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Focus Magazin 26/2022 Vorschau

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AUSGABE 27

2. Juli 2022

EUROPEAN MAGAZINE AWARD WINNER 2022 POLITICS & SOCIETY /// INFOGRAPHIC

Flugausfälle, Personalmangel, Abfertigungs-Chaos:

Was Sie als Verbraucher jetzt wissen müssen

Die First Lady der Ukraine

über das Leben im Krieg

OLENA SELENSKA

Die First Lady der Ukraine

über das Leben im Krieg

ROBERT HABECK

Kann der Minister die

Gas-Krise lösen?

Henry

Kissinger

EXKLUSIVER VORABDRUCK

Gefährliche Rivalität:

Der Weltaußenpolitiker

erklärt, was heute

Staatskunst ausmacht


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JETZT

E-PAPER LESEN:


EDITORIAL

Russisches Roulette

mit unserer Wirtschaft

Von Robert Schneider, Chefredakteur

Fo t o : P e t e r R i g a u d f ü r F O C U S - M a g a z i n

Liebe Leserinnen,

liebe Leser,

mich hat es schon vor vier

Wochen erwischt. Eine SMS

von EasyJet verkündete:

„Wichtige Information: Es

tut uns leid, dass Ihr easy-

Jet-Flug 5708 annulliert

wurde.“ Danach Sendepause.

Keine Information, wie

ich denn alternativ von Rom

zurück nach Berlin kommen

könnte, kein Mensch an der

Hotline zu erreichen, dafür

aber kurz darauf eine E-Mail von easyJet

mit der Betreffzeile: „Robert, bist du bereit

für dein nächstes Abenteuer? Erlebnisurlaub

auf der Insel – jetzt buchen!“

Sie wissen sicher, meine Story über den

derzeitigen „Fluchverkehr“ ist kein Einzelschicksal.

Millionen Menschen in Europa

erleben, wie kurzfristig Flüge abgesagt

werden, wie man oft stundenlang am

Check-in warten muss oder dass Gepäck

nicht ankommt. Warum das so ist und was

Sie als Flugreisender jetzt wissen müssen,

erzählt mein Kollege Thomas Tuma

in unserer Titelgeschichte ab Seite 54.

Tuma war am Dienstag übrigens selbst

Cancel-Opfer. Sein Flug für Freitag von

München nach Hamburg wurde abgesagt.

Am Telefon meinte er zu mir nur: „Man hat

in diesem Land langsam das Gefühl, dass

gar nichts mehr geht.“ Womit wir schon

beim nächsten Thema wären.

Robert Habeck ist ein beinahe genialer

politischer Kommunikator, vielleicht der

beste, den wir derzeit haben. Aber seine

Idee, sich der sich abzeichnenden Energiekrise

Deutschlands mit einer kürzeren

Verweildauer unter der Dusche entgegenzustemmen

und gleich selbst mit

gutem Beispiel voranzugehen, ist deutlich

unter seinem Niveau. Natürlich wurden

andere Politiker sogleich gefragt, ob sie

es künftig wie der Bundeswirtschafts- und

-klimaschutzminister halten wollen. Und

mancher entblödet sich nicht zu erwidern:

„Ich dusche im Sommer ohnehin kalt.“

Und einfach „Nö“ sagte der Bundeskanz-

ler in dieser Woche, als er gefragt wurde,

ober er denn ein paar Energiespartipps

auf Lager hätte.

Aus all dem spricht tiefer Unernst. Hier

wird eine Existenzfrage unseres Landes

auf Comedy-Niveau heruntergequatscht.

Die Wahrheit ist: Die aktuelle Energiekrise,

zu der nicht nur Putin einen Beitrag

geleistet hat, sondern auch die Politik

dieser Bundesregierung und ihrer Vorgängerinnen,

berührt den Lebensnerv

Deutschlands. Ohne eine verlässliche Versorgung

24 Stunden am Tag und 365 Tage

im Jahr zu wettbewerbsfähigen Preisen

sind Wachstum, Wohlstand und soziale

Sicherheit der viertgrößten Volkswirtschaft

der Welt akut gefährdet.

