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SOCIETY 385

The summer issue of SOCIETY features a cover story about Waris Dirie, the activist against female genital mutilation, the countries Morocco and Hungary are presented with interviews with the Ambassadors H.E. Azzeddine Farhane and Edit Szilágyiné Bátorfi.

The summer issue of SOCIETY features a cover story about Waris Dirie, the activist against female genital mutilation, the countries Morocco and Hungary are presented with interviews with the Ambassadors H.E. Azzeddine Farhane and Edit Szilágyiné Bátorfi.

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FA MILY O W N ED FO R 35 Y EA RS<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY<br />

July – December 2024<br />

<strong>385</strong><br />

P.B.B., Erscheinungsort, Verlagspostamt 1140, 2120 | society.at | Price € 10<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY<br />

FOUNDED 79 YEARS AGO<br />

Waris Dirie<br />

Activist and Artist<br />

MOROCCO — AUSTRIA<br />

240 YEARS OF DIPLOMATIC<br />

RELATIONS<br />

AMBASSADORS<br />

BANGLADESH, GERMANY,<br />

ITALY, MEXICO<br />

FOCUS HUNGARY<br />

EU COUNCIL PRESIDENCY<br />

HISTORICAL TIES


DIE DIPLOMATISCHE NOTE<br />

EDITORIAL<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Chefredakteurin<br />

Tanja Tauchhammer<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Herausgeberin<br />

Gertrud Tauchhammer<br />

„Diplomatie und kultureller Austausch<br />

sind die Brücken, die Nationen verbinden<br />

und die Zukunft gestalten.“<br />

Foto/s © <strong>SOCIETY</strong>/Karakan<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

wir freuen uns, Ihnen die neueste Ausgabe des<br />

<strong>SOCIETY</strong> Magazins präsentieren zu dürfen, die<br />

eine Fülle an spannenden und informativen Inhalten<br />

bietet. Das Hauptthema dieser <strong>SOCIETY</strong> ist das<br />

240-jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen<br />

zwischen Marokko und Österreich. Diese<br />

langjährige Partnerschaft feiern wir mit tiefgründigen<br />

Artikeln und exklusiven Interviews.<br />

Ein besonderes Highlight ist das Interview mit<br />

Mohammed Mehdi Bensaid, dem marokkanischen<br />

Minister für Jugend, Kultur und Kommunikation.<br />

Er gewährt uns Einblicke in die aktuellen<br />

kulturellen Initiativen Marokkos und die Bedeutung<br />

der Jugend für die Zukunft des Landes.<br />

Zusätzlich haben wir ein exklusives Gespräch mit<br />

Fatiha El Moudni, der Bürgermeisterin von Rabat,<br />

über die Entwicklungen und Herausforderungen<br />

in der Hauptstadt geführt. Der marokkanische<br />

Botschafter S.E. Azzeddine Farhane kommt<br />

ebenfalls zu Wort.<br />

Unser Reisebericht über Marokko entführt Sie<br />

in die faszinierende Welt dieses vielfältigen Landes.<br />

Von den lebhaften Märkten Marrakeschs<br />

bis zu den historischen Stätten von Rabat und<br />

der Hafenstadt Essaouira – wir zeigen Ihnen die<br />

schönsten Orte, die Marokko zu bieten hat.<br />

Auch Ungarn spielt in dieser Ausgabe eine zentrale<br />

Rolle. Wir haben mit der ungarischen Botschafterin<br />

I.E. Edit Szilágyiné Bátorfi und dem Minister für<br />

EU-Angelegenheiten, János Bóka, über die aktuellen<br />

politischen Entwicklungen und die Beziehun­<br />

gen zur Europäischen Union gesprochen. Erfahren<br />

Sie in unserer Homestory mehr über das ungarische<br />

Palais mit seinen historischen Fresken aus<br />

der Zeit Maria Theresias.<br />

Unsere Reiserubrik führt Sie dieses Mal nach<br />

Straßburg und ins Elsass. Entdecken Sie mit uns<br />

die malerischen Dörfer, kulinarische Highlights<br />

und die reiche kulturelle Geschichte dieser bezaubernden<br />

Region.<br />

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Interviews<br />

mit den neuen Botschaftern von Bangladesch,<br />

S.E. Asad Alam Siam, Italien, S.E. Giovanni<br />

Pugliese und Mexiko, S.E. Jose Antonio Zabalgoitia<br />

Trejo. Ihre Geschichten und Visionen<br />

bieten interessante Perspektiven auf die internationale<br />

Diplomatie.<br />

Weitere Interviews, die Sie nicht verpassen sollten,<br />

sind die mit dem österreichischen Generalsekretär<br />

für auswärtige Angelegenheiten, Nikolaus<br />

Marschik, den wir zu seinen Einsichten zur<br />

Donaurauminitiative und den politischen Strategien<br />

in Mitteleuropa befragt haben und mit dem<br />

OECD Secretary General Mathias Cormann.<br />

Wir hoffen, dass diese Ausgabe Sie inspiriert und<br />

informiert und freuen uns auf Ihr Feedback. Bleiben<br />

Sie neugierig und genießen Sie die Lektüre!<br />

Herzlichst, Ihr Society Magazin Team<br />

Mag. Gertrud Tauchhammer – Herausgeberin und<br />

Mag. Tanja Tauchhammer – Chefredakteurin<br />

3<br />

Issue<br />

N 384


CONTENT<br />

INHALT<br />

4<br />

Inhalt<br />

No <strong>385</strong><br />

Coverstory: Waris Dirie<br />

10 Die kompromisslose Kämpferin<br />

<strong>SOCIETY</strong> aktuell<br />

14 Gastbeitrag von S.E. Vito Cecere zur<br />

Deutschen Feministischen Politik<br />

32 Kurt Seinitz:<br />

Indiens Sprung in die Zukunft<br />

40 Interview: Nikolaus Marschik<br />

42 Christian Wehrschütz:<br />

Die neuen Balkanesen<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Events<br />

16 <strong>SOCIETY</strong>-Präsentation in der<br />

Botschaft der Türkiye<br />

20 Ambassadors’ Breakfast<br />

im Park Hyatt<br />

22 Junior Diplomats im Feuerdorf<br />

24 Nowruz Celebration<br />

28 Ambassadors’ Lunch im<br />

The Ritz-Carlton, Vienna<br />

30 Afternoon Tea im Hotel Bristol<br />

Ambassadors<br />

44 Interview: S.E. Li Song (China)<br />

46 Bangladesch: S.E. Asad Alam Siam<br />

48 Italien: S.E. Giovanni Pugliese<br />

50 Mexiko: S.E. José Antonio Zabalgoitia<br />

Länder im Fokus: Marokko<br />

Wirtschaft und Diversity<br />

78 Black Austrian Awards 2024<br />

80 Gastbeitrag Stefan Liebing<br />

81 Interview: Sven E. Rischko<br />

(KRONOS Advisory)<br />

82 Die Donau und ihre natürliche<br />

Internationalität<br />

Länder im Fokus: Ungarn<br />

84 Länderporträt<br />

88 Interview: I.E. Edit Szilágyiné<br />

Bátorfi<br />

92 Interview: Minister János Bóka<br />

94 Collegium Hungaricum<br />

96 Interview: Christian Autengruber,<br />

Österreichisches Kulturforum<br />

98 Homestory ungarische Botschaft<br />

100 Weinland mit langer Tradition<br />

Life & Style<br />

38 Škoda Testfahrt<br />

102 Beautynews<br />

106 Genuss im Elsass<br />

108 Straßburg: Eine Stadt mit<br />

vielen Gesichtern<br />

110 Mercedes Testfahrt<br />

112 Kulturhauptstadt Bad Ischl<br />

114 Ex Libris<br />

118 Weinritter<br />

119 St. Georgs-Orden<br />

52 Länderporträt<br />

56 Interview: S.E. Azzeddine Farhane<br />

60 Interview: Minister Mohammed<br />

Mehdi Bensaid<br />

62 Interview: Bürgermeisterin von Rabat,<br />

Fatiha El Moudni<br />

64 Der erste Besuch einer marok kan i­<br />

schen Delegation in Wien<br />

66 Interview: I.E. Anna Jankovic<br />

(österreichische Botschafterin<br />

in Rabat)<br />

68 Reisebericht: Malerisches Marokko<br />

70 Marokko: Europas Tor zu Afrika<br />

Diplomatie<br />

120 Akkreditierungen bilateral<br />

129 Welcome to Austria<br />

130 Ambassadors A-Z<br />

137 PaN-Events<br />

138 Österreichische Dienststellenleiter<br />

146 ÖGAVN<br />

148 OECD: Interview mit<br />

Mathias Cormann<br />

150 Events der Diplomatie<br />

Standards<br />

03 Editorial<br />

06 Impressum<br />

08 Gastautoren<br />

162 Emil Brix<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


106<br />

84<br />

5<br />

Foto/s © <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig, Tanja Tauchhammer, Coco de Mer/Rankin, Albina Bauer, Matze Bob (unsplash)<br />

10<br />

54<br />

40<br />

56<br />

Issue<br />

N 384


IMPRINT<br />

IMPRESSUM<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY<br />

Impressum<br />

Imprint<br />

(Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz)<br />

Medieninhaber & Eigentümer:<br />

Tauchhammer KG 100% (Komplementär:<br />

KR Mag. Gertrud Tauchhammer,<br />

Kommanditist: Mag. Tanja Tauchhammer)<br />

Unternehmensgegenstand:<br />

Herausgabe von Druckwerken<br />

Firmenbuchnummer: FN 235924y<br />

Firmensitz: Hüttelbergstraße 23A, 1140 Wien<br />

Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien<br />

UID-Nummer: ATU57082123<br />

Herausgeberin: Prof. KR Mag. Gertrud Tauchhammer,<br />

in Kooperation mit der Österreichischen<br />

Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten<br />

Nationen (ÖGAVN), www.oegavn.org.<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY<br />

<strong>SOCIETY</strong> (vormals UNO Magazin)<br />

ist seit 79 Jahren das offizielle<br />

Organ der Österreichischen Gesellschaft<br />

für Außenpolitik und die<br />

Vereinten Nationen.<br />

6<br />

Chefredaktion: Mag. Tanja Tauchhammer<br />

Redaktion: Mag. Sarah Heftberger<br />

Mag. Hermine Schreiberhuber<br />

Sekretariat: Thomas Streicher<br />

Gastautoren: Dr. Emil Brix, Simon Inou, Prof.<br />

Dr. Stefan Liebing, Kurt Seinitz, Mag. Christian<br />

Wehrschütz, S.E. Vito Cecere, Bot. Dr. Klaus Wölfer<br />

Anzeigenverkauf: Mag. Gertrud Tauchhammer<br />

Art Direction & Layout:<br />

Harry Weber — since-1973.com<br />

Redaktionsadresse:<br />

Villa Flora, Hüttelbergstraße 23A, 1140 Wien<br />

Telefon +43-(0)1-914 77 44-0<br />

E-Mail: mail@society.at<br />

www.society.at<br />

Fotos: Heeresbild- und Filmstelle, Richard<br />

Pobaschnig, Ugur Karakan, Anca Sora<br />

Coverfoto: Coco de Mer/Rankin<br />

Druck: Druckerei Berger, www.berger.at<br />

Erscheinungsweise: halbjährlich<br />

Preis pro Ausgabe: EUR 10,— zuzügl. Versandkosten<br />

Präsidium:<br />

Dr. Wolfgang Schüssel (Präsident)<br />

Dr. Peter Jankowitsch (Vizepräsident)<br />

Dr. Gregor Woschnagg (Vizepräsident)<br />

Herbert Scheibner (Vizepräsident)<br />

Dr. Ursula Plassnik (Vizepräsidentin)<br />

Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen (Vizepräsident)<br />

Dr. Willibald Pahr (Ehrenpräsident)<br />

Bernd Hermann (Generalsekretär)<br />

Dr. Hans Dietmar Schweisgut (Vizepräsident)<br />

Weitere Vorstandsmitglieder:<br />

Dr. Alexander Christiani, Dr. Angela Kane,<br />

Dr. Friedhelm Frischenschlager,<br />

Mag. Peter Launsky-Tieffenthal,<br />

Dr. Michael Linhart,<br />

Dr. Eva Nowotny,<br />

Dkfm. Dr. Karl Peterlik,<br />

Dr. Gerhard Pfanzelter,<br />

Dr. Nikolaus Marschik<br />

Bankverbindung:<br />

Unicredit AG Bank Austria<br />

IBAN: AT35 1200 0515 7811 1601<br />

BIC/Swift: BKAUATWW<br />

Blattlinie: <strong>SOCIETY</strong> berichtet über Top-Ereignisse<br />

aus Wirtschaft, Politik, Diplomatie, Immobilien,<br />

Medizin, Gesellschaft, Lifestyle und Nachhaltigkeit.<br />

Jede Ausgabe widmet sich ein bis zwei Fokusländern.<br />

Durch die Zusammenarbeit mit der<br />

jeweiligen Botschaft trägt <strong>SOCIETY</strong> wesentlich<br />

zur Kommunikation zwischen Österreich und<br />

dem Fokusland bei. Es ist dadurch ein medialer<br />

Multiplikator der Spitzenklasse in Österreich und<br />

der ganzen Welt.<br />

FOUNDED 79 YEARS AGO<br />

FA MILY O W N ED FO R 35 Y EA RS<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


THE<br />

NEW<br />

Alle Modelle jetzt<br />

bei uns erhältlich!<br />

BMW X3 20 xDrive: Energieverbrauch kombiniert: 7,6 l/100 km (WLTP);<br />

CO2­Emissionen kombiniert: 172 g/km (WLTP); CO2­Klasse(n): F


CONTRIBUTORS /// GASTAUTOREN<br />

Emil Brix ist Diplomat und Historiker und momentan als Direktor der<br />

Diplomatischen Akademie Wien – Vienna School of International Studies tätig.<br />

Er trat 1982 in den Diplomatischen Dienst ein, seine letzten Stationen als<br />

Botschafter führten ihn nach Großbritannien (2010-2015) und in die Russische<br />

Föderation (2015-2017). Außerdem ist er Mitglied des Präsidiums der Österreichischen<br />

Forschungsgemeinschaft. In seinem aktuellsten Beitrag für <strong>SOCIETY</strong><br />

schreibt er über Joseph von Hammer-Purgstall, der als Begründer der Orientforschung<br />

im deutschsprachigen Raum gilt und dieses Jahr seinen 250. Geburtstag<br />

feiert.<br />

Rudolf Thaler war viele Jahre lang für die Wirtschaftskammer Österreich<br />

tätig, etwa als Wirtschaftsdelegierter im AußenwirtschaftsCenter Almaty<br />

mit Betreuungsbereich Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan<br />

und Usbekistan und zuvor in Los Angeles, Kiew, Warschau, Abu Dhabi und<br />

Stockholm. In Wien war er Regionalmanager für Afrika & Naher Osten und<br />

Süd- & Südostasien. Im aktuellen Heft beschäftigt er sich mit dem wirtschaftlichen<br />

Potenzial von Marokko.<br />

8<br />

Christian Wehrschütz ist Korrespondent des ORF für den Balkan<br />

und die Ukraine und war zuvor als Redakteur in der Außenpolitischen Redaktion<br />

des Aktuellen Dienstes des Fernsehens, als dritter Korrespondent des ORF in<br />

Brüssel und im Aktuellen Dienst des Hörfunks (ORF) in der Nachrichtenredaktion<br />

tätig. In dieser Ausgabe berichtet er über den Arbeitskräftemangel in den<br />

Ländern des früheren Jugoslawiens.<br />

Partner<br />

von<br />

<strong>SOCIETY</strong> präsentiert in jeder Ausgabe zahlreiche<br />

Gastautoren, die sich mit aktuellen Themen aus Politik,<br />

Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur befassen.<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Simon Inou ist Soziologe und Journalist, z. B. bei Radio Africa International.<br />

Er engagiert sich außerdem beim Verein M-Media, der journalistische<br />

Talente mit Migrationshintergrund fördert. Für seine Arbeit hat er zahlreiche<br />

Auszeichnungen bekommen, u. a. von der EU. Er ist Mitherausgeber des „fresh“<br />

Magazins der schwarzen Bevölkerung Österreichs. Im aktuellen Beitrag für das<br />

<strong>SOCIETY</strong> Magazin berichtet er über die Black Austrian Awards 2024.<br />

CONTRIBUTORS /// GASTAUTOREN<br />

Vito Cecere ist seit August 2023 deutscher Botschafter in Österreich, zuvor<br />

war er u.a. Beauftragter für Außenwirtschaftspolitik und Auswärtige Bildungsund<br />

Forschungspolitik, Beauftragter für Informationstechnik, Referatsleiter für<br />

Kommunikation (Deutschlandbild im Ausland) und für Kultur- und Medienbeziehungen<br />

mit Europa, Nordamerika, Türkiye, Russland, Kaukasus und Zentralasien.<br />

Er studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Hannover und<br />

an der Università degli Studi di Bologna. Für <strong>SOCIETY</strong> verfasste er einen Beitrag<br />

über die feministische Außenpolitik Deutschlands.<br />

Foto/s © Foto Nelson, <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig, Diplomatische Akademie. Philipp Horak, privat, Lansky Ganzger, Goeth+partner, Auswärtiges Amt<br />

Stefan Liebing ist Unternehmer und Geschäftsführer der Conjuncta GmbH.<br />

Er ist Honorarprofessor an der Hochschule Flensburg und Honorarkonsul der<br />

Republik Kamerun. Als Beiratsvorsitzender der ReThinking Africa Foundation GmbH<br />

engagiert er sich für die Ermöglichung von Investitionen in Afrika. Der Past Chairman<br />

des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft e.V. (2012-2023) wird im Sommersemester<br />

2025 die Hiob-Ludolf-Gastprofessur an der Universität Ham burg übernehmen.<br />

In seinem neuesten Beitrag für <strong>SOCIETY</strong> erklärt er, warum eine markt ­<br />

wirtschaftliche Energiewende nur gemeinsam mit Afrika möglich sein wird.<br />

Kurt Seinitz ist seit 1974 Ressortleiter der Außenpolitik der Kronen Zeitung<br />

und hat in dieser Funktion bereits den chinesischen Ministerpräsidenten Zhou<br />

Enlai interviewt und sämtliche Nahostreisen des damaligen Bundeskanzlers<br />

Bruno Kreisky begleitet. Er berichtete außerdem über den Vietnamkrieg, die<br />

iranische Revolution und viele weitere historische Ereignisse. In der aktuellen<br />

Ausgabe des <strong>SOCIETY</strong> Magazins beleuchtet er bedeutende Umwälzungen und<br />

Entwicklungen in Indien, der größten Demokratie der Welt.<br />

Klaus Wölfer ist Senior Expert Counsel bei der internationalen Anwaltskanzlei<br />

LANSKY, GANZGER, GOETH + partner (LGP). Er war neben zahlreicher<br />

anderer diplomatischen Tätigkeiten Botschafter für Österreich in der Türkiye und<br />

Indonesien und zuletzt Sonderbeauftragter für Südosteuropa und EU-Erweiterung<br />

im BMEIA. Für diese Ausgabe geht er auf die zentrale Bedeutung des<br />

Donauraums näher ein.<br />

9<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


Seit fast dreißig Jahren kämpft Waris Dirie gegen<br />

die weibliche Genitalverstümmelung<br />

10<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


COVERSTORY<br />

WARIS DIRIE<br />

Die<br />

kompromisslose<br />

Kämpferin<br />

Waris Dirie ist Viele. Nomadin, Menschenrechtsaktivistin,<br />

Mutter, Model, Autorin, Malerin.<br />

Somalierin und Österreicherin. Die vielleicht lauteste<br />

Stimme gegen weibliche Genitalverstümmelung<br />

und eine unermüdliche<br />

Kämpferin für Frauenrechte.<br />

VON MAG. SARAH HEFTBERGER<br />

Foto/s ©Coco de Mer/Rankin<br />

Waris Diries’ Geschichte beginnt in der<br />

somalischen Wüste, in der Region Galkayo<br />

an der Grenze zu Äthiopien, wo sie<br />

1965 in eine Nomadenfamilie, die zum Stamm<br />

der Darod gehört, geboren wird. Sie und ihre elf<br />

Geschwister wachsen in engster Verbundenheit<br />

mit der Natur auf. Stets auf der Suche nach Wasser<br />

und Futter für ihre Tiere, verbringen sie nie<br />

länger als ein paar Wochen an einem Ort. Schon<br />

als kleines Mädchen ist sie für eine ganze Herde<br />

von Ziegen verantwortlich. „Das Nomadenleben<br />

ist hart, aber es ist in seiner engen, unauflöslichen<br />

Naturverbundenheit auch voller Schönheit“,<br />

schreibt sie in ihrem ersten<br />

Buch „Wüstenblume“ über<br />

„Das Leben ist meine<br />

Universität.“<br />

ihr früheres Leben.<br />

Diese enge Verbindung<br />

mit der Natur prägt sie bis<br />

heute und findet seit einiger<br />

Zeit auch in ihrer Malerei<br />

Ausdruck. „Die Farben meiner Bilder repräsentieren<br />

das Licht Afrikas und die Natur allgemein.<br />

Die Natur ist meine Inspiration. Ich folge ihr und<br />

wenn ich das mache, lande ich am Ende immer<br />

in einem Paradies, in dem ich für immer bleiben<br />

möchte“, erklärt sie in einem Interview mit einem<br />

russischen Kunstmagazin. Die Kunst – das wissen<br />

hierzulande nur wenige – begleitet die 58-jährige<br />

nun schon seit einigen Jahren.<br />

„Ich wusste immer, dass ich malen würde. Am<br />

Anfang war ich ängstlich und unsicher. Ich hatte nie<br />

eine Lehre, einen Kurs oder eine Ausbildung absolviert.<br />

Ich wusste nicht, wie man malt, wie man mit<br />

den Materialien umgeht, ich hatte nie einen Pinsel<br />

in der Hand. Alles, was ich bin, alles, was mich weiterbringt,<br />

hat mich das Leben gelehrt. Das Leben<br />

ist meine Universität. Ich wusste nur, dass ich<br />

bereit war, zu lernen, und so habe ich es mir selbst<br />

beigebracht. Ich wollte sehen, was ich schaffen<br />

kann. Ich wollte nicht zu einem Lehrer oder Künstler<br />

gehen. Ich wollte es selbst tun, so wie ich es<br />

mein ganzes Leben lang gemacht habe“, so Dirie<br />

weiter über ihre Leidenschaft.<br />

Unerschütterliche Aktivistin<br />

Vor allem bekannt ist die zweifache Mutter aber<br />

für ihren Kampf gegen FGM, der „Female Genital<br />

Mutilation“ bzw. der weiblichen Genitalverstümmelung,<br />

bei der die äußeren Genitalien der Mädchen<br />

oder Frauen teilweise oder gar vollständig –<br />

in der Regel ohne Betäubung<br />

und mit Rasierklingen oder<br />

Messern – entfernt werden.<br />

Als sie 1997 – am Höhepunkt<br />

ihrer Modelkarriere –<br />

in einem Interview mit der<br />

französischen Frauenzeitschrift<br />

Marie Claire erstmals über ihre eigene<br />

Beschneidung im Alter von nur 5 Jahren spricht,<br />

bricht sie damit ein Tabu. Noch nie zuvor hatte<br />

jemand öffentlich über dieses grausame Ritual<br />

gesprochen.<br />

„Als ich das Interview für Marie Claire gab,<br />

wollte ich, dass diejenigen, die diese qualvollen<br />

Praktiken befürworten, von wenigstens einer Frau<br />

erfahren, wie das ist – denn die Frauen in meinem<br />

Land sind zum Schweigen verurteilt“, so Dirie dazu<br />

in „Wüstenblume“.<br />

Das Gespräch löst jedenfalls ein weltweites<br />

Medienecho und eine Welle von Mitgefühl und<br />

Entrüstung aus. Kurz darauf melden sich die Vereinten<br />

Nationen bei ihr, wollen mit ihr zusammenarbeiten.<br />

So wird sie unter Kofi Annan zur UNO-<br />

Sonderbotschafterin im Kampf gegen weibliche<br />

11<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


Patenmädchen der Desert<br />

Flower Foundation<br />

Die Aktivistin hat ihre Passion<br />

für’s Malen entdeckt<br />

12<br />

Genitalverstümmelung und ihr unermüdlicher<br />

Einsatz für das Recht auf<br />

Selbstbestimmung von Mädchen und<br />

Frauen beginnt.<br />

Die Wüstenblume<br />

Sie lebt auf den Straßen<br />

Londons und hält sich mit<br />

einem Job als Putzkraft<br />

in einer Fastfood-Kette<br />

über Wasser.<br />

Ein Jahr später erscheint ihr Buch<br />

„Wüstenblume“, das weltweit über 12<br />

Millionen Mal verkauft und 2008 sogar<br />

verfilmt wird. Darin erzählt sie von<br />

ihrer Kindheit als Nomadentochter in<br />

der somalischen Wüste, wo sie zwischen<br />

Elefanten, Löwen, Giraffen und<br />

Zebras aufwächst und schon damals<br />

„die Aufbegehrende“ genannt wird;<br />

von der unmenschlichen Prozedur der<br />

Genitalverstümmelung, die ihr angetan<br />

wird – und von ihrer Flucht vor einer<br />

Zwangsverheiratung mit einem 60-jährigen<br />

Mann. Zu diesem Zeitpunkt ist sie<br />

gerade einmal 13 Jahre alt.<br />

Barfuß macht sie sich damals auf<br />

in die Hauptstadt Mogadischu, wo sie<br />

einige Monate bei Verwandten verbringt,<br />

ehe sie mit ihrem Onkel – dem somalischen<br />

Botschafter in Großbritannien<br />

– als sein zukünftiges Hausmädchen<br />

nach London fliegt und dort in einer<br />

ihr völlig fremden Welt landet. Im Buch<br />

berichtet sie, dass sie die Botschaftsresidenz<br />

kaum verlassen darf, über vier<br />

Jahre lang tagtäglich von<br />

früh bis spät arbeitet –<br />

bis ihr Onkel nach Somalia<br />

zurückbeordert wird<br />

und auch sie mit ihm und<br />

seiner Familie zurückkehren<br />

soll. Da beschließt<br />

sie, abermals zu fliehen.<br />

Sie lebt auf den Straßen<br />

Londons und hält sich<br />

mit einem Job als<br />

Putzkraft in einer<br />

Fastfood-Kette<br />

über Wasser.<br />

Dann passiert<br />

etwas, das ihr Leben für immer verändert:<br />

Sie wird von einem der größten<br />

Modefotografen dieser Zeit, Terence<br />

Donovan, entdeckt, der sie gemeinsam<br />

mit der damals noch unbekannten<br />

Naomi Campbell für den Pirelli-Kalender<br />

fotografiert. Bald reist sie zwischen<br />

Paris, Mailand, London und New<br />

York umher, erhält eine Rolle als James<br />

Bond Girl in „Der Hauch des Todes“ und<br />

wird zu einem der gefragtesten Models<br />

der Welt. 1995 dreht die BBC sogar<br />

einen Dokumentarfilm über sie – der<br />

Titel: „Eine Nomadin in New York“.<br />

Am Höhepunkt ihrer Karriere führt<br />

sie dann das Interview mit Marie Claire:<br />

„Ich musste an die Öffentlichkeit gehen,<br />

nicht nur für mich, sondern für all die<br />

kleinen Mädchen auf der Welt, die in diesem<br />

Augenblick diese Tortur erleiden.<br />

(…) Es sind nicht Hunderte, es sind nicht<br />

Tausende, sondern Millionen von Mädchen,<br />

die damit leben müssen und daran<br />

sterben“, erklärt sie ihre Beweggründe,<br />

über dieses Thema und ihre eigene,<br />

traumatische Erfahrung zu sprechen.<br />

FGM heute<br />

Heute gibt es – laut einem UNICEF-<br />

Bericht – über 230 Millionen lebende<br />

Mädchen und Frauen, die eine Genitalverstümmelung<br />

erlitten haben. Die<br />

grausame Praxis breitet sich zwar global<br />

nicht weiter aus, so der Bericht, die<br />

Fortschritte im Kampf gegen FGM können<br />

aber mit dem schnellen Bevölkerungswachstum<br />

– insbesondere<br />

in den Regionen,<br />

in denen der Eingriff am<br />

häufigsten vorkommt –<br />

kaum mithalten. Konflikte<br />

und Krisen behindern<br />

und verlangsamen<br />

den Kampf gegen FGM<br />

zusätzlich. Doch es gibt<br />

auch positive Beispiele,<br />

so ist etwa in Kenia<br />

die Verbreitung der<br />

weiblichen Genitalverstümmelung,<br />

die meist unter<br />

dem Deckmantel der Tradition durchgeführt<br />

wird, von „mäßig“ auf „niedrig“<br />

zurückgegangen, in Sierra Leone von<br />

einer „hohen“ auf eine „mäßig hohe“<br />

und auch in Ägypten, wo vor etwa drei<br />

Jahrzehnten noch die Mehrheit der<br />

Mädchen verstümmelt wurde, werden<br />

die Zahlen niedriger. Auch die Einstellung<br />

gegenüber FGM hat sich verändert,<br />

so sind dem Bericht<br />

zufolge heute zwei<br />

Drittel der Bevölkerung<br />

in praktizierenden<br />

Ländern gegen<br />

das grausame Ritual.<br />

Waris Dirie hat zu<br />

den positiven Entwicklungen<br />

unumstritten<br />

einen großen<br />

Beitrag geleistet.<br />

Mit ihrer 2002 in<br />

Wien gegründeten „Waris Dirie Foundation“,<br />

(seit 2010 „Desert Flower Foundation“)<br />

setzt sie sich unentwegt dafür<br />

ein, FGM für immer auszurotten. „Weibliche<br />

Genitalverstümmelung geht uns<br />

alle an. Sie ist ein Verbrechen, das<br />

unter uns in vielen Ländern dieser Welt<br />

geschieht. Mit meiner weltweiten Kampagne<br />

möchte ich darauf aufmerksam<br />

machen. Ich möchte meinen Beitrag<br />

dazu leisten, FGM endgültig weltweit<br />

zu verbannen“, so die Aktivistin.<br />

Eine Undercover-Recherche, die<br />

Dirie gemeinsam mit einem Team von<br />

jungen europäischen und afrikanischen<br />

Journalisten Anfang der 2000er Jahre<br />

durchführt, zeigt, dass auch in Europa<br />

FGM praktiziert wird. Die Erkenntnisse<br />

dieser Untersuchung fasst sie in ihrem<br />

Buch „Schmerzenskinder“ zusammen,<br />

2006 präsentiert sie sie außerdem vor<br />

dem Ministerrat der EU. Daraufhin werden<br />

in fast allen europäischen Ländern<br />

Gesetze gegen weibliche Genitalverstümmelung<br />

beschlossen.<br />

Foto/s ©Roman Zach-Kiesling, Lisi Niesner<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


COVERSTORY<br />

WARIS DIRIE<br />

„Ich wusste immer,<br />

dass ich malen würde.<br />

Am Anfang war<br />

ich ängstlich und<br />

unsicher.“<br />

Foto/s © Coco de Mer/Rankin<br />

Um Mädchen in afrikanischen<br />

Ländern vor der Verstümmelung zu<br />

bewahren, hat die Desert Flower<br />

Foundation außerdem Patenschaftsprojekte<br />

initiiert, im Zuge derer Verträge<br />

mit den Eltern abgeschlossen<br />

werden, die garantieren, dass die<br />

gefährdeten Mädchen unversehrt bleiben.<br />

Im Gegenzug erhält die Familie<br />

finanzielle Zuwendungen für Lebensmittel<br />

und andere wichtige Ausgaben<br />

wie Strom und Wasser. Außerdem<br />

bekommen die Mädchen die Chance,<br />

eine Schule zu besuchen, denn, so<br />

ist Dirie überzeugt: „Bildung<br />

und Einkommen für Frauen sind<br />

absolut notwendig, um FGM einzudämmen<br />

und abzuschaffen.<br />

Eine wirtschaftlich unabhängige<br />

Frau wird sich nicht so schnell<br />

dem Druck einer Gruppe fügen.<br />

Die ärmsten Länder in Afrika<br />

haben nicht nur die höchste<br />

Analphabetenrate, sondern auch<br />

die mit Abstand höchste FGM-<br />

Rate“. (Interview mit welt, 2019).<br />

Auch ihre Foundation hat aus diesem<br />

Grund bereits fünf Schulen<br />

für insgesamt 2.250 Kinder in<br />

Afrika errichtet.<br />

Seit bald 30 Jahren kämpft Dirie<br />

nun schon gegen die weibliche<br />

Genitalverstümmelung und für ein<br />

selbstbestimmtes, freies Leben<br />

aller Mädchen und Frauen, und<br />

das, obwohl ihr Aktivismus immer<br />

auch untrennbar mit ihrer eigenen<br />

traumatischen Erfahrung verbunden<br />

ist, der sie sich dafür immer<br />

wieder stellen muss. Ihre Forderungen<br />

und Botschaften sind wohl<br />

auch deshalb so kompromisslos.<br />

Waris, das bedeutet übersetzt<br />

Wüstenblume, und diese, erklärt<br />

sie in ihrem gleichnamigen Buch,<br />

„wächst in einer kargen Umgebung,<br />

wo sonst kaum etwas gedeihen<br />

kann.“ Sobald Regen fällt und die<br />

staubige Landschaft gereinigt wird,<br />

erblühen diese Blumen wie durch<br />

Desert Flower Foundation<br />

Alle 11 Sekunden wird auf dieser Welt ein<br />

Mädchen beschnitten. Jedes dritte stirbt<br />

nach diesem brutalen Eingriff und viele<br />

leiden ihr Leben lang unter den<br />

schmerzhaften Folgen. Seit 2002<br />

setzt sich die Desert Flower<br />

Foundation dafür ein, weltweit<br />

Frauen und Mädchen vor der<br />

Genitalverstümmelung zu retten.<br />

Jede Spende an die Desert Flower<br />

Foundation kommt Frauen und Mädchen,<br />

die von weiblicher Genitalverstümmelung<br />

betroffen oder<br />

bedroht sind, auf der ganzen<br />

Welt zugute!<br />

desertflowerfoundation.org<br />

ein Wunder. Ein durchaus passender<br />

Name für die Menschenrechtsaktivistin,<br />

die sich seit jeher entschlossen<br />

ihren eigenen Weg durchs Leben<br />

bahnt und scheinbar furchtlos ihre<br />

Meinung kundtut.<br />

Zwischen zwei Welten<br />

Heute lebt Waris Dirie mit einem<br />

ihrer zwei Söhne in Wien, hat dort<br />

ein Stück weit eine neue Heimat<br />

gefunden. „Wien ist eine wunderschöne<br />

Stadt. Ich habe hier viele<br />

neue Freunde gefunden. Ja, ich<br />

habe tatsächlich das Gefühl, endlich<br />

angekommen zu sein“, schreibt<br />

sie in „Schmerzenskinder“.<br />

Ihre „alte“ Heimat Afrika wird<br />

sie dennoch nie loslassen. „Ich<br />

bin wirklich dankbar, dass ich<br />

beide Lebensformen kennenlernen<br />

durfte, den einfachen und<br />

den eiligen Weg. Aber ich wüsste<br />

nicht, ob ich ohne meine afrikanische<br />

Herkunft das einfache<br />

Leben genießen gelernt hätte.<br />

Meine Kindheit in Somalia hat<br />

meine Persönlichkeit geprägt<br />

und mich davor bewahrt,<br />

Banalitäten wie Erfolg und<br />

Ruhm – denen so viele Leute<br />

nachzujagen scheinen – allzu<br />

ernst zu nehmen (…). Ich weiß<br />

nur, dass meine Art zu denken<br />

afrikanisch ist, und daran wird<br />

sich nie etwas ändern.“<br />

13<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


<strong>SOCIETY</strong> AKTUELL<br />

GASTBEITRAG<br />

Feministische Außenpolitik:<br />

Leitbild für die<br />

Gestaltung von Frieden<br />

und Sicherheit<br />

Der deutsche Botschafter in Österreich, S.E. Vito Cecere, gibt in seinem<br />

Gastbeitrag einen Einblick in die feministische Außenpolitik seines Landes.<br />

