Greenstyle Book DE
Das Greenstyle Book «how to run a sustainable alpine destination» ist da! Auf über 250 Seiten wird die Vorstellung einer nachhaltigen Destination widerspiegelt. Projekte, Ideen und viele Umsetzungen, die innerhalb der Weissen Arena Gruppe und der Destination Flims Laax Falera verwirklicht wurden oder in Zukunft geplant sind, werden darin veranschaulicht. Das Buch beinhaltet unter anderem Kapitel zum Thema Energie, Wasser, Zero Waste, Konsum und Biodiversität.
Das Greenstyle Book «how to run a sustainable alpine destination» ist da! Auf über 250 Seiten wird die Vorstellung einer nachhaltigen Destination widerspiegelt. Projekte, Ideen und viele Umsetzungen, die innerhalb der Weissen Arena Gruppe und der Destination Flims Laax Falera verwirklicht wurden oder in Zukunft geplant sind, werden darin veranschaulicht. Das Buch beinhaltet unter anderem Kapitel zum Thema Energie, Wasser, Zero Waste, Konsum und Biodiversität.
Transform your PDFs into Flipbooks and boost your revenue!
Leverage SEO-optimized Flipbooks, powerful backlinks, and multimedia content to professionally showcase your products and significantly increase your reach.
THE GREENSTYLE VALUE PROPOSITION
WE WANT TO CREATE A PLACE
WHERE YOU CAN GO ON HOLIDAY
WITH A CLEAR CONSCIENCE
P R E S E R V E O U R
WINTER
FINDING A FUTURE
BASED ON INFINTITE
R E S O U R C E S
WAG
LAB
DESTINATION
SUSTAINBILITY THINK TANK
DESTINATION-WIDE TASK FORCE
«FLIMS LAAX FALERA» -WIDE INITIATIVES
WATER
WATER
E F F I C I E N C Y
AVOID
POLLUTION
DRINK
WATER
WASTE
CIRCULAR
ECONOMY
R E D U C E
R E U S E
R E C Y C L E
FIGHT LITTERING
Z E R O
WASTE
F&B+PURCHASING
MINIMIZE
D I S T A N C E
M A X I M I Z E
Q U A L I T Y
FAIR & ORGANIC
BIODIVERSITY
∞
IMPROVE
P R O T E C T
W I L D L I F E
!!!!! NO !!!!!
OVERTOURISM
LINKING
COMMUNICATION
WITH
IMPLEMENTATION
– GREENSTYLE BOOK
how to run a sustainable alpine destination
– GREENSTYLE BOOK
how to run a sustainable alpine destination
«Wir haben nur diese Erde»: Der deutsche Astronaut Alexander Gerst muss es wissen, er hat sie
in ihrer ganzen Schönheit von oben gesehen. Dennoch ist der Mensch fleissig dabei, seinen unersetzlichen
Lebensraum eigenhändig zu zerstören. Wie das passiert, weiss man seit Langem.
1972 präsentierte der Club of Rome seine Studie «Grenzen des Wachstums». Die beängstigenden
Prognosen der Experten in Bezug auf die Zukunft unseres Planeten sollten mich nachhaltig prägen.
Schon damals fragte ich mich, ob die prophezeite Entwicklung einfach hinzunehmen sei oder
ob man nicht selbst korrigierend eingreifen könnte. Am Anfang waren es einzelne kleine Schritte
in meinem Alltag. Dass ich beispielsweise die leere Mayonnaise-Tube von Flims nach Zürich mitnahm,
weil man sie zu dieser Zeit nur dort «fachgerecht» entsorgen konnte, mag heute im besten
Fall belustigend klingen, – aber es geschah aus Überzeugung. Und bei der Mayonnaise sollte es ja
auch nicht bleiben.
Innerhalb der Weissen Arena Gruppe bot sich mir ein weites Aktionsfeld, um Massnahmen zu
beschliessen, die dazu beitragen, den Klimawandel zu stoppen, die Artenvielfalt zu erhalten und
mit der Natur und den Ressourcen schonend umzugehen. Bereits vor Jahrzehnten nahm die WAG
im Tourismus hinsichtlich Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle ein und hat diesen
Weg seitdem konsequent weiterverfolgt. Wir setzten neue Massstäbe bei unseren Stationsbauten,
errichteten das erste Hotel der Schweiz nach Minergie-Standard und schmiedeten schon in den
Achtzigerjahren erste Pläne für einen Stausee auf dem Berg zur Beschneiung und Energieproduktion.
Um nur einige Beispiele zu nennen.
Unser Weg ist ein Weg, der immer mit «knowledge» beginnt, – genauer gesagt im Kopf. Der dann
zu «belief» wird, zur Überzeugung, und somit das Herz anspricht und am Ende zur «action» führt.
Es galt und gilt Hand anzulegen! Wir legen Hand an, wo immer wir können, um einen Beitrag an
eine Zukunft zu leisten, die lebenswert ist und unseren Kindern und Kindeskindern das Klima und
die Natur bietet, die wir alle heute hier geniessen dürfen. Möglich ist dieser Weg nur dank Gleichgesinnten,
die sich uns angeschlossen haben, dank kooperierenden Gästen und vor allem dank
engagierten Mitarbeitenden, die sich der Sache mit Leib und Seele verschrieben haben. Ihnen
allen gebührt ein grosses Dankeschön.
Lasst uns mit Kopf, Herz und Hand für unsere zukünftigen Generationen die Welt zum Besseren
gestalten.
Reto Gurtner
– GREENSTYLE BOOK –
1. Intro
Seite 12
2. WAG-Klimaschutzversprechen
Seite 18
3. How to run a sustainable alpine destination
Seite 24
4. Showcase – Crap Sogn Gion Gesamtsanierung
Seite 236
5. Greenstyle Foundation
Seite 247
01 . Klimauhr ∙ Seite 20
02 . Warum es nur 1,5°C wärmer werden darf ∙ Seite 21
03 . Wo können wir in Zukunft noch Skifahren? ∙ Seite 22
01 . Greenstyle-Strategie
Seite 24
02 . Energie
Seite 28
03 . Wasser
Seite 100
04 . Zero Waste
Seite 114
05 . F&B und Einkauf
Seite 136
06 . Biodiversität
Seite 154
07 . Communicating it
Seite 226
001 . Vom Verbraucher zum Produzenten ∙ Seite 31
002 . Der Sechs-Punkte-Plan ∙ Seite 37
003 . 1 - Maximale Energieeffizienz ∙ Seite 39
004 . 2 - Dekarbonisierung Gebäudebestand ∙ Seite 48
005 . 3 - Solararchitektur ∙ Seite 60
006 . 4 - Elektrifizierung der Mobilität ∙ Seite 76
007 . 5 - Grosskraftwerke ∙ Seite 88
008 . 6 - Energiespeicherung ∙ Seite 93
001 . Wassereffizienz ∙ Seite 105
002 . Verunreinigungen vermeiden ∙ Seite 107
003 . Drink Water ∙ Seite 112
001 . Reduce – Reuse – Recycle ∙ Seite 118
002 . Mountain-Clean-Up-Day ∙ Seite 132
001 . Food ∙ Seite 141
002 . Non-Food ∙ Seite 148
001 . Naturschutzzonen der Destination ∙ Seite 161
002 . Invasive Neophyten ∙ Seite 172
003 . Vogelschlag an Glas vermeiden ∙ Seite 187
004 . Naturnahes Firmenareal ∙ Seite 191
005 . Wildbienenparadies im rocksresort ∙ Seite 194
006 . Dach- und Fassadenbegrünungen ∙ Seite 210
007 . Ökologische Ausgleichsmassnahmen ∙ Seite 212
008 . Lichtverschmutzung ∙ Seite 217
009 . Feiern ohne Feuerwerk ∙ Seite 225
001 . Public Relations ∙ Seite 228
002 . Kampagnen ∙ Seite 230
Willkommen bei uns
in den Bergen.
Da, wo die Welt noch
in Ordnunger ist.
Bild © Gaudenz Danuser
– 10 – – 11 –
– 1. Intro
1. INTRO
In FLIMS/LAAX verbringen wir viel Zeit draussen in der Natur; surfen
Tiefschnee, biken auf abgelegenen Singletrails, baden in Gletschermühlen,
schwimmen in türkisblauen Seen, wandern über Hochebenen,
erklimmen Berge, erkunden Schluchten – und stellen immer von
Neuem fest: unsere Natur ist der Gipfel – sogar ganz tief unten im Tal!
Doch auch unser kleines Bergparadies ist durch den Klimawandel und
den Verlust der Artenvielfalt bedroht. Doch wie können wir unsere
Lebensqualität erhalten und gleichzeitig die Umwelt schützen? Es ist
eine Gratwanderung. Wir Bergler können gratwandern. Oder?
Der Flimser Bergsturz, der grösste bekannte Erdrutsch-
Vorfall in den Alpen, bewegte etwa 12 km 3 Gestein.
Vor 10'000 Jahren formte ein gewaltiger Bergsturz
unsere Naturlandschaft – von der imposanten Rheinschlucht
über die klaren Bergseen bis zu den eindrücklichen
Waldgemeinschaften – und brachte eine einzigartige
Artenvielfalt hervor. Diese Naturschönheit,
das gemässigte Klima im Sommer und die schneereichen
Winter sind der Hauptgrund, warum der Tourismus
hier floriert.
Die erste Sesselbahn in Flims, gebaut 1945,
transportierte die Gäste nach Foppa.
Bereits 1877 entdeckten erste Gäste die Region und
bald darauf entwickelte sich Flims zum gefragten Kurort.
Nur knapp siebzig Jahre später, 1945, transportierte
die erste Sesselbahn Skibegeisterte nach Foppa
und legte auch für den Wintertourismus endgültig den
Grundstein. So wurde die Region rund um die Gemeinden
Flims, Laax, Falera, Trin, Sagogn und Schluein nach
und nach zu der wohlhabenden und bekannten Feriendestination,
die wir heute kennen.
Nach und nach entwickelte sich die Destination zu einem der grossen Schweizer Wintersportgebiete.
– 12 –
– 13 –
Doch nun werden unsere Winter merklich kürzer. Noch
vor 20 Jahren fuhren wir im Sommer auf dem Vorab
Gletscher Ski und Snowboard. Heute ist das ewige
Eis weit weg von ewig: Es schmilzt rasant und wird
sich voraussichtlich Mitte dieses Jahrhunderts für immer
verabschieden, wenn nicht bald etwas geschieht.
Unsere geliebte Fauna und Flora ist durch den Klimawandel
und den Verlust von Lebensraum nämlich ebenfalls
stark unter Druck geraten. Und ja, wir sind Teil des
Problems. Jetzt lasst uns Teil der Lösung werden!
Rekognoszierung für den Bau der Vorab Station und des Restaurants.
1. INTRO
Wir sind Teil
des Problems,
aber auch Teil
der Lösung.
Tourismus ist der Lebensnerv der Weissen Arena
Gruppe (WAG) und vieler weiterer Arbeitgeber und
-nehmer aus der Region. Es ist unsere grösste Herausforderung
und unsere Pflicht, das Klima und die
Biodiversität zu schützen und zu verbessern – für uns
und die kommenden Generationen! Die ökologische Uhr
tickt und schlägt fünf vor zwölf für unsere Gletscher,
Gewässer, Fauna und Flora: Es ist höchste Zeit, mehr zu
tun – wir haben die einmalige Chance dazu! Lasst uns
gemeinsam den Greenstyle-Grat wandern – mutig und
mit Blick nach vorne!
1978 wurde der Vorab Gletscher als Sommerskigebiet erschlossen.
Sommerskifahren war bis in die 90er möglich.
In den 70er-Jahren musste für den Bau noch Eis weggesprengt werden.
Join us on our path to Greenstyle sustainability.
Heute werden über den Sommer diverse Schneedepots angelegt, damit der Skibetrieb zum Saisonstart sichergestellt werden kann.
– 14 –
– 15 –
1. INTRO
Blick vom Laaxer Stöckli Richtung Vorab. Im Vergleich: Spätsommer 1960 und Herbst 2022.
Das letzte Sommer-Snowboard-Kicker-Camp auf dem Vorab Gletscher fand im Juni 1999 statt. Snowboarder: Gian Simmen.
– 16 –
– 17 –
2. WAG-KLIMASCHUTZVERSPRECHEN
– 01. Klimauhr
Jede eingesparte Tonne zählt,
um das 1,5-Grad-Ziel doch noch
zu erreichen.
Weshalb so ambitionierte Ziele wie das der WAG nötig sind, um unser Klima zu retten, macht
die Klimauhr deutlich. Sie tickt und tickt und zeigt an, wie viel Zeit noch bleibt, bis das weltweite
CO 2
-Budget aufgebraucht ist. Bei der jetzigen Menge an CO 2
, die weltweit täglich in die
Atmosphäre gelangt, dauert es ab 2021 nur noch etwa 7-8 Jahre, bis wir die vom Klimarat
empfohlene Grenze von 1,5 Grad Erderwärmung überschreiten. Entscheidend ist nun, wie schnell
der weltweite CO 2
-Ausstoss reduziert wird.
– 02. Warum es nur 1,5 °C wärmer werden darf.
Der Treibhauseffekt und der Einfluss des Menschen auf die global steigenden Temperaturen sind
physikalisch so sicher erwiesen wie die Erdanziehungskraft. Wer behauptet, das stimme nicht,
kann genauso gut behaupten, dass ein Gegenstand nicht wegen der Erdanziehung herunterfällt
oder die Erde flach ist. Die zunehmenden extremen Unwetter, das rapide Artensterben und
die verheerenden Wald- und Buschbrände auf der ganzen Welt sind nur die Vorboten einer
katastrophalen Entwicklung.
Im Jahr 2020 lässt sich – im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter – global gesehen bereits
eine Erderwärmung von 1 °C messen. Die Folgen davon sind auf der ganzen Welt sichtbar. Laut
Weltklimarat erreichen wir die Marke von 1,5 °C bereits bis 2030 – wenn wir so weitermachen
wie bisher.
Die Hitze macht menschliches Leben an den meisten Orten unmöglich.
2. WAG-KLIMASCHUTZVERSPRECHEN
Jeden Sommer tödliche Hitzewellen. Hunderte Städte sind
überschwemmt, die meisten Ökosysteme sind zerstört.
Hohes Risiko einen unaufhaltsamen Kreislauf der Erderhitzung auszulösen.
Hungersnöte und Dürren führen zu Chaos und Krieg.
Manche Sommer sind so heiss, dass hinausgehen tödlich sein kann.
Hohes Risiko für Lebensmittelknappheit.
Extreme Hitzewellen, mehr Flut- und Dürrekatastrophen.
+ 5 .0
+ 4.0
+ 3.0
+ 2.0
+ 1.5
Weniger Ernteertrag, instabile Lebensmittelversorgung.
Extremwetter werden intensiver und häufiger.
2022
+ 1.0
+ 0.5
+ 0.0
1900 1920 1940 1960 1980 2000 2020 2040 2060 2080 2100
°C
MCC Klimauhr
Die Linie zeigt den 5-Jahresdurchschnitt der globalen Temperaturanomalien (NOAA).
Die gestrichelten Linien zeigen Vorhersagen zur Erderhitzung. Das mittlere Szenario
ist aktuell das wahrscheinlichste. Prognosen nach Raftery et.al, 2017. Inspired by
The Guardian. Grafik: Gregor Aisch, Datawrapper
– 20 – – 21 –
2. WAG-KLIMASCHUTZVERSPRECHEN
– 03. Wo können wir in Zukunft noch Skifahren?
Vom globalen Szenario zurück zu uns:
Welche Auswirkungen hätte ein Temperaturanstieg
von 3-4 °C für Laax?
Im internationalen Vergleich kommen
wir hier erst mal ganz gut weg. LAAX
Der Klimawandel äussert sich in der Schweiz überdurchschnittlich
stark: Die mittlere Jahrestemperatur
ist hierzulande seit Messbeginn 1864 um 2 °C
gestiegen – gut doppelt so stark wie im globalen
Mittel. Das hat bereits heute Auswirkungen auf die
Destination und vor allem auf die Schneeverhältnisse
vor Ort. Konnten sich Gäste früher noch Ende
Oktober auf den Saisonstart verlassen, ist er heute
oft erst Ende November möglich.
Die Schneegrenze und der Klimawandel.
La Siala
La Siala
Vorab Gletscher
Vorab Gletscher
Vorab
Vorab
Mutta Rodunda Grauberg
Mutta Rodunda Grauberg
Nagens
Naraus
Nagens
Fuorcla da Sagogn
Fuorcla da Sagogn
Spaligna
Scansinas
Scansinas
Fuorcla
Fuorcla
Plaun
Foppa
Plaun
Crap Masegn
Crest la Siala
Crap Masegn
Crest la Siala
Lavadinas
Lavadinas
Crap Sogn Gion
Crap Sogn Gion
Treis Palas
Flims
Treis Palas
Alp Dado
Alp Dado
Curnius
Laax-Murschetg
Curnius
Naraus
Spaligna
Foppa
Flims
Laax-Murschetg
2. WAG-KLIMASCHUTZVERSPRECHEN
versinkt nicht im Meer, wie etwa die
Malediven. Im Gegensatz zu den Korallen
sterben unsere Steinböcke bei einer
Die Visualisierung rechts macht klar, wie stark ein
ungebremst fortschreitender Klimawandel, bei
einer Erwärmung von 3-4 °C auch den Wintersport
an Orten wie LAAX in Zukunft treffen würde.
Falera
2020 +1 °C
2035
Falera
+2 °C
1,5 °C Erderwärmung vermutlich noch
nicht aus. Und dennoch, die Klimaerwärmung
wird auch hier Existenzen
direkt gefährden. Quelle: Republik.ch
(2019): Wo können wir 2060 noch Ski
fahren? Analyse basierend auf Marty et
al. (2017)
Hier ist es schneesicher – an dieser Stelle liegt
während mindestens 100 Tagen pro Jahr
durchschnittlich über 30 cm Naturschnee.
Auf dieser Höhe ist ein rentabler Skibetrieb
nur schwierig möglich – es braucht sehr viel
technisch erzeugten Schnee.
Die natürliche Schneedecke ist hier während
weniger als 40 Tagen über 30 cm dick.
Die technische Schneeproduktion ist stark
eingeschränkt. Der Skibetrieb ist nicht
mehr möglich.
Vorab Gletscher
Vorab
Fuorcla da Sagogn
Crap Masegn
Lavadinas
La Siala
Mutta Rodunda Grauberg
Nagens
Scansinas
Fuorcla
Plaun
Crest la Siala
Crap Sogn Gion
Treis Palas
Alp Dado
Curnius
Naraus
Spaligna
Foppa
Flims
Laax-Murschetg
Vorab Gletscher
Vorab
Fuorcla da Sagogn
Crap Masegn
Lavadinas
La Siala
Mutta Rodunda Grauberg
Nagens
Scansinas
Fuorcla
Plaun
Crest la Siala
Crap Sogn Gion
Treis Palas
Alp Dado
Curnius
Naraus
Spaligna
Foppa
Flims
Laax-Murschetg
2060
Falera
+3 °C
2085
Falera
+4 ° C
– 22 –
– 23 –
3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION
– 01. Greenstyle-Strategie
Um eine Alpendestination
nachhaltig zu betreiben, braucht
es mehr als guten Willen.
Es braucht eine Strategie, eine
beträchtliche Menge an
Vorlaufzeit und die Veränderung
selbst.
01. GREENSTYLE-STRATEGIE
Unter der Leitung von Reto Gurtner (Präsident WAG) stellten sich
die Vorwärtsdenker der Weisse Arena Gruppe schon vor einiger Zeit
der Herausforderung, wie sie Flims Laax Falera in eine nachhaltige
Alpendestination transformieren und zu einem Ort machen können,
an dem man auch in Zukunft noch mit gutem Gewissen seinen Urlaub
verbringen kann. Die Antwort darauf heisst seit über einem Jahrzehnt
Greenstyle: Unsere Antwort auf die globalen Herausforderungen
Klimawandel und Verlust der Artenvielfalt.
Das Poster zeigt die Greenstyle-Strategie mit ihren Eckpfeilern und den wichtigsten Themen auf einen Blick.
– 24 – – 25 –
OUR GOALS
Energie
Maximale Energieeffizienz: Nicht verbrauchte Energie ist
die umweltfreundlichste und günstigste! Daher stehen die
Reduktion der Energieverluste durch die Elektrifizierung
der Mobilität, Gebäudesanierungen und die Förderung des
F&B und Einkauf
Minimale Distanz, maximale Qualität: Alles so lokal und saisonal
wie möglich zu halten, bedeutet kürzere Transportwege
und fördert die lokale Wirtschaft. Zudem sorgt es für
authentischere Mahlzeiten. Label helfen ökologischen und
fairen Konsum zu gewährleisten.
Biodiversität
01. GREENSTYLE-STRATEGIE
OUR PLAYGROUND
Langsamverkehrs im Zentrum.
Sie ist das absolute A und O unseres Planeten: die biologische
Vielfalt! Fauna und Flora, Pilze und Mikroorganismen
Energieversorgung: Wir möchten die Destination von einem
reinigen Luft und Wasser, machen unsere Böden frucht-
Greenstyle WAG
Greenstyle Foundation
Verbraucher fossiler Energie zu einem Produzenten regionaler
bar, sorgen für das richtige Klima und liefern uns Nahrung,
Seit 2010 steht Greenstyle für das Nachhaltigkeitskonzept
Die im Jahr 2016 gegründete Greenstyle Foundation
und erneuerbarer Energie transformieren. Die Dekarbonisie-
Arzneimittel, Baustoffe und vieles mehr. Damit das so
der WAG. Zur Unternehmensgruppe gehören eine Berg-
ist eine Non-Profit-Organisation – eine Kooperation der
rung von Gebäuden und Mobilität, der Ausbau Solarenergie
bleibt, schützen wir sie und bügeln die Fehler der Vergan-
bahnunternehmung, diverse Hotel- und Gastronomiebe-
Weissen Arena Gruppe sowie engagierter Menschen und
und die Winterstromsicherheit stehen im Fokus.
genheit aus.
triebe, Sport und Rental Shops, eine Ski-, Snowboard- und
Bikeschule sowie eine Management- und eine Baugesell-
Unternehmungen der Feriendestination. Sie widmet sich
dem Schutz und der Verbesserung unserer Umwelt. Die
Wasser
schaft. Die Unternehmung ist verantwortlich für die Vermarktung
der Destination Flims Laax Falera und positio-
Stiftung unterstützt gemeinnützige Projekte von engagierten
Menschen in der Region.
Wasser verbindet Menschen, Flora und Fauna. Wasser
bedeutet Leben. Wir sind hier an der Quelle von reichlich
COMMUNICATING IT
niert deren Freizeitangebote ganzjährig unter den beiden
sauberem Wasser und trotzdem hat der Verteilkampf auch
Marken Flims und LAAX.
Greenstyle LAB
hier längst begonnen. Viele Gewässer sind durch Über-
Alle Menschen bei uns sollen etwas über Greenstyle ler-
2021 wurde durch den Verwaltungsrat der Flims Laax
nutzung und Bauten belastet. Wir müssen lernen, haus-
nen. Nachhaltigkeit ist kundenrelevant. Wir wollen nicht
Falera Management AG das Greenstyle LAB ins Leben ge-
hälterisch und effizient mit Wasser umzugehen, und
verkrampft moralisieren, sondern die Welt retten und dabei
rufen. Eine Greenstyle Task Force, die aus Vertretern und
Verschmutzungen verhindern.
Spass haben. Eine transparente Kommunikation hilft, den
Join us on our
path to Greenstyle
sustainability.
Vertreterinnen der WAG sowie aus Leistungsträgern der
Destination besteht. Gemeinsam sollen in der Arbeitsgruppe
jährliche Massnahmen auf Destinationsebene realisiert
werden.
Zero Waste
Abfälle sind Ressourcen am falschen Ort. Nach dem
Leitsatz «reduce, reuse, recycle» streben wir eine Kreislaufwirtschaft
an: Nichts geht verloren, keine neuen
Ressourcen werden benötigt, alles wird wiederverwendet.
Das Ziel: Littering verhindern und die Umwelt sauber halten.
benötigten kulturellen Wandel zu beschleunigen, damit die
Greenstyle-Ziele und -Visionen umgesetzt werden können.
OUR COMMUNITY
Greenstyle schafft Werte, die von allen gerne mitgetragen
werden. Wir involvieren Gäste, Mitarbeitende, Partner und
Einwohnerinnen. Wie schnell die Greenstyle-Ziele und
Visionen umgesetzt werden können, hängt vom gemeinsamen
Wissen, Wollen und Wirken ab.
– 26 –
– 27 –
3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION
– 02. Energie
ENERGY
02. ENERGIE
02. ENERGIE
– 001. Vom Verbraucher zum Produzenten
Ein Hoch auf unsere Wildbäche,
Höhenwinde und vor allem die
Bergsonne: Sie geben uns
die Chance, unsere gesamte
Energieversorgung auf
umweltfreundliche, unendliche
Energien umzustellen.
001. VOM VERBRAUCHER ZUM PRODUZENTEN
Mit regionalen erneuerbaren
Energien stärken wir unsere
Unabhängigkeit von Ölimporten,
erhöhen die Versorgungssicherheit
und schaffen neue Arbeitsplätze.
Und weil das so ist, werden
wir besser ganz schnell vom
Verbraucher zum Produzenten.
Vision Ross Harding, Finding Infinity – finding a future based on infinite resources
– 30 – – 31 –
Falera
Energieverbrauch der Destination
280 GWh/a
Laax
Flims
Trin
Kosten Heizölimporte bei CHF 1/L
CHF 9'000'000/a
Kosten Treibstoffimporte bei CHF 1.80/L
CHF 13'500'000/a
Biomasse lokal
10 % ∙ 28 GWh/a
Sagogn
Wasserkraft lokal
Produktionspotenzial der Destination
30% ∙ 80 GWh/a
Schluein
Fossile Brennstoffe Ausland
60% ∙ 168 GWh/a
288 GWh/a
Laax
Flims
Trin
Durch Vermeidung von Energieverlusten
kann bei CHF 0.08/kWh und einem
Potenzial von 288 GWh/a Energie im Wert
von rund CHF 9 Mio. exportiert werden.
001. VOM VERBRAUCHER ZUM PRODUZENTEN
Falera
Falera
Schluein
Sagogn
Biomasse lokal
10 % ∙ 28 GWh/a
Wasserkraft lokal
30% ∙ 80 GWh/a
Fossile Brennstoffe Ausland
60% ∙ 168 GWh/a
Schluein
Sagogn
Potenzial Solarstrom am Gebäudebestand
56% ∙ 160 GWh/a
Potenzial Windpark Vorab
6% ∙ 18 GWh/a
Potenzial Biomasse
10 % ∙ 30 GWh/a
Potenzial Wasserkraft
28 % ∙ 80 GWh/a
2021 verbraucht die Destination jährlich
16'800'000 Liter Erdöl, 84'000'000 kWh
Strom und 14'500'000 kg Holz, was 9'000
grossen Bäumen entspricht. Das ergibt
Falera
Laax
Flims
einen Gesamtenergieverbrauch von rund
280 Gigawattstunden pro Jahr (GWh/a).
40 % der verbrauchten Gesamtenergie stammen aus
erneuerbaren Quellen (30 % Strom aus Wasserkraft
und Solarenergie, 10 % aus Biomasse – mehrheitlich
Holz für den Heizbedarf).
Durch Vermeidung von Energieverlusten
kann bei CHF 0.08/kWh und einem
Trin60 % der Potenzial verbrauchten von 288 Gesamtenergie GWh/a Energie im (mehrheitlich
Wert
für Heizungen von rund 45,5 CHF % 9 und Mio. Mobilität exportiert werden. 54,5 %) stammen
aus klimaschädlichen fossilen Brennstoffen, importiert
aus Nigeria, USA, Libyen, Kasachstan und Algerien.
Quelle: Aktionsplan Green Deal GR (2021)
- Massnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung.
Ist es überhaupt möglich, den hohen Anteil
an fossilen Brennstoffen aus dem Ausland
durch regionale erneuerbare Energien zu
ersetzen? Die Antwort heisst: Ja!
Das Potenzial für die Energieproduktion in der Destination
beträgt 288 GWh/a: Davon Wasserkraft 80 GWh/a,
Windkraft 18 GWh/a, Solarstrom alleine an den Gebäuden
160 GWh/a und Biomasse 30 GWh/a. Das
Potenzial übersteigt den heutigen Bedarf an Energie.
Sagogn
– 32 –
Potenzial Solarstrom am Gebäudebestand
56% ∙ 160 GWh/a
– 33 –
Und so werden wir vom Verbraucher
zum Produzenten:
280
GWh/a
0
Heute
180
Zukunft
Sparpozential
Gebäude und Mobilität
100 GWh/a
Maximale Energieeffizienz
Beim Energieverbrauch gibt es ein grosses Einsparpotenzial
von mindestens 100GWh/a. Das entspricht
der mittleren Jahresproduktion des Laufwasserkraftwerks
Reichenau am Alpenrhein. Künftig werden
nur noch 180GWh/a benötigt, wenn die Energieverluste
beim Gebäudebestand und der ineffizienten
Verbrennermobilität verringert werden.
100 % erneuerbar, ist 100 %
machbar: Das notwendige
Wissen und die Technologien
sind vorhanden.
001. VOM VERBRAUCHER ZUM PRODUZENTEN
GWh/a
108
288
Ungenutztes
Produktionspotenzial
180 GWh/a
Ausbau lokale Energieversorgung
Heute werden bereits rund 108 GWh/a (40 % des
Gesamtenergieverbrauchs) mit erneuerbarer Energie
abgedeckt. Mehrheitlich Strom aus Wasserkraft und
Wärmeenergie aus Biomasse. Das noch ungenutzte
lokale Potenzial beträgt mindestens 180GWh/a,
vorwiegend aus Sonnenenergie (160 GWh/a) und
Windkraft (18 GWh/a).
Wie schnell das Ziel einer
Energieversorgung aus 100 %
erneuerbaren Energien erreicht
werden kann, ist eine Frage
des gemeinsamen Willens.
0
Heute
Zukunft
280
GWh/a
Verbraucher
Produzent
288
Überschusspotenzial
108 GWh/a
Vom Verbraucher zum Produzenten
Die Destination produziert bei verbesserter Effizienz
und ausgebautem Potenzial einen Überschuss von
Übersicht der Elektrizitätsproduktionsanlagen
in der
Destination
108GWh/a. Sie könnte so vom Verbraucher zum
108
Produzenten werden und jährlich klimafreundliche Energie
im Wert von rund CHF 9 Mio. verkaufen.
0
Heute
Zukunft
– 34 – – 35 –
02. ENERGIE
– 002. Der Sechs-Punkte-Plan
Der Weg zur LAAXER Energiewende
«Vom Verbraucher zum Produzenten»
ist keine einspurige Strasse.
Der Weg zur Energiewende ähnelt
einem Labyrinth aus Möglichkeiten,
Wegkreuzungen und Paragrafen.
Der Sechs-Punkte-Plan hilft uns,
nicht vom Pfad abzukommen.
Denn – in puncto Energiewende
ist der Weg eben nicht das Ziel.
Das Ziel ist das Ziel und das auf
dem schnellsten Weg.
MAXIMALE
ENERGIEEFFIZIENZ
Mobilität und
Gebäudebestand,
Fuss- und
Fahrradverkehr
ELEKTRIFIZIERUNG
DER MOBILITÄT
DEKARBONISIERUNG
GEBÄUDEBESTAND
Ölheizungen ersetzen
und klimafreundliche
Baustoffe verwenden
GROSSKRAFTWERKE
SOLARARCHITEKTUR
Solarpanels auf
Dächern und an Fassaden,
Plusenergie-Bauten (PEB)
ENERGIESPEICHERUNG
002. DER SECHS-PUNKTE-PLAN
Batterie- & Wasserstoff-
Fahrzeuge sowie
Ladeinfrastruktur
Wasserkraft,
Photovoltaik und
Windpark
Speicherseen,
Wasserstoff & Batterien
– 36 –
– 37 –
Jede nicht verbrauchte Energie
ist mit Abstand die umweltfreundlichste
und preiswerteste –
und weil Geiz in diesem Fall
mal wirklich geil ist, könnten wir
doch einfach ein paar Atomkraftwerke
wegsparen.