Fluch- statt Flugverkehr

Unser Chefautor Thomas

Tuma mit BER-Chefin

Aletta von Massenbach,

und anbei Mailkopien

von Lufthansa und

easyJet, nachdem Flüge,

gecancelt wurden.

Lufthansa-Chef Carsten

Spohr kündigte diese

Woche an, dass sich

das Flugchaos in den

nächsten Wochen

kaum bessern werde

Es geht dabei um Millionen Jobs, die

Sicherheit von Rente und Gesundheitssystem

sowie um die Zukunftsfähigkeit

der europäischen Lead Nation. Und um

unsere westlichen Werte. „Denn wenn

wir die exportieren wollen, geht das nur

über wirtschaftliche Stärke“, sagte mir

kürzlich Günther Oettinger, ehemals

EU-Kommissar (u. a. für Energie), als wir

über die Rohstoffabhängigkeiten

Deutschlands von totalitären

Staaten wie China und

Russland sprachen.

Übertreibe ich? Ich fürchte:

nein! Seit vielen Jahren hantieren

unsere Politiker mit immer

steileren Prognosen, wann und

in welchem Ausmaß erneuerbare

Energien die fossilen

Energieträger ersetzen werden

– und verschließen dabei

die Augen fest davor, dass die

Realität den Plänen stets hinterherhinkte.

Mir kommt das

vor wie ein Hausbesitzer, der

zu Beginn der Winterperiode

seine alte Heizung ausbaut,

ohne zu wissen, wann die neue

kommt.

Klingt verrückt, aber exakt so

verhält sich die deutsche Politik,

wenn es um Energiesicherheit

geht. Wir beschließen sehr

konkret, wann wir aus welcher

Energiegewinnung aussteigen – von

Atom- bis Kohlekraft. Die Politik glaubt

zu wissen, was wir alles nicht wollen: kein

Schiefergas aus deutschen Landen, keine

CCS-Technologie zur Abscheidung von

CO2-Gas bei Kohlekraftwerken, keinen

Strom aus Atomkraftwerken, die noch in

Betrieb sind, über den 31. Dezember 2022

hinaus, keine Verbrennungsmotoren ab

2035. Leider steht dem eine dramatische

Unkenntnis darüber entgegen, wann

erneuerbare Energien (vor allem Windund

Solarstrom) oder Ladesäulen in ausreichendem

Maß und gesichert zur Verfügung

stehen werden.

Bitte blättern Sie um

FOCUS 27/2022 3


Gruppenbild mit Dame

Ursula von der Leyen,

Charles Michel (v.l.)

und die Tafelrunde

der G7 demonstrieren

auf Schloss Elmau

Einheit – nicht nur

in Kleiderfragen

Seite 30

Höhere Tochter

Billie Eilish stieg

mithilfe von Bruder

und Eltern zum

Popstar auf –

und probt nun

die Abnabelung

Seite 82

Bunte

Familie

Yotam

Ottolenghi

bringt gerne

Zitrusfrüchte

auf den Teller

- hier gepaart

mit Sellerie

Seite 104

First Lady

Olena Selenska,

die Gattin des

ukrainischen

Präsidenten,

und ihr Leben in

ständiger Gefahr

Seite 44

Bedrohter Nachwuchs Der Kampf um männliche Küken Seite 72

6 FOCUS 27/2022


NAVE – St. Agnes

Titelthema

INHALT NR. 27 | 2. JULI 2022

66 Realitätsschock 2.0

Den Start-ups gehen die Investitionen aus.

Viele Gründer müssen nun Leute entlassen

69 Geldmarkt

Nächste Woche in der

Stil-Beilage von FOCUS:

Style

Nr. 2

2022

Titel: Shutterstock, Getty Images/Composing FOCUS-Magazin

Fo t o s : A n d r e w P a r s o n s / l a i f , M a t t y V o g e l , L o u i s e H a g g e r , P l a i n p i c t u r e , A n t o i n e d ‘A g a t a / M a g n u m P h o t o s

54 Der Albtraum vom Fliegen

Mitten in der Urlaubssaison erlebt der

Flugverkehr einen nie da gewesenen

Kollaps. Vorboten tiefer Veränderungen?

62 Flug storniert – und jetzt?

Was Sie über Ihre Rechte wissen sollten

Agenda

24 Der Ausgelieferte

Großbritannien will Assange an die USA

übergeben. Der Westen muss sich fragen:

Leben wir die Werte, die wir predigen?