14<br />

F<br />

eministische Außenpolitik – ein<br />

heiß diskutiertes Thema. Doch was<br />

ist das überhaupt, eine „feministische<br />

Außenpolitik“? Eine gesonderte<br />

Außenpolitik nur für Frauen die nur von<br />

Frauen gemacht wird? Mitnichten!<br />

Feministische Außenpolitik ist eine<br />

Politik für die gesamte Gesellschaft.<br />

Gertrud Tauchhammer traf S.E. Vito Cecere<br />

Denn Gesellschaften, in denen Gleichstellung<br />

verwirklicht oder ernsthaft<br />

angestrebt wird, sind nicht nur<br />

gerechter, sie sind friedlicher, nachhaltiger<br />

und wirtschaftlich erfolgreicher<br />

als solche, die Frauen von der<br />

Teilhabe ausschließen und ihnen<br />

gleiche Rechte verwehren.<br />

In der feministischen Außenpolitik<br />

geht es darum, wie Gesellschaften<br />

insgesamt positiv entwickelt<br />

werden können. Dabei kommen den<br />

Rechten für Frauen, der Repräsentanz<br />

von Frauen und den Ressourcen,<br />

die Frauen zur Verfügung stehen,<br />

eine besondere Bedeutung zu. Diese<br />

drei „Rs“ werden bei allen außenpolitischen<br />

Aktivitäten verstärkt ins Zentrum<br />

gerückt. Ihre besondere Perspektive<br />

verändert die Gestaltung von<br />

Politik, verändert den Dialog mit anderen<br />

Staaten, setzt andere Themen,<br />

weitet Gespräche mit der Zivilgesellschaft<br />

aus und richtet auch den Blick<br />

auf andere benachteiligte und besonders<br />

verletzbare Gruppen.<br />

Rechte, Repräsentanz und<br />

Ressourcen als Schlüssel<br />

zum Erfolg<br />

„Das Wissen, die<br />

Kreativität und die<br />

Innovationskraft von<br />

Frauen sind häufig<br />

ein unzureichend<br />

genutztes Potenzial.“<br />

So will die feministische Außenpolitik<br />

zum Beispiel erreichen, dass in Konflikten<br />

mehr für die Sicherheit von<br />

Frauen gesorgt und dass sexualisierte<br />

Gewalt nicht verschwiegen, sondern<br />

den betroffenen Frauen geholfen wird.<br />

Weltweit setzt sich Deutschland deshalb<br />

dafür ein, dass die Rechte von<br />

Frauen und Mädchen geachtet, gefördert<br />

und ausgeweitet werden. Seien<br />

es fundamentale Menschenrechte,<br />

Rechte am Arbeitsplatz oder Rechte<br />

zur Selbstbestimmung.<br />

Mit Annalena Baerbock vertritt erstmals<br />

eine Außenministerin die Interessen<br />

Deutschlands in der Welt. Sie<br />

betont, dass feministische Außenpolitik<br />

auch Sicherheitspolitik ist: „Wenn<br />

Frauen nicht sicher sind, dann ist niemand<br />

sicher“. Denn Frauenrechte seien<br />

oft ein „Gradmesser für den Zustand<br />

unserer Gesellschaften … Repression<br />

nach innen ist ein Warnsignal nach<br />

außen – wie im Fall Russlands.“<br />

Aber auch in liberalen Demokratien<br />

sind Repräsentanz und gleichberechtigte<br />

Teilhabe von Frauen in Politik,<br />

Wirtschaft und Gesellschaft vielerorts<br />

längst nicht verwirklicht.<br />

Obwohl dies im wohlverstandenen<br />

Interesse gerade auch von Industriestaaten<br />

liegt. Das Wissen, die Kreativität<br />

und die Innovationskraft von<br />

Frauen sind häufig ein unzureichend<br />

genutztes Potenzial. In zahlreichen<br />

Ländern und im globalen Wirtschaftssystem<br />

werden Frauen noch immer<br />

benachteiligt: beim Zugang zu Bildung<br />

und Arbeitsmarkt, bei Eigentums- oder<br />

Erbrechten, in der Berufswahl oder bei<br />

der Genehmigung von Krediten. Die<br />

Erwerbstätigkeitsquote von Frauen<br />

liegt mit 47 Prozent global deutlich<br />

unter der von Männern (72 Prozent).<br />

Frauen verrichten ca. 75 Prozent der<br />

unbezahlten Pflege- und Hausarbeit.<br />

In 115 Ländern bestehen rechtliche<br />

Hindernisse für Unternehmerinnen, die<br />

für Männer nicht gelten.<br />

Für Frauen bedeutet der Zugang zu<br />

Ressourcen mehr finanzielle Unabhängigkeit<br />

und eine bessere gesellschaftliche<br />

und familiäre Stellung. Staaten,<br />

in denen die weibliche Bevölkerung<br />

gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen<br />

hat, sind stabiler und wirtschaftlich<br />

erfolgreicher. Die deutsche<br />

Bundesentwicklungsministerin<br />

Svenja Schulze hat eine Strategie zur<br />

feministischen Entwicklungszusammenarbeit<br />

vorgelegt. Ihr Ziel: Bis 2025<br />

sollen 93 Prozent neu zugesagter<br />

Projektmittel in Vorhaben fließen, die<br />

zur Gleichstellung der Geschlechter<br />

beitragen. Und sie will die Fortschritte<br />

mit dem Gender-Aktionsplan konkret<br />

und transparent messen.<br />

Leitlinien der feministischen<br />

Außenpolitik<br />

Im vergangenen Jahr hat das deutsche<br />

Außenministerium zehn Leitlinien der<br />

feministischen Außenpolitik entwickelt<br />

mit dem Ziel, einen „feministi­<br />

Foto/s © <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig, Tymon Markowski / MSZ<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


„Wenn Frauen nicht<br />

sicher sind, dann ist<br />

niemand sicher“.<br />

<strong>SOCIETY</strong> AKTUELL<br />

GASTBEITRAG<br />

Annalena Baerbock<br />

S.E. Vito Cecere blätterte interessiert in der letzten <strong>SOCIETY</strong> Ausgabe<br />

schen Reflex“ auf allen Handlungsfeldern<br />

der Außenpolitik auszubilden.<br />

Dabei soll der Fokus auf die fehlende<br />

Umsetzung von Frauenrechten ebenso<br />

gelegt werden, wie auf andere politische<br />

Aspekte, beispielsweise wirtschafts-<br />

oder klimapolitische Fragen.<br />

Gleichzeitig setzt sich Deutschland<br />

mit seiner feministischen Außenpolitik<br />

für eine verstärkte Repräsentanz<br />

von Frauen in Kunst, Kultur, Forschung<br />

und Wissenschaft ein. Um eine<br />

zeitgerechte Umsetzung der Ziele zu<br />

gewährleisten, wird das Konzept der<br />

feministischen Außenpolitik in einem<br />

aktiven Dialog mit Zivilgesellschaft,<br />

Bürgerinnen und Bürgern sowie internationalen<br />

Partnern stetig weiterentwickelt.<br />

In der täglichen Arbeit der<br />

deutschen Auslandsvertretungen ist<br />

bereits jetzt zu erkennen, welch hohen<br />

Stellenwert die feministische Außenpolitik<br />

in den diplomatischen Aktivitäten<br />

Deutschlands einnimmt.<br />

Hoher Stellenwert in<br />

unserer täglichen Arbeit<br />

In Deutschland hat sich die Bundesregierung<br />

zu einer feministischen<br />

Außenpolitik verpflichtet. Als Botschaft<br />

der Bundesrepublik Deutschland<br />

in Österreich nutzen wir daher<br />

verstärkt unsere Formate, um das<br />

Thema zu adressieren. Anlässlich des<br />

Weltfrauentages 2024<br />

haben wir beispielsweise<br />

zu einer hochkarätigen<br />

deutsch-österreichischen<br />

Diskussionsrunde über „Wege zur<br />

Gleichberechtigung in der Politik“ und<br />

der Frage der Repräsentanz von Frauen<br />

in den Parlamenten in die Residenz der<br />

Botschaft eingeladen.<br />

Im Rechts- und Konsularwesen, wo<br />

wir täglich im engen Kontakt mit Bürgerinnen<br />

und Bürgern stehen, werden<br />

Antragsstellerinnen mit besonderer<br />

Achtsamkeit behandelt; zum Beispiel<br />

werden sie ohne begleitende Ehegatten<br />

an den Schalter gerufen, um<br />

ihnen gegebenenfalls die Möglichkeit<br />

zu geben, bei Bedarf die Botschaft um<br />

Übrigens…<br />

Hilfe zu bitten. Besonders geeignet für<br />

vertrauliche Gespräche ist auch unser<br />

Diskretionsschalter.<br />

In unserer Kulturarbeit legen wir<br />

einen Fokus auf die Förderung von jüngeren,<br />

weiblichen Talenten. Zudem<br />

pflegen wir einen regelmäßigen Austausch<br />

mit Organisationen und Vereinen<br />

zur Lage von Frauen und marginalisierten<br />

Gruppen in Österreich. Hier<br />

sind wir auch Teil der „diplomats for<br />

equality“, einem Zusammenschluss<br />

gleichgesinnter Staaten, die jährlich im<br />

Pride Month aktiv und präsent sind. Zur<br />

Ausweitung gleichstellungspolitischer<br />

Belange begleiten und bewerben wir<br />

diese Aktivitäten intensiv über unsere<br />

Social-Media-Kanäle.<br />

…wurde der Begriff der feministischen Außenpolitik schon vor mehr<br />

als 100 Jahren erstmals verwendet: Im Jahr 1915 beim Internationalen<br />

Frauenfriedenskongress in Den Haag. Der Kongress war auf Initiative<br />

der deutschen Frauenrechtlerinnen Anita Augspurg (1857–<br />

1943), Deutschlands erster Juristin, und Lida Gustava Heymann<br />

(1868–1943), beides wichtige Vertreterinnen der Deutschen Frauenbewegung<br />

sowie auf Einladung der niederländischen Ärztin, Pazifistin<br />

und Frauenrechtlerin Aletta Jacobs, organisiert worden.<br />

Sie formulierten einen Forderungskatalog an die Nationen der Welt,<br />

der seiner Zeit weit voraus war und bis heute aktuell ist. So ging es<br />

um die Einrichtung eines ständigen internationalen Gerichtshofes<br />

(der heute seinen Sitz in Den Haag hat), einer internationalen Organisation<br />

zur Friedenssicherung und einer weltweiten Kontrolle des<br />

Waffenhandels. Darüber hinaus wurden Massenvergewaltigungen<br />

als Mittel der Kriegsführung angeprangert. Die Geschichte und der<br />

Mut der Frauen, mitten im Ersten Weltkrieg einen solchen Kongress<br />

durchzuführen, verpflichtet uns für die Zukunft.<br />

15<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


EVENTS<br />

<strong>SOCIETY</strong> PRESENTATION<br />

Klaus Wölfer, Hermine Schreiberhuber, Kurt Seinitz, H.E. Ozan Ceyhun, Gertrud Tauchhammer, Azize Ceyhun, Adrian Hollaender, Atil Kutoglu and Sarah Heftberger<br />

16<br />

Gertrud Tauchhammer with H.E. Ozan Ceyhun and H.E. Bakhtiyor<br />

Ibragimov (Uzbekistan)<br />

H.E. Edit Szilágyiné Bátorfi (Hungary), H.E. Ozan Ceyhun,<br />

Gertrud Tauchhammer and Azize Ceyhun<br />

H.E. Tolendy Makeyev (Kyrgyzstan), H.E. Ozan Ceyhun, Gertrud<br />

Tauchhammer, Azize Ceyhun and H.E. Rovshan Sadigbayli (Azerbaijan)<br />

Peter Horak, Gertrud Tauchhammer, Monika and Helmut Türk<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Karakan<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


<strong>SOCIETY</strong> Magazine at<br />

the Turkish Embassy<br />

EVENTS<br />

<strong>SOCIETY</strong> PRESENTATION<br />

The Ambassador of Türkiye to Austria, H.E. Ozan<br />

Ceyhun, and <strong>SOCIETY</strong> publisher, Gertrud Tauchhammer,<br />

invited to a reception to present the<br />

newest <strong>SOCIETY</strong> issue with a focus on Türkiye<br />

at the historic Palais of the Turkish Embassy<br />

in Vienna. In his welcome speech, Ambassador<br />

Ceyhun thanked <strong>SOCIETY</strong> for the fruitful<br />

cooperation and highlighted the importance of<br />

the relations between Türkiye and Austria. “It<br />

was a great pleasure for us to work with such a<br />

renowned medium for this project. The pages<br />

dedicated to Türkiye inform about the historical,<br />

cultural and geographical treasures of our<br />

country. Furthermore, you get information about<br />

the importance of economic relations between<br />

our country and Austria and about the economic<br />

possibilities Türkiye is offering.” Subsequently,<br />

Ms. Tauchhammer thanked the Ambassador<br />

and the Embassy staff for the great collaboration.<br />

Afterwards, the moderator of the evening,<br />

Adrian Hollaender from the artist’s agency Hollaender-Calix,<br />

called the present guest authors<br />

Hermine Schreiberhuber, Kurt Seinitz, Ambassador<br />

Klaus Wölfer and star designer Atıl Kutoğlu<br />

on the stage.<br />

The numerous guests enjoyed the unique<br />

atmosphere of the impressive Turkish Palais<br />

as well as the delicious food provided by<br />

the Embassy.<br />

Adrian Hollaender led through the evening<br />

17<br />

Gertrud Tauchhammer<br />

and Adrian Hollaender<br />

proudly presented the<br />

Türkiye focus<br />

H.E. Ozan Ceyhun with<br />

Klaus Wölfer<br />

Nirmal Singh and Thomas Hiden<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


EVENTS<br />

<strong>SOCIETY</strong> PRESENTATION<br />

Hermine Schreiberhuber with<br />

Hans Windisch-Graetz<br />

Azize Ceyhun with Atil Kutoglu and Nihan Özmert<br />

Sarah and Rauf Kamill in front of a painting of<br />

Kemal Atatürk<br />

18<br />

Rolf Thaler with Martin Buresch and spouse<br />

Rolf Thaler with Rudolf Doppelbauer<br />

Gottfried Rieck with company and Kurt Seinitz<br />

H.E. Magdi Elnour (Sudan) with H.E. Samir Koubaa<br />

(League of Arab States)<br />

H.E. Ozan Ceyhun with Ariane Holleander-Calix<br />

and Reinhart Waneck<br />

Jasmine Maulana, Ricky Virgana Ichsan and<br />

Fauziah Rahmah Muin (Indonesia)<br />

H.E. Ozan Ceyhun welcomed the guests<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Karakan<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


1.-31. AUGUST<br />

2024<br />

AUX GAZELLES<br />

RAHLGASSE 5 • 1060 VIENNA<br />

afriques.at


EVENTS<br />

NEW AMBASSADORS' BREAKFAST<br />

Traditional New Ambassador’s<br />

Welcome Breakfast<br />

20<br />

Maximilian Hennig (BMEIA) with Gertrud Tauchhammer and Peter Horak<br />

Gertrud Tauchhammer, Publisher of <strong>SOCIETY</strong> Magazine, invited<br />

to <strong>SOCIETY</strong>’s traditional New Ambassador’s Welcome Breakfast<br />

in honour of the new Ambassadors to Austria (since April 2022)<br />

with welcome words by her and Ambassador Maximilian Hennig,<br />

Chief of Protocol of the Austrian Foreign Ministry. Special act of<br />

the morning was the trumpeter Leonhard Leeb, musician of the<br />

famous Austrian ensemble "Trumpets in Concert", who accompanied<br />

the official welcome of the Ambassadors from Cote d’Ivoire,<br />

H.E. Yacouba Cissé, Cuba, H.E. Pablo Berti Oliva, Israel, H.E. David<br />

Yitshak Roet, Kazakhstan, H.E. Mukhtar Tileuberdi, Moldova, H.E.<br />

Mihaela Mocanu, Portugal, H.E. Miguel Maria Simoes Coelho de<br />

Almeida e Sousa, Saudi Arabia, H.E. Abdullah Khalid O Tawlah, Sri<br />

Lanka, H.E. Matota Rallage Kulatilaka Lenagala, Sudan, H.E. Magdi<br />

Ahmed Mofadal Elnour, Thailand, H.E. Vilawan Mangklatanakul and<br />

Uzbekistan, H.E. Bakhtiyor Ibragimov with festive flourishes. The<br />

Ambassadors enjoyed the cosy atmosphere and delicious breakfast<br />

of the Café Am Hof of Park Hyatt Vienna.<br />

The new Ambassadors<br />

had a chance to meet<br />

their international<br />

colleagues<br />

Special thanks to Park Hyatt Vienna for<br />

the great cooperation<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/ Pobaschnig<br />

Gertrud Tauchhammer,<br />

H.E. Mukhtar Tileuberdi<br />

(Kazakhstan),<br />

H.E. David Roet (Israel)<br />

and H.E. Bakhtiyor<br />

Ibragimov (Uzbekistan)<br />

H.E. Dario Chiru<br />

Ochoa (Panama) with<br />

Troy Lulashnyk<br />

(Canada)<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY<br />

H.E. Nelson Tabajara de Oliveira (Brazil)<br />

with H.E. Luis Campana Boluarte (Peru)


H.E. Baker Fattah Hussen Hussen (Iraq) H.E. Abdullah Khalid O Tolah (Saudi Arabia)<br />

and Maximilian Hennig (BMEIA) and Gertrud Tauchhammer<br />

H.E. Vilawan Mangklatanakul (Thailand)<br />

with H.E. Mireya Muñoz Mera (Ecuador)<br />

Gertrud Tauchhammer and<br />

Maximilian Hennig<br />

Leonhard Leeb with Gertrud<br />

Tauchhammer<br />

Thomas Kopp, Michael Habel (3Log) and<br />

Adrian Cyrus<br />

H.E. Damos Agusman (Indonesia),<br />

Gertrud Tauchhammer and Nirmal Singh 21<br />

10 years<br />

PARK HYATT VIENNA<br />

DIE PERLE WIENS<br />

FEIERT 10 JÄHRIGES JUBILÄUM<br />

Am Hof 2<br />

1010 Vienna<br />

parkhyattvienna.com<br />

In den vergangenen zehn Jahren hat das Park<br />

Hyatt Vienna seine Gäste mit großartigen Erlebnissen<br />

und Hingabe begeistert. „We care<br />

for people so they can be their best“, sagt General<br />

Manager Barbara Göttling. „In Kombination<br />

mit unserer außergewöhnlichen Architektur<br />

und unserem einzigartigem Team haben<br />

wir ein Erfolgsrezept geschaffen, das uns weit<br />

gebracht hat und das Park Hyatt Vienna auch<br />

in den kommenden Jahren ganz sicher als unverzichtbare<br />

Institution in der Wiener Hotelund<br />

Gastronomieszene etabliert. Wir freuen<br />

uns darauf, weiterhin für unsere Gäste, Partner<br />

und Mitarbeiter da zu sein, die alle Teil<br />

unserer großartigen Erfolgsgeschichte sind.“


EVENTS<br />

JUNIOR DIPLOMATS<br />

Junior Diplomats After<br />

Work Event at Feuerdorf<br />

The young diplomats enjoyed the atmosphere of Feuerdorf at Vienna's “Donaukanal”<br />

22<br />

Alissa Kruidenier with her<br />

Guglhupf by Salon Aurelie<br />

Tudor Vladacenco was the<br />

winner of the first prize<br />

Cozy barbecue in<br />

the wooden cabins<br />

Gertrud Tauchhammer, Publisher of <strong>SOCIETY</strong> Magazine,<br />

represented by Tanja Tauchhammer, Editor-in-Chief of<br />

<strong>SOCIETY</strong> Magazine, invited to a Junior Diplomats Open<br />

Air Event for deputies, ministers, diplomatic secretaries<br />

and other diplomatic staff under the motto “Bavarian<br />

Curling – Ice Stock Shooting” at Feuerdorf (Donaukanal).<br />

After a welcome punch and a round of ice stock shooting,<br />

the young diplomats enjoyed a barbecue in the cosy huts<br />

of Feuerdorf Donaukanal. As the highlight of the evening,<br />

<strong>SOCIETY</strong> organized a raffle with great prizes. The delicious<br />

Gugelhupfe from Rosewood hotels “Salon Aurelie”<br />

went to Alissa Kruidenier (US Embassy), Anila Ajvazi<br />

(Embassy of Albania) and Nicolás Botero Varón (Embassy<br />

of Colombia). The lucky winners of the Orient (Cash &<br />

Carry) Goodie Bags were Illa Mainali (Embassy of Nepal)<br />

and Diana Serikkhan (Kazakhstan) and of the Jo Malone<br />

Perfume Set, Magzhan Serikkhanuly (Embassy of Kazakhstan).<br />

The main prize — a hotel voucher for 2 nights at<br />

the “Romantikhotel Zell am See” — went to Tudor Vladacenco<br />

(Embassy of Romania).<br />

Maghzan<br />

Serikkhanuly and<br />

wife Diana with<br />

Adilet Kokonov<br />

and Dinaim<br />

Zholdoshova<br />

The junior diplomats<br />

tried Bavarian ice<br />

curling<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Sora<br />

Tanja Tauchhammer, Alissa Kruidenier,<br />

Tudor Vladacenco and Nicolás Botero Varón<br />

Dinaim Zholdoshova, Diana Serikkhan and<br />

Tanja Todosijevic with the Orient Goodie Bag<br />

SPECIAL THANKS TO<br />

ALL SPONSORS<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY<br />

Romantikhotel Zell am See<br />

romantik-hotel.at<br />

Rosewood Vienna<br />

rosewoodhotels.com/de/vienna/dining/salon-aurelie<br />

Orient — Cash & Carry<br />

orient.at<br />

Jo Malone<br />

jomalone.eu


BMW X6: WHEN DESIGN MEETS PERFORMANCE<br />

A striking front with dynamic LED headlights with arrowshaped<br />

daytime running lights, a new Atlantis metallic paint<br />

finish in combination with the optional 22’’ BMW Individual<br />

light-alloy wheels and an interior with highest-quality standard<br />

equipment including décor-quilted Sensafin artificial<br />

leather seats, a large BMW Curved Display and ambient<br />

lighting strip that turn every interaction into a multimedia<br />

experience are only a few of the outstanding features the<br />

new BMW X6 is offering. The coupe style SUV revolutionizes<br />

the road with its adaptive M suspension, M pedals,<br />

sprint function and a well thought through driver assistance<br />

package increasing both, safety and driving pleasure. The<br />

boldness of the newest BMW X6 is definitely unmistakable<br />

and it is brimming with potential: In the X6 xDrive40i version,<br />

an inline 6-cylinder is enhanced with the latest 48V mildhybrid<br />

technology and optional M Sport Exhaust System. In<br />

the M60i, a V-8 engine includes the latest 48V mild-hybrid<br />

technology and standard M Sport Exhaust System, promising<br />

incredible agility and a powerful driving experience.<br />

The eighth generation BMW 5 Series<br />

For everyone searching for a comfortable yet sporty and<br />

elegant model for business, leisure and travel, the new BMW<br />

5 Series – now also available as a fully electric BMW i5,<br />

plug-in hybrid or particularly powerful M automobile – is the<br />

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is more progressive than ever, with digital innovations,<br />

pioneering technologies, impressive driving dynamics and a<br />

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Sales Manager Tobias Loos<br />

Diplomatic Sales Team Ashraf Boutros, Nirmal Singh and<br />

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Freude am Fahren<br />

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BMW 5er Limousine: von 145 kW (197 PS) bis 360 kW (490 PS),<br />

Kraftstoffverbrauch gesamt von 0,6 l bis 6,4 l/100 km,<br />

CO2-Emissionen von 13 g bis 157 g CO2/km, Stromverbrauch gesamt von 19,9 kWh bis 23,2 kWh/100 km. Angegebene<br />

Verbrauchs- und CO2-Emissionswerte ermittelt nach WLTP.<br />

Symbolfoto


EVENTS<br />

NOWRUZ SPRING CELEBRATION<br />

Grand Nowruz Celebration at<br />

the Austrian National Library<br />

Rudolf Thaler, H.E. Bakhtiyor Ibragimov (Uzbekistan), H.E. Manizha Bakhtari (Afghanistan), H.E. Baker Fattah Hussen Hussen (Iraq). H.E. Tolendy Makeyev (Kyrgyzstan),<br />

H.E. Rovshan Sadigbayli (Azerbaijan). H.E. Aftab Khokher (Pakistan), Tanja Tauchhammer and H.E. Hemra Amannazarov (Turkmenistan)<br />

24<br />

The folk music group “Akzharma” and the dance group “Zhorga”<br />

from Kazakhstan<br />

<strong>SOCIETY</strong> publisher Gertrud Tauchhammer, represented<br />

by Editor-in-Chief Tanja Tauchhammer, invited to the traditional<br />

Nowruz Celebration at the Camineum of the Austrian<br />

National Library. Together with the Embassies of<br />

Afghanistan with H.E. Manizha Bakhtari, Azerbaijan with<br />

H.E. Rovshan Sadigbayli and Director of the Azerbaijani<br />

Cultural Center, Leyla Gasimova, Iran with H.E. Abbas<br />

Bagherpour Ardekani, Iraq with H.E. Baker Fattah Hussen<br />

Hussen, Kazakhstan with H.E. Mukhtar Tileuberdi, Kyrgyzstan<br />

with H.E. Tolendy Makeyev, Pakistan with H.E.<br />

Aftab Ahmad Khokher, Tajikistan with H.E. Idibek Kalandar,<br />

Turkmenistan with H.E. Hemra Amannazarov and<br />

Uzbekistan with H.E. Bakhtiyor Ibragimov – and in presence<br />

of the Deputy Chief of Protocol of the Austrian Foreign<br />

Ministry, Christoph Meyenburg – <strong>SOCIETY</strong> celebrated<br />

the holiday that signifies spring, the rebirth of nature, the<br />

beginning of agricultural and horticultural work and vernal<br />

equinox. The moderator of the evening, former Austrian<br />

Trade Delegate Rudolf Thaler led through the colourful<br />

evening which was crowned by the impressive<br />

music performances of artists from Iraq (drum and oboe)<br />

– who broke the ice and animated people to dance -,<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Karakan/Pobaschnig<br />

Rudolf Thaler, H.E. Bakhtiyor Ibragimov, H.E. Abbas Bagherpour,<br />

Tanja Tauchhammer, H.E.Manizha Bakhtari, Leyla Gazimova,<br />

H.E. Rovshan Sadigbayli, H.E. Tolendy Makeyev, H.E. Aftab Khokher,<br />

H.E. Idibek Kalandar, and H.E. Hemra Amannazarov<br />

Leyla Gasimova,<br />

Rudolf Thaler and<br />

Tanja Tauchhammer,<br />

surrounded by the<br />

musicians from<br />

Azerbaijan<br />

The Nowruz table<br />

of Iran with Javad<br />

Rahimzadeh<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Jan Kortis and Nikolai De Arnoldi<br />

H.E. Baker Fattah Hussen with spouse, Mustafa Ramazan<br />

and his Embassy team<br />

Sigurd Pacher with spouse and company<br />

Rudolf Thaler, Tanja Tauchhammer and<br />

Christoph Meyenburg (BMEIA)<br />

Klaus Wölfer with Chiara Reichl<br />

Berdimyrat Sahetmyradov, Shohrat Durdygylyjov, H.E. Hemra<br />

Amannazarov and Shukurgeldi Myradov (Turkmenistan)<br />

25<br />

Waltraud Lenzhofer<br />

Shukhrona Shukurova, Manizha Shukurova, Munira Chudoba,<br />

Takhmina Nazarova, Manizha Ismatova and Khursheda Nasimova<br />

(Tajikistan)<br />

Kamran Kiaei and Nariman Hojati represented<br />

Iran with their musical performance<br />

Harvey Dzodin with Rudolf Doppelbauer<br />

H.E. Tolendy Makeyev and spouse, surrounded by the Embassy team,<br />

Christine Muttonen and H.E. Bakyt Dzhusupov (OSCE)<br />

Mamur Rasulov, H.E. Bakthiyor Ibragimov and<br />

Murodilla Rikhsiboev (Uzbekistan)<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


EVENTS<br />

NOWRUZ SPRING CELEBRATION<br />

Harald and Talieh Wögerbauer with<br />

Martina and Werner Fasslabend<br />

The Afghan musicians Janangha<br />

Zamani and Bahram Ajezyar<br />

H.E. Juan Carlos Ojeda Viglione (Uruguay, far right)<br />

with guests<br />

Eva Kukuruz-Mittermann enjoying the<br />

delicacies at the buffet<br />

26<br />

The traditional music<br />

group from Iraq<br />

performed “Baba Ogul<br />

Davul Zurna”<br />

Afghanistan with beautiful melodies interpreted by Janagha<br />

Zamani (sitar) and Bahram Ajezyar (tabla), Iran who<br />

performed an enchanting song, followed by the wonderful<br />

Kazakh folk music group “Akzharma” and dance group<br />

“Zhorga” who gracefully performed together. Last but<br />

not least, the musicians from Azerbaijan, Mənsum İbrahimov<br />

(Vocal), Sədəf Budaqova (Vocal), Elçin Həşimov (Tar),<br />

Elnur Əhmədov (Kamança) and Kamran Kərimov (Nağara),<br />

impressed with their musical skills, as did the soloists of<br />

the Azerbaijan State Dance Ensemble.<br />

Another highlight of the evening were the beautifully<br />

decorated tables of the participating Embassies, showcasing<br />

traditional handicraft and giving an impression of<br />

the respective country’s Nowruz tradition as well as the<br />

delicious food provided by the Diplomatic Missions.<br />

The Kazakh dance group “Zhorga”<br />

Leyla Gasimova, Güler Azizova and Elgün Niftali surrounded<br />

by the soloists of the Azerbaijan State Dance Ensemble<br />

Adilet Kokonov, H.E. Tolendy Makeyev, Meerim Attokur Kyzy<br />

and Burugul Sultanova<br />

H.E. Ahmad Aftab Khokher with his spouse<br />

Afshan Aftab in front of the table of Pakistan<br />

Isabella Neri, Masiha Akrami, H.E. Manizha Bakthari,<br />

Mahboobullah Afkhami and Tareq Khoshiwal at the table of Afghanistan<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Karakan/Pobaschnig<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


„Ich bin für Sie da —<br />

vom Einkauf bis zum<br />

perfekten, angerichteten<br />

Teller“<br />

JÜRGEN LENGAUER<br />

Executive Chef Grand Hotel Wien<br />

„RENT A CHEF“<br />

Kochkunst ohne Küchenchaos*<br />

Gehobene Gastronomie für<br />

besondere Anlässe — ich bringe<br />

Gerichte auf 2-Hauben-Niveau<br />

in Ihr Zuhause.<br />

Egal ob ein romantisches Dinner<br />

zu zweit, ein besonderer Abend mit<br />

Freunden oder ein Businessdinner,<br />

mit mir als Ihren Private Chef,<br />

ist ein außerge wöhnlicher<br />

kulinarischer Abend garantiert, der<br />

noch lange in Erinnerung<br />

bleiben wird.<br />

Anfragen bitte an<br />

Angelina Becker<br />

E-Mail: abecker@jjwhotels.com<br />

Tel: +43 676 / 424 5798<br />

*„Rent-a-Chef“-Events ab €500,—<br />

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Auch als<br />

Gutschein<br />

erhältlich<br />

s<br />

Jürgen Lengauer fotografiert von Milan Istvan<br />

Gestaltung: since-1973.com


EVENTS<br />

AMBASSADOR'S LUNCH<br />

Exclusive Ambassador’s<br />

Lunch at The Ritz-Carlton<br />

H.E. Nelson Tabajara de Oliveira (Brazil) with Tanja<br />

Tauchhammer and Christoph Meyenburg (BMEIA)<br />

H.E. Jozef Polakovic and spouse Petra (Slovakia) with Klaus Wölfer (ret.<br />

Ambassador) and H.E. Danka Savic (Bosnia and Herzegovina)<br />

Christoph Meyenburg with<br />

Regina Wiala-Zimm (Stadt Wien)<br />

28<br />

H.E. Jean Graff (Luxembourg) with Julia Alvaro<br />

and Stefanie Pirolt (The Ritz-Carlton, Vienna) and<br />

Christoph Meyenburg<br />

H.E. Damos Agusman (Indonesia) with<br />

H.E. Salahaldin Abdalshafi (Palestine)<br />

Tanja Tauchhammer, Christoph Meyenburg (BMEIA)<br />

and H.E. Ketevan Tsikhelashvili (Georgia)<br />

<strong>SOCIETY</strong> publisher Gertrud Tauchhammer – represented by Editor-in-Chief<br />

Tanja Tauchhammer – together with Jürgen Ammerstorfer,<br />

General Manager of The Ritz-Carlton, Vienna invited to<br />

an exclusive Ambassador’s Lunch at the stylish Pastamara Bar<br />

con Cucina of The Ritz-Carlton, Vienna, where the Ambassadors<br />

from Bosnia & Herzegovina (H.E. Danka Savic, multilateral), Brazil<br />

(H.E. Nelson Antonio Tabajara de Oliveira), Georgia (H.E. Ketevan<br />

Tsikhelashvili), Indonesia (H.E. Damos Dumoli Agusman),<br />

Kyrgyzstan (H.E. Tolendy Makeyev), Lithuania (H.E. Vaidota Verbas,<br />

multilateral), Palestine (H.E. Salah Abdalshafi), Panama (H.E.<br />

Darío Ernesto Chirú Ochoa), Slovakia (H.E. Jozef Polakovic), Sweden<br />

(H.E. Annika Markovic), Turkmenistan (H.E. Hemra Amannazarov)<br />

and Uzbekistan (H.E. Bakhtiyor Ibragimov) as well as special<br />

guest, Deputy Chief of Protocol of the Austrian Foreign Ministry,<br />

Christoph Meyenburg, former Ambassadors Detlev Rünger and<br />

Klaus Wölfer and former Trade Delegate Rudolf Thaler embarked<br />

on a journey to Italy with delicious Sicilian dishes created by one<br />

of Sicily’s most loved chefs, Ciccio Sultano.<br />

Chef de Cuisine of Pastamara<br />

explained the exclusive menu<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


EVENTS<br />

AMBASSADOR'S LUNCH<br />

H.E. Hemra Amannazarov (Turkmenistan), H.E. Damos Agusman (Indonesia), Tanja Tauchhammer, Klaus Wölfer, Detlev Rünger, H.E. Danka Savic (Bosnia and<br />

Herzegovina), H.E. Tolendy Makeyev (Kyrgyzstan) and Rudolf Thaler<br />

29<br />

H.E. Bakhtiyor Ibragimov (Uzbekistan), Julia<br />

Alvaro and H.E. Salahaldin Abdalshafi (Palestine)<br />

Francesco Milicia and Davide Palmisano<br />

Rudolf Thaler with H.E. Jozef Polakovic and spouse Petra<br />

Pastamara-Bar con Cucina, located in The Ritz-Carlton, Vienna is an exciting new angle of Sicily in the heart of Vienna. It offers<br />

outstanding Sicilian cuisine — reimagined, modern and of highest quality — pastamara.com<br />

Sarah Heftberger with<br />

H.E. Dario Chiru Ochoa (Panama)<br />

The team of Pastamara Bar con Cucina Christina Reisenbauer,<br />

Francesco Milicia and Thomas Pendarovski with Tanja Tauchhammer<br />

H.E. Hemra Ammanazarov and Detlev Rünger<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


EVENTS<br />

AFTERNOON TEA<br />

Afternoon Tea<br />

with Ambassador’s<br />

Assistants &<br />

Press Officers<br />

Sibylle Sternath, Tanja Tauchhammer, Boglarka Kekeli Meszaros,<br />

Ana Maria Montesinos Jiménez, Reeta Pez and Rocelyn Kielnhofer<br />

British delicacies were prepared by<br />

Hotel Bristol<br />

Pablo Haded Gerez and Sofia Gandini<br />

Graciete Cabral was browsing<br />

through the latest <strong>SOCIETY</strong> issue<br />

Sigrid Grassmugg, Rocelyn Kielnhofer, Tanja Todosijevic,<br />

Renee MacEwen and Reeta Pez<br />

Gertrud Tauchhammer, Publisher of <strong>SOCIETY</strong> Magazine,<br />

represented by Tanja Tauchhammer, Editor-in-Chief,<br />

invited the Assistants to the Ambassadors and the<br />

Press Officers to an "Afterwork Tea Time" with typical<br />

sweet and salty delicacies and a variety of special teas<br />

at Salon Burggarten of Hotel Bristol, a Luxury Collection<br />

Hotel, Vienna. Assistants and Press Officers from<br />

numerous Embassies enjoyed the beautiful setting and<br />

the delicious sweets and used the chance to connect<br />

and get to know their international colleagues.<br />

The Assistants to the Ambassadors<br />

and the Press Officers enjoyed the<br />

Afternoon Tea<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Sora<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


The Assistants to the Ambassadors and the Press Officers had a wonderful time<br />

31<br />

Yolanta Bravo da Costa and Graciete Cabral<br />

Fabienne Moser, Helene Taucher, Paulina Lewitsch and<br />

Shokhrukh Sharipov<br />

Rocelyn Kielnhofer and Reeta Pez<br />

Sarah Heftberger and Tanja Tauchhammer<br />

Helena Aunon, Ana Sanchez Castilla and Nana Magkou<br />

Sofia Gandini, Tanja Tauchhammer an Pablo Haded Gerez<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