Und das unabhängig von der
politischen Debatte, ob ein AKW
nun ökologisch sei oder nicht.
Sparen wir doch
23x
das AKW
Beznau weg.
02. ENERGIE
– 003. 1 - Maximale Energieeffizienz
Gebäude,
Haushaltsgeräte
& Beleuchtung
Ein Blick auf die Schweiz zeigt, welch enormes
Potenzial Energieeffizienzmassnahmen wir haben.
Heute beträgt der Gesamtenergieverbrauch der Schweiz
240 TWh/a. Davon liessen sich über alle Sektoren
140 TWh/a an Verlusten einsparen. Das entspricht
23-mal der Jahresproduktion des Atomkraftwerks
Beznau. – Die Destination alleine könnte Energie im
Wert von CHF 20 Mio. pro Jahr einsparen. Würde
dieses Geld vor uns auf dem Boden liegen, hätte
die maximale Energieeffizienz plötzlich einen ganz
anderen Stellenwert.
Energieverbrauch
Schweiz
240
TWh/a
Heute
Gebäude
- 90 TWh/a
Einsparpotenzial
Verkehr
- 43 TWh/a
Industrielle und
gewerbliche
Anwendungen
- 7 TWh/a
Energieverbrauch
Schweiz
100
TWh/a
Zukunft
90 TWh/a
Einsparpotenzial
Gebäude
Fast die Hälfte des schweizweiten Energiebedarfs fliesst
in die Gebäude, dabei verfügen 60 % der Bauten ungenügende
Wärmedämmung. Verhältnisse, die in etwa
auch auf Graubünden und die Destination zutreffen
dürften. Der Energiebedarf bestehender Gebäude kann
durch eine energetische Sanierung nach Minergie-
P-Standard um 75% reduziert werden.
Haushaltsgeräte
Zusätzlich hilft der Umstieg auf energieeffizientere Haushaltsgeräte,
Strom einzusparen. Wie energieeffizient ein
Gerät genau ist, veranschaulicht die Energieetikette.
Auf einer Skala von A bis G bewertet sie die Effizienz
von Haushaltsgeräten. Ein Geschirrspüler der Klasse C
verbraucht beispielsweise bereits 30 % mehr Strom als
einer der Klasse A. Auf der Plattform topten.ch können,
unabhängig vom Hersteller, die energieeffizientesten
Geräte gefunden und verglichen werden.
Beleuchtung
Mit effizienter Beleuchtung lässt sich das AKW Beznau
wegsparen. Alleine durch die Beleuchtung werden in
der Schweiz rund 8,3 TWh/a verbraucht. Mit dem konsequenten
Einsatz von LED-Lampen und effizienteren
Beleuchtungssystemen könnten mindestens 4,2 TWh/a
eingespart werden. Quelle: Geräte und Beleuchtung -
Schweizerische Energie-Stiftung energiestiftung.ch
003. MAXIMALE ENERGIEEFFIZIENZ
– 38 –
– 39 –
Verkehr
Industrie
43 TWh/a
Einsparpotenzial
43 TWh/a, respektive 60 % Energieverluste, könnten
mit Elektromobilität im Vergleich zur herkömmlichen
Verbrennern eingespart werden. Wer mit einem E-Auto
von St.Moritz nach Chur fährt, hat bei der Ankunft einen
volleren Akku! Möglich macht das die Rekuperation,
welche die Bremsenergie zum Laden des Akkus nutzt.
Noch effizienter kommen Sie nur mit dem öffentlichen
Verkehr, dem Fahrrad oder zu Fuss voran.
Ein Tesla Model 3 Elektroauto verbraucht 60 %
weniger Energie als z.B. ein 3er BMW 320d:
AUF 100 km
5 L DIESEL
=
50 kWh
3ER BMW 320D
8 m 2 PV
60%
REDUKTION
AUF 100 km
16 kWh
TESLA MODEL 3
7TWh/a
Einsparpotenzial
Bei industriellen und gewerblichen Anwendungen
können vom heutigen, jährlichen Verbrauch von
23,5TWh rund 7,8 TWh eingespart werden. Drei
Viertel davon, also rund 6 TWh, bei Elektromotoren.
Damit können 1,5 weitere AKWs der Grösse von Beznau
eingespart werden. Quelle: Geräte und Beleuchtung -
Schweizerische Energie-Stiftung
003. MAXIMALE ENERGIEEFFIZIENZ
Auch E-Autos sind nicht
alle gleich sparsam. Tesla Model 3
16 kWh/100 km bei 10'000 km/Jahr Fahrleistung
→ 1'600 kWh → 8m 2 Solarpanels.
Bei E-Autos lässt sich noch mehr Energie sparen,
wenn effiziente Fahrzeuge eingesetzt werden: So
13 m 2 PV
kann die Energiewende bei der Mobilität entweder
mit 8m 2 Solarpanels pro Fahrzeug oder mit fast
doppelt so vielen Solarpanels pro Fahrzeug erreicht
werden!
Mercedes EQC
25,6 kWh/100 km bei 10'000 km/Jahr Fahrleistung
→ 2'560 kWh → 13 m 2 Solarpanels
Dank Förderprogrammen lohnen sich Investitionen
meist auch wirtschaftlich!
Für mehr Energieeffizienz benötigt es oft grosse Investitionen. Das ist unumstritten. Der Bund und die
Kantone unterstützen mit Förderprogrammen Massnahmen, die den Energieverbrauch senken. Sich vorab
mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen und Förderhilfe zu beantragen, lohnt sich allemal! Für umgesetzte
Energieeffizienzmassnahmen hat die WAG über CHF 250'000.– Förderbeiträge erhalten – unter anderem
aus dem Fördertopf des Gebäudeprogramms des Kanton Graubündens und von ProKilowatt.
– 40 – – 41 –
– Maximale Energieeffizienz bei der WAG.
WAG
7GWh/a
Einsparpotenzial
Bei einer konservativen Annahme spart die WAG durch
bereits über 60 umgesetzte Effizienzmassnahmen,
die in den letzten Jahren umgesetzt wurden, 4 GWh
oder rund CHF 500'000.- pro Jahr. Das Potenzial für
weitere Einsparungen beträgt mindestens weitere
7 GWh oder rund CHF 1'100'000.– pro Jahr.
Wärmepumpen sind unschlagbar effizient –
mit Energieeinsparungen von 50 % - 80 %!
Durch das Ersetzen der Ölheizung durch drei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Motorenraum der Luftseilbahn
Murschetg konnten rund 75% des Energieverbrauchs reduziert werden.
003. MAXIMALE ENERGIEEFFIZIENZ
Gebäude
- 5 GWh/a
Beleuchtung
Fahrzeuge
- 0,5 GWh/a - 0,2 GWh/a
Pistenmaschinen
Elektromotoren
- 1 GWh/a - 0,3 GWh/a
Energieeinsparung Wärmepumpen auf 1000 m ü. M.
Ölheizung 100 %
Gesamtverbrauch
28
GWh/a
Heute Einsparpotenzial 2030
Gesamtverbrauch
21
GWh/a
Erdsonde Wärmepumpe
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Pelletheizung Luftseilbahn l
- 60%
- 50%
100%
Eine Pelletheizung ist aus der Perspektive der Klimabilanz zwar besser als eine Ölheizung, ein Wechsel hat aber
keinen Effekt auf die Energieeffizienz. Wärmepumpen hingegen sind ein Energiemultiplikator. Die Darstellung zeigt
konservative Energieeinsparungen von Wärmepumpen auf 1000 m ü. M.
– 42 – – 43 –
Umsetzungsbeispiele WAG
003. MAXIMALE ENERGIEEFFIZIENZ
80% ENERGIEEINSPARUNG
BELEUCHTUNG
DURCH SMARTE
TIEFGARAGE
LED-BELEUCHTUNG
ROCKSRESORT
REVOLUTIONÄRES BETRIEBSKONZEPT
FÜR DEN NEUEN FLEM EXPRESS
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Das neue Betriebskonzept Ropetaxi vermeidet
Leerfahrten, indem es die Kabinen nur dann
fahren lässt, wenn Fahrgäste einsteigen.
Durch einen geringeren Energieverbrauch
und durch massgeblich reduzierte Betriebsund
Unterhaltskosten optimiert Ropetaxi den
Seilbahnbetrieb, eines der ohnehin umweltfreundlichsten
Transportmittel, erheblich.
90% ENERGIEEINSPARUNG DURCH
SNORA SCHACHTHEIZUNGSSTEUERUNG
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Damit die Wasserleitungen nicht einfrieren, müssen
die Kontrollschächte der Schneekanonen
beheizt werden. Die Snora Steuerungsgeräte
kontrollieren die Temperatur in den Schächten
und belassen sie auf dem Minimum. Mit Steuerungsgeräten
in 500 Schächten konnte der
Energieverbrauch für die Beheizung um 90%
reduziert werden.
50% ENERGIEEINSPARUNG
DURCH WASSERSPARENDE ARMATUREN
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Zum Duschen, Baden oder im Haushalt: Mit
wassersparenden Duschbrausen und Durchflussbegrenzern
wird der Verbrauch von Warmwasser
und Energie um bis zu 50% reduziert.
In der WAG sind bereits 300 effiziente
Duschbrausen und 650 Spardüsen in Betrieb.
Bild © www.swissecoline.com
1200 alte Leuchtstoffröhren wurden im Parkhaus
an der Talstation Murschetg durch effiziente,
dimmbare LED-Röhren der Schweizer Firma
LED-City ersetzt. Jede Leuchte ist mit einem
Sensor ausgestattet. Befindet sich niemand in
dessen Reichweite, dimmt die Leuchte das Licht
auf einen vorprogrammierten Wert und spart so
Energie ein.
• Ehemaliger Energieverbrauch mit
Leuchtstoffröhren: 400'000 kWh/a
• Aktueller Energieverbrauch mit dimmbaren
LED-Leuchtmitteln: 65'000 kWh/a
• Eingesparte Energie: 335'000 kWh/a
oder CHF 25'000/a
• ROI: Nach rund 4 Jahren ist die Investition
amortisiert
• Vermeidung von Leerfahrten im Vergleich
zu konventionellen Anlagen
• Weniger Energiebedarf
• Weniger Unterhalt bei Verschleissteilen
• Eingesparte Energie: 300'000 kWh/a
Das entspricht rund 20 % des gesamten
Energiebedarfs der Schneeerzeuger
• Mit der eingesparten Energie könnte man
15'000-mal mit dem Elektroauto
von Zürich nach Laax fahren
• Die Investition amortisiert sich
nach 3 Jahren
• Eingesparte Energie: 400'000 kWh/a
• Mit der eingesparten Energie könnte man
20'000-mal mit dem Elektroauto
von Zürich nach Laax fahren
• Die Investition amortisiert sich in weniger
als einem Jahr
• Wassereinsparung: Rund 14 Mio. Liter/a
– 44 –
– 45 –
Umsetzungsbeispiele WAG
003. MAXIMALE ENERGIEEFFIZIENZ
MIT DEM VELO INS BÜRO UND
UM DEN ÄQUATOR!
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
DIE VORAUSSCHAUENDE
SCHNEETIEFENMESSUNG
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
GELÄNDEKORREKTUREN
SNOWPARK
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
PROJEKT
LANGSAMVERKEHR
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Seit 2010 nimmt die WAG jährlich an der «bike to
work»-Challenge teil, eine in der Schweiz jährlich
stattfindende Mitmachaktion, die jeweils im
Mai und Juni stattfindet. «bike to work» hat zum
Ziel, dass Pendler vermehrt das Fahrrad benutzen
und das Auto stehen lassen.
• Insgesamt wurden bislang 100'000 km
Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Das entspricht einer Strecke von
zweieinhalbmal um den Äquator!
• Im Schnitt wurden 75 % der Arbeitstage
mit dem Velo absolviert.
• CO 2
-Einsparung: 1'000 kg pro Jahr
Die WAG ist Entwicklungspartnerin der SNOWsat-Schneetiefenmessung.
Eine revolutionäre
Weiterentwicklung der Schneetiefenmessung
ist die vorausschauende Schneetiefenmessung
SNOWsat LIDAR. Sie liefert dem Pistenmaschinenfahrer
Echtzeitdaten über die Schneehöhe
im Umkreis von bis zu 50 m um sein Fahrzeug.
Das macht es ihm und den Zuständigen für die
technische Beschneiung möglich, präzis und effizient
zu arbeiten. Technischer Schnee wird nur
noch da produziert, wo er nötig ist.
• 20 % Einsparung beim Beschneiungsaufwand
im Vergleich zu früheren Wintern
Die Snowparks gelten als Aushängeschild der
Destination. Sie erfreuen sich grosser Beliebtheit
und sind ein wichtiges Produkt, um Kinder
und Jugendliche für den Wintersport zu begeistern.
Der jährliche Aufbau der Pro-Line und der
Superpipe benötigten bis 2015 grosse Mengen
an Kunstschnee und folglich auch an Energie.
Im Jahr 2015 wurden durch Geländekorrekturen
die Sprünge und die Halfpipe vorgeformt, was
den jährlichen Ressourcenbedarf reduzierte.
• 31'000 m 3 Kunstschnee eingespart
• 4300 Liter weniger Dieselverbrauch
für die Pistenmaschinen
• Die Investition amortisiert sich
nach 3 Jahren
Immer, wenn jemand das Auto stehen lässt und
stattdessen das Fahrrad nimmt oder zu Fuss
geht, wird Energie gespart. Damit das möglichst
oft geschieht, müssen die Motivation und die Infrastruktur
stimmen. 2016 wurde ein Massnahmenpaket
verabschiedet, um den Strassenraum
für Fussgänger und Velofahrer in der Destination
sicherer zu machen und eine Langsamverkehrsverbindung
zwischen Flims und Laax zu schaffen.
In einem Gemeinschaftsprojekt der WAG
und der Gemeinden wurde deshalb der Bau der
Velo- und Fussgängerbrücke Staderas und die
Verlängerung des Velowegs umgesetzt.
• Die Via Nova verzeichnet jährlich
25'000 Bikefrequenzen
• 0 Emissionen, 0 Lärm, 0 CO 2
– 46 –
– 47 –
02. ENERGIE
– 004. 2 - Dekarbonisierung Gebäudebestand
Gebäude mit Ölheizungen sind nach dem Verkehr und der Industrie
schweizweit die grössten CO 2
-Verursacher. Der Heizölverbrauch
entspricht jährlich CHF 3,6 Milliarden. Mit diesem Betrag könnte man
jedes Jahr Solaranlagen bauen und damit 2,4 TWh/a inländische
Energie produzieren. Schon nach 6 Jahren wäre der jährliche
004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND
Gesamtenergiebedarf für 100 % Elektromobilität abgedeckt. Das
Gute ist, es gibt viele klimafreundliche Alternativen.
Also: Ölheizung raus, Wärmepumpe, Pelletheizung
oder Anschluss an eine Fernwärmeleitung
rein – und Isolieren nicht vergessen!
Eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen
Bauten sind sogenannte Passivhäuser.
Sie sind so konzipiert, dass sie komplett
ohne Heizung auskommen und doch keiner
frieren muss!
Ein weiterer Faktor für die Dekarbonisierung
eines Gebäudes ist der Klimafussabdruck,
der durch die Materialisierung und durch den
Bau selber verursacht wird.
Die Kantone belohnen den Umstieg
auf erneuerbare Systeme mit attraktiven
Fördermassnahmen.
– 48 – – 49 –
The only oil that should heat is chilli oil!
Das Ziel der WAG ist es, bis 2025
alle Ölheizungen innerhalb des
Unternehmens zu eliminieren
und durch umweltfreundliche
Alternativen zu ersetzen. Ausserdem
sollen bei Bautätigkeiten der CO 2
-
Fussabdruck des Baumaterials und
die Arbeitsabläufe optimiert werden.
600'000L
500'000L
400'000L
300'000L
200'000L
1
2
3
4
5
6
7
8
004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND
Von ursprünglich 18 mit Öl
geheizten WAG-Gebäuden bleiben
im Jahr 2021 noch neun übrig
und verursachen rund 900 Tonnen
CO 2
im Jahr. Auch die Ölheizungen
dieser Gebäude werden in den
nächsten Jahren durch klimafreundliche
Alternativen ersetzt.
100'000L
Heizöl pro Jahr 0L
1 - 60'000 L Bergrestaurant Vorab –
2009 HEUTE
2026
Ersatz Ölheizung durch Elektroheizung 2010
2 - 80'000L Werkstatt Talstation Laax – Ersatz Ölheizung
durch Wärmepumpen 2011
3 +30'000 L übernahme Alpenhotel seit 2016 –
Option: Fernwärme Flims Electric Wärmepumpe
4 - 23'000 L Personalhaus – Abbruch und Ersatzbau
rocksresort Etappe III 2017
- 5'800 L Freestyle Academy - Ersatz Ölheizung
durch Wärmepumpe 2017
- 10'000L Kasse Flims – Anschluss Fernwärme
Flims Electric Wärmepumpe 2018
- 10'000L Parkhaus Flims – wurde abgerissen
5 - 25'000L BB Talstation Flims – Anschluss Fernwärme
Flims Electric Wärmepumpe 2018
6 - 63'000 L Bergrestaurant Nagens – Ersatz Ölheizung
durch Wärmepumpe 2023
7 - 112'000 L Crap Sogn Gion Gesamtsanierung 2024
8 - 6'000 L Casa Murschetg – Ersatzbau in Planung ab 2025
9 - 72'000 L Signina Hotel – Ersatzbau in Planung ab 2025
- 6'000 L Casa Veglia – Ersatzbau rocksresort Etappe ff.
oder Anschluss an Arealnetz rocksresort
- 15'000 L Casa Prima – Ersatzbau rocksresort Etappe ff.
oder Anschluss an Arealnetz rocksresort
- 37'000 L rocksresort – Pelletheizung mit Ölheizung
zur Abdeckung von Spitzenlasten, Ersatz Ölheizung
9
– 50 –
– 51 –
So heizen echte Wintersportler.
Heizen mit Wärmepumpen
Wärmegewinn aus Holz (Biomasse)
Wärmepumpen arbeiten bis zu 75 % mit Umweltwärme,
– also grüner Energie aus Luft, Erdreich und Grundwasser
– und mit bis zu 25 % Strom. Ersetzt man eine Ölheizung
Wo Wärmepumpen keine Alternative sind, kann Holz als
Energielieferant die Ölheizung ersetzen,– dank Förderprogrammen
ebenfalls wirtschaftlich lukrativ.
durch eine Wärmepumpe, rechnet sich die Umstel-
lung über den Lebenszyklus betrachtet ökologisch und
wirtschaftlich. Je nach Ölpreis kommt eine Luft-Wasser-
Wärmepumpe heute nach sieben bis zehn Betriebsjahren
günstiger als eine Ölheizung. In Zukunft werden
die Preise für fossile Brennstoffe wohl infolge CO 2
-Regelungen
steigen.
Holzheizungen gelten als CO₂-neutral und klimafreundlich,
– vorausgesetzt die dafür verwendete Menge an
Holz wächst wieder nach! Bund und Kantone fördern
Holzfeuerungen über das Gebäudeprogramm. Warum
ist Holz CO 2
-neutral? Bäume nehmen während ihrer
Lebensdauer CO 2
auf und speichern es. Nach Ende
ihres Lebenszyklus verrotten sie und das Kohlendioxid
Das Gebäude der Luftseilbahn in Laax Murschetg hatte
einen Jahresverbrauch von rund 10'000 Liter Heizöl.
Neu wird es mit drei Luft-Wasser-Wärmepumpen betrieben.
wird wieder freigesetzt. Bei der Verbrennung von Holz
geschieht dasselbe. Es wird also der natürliche Holzkreislauf
genutzt, um Wärme zu erzeugen.
Diese nutzen die Abwärme der Bahnmotoren
und verbrauchen im Vergleich zu früher nur einen Viertel
Der rocksresort wurde ressourcenschonend als
der Energie. Sie verursachen kein CO 2
und die Betriebskosten
Minergie-Gebäude konstruiert und entspricht
sind deutlicher tiefer. Dank Fördergeldern
des Kantons und erhöhter Effizienz ist die Anlage auch
wirtschaftlich lukrativ.
zertifizierten Energieeffizienzstandards. Der Wärmebedarf
für Heizung und Warmwasser wird über eine
klimafreundliche Holzpelletheizung abgedeckt.
Bäume fällen zum
Heizen – fast – zu
schade.
Jedes verbrannte Stück Holz setzt unmittelbar gespeichertes
CO 2
frei, das im lebendigen oder verbauten Holz
noch lange gebunden bliebe.
Bäume brauchen Jahrzehnte, um CO 2
zu binden, beim
Verbrennen des Holzes wird es innerhalb weniger
Minuten freigesetzt! Statt Holz zu verheizen, sollte es
besser in langlebigen Gütern verbaut werden – oder als
Totholz den Waldboden nähren.
Holz ist eine beschränkte natürliche Ressource,
deren Verbrauch nur bedingt ansteigen darf. Entnehmen
wir dem Wald nämlich schneller Holz, als es nachwachsen
kann, verschlechtert sich die Klimabilanz der Holzheizung
erheblich! Eine Wärmepumpe in Kombination
mit Solarstrom ist deshalb die bessere Alternative.
004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND
→ Einsparung Energie: 75%
→ Einsparung Heizöl: 100 % (10'000 Liter jährlich)
– 52 – – 53 –
Fernwärme Flims und Laax.
Mit dem Fernwärmeverbund Flims und Laax entwickelt
sich ein lokaler, klimafreundlicher Wärmeversorger. Da
die Wärme frei Haus geliefert wird, spart man sich die
Wartungskosten und die Räumlichkeiten einer eigenen
Heizanlage.
Die Flims Electric AG betreibt in Flims Dorf die beiden
Energiezentralen «Stenna» und «Dorf». An beiden
Standorten wird mit Hochleistungswärmepumpen nicht
nutzbare Umweltenergie in nutzbare Heizenergie umgewandelt,
sodass die angeschlossenen Liegenschaften
mit einer Wärme von min. 64 °C beliefert werden können.
Als Wärmequelle dient in der Energiezentrale «Stenna»
das Wasser aus dem Flembach, in der Energiezentrale
«Dorf» liefert das Karstwasser aus dem Umfahrungstunnel
die notwendige Umweltenergie. 2021 beziehen
das STENNA Center, das Schulhaus Surmir, die WAG-
Gebäude an der Talstation Flims und einige private
Haushalte die Energie über das Fernwärmenetz Flims.
Quelle: Flims Electric AG, Wärmeverbund Laax AG
Versorgungsgebiet ENZ Stenna
Versorgungsgebiet ENZ Dorf
© swisstopo, BAFU
Wärmeleistung der Energiezentrale 1 :
CO 2
Einsparpotenzial:
Einsparpotenzial an Heizöl:
Länge des Leitungsnetzes 2 :
2'200 kW
1'450 t/Jahr
540'000 L/Jahr
4'000 m
1 Leistungsangabe inkl. der redundanten Energieerzeugung
2 Im Endausbau
Versorgungsgebiet Laax Stand 2021
Für die Fernwärme Laax wird in der Fernwärmezentrale
klimafreundliche Energie aus regionalem Abfallholz
gewonnen.
Passivhäuser
Ein Haus ohne Heizung.
1
1
2
2
S 3 4 7 5
S 3 4 7 5
6
6
S
3 4 5
S
3 4 5
6
6
N
N
N
N
Wie schon erwähnt, ist es bei Neubauten möglich, ganz
ohne Heizung auszukommen. Sogenannte Passivhäuser
sind sehr gut gedämmt und gewinnen die wärmende
Energie durch solaren Direktgewinn, – also durch
die Sonne! Bereits Sokrates erkannte das Potenzial
der Sonnenwärme und sagte einst: «In Häusern, die
nach Süden blicken, dringt die Sonne im Winter durch
die Vorhalle bis in die Wohnräume vor und wärmt sie.
Im Sommer jedoch hält das Dach der Vorhalle die
Sonne ab und spendet kühlen Schatten.» Was Sokrates
beschreibt, war nichts anderes als der solare Direktgewinn,
– also im Prinzip das Speicherpotenzial massiger
Mauern und dunkler Böden, die sich tagsüber mit
Sonnenwärme vollsaugen und diese später langsam
wieder abgeben.
Haus des Sokrates Längsschnitt und Grundriss
1 Sonneneinstrahlung Sommer
2 Sonneneinstrahlung Winter
3 Terrasse / Vorplatz
4 Wohnraum
5 Vorratsraum gleichzeitig Pufferraum
6 Massive Wände für die Wärmespeicherung
7 Steinböden zugleich Wärmespeicher
004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND
Solarthermie – warmes Wasser
durch die Kraft der Sonne.
Sonnenkollektor
Die bekannteste Art, Sonnenenergie zu nutzen, ist
Warmwasser
die Stromerzeugung durch Photovoltaik. Dass mit der
Wärmeleistung der Energiezentrale 1 :
CO 2
Einsparpotenzial:
Einsparpotenzial an Heizöl:
Länge des Leitungsnetzes 2 :
© swisstopo, BAFU
2'000 kW
1'300 t/Jahr
500'000 L/Jahr
3'500 m
Wärmeleistung der Energiezentrale
Länge des Leitungsnetzes
© swisstopo, BAFU
1'260 kW Holz
1'640m
Kraft der Sonne auch sehr klimafreundlich und effizient
Warmwasser erzeugt und dadurch die Heizung spürbar
unterstützt werden kann, ist etwas in Vergessenheit geraten
– je nach Standort des Gebäudes und kantonaler
Förderprogramme ist Solarthermie eine prüfenswerte
Technologie!
Wärmetauscher
Pumpe
Kaltwasser
– 54 –
– 55 –
Graue Energie bei Bau
und Materialisierung.
Um ein Gebäude zu heizen, braucht es heute dank
Gebäudesanierungen und klimafreundlicher Methoden
immer weniger Energie und Heizöl. Zieht man die
Energiebilanz, fällt deshalb der Bau selbst immer mehr
ins Gewicht. Bei Neubauten zahlt der Bau oft mehr auf
das Konto der grauen Energie ein, als es all die Energie
tut, die das Gebäude während seiner ganzen Lebensdauer
verbraucht!
Das Erhalten von bestehenden Gebäuden, die richtige
Materialisierung und effiziente, klimafreundliche Baumaschinen
sind darum der Schlüssel zur Reduktion von
grauer Energie! Sowohl Bauherrschaften wie auch Architekten,
Planer, Baufirmen und Zulieferer sind gefordert,
die Emissionen im Bausektor in den kommenden
zwei Jahrzehnten auf null zu senken und sich für das
gemeinsame Klimaziel einzusetzen!
Materialisierung
Die Wahl der Baumaterialien beeinflusst den Anteil an
grauer Energie im Gebäude erheblich. Wird beispielsweise
recyceltes oder regionales Material eingesetzt,
wirkt sich das positiv auf den ökologischen Fussabdruck
aus. So spart der Bau mit einheimischem Holz
bereits durch den wegfallenden Transport Energie. Zudem
bindet das Holz während der gesamten Lebensdauer
des Gebäudes CO 2
. Die ältesten Holzhäuser der
Schweiz sind älter als der Rütlischwur … just sayin'!
Die Herstellung von Glas, Stahl oder Zement und Beton
hingegen benötigt viel Energie und ist deshalb sehr CO 2
-intensiv.
Baumaterialien und ihr CO 2
-Fussabdruck.
004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND
Bauen am Bestand
Bestehende Gebäude haben einmal viel Geld gekostet
und ökologisch bereits einen grossen Fussabdruck hinterlassen.
Es ist deshalb oft sinnvoll, sie ganz oder teilweise
zu erhalten, anstatt sie abzureissen, zu entsorgen
und neu aufzubauen. Was vom Bestand förderlich wiederverwendet
werden kann, hängt von verschiedenen
Faktoren ab. Wie soll das Gebäude zukünftig genutzt
werden? Welche Anforderungen werden an Qualität
und Lebensdauer gestellt? Wie schwierig ist im jeweiligen
Fall die Demontage und Montage von Bauteilen?
Baumaschinen
Baustellen verursachen viel Lärm, Feinstaub und CO 2
-
Emissionen. Der Einsatz von elektrischen Baumaschinen
trägt massgeblich zur Dekarbonisierung des Bausektors
und zur Reduktion der Emissionen bei. Bereits
heute gibt es kabel- oder akkubetriebene elektrische
Baufahrzeuge – von der Elektrokettenfräse bis zum
Pneulader.
Die Darstellung ist plakativ und die Werte variieren je nach Quelle. Massgeblich für den Klimafussabdruck
sind die Langlebigkeit, Kreislauffähigkeit, Herkunft und der Anteil an eingesetzter erneuerbarer Energie.
– 56 –
– 57 –
Bauen mit klimafreundlichen Rohstoffen.
Bahnstationen Alp Dado, Mutta Rodunda,
Treis Palas, Fuorcla da Sagogn und
La Siala
Senda dil Dragun
Im Juni 2021 wurde der längste Baumwipfelpfad der
Welt eröffnet. Die «Senda dil Dragun» zwischen Laax
Murschetg und Laax Dorf. Für die gesamte Holzkonstruktion
wurden 100 % einheimisches Holz aus nachhaltiger
Forstwirtschaft verbaut, das vor Ort gewachsen, gefällt und
verarbeitet wurde. Am Beispiel des Baumwipfelpfads
lässt sich eindrücklich erkennen, wie die Wahl der Materialien
den Fussabdruck eines Neubaus beeinflusst und
warum das Bauen mit Holz besser für das Klima ist als die
Verwendung von Beton oder Stahl.
Zehn Sesselbahnstationen sind in den vergangenen
Jahren im Rahmen des Masterplans «Revolution am
Berg» mit Holz aus Graubünden errichtet worden. Der
Masterplan gibt vor, die Stationen mit klimafreundlichen
Baustoffen nachhaltig und einfach zu bauen
und dabei bereits den Rückbau zu bedenken. Alle
Stationen wurden mit Bündner Holz erstellt. Holz, das im
Kanton wuchs und komplett im Kanton verarbeitet wurde.
Elektrobagger übernehmen auf
Baustellen: Nagens Trail 2020
aus E-Energie.
004. DEKARBONISIERUNG GEBÄUDEBESTAND
Der Nagens Trail 2020 ist der weltweit erste, vollständig
mit E-Energie erbaute Mountainbike-Trail. Für den gesamten
Bau wurden vom Bagger über den Presslufthammer
bis zur Kettensäge sämtliche Gerätschaften
mit erneuerbarer elektrischer Energie betrieben. Selbst
die Anfahrt der Trailbauenden und aller weiteren am
Bau beteiligten Personen erfolgte ausschliesslich per
E-Auto oder E-Bike.
9,1m 3 Bewehrungsstahl
1060 m 3 Holz
650m 3 Beton
-1'060t
CO 2
+ 105t
CO 2
+ 182t
CO 2
– 58 –
– 59 –
02. ENERGIE
– 005. 3 - Solararchitektur
Die Sonne liefert viel mehr Energie, als die Menschheit verbraucht.
Solarstrom gilt deshalb auch als die Schlüsseltechnologie der
Energiewende. Die neuste Solarstrom-Potenzialstudie der Solar-
Solarenergie ist schön, schön günstig
und ganz schön effizient!
