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Greenstyle Book DE

Das Greenstyle Book «how to run a sustainable alpine destination» ist da! Auf über 250 Seiten wird die Vorstellung einer nachhaltigen Destination widerspiegelt. Projekte, Ideen und viele Umsetzungen, die innerhalb der Weissen Arena Gruppe und der Destination Flims Laax Falera verwirklicht wurden oder in Zukunft geplant sind, werden darin veranschaulicht. Das Buch beinhaltet unter anderem Kapitel zum Thema Energie, Wasser, Zero Waste, Konsum und Biodiversität.

Das Greenstyle Book «how to run a sustainable alpine destination» ist da! Auf über 250 Seiten wird die Vorstellung einer nachhaltigen Destination widerspiegelt. Projekte, Ideen und viele Umsetzungen, die innerhalb der Weissen Arena Gruppe und der Destination Flims Laax Falera verwirklicht wurden oder in Zukunft geplant sind, werden darin veranschaulicht. Das Buch beinhaltet unter anderem Kapitel zum Thema Energie, Wasser, Zero Waste, Konsum und Biodiversität.

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THE GREENSTYLE VALUE PROPOSITION

WE WANT TO CREATE A PLACE

WHERE YOU CAN GO ON HOLIDAY

WITH A CLEAR CONSCIENCE

P R E S E R V E O U R

WINTER

FINDING A FUTURE

BASED ON INFINTITE

R E S O U R C E S

WAG

LAB

DESTINATION

SUSTAINBILITY THINK TANK

DESTINATION-WIDE TASK FORCE

«FLIMS LAAX FALERA» -WIDE INITIATIVES

WATER

WATER

E F F I C I E N C Y

AVOID

POLLUTION

DRINK

WATER

WASTE

CIRCULAR

ECONOMY

R E D U C E

R E U S E

R E C Y C L E

FIGHT LITTERING

Z E R O

WASTE

F&B+PURCHASING

MINIMIZE

D I S T A N C E

M A X I M I Z E

Q U A L I T Y

FAIR & ORGANIC

BIODIVERSITY

IMPROVE

P R O T E C T

W I L D L I F E

!!!!! NO !!!!!

OVERTOURISM

LINKING

COMMUNICATION

WITH

IMPLEMENTATION

– GREENSTYLE BOOK

how to run a sustainable alpine destination


– GREENSTYLE BOOK

how to run a sustainable alpine destination



«Wir haben nur diese Erde»: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst muss es wissen, er hat sie

in ihrer ganzen Schönheit von oben gesehen. Dennoch ist der Mensch fleissig dabei, seinen unersetzlichen

Lebensraum eigenhändig zu zerstören. Wie das passiert, weiss man seit Langem.

1972 präsentierte der Club of Rome seine Studie «Grenzen des Wachstums». Die beängstigenden

Prognosen der Experten in Bezug auf die Zukunft unseres Planeten sollten mich nachhaltig prägen.

Schon damals fragte ich mich, ob die prophezeite Entwicklung einfach hinzunehmen sei oder

ob man nicht selbst korrigierend eingreifen könnte. Am Anfang waren es einzelne kleine Schritte

in meinem Alltag. Dass ich beispielsweise die leere Mayonnaise-Tube von Flims nach Zürich mitnahm,

weil man sie zu dieser Zeit nur dort «fachgerecht» entsorgen konnte, mag heute im besten

Fall belustigend klingen, – aber es geschah aus Überzeugung. Und bei der Mayonnaise sollte es ja

auch nicht bleiben.

Innerhalb der Weissen Arena Gruppe bot sich mir ein weites Aktionsfeld, um Massnahmen zu

beschliessen, die dazu beitragen, den Klimawandel zu stoppen, die Artenvielfalt zu erhalten und

mit der Natur und den Ressourcen schonend umzugehen. Bereits vor Jahrzehnten nahm die WAG

im Tourismus hinsichtlich Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle ein und hat diesen

Weg seitdem konsequent weiterverfolgt. Wir setzten neue Massstäbe bei unseren Stationsbauten,

errichteten das erste Hotel der Schweiz nach Minergie-Standard und schmiedeten schon in den

Achtzigerjahren erste Pläne für einen Stausee auf dem Berg zur Beschneiung und Energieproduktion.

Um nur einige Beispiele zu nennen.

Unser Weg ist ein Weg, der immer mit «knowledge» beginnt, – genauer gesagt im Kopf. Der dann

zu «belief» wird, zur Überzeugung, und somit das Herz anspricht und am Ende zur «action» führt.

Es galt und gilt Hand anzulegen! Wir legen Hand an, wo immer wir können, um einen Beitrag an

eine Zukunft zu leisten, die lebenswert ist und unseren Kindern und Kindeskindern das Klima und

die Natur bietet, die wir alle heute hier geniessen dürfen. Möglich ist dieser Weg nur dank Gleichgesinnten,

die sich uns angeschlossen haben, dank kooperierenden Gästen und vor allem dank

engagierten Mitarbeitenden, die sich der Sache mit Leib und Seele verschrieben haben. Ihnen

allen gebührt ein grosses Dankeschön.

Lasst uns mit Kopf, Herz und Hand für unsere zukünftigen Generationen die Welt zum Besseren

gestalten.

Reto Gurtner



– GREENSTYLE BOOK –

1. Intro

Seite 12

2. WAG-Klimaschutzversprechen

Seite 18

3. How to run a sustainable alpine destination

Seite 24

4. Showcase – Crap Sogn Gion Gesamtsanierung

Seite 236

5. Greenstyle Foundation

Seite 247

01 . Klimauhr ∙ Seite 20

02 . Warum es nur 1,5°C wärmer werden darf ∙ Seite 21

03 . Wo können wir in Zukunft noch Skifahren? ∙ Seite 22

01 . Greenstyle-Strategie

Seite 24

02 . Energie

Seite 28

03 . Wasser

Seite 100

04 . Zero Waste

Seite 114

05 . F&B und Einkauf

Seite 136

06 . Biodiversität

Seite 154

07 . Communicating it

Seite 226

001 . Vom Verbraucher zum Produzenten ∙ Seite 31

002 . Der Sechs-Punkte-Plan ∙ Seite 37

003 . 1 - Maximale Energieeffizienz ∙ Seite 39

004 . 2 - Dekarbonisierung Gebäudebestand ∙ Seite 48

005 . 3 - Solararchitektur ∙ Seite 60

006 . 4 - Elektrifizierung der Mobilität ∙ Seite 76

007 . 5 - Grosskraftwerke ∙ Seite 88

008 . 6 - Energiespeicherung ∙ Seite 93

001 . Wassereffizienz ∙ Seite 105

002 . Verunreinigungen vermeiden ∙ Seite 107

003 . Drink Water ∙ Seite 112

001 . Reduce – Reuse – Recycle ∙ Seite 118

002 . Mountain-Clean-Up-Day ∙ Seite 132

001 . Food ∙ Seite 141

002 . Non-Food ∙ Seite 148

001 . Naturschutzzonen der Destination ∙ Seite 161

002 . Invasive Neophyten ∙ Seite 172

003 . Vogelschlag an Glas vermeiden ∙ Seite 187

004 . Naturnahes Firmenareal ∙ Seite 191

005 . Wildbienenparadies im rocksresort ∙ Seite 194

006 . Dach- und Fassadenbegrünungen ∙ Seite 210

007 . Ökologische Ausgleichsmassnahmen ∙ Seite 212

008 . Lichtverschmutzung ∙ Seite 217

009 . Feiern ohne Feuerwerk ∙ Seite 225

001 . Public Relations ∙ Seite 228

002 . Kampagnen ∙ Seite 230



Willkommen bei uns

in den Bergen.

Da, wo die Welt noch

in Ordnunger ist.

Bild © Gaudenz Danuser

– 10 – – 11 –



– 1. Intro

1. INTRO

In FLIMS/LAAX verbringen wir viel Zeit draussen in der Natur; surfen

Tiefschnee, biken auf abgelegenen Singletrails, baden in Gletschermühlen,

schwimmen in türkisblauen Seen, wandern über Hochebenen,

erklimmen Berge, erkunden Schluchten – und stellen immer von

Neuem fest: unsere Natur ist der Gipfel – sogar ganz tief unten im Tal!

Doch auch unser kleines Bergparadies ist durch den Klimawandel und

den Verlust der Artenvielfalt bedroht. Doch wie können wir unsere

Lebensqualität erhalten und gleichzeitig die Umwelt schützen? Es ist

eine Gratwanderung. Wir Bergler können gratwandern. Oder?

Der Flimser Bergsturz, der grösste bekannte Erdrutsch-

Vorfall in den Alpen, bewegte etwa 12 km 3 Gestein.

Vor 10'000 Jahren formte ein gewaltiger Bergsturz

unsere Naturlandschaft – von der imposanten Rheinschlucht

über die klaren Bergseen bis zu den eindrücklichen

Waldgemeinschaften – und brachte eine einzigartige

Artenvielfalt hervor. Diese Naturschönheit,

das gemässigte Klima im Sommer und die schneereichen

Winter sind der Hauptgrund, warum der Tourismus

hier floriert.

Die erste Sesselbahn in Flims, gebaut 1945,

transportierte die Gäste nach Foppa.

Bereits 1877 entdeckten erste Gäste die Region und

bald darauf entwickelte sich Flims zum gefragten Kurort.

Nur knapp siebzig Jahre später, 1945, transportierte

die erste Sesselbahn Skibegeisterte nach Foppa

und legte auch für den Wintertourismus endgültig den

Grundstein. So wurde die Region rund um die Gemeinden

Flims, Laax, Falera, Trin, Sagogn und Schluein nach

und nach zu der wohlhabenden und bekannten Feriendestination,

die wir heute kennen.

Nach und nach entwickelte sich die Destination zu einem der grossen Schweizer Wintersportgebiete.

– 12 –

– 13 –



Doch nun werden unsere Winter merklich kürzer. Noch

vor 20 Jahren fuhren wir im Sommer auf dem Vorab

Gletscher Ski und Snowboard. Heute ist das ewige

Eis weit weg von ewig: Es schmilzt rasant und wird

sich voraussichtlich Mitte dieses Jahrhunderts für immer

verabschieden, wenn nicht bald etwas geschieht.

Unsere geliebte Fauna und Flora ist durch den Klimawandel

und den Verlust von Lebensraum nämlich ebenfalls

stark unter Druck geraten. Und ja, wir sind Teil des

Problems. Jetzt lasst uns Teil der Lösung werden!

Rekognoszierung für den Bau der Vorab Station und des Restaurants.

1. INTRO

Wir sind Teil

des Problems,

aber auch Teil

der Lösung.

Tourismus ist der Lebensnerv der Weissen Arena

Gruppe (WAG) und vieler weiterer Arbeitgeber und

-nehmer aus der Region. Es ist unsere grösste Herausforderung

und unsere Pflicht, das Klima und die

Biodiversität zu schützen und zu verbessern – für uns

und die kommenden Generationen! Die ökologische Uhr

tickt und schlägt fünf vor zwölf für unsere Gletscher,

Gewässer, Fauna und Flora: Es ist höchste Zeit, mehr zu

tun – wir haben die einmalige Chance dazu! Lasst uns

gemeinsam den Greenstyle-Grat wandern – mutig und

mit Blick nach vorne!

1978 wurde der Vorab Gletscher als Sommerskigebiet erschlossen.

Sommerskifahren war bis in die 90er möglich.

In den 70er-Jahren musste für den Bau noch Eis weggesprengt werden.

Join us on our path to Greenstyle sustainability.

Heute werden über den Sommer diverse Schneedepots angelegt, damit der Skibetrieb zum Saisonstart sichergestellt werden kann.

– 14 –

– 15 –



1. INTRO

Blick vom Laaxer Stöckli Richtung Vorab. Im Vergleich: Spätsommer 1960 und Herbst 2022.

Das letzte Sommer-Snowboard-Kicker-Camp auf dem Vorab Gletscher fand im Juni 1999 statt. Snowboarder: Gian Simmen.

– 16 –

– 17 –



2. WAG-KLIMASCHUTZVERSPRECHEN

– 01. Klimauhr

Jede eingesparte Tonne zählt,

um das 1,5-Grad-Ziel doch noch

zu erreichen.

Weshalb so ambitionierte Ziele wie das der WAG nötig sind, um unser Klima zu retten, macht

die Klimauhr deutlich. Sie tickt und tickt und zeigt an, wie viel Zeit noch bleibt, bis das weltweite

CO 2

-Budget aufgebraucht ist. Bei der jetzigen Menge an CO 2

, die weltweit täglich in die

Atmosphäre gelangt, dauert es ab 2021 nur noch etwa 7-8 Jahre, bis wir die vom Klimarat

empfohlene Grenze von 1,5 Grad Erderwärmung überschreiten. Entscheidend ist nun, wie schnell

der weltweite CO 2

-Ausstoss reduziert wird.

– 02. Warum es nur 1,5 °C wärmer werden darf.

Der Treibhauseffekt und der Einfluss des Menschen auf die global steigenden Temperaturen sind

physikalisch so sicher erwiesen wie die Erdanziehungskraft. Wer behauptet, das stimme nicht,

kann genauso gut behaupten, dass ein Gegenstand nicht wegen der Erdanziehung herunterfällt

oder die Erde flach ist. Die zunehmenden extremen Unwetter, das rapide Artensterben und

die verheerenden Wald- und Buschbrände auf der ganzen Welt sind nur die Vorboten einer

katastrophalen Entwicklung.

Im Jahr 2020 lässt sich – im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter – global gesehen bereits

eine Erderwärmung von 1 °C messen. Die Folgen davon sind auf der ganzen Welt sichtbar. Laut

Weltklimarat erreichen wir die Marke von 1,5 °C bereits bis 2030 – wenn wir so weitermachen

wie bisher.

Die Hitze macht menschliches Leben an den meisten Orten unmöglich.

2. WAG-KLIMASCHUTZVERSPRECHEN

Jeden Sommer tödliche Hitzewellen. Hunderte Städte sind

überschwemmt, die meisten Ökosysteme sind zerstört.

Hohes Risiko einen unaufhaltsamen Kreislauf der Erderhitzung auszulösen.

Hungersnöte und Dürren führen zu Chaos und Krieg.

Manche Sommer sind so heiss, dass hinausgehen tödlich sein kann.

Hohes Risiko für Lebensmittelknappheit.

Extreme Hitzewellen, mehr Flut- und Dürrekatastrophen.

+ 5 .0

+ 4.0

+ 3.0

+ 2.0

+ 1.5

Weniger Ernteertrag, instabile Lebensmittelversorgung.

Extremwetter werden intensiver und häufiger.

2022

+ 1.0

+ 0.5

+ 0.0

1900 1920 1940 1960 1980 2000 2020 2040 2060 2080 2100

°C

MCC Klimauhr

Die Linie zeigt den 5-Jahresdurchschnitt der globalen Temperaturanomalien (NOAA).

Die gestrichelten Linien zeigen Vorhersagen zur Erderhitzung. Das mittlere Szenario

ist aktuell das wahrscheinlichste. Prognosen nach Raftery et.al, 2017. Inspired by

The Guardian. Grafik: Gregor Aisch, Datawrapper

– 20 – – 21 –



2. WAG-KLIMASCHUTZVERSPRECHEN

– 03. Wo können wir in Zukunft noch Skifahren?

Vom globalen Szenario zurück zu uns:

Welche Auswirkungen hätte ein Temperaturanstieg

von 3-4 °C für Laax?

Im internationalen Vergleich kommen

wir hier erst mal ganz gut weg. LAAX

Der Klimawandel äussert sich in der Schweiz überdurchschnittlich

stark: Die mittlere Jahrestemperatur

ist hierzulande seit Messbeginn 1864 um 2 °C

gestiegen – gut doppelt so stark wie im globalen

Mittel. Das hat bereits heute Auswirkungen auf die

Destination und vor allem auf die Schneeverhältnisse

vor Ort. Konnten sich Gäste früher noch Ende

Oktober auf den Saisonstart verlassen, ist er heute

oft erst Ende November möglich.

Die Schneegrenze und der Klimawandel.

La Siala

La Siala

Vorab Gletscher

Vorab Gletscher

Vorab

Vorab

Mutta Rodunda Grauberg

Mutta Rodunda Grauberg

Nagens

Naraus

Nagens

Fuorcla da Sagogn

Fuorcla da Sagogn

Spaligna

Scansinas

Scansinas

Fuorcla

Fuorcla

Plaun

Foppa

Plaun

Crap Masegn

Crest la Siala

Crap Masegn

Crest la Siala

Lavadinas

Lavadinas

Crap Sogn Gion

Crap Sogn Gion

Treis Palas

Flims

Treis Palas

Alp Dado

Alp Dado

Curnius

Laax-Murschetg

Curnius

Naraus

Spaligna

Foppa

Flims

Laax-Murschetg

2. WAG-KLIMASCHUTZVERSPRECHEN

versinkt nicht im Meer, wie etwa die

Malediven. Im Gegensatz zu den Korallen

sterben unsere Steinböcke bei einer

Die Visualisierung rechts macht klar, wie stark ein

ungebremst fortschreitender Klimawandel, bei

einer Erwärmung von 3-4 °C auch den Wintersport

an Orten wie LAAX in Zukunft treffen würde.

Falera

2020 +1 °C

2035

Falera

+2 °C

1,5 °C Erderwärmung vermutlich noch

nicht aus. Und dennoch, die Klimaerwärmung

wird auch hier Existenzen

direkt gefährden. Quelle: Republik.ch

(2019): Wo können wir 2060 noch Ski

fahren? Analyse basierend auf Marty et

al. (2017)

Hier ist es schneesicher – an dieser Stelle liegt

während mindestens 100 Tagen pro Jahr

durchschnittlich über 30 cm Naturschnee.

Auf dieser Höhe ist ein rentabler Skibetrieb

nur schwierig möglich – es braucht sehr viel

technisch erzeugten Schnee.

Die natürliche Schneedecke ist hier während

weniger als 40 Tagen über 30 cm dick.

Die technische Schneeproduktion ist stark

eingeschränkt. Der Skibetrieb ist nicht

mehr möglich.

Vorab Gletscher

Vorab

Fuorcla da Sagogn

Crap Masegn

Lavadinas

La Siala

Mutta Rodunda Grauberg

Nagens

Scansinas

Fuorcla

Plaun

Crest la Siala

Crap Sogn Gion

Treis Palas

Alp Dado

Curnius

Naraus

Spaligna

Foppa

Flims

Laax-Murschetg

Vorab Gletscher

Vorab

Fuorcla da Sagogn

Crap Masegn

Lavadinas

La Siala

Mutta Rodunda Grauberg

Nagens

Scansinas

Fuorcla

Plaun

Crest la Siala

Crap Sogn Gion

Treis Palas

Alp Dado

Curnius

Naraus

Spaligna

Foppa

Flims

Laax-Murschetg

2060

Falera

+3 °C

2085

Falera

+4 ° C

– 22 –

– 23 –



3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION

– 01. Greenstyle-Strategie

Um eine Alpendestination

nachhaltig zu betreiben, braucht

es mehr als guten Willen.

Es braucht eine Strategie, eine

beträchtliche Menge an

Vorlaufzeit und die Veränderung

selbst.

01. GREENSTYLE-STRATEGIE

Unter der Leitung von Reto Gurtner (Präsident WAG) stellten sich

die Vorwärtsdenker der Weisse Arena Gruppe schon vor einiger Zeit

der Herausforderung, wie sie Flims Laax Falera in eine nachhaltige

Alpendestination transformieren und zu einem Ort machen können,

an dem man auch in Zukunft noch mit gutem Gewissen seinen Urlaub

verbringen kann. Die Antwort darauf heisst seit über einem Jahrzehnt

Greenstyle: Unsere Antwort auf die globalen Herausforderungen

Klimawandel und Verlust der Artenvielfalt.

Das Poster zeigt die Greenstyle-Strategie mit ihren Eckpfeilern und den wichtigsten Themen auf einen Blick.

– 24 – – 25 –



OUR GOALS

Energie

Maximale Energieeffizienz: Nicht verbrauchte Energie ist

die umweltfreundlichste und günstigste! Daher stehen die

Reduktion der Energieverluste durch die Elektrifizierung

der Mobilität, Gebäudesanierungen und die Förderung des

F&B und Einkauf

Minimale Distanz, maximale Qualität: Alles so lokal und saisonal

wie möglich zu halten, bedeutet kürzere Transportwege

und fördert die lokale Wirtschaft. Zudem sorgt es für

authentischere Mahlzeiten. Label helfen ökologischen und

fairen Konsum zu gewährleisten.

Biodiversität

01. GREENSTYLE-STRATEGIE

OUR PLAYGROUND

Langsamverkehrs im Zentrum.

Sie ist das absolute A und O unseres Planeten: die biologische

Vielfalt! Fauna und Flora, Pilze und Mikroorganismen

Energieversorgung: Wir möchten die Destination von einem

reinigen Luft und Wasser, machen unsere Böden frucht-

Greenstyle WAG

Greenstyle Foundation

Verbraucher fossiler Energie zu einem Produzenten regionaler

bar, sorgen für das richtige Klima und liefern uns Nahrung,

Seit 2010 steht Greenstyle für das Nachhaltigkeitskonzept

Die im Jahr 2016 gegründete Greenstyle Foundation

und erneuerbarer Energie transformieren. Die Dekarbonisie-

Arzneimittel, Baustoffe und vieles mehr. Damit das so

der WAG. Zur Unternehmensgruppe gehören eine Berg-

ist eine Non-Profit-Organisation – eine Kooperation der

rung von Gebäuden und Mobilität, der Ausbau Solarenergie

bleibt, schützen wir sie und bügeln die Fehler der Vergan-

bahnunternehmung, diverse Hotel- und Gastronomiebe-

Weissen Arena Gruppe sowie engagierter Menschen und

und die Winterstromsicherheit stehen im Fokus.

genheit aus.

triebe, Sport und Rental Shops, eine Ski-, Snowboard- und

Bikeschule sowie eine Management- und eine Baugesell-

Unternehmungen der Feriendestination. Sie widmet sich

dem Schutz und der Verbesserung unserer Umwelt. Die

Wasser

schaft. Die Unternehmung ist verantwortlich für die Vermarktung

der Destination Flims Laax Falera und positio-

Stiftung unterstützt gemeinnützige Projekte von engagierten

Menschen in der Region.

Wasser verbindet Menschen, Flora und Fauna. Wasser

bedeutet Leben. Wir sind hier an der Quelle von reichlich

COMMUNICATING IT

niert deren Freizeitangebote ganzjährig unter den beiden

sauberem Wasser und trotzdem hat der Verteilkampf auch

Marken Flims und LAAX.

Greenstyle LAB

hier längst begonnen. Viele Gewässer sind durch Über-

Alle Menschen bei uns sollen etwas über Greenstyle ler-

2021 wurde durch den Verwaltungsrat der Flims Laax

nutzung und Bauten belastet. Wir müssen lernen, haus-

nen. Nachhaltigkeit ist kundenrelevant. Wir wollen nicht

Falera Management AG das Greenstyle LAB ins Leben ge-

hälterisch und effizient mit Wasser umzugehen, und

verkrampft moralisieren, sondern die Welt retten und dabei

rufen. Eine Greenstyle Task Force, die aus Vertretern und

Verschmutzungen verhindern.

Spass haben. Eine transparente Kommunikation hilft, den

Join us on our

path to Greenstyle

sustainability.

Vertreterinnen der WAG sowie aus Leistungsträgern der

Destination besteht. Gemeinsam sollen in der Arbeitsgruppe

jährliche Massnahmen auf Destinationsebene realisiert

werden.

Zero Waste

Abfälle sind Ressourcen am falschen Ort. Nach dem

Leitsatz «reduce, reuse, recycle» streben wir eine Kreislaufwirtschaft

an: Nichts geht verloren, keine neuen

Ressourcen werden benötigt, alles wird wiederverwendet.

Das Ziel: Littering verhindern und die Umwelt sauber halten.

benötigten kulturellen Wandel zu beschleunigen, damit die

Greenstyle-Ziele und -Visionen umgesetzt werden können.

OUR COMMUNITY

Greenstyle schafft Werte, die von allen gerne mitgetragen

werden. Wir involvieren Gäste, Mitarbeitende, Partner und

Einwohnerinnen. Wie schnell die Greenstyle-Ziele und

Visionen umgesetzt werden können, hängt vom gemeinsamen

Wissen, Wollen und Wirken ab.

– 26 –

– 27 –



3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION

– 02. Energie

ENERGY

02. ENERGIE



02. ENERGIE

– 001. Vom Verbraucher zum Produzenten

Ein Hoch auf unsere Wildbäche,

Höhenwinde und vor allem die

Bergsonne: Sie geben uns

die Chance, unsere gesamte

Energieversorgung auf

umweltfreundliche, unendliche

Energien umzustellen.

001. VOM VERBRAUCHER ZUM PRODUZENTEN

Mit regionalen erneuerbaren

Energien stärken wir unsere

Unabhängigkeit von Ölimporten,

erhöhen die Versorgungssicherheit

und schaffen neue Arbeitsplätze.

Und weil das so ist, werden

wir besser ganz schnell vom

Verbraucher zum Produzenten.

Vision Ross Harding, Finding Infinity – finding a future based on infinite resources

– 30 – – 31 –



Falera

Energieverbrauch der Destination

280 GWh/a

Laax

Flims

Trin

Kosten Heizölimporte bei CHF 1/L

CHF 9'000'000/a

Kosten Treibstoffimporte bei CHF 1.80/L

CHF 13'500'000/a

Biomasse lokal

10 % ∙ 28 GWh/a

Sagogn

Wasserkraft lokal

Produktionspotenzial der Destination

30% ∙ 80 GWh/a

Schluein

Fossile Brennstoffe Ausland

60% ∙ 168 GWh/a

288 GWh/a

Laax

Flims

Trin

Durch Vermeidung von Energieverlusten

kann bei CHF 0.08/kWh und einem

Potenzial von 288 GWh/a Energie im Wert

von rund CHF 9 Mio. exportiert werden.

001. VOM VERBRAUCHER ZUM PRODUZENTEN

Falera

Falera

Schluein

Sagogn

Biomasse lokal

10 % ∙ 28 GWh/a

Wasserkraft lokal

30% ∙ 80 GWh/a

Fossile Brennstoffe Ausland

60% ∙ 168 GWh/a

Schluein

Sagogn

Potenzial Solarstrom am Gebäudebestand

56% ∙ 160 GWh/a

Potenzial Windpark Vorab

6% ∙ 18 GWh/a

Potenzial Biomasse

10 % ∙ 30 GWh/a

Potenzial Wasserkraft

28 % ∙ 80 GWh/a

2021 verbraucht die Destination jährlich

16'800'000 Liter Erdöl, 84'000'000 kWh

Strom und 14'500'000 kg Holz, was 9'000

grossen Bäumen entspricht. Das ergibt

Falera

Laax

Flims

einen Gesamtenergieverbrauch von rund

280 Gigawattstunden pro Jahr (GWh/a).

40 % der verbrauchten Gesamtenergie stammen aus

erneuerbaren Quellen (30 % Strom aus Wasserkraft

und Solarenergie, 10 % aus Biomasse – mehrheitlich

Holz für den Heizbedarf).

Durch Vermeidung von Energieverlusten

kann bei CHF 0.08/kWh und einem

Trin60 % der Potenzial verbrauchten von 288 Gesamtenergie GWh/a Energie im (mehrheitlich

Wert

für Heizungen von rund 45,5 CHF % 9 und Mio. Mobilität exportiert werden. 54,5 %) stammen

aus klimaschädlichen fossilen Brennstoffen, importiert

aus Nigeria, USA, Libyen, Kasachstan und Algerien.

Quelle: Aktionsplan Green Deal GR (2021)

- Massnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung.

Ist es überhaupt möglich, den hohen Anteil

an fossilen Brennstoffen aus dem Ausland

durch regionale erneuerbare Energien zu

ersetzen? Die Antwort heisst: Ja!

Das Potenzial für die Energieproduktion in der Destination

beträgt 288 GWh/a: Davon Wasserkraft 80 GWh/a,

Windkraft 18 GWh/a, Solarstrom alleine an den Gebäuden

160 GWh/a und Biomasse 30 GWh/a. Das

Potenzial übersteigt den heutigen Bedarf an Energie.

Sagogn

– 32 –

Potenzial Solarstrom am Gebäudebestand

56% ∙ 160 GWh/a

– 33 –



Und so werden wir vom Verbraucher

zum Produzenten:

280

GWh/a

0

Heute

180

Zukunft

Sparpozential

Gebäude und Mobilität

100 GWh/a

Maximale Energieeffizienz

Beim Energieverbrauch gibt es ein grosses Einsparpotenzial

von mindestens 100GWh/a. Das entspricht

der mittleren Jahresproduktion des Laufwasserkraftwerks

Reichenau am Alpenrhein. Künftig werden

nur noch 180GWh/a benötigt, wenn die Energieverluste

beim Gebäudebestand und der ineffizienten

Verbrennermobilität verringert werden.

100 % erneuerbar, ist 100 %

machbar: Das notwendige

Wissen und die Technologien

sind vorhanden.

001. VOM VERBRAUCHER ZUM PRODUZENTEN

GWh/a

108

288

Ungenutztes

Produktionspotenzial

180 GWh/a

Ausbau lokale Energieversorgung

Heute werden bereits rund 108 GWh/a (40 % des

Gesamtenergieverbrauchs) mit erneuerbarer Energie

abgedeckt. Mehrheitlich Strom aus Wasserkraft und

Wärmeenergie aus Biomasse. Das noch ungenutzte

lokale Potenzial beträgt mindestens 180GWh/a,

vorwiegend aus Sonnenenergie (160 GWh/a) und

Windkraft (18 GWh/a).

Wie schnell das Ziel einer

Energieversorgung aus 100 %

erneuerbaren Energien erreicht

werden kann, ist eine Frage

des gemeinsamen Willens.

0

Heute

Zukunft

280

GWh/a

Verbraucher

Produzent

288

Überschusspotenzial

108 GWh/a

Vom Verbraucher zum Produzenten

Die Destination produziert bei verbesserter Effizienz

und ausgebautem Potenzial einen Überschuss von

Übersicht der Elektrizitätsproduktionsanlagen

in der

Destination

108GWh/a. Sie könnte so vom Verbraucher zum

108

Produzenten werden und jährlich klimafreundliche Energie

im Wert von rund CHF 9 Mio. verkaufen.

0

Heute

Zukunft

– 34 – – 35 –



02. ENERGIE

– 002. Der Sechs-Punkte-Plan

Der Weg zur LAAXER Energiewende

«Vom Verbraucher zum Produzenten»

ist keine einspurige Strasse.

Der Weg zur Energiewende ähnelt

einem Labyrinth aus Möglichkeiten,

Wegkreuzungen und Paragrafen.

Der Sechs-Punkte-Plan hilft uns,

nicht vom Pfad abzukommen.

Denn – in puncto Energiewende

ist der Weg eben nicht das Ziel.

Das Ziel ist das Ziel und das auf

dem schnellsten Weg.

MAXIMALE

ENERGIEEFFIZIENZ

Mobilität und

Gebäudebestand,

Fuss- und

Fahrradverkehr

ELEKTRIFIZIERUNG

DER MOBILITÄT

DEKARBONISIERUNG

GEBÄUDEBESTAND

Ölheizungen ersetzen

und klimafreundliche

Baustoffe verwenden

GROSSKRAFTWERKE

SOLARARCHITEKTUR

Solarpanels auf

Dächern und an Fassaden,

Plusenergie-Bauten (PEB)

ENERGIESPEICHERUNG

002. DER SECHS-PUNKTE-PLAN

Batterie- & Wasserstoff-

Fahrzeuge sowie

Ladeinfrastruktur

Wasserkraft,

Photovoltaik und

Windpark

Speicherseen,

Wasserstoff & Batterien

– 36 –

– 37 –



Jede nicht verbrauchte Energie

ist mit Abstand die umweltfreundlichste

und preiswerteste –

und weil Geiz in diesem Fall

mal wirklich geil ist, könnten wir

doch einfach ein paar Atomkraftwerke

wegsparen.