KOMMENTAR<br />

<strong>SOCIETY</strong> AKTUELL<br />

Indiens Sprung<br />

in die Zukunft<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Gastautor Kurt Seinitz schreibt über bedeutende Umwälz ungen<br />

und Entwicklungen in der größten Demokratie der Welt.<br />

32<br />

Im Vorjahr war Indien als vierte Nation<br />

auf dem Mond gelandet und hatte ein<br />

unbemanntes Erkundungsmobil auf<br />

den Erdtrabanten abgesetzt. Eine kürzliche<br />

Umfrage im Bekanntenkreis ergab<br />

jedoch, dass erstaunlich Wenige von<br />

dem Ereignis wussten. Warum? Indien<br />

ist nicht gerade ein Meister im weltweiten<br />

Anpreisen seiner Leistungen. Indien<br />

ist ein Kosmos, der in sich selbst ruht.<br />

Dabei gehen in dem mit rund 1,4 Milliarden<br />

Einwohner:innen bevölkerungsreichsten<br />

Staat der Welt<br />

ungeheure Umwälzungen<br />

vor sich.<br />

Dieses große Land,<br />

das ich vor 52 Jahren<br />

das erste Mal kennengelernt<br />

habe, ist fast<br />

nicht mehr wieder zu<br />

erkennen. Damals, 1972<br />

aus China kommend,<br />

erlebte ich beide Länder<br />

so, wie man sie aus<br />

den Geschichtebüchern<br />

kannte: voll Armut und<br />

Rückständigkeit. 1980<br />

begann Chinas Sprung in<br />

die Zukunft. Indien ging<br />

erst eine Generation<br />

später der Knopf auf.<br />

Dieses Land verzeichnet<br />

heute die weltweit<br />

höchsten wirtschaftlichen<br />

Zuwachsraten.<br />

Vater des Wirtschaftswunders ist<br />

Premierminister Narenda Modi. Er hat<br />

Indien „wachgeküsst“ und versteht<br />

es mit seinem Charisma, diesen Subkontinent<br />

aus 29 Bundesstaaten, 23<br />

(Amts-)Sprachen und Dutzend Schriftsystemen,<br />

auf einen gemeinsamen Weg<br />

in die Zukunft zu bringen.<br />

Das verbindende Element ist die<br />

Religion des Hinduismus. 200 Millionen<br />

„Indien<br />

ist ein Kosmos,<br />

der in sich<br />

selbst ruht.“<br />

Einwohner sind Moslems – eine sehr<br />

große Minderheit. Das bedarf in der<br />

Politik großer Vorsicht. Kritiker werfen<br />

Modi vor, aus Indien ein „Hindustan“<br />

machen zu wollen. Die heute oppositionelle<br />

Kongresspartei war seit der<br />

Unabhängigkeit Indiens 1947 für das<br />

System der Trennung von Staat und<br />

Religion gestanden.<br />

Die Bharatiya Janata Partei (Indische<br />

Volkspartei) des Premiers betont<br />

in ihrer Politik auch nationale Elemente<br />

und spricht den<br />

nationalen Ehrgeiz an.<br />

Narenda Modi wird nicht<br />

müde, auf Indiens große<br />

Hindu-Vergangenheit<br />

hinzuweisen. Das zeigt<br />

sich allein schon in den<br />

Namensänderungen.<br />

So kehrt Modi z.B. zum<br />

alten Namen Indiens<br />

zurück: Bharat.<br />

Dieses Rückwärtsschauen<br />

ist gleichzeitig<br />

der Motor des Vorwärtsschauens:<br />

Indien – pardon:<br />

Bharat – soll wieder<br />

Weltklasse werden. Fast<br />

explosionsartig entladen<br />

sich lang aufgestaute<br />

Energien. Das sollte niemanden<br />

verwundern,<br />

denn es ist bekannt,<br />

wie tüchtig Inder:innen<br />

außerhalb von Indien sind. In Großbritannien<br />

zum Beispiel regiert ein indischer<br />

Multimillionär: Premier Rishi<br />

Sunak. Apropos Sprung in die Zukunft:<br />

Der begnadete Umgang der Inder:innen<br />

mit der digitalen Welt wird darauf<br />

zurückgeführt, dass schließlich schon<br />

das gesamte Ziffern- und Rechensystem<br />

mit der Zahl „0“ aus dem historischen<br />

indischen Raum stammt.<br />

Die Inder:innen sind stolz, dass ihr<br />

Land die größte Demokratie der Welt<br />

genannt wird. Dies erfordert in dem<br />

vielfältig strukturierten Staat einen<br />

enormen Organisationsaufwand. So<br />

dauerte der jüngste Wahlprozess sechs<br />

Wochen, damit die fast eine Milliarde<br />

Stimmbürger:innen ihr Recht wahrnehmen<br />

konnten.<br />

Die Kongress-Opposition warnt<br />

jedoch vor Demokratieabbau unter<br />

der gegenwärtigen Regierung. Premier<br />

Modi, so die Kritiker:innen, habe alle<br />

Hebel in Bewegung gesetzt, die ohnehin<br />

schwache Opposition politisch zu<br />

behindern.<br />

Indiens Aufstieg steht auch im Zeichen<br />

des Wettlaufs mit China um den<br />

ersten Platz auf dem asiatischen Kontinent.<br />

Die Regierung investiert viel in<br />

moderne Infrastruktur wie Straßen,<br />

Schnellzüge und Flughäfen.<br />

Helfen dürfte dem Personenkult um<br />

Modi, dass der Premier gerne über seinen<br />

eigenen einfachen Hintergrund<br />

spricht: Modi ist Sohn eines Teeverkäufers.<br />

„Er versteht uns einfach“, sagen<br />

die Leute. Auch wenn sie – trotz Universitätsabschluss<br />

– keinen festen Job<br />

finden, sind sie überzeugt, dass mit<br />

Modi alles möglich sei. Und: „Er hat<br />

Indien stark gemacht“.<br />

Modi nützt auch die immer größer<br />

werdende Bedeutung Indiens auf der<br />

Weltbühne. Der Westen will Indien als<br />

„demokratisches Gegengewicht“ zu<br />

China aufbauen. Modi lässt sich aber<br />

nicht so leicht einfangen. Im Rahmen<br />

der zum globalen Süden erweiterten<br />

BRICS-Staaten gibt er gern den Anti-<br />

Kolonialisten und Vorkämpfer gegen<br />

die Entrechteten der Welt.<br />

Trotz überbordenden Ehrgeizes hat<br />

das Wirtschaftswunderland aber noch<br />

eine lange Aufholjagd vor sich...<br />

Foto/s © privat<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


<strong>SOCIETY</strong><br />

Silke Wastler, Raphaela Vallon-Sattler, Christine Ljuhar, Renate Rohracher, Davul Ljuhar, Barbara Lubec & Michael Zimpfer<br />

Peter Sloup, Gabriele Giehser, Camel Kopty & Thomas Bogendorfer<br />

Helene Karmasin, Monika & Manfred Wiltschnigg<br />

Martina & Werner Fasslabend, Clarissa Fürnsinn, Herbert Götz & Christian Domany<br />

Elke Pasch & Robert Werner<br />

Univ.-Prof. Dr. Michael Zimpfer, MBA, FIPP<br />

Edeltraud & Peter Fichtenbauer<br />

Einladung<br />

zu einem Abend<br />

im<br />

am Donnerstag, dem<br />

23. Mai 2024, 18:30 Uhr,<br />

Pelikangasse 3/101, A-1090 Wien<br />

Martin Schuppich & Elisabeth Grabner<br />

Es wird höflich um Antwort gebeten bis 29. April 2024<br />

E-Mail: office@zimpfer.at | Tel.: +43 1 997 28 30 | Fax: +43 1 997 28 30 99<br />

Fotos © Andreas Tischler<br />

Talieh Wögerbauer, Michael Zimpfer & Sonja Klima Der. Gastgeber, Sophie Karmasin & Gerhard Schaller Georg Wieselthaler, Andreas Hart & Leo Stollwitzer<br />

GESUNDHEIT 33


<strong>SOCIETY</strong><br />

Breaking the Mold:<br />

Conceptional Blockbusting<br />

at the Vienna Medical Center<br />

Prof. Dr. MICHAEL ZIMPFER, MBA, FIPP<br />

Goals and new Developments<br />

Effective medical interface management<br />

A unique, strictly goal directed and<br />

close interdisciplinary approach, with<br />

frequent 360 degree evaluations, of<br />

the medical disciplines anaesthesiology,<br />

critical care, pain management<br />

and neurosurgery is yielding remarkable<br />

success in terms of alleviating<br />

pain, shortening recovery periods and<br />

avoiding hospitalization.<br />

The direction of impact focuses on<br />

three main topics:<br />

Minimally invasive pain therapy, i.e.,<br />

without open surgery to treat<br />

catheter lysis, radiofrequency ablations,<br />

cryo-analgesia and spinal cord<br />

stimulation, a kind of biological interfering<br />

transmitter.<br />

Joint arthrosis, predominately the<br />

knee, the hip, shoulder and, fortunately<br />

less frequent, the ancle joint.<br />

One of the authors of this article (MZ)<br />

has personally witnessed the fascinating<br />

development of endoprosthetic<br />

joint replacement due to arthrosis, as<br />

well as with the etiology of trauma, finally<br />

tumor prostheses. However, all<br />

of these are associated with more or<br />

less traumatic surgery, require at least<br />

short periods of hospitalization, also<br />

not all patients are completely satisfied<br />

with the outcome.<br />

(1) Disorders of the spine, mainly the<br />

lumbar portion causing lumbago and/<br />

or sciatica and the cervical spine eliciting<br />

pain in the neck, head shoulders<br />

and arms, all together being often associated<br />

with feelings of numbness or<br />

weakness.<br />

(2) Headache with the most feared<br />

subtypes including tri geminal neuralgia<br />

and cluster headache.<br />

Important new treatment modalities<br />

in this respect include ultrasoundor<br />

X-ray-assisted nerve root blocks,<br />

Dr. Stefan Grossauer, MBA<br />

So, focusing on different scenarios<br />

among various age groups, it seems to<br />

be worthwhile to think about alternatives,<br />

i.e., adhere to the preservation of<br />

the patients own but diseased joints.<br />

In this connection, also remarkable<br />

developments have been achieved by<br />

the so-called regenerative medicine:<br />

This includes harvesting bone marrow<br />

to achieve mesenchymal stem cells,<br />

also employing various autologous<br />

blood products, such as activated<br />

platelets, autologous conditioned serum,<br />

or autologous platelet concentrate.<br />

At first, altogether, this led to a<br />

Foto/s © privat, Marcel Lehmann<br />

GESUNDHEIT 34


<strong>SOCIETY</strong><br />

drastic the reduction in cortisone consumption.<br />

This is very important because<br />

of the well-known side effects<br />

of cortisone including osteoporosis,<br />

increasing blood sugar levels as well<br />

as a damage to cartilage and tendons.<br />

Minimally invasive, navigation aided<br />

spine surgery:<br />

Finally, again let’s focus on back- and<br />

cervical pain. As mentioned earlier, in<br />

this field, although minimally invasive<br />

therapies, i.e., without cutting the patient<br />

open, are often sufficient, it still<br />

becomes necessary to perform open,<br />

decompressive and / or stabilizing<br />

procedures. – Particularly also in this<br />

situation, with the background of respective<br />

goal setting, it became very<br />

clear that also these respective surgeries<br />

– and this is a true art – have<br />

to be kept as minimally invasive as<br />

possible. More clearly, with regards to<br />

removal of herniated discs and bony<br />

decompressions, we are now talking of<br />

wound diameters in the size of 5 mm,<br />

i.e., buttonhole size. As to be expected,<br />

the following clear-cut advantages<br />

have been proven so far: Less trauma,<br />

less pain, and much less risk of scarring<br />

with recurrent nerve compression.<br />

These surgeries are outpatient-based,<br />

so with no need of hospitalization as<br />

well as distinctly shortened recovery.<br />

The picture above illustrates our<br />

state-of-the-art set-up for full-endoscopic<br />

spinal surgery. The spinal endoscope<br />

(E) is advanced through a<br />

small metal tube (working sleave D)<br />

into the spine at the exact location of<br />

nerve compression (G). The technology<br />

of the endoscopic tower (C) enables<br />

the surgeon to get a crisp high<br />

magnification picture of the surgical<br />

site within the spine on a 4k monitor.<br />

Small instruments, such as forceps<br />

(F), are introduced through the endoscope<br />

to remove small portions of<br />

soft tissue and bone which compress<br />

spinal nerves. As the first institution in<br />

Austria, we also employ a cutting-edge<br />

electromagnetic navigation unit (B).<br />

This allows us to further minimize the<br />

tissue trauma during and the risks of<br />

surgery, as well as operating time. It<br />

further reduces the exposure to x-rays<br />

for our patients and our surgical staff<br />

and ultimately improves the wellbeing<br />

of our patients.<br />

Prof. Dr. Michael Zimpfer, MBA, FIPP, founder & head<br />

About the authors<br />

Dr. Stefan Grossauer, MBA, website:<br />

www.neurochirurgen-wien.com, is<br />

an attending neurosurgeon at the<br />

Department of Neurosurgery at the<br />

Medical University of Vienna and head<br />

of the Spinal Research Unit there.<br />

In his 20-year career as a neurosurgeon,<br />

he has performed thousands of<br />

microsurgical operations on the spine<br />

and the brain and held leading positions<br />

at major neurosurgical centers<br />

in Germany, Austria, and the United<br />

States of America. He is providing minimally<br />

invasive treatments for all kinds<br />

of spinal conditions.<br />

Prof. Dr. Michael Zimpfer, MBA (University<br />

of Chicago), FIPP, chairman<br />

emeritus, department of anaesthesia,<br />

general intensive care and pain control,<br />

Medical University of Vienna, Vienna<br />

General Hospital (Allgemeines Krankenhaus<br />

der Stadt Wien), website:<br />

www.zimpfer.at<br />

Based on his knowledge and skills of<br />

pain medicine as well as on the condition<br />

of examination, he has been<br />

awarded to become a fellow of interventional<br />

pain practice, world institute<br />

of pain.<br />

Dr. Zimpfer is the founder, owner and<br />

head of the Vienna Medical Center –<br />

Zentrum für Medizin und Gesundheit,<br />

located in the<br />

Pelikangasse 3/101<br />

1090 Vienna<br />

Austria<br />

Phone: +43 1 997 28 30<br />

Fax: +43 1 997 28 30 99<br />

eMail: office@zmed.at<br />

For further information please visit our<br />

Websites:<br />

www.zmed.at<br />

www.zimpfer.at<br />

www.neurochirurgen-wien.com<br />

GESUNDHEIT 35


ATIL<br />

KUTOGLU<br />

Designer to the Stars<br />

From top left;<br />

Model in Kutoglu fall-winter ‘25 collection,<br />

Nadja Bernhard, Patricia Aulitzky,<br />

Atil Kutoglu with Katharina Nehammer,<br />

all wearing Kutoglu designs.<br />

Atil Kutoglu, the Vienna based Austro-Turkish fashion designer has a busy<br />

season behind. Kutoglu dressed, Austrian Chancellor Karl Nehammer’s<br />

wife, First Lady Katharina Nehammer for the Philharmonikerball and the<br />

Viennese Opera Ball. They also organized charity fashion shows together<br />

to benefit the Austrian Red Cross. Atil Kutoglu is running 2 fashion houses,<br />

one in Vienna and the other in Istanbul. After graduating from the German<br />

Highschool in Istanbul, he came to Vienna for studying at the university and<br />

started his international career here. He showed his collections regularly<br />

with fashion shows at the New York fashion week and in Paris. Kutoglu‘s<br />

list of prominent clients include Naomi Campbell, Catherine Zeta-Jones, as<br />

well as renowned Austrian actresses Patricia Aulitzky, Nicole Beutler, ORF<br />

anchorwoman Nadja Bernhard and Princess Lila von Schwarzenberg etc.


Ein neuer Stern<br />

am Himmel des<br />

Gesundheitstourismus<br />

LIFE & STYLE<br />

HOTEL<br />

Im idyllischen Sárvár, unweit der österreichischen Grenze, erstrahlt ein neuer<br />

Leuchtturm des Gesundheitstourismus: Melea — The Health Concept.<br />

I<br />

n absoluter Ruhelage an einem der<br />

malerischen sieben Seen bietet dieses<br />

exklusive Medical Spa erstklassigen<br />

5-Sterne-Superior-Komfort. Mit<br />

83 luxuriösen Suiten und Zimmern,<br />

die alle über einen Balkon verfügen,<br />

und einem prächtigen Garten von rund<br />

32.000 Quadratmetern, ist Melea eine<br />

Oase der Erholung und Gesundheit.<br />

Ein ganzheitlicher Ansatz<br />

zur Gesundheit<br />

Melea – The Health Concept ist mehr<br />

als nur ein Spa. Es ist ein sorgfältig<br />

konzipiertes Gesundheitszentrum,<br />

das sich der Prävention, der Förderung<br />

einer lebenslangen optimalen Aktivität<br />

(LLOA - Life Long Optimal Activity)<br />

sowie der inneren und äußeren Schönheit<br />

verschrieben hat. Die Reise jedes<br />

Gastes beginnt mit einem umfassenden<br />

Fragebogen, der direkt an die<br />

erfahrenen Ärztinnen weitergeleitet<br />

wird. Ein detaillierter Labortest, grundlegende<br />

Untersuchungen durch die<br />

Krankenschwestern sowie individuelle<br />

Konsultationen bei den Fachärztinnen,<br />

Physiotherapeutinnen, Diätologinnen,<br />

Personal Trainerinnen und hochqualifizierten<br />

Kosmetikerinnen bilden die<br />

Grundlage für ein maßgeschneidertes<br />

Programm.<br />

täten wie Atemtherapien, Pilates, Yoga,<br />

Vorträge über gesunde Ernährung,<br />

Homöopathie, Traditionelle Chinesische<br />

Medizin, Mindfulness-Gruppen<br />

und Kochkurse ergänzen das Angebot.<br />

Alle Mahlzeiten werden frisch zubereitet<br />

und basieren auf den individuellen<br />

Ernährungsplänen der Gäste, sei es<br />

vegan, vegetarisch, glutenfrei oder laktoseintolerant.<br />

Schönheit und Wohlbefinden<br />

„Tue Deinem Körper<br />

Gutes, damit Deine<br />

Seele Lust bekommt,<br />

darin zu wohnen.“<br />

Das Secret Spa bietet eine exquisite<br />

Pool- und Saunalandschaft und einen<br />

großzügigen Garten. Die bestens ausgebildeten<br />

Kosmetikerinnen verwöhnen<br />

die Gäste mit individuellen Schönheitsbehandlungen<br />

auf höchstem<br />

Niveau, basierend auf den erfolgten<br />

Konsultationen. Dabei verwenden sie<br />

ausschließlich erstklassige Produkte<br />

von Biologique Recherche, Alqvimia<br />

und Seed to Skin.<br />

Exklusivität und Entspannung<br />

Melea – The Health Concept steht ausschließlich<br />

Gästen zur Verfügung, die<br />

mindestens einen Aufenthalt von vier<br />

Nächten gebucht haben, was eine tiefgehende<br />

und nachhaltige Erholung<br />

ermöglicht. Gönnen Sie sich eine wohlverdiente<br />

Auszeit – hier stehen Ihre<br />

Gesundheit und Ihr Wohlbefinden an<br />

erster Stelle.<br />

Entdecken Sie attraktive Angebote<br />

wie das „Kennenlernangebot“ für vier<br />

Nächte ab € 2.200 pro Person inklusive<br />

voller Verpflegung, der Melea Gesundheitsreise,<br />

dem täglichen Aktivitätenprogramm<br />

und natürlich der Nutzung<br />

des Secret Spas. Weitere Informationen<br />

finden Sie auf der Website www.<br />

melea.hu oder via E-Mail unter reservation@melea.hu.<br />

Wie Teresa von Avila schon im 16.<br />

Jahrhundert sagte: „Tue Deinem Körper<br />

Gutes, damit Deine Seele Lust<br />

bekommt, darin zu wohnen.“<br />

Kontakt<br />

Melea – The Health Concept<br />

Rákóczi Ferenc u. 28, H – 9600 Sárvár<br />

+36 30 109 9964<br />

melea.hu<br />

37<br />

Foto/s © Melea – The Health Concept<br />

Individuell angepasste<br />

Gesundheitsprogramme<br />

Basierend auf diesen gründlichen<br />

Analysen wird für jeden<br />

Gast ein maßgeschneidertes<br />

Gesundheitsprogramm<br />

erstellt, das auf die individuellen<br />

Bedürfnisse abgestimmt<br />

ist. Täglich wechselnde Aktivi­<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


LIFE & STYLE<br />

TESTFAHRT<br />

Die grüne Mamba<br />

vor der tschechischen<br />

Botschaft<br />

Das majestätische Gebäude der tschechischen Botschaft in Wien war die Kulisse<br />

der Testfahrt von Botschafter S.E. Jiří Šitler, der die Gelegenheit nutzte, den neuen<br />

Škoda Enyaq Coupé RS Probe zu fahren.<br />

38<br />

iese Testfahrt beweist nicht nur die<br />

D fortschrittliche Technologie und<br />

das Design des Fahrzeugs, sondern<br />

auch die enge Verbindung zwischen<br />

Tschechien und Österreich.<br />

Fahrgefühl und Innovation<br />

Botschafter Šitler zeigte sich beeindruckt<br />

von der Fahrdynamik und dem<br />

Kontakt<br />

Philip Miletic<br />

Verkauf Škoda / Diplomatic Sales<br />

Porsche Inter Auto GmbH & Co KG<br />

Verbund Porsche Wien<br />

ZNL Porsche Wien Donaustadt<br />

Hirschstettner Straße 38, A-1220 Wien<br />

T: +43 505 91116 252<br />

E: Philip.Miletic@porsche.co.at<br />

porschewien.at<br />

S.E. Jiří Šitler, Gertrud Tauchhammer und<br />

Michael Habel mit dem Škoda Enyaq Coupé RS<br />

Komfort des Škoda Enyaq Coupé RS.<br />

Das Fahrzeug kombiniert sportliche<br />

Leistung mit nachhaltiger Effizienz,<br />

was es zu einer idealen Wahl für<br />

umweltbewusste Fahrer macht. Die<br />

Automatik sorgt für ein reibungsloses<br />

Fahrerlebnis, während die beeindruckende<br />

Leistung von 340PS / 250kW<br />

durch 2 E-Motoren ein dynamisches<br />

Fahrverhalten ermöglicht. Eine<br />

Reichweite ist "kombiniert" bis zu<br />

547 km und innerorts bis zu 675<br />

km möglich.<br />

Die auffällige Mamba-Grüne<br />

Lackierung des Fahrzeugs sticht<br />

sofort ins Auge und unterstreicht<br />

den innovativen und modernen<br />

Charakter des Škoda Enyaq<br />

Coupé RS. S.E. Šitler betonte die<br />

Bedeutung solcher technologischen<br />

Fortschritte für die Zukunft<br />

der Automobilindustrie und lobte<br />

Škoda für ihre Vorreiterrolle im Bereich<br />

der Elektromobilität.<br />

Symbol der tschechischen<br />

Ingenieurskunst<br />

Das Testfahren des Škoda Enyaq Coupé<br />

RS durch Botschafter Šitler vor der<br />

tschechischen Botschaft in Wien symbolisiert<br />

nicht nur die Fortschritte der<br />

Elektromobilität, sondern auch die<br />

Stärke der tschechischen Ingenieurskunst.<br />

Škoda hat es geschafft, ein Fahrzeug<br />

zu entwickeln, das sowohl leistungsstark<br />

als auch umweltfreundlich<br />

ist – eine Kombination, die in der heutigen<br />

Zeit von entscheidender Bedeutung<br />

ist. Die Fortschritte in der Entwicklung<br />

haben den Elektroantrieb, der bis vor<br />

Kurzem noch als futuristisch galt, alltagstauglich<br />

gemacht. Die Batterie des<br />

Škoda Enyaq Coupé RS ist unter dem<br />

Fahrzeugboden untergebracht und<br />

sorgt so für einen niedrigeren Schwerpunkt<br />

und eine höhere Sitzposition, die<br />

dem Fahrer einen perfekten Überblick<br />

bietet. Zwei Elektromotoren – einer an<br />

jeder Achse – sorgen für Allradantrieb<br />

und verleihen dem Škoda Enyaq Coupé<br />

RS eine Leistung von bis zu 250kW.<br />

Fazit<br />

Die Testfahrt von Botschafter Jiří Šitler<br />

mit dem Škoda Enyaq Coupé RS<br />

war mehr als nur eine Demonstration<br />

von Fahrzeugtechnik. Sie war ein Symbol<br />

für die Zukunft der Mobilität und<br />

die fortwährende Innovationskraft der<br />

tschechischen Automobilindustrie. Mit<br />

beeindruckenden technischen Daten<br />

und einem überzeugenden Fahrerlebnis<br />

setzt der Škoda Enyaq Coupé RS<br />

neue Standards und zeigt, dass nachhaltige<br />

Mobilität und sportliche Leistung<br />

Hand in Hand gehen können.<br />

Foto/s © <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig, Porsche Inter Auto<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Superb, Kodiaq, Octavia.<br />

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POLITIK<br />

INTERVIEW<br />

„Donauraum als<br />

Sicherheits- und<br />

Wohlstandsregion<br />

stärken“<br />

<strong>SOCIETY</strong> hat mit Botschafter Nikolaus Marschik, Generalsekretär für auswärtige<br />

Angelegenheiten im Bundesministerium für europäische und internationale<br />

Angelegenheiten, über die Geschichte, Bedeutung und den österreichischen<br />

Vorsitz der EU-Strategie für den Donauraum (EUSDR) gesprochen.<br />

Die EU-Strategie für den Donauraum wurde<br />

2011 auf Initiative von Österreich und Rumänien<br />

gegründet. Seit November 2023 (und noch bis<br />

Dezember 2024) hat Österreich den Vorsitz<br />

der EUSDR inne. Können Sie uns zu Beginn kurz<br />

erklären, worum es sich bei der EUSDR überhaupt<br />

handelt?<br />

Wir Österreicherinnen und Österreicher haben<br />

40<br />

eine besondere Verbindung zur Donau. Denken<br />

Sie nur an den Donauwalzer von Johann Strauss,<br />

der oft als heimliche Hymne Österreichs<br />

bezeichnet wird. Wirtschaftlich<br />

ist der Donauraum eine klare<br />

Schwerpunktregion für österreichische<br />

Unternehmen. Deshalb<br />

setzen wir uns regionalpolitisch<br />

dafür ein, den Donauraum auf europäischer<br />

Ebene zu fördern. Die von<br />

Ihnen angesprochene EU-Strategie<br />

ist eine Kooperationsplattform für<br />

die Staaten der Donauregion und<br />

umfasst neun EU-Mitgliedstaaten<br />

und fünf EU-Beitrittskandidaten, also<br />

insgesamt 14 Staaten aus unserer<br />

Gertrud Tauchhammer traf S.E. Botschafter Nachbarschaft. Ziel der Strategie ist<br />

Nikolaus Marschik im BMEIA<br />

es, grenzüberschreitende Projekte<br />

insbesondere in den Bereichen Wirtschaft,<br />

Verkehr, Tourismus und Kultur zu entwickeln und<br />

umzusetzen, und den Donauraum als Sicherheitsund<br />

Wohlstandsregion zu stärken.<br />

Warum ist es aber eine EU-Strategie, insbesondere<br />

da nicht alle Mitglieder der EUSDR EU-Mitgliedstaaten<br />

sind?<br />

Die vielen Regionen der 27 EU-Mitgliedstaaten<br />

sind sehr unterschiedlich, von Inseln bis Hochgebirge,<br />

von entlegenen Orten bis Ballungszentren.<br />

Daher sollen geographische Regionen identifiziert<br />

werden, in denen teilnehmende Staaten ähnliche<br />

wirtschaftliche, soziale und ökologische Herausforderungen<br />

und Interessen haben. In der EU gibt<br />

es derzeit vier sogenannte makro-regionale Strategien:<br />

Die Ostsee, den Donauraum, die Strategie für<br />

die Adria und das Ionische Meer sowie eine Alpenraumstrategie.<br />

Österreich ist sehr aktiv an der<br />

Donauraumstrategie und am Alpenraum beteiligt.<br />

Ich habe die letzten sechs Jahre an der Ständigen<br />

Vertretung Österreichs in Brüssel gearbeitet<br />

und wenn man die Positionen der EU-Mitgliedstaaten<br />

analysiert, dann lassen sich viele Standpunkte<br />

durch die geographische Lage der Staaten<br />

erklären. Daher macht es Sinn, regionale Plattformen<br />

zu schaffen, in Rahmen derer Nachbarstaaten<br />

mit ähnlichen Interessen gezielt zusammenarbeiten.<br />

Bei der Donauraumstrategie<br />

arbeitet eine Gruppe recht heterogener Staaten<br />

zusammen, sowohl EU-Mitgliedstaaten als auch<br />

Länder, die noch ganz am Beginn ihres Beitrittsprozesses<br />

stehen. Bundesminister Alexander Schallenberg<br />

hat die Donauraumstrategie daher auch<br />

als europäisches Sprungbrett und Testlabor für die<br />

Beitrittskandidaten beschrieben. Wir bemühen uns<br />

darum, die EU-Beitrittskandidaten graduell in politische<br />

EU-Prozesse einzubinden, auch dafür eignet<br />

sich die Donauraumstrategie gut.<br />

Inwiefern beeinflusst der Krieg in der Ukraine, die<br />

ja Mitglied der EUSDR ist, die Donauregion?<br />

In unseren Analysen sehen wir, dass sich der russische<br />

Angriffskrieg gegen die Ukraine gerade auf<br />

Mitteleuropa stark ausgewirkt hat und weiterhin<br />

auswirkt. Dabei geht es um humanitäre Fragen<br />

ebenso wie Fragen von Sicherheit und Verteidigung,<br />

von Wirtschaft, Energie und Finanzen, von<br />

Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit bis zu<br />

EU-institutionellen Angelegenheiten. Die europäischen<br />

Themen haben sich dem Krieg angepasst.<br />

Wer hätte noch vor ein paar Jahren gedacht,<br />

dass Schweden und Finnland der NATO beitreten<br />

würden? Dass Europa wieder verstärkt in die<br />

Rüstungsindustrie investieren wird? Ich habe vor<br />

kurzem mit Kolleginnen und Kollegen aus Afrika<br />

gesprochen, die berichtet haben, dass sich durch<br />

den zeitweisen Ausfall des Getreideexports aus<br />

der Ukraine, als die Häfen im Schwarzen Meer von<br />

Russland blockiert waren, die Brotpreise verteuert<br />

Foto/s @ <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


POLITIK<br />

INTERVIEW<br />

S.E. Botschafter<br />

Nikolaus Marschik<br />

EU-Strategie für<br />

den Donauraum (EUSDR)<br />

Auf Initiative von Österreich und Rumänien<br />

wurde 2011 die EU-Strategie für den Donauraum<br />

gegründet. Heute umfasst sie unter dem<br />

Slogan „Prosperity through Diversity“ 14 Mitgliedsländer<br />

(EU-Mitgliedsstaaten: Österreich,<br />

Bulgarien, Deutschland, Kroatien, Rumänien,<br />

Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn;<br />

Nicht-EU-Mitgliedsstaaten: Bosnien-Herzegowina,<br />

Montenegro, Republik Moldau, Serbien<br />

und die Ukraine) mit insgesamt rund 115 Millionen<br />

Einwohner:innen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit<br />

aller Mitgliedsländer zu stärken<br />

und durch gemeinsame Projekte voranzubringen.<br />

Inhaltlich konzentriert sich die EUSDR auf<br />

vier Themengebiete: Vernetzung des Donauraums,<br />

Umweltschutz im Donauraum, Aufbau<br />

von Wohlstand im Donauraum und Stärkung<br />

des Donauraums. Das Sekretariat (Danube<br />

Strategy Point) hat seinen Sitz in Wien bzw.<br />

Bukarest. Seit 1. November 2023 und noch bis<br />

zum 31. Dezember 2024 hat Österreich den<br />

Vorsitz der EUSDR inne.<br />

hatten und eine konkrete Gefahr für die Versorgungssicherheit<br />

im Lebensmittelbereich gegeben<br />

war. Der russische Angriffskrieg hat damit nicht<br />

nur direkte und indirekte Auswirkungen in Europa,<br />

er beeinflusst auch globale Lieferketten.<br />

Nun zum österreichischen Vorsitz<br />

– können Sie uns ein wenig<br />

über die Schwerpunkte bzw.<br />

Zielsetzungen erzählen?<br />

Der österreichische Vorsitz hat<br />

drei konkrete Zielsetzungen: Der<br />

erste Schwerpunkt ist Stabilität<br />

und Sicherheit. Der Donauraum<br />

soll als Sicherheitsregion<br />

gestärkt werden. Seit mehr als<br />

zwei Jahren haben wir wieder Krieg in Europa, in<br />

unserer Nachbarschaft in der Ukraine. Mehr als<br />

zwei Jahre, die Tod und Zerstörung über die Zivilbevölkerung<br />

gebracht<br />

haben. Deshalb unsere<br />

Forderung an Russland,<br />

den Angriffskrieg<br />

zu beenden, die Truppen<br />

abzuziehen und die<br />

Zerstörung und das Blutvergießen<br />

zu beenden.<br />

Unser zweiter Schwerpunkt<br />

liegt auf der Wirtschaft,<br />

mit dem Ziel, den<br />

Wohlstand in der Donauregion<br />

zu fördern. Unsere<br />

Schwerpunkte sind hier<br />

Wettbewerbsfähigkeit,<br />

Innovation und Fachkräfteausbildung.<br />

Der dritte<br />

Schwerpunkt ist Nachhaltigkeit,<br />

dabei geht<br />

es um die Stärkung<br />

des Fluss-Ökosystems<br />

der Donau.<br />

Issue<br />

Was ist der Mehrwert der EU-Strategie für den<br />

Donauraum für Österreich?<br />

Wie eingangs erwähnt, verbindet gerade uns Österreicherinnen<br />

und Österreicher sehr viel mit dem<br />

Donauraum. Daher ist es aus geographischer und<br />

regionaler Sicht nur folgerichtig, dass gerade wir<br />

uns aktiv dafür einsetzen,<br />

den Donauraum als Sicherheits-<br />

und Wohlstandsregion<br />

„Je stabiler der<br />

Donauraum, umso<br />

besser für uns.“<br />

N <strong>385</strong><br />

zu stärken. Je stabiler der<br />

Donauraum, umso besser<br />

für uns. Je mehr Rechtsstaatlichkeit,<br />

je näher an den<br />

hohen europäischen Standards,<br />

umso besser für uns.<br />

Wenn es um den Westbalkan<br />

geht, wird der österreichische EU-Kommissar<br />

Johannes Hahn oft mit dem Satz zitiert:`Entweder<br />

wir exportieren Stabilität, oder wir importieren Instabilität.'<br />

Dasselbe gilt für den Donauraum.<br />

Können Sie uns zum Schluss noch eine Übersicht<br />

zu den wichtigsten Aktivitäten und Veranstaltungen<br />

unter dem österreichischen Vorsitz der<br />

EU-Strategie für den Donauraum geben?<br />

Einige Höhepunkte unseres Vorsitzes haben<br />

bereits stattgefunden, daher möchte ich ein Highlight<br />

Ende Juni hervorheben: Das Treffen der<br />

Außenministerinnen und Außenminister des<br />

Donauraums auf Einladung von Bundesminister<br />

Alexander Schallenberg. Auch hier haben wir uns<br />

bemüht, die Gruppe des Donauraums mit der<br />

Gruppe der sogenannten „Friends of the Western<br />

Balkans“ sowie jenen Außenministerinnen und<br />

Außenministern des Westbalkans zusammenzubringen,<br />

die nicht Teil des Donauraums sind. Damit<br />

wollen wir unseren Einsatz für den Donauraum<br />

mit unserem regionalen Schwerpunkt im Westbalkan<br />

verbinden.<br />

41


<strong>SOCIETY</strong> AKTUELL<br />

REPORTAGE<br />

Die neuen Balkanesen<br />

und der Arbeitsmarkt<br />

42<br />

Jahrzehntelang galt der Balkan als Quelle von Arbeitskräften für Österreich,<br />

Deutschland und andere Länder der EU. Das Wort „Gastarbeiter“ hielt sogar<br />

Einzug in die Sprachen des ehemaligen Jugoslawiens. Doch diese Zeit ist vorbei.<br />