005. SOLARARCHITEKTUR
agentur Schweiz zeigt auf, dass über 400 TWh Strom pro Jahr alleine
am Gebäudebestand erzeugt werden können. Zum Vergleich: Die
Schweizer Wasserkraft und Atomkraft produzieren zusammen lediglich
63 TWh im Jahr.
Gesamt-
Energieverbrauch
Einsparpotenzial
- 140
TWh/a
Energieverbrauch
Schweiz
PV-Potenzial am
Gebäudebestand
Atomstrom & Wasserkraft
240
TWh/a
100
TWh/a
400
TWh/a
63
TWh/a
Heute
Zukunft
Würden die Energieverluste bei Gebäudesanierungen und bei der Verbrennermobilität vermieden
werden, wäre das Solarstrompotenzial 4 mal höher als der Energiebedarf.
Quelle:
Solarstrom-Potenzialstudie
– 60 – – 61 –
Auf die Plätze, fertig, los!
Legen wir einen Solar-Sprint hin.
61'000 KWp
Solarstrom bietet mit mindestens 160GWh/a am
Gebäudebestand das grösste Potenzial für regionale
erneuerbare Energie in der Destination – ganz ohne dabei
die Natur in Mitleidenschaft zu ziehen. Von der bestehenden
Fläche am Gebäudebestand der Destination
Behalten wir das aktuelle Ausbautempo der letzten
zehn Jahre bei, dauert es noch 500 Jahre, bis wir das
Solarstrompotenzial der Destination ausgeschöpft
haben. In 500 Jahren könnte eine Schnecke 19 ' 0 00 km
zurücklegen – und wir sollen so lange brauchen, um
Aktuell schöpft die Gemeinde Flims erst 0,7% ihres
Solarstrompotenzials aus und bildet das regiona-
005. SOLARARCHITEKTUR
werden 2021 jedoch erst rund 2% zur Energie-
läppische 1,1 km 2 Solaranlagen zu bauen? Das kann
le Schlusslicht im Umrüstungsrennen. Falera schöpft
gewinnung genutzt!
doch nicht sein …
1,9%, Laax 2%, Sagogn 2,9% und Trin 3,2% des
41'000 KWp
jeweiligen Solarstrompotenzials aus. Schluein führt
die Liste der Gemeinden mit 6% an. Der Kanton
Graubünden schöpft momentan gerade mal 2,8 % und
die Schweiz 4,2 % des Solarstrompotenzials aus. Die
WAG als Unternehmen kommt auf 6,2 %.
Quelle: VESE - Verband
unabhängiger Energieerzeuger
Daten: Stand 2021
Falera
22,3km²
Schluein
4,8km²
Laax
31,7km²
Flims
50,45km²
Sagogn
6,9km²
Trin
47,17km²
1.1km 2
Lediglich 1,1 km 2 oder
0,7 % der Destinationsfläche
würden reichen, um den
gesamten Energiebedarf
der Destination zu 100 %
mit einheimischem Solarstrom
abdecken zu können.
Potenzial kWp Installierte Leistung kWp
403 kWp
809 kWp
25'000 kWp
480 kWp
20'000 kWp
652 kWp
12'000 kWp
347 kWp
13'000 kWp
756 kWp
3'000 kWp
186 kWp
Flims
Laax
Falera
Trin
Sagogn
Schluein
WAG
– 62 – – 63 –
Solarstrom,
die preisgünstigste Energie.
PV-Dächer erfüllen heute die gleichen Dach- und
Schutzfunktionen wie traditionelle Dächer, haben
aber eine zweite Funktion als Solarstromproduzenten.
Vergleicht man Ziegel-, Eternit- oder Blechdächer mit
PV-Dächern, so kosten Letztere zwar CHF 600.– pro
6 m 2 mehr, bringen dafür aber 1'000 kWh/a Solarstrom
pro Jahr ein.
Solarstrom für 3 Rp./kWh
für Neubauten und Ersatzdächer.
Die preisgünstigste erneuerbare Stromproduktion ist
die Solarenergie auf Gebäuden. Für 3 Rp./kWhkann
Solarstrom bei Neubauten oder Ersatzdächern ohne
Betriebssubventionen erzeugt werden. Zum Vergleich:
Die Durchschnittskosten für Energie aus Schweizer
Kleinwasserkraftwerken belaufen sich auf zwischen
16.5 Rp./kWhbis 38.5 Rp./kWh. Bei einer Verzinsung
und Amortisation der Mehrkosten von CHF 600 zu 5 %
(3 %+2 %) werden Kosten von CHF 30.-/a verursacht.
Dem gegenüber steht die Stromproduktion von 1'000
kWh/a. Daraus ergeben sich effektive Solarstromkosten
von nur 3 Rp./kWh. Zum Vergleich kostet Haushaltsstrom
rund 20 Rp./kWh. Quelle: Solaragentur Schweiz
005. SOLARARCHITEKTUR
Blech-, Eternit- oder
Ziegeldach (CHF 150.–/m 2 )
Kosten: 6 m 2 ≈ CHF 900.–
Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energiequellen
schneidet die Solarenergie weitaus am besten ab.
1 m 2 1 m 2
Pflicht Solarstromerzeugung. Quelle: Geoportal der kantonalen Verwaltung GR - Thema: Globalstrahlung
1 m 2 Seit Januar 2021 gilt das neue Energiegesetz
in Graubünden. Es schreibt bei
einem Neubau eine Solarstromanlage vor.
PV-Dach 6m 2 ≈ 1'000 kWh/a
Kosten: 6 m 2 ≈ CHF 1'500.–
Wasser (=1 m 3 )
Niederschlag
1 kWh
Wasserkraftwerk
400 m Gefälle
Holz
Biomasse
2 kWh
Holzofen
PV
Solarstrom
200 kWh
Solarzellen
Solarstrom Förderprogramme
Einmalvergütungen Bund
Mit einmaligen Investitionsbeiträgen fördert der Bund
die Stromproduktion aus PV-Anlagen. Informationen
zum Anmeldeverfahren finden sich auf der Website
von pronovo.ch.
Winterstromförderung Kanton
Zusätzlich fördert der Kanton Graubünden Photovoltaikanlagen,
welche speziell zur erhöhten Winterstromproduktion
ausgelegt werden (an Fassadenanlagen
oder als vertikale Systeme), mit weiteren Beiträgen.
Als Einmalvergütung darf man vom Bund mit ca.
CHF 380.–/kWp und vom Kanton für Winterstromanlagen
zusätzlich mit ca. CHF 600.–/kWp rechnen.
– 64 –
– 65 –
Plusenergie-Bauwerke (PEB), überzeugen durch ihre Architektur und ihre hohe Effizienz.
Solarenergie ist schön.
PEB nehmen eine Vorreiterrolle ein und beginnen so bereits heute, Ortsbilder zu prägen. Die
Solar Agentur Schweiz zeichnet seit 2010 jedes Jahr die besten Plusenergie-Bauten aus.
Mit dem Solarstromüberschuss
können
25 E-Autos jährlich
12'000 km CO 2
-frei
fahren.
005. SOLARARCHITEKTUR
Sanierung PEB-EFH Hug, Flims/GR
Neubau PEB-EFH Casa Viez, Flims/GR
Das 1962 erstellte Ferienhaus in Flims/GR verbrauchte
vor der Sanierung 44'000 kWh/a. 80% davon entfielen
auf die Ölheizung, welche durch eine Wärmepumpe
ersetzt wurde. Das Gebäude zeichnet sich durch
eine gute Wärmedämmung aus. Dadurch benötigt es
nur noch 12'000 kWh/a oder 27% des ursprünglichen
Energiebedarfs. Mit der 22-kWp PV-Dachanlage
erreicht der Plusenergie-Bau eine Eigenenergieversorgung
von 158 %.
∙ Energiebedarf vor Sanierung
44'000 kWh/a
∙ Energiebedarf nach Sanierung
12'000 kWh/a
∙ Eigenenergieversorgung
158 %
Das Einfamilienhaus Casa Viez in Flims/GR ist ein
Ersatzneubau aus einheimischem Holz. Eine vorbildliche
Wärmedämmung von mehr als 40 cm, maximal sparsame
Haushaltsgeräte und LED-Beleuchtung führen zu
einem niedrigen Energiebedarf von rund 12'200kWhpro
Jahr. Die in die Fassade integrierte 4kWp PV-Anlage und
die ganzflächig ins Dach integrierten 14kWp Solarpanels
liefern zusammen jährlich über 15'000kWh. Damit
erreicht das zweistöckige Wohnhaus eine Eigenenergieversorgung
von 124 %.
∙ Energiebedarf
12'200 kWh
∙ Solarstromproduktion
15'000 kWh
∙ Eigenenergieversorgung
124 %
Rekordbau PEB-EFH Brunner-Bapst, Waltensburg/GR
Die am 13. Dezember 2019 in Betrieb genommene PV-Dachanlage ist nach Ost-West ausgerichtet. Mit einer nicht
übertriebenen Wand- und einer beispielhaften Dachdämmung von 20 bzw. 36 cm, den mehrheitlich verwendeten
A+++ Haushaltsgeräten und LED-Lampen weist das Gebäude einen Gesamtenergiebedarf von 4'915 kWh/a
auf. Mit einer Leistung von 48.36 kWp produziert die PV-Dachanlage auf einer Fläche von 270,4 m2 sensationelle
40'200 kWh/a. Die Eigenenergieversorgung beträgt damit 817 %. Der Solarstromüberschuss beläuft sich auf
35'239 kWh/a.
∙ Energiebedarf: 4'915 kWh/a ∙ Solarstromproduktion 40'200 kWh/a ∙ Eigenenergieversorgung: 817 %
Quelle: Solar Agentur Schweiz
– 66 –
– 67 –
Die WAG-Solarstrom-Revolution.
In den nächsten Jahren plant die
WAG eine Solarstrom-Revolution
und wird den Ausbau der eigenen
Gebäude massiv vorantreiben.
4'000'000
3'000'000
12
005. SOLARARCHITEKTUR
2021 liegt das Solarstrompotenzial
mit geeigneten Flächen an
43 Gebäuden, bei 3'000'000 kWh
im Jahr. Das entspricht rund 25 %
des heutigen WAG-Strombedarfs.
2'000'000
1'500'000
1'000'000
9
10
11
Vom Solarstrompotenzial am
Gebäudebestand wird heute erst
ein einstelliger Prozentsatz genutzt.
Das entspricht einem Solarstromanteil
von 1,2 % am Gesamtstrombedarf.
Bis 2030 sollen es
mindestens 12 % sein.
8
500'000
6 7
4 5
1 2 3
0kWh
2014 2022 Solarstrom-Revolution
1 + 5'000 kWh – Alp Dado
9 + 200'000 kWh – Flem Xpress Nagens
2 + 6'000 kWh – Lavadinas
+ 70'000 kWh – Arena Express Nagens
3 + 21'900 kWh – Crap Masegn
+ 30'000 kWh – rocksresort IV
4 + 23'490 kWh – Fuorcla Da Sagogn
10 + 250'000 kWh – Crap Sogn Gion
+ 20'000 kWh – La Siala Talstation
+ 100'000 kWh – Arena Express Scansinas
5 + 7'350 kWh – Arena Express Scansinas
+ 100'000 kWh – Mutta Talstation
6 + 64'800 kWh – Laax Muerschetg Talstation
11 + 150'000 kWh – Masegn Vorab
7 + 25'000 kWh – Riders Hotel
+ 40'000 kWh – Fuorcla Vorab
8 + 170'000 kWh – Arenaexpress Flims
+ 150'000 kWh – Bergstation Vorab
+ 123'000 kWh – Flem Xpress Flims
12 + 8'170'000 kWh – Hochalpine Solaranlage Vorab (würde
+ 165'000 kWh – Flem Xpress Foppa
die Solarstromproduktion und den Selbstversorgungsgrad
massiv erhöhen)
– 68 –
– 69 –
Ausgezeichnete Bergbahnstationen.
Die WAG gewinnt den «Solarpreis 2016» für die sechs neuen Bergbahnstationen
mit vorbildlich integrierten Solaranlagen.
005. SOLARARCHITEKTUR
5,1 kWp – Talstation Alp Dado, Baujahr 2011, Ø 4.9 MWh/a 6,5 kWp – Talstation Lavadinas, Baujahr 2012, Ø 6.1 MWh/a
21 kWp – Crap Masegn Bergstation, Baujahr 2015, Ø 22,2 MWh/a
7,6 kWp – Talstation Scansinas, Baujahr 2017, Ø 7,3 MWh/a
24 kWp – Bergstation Fuorcla Sura, Baujahr 2015, Ø 21,7 MWh/a
20 kWp – Talstation Alp Sogn Martin, Baujahr 2015, Ø 20 MWh/a
75 kWp PV-Anlage, Talstation Laax Murschetg, Baujahr 2018, Ø 7,3 MWh/a
– 70 – – 71 –
160 kWp PV-Anlage
Stennazentrum
2022/23, Ø 160 MWh/a
Die Solarstrom-Revolution beginnt
an der Talstation Flims.
Mit den Solaranlagen auf dem Dach des Arena Express und auf der
geplanten Talstation des Flem Xpress wird die WAG die eigene Solar-
stromproduktion am Gebäudebestand mehr als verdoppeln.
005. SOLARARCHITEKTUR
170 kWp PV-Anlage
Arena Express Talstation Flims
2022, Ø 160 MWh/a
Auch die Eigentümer des Stennazentrums springen auf den WAG-Solarschnellzug
auf und planen auf dem Dach des Gebäudes eine PV-Anlage.
So kommen alleine an der Talstation Flims rund 450 kWp installierte
Leistung zustande (das entspricht dem Energiebedarf von rund 100 Haushalten
mit vier Familienmitgliedern). Das ist gut, aber noch nicht gut genug!
Damit das Solarstrompotenzial der Destination bis 2050 komplett
ausgeschöpft werden kann, sollten in der gesamten Destination jedes Jahr
zusätzliche Solaranlagen mit einer Leistung von 4'000 kWp installiert
123 kWp PV-Anlage
Flem Xpress Talstation Flims
2024, Ø 80 MWh/a
werden. Das entspricht 10 Mal der geplanten Leistung der Talstation Flims
– und das jährlich, während 20 Jahren!
– 72 –
– 73 –
Vom Sanierungsfall zum
Greenstyle-Vorzeigedach.
Nach gut 19 Jahren war das Dach des Riders Hotel ein
Sanierungsfall. Wo vorher nur eine Steinwüste war, entstand
Graubündens erste bifaziale vertikale Winterstrom-
Solaranlage in Kombination mit einer Dachbegrünung.
Seit Herbst 2019 produziert die Winterstrom-Solaranlage
auf dem Hoteldach des Riders Hotel 365 Tage im
Jahr Energie. Dank Einmalvergütung und Winterstromfördergelder
von Bund und Kantonen lohnt sich die Anlage
wirtschaftlich. Mit dem Ertrag der PV-Anlage wird
über die Lebensdauer so viel Geld eingespart, dass in
ferner Zukunft eine weitere Dachsanierung inkl. PV-
Anlage von den Ersparnissen finanziert werden kann.
Die vertikal angeordneten Photovoltaikmodule fangen
das Sonnenlicht der tiefer stehenden Wintersonne optimal
ein und bleiben schneefrei. Sie sind deshalb prädestiniert
für die Erzeugung von Winterstrom. Die sogenannten
bifazialen Module der Anlage ernten beidseitig
Strom und arbeiten effizienter auf hellem Untergrund.
Vom Schnee reflektiertes Sonnenlicht erhöht den Ertrag
zusätzlich. Solche Anlagen leisten einen wichtigen
Beitrag zur Vermeidung der viel diskutierten Winterstromlücke.
Die Vision vom Zauberteppich der Zukunft:
Ein Transportförderband, das auch Solarenergie produziert, und der Natur auf dem
Dach zurückgibt, was ihr unten an Fläche weggenommen wird. Der Holzbau soll aus
regionalem Holz gefertigt und Unebenheiten sollen mit Trockensteinmauern ausgeglichen
werden. Ein Solarenergieproduzent aus Schweizer Holz und Dachbegrünung!
005. SOLARARCHITEKTUR
Das Dach vor der Sanierung ...
... und nach der Sanierung.
3-2-1 – Strom an!
Das Riders Hotel in Laax Murschetg.
– 74 – – 75 –
02. ENERGIE
– 006. 4 - Elektrifizierung der Mobilität
Geilo, von null auf hundert in unter drei Sekunden: Das schaffen
der neuste Lamborghini oder ein Formel 1 Powerboat. Nur die CO 2
-
Emissionen schiessen noch schneller davon! Der Gedanke daran
006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT
nimmt dann auch dem rasantesten Rennboot schnell den Wind aus
den Segeln und bringt jeden Klimaschützer von null auf hundert –
in unter drei Sekunden.
Die Elektromobilität kommt schneller als
erwartet. Im Jahr 2020 kratzte der Anteil
reiner Elektrofahrzeuge erstmals an der
10 %-Marke der Neuzulassungen. Der Trend
setzt sich 2021 mit bereits 13 % reinen
Steckerfahrzeugen fort. Die Schweiz steht
damit im europäischen Vergleich irgendwo
im Mittelfeld. Bereits weit fortgeschritten ist
Norwegen. Dort sind schon heute 7 von
10 neu zugelassenen Fahrzeugen reine
Elektrofahrzeuge. Logisch eigentlich, denn
ein Batterie-Auto (BEV) hat gegenüber dem
Diesel- und Benzin-Auto gleich mehrere Vorteile.
Quelle: TCS
Auf dem Berg und im Tal: Die Zukunft der Fahrzeuge in der Destination ist elektrisch.
Die Vorteile eines
BEV gegenüber
einem Verbrenner:
→ Kann CO 2
-neutral mit regionaler, erneuerbarer Energie
betrieben werden. Zum Beispiel mit Solarstromüberschüssen
eines PEB.
→ Ist über den gesamten Lebenszyklus gesehen, im
Vergleich zu einem Verbrenner trotz des anfänglich
höheren CO 2
-Budgets, ökologischer.
→ Ist im Betrieb günstiger als der gleichklassige Verbrenner
und verbraucht bis zu 60 % weniger Energie.
→ Hilft die Lärmemissionen zu senken und die Luftqualität
zu verbessern.
→ Rohstoffe, welche für die Batterien benötigt werden,
sind wertvoll und mehrheitlich recycelbar.
Erdöltreibstoffe hingegen werden bei der Verbrennung
vernichtet und erwärmen das Klima. Beim
Abbau der Rohstoffe gilt es industrieübergreifend
die Ausbeutung von Mensch und Natur zu verhindern
und Missstände dringend zu beheben.
– 76 –
– 77 –
Winterurlaub mit dem PKW schneidet
vergleichsweise gut ab –
mit dem Elektroauto noch viel besser.
Wie belastend der Reiseverkehr tatsächlich ist, hängt stark vom Transportmittel und
der zurückgelegten Strecke ab. Fest steht: Der Reiseverkehr ist verantwortlich für
einen Grossteil der durch die Mobilität freigesetzten CO 2
-Emissionen vor Ort.
Alternative Antriebe
für die Pistenpräparierung.
Wo für die allermeisten Fahrzeuge der Weg zur Elektrifizierung heute geebnet ist,
haben die Hersteller von Pistenmaschinen noch mit Hürden zu kämpfen. Sie arbeiten
zum einen mit Hochdruck an neuen Antriebstechnologien und zum anderen an
klimafreundlicheren Treibstoffen als Übergangslösung – bis der Verbrennungsmotor
durch E-Antriebe ersetzt wird.
006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT
Wie Ferien die Umwelt belasten:
Heliskiing Kanada - 14 Tage, Flugzeug
All Inclusive Phuket - 14 Tage, Flugzeug
Karibikkreuzfahrt - 14 Tage, Flugzeug
Wohnmobil USA - 14 Tage, Flugzeug
Safari Tansania - 13 Tage, Flugzeug
HVO-Kraftstoff
HVO-Kraftstoff basiert auf hydrierten pflanzlichen und
tierischen Fettabfällen und reduziert den C0 2
-Ausstoss
um rund 90% gegenüber dem klassischen Diesler. Ab
2022 können sämtliche neuen Pistenfahrzeuge der
Marke PistenBully mit HVO-Kraftstoff fahren.
Tauchferien Ägypten - 7 Tage, Flugzeug
Mittelmeerkreuzfahrt - 7 Tage, Zug
Badeferien Italien - 7 Tage, Hotel, Zug
Skiferien Davos* - 7 Tage, Hotel, PKW
Badeferien Kroatien - 7 Tage, Ferienhaus, PKW
Wellness Österreich - 7 Tage, Hotel, PKW
Velofahren Frankreich - 7 Tage, Hotel, Zug
Treibhausgasemissionen
pro Person und Feriendauer
in kg CO 2
Wasserstoff-H2-Antrieb
Seit 2019 beschäftigen sich Hersteller mit der Entwicklung
von wasserstoffbetriebenen Pistenfahrzeugen. Eine
vielversprechende Alternative zum Diesler, die bis zur
Serienreife jedoch noch einen langen Weg vor
sich hat. Es wird viel Zeit beanspruchen, die Skigebiete
mit entsprechenden Tankstellen auszustatten.
Skiferien Laax- 7 Tage - Ferienhaus, PKW
Wanderurlaub Schweiz - 7 Tage, Zug
Balkonien Schweiz - 7 Tage
0 2500 4500
* Man kann davon ausgehen, dass Skiferien in LAAX etwa im gleichen Umfang umweltbelastend sind,
wie Skiferien in Davos. Quelle Grafik: Studienautor ESU-Services GmbH (2010): Umweltbelastung
verschiedener Ferienszenarien. Auftraggeber: WWF Schweiz
E-Antriebe
Eine kleine E-Pistenmaschine ist auf dem Weg zur
Serienreife und präpariert bereits heute Langlaufloipen
und Wanderwege rein elektrisch. Bereits seit 2012 ist der
Pistenbully 600 E+ mit Diesel-Hybrid-Antrieb im Einsatz.
Mit ihm lassen sich bis zu 20% Treibstoff einsparen.
– 78 –
– 79 –
* 600 E+ diesel- hybrid
*
Obwohl die An- und Abreise den
Löwenanteil an verkehrsbedingten
C0 2
-Emissionen in der Destination
ausmacht, ist dieser Teil des
Kuchens nur bedingt direkt
beeinflussbar.
006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT
Eine gute Anbindung ans
öffentliche Verkehrsnetz, die
Förderung von Langsamverkehr,
innovative Sharing-Konzepte
und die Elektrifizierung spielen
eine entscheidende Rolle für
die Mobilität der Zukunft.
2021 sind die meisten WAG-Fahrzeuge noch Verbrenner. Das soll sich ändern. Zukünftig sollen keine neuen Verbrenner mehr dazukommen.
Stattdessen sollen ausrangierte Fahrzeuge durch E-Fahrzeuge ersetzt werden – und die Flotte grüner und grüner werden!
– 80 –
– 81 –
Beispiele WAG.
50000
40000
30000
20000
Schluein
Laax
Trin
Flims
006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT
10000
0
Fahrten
KM
Fahrten
KM
BERGBAHNEN
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Die WAG betreibt alle Sessel-, Gondel-, und Luftseilbahnen
und die Skilifte mit 100% erneuerbarer
Energie! Unsere Bergbahnen zählen zu den
klimafreundlichsten Transportmitteln.
• Seit 2008 100% erneuerbar
• 0 Emissionen
• Jährlich werden im Schnitt 7 Millionen
Personen klimafreundlich befördert
LAAX E-SUTTLE
ON DEMAND
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Der LAAX E-Shuttle ist das moderne Ruftaxi
der Destination und fährt zu 100% mit regionalem
erneuerbarem Strom.
• Seit 2017 klimaneutral im Einsatz
• Buchbar über die INSIDE LAAX App
• Verfügbar abends, innerhalb der Destination
• Fahrtkosten von CHF 24.– gehen zu
100 % an die Greenstyle Foundation
SPONTI-CAR
CAR-SHARING IN DER DESTINATION
Wer spontan stunden- oder tageweise ein Auto
braucht, hat seit 2020 die Möglichkeit, ein
Elektroauto zu mieten. Bereits für CHF 5.– pro
Stunde ist man emissionsfrei unterwegs. Ohne
km-Begrenzung und ohne zusätzliche Kosten.
Momentan kann in LAAX im Parkhaus an der
Talstation, in Flims Dorf, in Trin bei der Bushaltestelle
Quadris und in Schluein je ein Auto ausgeliehen
werden.
ELEKTROSCHNEEFRÄSE
BELEUCHTUNG
BAUMWIPFELPFAD
TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Leise und kraftvoll: Seit Herbst 2021 räumt die
neue Elektroschneefräse den 1,5 km langen
Baumwipfelpfad. Im Sommer kommt sie als
Balkenmäher zum Einsatz.
• 0 Lärm, 0 Abgas, 0 CO 2
• Mit 2 Wechselbatterien
SCHLUEIN (AB HERBST 2021)
LAAX
TRIN
FLIMS
2'4161 833
616
40'204
FAHRTEN
KM
FAHRTEN
2020 2021
KM
– 82 –
– 83 –
Beispiele WAG.
006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT
LADEINFRASTRUKTUR
E-FAHRZEUGFLOTTE
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Seit 2021 stehen der stetig wachsenden WAG-
E-Fahrzeugflotte in der Parkgarage des signonahotels
bereits 8 Ladestationen zur Verfügung.
• Freischaltung durch RFID-Karte
• 100% regionaler erneuerbarer Strom
• Ladeleistung 22kW
E-BIKES FÜR GÄSTE
IM SIGNINAHOTEL
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Den Gästen des signinahotels werden im Sommer
useren E-Bikes kostenlos zur Verfügung gestellt.
• Sportlich und CO 2
-frei mobil
• Problemloses Laden an vielen Ladestationen
in der ganzen Destination
GHOST KITCHEN
DELIVERY
Ob Pizza, Burger oder Bündner Spezialitäten,
seit 2020 wird dein Essen klimafreundlich mit
dem Elektroauto ausgeliefert.
• 0 Lärm, 0 Emissionen
• 100% erneuerbare Energien
• Lieferung aus diversen Restaurants
SNOW'N'RAIL LAAX
GÜNSTIG MIT DEM ZUG ANREISEN
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Das SBB-Kombi-Angebot Snow'n'Rail bietet
reduzierte Preise für Wintersportler, die mit der
Bahn anreisen. Wer bei der SBB eine Fahrkarte
und Bergbahnticket kauft, erhält 20 % Rabatt.
• Weniger CO 2
bei der Anreise
• Rabatt auf Zugfahrt und Bergbahnticket
– 84 –
– 85 –
Ladestationen in der Destination.
E-Autofahrern stehen in der Destination über
1
Es ist toll, dass immer mehr Gäste mit dem Elektroauto anreisen – das machen
sie aber nur, wenn sie ihr E-Auto vor Ort unkompliziert und zeitig laden können.
Deshalb baut die WAG gemeinsam mit den Gemeinden die Ladeinfrastruktur in der
Destination immer weiter aus.
Die WAG betreibt bereits seit 2013 die ersten Ladestationen
in den Parkhäusern an den Talstationen. Ein eigenes Ladekabel wird nicht benötigt. Ein
lich erneuerbarer Strom, bezahlt wird mit Kreditkarte.
2021 sind es schon über 50 öffentliche Ladeplätze mit Lastmanagement stellt sicher, dass das Stromnetz
je 22 kW Ladeleistung, – damit lässt sich der Akku in nicht überlastet wird.
wenigen Stunden aufladen. Getankt wird ausschliess-
50 öffentliche Ladestationen zur Verfügung.
In LAAX ist die Batterieauto-Dichte
im schweizweiten Vergleich extrem hoch.
6
7
2
3
4
5
1 WOHN- UND PFLEGEHEIM PLAIDS
1 mit 1 Ladepunkt, Typ 2 Buchse, 22 kW
CHF 0.30 pro kWh, Kreditkarte
006. ELEKTRIFIZIERUNG DER MOBILITÄT
2 PARKHAUS STENNAZENTRUM FLIMS
15 Stationen (3 auf jedem Stockwerk), Typ 2 Kabel, 22 kW
CHF 0.30 pro kWh, mit Kreditkarte
3 CHESA, FLIMS
1 mit 2 Ladepunkten, Typ 2 Buchse, 22 kW
CHF 0.30 pro kWh, Kreditkarte
8
4 SEGNES CENTER FLIMS
2, Typ 2 Buchse, 22 kW
CHF 0.30 pro kWh, easy for you oder Kreditkarte
5 PARKPLATZ CAUMASEE PFERDEUNTERSTAND
2, Typ 2 Buchse, 22 kW
CHF 0.30 pro kWh, easy for you oder Kreditkarte
6 PARKAUS TALSTATION BERGBAHNEN LAAX
24, Typ 2 Kabel, 22 kW
CHF 0.30 pro kWh, Kreditkarte
7 PARKHAUS TALSTATION LAAX ROCKSRESORT GARDEN
6 (2 pro Stockwerk), Typ 2 Kabel, 22 kW
CHF 0.30 pro kWh, Kreditkarte
8 PARKPLATZ LAAXERSEE
2, Typ 2 Buchse, 22 kW
CHF 0.30 pro kWh, easy for you und Kreditkarte
9
9 PARKPLATZ GOLFPLATZ SAGOGN
2, Typ 2 Buchse, 22kW
CHF 0.30 pro kWh, Easy for you
9 WOHN- UND PFLEGEHEIM PLAIDS
1 mit 1 Ladepunkt, Typ 2 Buchse, 22 kW
CHF -.30 pro kWh, Kreditkarte
– 86 –
– 87 –
02. ENERGIE
– 007. 5 - Grosskraftwerke: Wasserkraft,
Photovoltaik und Windpark
Maximale Energieeffizienz und
Solarenergie am Gebäudebestand
könnten den gesamten Energiebedarf
der Zukunft mit regionaler
erneuerbarer Energie abdecken,
ohne die Natur zusätzlich zu
belasten. Da der Ausbau aktuell
noch zu langsam voranschreitet,
braucht es zusätzlich Grosskraftwerke
um den steigenden
Strombedarf abzudecken.
Machbarkeitsstudie
alpiner Windpark Vorab.
Windenergie ergänzt Sonnenenergie optimal, da der
Wind oft dann weht, wenn die Sonne nicht scheint – und
so gerade in der Nacht und im Winter wertvolle Energie
liefern kann.
In Zusammenarbeit mit der Flims Electric AG und der
sol-E Suisse AG wurden bereits 2013 Machbarkeitsabklärungen
für einen Windpark auf dem Vorab abgeschlossen.
Für die Studie wurde ein Szenario gewählt,
welches 6 Turbinen mit einer Gesamthöhe von 125m
und einer installierten Leistung von insgesamt 9 MW
umfasst. Ein solcher Windpark würde 18 GWh/a erneuerbare
Energie produzieren, was dem jährlichen Verbrauch
von rund 5'000 Haushalten entspricht. Damit
Windturbinen in dieser Grössenordnung auf den Vorab
transportiert werden können, müsste jedoch die Strasse
erheblich ausgebaut werden.
Eine Alternative sind Kleinwindkraftwerke wie zum Beispiel
die DALIFANT 11 kW Windturbine der Firma Innoventum.
Die DALIFANT liefert gemäss Hersteller 5 Mal
mehr Energie pro Kilo eingesetztes Material als grosse
Windkraftanlagen und produziert rund 35'000 kWh/a,
was etwa der Leistung von 200 m 2 Solarpanels entspricht
– das auf einer Bodenfläche von weniger als 20 m 2 .
Dank Modularität lässt sich die Windturbine einfach
transportieren und installieren. Die DALIFANT ist, so
heisst es seitens Innoventum, dank drei unabhängigen
Bremssystemen, die weltweit sicherste und meistzertifizierte
Kleinwindanlage.
DALIFANT 11 kW Windturbinen,
installiert auf 20 m hohen
Leimholz-Modultürmen,
die zusätzlich CO 2
speichern.