Und das unabhängig von der

politischen Debatte, ob ein AKW

nun ökologisch sei oder nicht.

Sparen wir doch

23x

das AKW

Beznau weg.

02. ENERGIE

– 003. 1 - Maximale Energieeffizienz

Gebäude,

Haushaltsgeräte

& Beleuchtung

Ein Blick auf die Schweiz zeigt, welch enormes

Potenzial Energieeffizienzmassnahmen wir haben.

Heute beträgt der Gesamtenergieverbrauch der Schweiz

240 TWh/a. Davon liessen sich über alle Sektoren

140 TWh/a an Verlusten einsparen. Das entspricht

23-mal der Jahresproduktion des Atomkraftwerks

Beznau. – Die Destination alleine könnte Energie im

Wert von CHF 20 Mio. pro Jahr einsparen. Würde

dieses Geld vor uns auf dem Boden liegen, hätte

die maximale Energieeffizienz plötzlich einen ganz

anderen Stellenwert.

Energieverbrauch

Schweiz

240

TWh/a

Heute

Gebäude

- 90 TWh/a

Einsparpotenzial

Verkehr

- 43 TWh/a

Industrielle und

gewerbliche

Anwendungen

- 7 TWh/a

Energieverbrauch

Schweiz

100

TWh/a

Zukunft

90 TWh/a

Einsparpotenzial

Gebäude

Fast die Hälfte des schweizweiten Energiebedarfs fliesst

in die Gebäude, dabei verfügen 60 % der Bauten ungenügende

Wärmedämmung. Verhältnisse, die in etwa

auch auf Graubünden und die Destination zutreffen

dürften. Der Energiebedarf bestehender Gebäude kann

durch eine energetische Sanierung nach Minergie-

P-Standard um 75% reduziert werden.

Haushaltsgeräte

Zusätzlich hilft der Umstieg auf energieeffizientere Haushaltsgeräte,

Strom einzusparen. Wie energieeffizient ein

Gerät genau ist, veranschaulicht die Energieetikette.

Auf einer Skala von A bis G bewertet sie die Effizienz

von Haushaltsgeräten. Ein Geschirrspüler der Klasse C

verbraucht beispielsweise bereits 30 % mehr Strom als

einer der Klasse A. Auf der Plattform topten.ch können,

unabhängig vom Hersteller, die energieeffizientesten

Geräte gefunden und verglichen werden.

Beleuchtung

Mit effizienter Beleuchtung lässt sich das AKW Beznau

wegsparen. Alleine durch die Beleuchtung werden in

der Schweiz rund 8,3 TWh/a verbraucht. Mit dem konsequenten

Einsatz von LED-Lampen und effizienteren

Beleuchtungssystemen könnten mindestens 4,2 TWh/a

eingespart werden. Quelle: Geräte und Beleuchtung -

Schweizerische Energie-Stiftung energiestiftung.ch

003. MAXIMALE ENERGIEEFFIZIENZ

– 38 –

– 39 –



Verkehr

Industrie

43 TWh/a

Einsparpotenzial

43 TWh/a, respektive 60 % Energieverluste, könnten

mit Elektromobilität im Vergleich zur herkömmlichen

Verbrennern eingespart werden. Wer mit einem E-Auto

von St.Moritz nach Chur fährt, hat bei der Ankunft einen

volleren Akku! Möglich macht das die Rekuperation,

welche die Bremsenergie zum Laden des Akkus nutzt.

Noch effizienter kommen Sie nur mit dem öffentlichen

Verkehr, dem Fahrrad oder zu Fuss voran.

Ein Tesla Model 3 Elektroauto verbraucht 60 %

weniger Energie als z.B. ein 3er BMW 320d:

AUF 100 km

5 L DIESEL

=

50 kWh

3ER BMW 320D

8 m 2 PV

60%

REDUKTION

AUF 100 km

16 kWh

TESLA MODEL 3

7TWh/a

Einsparpotenzial

Bei industriellen und gewerblichen Anwendungen

können vom heutigen, jährlichen Verbrauch von

23,5TWh rund 7,8 TWh eingespart werden. Drei

Viertel davon, also rund 6 TWh, bei Elektromotoren.

Damit können 1,5 weitere AKWs der Grösse von Beznau

eingespart werden. Quelle: Geräte und Beleuchtung -

Schweizerische Energie-Stiftung

003. MAXIMALE ENERGIEEFFIZIENZ

Auch E-Autos sind nicht

alle gleich sparsam. Tesla Model 3

16 kWh/100 km bei 10'000 km/Jahr Fahrleistung

→ 1'600 kWh → 8m 2 Solarpanels.

Bei E-Autos lässt sich noch mehr Energie sparen,

wenn effiziente Fahrzeuge eingesetzt werden: So

13 m 2 PV

kann die Energiewende bei der Mobilität entweder

mit 8m 2 Solarpanels pro Fahrzeug oder mit fast

doppelt so vielen Solarpanels pro Fahrzeug erreicht

werden!

Mercedes EQC

25,6 kWh/100 km bei 10'000 km/Jahr Fahrleistung

→ 2'560 kWh → 13 m 2 Solarpanels

Dank Förderprogrammen lohnen sich Investitionen

meist auch wirtschaftlich!

Für mehr Energieeffizienz benötigt es oft grosse Investitionen. Das ist unumstritten. Der Bund und die

Kantone unterstützen mit Förderprogrammen Massnahmen, die den Energieverbrauch senken. Sich vorab

mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen und Förderhilfe zu beantragen, lohnt sich allemal! Für umgesetzte

Energieeffizienzmassnahmen hat die WAG über CHF 250'000.– Förderbeiträge erhalten – unter anderem

aus dem Fördertopf des Gebäudeprogramms des Kanton Graubündens und von ProKilowatt.

– 40 – – 41 –



– Maximale Energieeffizienz bei der WAG.

WAG

7GWh/a

Einsparpotenzial

Bei einer konservativen Annahme spart die WAG durch

bereits über 60 umgesetzte Effizienzmassnahmen,

die in den letzten Jahren umgesetzt wurden, 4 GWh

oder rund CHF 500'000.- pro Jahr. Das Potenzial für

weitere Einsparungen beträgt mindestens weitere

7 GWh oder rund CHF 1'100'000.– pro Jahr.

Wärmepumpen sind unschlagbar effizient –

mit Energieeinsparungen von 50 % - 80 %!

Durch das Ersetzen der Ölheizung durch drei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Motorenraum der Luftseilbahn

Murschetg konnten rund 75% des Energieverbrauchs reduziert werden.

003. MAXIMALE ENERGIEEFFIZIENZ

Gebäude

- 5 GWh/a

Beleuchtung

Fahrzeuge

- 0,5 GWh/a - 0,2 GWh/a

Pistenmaschinen

Elektromotoren

- 1 GWh/a - 0,3 GWh/a

Energieeinsparung Wärmepumpen auf 1000 m ü. M.

Ölheizung 100 %

Gesamtverbrauch

28

GWh/a

Heute Einsparpotenzial 2030

Gesamtverbrauch

21

GWh/a

Erdsonde Wärmepumpe

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Pelletheizung Luftseilbahn l

- 60%

- 50%

100%

Eine Pelletheizung ist aus der Perspektive der Klimabilanz zwar besser als eine Ölheizung, ein Wechsel hat aber

keinen Effekt auf die Energieeffizienz. Wärmepumpen hingegen sind ein Energiemultiplikator. Die Darstellung zeigt

konservative Energieeinsparungen von Wärmepumpen auf 1000 m ü. M.

– 42 – – 43 –



Umsetzungsbeispiele WAG

003. MAXIMALE ENERGIEEFFIZIENZ

80% ENERGIEEINSPARUNG

BELEUCHTUNG

DURCH SMARTE

TIEFGARAGE

LED-BELEUCHTUNG

ROCKSRESORT

REVOLUTIONÄRES BETRIEBSKONZEPT

FÜR DEN NEUEN FLEM EXPRESS

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Das neue Betriebskonzept Ropetaxi vermeidet

Leerfahrten, indem es die Kabinen nur dann

fahren lässt, wenn Fahrgäste einsteigen.

Durch einen geringeren Energieverbrauch

und durch massgeblich reduzierte Betriebsund

Unterhaltskosten optimiert Ropetaxi den

Seilbahnbetrieb, eines der ohnehin umweltfreundlichsten

Transportmittel, erheblich.

90% ENERGIEEINSPARUNG DURCH

SNORA SCHACHTHEIZUNGSSTEUERUNG

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Damit die Wasserleitungen nicht einfrieren, müssen

die Kontrollschächte der Schneekanonen

beheizt werden. Die Snora Steuerungsgeräte

kontrollieren die Temperatur in den Schächten

und belassen sie auf dem Minimum. Mit Steuerungsgeräten

in 500 Schächten konnte der

Energieverbrauch für die Beheizung um 90%

reduziert werden.

50% ENERGIEEINSPARUNG

DURCH WASSERSPARENDE ARMATUREN

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Zum Duschen, Baden oder im Haushalt: Mit

wassersparenden Duschbrausen und Durchflussbegrenzern

wird der Verbrauch von Warmwasser

und Energie um bis zu 50% reduziert.

In der WAG sind bereits 300 effiziente

Duschbrausen und 650 Spardüsen in Betrieb.

Bild © www.swissecoline.com

1200 alte Leuchtstoffröhren wurden im Parkhaus

an der Talstation Murschetg durch effiziente,

dimmbare LED-Röhren der Schweizer Firma

LED-City ersetzt. Jede Leuchte ist mit einem

Sensor ausgestattet. Befindet sich niemand in

dessen Reichweite, dimmt die Leuchte das Licht

auf einen vorprogrammierten Wert und spart so

Energie ein.

• Ehemaliger Energieverbrauch mit

Leuchtstoffröhren: 400'000 kWh/a

• Aktueller Energieverbrauch mit dimmbaren

LED-Leuchtmitteln: 65'000 kWh/a

• Eingesparte Energie: 335'000 kWh/a

oder CHF 25'000/a

• ROI: Nach rund 4 Jahren ist die Investition

amortisiert

• Vermeidung von Leerfahrten im Vergleich

zu konventionellen Anlagen

• Weniger Energiebedarf

• Weniger Unterhalt bei Verschleissteilen

• Eingesparte Energie: 300'000 kWh/a

Das entspricht rund 20 % des gesamten

Energiebedarfs der Schneeerzeuger

• Mit der eingesparten Energie könnte man

15'000-mal mit dem Elektroauto

von Zürich nach Laax fahren

• Die Investition amortisiert sich

nach 3 Jahren

• Eingesparte Energie: 400'000 kWh/a

• Mit der eingesparten Energie könnte man

20'000-mal mit dem Elektroauto

von Zürich nach Laax fahren

• Die Investition amortisiert sich in weniger

als einem Jahr

• Wassereinsparung: Rund 14 Mio. Liter/a

– 44 –

– 45 –



Umsetzungsbeispiele WAG

003. MAXIMALE ENERGIEEFFIZIENZ

MIT DEM VELO INS BÜRO UND

UM DEN ÄQUATOR!

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

DIE VORAUSSCHAUENDE

SCHNEETIEFENMESSUNG

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

GELÄNDEKORREKTUREN

SNOWPARK

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

PROJEKT

LANGSAMVERKEHR

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Seit 2010 nimmt die WAG jährlich an der «bike to

work»-Challenge teil, eine in der Schweiz jährlich

stattfindende Mitmachaktion, die jeweils im

Mai und Juni stattfindet. «bike to work» hat zum

Ziel, dass Pendler vermehrt das Fahrrad benutzen

und das Auto stehen lassen.

• Insgesamt wurden bislang 100'000 km

Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Das entspricht einer Strecke von

zweieinhalbmal um den Äquator!

• Im Schnitt wurden 75 % der Arbeitstage

mit dem Velo absolviert.

• CO 2

-Einsparung: 1'000 kg pro Jahr

Die WAG ist Entwicklungspartnerin der SNOWsat-Schneetiefenmessung.

Eine revolutionäre

Weiterentwicklung der Schneetiefenmessung

ist die vorausschauende Schneetiefenmessung

SNOWsat LIDAR. Sie liefert dem Pistenmaschinenfahrer

Echtzeitdaten über die Schneehöhe

im Umkreis von bis zu 50 m um sein Fahrzeug.

Das macht es ihm und den Zuständigen für die

technische Beschneiung möglich, präzis und effizient

zu arbeiten. Technischer Schnee wird nur

noch da produziert, wo er nötig ist.

• 20 % Einsparung beim Beschneiungsaufwand

im Vergleich zu früheren Wintern

Die Snowparks gelten als Aushängeschild der

Destination. Sie erfreuen sich grosser Beliebtheit

und sind ein wichtiges Produkt, um Kinder

und Jugendliche für den Wintersport zu begeistern.

Der jährliche Aufbau der Pro-Line und der

Superpipe benötigten bis 2015 grosse Mengen

an Kunstschnee und folglich auch an Energie.

Im Jahr 2015 wurden durch Geländekorrekturen

die Sprünge und die Halfpipe vorgeformt, was

den jährlichen Ressourcenbedarf reduzierte.

• 31'000 m 3 Kunstschnee eingespart

• 4300 Liter weniger Dieselverbrauch

für die Pistenmaschinen

• Die Investition amortisiert sich

nach 3 Jahren

Immer, wenn jemand das Auto stehen lässt und

stattdessen das Fahrrad nimmt oder zu Fuss

geht, wird Energie gespart. Damit das möglichst

oft geschieht, müssen die Motivation und die Infrastruktur

stimmen. 2016 wurde ein Massnahmenpaket

verabschiedet, um den Strassenraum

für Fussgänger und Velofahrer in der Destination

sicherer zu machen und eine Langsamverkehrsverbindung

zwischen Flims und Laax zu schaffen.

In einem Gemeinschaftsprojekt der WAG

und der Gemeinden wurde deshalb der Bau der

Velo- und Fussgängerbrücke Staderas und die

Verlängerung des Velowegs umgesetzt.

• Die Via Nova verzeichnet jährlich

25'000 Bikefrequenzen

• 0 Emissionen, 0 Lärm, 0 CO 2

– 46 –

– 47 –



02. ENERGIE

– 004. 2 - Dekarbonisierung Gebäudebestand

Gebäude mit Ölheizungen sind nach dem Verkehr und der Industrie

schweizweit die grössten CO 2

-Verursacher. Der Heizölverbrauch

entspricht jährlich CHF 3,6 Milliarden. Mit diesem Betrag könnte man

jedes Jahr Solaranlagen bauen und damit 2,4 TWh/a inländische

Energie produzieren. Schon nach 6 Jahren wäre der jährliche

004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND

Gesamtenergiebedarf für 100 % Elektromobilität abgedeckt. Das

Gute ist, es gibt viele klimafreundliche Alternativen.

Also: Ölheizung raus, Wärmepumpe, Pelletheizung

oder Anschluss an eine Fernwärmeleitung

rein – und Isolieren nicht vergessen!

Eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen

Bauten sind sogenannte Passivhäuser.

Sie sind so konzipiert, dass sie komplett

ohne Heizung auskommen und doch keiner

frieren muss!

Ein weiterer Faktor für die Dekarbonisierung

eines Gebäudes ist der Klimafussabdruck,

der durch die Materialisierung und durch den

Bau selber verursacht wird.

Die Kantone belohnen den Umstieg

auf erneuerbare Systeme mit attraktiven

Fördermassnahmen.

– 48 – – 49 –



The only oil that should heat is chilli oil!

Das Ziel der WAG ist es, bis 2025

alle Ölheizungen innerhalb des

Unternehmens zu eliminieren

und durch umweltfreundliche

Alternativen zu ersetzen. Ausserdem

sollen bei Bautätigkeiten der CO 2

-

Fussabdruck des Baumaterials und

die Arbeitsabläufe optimiert werden.

600'000L

500'000L

400'000L

300'000L

200'000L

1

2

3

4

5

6

7

8

004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND

Von ursprünglich 18 mit Öl

geheizten WAG-Gebäuden bleiben

im Jahr 2021 noch neun übrig

und verursachen rund 900 Tonnen

CO 2

im Jahr. Auch die Ölheizungen

dieser Gebäude werden in den

nächsten Jahren durch klimafreundliche

Alternativen ersetzt.

100'000L

Heizöl pro Jahr 0L

1 - 60'000 L Bergrestaurant Vorab –

2009 HEUTE

2026

Ersatz Ölheizung durch Elektroheizung 2010

2 - 80'000L Werkstatt Talstation Laax – Ersatz Ölheizung

durch Wärmepumpen 2011

3 +30'000 L übernahme Alpenhotel seit 2016 –

Option: Fernwärme Flims Electric Wärmepumpe

4 - 23'000 L Personalhaus – Abbruch und Ersatzbau

rocksresort Etappe III 2017

- 5'800 L Freestyle Academy - Ersatz Ölheizung

durch Wärmepumpe 2017

- 10'000L Kasse Flims – Anschluss Fernwärme

Flims Electric Wärmepumpe 2018

- 10'000L Parkhaus Flims – wurde abgerissen

5 - 25'000L BB Talstation Flims – Anschluss Fernwärme

Flims Electric Wärmepumpe 2018

6 - 63'000 L Bergrestaurant Nagens – Ersatz Ölheizung

durch Wärmepumpe 2023

7 - 112'000 L Crap Sogn Gion Gesamtsanierung 2024

8 - 6'000 L Casa Murschetg – Ersatzbau in Planung ab 2025

9 - 72'000 L Signina Hotel – Ersatzbau in Planung ab 2025

- 6'000 L Casa Veglia – Ersatzbau rocksresort Etappe ff.

oder Anschluss an Arealnetz rocksresort

- 15'000 L Casa Prima – Ersatzbau rocksresort Etappe ff.

oder Anschluss an Arealnetz rocksresort

- 37'000 L rocksresort – Pelletheizung mit Ölheizung

zur Abdeckung von Spitzenlasten, Ersatz Ölheizung

9

– 50 –

– 51 –



So heizen echte Wintersportler.

Heizen mit Wärmepumpen

Wärmegewinn aus Holz (Biomasse)

Wärmepumpen arbeiten bis zu 75 % mit Umweltwärme,

– also grüner Energie aus Luft, Erdreich und Grundwasser

– und mit bis zu 25 % Strom. Ersetzt man eine Ölheizung

Wo Wärmepumpen keine Alternative sind, kann Holz als

Energielieferant die Ölheizung ersetzen,– dank Förderprogrammen

ebenfalls wirtschaftlich lukrativ.

durch eine Wärmepumpe, rechnet sich die Umstel-

lung über den Lebenszyklus betrachtet ökologisch und

wirtschaftlich. Je nach Ölpreis kommt eine Luft-Wasser-

Wärmepumpe heute nach sieben bis zehn Betriebsjahren

günstiger als eine Ölheizung. In Zukunft werden

die Preise für fossile Brennstoffe wohl infolge CO 2

-Regelungen

steigen.

Holzheizungen gelten als CO₂-neutral und klimafreundlich,

– vorausgesetzt die dafür verwendete Menge an

Holz wächst wieder nach! Bund und Kantone fördern

Holzfeuerungen über das Gebäudeprogramm. Warum

ist Holz CO 2

-neutral? Bäume nehmen während ihrer

Lebensdauer CO 2

auf und speichern es. Nach Ende

ihres Lebenszyklus verrotten sie und das Kohlendioxid

Das Gebäude der Luftseilbahn in Laax Murschetg hatte

einen Jahresverbrauch von rund 10'000 Liter Heizöl.

Neu wird es mit drei Luft-Wasser-Wärmepumpen betrieben.

wird wieder freigesetzt. Bei der Verbrennung von Holz

geschieht dasselbe. Es wird also der natürliche Holzkreislauf

genutzt, um Wärme zu erzeugen.

Diese nutzen die Abwärme der Bahnmotoren

und verbrauchen im Vergleich zu früher nur einen Viertel

Der rocksresort wurde ressourcenschonend als

der Energie. Sie verursachen kein CO 2

und die Betriebskosten

Minergie-Gebäude konstruiert und entspricht

sind deutlicher tiefer. Dank Fördergeldern

des Kantons und erhöhter Effizienz ist die Anlage auch

wirtschaftlich lukrativ.

zertifizierten Energieeffizienzstandards. Der Wärmebedarf

für Heizung und Warmwasser wird über eine

klimafreundliche Holzpelletheizung abgedeckt.

Bäume fällen zum

Heizen – fast – zu

schade.

Jedes verbrannte Stück Holz setzt unmittelbar gespeichertes

CO 2

frei, das im lebendigen oder verbauten Holz

noch lange gebunden bliebe.

Bäume brauchen Jahrzehnte, um CO 2

zu binden, beim

Verbrennen des Holzes wird es innerhalb weniger

Minuten freigesetzt! Statt Holz zu verheizen, sollte es

besser in langlebigen Gütern verbaut werden – oder als

Totholz den Waldboden nähren.

Holz ist eine beschränkte natürliche Ressource,

deren Verbrauch nur bedingt ansteigen darf. Entnehmen

wir dem Wald nämlich schneller Holz, als es nachwachsen

kann, verschlechtert sich die Klimabilanz der Holzheizung

erheblich! Eine Wärmepumpe in Kombination

mit Solarstrom ist deshalb die bessere Alternative.

004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND

→ Einsparung Energie: 75%

→ Einsparung Heizöl: 100 % (10'000 Liter jährlich)

– 52 – – 53 –



Fernwärme Flims und Laax.

Mit dem Fernwärmeverbund Flims und Laax entwickelt

sich ein lokaler, klimafreundlicher Wärmeversorger. Da

die Wärme frei Haus geliefert wird, spart man sich die

Wartungskosten und die Räumlichkeiten einer eigenen

Heizanlage.

Die Flims Electric AG betreibt in Flims Dorf die beiden

Energiezentralen «Stenna» und «Dorf». An beiden

Standorten wird mit Hochleistungswärmepumpen nicht

nutzbare Umweltenergie in nutzbare Heizenergie umgewandelt,

sodass die angeschlossenen Liegenschaften

mit einer Wärme von min. 64 °C beliefert werden können.

Als Wärmequelle dient in der Energiezentrale «Stenna»

das Wasser aus dem Flembach, in der Energiezentrale

«Dorf» liefert das Karstwasser aus dem Umfahrungstunnel

die notwendige Umweltenergie. 2021 beziehen

das STENNA Center, das Schulhaus Surmir, die WAG-

Gebäude an der Talstation Flims und einige private

Haushalte die Energie über das Fernwärmenetz Flims.

Quelle: Flims Electric AG, Wärmeverbund Laax AG

Versorgungsgebiet ENZ Stenna

Versorgungsgebiet ENZ Dorf

© swisstopo, BAFU

Wärmeleistung der Energiezentrale 1 :

CO 2

Einsparpotenzial:

Einsparpotenzial an Heizöl:

Länge des Leitungsnetzes 2 :

2'200 kW

1'450 t/Jahr

540'000 L/Jahr

4'000 m

1 Leistungsangabe inkl. der redundanten Energieerzeugung

2 Im Endausbau

Versorgungsgebiet Laax Stand 2021

Für die Fernwärme Laax wird in der Fernwärmezentrale

klimafreundliche Energie aus regionalem Abfallholz

gewonnen.

Passivhäuser

Ein Haus ohne Heizung.

1

1

2

2

S 3 4 7 5

S 3 4 7 5

6

6

S

3 4 5

S

3 4 5

6

6

N

N

N

N

Wie schon erwähnt, ist es bei Neubauten möglich, ganz

ohne Heizung auszukommen. Sogenannte Passivhäuser

sind sehr gut gedämmt und gewinnen die wärmende

Energie durch solaren Direktgewinn, – also durch

die Sonne! Bereits Sokrates erkannte das Potenzial

der Sonnenwärme und sagte einst: «In Häusern, die

nach Süden blicken, dringt die Sonne im Winter durch

die Vorhalle bis in die Wohnräume vor und wärmt sie.

Im Sommer jedoch hält das Dach der Vorhalle die

Sonne ab und spendet kühlen Schatten.» Was Sokrates

beschreibt, war nichts anderes als der solare Direktgewinn,

– also im Prinzip das Speicherpotenzial massiger

Mauern und dunkler Böden, die sich tagsüber mit

Sonnenwärme vollsaugen und diese später langsam

wieder abgeben.

Haus des Sokrates Längsschnitt und Grundriss

1 Sonneneinstrahlung Sommer

2 Sonneneinstrahlung Winter

3 Terrasse / Vorplatz

4 Wohnraum

5 Vorratsraum gleichzeitig Pufferraum

6 Massive Wände für die Wärmespeicherung

7 Steinböden zugleich Wärmespeicher

004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND

Solarthermie – warmes Wasser

durch die Kraft der Sonne.

Sonnenkollektor

Die bekannteste Art, Sonnenenergie zu nutzen, ist

Warmwasser

die Stromerzeugung durch Photovoltaik. Dass mit der

Wärmeleistung der Energiezentrale 1 :

CO 2

Einsparpotenzial:

Einsparpotenzial an Heizöl:

Länge des Leitungsnetzes 2 :

© swisstopo, BAFU

2'000 kW

1'300 t/Jahr

500'000 L/Jahr

3'500 m

Wärmeleistung der Energiezentrale

Länge des Leitungsnetzes

© swisstopo, BAFU

1'260 kW Holz

1'640m

Kraft der Sonne auch sehr klimafreundlich und effizient

Warmwasser erzeugt und dadurch die Heizung spürbar

unterstützt werden kann, ist etwas in Vergessenheit geraten

– je nach Standort des Gebäudes und kantonaler

Förderprogramme ist Solarthermie eine prüfenswerte

Technologie!

Wärmetauscher

Pumpe

Kaltwasser

– 54 –

– 55 –



Graue Energie bei Bau

und Materialisierung.

Um ein Gebäude zu heizen, braucht es heute dank

Gebäudesanierungen und klimafreundlicher Methoden

immer weniger Energie und Heizöl. Zieht man die

Energiebilanz, fällt deshalb der Bau selbst immer mehr

ins Gewicht. Bei Neubauten zahlt der Bau oft mehr auf

das Konto der grauen Energie ein, als es all die Energie

tut, die das Gebäude während seiner ganzen Lebensdauer

verbraucht!

Das Erhalten von bestehenden Gebäuden, die richtige

Materialisierung und effiziente, klimafreundliche Baumaschinen

sind darum der Schlüssel zur Reduktion von

grauer Energie! Sowohl Bauherrschaften wie auch Architekten,

Planer, Baufirmen und Zulieferer sind gefordert,

die Emissionen im Bausektor in den kommenden

zwei Jahrzehnten auf null zu senken und sich für das

gemeinsame Klimaziel einzusetzen!

Materialisierung

Die Wahl der Baumaterialien beeinflusst den Anteil an

grauer Energie im Gebäude erheblich. Wird beispielsweise

recyceltes oder regionales Material eingesetzt,

wirkt sich das positiv auf den ökologischen Fussabdruck

aus. So spart der Bau mit einheimischem Holz

bereits durch den wegfallenden Transport Energie. Zudem

bindet das Holz während der gesamten Lebensdauer

des Gebäudes CO 2

. Die ältesten Holzhäuser der

Schweiz sind älter als der Rütlischwur … just sayin'!

Die Herstellung von Glas, Stahl oder Zement und Beton

hingegen benötigt viel Energie und ist deshalb sehr CO 2

-intensiv.

Baumaterialien und ihr CO 2

-Fussabdruck.

004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND

Bauen am Bestand

Bestehende Gebäude haben einmal viel Geld gekostet

und ökologisch bereits einen grossen Fussabdruck hinterlassen.

Es ist deshalb oft sinnvoll, sie ganz oder teilweise

zu erhalten, anstatt sie abzureissen, zu entsorgen

und neu aufzubauen. Was vom Bestand förderlich wiederverwendet

werden kann, hängt von verschiedenen

Faktoren ab. Wie soll das Gebäude zukünftig genutzt

werden? Welche Anforderungen werden an Qualität

und Lebensdauer gestellt? Wie schwierig ist im jeweiligen

Fall die Demontage und Montage von Bauteilen?

Baumaschinen

Baustellen verursachen viel Lärm, Feinstaub und CO 2

-

Emissionen. Der Einsatz von elektrischen Baumaschinen

trägt massgeblich zur Dekarbonisierung des Bausektors

und zur Reduktion der Emissionen bei. Bereits

heute gibt es kabel- oder akkubetriebene elektrische

Baufahrzeuge – von der Elektrokettenfräse bis zum

Pneulader.

Die Darstellung ist plakativ und die Werte variieren je nach Quelle. Massgeblich für den Klimafussabdruck

sind die Langlebigkeit, Kreislauffähigkeit, Herkunft und der Anteil an eingesetzter erneuerbarer Energie.

– 56 –

– 57 –



Bauen mit klimafreundlichen Rohstoffen.

Bahnstationen Alp Dado, Mutta Rodunda,

Treis Palas, Fuorcla da Sagogn und

La Siala

Senda dil Dragun

Im Juni 2021 wurde der längste Baumwipfelpfad der

Welt eröffnet. Die «Senda dil Dragun» zwischen Laax

Murschetg und Laax Dorf. Für die gesamte Holzkonstruktion

wurden 100 % einheimisches Holz aus nachhaltiger

Forstwirtschaft verbaut, das vor Ort gewachsen, gefällt und

verarbeitet wurde. Am Beispiel des Baumwipfelpfads

lässt sich eindrücklich erkennen, wie die Wahl der Materialien

den Fussabdruck eines Neubaus beeinflusst und

warum das Bauen mit Holz besser für das Klima ist als die

Verwendung von Beton oder Stahl.

Zehn Sesselbahnstationen sind in den vergangenen

Jahren im Rahmen des Masterplans «Revolution am

Berg» mit Holz aus Graubünden errichtet worden. Der

Masterplan gibt vor, die Stationen mit klimafreundlichen

Baustoffen nachhaltig und einfach zu bauen

und dabei bereits den Rückbau zu bedenken. Alle

Stationen wurden mit Bündner Holz erstellt. Holz, das im

Kanton wuchs und komplett im Kanton verarbeitet wurde.

Elektrobagger übernehmen auf

Baustellen: Nagens Trail 2020

aus E-Energie.

004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND

Der Nagens Trail 2020 ist der weltweit erste, vollständig

mit E-Energie erbaute Mountainbike-Trail. Für den gesamten

Bau wurden vom Bagger über den Presslufthammer

bis zur Kettensäge sämtliche Gerätschaften

mit erneuerbarer elektrischer Energie betrieben. Selbst

die Anfahrt der Trailbauenden und aller weiteren am

Bau beteiligten Personen erfolgte ausschliesslich per

E-Auto oder E-Bike.

9,1m 3 Bewehrungsstahl

1060 m 3 Holz

650m 3 Beton

-1'060t

CO 2

+ 105t

CO 2

+ 182t

CO 2

– 58 –

– 59 –



02. ENERGIE

– 005. 3 - Solararchitektur

Die Sonne liefert viel mehr Energie, als die Menschheit verbraucht.

Solarstrom gilt deshalb auch als die Schlüsseltechnologie der

Energiewende. Die neuste Solarstrom-Potenzialstudie der Solar-

Solarenergie ist schön, schön günstig

und ganz schön effizient!