VON CHRISTIAN WEHRSCHÜTZ<br />

W<br />

er in Hotels in Zagreb absteigt,<br />

oder zum Bäcker um die Ecke<br />

geht, trifft auf Stubenmädel und Verkäuferinnen<br />

aus den Philippinen und<br />

anderen fernen Ländern. Ein Beispiel<br />

für den Mangel an heimischen<br />

Arbeitskräften ist die 6000 Einwohner<br />

zählende Stadt Buzet in Istrien. Bürgermeister<br />

Damir Kajin schildert die<br />

Lage am Arbeitsmarkt:<br />

„Wir haben in Buzet etwa 3250<br />

Arbeitsplätze; derzeit sind in der<br />

Stadt etwa 620 Ausländer beschäftigt.<br />

Die größte Ballung ausländischer<br />

Arbeitskräfte in einer Stadt in Kroatien<br />

haben wir in Buzet, weil diese wahrscheinlich<br />

eine der letzten Industriestädte<br />

in Kroatien ist.“<br />

So beschäftigt der Autozulieferer<br />

CIMOS etwa 100 Mitarbeiter aus<br />

Usbekistan; zu einem Interview war<br />

der Betrieb nicht bereit. Vermittelt hat<br />

die Arbeitskräfte die Agentur APZ, die<br />

Zlatko Zelenika vor 20 Jahren gegründet<br />

hat; damals konnte er in Slawonien,<br />

im Grenzgebiet zu Serbien, noch<br />

aus dem Vollen schöpfen. Das habe<br />

sich mit dem EU-Beitritt geändert,<br />

erläutert Zlatko Zelenika:<br />

„Die Krise mit den heimischen<br />

Arbeitskräften begann im Jahre 2013,<br />

als Kroatien der EU beitrat; da wurde<br />

diese Krise augenscheinlich, weil eine<br />

enorme Zahl an Personen, vor allem<br />

aus Slawonien, nach Westeuropa ging,<br />

besonders nach Deutschland und<br />

Irland. Da entstand die Schere zwischen<br />

der Nachfrage und dem Angebot<br />

auf dem lokalen Arbeitsmarkt.“<br />

Bürgermeister von Buzet, Damir Kajin<br />

Die istrische Stadt Buzet, nahe der slowenischen Grenze<br />

Diesen Befund bestätigen die Volkszählungen<br />

der Jahre 2011 und 2021;<br />

zählte Kroatien 2011 noch knapp<br />

4.285.000 Einwohner, so waren es 2021<br />

nur mehr 3.872.000; das ist ein Minus<br />

von 400.000 Personen. Die Auswanderung<br />

in die EU begünstigte 2013 die<br />

hohe Arbeitslosigkeit, die bei mehr<br />

als 17 Prozent lag. Die Emigration war<br />

damals trotzdem sehr hoch, obwohl<br />

nicht alle Länder sofort ihre Arbeitsmärkte<br />

für Kroaten öffneten. Andererseits<br />

war damals eine Kompensation<br />

durch Arbeitsmigranten noch leichter,<br />

weil das Land zu dem Zeitpunkt noch<br />

kein Mitglied des Schengener Vertrages<br />

war; daher konnten Arbeitskräfte<br />

sehr rasch importiert werden. Arbeitsmigration<br />

ist für Kroatien weiter eine<br />

Herausforderung; gemildert werde sie<br />

durch Zuwanderung, erläutert in Agram<br />

Dubravka Rogic Hadzalic vom Statistischen<br />

Zentralamt in Kroatien.<br />

„Was Aus- und Zuwanderung betrifft,<br />

so wies Kroatien im Jahre 2022 einen<br />

positiven Migrationssaldo auf, der<br />

11.000 Personen ausmachte. Denn die<br />

Zuwanderung lag bei 57.000 Personen,<br />

während 46.000 auswanderten;<br />

von ihnen waren 70 Prozent kroatische<br />

Staatsbürger und nur 30 Prozent Ausländer,<br />

deren Arbeitserlaubnis abgelaufen<br />

war.“<br />

Im Vorjahr erteilte Kroatien 173.000<br />

Arbeitsgenehmigungen. Die Hälfte<br />

davon entfiel auf Bürger aus dem ehemaligen<br />

Jugoslawien; 35.000 Personen<br />

kamen aus Bosnien und Herzegowina,<br />

24.000 aus Serbien und 14.000<br />

Dubravka Rogic Hadzalic vom Statistischen Zentralamt<br />

in Kroatien<br />

aus dem Kosovo. Hinzu kamen noch<br />

Arbeitskräfte aus Albanien und der<br />

Türkei. Die zweite Hälfte der Arbeitsmigranten<br />

entfiel auf Drittländer wie<br />

Nepal (24.000), Indien (15.000) gefolgt<br />

von Bangladesch und den Philippinen.<br />

Vorhanden sind natürlich auch<br />

Arbeitskräfte aus der Ukraine, die<br />

vor allem zu Beginn des Krieges nach<br />

Kroatien kamen; doch ihre Zahl ist<br />

nicht groß. Besonders gesucht sind<br />

Arbeitskräfte in der Bauwirtschaft, im<br />

Tourismus und im Handel, was meine<br />

persönlichen Erfahrungen zu Beginn<br />

des Beitrages bestätigt haben. Beachtlich<br />

ist in Kroatien aber auch die Binnenwanderung;<br />

so gibt es insbesondere<br />

in ländlichen Gebieten viele<br />

Dörfer, die leer stehen oder keinerlei<br />

Lebendgeburten mehr aufweisen.<br />

Ein Fünftel der Bevölkerung lebt in der<br />

Hauptstadt Agram, etwas mehr als die<br />

Hälfte der Menschen lebt in fünf der 21<br />

Gespanschaften.<br />

Besonders massiv ist der Rückgang<br />

der Bevölkerung in Ostslawonien<br />

wegen der schlechten Wirtschaftslage.<br />

Demographie ist aber nicht nur<br />

für Kroatien, sondern mittlerweile für<br />

die meisten Länder des ehemaligen<br />

Jugoslawiens eine Herausforderung.<br />

So arbeiten auf Baustellen in Serbien<br />

bereits Personen aus Schwarzafrika,<br />

und auch in Nordmazedonien sind in<br />

Skopje und am Ohridsee Arbeitskräfte<br />

aus Nepal zu finden.<br />

Foto/s © ORF<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


LIFE & STYLE<br />

RESTAURANT<br />

35 Jahre China an der<br />

Alten Donau<br />

Unmittelbar hinter der UNO liegt seit 1989 inmitten eines 5500 m², einzigartig<br />

großen, Chinesischen Gartens das China Restaurant Sichuan an der Alten Donau.<br />

Es war ein gemeinsames Projekt der Gemeinde Wien und der Volksrepublik China.<br />

Foto/s © China Restaurant Sichuan<br />

F<br />

ür den Umbau wurde ein gesamtes<br />

Bauteam aus der Provinz Sichuan<br />

eingeladen, um im traditionellen Architekturstil<br />

und nach den Richtlinien des<br />

Fengshui den Garten und das Gebäude<br />

zu errichten. Zwei Pavillons sowie ein<br />

Koi-Teich lassen die Gäste im Garten<br />

des China Restaurant<br />

Sichuan in eine asiatische<br />

Welt eintauchen<br />

und ihre täglichen Sorgen<br />

vergessen. Hierfür wurden<br />

jeder Stein und Ziegel<br />

in der Vorbereitung aus<br />

China nach Österreich<br />

transportiert. Der damals<br />

gepflanzte Bambus ist<br />

heute bereits ein kleiner<br />

Hain. Neben den Kois,<br />

welche Wohlstand in der<br />

chinesischen Kultur symbolisieren, können<br />

auch Schildkröten in einem zweiten<br />

Teich bewundert werden, die für langes<br />

Leben stehen. Das Interieur des Restaurants<br />

bildet eine Fusion aus klassischen<br />

chinesischen Kunstelementen<br />

und österreichischem Jugendstil. Die<br />

Backhausen-Stoffüberzüge auf der Thonet-Bestuhlung<br />

kombiniert mit chinesischen<br />

Holzschnitzereien und Kunstwerken<br />

erzeugen ein beeindruckendes<br />

Ambiente; nach dem Motto: „Klassisch<br />

ist cool“.<br />

Die Spezialisierung auf die chinesische<br />

Provinzialküche Sichuans war<br />

von Beginn an Programm. Diese ist<br />

bekannt für ihre Schärfe bzw. einer<br />

Geschmacksrichtung, die auf Chinesisch<br />

„Má-Là“ heißt und auf Deutsch<br />

mit „betäubend“ zu übersetzen wäre.<br />

Der Chili sorgt aber in den Speisen<br />

nicht für die dämpfende Wirkung, sondern<br />

das Sichuan-Pfefferkorn, auch<br />

Chunah Urban-Chao mit<br />

Sohn Tim Urban<br />

Bergpfeffer genannt. Dieses Gewürz<br />

ruft einen prickelnden Geschmack hervor<br />

und bewirkt ein Gefühl der Taubheit<br />

auf Lippe und Zunge. So wurde<br />

das China Restaurant Sichuan neben<br />

dem Donaupark für lange Zeit das<br />

erste chinesische Restaurant in Wien,<br />

welches authentische<br />

chinesische Küche<br />

anbot. Angefangen von<br />

Mao Xu Wang bis hin<br />

zu vegetarischen Speisen<br />

wie Melanzani nach<br />

Yuxiang-Art wurden<br />

die Spezialitäten von<br />

österreichischen sowie<br />

internationalen Gästen,<br />

insbesondere UNO-Mitarbeitern<br />

und chinesischen<br />

Delegationen,<br />

geschätzt. Der Kundenkreis ist heute<br />

sehr breit: Junge wie Alte, Familien mit<br />

Kindern und Geschäftsleute, Einheimische<br />

und Touristen, treffen sich gerne<br />

in dem großzügigen Ambiente.<br />

Mag. Chunah Urban-Chao übernahm<br />

das Restaurant 1998 und behielt die<br />

Küchenlinie bei. Als beeidete Gerichtsdolmetscherin<br />

wurde sie häufig von<br />

den damaligen Betreibern des Restaurants<br />

für Übersetzungen beauftragt. Als<br />

es 1998 zum Verkauf angeboten wurde,<br />

fasste sie sich ein Herz und wagte den<br />

Sprung in die Gastronomie. Als Quereinsteigerin<br />

konnte sie durch Fleiß und<br />

Liebe zu ihren Gästen Fuß fassen und<br />

leitet das China Restaurant Sichuan<br />

mittlerweile seit mehr als 25 Jahren.<br />

Unter ihrer Federführung erhielt das<br />

Restaurant zahlreiche Auszeichnungen<br />

sowohl aus Österreich als auch<br />

aus China, insbesondere aus der Provinz<br />

Sichuan. Mittlerweile führt sie das<br />

China Restaurant Sichuan gemeinsam<br />

mit ihrem Sohn Tim Urban, Inhaber des<br />

Restaurants Shanghai in der Jasomirgott-Straße<br />

im Zentrum Wiens, welches<br />

mit zwei Hauben prämiert wurde.<br />

In diesen 35 Jahren war das China<br />

Restaurant Sichuan ein maßgeblicher<br />

Faktor für die starke Fokussierung der<br />

traditionellen Sichuan-Küche in Wien.<br />

Viele Restaurants mit Spezialisierung<br />

auf die Sichuan-Küche wurden von<br />

ehemaligen Mitarbeitern von Chunah<br />

Urban-Chao in Wien gegründet. Während<br />

sie in den 90er und 00er-Jahren<br />

das einzige Restaurant für authentische<br />

chinesische Küche leitete, freut<br />

es sie nunmehr, dass diese spezifische<br />

Regio nalküche Chinas heute in Österreich<br />

sehr geschätzt wird.<br />

Empfehlenswert ist auch der<br />

Besuch an einem lauen Sommerabend.<br />

Die breitgefächerte Speisekarte mit<br />

über 150 Gerichten bietet eine beeindruckende<br />

Auswahl an kalten Vorspeisen,<br />

traditionellen Hauptgerichten<br />

und vielfältigen Dim-Sum. Zwei Extrazimmer<br />

bieten einen exklusiven Rahmen<br />

für Feiern und private Gespräche,<br />

während im Garten im einmaligen<br />

Ambiente gespeist werden kann. Den<br />

Kindern wird die Wartezeit durch die<br />

Schildkröten verkürzt; die Älteren<br />

genießen die Ruhe des Fischteiches<br />

mit den Kois, den Seerosen, der kleinen<br />

Felseninsel und dem Plätschern eines<br />

kleinen Wasserfalls.<br />

China-Sichuan-Restaurant<br />

1220 Wien,<br />

Arbeiterstrandbadstraße 122<br />

Telefon + Fax 43 1 263 37 13<br />

sichuan.at<br />

43<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


AMBASSADORS<br />

INTERVIEW<br />

“Development is the<br />

Sunshine of Vienna”<br />

<strong>SOCIETY</strong> spoke with the Ambassador and Permanent Representative of China<br />

to the UN and other International Organizations in Vienna, H.E. Li Song, about<br />

China’s contribution to the International Organizations and the status of<br />

Vienna as a multilateral platform.<br />

44<br />

“To be principled and<br />

responsible, and to seek<br />

development and<br />

cooperation, are the<br />

contributions of China.”<br />

As an experienced diplomat who has worked in all<br />

three headquarters of the United Nations (UN), New<br />

York, Geneva and Vienna, how do you feel about<br />

such a career? What contributions can China make<br />

to the UN and multilateralism under the current<br />

complex and challenging international situation?<br />

Since I began my diplomatic career in the early<br />

1990s, I have witnessed the complex changes in<br />

the international situation and international relations,<br />

as well as China’s growing participation in<br />

multilateral affairs under the UN framework over<br />

the past 30 years. I am proud to have the honor<br />

of representing China as a diplomat. It is a career<br />

worth pursuing for life.<br />

The world finds itself in a new period of turbulence<br />

and transformation. China has always<br />

believed that the overall direction of human development<br />

and progress will not change. The overall<br />

dynamics of world history moving forward amid<br />

twists and turns will not change. The overall trend<br />

toward a shared future for the international community<br />

will not change.<br />

Peace, development, and<br />

win-win cooperation have<br />

become the irresistible<br />

trend of the times.<br />

It is out of such historical<br />

self-confidence and strategic<br />

resolve that China has<br />

firmly and actively supported<br />

the cause of the UN.<br />

The authority and central<br />

role of the UN can only be further strengthened,<br />

not weakened. The purposes and principles of the<br />

UN Charter have become all the more important,<br />

not outdated.<br />

President Xi Jinping made a major call for building<br />

a community with a shared future for mankind,<br />

the Global Development Initiative (GDI), the Global<br />

Security Initiative (GSI), and the Global Civilization<br />

Initiative (GCI), which are highly in line with the<br />

purposes and objectives of the UN.<br />

This year marks the 70 th anniversary of the Five<br />

Principles of Peaceful Coexistence. These principles<br />

of mutual respect for sovereignty and territorial<br />

integrity, mutual non-aggression, mutual<br />

non-interference in each other’s internal affairs,<br />

equality and mutual benefit, and peaceful coexistence<br />

have given concrete expression to the<br />

purposes and principles of the UN Charter and<br />

become widely-recognized basic norms in international<br />

relations and basic principles in international<br />

law.<br />

China insists on holding high the banner of<br />

true multilateralism, takes the lead in upholding<br />

the international system with the UN at its<br />

core, and firmly rejects attempts to disrupt international<br />

order or trample on international rules.<br />

China promotes the realization of an equal and<br />

orderly multipolar world and universally beneficial<br />

and inclusive economic globalization. What<br />

my colleagues and I have been doing in New York,<br />

Geneva, Vienna, and around the world, is to be<br />

a defender, a promoter, and a contributor to the<br />

cause of the UN.<br />

This year marks the 45 th anniversary of the establishment<br />

and operation of the Vienna International<br />

Centre (VIC). How do you see the status of<br />

the Vienna multilateral platform?<br />

If one word can define the most prominent feature<br />

of the Vienna multilateral platform, I believe it<br />

is “development”. The Vienna multilateral agenda<br />

is closely related to the urgent aspirations of the<br />

international community, of developing countries<br />

in particular, for peace and development.<br />

The Atoms for Peace and Development motto<br />

summarizes IAEA’s mission; UNIDO has set major<br />

priorities for action, namely supporting sustainable<br />

supply chains, limiting climate breakdown, and<br />

ending hunger; UNCITRAL’s work aims at facilitating<br />

international trade and investment; the work<br />

of UNOV/UNODC is closely related to sustainable<br />

development; UNOOSA and COPUOS are playing<br />

increasingly important roles in the global governance<br />

and international cooperation of outer space<br />

activities. The International Monitoring System of<br />

the CTBT also has great potential to serve global<br />

economic and social development, especially in<br />

the Global South.<br />

Thus I have often mentioned that development is<br />

the sunshine of Vienna. The Vienna multilateral platform<br />

has the responsibility and the capacity to make<br />

development the sunshine for the Global South.<br />

I was told that you are one of the very active<br />

Permanent Representatives in Vienna. How<br />

does the Permanent Mission of China, which<br />

you lead, play its role?<br />

Vienna is an important multilateral platform for<br />

China to actively implement the three global initiatives<br />

proposed by President Xi Jinping. My team<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


ENGLISH<br />

XXXXXX XXXXX XXXXXXX<br />

H.E. Li Song<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

and I are fully committed to the role that China<br />

should play. We actively support and fully participate<br />

in all initiatives and efforts of the International<br />

Organizations related to the cause of global<br />

development. This year marks the 40 th anniversary<br />

of China’s accession to the IAEA. China<br />

attaches great importance to cooperating with<br />

the Agency, contributing worldwide to the peaceful<br />

uses of nuclear energy and promoting sustainable<br />

development. We have actively cooperated<br />

with UNIDO in promoting the UN 2030 Agenda for<br />

Sustainable Development, the GDI and the Belt<br />

and Road Initiative.<br />

As a member of the G77 and China, we have<br />

been extensively collaborating with the family of<br />

developing countries, safeguarding our common<br />

interests, and actively advocating international<br />

development cooperation. Last November, the<br />

Permanent Mission of China organized the seminar<br />

of the Group of Friends of the GDI. The event was<br />

actively supported by various International Organizations<br />

and countries of the Global South. I also<br />

maintain good working relationship with Permanent<br />

Representatives of other Permanent Members<br />

of the UN Security Council and other countries.<br />

We are all friends.<br />

In the year and a half since I arrived, the Permanent<br />

Mission of China has organized many popular<br />

events. The recent one was a reception co-hosted<br />

by UNOOSA and the Chinese Mission at the VIC on<br />

June 18, during the first UN Conference on Sustainable<br />

Lunar Activities and the 67 th COPUOS, to<br />

pay tribute to the international cooperation in the<br />

peaceful uses of outer space, exemplified by the<br />

Chang’e missions of China, and to highlight the<br />

principles and spirit of the peaceful uses of outer<br />

space. Astronauts from China, Russia, the USA<br />

and Romania participated in the event, which has<br />

become a widely praised story.<br />

To summarize, to be principled and responsible,<br />

and to seek development and cooperation, are the<br />

contributions of China.<br />

In addition to the development agenda, what<br />

other important work do you carry out in Vienna?<br />

At the IAEA, China supports the efforts of Director<br />

General Grossi and the Secretariat to ensuring<br />

the safety of the Zaporizhzhya Nuclear Power<br />

Plant. On the issue of ocean discharge of nuclear-contaminated<br />

water from Fukushima Daiichi<br />

Nuclear Power Station in Japan, China firmly advocates<br />

and actively supports the strengthening of<br />

long-term, independent, and effective international<br />

monitoring arrangements to ensure that the<br />

discharge does not cause long-term harm to the<br />

ocean environment and the health of mankind. On<br />

the AUKUS nuclear-powered submarines cooperation,<br />

China has actively advocated and promoted<br />

intergovernmental discussion process involving<br />

all IAEA Member States, to address the challenges<br />

to the international nuclear non-proliferation<br />

regime and the comprehensive safeguards<br />

system of IAEA. China advocates that all parties<br />

properly handle the above issues through dialogue<br />

and cooperation based on equality and mutual<br />

respect, and opposes politicizing the issue among<br />

Member States and forcing them to take sides.<br />

In addition to various multilateral agendas, we<br />

have organized various cultural activities in Vienna,<br />

promoting mutual understanding and exchanges<br />

among cultures and implementing the GCI. The<br />

UN Chinese Language Day at the VIC has become<br />

a window showcasing the Chinese culture and<br />

development stories every year. Last year, the UN<br />

General Assembly designated the Lunar New Year<br />

as a UN floating holiday. Recently, it adopted by<br />

consensus a resolution proposed by China declaring<br />

June 10 as the International Day for Dialogue<br />

among Civilizations. With these developments, we<br />

will have more opportunities to bring more cultural<br />

charm and spring-like warmth to the Vienna Multilateral<br />

Platform. As I said at the first Spring Festival<br />

reception at the VIC earlier this year, ‘Regardless<br />

of the ups and downs in the international environment<br />

and climate, every spring arrives on time.’<br />

45<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


AMBASSADORS<br />

BANGLADESH<br />

“We pursue a philosophy<br />

of non-enmity”<br />

H.E. Asad Alam Siam, Ambassador of Bangladesh to Austria, shares his insights<br />

into the relations between Bangladesh and Austria, explains his country’s<br />

diplomatic principle and talks about the measures Bangladesh is taking to<br />

tackle the climate crisis.<br />

Austrian-Bangladeshi bilateral relations exist<br />

since the beginning of Bangladesh’s independence<br />

in 1971 and since 2014, your country is represented<br />

by an Embassy here in Vienna. What could<br />

be the next steps in the bilateral relationship<br />

between the two countries?<br />

Austria is one of the countries that recognized<br />

Bangladesh immediately after her independence<br />

in 1971. We then opened our Embassy in Vienna<br />

in 2014, so it is still going through a development<br />

phase. Bangladesh and Austria share many values<br />

and concerns. We both believe that a rule based<br />

international order is absolutely necessary for a<br />

healthy global order. We are also concerned about<br />

46<br />

global issues like climate change, SDGs and development,<br />

poverty reduction, migration, terrorism<br />

and so on. Our Honourable Prime Minister Sheikh<br />

Hasina visited and met Austrian leadership in 2017.<br />

Just recently, our Foreign<br />

Minister also visited Austria.<br />

Now that we have physical<br />

presence in Austria, we<br />

would like to deepen our<br />

bilateral engagements. We<br />

plan to initiate and conclude<br />

some of the essential<br />

instruments that are necessary<br />

for further growth<br />

of bilateral relations i.e. in<br />

the areas of education, taxation,<br />

investment protection,<br />

trade, agriculture etc.<br />

<strong>SOCIETY</strong> publisher Gertrud Tauchhammer with<br />

The economy of Bangladesh<br />

H.E. Asad Alam Siam<br />

is growing; we had more<br />

than six percent growth for more than a decade<br />

now. It is also a very big market with quite a sizable<br />

population having a dispensable income.<br />

Moreover, the country is going through an infrastructural<br />

expansion in roads, rails, power, telecom,<br />

renewables and digitalization. There is a<br />

scope for Austrian companies for exploring these<br />

opportunities including investment in Bangladesh.<br />

On the other hand, Bangladeshi companies<br />

offer world class products in textile, garments,<br />

ceramics, electronics, pharmaceuticals,<br />

leather products, bicycles, digital products and<br />

back-office support. We are interested in establishing<br />

a regular interfacing mechanism between<br />

businesses of the two countries so that they can<br />

find out about potential cooperation. An Austrian<br />

trade office in Dhaka could be useful.<br />

However, geographical distance has induced a<br />

psychological distance between our two peoples<br />

and we need to work on that too. There should be<br />

more exchanges in art, sport, cinema, architecture<br />

or literature.<br />

Can you tell us a bit about Bangladesh’s<br />

foreign policy and the importance of multinational<br />

diplomacy?<br />

Our Father of the Nation, Bangabandhu Sheikh<br />

Mujibur Rahman, established the guiding principle<br />

of our foreign policy: ‘Friendship to all, malice<br />

towards none’. We therefore pursue a philosophy<br />

of non-enmity in our international relations.<br />

We believe that multilateralism is the only way<br />

to address the asymmetry of various country’s<br />

national interests and geopolitics. We strongly support<br />

the priority of dialogue and diplomacy, however<br />

difficult it could be, to resolve the differences or<br />

disputes among countries. The UN and other global<br />

platforms provide us with the regular opportunity<br />

to mend our differences, to appreciate each other’s<br />

constraints and concerns, and to reconcile and<br />

work for the global public good and shared values.<br />

The path of multilateralism is not easy but it is<br />

the only option we have to avoid conflict and violence.<br />

We are facing so many challenges threatening<br />

humanity and the planet: climate change, war,<br />

or poverty. Actions of one country could have serious<br />

consequences for another country elsewhere<br />

and that is why we need to negotiate a global<br />

norm we can all agree to abide by.<br />

Bangladesh is one of the countries that is<br />

hit hardest by climate change. Which measures<br />

are being taken by the government to soften<br />

the impact?<br />

Bangladesh is a front-line country to face the<br />

worst of the climate vulnerability. Unlike the discursive<br />

debates plaguing developed nations,<br />

climate change is an existential threat to Bangladesh’s<br />

168 million citizens. Rising sea levels, ferocious<br />

storms, and relentless salinization threaten<br />

to displace millions and erode food security. Yet,<br />

amidst these challenges, Bangladesh emerges as<br />

a climate warrior, forging innovative locally conceived<br />

solutions.<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


H.E. Asad Alam Siam<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

“It paints a grim<br />

picture: one in seven<br />

Bangla deshis could be<br />

displaced by climate<br />

change by 2050.”<br />

While our share of greenhouse gas emissions<br />

is minuscule compared to that of the developed<br />

nations (0.3 tons/capita as opposed to 20 tons/<br />

capita of the developed world), we rank as the<br />

seventh most climate-vulnerable country in the<br />

world in the 2021 Global Climate Risk Index report.<br />

It paints a grim picture: one in<br />

seven Bangladeshis could be<br />

displaced by climate change<br />

by 2050.<br />

Despite minimal contribution<br />

to the problem, we<br />

refuse to be a passive victim.<br />

Recognizing the urgency, the<br />

Prime Minister Sheikh Hasina’s<br />

government established<br />

the Mujib Climate Prosperity<br />

Fund, a testament to its commitment to tackle<br />

the crisis through home grown solutions and<br />

resources. We are also investing in adaptation and<br />

mitigation measures.<br />

Bangladesh is also actively transitioning towards<br />

cleaner energy sources. With two nuclear power<br />

reactors under construction and a goal of 10%<br />

nuclear and 30% renewable energy by 2041, the<br />

nation seeks to reduce dependence on fossil fuels.<br />

As a diplomat, you have lived in quite a lot different<br />

places. For you personally, what are the most<br />

interesting/special/unusual things about living<br />

and working in Austria?<br />

Every country or city offers a unique experience. A<br />

diplomat’s life is pretty nomadic, he or she comes,<br />

settles, makes friends, knows the place, ways of<br />

life, and then it is time to leave. Therefore, I guess<br />

there always remains a sense of unfulfillment or<br />

incompleteness of the place we live or work or<br />

people we meet, and that makes them part of a<br />

nostalgic bondage.<br />

Vienna is a quiet, romantic, and peaceful city.<br />

Now that summer has arrived, I will try discover as<br />

much of the city as possible. I am sure that Austria<br />

will unfold all its treasures and surprises to me<br />

and I will cherish them my whole life.<br />

Workwise, Vienna is rewarding. Our mission covers<br />

the UN offices here as well as bilateral relations<br />

with Austria, which offers us diverse opportunities.<br />

Because of the UN, we can regularly meet accomplished<br />

diplomats of other countries, exchange<br />

ideas and experience, and learn from them. This<br />

assignment therefore is very enriching for me.<br />

The national sport of Bangladesh, Kabaddi, is<br />

quite unknown here in Austria — can you tell us<br />

a bit about the origins of the game?<br />

Kabaddi, also locally known as ‘Ha-Du-Du’, is<br />

a contact team sport that requires physical<br />

strength, agility, and strategic thinking. Kabaddi<br />

holds a special place in our culture; it is deeply<br />

ingrained in the traditions and festivities of our<br />

country. It is not just a sport; it is a spectacle that<br />

captivates participants and spectators alike.<br />

Kabaddi is an ancient game in our region, which<br />

gained prominence as a sport in Bangladesh during<br />

the 20 th century. It was declared our national sport<br />

in 1972 and included in the Asian Games in 1982.<br />

Kabaddi represents the spirit and cultural heritage<br />

of the Bangladeshi people and it serves as a powerful<br />

symbol of unity and pride, bringing communities<br />

together in a shared passion for the game.<br />

In recent times, Kabaddi has evolved to attract<br />

a wider audience, with professional leagues and<br />

it is gaining significant popularity. This has fuelled<br />

the growth of women’s participation in the sport<br />

as well, with competitive female Kabaddi leagues<br />

and international tournaments.<br />

Kabaddi also plays a vital role in strengthening<br />

the social fabric of Bangladeshi communities.<br />

It fosters a sense of camaraderie and unity among<br />

players and spectators alike. The sport brings people<br />

from different walks of life together, transcending<br />

barriers of age, gender, faith and class.<br />

47<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


AMBASSADORS<br />

ITALY<br />

Connected through<br />

thousands of years<br />

of shared history<br />

<strong>SOCIETY</strong> spoke with the new Ambassador of Italy to Austria, H.E. Giovanni Pugliese,<br />

about the special relations between both countries, the “Südtirolfrage”, the dispute<br />

regarding the "Grenzpass Brenner" and the main pillars of Italy’s foreign policy.<br />

48<br />

Ambassador H.E. Giovanni<br />

Pugliese spoke with Tanja<br />

Tauchhammer<br />

On February 20, you were accredited as Ambassador<br />

of Italy to Austria. As diplomatic representative<br />

of your country – what are your goals regarding<br />

relations with Austria? How did you personally<br />

prepare for your posting here?<br />

Before coming here, I learned extensively about<br />

Austria’s history and its relations with Italy, and<br />

I tried keeping up with current news regarding<br />

the Brenner, Alto Adige/Südtirol and the political<br />

debate on home, European and International<br />

Affairs.<br />

My main goal is to continue engaging positively<br />

and constructively with our Austrian counterparts<br />

through high-level meetings, with the aim<br />

to advance the already excellent bilateral relations<br />

between our two nations. I will pursue dialogue<br />

and cooperation aimed<br />

at fostering synergies in the<br />

areas of energy, logistics and<br />

the defence industry, all crucial<br />

aspects for the security and<br />

economic prosperity of Europe<br />

as a whole.<br />

Our people are constantly<br />

communicating and exchanging<br />

views and values thanks<br />

to our proximity and I will<br />

increase these exchanges not<br />

only through tourism – Austria<br />

is one of the leading countries<br />

of origin in terms of tourist<br />

spending in Italy – but also<br />

through a concerted action on public diplomacy,<br />

in line with the instructions of the Italian Foreign<br />

Ministry. Specifically, joint cooperation with the<br />

Italian Permanent Representations to the UN and<br />

the OSCE will be crucial in keeping the Austrian<br />

and Italian communities engaged through a variety<br />

of events and meetings, touching on themes ranging<br />

from gender policies, cybersecurity, science,<br />

and food security.<br />

What is special about the relations between Italy<br />

and Austria? Does the “Südtirolfrage” still play a<br />

role for Italian-Austrian ties? There is an ongoing<br />

dispute between both countries regarding the<br />

Grenzpass Brenner. Does this burden the diplomatic<br />

relations?<br />

Relations with Austria are indeed special as they<br />

span thousands of years characterized by mutual<br />

exchanges in art, music and science, with Italian<br />

and Austrian musicians, scientists and architects<br />

disseminating their knowledge across our respective<br />

borders. Despite being enemies and fighting<br />

wars against one another for almost a century,<br />

these radical experiences have also allowed<br />

the founding fathers of our nations to build solid<br />

republican political systems as the basis for<br />

peaceful relations and pragmatic cooperation that<br />

is continuously reaffirmed by our work inside the<br />

UN and the EU. Today, Italy and Austria’s relations<br />

continue to be informed by our shared history and<br />

values, which inspire extensive collaboration in<br />

the Western Balkans and in Central Europe, especially<br />

after the Russian invasion of Ukraine.<br />

Regarding Südtirol, I personally highlight the<br />

virtuous example of cooperation, dialogue and<br />

peaceful coexistence represented by the Alto<br />

Adige model. The principles of autonomy and protection<br />

of linguistic minorities are cornerstones<br />

of our Constitution and relative laws. The implementation<br />

of these principles is a priority of our<br />

government.<br />

As far as Brenner is concerned, we strive for an<br />

agreed and sustainable solution. Unilateral bans<br />

are a clear violation of EU principles and rules, as<br />

well as a concrete obstacle to the free movement<br />

of goods and people. Our hope has always been<br />

that a flexible approach and a spirit of compromise<br />

could be adopted, in line with the principle of<br />

free movement, and on a non-discriminatory and<br />

proportional basis. However, having exhausted all<br />

possible alternative measures to achieve a shared<br />

solution, our government has decided to proceed<br />

in the meantime on an infringement procedure<br />

according to art.259 of the Treaty on the Functioning<br />

of the EU. To our view, this development will<br />

remain and – must be addressed – within its legal<br />

framework. It will not affect our excellent bilateral<br />

relations, nor our common political will to achieve,<br />

– through dialogue and consultations – a shared<br />

solution to the issue.<br />

What are the central goals/aspects of the Italian<br />

foreign policy — especially regarding neighbouring<br />

countries?<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Sora<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


AMBASSADORS<br />

ITALY<br />

H.E. Giovanni Pugliese<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Sora<br />

Italian foreign policy aims at ensuring peace and<br />

stability in the Mediterranean region and beyond<br />

by fostering cooperation with neighbouring countries<br />

in advancing common goals and securing<br />

stability in Europe. In this context, Italy fully<br />

supports Austria’s “Friends of the Western Balkans”<br />

initiative – a multilateral forum comprising<br />

Italy, Austria, Slovenia, Croatia, Slovakia, Czech<br />

Republic, and Greece with the goal to accelerate<br />

European integration and facilitate economic<br />

exchanges with countries of the Western Balkans<br />

region – by promoting an approach that is open,<br />

inclusive and based on dialogue. Moreover, cooperation<br />

on migration, terrorism and organized<br />

crime are central to our policy of engagement with<br />

neighbouring countries.<br />

Economic relations<br />

with neighbouring countries<br />

are a crucial aspect<br />

of Italian foreign policy<br />

too. Our long-standing<br />

cultural and historical<br />

ties, as well as integration<br />

in the EU Common<br />

Market allow for growing<br />

levels of economic<br />

exchanges aimed at<br />

creating opportunities<br />

abroad for Italian business as well as for attracting<br />

investments from our partners. At the same time,<br />

cooperation on energy security and decarbonisation<br />

is becoming a key driver of Italian foreign policy<br />

with neighbouring countries, in light of the joint<br />

efforts on the development of green hydrogen<br />

infrastructure following the REPowerEU initiative.<br />

Therefore, cooperation with Austria and Germany<br />

is fundamental for achieving higher levels of energy<br />

security in Europe and for taking concrete steps<br />

towards decarbonisation. In such a sense, we are<br />

working on the so called SoutH2Corridor, a dedicated<br />

hydrogen pipeline connecting North Africa,<br />

Italy, Austria, and Germany. In the field of energy,<br />

Italy’s geographic location allows it to aspire to<br />

the role of a natural energy supply hub for Europe.<br />

In addition to that, energy is also strictly related<br />

“We are working on the so<br />

called ‘SoutH2Corridor’,<br />

a dedicated hydrogen<br />

pipeline connecting<br />

North Africa, Italy,<br />

Austria, and Germany”<br />

to the “Mattei Plan”, devised by the government to<br />

invest and collaborate with African countries. The<br />

idea behind the plan is both – to encourage development<br />

in Africa and to stop migration flows. The<br />

agenda of our G7 Presidency is focused especially<br />

on migration and energy.<br />

You are working in the field of diplomacy since<br />

1988 — would you say that the diplomatic sphere<br />

changed a lot since then? Did diplomacy, in your<br />

opinion, become less important/powerful?<br />

Undoubtedly, diplomacy has evolved in response<br />

to global developments of the last 40 years,<br />

including radical changes in the international order<br />

and revolutionary technologies. The massive sharing<br />

of ideas and views<br />

worldwide has increased<br />

our interdependence<br />

with an ever-increasing<br />

number of stakeholders.<br />

In this scenario, diplomats<br />

need to be more<br />

flexible and adaptive to<br />

a decentralized network<br />

of stakeholders, ranging<br />

from transnational advocacy<br />

groups, multinational<br />

corporations and<br />

non-governmental organizations.<br />

However, despite these changes, diplomacy<br />

together with its relevant abilities (i.e. empathy,<br />

wisdom, pragmatism) remains a crucial tool for<br />

conflict resolution, crisis management, and cooperation<br />

among nations. Issues such as climate<br />

change and conflict resolution cannot be solved<br />

only through principles but they must be tackled<br />

through pragmatic dialogue, reciprocal trust<br />

and accountability. In this light, Italy is committed<br />

to a comprehensive approach to diplomacy<br />

which includes “public diplo macy” (a key tool for<br />

our external action through which Italy constantly<br />

promotes itself abroad by highlighting its excellences),<br />

and “cultural diplomacy” through which<br />

we aim to foster a deeper understanding, friendship<br />

and cooperation.<br />

49<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


AMBASSADORS<br />

MEXICO<br />

Mexico:<br />

Gate to North America<br />

Since February 2024, H.E. José Antonio Zabalgoitia Trejo is accredited as<br />

Ambassador of Mexico to Austria. In conversation with <strong>SOCIETY</strong>, he speaks<br />

about the most memorable events marking the long-lasting bilateral<br />

ties between Austria and Mexico, the US-Mexican relations and the pillars<br />

of his country’s foreign policy.<br />

50<br />

Tanja Tauchhammer met with<br />

H.E. José Antonio Zabalgoitia<br />

Looking back at more than 120 years of diplomatic<br />

relations — what were, in your opinion, the most<br />

important, most memorable events in the history<br />

of Austrian-Mexican ties?<br />

As you know, we have had very intense relations,<br />

especially when looking back at the 19 th century.<br />

In 1810, Mexico’s struggle for independence began<br />

and after a war, we finally reached it in 1821. However,<br />

it took until 1836 that Spain — our colonial<br />

power — recognized it. We spent the rest of the<br />

century building a nation-state. There were always<br />

fights between liberals and conservatives, monarchists<br />

and republicans and we spent decades<br />

finding our way.<br />

Then, in 1863, the Austrian Archduke Maximilian<br />

I arrived in Mexico and became emperor of the<br />

Second Mexican Empire (1864-1867), backed by<br />

Napoleon III and the Mexican conservatives. This is<br />

probably one of the most significant instances of<br />

Austrian-Mexican relations. During his reign, Maximilian<br />

turned out to be quite<br />

liberal, which disappointed<br />

the conservatives in the<br />

country. In any way, Mexicans<br />

did not want a European ruler<br />

and the story did not end well<br />

for him. He was sentenced to<br />

death and executed on June<br />

19, 1867.<br />

However, that was a long<br />

time ago and we were all able<br />

to move on. In the following<br />

20 th century, another important<br />

episode of our relations<br />

took place: when most countries<br />

were appeasing Nazi<br />

Germany, Mexico was the only state to protest<br />

against the “Anschluss” of Austria at the League<br />

of Nations and to support Austrian independence.<br />

We Mexicans are still very proud of that and Austrian<br />

gratitude is still being felt.<br />

Now, in the 21 st century, our objective is to build<br />

even stronger, closer and friendlier ties, based on<br />

common interests, like striving for nuclear disarmament.<br />

Can you tell us a bit about the current economic<br />

relations between both countries?<br />

I think Austria being part of the European Union<br />

and Mexico being an open economy and one of the<br />

most open countries to free trade in the world,<br />

brought us closer together. It has made us significant<br />

to each other.<br />

In order to further strengthen our already good<br />

economic relationship, we need to understand<br />

that Mexico is the entry point to the North American<br />

market. Besides being part of North America,<br />

Mexico itself already has a big population and<br />

therefore a big market with more than 130 million<br />

people including very skilled workers and competitive<br />

manpower. In Mexico, we have more people<br />

graduating as engineers than Germany.<br />

Vice versa, we see the European Union as a single<br />

export market and Austria as a part of it.<br />

The Austrian economy is primarily based on<br />

medium or small companies that often have a<br />

long history, dominating a specific sector or technology.<br />

It is easy for them to insert themselves<br />

into a production chain, adding value to a product<br />

while making us more competitive, especially<br />

in regards to our Asian competitors. In this regard,<br />

Mexico does not only offer Austrian companies the<br />

chance to insert themselves in the North American<br />

market but also in the Latin American one, as<br />

we are a member of several alliances. Furthermore<br />

and unlike the US, we have a Free Trade Agreement<br />

with the EU.<br />

Speaking of your neighbour — how do you think<br />

the relations with the US would change if Trump<br />

were re-elected in November?<br />

That’s very difficult to answer. The relationship<br />

between Mexico and the US is one between<br />

two neighbours and it is extremely complex and<br />

diverse. Who governs in Mexico and who in the<br />

US does have an impact but it is not as determining<br />

as other factors. If you remember the first time<br />

Trump was president, he frequently stated that he<br />

wanted to step away from Nafta (North American<br />

Free Trade Agreement, editor’s note) and we said<br />

that this would of course be possible, but it would<br />

amount to separating conjoined siblings. We are<br />

extremely connected and our economic but also<br />

social ties are of such intensity that it would be<br />

very harmful to do something like that. In any way,<br />

there is always room for improvement and we<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