Politik

30 Sehnsucht nach Westen

Während des G7-Gipfels demonstrierten die

Staatenlenker Einheit. Wird das reichen?

36 Kalter Entzug

Russland dreht Deutschland bald das Gas

ab. Wir analysieren, wie gut Politik und

Wirtschaft darauf vorbereitet sind

39 Alte Wahrheiten gelten nicht mehr

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm

erklärt, wie Rohstoffe zur Waffe werden

40 Neue Sterne am Energiehimmel

Auf der Suche nach Wasserstoff entdeckt

Deutschland Südamerika – ein Vorbild?

44 Im Fadenkreuz

Olena Selenska, Frau des ukrainischen Präsidenten,

spricht über ihr Leben im Versteck

50 Vermächtnis eines Weltpolitikers

Henry Kissinger schreibt über Großmächte,

Ideologie und Staatsführung in der Krise

53 Politischer Datenstrudel

Linke auf dem Prüfstand, Daniel Günther in

Verhandlung und CEOs im Twitter-Check

Wirtschaft

64 Bits, Bytes und Blech

Herbert Diess will aus VW einen Softwarekonzern

machen. Kann das klappen?

3 Editorial

8 Kolumne von

Jan Fleischhauer

11 Nachrichten

12 Fotos der Woche

18 Grafik der Woche

Tour de France

20 Menschen

80 Echt irre

Wissen

72 Hähne oder Ei?

Das Schreddern von männlichen Küken wird

verboten, und die Industrie muss nun Wesen

gerecht werden, die als Abfallprodukt gelten

76 Zutaten für das Seelenheil

Wer an Diabetes leidet, sollte unbedingt

auch auf die psychische Balance achten

81 Wildhunde in der Hitzefalle

Wie der Klimawandel die Tierwelt verändert

Kultur

82 Die Befreiungsbewegung

Billie Eilish war schon als Teenager ein

Star. Doch der Erfolg machte sie nicht

selbstsicherer. Jetzt erfindet sie sich neu

88 Der Wahnsinn namens Leben

Eine Kaiserin hat Angst vorm Älterwerden

und Literaturprinzessinnen feiern das

Jungsein – unsere Tipps der Woche

90 Alles, was Recht ist

Sechs Regisseure verfilmen Ferdinand von

Schirachs Kurzgeschichten – eine seltene

Glanztat des deutschen Fernsehens

Leben

98 48 Stunden in Kassel

Ein Wochenende in der Documenta-Stadt,

die mehr zu bieten hat als Kunst

103 Die Auswanderer

Thilo Mischke über eine junge Frau, die kein

Zuhause braucht, sondern im Camper lebt

104 Die Stimmungsaufheller

Yotam Ottolenghi gibt sich Saures

108 Eierlegendes Wollmilchauto

Als Plug-in-Hybrid wird Kias Klassiker

Sportage zum Familien-Allrounder

Rubriken

89 Mein Salon

93 Bestseller

93 Impressum

110 Die Einflussreichen

112 Leserbriefe

113 Nachrufe

113 Servicenummern

114 Tagebuch

3 Editorial

6 Kolumne von Jan

Fleischhauer

9 Nachrichten

8 Fotos der Woche

16 Grafik der Woche

18 Menschen

48 Leserbriefe

Rubriken

90 Salon

95 Buch & Welt

96 Kultur-Macher

102 Bestseller

124 Die Einflussreichen

128 Nachrufe/ Namen

129 Impressum

130 Tagebuch

Titelthemen sind rot markiert

Titelthemen sind rot markiert

FOCUS 27/2022 7

Johann

König

Lars

Eidinger

Kingsize

Johann König

×

Lars Eidinger

Shakespeares bester Mann

fotografi ert den Popstar unter

den deutschen Galeristen

Mit exklusiven Kolumnen

von Mark van Huisseling und

Thilo Mischke

Und Oliver Massuci im radikalmaterialistischen

Fragebogen

Style

2022

2 Nr. Johann

König

Lars

Eidinger

Kunst – Xenia Hausner

Kingsize


POLITIK

Im Fadenkreuz

Ihr Mann ist für die Russen der Feind Nummer eins – Olena Selenska, die Frau des ukrainischen

Präsidenten, spricht über ihre Ehe mit ihm und lange, einsame Tage im Versteck

TEXT VON SHAUN WALKER FOTOS VON ANTOINE D’AGATA

In den frühen Morgenstunden des

24. Februar hörte Olena Selenska

dumpfes Donnern in der Ferne.