005. SOLARARCHITEKTUR

agentur Schweiz zeigt auf, dass über 400 TWh Strom pro Jahr alleine

am Gebäudebestand erzeugt werden können. Zum Vergleich: Die

Schweizer Wasserkraft und Atomkraft produzieren zusammen lediglich

63 TWh im Jahr.

Gesamt-

Energieverbrauch

Einsparpotenzial

- 140

TWh/a

Energieverbrauch

Schweiz

PV-Potenzial am

Gebäudebestand

Atomstrom & Wasserkraft

240

TWh/a

100

TWh/a

400

TWh/a

63

TWh/a

Heute

Zukunft

Würden die Energieverluste bei Gebäudesanierungen und bei der Verbrennermobilität vermieden

werden, wäre das Solarstrompotenzial 4 mal höher als der Energiebedarf.

Quelle:

Solarstrom-Potenzialstudie

– 60 – – 61 –



Auf die Plätze, fertig, los!

Legen wir einen Solar-Sprint hin.

61'000 KWp

Solarstrom bietet mit mindestens 160GWh/a am

Gebäudebestand das grösste Potenzial für regionale

erneuerbare Energie in der Destination – ganz ohne dabei

die Natur in Mitleidenschaft zu ziehen. Von der bestehenden

Fläche am Gebäudebestand der Destination

Behalten wir das aktuelle Ausbautempo der letzten

zehn Jahre bei, dauert es noch 500 Jahre, bis wir das

Solarstrompotenzial der Destination ausgeschöpft

haben. In 500 Jahren könnte eine Schnecke 19 ' 0 00 km

zurücklegen – und wir sollen so lange brauchen, um

Aktuell schöpft die Gemeinde Flims erst 0,7% ihres

Solarstrompotenzials aus und bildet das regiona-

005. SOLARARCHITEKTUR

werden 2021 jedoch erst rund 2% zur Energie-

läppische 1,1 km 2 Solaranlagen zu bauen? Das kann

le Schlusslicht im Umrüstungsrennen. Falera schöpft

gewinnung genutzt!

doch nicht sein …

1,9%, Laax 2%, Sagogn 2,9% und Trin 3,2% des

41'000 KWp

jeweiligen Solarstrompotenzials aus. Schluein führt

die Liste der Gemeinden mit 6% an. Der Kanton

Graubünden schöpft momentan gerade mal 2,8 % und

die Schweiz 4,2 % des Solarstrompotenzials aus. Die

WAG als Unternehmen kommt auf 6,2 %.

Quelle: VESE - Verband

unabhängiger Energieerzeuger

Daten: Stand 2021

Falera

22,3km²

Schluein

4,8km²

Laax

31,7km²

Flims

50,45km²

Sagogn

6,9km²

Trin

47,17km²

1.1km 2

Lediglich 1,1 km 2 oder

0,7 % der Destinationsfläche

würden reichen, um den

gesamten Energiebedarf

der Destination zu 100 %

mit einheimischem Solarstrom

abdecken zu können.

Potenzial kWp Installierte Leistung kWp

403 kWp

809 kWp

25'000 kWp

480 kWp

20'000 kWp

652 kWp

12'000 kWp

347 kWp

13'000 kWp

756 kWp

3'000 kWp

186 kWp

Flims

Laax

Falera

Trin

Sagogn

Schluein

WAG

– 62 – – 63 –



Solarstrom,

die preisgünstigste Energie.

PV-Dächer erfüllen heute die gleichen Dach- und

Schutzfunktionen wie traditionelle Dächer, haben

aber eine zweite Funktion als Solarstromproduzenten.

Vergleicht man Ziegel-, Eternit- oder Blechdächer mit

PV-Dächern, so kosten Letztere zwar CHF 600.– pro

6 m 2 mehr, bringen dafür aber 1'000 kWh/a Solarstrom

pro Jahr ein.

Solarstrom für 3 Rp./kWh

für Neubauten und Ersatzdächer.

Die preisgünstigste erneuerbare Stromproduktion ist

die Solarenergie auf Gebäuden. Für 3 Rp./kWhkann

Solarstrom bei Neubauten oder Ersatzdächern ohne

Betriebssubventionen erzeugt werden. Zum Vergleich:

Die Durchschnittskosten für Energie aus Schweizer

Kleinwasserkraftwerken belaufen sich auf zwischen

16.5 Rp./kWhbis 38.5 Rp./kWh. Bei einer Verzinsung

und Amortisation der Mehrkosten von CHF 600 zu 5 %

(3 %+2 %) werden Kosten von CHF 30.-/a verursacht.

Dem gegenüber steht die Stromproduktion von 1'000

kWh/a. Daraus ergeben sich effektive Solarstromkosten

von nur 3 Rp./kWh. Zum Vergleich kostet Haushaltsstrom

rund 20 Rp./kWh. Quelle: Solaragentur Schweiz

005. SOLARARCHITEKTUR

Blech-, Eternit- oder

Ziegeldach (CHF 150.–/m 2 )

Kosten: 6 m 2 ≈ CHF 900.–

Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energiequellen

schneidet die Solarenergie weitaus am besten ab.

1 m 2 1 m 2

Pflicht Solarstromerzeugung. Quelle: Geoportal der kantonalen Verwaltung GR - Thema: Globalstrahlung

1 m 2 Seit Januar 2021 gilt das neue Energiegesetz

in Graubünden. Es schreibt bei

einem Neubau eine Solarstromanlage vor.

PV-Dach 6m 2 ≈ 1'000 kWh/a

Kosten: 6 m 2 ≈ CHF 1'500.–

Wasser (=1 m 3 )

Niederschlag

1 kWh

Wasserkraftwerk

400 m Gefälle

Holz

Biomasse

2 kWh

Holzofen

PV

Solarstrom

200 kWh

Solarzellen

Solarstrom Förderprogramme

Einmalvergütungen Bund

Mit einmaligen Investitionsbeiträgen fördert der Bund

die Stromproduktion aus PV-Anlagen. Informationen

zum Anmeldeverfahren finden sich auf der Website

von pronovo.ch.

Winterstromförderung Kanton

Zusätzlich fördert der Kanton Graubünden Photovoltaikanlagen,

welche speziell zur erhöhten Winterstromproduktion

ausgelegt werden (an Fassadenanlagen

oder als vertikale Systeme), mit weiteren Beiträgen.

Als Einmalvergütung darf man vom Bund mit ca.

CHF 380.–/kWp und vom Kanton für Winterstromanlagen

zusätzlich mit ca. CHF 600.–/kWp rechnen.

– 64 –

– 65 –



Plusenergie-Bauwerke (PEB), überzeugen durch ihre Architektur und ihre hohe Effizienz.

Solarenergie ist schön.

PEB nehmen eine Vorreiterrolle ein und beginnen so bereits heute, Ortsbilder zu prägen. Die

Solar Agentur Schweiz zeichnet seit 2010 jedes Jahr die besten Plusenergie-Bauten aus.

Mit dem Solarstromüberschuss

können

25 E-Autos jährlich

12'000 km CO 2

-frei

fahren.

005. SOLARARCHITEKTUR

Sanierung PEB-EFH Hug, Flims/GR

Neubau PEB-EFH Casa Viez, Flims/GR

Das 1962 erstellte Ferienhaus in Flims/GR verbrauchte

vor der Sanierung 44'000 kWh/a. 80% davon entfielen

auf die Ölheizung, welche durch eine Wärmepumpe

ersetzt wurde. Das Gebäude zeichnet sich durch

eine gute Wärmedämmung aus. Dadurch benötigt es

nur noch 12'000 kWh/a oder 27% des ursprünglichen

Energiebedarfs. Mit der 22-kWp PV-Dachanlage

erreicht der Plusenergie-Bau eine Eigenenergieversorgung

von 158 %.

∙ Energiebedarf vor Sanierung

44'000 kWh/a

∙ Energiebedarf nach Sanierung

12'000 kWh/a

∙ Eigenenergieversorgung

158 %

Das Einfamilienhaus Casa Viez in Flims/GR ist ein

Ersatzneubau aus einheimischem Holz. Eine vorbildliche

Wärmedämmung von mehr als 40 cm, maximal sparsame

Haushaltsgeräte und LED-Beleuchtung führen zu

einem niedrigen Energiebedarf von rund 12'200kWhpro

Jahr. Die in die Fassade integrierte 4kWp PV-Anlage und

die ganzflächig ins Dach integrierten 14kWp Solarpanels

liefern zusammen jährlich über 15'000kWh. Damit

erreicht das zweistöckige Wohnhaus eine Eigenenergieversorgung

von 124 %.

∙ Energiebedarf

12'200 kWh

∙ Solarstromproduktion

15'000 kWh

∙ Eigenenergieversorgung

124 %

Rekordbau PEB-EFH Brunner-Bapst, Waltensburg/GR

Die am 13. Dezember 2019 in Betrieb genommene PV-Dachanlage ist nach Ost-West ausgerichtet. Mit einer nicht

übertriebenen Wand- und einer beispielhaften Dachdämmung von 20 bzw. 36 cm, den mehrheitlich verwendeten

A+++ Haushaltsgeräten und LED-Lampen weist das Gebäude einen Gesamtenergiebedarf von 4'915 kWh/a

auf. Mit einer Leistung von 48.36 kWp produziert die PV-Dachanlage auf einer Fläche von 270,4 m2 sensationelle

40'200 kWh/a. Die Eigenenergieversorgung beträgt damit 817 %. Der Solarstromüberschuss beläuft sich auf

35'239 kWh/a.

∙ Energiebedarf: 4'915 kWh/a ∙ Solarstromproduktion 40'200 kWh/a ∙ Eigenenergieversorgung: 817 %

Quelle: Solar Agentur Schweiz

– 66 –

– 67 –



Die WAG-Solarstrom-Revolution.

In den nächsten Jahren plant die

WAG eine Solarstrom-Revolution

und wird den Ausbau der eigenen

Gebäude massiv vorantreiben.

4'000'000

3'000'000

12

005. SOLARARCHITEKTUR

2021 liegt das Solarstrompotenzial

mit geeigneten Flächen an

43 Gebäuden, bei 3'000'000 kWh

im Jahr. Das entspricht rund 25 %

des heutigen WAG-Strombedarfs.

2'000'000

1'500'000

1'000'000

9

10

11

Vom Solarstrompotenzial am

Gebäudebestand wird heute erst

ein einstelliger Prozentsatz genutzt.

Das entspricht einem Solarstromanteil

von 1,2 % am Gesamtstrombedarf.

Bis 2030 sollen es

mindestens 12 % sein.

8

500'000

6 7

4 5

1 2 3

0kWh

2014 2022 Solarstrom-Revolution

1 + 5'000 kWh – Alp Dado

9 + 200'000 kWh – Flem Xpress Nagens

2 + 6'000 kWh – Lavadinas

+ 70'000 kWh – Arena Express Nagens

3 + 21'900 kWh – Crap Masegn

+ 30'000 kWh – rocksresort IV

4 + 23'490 kWh – Fuorcla Da Sagogn

10 + 250'000 kWh – Crap Sogn Gion

+ 20'000 kWh – La Siala Talstation

+ 100'000 kWh – Arena Express Scansinas

5 + 7'350 kWh – Arena Express Scansinas

+ 100'000 kWh – Mutta Talstation

6 + 64'800 kWh – Laax Muerschetg Talstation

11 + 150'000 kWh – Masegn Vorab

7 + 25'000 kWh – Riders Hotel

+ 40'000 kWh – Fuorcla Vorab

8 + 170'000 kWh – Arenaexpress Flims

+ 150'000 kWh – Bergstation Vorab

+ 123'000 kWh – Flem Xpress Flims

12 + 8'170'000 kWh – Hochalpine Solaranlage Vorab (würde

+ 165'000 kWh – Flem Xpress Foppa

die Solarstromproduktion und den Selbstversorgungsgrad

massiv erhöhen)

– 68 –

– 69 –



Ausgezeichnete Bergbahnstationen.

Die WAG gewinnt den «Solarpreis 2016» für die sechs neuen Bergbahnstationen

mit vorbildlich integrierten Solaranlagen.

005. SOLARARCHITEKTUR

5,1 kWp – Talstation Alp Dado, Baujahr 2011, Ø 4.9 MWh/a 6,5 kWp – Talstation Lavadinas, Baujahr 2012, Ø 6.1 MWh/a

21 kWp – Crap Masegn Bergstation, Baujahr 2015, Ø 22,2 MWh/a

7,6 kWp – Talstation Scansinas, Baujahr 2017, Ø 7,3 MWh/a

24 kWp – Bergstation Fuorcla Sura, Baujahr 2015, Ø 21,7 MWh/a

20 kWp – Talstation Alp Sogn Martin, Baujahr 2015, Ø 20 MWh/a

75 kWp PV-Anlage, Talstation Laax Murschetg, Baujahr 2018, Ø 7,3 MWh/a

– 70 – – 71 –



160 kWp PV-Anlage

Stennazentrum

2022/23, Ø 160 MWh/a

Die Solarstrom-Revolution beginnt

an der Talstation Flims.

Mit den Solaranlagen auf dem Dach des Arena Express und auf der

geplanten Talstation des Flem Xpress wird die WAG die eigene Solar-

stromproduktion am Gebäudebestand mehr als verdoppeln.

005. SOLARARCHITEKTUR

170 kWp PV-Anlage

Arena Express Talstation Flims

2022, Ø 160 MWh/a

Auch die Eigentümer des Stennazentrums springen auf den WAG-Solarschnellzug

auf und planen auf dem Dach des Gebäudes eine PV-Anlage.

So kommen alleine an der Talstation Flims rund 450 kWp installierte

Leistung zustande (das entspricht dem Energiebedarf von rund 100 Haushalten

mit vier Familienmitgliedern). Das ist gut, aber noch nicht gut genug!

Damit das Solarstrompotenzial der Destination bis 2050 komplett

ausgeschöpft werden kann, sollten in der gesamten Destination jedes Jahr

zusätzliche Solaranlagen mit einer Leistung von 4'000 kWp installiert

123 kWp PV-Anlage

Flem Xpress Talstation Flims

2024, Ø 80 MWh/a

werden. Das entspricht 10 Mal der geplanten Leistung der Talstation Flims

– und das jährlich, während 20 Jahren!

– 72 –

– 73 –



Vom Sanierungsfall zum

Greenstyle-Vorzeigedach.

Nach gut 19 Jahren war das Dach des Riders Hotel ein

Sanierungsfall. Wo vorher nur eine Steinwüste war, entstand

Graubündens erste bifaziale vertikale Winterstrom-

Solaranlage in Kombination mit einer Dachbegrünung.

Seit Herbst 2019 produziert die Winterstrom-Solaranlage

auf dem Hoteldach des Riders Hotel 365 Tage im

Jahr Energie. Dank Einmalvergütung und Winterstromfördergelder

von Bund und Kantonen lohnt sich die Anlage

wirtschaftlich. Mit dem Ertrag der PV-Anlage wird

über die Lebensdauer so viel Geld eingespart, dass in

ferner Zukunft eine weitere Dachsanierung inkl. PV-

Anlage von den Ersparnissen finanziert werden kann.

Die vertikal angeordneten Photovoltaikmodule fangen

das Sonnenlicht der tiefer stehenden Wintersonne optimal

ein und bleiben schneefrei. Sie sind deshalb prädestiniert

für die Erzeugung von Winterstrom. Die sogenannten

bifazialen Module der Anlage ernten beidseitig

Strom und arbeiten effizienter auf hellem Untergrund.

Vom Schnee reflektiertes Sonnenlicht erhöht den Ertrag

zusätzlich. Solche Anlagen leisten einen wichtigen

Beitrag zur Vermeidung der viel diskutierten Winterstromlücke.

Die Vision vom Zauberteppich der Zukunft:

Ein Transportförderband, das auch Solarenergie produziert, und der Natur auf dem

Dach zurückgibt, was ihr unten an Fläche weggenommen wird. Der Holzbau soll aus

regionalem Holz gefertigt und Unebenheiten sollen mit Trockensteinmauern ausgeglichen

werden. Ein Solarenergieproduzent aus Schweizer Holz und Dachbegrünung!

005. SOLARARCHITEKTUR

Das Dach vor der Sanierung ...

... und nach der Sanierung.

3-2-1 – Strom an!

Das Riders Hotel in Laax Murschetg.

– 74 – – 75 –



02. ENERGIE

– 006. 4 - Elektrifizierung der Mobilität

Geilo, von null auf hundert in unter drei Sekunden: Das schaffen

der neuste Lamborghini oder ein Formel 1 Powerboat. Nur die CO 2

-

Emissionen schiessen noch schneller davon! Der Gedanke daran

006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT

nimmt dann auch dem rasantesten Rennboot schnell den Wind aus

den Segeln und bringt jeden Klimaschützer von null auf hundert –

in unter drei Sekunden.

Die Elektromobilität kommt schneller als

erwartet. Im Jahr 2020 kratzte der Anteil

reiner Elektrofahrzeuge erstmals an der

10 %-Marke der Neuzulassungen. Der Trend

setzt sich 2021 mit bereits 13 % reinen

Steckerfahrzeugen fort. Die Schweiz steht

damit im europäischen Vergleich irgendwo

im Mittelfeld. Bereits weit fortgeschritten ist

Norwegen. Dort sind schon heute 7 von

10 neu zugelassenen Fahrzeugen reine

Elektrofahrzeuge. Logisch eigentlich, denn

ein Batterie-Auto (BEV) hat gegenüber dem

Diesel- und Benzin-Auto gleich mehrere Vorteile.

Quelle: TCS

Auf dem Berg und im Tal: Die Zukunft der Fahrzeuge in der Destination ist elektrisch.

Die Vorteile eines

BEV gegenüber

einem Verbrenner:

→ Kann CO 2

-neutral mit regionaler, erneuerbarer Energie

betrieben werden. Zum Beispiel mit Solarstromüberschüssen

eines PEB.

→ Ist über den gesamten Lebenszyklus gesehen, im

Vergleich zu einem Verbrenner trotz des anfänglich

höheren CO 2

-Budgets, ökologischer.

→ Ist im Betrieb günstiger als der gleichklassige Verbrenner

und verbraucht bis zu 60 % weniger Energie.

→ Hilft die Lärmemissionen zu senken und die Luftqualität

zu verbessern.

→ Rohstoffe, welche für die Batterien benötigt werden,

sind wertvoll und mehrheitlich recycelbar.

Erdöltreibstoffe hingegen werden bei der Verbrennung

vernichtet und erwärmen das Klima. Beim

Abbau der Rohstoffe gilt es industrieübergreifend

die Ausbeutung von Mensch und Natur zu verhindern

und Missstände dringend zu beheben.

– 76 –

– 77 –



Winterurlaub mit dem PKW schneidet

vergleichsweise gut ab –

mit dem Elektroauto noch viel besser.

Wie belastend der Reiseverkehr tatsächlich ist, hängt stark vom Transportmittel und

der zurückgelegten Strecke ab. Fest steht: Der Reiseverkehr ist verantwortlich für

einen Grossteil der durch die Mobilität freigesetzten CO 2

-Emissionen vor Ort.

Alternative Antriebe

für die Pistenpräparierung.

Wo für die allermeisten Fahrzeuge der Weg zur Elektrifizierung heute geebnet ist,

haben die Hersteller von Pistenmaschinen noch mit Hürden zu kämpfen. Sie arbeiten

zum einen mit Hochdruck an neuen Antriebstechnologien und zum anderen an

klimafreundlicheren Treibstoffen als Übergangslösung – bis der Verbrennungsmotor

durch E-Antriebe ersetzt wird.

006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT

Wie Ferien die Umwelt belasten:

Heliskiing Kanada - 14 Tage, Flugzeug

All Inclusive Phuket - 14 Tage, Flugzeug

Karibikkreuzfahrt - 14 Tage, Flugzeug

Wohnmobil USA - 14 Tage, Flugzeug

Safari Tansania - 13 Tage, Flugzeug

HVO-Kraftstoff

HVO-Kraftstoff basiert auf hydrierten pflanzlichen und

tierischen Fettabfällen und reduziert den C0 2

-Ausstoss

um rund 90% gegenüber dem klassischen Diesler. Ab

2022 können sämtliche neuen Pistenfahrzeuge der

Marke PistenBully mit HVO-Kraftstoff fahren.

Tauchferien Ägypten - 7 Tage, Flugzeug

Mittelmeerkreuzfahrt - 7 Tage, Zug

Badeferien Italien - 7 Tage, Hotel, Zug

Skiferien Davos* - 7 Tage, Hotel, PKW

Badeferien Kroatien - 7 Tage, Ferienhaus, PKW

Wellness Österreich - 7 Tage, Hotel, PKW

Velofahren Frankreich - 7 Tage, Hotel, Zug

Treibhausgasemissionen

pro Person und Feriendauer

in kg CO 2

Wasserstoff-H2-Antrieb

Seit 2019 beschäftigen sich Hersteller mit der Entwicklung

von wasserstoffbetriebenen Pistenfahrzeugen. Eine

vielversprechende Alternative zum Diesler, die bis zur

Serienreife jedoch noch einen langen Weg vor

sich hat. Es wird viel Zeit beanspruchen, die Skigebiete

mit entsprechenden Tankstellen auszustatten.

Skiferien Laax- 7 Tage - Ferienhaus, PKW

Wanderurlaub Schweiz - 7 Tage, Zug

Balkonien Schweiz - 7 Tage

0 2500 4500

* Man kann davon ausgehen, dass Skiferien in LAAX etwa im gleichen Umfang umweltbelastend sind,

wie Skiferien in Davos. Quelle Grafik: Studienautor ESU-Services GmbH (2010): Umweltbelastung

verschiedener Ferienszenarien. Auftraggeber: WWF Schweiz

E-Antriebe

Eine kleine E-Pistenmaschine ist auf dem Weg zur

Serienreife und präpariert bereits heute Langlaufloipen

und Wanderwege rein elektrisch. Bereits seit 2012 ist der

Pistenbully 600 E+ mit Diesel-Hybrid-Antrieb im Einsatz.

Mit ihm lassen sich bis zu 20% Treibstoff einsparen.

– 78 –

– 79 –



* 600 E+ diesel- hybrid

*

Obwohl die An- und Abreise den

Löwenanteil an verkehrsbedingten

C0 2

-Emissionen in der Destination

ausmacht, ist dieser Teil des

Kuchens nur bedingt direkt

beeinflussbar.

006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT

Eine gute Anbindung ans

öffentliche Verkehrsnetz, die

Förderung von Langsamverkehr,

innovative Sharing-Konzepte

und die Elektrifizierung spielen

eine entscheidende Rolle für

die Mobilität der Zukunft.

2021 sind die meisten WAG-Fahrzeuge noch Verbrenner. Das soll sich ändern. Zukünftig sollen keine neuen Verbrenner mehr dazukommen.

Stattdessen sollen ausrangierte Fahrzeuge durch E-Fahrzeuge ersetzt werden – und die Flotte grüner und grüner werden!

– 80 –

– 81 –



Beispiele WAG.

50000

40000

30000

20000

Schluein

Laax

Trin

Flims

006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT

10000

0

Fahrten

KM

Fahrten

KM

BERGBAHNEN

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Die WAG betreibt alle Sessel-, Gondel-, und Luftseilbahnen

und die Skilifte mit 100% erneuerbarer

Energie! Unsere Bergbahnen zählen zu den

klimafreundlichsten Transportmitteln.

• Seit 2008 100% erneuerbar

• 0 Emissionen

• Jährlich werden im Schnitt 7 Millionen

Personen klimafreundlich befördert

LAAX E-SUTTLE

ON DEMAND

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Der LAAX E-Shuttle ist das moderne Ruftaxi

der Destination und fährt zu 100% mit regionalem

erneuerbarem Strom.

• Seit 2017 klimaneutral im Einsatz

• Buchbar über die INSIDE LAAX App

• Verfügbar abends, innerhalb der Destination

• Fahrtkosten von CHF 24.– gehen zu

100 % an die Greenstyle Foundation

SPONTI-CAR

CAR-SHARING IN DER DESTINATION

Wer spontan stunden- oder tageweise ein Auto

braucht, hat seit 2020 die Möglichkeit, ein

Elektroauto zu mieten. Bereits für CHF 5.– pro

Stunde ist man emissionsfrei unterwegs. Ohne

km-Begrenzung und ohne zusätzliche Kosten.

Momentan kann in LAAX im Parkhaus an der

Talstation, in Flims Dorf, in Trin bei der Bushaltestelle

Quadris und in Schluein je ein Auto ausgeliehen

werden.

ELEKTROSCHNEEFRÄSE

BELEUCHTUNG

BAUMWIPFELPFAD

TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Leise und kraftvoll: Seit Herbst 2021 räumt die

neue Elektroschneefräse den 1,5 km langen

Baumwipfelpfad. Im Sommer kommt sie als

Balkenmäher zum Einsatz.

• 0 Lärm, 0 Abgas, 0 CO 2

• Mit 2 Wechselbatterien

SCHLUEIN (AB HERBST 2021)

LAAX

TRIN

FLIMS

2'4161 833

616

40'204

FAHRTEN

KM

FAHRTEN

2020 2021

KM

– 82 –

– 83 –



Beispiele WAG.

006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT

LADEINFRASTRUKTUR

E-FAHRZEUGFLOTTE

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Seit 2021 stehen der stetig wachsenden WAG-

E-Fahrzeugflotte in der Parkgarage des signonahotels

bereits 8 Ladestationen zur Verfügung.

• Freischaltung durch RFID-Karte

• 100% regionaler erneuerbarer Strom

• Ladeleistung 22kW

E-BIKES FÜR GÄSTE

IM SIGNINAHOTEL

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Den Gästen des signinahotels werden im Sommer

useren E-Bikes kostenlos zur Verfügung gestellt.

• Sportlich und CO 2

-frei mobil

• Problemloses Laden an vielen Ladestationen

in der ganzen Destination

GHOST KITCHEN

DELIVERY

Ob Pizza, Burger oder Bündner Spezialitäten,

seit 2020 wird dein Essen klimafreundlich mit

dem Elektroauto ausgeliefert.

• 0 Lärm, 0 Emissionen

• 100% erneuerbare Energien

• Lieferung aus diversen Restaurants

SNOW'N'RAIL LAAX

GÜNSTIG MIT DEM ZUG ANREISEN

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Das SBB-Kombi-Angebot Snow'n'Rail bietet

reduzierte Preise für Wintersportler, die mit der

Bahn anreisen. Wer bei der SBB eine Fahrkarte

und Bergbahnticket kauft, erhält 20 % Rabatt.

• Weniger CO 2

bei der Anreise

• Rabatt auf Zugfahrt und Bergbahnticket

– 84 –

– 85 –



Ladestationen in der Destination.

E-Autofahrern stehen in der Destination über

1

Es ist toll, dass immer mehr Gäste mit dem Elektroauto anreisen – das machen

sie aber nur, wenn sie ihr E-Auto vor Ort unkompliziert und zeitig laden können.

Deshalb baut die WAG gemeinsam mit den Gemeinden die Ladeinfrastruktur in der

Destination immer weiter aus.

Die WAG betreibt bereits seit 2013 die ersten Ladestationen

in den Parkhäusern an den Talstationen. Ein eigenes Ladekabel wird nicht benötigt. Ein

lich erneuerbarer Strom, bezahlt wird mit Kreditkarte.

2021 sind es schon über 50 öffentliche Ladeplätze mit Lastmanagement stellt sicher, dass das Stromnetz

je 22 kW Ladeleistung, – damit lässt sich der Akku in nicht überlastet wird.

wenigen Stunden aufladen. Getankt wird ausschliess-

50 öffentliche Ladestationen zur Verfügung.

In LAAX ist die Batterieauto-Dichte

im schweizweiten Vergleich extrem hoch.

6

7

2

3

4

5

1 WOHN- UND PFLEGEHEIM PLAIDS

1 mit 1 Ladepunkt, Typ 2 Buchse, 22 kW

CHF 0.30 pro kWh, Kreditkarte

006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT

2 PARKHAUS STENNAZENTRUM FLIMS

15 Stationen (3 auf jedem Stockwerk), Typ 2 Kabel, 22 kW

CHF 0.30 pro kWh, mit Kreditkarte

3 CHESA, FLIMS

1 mit 2 Ladepunkten, Typ 2 Buchse, 22 kW

CHF 0.30 pro kWh, Kreditkarte

8

4 SEGNES CENTER FLIMS

2, Typ 2 Buchse, 22 kW

CHF 0.30 pro kWh, easy for you oder Kreditkarte

5 PARKPLATZ CAUMASEE PFERDEUNTERSTAND

2, Typ 2 Buchse, 22 kW

CHF 0.30 pro kWh, easy for you oder Kreditkarte

6 PARKAUS TALSTATION BERGBAHNEN LAAX

24, Typ 2 Kabel, 22 kW

CHF 0.30 pro kWh, Kreditkarte

7 PARKHAUS TALSTATION LAAX ROCKSRESORT GARDEN

6 (2 pro Stockwerk), Typ 2 Kabel, 22 kW

CHF 0.30 pro kWh, Kreditkarte

8 PARKPLATZ LAAXERSEE

2, Typ 2 Buchse, 22 kW

CHF 0.30 pro kWh, easy for you und Kreditkarte

9

9 PARKPLATZ GOLFPLATZ SAGOGN

2, Typ 2 Buchse, 22kW

CHF 0.30 pro kWh, Easy for you

9 WOHN- UND PFLEGEHEIM PLAIDS

1 mit 1 Ladepunkt, Typ 2 Buchse, 22 kW

CHF -.30 pro kWh, Kreditkarte

– 86 –

– 87 –



02. ENERGIE

– 007. 5 - Grosskraftwerke: Wasserkraft,

Photovoltaik und Windpark

Maximale Energieeffizienz und

Solarenergie am Gebäudebestand

könnten den gesamten Energiebedarf

der Zukunft mit regionaler

erneuerbarer Energie abdecken,

ohne die Natur zusätzlich zu

belasten. Da der Ausbau aktuell

noch zu langsam voranschreitet,

braucht es zusätzlich Grosskraftwerke

um den steigenden

Strombedarf abzudecken.

Machbarkeitsstudie

alpiner Windpark Vorab.

Windenergie ergänzt Sonnenenergie optimal, da der

Wind oft dann weht, wenn die Sonne nicht scheint – und

so gerade in der Nacht und im Winter wertvolle Energie

liefern kann.

In Zusammenarbeit mit der Flims Electric AG und der

sol-E Suisse AG wurden bereits 2013 Machbarkeitsabklärungen

für einen Windpark auf dem Vorab abgeschlossen.

Für die Studie wurde ein Szenario gewählt,

welches 6 Turbinen mit einer Gesamthöhe von 125m

und einer installierten Leistung von insgesamt 9 MW

umfasst. Ein solcher Windpark würde 18 GWh/a erneuerbare

Energie produzieren, was dem jährlichen Verbrauch

von rund 5'000 Haushalten entspricht. Damit

Windturbinen in dieser Grössenordnung auf den Vorab

transportiert werden können, müsste jedoch die Strasse

erheblich ausgebaut werden.

Eine Alternative sind Kleinwindkraftwerke wie zum Beispiel

die DALIFANT 11 kW Windturbine der Firma Innoventum.

Die DALIFANT liefert gemäss Hersteller 5 Mal

mehr Energie pro Kilo eingesetztes Material als grosse

Windkraftanlagen und produziert rund 35'000 kWh/a,

was etwa der Leistung von 200 m 2 Solarpanels entspricht

– das auf einer Bodenfläche von weniger als 20 m 2 .

Dank Modularität lässt sich die Windturbine einfach

transportieren und installieren. Die DALIFANT ist, so

heisst es seitens Innoventum, dank drei unabhängigen

Bremssystemen, die weltweit sicherste und meistzertifizierte

Kleinwindanlage.

DALIFANT 11 kW Windturbinen,

installiert auf 20 m hohen

Leimholz-Modultürmen,

die zusätzlich CO 2

speichern.