AMBASSADORS<br />

MEXICO<br />

H.E. José Antonio Zabalgoitia Trejo<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

always look on our relationship with the US in a<br />

positive way. We are aware that we need to collaborate<br />

and cooperate in order to find joint solutions<br />

for our problems. There is no way to move unilaterally<br />

in this relationship. We really need each<br />

other, especially regarding the current geopolitical<br />

situation, in which we need to constitute a counterweight<br />

to Asia.<br />

How intense is China’s influence in Mexico?<br />

China is an important trading partner for Mexico<br />

but there is not a lot of investment of Chinese<br />

companies. However, the current status of economic<br />

relations between the US<br />

and China creates a big opportunity<br />

for Mexico as many companies<br />

are relocating. They are<br />

looking for places outside of<br />

China and Mexico is an almost<br />

automatic option. We are open<br />

to companies that want to keep<br />

the US market but need to move<br />

away from Chinese manufacturing<br />

due to the new rules established<br />

by the US. I think this is<br />

a big opportunity for a stronger Mexico in a more<br />

competitive North American region.<br />

What are the main pillars of Mexican foreign<br />

policy? What power holds diplomacy in the 21 st<br />

century, in your opinion?<br />

The Mexican foreign policy is based on guiding<br />

principles enshrined in our Constitution and I think<br />

that those principles have universal value. Especially<br />

non-intervention, self-determination and<br />

peaceful solution of disputes are necessary pillars<br />

for peaceful collaboration and coexistence of different<br />

cultures, political affiliations and religions.<br />

Mexico very much believes in multilateralism.<br />

Our foreign policy guided us through many deca des<br />

already and it helped us attain a non-confrontational<br />

stance, avoiding open conflict. In general, it is<br />

“In Mexico,<br />

we have more<br />

people graduating<br />

as engineers<br />

than Germany.”<br />

quite rewarding to be Ambassador of Mexico, as our<br />

foreign policy is based on universal values and principles<br />

that most individuals also hold personally.<br />

Regarding your second question, I think that<br />

with the current geopolitical developments, the<br />

value of diplomacy has increased.<br />

Following up on the importance of diplomacy —<br />

which are the areas you would like to focus on<br />

during your term as diplomatic representative of<br />

your country here in Austria?<br />

Many of my colleagues tell me that the UN work<br />

agenda takes up most of their time but what is<br />

important to me is not to lose<br />

sight of bilateral issues. Austria<br />

is an important country<br />

for Mexico, as are Slovakia<br />

and Slovenia, to which I<br />

am accredited as well. I do not<br />

want to leave Austria in a few<br />

years with people asking who<br />

I was because they never saw<br />

or met me. It is my objective to<br />

strengthen ties with my host<br />

country as well as Slovakia and<br />

Slovenia. The most interesting areas of cooperation<br />

between Mexico and Austria for me are arts,<br />

sciences, technology and innovation.<br />

I intend to build a map locating all the Mexicans<br />

that have come to Austria and are now professional<br />

musicians, for example. There are many<br />

Mexicans working in this area and we need to<br />

make them visible. So maybe, the essence of our<br />

21 st century relations is a partnership in the arts,<br />

innovation and science. Austria has an extremely<br />

high number of Nobel Prize Winners per capita and<br />

one of the best school systems in the world. Mexico<br />

can profit from that too. We can create ties<br />

between the great minds of Mexico and Austria<br />

and make them cooperate. This is where my focus<br />

lies: in advancing cooperation in arts, sciences,<br />

technology, innovation and education.<br />

51<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOKUS<br />

MAROKKO<br />

Zwischen Meer<br />

und Wüste<br />

52<br />

Maro<br />

Verschlafene Dörfer und pulsierende Städte, malerische<br />

Küsten und weite Wüstenlandschaften, geschäftige Märkte<br />

und einzigartige Naturschönheiten – Marokko besticht<br />

durch seine Gegensätze und schafft dabei den Balanceakt<br />

zwischen Tradition und Moderne.<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


kko<br />

53<br />

Foto/s © Xxxxx<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOKUS<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

54<br />

Geschichte<br />

2017 wird in der Grabungsstätte Djebel<br />

Irhoud – einer Karsthöhle etwa 100<br />

Kilometer nordwestlich von Marrakesch<br />

– der nach heutigen Erkenntnissen<br />

älteste Vertreter des Homo sapiens<br />

gefunden. Er soll vor etwa 300.000<br />

Jahren in der damals noch grünen<br />

Sahara gelebt haben.<br />

Vermutlich ab 2000 v. Chr. besiedeln<br />

Berberstämme Nordafrika. Das Seefahrervolk<br />

der Phönizier errichtet um 1100<br />

v. Chr. erste Küstensiedlungen bzw.<br />

Handelsniederlassungen auf dem heutigen<br />

Gebiet Marokkos. Im 9. Jahrhundert<br />

v. Chr. gründen sie an der Küste<br />

des heutigen Tunesiens Karthago, das<br />

schließlich zum Zentrum des karthagischen<br />

Reiches wird. 146 v. Chr. siegt<br />

Rom über Karthago, Marokko wird als<br />

„Mauretania Tingitanta“ Teil des Römischen<br />

Reiches. Im 7. Jahrhundert<br />

beginnt schließlich die arabische Vorherrschaft<br />

– und damit die Islamisierung<br />

der Region.<br />

Das erste Berbergroßreich (Almoraviden)<br />

besteht zwischen 1046 und 1147.<br />

Danach kommt die Berber-Dynastie<br />

der Almohaden an die Macht, die wiederum<br />

1269 von der Meriniden-Dynastie<br />

gestürzt wird.<br />

Zeitgleich verliert Marokko immer<br />

mehr Gebiete an die Europäer, die sich<br />

vor allem an den Küsten niederlassen.<br />

Auf die Meriniden folgen die Saadier,<br />

die mehrere Städte zurückerobern<br />

können.<br />

1664 übernimmt die Dynastie der<br />

Alawiden – aus der die bis heute herrschende<br />

Königsfamilie stammt – die<br />

Macht. Die europäische Einflussname<br />

erreicht im 19. bzw. 20. Jahrhundert<br />

ihren Höhepunkt. 1912 unterzeichnet<br />

der marokkanische Sultan Mulai Abd<br />

al-Hafiz einen Protektoratsvertrag mit<br />

Frankreich, im Zuge dessen Marokko in<br />

die Protektorate Französisch-Marokko<br />

und Spanisch-Marokko aufgeteilt wird.<br />

Der Sultan bleibt zwar Oberhaupt<br />

Marokkos, die politische Macht erhalten<br />

aber Frankreich bzw. Spanien. 1956<br />

wird Marokko schließlich unabhängig<br />

und Mohammed V. zum König gekrönt.<br />

Nur fünf Jahre später besteigt sein<br />

Sohn, Hassan II., den Thron, ehe ihm<br />

1999 Mohammed VI. folgt. 2004 wird<br />

eine umfangreiche Reform des Personenstandrechts<br />

(Moudawana) durchgeführt,<br />

die mehr Gleichberechtigung<br />

für Frauen bringt.<br />

Nach Protesten im Zuge des „Arabischen<br />

Frühlings“ tritt 2011 eine neue<br />

Verfassung in Kraft, anlässlich derer<br />

König Mohammed VI. auf einen Teil<br />

seiner umfangreichen Machtbefugnisse<br />

verzichtet und u.a. die Berber zu<br />

gleichberechtigten Marokkaner:innen<br />

macht.<br />

Flora & Fauna/Landschaft<br />

Marokko ist ein Land der (landschaftlichen)<br />

Gegensätze – von unendlich<br />

scheinenden Wüstenlandschaften über<br />

schneebedeckte Gipfel bis hin zu feinen<br />

Sandstränden – das Königreich im<br />

Norden Afrikas besticht durch Vielseitigkeit.<br />

Das Atlasgebirge zieht eine eindrucksvolle<br />

Linie zwischen dem relativ<br />

feuchten Klima im Norden und der<br />

trockenen Sahara im Süden und Osten.<br />

In den ausgedehnten Urwäldern aus<br />

Zedern, Stein- und Korkeichen im Norden<br />

bzw. im Atlasgebirge leben Berberaffen,<br />

Mähnenschafe, Bartgeier,<br />

Steinadler, Gimpel, Schokar-Natter,<br />

Atlas-Viper und die größte Population<br />

von Mufflons in Nordafrika. Südlich des<br />

Gebirgszuges schlummern Jahrmillionen<br />

alte Meeresfossilien unter der Erde.<br />

Die weitläufige Steinwüste ist außerdem<br />

Heimat von Silberameisenvölkern,<br />

Afrikanischen Goldwölfen, Hornvipern,<br />

Wüstenspringmäusen, Wüstenigeln,<br />

Afrikanischen Stachelschweinen<br />

und Fenneks (kleine Wüstenfüchse). Sie<br />

findet man vor allem im Erg Chebbi –<br />

einer Sanddünenlandschaft mit bis zu<br />

150 Meter hohen Dünen.<br />

Die Straße von Gibraltar, die das<br />

Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet<br />

und gleichzeitig den afrikanischen<br />

vom europäischen Kontinent trennt,<br />

ist eine Art „Meereshighway“, auf dem<br />

u.a. Thunfische Richtung Atlantik wandern.<br />

An Flussufern im Landesinneren<br />

tummeln sich zahlreiche Vogelarten<br />

und Bachschildkröten. Hier lebt auch<br />

das Ichneumon, eine Mangustenart, die<br />

man in ganz Nordafrika nur dort findet.<br />

Um die vielseitige Natur zu bestaunen,<br />

gibt es etwa ein Dutzend Nationalparks<br />

in Marokko, z.B. den Naturpark<br />

Toubkal, der den Hohen Atlas<br />

umgibt und der älteste des Landes ist.<br />

Feste und Feierlichkeiten<br />

Traditionelle Feste und Feiern sind eine<br />

wunderbare Art und Weise, Land, Leute<br />

und Kultur kennenzulernen. Marokko<br />

bietet dazu zahlreiche Gelegenheiten,<br />

zum Beispiel im Rahmen des Mandelblütenfestes<br />

in Tafraoute, das jedes<br />

Jahr im Februar – wenn die Mandelbäume<br />

in der Region zu blühen beginnen<br />

– stattfindet.<br />

Nach der Ernte der Rosen im Mai<br />

wird in Kelaa M’Gouna, einer Stadt in<br />

der Provinz von Ouarzazate auf 1400<br />

Metern Höhe, ein farbenprächtiges<br />

Rosenfest gefeiert – natürlich begleitet<br />

von traditioneller Musik und Tänzen.<br />

Der alljährliche Höhepunkt ist die Wahl<br />

zur Rosenkönigin.<br />

Das „Mawazine“ Festival in Rabat<br />

lockt jedes Jahr über 2,5 Millionen<br />

Menschen mit nationalen und internationalen<br />

Stars – von Led Zeppelin<br />

über Alicia Keys bis hin zu Rihanna – in<br />

die Hauptstadt des Landes und zählt<br />

damit zu den größten Musikfesten<br />

weltweit.<br />

Beim „Tan-Tan Moussem“, einem<br />

Nomaden-Festival in der Wüstenstadt<br />

Tan-Tan, das 2008 zum immateriellen<br />

UNESCO-Weltkulturerbe erklärt<br />

wurde, wird gekämpft, gesungen und<br />

gedichtet. Es gilt als das größte Berber-Treffen<br />

Nordafrikas, im Rahmen<br />

dessen mehr als 30 Stämme gemeinsam<br />

ihre Tradition und ihr kulturelles<br />

Erbe zelebrieren. Weitere Fixpunkte im<br />

marokkanischen Kalender sind unter<br />

anderem das Kerzenfest in Salé, das<br />

Moussem des Moulay Abdallah mit<br />

beeindruckenden Reitspielen und buntem<br />

Musikprogramm oder die Wallfahrt<br />

nach Imilchil, die jährlich tausende Pilger:innen<br />

antreten und die gleichzeitig<br />

für viele als Heiratsmarkt dient.<br />

Musik<br />

Die traditionelle Musik Marokkos ist<br />

vor allem von arabischen und andalusischen<br />

Einflüssen geprägt. In ländlichen<br />

Gegenden trifft man hingegen<br />

häufig auf Berbermusik, die wohl<br />

älteste bekannte Musiktradition des<br />

Landes. Sie kommt mit wenigen Instrumenten<br />

aus, meist sind das Trommeln<br />

und Flöten. Im Zentrum stehen<br />

aber die Stimmen der Sänger:innen,<br />

die von Klatschen und Tanzen begleitet<br />

werden.<br />

Im Gegensatz zur Berbermusik ist<br />

die arabisch-andalusische Musik sehr<br />

lebendig. Sie entwickelte sich zwischen<br />

dem 9. und 15. Jahrhundert in<br />

Andalusien. Außerdem trifft man in<br />

Marokko auf die Klänge der Gnaoua,<br />

einer ethnischen Minderheit, deren<br />

Vorfahren Sklaven aus dem westlichen<br />

Afrika südlich der Sahara waren. Die<br />

rhythmusbetonte, mystisch klingende<br />

Musik ist seit 2019 übrigens Teil der<br />

UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.<br />

In der Hochburg der Gnaoua-<br />

Musik, der zauberhaften Hafenstadt<br />

Essaouira, findet jedes Jahr ein großes<br />

Gnaoua-Festival statt, das die besten<br />

Gnaoua-, Jazz-, Flamenco- und Reggae-Musiker:innen<br />

der Welt an einem<br />

Ort vereint.<br />

Foto/s © unsplash, pixabay<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Das malerische Fischerdorf<br />

Taghazout<br />

FOKUS<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

Serpentinen im<br />

Atlasgebirge<br />

rechts Ein Riad in<br />

Marrakesch<br />

unten Das<br />

Gerberhandwerk ist weit<br />

verbreitet<br />

55<br />

oben die blauen Türen von Asilah<br />

links Gewürze im Überfluss am<br />

Markt von Marrakesch<br />

Steckbrief<br />

LÄNDERNAME<br />

Königreich Marokko<br />

HAUPTSTADT<br />

Rabat<br />

Endlose Sanddünen in<br />

der Sahara<br />

FLÄCHE<br />

ca. 711.000 km²<br />

EINWOHNER<br />

ca. 37, 5 Millionen<br />

AMTSSPRACHE<br />

Arabisch und Tamazight (Berberisch)<br />

WÄHRUNG<br />

Dirham<br />

NATIONALFEIERTAG<br />

30. Juli (Thronbesteigung Mohammed<br />

VI.)<br />

STAATSOBERHAUPT<br />

Mohammed VI., König von Marokko<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOCUS<br />

MOROCCO<br />

Towards a more<br />

sustainable future<br />

H.E. Azzeddine Farhane, Ambassador of Morocco to Austria, speaks about the<br />

recent highlights of Austrian-Moroccan relations, his country’s pioneering role in<br />

sustainable development and the anticipated migration deal with the EU.<br />

Since 2019, you are Ambassador of His Majesty<br />

the King of Morocco to Austria. How did the relations<br />

between Morocco and Austria evolve during<br />

the last few years? What were the highlights of<br />

your term here so far?<br />

Since assuming office, I have worked closely with<br />

the Austrian authorities to foster the historical ties<br />

between Morocco and Austria at the executive,<br />

legislative and judicial level, within the context<br />

of the celebration of the 240 th anniversary of the<br />

establishment of diplomatic relations between<br />

our two countries.<br />

Indeed, the visit of the Austrian Chancellor, H.E.<br />

Karl Nehammer, to Morocco at the invitation of<br />

H.E. Aziz Akhannouch, Head of the Government of<br />

56<br />

Morocco, in February 2023 was a significant milestone<br />

for our bilateral relations. This historical visit<br />

culminated in the adoption of a joint declaration<br />

reaffirming the shared willingness to upgrade the<br />

bilateral cooperation, and to establish a strategic<br />

dialogue at the level of Foreign Ministers.<br />

It is worth mentioning that this visit took place<br />

exactly 240 years after Mohammed Ben Abdelmalek<br />

presented his Letters of Credence as Ambassador<br />

of Sultan Moulay Mohammed ben Abdellah to the<br />

Emperor Joseph II on February 28 th , 1783.<br />

Not even a month later, Wolfgang Sobotka,<br />

President of the Austrian National<br />

Council — at the invitation of Talbi<br />

El Alami, Speaker of the Moroccan<br />

House of Representatives — visited<br />

Morocco and a MoU aiming at<br />

giving a new impetus to the parliamentary<br />

cooperation and reinforcing<br />

dialogue, consultation, and<br />

coordination of issues of mutual<br />

interest, was signed.<br />

These important events were<br />

preceded by the official visit of<br />

H.E. Elisabeth Lovrek, President<br />

of the Supreme Court of Justice<br />

of Austria, in March 2022,<br />

H.E. Ambassador Azzeddine Farhane and<br />

Tanja Tauchhammer<br />

where a cooperation agreement with<br />

H.E M’hammed Abdenabaoui, President of the<br />

Supreme Council of the Judicial power of Morocco,<br />

was signed.<br />

During the last five years, the Ministers of Foreign<br />

Affairs of Morocco and Austria maintained<br />

regular contacts, especially on the sidelines of UN<br />

General Assemblies.<br />

The relation between Morocco and Austria<br />

will undoubtedly be a model of cooperation for<br />

Europe and Africa and I am confident that this<br />

promising partnership will continue to thrive in<br />

the years to come.<br />

In January 2024, the Austrian Minister of Labour<br />

and Economy, Martin Kocher, together with a large<br />

delegation of senior government officials and<br />

business leaders visited Morocco. Where do you<br />

see the biggest potential for collaboration? How<br />

important are official visits like this one?<br />

This economic mission to Morocco marked a significant<br />

step in strengthening economic cooperation<br />

and was crowned by the signing of a MoU on<br />

Economic Cooperation with H.E. Ryad Mezzour,<br />

Minister of Industry and Trade of the Kingdom of<br />

Morocco, who articulated the mutual aspirations<br />

of Morocco and Austria.<br />

It’s important to underline that the organisation<br />

of this visit has taken into account the growth of<br />

the economic cooperation and the trade exchange<br />

between Morocco and Austria over the last years.<br />

Indeed, with exports amounting to 214 million €<br />

and imports totalling 290 million € in 2022, Austria<br />

stands as Morocco’s 10 th largest trading partner. In<br />

addition, the Austrian foreign direct investments<br />

in Morocco reached 13,6 million € in the same<br />

year, highlighting the economic significance of this<br />

evolving partnership.<br />

During the last decade, Morocco — as a potential<br />

African investment hub for Austria — has witnessed<br />

accelerated political, economic, and social<br />

reforms with a steady economic growth. With an<br />

open economy and access to a market of nearly 1<br />

billion consumers thanks to the free trade agreements<br />

(FTAs), Morocco has showed excellent performance<br />

over the past few years and was ranked<br />

the most attractive FDI destination in Africa.<br />

Today, the efforts deployed under the “New<br />

Investment Charter” will further improve the business<br />

climate in Morocco.<br />

Furthermore, maximizing its potential in renewable<br />

energy and the automobile industry, Morocco<br />

is poised to strengthen its position as a hub for<br />

sustainability and innovation.<br />

Indeed, Morocco’s products have become globally<br />

competitive and the Kingdom, for example, is<br />

now leading the African automotive industry with<br />

a production capacity of 700,000 vehicles a year.<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


FOCUS<br />

MOROCCO<br />

H.E. Azzeddine Farhane<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

“Morocco is proactively engaged in<br />

solar and wind energy production, with<br />

the solar power plant in Noor-Ouarzazate<br />

being the largest in the world.”<br />

This sector boasts a high export turnover that surpassed<br />

$US 8.7 billion in 2023.<br />

In tandem with its automotive industry success,<br />

Morocco is becoming an important player in<br />

the production of low-carbon energy to mitigate<br />

climate change and build resilience against volatile<br />

and expensive energy prices. As one of the first<br />

countries in Africa to align economic development<br />

with environmental protection, Morocco is proactively<br />

engaged in solar and wind energy production,<br />

with the solar power plant in Noor-Ouarzazate<br />

being the largest in the world.<br />

Today, the spotlight is on the competitiveness<br />

of Morocco’s green energy. In a world transitioning<br />

to decarbonization, Moroccan production gains<br />

a distinct competitive advantage. Ranked 9 th in<br />

cobalt production globally, the mineral used in<br />

the production of batteries for energy storage and<br />

wind energy, Morocco also exerts a considerable<br />

influence in promoting green mobility through its<br />

support of the global supply chain.<br />

As manufacturers in Europe broaden their supplier<br />

base to diminish supply chain risks, Morocco’s<br />

proximity to the continent and its macroeconomic<br />

performance have made the country a<br />

destination of choice for numerous multinationals<br />

to set up plants.<br />

Thus, with its potential to contribute to the global<br />

transition to renewable energy and expanding its role<br />

in the automotive industry, among others, Morocco<br />

is charting a course toward global influence.<br />

In 2022, Morocco and the EU signed a Green Partnership<br />

— what are your country’s expectations<br />

of this cooperation?<br />

This MoU — the first of its kind — aims at establishing<br />

a Green Partnership between the actors<br />

in the areas of climate change, energy transition,<br />

environmental protection, and promotion of green<br />

and blue economy.<br />

This Partnership will enable Morocco and the EU<br />

to progress toward their shared goals of becoming<br />

low-carbon economies moving towards climate<br />

neutrality, while ensuring the security of their<br />

energy supplies.<br />

Moreover, it will enable partners to strengthen<br />

their cooperation and make it a lever for mutually<br />

beneficial sustainable development that promotes<br />

the emergence of economic and social<br />

opportunities.<br />

Similarly, it will contribute to a more intense<br />

involvement of the private sector in the green<br />

fields, and to a closer collaboration with financial<br />

organizations and European cooperation<br />

institutions.<br />

The green partnershipnwill build on the many<br />

achievements of the bilateral relationship, as part<br />

of the existing framework of Morocco-EU relations.<br />

Morocco hopes that the Green Partnership<br />

will foster greater collaboration and dialogue<br />

between government institutions, civil society<br />

organizations, academia, and the private sector.<br />

Morocco considers the Green Partnership with<br />

the EU as a valuable opportunity to accelerate its<br />

transition towards a more sustainable and resilient<br />

future. By working closely with the EU and<br />

other partners, Morocco aims at addressing environmental<br />

challenges, promoting green growth,<br />

and improving the well-being of its citizens while<br />

contributing to global efforts to combat climate<br />

change and achieve the Sustainable Development<br />

Goals.<br />

57<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOCUS<br />

MOROCCO<br />

H.E. Azzeddine Farhane next to<br />

the picture of His Majesty King<br />

Mohammed VI<br />

The FIFA President, Gianni Infantino, underlined<br />

immediately after the decision of the FIFA Council,<br />

that “the trio’s hosting of the tournament is sending<br />

a great message of peace, tolerance, and inclusion.<br />

The two continents — Africa and Europe —<br />

united not only in a celebration of football but also<br />

in providing unique social and cultural cohesion.”<br />

For my country, hosting the FIFA World Cup in<br />

2030 represents a transformative opportunity to<br />

showcase its potential, accelerate its development,<br />

and leave a legacy for its citizens and the international<br />

community. Through careful planning, investment,<br />

and collaboration, Morocco will maximize the<br />

benefits of hosting one of the world’s most iconic<br />

sporting events and position itself as a leading destination<br />

for global events and tourism.<br />

58<br />

In 2030, Morocco will host the World Cup alongside<br />

Spain and Portugal. What does this mean for<br />

the global standing of Morocco? Which benefits is<br />

Morocco expecting from hosting one of the most<br />

famous sport events worldwide?<br />

Hosting the World Cup is a landmark event in<br />

Morocco’s history, and a great achievement under<br />

the leadership of His Majesty King Mohammed VI,<br />

who has prioritized mainly the development and<br />

modernization of infrastructure, sports, tourism,<br />

in order to host such a prestigious event.<br />

The designation of Morocco jointly with Portugal<br />

and Spain to host one of the major sport events<br />

in the world is not a surprise. In the history of the<br />

World Cup Football, Morocco was the first African<br />

and Arab nation to advance past World Cup group<br />

stages at the 1986 World Cup in Mexico, this outstanding<br />

performance prompted FIFA to increase<br />

the number of African teams from two in 1986 to<br />

three in 1990.<br />

During the last World Cup 2022 in Qatar,<br />

Morocco captured global attention with its historic<br />

performances. Morocco’s historic qualification in<br />

the semifinal made it the first African and Arab<br />

country to reach such a milestone.<br />

The tripartite bid of Morocco, Spain, and Portugal<br />

elevates the African and European countries<br />

to a new phase in relations, and will symbolize the<br />

cooperation and peace between two continents<br />

separated only by the Mediterranean Sea. These<br />

three countries are distinguished by their geographical<br />

proximity, moderate weather, security<br />

and stability, and their peoples’ passion for football<br />

and sports in general.<br />

Morocco’s role in EU migration control is growing<br />

and there are reports that at the end of the year,<br />

a migration pact between the two parties will be<br />

finalized. What is Morocco’s stance on this deal?<br />

Morocco has historically played a significant<br />

role in migration management, given its strategic<br />

location as a transit country between Africa<br />

and Europe. The Kingdom has cooperated with<br />

the EU on various initiatives aimed at addressing<br />

irregular migration, human trafficking, and border<br />

security.<br />

It’s important to recall, that the dialogue<br />

between Morocco and EU on migration cooperation<br />

is part of the strategic, multidimensional and<br />

privileged relationship aiming at developing consultations<br />

for a true “Euro-Moroccan partnership<br />

for shared prosperity”, according to the joint declaration<br />

adopted on June 2019 of the Association<br />

Council between Morocco and EU.<br />

In this respect, enhanced consultations and<br />

balanced cooperation on mobility and migration<br />

based on the 2013 Mobility Partnership are one<br />

of the pillars of our common vision for the future<br />

of the euro-Mediterranean prosperity, in compliance<br />

with national powers and the full implementation<br />

of Morocco’s national strategy on<br />

migration and asylum.<br />

Indeed, the management of migration requires<br />

joint and sustained efforts by Morocco, the European<br />

Union and its Member States in the framework<br />

of an approach that is comprehensive,<br />

humane and respectful of human rights, while<br />

taking concerted actions to deal with the root<br />

causes of irregular migration.<br />

Ultimately, the partnership for shared prosperity<br />

is a dynamic example to be used by partners who<br />

share the same level of ambition. It is therefore, as<br />

it’s underlined in paragraph 16 of the Morocco-EU<br />

joint declaration, signed on 2019, “an important<br />

milestone in Euro-Mediterranean rapprochement,<br />

which is crucial for addressing current and future<br />

shared challenges”.<br />

image/s by <strong>SOCIETY</strong>/Pobaschnig<br />

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FOCUS<br />

MOROCCO<br />

“The importance of<br />

culture for Morocco<br />

needs no reminding”<br />

In an interview with <strong>SOCIETY</strong>, the Minister of Youth, Culture and Communication<br />

of Morocco, Mohammed Mehdi Bensaid, highlights the importance of youth and<br />

culture for his country and, among other topics, speaks about Morocco’s initiative<br />

to modernize the media and communication sector.<br />

60<br />

You have been appointed as Minister of Youth,<br />

Culture and Communication on October 7, 2021,<br />

what are your main directives in this position?<br />

The Government appointed by His Majesty King<br />

Mohammed VI, following the 2021 elections, submitted<br />

a coherent and comprehensive government<br />

program, encompassing essential components<br />

which are culture, youth, and communication.<br />

According to the High guidance of His Majesty King<br />

Mohammed VI, we wish to place youth and culture<br />

at the heart of our national development plan.<br />

“According to the High guidance of<br />

His Majesty King Mohammed VI, we wish<br />

to place youth and culture at the heart<br />

of our national development plan.”<br />

Minister Mohammed Mehdi<br />

Bensaid at a work event<br />

We are placing particular emphasis on Cultural<br />

and Creative Industries (CCI), safeguarding our<br />

heritage, deepening our cooperation with UNESCO<br />

and the Islamic Educational, Scientific, and Cultural<br />

Organization (ISESCO), and consolidating the<br />

national legal framework (copyright, heritage protection,<br />

etc.), which is essential for cultural development<br />

in our country.<br />

You said you wanted to reform the media sector<br />

and move away from the conventional notion of<br />

culture as a mere pastime or secondary pursuit,<br />

can you explain the steps that you are taking in<br />

that regard (fight against fake news, promotion of<br />

independent journalism)?<br />

The Kingdom of Morocco, under the enlightened<br />

vision of His Majesty King Mohammed VI, has<br />

embarked on an ambitious initiative to modernize<br />

the media and communications sector. This initiative<br />

focuses on several key areas:<br />

▪ Adoption of a new press and audio-visual law:<br />

This law aims to guarantee freedom of expression,<br />

promote media pluralism, and reinforce the protection<br />

of journalists.<br />

▪ Support for independent media: Establishment<br />

of funding and support mechanisms to assist<br />

independent media to develop and produce<br />

quality content, while guaranteeing their<br />

independence.<br />

Morocco, as most countries, is fighting against<br />

fake news. In this context, we have launched<br />

a project within the Communication Department<br />

to address the issues of fake news, especially<br />

on social media, but without compromising<br />

freedom of expression. We have a project for<br />

a national observatory against fake news, and<br />

Morocco is also involved in a process within the<br />

framework of the Arab League, for negotiations<br />

with GAFA, notably to find an agreement with<br />

these companies to fight against fake news and<br />

inappropriate content.<br />

Education is essential for the youth of a country.<br />

Can you tell us more about the Moroccan government’s<br />

commitment to empowering the nation’s<br />

youth and enhancing their social integration, like<br />

for example the initiative “Girls impact Bond”<br />

with the AECID?<br />

In line with the High Vision of His Majesty King<br />

Mohammed VI, May God Assist Him, youth and<br />

human capital are the cornerstones of economic<br />

and social emergence.<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


FOCUS<br />

MOROCCO<br />

Mohammed Mehdi Bensaid<br />

Among our projects, the “Pass Jeune” embodies<br />

our policy of empowering Moroccan youth. By providing<br />

access to and unifying various services (culture,<br />

sports, banking, health, training, leisure, transport,<br />

etc.), the “Pass Jeune” serves as a tool for promoting<br />

development, education, and social cohesion.<br />

We also aim to promote CCIs (cultural and creative<br />

industries, editor’s note) in Morocco, as they<br />

are the point where youth and culture converge<br />

through support for start-ups and training for the<br />

youth (e.g. the Gaming Fair, Rabat Gaming City,<br />

introduction to coding in Maisons de Jeunes, etc.).<br />

Other initiatives target different audiences. The<br />

Children’s and Young People’s Book Fair in Casablanca,<br />

for example, aims to promote reading<br />

among young people, as part of our overall effort<br />

to support reading in society as a whole.<br />

Finally, we also target young audiences in museums,<br />

on tourist itineraries and so on.<br />

It’s important to underline that despite facing<br />

the challenges of the devastating earthquake in<br />

September 2023, Marrakech has been designated<br />

as the Capital of Culture of the Islamic World for<br />

2024. This designation is a fitting tribute to Marrakech’s<br />

natural and historical richness, as well as<br />

its unique geographical features.<br />

Besides, Tangier — known for its historical significance<br />

as a crossroads of civilizations and cultures<br />

— host on April 30 th , 2024, as the first city<br />

in Africa, the celebration of the International Jazz<br />

Day. Established by the General Conference of<br />

61<br />

image/s by Ministry of Youth, Culture and Communication of Morrocco<br />

How do you see the importance of culture, and<br />

can you name a few initiatives that you are taking<br />

to promote it (fight against forgery, cinema<br />

project, soccer museum, preservation of cultural<br />

heritage, cooperation with ISESCO and UNESCO)?<br />

The importance of culture for Morocco needs no<br />

reminding. Our pluralistic identity, our cultural<br />

richness, our long history, and the diversity of our<br />

heritage are all important assets. We aim to combine<br />

the enhancement of our past heritage with<br />

the promotion of CCIs as a window on the future.<br />

To this end, we have launched several projects<br />

to structure our ecosystems. In the visual arts,<br />

for instance, we have launched a global program<br />

to fight falsification; in gaming, recent initiatives<br />

(Salon du Gaming, Cité du Gaming...) aim to give a<br />

strong impetus to this field.<br />

Some of the other concepts also aim to fight<br />

against social and territorial inequalities. The 150<br />

cinema projects, for example, will bring cinematic<br />

culture to audiences in small and medium-sized<br />

towns, and to the middle and working classes,<br />

through appropriate offerings.<br />

UNESCO in 2011 and recognized by the United<br />

Nations General Assembly, the International Jazz<br />

Day brings together countries and communities<br />

worldwide every April 30. The annual International<br />

Jazz Day celebration highlights the power of jazz<br />

and its role in promoting peace, dialogue among<br />

cultures, diversity and respect for human dignity.<br />

Regarding the cooperation with UNESCO, the<br />

UN organization was the guest of honor of the 29 th<br />

edition of the International Book and Publishing<br />

Fair (SIEL-2024), the major event on the Moroccan<br />

cultural and literary scene.<br />

Finally, we are continuing to deepen our longstanding<br />

and fruitful cooperation with our international<br />

partners, including UNESCO and ISESCO.<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