Der Vorab ist für die Windenergienutzung
in mehrfacher Hinsicht geeignet:
→ Gute Windverhältnisse
→ Erschlossenes Gebiet
→ Grosse Distanz zu besiedeltem Gebiet
→ Bereits bebaute Umgebung
007. GROSSKRAFTWERKE: WASSERKRAFT, PHOTOVOLTAIK VVUND WINDPARK
– 88 –
– 89 –
Projektidee alpines Solarkraftwerk Vorab.
Ertragsprognose:
Die Grundidee dieses Projekts: Ein alpines Solarkraftwerk
auf dem Vorab auf über 2600 m ü.M. soll für
grosse Winterstromsicherheit sorgen. Dank der hohen
Sonneneinstrahlung und durch die zusätzliche Reflexion
des Schnees könnten hohe Erträge von 1'400 kWh/kWp
erreicht werden. Vergleichbare, tiefer gelegene Anlagen
ohne Schneereflexion bringen rund 1'000 kWh/kWp.
Obwohl am Gebäudebestand der Destination, bei maximaler
Effizienz, theoretisch der gesamte Energiebedarf
mit Solarstrom abgedeckt werden könnte, ist das alpine
Solarkraftwerk mehr als eine Überlegung wert. Da der
Vorab bereits erschlossen ist und aktiv bewirtschaftet
wird, würde hier auch nicht in unberührte Natur eingegriffen
werden. Der Vorab ist nicht nur ein idealer Standort
für einen Windpark, sondern auch für ein alpines
Solarkraftwerk.
→ 5'816 kWp installierte Leistung
→ 1'400 kWh/kWp spezifischer Ertrag
→ 8,17 GWh/a mittlerer Jahresertrag
Das entspricht ungefähr dem
Jahresstrombedarf der Bergbahnen!
007. GROSSKRAFTWERKE: WASSERKRAFT, PHOTOVOLTAIK VVUND WINDPARK
– 90 –
– 91 –
Wasserkraft in der
Destination.
Skypull-Drohnen für
die Höhenwindkraft.
Das Airborn-Wind-Energy-System (AWE) des Tessiner
Start-ups Skypull ist der Prototyp eines Höhenwindkraftwerk
und ein vielversprechendes Zukunfts-
02. ENERGIE
– 008. 6 - Energiespeicherung
Strom aus erneuerbaren Energiequellen fliesst nicht immer dann,
wenn er gebraucht wird. Er fliesst dann, wenn die Sonne scheint
oder der Wind bläst – nicht auf Knopfdruck. Ihm ist absolut egal, ob
die Hotelzimmer gerade ausgebucht sind und sich alle gleichzeitig
008. ENERGIESPEICHERUNG
modell, das wir in Laax auf dem Vorab Gletscher
testen möchten. Ob diese Art der Stromerzeugung
die Haare föhnen wollen oder nicht. Er fliesst eben, wenn er fliesst
grossflächig zur Anwendung kommen wird, ist noch
ungewiss.
– und die Versorgung stimmt selten mit dem Verbrauch überein!
Deshalb muss Strom gespeichert werden können. Etwa für die Nacht
oder als Winterstrom-Reserve. Bereits heute gibt es zahlreiche
innovative Möglichkeiten, Energie effizient zu speichern. Weitere
kommen laufend dazu.
Der Wasserreichtum der Region und die hohen Gefällstufen
ergeben ein Jahrespotenzial an Wasserkraft von
rund 80 GWh, das bereits heute fast ausgeschöpft ist.
Die Flims Electric AG besitzt und betreibt die Wasserkraftwerke
in der Destination. Damit die natürlichen Eigenschaften
der Gewässer nicht zu stark beeinträchtigt
Verbrauch
Produktion
Überschuss
erneuerbarer
Energie
Mangel
erneuerbarer
Energie
werden, wird immer nur eine geringe Wassermenge zur
Energiegewinnung abgeleitet. So wird beispielsweise
der Bach Flem geschützt und bleibt uns als wertvoller
Jahresenergiebilanz
Wildbach und Lebensraum erhalten.
Skypull-Drohne
Weiterführende Infos zu den Wasserkraftwerken der
Destination: sinfoniadaua.ch
– 92 –
– 93 –
Gängige und visionäre Energiespeicher.
008. ENERGIESPEICHERUNG
STAUSEEN UND
BELEUCHTUNG PUMPSPEICHERKRAFTWERKE
TIEFGARAGE ROCKSRESORT
WARMWASSER ZUR
ENERGIESPEICHERUNG BELEUCHTUNG TIEFGARAGE (POWER-2-HEAT)
ROCKSRESORT
AUFLADBARE
BATTERIEN / AKKUS
VEHICLE-TO-GRID
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE (V-2-G) ROCKSRESORT
Die bekanntesten langfristigen Stromspeicher
der Schweiz sind die Stauseen. Sie eignen sich
am besten für die Winterstromproduktion. Ein
Pumpspeicherkraftwerk ist ein eher kurzfristiger
Stromspeicher. Es besteht aus einem Wasserspeicher,
der sich auf einer Anhöhe befindet
und einem tiefer gelegenen Wasserbecken. Bei
Stromüberschuss wird Wasser in den oberen
Wasserspeicher gepumpt. Wird zu einem späteren
Zeitpunkt Strom benötigt, läuft das Wasser
zurück in den unteren See und erzeugt dabei
mittels Generatoren Strom. Eine interessante
Möglichkeit bei knappen Platzverhältnissen: die
Becken in unterirdische Stollen verlegen.
Warmwasserboiler und Heizung werden am Tag
mit Solarstrom aufgeheizt. Die Wärmeenergie
wird so im Wasser gespeichert und abends wird
mit «Solarstrom vom Tag» geduscht. In Kombination
mit einer Wärmepumpe ist ein Warmwasserspeicher
eine ökonomische und sinnvolle
Möglichkeit, um Solarstromenergie für die Nacht
zu speichern.
Aufladbare Batterien und Akkus speichern
Strom chemisch in Elektronikgeräten, Fahrzeugen
oder Grossspeichern. Auf Hawaii steht der
Tesla-Grossspeicher mit 810 Megawattstunden
Speicherkapazität – die Kapazität von 13’500
E-Autos. Immer häufiger finden Akkus als Hausspeicher
Verwendung, um Solarenergie für
die Nacht zu speichern und als hauseigenes
Notstromaggregat.
Durchschnittlich wird ein E-Auto nur rund eine
Stunde pro Tag gefahren. In der übrigen Zeit
könnte es als temporärer Energiespeicher eingesetzt
werden. Dabei würde die Fahrzeugbatterie
als Speicher dienen und die gespeicherte
Energie zu Zeiten erhöhten Bedarfs wieder dem
Stromnetz zuführen. Oder das Fahrzeug könnte
das Haus während der Nacht mit dem tagsüber
produzierten Solarstrom versorgen. Das
ist die Vision hinter den Hightech-Lösungen
Vehicle-to-Grid (V2G) und Vehicle-to-Home
(V2H). Noch ist das Zukunftsmusik und erst
wenige Fahrzeuge können Strom wieder dem
Stromnetz zuführen.
– 94 –
– 95 –
Gängige und visionäre Energiespeicher.
008. ENERGIESPEICHERUNG
WASSERSTOFF
BELEUCHTUNG (POWER-2-GAS)
TIEFGARAGE ROCKSRESORT
SPEICHERTURM
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
AKKUS
AUS HEISSEM STEIN
SOLARSTROMTARIF
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Energie aus grossen Solaranlagen in der Wüste
oder vom eigenen Hausdach wird zu Wasserstoff
und als solcher gespeichert. Diesem Verfahren
wird grosse Hoffnung zugeschrieben.
Wasserstoff erzeugt bei der Verbrennung keine
schädlichen Emissionen und lässt sich weltweit
in grossen Mengen erzeugen, lagern und
transportieren. Power-2-Gas kann so für Winterstromsicherheit
sorgen.
Es ist überraschend einfach: Mit aufeinandergestapelten
Betonblöcken lässt sich effizient
Energie speichern. Die Innovation kommt aus
dem Tessin und findet internationales Interesse.
Bei Stromüberschüssen werden einzelne Betonelemente
hochgezogen. Werden sie wieder runtergelassen,
wird durch die Erdanziehungskraft
Strom erzeugt. Bild: © Energy Vault
Ein Lösungsansatz ist die Speicherung von
Energie mittels heissen Gesteins. Mit überschüssigem,
erneuerbarem Strom wird heisse
Luft erzeugt. Diese wird genutzt, um Gestein
mit einem Föhn zu erhitzen. Die Wärmeenergie
wird darin über mehrere Tage gespeichert. Bei
Bedarf kann diese mit einer Dampfturbine
wieder zu Strom umgewandelt werden.
Das Modell Nachtstromtarif ist bekannt: Strom
wird dann preisgünstiger bezogen, wenn er
im Überfluss vorhanden ist. Zukünftig wird es
vielleicht auch einmal das Modell Solarstromtarif
geben. Geschirrspüler, Waschmaschinen
usw. starten sich vollautomatisch immer dann,
wenn Stromüberschüsse da sind.
– 96 –
– 97 –
Projektentwicklung
Multifunktionsspeichersee Nagens.
Der Multifunktionsspeichersee Nagens ist ein Gemeinschaftsprojekt
der Flims Electric AG, der WAG,
der Standortgemeinden Flims, Laax, Falera sowie
des BAFU und weiterer Stakeholder. Der Multifunktionsspeichersee
soll drei anteilsgleichen Funktionen
nachkommen: Er versorgt Karst-, Grundwasser- und
Quellsysteme in Trockenperioden mit Wasser, dient
zur Stromproduktion sowie zur dezentralen Speicherung
erneuerbarer Energie und wird für die
Beschneiung des Skigebiets genutzt. Das Projekt
wird als Pilotprogramm zur Anpassung an den Klimawandel
wissenschaftlich begleitet und vom BAFU unterstützt.
008. ENERGIESPEICHERUNG
Region Vorab/Masegn
Starkniederschläge
und Schmelzwasser
Region Segnes
Erweitertes Mehrzweck-
Speicherbecken Nagens
1970 m ü. M.
Beschneiung
des Skigebiets
Rückgabe an
natürliche
Fliessgewässer
Vision Solarstrom-Kundenspeicher:
Private PV-Anlagen-Betreiber können ihren
überschüssigen Sonnenstrom in Form von
hochgepumptem Wasser im Speichersee
Nagens zwischenspeichern und später
bedarfsgerecht wieder beziehen.
Ökostromproduktion
und Pumpspeicherung
Im Mehrzweckspeicher Nagens soll Schmelz- und
Regenwasser aus den Einzugsgebieten der schwindenden
Gletscher aufgefangen werden. Die natürliche
Geländekammer rund um das bestehende Speicherbecken
Nagens erfüllt die Voraussetzungen für einen
grösseren Mehrzweckspeicher. Vorgesehen ist eine
Erhöhung des heutigen Volumens von 220'000 m 3 auf
1 Mio.m 3 .
– 98 – – 99 –
3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION
– 03. Wasser
WATER
WATER
E F F I C I E N C Y
03. WASSER
AVOID
POLLUTION
DRINK
WATER
3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION
– 03. Wasser
Unser Trinkwasser war bestimmt schon mal Dinosaurierpipi. Das
03. WASSER
ist im Fall Fakt. Der Wasserkreislauf ist nämlich seit Anbeginn der
Zeit geschlossen, – gleiches Wasser, gleiche Menge. Also stehst
du beim Dorfwirt wegen demselben Wässerchen in der Kreide, das
der Tyrannosaurus schon mal in der Kreide gesoffen hat. Ganz schön wirre
Vorstellung. Darauf trinken wir. Prost und ex – auf Rex!
Seit der Entstehung der Erde bedeutet
Wasser Leben – für Flora, Fauna und uns
Menschen. Noch sitzen wir an der Quelle
von reichlich sauberem Wasser, dessen
Qualität jedoch nicht besser wird, je
öfter es verschmutzt und mühsam und
energieaufwendig wieder geklärt und
aufbereitet wird. Viele Gewässer werden ausserdem
durch Übernutzung und durch Bauten
belastet. «Aus den Augen, aus dem Sinn»
funktioniert zwar bei der Toilettenspülung,
langfristig geht diese Devise aber dann halt
doch nicht auf. Mit rund 6-9Liter – meist
Trinkwasser – pro Spülung lassen wir unseren
«Human Output» sorglos in der Kanalisation
verschwinden. Weitere 150 Liter folgen allein
beim Duschen. Im Laufe des Durchschnittstages
verbrauchen Herr und Frau Schweizer
so rund 300Liter Wasser.
– 102 –
– 103 –
03. WASSER
– 001. Wassereffizienz
Der Verteilkampf hat auch bei uns
längst begonnen. Wir müssen lernen,
haushälterisch und effizient mit dem
Wasser – unserem Lebenselixier –
umzugehen und Verschmutzungen
Wasserkreislauf
Beschneiung.
Der Schnee ist für die Wintersportdestination LAAX
von höchster ökonomischer Bedeutung. Durch die
Klimaerwärmung und die steigende Schneefallgrenze
macht der sich in den unteren Lagen aber zunehmend
rar. Es braucht immer öfter technischen Schnee, um
ein Grundangebot an Pisten und die viel befahrenen
Talabfahrten präparieren und öffnen zu können.
Von den rund 220 Pistenkilometern in LAAX werden
rund 55 km zusätzlich technisch beschneit, – mit je
200 Schneekanonen und Schneelanzen. Für die
Beschneiung werden, abhängig von der Wetterlage,
rund 300'000m 3 Wasser benötigt. Technischer Schnee
besteht wie Naturschnee zu 100 % aus Wasser ohne
Zusätze. Das Wasser dafür wird aus den Speicherseen
Nagens, Lag Falerin und Murschetg bezogen. Im
Frühjahr schmilzt der Schnee und das Wasser gelangt
zurück in die Natur. Der Kreislauf schliesst sich.
Infolge des Klimawandels kommt es immer häufiger zu
Wasserknappheit, gerade in der zweiten Jahreshälfte
und nach trockenen Sommern. Beschneit wird vorwiegend
im frühen Winter – dann, wenn das Wasser
am knappsten und der Wasserpegel der natürlichen
Gewässer tief ist. Damit genügend Wasser für die Beschneiung
zur Verfügung steht, ohne damit die Natur
oder die lokale Wasserversorgung zu gefährden, kommen
die Speicherseen zum Einsatz. Sie werden bereits
im Frühling mit Schmelzwasser und Oberflächenwasser
gefüllt, – dann, wenn reichlich Wasser vorhanden ist.
Für die technische Beschneiung und die Speicherung
von Wasser braucht es eine Bewilligung. Das Gewässerschutzgesetz
regelt auf Bundesebene die Restwassermenge
der natürlichen Gewässer und stellt sicher, dass
immer ein Minimum an Wasser in den Gewässern bleibt.
001. WASSEREFFIZIENZ
zu verhindern. Saving water is the
next big thing!
Das Wassereinzugsgebiet Segnas Sura
– 104 –
– 105 –
Effiziente
Armaturen.
Wassersparende Armaturen für Lavabos und Duschen
sind eine der einfachsten Massnahmen Wasser- und
Energieverbrauch zu reduzieren. Die Energieetikette
hilft, die richtige Wahl zu treffen. Alternativ gibt es Spardüsen
zum Nachrüsten. Die können einfach in Wasserhähne
oder Duschen eingesetzt werden.
2011 wurden sämtliche Duschen und Lavabos innerhalb
der WAG erfasst und grösstenteils mit Sparbrausen
und Durchflussbegrenzer ausgestattet.
→ 330 Duschen: Einsparung 7'600'000 Liter
Trinkwasser, jedes Jahr.
Bild © swissecoline.com
Grauwasser-
Aufbereitung.
03. WASSER
– 002. Verunreinigungen vermeiden
Don’t eat
yellow snow!
Das ist nicht nur ein Lied von Frank Zappa, sondern etwas,
was bei uns jedes Kind weiss. Dabei ist der gelbe
Schnee inzwischen gar nicht mehr der schlimmste. Er
schmeckt zwar bäh, ist aber immerhin biologisch abbaubar.
Der beige Schnee neben der Strasse, mit dem
ganzen Müll und dem giftigen Gummiabrieb drin, der
ist nicht abbaubar. Und jetzt, wie weiter, wohin damit,
wenn nicht essen? Dass wissen dann nicht mal mehr die
Erwachsenen – und Frank Zappa kann man auch nicht
Gülle und Insektizide, Haushalts-, Strassen- und Baustellenabwasser,
Farben, Öle und Lösungsmittel finden
regelmässig ihren Weg in die Gewässer. Vielfach werden
Gewässer über Schächte verschmutzt, die nicht an die
Kanalisation angeschlossen sind. Das Schachtwasser
in Siedlungsgebieten fliesst oft nicht durch eine Kläranlage,
sondern direkt und ungefiltert in einen Bach.
Verschmutzter Schnee, aber auch falsch entsorgte Zigaretten
oder ausgekipptes Putzabwasser gelangen so
direkt in die Gewässer und verschmutzen sie. Aber auch
Abwasser, das durch die Kanalisation in die Kläranlage
gelangt, schadet der Umwelt. Es muss energieaufwendig
wieder aufbereitet werden und Mikroverunreinigungen
senken die Wasserqualität.
002. VERUNREINIGUNGEN VERMEIDEN
mehr fragen.
→ 650 Lavabos: Einsparung 6'500'000 Liter
Grauwasser ist gering verschmutztes Wasser, das in
Trinkwasser, jedes Jahr.
jedem Haushalt anfällt – etwa beim Duschen, Baden,
Hände- und Kleiderwaschen. Mit Hilfe einer Grauwas-
→ Das entspricht 20 % des Speichervolumens
sernutzungsanlage wird dieses Wasser lokal wieder so
des Lag Falerin auf dem Crap Sogn Gion.
weit aufbereitet, dass es für die Pflanzenbewässerung,
die Waschmaschine oder für die Toilettenspülung ein
weiteres Mal genutzt werden kann, bevor es über die
Kanalisation in die Kläranlage gelangt. So kann kostba-
90 %
Less Water
res Wasser doppelt genutzt werden und zudem werden
Wasser und Energie eingespart.
80 %
Less Energy
100 %
More Comfort
Dusch- &
Badewasser
Wasser-
Recycling
Der Tesla unter den Duschen? Die Innovation «Closed
Loop Showers» der schwedischen Firma ORBITAL.
Schema einer Grauwasseraufbereitungsanlage.
Bild © orbital-systems.com
– 106 –
– 107 –
Schneeräumung.
Salz und Taumittel.
Je nach Schnee- und Wetterverhältnissen fallen tau-
Auf Strassen und Gehwegen werden Eis und Glätte zur
WAG-Tipps im Umgang mit Streusalzen:
sende von Kubikmetern Schnee an. Aber wohin mit all
Gefahr. Als Taumittel dient häufig Salz. Das kann sich
dem Schnee, besonders wenn es an Platz mangelt und
im Boden festsetzen und verhindern, dass Bäume
→ Vermeiden, dass Taumittel in die Wurzelbereiche
der Schnee verschmutzt ist? Sauberer Schnee ist nicht
das Problem, – er darf bedenkenlos auf bewachsenem
Naturboden deponiert werden. Um ihn in Gewässernähe
oder direkt in Seen und Flüssen entsorgen zu dürfen,
braucht es eine Bewilligung der zuständigen Behörden.
«Ich brauch mein
Wasser frisch»,
fleht der Fisch!
und Pflanzen ausreichend Wasser und Nährstoffe
aufnehmen können. Zudem führt Streusalz auf
Gehwegen dazu, dass sich empfindliche Hunde- und
Katzenpfoten entzünden. Auch die Gefährdung von
Trinkwasser und Gewässern spielt im Umgang mit dem
Taumittel eine Rolle. Doch Salz ist nicht gleich Salz:
Es gibt speziell aufbereitete Streusalze, die weniger
aggressive Harnstoffe enthalten und dadurch schonender
zu Natur und Umwelt sind als herkömmliche Streusalze.
Zudem sind sie ergiebiger und können somit sparsamer
eingesetzt werden.
von Bäumen gelangt.
→ Farbiges Taumittel wählen, damit die
ausgestreute Menge kontrollierbar ist.
→ Taumittel sparsam einsetzen. Zum Beispiel das
ergiebige Streusalz SNOW-N-ICE mit 10-15 g/m 2 .
→ Alternativ Split oder Sägemehl einsetzen oder
die Wege nicht schwarz, sondern weiss räumen, –
wenn es die Temperaturen zulassen.
002. VERUNREINIGUNGEN VERMEIDEN
Dabei ist sicherzustellen, dass ein Gewässer nie ganz
mit Schnee bedeckt wird, dass kein Aufstau mit Trockenlegung
von Gewässerabschnitten erfolgt und keine
Laichgebiete von Fischen und Reptilien tangiert werden.
Verschmutzter Schnee hingegen ist eine echte
Knacknuss. Er darf weder auf Naturboden noch in Gewässernähe
oder im Gewässer selbst entsorgt werden.
Mit dem Schnee von den Strassen würden Mikroplastik,
Salze und Abfall ins Wasser gelangen, welche den
aquatischen Lebensgemeinschaften schaden. Bereits
schmutziger Schnee sollte immer auf einem befestigten
Platz deponiert werden, welcher der an eine Kläranlage
angeschlossen ist, die das Tauwasser reinigt, bevor es
wieder in den Wasserkreislauf fliesst.
Quelle:
Merkblatt Entsorgung
Schnee 2019
Falsche Schneeentsorgung in einem Bach.
Wie Forschende herausfanden, «ist eine der giftigen
Substanzen aus dem Reifenabrieb – 6PPD-Chinon –
mitverantwortlich für ein regelmässiges Lachssterben
an der Pazifikküste im Nordwesten der USA». Einer
Studie des Fachmagazins Science zu Folge «tötet
bereits ein Milligramm 6PPD-Chinon in Verbindung mit
Ozon in 1'000 Liter Wasser die Hälfte aller Fische binnen
weniger Stunden». Dieses Gift könnte mit dem
Räumschnee auch in unsere Gewässer gelangen und
wäre auch für unsere heimischen Fischarten tödlich.
Etwa die Bachforelle und der Saibling reagieren ähnlich
sensibel auf das Gift wie Lachse. Quelle: Autoreifen
vergiften ganze Fischpopulationen (2020), GEO
Kein Salzen in der Nähe von Bäumen.
– 108 –
– 109 –
Wasserlose
Komposttoiletten.
Kompotoi ist das Schweizer Pionierunternehmen in
Sachen wasserlose Toiletten. Die Holztoiletten kommen
ganz ohne Wasser und Chemie aus. Die «Human
Outputs» werden stattdessen mit geruchsneutralisierenden
Holzschnitzeln zugeschüttet und kompostiert.
In der WAG und der Destination werden Kompotoi-Toiletten
seit Jahren erfolgreich eingesetzt, – sei es während
der Sommersaison in der Nähe von Picknick- und
Spielplätzen oder temporär an Festivals und Grossanlässen:
www.kompotoi.ch
Trockenpissoirs.
Ein Trockenpissoir oder im Fachjargon Trockenurinal ist
die wasserlose Alternative zum klassischen Pissoir. Es
besitzt eine besonders glatte Oberfläche, an der keine
Tropfen haften bleiben – das Nachspülen wird somit
überflüssig. Ein wasserloses Urinal spart 100'000 Liter
(Trink)wasser pro Jahr. Pro Kubikmeter Wasser werden
zudem ca. 350 g CO 2
eingespart.
An Orten wie dem Vorab oder den Crap Sogn Gion, wo
das Trinkwasser aufwendig hochgepumpt werden muss,
machen Trockenpissoirs besonders viel Sinn.
002. VERUNREINIGUNGEN VERMEIDEN
Trockenpissoirs auf dem Crap Sogn Gion.
Trockenurinale gibt es übrigens auch für Frauen, die sind
bisher aber noch wenig verbreitet, – obwohl sie ökologischer,
platzsparender, hygienischer und einfacher zu
reinigen wären als herkömmliche Sitztoiletten.
– 110 – – 111 –
03. WASSER
– 003. Drink Water
Trinkwasserbrunnen
in der Destination.
Wasser tief aus dem Berg. Unser Trinkwasser erfüllt höchste Qualitätsansprüche,
schmeckt ausgezeichnet und sprudelt aus praktisch sämtlichen
Wasserleitungen der Destination. Leitungswasser trinken ist gesund und
003. DRINK WATER
– in puncto Nachhaltigkeit – nicht zu toppen: keine Transportwege, keine
Emissionen! In der Destination stehen zahlreiche Trinkwasserbrunnen, aus
denen kostenlos bestes Bergquellwasser sprudelt.
DRINK WATER ist eine Snowboarder-Initiative, die uns dazu animieren will, Wasser zu trinken.
Gleichzeitig ist es die Antwort einiger Snowboarder auf den Wahnsinn des Energydrink-
Marketings im Actionsport. www.wedrinkwater.com
– 112 –
– 113 –
3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION
– 04. Zero Waste
WASTE
CIRCULAR
ECONOMY
04. ZERO WASTE
R E D U C E
R E U S E
R E C Y C L E
FIGHT LITTERING
Z E R O
WASTE
3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION
– 04. Zero Waste
Abfälle sind Ressourcen
am falschen Ort.
04. ZERO WASTE
Zero Waste heisst nichts anderes als null Müll. Einfach auf Englisch.
Und tönt darum natürlich viel hipper und aktueller. Die Hawaiianer
sagen zum Müll übrigens ōpala und in Bosnien landet, was nicht mehr
schmeckt, im smeće. Und bei uns? Heisst es Güsel? Und güzel ist
türkisch und heisst «wunderschön». Das nützt uns aber alles nichts, denn
schönreden können wir uns den Abfall leider nicht.
– 116 – – 117 –
04. ZERO WASTE
– 001. Reduce – Reuse – Recycle
Reduce.
KITRO Foodwaste
«Reduce» heisst übersetzt: reduzieren. Und reduzie-
2017 fand zum ersten Mal das climate kic bootcamp auf
Nach dem Leitsatz «Reduce, Reuse, Recycle» strebt die WAG eine
Kreislaufwirtschaft an. Nichts geht verloren, keine neuen Ressourcen
werden benötigt, alles wird wiederverwendet. Im Fokus stehen
zudem das Verhindern von Littering und eine saubere Umwelt.
Das Engagement lohnt sich doppelt: Es soll nebst dem positiven
ökologischen Impact auch CHF 60'000.– Restmüllkosten einsparen –
ren ist ja per se was Gutes. Weniger ist eben mehr.
Und nein, es geht gerade nicht um Koriander oder Liftschlangen.
Es geht auch nicht um diesen Text. Obwohl
der langsam auch schon zu lang wird. Ach, du weisst
selbst, um was es geht …
Plastik, Textilien, Elektroschrott, weggeworfene
Lebensmittel: Wegen Müllbergen fährt niemand in die
Alpen! Um unsere schöne Natur zu schützen und zu
bewahren, sollten wir Müll vermeiden und weniger Abfall
produzieren. Gegenstände möglichst lange zu verwenden,
reduziert Müll; sie zu reparieren ebenfalls. Gegen-
dem Crap Sogn Gion statt. Etliche Jungunternehmer
optimierten im Camp ihre Geschäftsideen und präsentierten
diese am Schluss der Campwoche einer Jury.
Das Start-up KITRO ging als Sieger hervor.
KITRO nutzt die Macht der Technologie für den nachhaltigen
Wandel. Die Firma entwickelte eine automatisierte
Datenerfassungs- und Analyselösung für Lebensmittelabfälle.
Ihre Technologie wurde für die Weiterentwicklung
an mehreren Standorten der WAG installiert. So
konnte etwa das Riders Hotel den vermeidbaren Anteil
an Lebensmittelabfällen pro Gast um 56 % reduzieren
001. REDUCE – REUSE – RECYCLE
pro Jahr!
stände gar nicht erst zu produzieren am allermeisten –
das gilt übrigens auch fürs Essen! Das Bundesamt für
und hat so theoretisch während der 4-monatigen Testperiode
1'300 Essen gerettet.
Umwelt schreibt, dass «durch den Lebensmittelkonsum
in der Schweiz im In- und Ausland über alle Stufen der
80000
Lebensmittelkette 2,8 Millionen Tonnen Food Waste
pro Jahr anfallen».
60000
40000
20000
CHF 0
REDUCE
REUSE
RECYCLE
2021
Die WAG setzt sich aktiv und mit innovativen Methoden
und Technologien dafür ein, dass in den eigenen Betrieben
möglichst wenig Lebensmittel weggeworfen werden.
KITRO: Mit Big-Data den Foodwaste reduzieren.
– 118 – – 119 –
Reuse.
Früher war es hip, einen Coffee to go zu
Entscheidend für die Ökobilanz ist nämlich, wie oft
zippen, Tetra Pak-O-Saft mit dem Trink-
man die Dinge wiederverwenden kann, bis sie am Ende
ihrer Lebensdauer recycelt werden. Am famosen
So ein alter Sack kommt mir nicht in die
Tüte, sagt die Plastiktasche zum Stoffbeutel.
Der Beutel nimmt den Korb der Plastiktasche
gelassen. Er steht sowieso mehr
auf urchige Jute oder einen hübschen
Leinenranzen – auf jeden Fall auf etwas
Seriöses für länger. Alles andere ist doch
für den Eimer. Viel zu viel Aufwand für
30 Minuten Spass. Mehrweg ist dem
Beutelmehr Wert. Damit hat man ihn in
Eine Umfrage des
BAFU besagt:
87%
der Befragten ziehen
Mehrweggeschirr dem
Einweggeschirr vor!
halm zu schlürfen und sieben verschiedene
Tragtaschen zu schwingen – gleichzeitig
versteht sich! Heute weiss man zum Glück:
Jeder Plastik-Trinkhalm, jede Einweggabel
und jede Einwegtüte ist eine zu viel und auf
jeden Fall ökologischer Blödsinn!
Umweltbelastung pro Gebrauch:
4 Bechertypen im Vergleich.
Mehrwegbecher beispielsweise macht die Ökobilanz
deutlich: Wird der gesamte Lebenszyklus betrachtet, –
also Herstellung, Transport, Reinigung und Entsorgung,
– schneidet der Mehrwegbecher um ein Vielfaches
besser ab als der Einwegbecher. Sogar Mehrweggeschirr
aus Plastik ist noch umweltschonender als das
umweltschonendste Einweggeschirr aus Palmblättern.
807
001. REDUCE – REUSE – RECYCLE
der Tasche und macht beim gebeutelten
500
Alten endgültig den Sack zu.
Herstellung
Transport
Reinigungsmaschine
Abwasch
Entsorgung
127
19
Mehrwegbecher Kartonbecher PET-Becher Polystyrol-Becher
Quelle: Amt für Umwelt und Energie Basel Stadt (2014): Mehrweg ist mehr wert
– 120 – – 121 –
reCIRCLE jetzt in Flims Laax Falera.
Recycle.
Damit die Schneeberge grösser bleiben als die Abfallberge,
führte die WAG 2021 in sämtlichen Fresh & Easy-
Gastrobetrieben im gesamten Skigebiet und am Caumasee
das Mehrwegsystem von reCIRCLE ein. reCIRCLE
ersetzt Einwegverpackungen durch wiederverwendbare,
qualitativ hochwertige, zahlbare und ökologischere
Alternativen.
reCIRCLE-Depots in den Takeaway-Betrieben im Tal
sorgen zusätzlich dafür, dass das Mehrweggeschirr im
Kreislauf bleibt und nichts auf Strassen, Wegen oder in
der Natur endet.
Umweltbelastung der Verpackung
kg CO2 eq/Wiederverwendung
0,3
0,2
0,1
0
reCIRCLE belastet das Klima
schon nach 7-15 Verwendungen
weniger als Einweggeschirr
und hält und hält und hält ...
0 50 100
150
Anzahl von reCircle-Box Wiederverwendungen
Quelle: reCircle
PET Einweg
PLA Einweg
Zuckerrohr Einweg
Karton
Beschichtet Einweg
reCircle-Box
inkl. Waschen
Es musste ja so kommen! Eine wilde
Party, wie wenn es kein Morgen gäbe.