Der Vorab ist für die Windenergienutzung

in mehrfacher Hinsicht geeignet:

→ Gute Windverhältnisse

→ Erschlossenes Gebiet

→ Grosse Distanz zu besiedeltem Gebiet

→ Bereits bebaute Umgebung

007. GROSSKRAFTWERKE: WASSERKRAFT, PHOTOVOLTAIK VVUND WINDPARK

– 88 –

– 89 –



Projektidee alpines Solarkraftwerk Vorab.

Ertragsprognose:

Die Grundidee dieses Projekts: Ein alpines Solarkraftwerk

auf dem Vorab auf über 2600 m ü.M. soll für

grosse Winterstromsicherheit sorgen. Dank der hohen

Sonneneinstrahlung und durch die zusätzliche Reflexion

des Schnees könnten hohe Erträge von 1'400 kWh/kWp

erreicht werden. Vergleichbare, tiefer gelegene Anlagen

ohne Schneereflexion bringen rund 1'000 kWh/kWp.

Obwohl am Gebäudebestand der Destination, bei maximaler

Effizienz, theoretisch der gesamte Energiebedarf

mit Solarstrom abgedeckt werden könnte, ist das alpine

Solarkraftwerk mehr als eine Überlegung wert. Da der

Vorab bereits erschlossen ist und aktiv bewirtschaftet

wird, würde hier auch nicht in unberührte Natur eingegriffen

werden. Der Vorab ist nicht nur ein idealer Standort

für einen Windpark, sondern auch für ein alpines

Solarkraftwerk.

→ 5'816 kWp installierte Leistung

→ 1'400 kWh/kWp spezifischer Ertrag

→ 8,17 GWh/a mittlerer Jahresertrag

Das entspricht ungefähr dem

Jahresstrombedarf der Bergbahnen!

007. GROSSKRAFTWERKE: WASSERKRAFT, PHOTOVOLTAIK VVUND WINDPARK

– 90 –

– 91 –



Wasserkraft in der

Destination.

Skypull-Drohnen für

die Höhenwindkraft.

Das Airborn-Wind-Energy-System (AWE) des Tessiner

Start-ups Skypull ist der Prototyp eines Höhenwindkraftwerk

und ein vielversprechendes Zukunfts-

02. ENERGIE

– 008. 6 - Energiespeicherung

Strom aus erneuerbaren Energiequellen fliesst nicht immer dann,

wenn er gebraucht wird. Er fliesst dann, wenn die Sonne scheint

oder der Wind bläst – nicht auf Knopfdruck. Ihm ist absolut egal, ob

die Hotelzimmer gerade ausgebucht sind und sich alle gleichzeitig

008. ENERGIESPEICHERUNG

modell, das wir in Laax auf dem Vorab Gletscher

testen möchten. Ob diese Art der Stromerzeugung

die Haare föhnen wollen oder nicht. Er fliesst eben, wenn er fliesst

grossflächig zur Anwendung kommen wird, ist noch

ungewiss.

– und die Versorgung stimmt selten mit dem Verbrauch überein!

Deshalb muss Strom gespeichert werden können. Etwa für die Nacht

oder als Winterstrom-Reserve. Bereits heute gibt es zahlreiche

innovative Möglichkeiten, Energie effizient zu speichern. Weitere

kommen laufend dazu.

Der Wasserreichtum der Region und die hohen Gefällstufen

ergeben ein Jahrespotenzial an Wasserkraft von

rund 80 GWh, das bereits heute fast ausgeschöpft ist.

Die Flims Electric AG besitzt und betreibt die Wasserkraftwerke

in der Destination. Damit die natürlichen Eigenschaften

der Gewässer nicht zu stark beeinträchtigt

Verbrauch

Produktion

Überschuss

erneuerbarer

Energie

Mangel

erneuerbarer

Energie

werden, wird immer nur eine geringe Wassermenge zur

Energiegewinnung abgeleitet. So wird beispielsweise

der Bach Flem geschützt und bleibt uns als wertvoller

Jahresenergiebilanz

Wildbach und Lebensraum erhalten.

Skypull-Drohne

Weiterführende Infos zu den Wasserkraftwerken der

Destination: sinfoniadaua.ch

– 92 –

– 93 –



Gängige und visionäre Energiespeicher.

008. ENERGIESPEICHERUNG

STAUSEEN UND

BELEUCHTUNG PUMPSPEICHERKRAFTWERKE

TIEFGARAGE ROCKSRESORT

WARMWASSER ZUR

ENERGIESPEICHERUNG BELEUCHTUNG TIEFGARAGE (POWER-2-HEAT)

ROCKSRESORT

AUFLADBARE

BATTERIEN / AKKUS

VEHICLE-TO-GRID

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE (V-2-G) ROCKSRESORT

Die bekanntesten langfristigen Stromspeicher

der Schweiz sind die Stauseen. Sie eignen sich

am besten für die Winterstromproduktion. Ein

Pumpspeicherkraftwerk ist ein eher kurzfristiger

Stromspeicher. Es besteht aus einem Wasserspeicher,

der sich auf einer Anhöhe befindet

und einem tiefer gelegenen Wasserbecken. Bei

Stromüberschuss wird Wasser in den oberen

Wasserspeicher gepumpt. Wird zu einem späteren

Zeitpunkt Strom benötigt, läuft das Wasser

zurück in den unteren See und erzeugt dabei

mittels Generatoren Strom. Eine interessante

Möglichkeit bei knappen Platzverhältnissen: die

Becken in unterirdische Stollen verlegen.

Warmwasserboiler und Heizung werden am Tag

mit Solarstrom aufgeheizt. Die Wärmeenergie

wird so im Wasser gespeichert und abends wird

mit «Solarstrom vom Tag» geduscht. In Kombination

mit einer Wärmepumpe ist ein Warmwasserspeicher

eine ökonomische und sinnvolle

Möglichkeit, um Solarstromenergie für die Nacht

zu speichern.

Aufladbare Batterien und Akkus speichern

Strom chemisch in Elektronikgeräten, Fahrzeugen

oder Grossspeichern. Auf Hawaii steht der

Tesla-Grossspeicher mit 810 Megawattstunden

Speicherkapazität – die Kapazität von 13’500

E-Autos. Immer häufiger finden Akkus als Hausspeicher

Verwendung, um Solarenergie für

die Nacht zu speichern und als hauseigenes

Notstromaggregat.

Durchschnittlich wird ein E-Auto nur rund eine

Stunde pro Tag gefahren. In der übrigen Zeit

könnte es als temporärer Energiespeicher eingesetzt

werden. Dabei würde die Fahrzeugbatterie

als Speicher dienen und die gespeicherte

Energie zu Zeiten erhöhten Bedarfs wieder dem

Stromnetz zuführen. Oder das Fahrzeug könnte

das Haus während der Nacht mit dem tagsüber

produzierten Solarstrom versorgen. Das

ist die Vision hinter den Hightech-Lösungen

Vehicle-to-Grid (V2G) und Vehicle-to-Home

(V2H). Noch ist das Zukunftsmusik und erst

wenige Fahrzeuge können Strom wieder dem

Stromnetz zuführen.

– 94 –

– 95 –



Gängige und visionäre Energiespeicher.

008. ENERGIESPEICHERUNG

WASSERSTOFF

BELEUCHTUNG (POWER-2-GAS)

TIEFGARAGE ROCKSRESORT

SPEICHERTURM

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

AKKUS

AUS HEISSEM STEIN

SOLARSTROMTARIF

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Energie aus grossen Solaranlagen in der Wüste

oder vom eigenen Hausdach wird zu Wasserstoff

und als solcher gespeichert. Diesem Verfahren

wird grosse Hoffnung zugeschrieben.

Wasserstoff erzeugt bei der Verbrennung keine

schädlichen Emissionen und lässt sich weltweit

in grossen Mengen erzeugen, lagern und

transportieren. Power-2-Gas kann so für Winterstromsicherheit

sorgen.

Es ist überraschend einfach: Mit aufeinandergestapelten

Betonblöcken lässt sich effizient

Energie speichern. Die Innovation kommt aus

dem Tessin und findet internationales Interesse.

Bei Stromüberschüssen werden einzelne Betonelemente

hochgezogen. Werden sie wieder runtergelassen,

wird durch die Erdanziehungskraft

Strom erzeugt. Bild: © Energy Vault

Ein Lösungsansatz ist die Speicherung von

Energie mittels heissen Gesteins. Mit überschüssigem,

erneuerbarem Strom wird heisse

Luft erzeugt. Diese wird genutzt, um Gestein

mit einem Föhn zu erhitzen. Die Wärmeenergie

wird darin über mehrere Tage gespeichert. Bei

Bedarf kann diese mit einer Dampfturbine

wieder zu Strom umgewandelt werden.

Das Modell Nachtstromtarif ist bekannt: Strom

wird dann preisgünstiger bezogen, wenn er

im Überfluss vorhanden ist. Zukünftig wird es

vielleicht auch einmal das Modell Solarstromtarif

geben. Geschirrspüler, Waschmaschinen

usw. starten sich vollautomatisch immer dann,

wenn Stromüberschüsse da sind.

– 96 –

– 97 –



Projektentwicklung

Multifunktionsspeichersee Nagens.

Der Multifunktionsspeichersee Nagens ist ein Gemeinschaftsprojekt

der Flims Electric AG, der WAG,

der Standortgemeinden Flims, Laax, Falera sowie

des BAFU und weiterer Stakeholder. Der Multifunktionsspeichersee

soll drei anteilsgleichen Funktionen

nachkommen: Er versorgt Karst-, Grundwasser- und

Quellsysteme in Trockenperioden mit Wasser, dient

zur Stromproduktion sowie zur dezentralen Speicherung

erneuerbarer Energie und wird für die

Beschneiung des Skigebiets genutzt. Das Projekt

wird als Pilotprogramm zur Anpassung an den Klimawandel

wissenschaftlich begleitet und vom BAFU unterstützt.

008. ENERGIESPEICHERUNG

Region Vorab/Masegn

Starkniederschläge

und Schmelzwasser

Region Segnes

Erweitertes Mehrzweck-

Speicherbecken Nagens

1970 m ü. M.

Beschneiung

des Skigebiets

Rückgabe an

natürliche

Fliessgewässer

Vision Solarstrom-Kundenspeicher:

Private PV-Anlagen-Betreiber können ihren

überschüssigen Sonnenstrom in Form von

hochgepumptem Wasser im Speichersee

Nagens zwischenspeichern und später

bedarfsgerecht wieder beziehen.

Ökostromproduktion

und Pumpspeicherung

Im Mehrzweckspeicher Nagens soll Schmelz- und

Regenwasser aus den Einzugsgebieten der schwindenden

Gletscher aufgefangen werden. Die natürliche

Geländekammer rund um das bestehende Speicherbecken

Nagens erfüllt die Voraussetzungen für einen

grösseren Mehrzweckspeicher. Vorgesehen ist eine

Erhöhung des heutigen Volumens von 220'000 m 3 auf

1 Mio.m 3 .

– 98 – – 99 –



3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION

– 03. Wasser

WATER

WATER

E F F I C I E N C Y

03. WASSER

AVOID

POLLUTION

DRINK

WATER



3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION

– 03. Wasser

Unser Trinkwasser war bestimmt schon mal Dinosaurierpipi. Das

03. WASSER

ist im Fall Fakt. Der Wasserkreislauf ist nämlich seit Anbeginn der

Zeit geschlossen, – gleiches Wasser, gleiche Menge. Also stehst

du beim Dorfwirt wegen demselben Wässerchen in der Kreide, das

der Tyrannosaurus schon mal in der Kreide gesoffen hat. Ganz schön wirre

Vorstellung. Darauf trinken wir. Prost und ex – auf Rex!

Seit der Entstehung der Erde bedeutet

Wasser Leben – für Flora, Fauna und uns

Menschen. Noch sitzen wir an der Quelle

von reichlich sauberem Wasser, dessen

Qualität jedoch nicht besser wird, je

öfter es verschmutzt und mühsam und

energieaufwendig wieder geklärt und

aufbereitet wird. Viele Gewässer werden ausserdem

durch Übernutzung und durch Bauten

belastet. «Aus den Augen, aus dem Sinn»

funktioniert zwar bei der Toilettenspülung,

langfristig geht diese Devise aber dann halt

doch nicht auf. Mit rund 6-9Liter – meist

Trinkwasser – pro Spülung lassen wir unseren

«Human Output» sorglos in der Kanalisation

verschwinden. Weitere 150 Liter folgen allein

beim Duschen. Im Laufe des Durchschnittstages

verbrauchen Herr und Frau Schweizer

so rund 300Liter Wasser.

– 102 –

– 103 –



03. WASSER

– 001. Wassereffizienz

Der Verteilkampf hat auch bei uns

längst begonnen. Wir müssen lernen,

haushälterisch und effizient mit dem

Wasser – unserem Lebenselixier –

umzugehen und Verschmutzungen

Wasserkreislauf

Beschneiung.

Der Schnee ist für die Wintersportdestination LAAX

von höchster ökonomischer Bedeutung. Durch die

Klimaerwärmung und die steigende Schneefallgrenze

macht der sich in den unteren Lagen aber zunehmend

rar. Es braucht immer öfter technischen Schnee, um

ein Grundangebot an Pisten und die viel befahrenen

Talabfahrten präparieren und öffnen zu können.

Von den rund 220 Pistenkilometern in LAAX werden

rund 55 km zusätzlich technisch beschneit, – mit je

200 Schneekanonen und Schneelanzen. Für die

Beschneiung werden, abhängig von der Wetterlage,

rund 300'000m 3 Wasser benötigt. Technischer Schnee

besteht wie Naturschnee zu 100 % aus Wasser ohne

Zusätze. Das Wasser dafür wird aus den Speicherseen

Nagens, Lag Falerin und Murschetg bezogen. Im

Frühjahr schmilzt der Schnee und das Wasser gelangt

zurück in die Natur. Der Kreislauf schliesst sich.

Infolge des Klimawandels kommt es immer häufiger zu

Wasserknappheit, gerade in der zweiten Jahreshälfte

und nach trockenen Sommern. Beschneit wird vorwiegend

im frühen Winter – dann, wenn das Wasser

am knappsten und der Wasserpegel der natürlichen

Gewässer tief ist. Damit genügend Wasser für die Beschneiung

zur Verfügung steht, ohne damit die Natur

oder die lokale Wasserversorgung zu gefährden, kommen

die Speicherseen zum Einsatz. Sie werden bereits

im Frühling mit Schmelzwasser und Oberflächenwasser

gefüllt, – dann, wenn reichlich Wasser vorhanden ist.

Für die technische Beschneiung und die Speicherung

von Wasser braucht es eine Bewilligung. Das Gewässerschutzgesetz

regelt auf Bundesebene die Restwassermenge

der natürlichen Gewässer und stellt sicher, dass

immer ein Minimum an Wasser in den Gewässern bleibt.

001. WASSEREFFIZIENZ

zu verhindern. Saving water is the

next big thing!

Das Wassereinzugsgebiet Segnas Sura

– 104 –

– 105 –



Effiziente

Armaturen.

Wassersparende Armaturen für Lavabos und Duschen

sind eine der einfachsten Massnahmen Wasser- und

Energieverbrauch zu reduzieren. Die Energieetikette

hilft, die richtige Wahl zu treffen. Alternativ gibt es Spardüsen

zum Nachrüsten. Die können einfach in Wasserhähne

oder Duschen eingesetzt werden.

2011 wurden sämtliche Duschen und Lavabos innerhalb

der WAG erfasst und grösstenteils mit Sparbrausen

und Durchflussbegrenzer ausgestattet.

→ 330 Duschen: Einsparung 7'600'000 Liter

Trinkwasser, jedes Jahr.

Bild © swissecoline.com

Grauwasser-

Aufbereitung.

03. WASSER

– 002. Verunreinigungen vermeiden

Don’t eat

yellow snow!

Das ist nicht nur ein Lied von Frank Zappa, sondern etwas,

was bei uns jedes Kind weiss. Dabei ist der gelbe

Schnee inzwischen gar nicht mehr der schlimmste. Er

schmeckt zwar bäh, ist aber immerhin biologisch abbaubar.

Der beige Schnee neben der Strasse, mit dem

ganzen Müll und dem giftigen Gummiabrieb drin, der

ist nicht abbaubar. Und jetzt, wie weiter, wohin damit,

wenn nicht essen? Dass wissen dann nicht mal mehr die

Erwachsenen – und Frank Zappa kann man auch nicht

Gülle und Insektizide, Haushalts-, Strassen- und Baustellenabwasser,

Farben, Öle und Lösungsmittel finden

regelmässig ihren Weg in die Gewässer. Vielfach werden

Gewässer über Schächte verschmutzt, die nicht an die

Kanalisation angeschlossen sind. Das Schachtwasser

in Siedlungsgebieten fliesst oft nicht durch eine Kläranlage,

sondern direkt und ungefiltert in einen Bach.

Verschmutzter Schnee, aber auch falsch entsorgte Zigaretten

oder ausgekipptes Putzabwasser gelangen so

direkt in die Gewässer und verschmutzen sie. Aber auch

Abwasser, das durch die Kanalisation in die Kläranlage

gelangt, schadet der Umwelt. Es muss energieaufwendig

wieder aufbereitet werden und Mikroverunreinigungen

senken die Wasserqualität.

002. VERUNREINIGUNGEN VERMEIDEN

mehr fragen.

→ 650 Lavabos: Einsparung 6'500'000 Liter

Grauwasser ist gering verschmutztes Wasser, das in

Trinkwasser, jedes Jahr.

jedem Haushalt anfällt – etwa beim Duschen, Baden,

Hände- und Kleiderwaschen. Mit Hilfe einer Grauwas-

→ Das entspricht 20 % des Speichervolumens

sernutzungsanlage wird dieses Wasser lokal wieder so

des Lag Falerin auf dem Crap Sogn Gion.

weit aufbereitet, dass es für die Pflanzenbewässerung,

die Waschmaschine oder für die Toilettenspülung ein

weiteres Mal genutzt werden kann, bevor es über die

Kanalisation in die Kläranlage gelangt. So kann kostba-

90 %

Less Water

res Wasser doppelt genutzt werden und zudem werden

Wasser und Energie eingespart.

80 %

Less Energy

100 %

More Comfort

Dusch- &

Badewasser

Wasser-

Recycling

Der Tesla unter den Duschen? Die Innovation «Closed

Loop Showers» der schwedischen Firma ORBITAL.

Schema einer Grauwasseraufbereitungsanlage.

Bild © orbital-systems.com

– 106 –

– 107 –



Schneeräumung.

Salz und Taumittel.

Je nach Schnee- und Wetterverhältnissen fallen tau-

Auf Strassen und Gehwegen werden Eis und Glätte zur

WAG-Tipps im Umgang mit Streusalzen:

sende von Kubikmetern Schnee an. Aber wohin mit all

Gefahr. Als Taumittel dient häufig Salz. Das kann sich

dem Schnee, besonders wenn es an Platz mangelt und

im Boden festsetzen und verhindern, dass Bäume

→ Vermeiden, dass Taumittel in die Wurzelbereiche

der Schnee verschmutzt ist? Sauberer Schnee ist nicht

das Problem, – er darf bedenkenlos auf bewachsenem

Naturboden deponiert werden. Um ihn in Gewässernähe

oder direkt in Seen und Flüssen entsorgen zu dürfen,

braucht es eine Bewilligung der zuständigen Behörden.

«Ich brauch mein

Wasser frisch»,

fleht der Fisch!

und Pflanzen ausreichend Wasser und Nährstoffe

aufnehmen können. Zudem führt Streusalz auf

Gehwegen dazu, dass sich empfindliche Hunde- und

Katzenpfoten entzünden. Auch die Gefährdung von

Trinkwasser und Gewässern spielt im Umgang mit dem

Taumittel eine Rolle. Doch Salz ist nicht gleich Salz:

Es gibt speziell aufbereitete Streusalze, die weniger

aggressive Harnstoffe enthalten und dadurch schonender

zu Natur und Umwelt sind als herkömmliche Streusalze.

Zudem sind sie ergiebiger und können somit sparsamer

eingesetzt werden.

von Bäumen gelangt.

→ Farbiges Taumittel wählen, damit die

ausgestreute Menge kontrollierbar ist.

→ Taumittel sparsam einsetzen. Zum Beispiel das

ergiebige Streusalz SNOW-N-ICE mit 10-15 g/m 2 .

→ Alternativ Split oder Sägemehl einsetzen oder

die Wege nicht schwarz, sondern weiss räumen, –

wenn es die Temperaturen zulassen.

002. VERUNREINIGUNGEN VERMEIDEN

Dabei ist sicherzustellen, dass ein Gewässer nie ganz

mit Schnee bedeckt wird, dass kein Aufstau mit Trockenlegung

von Gewässerabschnitten erfolgt und keine

Laichgebiete von Fischen und Reptilien tangiert werden.

Verschmutzter Schnee hingegen ist eine echte

Knacknuss. Er darf weder auf Naturboden noch in Gewässernähe

oder im Gewässer selbst entsorgt werden.

Mit dem Schnee von den Strassen würden Mikroplastik,

Salze und Abfall ins Wasser gelangen, welche den

aquatischen Lebensgemeinschaften schaden. Bereits

schmutziger Schnee sollte immer auf einem befestigten

Platz deponiert werden, welcher der an eine Kläranlage

angeschlossen ist, die das Tauwasser reinigt, bevor es

wieder in den Wasserkreislauf fliesst.

Quelle:

Merkblatt Entsorgung

Schnee 2019

Falsche Schneeentsorgung in einem Bach.

Wie Forschende herausfanden, «ist eine der giftigen

Substanzen aus dem Reifenabrieb – 6PPD-Chinon –

mitverantwortlich für ein regelmässiges Lachssterben

an der Pazifikküste im Nordwesten der USA». Einer

Studie des Fachmagazins Science zu Folge «tötet

bereits ein Milligramm 6PPD-Chinon in Verbindung mit

Ozon in 1'000 Liter Wasser die Hälfte aller Fische binnen

weniger Stunden». Dieses Gift könnte mit dem

Räumschnee auch in unsere Gewässer gelangen und

wäre auch für unsere heimischen Fischarten tödlich.

Etwa die Bachforelle und der Saibling reagieren ähnlich

sensibel auf das Gift wie Lachse. Quelle: Autoreifen

vergiften ganze Fischpopulationen (2020), GEO

Kein Salzen in der Nähe von Bäumen.

– 108 –

– 109 –



Wasserlose

Komposttoiletten.

Kompotoi ist das Schweizer Pionierunternehmen in

Sachen wasserlose Toiletten. Die Holztoiletten kommen

ganz ohne Wasser und Chemie aus. Die «Human

Outputs» werden stattdessen mit geruchsneutralisierenden

Holzschnitzeln zugeschüttet und kompostiert.

In der WAG und der Destination werden Kompotoi-Toiletten

seit Jahren erfolgreich eingesetzt, – sei es während

der Sommersaison in der Nähe von Picknick- und

Spielplätzen oder temporär an Festivals und Grossanlässen:

www.kompotoi.ch

Trockenpissoirs.

Ein Trockenpissoir oder im Fachjargon Trockenurinal ist

die wasserlose Alternative zum klassischen Pissoir. Es

besitzt eine besonders glatte Oberfläche, an der keine

Tropfen haften bleiben – das Nachspülen wird somit

überflüssig. Ein wasserloses Urinal spart 100'000 Liter

(Trink)wasser pro Jahr. Pro Kubikmeter Wasser werden

zudem ca. 350 g CO 2

eingespart.

An Orten wie dem Vorab oder den Crap Sogn Gion, wo

das Trinkwasser aufwendig hochgepumpt werden muss,

machen Trockenpissoirs besonders viel Sinn.

002. VERUNREINIGUNGEN VERMEIDEN

Trockenpissoirs auf dem Crap Sogn Gion.

Trockenurinale gibt es übrigens auch für Frauen, die sind

bisher aber noch wenig verbreitet, – obwohl sie ökologischer,

platzsparender, hygienischer und einfacher zu

reinigen wären als herkömmliche Sitztoiletten.

– 110 – – 111 –



03. WASSER

– 003. Drink Water

Trinkwasserbrunnen

in der Destination.

Wasser tief aus dem Berg. Unser Trinkwasser erfüllt höchste Qualitätsansprüche,

schmeckt ausgezeichnet und sprudelt aus praktisch sämtlichen

Wasserleitungen der Destination. Leitungswasser trinken ist gesund und

003. DRINK WATER

– in puncto Nachhaltigkeit – nicht zu toppen: keine Transportwege, keine

Emissionen! In der Destination stehen zahlreiche Trinkwasserbrunnen, aus

denen kostenlos bestes Bergquellwasser sprudelt.

DRINK WATER ist eine Snowboarder-Initiative, die uns dazu animieren will, Wasser zu trinken.

Gleichzeitig ist es die Antwort einiger Snowboarder auf den Wahnsinn des Energydrink-

Marketings im Actionsport. www.wedrinkwater.com

– 112 –

– 113 –



3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION

– 04. Zero Waste

WASTE

CIRCULAR

ECONOMY

04. ZERO WASTE

R E D U C E

R E U S E

R E C Y C L E

FIGHT LITTERING

Z E R O

WASTE



3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION

– 04. Zero Waste

Abfälle sind Ressourcen

am falschen Ort.

04. ZERO WASTE

Zero Waste heisst nichts anderes als null Müll. Einfach auf Englisch.

Und tönt darum natürlich viel hipper und aktueller. Die Hawaiianer

sagen zum Müll übrigens ōpala und in Bosnien landet, was nicht mehr

schmeckt, im smeće. Und bei uns? Heisst es Güsel? Und güzel ist

türkisch und heisst «wunderschön». Das nützt uns aber alles nichts, denn

schönreden können wir uns den Abfall leider nicht.

– 116 – – 117 –



04. ZERO WASTE

– 001. Reduce – Reuse – Recycle

Reduce.

KITRO Foodwaste

«Reduce» heisst übersetzt: reduzieren. Und reduzie-

2017 fand zum ersten Mal das climate kic bootcamp auf

Nach dem Leitsatz «Reduce, Reuse, Recycle» strebt die WAG eine

Kreislaufwirtschaft an. Nichts geht verloren, keine neuen Ressourcen

werden benötigt, alles wird wiederverwendet. Im Fokus stehen

zudem das Verhindern von Littering und eine saubere Umwelt.

Das Engagement lohnt sich doppelt: Es soll nebst dem positiven

ökologischen Impact auch CHF 60'000.– Restmüllkosten einsparen –

ren ist ja per se was Gutes. Weniger ist eben mehr.

Und nein, es geht gerade nicht um Koriander oder Liftschlangen.

Es geht auch nicht um diesen Text. Obwohl

der langsam auch schon zu lang wird. Ach, du weisst

selbst, um was es geht …

Plastik, Textilien, Elektroschrott, weggeworfene

Lebensmittel: Wegen Müllbergen fährt niemand in die

Alpen! Um unsere schöne Natur zu schützen und zu

bewahren, sollten wir Müll vermeiden und weniger Abfall

produzieren. Gegenstände möglichst lange zu verwenden,

reduziert Müll; sie zu reparieren ebenfalls. Gegen-

dem Crap Sogn Gion statt. Etliche Jungunternehmer

optimierten im Camp ihre Geschäftsideen und präsentierten

diese am Schluss der Campwoche einer Jury.

Das Start-up KITRO ging als Sieger hervor.

KITRO nutzt die Macht der Technologie für den nachhaltigen

Wandel. Die Firma entwickelte eine automatisierte

Datenerfassungs- und Analyselösung für Lebensmittelabfälle.

Ihre Technologie wurde für die Weiterentwicklung

an mehreren Standorten der WAG installiert. So

konnte etwa das Riders Hotel den vermeidbaren Anteil

an Lebensmittelabfällen pro Gast um 56 % reduzieren

001. REDUCE – REUSE – RECYCLE

pro Jahr!

stände gar nicht erst zu produzieren am allermeisten –

das gilt übrigens auch fürs Essen! Das Bundesamt für

und hat so theoretisch während der 4-monatigen Testperiode

1'300 Essen gerettet.

Umwelt schreibt, dass «durch den Lebensmittelkonsum

in der Schweiz im In- und Ausland über alle Stufen der

80000

Lebensmittelkette 2,8 Millionen Tonnen Food Waste

pro Jahr anfallen».

60000

40000

20000

CHF 0

REDUCE

REUSE

RECYCLE

2021

Die WAG setzt sich aktiv und mit innovativen Methoden

und Technologien dafür ein, dass in den eigenen Betrieben

möglichst wenig Lebensmittel weggeworfen werden.

KITRO: Mit Big-Data den Foodwaste reduzieren.

– 118 – – 119 –



Reuse.

Früher war es hip, einen Coffee to go zu

Entscheidend für die Ökobilanz ist nämlich, wie oft

zippen, Tetra Pak-O-Saft mit dem Trink-

man die Dinge wiederverwenden kann, bis sie am Ende

ihrer Lebensdauer recycelt werden. Am famosen

So ein alter Sack kommt mir nicht in die

Tüte, sagt die Plastiktasche zum Stoffbeutel.

Der Beutel nimmt den Korb der Plastiktasche

gelassen. Er steht sowieso mehr

auf urchige Jute oder einen hübschen

Leinenranzen – auf jeden Fall auf etwas

Seriöses für länger. Alles andere ist doch

für den Eimer. Viel zu viel Aufwand für

30 Minuten Spass. Mehrweg ist dem

Beutelmehr Wert. Damit hat man ihn in

Eine Umfrage des

BAFU besagt:

87%

der Befragten ziehen

Mehrweggeschirr dem

Einweggeschirr vor!

halm zu schlürfen und sieben verschiedene

Tragtaschen zu schwingen – gleichzeitig

versteht sich! Heute weiss man zum Glück:

Jeder Plastik-Trinkhalm, jede Einweggabel

und jede Einwegtüte ist eine zu viel und auf

jeden Fall ökologischer Blödsinn!

Umweltbelastung pro Gebrauch:

4 Bechertypen im Vergleich.

Mehrwegbecher beispielsweise macht die Ökobilanz

deutlich: Wird der gesamte Lebenszyklus betrachtet, –

also Herstellung, Transport, Reinigung und Entsorgung,

– schneidet der Mehrwegbecher um ein Vielfaches

besser ab als der Einwegbecher. Sogar Mehrweggeschirr

aus Plastik ist noch umweltschonender als das

umweltschonendste Einweggeschirr aus Palmblättern.

807

001. REDUCE – REUSE – RECYCLE

der Tasche und macht beim gebeutelten

500

Alten endgültig den Sack zu.

Herstellung

Transport

Reinigungsmaschine

Abwasch

Entsorgung

127

19

Mehrwegbecher Kartonbecher PET-Becher Polystyrol-Becher

Quelle: Amt für Umwelt und Energie Basel Stadt (2014): Mehrweg ist mehr wert

– 120 – – 121 –



reCIRCLE jetzt in Flims Laax Falera.

Recycle.

Damit die Schneeberge grösser bleiben als die Abfallberge,

führte die WAG 2021 in sämtlichen Fresh & Easy-

Gastrobetrieben im gesamten Skigebiet und am Caumasee

das Mehrwegsystem von reCIRCLE ein. reCIRCLE

ersetzt Einwegverpackungen durch wiederverwendbare,

qualitativ hochwertige, zahlbare und ökologischere

Alternativen.

reCIRCLE-Depots in den Takeaway-Betrieben im Tal

sorgen zusätzlich dafür, dass das Mehrweggeschirr im

Kreislauf bleibt und nichts auf Strassen, Wegen oder in

der Natur endet.

Umweltbelastung der Verpackung

kg CO2 eq/Wiederverwendung

0,3

0,2

0,1

0

reCIRCLE belastet das Klima

schon nach 7-15 Verwendungen

weniger als Einweggeschirr

und hält und hält und hält ...