MOROCCO<br />

INTERVIEW<br />

Rabat: Looking into<br />

the future while respecting<br />

the past<br />

<strong>SOCIETY</strong> spoke with the Mayor of Rabat, Ms. Fatiha El Moudni about the connections<br />

between Vienna and Rabat and her visions for a modern capital of Morocco.<br />

62<br />

Last year on February 28, during her visit of Vienna<br />

and on the occasion of 240 years of relations<br />

between Morocco and Austria, your predecessor,<br />

Asmaa Rhlalou, and Viennese Mayor Michael<br />

Ludwig signed a protocol of the meeting in preparation<br />

for a subsequent cooperation agreement.<br />

How would you like to intensify the collaboration<br />

between Rabat and Vienna? Which areas are<br />

specifically interesting for your city? How will the<br />

cooperation continue in the future?<br />

The historical ties between our cities provide a<br />

solid foundation to build upon, and I am enthusiastic<br />

about intensifying this partnership. I would<br />

like to highlight a few key areas, where I believe<br />

our collaboration can be mutually beneficial:<br />

Cultural Exchange: Both Rabat and Vienna are rich<br />

in cultural heritage and vibrant art scenes. By promoting<br />

cultural exchange programs, we can foster<br />

a deeper understanding and appreciation of each<br />

other’s traditions, art, music, and literature. This<br />

could include artist residencies, joint exhibitions,<br />

and cultural festivals.<br />

Education and Research: Establishing partnerships<br />

between universities and research institutions<br />

in Rabat and Vienna can lead to significant<br />

advancements in various academic fields. Student<br />

and faculty exchange programs, collaborative<br />

research projects, and shared access to educational<br />

resources can enhance the academic landscape<br />

in both cities.<br />

Sustainable Urban Development: Both cities are<br />

committed to sustainable urban development<br />

and engaged to implement global agendas at the<br />

local level. Sharing best practices in areas such<br />

as public transportation, green infrastructure,<br />

waste management, waste recovery and circular<br />

economy, energy<br />

efficiency and<br />

ecological transition,<br />

can help us<br />

achieve our environmental<br />

goals.<br />

Joint projects and<br />

Former mayor of Rabat, Asmaa Rhlalou,<br />

with Viennese mayor Michael Ludwig<br />

knowledge exchange in urban planning can lead to<br />

more sustainable and resilient cities.<br />

Economic Cooperation: Enhancing economic ties<br />

through business forums, trade missions, and<br />

invest ment opportunities can benefit both cities.<br />

Encouraging entrepreneurship and innovation<br />

by creating a network of startups and business<br />

incubators can stimulate economic growth and<br />

create jobs.<br />

Tourism Promotion: Rabat and Vienna are both<br />

attractive tourist destinations with unique offerings.<br />

Joint tourism campaigns and initiatives can<br />

increase tourist flows between the cities, benefiting<br />

local economies. Developing tourism packages<br />

that include both destinations can provide a richer<br />

travel experience for both communities.<br />

Digital Transformation: In the era of digitalization,<br />

exchanging knowledge on smart city technologies,<br />

digital governance and cybersecurity can help<br />

both cities become more efficient and secure.<br />

Collaborative projects in digital innovation can<br />

enhance public services and citizen engagement.<br />

Health prevention and well-being collaboration:<br />

Collaborating on public health prevention can<br />

improve the quality of life for residents of both<br />

cities. Sharing expertise in healthcare management,<br />

disease prevention, and telemedicine can<br />

address common health challenges.<br />

Future Cooperation: To ensure the continued success<br />

of our cooperation, we can establish a joint<br />

committee to oversee and coordinate our collaborative<br />

efforts. Regular meetings and communication<br />

channels will allow us to monitor progress,<br />

address challenges, and explore new opportunities<br />

for collaboration.<br />

By focusing on these<br />

areas, we can create a<br />

robust framework for<br />

collaboration that leverages<br />

our respective<br />

strengths and<br />

addresses our shared<br />

challenges. This partnership<br />

has the poten­<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Fatiha El Moudni,<br />

mayor of Rabat<br />

MOROCCO<br />

INTERVIEW<br />

image/s by C. Jobst/PID, 2022 UCLG Africa<br />

“Both Rabat and<br />

Vienna are rich in<br />

cultural heritage<br />

and vibrant art<br />

scenes. ”<br />

tial to bring significant benefits to both Rabat and<br />

Vienna, enhancing the quality of life for our citizens<br />

and fostering a deeper bond between our cities.<br />

Rabat — the designated “City of Lights” — is<br />

listed as a UNESCO World Heritage Site. What —<br />

in your opinion — distinguishes Rabat from other<br />

cities? What made the UNESCO decide to give the<br />

city this title?<br />

Rabat, known as the “City of Lights,” is distinguished<br />

by its unique blend of historical significance,<br />

cultural heritage, and modern development.<br />

Rabat is an excellent example of a<br />

successful combination of modernism and tradition,<br />

bringing together a rich past and an innovative<br />

present and future. Its development policy<br />

is focused on the promotion of human capital,<br />

despite the challenges it faces in the face of sustained<br />

demographic and economic<br />

growth.<br />

Several factors set Rabat apart<br />

from other cities and contributed<br />

to its designation as a UNE­<br />

SCO World Heritage Site. Rabat<br />

was a strategic place for the different<br />

dynasties that succeeded<br />

each other in Morocco.<br />

This historical significance can<br />

be seen in Rabat’s cityscape,<br />

with its impressive monuments<br />

such as the Hassan Tower, Kasbah of the Oudayas<br />

and the Mohammed V Mausoleum, testifying to its<br />

rich past. Rabat’s rich history and diverse architecture<br />

reflect its past under various dynasties<br />

and colonial influences.<br />

Since 2010, Rabat was declared a “Green City”<br />

as part of its commitment to sustainable urban<br />

development and environmental conservation.<br />

This designation highlights Rabat’s efforts to integrate<br />

green initiatives and enhance the quality of<br />

life for its citizens while preserving its natural and<br />

cultural heritage, and reflect also the commitment<br />

of the Moroccan capital to create a sustainable,<br />

livable, and environmentally friendly city. This recognition<br />

underscores Rabat’s dedication to preserving<br />

its natural authenticity and enhancing the<br />

well-being of its citizens.<br />

In 2022, we celebrated the 10 th anniversary of<br />

the classification of Rabat as a UNESCO World<br />

Heritage Site, which coincided with the celebrations<br />

of Rabat, 1 st capital of African<br />

culture and cultural capital in the<br />

Islamic world.<br />

The harmonious integration of<br />

Rabat’s diverse heritage and the<br />

commitment to preserving its historic<br />

and cultural sites made it a<br />

deserving recipient of the UNESCO<br />

World Heritage title.<br />

Lately, since 2014 until now, A<br />

Royal project launched by His Majesty<br />

the King Mohammed VI, May<br />

God Assist Him, has given to Rabat the prestigious<br />

designation as “Rabat City of Light, Moroccan<br />

Capital of Culture”.<br />

As mayor of Rabat — what is your personal vision<br />

for your city? What are the biggest projects you<br />

are currently working on?<br />

As the mayor of Rabat, my vision for our city is to<br />

continue evolving as a modern, sustainable, and<br />

inclusive city that honors its rich cultural heritage<br />

while embracing innovation and growth. I envision<br />

Rabat as a city where citizens enjoy a high quality<br />

of life, where our historical sites are preserved<br />

and celebrated, and where economic opportunities<br />

and public services are accessible to all, thus<br />

reducing social inequalities.<br />

One of the major current projects that the city is<br />

involved in is the “Royal program Rabat city of light<br />

Moroccan capital of culture” and “the Bouregreg<br />

Valley Development Project”: Those two urban<br />

renewal projects aim to transform the city of<br />

Rabat and the Bouregreg Valley into a vibrant cultural<br />

and recreational area.<br />

The electric mobility improvement project wih<br />

the Korean cooperation KOICA is also a significant<br />

step forward in transforming Rabat into a more<br />

sustainable and livable city. By leveraging advanced<br />

technologies and best practices, we aim to create<br />

a cleaner, greener, and more efficient urban transportation<br />

system that benefits all residents.<br />

We are working on many other projects like the<br />

expansion of the tramway network, the initiatives<br />

of encouraging sustainable housing, the cultural<br />

heritage preservation, the improvements of public<br />

health prevention and safety and the extension<br />

of new spaces to promote strategic initiatives to<br />

improve investments.<br />

Finally, my vision for Rabat with the whole<br />

members of the city council, in close collaboration<br />

with the Wali of the region of Rabat-Sale-Kenitra,<br />

and Governor of Rabat city, is a city that seamlessly<br />

blends its rich history with forward-thinking<br />

development. By focusing on sustainability, cultural<br />

preservation, economic growth, and inclusivity,<br />

we can ensure that Rabat continues to be<br />

a vibrant, thriving city that meets the needs of its<br />

residents and attracts visitors from around the<br />

world. Through these projects and initiatives, we<br />

are laying the groundwork for a prosperous future<br />

while honoring our past.<br />

63<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


MAROKKO<br />

FOKUS<br />

Als Marokko in Wien<br />

Einzug hielt<br />

Im Frühjahr 1783 sorgt ein diplomatisches Großereignis in Wien für<br />

Aufsehen: zum ersten Mal in der Geschichte besucht eine marokkanische<br />

Delegation die Hauptstadt des Habsburgerreiches.<br />

VON SARAH HEFTBERGER<br />

64<br />

A<br />

m 28. Februar 1783 vormittags<br />

zieht eine imposante Kolonne<br />

durch die Wiener Innenstadt – angeführt<br />

von einem Korporal und acht<br />

Kavalleristen in ihren Uniformen sticht<br />

inmitten des Zuges eine imposante<br />

Karosse ins Auge: es ist dies die reich<br />

verzierte kaiserliche Staatskutsche,<br />

Der Marokkanerbrunnen in Wien war ein Geschenk<br />

von Hassan II an den Kaiser<br />

begleitet von zwei Leiblakaien, die<br />

den Gesandten des marokkanischen<br />

Sultans und Pascha von Tanger, Sidi<br />

Mohammed ben Abdul Malek, zu einem<br />

historischen Empfang beim österreichischen<br />

Kaiser Josef II. bringen soll.<br />

Es ist das erste Mal, dass eine<br />

marokkanische Gesandtschaft im<br />

habsburgischen Wien zu Gast ist, dementsprechend<br />

groß ist auch das Interesse<br />

der Wiener Bevölkerung. Gasthäuser<br />

werden nach den Besuchern aus<br />

Nordafrika benannt, Souvenirs kreiert<br />

und verkauft und auch der Ursprung<br />

der Marokkanertorte, die heute noch<br />

in Wiener Kaffeehäusern serviert wird,<br />

geht auf diesen Anlass zurück.<br />

Dem diplomatischen Großereignis<br />

vorausgegangen war die lange Anreise<br />

der marokkanischen Gesandtschaft.<br />

Schon am 10. Juli 1782 gibt es Berichte<br />

in der Wiener Zeitung, dass ein schwedisches<br />

und ein venezianisches Schiff<br />

im Hafen von Algeciras eingelaufen<br />

seien, um Abdul Malek „an den Ort seiner<br />

Bestimmung zu führen“. Im Oktober<br />

berichtet dann der österreichische<br />

Konsul in Livorno, Guiliano Ricci, dass<br />

der marokkanische Gesandte samt<br />

Entourage in der toskanischen Hafenstadt<br />

eingetroffen sei. Er sei im Dienste<br />

des Sultans angereist, um dem österreichischen<br />

Kaiser zum Tod seiner Mutter<br />

zu kondolieren sowie zu seiner<br />

Thronbesteigung zu gratulieren und<br />

einen Friedens- und Freundschaftsvertrag<br />

mit Österreich auszuhandeln.<br />

Vermutlich am 5. Dezember bricht<br />

die Gesandtschaft dann gen Triest auf,<br />

zwei Monate später beginnt die Reise<br />

nach Wien über die „Hauptkommerzialstraße“,<br />

die Kaiser Karl VI. Mitte der<br />

1720er Jahre ausbauen hatte lassen.<br />

Mit sieben Reisewägen, einem schwerbepacktem<br />

Lastwagen und zahlreichen<br />

Geschenken fährt die Delegation<br />

schließlich über Adelsberg (Postojna),<br />

Oberlaibach (Vrhnika), Laibach (Ljubljana),<br />

Franz (Vransko), Gonobitz (Slovenske<br />

Konjice), Marburg an der Drau<br />

(Maribor), Wildon, Graz, Bruck an der<br />

Mur, Krieglach, Neunkirchen und Traiskirchen<br />

in die Hauptstadt des Habsburgerreiches.<br />

Vorbereitungen in Wien<br />

Währenddessen bereitet sich der Hof in<br />

Wien akribisch auf den Besuch der Delegation<br />

vor, denn es gibt strikte Protokolle<br />

aber auch Erwartungen, die erfüllt<br />

werden müssen. Gleichzeitig bedarf es<br />

einer gewissen Flexibilität, schließlich<br />

ist man zum ersten Mal Gastgeber einer<br />

marokkanischen Delegation.<br />

Der Hofdolmetscher Carl von Bihn,<br />

der die Maghrebiner auf ihrer Reise<br />

Kupferstich von Hieronymus Löschenkohl<br />

nach Wien begleitet, berichtet dem<br />

Kaiserhaus unterdessen regelmäßig<br />

von der Anfahrt der Delegation – und<br />

natürlich vom Gesandten. Mohammed<br />

ben Abdul Malek sei laut ihm „ein<br />

ganz besonderer Mann, der nicht den<br />

geringsten türkischen Stolz an sich<br />

hat, sondern freundlich, unterhaltend,<br />

auch zu allen bereitwilig [sic!]<br />

ist, und auf eine anständige Art zu<br />

scherzen weiß“.<br />

Parallel dazu schürt die Presse<br />

große Erwartungen in der Wiener<br />

Bevölkerung. Immer wieder gibt es<br />

Berichte über die Gesandtschaft des<br />

Sultans von Marokko, die bald in Wien<br />

eintreffen soll.<br />

Ankunft in Wien<br />

Am 20. Februar 1783 ist es dann so<br />

weit: der marokkanische Gesandte<br />

trifft mit seinen Begleitern in der Habsburger<br />

Hauptstadt ein.<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Fächer mit Darstellung des Einzugs des<br />

marokkanischen Botschafters in Wien<br />

Er wird im Kalkreiterischen Haus<br />

neben der Paulanerkirche im heutigen<br />

4. Bezirk untergebracht. Dort wartet er<br />

auf eine Audienz beim Kaiser.<br />

Die Wartezeit wird ihm dabei mit<br />

zahlreichen Aktivitäten verkürzt. So<br />

wird Abdul Maleks zu Ehren zum Beispiel<br />

zu einer rauschenden Ballnacht<br />

im Palais Liechtenstein mit 500 Gästen<br />

des hohen Adels gebeten. All das<br />

wird von den Medien und Wiener:innen<br />

aufmerksam verfolgt, sogar schein­<br />

gen Schaulustigen, die allesamt<br />

einen Blick auf den Repräsentanten<br />

des marokkanische Sultans<br />

erhaschen wollen.<br />

Nachdem dieser in der Hofburg<br />

ankommt, wird er in das Audienzzimmer<br />

geführt, wo ihn der Kaiser<br />

mit bedecktem Haupt und in Uniform<br />

gekleidet an einem mit goldenem<br />

Stoff gedeckten Tisch empfängt.<br />

Mohammed ben Abdul Malek wendet<br />

sich sodann auf Arabisch an den Kai­<br />

nischen Botschafter schließlich wieder<br />

auf den Weg zurück in sein Quartier.<br />

Mit der Inszenierung des Empfangs<br />

dürften auch die Erwartungen der<br />

Bevölkerung erfüllt worden sein. Zahlreiche<br />

Künstler:innen sorgen außerdem<br />

dafür, dass der Besuch noch lange<br />

Zeit im visuellen Gedächtnis der Stadt<br />

bleibt. Hier sticht besonders der Maler<br />

Hieronymus Löschenkohl hervor. Er<br />

fertigt von den wesentlichen Szenen<br />

des Besuches Kupferstiche an, die er<br />

einzeln und sogar auf einen Fächer<br />

gedruckt in einem Geschäft am Kohlmarkt<br />

verkauft. Bald ziehen weitere<br />

geschäftstüchtige Unternehmer:innen<br />

nach und veräußern Portraits des<br />

Besuchers oder sogar Gipsmedaillons.<br />

Das Zusammentreffen gipfelt<br />

schließlich im Abschluss eines Handels-,<br />

Friedens- und Freundschaftsvertrages,<br />

der noch einmal die neugeschlossenen<br />

Bande bekräftigt.<br />

65<br />

Foto/s © Wien Museum, Atelier Stiegler/Massard, Thomas Ledl<br />

Die Audienz des Botschafters von Marokko bei Kaiser Joseph II, festgehalten von<br />

Hieronymus Löschenkohl<br />

bar nebensächliches wie Kleidung<br />

und Essensgewohnheiten werden<br />

genauestens analysiert und öffentlich<br />

besprochen.<br />

Die Audienz beim Kaiser<br />

Acht Tage nach der Ankunft der marokkanischen<br />

Gesandtschaft in Wien findet<br />

schließlich der mit Spannung<br />

erwartete und minutiös geplante Empfang<br />

bei Kaiser Josef II. statt. Um 11 Uhr<br />

vormittags wird Abdul Malek von Hofdolmetscher<br />

von Bihn mit der sechsspännigen<br />

Kutsche des Kaisers von<br />

seinem Quartier abgeholt und zur Hofburg<br />

gebracht. Der imposante Zug aus<br />

Korporal, Kavalleristen, Grenadieren,<br />

dem Stallmeister der Gesandtschaft,<br />

den acht Präsentpferden des Sultans<br />

und der Staatskutsche mit Abdul<br />

Malek zieht also durch die Hauptstadt<br />

der Monarchie, begleitet von unzähli­<br />

ser, die Ansprache wird danach vom<br />

Hofdolmetscher auf Deutsch übersetzt.<br />

Die kaiserliche Antwort wird<br />

vom Staats-Vizekanzler Johann Philipp<br />

Joseph Graf von Cobenzl vorgetragen.<br />

Außerdem übergibt Abdul Malek<br />

sein Beglaubigungsschreiben und<br />

besiegelt damit den Beginn der diplomatischen<br />

Beziehungen zwischen<br />

Österreich und Marokko.<br />

Zuletzt nähert sich der Botschafter<br />

dem Kaiser „mit aller Ehrerbietigkeit<br />

zu dem Kleidkuß“ und kehrt in die Ritterstube<br />

zurück. Laut Zeitungsberichten<br />

dauert die Audienz gerade einmal<br />

15 Minuten. Danach wird Abdul Malek<br />

in den Amalischen Hof geleitet, wo er<br />

noch verköstigt wird. Der Kaiser selbst<br />

soll hier inkognito am Mahl teilgenommen<br />

haben – ein Novum, wie man<br />

in den Medien anmerkt. Um drei Uhr<br />

nachmittags macht sich der marokka­<br />

Ein Geschenk des Königs<br />

An das diplomatische Großereignis<br />

erinnert heute die Marokkanergasse im<br />

3. Wiener Gemeindebezirk. Auch der<br />

Marokkanerbrunnen, der sich ebenfalls<br />

im dritten Bezirk befindet, geht auf das<br />

diplomatische Großereignis zurück:<br />

Im Jahr 1998 schenkt ihn der damalige<br />

marokkanische König Hassan II. der<br />

österreichischen Bevölkerung als Zeichen<br />

der langwährenden Freundschaft<br />

beider Länder, zurückgehend auf den<br />

1783 unterschriebenen Handels-, Friedens-<br />

und Freundschaftsvertrag.<br />

Buchempfehlung<br />

Die Marokkaner in Wien<br />

MARK HÄBERLEIN<br />

Franz Steiner Verlag<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOKUS<br />

MAROKKO<br />

Marokko und Österreich:<br />

Enge Zusammenarbeit<br />

Das <strong>SOCIETY</strong> Magazin hat die österreichische Botschafterin in Marokko,<br />

I.E. Anna Jankovic, unter anderem nach dem Status der österreichischmarokkanischen<br />

Beziehungen, wirtschaftlichen Chancen in Marokko und<br />

Entwicklungen in Bezug auf erneuerbare Energien gefragt.<br />

66<br />

„Eines dieser ehrgeizigen<br />

Ziele ist, dass Marokko<br />

in Zukunft bis zu 8% der<br />

weltweiten Nachfrage an<br />

erneuerbaren Energien<br />

decken soll.“<br />

Seit 2022 sind Sie österreichische Botschafterin in<br />

Marokko — was zeichnet, Ihrer Meinung nach, die<br />

österreichisch-marokkanischen Beziehungen aus?<br />

Unsere Beziehungen sind auf einem sehr soliden<br />

Fundament aufgebaut und bestehen seit über<br />

240 Jahren! Sie sind heute<br />

ausgezeichnet und durch<br />

eine enge und vertrauensvolle<br />

Zusammenarbeit in allen<br />

Bereichen gekennzeichnet.<br />

Für die Zukunft sehe ich<br />

große Chancen. Klar sichtbar<br />

wird dies auch an der Reihe<br />

höchstrangiger Besuche in<br />

den letzten Jahren, z.B. mit<br />

Bundeskanzler Karl Nehammer<br />

und anderen Vertreter:innen<br />

der österreichischen Bundesregierung.<br />

Österreich ist aber<br />

auch in ganz anderen Bereichen,<br />

wie etwa dem interkulturellen<br />

und interreligiösen<br />

I.E. Anna Jankovic<br />

Dialog, präsent und ein geschätzter Partner.<br />

Der Grundstein dafür wurde vor über 240 Jahren<br />

gelegt, als am 28. Februar 1783 eine beeindruckende<br />

marokkanische Delegation, geleitet durch<br />

den marokkanischen Botschafter Ben Abdelmalek,<br />

in Wien einzog. Noch heute erinnert die Marokkanergasse<br />

an dieses<br />

Ereignis. Die Delegation<br />

besuchte im Auftrag<br />

von Sultan Mohammed<br />

III den Hof von Joseph<br />

II. Bereits bei diesem<br />

Besuch wurde ein<br />

erster Freundschaftsund<br />

Handelsvertrag<br />

geschlossen. Das war<br />

der Anfang unserer langjährigen<br />

diplomatischen<br />

Beziehungen, ein Jubiläum, das wir letztes Jahr<br />

durch mehrere Veranstaltungen gefeiert haben —<br />

mit Ausstellungen, Konzerten und Symposien in<br />

beiden Ländern.<br />

Welche Ziele haben Sie sich persönlich für Ihre<br />

Zeit hier in Marokko gesteckt? Auf welche Bereiche<br />

legen Sie besondere Schwerpunkte?<br />

Ganz generell betrachte ich es als Botschafterin<br />

Österreichs in Marokko als meine vorrangige<br />

Aufgabe, unsere Beziehungen im beiderseitigen<br />

Interesse in allen Bereichen weiter zu vertiefen.<br />

Die Initiierung hochrangiger politischer Besuche<br />

und die umfassende Vertretung der Interessen<br />

der österreichischen Wirtschaft stehen hier an<br />

vorderster Stelle. Die politische und wirtschaftliche<br />

Zusammenarbeit zwischen<br />

Österreich und Marokko ist wie<br />

erwähnt sehr gut entwickelt und<br />

von gegenseitigem Vertrauen<br />

geprägt. Ich sehe aber auch zahlreiche<br />

weitere lohnende Anknüpfungspunkte<br />

wie beispielsweise<br />

Initiativen im Bereich der<br />

Entwicklungszusammenarbeit<br />

und der Menschenrechte,<br />

Projekte mit Jugendlichen,<br />

Kulturprojekte oder auch die<br />

Förderung eines aktuellen Österreichbilds.<br />

Ich versuche stets, bei<br />

der Umsetzung meiner Ideen und<br />

Ziele offen auf unsere marokkanischen<br />

Gesprächspartner:innen<br />

zuzugehen und Projekte gemeinsam mit ihnen zu<br />

erarbeiten.<br />

Wie präsent ist Österreich in Marokko bzw. wie<br />

wird Österreich in Marokko Ihrer Erfahrung nach<br />

wahrgenommen?<br />

Österreich ist in Marokko vor allem als Kultur- und<br />

Tourismusdestination bekannt. Man bringt uns viel<br />

Sympathie und Interesse entgegen, das Wissen<br />

über Österreich ist aber auch unvollständig und<br />

gelegentlich anekdotenhaft. Hier sehe ich es als<br />

meine Aufgabe, als offizielle Vertreterin Österreichs<br />

durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit<br />

einen umfassenden, realistischen und zeitgemäßen<br />

Eindruck von unserem Land zu vermitteln.<br />

Dies ist auch meine Priorität im Rahmen von Medienarbeit,<br />

Kultur-Veranstaltungen oder der sogenannten<br />

soft diplomacy, die sich immer wieder als<br />

sehr wirkungsvoll zur Förderung des zivilgesellschaftlichen<br />

Dialogs erweist.<br />

Welche wirtschaftlichen Chancen nutzt Österreichs<br />

und Europas Wirtschaft in Marokko bereits<br />

und wo sehen Sie noch große Möglichkeiten, insbesondere<br />

für Zusammenarbeitsprojekte?<br />

Marokko ist für Europa und Österreich bereits ein<br />

bedeutender Wirtschaftsstandort. Gründe dafür<br />

sind neben der geographischen Nähe auch die<br />

politische Stabilität und die immer besser ausge­<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Der Einzug des marokkanischen Botschafters in Wien, 1783<br />

Foto/s © Österreichisches Außenministerium, Johann Hieronymus Löschenkohl, Museum Inv.-Nr. 169907/2, CC0<br />

bildeten Arbeitskräfte. Marokko gilt zurecht als ein<br />

Stabilitätsanker in der Region und stellt daher eine<br />

wichtige Brücke zwischen Europa und dem afrikanischen<br />

Kontinent dar. Das Land bietet österreichischen<br />

Unternehmen durch seine Strategieprogramme<br />

Sicherheit und Zuverlässigkeit in<br />

der Zukunftsplanung. Im Automobilbereich etwa<br />

profitieren Europa und Österreich durch Aufträge<br />

an Zulieferer, es werden ca. 700.000 PKWs pro<br />

Jahr in Marokko produziert.<br />

Für Österreich sind insbesondere Maschinenbauerzeugnisse<br />

und technische Produkte von<br />

Bedeutung, die fast 50% der österreichischen<br />

Exporte nach Marokko ausmachen. Zusätzlich<br />

werden ca. 25% des Exportvolumens über spanische<br />

oder französische Niederlassungen abgewickelt.<br />

Im Aufschwung befinden sich derzeit vor<br />

allem die Flugzeug- und Textilindustrie, aber auch<br />

die Fahrzeugindustrie.<br />

Großes Potential für Österreich in den nächsten<br />

Jahren sehe ich vor allem in den Infrastrukturprojekten<br />

im Rahmen der Fußball-WM 2030,<br />

besonders im Bahnbereich. Auch werden die<br />

Sektoren der erneuerbaren Energien, Energieeffizienz<br />

und Wasserwirtschaft zunehmend wichtig<br />

und bieten großes Exportpotenzial für österreichische<br />

Unternehmen.<br />

Wo stehen, realistisch betrachtet, die Verwirklichungspläne<br />

für marokkanische Exporte erneuerbarer<br />

Energie nach Europa und Österreich?<br />

Marokko hat im Bereich der Exporte von erneuerbaren<br />

Energien vielversprechende Pläne für die<br />

Produktion von grünem Wasserstoff. Die Green<br />

Hydrogen-Roadmap des Ministeriums für Energiewende<br />

definiert sehr ambitionierte Entwicklungsstufen<br />

bis 2030 und 2040 — das zeigt den<br />

großen Willen Marokkos, sich in diesem Bereich<br />

als globaler Vorreiter zu positionieren. Eines dieser<br />

ehrgeizigen Ziele ist, dass Marokko in Zukunft bis<br />

zu 8% der weltweiten Nachfrage an erneuerbaren<br />

Energien decken soll.<br />

Im Bereich Solarenergie ist Marokko auch ein<br />

Vorreiter, vor allem mit seinem Großprojekt in dem<br />

südlich des Atlasgebirges gelegenen Ort Ouarzazate,<br />

das zu den größten Solarparks der Welt<br />

zählt. Weitere Solarparks mit noch größerer Leistung<br />

stehen in Planung. Da bereits interkontinentale<br />

Stromkabel zwischen Marokko und Spanien<br />

bestehen und noch weitere auch nach Portugal<br />

in Planung sind, ist Optimismus durchaus angebracht.<br />

Das sind natürlich Langzeitprojekte, deren<br />

Verlauf wir genau beobachten. Insgesamt bin ich<br />

sehr zuversichtlich, dass Marokko in Zukunft ein<br />

wichtiger Energie-Exporteur für Europa sein wird.<br />

Was gefällt Ihnen an Ihrem Gastland besonders<br />

und was fehlt Ihnen an Österreich am meisten?<br />

Ich finde es spannend, dass Marokko ein Land mit<br />

sehr unterschiedlichen Identitäten ist: islamisch,<br />

berberisch; arabisch, afrikanisch, mediterran,<br />

atlantisch — es ist ein Land im Aufbruch mit einer<br />

sehr jungen, aufstrebenden Bevölkerung.<br />

Marokko ist auch ein Schmelztiegel mehrerer<br />

Kulturen: Berberisch, arabisch, jüdisch, europäisch,<br />

afrikanisch, diese haben alle im Laufe der<br />

Geschichte ihre Spuren hinterlassen und machen<br />

das Land für mich vielfältig und attraktiv. Als<br />

Naturliebhaberin genieße ich auch die einzigartigen<br />

Landschaften, vom Hohen Atlas über die<br />

Sahara bis hin zur atlantischen Küstenregion, an<br />

der die Hauptstadt Rabat mit ihrer satten Vegetation<br />

liegt.<br />

Und was fehlt mir am meisten aus Österreich?<br />

Diese Frage konnte ich auf allen meinen bisherigen<br />

Posten gleich beantworten: es sind meine Familie<br />

und meine Freund:innen in Österreich. Gleichzeitig<br />

bin ich mir aber all der Chancen und Vorteile, die<br />

mein abwechslungsreicher Beruf mit sich bringt,<br />

sehr bewusst und dafür dankbar.<br />

67<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOKUS<br />

MAROKKO<br />

Malerisches<br />

Marokko<br />

Jeder kennt Marrakesch, doch hat Marokko mit der Hauptstadt Rabat und dem<br />

Küstenstädtchen Essaouria weitere malerische Sehenswürdigkeiten zu bieten.<br />

68<br />

Kulturgenuss in Rabat<br />

Die Königsstadt Rabat liegt an der<br />

Atlantikküste und bezaubert sowohl mit<br />

ihren unzähligen Parks und botanischen<br />

Gärten als auch mit ihren historischen<br />

Bauten. Unbedingt besuchen sollte man<br />

die Medina, welche von der Stadtmauer<br />

eingefasst wird und durch ihre breiten<br />

Gassen und verkehrsfreie Zone besonders<br />

angenehm zu besichtigen ist.<br />

Von Gewürzen und frisch gepresstem<br />

Arganöl bis hin zu Lederwaren und Kleidung<br />

reicht das Angebot der Händler.<br />

Am Ende der Medina wartet der Restaurant-Lounge-Club<br />

Le Dhow, ein traditionelles<br />

Holzschiff, auf hungrige Gäste.<br />

Hier findet man auch Einheimische, die<br />

einen After-Work-Cocktail mit Blick auf<br />

die Marina von Rabat genießen.<br />

Die Kasbah des Oudayas thront als<br />

malerisches Viertel in blau-weiß über<br />

der Medina. Am südlichen Ufer der<br />

Flussmündung von Rabat, wo die Rue<br />

des Consuls endet, gelangt man über<br />

den Platz Souk Ghezel zu dieser einzigartigen<br />

Festung aus dem 12. Jahrhundert,<br />

deren ursprüngliche Funktion die<br />

Bewachung der Stadt durch den Volksstamm<br />

der Oudaias war.<br />

Weitere Wahrzeichen Rabats<br />

sind der Hassan Turm und das<br />

daneben gelegene Mausoleum<br />

von Mohammed V. Der Turm<br />

ist das unvollendet gebliebene<br />

Minarett der ebenfalls nicht fertiggestellten<br />

Großen Moschee.<br />

Im Osten des Moschee-Komplexes<br />

wurde in den 1960er Jahren<br />

das Mausoleum für Mohammed<br />

V. (1956–1961), dem ersten König<br />

Marokkos nach dem Ende der Kolonialzeit,<br />

von dem vietnamesischen Architekten<br />

Vo Tuan geplant und erbaut.<br />

Auch sein Sohn und Nachfolger Hassan<br />

II. ist hier bestattet.<br />

Eine spannende Sammlung von<br />

moderner Kunst findet man im Museum<br />

Mohamed VI of Modern Contemporary<br />

Art. Vor dem Gebäude kann man<br />

bereits Skulpturen von Fernando<br />

Botero und Niki de Saint Phalle bestaunen.<br />

Im Inneren locken wechselnde<br />

Ausstellungen kontemporärer marokkanischer<br />

Künstler, aber auch Werke<br />

von Julian Schnabel oder kubanischen<br />

Kunstschaffenden.<br />

Turbulent trifft auf Ruheoase<br />

in Marrakesch<br />

Bei einem Marokkobesuch darf Marrakesch<br />

nicht fehlen. Die „rote Stadt“,<br />

wie sie auch genannt wird, liegt im<br />

Zentrum des Landes und hat eine Vielzahl<br />

von Sehenswürdigkeiten zu bieten:<br />

Allen voran die quirlige Innenstadt<br />

mit dem Djemaa El Fna Platz, dem Zentrum<br />

des Geschehens von Marrakesch.<br />

Hier treffen Schlangenbeschwörer auf<br />

Artisten und Straßenhändler. Die riesigen<br />

Souks sind ebenfalls sehr beliebt<br />

und bieten von Lederwaren über<br />

Schmuck, Kosmetik und Keramik<br />

alles was das Herz begehrt.<br />

Die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit<br />

von Marrakesch ist<br />

der Bahia Palast. Dieser wurde<br />

im späten 19. Jahrhundert<br />

vom Großwesir des Sultans<br />

Si-Mussa im arabisch-andalusischen<br />

Stil erbaut und nach<br />

dessen Lieblingsfrau benannt.<br />

Der feudale Palast ist mit seinen<br />

zauberhaften Innenhöfen und<br />

Parkanlagen ein Paradebeispiel für<br />

islamische Architektur.<br />

Marrakesch ist besonders bekannt<br />

für seine malerischen Gärten, gleich<br />

mehrere davon sind absolute Highlights.<br />

Der bekannteste von ihnen ist<br />

sicherlich Jardin Majorelle vom verstorbenen<br />

französischen Modeschöpfer<br />

Yves Saint Laurent. Ursprünglich<br />

vom Maler Jacques Majorelle angelegt,<br />

verzaubert die in blau und gelb<br />

gehaltene Anlage mit wunderschön<br />

arrangierten Pflanzen aus aller Welt.<br />

Foto/s © Tanja Tauchhammer,<br />

Botschaft von Marokko in Wien<br />

links Pflanzenarrangement im<br />

Jardin Majorelle<br />

mitte Der Balkon des Pavillons<br />

der Menara Gärten<br />

rechts Der Turm von Hassan II<br />

in Rabat<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


FOKUS<br />

MAROKKO<br />

Teil des Bahia-Palastes in Marrakesch<br />

In der Medina von Marrakesch<br />

Buchhändler in Rabat<br />

Aufgrund seiner Beliebtheit ist der Jardin<br />

Majorelle leider etwas überfüllt<br />

und sollte möglichst früh am Morgen<br />

besucht werden. Weniger voll ist der<br />

Menara Garten, ein öffentlicher Stadtpark<br />

außerhalb der Medina. Die etwa<br />

100 Hektar große Anlage ist um ein<br />

zentrales Wasserbecken angelegt,<br />

das von Ölbaumplantagen<br />

umgeben ist.<br />

Bewässert wird der<br />

ANIMA Garden von<br />

André Heller<br />

Olivenhain durch<br />

ein Wasserbecken<br />

in seiner Mitte, von<br />

dem ein weitläufiges<br />

Kanalsystem ausgeht. Der<br />

Garten wurde 1156–1157 unter<br />

dem Almohaden-Herrscher Abd<br />

al-Mu'min angelegt. Seit 1985 steht er<br />

gemeinsam mit der Altstadt von Marrakesch<br />

und den Agdal-Gärten auf der<br />

Liste des Weltkulturerbes der UNESCO<br />

und ist ein beliebtes Ausflugsziel der<br />

Einheimischen. Absolut sehenswert<br />

ist der Pavillon, der eine Galerie beheimatet<br />

und einen schönen Blick auf die<br />

zauberhafte Anlage bietet.<br />

Nicht so bekannt, dafür aber umso<br />

schöner ist der Garten ANIMA des<br />

österreichischen Universalgenies<br />

André Heller. Etwas außerhalb der<br />

Stadt gelegen und mit einem Shuttlebus<br />

zu erreichen, bietet er auf drei<br />

Hektar Fläche eine botanische Inszenierung<br />

mit einem Labyrinth aus pflanzenbewachsenen<br />

Wegen, wo Pavillons<br />

und Skulpturen von internationalen<br />

Künstlern auf ihre Entdeckung warten.<br />

Von der Dachterrasse des Café Paul<br />

Bowles hat man einen herrlichen Blick<br />

auf das Atlasgebirge.<br />

Chill-out in Essaouira<br />

Die Hafenstadt Essaouira an der<br />

Atlantikküste blickt auf eine lange<br />

Geschichte zurück. Sie war bereits im<br />

7. Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern<br />

besiedelt und bis zum Ende des<br />

19. Jahrhunderts die finale Destination<br />

vieler Karawanen. Die „weiße Stadt“,<br />

wie sie aufgrund ihrer weißen Häuser<br />

auch genannt wird, verfügt über eine<br />

Festungsmauer aus der Zeit der Portugiesen<br />

und einer wunderschönen<br />

Medina mit allerlei Souks und malerischen<br />

Cafés.<br />

Bekannt ist Essaouira auch für<br />

die traditionelle Kohabitation der<br />

drei Weltreligionen, sowohl Juden<br />

als auch Christen und Muslime lebten<br />

hier friedlich nebeneinander. Die<br />

Juden Essaouiras waren oftmals Händler,<br />

welche die Waren der Karawanen<br />

von dort aus nach Europa verschifften.<br />

Nach dem Bau von Casablanca durch<br />

die Franzosen verlor Essaouira allerdings<br />

seinen Status und viele ansässige<br />

Händler zogen in das neue Industriezentrum,<br />

nach Europa und Israel. Ihre<br />

Geschichte kann man im Bayt Dakira<br />

(Morocco’s House of Memory), welches<br />

von André Azoulay, dem Berater<br />

des Königs und Sohn der Stadt initiiert<br />

wurde, erfahren. Im früheren jüdischen<br />

Viertel von Essaouira gelegen, wurde<br />

das alte Haus eines jüdischen Händlers<br />

in einen Ort der Erinnerung umgebaut,<br />

wo an eine Zeit der friedlichen Koexistenz<br />

von Juden und Muslimen gedacht<br />

wird. Eine Synagoge und Artefakte<br />

von früheren Einwohnern des Viertels<br />

sowie eine Bibliothek lassen die Besucher<br />

in die damalige Welt der Juden<br />

Essaouiras eintauchen.<br />

Essaouria ist ein Ort der wie<br />

geschaffen ist, die Seele baumeln zu<br />

lassen, seine Strände sind wegen des<br />

windigen Wetters auch ein beliebter<br />

Kitesurf-Spot. Für kulturelle Unterhaltung<br />

sorgt das Musikfestival der Gnaoua,<br />

welches jährlich im Juni stattfindet.<br />

Besonders schön übernachtet<br />

man in einem der vielen Riads, wie<br />

etwa dem Malika, wo man auch traditionelle<br />

marokkanische Küche genießen<br />

kann.<br />

Inside Marokko<br />

Restaurant-Lounge-Club<br />

Le Dhow<br />

Quai de Bouregreg, Av. Al Marsa,<br />

Rabat 10000, Marokko<br />

ledhow.com<br />

Museum Mohamed VI of<br />

Modern Contemporary Art<br />

2 Avenue Moulay Hassan, Rabat<br />

museemohammed6.ma<br />

Jardin Majorelle<br />

Rue Yves Saint Laurent<br />

40 090 Marrakech, Maroc<br />

(Tickets kauft man am besten online)<br />

jardinmajorelle.com<br />

ANIMA Garden<br />

Douar Sbiti<br />

Route d’Ourika, Marrakech<br />

anima-garden.com<br />

Bayt Dakira (House of Memory)<br />

Rue Ziry Ibn Atiyah, Essaouira 44000<br />

visitessaouira.com<br />

Riad Malaïka Essaouira<br />

Rue Zayan, Essaouira 44100<br />

riad-malaika-essaouira.com<br />

69<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOCUS<br />

MOROCCO<br />

Morocco:<br />

Europe’s gateway<br />

to Africa<br />

70<br />

The geopolitical location and the efforts of European companies to diversify<br />

supply chains make the Kingdom of Morocco an ideal bridge between<br />

Europe and Africa. The Mediterranean links Morocco to Europe, the Atlantic<br />

is Morocco’s gateway to the African continent and the Americas.<br />

BY DR. RUDOLF THALER<br />

I<br />

nvestments in infrastructure, trade<br />

agreements, robust economic performance,<br />

low labour costs and business<br />

friendly policies are on the list of<br />

potential investors. Around four percent<br />

of European companies appreciate<br />

Morocco as an alternative sourcing<br />

and business destination. They appreciate<br />

Morocco’s sustained relations<br />

with Europe and the USA and the substantial<br />

FDI flow from European companies.<br />

From manufactured goods to<br />

agriculture, Morocco can be a cost-effective<br />

partner for various European<br />

industries.<br />

Morocco is the third largest African<br />

exporter to the EU and the fifth largest<br />

economy on the African continent with<br />

a GDP per capita of 3.345 USD (about<br />

7.400 USD purchasing power parity<br />

adjustment). Main trading partners are<br />

Spain, France, China, USA, Germany,<br />

Italy and Türkiye. More than half of<br />

Morocco’s exports (56%) go to the EU,<br />

in comparison to 1% of EU goods trade.<br />

In African trade, Morocco is becoming<br />

a strategic hub for the North African<br />

region and the continent.<br />

Robust economic<br />

performance<br />

The International Monetary Fund (IMF)<br />

projects economic growth rates of<br />

3.1% in 2024 and 3.3% in 2025. The African<br />

Development Bank (AfDB) shares<br />

IMF’s optimism: 3.5% (2024) and 3.9%<br />

(2025). A better performance in the<br />

agricultural sector translates into<br />

higher employment, especially in rural<br />

regions. Agriculture constitutes 12%<br />

of GDP and 30% of the population are<br />

employed in this sector.<br />

In the end of March, S&P Global<br />

Ratings upgraded Morocco’s outlook<br />

from ‘stable’ to ‘positive’. It highlights<br />

Morocco’s resilience to multiple shocks<br />

over the past five years, like the consequences<br />

of Russia’s war in Ukraine, the<br />

COVID-19 pandemic, and droughts. S&P<br />

Global Ratings predicts that Morocco’s<br />

annual economic growth will accelerate,<br />

averaging 3.6% from 2024 to<br />

2027, supported by robust exports and<br />

domestic demand.<br />

Major pillars of the Moroccan economy<br />

are tourism, agriculture and<br />

phosphate. Morocco has the world’s<br />

largest phosphate reserves. Sustainable<br />

reforms in sectors like tourism,<br />

automotive and phosphates are<br />

expected to strengthen economic<br />

performance.<br />

Furthermore, Morocco is the second<br />

largest exporter of automobiles<br />

on the African continent, and the No 3<br />

exporter of aircraft supplies in Africa.<br />

One of the most ambitious visions is<br />

to construct over 5.500 kilometres<br />

of new highways and expressways<br />

by 2035.<br />

Pioneer of green energy<br />

in Africa<br />

The Deloitte 2023 global green hydrogen<br />

outlook positions Morocco as<br />

prime candidate for significant green<br />

hydrogen production and one of the<br />

countries with the most potential<br />

to export green hydrogen. Morocco<br />

plans to further elevate the renewable<br />

energy contribution to 70% by 2040<br />

and ultimately reach 80% by 2050 in its<br />

electricity mix. Morocco’s proximity to<br />

Europe makes it one of the best positioned<br />

countries in the world. Morocco<br />

image/s by Botschaft von Marokko, Jürgen Makowecz<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Together with a delegation,<br />