Bis spät nach Mitternacht. Aber irgendwann
ist dann doch Schluss, der letzte
Jacky-Cola im Glas, die letzte Prosecco-
Flasche so leer wie das Hirn vom ****. War
Die Schweiz recycelt erst gut die Hälfte der Siedlungsabfälle.
Der andere Teil endet in der Kehrichtverbrennungsanlage,
wo wiederum durch die Verbrennung
CO 2
freigesetzt wird. Recycling hingegen spart Energie
und schont das Klima.
001. REDUCE – REUSE – RECYCLE
ja klar, irgendwann ist der Zapfen ab. Jetzt
Rohstoffe
Design
Herstellung
liegen sie also alle wild übereinander. Bauchige
und schlanke, kantige und elegante.
Recycling
Reuse
Restmüll
Vertrieb
Kreuz und quer. Im Glascontainer. Ein riesiger
Scherbenhaufen. Jo nu, Scherben
bringen zwar nicht wirklich Glück, aber
sind wenigstens eine prima Basis fürs
Glas-Recycling.
Sammlung
Die WAG strebt in den Betrieben
eine Kreislaufwirtschaft an.
Verwendung
Reparatur
– 122 – – 123 –
Warum
Recycling
sinnvoll
ist?
–
Darum!
Papierrecycling
Jeder fünfte weltweit gefällte Baum wird zu Papier
verarbeitet. Wer Papier sparsam verwendet und
Recyclingpapier herkömmlichem Papier vorzieht,
schützt direkt den Wald und das Klima. Die Herstellung
von Papier benötigt rund 3 Mal so viel Energie wie die
Herstellung von Recyclingpapier und rund 85 % mehr
Wasser.
Glasrecycling
Für 1 m³ Primärrohstoff werden rund 7 m³ Gestein abgebaut.
Glas sammeln und Wiedereinschmelzen reduziert
den Bedarf an Primärrohstoffen frappant und schont
direkt die Umwelt. Zudem hat Glas einen tieferen
Schmelzpunkt als der Primärrohstoff. Beim Recycling
wird daher weniger Energie benötigt als bei einer Neuproduktion
und die CO 2
-Emissionen werden reduziert.
Aluminiumrecycling
Was kann in den Recyclingräumen
der WAG alles gesammelt werden?
Altmetall, Aluminium und Büchsen, Batterien,
Elektrogeräte, Farben, Holz, Karton, Kaffekapseln, Kork,
Kunststoffe, Lösungsmittel, Papier, Porzellan, Sperrgut
001. REDUCE – REUSE – RECYCLE
Sage und schreibe 90-95% Energie werden beim Recycling
von Aluminium gegenüber der Neuproduktion
eingespart! Das, weil es wesentlich schwieriger ist,
Aluminium durch den Abbau von Bauxit (Aluminiumerz)
und durch energieaufwendige Verfahren zu gewinnen,
als reines Aluminium einzuschmelzen und zu recyceln.
Batterien
Rohstoffe für Batterien zu gewinnen, belastet die Umwelt
und die Gewinnung von Inhaltsstoffen wie Zink,
Blei, Cadmium, Säuren oder Laugen stellen eine Gefahr
für Mensch und Umwelt dar – die Böden können diese
Stoffe nicht abbauen! Deshalb müssen Batterien fachmännisch
entsorgt und ihre Inhaltsstoffe wiederverwertet
werden!
PET
Pro Kilogramm recyceltes PET werden 3 kg CO 2
ein-
• Asche in den Kehricht
gespart! PET ist zu 100% wieder verwertbar und jähr-
• Grüngut auf die Grün-
lich wird durch PET-Recycling der Ausstoss von über
abfuhren der Gemeinden
139'000 Tonnen Treibhausgasen verhindert. Zudem
• Lebensmittelabfälle in
Weiterführende
schont PET-Recycling Ressourcen wie Erdöl und hal-
die blauen Spezialfässer
Informationen:
biert die Auswirkung auf die Umwelt im Vergleich zur
für Biogasanlagen
www.swissrecycling.ch
Entsorgung von PET im Abfall.
– 124 – – 125 –
Was passiert mit dem
gesammelten Kunststoff?
Kunststoffrecycling.
63%
davon werden zu Granulat verarbeitet und so recycelt.
Aus dem Granulat werden neue Kunststoffprodukte
hergestellt. 1 Kilo Granulat ersetzt 3 Liter Erdöl!
001. REDUCE – REUSE – RECYCLE
2021 hat die WAG in über 70 Geschäftseinheiten
Kunststoffrecycling eingeführt. Gesammelter und
recycelter Kunststoff reduziert die CO 2
-Emissionen im
Vergleich zur Müllverbrennung erheblich. Die WAG alleine
kann mit dem Trennen von Kunststoff den Restmüll um
60 % reduzieren und jährlich 50 Tonnen CO 2
einsparen.
34%
sind Kunststoffe, die nicht recycelt werden können. Sie
ersetzen in Zementwerken als Brennstoff fossile Kohle.
Die Wärmenutzung liegt mit 100 % viel höher als in der
herkömmlichen Kehrichtverbrennung.
Was gehört in den Sammelsack für Kunststoffrecycling und was nicht?
In den Sack:
→ Folien aller Art: Einwegtaschen, Frischhaltefolie,
Schrumpffolien von Zeitschriften, Sixpacks …
→ Plastikflaschen aller Art: Milch, Öl, Essig,
Getränke, Shampoo, Putzmittel …
→ Tiefziehschalen: Eier- und Gebäckverpackungen, Obst
– und Fleischschalen …
→ Verbundmaterialien: Aufschnitt- und
Käseverpackungen ...
→ Plastikgefässe: Eimer, Blumentöpfe, Kübel,
Joghurtbecher …
→ Tetra Pak
Nicht in den Sack:
→ Verpackungen mit Restinhalten, ungereinigte,
stark verschmutzte Lebensmittelverpackungen
→ Spielzeug
→ Gartenschläuche
→ Styropor (Sagex)
→ PET (wie bis anhin in den PET-Sack)
3%
des gesammelten Kunststoffes ist Restmüll,
der sich nicht weiterverwenden lässt und in
die Kehrichtverbrennungsanlage kommt.
Quelle: www.sammelsack.ch
– 126 – – 127 –
Umsetzungsbeispiele WAG.
001. REDUCE – REUSE – RECYCLE
NÄHSERVICE
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
RECYCLINGSTATIONEN
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
RECYCLINGTASCHEN
KLEIDERSPENDE
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
Flicken statt kicken: Durch Spendeneinnahmen
finanzierter, für den Gast kostenloser Näh- und
Reparaturservice.
• 2020 wurden 300 Kleidungsstücke
repariert.
Über 70 Recyclingstationen erleichtern den Gästen
die Mülltrennung im Ski- und Wandergebiet.
• rund 1'000 kg recycelte Aludosen pro Jahr
• rund 9'000 kg recycelte PET-Flaschen pro
Jahr
Unproblematische Mülltrennung im Urlaub:
In sämtlichen rocksresort-Wohnungen stehen
Sakatri-Recyclingtaschen parat.
Weitergeben statt wegwerfen: Die Ski- und
Snowboardschule schickt ihre ausgemusterten
Tenues in ein vom Erdbeben betroffenes Berggebiet
in Nepal. Bild © Bild: solar-nepal.ch
• 500 Ski- und Fleecejacken gespendet.
Wer ein Kleidungsstück neun Monate länger
trägt, reduziert dadurch bereits den Verbrauch
von CO 2
, Abfällen und Wasser um 20 -30 %
(WRAP, 2012)
– 128 –
– 129 –
Umsetzungsbeispiele WAG.
001. REDUCE – REUSE – RECYCLE
UPCYCLING
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
MEHRWEGBECHER
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
GREENSTYLE POCKETBINS
BELEUCHTUNG TIEFGARAGE ROCKSRESORT
AUSSENWERBEFLÄCHEN
Aus den alten LAAX Open Event-Bannern und
Startnummern entstand 2018 in einem Nähatelier
in Glarus eine Upcycling-Taschenkollektion.
Mehrweg wird seit 2017 belohnt: Wer seinen
Coffee to go aus dem eigenen Mehrwegbecher
trinkt, bekommt den Kaffee CHF 0.50 günstiger.
Pocketbins für Zigaretten, Kaugummis etc. werden
im Skigebiet kostenlos an Gäste verteilt, damit
möglichst kein Abfall in die Umwelt gelangt.
• 143'000 Pocketbins verteilt
Im Skigebiet der Destination Flims Laax Falera
befinden sich rund 35 Grossflächenplakatstellen.
Alle neu produzierten Plakate oder Banner
werden in Zusammenarbeit mit Alpdest/Typico
ausschliesslich aus PVC-freien, recycelten
Materialien umgsetzt.
• 35 Grossflächenplakatstellen
• Von F12 bis Grossflächen über 400 m 2
• PVC-frei
• Recycelte Materialien
– 130 –
– 131 –
04. ZERO WASTE
– 002. Mountain-Clean-Up-Day
Am bereits legendären Clean-Up-Day befreit die WAG mit der Unterstützung
von Freiwilligen jährlich das Skigebiet von achtlos weggeworfenem
und verlorenem Müll. 2018 sammelten 425 Helfer bei der
Säuberungsaktion auf dem Crap Sogn Gion und um Nagens insgesamt
40 Kubikmeter Abfall. Der Clean Up Day hat dabei eine doppelte
Wirkung: Die Natur wird gesäubert und die Menschen werden
002. MOUNTAIN-CLEAN-UP-DAY
gleichzeitig auf die Abfallproblematik aufmerksam gemacht.
– 132 – – 133 –
Der gesammelte Müll des Clean-Up-Days 2018 wurde von der Künstlerin
Ursula Stalder weiterverarbeitet. In diesem Kunstprojekt ging
es darum, die Fundstücke in den Bergen sorgfältig aufzureihen,
hinzulegen, aufzuhängen und kunstvoll zu inszenieren. Der Flimser
Fotograf Gaudenz Danuser hat das Projekt bildlich begleitet. Der
gesammelte Unrat wurde während der Winterausstellung 2018/2019
im Gelben Haus in Flims gezeigt.
002. MOUNTAIN-CLEAN-UP-DAY
Bilder: Austellung Gelbes Haus Flims
– 134 – – 135 –
3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION
– 05. F&B und Einkauf
F&B+PURCHASING
MINIMIZE
05. F&B UND EINKAUF
D I S T A N C E
MAXIMIZE
Q U A L I T Y
FAIR & ORGANIC
4. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION
– 05. F&B und Einkauf
Wer die Wahl hat, hat nicht die Qual, sondern ganz einfach die Möglichkeit,
das Richtige zu tun. Wer das erst mal begreift, der steht nie mehr
unschlüssig vor der Fruchttheke im Supermarkt oder vorm Jeansregal
im Shoppingcenter, – weil jede Entscheidung plötzlich bubieinfach wird.
Wer die Wahl hat, hat die Macht, die Welt zu verbessern, – jeden Tag aufs
Neue!
05. F&B UND EINKAUF
Praktisch jeder Konsum bedeutet automatisch
den Verbrauch von Ressourcen,
– was wiederum die Umwelt belastet.
Wer nachhaltig konsumiert, berücksichtigt
Umwelt- und Sozialaspekte bei Kauf und
Nutzung von Produkten und Dienstleistungen.
Schon gewusst? In Umfragen geben die
meisten Leute an, umwelt- und gesundheitsbewusst
zu leben. Interesse an ethischem
Konsum (Fairtrade) bringen rund 90 % mit.
Wenn es um die Vermeidung der Ausbeutung
von Mensch und Tier geht, lassen sich
rund 60% abholen. Aber: Nur 40% der Konsumenten
geben an, tatsächlich ethische
Produkte zu kaufen. Quelle: Martin Pittner
(2014) «Strategische Kommunikation für
LOHAS – Nachhaltigkeitsorientierte Dialoggruppen
im Lebensmitteleinzelhandel»
– 138 – – 139 –
05. F&B UND EINKAUF
– 001. Food
Man nehme eine Kiwi aus Neuseeland, eine Handvoll Litschis aus
Taiwan, eine Mango aus Brasilien und eine Ananas von anderswo.
Dazu gebe man Zucker, Limettensaft und Rum. Et voilà: Fertig ist
001. FOOD
der urschweizerische Exotic-Fruchtsalat à la Hinz und Kunz. Schnell
gemacht, mit lächerlichen 139 Kalorien pro Portion und 26’000
Flugmeilen für die Zutaten. En Guata zäma!
Eine alltägliche und sehr effiziente Möglichkeit,
sich für Umweltschutz einzusetzen,
ist die Ernährung. Unser Essen ist für einen
Grossteil der konsumbedingten Umweltbelastungen
verantwortlich. Wie und wo wir
ein Lebensmittel produzieren, die Art, wie wir
es verarbeiten und lagern und wie oft wir es
konsumieren, hat relevante Auswirkungen auf
das Klima und die Biodiversität. Der saisonale
Hochstamm-Apfel aus dem Obstgürtel in
Sagogn hat mit Sicherheit einen kleineren
ökologischen Fussabdruck als die eingeflogene
Ananas aus Costa Rica.
Wer seine Ernährung umweltfreundlich gestaltet,
schont Ressourcen, hilft das Klima
zu schützen und unsere Artenvielfalt zu
erhalten!
Weiterführende Informationen:
WWF Ernährung/Konsum
– 140 –
– 141 –
Zutaten für eine klima- und
umweltgesunde Ernährung.
Online-Ratgeber
Saisonale und regionale Produkte kaufen
Kurze Transportwege, weniger Zwischenlager- oder
Verpackungsmassnahmen, natural grown: Wenn ein
Gemüse oder eine Frucht in der Schweiz Saison hat,
dann ist das gut für die Ökobilanz.
Sich vorwiegend vegetarisch ernähren
Die Tierhaltung und die Futterproduktion beanspruchen
einen Grossteil der Landfläche, die weltweit zur Verfügung
steht und sind für den Löwenanteil der globalen
Entwaldung verantwortlich. Würde jede und jeder lediglich
einmal pro Woche auf Fleisch verzichten, könnten wir
gemeinsam einen merklichen Unterschied machen und
das Klima schützen.
Keine Lebensmittel verschwenden
Viele Lebensmittel gelangen nie bis auf den Teller.
Schätzungsweise ein Drittel wird entlang der Lieferkette
vorher entsorgt.
Bioprodukte kaufen
Ein Bioprodukt ist seinem konventionell produzierten
Pendant in Sachen Umweltschutz immer überlegen.
Bio verzichtet fast vollkommen auf Pestizide und geht
beim Tierschutz über die gesetzlichen Vorschriften
hinaus. Aber Vorsicht: Die verschiedenen Bio-Label haben
unterschiedliche Richtlinien. Es lohnt sich, sich zu
informieren.
No fossil heating
Lebensmittel wählen, die nicht in fossil beheizten
Gewächshäusern gewachsen sind.
Labels und Produktinfos dienen Konsumentinnen und Konsumenten als Orientierungshilfe
bei ihren Kaufentscheiden. Eine Vielfalt von Labels macht es aber schwierig, die
richtig guten Produkte aus einem Meer von als grün angepriesenen Gütern zu fischen.
Transparente, einheitliche Produktumweltinformationen auf den Produkten können
Abhilfe schaffen.
Ratgeber Lebensmittel-Label
Bio, Demeter oder Naturaplan? Wenn
Bio nicht gleich Bio ist – der Ratgeber
führt durch den Label-Dschungel.
Ratgeber Fische & Meeresfrüchte
Welche Fische und Meeresfrüchte
können mit gutem ökologischem
Gewissen konsumiert werden.
Ratgeber Früchte & Gemüse
Welche Früchte und Gemüse
haben gerade Saison.
001. FOOD
– 142 –
– 143 –
Greenstyle Food bedeutet für die WAG,
wenn es zu mindestens 80 % heisst:
001. FOOD
Das neue Label «LAAX ALWAYS TASTY» steht für Greenstyleorientierte
Gastronomie – in über 30 Betrieben zu Berg und zu Tal. Die
WAG setzt auf minimale Distanz und maximale Qualität und wählt die
Produkte entsprechend so lokal und saisonal wie möglich aus. Das sorgt
zum einen für klimafreundlichere und zum anderen für authentischere
Mahlzeiten und fördert die regionale Wirtschaft.
Label helfen, die richtigen Entscheidungen für ökologischen und
fairen Konsum zu treffen. Zusätzlich sollen transparente Produktinformationen
es den Gästen zukünftig einfacher machen, nachhaltig zu
konsumieren.
– 144 –
– 145 –
F&B-Beispiele in der WAG.
Tegia Miez
Die kleine, urchige Berghütte Tegia Miez ist der Geheimtipp
vieler Einheimischer und Zweitwohnungsbesitzer.
Sie schätzen die Mischung aus unkomplizierter Hüttenatmosphäre
und ehrlicher Küche. Die Mehrzahl der servierten
Speisen stammt aus der Surselva – Fleisch und
Käse sogar ausnahmslos!
001. FOOD
La Stalla
Im gemütlichen und rustikalen Kuhstall-Restaurant
serviert das La-Stalla-Team fast ausschliesslich
Speisen aus regionaler Produktion.
Kühlschrankfüllung im rocksresort
Wer im rocksresort eincheckt, kann sich auch gleich die
Kühlschrankfüllung dazu bestellen: Eine leckere Auswahl
an regionalen Köstlichkeiten.
Riders Hotel
Das Riders Hotel betreibt seit 2017 das erste vegetarische
Restaurant der Destination. Serviert werden
kreative, saisonale und klimafreundliche Speisen.
– 146 –
– 147 –
05. F&B UND EINKAUF
– 002. Non-Food
Wie es der Name schon sagt: Non-Food beinhaltet all das, was man
nicht isst. Und ja, das ist zugegebenermassen unglaublich viel. Von
Toilettenpapier über Waschmittel zu Skiwachs oder Bekleidung: Es
geht immer um die richtige Wahl und um grundlegende Entscheidungen,
002. NON-FOOD
deren Konsequenzen einen echten Unterschied für Mensch und Umwelt
machen können.
– 148 – – 149 –
Greenstyle Non-Food bedeutet für die WAG,
wenn es zu mindestens 80% heisst:
Bislang wurden Nachhaltigkeitskriterien wie minimale Distanz und
maximale Qualität im Non-Food-Bereich wenig oder nur punktuell
berücksichtigt. Es gibt jedoch zahlreiche Produkte bei denen Regionalität
(z. B. In der Region produzierte Güter aus einheimischem Holz), Bio
002. NON-FOOD
oder Fairtrade einfach gut passen und dies auch positiv von den Gästen
wahrgenommen wird. Das Angebot soll auf solche «Fits» hin untersucht
werden.
Doch was bedeutet das für den Einkauf? Zum Beispiel bei der
Mitarbeiter-Bekleidung: Mindestens recycelte Materialien, Bio-
Baumwolle oder bluesign zertifiziert. Generell gehen jedoch folgende
Dinge vor: Qualität und Langlebigkeit, Produkte, die repariert werden
können, sowie die Möglichkeit, Dinge am Ende ihrer Lebensdauer in die
Kreislaufwirtschaft zurückzugeben.
– 150 –
– 151 –
Mitarbeiterbekleidung.
Ski- und Snowboardwachs.
In der Textilindustrie geht ganz schön viel
in die Hose: Jährlich setzt sie angeblich
mehr CO 2
frei als der internationale Flugverkehr
und die Schifffahrt zusammen, –
und wie es um die Arbeitsbedingungen der
Branche steht, ist ein offenes Geheimnis,
Die WAG beschäftigt im Winter 1100 Mitarbeitende.
Damit diese von den Gästen auch als solche erkannt
werden, tragen die meisten von Ihnen Uniform. Alleine
die Snowboard- und Skischule kleidet pro Saison rund
400 Lehrerinnen und Lehrer ein und muss den Stock
an Uniformen regelmässig auffrischen. In der WAG
kommt so eine erhebliche Menge an Bekleidung
zusammen und damit die Möglichkeit, richtige und
gewichtige Kaufentscheidungen zu treffen! Seit 2019
tragen sämtliche WAG-Mitarbeitenden bluesign® zertifizierte
Jacken und Hosen.
Zu einem Skigebiet gehören Skifahrer.
Zu Skifahrern gehören Skis. Auf Ski
gehört Skiwachs. Wenn das bloss so
einfach wäre …
Die modernen Skiwachse, Hightech-Produkte aus dem
Chemielabor, enthalten Paraffine – Nebenprodukte der
Ein weitaus kritischerer Wachsbestandteil ist Fluor.
Fluoride sind starke Umweltgifte, die in vielen teuren
Profiwachsen vorkommen. Hochleistungsrennwachs
enthält zusätzlich oft Perfluoralkoxy-Polymere, die
nicht abbaubar sind. Ganz im Gegenteil: Sie halten den
Rekord als die langlebigste chemische Verbindung überhaupt.
Über das Wachs gelangen sie in die Natur und
002. NON-FOOD
vor dem viele gerne die Augen verschlies-
Erdöl-Raffination. Diese Verbindungen sind toxikologisch
zwar unbedenklich, aber nur schwer abbaubar,
verbleiben praktisch für immer in der Nahrungskette.
Sie sind bereits in der Kuhmilch, aber auch im Blut von
sen. In der grossen Herde der schwarzen
bluesign®
auch wenn die Wachsmengen, die auf Pisten und Loipen
zurückbleiben, wohl gering sind.
Eisbären nachzuweisen. Quelle: BUND Deutschland
(2015): Fluor: Praktisch, langlebig und giftig.
Schafe gibt es aber auch ein paar grüne –
Die leidenschaftlichen Snowboarder und Flimser Locals
Die FIS hat angekündigt, ein Verbot für Wachse mit
und davon gibt es glücklicherweise immer
Christine und Peter Waeber – sie eine Medienexpertin,
er ein Chemieingenieur – gründeten im Jahr 2000 das
diesen Inhaltsstoffen einzuführen. Gerade im Breitensport-Spektrum
gibt es mittlerweile sehr gute und rein
mehr!
Label bluesign®. bluesign® ist ein System zur nachhaltigen
Textilproduktion, das die Perspektiven der Tex-
pflanzliche Skiwachs-Alternativen. Wer noch Fluorwachse
hat, kann diese übrigens in den Kehrichtsam-
tilindustrie massgeblich und nachhaltig verändert hat.
melstellen der Gemeinde abgeben.
bluesign® konzentriert sich auf Prozesse, welche die
Lebensqualität in den Produktionsländern verbessern.
Die LAAX Rental Stores und Service Center haben
Die Essenz ist eine optimierte Produktion, die den
erfolgreich ein unbedenkliches, 100 % pflanzliches
Wasserverbrauch um 50 %, den Energiebedarf um
Ski- und Snowboardwachs getestet und eingeführt.
15 % und den Einsatz von Chemikalien um 15 % redu-
Noch funktioniert das pflanzenbasierte Wachs aber
ziert. Marken wie Patagonia und Burton zählten zu den
nicht auf allen Wachsmaschinen. Bis sämtliches
ersten Partnern von bluesign®. Heute arbeiten etliche
Skiwachs durch pflanzenbasierte Produkte ersetzt
der weltgrössten Sportartikelunternehmen mit diesem
werden kann, braucht es deshalb noch etwas Zeit.
System.
Bild © mountainFLOW eco-wax.
– 152 –
– 153 –
3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION
– 06. Biodiversität
BIODIVERSITY
∞
IMPROVE
06. BIODIVERSITÄT
P R O T E C T
W I L D L I F E
!!!!! NO !!!!!
OVERTOURISM
3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION
– 06. Biodiversität
Willkommen bei uns in den Bergen, wo die Artenvielfalt noch grösser
ist und die Ökosysteme noch vielfältiger. Ja, bei uns ist die Welt noch
in Ordnunger. Wir sehen nachts die Sterne – und das lässt sich sogar
schon vermarkten! Kommt und schaut: We still have Diamonds in the Sky!
06. BIODIVERSITÄT
Aber auch bei uns nimmt die Lichtverschmutzung zu. Auch wir beanspruchen
immer mehr Raum – Lebensraum, der vorher allein der Natur
gehörte. The winner takes it all: ist von ABBA, passt aber auch zu uns!
Doch wie können wir unseren Touristik- und Lebensansprüchen gerecht
werden und gleichzeitig die Natur schützen? Das ist eine Gratwanderung.
Wir Bergler können gratwandern. Hä jo! Aber wir müssen brutal
aufpassen. Jeder Schritt muss überlegt sein. Jeder Fehltritt hat Folgen.
Gerade in den Bergen. Gerade da, wo Biodiversität noch vorhanden ist.
Inspiriert von Schlorian
– 156 –
– 157 –
Sie ist das absolute A und O
unseres Planeten:
die biologische Vielfalt!
Mission Biodiversität
heisst für die WAG:
Fauna und Flora, Pilze und
Mikroorganismen reinigen Luft
und Wasser, machen unsere
Böden fruchtbar, sorgen für das
richtige Klima und liefern uns
Nahrung, Arzneimittel, Baustoffe
und vieles mehr.
06. BIODIVERSITÄT
Damit das so bleibt, schützen
wir sie und bügeln die Fehler
der Vergangenheit aus.
– 158 –
– 159 –
Warum braucht es Biodiversität?
06. BIODIVERSITÄT
– 001. Naturschutzzonen der Destination
Alles hängt mit allem zusammen. Darum ist Biodiversität
für uns und unsere Erde überlebenswichtig. Das
zeigt sich vereinfacht am Beispiel der Bienen: Sterben
Die Natur besteht auch in den Bergen nicht bloss aus ein paar Felsblö-
sie aus, gibt es bald keine Äpfel mehr. Geschweige
denn Birnen, Tomaten, Zucchini oder Mandeln, – und
cken und zwei Steinböcken. Wäre ja langweilig – auf die Dauer. Vielfalt
die Kettenreaktion hätte damit erst begonnen.
und Abwechslung machen den Reiz des Lebens aus. Auch bei uns. Und
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) erstellt jährlich
eine rote Liste der gefährdeten Pflanzen- und Tierarten
in der Schweiz. Sie ist quasi das Fieberthermometer
der Natur – und die hat leider ziemlich hohes
Fieber! Von den etwa 40'000 in der Schweiz bekannten
Pflanzen-, Tier- und Pilzarten sind rund ein Drittel
in ihrem Bestand bedroht. Um den Artenschwund zu
bremsen, braucht es grössere Anstrengungen. Biologische
Vielfalt oder «Biodiversität» ist eine wesentliche
Grundlage für die Stabilität von Ökosystemen. Sie sichert
das Überleben aller auf der Erde vorkommenden
Organismen – einschliesslich des Menschen.
In weiten Teilen der Bevölkerung wächst glücklicher-
Wie kann man die Biodiversität schützen?
so wird es bleiben, wenn wir auch in Zukunft allen Lebewesen, Tieren und
Pflanzen ein Zuhause geben.
Die Destination ist bekannt für eine der tauchen eines Schneeschuhläufers kann für
grossartigsten und vielfältigsten Landschaften
der Alpen. Eine wilde Schlucht mit wei-
kostet wertvolle Energie, die dann zum
sie im Winter problematisch sein: Eine Flucht
ten Wäldern, ein komplexes Seensystem und Überleben fehlt. Störungen im Frühjahr und
die imposante Berglandschaft machen die während der Paarungszeit besiegeln oft unbemerkt
das Schicksal von Generationen an
Region einzigartig. Sie beherbergt eine reiche
Tier- und Pflanzenwelt, darunter auch bodenbrütenden Vögeln.
etliche gefährdete Arten. In den Auenwäl-
001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION
weise die Einsicht, dass neben dem Klimaschutz auch
dern der Ruinaulta brüten seltene Vögel und
Um Flora und Fauna zu schützen, haben
der Artenschutz zu den wichtigsten Aufgaben unserer
Dank schweizweiter Schutzmassnahmen des Bundes-
sogar ein scheues Wolfsrudel hat hier seine
Kantone und Gemeinden gemeinsam mit
Zeit gehört.
amtes für Umwelt (BAFU) und dank der Sensibilisierung
neue Heimat gefunden. Aber: In Bergdes-
dem Schweizer Bundesamt für Umwelt spe-
der Bevölkerung konnten in den letzten Jahrzehnten
tinationen, da, wo Natur auch Kapital ist,
zielle Rückzugsräume und Schutzgebiete
die Bestandsrückgänge einiger gefährdeter Arten und
leben Wildtiere und Menschen besonders
geschaffen. Sie dienen dazu, Mensch und
die Flächenverluste bestimmter Lebensräume zwar ge-
nah aufeinander. Die Menschen nutzen den
Tier zeitlich und räumlich zu trennen und ge-
bremst, jedoch noch nicht gestoppt werden. Um die
Lebensraum der Tiere für ihre Freizeitak-
nügend Entwicklungs- und Bruträume für
Biodiversität weiter zu schützen, kann jede und jeder
tivitäten. Für die Tiere kann das zur Belas-
die Tiere und Pflanzen zu schaffen.
Quelle:
einfache Massnahmen im persönlichen oder weitrei-
tung werden. Bereits das unerwartete Auf-
Zustand der Biodiversität
chenderen Umfeld umsetzen. Es gibt viele Möglichkei-
in der Schweiz
ten und Methoden. Das fängt bei der Wahl der Leuchtmittel
an und hört bei der Gartengestaltung noch lange
nicht auf …
– 160 –
– 161 –
Wildruhezonen
der Destination.
Hirsche, Rehe, aber auch weniger bekannte Wildtiere
und gefährdete Vogelarten wie Auer-, Birk- und Schneehühner,
ziehen sich im Winter in ruhigere Waldgebiete
zurück, um ungestört zu überwintern. Sie brauchen die
Ruhe, um lebenswichtige Energie zu sparen.
Wildruhezonen dürfen während bestimmter Jahreszeiten
(Winter- und Brutzeit) oder in Einzelfällen das ganze
Jahr über nicht oder nur beschränkt zur Ausübung
von Freizeitaktivitäten betreten werden.
Informiere dich darüber, wo sich die Ruhezonen befinden
und respektiere sie. Achte auch auf Hinweisschilder
am Rande der Wildruhezonen. Sie markieren die
Grenzen. Wildruhezonen sind zudem auf sämtlichen
Pistenplänen ersichtlich.
001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION
© swisstopo, BAFU
– 162 –
– 163 –
Vogelschutzzonen in der Ruinaulta.
Die Rheinschlucht ist ein eindrückliches Ausflugsziel – und Heimat eines stark gefährdeten
Vogels: des Flussregenpfeifers. Er nistet auf den Kiesbänken des Rheinufers und
zieht dort seine Brut auf. Er reagiert sehr sensibel auf Störungen. Kommt man ihm zu
nahe, verlässt er das Nest und die Brut verwaist. In den Vogelschutzzonen der Rheinschlucht
ist vom 1. April bis 15. Juli Sperrzeit. Der Wanderweg ist durchgehend geöffnet.
001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION
© swisstopo, BAFU
– 164 –
– 165 –
Pflanzenschutzgebiete, Trockenwiesen,
Moore, Biotope und Auen.
Gewässer, Feuchtgebiete und Trockenwiesen zählen
zu den für die Natur wertvollsten Gebieten. Sie beheimaten
eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten,
– beinahe die Hälfte aller bedrohten Pflanzenarten
der Schweiz ist auf Feuchtgebiete angewiesen. Jedoch
ist kein anderer Lebensraum in den letzten 150 Jahren
derart stark beeinträchtigt worden!
Aus diesem Grund stehen die letzten noch intakten
Gebiete heute unter Schutz. Eine Moorlandschaft von
nationaler Bedeutung befindet sich auf dem unteren
Segnesboden. Um sie durch Freizeitaktivitäten nicht zu
gefährden, dürfen die offiziellen Wege nicht verlassen
und Pflanzen nicht gepflückt werden.