0 50 100

150

Anzahl von reCircle-Box Wiederverwendungen

Quelle: reCircle

PET Einweg

PLA Einweg

Zuckerrohr Einweg

Karton

Beschichtet Einweg

reCircle-Box

inkl. Waschen

Es musste ja so kommen! Eine wilde

Party, wie wenn es kein Morgen gäbe.

Bis spät nach Mitternacht. Aber irgendwann

ist dann doch Schluss, der letzte

Jacky-Cola im Glas, die letzte Prosecco-

Flasche so leer wie das Hirn vom ****. War

Die Schweiz recycelt erst gut die Hälfte der Siedlungsabfälle.

Der andere Teil endet in der Kehrichtverbrennungsanlage,

wo wiederum durch die Verbrennung

CO 2

freigesetzt wird. Recycling hingegen spart Energie

und schont das Klima.

001. REDUCE – REUSE – RECYCLE

ja klar, irgendwann ist der Zapfen ab. Jetzt

Rohstoffe

Design

Herstellung

liegen sie also alle wild übereinander. Bauchige

und schlanke, kantige und elegante.

Recycling

Reuse

Restmüll

Vertrieb

Kreuz und quer. Im Glascontainer. Ein riesiger

Scherbenhaufen. Jo nu, Scherben

bringen zwar nicht wirklich Glück, aber

sind wenigstens eine prima Basis fürs

Glas-Recycling.

Sammlung

Die WAG strebt in den Betrieben

eine Kreislaufwirtschaft an.

Verwendung

Reparatur

– 122 – – 123 –



Warum

Recycling

sinnvoll

ist?

Darum!

Papierrecycling

Jeder fünfte weltweit gefällte Baum wird zu Papier

verarbeitet. Wer Papier sparsam verwendet und

Recyclingpapier herkömmlichem Papier vorzieht,

schützt direkt den Wald und das Klima. Die Herstellung

von Papier benötigt rund 3 Mal so viel Energie wie die

Herstellung von Recyclingpapier und rund 85 % mehr

Wasser.

Glasrecycling

Für 1 m³ Primärrohstoff werden rund 7 m³ Gestein abgebaut.

Glas sammeln und Wiedereinschmelzen reduziert

den Bedarf an Primärrohstoffen frappant und schont

direkt die Umwelt. Zudem hat Glas einen tieferen

Schmelzpunkt als der Primärrohstoff. Beim Recycling

wird daher weniger Energie benötigt als bei einer Neuproduktion

und die CO 2

-Emissionen werden reduziert.

Aluminiumrecycling

Was kann in den Recyclingräumen

der WAG alles gesammelt werden?

Altmetall, Aluminium und Büchsen, Batterien,

Elektrogeräte, Farben, Holz, Karton, Kaffekapseln, Kork,

Kunststoffe, Lösungsmittel, Papier, Porzellan, Sperrgut

001. REDUCE – REUSE – RECYCLE

Sage und schreibe 90-95% Energie werden beim Recycling

von Aluminium gegenüber der Neuproduktion

eingespart! Das, weil es wesentlich schwieriger ist,

Aluminium durch den Abbau von Bauxit (Aluminiumerz)

und durch energieaufwendige Verfahren zu gewinnen,

als reines Aluminium einzuschmelzen und zu recyceln.

Batterien

Rohstoffe für Batterien zu gewinnen, belastet die Umwelt

und die Gewinnung von Inhaltsstoffen wie Zink,

Blei, Cadmium, Säuren oder Laugen stellen eine Gefahr

für Mensch und Umwelt dar – die Böden können diese

Stoffe nicht abbauen! Deshalb müssen Batterien fachmännisch

entsorgt und ihre Inhaltsstoffe wiederverwertet

werden!

PET

Pro Kilogramm recyceltes PET werden 3 kg CO 2

ein-

• Asche in den Kehricht

gespart! PET ist zu 100% wieder verwertbar und jähr-

• Grüngut auf die Grün-

lich wird durch PET-Recycling der Ausstoss von über

abfuhren der Gemeinden

139'000 Tonnen Treibhausgasen verhindert. Zudem

• Lebensmittelabfälle in

Weiterführende

schont PET-Recycling Ressourcen wie Erdöl und hal-

die blauen Spezialfässer

Informationen:

biert die Auswirkung auf die Umwelt im Vergleich zur

für Biogasanlagen

www.swissrecycling.ch

Entsorgung von PET im Abfall.

– 124 – – 125 –



Was passiert mit dem

gesammelten Kunststoff?

Kunststoffrecycling.

63%

davon werden zu Granulat verarbeitet und so recycelt.

Aus dem Granulat werden neue Kunststoffprodukte

hergestellt. 1 Kilo Granulat ersetzt 3 Liter Erdöl!

001. REDUCE – REUSE – RECYCLE

2021 hat die WAG in über 70 Geschäftseinheiten

Kunststoffrecycling eingeführt. Gesammelter und

recycelter Kunststoff reduziert die CO 2

-Emissionen im

Vergleich zur Müllverbrennung erheblich. Die WAG alleine

kann mit dem Trennen von Kunststoff den Restmüll um

60 % reduzieren und jährlich 50 Tonnen CO 2

einsparen.

34%

sind Kunststoffe, die nicht recycelt werden können. Sie

ersetzen in Zementwerken als Brennstoff fossile Kohle.

Die Wärmenutzung liegt mit 100 % viel höher als in der

herkömmlichen Kehrichtverbrennung.

Was gehört in den Sammelsack für Kunststoffrecycling und was nicht?

In den Sack:

→ Folien aller Art: Einwegtaschen, Frischhaltefolie,

Schrumpffolien von Zeitschriften, Sixpacks …

→ Plastikflaschen aller Art: Milch, Öl, Essig,

Getränke, Shampoo, Putzmittel …

→ Tiefziehschalen: Eier- und Gebäckverpackungen, Obst

– und Fleischschalen …

→ Verbundmaterialien: Aufschnitt- und

Käseverpackungen ...

→ Plastikgefässe: Eimer, Blumentöpfe, Kübel,

Joghurtbecher …

→ Tetra Pak

Nicht in den Sack:

→ Verpackungen mit Restinhalten, ungereinigte,

stark verschmutzte Lebensmittelverpackungen

→ Spielzeug

→ Gartenschläuche

→ Styropor (Sagex)

→ PET (wie bis anhin in den PET-Sack)

3%

des gesammelten Kunststoffes ist Restmüll,

der sich nicht weiterverwenden lässt und in

die Kehrichtverbrennungsanlage kommt.

Quelle: www.sammelsack.ch

– 126 – – 127 –



Umsetzungsbeispiele WAG.

001. REDUCE – REUSE – RECYCLE

NÄHSERVICE

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

RECYCLINGSTATIONEN

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

RECYCLINGTASCHEN

KLEIDERSPENDE

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

Flicken statt kicken: Durch Spendeneinnahmen

finanzierter, für den Gast kostenloser Näh- und

Reparaturservice.

• 2020 wurden 300 Kleidungsstücke

repariert.

Über 70 Recyclingstationen erleichtern den Gästen

die Mülltrennung im Ski- und Wandergebiet.

• rund 1'000 kg recycelte Aludosen pro Jahr

• rund 9'000 kg recycelte PET-Flaschen pro

Jahr

Unproblematische Mülltrennung im Urlaub:

In sämtlichen rocksresort-Wohnungen stehen

Sakatri-Recyclingtaschen parat.

Weitergeben statt wegwerfen: Die Ski- und

Snowboardschule schickt ihre ausgemusterten

Tenues in ein vom Erdbeben betroffenes Berggebiet

in Nepal. Bild © Bild: solar-nepal.ch

• 500 Ski- und Fleecejacken gespendet.

Wer ein Kleidungsstück neun Monate länger

trägt, reduziert dadurch bereits den Verbrauch

von CO 2

, Abfällen und Wasser um 20 -30 %

(WRAP, 2012)

– 128 –

– 129 –



Umsetzungsbeispiele WAG.

001. REDUCE – REUSE – RECYCLE

UPCYCLING

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

MEHRWEGBECHER

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

GREENSTYLE POCKETBINS

BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT

AUSSENWERBEFLÄCHEN

Aus den alten LAAX Open Event-Bannern und

Startnummern entstand 2018 in einem Nähatelier

in Glarus eine Upcycling-Taschenkollektion.

Mehrweg wird seit 2017 belohnt: Wer seinen

Coffee to go aus dem eigenen Mehrwegbecher

trinkt, bekommt den Kaffee CHF 0.50 günstiger.

Pocketbins für Zigaretten, Kaugummis etc. werden

im Skigebiet kostenlos an Gäste verteilt, damit

möglichst kein Abfall in die Umwelt gelangt.

• 143'000 Pocketbins verteilt

Im Skigebiet der Destination Flims Laax Falera

befinden sich rund 35 Grossflächenplakatstellen.

Alle neu produzierten Plakate oder Banner

werden in Zusammenarbeit mit Alpdest/Typico

ausschliesslich aus PVC-freien, recycelten

Materialien umgsetzt.

• 35 Grossflächenplakatstellen

• Von F12 bis Grossflächen über 400 m 2

• PVC-frei

• Recycelte Materialien

– 130 –

– 131 –



04. ZERO WASTE

– 002. Mountain-Clean-Up-Day

Am bereits legendären Clean-Up-Day befreit die WAG mit der Unterstützung

von Freiwilligen jährlich das Skigebiet von achtlos weggeworfenem

und verlorenem Müll. 2018 sammelten 425 Helfer bei der

Säuberungsaktion auf dem Crap Sogn Gion und um Nagens insgesamt

40 Kubikmeter Abfall. Der Clean Up Day hat dabei eine doppelte

Wirkung: Die Natur wird gesäubert und die Menschen werden

002. MOUNTAIN-CLEAN-UP-DAY

gleichzeitig auf die Abfallproblematik aufmerksam gemacht.

– 132 – – 133 –



Der gesammelte Müll des Clean-Up-Days 2018 wurde von der Künstlerin

Ursula Stalder weiterverarbeitet. In diesem Kunstprojekt ging

es darum, die Fundstücke in den Bergen sorgfältig aufzureihen,

hinzulegen, aufzuhängen und kunstvoll zu inszenieren. Der Flimser

Fotograf Gaudenz Danuser hat das Projekt bildlich begleitet. Der

gesammelte Unrat wurde während der Winterausstellung 2018/2019

im Gelben Haus in Flims gezeigt.

002. MOUNTAIN-CLEAN-UP-DAY

Bilder: Austellung Gelbes Haus Flims

– 134 – – 135 –



3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION

– 05. F&B und Einkauf

F&B+PURCHASING

MINIMIZE

05. F&B UND EINKAUF

D I S T A N C E

MAXIMIZE

Q U A L I T Y

FAIR & ORGANIC



4. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION

– 05. F&B und Einkauf

Wer die Wahl hat, hat nicht die Qual, sondern ganz einfach die Möglichkeit,

das Richtige zu tun. Wer das erst mal begreift, der steht nie mehr

unschlüssig vor der Fruchttheke im Supermarkt oder vorm Jeansregal

im Shoppingcenter, – weil jede Entscheidung plötzlich bubieinfach wird.

Wer die Wahl hat, hat die Macht, die Welt zu verbessern, – jeden Tag aufs

Neue!

05. F&B UND EINKAUF

Praktisch jeder Konsum bedeutet automatisch

den Verbrauch von Ressourcen,

– was wiederum die Umwelt belastet.

Wer nachhaltig konsumiert, berücksichtigt

Umwelt- und Sozialaspekte bei Kauf und

Nutzung von Produkten und Dienstleistungen.

Schon gewusst? In Umfragen geben die

meisten Leute an, umwelt- und gesundheitsbewusst

zu leben. Interesse an ethischem

Konsum (Fairtrade) bringen rund 90 % mit.

Wenn es um die Vermeidung der Ausbeutung

von Mensch und Tier geht, lassen sich

rund 60% abholen. Aber: Nur 40% der Konsumenten

geben an, tatsächlich ethische

Produkte zu kaufen. Quelle: Martin Pittner

(2014) «Strategische Kommunikation für

LOHAS – Nachhaltigkeitsorientierte Dialoggruppen

im Lebensmitteleinzelhandel»

– 138 – – 139 –



05. F&B UND EINKAUF

– 001. Food

Man nehme eine Kiwi aus Neuseeland, eine Handvoll Litschis aus

Taiwan, eine Mango aus Brasilien und eine Ananas von anderswo.

Dazu gebe man Zucker, Limettensaft und Rum. Et voilà: Fertig ist

001. FOOD

der urschweizerische Exotic-Fruchtsalat à la Hinz und Kunz. Schnell

gemacht, mit lächerlichen 139 Kalorien pro Portion und 26’000

Flugmeilen für die Zutaten. En Guata zäma!

Eine alltägliche und sehr effiziente Möglichkeit,

sich für Umweltschutz einzusetzen,

ist die Ernährung. Unser Essen ist für einen

Grossteil der konsumbedingten Umweltbelastungen

verantwortlich. Wie und wo wir

ein Lebensmittel produzieren, die Art, wie wir

es verarbeiten und lagern und wie oft wir es

konsumieren, hat relevante Auswirkungen auf

das Klima und die Biodiversität. Der saisonale

Hochstamm-Apfel aus dem Obstgürtel in

Sagogn hat mit Sicherheit einen kleineren

ökologischen Fussabdruck als die eingeflogene

Ananas aus Costa Rica.

Wer seine Ernährung umweltfreundlich gestaltet,

schont Ressourcen, hilft das Klima

zu schützen und unsere Artenvielfalt zu

erhalten!

Weiterführende Informationen:

WWF Ernährung/Konsum

– 140 –

– 141 –



Zutaten für eine klima- und

umweltgesunde Ernährung.

Online-Ratgeber

Saisonale und regionale Produkte kaufen

Kurze Transportwege, weniger Zwischenlager- oder

Verpackungsmassnahmen, natural grown: Wenn ein

Gemüse oder eine Frucht in der Schweiz Saison hat,

dann ist das gut für die Ökobilanz.

Sich vorwiegend vegetarisch ernähren

Die Tierhaltung und die Futterproduktion beanspruchen

einen Grossteil der Landfläche, die weltweit zur Verfügung

steht und sind für den Löwenanteil der globalen

Entwaldung verantwortlich. Würde jede und jeder lediglich

einmal pro Woche auf Fleisch verzichten, könnten wir

gemeinsam einen merklichen Unterschied machen und

das Klima schützen.

Keine Lebensmittel verschwenden

Viele Lebensmittel gelangen nie bis auf den Teller.

Schätzungsweise ein Drittel wird entlang der Lieferkette

vorher entsorgt.

Bioprodukte kaufen

Ein Bioprodukt ist seinem konventionell produzierten

Pendant in Sachen Umweltschutz immer überlegen.

Bio verzichtet fast vollkommen auf Pestizide und geht

beim Tierschutz über die gesetzlichen Vorschriften

hinaus. Aber Vorsicht: Die verschiedenen Bio-Label haben

unterschiedliche Richtlinien. Es lohnt sich, sich zu

informieren.

No fossil heating

Lebensmittel wählen, die nicht in fossil beheizten

Gewächshäusern gewachsen sind.

Labels und Produktinfos dienen Konsumentinnen und Konsumenten als Orientierungshilfe

bei ihren Kaufentscheiden. Eine Vielfalt von Labels macht es aber schwierig, die

richtig guten Produkte aus einem Meer von als grün angepriesenen Gütern zu fischen.

Transparente, einheitliche Produktumweltinformationen auf den Produkten können

Abhilfe schaffen.

Ratgeber Lebensmittel-Label

Bio, Demeter oder Naturaplan? Wenn

Bio nicht gleich Bio ist – der Ratgeber

führt durch den Label-Dschungel.

Ratgeber Fische & Meeresfrüchte

Welche Fische und Meeresfrüchte

können mit gutem ökologischem

Gewissen konsumiert werden.

Ratgeber Früchte & Gemüse

Welche Früchte und Gemüse

haben gerade Saison.

001. FOOD

– 142 –

– 143 –



Greenstyle Food bedeutet für die WAG,

wenn es zu mindestens 80 % heisst:

001. FOOD

Das neue Label «LAAX ALWAYS TASTY» steht für Greenstyleorientierte

Gastronomie – in über 30 Betrieben zu Berg und zu Tal. Die

WAG setzt auf minimale Distanz und maximale Qualität und wählt die

Produkte entsprechend so lokal und saisonal wie möglich aus. Das sorgt

zum einen für klimafreundlichere und zum anderen für authentischere

Mahlzeiten und fördert die regionale Wirtschaft.

Label helfen, die richtigen Entscheidungen für ökologischen und

fairen Konsum zu treffen. Zusätzlich sollen transparente Produktinformationen

es den Gästen zukünftig einfacher machen, nachhaltig zu

konsumieren.

– 144 –

– 145 –



F&B-Beispiele in der WAG.

Tegia Miez

Die kleine, urchige Berghütte Tegia Miez ist der Geheimtipp

vieler Einheimischer und Zweitwohnungsbesitzer.

Sie schätzen die Mischung aus unkomplizierter Hüttenatmosphäre

und ehrlicher Küche. Die Mehrzahl der servierten

Speisen stammt aus der Surselva – Fleisch und

Käse sogar ausnahmslos!

001. FOOD

La Stalla

Im gemütlichen und rustikalen Kuhstall-Restaurant

serviert das La-Stalla-Team fast ausschliesslich

Speisen aus regionaler Produktion.

Kühlschrankfüllung im rocksresort

Wer im rocksresort eincheckt, kann sich auch gleich die

Kühlschrankfüllung dazu bestellen: Eine leckere Auswahl

an regionalen Köstlichkeiten.

Riders Hotel

Das Riders Hotel betreibt seit 2017 das erste vegetarische

Restaurant der Destination. Serviert werden

kreative, saisonale und klimafreundliche Speisen.

– 146 –

– 147 –



05. F&B UND EINKAUF

– 002. Non-Food

Wie es der Name schon sagt: Non-Food beinhaltet all das, was man

nicht isst. Und ja, das ist zugegebenermassen unglaublich viel. Von

Toilettenpapier über Waschmittel zu Skiwachs oder Bekleidung: Es

geht immer um die richtige Wahl und um grundlegende Entscheidungen,

002. NON-FOOD

deren Konsequenzen einen echten Unterschied für Mensch und Umwelt

machen können.

– 148 – – 149 –



Greenstyle Non-Food bedeutet für die WAG,

wenn es zu mindestens 80% heisst:

Bislang wurden Nachhaltigkeitskriterien wie minimale Distanz und

maximale Qualität im Non-Food-Bereich wenig oder nur punktuell

berücksichtigt. Es gibt jedoch zahlreiche Produkte bei denen Regionalität

(z. B. In der Region produzierte Güter aus einheimischem Holz), Bio

002. NON-FOOD

oder Fairtrade einfach gut passen und dies auch positiv von den Gästen

wahrgenommen wird. Das Angebot soll auf solche «Fits» hin untersucht

werden.

Doch was bedeutet das für den Einkauf? Zum Beispiel bei der

Mitarbeiter-Bekleidung: Mindestens recycelte Materialien, Bio-

Baumwolle oder bluesign zertifiziert. Generell gehen jedoch folgende

Dinge vor: Qualität und Langlebigkeit, Produkte, die repariert werden

können, sowie die Möglichkeit, Dinge am Ende ihrer Lebensdauer in die

Kreislaufwirtschaft zurückzugeben.

– 150 –

– 151 –



Mitarbeiterbekleidung.

Ski- und Snowboardwachs.

In der Textilindustrie geht ganz schön viel

in die Hose: Jährlich setzt sie angeblich

mehr CO 2

frei als der internationale Flugverkehr

und die Schifffahrt zusammen, –

und wie es um die Arbeitsbedingungen der

Branche steht, ist ein offenes Geheimnis,

Die WAG beschäftigt im Winter 1100 Mitarbeitende.

Damit diese von den Gästen auch als solche erkannt

werden, tragen die meisten von Ihnen Uniform. Alleine

die Snowboard- und Skischule kleidet pro Saison rund

400 Lehrerinnen und Lehrer ein und muss den Stock

an Uniformen regelmässig auffrischen. In der WAG

kommt so eine erhebliche Menge an Bekleidung

zusammen und damit die Möglichkeit, richtige und

gewichtige Kaufentscheidungen zu treffen! Seit 2019

tragen sämtliche WAG-Mitarbeitenden bluesign® zertifizierte

Jacken und Hosen.

Zu einem Skigebiet gehören Skifahrer.

Zu Skifahrern gehören Skis. Auf Ski

gehört Skiwachs. Wenn das bloss so

einfach wäre …

Die modernen Skiwachse, Hightech-Produkte aus dem

Chemielabor, enthalten Paraffine – Nebenprodukte der

Ein weitaus kritischerer Wachsbestandteil ist Fluor.

Fluoride sind starke Umweltgifte, die in vielen teuren

Profiwachsen vorkommen. Hochleistungsrennwachs

enthält zusätzlich oft Perfluoralkoxy-Polymere, die

nicht abbaubar sind. Ganz im Gegenteil: Sie halten den

Rekord als die langlebigste chemische Verbindung überhaupt.

Über das Wachs gelangen sie in die Natur und

002. NON-FOOD

vor dem viele gerne die Augen verschlies-

Erdöl-Raffination. Diese Verbindungen sind toxikologisch

zwar unbedenklich, aber nur schwer abbaubar,

verbleiben praktisch für immer in der Nahrungskette.

Sie sind bereits in der Kuhmilch, aber auch im Blut von

sen. In der grossen Herde der schwarzen

bluesign®

auch wenn die Wachsmengen, die auf Pisten und Loipen

zurückbleiben, wohl gering sind.

Eisbären nachzuweisen. Quelle: BUND Deutschland

(2015): Fluor: Praktisch, langlebig und giftig.

Schafe gibt es aber auch ein paar grüne –

Die leidenschaftlichen Snowboarder und Flimser Locals

Die FIS hat angekündigt, ein Verbot für Wachse mit

und davon gibt es glücklicherweise immer

Christine und Peter Waeber – sie eine Medienexpertin,

er ein Chemieingenieur – gründeten im Jahr 2000 das

diesen Inhaltsstoffen einzuführen. Gerade im Breitensport-Spektrum

gibt es mittlerweile sehr gute und rein

mehr!

Label bluesign®. bluesign® ist ein System zur nachhaltigen

Textilproduktion, das die Perspektiven der Tex-

pflanzliche Skiwachs-Alternativen. Wer noch Fluorwachse

hat, kann diese übrigens in den Kehrichtsam-

tilindustrie massgeblich und nachhaltig verändert hat.

melstellen der Gemeinde abgeben.

bluesign® konzentriert sich auf Prozesse, welche die

Lebensqualität in den Produktionsländern verbessern.

Die LAAX Rental Stores und Service Center haben

Die Essenz ist eine optimierte Produktion, die den

erfolgreich ein unbedenkliches, 100 % pflanzliches

Wasserverbrauch um 50 %, den Energiebedarf um

Ski- und Snowboardwachs getestet und eingeführt.

15 % und den Einsatz von Chemikalien um 15 % redu-

Noch funktioniert das pflanzenbasierte Wachs aber

ziert. Marken wie Patagonia und Burton zählten zu den

nicht auf allen Wachsmaschinen. Bis sämtliches

ersten Partnern von bluesign®. Heute arbeiten etliche

Skiwachs durch pflanzenbasierte Produkte ersetzt

der weltgrössten Sportartikelunternehmen mit diesem

werden kann, braucht es deshalb noch etwas Zeit.

System.

Bild © mountainFLOW eco-wax.

– 152 –

– 153 –



3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION

– 06. Biodiversität

BIODIVERSITY

IMPROVE

06. BIODIVERSITÄT

P R O T E C T

W I L D L I F E

!!!!! NO !!!!!

OVERTOURISM



3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION

– 06. Biodiversität

Willkommen bei uns in den Bergen, wo die Artenvielfalt noch grösser

ist und die Ökosysteme noch vielfältiger. Ja, bei uns ist die Welt noch

in Ordnunger. Wir sehen nachts die Sterne – und das lässt sich sogar

schon vermarkten! Kommt und schaut: We still have Diamonds in the Sky!

06. BIODIVERSITÄT

Aber auch bei uns nimmt die Lichtverschmutzung zu. Auch wir beanspruchen

immer mehr Raum – Lebensraum, der vorher allein der Natur

gehörte. The winner takes it all: ist von ABBA, passt aber auch zu uns!

Doch wie können wir unseren Touristik- und Lebensansprüchen gerecht

werden und gleichzeitig die Natur schützen? Das ist eine Gratwanderung.

Wir Bergler können gratwandern. Hä jo! Aber wir müssen brutal

aufpassen. Jeder Schritt muss überlegt sein. Jeder Fehltritt hat Folgen.

Gerade in den Bergen. Gerade da, wo Biodiversität noch vorhanden ist.

Inspiriert von Schlorian

– 156 –

– 157 –



Sie ist das absolute A und O

unseres Planeten:

die biologische Vielfalt!

Mission Biodiversität

heisst für die WAG:

Fauna und Flora, Pilze und

Mikroorganismen reinigen Luft

und Wasser, machen unsere

Böden fruchtbar, sorgen für das

richtige Klima und liefern uns

Nahrung, Arzneimittel, Baustoffe

und vieles mehr.

06. BIODIVERSITÄT

Damit das so bleibt, schützen

wir sie und bügeln die Fehler

der Vergangenheit aus.

– 158 –

– 159 –



Warum braucht es Biodiversität?

06. BIODIVERSITÄT

– 001. Naturschutzzonen der Destination

Alles hängt mit allem zusammen. Darum ist Biodiversität

für uns und unsere Erde überlebenswichtig. Das

zeigt sich vereinfacht am Beispiel der Bienen: Sterben

Die Natur besteht auch in den Bergen nicht bloss aus ein paar Felsblö-

sie aus, gibt es bald keine Äpfel mehr. Geschweige

denn Birnen, Tomaten, Zucchini oder Mandeln, – und

cken und zwei Steinböcken. Wäre ja langweilig – auf die Dauer. Vielfalt

die Kettenreaktion hätte damit erst begonnen.

und Abwechslung machen den Reiz des Lebens aus. Auch bei uns. Und

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) erstellt jährlich

eine rote Liste der gefährdeten Pflanzen- und Tierarten

in der Schweiz. Sie ist quasi das Fieberthermometer

der Natur – und die hat leider ziemlich hohes

Fieber! Von den etwa 40'000 in der Schweiz bekannten

Pflanzen-, Tier- und Pilzarten sind rund ein Drittel

in ihrem Bestand bedroht. Um den Artenschwund zu

bremsen, braucht es grössere Anstrengungen. Biologische

Vielfalt oder «Biodiversität» ist eine wesentliche

Grundlage für die Stabilität von Ökosystemen. Sie sichert

das Überleben aller auf der Erde vorkommenden

Organismen – einschliesslich des Menschen.

In weiten Teilen der Bevölkerung wächst glücklicher-

Wie kann man die Biodiversität schützen?

so wird es bleiben, wenn wir auch in Zukunft allen Lebewesen, Tieren und

Pflanzen ein Zuhause geben.

Die Destination ist bekannt für eine der tauchen eines Schneeschuhläufers kann für

grossartigsten und vielfältigsten Landschaften

der Alpen. Eine wilde Schlucht mit wei-

kostet wertvolle Energie, die dann zum

sie im Winter problematisch sein: Eine Flucht

ten Wäldern, ein komplexes Seensystem und Überleben fehlt. Störungen im Frühjahr und

die imposante Berglandschaft machen die während der Paarungszeit besiegeln oft unbemerkt

das Schicksal von Generationen an

Region einzigartig. Sie beherbergt eine reiche

Tier- und Pflanzenwelt, darunter auch bodenbrütenden Vögeln.

etliche gefährdete Arten. In den Auenwäl-

001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION

weise die Einsicht, dass neben dem Klimaschutz auch

dern der Ruinaulta brüten seltene Vögel und

Um Flora und Fauna zu schützen, haben

der Artenschutz zu den wichtigsten Aufgaben unserer

Dank schweizweiter Schutzmassnahmen des Bundes-

sogar ein scheues Wolfsrudel hat hier seine

Kantone und Gemeinden gemeinsam mit

Zeit gehört.

amtes für Umwelt (BAFU) und dank der Sensibilisierung

neue Heimat gefunden. Aber: In Bergdes-

dem Schweizer Bundesamt für Umwelt spe-

der Bevölkerung konnten in den letzten Jahrzehnten

tinationen, da, wo Natur auch Kapital ist,

zielle Rückzugsräume und Schutzgebiete

die Bestandsrückgänge einiger gefährdeter Arten und

leben Wildtiere und Menschen besonders

geschaffen. Sie dienen dazu, Mensch und

die Flächenverluste bestimmter Lebensräume zwar ge-

nah aufeinander. Die Menschen nutzen den

Tier zeitlich und räumlich zu trennen und ge-

bremst, jedoch noch nicht gestoppt werden. Um die

Lebensraum der Tiere für ihre Freizeitak-

nügend Entwicklungs- und Bruträume für

Biodiversität weiter zu schützen, kann jede und jeder

tivitäten. Für die Tiere kann das zur Belas-

die Tiere und Pflanzen zu schaffen.

Quelle:

einfache Massnahmen im persönlichen oder weitrei-

tung werden. Bereits das unerwartete Auf-

Zustand der Biodiversität

chenderen Umfeld umsetzen. Es gibt viele Möglichkei-

in der Schweiz

ten und Methoden. Das fängt bei der Wahl der Leuchtmittel

an und hört bei der Gartengestaltung noch lange

nicht auf …

– 160 –

– 161 –



Wildruhezonen

der Destination.

Hirsche, Rehe, aber auch weniger bekannte Wildtiere

und gefährdete Vogelarten wie Auer-, Birk- und Schneehühner,

ziehen sich im Winter in ruhigere Waldgebiete

zurück, um ungestört zu überwintern. Sie brauchen die

Ruhe, um lebenswichtige Energie zu sparen.

Wildruhezonen dürfen während bestimmter Jahreszeiten

(Winter- und Brutzeit) oder in Einzelfällen das ganze

Jahr über nicht oder nur beschränkt zur Ausübung

von Freizeitaktivitäten betreten werden.

Informiere dich darüber, wo sich die Ruhezonen befinden

und respektiere sie. Achte auch auf Hinweisschilder

am Rande der Wildruhezonen. Sie markieren die

Grenzen. Wildruhezonen sind zudem auf sämtlichen

Pistenplänen ersichtlich.

001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION

© swisstopo, BAFU

– 162 –

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Vogelschutzzonen in der Ruinaulta.

Die Rheinschlucht ist ein eindrückliches Ausflugsziel – und Heimat eines stark gefährdeten

Vogels: des Flussregenpfeifers. Er nistet auf den Kiesbänken des Rheinufers und

zieht dort seine Brut auf. Er reagiert sehr sensibel auf Störungen. Kommt man ihm zu

nahe, verlässt er das Nest und die Brut verwaist. In den Vogelschutzzonen der Rheinschlucht

ist vom 1. April bis 15. Juli Sperrzeit. Der Wanderweg ist durchgehend geöffnet.

001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION

© swisstopo, BAFU

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– 165 –



Pflanzenschutzgebiete, Trockenwiesen,

Moore, Biotope und Auen.

Gewässer, Feuchtgebiete und Trockenwiesen zählen

zu den für die Natur wertvollsten Gebieten. Sie beheimaten

eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten,

– beinahe die Hälfte aller bedrohten Pflanzenarten

der Schweiz ist auf Feuchtgebiete angewiesen. Jedoch

ist kein anderer Lebensraum in den letzten 150 Jahren

derart stark beeinträchtigt worden!