Austrian Chancellor Karl Nehammer<br />

visited the Prime Minister of Morocco<br />

Aziz Akhannouch<br />

is the first country to have signed a<br />

declaration of intention with the EU<br />

regarding a green partnership.<br />

Morocco is at the forefront of the<br />

Blue Economy. At the COP28 hosted by<br />

the United Arab Emirates, “The Partnership<br />

for a blue Mediterranean” had<br />

an ambitious target of mobilizing one<br />

billion Euros of investment.<br />

According to the UNCTAD World<br />

Investment Report 2023, Morocco<br />

ranks Top 10 among developing countries<br />

by international investment in<br />

renewable energy in the period 2015-<br />

2022: 29.7 billion USD. The share of<br />

renewable energy in total project values<br />

is 34%.<br />

Host of 2030 FIFA World Cup<br />

in Africa<br />

Large-scale investments in connection<br />

with the 2025 African Cup of<br />

Nations (AFCON) and the 2030 Football<br />

World Cup are expected. FIFA will host<br />

the World Cup on three continents,<br />

Morocco will be the host in Africa. The<br />

World Cup 2030 may provide a 1.2-Billion-USD<br />

boost to the economy. At<br />

the Qatar World Cup 2022, Morocco<br />

became the first African team to reach<br />

the semi-finals. The extraordinary performance<br />

of the Atlas Lions will have a<br />

positive impact on tourism.<br />

No 1 tourist destination<br />

in Africa<br />

Moroccan tourism is on the rise, according<br />

to United Nations Tourism: Under<br />

the visionary leadership of His Majesty<br />

King Mohammed VI, Morocco successfully<br />

navigated two major challenges:<br />

Covid-19 and the Al Haouz earthquake.<br />

According to the Minister of Tourism,<br />

the country is still on track to hit its target<br />

of 25 million tourists by 2030.<br />

Morocco tops the list as the most<br />

visited country in Africa, followed by<br />

Egypt and South Africa. His vibrant culture,<br />

stunning landscape and hospitality<br />

attracted 14.5 million tourists in<br />

2023, a record breaking year.<br />

Positive business outlook<br />

Austria’s Federal Chancellor Karl<br />

Nehammer and Minister for Economy<br />

Martin Kocher recently visited<br />

Morocco accompanied by business<br />

delegations and headed by the Austrian<br />

Federal Economic Chamber to<br />

further strengthen bilateral cooperation.<br />

The visit came within the con ­<br />

text of the celebration of 240 years<br />

of diplomatic relations between the<br />

two countries.<br />

In 2023, the Austrian trade volume<br />

totalled 622.6 million Euro, i.e. +24%<br />

compared to the year before. Morocco<br />

is Austria’s No 3 export market in<br />

Africa. For the first time, the Austrian<br />

exports to Morocco reached the 200<br />

million Euro mark (€ 205 million). More<br />

and more Austrian and European companies<br />

are interested in establishing<br />

and enlarging their production entities<br />

stressing the attractive business<br />

opportunities.<br />

71<br />

More about the relations between Morocco and Austria:<br />

Morocco and Austria —<br />

240 years of diplomatic relations<br />

International Seminar — Historical and<br />

diplomatic dimensions of the relations<br />

between Morocco and Austria<br />

“The celebration of the 240 th anniversary of the establishment<br />

of diplomatic relations between Morocco and Austria offers us<br />

the opportunity to go back to history, to understand better the<br />

dynamics that the relations between our two countries are currently<br />

experiencing as well as to explore how we could contribute<br />

together to further develop and deepen them on the basis of<br />

our unique, common and rich shared historical heritage”<br />

H.E. AZZEDDINE FARHANE, AMBASSADOR OF HIS MAJESTY<br />

THE KING OF MOROCCO TO AUSTRIA<br />

“Our diplomatic ties date back to the late 18 th century when Emperor Joseph<br />

II received the Moroccan Ambassador Mohammed Ben Abdul Malik in an<br />

audience on February 28, 1783, in Vienna. The delegation fulfilled its diplomatic<br />

task with grandeur and made a big impression on the Viennese population.<br />

The fascination for the high African guests almost immediately bore<br />

fruit — already a few years later, a street was named after Morocco, tavern<br />

signs designed, and many contemporary illustrations spread the news.”<br />

H.E. CHRISTOPH THUN-HOHENSTEIN, AMBASSADOR, DIRECTOR GENERAL OF<br />

INTERNATIONAL CULTURAL RELATIONS, BMEIA<br />

“After 240 years of diplomatic relations between Austria and<br />

Morocco, we have ample reasons to celebrate our deep-seated<br />

friendship. This publication stems from the insights gleaned<br />

during an international seminar exploring the multifaceted<br />

dimensions of the relationship between our two nations.”<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong><br />

H.E. EMIL BRIX, AMBASSADOR, DIRECTOR OF<br />

VIENNA SCHOOL OF INTERNATIONAL STUDIES


egistrar@danubeschool.com<br />

www.danubeschool.com<br />

+43 1 720 3110 22<br />

Josef Gall-Gasse 2<br />

1020 Vienna, Austria<br />

Celebrating 30 Years of Excellence<br />

• DISV is a leading IB World School (with Öffentlichkeits-<br />

recht/public status), established in 1992<br />

• DISV has a 100% IB Diploma Programme pass rate<br />

for the past 6 years.<br />

• IBDP average score in 2023: 34.4 points.<br />

• DISV has an excellent mother tongue programme,<br />

offering 20+ languages to our international community.<br />

• DISV offers a strong, differentiated German Language<br />

programme for all students from EYU to Grade 12.<br />

• DISV educates 500 students aged 3-19 from<br />

60 countries worldwide. Students learn in a truly<br />

international environment.<br />

• DISV teachers come from 20 countries using English as<br />

the language of instruction. They ensure high academic<br />

standards and quality pastoral care.<br />

• DISV has a student/staff ratio of 5:1, ensuring quality<br />

time is given to meet the needs of the individual students.<br />

• DISV graduates accept places at the best universities in<br />

Austria and across the globe including Vienna, WU,<br />

Oxford, Cambridge, Berkeley, NYU, UCLA, McGill,<br />

Imperial College London and Central European University.<br />

• DISV is centrally located in the 2nd district close to<br />

Prater Park with excellent public transport connections.<br />

‘Striving for EXCELLENCE, by ENGAGING minds,<br />

EXCITING learners, acting ETHICALLY and showing EMPATHY’


Magali<br />

Durand-Assouly<br />

Director of<br />

Lycée français de<br />

Vienne (LFV)<br />

What makes the LFV different in the Viennese educational landscape?<br />

The Lycée français de Vienne is part of the international network of Enseignement français à l'Étranger, comprising 580 schools in 139 countries. It<br />

is a worldwide unique network. Concretely, for example, a child can start with the École Maternelle (kindergarten) in Vienna, continue in New York,<br />

and complete the Bac in Shanghai, all in one unified school system without interruption. This is very interesting for expat families.<br />

For families permanently living in Vienna<br />

The LFV provides continuous education from the kindergarten to the Baccalauréat with the Austrian Supplementary Matura (High School Diploma).<br />

Our students grow up together in the atmosphere of an extended family. They build strong friendships for life and become part of a very large<br />

alumni network after graduation.<br />

The admission of children who do not speak French<br />

All children, regardless of their mother tongue(s), nationality(ies), or religion, are welcome at our school. For non-French speaking children in the<br />

École Élémentaire (Primary School) or even in the Collège (Middle School), we have a support program which enables them to join in our curriculum<br />

successfully.<br />

F R E N C H & I N T E R N AT I O N A L S C H O O L<br />

PLURILINGUISM & CULTURAL DIVERSITY<br />

5 taught languages & more than 80 nationalities<br />

AEFE, A UNIQUE GLOBAL NETWORK<br />

580 Schools in 139 countries<br />

an impressive alumni network<br />

EDUCATIONAL CONTINUITY & CONSISTENCY<br />

from kindergarten to high school<br />

within the french official educational curriculum<br />

ÉCOLE MATERNELLE DE GRINZING<br />

Kindergarten<br />

Grinzingerstraße 95<br />

1190 Vienne<br />

contact.grinzing@lyceefrancais.at<br />

+43 (0) 1 370 12 17<br />

LYCÉE FRANÇAIS DE VIENNE<br />

Primary, Middle & High School<br />

Liechtensteinstraße 37ª<br />

1090 WIEN<br />

messagerie@lyceefrancais.at<br />

+43 (0) 1 317 22 41<br />

A GRADUATION WITH 2 DIPLOMAS,<br />

BACCALAURÉAT & MATURA<br />

giving access to the best French, Austrian and<br />

international universities<br />

lyceefrancais.at


A SCHOOL OF THE FUTURE<br />

For 65 years, the American International School Vienna<br />

has a long tradition of striving for excellence in education.<br />

While certain values, like fostering a respectful<br />

environment, inspiring students to achieve their goals,<br />

and establishing a sense of community remain, a modern<br />

world needs a modern approach to education. In order to<br />

help our students grow into responsible global citizens,<br />

AIS Vienna is dedicated to making sustainability a part of<br />

our identity. “Environmental friendliness is not only part<br />

of classroom learning across all divisions, but it is also<br />

part of the learning that takes place outside our formal<br />

curriculum in various student clubs and activities,” says<br />

Benjamin Kuscher, AIS Vienna Business Manager.<br />

Our Green Initiatives<br />

Located in the beautiful greenery of the Vienna<br />

Woods, AIS Vienna is inherently linked with nature.<br />

We continuously prioritize sustainability in our vision<br />

for the future. We recently installed green roofing<br />

solutions and charging stations for e-cars and e-bikes.<br />

Members of the AIS Vienna community can charge<br />

e-bikes cost-free, and employees have easier access to<br />

green options for their daily commute. In addition, two<br />

school vehicles have been replaced with e-cars. These<br />

newest green improvements add to our on-campus<br />

solar panels (offsetting 75 tons of CO2 annually),<br />

LED lighting system (which has reduced electricity<br />

consumption by 20%), heating efficiency measures,<br />

and intuitive cooling systems. We have also improved<br />

current and developed new outdoor learning spaces,<br />

along with upgrading facilities to address increasing<br />

late summer heat. An overall conscious effort also aims<br />

to eliminate as much plastic as possible and switch to<br />

biodegradable alternatives across the premises, such as<br />

on the artificial turf sports field, where olive seeds have<br />

replaced the micro plastic pellets, and in the cafeteria,<br />

where AMA certified local products are prioritized to<br />

reduce transport and CO2 emissions.<br />

1:1 Device Program<br />

At AIS Vienna, we believe technology and innovative<br />

practice stimulates curiosity and creativity, inspires the<br />

joy of discovered passions, and provides students with<br />

the tools and skills to confidently meet future challenges.<br />

We see technology as fundamental in providing equal<br />

access to learning for all students. AIS Vienna is a 1:1<br />

Apple device school.<br />

All Eyes on the Future<br />

One of the most important ways we continue to support<br />

student success is by tailoring the school environment to<br />

best suit learning and growth. This summer, the school’s<br />

administration is hard at work implementing the latest<br />

facilities improvements. This coming school year we will<br />

celebrate renovations of many of our Middle and High<br />

School classrooms, upgrades to our Pre-Kindergarten<br />

classrooms, along with recent renovations to our Early<br />

Childhood Discovery Garden and Elementary School<br />

Science & Innovation Lab. Future projects aim to expand<br />

outdoor learning spaces and build new facilities that<br />

will continue to connect students to nature and the<br />

environment and ensure that this is part of their learning.<br />

Find out more at ais.at


DPU DENTAL CLINIC IN<br />

KREMS: YOUR DENTAL<br />

HEALTH EXPERTS<br />

In the spring of 2024, the Danube Private University (DPU) Dental Clinic in<br />

Krems was named the “Top Healthcare Institution in Lower Austria” by the<br />

Institute for Management and Economic Research (Institut für Management<br />

und Wirtschaftsforschung – IMWF).<br />

Since opening our doors over a decade ago, we have<br />

treated thousands of satisfied patients whose trust<br />

and loyalty affirm our commitment to the healthcare<br />

system in Lower Austria and throughout Austria.<br />

We would be happy to assist you, too, from an initial<br />

consultation through to the successful completion of<br />

a course of treatment. Our services are always tailored<br />

to your personal needs and expectations.<br />

The renowned professors on our faculty offer our<br />

patients high-end solutions across an extensive<br />

treatment spectrum. We have roughly 50 dental chairs,<br />

a surgical suite and a digital practice at our disposal.<br />

Digital technologies and techniques are prominent<br />

amongst the remarkable advances currently underway<br />

in dentistry. So, of course, the DPU Dental Clinic<br />

in Krems also uses state-of-the-art equipment and<br />

highly innovative digital dentistry procedures. This<br />

makes it possible to clearly map out, precisely plan<br />

and promptly implement highly sophisticated dental<br />

treatments.<br />

For example, we’re able to create dental impressions<br />

using digital scans, thereby removing the need for<br />

conventional casting compounds. Dentures can<br />

then be designed and manufactured chair-side with<br />

corresponding software. This means that our dentists<br />

can examine patients and fit them with inlays, onlays,<br />

crowns and bridges in a single sitting. In fact, our<br />

specialists also use digital tools to design and fit<br />

removable dentures on the spot.<br />

Digital technologies have also come to play an<br />

increasingly prominent role in dental implantology.<br />

By applying three-dimensional imaging techniques,<br />

our specialists can precisely design dental implants<br />

for the desired position with the help of digital<br />

models. This is essential in advanced, minimally<br />

invasive implantology and provides an invaluable<br />

advantage in terms of precision. Modern digital<br />

technology can also be used to model and manufacture<br />

a precisely matching implant prosthesis.<br />

Our dental specialists offer orthodontic treatments<br />

using transparent, removable devices called<br />

aligners, which have become a popular, contemporary<br />

alternative to conventional fixed braces.<br />

Virtual information and explanatory services<br />

tailored to our patients’ needs help to provide a better<br />

understanding of planned treatments, create trust in<br />

treatment concepts and offer patients both<br />

confidence and security.<br />

At the DPU Dental Clinic in Krems, patients are at<br />

the heart of everything we do. Seize this opportunity<br />

to improve your quality of life. We’re committed to<br />

keeping your smile bright and radiant.<br />

Prim. Univ.-Prof. Dr. Dr.<br />

Rüdiger Junker, MSc FDS RCSEd<br />

Medical Director of the DPU Dental Clinic in Krems,<br />

Director of the Centre for Dental Prosthetics and Biomaterials


Stefanie Arco-Zinneberg, MA<br />

Director of Marketing and Management<br />

Shareholder of PUSH GmbH<br />

„<br />

Heartfelt competence:<br />

The philosophy of the DPU dental<br />

clinic in Krems is to optimally improve<br />

oral and dental health according to<br />

the individual needs of our patients.<br />

students at the DPU<br />

„<br />

The DPU Dental Clinic in Krems has around 50<br />

modern dental chairs, a surgical suite and a futuristic<br />

digital practice. It is the basis of our dentistry students’<br />

clinical training: they treat patients under professional<br />

supervision and take patients’ social conditions into<br />

account, thereby making an important contribution to<br />

primary healthcare provision in Austria.<br />

DPU Dental Clinic - Futuristic digital practice<br />

Patients can also access private treatment from our<br />

professorial staff in all specialist fields of dentistry, such<br />

as aesthetic-reconstructive dentistry, implantology and<br />

orthodontics. We have a multilingual team of<br />

practitioners for the benefit of our international<br />

patients.<br />

dp-uni.ac.at<br />

Danube Private University (DPU) GmbH<br />

Steiner Landstraße 124<br />

3500 Krems an der Donau<br />

AUSTRIA<br />

Contact:<br />

+43 (0) 2732 70478701<br />

zahnambulatorium-krems@dp-uni.ac.at


DIVERSITY<br />

BLACK AUSTRIAN AWARDS<br />

Bei den Black Austrian<br />

Awards 2024<br />

Seit 2018 werden die Black Austrian Awards ver liehen. Sie werden an Schwarze<br />

österreichische Persönlichkeiten und Gruppen vergeben, die sich mit ihrer<br />

Arbeit in acht unterschiedlichen Kategorien hervorgetan haben. Bei den Black<br />

Austrian Awards 2024 reüssierten vorrangig Schwarze österreichische Frauen.<br />

VON SIMON INOU<br />

78<br />

Personen nahmen am 24. Februar in<br />

121 der Ottakringer Brunnenpassage an<br />

der Verleihung der vierten Ausgabe der Black<br />

Austrian Awards teil. Nach einer musikalischen<br />

Darbietung von Adama Dicko und Michael Miauinger<br />

von den Seno Blues begrüßte Black Austrian<br />

Awards Initiator simon INOU die Gäste und<br />

gab das Wort an Beverly Mtui, Chefredakteurin<br />

von fresh Magazin und freshVibes Radio sowie<br />

an Yabsera Hauser, Musikredakteur bei freshVibes<br />

auf Radio ORANGE 94.0. Beide stellten die<br />

Black Austrian Awards vor und begannen mit<br />

der Verleihung in den Kategorien Wissenschaft,<br />

Medien, Business, Kunst und Kultur, Entertainment,<br />

Community Engagement, Politisches<br />

Engagement und Social Media.<br />

Die Gewinner:innen der Black Austrian Awards 2024 mit Yabsera Hauser,<br />

Beverly Mtui und Simon Inou<br />

WISSENSCHAFT<br />

In der Kategorie Wissenschaft war die<br />

Mehrheit der Stimmen in der durchgeführten<br />

Umfrage deutlich: Dipl.Ing. Kouessian<br />

Aziaba gewann den diesjährigen Award.<br />

MEDIEN<br />

In der Kategorie Medien gewann Lisa-Marie<br />

Idowu, auch bekannt auf Social Media<br />

als Lissi-ix. Die Jury empfand ihre Arbeit<br />

als klare und direkte Gesellschaftskritik,<br />

die in Österreich notwendig ist. Diversität<br />

und Repräsentation in den Medien sind<br />

dabei ihr Hauptfokus.<br />

SOCIAL MEDIA<br />

Fatima Sidibe, auf Instagram bekannt<br />

unter africaandivaa, konnte sich in der<br />

Black Austrian Awards 2024 Umfrage in<br />

der Kategorie Social Media behaupten<br />

und war die klare Siegerin. Mit ihren<br />

Online-Formaten verbreitet sie Wissen<br />

über den afrikanischen Kontinent,<br />

dekonstruiert Unwahrheiten und schafft<br />

Klarheit über Afrika und die afrikanische<br />

Diaspora. Die Auswahl, Aufbereitung<br />

und die Verbreitung ihres Contents sind<br />

eine wahre Quelle an Information, die zur<br />

Entkolonialisierung von Geschichte und<br />

Denkmustern führt. Dafür erhielt sie den<br />

Black Austrian Award 2024 in der Kategorie<br />

Social Media.<br />

KUNST UND KULTUR<br />

Der Verein Chiala ist in Graz zur Institution<br />

geworden. In den letzten 20 Jahren<br />

hat er durch seine Arbeit das kulturelle<br />

Gesicht der Steiermark in Bezug auf<br />

Menschen afrikanischer Herkunft radikal<br />

verändert. Aus diesem Grund gewann der<br />

Verein Chiala den Black Austrian Award<br />

in der Kategorie Kunst und Kultur. Der<br />

Gründer und Geschäftsführer von Chiala<br />

schickte eine Video-Botschaft. In<br />

dieser bedankte er sich für den Preis,<br />

der allererste für seine Organisation, und<br />

gleichzeitig der wertvollste, da er von der<br />

Community ausgewählt wurde.<br />

COMMUNITY EMPOWERMENT<br />

Zivilcourage, Empowerment und Antirassismus<br />

sind Themen, mit denen Black<br />

Communities ständig zu tun haben. Aus<br />

den Erfahrungen der Teammitglieder von<br />

Disrupt wurde das Standardwerk für rassismuskritische<br />

Arbeit im deutschsprachigen<br />

Raum „War das jetzt rassistisch?“<br />

verfasst. Das Disrupt-Team leistet als<br />

allererstes Kollektiv aus Schwarzen Menschen<br />

in ganz Österreich eine hervorragende<br />

Antirassismusarbeit durch Workshops,<br />

Trainings, Vorträge, Beratung und<br />

Prozessbegleitung. Dafür bekam der<br />

Verein den Black Austrian Awards für<br />

Community Empowerment.<br />

BUSINESS<br />

Netty Exotic, ein Geschäft, das Produkte<br />

aus nicht verkauften Früchten und<br />

Gemüse erzeugt, war der Gewinner in der<br />

Kategorie Business. Angela Chikuru holte<br />

den Preis im Namen der Firma, die sie mit<br />

ihrem Mann Yves Chikuru führt.<br />

POLITISCHES ENGAGEMENT<br />

Beverley Allen-Stingeder ist für die<br />

Schwarzen Communities in Österreich<br />

die allererste Person, die für ein politisches<br />

Mandat in einer politischen Partei<br />

in Österreich gewählt wurde. Sie ging am<br />

20. Oktober 2003 in die Geschichte ein,<br />

als sie die allererste Gemeinderätin afrikanischer<br />

Herkunft war, die in Österreich<br />

gewählt wurde.<br />

ENTERTAINMENT<br />

In der Kategorie Entertainment war die<br />

Opernsängerin Katia Ledoux die Gewinnerin.<br />

In den letzten fünf Jahren hat sie<br />

durch ihre Arbeit als Opernsängerin auf<br />

europäischen Bühnen ein ermächtigendes<br />

Zeichen für die Sichtbarkeit und die<br />

Ermöglichung des Unmöglichen in der<br />

klassischen Musikwelt greifbar gemacht.<br />

Dadurch hat sie aber auch sehr viele Personen<br />

aus den Black Communities weltweit<br />

empowered, in dieser Karriere beruflich<br />

Fuß zu fassen.<br />

Foto/s@ Minitta Kandlbauer<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


image/s by AMADEUS INTERNATIONAL SCHOOL<br />

AMADEUS International<br />

School Vienna has been<br />

a beacon of Educational<br />

Distinction for 12 years<br />

and a pioneer in implementing<br />

Austria’s first<br />

IB Career-Related<br />

Programme.<br />

Building upon this, in August 2024, AMA­<br />

DEUS International School Vienna will welcome<br />

its first cohort of students taking the IB<br />

Career-Related Programme specialising in Art &<br />

Design. Students will explore and develop their<br />

skills using various materials, techniques, and<br />

processes. During the two-year IB Career-related<br />

Programme, students study a selection<br />

of IB Diploma Programme subjects alongside a<br />

Pearson BTEC International Level 3 Diploma in<br />

Art & Design. AMADEUS Vienna is the first and<br />

only school in Austria to offer the IB Career-Related<br />

Programme with a focus on Art & Design.<br />

In a time where creativity is highly valued<br />

across industries, the IB Career-related Programme<br />

is a unique blend of academic rigour<br />

and practical learning. For students passionate<br />

about art and design, the programme provides<br />

the ideal avenue to hone their creative talents<br />

while preparing them for a successful career. In<br />

essence, the programme is designed to bridge<br />

the gap between traditional academic learning<br />

and practical skill development, offering a balanced<br />

approach to students.<br />

Embracing this new journey at AMADEUS<br />

Vienna, the Head of Visual Arts, Ms Alex Costello,<br />

enthusiastically expressed: “Our world-class Art<br />

and Design programme offers a supportive and<br />

nurturing environment for your artistic growth.<br />

Located in Vienna, a city known for its artistic<br />

heritage, our school provides a unique backdrop<br />

for exploration. With a carefully designed curriculum,<br />

you'll develop conceptual knowledge, technical<br />

mastery, and critical thinking skills. Immerse<br />

yourself in a vibrant community that celebrates<br />

diversity and collaboration through exhibitions,<br />

workshops, and guest speakers.”<br />

At its core, the IBCP programme, with a focus<br />

on Art & Design, gears towards holistic development.<br />

This allows students to focus on a<br />

UNIQUE AND EXCEPTIONAL ART & DESIGN DIPLOMA FOR THE<br />

FINAL YEARS OF SECONDARY EDUCATION (16-18)<br />

International Baccalaureate<br />

for “Creative People”<br />

specific pathway while still earning a recognised<br />

academic qualification. By integrating<br />

practical coursework, theoretical study and<br />

hands-on experiences, students can broaden<br />

their perspectives, develop a comprehensive<br />

understanding of the artistic landscape as well<br />

as nurture their personal style and visions.<br />

For students who would like to pursue<br />

higher education, the programme gives<br />

them the opportunity for further study at<br />

universities and institutions such as:<br />

› Goldsmiths, University of London<br />

› University Arts London<br />

› Kingston University<br />

› Coventry University<br />

› Hult International Business School<br />

› Les Roches International School<br />

of Hotel Management<br />

› University of Manchester<br />

› Queen Mary University of London<br />

› University of Warwick<br />

› California Institute of Art<br />

And more…<br />

Along with the academic subjects, the tailored<br />

curriculum offers students specific modules<br />

where they can fully immerse in a range<br />

of subjects such as fine arts, graphic design,<br />

fashion design, digital media and more. Students<br />

will also have the opportunity to participate<br />

in workshops, collaborative projects,<br />

and guest lectures, which enable them to gain<br />

invaluable insights and professional connections.<br />

This practical approach not only helps<br />

them enhance their technical skills but also<br />

supports them in cultivating important soft<br />

skills such as teamwork, communication,<br />

problem-solving, and more.<br />

Furthermore, built on the foundation of the<br />

International Baccalaureate philosophy, students<br />

are given a global outlook and international-mindedness<br />

that will prepare them to succeed<br />

in our interconnected world. In the creative<br />

field, collaboration and cross-cultural communication<br />

are vital to the project's success.<br />

Overall, the IBCP Art & Design prepares students<br />

with the knowledge, skills, and attributes<br />

needed to succeed in this creative industry<br />

and beyond. Whichever path they choose,<br />

graduates grow as well-rounded individuals<br />

to fully flourish and thrive in the ever-evolving<br />

world of the arts, design, and communications.<br />

By integrating the programme into the curriculum,<br />

AMADEUS Vienna strives and continues to<br />

be a pioneer in the field of academic, musical,<br />

and artistic learning.<br />

Art & AMADEUS Festival Vienna<br />

Recognising the significance of incorporating<br />

theoretical knowledge and real-world experiences,<br />

AMADEUS Festival Vienna has taken<br />

another proactive approach to further support<br />

young artists through the International Design<br />

Competition (July-October) and the inaugural<br />

AFV Art Exhibition (June 2024). A new platform<br />

that extends an invitation to all creative thinkers<br />

and talents at AMADEUS Vienna and all over<br />

the world, encouraging young artists to submit<br />

their artworks. The initiative truly serves as<br />

an additional outlet for our students to display<br />

their talents and compete on an international<br />

stage. From 27 June to 30 June, AMADEUS Festival<br />

Vienna celebrated its fourth edition, featuring<br />

four concert nights, complemented by<br />

the inauguration of the AFV Art Exhibition.<br />

Finally, the AMADEUS Festival Vienna will<br />

launch the 3 rd edition of the International<br />

Design Competition 2024-25 with theme of<br />

“WOMEN & CULTURE”. This competition invites<br />

all creative minds, including designers and<br />

graphic artists, to submit their digital posters.<br />

Stay tuned for further details, which will be<br />

available soon on the official website:<br />

www.amadeusfestival.com<br />

79<br />

IB CAREER-RELATED PROGRAMME WITH A FOCUS ON ART&DESIGN


WIIRTSCHAFT<br />

GASTBEITRAG<br />

Marktwirtschaftliche Energiewende<br />

geht nur mit Afrika<br />

<strong>SOCIETY</strong>-Gastautor Stefan Liebing erklärt, warum er in Afrika die Chance für<br />

eine nachhaltige Umorientierung in der Energieversorgung Europas sieht.<br />

80<br />

ie europäische Energiewende<br />

D scheint ins Stocken geraten: Der<br />

Netzausbau zu langsam, rückläufige<br />

Verkaufszahlen bei Elektroautos, keine<br />

Ersatzkraftwerke, die die Abschaltung<br />

von Kohlemeilern ermöglichen würden,<br />

große Verunsicherung beim Aufbau<br />

der Wasserstoffinfrastruktur. Es mag<br />

überraschend klingen, aber Afrika ist<br />

der Schlüssel, um die Energiewende in<br />

Europa zu schaffen.<br />

Es ist einleuchtend,<br />

dass sich das Ziel der<br />

CO2-Vermeidung bzw.<br />

-Reduktion in Afrika<br />

viel günstiger erreichen<br />

lässt als in vielen Bereichen<br />

in z.B. Deutschland.<br />

Rund 1,3 Milliarden<br />

Menschen leben<br />

auf unserem Nachbarkontinent.<br />

Bis zum<br />

Ende des Jahrhunderts<br />

könnte diese Zahl<br />

auf rund 4 Milliarden<br />

gestiegen sein. Das wird für enorme<br />

Bedarfe an zusätzlicher Energieerzeugung<br />

sorgen. Hinzu kommt, dass der<br />

Wohlstand dieser Menschen steigt.<br />

Etwa 5 bis 7 Prozent pro Jahr war die<br />

durchschnittliche Wachstumsrate afrikanischer<br />

Volkswirtschaften im vergangenen<br />

Jahrzehnt. Wenn das alles durch<br />

fossile Energie gedeckt werden würde,<br />

so würden die globalen CO2-Emissionen<br />

weitaus stärker steigen als wir hier<br />

jemals einsparen könnten.<br />

Eine Einbindung Afrikas (z.B. durch<br />

die afrikanische Freihandelszone<br />

AfCFTA) in das europäische Emissionshandelssystem<br />

wäre daher ein wichtiger<br />

erster Schritt, um Investitionen auf<br />

dem Sektor in Afrika zu ermöglichen.<br />

Für Klimaschützer mag es seltsam<br />

klingen, und dennoch kann es ökonomisch<br />

rational sein, europäische Klimainvestitionen<br />

vorrangig im Ausland zu<br />

realisieren. Bis die – zugegebenermaßen<br />

zeitraubenden – internationalen<br />

Verhandlungen zu einem gemeinsamen<br />

Emissionshandelssystem erfolgreich<br />

sind, lohnt sich ein Blick auf die Frage,<br />

wie Entwicklungspolitik schon heute<br />

zu einer marktwirtschaftlichen Klimapolitik<br />

beitragen kann.<br />

Hier kann ein marktlicher Ansatz<br />

greifen: Private Unternehmen werden<br />

dort investieren, wo mit einem Preis<br />

versehene CO2-Emissionen sich möglichst<br />

günstig reduzieren lassen. Bis<br />

CO2 in Partnerländern einen Preis hat,<br />

„Es mag überraschend<br />

klingen,<br />

aber Afrika ist<br />

der Schlüssel, um<br />

die Energiewende<br />

in Europa zu<br />

schaffen.“<br />

kann ersatzweise auf die Verdienstmöglichkeiten<br />

durch die Erzeugung<br />

und den Verkauf von grüner Energie<br />

abgestellt werden.<br />

Dafür kommen drei Geschäftsmodelle<br />

in Frage:<br />

1. Bau von Kraftwerken (Wasser;<br />

Solar; Wind) und Verkauf des Stroms<br />

an (meist staatliche) Weiterverteiler.<br />

Unter Fachleuten wird ein solches<br />

Modell häufig als IPP-Modell bezeichnet<br />

(Independent Power Producers, die<br />

Strom an Großhändler verkaufen).<br />

2. Versorgung von Haushalten mit<br />

dezentralen Erzeugungssystemen<br />

(Home Systems, ggf. auch in Form von<br />

Mini Grids). Hier erhalten Privatkunden<br />

direkt ein unabhängiges kleines Versorgungssystem<br />

und bezahlen das durch<br />

einen Stromtarif zurück.<br />

3. Erzeugung von grüner Energie für<br />

den Export an zahlungskräftige internationale<br />

Kunden, beispielsweise in<br />

Form von grünem Wasserstoff und seinen<br />

Derivaten.<br />

Damit die Finanzierung von Projekten<br />

vor Ort funktionieren kann, benötigen<br />

die Fremdkapitalgeber Sicherheiten.<br />

Das erfordert starke und kredit würdige<br />

staatliche lokale Stromversorger oder<br />

dahinterstehende Regierungen. Nun<br />

hat in der Folge der Corona-Krise sowie<br />

der nachfolgenden Inflation<br />

die Staatsverschuldung der<br />

meisten afrikanischen Regierungen<br />

massiv zugenommen,<br />

deshalb wurden in den vergangenen<br />

Jahren kaum neue Projekte<br />

finanziert.<br />

Funktionieren kann das<br />

Modell derzeit allenfalls für die<br />

Erzeugung von grüner Energie<br />

für den Export. Hier stehen in<br />

der Regel kreditwürdige internationale<br />

Abnehmer zur Verfügung.<br />

Eine kluge Klima- und<br />

Entwicklungspolitik würde<br />

diese Realitäten anerkennen und sollte<br />

folgende Maßnahmen treffen:<br />

– Priorität auf der Etablierung einer<br />

gemeinsamen EU-Afrika-Handelszone<br />

für CO2-Zertifikate<br />

– Bereitstellung von Risikokapital bzw.<br />

Garantien (Bürgschaften), die verschuldeten<br />

Staaten ermöglichen, in<br />

grüne Energieinfrastruktur zu investieren<br />

und die die Finanzierung von<br />

dezentralen Versorgungsanlagen<br />

absichern<br />

– Reduzierung von Bürokratie und<br />

Regulierung etwa zu Lieferketten<br />

oder zu grünem Wasserstoff<br />

Nicht nur bedeutet ein Fokus auf Afrika,<br />

dass CO2-Emissionen weit günstiger<br />

verhindert werden können als etwa<br />

durch teure Gebäudeisolierungen im<br />

sowieso schon sehr effizienten hiesigen<br />

Immobilienbestand, sondern<br />

auch die Versorgung Europas mit grüner<br />

Energie, grünem Stahl und weiteren<br />

Rohstoffen.<br />

Foto/s © Stefan Liebing<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Protecting, Preserving<br />

and Optimizing Assets<br />

ECONOMY<br />

INTERVIEW<br />

In an interview, Sven E. Rischko, Founder and Managing Director of KRONOS Advisory<br />