Jedes Jahr aufs Neue dürfen wir uns am Anblick der
schönen Alpenblumen erfreuen. Damit das so bleibt,
müssen wir beim Pflücken von Blumen allgemein
masshalten. Im Kanton Graubünden gilt deshalb ein
Pflanzenschutzgesetz: Gewisse Pflanzen dürfen gar
nicht gepflückt werden, alle anderen nur stark limitiert.
001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION
Legende Karte
Flachmoore
Hochmoore
Trockenwiesen und -weiden
Auengebiete & alpine Auen
Jede Blume ist
dort am schönsten,
wo sie wächst.
© swisstopo, BAFU
– 166 – – 167 –
Pilzschutz.
Ajajaj, dia schüüsend do wie Pilz usam Boda. Dia Staipilz do, dia nimm i
au no mit. Oder sinds amend Flüügapilz? Jo denn flüügi denn halt mit dr
Rega hai. I probier emal. Nöu Risk nöu fön, gäll. Da sind mir doch einer
Meineieieieieiei, jetz drüllt sich alles…
Die Surselva ist bekannt für ihre Fülle an Speisepilzen
und hat eine lange «Pilzler»-Tradition. Wer sich auf die
Suche nach den erdigen Genussexplosionen macht,
sollte sich vorweg aber gut informieren.
Nicht nur, um sich selbst vor Fehlgriffen und schlimmen
Vergiftungen zu schützen, sondern auch, um den
Pilzbestand nicht zu gefährden. Wie Pilze aus dem Boden
schiessen nämlich längst nicht mehr alle Pilze. In
der Schweiz sind über 120 einheimische Flechten- und
Pilzarten vom Aussterben bedroht. In Schutzgebieten
ist das Sammeln daher verboten.
Ausserhalb der Schutzgebiete gelten
in Graubünden folgende Regeln:
→ 10 Tage Pilzschutzzeit
vom 1. bis 10. jeden Monats
→ Pro Person dürfen max. 2 kg Pilze
gesammelt werden
→ Pilze sammeln in Gruppen von mehr als
3 Personen ist verboten – Familien ausgenommen
001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION
Fraaga statt flüüga …
Die kostenlose Pilzberatung Surselva besteht
seit mehr als 40 Jahren und betreibt öffentliche
Pilzkontrollstellen in Ilanz und Laax.
www.pilzberatungsurselva.info
– 168 –
– 169 –
Waldreservate.
Sie sind die Urwälder von Morgen: die Waldreservate.
Waldflächen, die nicht bewirtschaftet, sich selber überlassen
und Heimat einer grossen Artenvielfalt werden.
Das selten gewordene Auerhuhn etwa findet in Waldreservaten
einen wertvollen Lebensraum.
Hier hat wieder die Natur das Sagen:
81 ha: Wo früher die alte Talabfahrt von Nagens nach
Flims führte, ist wieder Ruhe eingekehrt. Dort befindet
sich seit 2009 ein Waldreservat.
Waldreservate kommen durch einen Vertrag zwischen
dem Waldeigentümer und dem Kanton zustande und
werden langfristig gesichert. Der Vertrag untersagt die
Holznutzung, das Schlagen und Sammeln von Feuerholz
und das Erstellen von Feuerstellen. Jagen und das
Sammeln von Pilzen und Beeren ist im Rahmen der geltenden
Gesetze erlaubt.
90+ha: Das Waldreservat «Spund da Zir» östlich von
Sagogn und am Abhang zum Vorderrhein ist bezeichnend
für die Waldgesellschaft von Erika und Föhre.
70 ha: Seit 2012 zählt auch der Wald bei Conn entlang
der Rheinschlucht zu den Waldreservaten der nahen
Umgebung.
001. NATURSCHUTZZONEN DER DESTINATION
© swisstopo, BAFU
– 170 –
– 171 –
06. BIODIVERSITÄT
– 002. Invasive Neophyten
«Roti Rösli im Garta, Neophyte im Wald, wenn dr Wind chunnt go
bloosa, wachsens bald überall!» – und dann wirds dann also eng für
unsere Margrittlis und Maierislis, die müssen dann nämlich den Platz
räumen oder sie werden im Keim erstickt. Wortwörtlich und tatsächlich.
Kirschlorbeer
Prunus laurocerasus
• Blütezeit: April – Mai
• Standort: Wälder, Wald- und Wegränder, Gärten
• Höhe: bis 6 m
• Eingeführt aus: Westasien / Südeuropa
Alternativen
Eibe (giftig) – Taxus baccata
Ja, das Leben ist verdammt hart, sogar für Blumen. Da hat nicht mal
mehr eine gemeine Küchenschelle die Spur einer Chance. Oder wann
hast du zuletzt eine gesehen?
Stechpalme – Ilex aquifolium
002. INVASIVE NEOPHYTEN
Gebietsfremde Pflanzen nennt man Neophyten.
In der Schweiz gibt es rund 2'600 einhei-
Berufkraut und Co. sind Wölfe im Schafspelz!
mische Pflanzenarten und über 800 etablierte
gebietsfremde Arten. Die meisten stellen das kanadische Berufkraut haben ihren
Vor allem Goldruten und das einjährige und
keine Gefahr für die einheimische Pflanzenwelt
dar. Rund 100 gelten gemäss BAFU als besiedeln Böschungen oder Waldränder und
Weg in die Destination gefunden. Sie
problematisch, 58 davon als invasiv.
machen auch vor unseren Naturschätzen,
dem Caumasee und der Ruinaulta, nicht halt.
Sie vermehren sich weit über den Garten
hinaus, bilden dichte Bestände und verdrängen
einheimische Arten und somit nen Garten invasive Neophyten entdeckt,
Wer auf seinem Spaziergang oder im eige-
die Lebensgrundlage von vielen Insekten. tut gut daran, sie auszureissen und in den
So hübsch und harmlos sie aussehen: nächsten Abfalleimer zu werfen – und nicht
Invasive Neophyten gefährden ganz direkt etwa in den Kompost oder auf die Gründeponie.
unsere Biodiversität.
Knigge-Tipp: Kultiviert der Nachbar im Garten invasive Neophyten, hilft ein freundliches und
aufklärendes Gespräch oft mehr als ein beherzter Griff über den Gartenzaun.
Problematik
Diese oft gepflanzte Art verwildert in der Landschaft.
Sie kann sich sehr schnell und effizient ausbreiten und
bildet Dickichte, welche die natürliche Waldverjüngung
behindern. Dadurch wird die einheimische Vegetation
verdrängt. Zudem bietet sie den einheimischen Tierarten
keine Lebensgrundlage.
Vorbeugung und Bekämpfung
Der Kirschlorbeer soll nicht mehr gepflanzt werden.
Aufkommende Jungpflanzen und bestehende Sträucher
sollen ausgerissen werden. Kontrollen und wiederholtes
Ausreissen bleiben notwendig. Blüten, Beeren
und Wurzeln sind in der Kehrichtverbrennung zu
entsorgen (nicht im Kompost oder Grüngut).
Gewöhnlicher Liguster – Ligustrum vulgare
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
– 172 –
– 172 –
– 173 –
Amerikanische Goldrutearten
Solidago canadensis / Solidago gigantea
Drüsiges Springkraut
Impatiens glandulifera
• Blütezeit: Juli – September / August – Oktober
• Standort: Waldlichtungen, Böschungen, Brache
Alternativen
• Blütezeit: Juli – September
• Standort: Bachufer, Wälder
Alternativen
(nicht kultivierte Fläche)
• Höhe: bis 2 m
• Höhe: bis 2,5 m / bis 1,2 m
• Eingeführt aus: Himalaja
• Eingeführt aus: Nordamerika
Nieswurz – Helleborus foetidus
Wald-Weidenröschen – Epilobium angustifolium
Dunkle Königskerze – Verbascum nigrum
Blutweiderich – Lythrum salicaria
002. INVASIVE NEOPHYTEN
Problematik
Problematik
Die Goldruten wurden als Zierpflanzen eingeführt.
Die Pflanze verbreitet sich sehr leicht und bildet gross-
Mittels Rhizomen und zahlreichen flugfähigen Samen
flächige, dichte Bestände, wodurch die einheimischen
verwildern sie leicht und bilden grosse, dominante Be-
Pflanzen verdrängt werden. Die Vermehrung erfolgt
stände. Durch Lichtentzug verhindern sie die Keimung
über Schleuderkapseln sowie über das Wasser. Ein
einheimischer Pflanzen und verdrängen diese dadurch.
dichter Bestand kann bis zu 30’000 Samen pro m 2
Echtes Johanniskraut – Hypericum perforatum
bilden.
Gewöhnlicher Baldrian – Valeriana officinalis
Vorbeugung und Bekämpfung
Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-
Vorbeugung und Bekämpfung
verordnung). Pflanzen ausreissen oder vor Samenbil-
Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-
dung zurückschneiden. Mit den Wurzeln und Ausläu-
verordnung). Sie kann leicht samt Wurzeln ausgerissen
fern in der Kehrichtverbrennung entsorgen (nicht im
werden; am besten vor der Blütenbildung. Die Stängel
Kompost oder Grüngut). Ein wiederholter Schnitt vor
wurzeln noch im gleichen Jahr und bilden neue Pflan-
der Blüte schwächt die Rhizome und der Bestand wird
zen mit Blüten. Sofort in der Kehrichtverbrennung ent-
zurückgedrängt.
sorgen (nicht im Kompost oder Grüngut).
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
– 174 –
– 175 –
Japanischer Staudenknöterich
Reynoutria japonica
Glattes Zackenschötchen
Bunias orientalis L.
• Blütezeit: Juli – September
• Standort: Hecken, Böschungen, Uferbereiche
• Höhe: bis 3 m
Alternativen
• Blütezeit: Mai – August
• Standort: Strassenränder, Ufer von
Fliessgewässern, Wiesen und Weiden
Alternativen
• Eingeführt aus: Ostasien
• Höhe: 0,3 m bis 1,2 m
Waldgeissbart – Aruncus dioicus
• Eingeführt aus: Sibirien bis Ost- und Südosteuropa
Goldaster – Aster linosyris
Gemeiner Schneeball – Viburnum opulus
Sonnenbraut – Helenium
002. INVASIVE NEOPHYTEN
Problematik
Problematik
Die Pflanze verbreitet sich leicht durch vegetative Ver-
Diese als Futterpflanze eingeführte Art verwildert
mehrung (Rhizome bis zu 7 m im Umkreis und 3 m Tie-
leicht, bildet dichte Bestände und verdrängt die ein-
fe) und bildet dichte Bestände, welche die einheimische
heimische Vegetation. Die Vermehrung erfolgt über
Vegetation verdrängen. Im Winter sterben die oberir-
Samen (3000 bis 4500 Samen pro Pflanze) und Wur-
dischen Teile ab und hinterlassen kahle Böschungen,
zeln. Der unangenehme Geruch dieser Pflanze hält das
welche der Erosion ausgesetzt sind.
Zwerg-Holunder (Beeren giftig) – Sambucus ebulus
Vieh fern und vermindert dadurch die Futterqualität
Butterblume – Trollius europaeus
von frischem oder getrocknetem Futter.
Vorbeugung und Bekämpfung
Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-
Vorbeugung und Bekämpfung
verordnung). Aufgrund der enormen Energiereserven
Diese Art nicht mehr pflanzen, verblühte Blütenstän-
in den unterirdischen Rhizomen muss entweder alles
de vor der Samenreife samt Wurzeln ausreissen und
ausgegraben oder – während ca. 10 Jahren – mehr-
fachgerecht entsorgen. Die Pflanze soll durch einhei-
mals pro Jahr ausgerissen werden. Unbedingt in der
mische Sträucher ersetzt werden. Schnittgut mit oder
Kehrichtverbrennung entsorgen (nicht im Kompost
ohne Wurzeln unbedingt in der Kehrichtverbrennung
oder Grüngut).
entsorgen (nicht im Kompost oder Grüngut).
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
– 176 –
– 177 –
Götterbaum
Ailanthus altissima
Sommerflieder
Buddleja davidii
• Blütezeit: Juni – Juli
• Standort: Infrastrukturen, Siedlungen,
Wälder und Wiesen
Alternativen
• Blütezeit: Juli – August
• Standort: Ufer, Waldränder, Bahnlinien
• Höhe: bis 4 m
Alternativen
• Höhe: bis 30 m
• Eingeführt aus: China
• Eingeführt aus: China und Nordkorea
Vogelbeere – Sorbus aucuparia
Pfaffenhütchen – Euonymus europaeus
Flussbirke/Schwarzbirke – Betula nigra
Schwarzdorn – Prunus spinosa
002. INVASIVE NEOPHYTEN
Problematik
Problematik
Der Götterbaum ist ein sehr anspruchsloser und sehr
Diese als Zierpflanze eingeführte Art verwildert leicht
schnell wachsender Baum. Er verfügt über ein umfang-
und bildet dichte Bestände, wodurch die einheimische
reiches Wurzelsystem, macht Wurzelbrut und Stock-
Vegetation verdrängt wird. Die Vermehrung erfolgt
ausschläge und kann schnell dichte Monokulturen
über weite Distanzen mit dem Wind (bis zu 3 Millionen
bilden, welche die autochthone Vegetation ersetzen.
Samen pro Pflanze) und durch unterirdische Ausläufer.
Direkter Kontakt kann Hautreaktionen auslösen.
Walnussbaum – Juglans regia
Hagebutte – Rosa canina
Vorbeugung und Bekämpfung
Vorbeugung und Bekämpfung
Der Sommerflieder soll nicht mehr gepflanzt werden.
Keine Götterbäume pflanzen! Falls solche bereits
Verblühte Blütenstände müssen vor der Samenreife ab-
vorhanden sind, ist die Bekämpfung sehr schwierig –
geschnitten werden. Bestehende Sommerflieder sollen
einen Experten fragen. Dreifaches Ringeln des
durch einheimische Sträucher ersetzt werden. Blüten
Stammes voll umfänglich im Abstand von 10 cm mit der
und Wurzeln müssen in der Kehrichtverbrennung ent-
Motorsäge. Eine teurere aber schnellere Variante ist
sorgt werden (nicht im Kompost oder Grüngut).
das Fällen plus die Boden sanierung durch händisches
Entfernen der Wurzelfragmente.
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
– 178 –
– 179 –
Riesenbärenklau
Heracleum mantegazzianum
Schmalblättriges Greiskraut
(Kreuzkraut) Senecio inaequidens
• Blütezeit: Juli – September
• Standort: Waldränder, Wiesen, Uferbereiche
• Höhe: bis über 3 m
Alternativen
• Blütezeit: August – Oktober
• Standort: Wegränder, Bahnlinien, Ödland
• Höhe: 0,4 bis 1 m
Alternativen
• Eingeführt aus: Kaukasus
• Eingeführt aus: Südafrika
Wasserdost – Eupatorium cannabinum
Weidenb. Ochsenauge – Buphthalmum salicifolium
Akeleibl. Wiesenraute – Thalictrum aquilegiifolium
Wiesen-Bocksbart – Tragopogon pratensis
002. INVASIVE NEOPHYTEN
Problematik
Problematik
Die Art wurde als Zierpflanze eingeführt und breitet
Die Pflanze produziert giftige Inhaltsstoffe, welche
sich effizient an feuchten Standorten aus. Neben dem
für die Nutztiere tödlich sein können (gilt auch für ein-
Verdrängen der einheimischen Vegetation, birgt die
heimische Kreuzkräuter wie Jakobskreuzkraut). Eine
Pflanze auch eine Gefahr für den Menschen. Berüh-
Pflanze bildet bis zu 30’000 Samen pro Jahr. Durch
rungen der Pflanze, in Verbindung mit Sonnenstrah-
den Wind werden die Samen über weite Distanzen ver-
lung (UV-Strahlung), können zu gefährlichen Verbren-
Schwarzer Holunder – Sambucus nigra
breitet.
Gewöhnliche Margerite – Leucanthemum vulgare
nungen führen!
Vorbeugung und Bekämpfung
Vorbeugung und Bekämpfung
Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-
Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-
verordnung). Die Pflanze soll vor der Samenreife mit
ver ord nung). Zur Bekämpfung Handschuhe und lang-
den Wurzeln ausgerissen werden. Grosse Bestände
ärmlige Kleider anziehen. Pflanzenteile bis ca. 15 cm
werden durch mehrmaliges Mähen an der Versamung
über dem Boden abschneiden. Wurzelstock 15–20 cm
gehindert. Das Pflanzenmaterial ist in der Kehrichtver-
unter der Bodenoberfläche durchschneiden. Entsor-
brennung zu entsorgen (nicht im Kompost oder Grün-
gung in der Kehrichtverbrennung.
gut).
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
– 180 –
– 181 –
Essigbaum
Rhus typhina
Vielblättrige Lupine
Lupinus polyphyllus
• Blütezeit: Mai – Juli
• Standort: Waldränder, Lichtungen, Gärten
• Höhe: bis 8 m
Alternativen
• Blütezeit: Juni – September
• Standort: Wiesen, Waldschläge,
Strassenböschungen, Gärten
Alternativen
• Eingeführt aus: Nordamerika
• Höhe: 0,6 bis 1,5 m
Sanddorn – Hippophae rhamnoides
• Eingeführt aus: Nordamerika
Rittersporn – Delphinium
Kreuzdorn – Rhamnus cathartica
Roter Fingerhut – Digitalis purpurea
002. INVASIVE NEOPHYTEN
Problematik
Der Essigbaum wurde als Zierpflanze eingeführt und
Problematik
in den 60er und 70er Jahren oft in Gärten gepflanzt.
Diese als Zierpflanze eingeführte Art verwildert leicht
Über Wurzelsprosse in der Gartenerde wurde er in die
und bildet dichte Bestände, wodurch die einheimische
Umgebung verschleppt. Er verwildert leicht und kann
Vegetation verdrängt wird. Die Vermehrung erfolgt
lokal – durch bis zu 10 m weite Wurzel ausläufer – dich-
über Samen (120–2000 Samen pro Pflanze).
te Bestände bilden. Die einheimischen Pflanzen werden
dadurch verdrängt.
Roter Holunder (ab 1500 m ü.M.) – Sambucus racemosa
Vorbeugung und Bekämpfung
Schwarze Königskerze – Verbascum nigrum
Die Vielblättrige Lupine soll nicht mehr gepflanzt
Vorbeugung und Bekämpfung
werden. Verblühte Blütenstände vor der Samenrei-
Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-
fe abschneiden und fachgerecht entsorgen. Schnitt-
verordnung). Aufgrund der dichten Wurzelbrut ma-
gut ohne Blüten kann normal kompostiert werden.
chen Essigbäume im Vergleich zu Götterbäumen kaum
Schnittgut mit Blüten muss in der Kehrichtverbrennung
Stockausschlag. Dreifaches Ringeln des Stammes
entsorgt werden (nicht im Kompost oder Grüngut).
voll umfänglich im Abstand von 10 cm mit der Motorsäge.
Eine teurere aber schnellere Variante ist das Fällen
plus die Boden sanierung durch händisches Entfernen
der Wurzelfragmente.
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
– 182 –
– 183 –
Einjähriges Berufkraut
Erigeron annuus
Aufrechte Ambrosie
Ambrosia aremisiifolia
• Blütezeit: Juni – September
• Standort: Wiesen, Wegränder, Schuttplätze, Ufer
• Höhe: bis 1 m
Alternativen
• Blütezeit: August – Oktober
• Standort: Ruderalstandorte
• Höhe: 0,2 m bis 1,5 m
Alternativen
• Eingeführt aus: Nordamerika
• Eingeführt aus: Nordamerika
Bergaster – Aster amellus
Gewöhnlicher Beifuss – Artemisia vulgaris
Wegwart – Cichorium intybus
Echter Wermut – Artemisia absinthium
002. INVASIVE NEOPHYTEN
Problematik
Problematik
Die Art wurde als Zierpflanze eingeführt. Heute wird
Die Ambrosiapollen können heftige Allergien und Asth-
sie zwar nicht mehr als Gartenpflanze angeboten, sie
maanfälle verursachen.
hat sich jedoch bereits in der Natur etabliert. Das Einjährige
Berufkraut besiedelt sehr erfolgreich gestörte
Vorbeugung und Bekämpfung
Plätze bzw. offene Bodenstellen und hat sich in den
Der Umgang mit dieser Art ist verboten (Freisetzungs-
letzten Jahren grossflächig ausgebreitet.
Gewöhnliche Margerite – Leucanthemum vulgare
ver ordnung). Die Pflanze muss wenn möglich vor der
Stink-Storchschnabel – Geranium robertianum
Samenreife, oder besser noch vor der Blütenbildung,
Vorbeugung und Bekämpfung
vollumfänglich mit den Wurzeln ausgerissen und voll-
Vegetationsfreie Flächen sind regelmässig zu kontrol-
ständig in der Kehrichtverbrennung entsorgt werden.
lieren und vom Einjährigen Berufkraut freizuhalten. Die
Vorkommnisse dieser Pflanze sind bei Ihrer Ansprech-
Pflanzen müssen vor der Samenbildung ausgerissen
person für invasive Neophyten zu melden.
und in der Kehrichtverbrennung entsorgt werden (das
einmalige Mähen der Pflanzen ist kontraproduktiv).
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
Herausgeber und Copyright: LOVT (Landschafts- und Obstbaumpflegeverein Trin) ∙ www.lovtrin.ch
– 184 –
– 185 –
Drei Millionen Vögel sterben
in der Schweiz jährlich durch
Glaskollisionen.
Schätzung der Vogelwarte Sempach ∙ Bild: © Pilkington Deutschland AG
Rotkehlchen «Robin» ist Botschafter und Maskottchen für das Vogelschutzglas
Pilkington AviSafe
06. MISSION BIODIVERSITÄT
– 003. Vogelschlag an Glas vermeiden
Gegen eine Scheibe knallen. Ist jedem schon passiert. Für dich ist’s
peinlich, für die anderen lustig – so what! Wenn du eine kleine Schwalbe
bist, die mit 80 Sachen fröhlich um die Hausecken pfeilt, ist’s
weniger lustig. Da kann ein spiegelndes Panoramafenster plötzlich
zum einschlagenden Erlebnis und zum Schlusspfiff deines kleinen
Lebens werden.
Vögel können Glasscheiben nicht erkennen, sie die moderne Architektur gerne hat, werden
für Vögel immer häufiger zur tödlichen
– schon gar nicht dann, wenn sich darin die
Landschaft spiegelt oder der Blick hindurch Falle. Eine lauernde Gefahr, die wortwörtlich
aus dem Nichts zuschlägt und deren im-
direkt auf einen Garten oder Wald fällt. Die
für Vögel wohl fieseste Falle sind freistehende
Wind- und Lärmschutzwände. Auch gros-
verborgen bleibt. Höchste Zeit hinzuschauen!
menses Ausmass dem öffentlichen Auge oft
se Fenster- und Spiegelfensterfronten, wie
003. VOGELSCHLAG AN GLAS VERMEIDEN
– 186 –
– 187 –
Ein paar einfache Grundregeln,
um Vogelschlag zu vermeiden:
Metalllamellen vor den Fenstern des Casa Murschetg
Helle Tages- und Nachtvorhänge im Riders Hotel
Für Neubauten
→ Reflexionsarme Gläser verwenden mit
einem Reflexionsgrad von max. 15%.
→ Durchsichtige Ecken und Glastrennwände
vermeiden.
→ Einplanen von fix montierten Lamellen, Sprossen
oder ähnlichen Strukturen.
→ Grossflächige Scheiben vermeiden oder sie
mit Vogelschutzvorrichtungen versehen.
→ Bäume so pflanzen, dass sie sich nicht in
den Fenstern spiegeln.
Für bestehende Gebäude
→ Keine Pflanzen hinter den Fenstern platzieren:
Sie simulieren Landschaften.
→ Fensterstoren ausserhalb der Betriebszeiten und
bei Abwesenheit runterlassen.
→ Helle Tages- und Nachtvorhänge wählen –
dunkle Vorhänge erhöhen den Spiegeleffekt.
→ Glasflächen mit Vogelschutzvorrichtungen
versehen.
Weiterführende Literatur:
Vogelschutzmassnahmen der WAG.
Vögel erkennen bereits handgrosse Lücken in einem
Muster als Öffnungen, die sich ihnen zum Durchfliegen
anbieten. Die eigene Handfläche ist deshalb eine nützliche
Masseinheit beim Planen eines Musters oder einer
Dekoration gegen Vogelschlag. Nur eine engmaschige
Gestaltung ist eine effiziente Vogelschutzmassnahme!
Früher: grossmaschig und wirkungslos
Die bei der Station Scansinas umgesetzten Höhenkurven
der Tschingelhörner, haben sich als wirkungsvolle
Massnahme bewährt.
Heute: engmaschig und effizient
003. VOGELSCHLAG AN GLAS VERMEIDEN
vogelglas.vogelwarte.ch
Vogelschutzmassnahme Tegia Miez
Vogelschutzmassnahme Vorab
– 188 –
– 189 –
06. BIODIVERSITÄT
– 004. Naturnahes Firmenareal
Minimale Abdeckung –
maximaler Schutz:
Die kleine Biene Maja schwubbeldiwubbelt mit dem pummeligen
SEEN-Vogelschutz
reduziert den
Vogelschlag um über
90 %.
SEEN-Prototyp Testphase Riders Hotel:
Freie Sicht von innen ...
Willi über die wunderkunterbunte Wildblumenwiese. Sie sammelt Honig
und sagt: What else! – Grashüpfer Flip kommt auf einen Schwatz vorbei
und sogar die Spinne Thekla hat heute ein Bonmot auf Lager. Muss so
sein, ist ja schliesslich eine Kindersendung. Im richtigen Leben gibt’s
natürlich keine sprechenden Tiere – und Wildblumenwiesen gibt’s auch
bald keine mehr, wenn wir uns nicht etwas mehr Mühe geben, liebe
Buben und Mädchen.
004. NATURNAHES FIRMENAREAL
Die SEEN Elements bieten eine neuartige und effekti-
... gute Sichtbarkeit von aussen.
Für Honigbienen ist die artenreiche Blumen-
mengeländen, Hotelkomplexen, in Parkan-
ve Möglichkeit im Umgang mit Glas und Vogelschutz.
wiese die wichtigste Nahrungsquelle. Über
lagen oder Privatgärten ähneln durch ihre
Die hochwirksamen Raster haben eine Abdeckung von
3'000 Tierarten gibt sie ein Zuhause und
kleinräumige Struktur oft den historischen
weniger als 1 %. Von innen bleibt die Sicht deshalb
gut ein Drittel der heimischen Blütenpflan-
Wiesen und Weideflächen. Deswegen eig-
angenehm frei, während die Scheiben von aussen gut
zen wachsen auf ihr. Höchste Zeit, wieder
nen sich Gärten und andere Grünflächen in
sichtbar sind. Hallo Win-Win-Situation!
mehr Platz zu schaffen für Flower-Power!
Siedlungsgebieten hervorragend als Ersatz-
Für Langhornbiene, Feldgrille und Co. zählt
flächen für blumenreiche Magerwiesen.
jeder Quadratmeter – und Freiräume auf Fir-
SEEN-Prototyp Testphase rocksresort: einmal mit,
einmal ohne SEEN Elements.
– 190 –
– 191 –
Die WAG erhält für die naturnahe Gestaltung
des rocksresort in Laax die Auszeichnung
der Stiftung Natur & Wirtschaft.
So entsteht eine
Magerwiese.
Auf magerem Boden entwickeln
sich blumenreiche Wiesen.
Die Neuanlage einer Magerwiese ist nur dann erfolg-
Magerwiesen sind heute eine Rarität und
reich, wenn der Untergrund entsprechend vorbereitet
müssen gefördert werden.
wird. Wo das Erdreich allzu nährstoffreich ist, wird es mit
Magerwiesen gehören in ganz Mitteleuropa zu den ge-
nährstoffarmem Material (Sand, Schotter) ersetzt oder
Bei der Neuanlegung des rocksresort-Areals
fährdeten Lebensgemeinschaften. Noch vor 100 Jahren
vermischt. Werden Magerwiesensamen auf nährstoff-
wurde besonders viel Wert auf eine naturna-
waren sehr viele Wiesen mager. Inzwischen sind sie zu
reichem Boden ausgetragen, so werden die angesäten
he, ökologische Gestaltung gelegt. So wurden
mehr als 90 % in Fettwiesen umgewandelt, aufgefors-
Pflanzen mit der Zeit von schnellwachsenden Fettwie-
heimische Bäume und Sträucher gepflanzt und
Wiesen, Böschungen und Hecken ausgeschieden.
Diese Bereiche werden maximal zweimal pro
Jahr gemäht, damit sich die Pflanzen erfolgreich
versamen können und so mit der Zeit wertvolle
und artenreiche Magerwiesen entstehen.
Das rocksresort-Areal trägt zur Steigerung der
biologischen Vielfalt bei und wurde von der
tet oder überbaut worden. Neuangelegte Magerwiesen
stellen bei naturgerechter Gestaltung und Pflege wichtige
Ergänzungsbiotope dar, die auch bei noch so kleiner
Fläche einen Beitrag zum ökologischen Ausgleich in der
modernen Kulturlandschaft leisten.
Magerwiesen zählen zu den artenreichsten
Lebensräumen Mitteleuropas.
Der hohe Artenreichtum beruht auf dem geringen Nährstoffangebot,
welches die Ausbreitung jeder einzel-
senpflanzen verdrängt.
Die Neuanlage einer Magerwiese braucht Geduld.
Natürlicherweise dauert es 50 – 150 Jahre, bis sich
eine artenreiche Magerwiese entwickelt hat. Mit der
Aussaat von geeigneten Samenmischungen kann man
diesen Prozess beschleunigen. Es werden aber dennoch
einige Jahre verstreichen, bis sich eine stabile,
den standörtlichen Besonderheiten angepasste Pflanzengesellschaft
zusammengefunden hat. Besonders
004. NATURNAHES FIRMENAREAL
Stiftung Natur & Wirtschaft als «naturnahes Fir-
nen Pflanzenart begrenzt. Rund 30 % der heimischen
vielfältig und blumenreich entwickeln sich Magerwie-
menareal» ausgezeichnet. Auf dem Areal fin-
Pflanzenarten leben auf trockenen Magerstandorten.
sen an trockenen, gut besonnten Standorten.
den Menschen – ob Mitarbeiter oder Besucher –
Die vielfältige Pflanzenwelt ist Nahrungsbasis vieler In-
Erholung und tierische Bewohner wie Schmetter-
sekten und Vögel. Für wärme- und trockenheitsliebende
Magerwiesen werden nur 1 – 2 Mal
linge, Singvögel oder Igel ein intaktes Zuhause!
Tierarten sind Magerwiesen oft die letzten Lebensräu-
im Jahr geschnitten.
me. In ihnen leben zahlreiche bedrohte Tagfalter, Heu-
Damit auch die spätblühenden Pflanzen versamen kön-
schrecken, Wanzen, Netzflügler und weitere Kleintiere.
nen, darf der Schnittzeitpunkt nicht zu früh angesetzt
werden. Das Schnittgut muss getrocknet und einige
Zeit liegen gelassen werden. Danach wird das Heu abgeführt.
So werden dem Boden zusätzlich Nährstoffe
entzogen. Jegliche Düngung wird vermieden.
Tipp: Ein Teil der Wildblumen über Winter stehen lassen,
so können Eier, Raupen und Puppen überwintern.
Quelle: Stiftung Natur & Wirtschaft
– 192 –
– 193 –
06. BIODIVERSITÄT
– 005. Wildbienenparadies im rocksresort
Boards and bees: Im rocksresort treffen Skateboarder auf Wildbienen
und harmonieren vorbildlich mit ihnen – schliesslich stechen Wildbienen
nicht. Und die Rollbrettler sind auch nur halb so wild, wie sie aussehen!