Aus diesem Grund stehen die letzten noch intakten

Gebiete heute unter Schutz. Eine Moorlandschaft von

nationaler Bedeutung befindet sich auf dem unteren

Segnesboden. Um sie durch Freizeitaktivitäten nicht zu

gefährden, dürfen die offiziellen Wege nicht verlassen

und Pflanzen nicht gepflückt werden.

Jedes Jahr aufs Neue dürfen wir uns am Anblick der

schönen Alpenblumen erfreuen. Damit das so bleibt,

müssen wir beim Pflücken von Blumen allgemein

masshalten. Im Kanton Graubünden gilt deshalb ein

Pflanzenschutzgesetz: Gewisse Pflanzen dürfen gar

nicht gepflückt werden, alle anderen nur stark limitiert.

001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION

Legende Karte

Flachmoore

Hochmoore

Trockenwiesen und -weiden

Auengebiete & alpine Auen

Jede Blume ist

dort am schönsten,

wo sie wächst.

© swisstopo, BAFU

– 166 – – 167 –



Pilzschutz.

Ajajaj, dia schüüsend do wie Pilz usam Boda. Dia Staipilz do, dia nimm i

au no mit. Oder sinds amend Flüügapilz? Jo denn flüügi denn halt mit dr

Rega hai. I probier emal. Nöu Risk nöu fön, gäll. Da sind mir doch einer

Meineieieieieiei, jetz drüllt sich alles…

Die Surselva ist bekannt für ihre Fülle an Speisepilzen

und hat eine lange «Pilzler»-Tradition. Wer sich auf die

Suche nach den erdigen Genussexplosionen macht,

sollte sich vorweg aber gut informieren.

Nicht nur, um sich selbst vor Fehlgriffen und schlimmen

Vergiftungen zu schützen, sondern auch, um den

Pilzbestand nicht zu gefährden. Wie Pilze aus dem Boden

schiessen nämlich längst nicht mehr alle Pilze. In

der Schweiz sind über 120 einheimische Flechten- und

Pilzarten vom Aussterben bedroht. In Schutzgebieten

ist das Sammeln daher verboten.

Ausserhalb der Schutzgebiete gelten

in Graubünden folgende Regeln:

→ 10 Tage Pilzschutzzeit

vom 1. bis 10. jeden Monats

→ Pro Person dürfen max. 2 kg Pilze

gesammelt werden

→ Pilze sammeln in Gruppen von mehr als

3 Personen ist verboten – Familien ausgenommen

001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION

Fraaga statt flüüga …

Die kostenlose Pilzberatung Surselva besteht

seit mehr als 40 Jahren und betreibt öffentliche

Pilzkontrollstellen in Ilanz und Laax.

www.pilzberatungsurselva.info

– 168 –

– 169 –



Waldreservate.

Sie sind die Urwälder von Morgen: die Waldreservate.

Waldflächen, die nicht bewirtschaftet, sich selber überlassen

und Heimat einer grossen Artenvielfalt werden.

Das selten gewordene Auerhuhn etwa findet in Waldreservaten

einen wertvollen Lebensraum.

Hier hat wieder die Natur das Sagen:

81 ha: Wo früher die alte Talabfahrt von Nagens nach

Flims führte, ist wieder Ruhe eingekehrt. Dort befindet

sich seit 2009 ein Waldreservat.

Waldreservate kommen durch einen Vertrag zwischen

dem Waldeigentümer und dem Kanton zustande und

werden langfristig gesichert. Der Vertrag untersagt die

Holznutzung, das Schlagen und Sammeln von Feuerholz

und das Erstellen von Feuerstellen. Jagen und das

Sammeln von Pilzen und Beeren ist im Rahmen der geltenden

Gesetze erlaubt.

90+ha: Das Waldreservat «Spund da Zir» östlich von

Sagogn und am Abhang zum Vorderrhein ist bezeichnend

für die Waldgesellschaft von Erika und Föhre.

70 ha: Seit 2012 zählt auch der Wald bei Conn entlang

der Rheinschlucht zu den Waldreservaten der nahen

Umgebung.

001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION

© swisstopo, BAFU

– 170 –

– 171 –



06. BIODIVERSITÄT

– 002. Invasive Neophyten

«Roti Rösli im Garta, Neophyte im Wald, wenn dr Wind chunnt go

bloosa, wachsens bald überall!» – und dann wirds dann also eng für

unsere Margrittlis und Maierislis, die müssen dann nämlich den Platz

räumen oder sie werden im Keim erstickt. Wortwörtlich und tatsächlich.

Kirschlorbeer

Prunus laurocerasus

• Blütezeit: April – Mai

• Standort: Wälder, Wald- und Wegränder, Gärten

• Höhe: bis 6 m

• Eingeführt aus: Westasien / Südeuropa

Alternativen

Eibe (giftig) – Taxus baccata

Ja, das Leben ist verdammt hart, sogar für Blumen. Da hat nicht mal

mehr eine gemeine Küchenschelle die Spur einer Chance. Oder wann

hast du zuletzt eine gesehen?

Stechpalme – Ilex aquifolium

002. INVASIVE NEOPHYTEN

Gebietsfremde Pflanzen nennt man Neophyten.

In der Schweiz gibt es rund 2'600 einhei-

Berufkraut und Co. sind Wölfe im Schafspelz!

mische Pflanzenarten und über 800 etablierte

gebietsfremde Arten. Die meisten stellen das kanadische Berufkraut haben ihren

Vor allem Goldruten und das einjährige und

keine Gefahr für die einheimische Pflanzenwelt

dar. Rund 100 gelten gemäss BAFU als besiedeln Böschungen oder Waldränder und

Weg in die Destination gefunden. Sie

problematisch, 58 davon als invasiv.

machen auch vor unseren Naturschätzen,

dem Caumasee und der Ruinaulta, nicht halt.

Sie vermehren sich weit über den Garten

hinaus, bilden dichte Bestände und verdrängen

einheimische Arten und somit nen Garten invasive Neophyten entdeckt,

Wer auf seinem Spaziergang oder im eige-

die Lebensgrundlage von vielen Insekten. tut gut daran, sie auszureissen und in den

So hübsch und harmlos sie aussehen: nächsten Abfalleimer zu werfen – und nicht

Invasive Neophyten gefährden ganz direkt etwa in den Kompost oder auf die Gründeponie.

unsere Biodiversität.

Knigge-Tipp: Kultiviert der Nachbar im Garten invasive Neophyten, hilft ein freundliches und

aufklärendes Gespräch oft mehr als ein beherzter Griff über den Gartenzaun.

Problematik

Diese oft gepflanzte Art verwildert in der Landschaft.

Sie kann sich sehr schnell und effizient ausbreiten und

bildet Dickichte, welche die natürliche Waldverjüngung

behindern. Dadurch wird die einheimische Vegetation

verdrängt. Zudem bietet sie den einheimischen Tierarten

keine Lebensgrundlage.

Vorbeugung und Bekämpfung

Der Kirschlorbeer soll nicht mehr gepflanzt werden.

Aufkommende Jungpflanzen und bestehende Sträucher

sollen ausgerissen werden. Kontrollen und wiederholtes

Ausreissen bleiben notwendig. Blüten, Beeren

und Wurzeln sind in der Kehrichtverbrennung zu

entsorgen (nicht im Kompost oder Grüngut).

Gewöhnlicher Liguster – Ligustrum vulgare

Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch

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– 173 –



Amerikanische Goldrutearten

Solidago canadensis / Solidago gigantea

Drüsiges Springkraut

Impatiens glandulifera

• Blütezeit: Juli – September / August – Oktober

• Standort: Waldlichtungen, Böschungen, Brache

Alternativen

• Blütezeit: Juli – September

• Standort: Bachufer, Wälder

Alternativen

(nicht kultivierte Fläche)

• Höhe: bis 2 m

• Höhe: bis 2,5 m / bis 1,2 m

• Eingeführt aus: Himalaja

• Eingeführt aus: Nordamerika

Nieswurz – Helleborus foetidus

Wald-Weidenröschen – Epilobium angustifolium

Dunkle Königskerze – Verbascum nigrum

Blutweiderich – Lythrum salicaria

002. INVASIVE NEOPHYTEN

Problematik

Problematik

Die Goldruten wurden als Zierpflanzen eingeführt.

Die Pflanze verbreitet sich sehr leicht und bildet gross-

Mittels Rhizomen und zahlreichen flugfähigen Samen

flächige, dichte Bestände, wodurch die einheimischen

verwildern sie leicht und bilden grosse, dominante Be-

Pflanzen verdrängt werden. Die Vermehrung erfolgt

stände. Durch Lichtentzug verhindern sie die Keimung

über Schleuderkapseln sowie über das Wasser. Ein

einheimischer Pflanzen und verdrängen diese dadurch.

dichter Bestand kann bis zu 30’000 Samen pro m 2

Echtes Johanniskraut – Hypericum perforatum

bilden.

Gewöhnlicher Baldrian – Valeriana officinalis

Vorbeugung und Bekämpfung

Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-

Vorbeugung und Bekämpfung

verordnung). Pflanzen ausreissen oder vor Samenbil-

Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-

dung zurückschneiden. Mit den Wurzeln und Ausläu-

verordnung). Sie kann leicht samt Wurzeln ausgerissen

fern in der Kehrichtverbrennung entsorgen (nicht im

werden; am besten vor der Blütenbildung. Die Stängel

Kompost oder Grüngut). Ein wiederholter Schnitt vor

wurzeln noch im gleichen Jahr und bilden neue Pflan-

der Blüte schwächt die Rhizome und der Bestand wird

zen mit Blüten. Sofort in der Kehrichtverbrennung ent-

zurückgedrängt.

sorgen (nicht im Kompost oder Grüngut).

Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch

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Japanischer Staudenknöterich

Reynoutria japonica

Glattes Zackenschötchen

Bunias orientalis L.

• Blütezeit: Juli – September

• Standort: Hecken, Böschungen, Uferbereiche

• Höhe: bis 3 m

Alternativen

• Blütezeit: Mai – August

• Standort: Strassenränder, Ufer von

Fliessgewässern, Wiesen und Weiden

Alternativen

• Eingeführt aus: Ostasien

• Höhe: 0,3 m bis 1,2 m

Waldgeissbart – Aruncus dioicus

• Eingeführt aus: Sibirien bis Ost- und Südosteuropa

Goldaster – Aster linosyris

Gemeiner Schneeball – Viburnum opulus

Sonnenbraut – Helenium

002. INVASIVE NEOPHYTEN

Problematik

Problematik

Die Pflanze verbreitet sich leicht durch vegetative Ver-

Diese als Futterpflanze eingeführte Art verwildert

mehrung (Rhizome bis zu 7 m im Umkreis und 3 m Tie-

leicht, bildet dichte Bestände und verdrängt die ein-

fe) und bildet dichte Bestände, welche die einheimische

heimische Vegetation. Die Vermehrung erfolgt über

Vegetation verdrängen. Im Winter sterben die oberir-

Samen (3000 bis 4500 Samen pro Pflanze) und Wur-

dischen Teile ab und hinterlassen kahle Böschungen,

zeln. Der unangenehme Geruch dieser Pflanze hält das

welche der Erosion ausgesetzt sind.

Zwerg-Holunder (Beeren giftig) – Sambucus ebulus

Vieh fern und vermindert dadurch die Futterqualität

Butterblume – Trollius europaeus

von frischem oder getrocknetem Futter.

Vorbeugung und Bekämpfung

Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-

Vorbeugung und Bekämpfung

verordnung). Aufgrund der enormen Energiereserven

Diese Art nicht mehr pflanzen, verblühte Blütenstän-

in den unterirdischen Rhizomen muss entweder alles

de vor der Samenreife samt Wurzeln ausreissen und

ausgegraben oder – während ca. 10 Jahren – mehr-

fachgerecht entsorgen. Die Pflanze soll durch einhei-

mals pro Jahr ausgerissen werden. Unbedingt in der

mische Sträucher ersetzt werden. Schnittgut mit oder

Kehrichtverbrennung entsorgen (nicht im Kompost

ohne Wurzeln unbedingt in der Kehrichtverbrennung

oder Grüngut).

entsorgen (nicht im Kompost oder Grüngut).

Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch

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Götterbaum

Ailanthus altissima

Sommerflieder

Buddleja davidii

• Blütezeit: Juni – Juli

• Standort: Infrastrukturen, Siedlungen,

Wälder und Wiesen

Alternativen

• Blütezeit: Juli – August

• Standort: Ufer, Waldränder, Bahnlinien

• Höhe: bis 4 m

Alternativen

• Höhe: bis 30 m

• Eingeführt aus: China

• Eingeführt aus: China und Nordkorea

Vogelbeere – Sorbus aucuparia

Pfaffenhütchen – Euonymus europaeus

Flussbirke/Schwarzbirke – Betula nigra

Schwarzdorn – Prunus spinosa

002. INVASIVE NEOPHYTEN

Problematik

Problematik

Der Götterbaum ist ein sehr anspruchsloser und sehr

Diese als Zierpflanze eingeführte Art verwildert leicht

schnell wachsender Baum. Er verfügt über ein umfang-

und bildet dichte Bestände, wodurch die einheimische

reiches Wurzelsystem, macht Wurzelbrut und Stock-

Vegetation verdrängt wird. Die Vermehrung erfolgt

ausschläge und kann schnell dichte Monokulturen

über weite Distanzen mit dem Wind (bis zu 3 Millionen

bilden, welche die autochthone Vegetation ersetzen.

Samen pro Pflanze) und durch unterirdische Ausläufer.

Direkter Kontakt kann Hautreaktionen auslösen.

Walnussbaum – Juglans regia

Hagebutte – Rosa canina

Vorbeugung und Bekämpfung

Vorbeugung und Bekämpfung

Der Sommerflieder soll nicht mehr gepflanzt werden.

Keine Götterbäume pflanzen! Falls solche bereits

Verblühte Blütenstände müssen vor der Samenreife ab-

vorhanden sind, ist die Bekämpfung sehr schwierig –

geschnitten werden. Bestehende Sommerflieder sollen

einen Experten fragen. Dreifaches Ringeln des

durch einheimische Sträucher ersetzt werden. Blüten

Stammes voll umfänglich im Abstand von 10 cm mit der

und Wurzeln müssen in der Kehrichtverbrennung ent-

Motorsäge. Eine teurere aber schnellere Variante ist

sorgt werden (nicht im Kompost oder Grüngut).

das Fällen plus die Boden sanierung durch händisches

Entfernen der Wurzelfragmente.

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Riesenbärenklau

Heracleum mantegazzianum

Schmalblättriges Greiskraut

(Kreuzkraut) Senecio inaequidens

• Blütezeit: Juli – September

• Standort: Waldränder, Wiesen, Uferbereiche

• Höhe: bis über 3 m

Alternativen

• Blütezeit: August – Oktober

• Standort: Wegränder, Bahnlinien, Ödland

• Höhe: 0,4 bis 1 m

Alternativen

• Eingeführt aus: Kaukasus

• Eingeführt aus: Südafrika

Wasserdost – Eupatorium cannabinum

Weidenb. Ochsenauge – Buphthalmum salicifolium

Akeleibl. Wiesenraute – Thalictrum aquilegiifolium

Wiesen-Bocksbart – Tragopogon pratensis

002. INVASIVE NEOPHYTEN

Problematik

Problematik

Die Art wurde als Zierpflanze eingeführt und breitet

Die Pflanze produziert giftige Inhaltsstoffe, welche

sich effizient an feuchten Standorten aus. Neben dem

für die Nutztiere tödlich sein können (gilt auch für ein-

Verdrängen der einheimischen Vegetation, birgt die

heimische Kreuzkräuter wie Jakobskreuzkraut). Eine

Pflanze auch eine Gefahr für den Menschen. Berüh-

Pflanze bildet bis zu 30’000 Samen pro Jahr. Durch

rungen der Pflanze, in Verbindung mit Sonnenstrah-

den Wind werden die Samen über weite Distanzen ver-

lung (UV-Strahlung), können zu gefährlichen Verbren-

Schwarzer Holunder – Sambucus nigra

breitet.

Gewöhnliche Margerite – Leucanthemum vulgare

nungen führen!

Vorbeugung und Bekämpfung

Vorbeugung und Bekämpfung

Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-

Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-

verordnung). Die Pflanze soll vor der Samenreife mit

ver ord nung). Zur Bekämpfung Handschuhe und lang-

den Wurzeln ausgerissen werden. Grosse Bestände

ärmlige Kleider anziehen. Pflanzenteile bis ca. 15 cm

werden durch mehrmaliges Mähen an der Versamung

über dem Boden abschneiden. Wurzelstock 15–20 cm

gehindert. Das Pflanzenmaterial ist in der Kehrichtver-

unter der Bodenoberfläche durchschneiden. Entsor-

brennung zu entsorgen (nicht im Kompost oder Grün-

gung in der Kehrichtverbrennung.

gut).

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Essigbaum

Rhus typhina

Vielblättrige Lupine

Lupinus polyphyllus

• Blütezeit: Mai – Juli

• Standort: Waldränder, Lichtungen, Gärten

• Höhe: bis 8 m

Alternativen

• Blütezeit: Juni – September

• Standort: Wiesen, Waldschläge,

Strassenböschungen, Gärten

Alternativen

• Eingeführt aus: Nordamerika

• Höhe: 0,6 bis 1,5 m

Sanddorn – Hippophae rhamnoides

• Eingeführt aus: Nordamerika

Rittersporn – Delphinium

Kreuzdorn – Rhamnus cathartica

Roter Fingerhut – Digitalis purpurea

002. INVASIVE NEOPHYTEN

Problematik

Der Essigbaum wurde als Zierpflanze eingeführt und

Problematik

in den 60er und 70er Jahren oft in Gärten gepflanzt.

Diese als Zierpflanze eingeführte Art verwildert leicht

Über Wurzelsprosse in der Gartenerde wurde er in die

und bildet dichte Bestände, wodurch die einheimische

Umgebung verschleppt. Er verwildert leicht und kann

Vegetation verdrängt wird. Die Vermehrung erfolgt

lokal – durch bis zu 10 m weite Wurzel ausläufer – dich-

über Samen (120–2000 Samen pro Pflanze).

te Bestände bilden. Die einheimischen Pflanzen werden

dadurch verdrängt.

Roter Holunder (ab 1500 m ü.M.) – Sambucus racemosa

Vorbeugung und Bekämpfung

Schwarze Königskerze – Verbascum nigrum

Die Vielblättrige Lupine soll nicht mehr gepflanzt

Vorbeugung und Bekämpfung

werden. Verblühte Blütenstände vor der Samenrei-

Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-

fe abschneiden und fachgerecht entsorgen. Schnitt-

verordnung). Aufgrund der dichten Wurzelbrut ma-

gut ohne Blüten kann normal kompostiert werden.

chen Essigbäume im Vergleich zu Götterbäumen kaum

Schnittgut mit Blüten muss in der Kehrichtverbrennung

Stockausschlag. Dreifaches Ringeln des Stammes

entsorgt werden (nicht im Kompost oder Grüngut).

voll umfänglich im Abstand von 10 cm mit der Motorsäge.

Eine teurere aber schnellere Variante ist das Fällen

plus die Boden sanierung durch händisches Entfernen

der Wurzelfragmente.

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Einjähriges Berufkraut

Erigeron annuus

Aufrechte Ambrosie

Ambrosia aremisiifolia

• Blütezeit: Juni – September

• Standort: Wiesen, Wegränder, Schuttplätze, Ufer

• Höhe: bis 1 m

Alternativen

• Blütezeit: August – Oktober

• Standort: Ruderalstandorte

• Höhe: 0,2 m bis 1,5 m

Alternativen

• Eingeführt aus: Nordamerika

• Eingeführt aus: Nordamerika

Bergaster – Aster amellus

Gewöhnlicher Beifuss – Artemisia vulgaris

Wegwart – Cichorium intybus

Echter Wermut – Artemisia absinthium

002. INVASIVE NEOPHYTEN

Problematik

Problematik

Die Art wurde als Zierpflanze eingeführt. Heute wird

Die Ambrosiapollen können heftige Allergien und Asth-

sie zwar nicht mehr als Gartenpflanze angeboten, sie

maanfälle verursachen.

hat sich jedoch bereits in der Natur etabliert. Das Einjährige

Berufkraut besiedelt sehr erfolgreich gestörte

Vorbeugung und Bekämpfung

Plätze bzw. offene Bodenstellen und hat sich in den

Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-

letzten Jahren grossflächig ausgebreitet.

Gewöhnliche Margerite – Leucanthemum vulgare

ver ordnung). Die Pflanze muss wenn möglich vor der

Stink-Storchschnabel – Geranium robertianum

Samenreife, oder besser noch vor der Blütenbildung,

Vorbeugung und Bekämpfung

vollumfänglich mit den Wurzeln ausgerissen und voll-

Vegetationsfreie Flächen sind regelmässig zu kontrol-

ständig in der Kehrichtverbrennung entsorgt werden.

lieren und vom Einjährigen Berufkraut freizuhalten. Die

Vorkommnisse dieser Pflanze sind bei Ihrer Ansprech-

Pflanzen müssen vor der Samenbildung ausgerissen

person für invasive Neophyten zu melden.

und in der Kehrichtverbrennung entsorgt werden (das

einmalige Mähen der Pflanzen ist kontraproduktiv).

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Drei Millionen Vögel sterben

in der Schweiz jährlich durch

Glaskollisionen.

Schätzung der Vogelwarte Sempach ∙ Bild: © Pilkington Deutschland AG

Rotkehlchen «Robin» ist Botschafter und Maskottchen für das Vogelschutzglas

Pilkington AviSafe

06. MISSION BIODIVERSITÄT

– 003. Vogelschlag an Glas vermeiden

Gegen eine Scheibe knallen. Ist jedem schon passiert. Für dich ist’s

peinlich, für die anderen lustig – so what! Wenn du eine kleine Schwalbe

bist, die mit 80 Sachen fröhlich um die Hausecken pfeilt, ist’s

weniger lustig. Da kann ein spiegelndes Panoramafenster plötzlich

zum einschlagenden Erlebnis und zum Schlusspfiff deines kleinen

Lebens werden.

Vögel können Glasscheiben nicht erkennen, sie die moderne Architektur gerne hat, werden

für Vögel immer häufiger zur tödlichen

– schon gar nicht dann, wenn sich darin die

Landschaft spiegelt oder der Blick hindurch Falle. Eine lauernde Gefahr, die wortwörtlich

aus dem Nichts zuschlägt und deren im-

direkt auf einen Garten oder Wald fällt. Die

für Vögel wohl fieseste Falle sind freistehende

Wind- und Lärmschutzwände. Auch gros-

verborgen bleibt. Höchste Zeit hinzuschauen!

menses Ausmass dem öffentlichen Auge oft

se Fenster- und Spiegelfensterfronten, wie

003. VOGELSCHLAG AN GLAS VERMEIDEN

– 186 –

– 187 –



Ein paar einfache Grundregeln,

um Vogelschlag zu vermeiden:

Metalllamellen vor den Fenstern des Casa Murschetg

Helle Tages- und Nachtvorhänge im Riders Hotel

Für Neubauten

→ Reflexionsarme Gläser verwenden mit

einem Reflexionsgrad von max. 15%.

→ Durchsichtige Ecken und Glastrennwände

vermeiden.

→ Einplanen von fix montierten Lamellen, Sprossen

oder ähnlichen Strukturen.

→ Grossflächige Scheiben vermeiden oder sie

mit Vogelschutzvorrichtungen versehen.

→ Bäume so pflanzen, dass sie sich nicht in

den Fenstern spiegeln.

Für bestehende Gebäude

→ Keine Pflanzen hinter den Fenstern platzieren:

Sie simulieren Landschaften.

→ Fensterstoren ausserhalb der Betriebszeiten und

bei Abwesenheit runterlassen.

→ Helle Tages- und Nachtvorhänge wählen –

dunkle Vorhänge erhöhen den Spiegeleffekt.

→ Glasflächen mit Vogelschutzvorrichtungen

versehen.

Weiterführende Literatur:

Vogelschutzmassnahmen der WAG.

Vögel erkennen bereits handgrosse Lücken in einem

Muster als Öffnungen, die sich ihnen zum Durchfliegen

anbieten. Die eigene Handfläche ist deshalb eine nützliche

Masseinheit beim Planen eines Musters oder einer

Dekoration gegen Vogelschlag. Nur eine engmaschige

Gestaltung ist eine effiziente Vogelschutzmassnahme!

Früher: grossmaschig und wirkungslos

Die bei der Station Scansinas umgesetzten Höhenkurven

der Tschingelhörner, haben sich als wirkungsvolle

Massnahme bewährt.

Heute: engmaschig und effizient

003. VOGELSCHLAG AN GLAS VERMEIDEN

vogelglas.vogelwarte.ch

Vogelschutzmassnahme Tegia Miez

Vogelschutzmassnahme Vorab

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– 189 –



06. BIODIVERSITÄT

– 004. Naturnahes Firmenareal

Minimale Abdeckung –

maximaler Schutz:

Die kleine Biene Maja schwubbeldiwubbelt mit dem pummeligen

SEEN-Vogelschutz

reduziert den

Vogelschlag um über

90 %.

SEEN-Prototyp Testphase Riders Hotel:

Freie Sicht von innen ...

Willi über die wunderkunterbunte Wildblumenwiese. Sie sammelt Honig

und sagt: What else! – Grashüpfer Flip kommt auf einen Schwatz vorbei

und sogar die Spinne Thekla hat heute ein Bonmot auf Lager. Muss so

sein, ist ja schliesslich eine Kindersendung. Im richtigen Leben gibt’s

natürlich keine sprechenden Tiere – und Wildblumenwiesen gibt’s auch

bald keine mehr, wenn wir uns nicht etwas mehr Mühe geben, liebe

Buben und Mädchen.

004. NATURNAHES FIRMENAREAL

Die SEEN Elements bieten eine neuartige und effekti-

... gute Sichtbarkeit von aussen.

Für Honigbienen ist die artenreiche Blumen-

mengeländen, Hotelkomplexen, in Parkan-

ve Möglichkeit im Umgang mit Glas und Vogelschutz.

wiese die wichtigste Nahrungsquelle. Über

lagen oder Privatgärten ähneln durch ihre

Die hochwirksamen Raster haben eine Abdeckung von

3'000 Tierarten gibt sie ein Zuhause und

kleinräumige Struktur oft den historischen

weniger als 1 %. Von innen bleibt die Sicht deshalb

gut ein Drittel der heimischen Blütenpflan-

Wiesen und Weideflächen. Deswegen eig-

angenehm frei, während die Scheiben von aussen gut

zen wachsen auf ihr. Höchste Zeit, wieder

nen sich Gärten und andere Grünflächen in

sichtbar sind. Hallo Win-Win-Situation!

mehr Platz zu schaffen für Flower-Power!

Siedlungsgebieten hervorragend als Ersatz-

Für Langhornbiene, Feldgrille und Co. zählt

flächen für blumenreiche Magerwiesen.

jeder Quadratmeter – und Freiräume auf Fir-

SEEN-Prototyp Testphase rocksresort: einmal mit,

einmal ohne SEEN Elements.

– 190 –

– 191 –



Die WAG erhält für die naturnahe Gestaltung

des rocksresort in Laax die Auszeichnung

der Stiftung Natur & Wirtschaft.

So entsteht eine

Magerwiese.

Auf magerem Boden entwickeln

sich blumenreiche Wiesen.

Die Neuanlage einer Magerwiese ist nur dann erfolg-

Magerwiesen sind heute eine Rarität und

reich, wenn der Untergrund entsprechend vorbereitet

müssen gefördert werden.

wird. Wo das Erdreich allzu nährstoffreich ist, wird es mit

Magerwiesen gehören in ganz Mitteleuropa zu den ge-

nährstoffarmem Material (Sand, Schotter) ersetzt oder

Bei der Neuanlegung des rocksresort-Areals

fährdeten Lebensgemeinschaften. Noch vor 100 Jahren

vermischt. Werden Magerwiesensamen auf nährstoff-

wurde besonders viel Wert auf eine naturna-

waren sehr viele Wiesen mager. Inzwischen sind sie zu

reichem Boden ausgetragen, so werden die angesäten

he, ökologische Gestaltung gelegt. So wurden

mehr als 90 % in Fettwiesen umgewandelt, aufgefors-

Pflanzen mit der Zeit von schnellwachsenden Fettwie-

heimische Bäume und Sträucher gepflanzt und

Wiesen, Böschungen und Hecken ausgeschieden.

Diese Bereiche werden maximal zweimal pro

Jahr gemäht, damit sich die Pflanzen erfolgreich

versamen können und so mit der Zeit wertvolle

und artenreiche Magerwiesen entstehen.

Das rocksresort-Areal trägt zur Steigerung der

biologischen Vielfalt bei und wurde von der

tet oder überbaut worden. Neuangelegte Magerwiesen

stellen bei naturgerechter Gestaltung und Pflege wichtige

Ergänzungsbiotope dar, die auch bei noch so kleiner

Fläche einen Beitrag zum ökologischen Ausgleich in der

modernen Kulturlandschaft leisten.

Magerwiesen zählen zu den artenreichsten

Lebensräumen Mitteleuropas.

Der hohe Artenreichtum beruht auf dem geringen Nährstoffangebot,

welches die Ausbreitung jeder einzel-

senpflanzen verdrängt.

Die Neuanlage einer Magerwiese braucht Geduld.

Natürlicherweise dauert es 50 – 150 Jahre, bis sich

eine artenreiche Magerwiese entwickelt hat. Mit der

Aussaat von geeigneten Samenmischungen kann man

diesen Prozess beschleunigen. Es werden aber dennoch

einige Jahre verstreichen, bis sich eine stabile,

den standörtlichen Besonderheiten angepasste Pflanzengesellschaft

zusammengefunden hat. Besonders

004. NATURNAHES FIRMENAREAL

Stiftung Natur & Wirtschaft als «naturnahes Fir-

nen Pflanzenart begrenzt. Rund 30 % der heimischen

vielfältig und blumenreich entwickeln sich Magerwie-

menareal» ausgezeichnet. Auf dem Areal fin-

Pflanzenarten leben auf trockenen Magerstandorten.

sen an trockenen, gut besonnten Standorten.

den Menschen – ob Mitarbeiter oder Besucher –

Die vielfältige Pflanzenwelt ist Nahrungsbasis vieler In-

Erholung und tierische Bewohner wie Schmetter-

sekten und Vögel. Für wärme- und trockenheitsliebende

Magerwiesen werden nur 1 – 2 Mal

linge, Singvögel oder Igel ein intaktes Zuhause!

Tierarten sind Magerwiesen oft die letzten Lebensräu-

im Jahr geschnitten.

me. In ihnen leben zahlreiche bedrohte Tagfalter, Heu-

Damit auch die spätblühenden Pflanzen versamen kön-

schrecken, Wanzen, Netzflügler und weitere Kleintiere.

nen, darf der Schnittzeitpunkt nicht zu früh angesetzt

werden. Das Schnittgut muss getrocknet und einige

Zeit liegen gelassen werden. Danach wird das Heu abgeführt.

So werden dem Boden zusätzlich Nährstoffe

entzogen. Jegliche Düngung wird vermieden.

Tipp: Ein Teil der Wildblumen über Winter stehen lassen,

so können Eier, Raupen und Puppen überwintern.

Quelle: Stiftung Natur & Wirtschaft

– 192 –

– 193 –



06. BIODIVERSITÄT

– 005. Wildbienenparadies im rocksresort

Boards and bees: Im rocksresort treffen Skateboarder auf Wildbienen

und harmonieren vorbildlich mit ihnen – schliesslich stechen Wildbienen

nicht. Und die Rollbrettler sind auch nur halb so wild, wie sie aussehen!

2018 entstand an der Talstation Laax Murschetg gleichzeitig ein

Snakerun für Skateboarderinnen und Biker und ein paradiesisches

Zuhause für Wildbienen und andere Insekten.