Während sie erwachte, wurde ihr

klar, dass dieses Geräusch kein

Feuerwerk sein konnte. Sie riss die

Augen auf und stellte fest, dass sie

allein im Bett lag. Sie sprang auf

und eilte ins Nebenzimmer. Dort fand sie

ihren Mann, den ukrainischen Präsidenten

Wolodymyr Selenskyj, in Anzug und

Krawatte bereits fertig gekleidet für die

Arbeit. „Was ist los?“, fragte sie. „Es hat

begonnen“, antwortete er.

„Ich hatte das Gefühl, als befände ich

mich in einer parallelen Realität, als würde

ich träumen“, beschreibt Selenska

den Moment, in dem das normale Leben

für ihre Familie und für ihr Land aus den

Fugen geriet. Bald machte sich ihr Mann

auf den Weg zum Präsidentenpalast im

Zentrum von Kiew, um eine Sitzung des

Sicherheitsrates zu leiten, in der über die

erste Reaktion auf Wladimir Putins schockierende,

massive Invasion der Ukraine

entschieden werden sollte. Seine Frau sollte

warten, bis er sie im Laufe des Tages mit

Anweisungen anrufen würde.

Nachdem er gegangen war, sah sie nach

ihren beiden Kindern: dem neunjährigen

Kyrylo und der 17-jährigen Oleksandra.

Auch sie waren bereits wach und angezogen

und wussten wohl bereits, was

gerade geschah. Selenska begann, ein

paar Sachen in den Koffer zu werfen. Jedes

Mal, wenn eine Explosion in der Nähe

zu hören war, eilte sie mit den Kindern

und ihren Sicherheitsleuten in den Keller.

Irgendwann stand sie im ersten Stock

der Präsidentenvilla und schaute aus dem

Fenster, als ein Kampfjet laut und tief vorbeidonnerte.

Sie war sich nicht sicher, ob

es ein ukrainischer oder ein russischer

Flieger war.

„Es war so surreal ... Als würde ich ein

Computerspiel spielen und müsste bestimmte

Levels bestehen, um wieder nach

Hause zu kommen. Aber ich habe mich

zusammengerissen und hatte den ganzen

Tag ein seltsames Lächeln im Gesicht, weil

ich versuchte, vor den Kindern die Panik

zu verbergen. Wir folgten einfach nur den

Anweisungen der Sicherheitskräfte und

gingen dorthin, wo sie uns hindirigierten“,

sagt sie.

Am Abend konnte sie ihren Mann noch

einmal kurz sehen. Sie mag nicht preisgeben,

wo das war. Er sagte ihr, dass sie und

die Kinder an einen sicheren Ort gebracht

würden. Sie umarmten sich, für Tränen

oder Sentimentalitäten blieb keine Zeit.

Erst später ließ sie den Gedanken zu,

ihn vielleicht nie wiedersehen zu können.

Familie und Politik

Monate später treffe ich Frau Selenska (im

Ukrainischen endet der Name der Frau

anders als der des Mannes) und bitte sie,

mir von diesen schrecklichen ersten Stunden

zu erzählen. Wir sprechen in einem

Büro des Präsidentenpalasts im Zentrum

von Kiew. Auf dem Weg dorthin muss ich

mehrere Kontrollpunkte und Sicherheitsposten

passieren, und sobald ich drinnen

bin, werde ich mehrmals durchsucht. Vor

den Fenstern stapeln sich Berge von Sandsäcken.

In den Gängen huschen Gestalten

wie Schattenfiguren vorbei. Kleine

Lampen über dem Boden werfen schwaches

Licht auf den blauen Teppich in den

Korridoren.