2018 entstand an der Talstation Laax Murschetg gleichzeitig ein
Snakerun für Skateboarderinnen und Biker und ein paradiesisches
Zuhause für Wildbienen und andere Insekten.
Auf dem übrig gebliebenen Aushubhügel raum, der speziell auf die Bedürfnisse der
des rocksresort-Parkhauses entstand, in verschiedenen einheimischen Wildbienenarten
und anderer Insekten zugeschnitten
Zusammenarbeit von der WAG, Velosolutions
und Wildbiene + Partner, auf einer Gesamtfläche
von 6'000 m 2 der erste Skatege
Wildblumen wurden nach einem Pflanz-
wurde. Über 70 ökologisch wertvolle hiesipark
mit Wildbienenparadies. Die beiden plan angelegt, der von den Wildbienenbiologen
von Wildbiene + Partner eigens dafür
Snakerun-Strecken beanspruchen etwa einen
Viertel der Anlage. Auf der Restfläche, entworfen wurde. Heute führt ein Lehrpfad
bestehend aus vielen einzelnen Teilstücken, durch das Wildbienenparadies und gibt viel
entstand ein naturnah gestalteter Lebens-
Wissenswertes zu Fauna und Flora preis.
005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT
– 194 –
Bodenbearbeitung.
Wildbienenparadies im Winter.
Umsetzungsplan.
Um eine magere, trockene, warme und wasserdurchlässige
Unterlage zu kreieren, wurde die Fläche für das
Wildbienenparadies mit Kies «grundiert». Die kiesige
Unterlage erlaubt es einer Vielzahl wichtiger und oft
konkurrenzschwacher Blütenpflanzen zu gedeihen.
Auf eine Schicht aus Wandkies wurden anschliessend
Inseln aus lehmhaltigem Sand gesetzt. Diese sind
zwischen 2 und 10 m 2 gross und weisen Tiefen von bis
zu 40 cm auf. Auf diesen Sandflächen wurden Strukturelemente
wie einzelne Steine oder Steinhaufen und
morsche Wurzelstöcke platziert. Ein paar Flächen
wurden nicht mit Kies grundiert und der humushaltige
natürliche Unterboden blieb erhalten. Dort gedeihen
Pflanzen, die auf fetteren und nährstoffreicheren
Boden angewiesen sind.
.
Bepflanzung und
Strukturelemente.
Das Herzstück des Wildbienenparadieses ist eine
Bumerang-förmige Böschung von ca. 350 m 2 Umfang.
Sie beinhaltet alle wichtigen Strukturelemente
wie Sand, Steinhaufen, Büsche etc., bietet spezifizierte
Die meisten Wildbienen sind einjährig und sterben
nach der Eiablage im Sommer. Ihre Brutzellen in den
Nistplätzen und Strukturelementen statten sie vorher
mit Nahrung für die neuen Bienen aus und verschliessen
sie dann. Aus den Eiern entwickeln sich
die Larven, die zu Puppen werden. In diesem Stadium
verbringen die meisten Wildbienen den gesamten
Winter. Es ist wichtig, dass im Wildbienenparadies
– und natürlich auch im Naturgarten – die Nistplätze
nicht versehentlich durch besonders gründliche
und voreilige Gärtner entsorgt werden. Keulhornbiene
und Co. überwintern in abgestorbenen Pflanzenteilen.
Deshalb sollten Pflanzenstängel, besonders die mit
Holräumen wie von Holunder oder Brombeere, erst im
Frühjahr entsorgt werden. Gleiches gilt für Kompostund
Laubhaufen, Maulwurfshügel, Moos und gefüllte
Mauerritzen, die etwa das Winterquartier von Junghummeln
sein könnten.
Schlemmsand
Kies
Naturweg
Bollensteine
Wildbienenhaus
Markhaltige Stängel
Leere Schneckenhäuschen
Wildblumenwiese mit
Initialpflanzung
Wildstuadenbeet mit
Initialpflanzung
Sitzbank
005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT
Nistmöglichkeiten an und wird speziell gehegt. Die übrigen
Flächen wurden durch Aussaat und eine Initial-
pflanzung mit über 1700 Stauden in eine vielfältige
Bergblumenwiese verwandelt – wertvoll für die
Bienen und viele weitere Insekten! Mit Initialpflanzungen
konnten die wichtigsten Pflanzenarten direkt
in die Fläche eingebracht werden. Die Pflanzen wurden
dabei so ausgewählt, dass die Blütenpräferenzen
der Wildbienen von Frühling bis Herbst gedeckt
sind. Gehölze wie Weiden, Schwarzdorn, Feldahorn
und Wildrosen erweitern das Nektarbuffet und bieten
Schutz vor Fressfeinden. Diverse Kleinstrukturen dienen
in den Blumenwiesen als Nistplätze.
Rund 1700 Stauden 70 verschiedenster Arten
wurden gepflanzt.
Einheimische Wildblumen
im Wildbienenparadies
des rocksresort.
GATTUNG
Linaria
DEUTSCHER NAME
Echtes Leinkraut
ART
vulgaris
STANDORT
halbschattig,
sonnig
GATTUNG
Scrophularia
DEUTSCHER NAME
Knotige Braunwurz
ART
nodosa
STANDORT
absonnig,
halbschattig
GATTUNG
Angelica
GATTUNG
Laserpitium
GATTUNG
Anthemis
GATTUNG
Aster
DEUTSCHER NAME
Wald-Engelwurz
ART
sylvestris
STANDORT
absonnig,
halbschattig
GATTUNG
Astrantia
DEUTSCHER NAME
Sterndolde
ART
major
STANDORT
absonnig,
halbschattig
DEUTSCHER NAME
Breitblättriges
Laserkraut
ART
latifolium
STANDORT
absonnig,
halbschattig
GATTUNG
Daucus
DEUTSCHER NAME
Wilde Möhre
ART
carota
STANDORT
sonnig,
trocken
DEUTSCHER NAME
Färberkamille
ART
tinctoria
STANDORT
sonnig,
trocken
GATTUNG
Buphthalmum
DEUTSCHER NAME
Ochsenauge
ART
salicifolium
STANDORT
halbschattig,
sonnig
DEUTSCHER NAME
Berg-Aster
ART
amellus
STANDORT
halbschattig,
sonnig
GATTUNG
Centaurea
DEUTSCHER NAME
Skabiosen-
Flockenblume
ART
scabiosa
STANDORT
halbschattig, sonnig
005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT
GATTUNG
Laserpitium
GATTUNG
Eryngium
GATTUNG
Centaurea
GATTUNG
Cichorium
DEUTSCHER NAME
Berg- Laserkraut
ART
siler
STANDORT
sonnig,
trocken
DEUTSCHER NAME
Alpen-Mannstreu
ART
alpinum
STANDORT
absonnig,
halbschattig
DEUTSCHER NAME
Wiesen-
Flockenblume
ART
jacea
STANDORT
halbschattig, sonnig
DEUTSCHER NAME
Wegwarte
ART
intybus
STANDORT
halbschattig,
sonnig
GATTUNG
Cirsium
GATTUNG
Cirsium
GATTUNG
Anchusa
GATTUNG
Hesperis
DEUTSCHER NAME
Gewöhnliche
Kratzdistel
ART
vulgare
STANDORT
absonnig, halbschattig
DEUTSCHER NAME
Verschiedenblättrige
Kratzdistel
ART
helenioides
STANDORT
sonnig, trocken
DEUTSCHER NAME
Gemeine
Ochsenzunge
ART
officinalis
STANDORT
halbschattig, sonnig
DEUTSCHER NAME
Nachtviole
ART
matronalis
STANDORT
absonnig,
halbschattig
GATTUNG
Carduus
GATTUNG
Hieracium
GATTUNG
Lunaria
GATTUNG
Campanula
DEUTSCHER NAME
Nickende Distel
ART
nutans
STANDORT
sonnig,
trocken
GATTUNG
Onopordum
DEUTSCHER NAME
Eselsdistel
ART
acanthium
STANDORT
sonnig,
trocken
DEUTSCHER NAME
Mausohr-
Habichtskraut
ART
pilosella
STANDORT
sonnig, trocken
GATTUNG
Tanacetum
DEUTSCHER NAME
Wurmkraut
ART
vulgare
STANDORT
halbschattig,
sonnig
DEUTSCHER NAME
Ausdauerndes
Silberblatt
ART
rediviva
STANDORT
absonnig, halbschattig
GATTUNG
Campanula
DEUTSCHER NAME
Pfirsichblättrige
Glockenblume
ART
persicifolia
STANDORT
absonnig, halbschattig
DEUTSCHER NAME
Zwerg-
Glockenblume
ART
cochleariifolia
STANDORT
sonnig, trocken
GATTUNG
Campanula
DEUTSCHER NAME
Rapunzel-
Glockenblume
ART
rapunculus
STANDORT
absonnig,
halbschattig
005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT
GATTUNG
Echium
GATTUNG
Symphytum
GATTUNG
Campanula
GATTUNG
Campanula
DEUTSCHER NAME
Natternkopf
ART
vulgare
STANDORT
halbschattig,
sonnig
DEUTSCHER NAME
Echter Beinwell
ART
officinale
STANDORT
halbschattig,
sonnig
DEUTSCHER NAME
Rundblättrige
Glockenblume
ART
rotundifolia
STANDORT
absonnig, halbschattig
DEUTSCHER NAME
Nessel-
Glockenblume
ART
trachelium
STANDORT
halbschattig
GATTUNG
Dianthus
GATTUNG
Dianthus
GATTUNG
Sedum
GATTUNG
Sempervivum
DEUTSCHER NAME
Rote
Karthäusernelke
ART
carthusianorum
STANDORT
halbschattig, sonnig
DEUTSCHER NAME
Stein- Nelke
ART
sylvestris
STANDORT
sonnig,
trocken
DEUTSCHER NAME
Grosse Fetthenne
ART
telephium
STANDORT
sonnig,
trocken
DEUTSCHER NAME
Dach-Hauswurz
ART
tectorum
STANDORT
sonnig,
trocken
GATTUNG
Silene
GATTUNG
Silene
GATTUNG
Knautia
GATTUNG
Knautia
DEUTSCHER NAME
Weisse Lichtnelke
ART
pratensis
STANDORT
halbschattig,
sonnig
GATTUNG
Helianthemum
DEUTSCHER NAME
Gelbes
Sonnenröschen
ART
nummularium
STANDORT
sonnig, trocken
DEUTSCHER NAME
Rote Lichtnelke
ART
dioica
STANDORT
absonnig,
halbschattig
GATTUNG
Sedum
DEUTSCHER NAME
Scharfer
Mauerpfeffer
ART
acre
STANDORT
sonnig, trocken
DEUTSCHER NAME
Acker-Skabiose
ART
arvensis
STANDORT
halbschattig,
sonnig
GATTUNG
Scabiosa
DEUTSCHER NAME
Tauben- Skabiose
ART
columbaria
STANDORT
halbschattig,
sonnig
DEUTSCHER NAME
Wald-
Witwenblume
ART
dipsacifolia
STANDORT
sonnig, trocken
GATTUNG
Hippocrepis
DEUTSCHER NAME
Gewöhnlicher
Hufeisenklee
ART
comosa
STANDORT
absonnig, halbschattig
005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT
GATTUNG
Sedum
GATTUNG
Sedum
GATTUNG
Lathyrus
GATTUNG
Lotus
DEUTSCHER NAME
Niedriger Weisser
Mauerpfeffer
ART
album
STANDORT
sonnig, trocken
DEUTSCHER NAME
Milder
Mauerpfeffer
ART
sexangulare
STANDORT
sonnig, trocken
DEUTSCHER NAME
Wilde Platterbse
ART
sylvestris
STANDORT
halbschattig,
sonnig
DEUTSCHER NAME
Gewöhnlicher Hornklee
ART
corniculatus
STANDORT
halbschattig,
sonnig
GATTUNG
Onobrychis
GATTUNG
Ononis
GATTUNG
Teucrium
GATTUNG
Thymus
DEUTSCHER NAME
Saat- Esparsette
ART
viciifolia
STANDORT
halbschattig,
sonnig
DEUTSCHER NAME
Dornige Hauhechel
ART
spinosa
STANDORT
sonnig,
trocken
DEUTSCHER NAME
Edel-Gamander
ART
chamaedrys
STANDORT
sonnig,
trocken
DEUTSCHER NAME
Breitblättriger
Thymian
ART
pulegioides
STANDORT
sonnig, trocken
GATTUNG
Hyssopus
GATTUNG
Leonurus
GATTUNG
Allium
GATTUNG
Lilium
DEUTSCHER NAME
Ysop
ART
officinalis
STANDORT
sonnig,
trocken
GATTUNG
Origanum
DEUTSCHER NAME
Wilder Majoran
ART
vulgare
DEUTSCHER NAME
Echtes Herzgespann
ART
cardiaca
STANDORT
halbschattig,
sonnig
GATTUNG
Stachys
DEUTSCHER NAME
Alpen-Ziest
ART
alpina
DEUTSCHER NAME
Schnittlauch
ART
schoenoprasum
STANDORT
absonnig,
halbschattig
GATTUNG
Lythrum
DEUTSCHER NAME
Blutweiderich
ART
salicaria
DEUTSCHER NAME
Türkenbundlilie
ART
martagon
STANDORT
absonnig,
halbschattig
GATTUNG
Malva
DEUTSCHER NAME
Rosen-Malve
ART
alcea
005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT
STANDORT
sonnig,
trocken
STANDORT
sonnig,
trocken
STANDORT
halbschattig,
sonnig
STANDORT
halbschattig,
sonnig
GATTUNG
Stachys
GATTUNG
Stachys
GATTUNG
Malva
GATTUNG
Epilobium
DEUTSCHER NAME
Heil-Ziest
ART
officinalis
DEUTSCHER NAME
Aufrechter Ziest
ART
recta
DEUTSCHER NAME
Moschus-Malve
ART
moschata
DEUTSCHER NAME
Schmalblättriges
Weidenröschen
ART
angustifolium
STANDORT
halbschattig,
sonnig
STANDORT
halbschattig,
sonnig
STANDORT
halbschattig,
sonnig
STANDORT
absonnig,
halbschattig
GATTUNG
Lysimachia
GATTUNG
Aquilegia
GATTUNG
Verbascum
DEUTSCHER NAME
Gilbweiderich
DEUTSCHER NAME
Schwarzviolette Akelei
DEUTSCHER NAME
Mehlige Königskerze
ART
vulgaris
STANDORT
halbschattig,
sonnig
ART
atrata
STANDORT
absonnig, halbschattig
ART
lychnitis
STANDORT
sonnig,
trocken
GATTUNG
Aquilegia
DEUTSCHER NAME
Alpen-Akelei
ART
alpina
STANDORT
absonnig,
halbschattig
GATTUNG
Pulsatilla
DEUTSCHER NAME
Alpen-Kuhschelle
ART
alpina
STANDORT
halbschattig,
sonnig
GATTUNG
Pulsatilla
DEUTSCHER NAME
Berg-Kuhschelle
ART
montana
STANDORT
halbschattig,
sonnig
GATTUNG
Reseda
DEUTSCHER NAME
Gelber Wau
ART
lutea
STANDORT
halbschattig,
sonnig
005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT
GATTUNG
Potentilla
DEUTSCHER NAME
Frühlings-
Fingerkraut
ART
neumanniana
GATTUNG
Digitalis
DEUTSCHER NAME
Grossblütiger
Fingerhut
ART
grandiflora
STANDORT
sonnig, trocken
STANDORT
halbschattig, sonnig
Herausgeber und © Pflanzenliste: Wildbiene + Partner AG
– 209 –
005. WILDBIENENPARADIES IM ROCKSRESORT
06. BIODIVERSITÄT
– 006. Dach- und Fassadenbegrünungen
Überzeugende
Argumente:
Kein Kirschlorbeer mehr, dafür um die Ecke eine Staudenhecke. Wild-
Noch ökologischer als Dächer und Fassaden zu
blumen statt Begonien auf Balkonien, und eine ganze Blumenwiese auf
begrünen, ist es, sie für Solarstrom zu nutzen. Jede
ungenutzte Gebäudefläche ist ungenutztes Potenzial
dem Dach. Da kann Herr Bünzli so lange und so kritisch schauen wie er
für saubere Energie.
will und sogar die Polizei rufen. Ist alles legal und alles für den emotio-
Diese muss stattdessen irgendwo anders produziert
werden – mit meist negativen Folgen für die Umwelt.
Das Dach des Riders Hotel vor der Sanierung.
nalen Eigenbedarf. Also beinahe, denn das Allgemeinwohl hat ja auch
was von dieser grünen Anbauschlacht.
Begrünte Dächer und Fassaden überzeugen Es gibt zwei verschiedene Arten von Dachbegrünungen:
die extensive und die intensive.
durch eine moderne Optik und mit ökologischen
wie auchwirtschaftlichen Argumenten.
Sie sind Ersatzlebensraum für Tiere und nen dünnschichtigen Aufbau und kommen
Extensive Dachbegrünungen haben nur ei-
Pflanzen, schützen die Dachkonstruktion, für die meisten Dachkonstruktionen in Frage.
speichern Wasser, filtern Staub, dämmen Sie sind pflegeleicht und preisgünstig. In-
Eine innovative Möglichkeit ist die Kombination aus
Photovoltaik und Gründach, wie auf dem Riders Hotel
in Laax.
→ Gründach vs. Kiesdach: Das Gründach hält
doppelt so lange (40 statt 20 Jahre) – die Dachabdichtung
wird besser vor mechanischen
Beschädigungen und den UV-Strahlen
der Sonne geschützt.
→ Begrünte Dächer und Fassaden wirken kühlend
bei Hitze und isolierend bei Kälte, – das senkt
006. DACH- UND FASSADENBEGRÜNUNGEN
Lärm und gleichen Temperaturunterschiede
tensive Dachbegrünungen hingegen sind
die Wohnkosten und steigert den Komfort.
Kombination Solarstrom und Dachbegrünung
aus.
wie Gärten nutzbar und können aufwendig
nach der Sanierung.
gestaltet werden. Dank ihres dickschichti-
→ Niederschlagswasser wird zurückgehalten
gen Aufbaus können auf Dachgärten nebst
und teilverdunstet. Ein begrüntes Dach
Ruderal- und Wiesenflächen auch Stauden,
trägt dazu bei, Entwässerungskanäle und
Sträucher und Gehölze gepflanzt werden
Kläranlagen zu entlasten.
– oder ganz einfach ein Tee- und Kräuter-
garten – wie auf dem neusten rocksresort-
→ Begrünte Dächer verbessern das Siedlungs-
Dach.
klima. Die Begrünung gibt Verdunstungs-
feuchtigkeit ab und filtert Staubpartikel und
Schadstoffe aus der Luft.
→ Begrünte Dächer und Fassaden sind
Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Bild: Bosco Verticale Talstation Flims.
→ Ein Gründach bindet CO 2
.
– 210 –
– 211 –
06. BIODIVERSITÄT
– 007. Ökologische Ausgleichsmassnahmen
Schonende Linienführung
Zum Schutz von Boden und Vegetation optimiert und
kennzeichnet die Umweltbaubegleitung vor Baubeginn
die Linienführung und die Eingriffsflächen.
Die WAG investiert jedes Jahr in die Entwicklung der Destination.
Es werden in die Jahre gekommene Sesselbahnen ersetzt, Landschaftskorrekturen
für Pisten gemacht, Beschneiungsanlagen erstellt,
Biketrails angelegt, Wanderwege instandgehalten und vieles mehr.
Damit die Natur im Eifer des Gefechts garantiert nicht vergessen
geht, arbeitet die WAG eng mit der Umweltbaubegleitung zusammen.
Die Umweltbaubegleitung setzt sich während der Realisierung
eines Bauvorhabens für den Umweltschutz ein, zeigt Massnahmen
Ökologisch besonders wertvolle Flächen
Die Umweltbaubegleitung zäunt zum Schutz seltener
Pflanzen und Tiere wertvolle Flächen während der
gesamten Bauphase aus.
007. ÖKOLOGISCHE AUSGLEICHSMASSNAHMEN
zur Schonung der natürlichen Lebensräume auf und sorgt für die
Einhaltung der umweltrelevanten Gesetze sowie dafür, dass
ökologische Ausgleichsmassnahmen geschaffen werden.
Wertvoller Boden (Humus):
Um wertvollen Boden zu schonen, werden Humus und
Unterboden getrennt abgetragen, zwischengelagert
und später wiederverwendet. Um den Boden vor
Verdichtung und Erosion zu schützen, wird er nur bei
abgetrockneten Bodenverhältnissen und mit leichten
Maschinen bearbeitet.
– 212 –
– 213 –
A
Ökologische Ersatzmassnahmen der WAG.
Nebst der Zusammenarbeit mit der Umweltbaubegleitung
müssen für Eingriffe in die Natur sogenannte
ökologische Ausgleichsmassnahmen
geleistet werden. So wurden beispielsweise beim
Bau der Talabfahrt nach Flims neue Wildruhezonen
ausgeschieden. Im Sommer werden Trockenwiesen
regelmässig von Büschen befreit, um die Verwaldung
zu stoppen. Zusätzlich wurden etwa auf dem
Segnesboden dynamische Auenflächen verbreitert,
eingedolte Bäche renaturiert und Moore in der
Destination unterhalten.
C
F
G
F
F
G
D
E
Ersatzmassnahmen 2021
A Verlegung Brücke Segnas Sut
Zusätzliche Flächen für Gebirgsweidenaue
B Pflege Flachmoore von nat. Bedeutung Paliu Marscha
Schnitt alle 2-3 Jahre ab 1.9.
C Auszäunen Flachmoore von reg. Bedeutung Curtgani
Zaun
D Offenhalten Trockenweide nat. Bedeutung Runca
Entbuschen gemäss Pflegeplan
007. ÖKOLOGISCHE AUSGLEICHSMASSNAHMEN
E Offenhalten Trockenweide nat. Bedeutung Muntatsch
Entbuschen gemäss Pflegeplan
G
F Skipiste Stretg - Wald-Wildschonzonen
Wald-Wildschonzonen
Informationstafeln
Skipiste Stretg - Finanzierung Waldreservate
Waldreservate
H
I
H Auszäunen Flachmoore von nat. Bed. Paliu Marscha/Alp Dado
Zaun
B
I Entbuschung und Bewirtschaftung
Flachmoore Spinas
Entbuschte Flachmoorbereiche
– 214 –
– 215 –
06. BIODIVERSITÄT
– 008. Lichtverschmutzung
Lichter aus für den Sternenhimmel
und die Natur.
Du willst mal kurz dem Winter entfliehen, buchst Züri – Fuerte in der
Holzklasse und rollst schon bald mit all den Sonnenhungrigen auf
die Startbahn. Vier Pappbecher Cola, ein Panino und drei Stunden
später is your Captain speaking: «Ladies and Gentlemen, in wenigen
Minuten landen wir in Downtown Warschau. Sorry, voll verflogen!»
008. LICHTVERSCHMUTZUNG
Passiert nicht? Dann frag mal die Zugvögel. Die können dir vom
Verfliegen ein Liedchen pfeifen. Seit es auf der Erde immer heller wird,
finden nämlich selbst die Hellsten unter ihnen nicht immer den Weg
in den Süden.
–– 216 216 –
– 217 –
60% der Europäerinnen und Europäer
sehen die Milchstraße nicht mehr.
Licht dient Mensch und Tier zur Orientierung und
erhöht in der Nacht unsere Sicherheit. Mittlerweile ist
es aber zu hell auf der Erde. In den letzten 25 Jahren
haben sich die Lichtemissionen aus künstlichen Quellen
mehr als verdoppelt. Der Alpenraum ist von der
Lichtverschmutzung zwar noch am wenigsten stark
beeinträchtigt, aber auch bei uns wird es immer heller
– und das hat negative Folgen für Wildtiere, Insekten,
Pflanzen und die Menschen.
Immer mehr Menschen nehmen künstliches Licht als
neue Umweltbelastung wahr. Es führt bei sensiblen
Personen zu Schlafstörungen und wirkt sich negativ
auf die Gesundheit aus. Auf die Natur wirkt sich Lichtverschmutzung
aber noch viel direkter und mit absolut
verheerenden Folgen aus. In hellen Nächten finden
männliche und weibliche Glühwürmchen nicht zueinander.
Fische produzieren weniger Geschlechtshormone.
Zugvögel und Fledermäuse kommen vom Kurs ab und
stürzen erschöpft vom Himmel; und nachtaktive Insekten
lassen im Licht zu Milliarden ihr Leben und fehlen
wiederum anderen Tieren als Nahrungsgrundlage.
Die Lichtverschmutzung über Mailand von
der Sternwarte Falera aus gesehen.
Lichtverschmutzung in der Destination
2012 vs. 2020
008. LICHTVERSCHMUTZUNG
Es gibt bereits erste dunkle Regionen, die
als Sternenparks vermarktet werden und
so Touristen anlocken. Schützen wir unseren
Sternenhimmel, denn Diamanten sind
bekanntlich wertvoller als Gold.
Quelle: Map
Lichtverschmutzung
– 218 – – 219 –
6 einfache und effiziente Methoden,
um Lichtemissionen zu mindern.
1. Licht immer von oben nach unten richten.
So wird verhindert, dass Licht in die Atmosphäre
oder zum Nachbarn strahlt.
2. Leuchtreklamen, Bildschirme, Schaufensterbeleuchtungen,
Vitrinen und sämtliche weiteren
nicht sicherheitsrelevanten Beleuchtungen
zeitlich beschränken. Nachtabschaltung
22.00 – 06.00 Uhr.
3. Leuchten abschirmen. Im Optimalfall ist die
Lichtquelle nicht sichtbar und das Licht fällt
gezielt und ohne auszustrahlen.
4. Beleuchtungsstärke anpassen.
Nur so viel Licht wie unbedingt nötig!
5. Warmes Licht mit gelb-, gold- oder orangefarbenem
Spektrum wählen, das Insekten
weniger anzieht (bis max. 3'000 Kelvin).
6. Bei Sicherheitsbeleuchtung auf smarte,
dimmbare Leuchten zurückgreifen, deren
Lichtstärke sich reduziert, wenn sich keine
Personen in ihrem Wirkungsfeld befinden.
008. LICHTVERSCHMUTZUNG
SEHR SCHLECHT SCHLECHT BESSER GUT
Die Nahrungskette endet im Lichtkegel.
Eine Schätzung für die Schweiz ergab, dass «pro Sommernacht im Schnitt 10 Millionen Insekten
wegen Kunstlicht verenden. In einem ganzen Sommer dürften so vermutlich zwischen ein und
fünf Milliarden Insekten durch Aussenbeleuchtungen zugrunde gehen.» Quelle: darksky.ch
– 220
220 –
– 221 –
Glühwürmchen machen es in der Nacht.
Weisse LEDs als Insektenkiller: Mit diesen Boxen testeten
Forscher des Niederländischen Instituts für Ökologie
und der Universität Wageningen die Wirkung von künstlichem
Licht in verschiedenen Farben auf Pflanzen und
Insekten. (Bild: Kamiel Spoelstra/ NIOO-KNAW)
Um die Lichtverschmutzung zu reduzieren, sollten
möglichst warmweisse LEDs mit weniger als 3'000 Kelvin
verwendet werden. Ob ein Licht warm oder kalt ist, wird
in Kelvin (K) gemessen. Kerzenlicht zum Beispiel hat eine
warme Farbtemperatur mit 1'500 K. Die Sonne hingegen,
ist mit 5'500 K kalt.
008. LICHTVERSCHMUTZUNG
Leuchtet der Baumstrahler des Nachbarn
zu Recht in mein Schlafzimmer?
Norm SIA 491: «Vermeidung unnötiger
Lichtemissionen im Aussenraum»
2013 hat der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein
(sia) die Norm SIA 491 etabliert. Sie beinhaltet
die Punkte Notwendigkeit, Ausrichtung, Lenkung,
Helligkeit und Steuerung von Licht und dient als Grundlage
und Leitfaden für einen haushälterischen Umgang
mit der Lichtnutzung in Aussenräumen. Sie unterscheidet
zwischen sicherheitsrelevantem Licht und Licht, das
nur zu Werbe- oder Gestaltungszwecken installiert wird.
Die Norm dient Architekten, Ingenieuren, Bauherren,
Umweltverbänden und weiteren Akteuren als Richtlinie.
Das Bundesgericht hat die Norm bereits in Streitfällen
beigezogen und die empfohlene Nachtruhe von
22.00 – 06.00 Uhr als öffentliches Interesse gewertet.
Weiterführende Informationen:
BAFU Massnahmen gegen
Lichtverschmutzung
– 222 –
– 223 –
06. BIODIVERSITÄT
– 009. Feiern ohne Feuerwerk
Jährlich werden schweizweit am Nationalfeiertag
und an Silvester rund 1'700 Tonnen
Feuerwerkskörper gezündet, die für rund
300 Tonnen Feinstaub verantwortlich sind.
Das sind zwei Prozent der Gesamtbelastung
– verursacht an zwei Tagen!
Nebst der Verpackung aus Holz, Karton,
Kunststoff oder Ton sind in den Feuerwerkskörpern
gesamthaft rund 400 Tonnen pyrotechnische
Feuerwerkssätze aus Schwarzpulver
und farbgebenden Metallverbindungen
enthalten. Beim Abbrennen entstehen daraus
eben die 300 Tonnen Feinstaub, die mitunter
in Böden und Gewässer gelangen. Quelle:
BAFU
Von den Luftschadstoffen mal abgesehen,
gefährden Feuerwerkskörper brandanfällige
Gebäude und erschrecken Haus- und Wildtiere.
Diese reagieren mit Flucht, was gravierende
Folgen haben kann: Haustiere finden
nicht mehr zurück zu ihren Besitzern und
Wildtiere verbrauchen überlebenswichtige
Energie. Aber auch ein wachsender Teil der
Bevölkerung empfindet den Lärm der Feuerwerkskörper
als zunehmend störend.
Lassen wir die
Korken knallen!
Am 31. Juli 2019 hat die WAG entschieden,
am Nationalfeiertag und an Silvester in
Zukunft kein Feuerwerk mehr zu zünden und
stattdessen nur noch die Korken knallen zu
lassen. Das Brandrisiko, die Umweltbelastung
durch Feinstaub, die Lärmemissionen
und der grosse Aufwand für die erforderliche
Müllbeseitigung von Feuerwerk sind nicht
mehr zeitgemäss.
009. FEIERN OHNE FEUERWERK
– 224 –
– 225 –
Wir Bergler sind ja nicht gerade dafür bekannt, besonders gesprächig
zu sein. – Mhm. – Das ist natürlich bloss ein Klischee. – Jo. – Auch wir
3. HOW TO RUN A SUSTAINABLE ALPINE DESTINATION
– 07. Communicating it
Nachhaltigkeit ist kundenrelevant. Immer mehr Menschen
bevorzugen klima- und umweltfreundliche
Feriendestinationen, die nachhaltigen Tourismus
betreiben, – also die Balance finden zwischen der
Inwertsetzung der Destination und dem Natur- und
Klimaschutz. Damit potenzielle Gäste nachhaltige Urlaubsziele
überhaupt erkennen können, braucht es
einen offenen und glaubwürdigen Austausch. Zudem
hilft eine transparente und gezielte Kommunikation
dabei, den kulturellen Wandel zu beschleunigen,
den es braucht, um ökologische Ziele erreichen und
Visionen umsetzen zu können.
wissen natürlich, dass Sprechen mehr ist als eine Silbe vor und eine nach
dem Zmittag. – Schu. Selbst wir haben begriffen, dass die richtige Kommunikation
am richtigen Ort Berge versetzen kann, die mächtiger sind
als die ganze Signinakette! – So isches. – Und darum bringen wir es kommunikativ
gerne auf den Punkt. Dafür brauchen wir Einsilbigen manchmal
Über 90% der Gäste schätzen
das Greenstyle-Engagement sehr.