Auf dem übrig gebliebenen Aushubhügel raum, der speziell auf die Bedürfnisse der

des rocksresort-Parkhauses entstand, in verschiedenen einheimischen Wildbienenarten

und anderer Insekten zugeschnitten

Zusammenarbeit von der WAG, Velosolutions

und Wildbiene + Partner, auf einer Gesamtfläche

von 6'000 m 2 der erste Skatege

Wildblumen wurden nach einem Pflanz-

wurde. Über 70 ökologisch wertvolle hiesipark

mit Wildbienenparadies. Die beiden plan angelegt, der von den Wildbienenbiologen

von Wildbiene + Partner eigens dafür

Snakerun-Strecken beanspruchen etwa einen

Viertel der Anlage. Auf der Restfläche, entworfen wurde. Heute führt ein Lehrpfad

bestehend aus vielen einzelnen Teilstücken, durch das Wildbienenparadies und gibt viel

entstand ein naturnah gestalteter Lebens-

Wissenswertes zu Fauna und Flora preis.

005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT

– 194 –



Bodenbearbeitung.

Wildbienenparadies im Winter.

Umsetzungsplan.

Um eine magere, trockene, warme und wasserdurchlässige

Unterlage zu kreieren, wurde die Fläche für das

Wildbienenparadies mit Kies «grundiert». Die kiesige

Unterlage erlaubt es einer Vielzahl wichtiger und oft

konkurrenzschwacher Blütenpflanzen zu gedeihen.

Auf eine Schicht aus Wandkies wurden anschliessend

Inseln aus lehmhaltigem Sand gesetzt. Diese sind

zwischen 2 und 10 m 2 gross und weisen Tiefen von bis

zu 40 cm auf. Auf diesen Sandflächen wurden Strukturelemente

wie einzelne Steine oder Steinhaufen und

morsche Wurzelstöcke platziert. Ein paar Flächen

wurden nicht mit Kies grundiert und der humushaltige

natürliche Unterboden blieb erhalten. Dort gedeihen

Pflanzen, die auf fetteren und nährstoffreicheren

Boden angewiesen sind.

.

Bepflanzung und

Strukturelemente.

Das Herzstück des Wildbienenparadieses ist eine

Bumerang-förmige Böschung von ca. 350 m 2 Umfang.

Sie beinhaltet alle wichtigen Strukturelemente

wie Sand, Steinhaufen, Büsche etc., bietet spezifizierte

Die meisten Wildbienen sind einjährig und sterben

nach der Eiablage im Sommer. Ihre Brutzellen in den

Nistplätzen und Strukturelementen statten sie vorher

mit Nahrung für die neuen Bienen aus und verschliessen

sie dann. Aus den Eiern entwickeln sich

die Larven, die zu Puppen werden. In diesem Stadium

verbringen die meisten Wildbienen den gesamten

Winter. Es ist wichtig, dass im Wildbienenparadies

– und natürlich auch im Naturgarten – die Nistplätze

nicht versehentlich durch besonders gründliche

und voreilige Gärtner entsorgt werden. Keulhornbiene

und Co. überwintern in abgestorbenen Pflanzenteilen.

Deshalb sollten Pflanzenstängel, besonders die mit

Holräumen wie von Holunder oder Brombeere, erst im

Frühjahr entsorgt werden. Gleiches gilt für Kompostund

Laubhaufen, Maulwurfshügel, Moos und gefüllte

Mauerritzen, die etwa das Winterquartier von Junghummeln

sein könnten.

Schlemmsand

Kies

Naturweg

Bollensteine

Wildbienenhaus

Markhaltige Stängel

Leere Schneckenhäuschen

Wildblumenwiese mit

Initialpflanzung

Wildstuadenbeet mit

Initialpflanzung

Sitzbank

005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT

Nistmöglichkeiten an und wird speziell gehegt. Die übrigen

Flächen wurden durch Aussaat und eine Initial-

pflanzung mit über 1700 Stauden in eine vielfältige

Bergblumenwiese verwandelt – wertvoll für die

Bienen und viele weitere Insekten! Mit Initialpflanzungen

konnten die wichtigsten Pflanzenarten direkt

in die Fläche eingebracht werden. Die Pflanzen wurden

dabei so ausgewählt, dass die Blütenpräferenzen

der Wildbienen von Frühling bis Herbst gedeckt

sind. Gehölze wie Weiden, Schwarzdorn, Feldahorn

und Wildrosen erweitern das Nektarbuffet und bieten

Schutz vor Fressfeinden. Diverse Kleinstrukturen dienen

in den Blumenwiesen als Nistplätze.

Rund 1700 Stauden 70 verschiedenster Arten

wurden gepflanzt.



Einheimische Wildblumen

im Wildbienenparadies

des rocksresort.

GATTUNG

Linaria

DEUTSCHER NAME

Echtes Leinkraut

ART

vulgaris

STANDORT

halbschattig,

sonnig

GATTUNG

Scrophularia

DEUTSCHER NAME

Knotige Braunwurz

ART

nodosa

STANDORT

absonnig,

halbschattig

GATTUNG

Angelica

GATTUNG

Laserpitium

GATTUNG

Anthemis

GATTUNG

Aster

DEUTSCHER NAME

Wald-Engelwurz

ART

sylvestris

STANDORT

absonnig,

halbschattig

GATTUNG

Astrantia

DEUTSCHER NAME

Sterndolde

ART

major

STANDORT

absonnig,

halbschattig

DEUTSCHER NAME

Breitblättriges

Laserkraut

ART

latifolium

STANDORT

absonnig,

halbschattig

GATTUNG

Daucus

DEUTSCHER NAME

Wilde Möhre

ART

carota

STANDORT

sonnig,

trocken

DEUTSCHER NAME

Färberkamille

ART

tinctoria

STANDORT

sonnig,

trocken

GATTUNG

Buphthalmum

DEUTSCHER NAME

Ochsenauge

ART

salicifolium

STANDORT

halbschattig,

sonnig

DEUTSCHER NAME

Berg-Aster

ART

amellus

STANDORT

halbschattig,

sonnig

GATTUNG

Centaurea

DEUTSCHER NAME

Skabiosen-

Flockenblume

ART

scabiosa

STANDORT

halbschattig, sonnig

005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT

GATTUNG

Laserpitium

GATTUNG

Eryngium

GATTUNG

Centaurea

GATTUNG

Cichorium

DEUTSCHER NAME

Berg- Laserkraut

ART

siler

STANDORT

sonnig,

trocken

DEUTSCHER NAME

Alpen-Mannstreu

ART

alpinum

STANDORT

absonnig,

halbschattig

DEUTSCHER NAME

Wiesen-

Flockenblume

ART

jacea

STANDORT

halbschattig, sonnig

DEUTSCHER NAME

Wegwarte

ART

intybus

STANDORT

halbschattig,

sonnig



GATTUNG

Cirsium

GATTUNG

Cirsium

GATTUNG

Anchusa

GATTUNG

Hesperis

DEUTSCHER NAME

Gewöhnliche

Kratzdistel

ART

vulgare

STANDORT

absonnig, halbschattig

DEUTSCHER NAME

Verschiedenblättrige

Kratzdistel

ART

helenioides

STANDORT

sonnig, trocken

DEUTSCHER NAME

Gemeine

Ochsenzunge

ART

officinalis

STANDORT

halbschattig, sonnig

DEUTSCHER NAME

Nachtviole

ART

matronalis

STANDORT

absonnig,

halbschattig

GATTUNG

Carduus

GATTUNG

Hieracium

GATTUNG

Lunaria

GATTUNG

Campanula

DEUTSCHER NAME

Nickende Distel

ART

nutans

STANDORT

sonnig,

trocken

GATTUNG

Onopordum

DEUTSCHER NAME

Eselsdistel

ART

acanthium

STANDORT

sonnig,

trocken

DEUTSCHER NAME

Mausohr-

Habichtskraut

ART

pilosella

STANDORT

sonnig, trocken

GATTUNG

Tanacetum

DEUTSCHER NAME

Wurmkraut

ART

vulgare

STANDORT

halbschattig,

sonnig

DEUTSCHER NAME

Ausdauerndes

Silberblatt

ART

rediviva

STANDORT

absonnig, halbschattig

GATTUNG

Campanula

DEUTSCHER NAME

Pfirsichblättrige

Glockenblume

ART

persicifolia

STANDORT

absonnig, halbschattig

DEUTSCHER NAME

Zwerg-

Glockenblume

ART

cochleariifolia

STANDORT

sonnig, trocken

GATTUNG

Campanula

DEUTSCHER NAME

Rapunzel-

Glockenblume

ART

rapunculus

STANDORT

absonnig,

halbschattig

005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT

GATTUNG

Echium

GATTUNG

Symphytum

GATTUNG

Campanula

GATTUNG

Campanula

DEUTSCHER NAME

Natternkopf

ART

vulgare

STANDORT

halbschattig,

sonnig

DEUTSCHER NAME

Echter Beinwell

ART

officinale

STANDORT

halbschattig,

sonnig

DEUTSCHER NAME

Rundblättrige

Glockenblume

ART

rotundifolia

STANDORT

absonnig, halbschattig

DEUTSCHER NAME

Nessel-

Glockenblume

ART

trachelium

STANDORT

halbschattig



GATTUNG

Dianthus

GATTUNG

Dianthus

GATTUNG

Sedum

GATTUNG

Sempervivum

DEUTSCHER NAME

Rote

Karthäusernelke

ART

carthusianorum

STANDORT

halbschattig, sonnig

DEUTSCHER NAME

Stein- Nelke

ART

sylvestris

STANDORT

sonnig,

trocken

DEUTSCHER NAME

Grosse Fetthenne

ART

telephium

STANDORT

sonnig,

trocken

DEUTSCHER NAME

Dach-Hauswurz

ART

tectorum

STANDORT

sonnig,

trocken

GATTUNG

Silene

GATTUNG

Silene

GATTUNG

Knautia

GATTUNG

Knautia

DEUTSCHER NAME

Weisse Lichtnelke

ART

pratensis

STANDORT

halbschattig,

sonnig

GATTUNG

Helianthemum

DEUTSCHER NAME

Gelbes

Sonnenröschen

ART

nummularium

STANDORT

sonnig, trocken

DEUTSCHER NAME

Rote Lichtnelke

ART

dioica

STANDORT

absonnig,

halbschattig

GATTUNG

Sedum

DEUTSCHER NAME

Scharfer

Mauerpfeffer

ART

acre

STANDORT

sonnig, trocken

DEUTSCHER NAME

Acker-Skabiose

ART

arvensis

STANDORT

halbschattig,

sonnig

GATTUNG

Scabiosa

DEUTSCHER NAME

Tauben- Skabiose

ART

columbaria

STANDORT

halbschattig,

sonnig

DEUTSCHER NAME

Wald-

Witwenblume

ART

dipsacifolia

STANDORT

sonnig, trocken

GATTUNG

Hippocrepis

DEUTSCHER NAME

Gewöhnlicher

Hufeisenklee

ART

comosa

STANDORT

absonnig, halbschattig

005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT

GATTUNG

Sedum

GATTUNG

Sedum

GATTUNG

Lathyrus

GATTUNG

Lotus

DEUTSCHER NAME

Niedriger Weisser

Mauerpfeffer

ART

album

STANDORT

sonnig, trocken

DEUTSCHER NAME

Milder

Mauerpfeffer

ART

sexangulare

STANDORT

sonnig, trocken

DEUTSCHER NAME

Wilde Platterbse

ART

sylvestris

STANDORT

halbschattig,

sonnig

DEUTSCHER NAME

Gewöhnlicher Hornklee

ART

corniculatus

STANDORT

halbschattig,

sonnig



GATTUNG

Onobrychis

GATTUNG

Ononis

GATTUNG

Teucrium

GATTUNG

Thymus

DEUTSCHER NAME

Saat- Esparsette

ART

viciifolia

STANDORT

halbschattig,

sonnig

DEUTSCHER NAME

Dornige Hauhechel

ART

spinosa

STANDORT

sonnig,

trocken

DEUTSCHER NAME

Edel-Gamander

ART

chamaedrys

STANDORT

sonnig,

trocken

DEUTSCHER NAME

Breitblättriger

Thymian

ART

pulegioides

STANDORT

sonnig, trocken

GATTUNG

Hyssopus

GATTUNG

Leonurus

GATTUNG

Allium

GATTUNG

Lilium

DEUTSCHER NAME

Ysop

ART

officinalis

STANDORT

sonnig,

trocken

GATTUNG

Origanum

DEUTSCHER NAME

Wilder Majoran

ART

vulgare

DEUTSCHER NAME

Echtes Herzgespann

ART

cardiaca

STANDORT

halbschattig,

sonnig

GATTUNG

Stachys

DEUTSCHER NAME

Alpen-Ziest

ART

alpina

DEUTSCHER NAME

Schnittlauch

ART

schoenoprasum

STANDORT

absonnig,

halbschattig

GATTUNG

Lythrum

DEUTSCHER NAME

Blutweiderich

ART

salicaria

DEUTSCHER NAME

Türkenbundlilie

ART

martagon

STANDORT

absonnig,

halbschattig

GATTUNG

Malva

DEUTSCHER NAME

Rosen-Malve

ART

alcea

005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT

STANDORT

sonnig,

trocken

STANDORT

sonnig,

trocken

STANDORT

halbschattig,

sonnig

STANDORT

halbschattig,

sonnig

GATTUNG

Stachys

GATTUNG

Stachys

GATTUNG

Malva

GATTUNG

Epilobium

DEUTSCHER NAME

Heil-Ziest

ART

officinalis

DEUTSCHER NAME

Aufrechter Ziest

ART

recta

DEUTSCHER NAME

Moschus-Malve

ART

moschata

DEUTSCHER NAME

Schmalblättriges

Weidenröschen

ART

angustifolium

STANDORT

halbschattig,

sonnig

STANDORT

halbschattig,

sonnig

STANDORT

halbschattig,

sonnig

STANDORT

absonnig,

halbschattig



GATTUNG

Lysimachia

GATTUNG

Aquilegia

GATTUNG

Verbascum

DEUTSCHER NAME

Gilbweiderich

DEUTSCHER NAME

Schwarzviolette Akelei

DEUTSCHER NAME

Mehlige Königskerze

ART

vulgaris

STANDORT

halbschattig,

sonnig

ART

atrata

STANDORT

absonnig, halbschattig

ART

lychnitis

STANDORT

sonnig,

trocken

GATTUNG

Aquilegia

DEUTSCHER NAME

Alpen-Akelei

ART

alpina

STANDORT

absonnig,

halbschattig

GATTUNG

Pulsatilla

DEUTSCHER NAME

Alpen-Kuhschelle

ART

alpina

STANDORT

halbschattig,

sonnig

GATTUNG

Pulsatilla

DEUTSCHER NAME

Berg-Kuhschelle

ART

montana

STANDORT

halbschattig,

sonnig

GATTUNG

Reseda

DEUTSCHER NAME

Gelber Wau

ART

lutea

STANDORT

halbschattig,

sonnig

005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT

GATTUNG

Potentilla

DEUTSCHER NAME

Frühlings-

Fingerkraut

ART

neumanniana

GATTUNG

Digitalis

DEUTSCHER NAME

Grossblütiger

Fingerhut

ART

grandiflora

STANDORT

sonnig, trocken

STANDORT

halbschattig, sonnig

Herausgeber und © Pflanzenliste: Wildbiene + Partner AG



– 209 –

005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT



06. BIODIVERSITÄT

– 006. Dach- und Fassadenbegrünungen

Überzeugende

Argumente:

Kein Kirschlorbeer mehr, dafür um die Ecke eine Staudenhecke. Wild-

Noch ökologischer als Dächer und Fassaden zu

blumen statt Begonien auf Balkonien, und eine ganze Blumenwiese auf

begrünen, ist es, sie für Solarstrom zu nutzen. Jede

ungenutzte Gebäudefläche ist ungenutztes Potenzial

dem Dach. Da kann Herr Bünzli so lange und so kritisch schauen wie er

für saubere Energie.

will und sogar die Polizei rufen. Ist alles legal und alles für den emotio-

Diese muss stattdessen irgendwo anders produziert

werden – mit meist negativen Folgen für die Umwelt.

Das Dach des Riders Hotel vor der Sanierung.

nalen Eigenbedarf. Also beinahe, denn das Allgemeinwohl hat ja auch

was von dieser grünen Anbauschlacht.

Begrünte Dächer und Fassaden überzeugen Es gibt zwei verschiedene Arten von Dachbegrünungen:

die extensive und die intensive.

durch eine moderne Optik und mit ökologischen

wie auchwirtschaftlichen Argumenten.

Sie sind Ersatzlebensraum für Tiere und nen dünnschichtigen Aufbau und kommen

Extensive Dachbegrünungen haben nur ei-

Pflanzen, schützen die Dachkonstruktion, für die meisten Dachkonstruktionen in Frage.

speichern Wasser, filtern Staub, dämmen Sie sind pflegeleicht und preisgünstig. In-

Eine innovative Möglichkeit ist die Kombination aus

Photovoltaik und Gründach, wie auf dem Riders Hotel

in Laax.

→ Gründach vs. Kiesdach: Das Gründach hält

doppelt so lange (40 statt 20 Jahre) – die Dachabdichtung

wird besser vor mechanischen

Beschädigungen und den UV-Strahlen

der Sonne geschützt.

→ Begrünte Dächer und Fassaden wirken kühlend

bei Hitze und isolierend bei Kälte, – das senkt

006. DACH- UND FASSADENBEGRÜNUNGEN

Lärm und gleichen Temperaturunterschiede

tensive Dachbegrünungen hingegen sind

die Wohnkosten und steigert den Komfort.

Kombination Solarstrom und Dachbegrünung

aus.

wie Gärten nutzbar und können aufwendig

nach der Sanierung.

gestaltet werden. Dank ihres dickschichti-

→ Niederschlagswasser wird zurückgehalten

gen Aufbaus können auf Dachgärten nebst

und teilverdunstet. Ein begrüntes Dach

Ruderal- und Wiesenflächen auch Stauden,

trägt dazu bei, Entwässerungskanäle und

Sträucher und Gehölze gepflanzt werden

Kläranlagen zu entlasten.

– oder ganz einfach ein Tee- und Kräuter-

garten – wie auf dem neusten rocksresort-

→ Begrünte Dächer verbessern das Siedlungs-

Dach.

klima. Die Begrünung gibt Verdunstungs-

feuchtigkeit ab und filtert Staubpartikel und

Schadstoffe aus der Luft.

→ Begrünte Dächer und Fassaden sind

Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Bild: Bosco Verticale Talstation Flims.

→ Ein Gründach bindet CO 2

.

– 210 –

– 211 –



06. BIODIVERSITÄT

– 007. Ökologische Ausgleichsmassnahmen

Schonende Linienführung

Zum Schutz von Boden und Vegetation optimiert und

kennzeichnet die Umweltbaubegleitung vor Baubeginn

die Linienführung und die Eingriffsflächen.

Die WAG investiert jedes Jahr in die Entwicklung der Destination.

Es werden in die Jahre gekommene Sesselbahnen ersetzt, Landschaftskorrekturen

für Pisten gemacht, Beschneiungsanlagen erstellt,

Biketrails angelegt, Wanderwege instandgehalten und vieles mehr.

Damit die Natur im Eifer des Gefechts garantiert nicht vergessen

geht, arbeitet die WAG eng mit der Umweltbaubegleitung zusammen.

Die Umweltbaubegleitung setzt sich während der Realisierung

eines Bauvorhabens für den Umweltschutz ein, zeigt Massnahmen

Ökologisch besonders wertvolle Flächen

Die Umweltbaubegleitung zäunt zum Schutz seltener

Pflanzen und Tiere wertvolle Flächen während der

gesamten Bauphase aus.

007. ÖKOLOGISCHE AUSGLEICHSMASSNAHMEN

zur Schonung der natürlichen Lebensräume auf und sorgt für die

Einhaltung der umweltrelevanten Gesetze sowie dafür, dass

ökologische Ausgleichsmassnahmen geschaffen werden.

Wertvoller Boden (Humus):

Um wertvollen Boden zu schonen, werden Humus und

Unterboden getrennt abgetragen, zwischengelagert

und später wiederverwendet. Um den Boden vor

Verdichtung und Erosion zu schützen, wird er nur bei

abgetrockneten Bodenverhältnissen und mit leichten

Maschinen bearbeitet.

– 212 –

– 213 –



A

Ökologische Ersatzmassnahmen der WAG.

Nebst der Zusammenarbeit mit der Umweltbaubegleitung

müssen für Eingriffe in die Natur sogenannte

ökologische Ausgleichsmassnahmen

geleistet werden. So wurden beispielsweise beim

Bau der Talabfahrt nach Flims neue Wildruhezonen

ausgeschieden. Im Sommer werden Trockenwiesen

regelmässig von Büschen befreit, um die Verwaldung

zu stoppen. Zusätzlich wurden etwa auf dem

Segnesboden dynamische Auenflächen verbreitert,

eingedolte Bäche renaturiert und Moore in der

Destination unterhalten.

C

F

G

F

F

G

D

E

Ersatzmassnahmen 2021

A Verlegung Brücke Segnas Sut

Zusätzliche Flächen für Gebirgsweidenaue

B Pflege Flachmoore von nat. Bedeutung Paliu Marscha

Schnitt alle 2-3 Jahre ab 1.9.

C Auszäunen Flachmoore von reg. Bedeutung Curtgani

Zaun

D Offenhalten Trockenweide nat. Bedeutung Runca

Entbuschen gemäss Pflegeplan

007. ÖKOLOGISCHE AUSGLEICHSMASSNAHMEN

E Offenhalten Trockenweide nat. Bedeutung Muntatsch

Entbuschen gemäss Pflegeplan

G

F Skipiste Stretg - Wald-Wildschonzonen

Wald-Wildschonzonen

Informationstafeln

Skipiste Stretg - Finanzierung Waldreservate

Waldreservate

H

I

H Auszäunen Flachmoore von nat. Bed. Paliu Marscha/Alp Dado

Zaun

B

I Entbuschung und Bewirtschaftung

Flachmoore Spinas

Entbuschte Flachmoorbereiche

– 214 –

– 215 –



06. BIODIVERSITÄT

– 008. Lichtverschmutzung

Lichter aus für den Sternenhimmel

und die Natur.

Du willst mal kurz dem Winter entfliehen, buchst Züri – Fuerte in der

Holzklasse und rollst schon bald mit all den Sonnenhungrigen auf

die Startbahn. Vier Pappbecher Cola, ein Panino und drei Stunden

später is your Captain speaking: «Ladies and Gentlemen, in wenigen

Minuten landen wir in Downtown Warschau. Sorry, voll verflogen!»

008. LICHTVERSCHMUTZUNG

Passiert nicht? Dann frag mal die Zugvögel. Die können dir vom

Verfliegen ein Liedchen pfeifen. Seit es auf der Erde immer heller wird,

finden nämlich selbst die Hellsten unter ihnen nicht immer den Weg

in den Süden.

–– 216 216 –

– 217 –



60% der Europäerinnen und Europäer

sehen die Milchstraße nicht mehr.

Licht dient Mensch und Tier zur Orientierung und

erhöht in der Nacht unsere Sicherheit. Mittlerweile ist

es aber zu hell auf der Erde. In den letzten 25 Jahren

haben sich die Lichtemissionen aus künstlichen Quellen

mehr als verdoppelt. Der Alpenraum ist von der

Lichtverschmutzung zwar noch am wenigsten stark

beeinträchtigt, aber auch bei uns wird es immer heller

– und das hat negative Folgen für Wildtiere, Insekten,

Pflanzen und die Menschen.

Immer mehr Menschen nehmen künstliches Licht als

neue Umweltbelastung wahr. Es führt bei sensiblen

Personen zu Schlafstörungen und wirkt sich negativ

auf die Gesundheit aus. Auf die Natur wirkt sich Lichtverschmutzung

aber noch viel direkter und mit absolut

verheerenden Folgen aus. In hellen Nächten finden

männliche und weibliche Glühwürmchen nicht zueinander.

Fische produzieren weniger Geschlechtshormone.

Zugvögel und Fledermäuse kommen vom Kurs ab und

stürzen erschöpft vom Himmel; und nachtaktive Insekten

lassen im Licht zu Milliarden ihr Leben und fehlen

wiederum anderen Tieren als Nahrungsgrundlage.

Die Lichtverschmutzung über Mailand von

der Sternwarte Falera aus gesehen.

Lichtverschmutzung in der Destination

2012 vs. 2020

008. LICHTVERSCHMUTZUNG

Es gibt bereits erste dunkle Regionen, die

als Sternenparks vermarktet werden und

so Touristen anlocken. Schützen wir unseren

Sternenhimmel, denn Diamanten sind

bekanntlich wertvoller als Gold.

Quelle: Map

Lichtverschmutzung

– 218 – – 219 –



6 einfache und effiziente Methoden,

um Lichtemissionen zu mindern.

1. Licht immer von oben nach unten richten.

So wird verhindert, dass Licht in die Atmosphäre

oder zum Nachbarn strahlt.

2. Leuchtreklamen, Bildschirme, Schaufensterbeleuchtungen,

Vitrinen und sämtliche weiteren

nicht sicherheitsrelevanten Beleuchtungen

zeitlich beschränken. Nachtabschaltung

22.00 – 06.00 Uhr.

3. Leuchten abschirmen. Im Optimalfall ist die

Lichtquelle nicht sichtbar und das Licht fällt

gezielt und ohne auszustrahlen.

4. Beleuchtungsstärke anpassen.

Nur so viel Licht wie unbedingt nötig!

5. Warmes Licht mit gelb-, gold- oder orangefarbenem

Spektrum wählen, das Insekten

weniger anzieht (bis max. 3'000 Kelvin).

6. Bei Sicherheitsbeleuchtung auf smarte,

dimmbare Leuchten zurückgreifen, deren

Lichtstärke sich reduziert, wenn sich keine

Personen in ihrem Wirkungsfeld befinden.

008. LICHTVERSCHMUTZUNG

SEHR SCHLECHT SCHLECHT BESSER GUT

Die Nahrungskette endet im Lichtkegel.

Eine Schätzung für die Schweiz ergab, dass «pro Sommernacht im Schnitt 10 Millionen Insekten

wegen Kunstlicht verenden. In einem ganzen Sommer dürften so vermutlich zwischen ein und

fünf Milliarden Insekten durch Aussenbeleuchtungen zugrunde gehen.» Quelle: darksky.ch

– 220

220 –

– 221 –



Glühwürmchen machen es in der Nacht.

Weisse LEDs als Insektenkiller: Mit diesen Boxen testeten

Forscher des Niederländischen Instituts für Ökologie

und der Universität Wageningen die Wirkung von künstlichem

Licht in verschiedenen Farben auf Pflanzen und

Insekten. (Bild: Kamiel Spoelstra/ NIOO-KNAW)

Um die Lichtverschmutzung zu reduzieren, sollten

möglichst warmweisse LEDs mit weniger als 3'000 Kelvin

verwendet werden. Ob ein Licht warm oder kalt ist, wird

in Kelvin (K) gemessen. Kerzenlicht zum Beispiel hat eine

warme Farbtemperatur mit 1'500 K. Die Sonne hingegen,

ist mit 5'500 K kalt.

008. LICHTVERSCHMUTZUNG

Leuchtet der Baumstrahler des Nachbarn

zu Recht in mein Schlafzimmer?

Norm SIA 491: «Vermeidung unnötiger

Lichtemissionen im Aussenraum»

2013 hat der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein

(sia) die Norm SIA 491 etabliert. Sie beinhaltet

die Punkte Notwendigkeit, Ausrichtung, Lenkung,

Helligkeit und Steuerung von Licht und dient als Grundlage

und Leitfaden für einen haushälterischen Umgang

mit der Lichtnutzung in Aussenräumen. Sie unterscheidet

zwischen sicherheitsrelevantem Licht und Licht, das

nur zu Werbe- oder Gestaltungszwecken installiert wird.

Die Norm dient Architekten, Ingenieuren, Bauherren,

Umweltverbänden und weiteren Akteuren als Richtlinie.

Das Bundesgericht hat die Norm bereits in Streitfällen

beigezogen und die empfohlene Nachtruhe von

22.00 – 06.00 Uhr als öffentliches Interesse gewertet.

Weiterführende Informationen:

BAFU Massnahmen gegen

Lichtverschmutzung

– 222 –

– 223 –



06. BIODIVERSITÄT

– 009. Feiern ohne Feuerwerk

Jährlich werden schweizweit am Nationalfeiertag

und an Silvester rund 1'700 Tonnen

Feuerwerkskörper gezündet, die für rund

300 Tonnen Feinstaub verantwortlich sind.

Das sind zwei Prozent der Gesamtbelastung

– verursacht an zwei Tagen!

Nebst der Verpackung aus Holz, Karton,

Kunststoff oder Ton sind in den Feuerwerkskörpern

gesamthaft rund 400 Tonnen pyrotechnische

Feuerwerkssätze aus Schwarzpulver

und farbgebenden Metallverbindungen

enthalten. Beim Abbrennen entstehen daraus

eben die 300 Tonnen Feinstaub, die mitunter

in Böden und Gewässer gelangen. Quelle:

BAFU

Von den Luftschadstoffen mal abgesehen,

gefährden Feuerwerkskörper brandanfällige

Gebäude und erschrecken Haus- und Wildtiere.

Diese reagieren mit Flucht, was gravierende

Folgen haben kann: Haustiere finden

nicht mehr zurück zu ihren Besitzern und

Wildtiere verbrauchen überlebenswichtige

Energie. Aber auch ein wachsender Teil der

Bevölkerung empfindet den Lärm der Feuerwerkskörper

als zunehmend störend.

Lassen wir die

Korken knallen!

Am 31. Juli 2019 hat die WAG entschieden,

am Nationalfeiertag und an Silvester in

Zukunft kein Feuerwerk mehr zu zünden und

stattdessen nur noch die Korken knallen zu

lassen. Das Brandrisiko, die Umweltbelastung

durch Feinstaub, die Lärmemissionen

und der grosse Aufwand für die erforderliche

Müllbeseitigung von Feuerwerk sind nicht

mehr zeitgemäss.

009. FEIERN OHNE FEUERWERK

– 224 –

– 225 –



Wir Bergler sind ja nicht gerade dafür bekannt, besonders gesprächig

zu sein. – Mhm. – Das ist natürlich bloss ein Klischee. – Jo. – Auch wir

3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION

– 07. Communicating it

Nachhaltigkeit ist kundenrelevant. Immer mehr Menschen

bevorzugen klima- und umweltfreundliche

Feriendestinationen, die nachhaltigen Tourismus

betreiben, – also die Balance finden zwischen der

Inwertsetzung der Destination und dem Natur- und

Klimaschutz. Damit potenzielle Gäste nachhaltige Urlaubsziele

überhaupt erkennen können, braucht es

einen offenen und glaubwürdigen Austausch. Zudem

hilft eine transparente und gezielte Kommunikation

dabei, den kulturellen Wandel zu beschleunigen,

den es braucht, um ökologische Ziele erreichen und

Visionen umsetzen zu können.

wissen natürlich, dass Sprechen mehr ist als eine Silbe vor und eine nach

dem Zmittag. – Schu. Selbst wir haben begriffen, dass die richtige Kommunikation

am richtigen Ort Berge versetzen kann, die mächtiger sind

als die ganze Signinakette! – So isches. – Und darum bringen wir es kommunikativ

gerne auf den Punkt. Dafür brauchen wir Einsilbigen manchmal

Über 90% der Gäste schätzen

das Greenstyle-Engagement sehr.

(WAG-Gästebefragung)

07. COMMUNICATING IT

auch ein paar Silben mehr oder sogar eine ganze Kampagne. Ist ja für

einen guten Zweck. – Jo sowieso!