Immerhin: Die Lage ist nicht mehr so

kritisch wie in den ersten Wochen des

Krieges. Seit dem Rückzug der Russen aus

den Außenbezirken von Kiew ist das Leben

in der ukrainischen Hauptstadt wieder

etwas entspannter. Junge Paare flanieren

in der sommerlichen Sonne durch

„Ich will nicht, dass mein Mann sich zwischen seiner

Familie und seiner Verantwortung entscheiden muss“

Olena Selenska, Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj

das Stadt zentrum, die Cafés sind geöffnet,

die nächtliche Ausgangssperre wurde auf

23 Uhr verschoben. Die Luftalarmsirenen

ertönen zwar immer noch, aber die meisten

Menschen beachten sie nicht.

Selenska konnte zumindest für eine

gewisse Zeit nach Kiew zurückkehren,

wenn auch ihre Sicherheitsleute weiterhin

in Alarmbereitschaft bleiben. Man

bittet mich, mein Mobiltelefon in einem

Vorraum zu deponieren, und durchsucht

mich noch einmal gründlich, bevor ich in

den Raum geführt werde, in dem sie wartet.

Ein Leibwächter in Militärkleidung

begleitet mich und sitzt dann während

des gesamten Gesprächs grimmig in der

Ecke. Selenska begrüßt mich mit einem

sanften Händedruck. „Danke, dass Sie

gekommen sind“, sagt sie auf Englisch

und wechselt dann ins Ukrainische.

Kriegsalltag hinter Kontrollposten

Die ersten Tage des Krieges waren beherrscht

von dem erschreckenden Gefühl,

dass alles möglich war. Raketen gingen

auf Ziele im ganzen Land nieder, während

russische Truppen aus drei Richtungen auf

Kiew vorrückten. In einer seiner ersten

Videoansprachen sagte Präsident Selenskyj:

„Nach den vorliegenden Geheimdienstinformationen

hat der Feind mich

als Ziel Nummer eins und meine Familie

als Ziel Nummer zwei eingestuft.“

Seine Frau sagt mir nun, sie wisse nicht,

auf welchen Geheimdienstinformationen

die Einschätzung beruhte, ihr Mann habe

ihr nie von einer konkreten Bedrohung für

die Familie erzählt. Sie versucht, nicht zu

viel darüber nachzudenken: „Sonst werde

ich paranoid.“

Ihr war jedoch klar, welche Möglichkeiten

sich den Russen eröffneten, sollte

ihnen die Gefangennahme der Präsidentenfamilie

gelingen. „Es wäre doch möglich,

den Präsidenten wegen seiner Familie

zu erpressen. Ich will nicht, dass er sich

jemals zwischen uns und seiner Verantwortung

als Präsident entscheiden muss.

Falls auch nur die geringste Möglichkeit

der Erpressbarkeit besteht, muss man sie

aus dem Weg räumen“, sagt sie. Sie spricht

mit sanfter Stimme und sorgfältig

Foto: Antoine d‘Agata / Magnum Photo

44 FOCUS 27/2022


Haltung

First Lady Olena Selenska

beim Gespräch im Präsidentenpalast

– die Sandsäcke sind

keine Dekoration

45


WIRTSCHAFT

BLINDBLIND

Der Albtraum

vom Fliegen

Pünktlich zur Hauptsaison

erlebt der europäische Flugverkehr

einen historisch einmaligen

Kollaps. Das könnte das

erste Zeichen tiefgreifender

Veränderungen sein

TEXT VON MATTHIAS KOWALSKI,

CARLA NEUHAUS, THOMAS TUMA

UND HERBERT WEBER

Fo t o : K a d i r I l b o g a / G e t t y I m a g e s

54 FOCUS 27/2022


TITEL

Düsseldorf So sieht es

aus, wenn im bevölkerungsreichsten

Bundesland NRW

die Sommerferien beginnen.

Und das Chaos von Köln

und Düsseldorf dürfte sich

vielerorts wiederholen

55


LEBEN

Luftnummer

Der Ballon hilft, den

Documenta-Ort in der

Karlsaue zu finden

48 Stunden in Kassel

Weitläufige Grünanlagen, ein weltberühmter Bergpark und alte Meister im

Schloss. Die meisten Touristen kommen derzeit wegen der Documenta nach

Kassel, doch die Stadt bietet weit mehr. Ein Wochenendbesuch

TEXT VON GABI CZÖPPAN

98 FOCUS 27/2022

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