(WAG-Gästebefragung)
07. COMMUNICATING IT
auch ein paar Silben mehr oder sogar eine ganze Kampagne. Ist ja für
einen guten Zweck. – Jo sowieso!
Seit 2015 kommuniziert die WAG das Greenstyle-
Engagement immer dann, wenn es der Sache dient.
Der Sache. Nicht der eigenen Sache. So informiert
Greenstyle unspektakulär und freundlich – und nie
mit erhobenem Zeigefinger. Greenstyle will nicht
verkrampft moralisieren, sondern ein bisschen die
Welt retten und Spass haben dabei! Und das wiederum
sollen – dürfen – alle spüren! Nur zusammen
können wir lokal bis global inspirieren und ein
Greenstyle-Höhenfeuer entfachen.
– 226 –
– 227 –
07. COMMUNICATING IT
– 001. Public Relations
No Greenwashing, dafür waschechte PR: Wer glaubwürdig seine Taten
und Ziele kommuniziert, der erhält zwar manchmal Gegenwind, bekommt
aber auch viel Zuspruch und kann seine Sache vorantreiben – und sogar
noch profitieren vom umweltbewussten Konsumenten.
Zum Beispiel konnteeen im Geschäftsjahr 2019/2020 dank zahlreichen
Berichterstattungen über Greenstyle in internationalen Printmedien
mehr als 400 Millionen Menschen erreicht werden. Das entspricht einem
001. PUBLIC RELATIONS
Äquivalenzwert für Werbung von CHF 700'000.–.
2018 / 2019 2019 / 2020 2020 / 2021 2021 / 2022
Anzahl Greenstyle-Artikel 21 58 46 77
Reichweite 781'957 20'676'744 13'958'833 14'017'327
Visits (Besuche der Artikel) 617'780 419'526'518 397'280'465 195'289'501
Äquivalenzwerte CHF 43'752 695'491 558'198 825'381
– 228 – – 229 –
07. COMMUNICATING IT
– 002. Kampagnen
The Last Day Pass. Eine Rettungsaktion
für den Vorab Gletscher.
The Last Day Pass: Das Liftticket für
den Tag, der hoffentlich nie kommt.
Die Klimaerwärmung lässt weltweit die Gletscher in
rasantem Tempo schmelzen. Davon ist auch der Vorab
Gletscher inmitten des UNESCO-Weltnaturerbes
Tektonikarena Sardona betroffen. Er zeigt lokal und eindrücklich
auf, wie rasend schnell der vom Menschen
verursachte Klimawandel voranschreitet. Schon heute
ist es kaum mehr vorstellbar, dass auf dem Gletscher
vor 20 Jahren noch Sommerskibetrieb möglich war.
In weiteren 35 Jahren wirde der Gletscher für immer verschwunden
sein. Mit Hilfe eines Gletschermodells hat
die ETH Zürich den letzten Tag des Vorab Gletschers
berechnet: der 3. April 2056 – wenn nichts dagegen
unternommen wird!
Aus Wintersport-Passion
wird Klimaschutz.
Mit der «The Last Day Pass»- Kampagne kämpft
die WAG gemeinsam mit den Gästen für den Vorab
Gletscher und setzt gleichzeitig ein Zeichen gegen den
Klimawandel – und die damit verbundene Gletscherschmelze.
Mit dem Kauf eines «The Last Day Pass»
unterstützen Snowboarderinnen, Skifahrer und
allgemein Winterbegeisterte Klimaprojekte zum Schutz
der Gletscher und helfen so mit, den Tag der letzten
Abfahrt zu verschieben!
Jeder «The Last Day
Pass» wird in der
Laaxer Ski- und
Snowboardmanufaktur
ENLAIN CO 2
neutral
und aus Schweizer
Holz handgefertigt.
Für jeden verkauften Pass wird eine Tonne CO 2
über eine
zertifizierte Drittfirma kompensiert und der Schmelzprozess
des Vorab Gletschers um umgerechnet 10 Minuten
verlangsamt. Bereits nach der ersten Laufwoche konnten
dank der Kampagne 291'000 Kilo CO 2
kompensiert
werden. Die restlichen Einnahmen werden eingesetzt,
um auf dem Crap Sogn Gion Bäume zu pflanzen.
Awards
→ New York Advertising Award –
Bronze «Brand Design»
→ Golden Award of Montreux –
Winner «Best use of direct marketing»
→ Eurobest – Silver Award
002. KAMPAGNEN
– 230 – – 231 –
Auf dem Testfeld sollen bis
2025 rund 1'200 geeignete
Bäume gepflanzt werden.
In der Steinzeit wuchsen auf
dem Crap Sogn Gion Bäume.
2021 wurden bereits
350 Bäume gepflanzt.
Gepflanzte Arten:
Arve (Pinus cembra)
Bergföhre (Pinus mugo)
Birke (Betula pendula)
Fichte (Picea abies)
Lärche (Larix decidua)
Legföhre (Pinus mugo mughus)
Mehlbeere (Sorbus aria)
Traubenkirsche (Prunus padus)
Vogelbeere (Sorbus aucuparia
2020 wurde das Baumpflanzprojekt auf dem Crap Sogn
Gion dem Gemeinde- und Bürgergemeindevorstand
Falera und dem Amt für Natur und Umwelt vorgestellt.
Die Idee fand Anklang und man einigte sich mit dem
Grundeigentümer und dem Kanton Graubünden auf ein
Testfeld auf dem Crap Sogn Gion beim Muletg Grond.
Die Bepflanzung eines Lawinenhangs soll Lawinensprengungen
in Zukunft überflüssig machen. Künstliche
Schneezäune sollen durch Bäume ersetzt werden.
Das Testfeld liegt auf botanisch trivialen Flächen,
– also Flächen, die bislang hauptsächlich von Zwergsträuchern
besiedelt und weder touristisch noch landwirtschaftlich
oder für Futtererträge genutzt wurden.
Mit der Zeit sollen verschiedene einheimische Bäume
wie Lärchen, Arven, Birken und Vogelbeeren gepflanzt
werden. Entstehen soll ein urtümlich lockerer Bestand
aus vorwiegend Laubbäumen, Arven und Lärchen.
Dazwischen sollen Alpenrosen und eine üppige und
artenreiche Zwergstrauchvegetation gedeihen.
002. KAMPAGNEN
Mit Einnahmen des «Last Day Pass»
wächst auf dem Crap Sogn Gion das
höchste Baumpflanz-Testfeld der Alpen.
Im gesamten Alpenraum wurde die Waldgrenze vom Menschen während Jahrtausenden stark beeinflusst und in
tiefere Lagen zurückgedrängt. So geschehen auch am Crap Sogn Gion, dessen Bergbild früher wohl durch einen
offenen Wald geprägt wurde. Heute wachsen nur sehr vereinzelt Bäume am Crap Sogn Gion, wenngleich die Höhe
der potenziellen Waldgrenze im umliegenden Gebiet auf ca. 2100 m ü. M. geschätzt wird, – also fast auf Gipfelhöhe!
Mit dem Baumpflanzprojekt will man die natürliche Waldgrenze am Crap Sogn Gion wiederherstellen und die
Landschaft aufwerten.
Im Oktober 2021 wurden die ersten gut 300 Bäume
aus dem kantonalen Forstgarten Rodels gepflanzt.
So könnte die Waldgrenze auf dem Crap Sogn Gion
2800 v. Chr. ausgesehen haben: offener Wald und
einzelne Baumgruppen im Bereich von 2'000 und
2'200 m ü. M.
– 232 –
– 233 –
Naturschutzkampagne
«Keep it Calm and Beautiful»
I AM PRO SNOW: We need snow.
But right now, snow needs us.
Seit 2015 ist LAAX als Gründungspartner Teil der Nebst der Plakatkampagne gehören jährlich wechselnde
Begleitmassnahmen wie beispielsweise das Klima-
«I AM PRO SNOW»-Klimaschutzkampagne. Die Kampagne
wurde von der Organisation CLIMATE REALITY menü des Caffè NoName oder eine Solar-Kochstation
PROJECT ins Leben gerufen, deren Gründer Al Gore auf dem Crap Sogn Gion zur Kampagne.
ist. Die weltweite Kampagne richtet sich an die Wintersport-Community
und motiviert sie dazu, auf saubere,
erneuerbare Energien umzusteigen, um den Klimawandel
aufzuhalten und den Schnee zu schützen. Nebst
LAAX haben sich Wintersportorte wie Salt Lake City,
Aspen, Park City oder Boulder der Organisation angeschlossen.
Schweizweit sind es bislang zusätzlich
St. Moritz und Arosa Lenzerheide, die das Kampagnenziel
und Bekenntnis zu 100% erneuerbarer Stromversorgung
bis 2030 unterzeichnet haben.
auf dem Crap Sogn Gion
Solar-Kochstation
Bilder: © MYBLUEPLANET
002. KAMPAGNEN
Kampagnenplakate «Keep it Calm and Beautiful»
Die Destination Flims Laax Falera ist ein beliebtes Ausflugsziel
und gleichzeitig Heimat von seltenen Pflanzen,
Tieren und Naturlandschaften. In den letzten Jahren hat
der Sommertourismus zugenommen – und damit der
Druck auf die fragile Natur. Durch das vermehrte Gästeaufkommen
in den Bergen werden Fauna und Flora mehr
belastet als noch vor wenigen Jahren. Die Naturschutzkampagne
macht Gäste und Einheimische empfänglich
für die fragile Naturschönheit der Region. «Keep it calm
& beautiful» ist die freundliche Bitte an den Betrachter,
achtsam mit ihr umzugehen.
Die informative, crossmediale Kampagne mit ihrer
Vielzahl an Massnahmen soll die Lücke zwischen
«Umweltbewusstsein» und «umweltbewusstem Handeln»
schliessen. Die Kampagne kommt bewusst unaufdringlich
und freundlich daher und appelliert an die
Moral, ohne Moralapostel zu sein. Mit dem Natur-
Knigge gibt sie der Zielgruppe ein nützliches Instrument
direkt an die Hand.
Kampagnenplakat von «I AM PRO SNOW»
– 234 –
– 235 –
4. SHOWCASE
– Crap Sogn Gion Gesamtsanierung
Die Bergstation des Crap Sogn Gion wurde in den 1960er-Jahren erbaut
und ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch betrachtet der grösste
und ineffizienteste Verbraucher im derzeitigen Gebäudebestand der
WAG. Jährlich verbraucht sie 150'000 Liter Heizöl und 400'000 kWh
elektrischen Strom. 6'000m 3 frisches Trinkwasser werden pro
Jahr auf den Crap Sogn Gion gepumpt, – teils nur, um gleich wieder
Crap Sogn Gion
A building with a purpose.
it is a consumer.
Currently
150'000 litres of heating oil.
Every year.
die Toiletten runtergespült zu werden! Ausserdem verlassen
640 Tonnen Abfall die Bergstation Crap Sogn Gion jährlich in Richtung
4. SHOWCASE
Kehrichtverbrennungsanlage. Die Sanierung der Bergstation ist aber
nicht nur ökologisch absolut sinnvoll, sondern auch aus ökonomischer
Perspektive absolut notwendig.
400'000 kWh of electricity.
Every year.
6'000'000 of fresh drinking water.
Every year.
Der perfekte Zeitpunkt also, um die Bergstation Crap Sogn Gion von einer
Verbraucherin in eine Produzentin zu transformieren und gleichzeitig
ein neues Gästeerlebnis und ein Leuchtturmprojekt zu schaffen, das
für nachhaltige Ansätze in der Tourismusbranche wegweisend sein kann.
640 tonnes of waste sent to landfill.
Every year.
It is time to transform this building
from a consumer to a producer.
– 236 –
– 237 –
Rethink
Reuse
Reduce
Recycle
Crap
Ein Gebäude, das Berge versetzt.
Der Crap Sogn Gion soll als gutes Beispiel vorangehen und ein
Ort für Freestyle sowie Health & Wellbeing werden, der keine
Kompromisse in puncto Umweltschutz macht. Das neue Gebäude
wird der Kunst, der Natur und der nachhaltigen Zukunft gewidmet
sein. Es soll Greenstyle erlebbar machen, die Menschen inspirieren
und ein ökologisches Höhenfeuer entfachen. Berge versetzen eben.
Sogn
Gion
4. SHOWCASE
– 238 –
– 239 –
Key Results.
Ressourcen überdenken.
→ Plusenergie-Gebäude durch maximale
Effizienz, alpine Solarenergie und Wärmepumpen.
Die überschüssige Energie steht der E-Mobilität zur
Verfügung.
→ Minimaler Trinkwasserimport dank Trockenurinalen,
Grauwasser-Recycling und
verbrauchseffizienten Geräten/Armaturen.
→ Zero Waste durch Mehrweg, Recycling-
Prozesse und -Infrastruktur.
→ Fundament, Primärstruktur und vorhandene
Materialien sollen maximal erhalten und
wiederverwendet werden.
→ Bis 2025 werden zur Aufwertung der Landschaft
1'200 Bäume gepflanzt.
→ Neues wird aus regionalen und klimafreundlichen
Baustoffen hergestellt.
→ Lichtverschmutzung wird durch bedarfsoptimierte,
abgeschirmte Beleuchtung minimiert.
→ Vogelschlag wird durch vogelfreundliches
Bauen verhindert.
→ Die Angebote im Restaurant sind regional,
saisonal und gesund.
→ Die Transformation wird vorwiegend CO 2
-neutral
mit elektrischen Baumaschinen ausgeführt.
RE-USE
RE-NEW
RE-CYCLE
DESIGN FOR
DISASSEMBLY
Für die Projektplanung und Ausführung der Gesamtsanierung vom Crap Sogn Gion wurde
MINIMAL
INVASIVE
das Architekturbüro AFF - Architects mit an Bord geholt. AFF - Architects setzen sich
dafür ein, die Baubranche in eine nachhaltigere Richtung zu lenken. Sie haltean der
ETH Lausanne einen Lehrstuhl zum Thema typologische Studien und nachhaltiges
Entwerfen und haben einen Leitfaden für eine nachhaltige Zukunft im Bauwesen
entwickelt.
SOCIAL
RE-USE
RE-USE
ARCHITECTURE
RE-NEW
RE-NEW RE-CYCLE
MINIMAL
MINIMAL INVASIVE
INVASIVE
Punkte RE-CYCLE für eine nachhaltige Zukunft im Bauwesen.
4. SHOWCASE
Energieverbrauch heute und in Zukunft.
1'900'000 kWh/a
150'000 LITER
HEIZÖL
&
400'000 kWh/a
STROM
80%
REDUKTION
ÜBERSCHUSS
47'000 kWh/a
355'000 kWh/a 402'000 kWh/a
RE-
VITALISATION
LOCALIZE DESIGN FOR SOCIAL
RE-USE
DESIGN RESOURCES DISASSEMBLY FOR SOCIAL RE-USE
MINIMAL
ARCHITECTURE
RE-NEW MINIMAL
DISASSEMBLY ARCHITECTURE RE-NEW
INVASIVE
RE-CYCLE INVASIVE
RE-CYCLE
RE-
LOCALIZE DESIGN FOR SOCIAL
RE- VITALISATION LOCALIZE DESIGN RESOURCES FOR
RE-USE
DISASSEMBLY SOCIAL ARCHITECTURE
VITALISATION RESOURCES DISASSEMBLY
RE-NEW
ARCHITECTURE
RE-CYCLE
MI
INV
ENERGIEBEDARF
HEUTE
ENERGIEBEDARF
ZUKUNFT
PRODUKTION
PV-ANLAGE
– 240 –
– 241 –
RE-
LOCALIZE
Nichts geht verloren,
alles wird wiederverwendet.
Mittels intelligentem Material-Tracking werden alle Elemente gesucht,
die wiederverwendet und in eine Kreislaufwirtschaft integriert werden können.
Welche Materialien des bestehenden Gebäudes für den
Neubau wiederverwendet und in die Kreislaufwirtschaft
integriert werden können, ermittelten und kategorisierten
die AFF - Architects in Zusammenarbeit mit dem
Studio EAST der ETH Lausanne.
Beim sogenannten Material-Tracking sammelten sie Informationen
wie Anzahl, Aus- und Abbaumöglichkeiten,
technische Merkmale, Qualität, Lebensdauer, Nützlichkeit
und Standort der bestehenden Bauelemente
und -materialien und klassifizierten sie anschliessend
nach ihrem Potenzial. So entstand eine Material- und
Ressourcenbibliothek, die für die Planung des neuen
Gebäudes essenziell ist – sie bildet sozusagen das
Fundament des Neubaus!
Projektseite
Crap Sogn Gion
Gesamtsanierung
4. SHOWCASE
Die Architektur des Rundbaus war schon vor 60 Jahren
eine Pionierleistung. Teile der Télécanapé-Anlage der
Expo Lausanne 1964 wurden rückgebaut und auf dem
Crap Sogn Gion für den Rundbau wiederverwendet.
Wir schreiben die Reuse-Geschichte des Crap Sogn
Gion weiter.
– 242 –
– 243 –
Durch den Erhalt der Primärstruktur können
65 - 75 % CO 2
eingespart werden.
Crap Sogn Gion – mehr als
nur eine Gebäudesanierung.
Doors
4%
Windows
5%
Stairs
6%
Sanitary
10%
Bekanntlich zählen ja vor allem die inneren Werte:
Nebst der geplanten Gebäudesanierung ist es darum
mindestens genauso wichtig, welchen Spirit wir
dem Crap Sogn Gion einhauchen. Es ist der Spirit des
Morgens! Der Crap Sogn Gion wird zum Ort des kultu-
Facade
2%
Floor
3%
rellen Wandels und zur Ideenschmiede einer besseren
Zukunft. Er wird zum Greenstyle-Showroom.
Technical
8%
Roof
5%
Primary
Structure
45%
4. SHOWCASE
Accessoires
7%
Interior Clading
5%
Den Anfang machte das erste [y]our 2040-Gipfeltreffen
auf dem Crap Sogn Gion. Es stand ganz im Zeichen der
Welt, in der wir zukünftig Leben wollen. Das dreitägige
Event, das erstmals im September 2021 stattgefunden
hat und als Startschuss einer mehrjährigen Serie
gilt, bringt Forscherinnen, Wissenschaftler, Designer,
Künstlerinnen und Aktivisten zusammen. An kreativen
und interaktiven Sitzungen, in Workshops, bei Diskussionen,
an Referaten oder Kulturveranstaltungen finden
sie einen ungewöhnlichen und inspirierenden Rahmen,
um an zukunftsweisenden Ideen zu arbeiten.
Mit einer Solarparty wollen wir den neuen Crap Sogn
Gion einweihen. Denn: «Music sounds better, when it
comes from the sun!»
– 244 –
– 245 –
– 5. Greenstyle Foundation
Die Greenstyle Foundation, gegründet durch die WAG, ist eine
Non-Profit-Organisation und eine Kooperation engagierter Menschen
und Unternehmungen der Feriendestination Flims Laax Falera. Sie
widmet sich dem Erhalt unserer Umwelt. Die Greenstyle Foundation
wurde 2016 gegründet. Die WAG unterstützt sie seither bei der
Beschaffung finanzieller Mittel und mit weiteren direkten Aktionen. Seit
der Gründung konnten 24 Förderbeiträge im Wert von CHF 125'000.–
gesprochen werden.
Wie wird die Stiftung finanziert?
Wir finanzieren die Stiftung durch freiwillige
Spendenbeiträge, die auf das untenstehende
Konto erfolgen. Für die Mitarbeitenden
der Weissen Arena Gruppe besteht
ausserdem die Möglichkeit eines freiwilligen
Gehaltsabzugs. Spenden Mitarbeitende
mindestens CHF 2.– pro Monatsgehalt, verdreifacht
die Weisse Arena Gruppe diesen
Betrag.
Konto für freiwillige Spenden:
Greenstyle Foundation, Laax GR
Kontonummer: 10 326.289.100
IBAN Nr.: CH38 0077 4010 3262 8910 0
BIC: GRKBCH2270A
5. GREENSTYLE FOUNDATION
– 246 –
– 247 –
Spenden und Beiträge 2017 - 2022.
Welche Projekte haben bereits Förderbeiträge erhalten?
Spenden und Beiträge in CHF 2016/2017 2017/2018 2018/2019 2019/2020 2020/2021 2021/2022
Einnahmen Merchandising 1'425 765 1'050
Punktespenden via Laax Inside 6'564 11'520 30'185 12'133 16'401 20'133
Geldspenden via Laax Inside 169 1'270 4'139 1'339 12'947 4'670
Gästespenden via shop.flimslaax.com 300 1'068 1'100 1'955 3'340
The Last Day Pass 30'880 23'198
Mitarbeiterspenden WAG 996 4'599 4'998 5'313 4'761 4'194
Outdoorbox Umsatzspende 425 1'536 1'896 1'956 3'524 4'347
Geldspenden Banked Slalom 186 364 310 307
Travelling Bar (10% Umsatz) 1'222 1'822 681
Spenden Gäste Riders Hotel 1'294 8'946 8'095 18'623 20'466
Erlös Versteigerung Olympia-Bekleidung 1'433
Spenden Laax E-Shuttle 1'187 5'883 5'936 6'022
Sonderschau Alpenrhein
Bergwaldprojekt Trin
Spende Prix Metall-Recycling 1'000
Vintage Days 2'137
Spende Rocksmarkt 1'500
Spende Andri Ragettli 1'000
Spende Mastercard für Rangerdienste 30'000
Spende Auktion Foppabahn 13'417
«Alpenrhein – vom Toma- bis Bodensee»-Ausstellung
zum Thema Flusslebensraum samt Problematiken und
Lösungen.
Jahr - Beitrag: 2016/2017 - CHF 2000.–
Das Bergwaldprojekt steht für den Erhalt, die Pflege
und den Schutz des Waldes und der Kulturlandschaften
im Berggebiet durch Freiwilligeneinsätze
betreuter Jugendgruppen.
Jahr - Beitrag: 2019/2020 - CHF 5000.–
Diverse Einzelspenden 720 121 1'943 280 50 175
Total 10'785 26'379 62'272 41'677 89'141 129'962
Was geschieht mit dem Geld?
Mit dem gespendeten Geld unterstützen wir gemeinnützige
→ dazu dienen, die Region sauber zu halten und zu
Projekte in der Feriendestination LAAX und der ge-
vermeiden, dass Abfälle unsachgemäss
entsorgt
Begünstigter:
Kantonaler Fischereiverband
Graubünden
Begünstigter:
2020/2021 - CHF 5000.–
2021/2022 - CHF 8000.–
Stiftung Bergwaldprojekt
5. GREENSTYLE FOUNDATION
samten Region. Wir unterstützen Projekte, die ...
oder im öffentlichen Raum weggeworfen werden.
→ Umweltbildung und Forschung vorantreiben,
→ Ökosysteme mit ihrer Flora und Fauna sowie
das Klima schützen und negative Auswirkungen des
die natürlichen Erholungsräume und Naturparks
Klimawandels reduzieren.
schützen und entwickeln oder zu mehr Natur
im Siedlungsraum führen.
→ umweltfreundliche Technologien und erneuerbare
Energien fördern.
→ ökologische und regionale Waren und Lebensmittel
sowie deren Produktion und fairen Handel
Orchideen der Destination
Faszinaturwege
→ gesundheitsschädigende Emissionen verringern.
fördern.
Erhaltung und Pflege der wilden Orchideen der Region,
Ein Lehrpfad über sieben Stationen schärft die Sinne für
Informationsvermittlung und Schutzmassnahmen.
die faszinierende Natur in der Rheinschlucht bei Valendas.
→ nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen
→ die soziale Integration von Personen mit
sicherstellen.
besonderen Bedürfnissen erleichtern.
Jahr - Beitrag:
2016/2017 - CHF 1'500.–
Jahr - Beitrag:
2016/2017 - CHF 2'000.–
Begünstigter:
Verein Pro Sagogn
Begünstigter:
Stiftung Valendas Impuls
– 248 –
– 249 –
Ausstellung «Nachlese. Die Poesie
des Gefundenen.»
Kleider Repair-Service
Kostenloser Näh- und Kleiderreparaturservice wäh-
«The Last Day Pass» - Klimaschutzprojekt
Mit jedem verkauften «Last Day Pass» wurde eine
«The Last Day Pass» - Baumpflanzaktion
Die Kampagnen-Einnahmen werden für eine Baum-
Kunstausstellung in Flims zum Thema «Littering»,
rend der Wintersaison im Riders Hotel für Gäste und
Tonne CO 2
kompensiert. Die CO 2
-Kompensation wird
pflanzaktion auf dem Crap Sogn Gion eingesetzt:
entstanden aus dem Abfall, der am Clean-Up-Day der
Einheimische.
über ClimatePartner gewährleistet. Die ClimateID
2021 wurden rund 350 Arven, Lärchen, Föhren,
WAG von Freiwilligen gesammelt wurde.
Trackingnummer lautet: 15576-2012-1001
Birken, Vogelbeeren und Traubenkirschen gepflanzt.
Jahr - Beitrag:
2019/2020 - CHF 8'846.–
Jahr - Beitrag:
2017/2018 - CHF 1'000.–
Begünstigter:
Kreativrusch Gmbh
Jahr - Beitrag:
2020/2021 - CHF 9'000.–
Jahr - Beitrag:
2021/2022 - CHF 13'000.–
Begünstigter:
Das Gelbe Haus Flims
2021/2022 - CHF 6'000.–
Begünstigter:
Kantonaler Forstgarten Rodels
Begünstigter:
ClimatePartner
5. GREENSTYLE FOUNDATION
Förderung lokaler Lebensmittel
Förderung der regionalen Obstverwertung und der
Erhaltungsmassnahmen
Hochstammobstgürtel Sagogn
Waldtag Flims
Am Waldtag wird Kindern und Erwachsenen an fünf at-
Clean-Up-Day @ Caumasee
Der Clean Up Day @Caumasee ist eine privat geführte
Herstellung von Süssmost in Ilanz durch Personen mit
Erhaltung und Entwicklung der ökologisch und kultu-
traktiven Posten viel Wissenswertes über den Flimser
Veranstaltung, bei der Freiwillige rund um den Cauma-
körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung.
rell wertvollen Obstkulturen und die Verwertung ihrer
Wald und dessen Bewohner vermittelt.
see und am nahen Waldrand Abfall sammeln.
Früchte. Ersatz Blautannen durch Hochstammbäume.
Jahr - Beitrag:
2016/2017 - CHF 7'100.–
Jahr - Beitrag:
2021/2022 - CHF 7'000.–
Jahr - Beitrag: 2021/2022 - CHF 850.–
Begünstigter:
Genossenschaft für gärlose
Jahr - Beitrag: 2016/2017 - CHF 500.–
Begünstigter:
Hotelierverein FLF
Begünstigter:
Kelly Todde
Obstverwertung
2017/2018 - CHF 3'000.–
Begünstigter:
Verein Pro Sagogn
– 250 –
– 251 –
Aufklärung Neophyten der Destination
Ausführliche Informationsbroschüre über invasive
Neophyten der Destination, mit Bekämpfungsmöglichkeiten
und mit alternativen Pflanzvorschlägen. Erhältlich
bei den Gemeinden.
Jahr - Beitrag: 2021/2022 - CHF 4'500.–
Begünstigter: LOVT Landschaftsund
Obstpflegeverein Trin
Natur und Kanulager
Kanulager für Jugendliche mit starkem Fokus auf nachhaltiges
Verhalten und die Bildung eines Bewusstseins
für die Natur.
Jahr - Beitrag:
Begünstigter:
2020/2021 - CHF 4'000.–
2021/2022 - CHF 4'000.–
Kanuschule Versam
5. GREENSTYLE FOUNDATION
Rangerdienst
Spendenbeitrag von Mastercard Schweiz an die
Greenstyle Foundation zur Rekrutierung, Ausbildung
und Ausstattung von professionellen Rangern, die zum
Schutz des Lebensraums von Tier- und Pflanzenarten
rund um die Destination eingesetzt werden.
Jahr - Beitrag: 2021/2022 - CHF 30'000.–
Begünstigter: Verein Rheinschlucht Ruinaulta
Umweltbildungskurse für Schulkinder
Diverse Umweltkurse wie Fledermausbeobachtungen,
regionale Heilpflanzenkunde und Wildtierbeobachtungen
für die Schulkinder von Flims und Trin.
Jahr - Beitrag: 2016/2017 - CHF 500.–
2017/2018 - CHF 500.–
2018/2019 - CHF 500.–
2019/2020 - CHF 800.–
Begünstigter: Verein Ferienpass Flims/Trin
Ein herzliches
Dankeschön!
Der Stiftungsrat bedankt sich herzlich bei allen
Beteiligten für die Unterstützung und das
Engagement! Wir freuen uns auf viele weitere
Projekte! Anträge für Fördergelder können
hier eingereicht werden:
greenstyle@laax.com
– 252 – – 253 –
Greenstyle
is not a
hippy thing,
it's a survival
thing!
250 Seiten voller Wissen, Wollen und Wirken – und jetzt geht es erst
richtig los! Lasst uns die Seiten dieses Buches als neues Kapitel
für eine bessere Zukunft sehen. Denn wir wollen mehr: mehr Energieeffizienz,
mehr Solarenergie, mehr erneuerbare Mobilität, mehr
Biodiversität, mehr Schutzzonen, mehr sauberes Wasser, mehr
Kreislaufwirtschaft, mehr gesunde, regionale Lebensmittel und fair
produzierte Produkte. Wir kennen das Ziel, wir kennen den Weg – und
haben das Privileg, es jeden Tag etwas besser zu machen. Schenken wir
uns eine Zukunft, die auf unendlichen Ressourcen basiert sowie eine
Destination, die wir mit gutem Gewissen unseren Wohn- und Ferienort
nennen dürfen.
Happy Birthday Greenstyle!
– 254 –
– 255 –
Impressum
– GREENSTYLE BOOK –
how to run a sustainable alpine destination
Inhalt: Reto Fry | Text: Tabea Ammann | Design: Roland K. Buob
Fotos: Archiv Familie Gurtner | Archiv Weisse Arena Gruppe | Gaudenz Danuser
Philipp Ruggli | Gian Paul Lozza | Daniel Ammann | MYBLUEPLANET | Nicholas Iliano | Christian Penning
Roland K. Buob | Reto Fry | Hansjürg Gredig | Archiv Flims Electric AG - Ursina Wüst
Herausgeber: Weisse Arena Gruppe
© Weisse Arena Gruppe, Autoren, Designer und Fotografen
Dieses Buch ist keine wissenschaftliche Publikation.
Dieses Buch wurde klimaneutral gedruckt.
GREENSTYLE
QUIZ
Partner
AFF Architects Berlin / Lausanne | Arena Flims | Bouygues Energies & Services in der Schweiz | Burton
Caminada Architekten | Candrian Holzbau | Casutt AG Bauunternehmung | Chopp Snowboardshop
Casutt Wyrsch Zwicky AG, Bauingenieure und Planer | daslicht-strimer | Domenig Architekten | Domenig Immobilien
Flims Electric AG Flims Laax Falera Management AG | Gemeinde Falera | Gemeinde Flims | Gemeinde Laax
Gemeinde Sagogn | Gemeinde Trin | Graubündner Kantonalbank | Greenstyle Foundation
Hofmann & Durisch Immobilien | Holzvermarktung Graubünden AG | inés_essentials concept store | INNOVENTUM
Inside Labs AG | IWC® Schaffhausen | Köhle Bedachungen AG | LEDCity AG | Lussmann Spenglerei und
Bedachungen AG | Marcus Gross & Werner Rüegg, Dipl. Architekten FH - SIA AG, Flims Dorf, Chur
Montalta Gruppe Ilanz | Patagonia | Ranger Team GmbH, Murièle Jonglez | Rico Caflisch | Scrineria Camathias SA
Solpic energia dil futur | vast trails GmbH Velo Solutions | ZinCo Dachbegrünungssysteme
Zoppi Flims AG, Juwelen und Uhren | Züger + Flury Gartenbau Flims
– 256 – – 257 –