Seit 2015 kommuniziert die WAG das Greenstyle-

Engagement immer dann, wenn es der Sache dient.

Der Sache. Nicht der eigenen Sache. So informiert

Greenstyle unspektakulär und freundlich – und nie

mit erhobenem Zeigefinger. Greenstyle will nicht

verkrampft moralisieren, sondern ein bisschen die

Welt retten und Spass haben dabei! Und das wiederum

sollen – dürfen – alle spüren! Nur zusammen

können wir lokal bis global inspirieren und ein

Greenstyle-Höhenfeuer entfachen.

– 226 –

– 227 –



07. COMMUNICATING IT

– 001. Public Relations

No Greenwashing, dafür waschechte PR: Wer glaubwürdig seine Taten

und Ziele kommuniziert, der erhält zwar manchmal Gegenwind, bekommt

aber auch viel Zuspruch und kann seine Sache vorantreiben – und sogar

noch profitieren vom umweltbewussten Konsumenten.

Zum Beispiel konnteeen im Geschäftsjahr 2019/2020 dank zahlreichen

Berichterstattungen über Greenstyle in internationalen Printmedien

mehr als 400 Millionen Menschen erreicht werden. Das entspricht einem

001. PUBLIC RELATIONS

Äquivalenzwert für Werbung von CHF 700'000.–.

2018 / 2019 2019 / 2020 2020 / 2021 2021 / 2022

Anzahl Greenstyle-Artikel 21 58 46 77

Reichweite 781'957 20'676'744 13'958'833 14'017'327

Visits (Besuche der Artikel) 617'780 419'526'518 397'280'465 195'289'501

Äquivalenzwerte CHF 43'752 695'491 558'198 825'381

– 228 – – 229 –



07. COMMUNICATING IT

– 002. Kampagnen

The Last Day Pass. Eine Rettungsaktion

für den Vorab Gletscher.

The Last Day Pass: Das Liftticket für

den Tag, der hoffentlich nie kommt.

Die Klimaerwärmung lässt weltweit die Gletscher in

rasantem Tempo schmelzen. Davon ist auch der Vorab

Gletscher inmitten des UNESCO-Weltnaturerbes

Tektonikarena Sardona betroffen. Er zeigt lokal und eindrücklich

auf, wie rasend schnell der vom Menschen

verursachte Klimawandel voranschreitet. Schon heute

ist es kaum mehr vorstellbar, dass auf dem Gletscher

vor 20 Jahren noch Sommerskibetrieb möglich war.

In weiteren 35 Jahren wirde der Gletscher für immer verschwunden

sein. Mit Hilfe eines Gletschermodells hat

die ETH Zürich den letzten Tag des Vorab Gletschers

berechnet: der 3. April 2056 – wenn nichts dagegen

unternommen wird!

Aus Wintersport-Passion

wird Klimaschutz.

Mit der «The Last Day Pass»- Kampagne kämpft

die WAG gemeinsam mit den Gästen für den Vorab

Gletscher und setzt gleichzeitig ein Zeichen gegen den

Klimawandel – und die damit verbundene Gletscherschmelze.

Mit dem Kauf eines «The Last Day Pass»

unterstützen Snowboarderinnen, Skifahrer und

allgemein Winterbegeisterte Klimaprojekte zum Schutz

der Gletscher und helfen so mit, den Tag der letzten

Abfahrt zu verschieben!

Jeder «The Last Day

Pass» wird in der

Laaxer Ski- und

Snowboardmanufaktur

ENLAIN CO 2

neutral

und aus Schweizer

Holz handgefertigt.

Für jeden verkauften Pass wird eine Tonne CO 2

über eine

zertifizierte Drittfirma kompensiert und der Schmelzprozess

des Vorab Gletschers um umgerechnet 10 Minuten

verlangsamt. Bereits nach der ersten Laufwoche konnten

dank der Kampagne 291'000 Kilo CO 2

kompensiert

werden. Die restlichen Einnahmen werden eingesetzt,

um auf dem Crap Sogn Gion Bäume zu pflanzen.

Awards

→ New York Advertising Award –

Bronze «Brand Design»

→ Golden Award of Montreux –

Winner «Best use of direct marketing»

→ Eurobest – Silver Award

002. KAMPAGNEN

– 230 – – 231 –



Auf dem Testfeld sollen bis

2025 rund 1'200 geeignete

Bäume gepflanzt werden.

In der Steinzeit wuchsen auf

dem Crap Sogn Gion Bäume.

2021 wurden bereits

350 Bäume gepflanzt.

Gepflanzte Arten:

Arve (Pinus cembra)

Bergföhre (Pinus mugo)

Birke (Betula pendula)

Fichte (Picea abies)

Lärche (Larix decidua)

Legföhre (Pinus mugo mughus)

Mehlbeere (Sorbus aria)

Traubenkirsche (Prunus padus)

Vogelbeere (Sorbus aucuparia

2020 wurde das Baumpflanzprojekt auf dem Crap Sogn

Gion dem Gemeinde- und Bürgergemeindevorstand

Falera und dem Amt für Natur und Umwelt vorgestellt.

Die Idee fand Anklang und man einigte sich mit dem

Grundeigentümer und dem Kanton Graubünden auf ein

Testfeld auf dem Crap Sogn Gion beim Muletg Grond.

Die Bepflanzung eines Lawinenhangs soll Lawinensprengungen

in Zukunft überflüssig machen. Künstliche

Schneezäune sollen durch Bäume ersetzt werden.

Das Testfeld liegt auf botanisch trivialen Flächen,

– also Flächen, die bislang hauptsächlich von Zwergsträuchern

besiedelt und weder touristisch noch landwirtschaftlich

oder für Futtererträge genutzt wurden.

Mit der Zeit sollen verschiedene einheimische Bäume

wie Lärchen, Arven, Birken und Vogelbeeren gepflanzt

werden. Entstehen soll ein urtümlich lockerer Bestand

aus vorwiegend Laubbäumen, Arven und Lärchen.

Dazwischen sollen Alpenrosen und eine üppige und

artenreiche Zwergstrauchvegetation gedeihen.

002. KAMPAGNEN

Mit Einnahmen des «Last Day Pass»

wächst auf dem Crap Sogn Gion das

höchste Baumpflanz-Testfeld der Alpen.

Im gesamten Alpenraum wurde die Waldgrenze vom Menschen während Jahrtausenden stark beeinflusst und in

tiefere Lagen zurückgedrängt. So geschehen auch am Crap Sogn Gion, dessen Bergbild früher wohl durch einen

offenen Wald geprägt wurde. Heute wachsen nur sehr vereinzelt Bäume am Crap Sogn Gion, wenngleich die Höhe

der potenziellen Waldgrenze im umliegenden Gebiet auf ca. 2100 m ü. M. geschätzt wird, – also fast auf Gipfelhöhe!

Mit dem Baumpflanzprojekt will man die natürliche Waldgrenze am Crap Sogn Gion wiederherstellen und die

Landschaft aufwerten.

Im Oktober 2021 wurden die ersten gut 300 Bäume

aus dem kantonalen Forstgarten Rodels gepflanzt.

So könnte die Waldgrenze auf dem Crap Sogn Gion

2800 v. Chr. ausgesehen haben: offener Wald und

einzelne Baumgruppen im Bereich von 2'000 und

2'200 m ü. M.

– 232 –

– 233 –



Naturschutzkampagne

«Keep it Calm and Beautiful»

I AM PRO SNOW: We need snow.

But right now, snow needs us.

Seit 2015 ist LAAX als Gründungspartner Teil der Nebst der Plakatkampagne gehören jährlich wechselnde

Begleitmassnahmen wie beispielsweise das Klima-

«I AM PRO SNOW»-Klimaschutzkampagne. Die Kampagne

wurde von der Organisation CLIMATE REALITY menü des Caffè NoName oder eine Solar-Kochstation

PROJECT ins Leben gerufen, deren Gründer Al Gore auf dem Crap Sogn Gion zur Kampagne.

ist. Die weltweite Kampagne richtet sich an die Wintersport-Community

und motiviert sie dazu, auf saubere,

erneuerbare Energien umzusteigen, um den Klimawandel

aufzuhalten und den Schnee zu schützen. Nebst

LAAX haben sich Wintersportorte wie Salt Lake City,

Aspen, Park City oder Boulder der Organisation angeschlossen.

Schweizweit sind es bislang zusätzlich

St. Moritz und Arosa Lenzerheide, die das Kampagnenziel

und Bekenntnis zu 100% erneuerbarer Stromversorgung

bis 2030 unterzeichnet haben.

auf dem Crap Sogn Gion

Solar-Kochstation

Bilder: © MYBLUEPLANET

002. KAMPAGNEN

Kampagnenplakate «Keep it Calm and Beautiful»

Die Destination Flims Laax Falera ist ein beliebtes Ausflugsziel

und gleichzeitig Heimat von seltenen Pflanzen,

Tieren und Naturlandschaften. In den letzten Jahren hat

der Sommertourismus zugenommen – und damit der

Druck auf die fragile Natur. Durch das vermehrte Gästeaufkommen

in den Bergen werden Fauna und Flora mehr

belastet als noch vor wenigen Jahren. Die Naturschutzkampagne

macht Gäste und Einheimische empfänglich

für die fragile Naturschönheit der Region. «Keep it calm

& beautiful» ist die freundliche Bitte an den Betrachter,

achtsam mit ihr umzugehen.

Die informative, crossmediale Kampagne mit ihrer

Vielzahl an Massnahmen soll die Lücke zwischen

«Umweltbewusstsein» und «umweltbewusstem Handeln»

schliessen. Die Kampagne kommt bewusst unaufdringlich

und freundlich daher und appelliert an die

Moral, ohne Moralapostel zu sein. Mit dem Natur-

Knigge gibt sie der Zielgruppe ein nützliches Instrument

direkt an die Hand.

Kampagnenplakat von «I AM PRO SNOW»

– 234 –

– 235 –



4. SHOWCASE

– Crap Sogn Gion Gesamtsanierung

Die Bergstation des Crap Sogn Gion wurde in den 1960er-Jahren erbaut

und ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch betrachtet der grösste

und ineffizienteste Verbraucher im derzeitigen Gebäudebestand der

WAG. Jährlich verbraucht sie 150'000 Liter Heizöl und 400'000 kWh

elektrischen Strom. 6'000m 3 frisches Trinkwasser werden pro

Jahr auf den Crap Sogn Gion gepumpt, – teils nur, um gleich wieder

Crap Sogn Gion

A building with a purpose.

it is a consumer.

Currently

150'000 litres of heating oil.

Every year.

die Toiletten runtergespült zu werden! Ausserdem verlassen

640 Tonnen Abfall die Bergstation Crap Sogn Gion jährlich in Richtung

4. SHOWCASE

Kehrichtverbrennungsanlage. Die Sanierung der Bergstation ist aber

nicht nur ökologisch absolut sinnvoll, sondern auch aus ökonomischer

Perspektive absolut notwendig.

400'000 kWh of electricity.

Every year.

6'000'000 of fresh drinking water.

Every year.

Der perfekte Zeitpunkt also, um die Bergstation Crap Sogn Gion von einer

Verbraucherin in eine Produzentin zu transformieren und gleichzeitig

ein neues Gästeerlebnis und ein Leuchtturmprojekt zu schaffen, das

für nachhaltige Ansätze in der Tourismusbranche wegweisend sein kann.

640 tonnes of waste sent to landfill.

Every year.

It is time to transform this building

from a consumer to a producer.

– 236 –

– 237 –



Rethink

Reuse

Reduce

Recycle

Crap

Ein Gebäude, das Berge versetzt.

Der Crap Sogn Gion soll als gutes Beispiel vorangehen und ein

Ort für Freestyle sowie Health & Wellbeing werden, der keine

Kompromisse in puncto Umweltschutz macht. Das neue Gebäude

wird der Kunst, der Natur und der nachhaltigen Zukunft gewidmet

sein. Es soll Greenstyle erlebbar machen, die Menschen inspirieren

und ein ökologisches Höhenfeuer entfachen. Berge versetzen eben.

Sogn

Gion

4. SHOWCASE

– 238 –

– 239 –



Key Results.

Ressourcen überdenken.

→ Plusenergie-Gebäude durch maximale

Effizienz, alpine Solarenergie und Wärmepumpen.

Die überschüssige Energie steht der E-Mobilität zur

Verfügung.

→ Minimaler Trinkwasserimport dank Trockenurinalen,

Grauwasser-Recycling und

verbrauchseffizienten Geräten/Armaturen.

→ Zero Waste durch Mehrweg, Recycling-

Prozesse und -Infrastruktur.

→ Fundament, Primärstruktur und vorhandene

Materialien sollen maximal erhalten und

wiederverwendet werden.

→ Bis 2025 werden zur Aufwertung der Landschaft

1'200 Bäume gepflanzt.

→ Neues wird aus regionalen und klimafreundlichen

Baustoffen hergestellt.

→ Lichtverschmutzung wird durch bedarfsoptimierte,

abgeschirmte Beleuchtung minimiert.

→ Vogelschlag wird durch vogelfreundliches

Bauen verhindert.

→ Die Angebote im Restaurant sind regional,

saisonal und gesund.

→ Die Transformation wird vorwiegend CO 2

-neutral

mit elektrischen Baumaschinen ausgeführt.

RE-USE

RE-NEW

RE-CYCLE

DESIGN FOR

DISASSEMBLY

Für die Projektplanung und Ausführung der Gesamtsanierung vom Crap Sogn Gion wurde

MINIMAL

INVASIVE

das Architekturbüro AFF - Architects mit an Bord geholt. AFF - Architects setzen sich

dafür ein, die Baubranche in eine nachhaltigere Richtung zu lenken. Sie haltean der

ETH Lausanne einen Lehrstuhl zum Thema typologische Studien und nachhaltiges

Entwerfen und haben einen Leitfaden für eine nachhaltige Zukunft im Bauwesen

entwickelt.

SOCIAL

RE-USE

RE-USE

ARCHITECTURE

RE-NEW

RE-NEW RE-CYCLE

MINIMAL

MINIMAL INVASIVE

INVASIVE

Punkte RE-CYCLE für eine nachhaltige Zukunft im Bauwesen.

4. SHOWCASE

Energieverbrauch heute und in Zukunft.

1'900'000 kWh/a

150'000 LITER

HEIZÖL

&

400'000 kWh/a

STROM

80%

REDUKTION

ÜBERSCHUSS

47'000 kWh/a

355'000 kWh/a 402'000 kWh/a

RE-

VITALISATION

LOCALIZE DESIGN FOR SOCIAL

RE-USE

DESIGN RESOURCES DISASSEMBLY FOR SOCIAL RE-USE

MINIMAL

ARCHITECTURE

RE-NEW MINIMAL

DISASSEMBLY ARCHITECTURE RE-NEW

INVASIVE

RE-CYCLE INVASIVE

RE-CYCLE

RE-

LOCALIZE DESIGN FOR SOCIAL

RE- VITALISATION LOCALIZE DESIGN RESOURCES FOR

RE-USE

DISASSEMBLY SOCIAL ARCHITECTURE

VITALISATION RESOURCES DISASSEMBLY

RE-NEW

ARCHITECTURE

RE-CYCLE

MI

INV

ENERGIEBEDARF

HEUTE

ENERGIEBEDARF

ZUKUNFT

PRODUKTION

PV-ANLAGE

– 240 –

– 241 –

RE-

LOCALIZE



Nichts geht verloren,

alles wird wiederverwendet.

Mittels intelligentem Material-Tracking werden alle Elemente gesucht,

die wiederverwendet und in eine Kreislaufwirtschaft integriert werden können.

Welche Materialien des bestehenden Gebäudes für den

Neubau wiederverwendet und in die Kreislaufwirtschaft

integriert werden können, ermittelten und kategorisierten

die AFF - Architects in Zusammenarbeit mit dem

Studio EAST der ETH Lausanne.

Beim sogenannten Material-Tracking sammelten sie Informationen

wie Anzahl, Aus- und Abbaumöglichkeiten,

technische Merkmale, Qualität, Lebensdauer, Nützlichkeit

und Standort der bestehenden Bauelemente

und -materialien und klassifizierten sie anschliessend

nach ihrem Potenzial. So entstand eine Material- und

Ressourcenbibliothek, die für die Planung des neuen

Gebäudes essenziell ist – sie bildet sozusagen das

Fundament des Neubaus!

Projektseite

Crap Sogn Gion

Gesamtsanierung

4. SHOWCASE

Die Architektur des Rundbaus war schon vor 60 Jahren

eine Pionierleistung. Teile der Télécanapé-Anlage der

Expo Lausanne 1964 wurden rückgebaut und auf dem

Crap Sogn Gion für den Rundbau wiederverwendet.

Wir schreiben die Reuse-Geschichte des Crap Sogn

Gion weiter.

– 242 –

– 243 –



Durch den Erhalt der Primärstruktur können

65 - 75 % CO 2

eingespart werden.

Crap Sogn Gion – mehr als

nur eine Gebäudesanierung.

Doors

4%

Windows

5%

Stairs

6%

Sanitary

10%

Bekanntlich zählen ja vor allem die inneren Werte:

Nebst der geplanten Gebäudesanierung ist es darum

mindestens genauso wichtig, welchen Spirit wir

dem Crap Sogn Gion einhauchen. Es ist der Spirit des

Morgens! Der Crap Sogn Gion wird zum Ort des kultu-

Facade

2%

Floor

3%

rellen Wandels und zur Ideenschmiede einer besseren

Zukunft. Er wird zum Greenstyle-Showroom.

Technical

8%

Roof

5%

Primary

Structure

45%

4. SHOWCASE

Accessoires

7%

Interior Clading

5%

Den Anfang machte das erste [y]our 2040-Gipfeltreffen

auf dem Crap Sogn Gion. Es stand ganz im Zeichen der

Welt, in der wir zukünftig Leben wollen. Das dreitägige

Event, das erstmals im September 2021 stattgefunden

hat und als Startschuss einer mehrjährigen Serie

gilt, bringt Forscherinnen, Wissenschaftler, Designer,

Künstlerinnen und Aktivisten zusammen. An kreativen

und interaktiven Sitzungen, in Workshops, bei Diskussionen,

an Referaten oder Kulturveranstaltungen finden

sie einen ungewöhnlichen und inspirierenden Rahmen,

um an zukunftsweisenden Ideen zu arbeiten.

Mit einer Solarparty wollen wir den neuen Crap Sogn

Gion einweihen. Denn: «Music sounds better, when it

comes from the sun!»

– 244 –

– 245 –



– 5. Greenstyle Foundation

Die Greenstyle Foundation, gegründet durch die WAG, ist eine

Non-Profit-Organisation und eine Kooperation engagierter Menschen

und Unternehmungen der Feriendestination Flims Laax Falera. Sie

widmet sich dem Erhalt unserer Umwelt. Die Greenstyle Foundation

wurde 2016 gegründet. Die WAG unterstützt sie seither bei der

Beschaffung finanzieller Mittel und mit weiteren direkten Aktionen. Seit

der Gründung konnten 24 Förderbeiträge im Wert von CHF 125'000.–

gesprochen werden.

Wie wird die Stiftung finanziert?

Wir finanzieren die Stiftung durch freiwillige

Spendenbeiträge, die auf das untenstehende

Konto erfolgen. Für die Mitarbeitenden

der Weissen Arena Gruppe besteht

ausserdem die Möglichkeit eines freiwilligen

Gehaltsabzugs. Spenden Mitarbeitende

mindestens CHF 2.– pro Monatsgehalt, verdreifacht

die Weisse Arena Gruppe diesen

Betrag.

Konto für freiwillige Spenden:

Greenstyle Foundation, Laax GR

Kontonummer: 10 326.289.100

IBAN Nr.: CH38 0077 4010 3262 8910 0

BIC: GRKBCH2270A

5. GREENSTYLE FOUNDATION

– 246 –

– 247 –



Spenden und Beiträge 2017 - 2022.

Welche Projekte haben bereits Förderbeiträge erhalten?

Spenden und Beiträge in CHF 2016/2017 2017/2018 2018/2019 2019/2020 2020/2021 2021/2022

Einnahmen Merchandising 1'425 765 1'050

Punktespenden via Laax Inside 6'564 11'520 30'185 12'133 16'401 20'133

Geldspenden via Laax Inside 169 1'270 4'139 1'339 12'947 4'670

Gästespenden via shop.flimslaax.com 300 1'068 1'100 1'955 3'340

The Last Day Pass 30'880 23'198

Mitarbeiterspenden WAG 996 4'599 4'998 5'313 4'761 4'194

Outdoorbox Umsatzspende 425 1'536 1'896 1'956 3'524 4'347

Geldspenden Banked Slalom 186 364 310 307

Travelling Bar (10% Umsatz) 1'222 1'822 681

Spenden Gäste Riders Hotel 1'294 8'946 8'095 18'623 20'466

Erlös Versteigerung Olympia-Bekleidung 1'433

Spenden Laax E-Shuttle 1'187 5'883 5'936 6'022

Sonderschau Alpenrhein

Bergwaldprojekt Trin

Spende Prix Metall-Recycling 1'000

Vintage Days 2'137

Spende Rocksmarkt 1'500

Spende Andri Ragettli 1'000

Spende Mastercard für Rangerdienste 30'000

Spende Auktion Foppabahn 13'417

«Alpenrhein – vom Toma- bis Bodensee»-Ausstellung

zum Thema Flusslebensraum samt Problematiken und

Lösungen.

Jahr - Beitrag: 2016/2017 - CHF 2000.–

Das Bergwaldprojekt steht für den Erhalt, die Pflege

und den Schutz des Waldes und der Kulturlandschaften

im Berggebiet durch Freiwilligeneinsätze

betreuter Jugendgruppen.

Jahr - Beitrag: 2019/2020 - CHF 5000.–

Diverse Einzelspenden 720 121 1'943 280 50 175

Total 10'785 26'379 62'272 41'677 89'141 129'962

Was geschieht mit dem Geld?

Mit dem gespendeten Geld unterstützen wir gemeinnützige

→ dazu dienen, die Region sauber zu halten und zu

Projekte in der Feriendestination LAAX und der ge-

vermeiden, dass Abfälle unsachgemäss

entsorgt

Begünstigter:

Kantonaler Fischereiverband

Graubünden

Begünstigter:

2020/2021 - CHF 5000.–

2021/2022 - CHF 8000.–

Stiftung Bergwaldprojekt

5. GREENSTYLE FOUNDATION

samten Region. Wir unterstützen Projekte, die ...

oder im öffentlichen Raum weggeworfen werden.

→ Umweltbildung und Forschung vorantreiben,

→ Ökosysteme mit ihrer Flora und Fauna sowie

das Klima schützen und negative Auswirkungen des

die natürlichen Erholungsräume und Naturparks

Klimawandels reduzieren.

schützen und entwickeln oder zu mehr Natur

im Siedlungsraum führen.

→ umweltfreundliche Technologien und erneuerbare

Energien fördern.

→ ökologische und regionale Waren und Lebensmittel

sowie deren Produktion und fairen Handel

Orchideen der Destination

Faszinaturwege

→ gesundheitsschädigende Emissionen verringern.

fördern.

Erhaltung und Pflege der wilden Orchideen der Region,

Ein Lehrpfad über sieben Stationen schärft die Sinne für

Informationsvermittlung und Schutzmassnahmen.

die faszinierende Natur in der Rheinschlucht bei Valendas.

→ nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen

→ die soziale Integration von Personen mit

sicherstellen.

besonderen Bedürfnissen erleichtern.

Jahr - Beitrag:

2016/2017 - CHF 1'500.–

Jahr - Beitrag:

2016/2017 - CHF 2'000.–

Begünstigter:

Verein Pro Sagogn

Begünstigter:

Stiftung Valendas Impuls

– 248 –

– 249 –



Ausstellung «Nachlese. Die Poesie

des Gefundenen.»

Kleider Repair-Service

Kostenloser Näh- und Kleiderreparaturservice wäh-

«The Last Day Pass» - Klimaschutzprojekt

Mit jedem verkauften «Last Day Pass» wurde eine

«The Last Day Pass» - Baumpflanzaktion

Die Kampagnen-Einnahmen werden für eine Baum-

Kunstausstellung in Flims zum Thema «Littering»,

rend der Wintersaison im Riders Hotel für Gäste und

Tonne CO 2

kompensiert. Die CO 2

-Kompensation wird

pflanzaktion auf dem Crap Sogn Gion eingesetzt:

entstanden aus dem Abfall, der am Clean-Up-Day der

Einheimische.

über ClimatePartner gewährleistet. Die ClimateID

2021 wurden rund 350 Arven, Lärchen, Föhren,

WAG von Freiwilligen gesammelt wurde.

Trackingnummer lautet: 15576-2012-1001

Birken, Vogelbeeren und Traubenkirschen gepflanzt.

Jahr - Beitrag:

2019/2020 - CHF 8'846.–

Jahr - Beitrag:

2017/2018 - CHF 1'000.–

Begünstigter:

Kreativrusch Gmbh

Jahr - Beitrag:

2020/2021 - CHF 9'000.–

Jahr - Beitrag:

2021/2022 - CHF 13'000.–

Begünstigter:

Das Gelbe Haus Flims

2021/2022 - CHF 6'000.–

Begünstigter:

Kantonaler Forstgarten Rodels

Begünstigter:

ClimatePartner

5. GREENSTYLE FOUNDATION

Förderung lokaler Lebensmittel

Förderung der regionalen Obstverwertung und der

Erhaltungsmassnahmen

Hochstammobstgürtel Sagogn

Waldtag Flims

Am Waldtag wird Kindern und Erwachsenen an fünf at-

Clean-Up-Day @ Caumasee

Der Clean Up Day @Caumasee ist eine privat geführte

Herstellung von Süssmost in Ilanz durch Personen mit

Erhaltung und Entwicklung der ökologisch und kultu-

traktiven Posten viel Wissenswertes über den Flimser

Veranstaltung, bei der Freiwillige rund um den Cauma-

körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung.

rell wertvollen Obstkulturen und die Verwertung ihrer

Wald und dessen Bewohner vermittelt.

see und am nahen Waldrand Abfall sammeln.

Früchte. Ersatz Blautannen durch Hochstammbäume.

Jahr - Beitrag:

2016/2017 - CHF 7'100.–

Jahr - Beitrag:

2021/2022 - CHF 7'000.–

Jahr - Beitrag: 2021/2022 - CHF 850.–

Begünstigter:

Genossenschaft für gärlose

Jahr - Beitrag: 2016/2017 - CHF 500.–

Begünstigter:

Hotelierverein FLF

Begünstigter:

Kelly Todde

Obstverwertung

2017/2018 - CHF 3'000.–

Begünstigter:

Verein Pro Sagogn

– 250 –

– 251 –



Aufklärung Neophyten der Destination

Ausführliche Informationsbroschüre über invasive

Neophyten der Destination, mit Bekämpfungsmöglichkeiten

und mit alternativen Pflanzvorschlägen. Erhältlich

bei den Gemeinden.

Jahr - Beitrag: 2021/2022 - CHF 4'500.–

Begünstigter: LOVT Landschaftsund

Obstpflegeverein Trin

Natur und Kanulager

Kanulager für Jugendliche mit starkem Fokus auf nachhaltiges

Verhalten und die Bildung eines Bewusstseins

für die Natur.

Jahr - Beitrag:

Begünstigter:

2020/2021 - CHF 4'000.–

2021/2022 - CHF 4'000.–

Kanuschule Versam

5. GREENSTYLE FOUNDATION

Rangerdienst

Spendenbeitrag von Mastercard Schweiz an die

Greenstyle Foundation zur Rekrutierung, Ausbildung

und Ausstattung von professionellen Rangern, die zum

Schutz des Lebensraums von Tier- und Pflanzenarten

rund um die Destination eingesetzt werden.

Jahr - Beitrag: 2021/2022 - CHF 30'000.–

Begünstigter: Verein Rheinschlucht Ruinaulta

Umweltbildungskurse für Schulkinder

Diverse Umweltkurse wie Fledermausbeobachtungen,

regionale Heilpflanzenkunde und Wildtierbeobachtungen

für die Schulkinder von Flims und Trin.

Jahr - Beitrag: 2016/2017 - CHF 500.–

2017/2018 - CHF 500.–

2018/2019 - CHF 500.–

2019/2020 - CHF 800.–

Begünstigter: Verein Ferienpass Flims/Trin

Ein herzliches

Dankeschön!

Der Stiftungsrat bedankt sich herzlich bei allen

Beteiligten für die Unterstützung und das

Engagement! Wir freuen uns auf viele weitere

Projekte! Anträge für Fördergelder können

hier eingereicht werden:

greenstyle@laax.com

– 252 – – 253 –



Greenstyle

is not a

hippy thing,

it's a survival

thing!

250 Seiten voller Wissen, Wollen und Wirken – und jetzt geht es erst

richtig los! Lasst uns die Seiten dieses Buches als neues Kapitel

für eine bessere Zukunft sehen. Denn wir wollen mehr: mehr Energieeffizienz,

mehr Solarenergie, mehr erneuerbare Mobilität, mehr

Biodiversität, mehr Schutzzonen, mehr sauberes Wasser, mehr

Kreislaufwirtschaft, mehr gesunde, regionale Lebensmittel und fair

produzierte Produkte. Wir kennen das Ziel, wir kennen den Weg – und

haben das Privileg, es jeden Tag etwas besser zu machen. Schenken wir

uns eine Zukunft, die auf unendlichen Ressourcen basiert sowie eine

Destination, die wir mit gutem Gewissen unseren Wohn- und Ferienort

nennen dürfen.

Happy Birthday Greenstyle!

– 254 –

– 255 –



Impressum

– GREENSTYLE BOOK –

how to run a sustainable alpine destination

Inhalt: Reto Fry | Text: Tabea Ammann | Design: Roland K. Buob

Fotos: Archiv Familie Gurtner | Archiv Weisse Arena Gruppe | Gaudenz Danuser

Philipp Ruggli | Gian Paul Lozza | Daniel Ammann | MYBLUEPLANET | Nicholas Iliano | Christian Penning

Roland K. Buob | Reto Fry | Hansjürg Gredig | Archiv Flims Electric AG - Ursina Wüst

Herausgeber: Weisse Arena Gruppe

© Weisse Arena Gruppe, Autoren, Designer und Fotografen

Dieses Buch ist keine wissenschaftliche Publikation.

Dieses Buch wurde klimaneutral gedruckt.

GREENSTYLE

QUIZ

Partner

AFF Architects Berlin / Lausanne | Arena Flims | Bouygues Energies & Services in der Schweiz | Burton

Caminada Architekten | Candrian Holzbau | Casutt AG Bauunternehmung | Chopp Snowboardshop

Casutt Wyrsch Zwicky AG, Bauingenieure und Planer | daslicht-strimer | Domenig Architekten | Domenig Immobilien

Flims Electric AG Flims Laax Falera Management AG | Gemeinde Falera | Gemeinde Flims | Gemeinde Laax

Gemeinde Sagogn | Gemeinde Trin | Graubündner Kantonalbank | Greenstyle Foundation

Hofmann & Durisch Immobilien | Holzvermarktung Graubünden AG | inés_essentials concept store | INNOVENTUM

Inside Labs AG | IWC® Schaffhausen | Köhle Bedachungen AG | LEDCity AG | Lussmann Spenglerei und

Bedachungen AG | Marcus Gross & Werner Rüegg, Dipl. Architekten FH - SIA AG, Flims Dorf, Chur

Montalta Gruppe Ilanz | Patagonia | Ranger Team GmbH, Murièle Jonglez | Rico Caflisch | Scrineria Camathias SA

Solpic energia dil futur | vast trails GmbH Velo Solutions | ZinCo Dachbegrünungssysteme

Zoppi Flims AG, Juwelen und Uhren | Züger + Flury Gartenbau Flims

– 256 – – 257 –



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