eine Schriftrolle

auf einer Unterlage haltend, in seiner rechten

Hand einen Federkiel, seinen Kopf schließlich auf

seine linke Hand gestützt und über seine niederzuschreibende

Dichtung nachdenkend. Links von ihm

am Boden eine Panflöte, ein Tamburin und eine Maske

sowie ein Fell liegend. Rechtsseitig, am Boden sitzend,

ein weiterer Knabe mit aufgeschlagenem Buch,

einen Federkiel in seiner Hand haltend und vor ihm

liegend eine Schriftrolle mit den Worten „ŒUVRES

DE PINDAR“, die auf den griechischen Dichter Pindar

(um 518 - nach 446 v. Chr) hinweist. Zudem liegt er

halb auf einem geschlossenen Buch mit dem Titel

„Horace“, ein weiterer Hinweis auf einen bedeutenden

römischen Dichter. Im Hintergrund rechts ein

stehender Knabe, der versucht, das junge Mädchen

mit seinen ausgestreckten Armen auf einen großen

Rundtempel im Hintergrund hinzuweisen. Stimmungsvolle

harmonische Malerei in weichen Farbtönen mit

vielen Details, die als Allegorie der Poesie zu verstehen

sind. Kleine Rahmenschäden. (1321171) (3) (18)

JEAN-BAPTISTE VAN LOO,

1684 AIX-EN-PROVENCE 1675 IBID.,

ATTRIBUTED

ALLEGORY OF POETRY

Oil on canvas. Relined.

105 x 136 cm.

€ 10.000 - € 15.000

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197


531

GIACOMO FRANCESCO CIPPER,

GENANNT „IL TODESCHINI“,

1664 FELDKIRCH/ VORARLBERG 1736 MAILAND,

ZUG.

FAMILIENIDYLL MIT SPIELENDEN KINDERN

Öl auf Leinwand.

62,5 x 80,5 cm.

Verso auf Keilrahmen Etikett mit Künstlernennung.

In dekorativem Rahmen.

Im Zentrum zwischen zwei hohen Überresten eines

antiken Ruinengebäudes eine befestigte Metallstange,

an der eine Schaukel hängt, auf der ein Mädchen in

gelb-rosafarbenem Kleid sitzt. Ihr hinter ihr stehender

Vater mit rotem Gewand setzt die Schaukel mit seinen

kräftigen Händen in Schwung. Eine links hinter ihm

stehende Frau schaut ihm dabei interessiert zu.

Rechtsseitig die im Schatten befindliche Familie, darunter

die Mutter mit Kleinkind auf einem Steinblock

sitzend und beide voller Interesse die Schaukelnde

beobachtend. In der unteren Mitte drei weitere spielende

Kinder, von denen ein Mädchen in einem kleinen

Holzwagen sitzt, das von ihrem Brüderchen gezogen

wird, während der Dritte den Wagen von

hinten anschiebt. In der Bildmitte im Hintergrund eine

bergige Landschaft mit Gebäuden in blauem Farbton,

darüber der hellblaue Himmel mit wenigen weißen

Wolkenformationen. Malerische Darstellung eines

fröhlichen Familienlebens in reduzierter Farbigkeit.

Vereinzelt kleine Retuschen. (1320787) (2) (18)

€ 6.000 - € 10.000

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532

ANTONIO AMOROSI,

1660 COMUNANZA 1738 ROM

MÄDCHEN MIT KATZE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

42 x 31,5 cm.

In vergoldetem, plastisch verziertem Rahmen.

Anbei ein Gutachten von Prof. Giancarlo Sestieri, Rom,

03. Dezember 2017, in Kopie.

Halbfiguriges Bildnis mit frontal ausgerichtetetem

blonden Mädchen, in rotem Kleid mit Nelke im Haar,

vor ihrer Brust eine Katze tragend.

Literatur:

Vgl. Claudio Maggini, Stefano Papetti, Antonio

Mercurio Amorosi 1660-1738: la cultura figurativa

del ‘700 tra le Marche e Roma, Rom 2016.

Claudio Maggini, Antonio Mercurio Amorosi Catalogo

generale, 1996. (1320782) (2) (13)

€ 6.000 - € 8.000

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533

GIUSEPPE BONITO,

1707 CASTELLAMMARE DI STABIA 1789 NEAPEL

DAS STUDIO DER MALERIN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

40,5 x 64 cm.

In gekehltem vergoldetem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Giancarlo Sestieri,

Rom, 21. August 2009.

Vor einem ovalen Malgrund, der auf einer Staffelei

steht, eine durch ihre Malerpalette, den Malerstab

und den Pinsel kenntlich gemachte Malerin. Sie trägt

prunkvolle Kleidung, die ihre Bedeutung unterstreicht,

hinterfangen von zahlreichen männlichen Figuren, die

dabei zusehen, wie sie ihr männliches Modell auf

Leinwand bannt. Alle Figuren in höfischem Ornat

gekleidet.

GIUSEPPE BONITO,

1707 CASTELLAMMARE DI STABIA 1789 NAPLES

THE STUDIO OF THE FEMALE PAINTER

Oil on canvas. Relined.

40.5 x 64 cm.

Accompanied by an expert’s report by Prof. Giancarlo

Sestieri, Rome, 21 August 2009.

€ 20.000 - € 35.000

Sistrix

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Literatur:

Vgl. Nicola Spinosa, Pittura napoletana del Settecento

dal Barocco al Rococò, Neapel 1996.

(1320785) (2) (13)

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199


CATALOGUE IV

SCULPTURE & WORKS OF ARTS

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ONE OF THE LEADING

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IN EUROPE

CATALOGUE IV

SCULPTURE & WORKS OF ART

Auctions: Thursday, 30 June 2022

Exhibition: Saturday, 25 June Tuesday, 28 June 2022

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