GmbH, walked us through the impressive business story of his company.<br />

image/s by Christian Mikes<br />

What acted as the driving force behind the founding<br />

of KRONOS? What sparked your interest in this area?<br />

When I was 38, I sold my former company – an<br />

asset management company – to a stock market<br />

listed business. After this, I had a clear vision<br />

to found a firm that efficiently helps asset owners<br />

to stop being taken advantage of by providers<br />

of capital investments or asset managers. The<br />

fact is, that investment advisors and asset managers<br />

do not always necessarily pursue the interests<br />

of their clients, but also their own. My prior<br />

experience and relevant knowledge compelled me<br />

to come up with the concept of family offices for<br />

investors with smaller investment volumes. That is<br />

how KRONOS Advisory was born.<br />

Tell us about the incredible journey of your company.<br />

How did you establish yourself as a reliable<br />

and trusted advisory?<br />

Gaining reputation among providers as the feared<br />

advisor on the customer side was not always easy.<br />

Our corporate philosophy is that we only make an<br />

offer for cooperation if – after an analysis of the<br />

current situation – we are sure that our costs are<br />

lower than the resulting added value for the investor.<br />

We are trying to accomplish that by appropriate<br />

expenses/cost reductions in investments<br />

and through a more targeted overall structure of<br />

assets. Still, we have often failed<br />

with acquisitions. We had to<br />

learn a lot about how to access<br />

asset owners and their representatives<br />

and how to explain<br />

that private banks carrying out<br />

the asset management mostly<br />

are not able/allowed to construct<br />

a strategic asset allocation which best fits<br />

the client’s needs. However, we did not give up.<br />

Several milestones have marked our journey.<br />

The most important one was to build up the best<br />

possible team in all areas of our business, meaning<br />

not only the CRM Department. We wanted to<br />

create a working environment in which everyone<br />

feels comfortable and thinks and acts entrepreneurially<br />

instead of like a “9 to 5 employee”. For<br />

sure, there are other milestones like being able<br />

to acquire one of the world’s top 5 business consulting<br />

companies as a client or receiving several<br />

international awards. However, without our team,<br />

this would not have been possible.<br />

KRONOS ADVISORY GMBH<br />

TUCHLAUBEN 14/11, 1010 VIENNA<br />

+43 1 909 44 04 10<br />

OFFICE@KRONOS-ADVISORY.COM<br />

Could you kindly elaborate on the various services<br />

that the company provides?<br />

We help asset owners to achieve the goals they<br />

pursue with their assets, without us carrying out<br />

our own products or asset<br />

management and without<br />

any interest in commission.<br />

We charge our fees to the<br />

customer, either on the basis<br />

of hourly rates or via agreed<br />

flat fees. Our aim is to negotiate<br />

the best possible conditions<br />

with providers.<br />

What innovative strategies<br />

do you follow to sustainably<br />

protect, preserve, and optimize<br />

client’s assets?<br />

81<br />

Initially, we do a comprehensive<br />

analysis of the situation,<br />

goals and expectations<br />

of clients and<br />

“We help asset owners to achieve<br />

the goals they pursue with their<br />

assets, without us carrying out our<br />

accordingly develop an own products or asset management<br />

and without any interest in<br />

appropriate strategic asset<br />

commission.” says Sven E. Rischko<br />

distribution, completely<br />

independent of products<br />

and providers. Depending on the individual needs<br />

of the asset holder, this usually also includes asset<br />

classes that are outside of depositable<br />

investments. For every single<br />

part of asset allocation, we<br />

use tenders to find the best possible<br />

provider.<br />

What are some of the key challenges<br />

that you are observing in<br />

the industry, and how you are approaching them?<br />

What I observed frequently was the difference<br />

between the knowledge asset owners think they<br />

have and the actual latest know how. We solve this<br />

quite easily. As we are not in the need of new clients<br />

but want to help additional clients, we use a<br />

very direct speech and do not act as a submissive<br />

advisor.<br />

How do you maintain your competitive<br />

advantage?<br />

We do not think about competitors, we only<br />

think about how to create even more added<br />

value for our clients. I think that is what<br />

differentiates us.<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


WIRTSCHAFT<br />

GASTBEITRAG<br />

Die Donau und ihre<br />

natürliche Internationalität<br />

Die Donau ist nur der zweitlängste Fluss Europas, aber an Buntheit der Sprachen<br />

und Kulturen entlang ihres Laufes vom Schwarzwald bis zum Delta am Schwarzen<br />

Meer schlägt sie mit Leichtigkeit ihre große Schwester, die Wolga.<br />

82<br />

VON DR. KLAUS WÖLFER, BOTSCHAFTER A.D.<br />

V<br />

iele Länder und Völker haben einen<br />

Flussabschnitt, die Donau gehört<br />

vielen. Die Geschichte hat seit dem<br />

16. Jahrhundert der Stadt Wien dank<br />

der von dort regierenden Habsburger-<br />

Dynastie eine Sonderstellung verliehen.<br />

Der Ausdruck „Donaumonarchie“<br />

wurde Synonym für ihr ausgedehntes,<br />

weniger durch Kriege, sondern vielmehr<br />

durch Heiraten bzw. Erbschaften<br />

groß gewordenes Reich.<br />

Entlang des Laufes der Donau<br />

wurde transportiert, gehandelt und<br />

gekämpft, vielfältige Mythen entstanden<br />

um den Fluss. Der Triestiner<br />

Schriftsteller Claudio Magris hat in seinem<br />

Werk „Danubio“ den kulturellen<br />

Reichtum der Donauländer meisterhaft<br />

beschrieben.<br />

Der berühmteste Walzer von Johann<br />

Strauss „An der schönen blauen<br />

Donau“ versinnbildlicht perfekte, von<br />

allen Menschen weltweit erfahrbare<br />

Harmonie. Die von Wien direkt per TV<br />

übertragenen Neujahrskonzerte oder<br />

die zur Filmikone gewordenen<br />

Szenen des zu den<br />

Klängen des Donauwalzers<br />

sanft im All rotierenden<br />

Raumschiffes in Stanley<br />

Kubricks „2001 Odyssee im<br />

Weltraum“ garantieren eine<br />

bleibende Faszination für die<br />

Inspirationsquelle Donau.<br />

Am 20. Juni 2024 eröffnete<br />

Außenminister Alexander Schallenberg<br />

das Treffen der "Donauraum-<br />

Außenminister" in Wien<br />

Eines der imposantesten Gebäude<br />

Europas, das ungarische Parlament,<br />

steht am Donauufer mitten in Budapest,<br />

malerische Burganlagen dominieren<br />

die Ufer in den Hauptstädten Bratislava<br />

und Belgrad, während der Fluss<br />

ab Kroatien sowie zwischen Rumänien<br />

und Bulgarien bis zum Delta zumeist<br />

breit und behäbig dahinströmt. Am<br />

Donau-Durchbruch, dem Eisernen Tor,<br />

errichteten seinerzeit Rumänien und<br />

Jugoslawien ein mächtiges Flusskraftwerk,<br />

der Reichtum der Donau an CO2-<br />

freier Energie wird aber schon ab dem<br />

Oberlauf in Deutschland genutzt.<br />

Vom Eisernen Vorhang zeitweilig<br />

durchtrennt, ja verstümmelt, blühte<br />

der mit der Donau verbundene Austausch<br />

und wirtschaftliche Verkehr seiner<br />

Anrainer nach der Wende 1989/1990<br />

wieder auf. Die gemeinsame EU-Mitgliedschaft<br />

von Anrainerstaaten vom<br />

Donau-Ursprung bis Bulgarien (Neuaufnahmen<br />

2004, 2007 und 2013) verstärkte<br />

diese positive Tendenz noch weiter.<br />

Die Zerfallskriege Jugoslawiens in<br />

den 1990er Jahren haben die allgemeine<br />

Aufbruchsstimmung im Donaubecken<br />

gestört und gebremst. Mit der<br />

Aussöhnung der historisch eng verwobenen<br />

und vielfach eng verwandten<br />

Länder des Balkanraumes setzt sich<br />

der Trend zu einer gedeihlichen, friedlichen<br />

Entwicklung fort, auch wenn<br />

noch offene Fragen zu regeln sind, ganz<br />

abgesehen von dem alles überschattenden<br />

Konflikt in der Ukraine.<br />

Das 2002 gegebene Beitrittsversprechen<br />

für die komplett von EU-<br />

Mitgliedern umgebenen „Westbalkan“-Staaten<br />

ist nach über 20 Jahren<br />

uneingelöst, die politische Einigkeit<br />

und Vision, welche einst die Beitritte<br />

Griechenlands, Spaniens und Portugals,<br />

aber auch z.B. der baltischen<br />

Staaten begünstigte, fehlt schmerzlich.<br />

Vor diesem Hintergrund ist die Verankerung<br />

der ab 2004 beigetretenen<br />

mitteleuropäischen Länder in der EU<br />

doppelt wichtig. Sie erhöht den Wert<br />

aller Zusammenarbeitsformate,<br />

die entlang der Donau<br />

gepflegt oder neu geschaffen<br />

werden:<br />

Bereits 1854 war die<br />

Europäische Donaukommission<br />

zur Regelung der<br />

Schifffahrt gegründet worden,<br />

heute lebt sie in der<br />

Donau-Kommission, mit<br />

Sitz in Budapest, weiter.<br />

Zuletzt spielte sie eine<br />

wichtige Rolle bei der Räu­<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Partner LGP Austria, Bratislava, Skopje und Middle East<br />

Team LGP Skopje<br />

Foto/s ©BMEIA/ Michael Gruber, Moritz Scheer/Scheer a moment, LGP<br />

mung des Flusslaufes nach den Schäden<br />

der Kriegsereignisse 1999.<br />

EUSDR: Ein wesentliches<br />

Format für Zusammenarbeit<br />

Im Rahmen der europäischen Integration<br />

wächst die Bedeutung der Europäischen<br />

Strategie für den Donauraum<br />

(EUSDR), bei der Österreich im Jahr<br />

2024 den rotierenden Vorsitz innehat.<br />

2011 auf Initiative von Österreich und<br />

Rumänien gegründet, umfasst sie 14<br />

Staaten (davon 9 EU-Mitglieder). Durch<br />

Minister Alexander Schallenberg mit Minister<br />

Norbert Totschnig und Michael Ludwig<br />

bessere gegenseitige Abstimmung wird<br />

damit u.a. eine optimale Nutzung von<br />

EU-Fördermitteln angestrebt. Die Stadt<br />

Wien beteiligt sich substanziell an der<br />

Finanzierung u.a. des „Danube Strategy<br />

Point/DSP“ in Wien und organisierte<br />

gemeinsam mit dem österreichischen<br />

Außen- und dem Landwirtschaftsministerium<br />

am 20. & 21. Juni das EUSDR-<br />

Jahresforum. Aus diesem Anlass lud<br />

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig<br />

(parallel zum Zusammentreffen der<br />

Außenminister* auf Einladung von Alexander<br />

Schallenberg) seine Amtskollegen*<br />

entlang der Donau schon vorab<br />

zum „Mayors‘ Talk“.<br />

Die „politische Aufladung“ derartiger<br />

Initiativen durch hochrangige<br />

Treffen wird umso eher einen signifikanten<br />

Mehrwert erbringen, wenn sie<br />

systematisch und regelmäßig stattfinden<br />

und relevanten Projekten den<br />

Weg bahnen. Das in Niederösterreich<br />

bereits seit 1995 im Stift Göttweig über<br />

der Donau ausgerichtete „Europa-<br />

Forum Wachau“ weist hierbei den Weg,<br />

indem es seit 29 Jahren konsequent<br />

eine wertvolle europapolitische, hochrangige<br />

Plattform bietet.<br />

Vor der Herausforderung, Konkretes<br />

zu erbringen, stehen auch Initiativen<br />

wie die 2021 gegründete „Danube<br />

Chamber of Commerce Federation“,<br />

welche Wirtschaftskammern von Ulm<br />

über Niederösterreich, Ungarn, Novi<br />

Sad, Bukarest und Rousse bis Istanbul<br />

versammelt. Der „Charme“ einer<br />

Kooperation entlang der Donau liegt<br />

förmlich in der Luft und sucht vielerorts<br />

eine Konkretisierung, wenn z.B.<br />

Rotary-Clubs an der Donau mit viel<br />

Enthusiasmus eine „Danube Alliance“<br />

für Benefizprojekte ins Leben rufen.<br />

Lansky, Ganzger, Goeth +<br />

partner: „Internationalismus<br />

im Kleinen“<br />

Ein real gelebtes Beispiel von „Kohäsionskräften“<br />

entlang der Donau bietet<br />

die Rechtsanwaltskanzlei Lansky,<br />

Ganzger, Goeth + partner (LGP). Aus<br />

einem bewährten „innerbetrieblichen“<br />

Internationalismus entwickelte sich<br />

dort über mehrere Jahrzehnte spezifisches<br />

Know-how für den Donauraum<br />

i.w.S., wobei die Büros der Kanzlei in<br />

Bratislava und Skopje nur die sichtbarsten<br />

Ausprägungen sind. Humus<br />

hierfür ist der in Wiens Hauptbüro entwickelte<br />

Geist des Zusammenwirkens<br />

des vielsprachigen Teams, wo neben<br />

Englisch und Deutsch kreuz und quer<br />

u.a. Kroatisch, Serbisch, Albanisch oder<br />

Türkisch gesprochen wird, ebenso wie<br />

Russisch und Ukrainisch, aber auch<br />

Französisch, Italienisch etc. Bei den<br />

LGP-Kanzleifesten wetteifern die besten<br />

Lieder der Kulturen miteinander,<br />

wobei sich bei der mitreißenden Musik<br />

der Balkanländer am verlässlichsten<br />

die Tanzfläche füllt.<br />

Die bearbeiteten Rechtsfälle und<br />

ihre Klienten reichen von den USA bis<br />

Moskau und Astana, von Kiev über<br />

Istanbul und Dubai bis Tirana, es geht<br />

dabei oft auch um Anrufungen der<br />

Höchstgerichte der EU in Luxemburg<br />

oder des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs<br />

in Straßburg, entsprechend<br />

versierte Außenpolitik-<br />

Experten* leisten einen wesentlichen<br />

Beitrag zum Erfolg.<br />

Die Rechtsanwaltskanzlei LGP kann<br />

als Metapher für einen „Internationalismus<br />

im Kleinen“ gelten, welcher seit<br />

Jahrhunderten die Donauländer kennzeichnet<br />

und wie er etwa auf den vielsprachigen<br />

Banknoten zum Ausdruck<br />

kam, wie sie noch vor kaum 100 Jahren<br />

als gesetzliches Zahlungsmittel entlang<br />

der Donau im Umlauf waren:<br />

Dieser mehrsprachige Internationalismus<br />

ist die unverzichtbare Essenz<br />

Europas. Er war vor dem Ersten Weltkrieg<br />

Merkmal der Länder der „Donaumonarchie“.<br />

Damals bildeten vor<br />

allem die jüdischen und die deutschsprachigen<br />

Teile der Bevölkerungen<br />

verbindende Klammern, welche im 20.<br />

Jahrhundert auf tragische Weise verloren<br />

gingen.<br />

Bei allem unbestreitbaren Nutzen<br />

des Englischen als lingua franca<br />

behalten damals wie heute die vielen<br />

Sprachen entlang der Donau<br />

ihre Relevanz als Kerne der Identitäten:<br />

das Zusammenwirken der Wirtschaftstreibenden,<br />

Künstler*, Medien<br />

und Zivilgesellschaft sind die Säulen,<br />

auf denen eine Politik für Frieden und<br />

Prosperität dieses oft schicksalsprägenden<br />

Teils Europas ruhen.<br />

Dr. Klaus Wölfer, Botschafter a. D.<br />

ist Senior Expert Counsel bei der internationalen<br />

Anwaltskanzlei LANSKY,<br />

GANZGER, GOETH + partner (LGP). Er<br />

war neben zahlreicher anderer diplomatischen<br />

Tätigkeiten Botschafter für<br />

Österreich in der Türkei und zuletzt<br />

Sonderbeauftragter für Südosteuropa<br />

und EU-Erweiterung im BMEIA.<br />

83<br />

* Zwecks guter Lesbarkeit verstehen sich alle grammatikalisch männlichen<br />

Worte sinngemäß auch auf Frauen zutreffend und umgekehrt<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOKUS<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

Ungar<br />

84<br />

Der Binnenstaat im Zentrum Europas gilt als eines der<br />

ältesten Länder des Kontinents. Im Jahr 1000 von Stephan I.<br />

gegründet, blickt es auf eine bewegte Geschichte zurück,<br />

die vor allem in den bezaubernden Städten greifbar wird.<br />

Doch auch die Natur Ungarns begeistert.<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


n<br />

—<br />

Ein Land voller<br />

Überraschungen<br />

85<br />

Foto/s ©unsplash Ervin Lukacs<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOKUS<br />

LÄNDERPORTRÄT<br />

86<br />

Geschichte<br />

Nach der vorherrschenden These<br />

besiedeln die Magyaren (ursprünglich<br />

ein nomadisches Reitervolk) die<br />

Pannonische Tiefebene erstmals im<br />

9. Jahrhundert. In ihrer neuen Heimat<br />

werden sie vom Großfürsten Árpád<br />

angeführt, der schließlich auch die<br />

Árpáden-Dynastie begründet, die bis<br />

1301 in Ungarn herrscht.<br />

Im Jahr 1000 n. Chr. gründet Stephan<br />

I. schließlich das Königreich<br />

Ungarn, das er nach dem Vorbild des<br />

karolingischen Reiches organisiert<br />

und in unterschiedliche Komitate einteilt.<br />

1241/1242 greifen die<br />

Mongolen unter Batu<br />

Khan die Árpáden an<br />

und töten große<br />

Teile der Bevölkerung.<br />

König<br />

Bela IV., der zwischen<br />

1235 und<br />

1270 herrscht,<br />

holt daraufhin<br />

schwäbische<br />

Siedler nach<br />

Ungarn, um das<br />

Land wieder aufzubauen.<br />

Der letzte Árpáden-König<br />

stirbt schließlich 1301,<br />

danach regieren verschiedene Fürstenhäuser<br />

das Land. Im 16. Jhdt. erobern<br />

die Osmanen das Gebiet, Ungarn wird<br />

in das Osmanische Reich eingegliedert.<br />

Schließlich gelingt es den Habsburgern,<br />

Ungarn Ende des 17. Jahrhunderts<br />

zu befreien und anschließend<br />

zu beherrschen. Die ständigen Konflikte<br />

mit der ungarischen Bevölkerung<br />

werden 1867 im Zuge des „Österreichisch-Ungarischen<br />

Ausgleiches“<br />

befriedet. Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn<br />

mit Franz Josef I. als<br />

König von Ungarn entsteht. Nach dem<br />

Ersten Weltkrieg zerfällt das Habsburgerreich,<br />

im Vertrag von Trianon<br />

wird das Gebiet neu aufgeteilt, Ungarn<br />

verliert dabei etwa zwei Drittel seines<br />

Staatsgebietes. Am 16. November<br />

1918 wird schließlich die Erste Ungarische<br />

Republik ausgerufen, erster<br />

Ministerpräsident wird Mihály Károlyi.<br />

Nur ein halbes Jahr später übernehmen<br />

die Kommunisten die Macht<br />

und gründen eine Räte-Republik. Während<br />

des Zweiten Weltkrieges kämpft<br />

man zuerst an der Seite der Deutschen<br />

Wehrmacht, ehe sich die ungarische<br />

Regierung von Deutschland abwendet<br />

und daraufhin von eben diesen besetzt<br />

wird. Nach Ende des Krieges installiert<br />

die Sowjetunion ein kommunistisches<br />

Regime, gegen das sich die Bevölkerung<br />

am 23. Oktober 1956 auflehnt –<br />

der Volksaufstand wird blutig niedergeschlagen,<br />

der sowjetische Einfluss<br />

dauert bis zum Zerfall der Union 1989<br />

an. Erste freie Wahlen werden schließlich<br />

1990 abgehalten, 1999 tritt Ungarn<br />

der Nato bei, seit 2004 ist das Land<br />

Mitglied der EU.<br />

Kulinarik<br />

Die ungarische Küche erzählt die kulinarische<br />

Geschichte von Bauern,<br />

gleichzeitig aber auch jene vom Adel,<br />

was sich heute wiederum in Abwechslungsreichtum<br />

der typisch ungarischen<br />

Speisen widerspiegelt. Natürlich darf<br />

das weltberühmte Gulasch bzw.<br />

„Pörkölt“ nicht unerwähnt<br />

bleiben, schließlich gilt<br />

der Eintopf aus Fleischwürfeln<br />

und würziger<br />

Soße – am besten im<br />

Kessel gekocht – als<br />

Nationalgericht. Es soll<br />

auf die damals durch<br />

das Land ziehenden<br />

Rinder- und Schafhirten<br />

zurückgehen. Am besten<br />

probiert man das Pörkölt in<br />

den traditionellen Csárdás (Gasthäusern),<br />

die früher Unterkünfte bzw.<br />

Kneipen für die Hirten waren.<br />

Der „Hauptakteur“ der ungarischen<br />

Küche ist jedenfalls Paprika – ob in<br />

Wurst, Gulasch, „Lecsó“, mit Hendl<br />

(„Paprikás Csirke“) oder Salami, kaum<br />

ein ungarisches Gericht kommt ohne<br />

Paprikapulver aus. Auch in der „Halászlé“,<br />

einer Fischsuppe mit Zander,<br />

Karpfen, Wels oder Hecht darf<br />

es nicht fehlen.<br />

Die in den großen<br />

Waldgebieten des Landes<br />

lebenden Tiere wie<br />

Rehe, Hirsche, Hasen,<br />

Fasane und Wildschweine<br />

sind ebenfalls<br />

wesentlicher<br />

Bestandteil der ungarischen<br />

Küche.<br />

Sowohl Beilage als auch<br />

Snack sind die berühmten Pogatschen<br />

– das salzige Gebäck gibt es in<br />

verschiedenen Varianten mit Kartoffeln,<br />

Butter, Grammeln, Schafskäse<br />

oder auch Kraut.<br />

Zum krönenden kulinarischen<br />

Abschluss gibt es eine umfangreiche<br />

Auswahl an Nachspeisen, darunter<br />

Palatschinken, Somlauer Nockerl<br />

(Biskuit, Rosinen, Rum, Vanillesoße,<br />

Schlagobers), Dobostorte (Schichttorte<br />

mit Schokoladenbuttercreme), Strudel,<br />

Baumstriezel oder Topfenknödel.<br />

Sehenswürdigkeiten/<br />

Landschaft<br />

Voller Geschichten aus kaiserlichköniglichen<br />

Zeiten, die heute in den<br />

prunkvollen Gebäuden weiterleben,<br />

präsentiert sich die ungarische Hauptstadt<br />

Budapest. Daneben schreiben<br />

die jungen Bewohner:innen der Stadt<br />

neue Kapitel: im hippen Viertel Bartók<br />

Béla reihen sich Kunstgalerien an<br />

kleine Boutiquen und angesagte Bars<br />

und Cafés. Im jüdischen Viertel trifft<br />

Geschichte auf hippe „Ruinenbars“,<br />

Vintage-Shops und Street Art.<br />

Dem prunkvollen, historischen<br />

Budapest begegnet man zum Beispiel<br />

im und um den Burgpalast, der die Millionenmetropole<br />

überragt und dessen<br />

Geschichte sogar bis ins 13. Jahrhundert<br />

zurückreicht. Auch die Fischerbastei,<br />

die Matthiaskirche, der Heldenplatz,<br />

die Kettenbrücke (die Buda und<br />

Pest verbindet) oder die Große Synagoge<br />

erzählen von vergangenen Zeiten<br />

und laden zu einem geschichtlichen<br />

Rundgang durch die Stadt ein.<br />

Beeindruckend ist auch der Anblick<br />

des Parlamentsgebäudes – dem drittgrößten<br />

der Welt – im neogotischen<br />

Stil, das zwischen 1885 und 1904 vom<br />

Architekten Imre Steindl errichtet<br />

wurde.<br />

Um dem geschäftigen Treiben der<br />

Stadt zu entfliehen, bietet sich ein<br />

Ausflug in die wunderschöne Puszta –<br />

Europas weitläufigste Graslandschaft<br />

– an. Dort kann man ein Stück unberührte<br />

Natur genießen.<br />

Am Balaton bzw. Plattensee, dem<br />

größten Binnensee Europas, lässt<br />

es sich ebenfalls gut entspannen.<br />

In der nahegelegenen<br />

Weingegend kann<br />

man sich danach durch<br />

das vielseitige Angebot<br />

testen – mit Blick auf<br />

die Weinberge.<br />

Ein riesiges Tropfsteinhöhlensystem<br />

findet<br />

man an der Grenze zwischen<br />

Ungarn und Slowakei.<br />

Die spektakulären Stalaktiten- und<br />

Stalagmiten-Formationen sind in den<br />

letzten 2 Millionen Jahren entstanden.<br />

Die Höhlen dürften auch schon den<br />

Menschen in der Antike bekannt gewesen<br />

sein, fand man in den Gängen doch<br />

zahlreiche Spuren früherer Kulturen.<br />

Auf dem Bokodi-See im Norden des<br />

Landes gibt es das „schwimmende<br />

Dorf“. Die bunten Häuser, die man auf<br />

Stegen erreicht, reihen sich in Bokod<br />

mitten am See aneinander und sorgen<br />

für eine traumhafte Kulisse.<br />

Foto/s © unsplash, pixabay<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Pörkölt ist die ungarische<br />

Nationalspeise<br />

oben Tropfsteinhöhlensystem an der<br />

Grenze zwischen Ungarn und Slowakei<br />

rechts Ausblick auf die Fischerbastei<br />

in Budapest<br />

Steckbrief<br />

LÄNDERNAME<br />

Republik Ungarn<br />

HAUPTSTADT<br />

Budapest<br />

FLÄCHE<br />

ca. 93.000 km2<br />

EINWOHNER<br />

ca. 9,9 Millionen<br />

Entspannen am Balaton<br />

AMTSSPRACHE<br />

Ungarisch<br />

WÄHRUNG<br />

Forint<br />

NATIONALFEIERTAG<br />

15. März<br />

87<br />

STAATSOBERHAUPT<br />

Tamás Sulyok (Präsident)<br />

MINISTERPRÄSIDENT<br />

Viktor Orbán<br />

Die Matthiaskirche<br />

in Budapest<br />

links Authentisches<br />

Kaffeehausflair<br />

unten Die Puszta erstreckt sich<br />

über eine Fläche von 50.000 km 2<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOCUS<br />

HUNGARY<br />

“I am convinced<br />

that we can write new<br />

success stories”<br />

Austria and Hungary not only share a border but also a long common history.<br />

<strong>SOCIETY</strong> Magazine spoke with the Hungarian Ambassador to Austria,<br />

H.E. Edit Szilágyiné Bátorfi, about the longstanding relations and the upcoming<br />

Hungarian presidency of the Council of the EU.<br />

As Ambassador of Hungary to Austria — what would<br />

you like to achieve during your term here in Austria?<br />

First of all, it is an honour for me to represent<br />

Hungary in Austria, a neighbouring country which<br />

has been linked to us for centuries. In the face of<br />

today’s complex political, economic and technological<br />

challenges I believe that this is an opportunity<br />

to find good solutions that will help maintain<br />

and even enhance these close ties. As Ambassador,<br />

I would also like to emphasise developments<br />

88<br />

that will help create coherence on issues that will<br />

shape the future. Representing the interests of my<br />

country, I consider it one of the most important<br />

priorities of my mission that we, as Member States<br />

of the European Union, work even more closely<br />

together on issues that are important to both<br />

countries. Despite good neighbourly relations,<br />

there are always topics on which our countries<br />

disagree. I would like to strive<br />

to overcome obstacles standing<br />

in our way through listening,<br />

mutual understanding and<br />

dialogue. I firmly believe that<br />

this is the most efficient way of<br />

working together.<br />

An important fact I would<br />

like to point out is, that today<br />

more than 100,000 of our Hungarian<br />

compatriots study and<br />

work in Austria. The Hungarian<br />

community in Austria is<br />

complex and reflects both the<br />

Ambassador H.E. Edit Szilágyiné Bátorfi in front storms of our common history<br />

of the Hungarian coat of arms<br />

and the potential of our economic<br />

and cultural community.<br />

Our Embassy strives to provide all necessary<br />

support to Hungarian citizens in their everyday<br />

challenges. In close cooperation with the organisations<br />

of Hungarians living in Austria, I see it as<br />

an important task to promote the interests of the<br />

Hungarian community, to preserve their identity,<br />

traditions, language and culture and to be able to<br />

pass them on to future generations.<br />

I am convinced that we can write new success<br />

stories by focussing on the areas of the future. By<br />

facilitating dialogue between the relevant institutions<br />

and broadening the range of players in the<br />

network, we shall boost economic and scientific<br />

cooperation, therefore this is a particularly important<br />

task for our Embassy. Via our foreign economic<br />

office, we provide support to the Hungarian<br />

companies approaching the markets in Austria<br />

and help both to find sales opportunities for Hungarian<br />

products in Austria or investment options.<br />

Our expert for science diplomacy on the other<br />

hand is developing new institutional and scientific<br />

partnerships in the fields of science, research<br />

and innovation. Culture is a core mission, as it is<br />

what defines us and the best way to communicate<br />

about our home in the host country. That is why<br />

we support the Collegium Hungaricum, the Hungarian<br />

Cultural Institute in Vienna, which has been<br />

in existence for 100 years, as much as possible.<br />

Besides the fact that Austria and Hungary are<br />

neighbours — what makes the relations between<br />

the two countries special?<br />

Due to the constantly evolving technological situation<br />

in the world, it is necessary to redefine our<br />

economic relations to ensure that Europe remains<br />

competitive and able to face new challenges. The<br />

immediate neighbourhood is a key factor in our<br />

bilateral relations and represents a strong geopolitical<br />

pillar. However, it is not only the geographical<br />

proximity, but also the lessons of history serve as<br />

a benchmark for the challenges of today. We also<br />

have a centuries-old common cultural and scientific<br />

space providing us with a solid ground for<br />

cooperation and brilliant innovation leading even<br />

to Nobel Prizes, as we could recently witness once<br />

more. These are perhaps also the reasons why<br />

we act along common interests on many issues<br />

in the European Union. Furthermore, the close<br />

cross-border personal and family ties cannot be<br />

emphasised enough, as this provides us with the<br />

most authentic picture of bilateral relations. The<br />

large Hungarian community in Austria is another<br />

natural link between our countries. It is no coincidence<br />

that our economic relations are so strong. In<br />

2023, Austria was Hungary’s fourth largest trading<br />

image/s by Miklós Beniczky<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


FOCUS<br />

HUNGARY<br />

H.E. Edit Szilágyiné Bátorfi<br />

image/s by Miklós Beniczky<br />

partner, accounting for 5% of Hungary’s total foreign<br />

trade. We are also members of many regional<br />

cooperations, and these experiences are essential<br />

and valuable for good neighbourly relations.<br />

Where do you see the biggest opportunities<br />

regarding economic cooperation between our two<br />

countries?<br />

Austria and Hungary have a long tradition of business<br />

relations. Immediately after the fall of communism,<br />

there was a huge<br />

interest on the part of<br />

Austrian companies to<br />

gain a foothold in Hungary.<br />

Many took part in<br />

the privatisation process<br />

that was underway at the<br />

time, while others started<br />

with direct investments<br />

on greenfield sites. As a<br />

result, Austria has become<br />

the third largest investor in Hungary and has held<br />

this position for three decades. The turbulence in<br />

global politics and the subsequent challenges for<br />

the global economy have led to significant upheavals.<br />

The high energy prices, the acceleration of<br />

the technological lead of our competitors leave<br />

us no choice but to look for new ways to grow, as<br />

the old methods are no longer sufficient for us to<br />

keep pace. My ambition is to initiate joint projects<br />

in breakthrough technologies, be it in the field<br />

of digital services, development of new products<br />

for mobility or products and services that already<br />

meet the needs of the 21 st century, based on new<br />

philosophies. It will be necessary to redefine our<br />

basic concepts, which in turn will have new consequences<br />

for existing business models. A lot is being<br />

invested in e-mobility in Hungary, as well as in<br />

space technologies. It is becoming increasingly difficult<br />

to define the distinction between researchers<br />

and engineers, or between specific fields. The<br />

conditions also have to be readjusted and we have<br />

no time to lose in getting them right. We simply<br />

need to focus on our strengths and mobilise creativity,<br />

expertise, foresight<br />

and openness at<br />

the same time.<br />

“A lot is being invested<br />

in e-mobility in Hungary,<br />

as well as in<br />

space technologies.”<br />

Hungary will take over<br />

the rotating presidency<br />

of the Council of the<br />

European Union. There<br />

is continued criticism<br />

from the EU, regarding<br />

the violations of rule<br />

of law principles in Hungary — how might this<br />

conflict between EU institutions and Hungary<br />

influence your country’s presidency?<br />

These rule of law disputes aren’t about values,<br />

but are mainly on the political agenda of the European<br />

Parliament used for its political purposes,<br />

thereby exerting political pressure on other EU<br />

institutions. Regarding the rule of law in Hungary,<br />

on the one hand, the European Commission has<br />

acknowledged in December 2023 that the Hungarian<br />

judicial system meets all European standards<br />

and the current legislation properly addressed all<br />

previous concerns of the European Commission,<br />

89<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOCUS<br />

HUNGARY<br />

The fresco by Franz Anton Maulbertsch<br />

is one of the many artworks of the<br />

Embassy building<br />

90<br />

and, on the other hand, regarding the rule of law<br />

conditionality mechanism, the Council acknowledged<br />

in December 2022 that Hungary adequately<br />

implemented the vast majority of the commitments<br />

undertaken by the Hungarian Government<br />

earlier in 2022. It would be very important for us<br />

to change the political dynamics in the European<br />

Parliament after the upcoming elections. This<br />

would create an environment where the relationship<br />

between the EP and member states would<br />

be based on different political foundations,<br />

while respecting the different national<br />

identities and constitutional traditions<br />

of the member states, as required by the<br />

Treaties. It would ease the political pressure<br />

exerted by the European Parliament<br />

and as a consequence by the European<br />

Commission on member states and the<br />

coercion towards political decision-making,<br />

leading the Commission back to its<br />

role as guardian of the Treaties and executor<br />

of political priorities defined by<br />

member states.<br />

Can you already tell us a bit about the<br />

programmes/issues the Hungarian Presidency<br />

will focus on?<br />

The Hungarian Presidency is primarily<br />

focused on navigating the EU’s transitional<br />

phase, which involves ensuring<br />

continuity in institutional activities<br />

as the terms of the Commission and<br />

the President of the European Council<br />

conclude alongside the upcoming<br />

elections for the European Parliament<br />

in June. The Presidency aims to enable<br />

the EU to effectively respond to<br />

both anticipated challenges, such as<br />

adopting the 2025 budget amid institutional<br />

transition, and unforeseen<br />

crises. Acknowledging past presidencies’<br />

tendency to pivot towards crisis<br />

management, Hungary is prepared<br />

for such challenging international<br />

scenarios. Our priorities, developed<br />

in collaboration with Spain and Belgium<br />

through the ‘trio presidency programme’,<br />

revolve around enhancing the<br />

EU’s economic competitiveness. This<br />

includes addressing structural deficiencies,<br />

demographic challenges, and<br />

migration, with a particular emphasis<br />

on its external dimension. Additionally,<br />

conducting a mid-term review of cohesion<br />

policy and bolstering European<br />

security and defence policy, particularly through<br />

the European defence industry, are significant<br />

tasks on our agenda. Hungary also underscores<br />

the importance of maintaining an objective and<br />

balanced approach to enlargement, focusing on<br />

the Western Balkans — which hold strategic significance<br />

for Hungary — and also on Ukraine, Moldova<br />

and Georgia.<br />

The well in the courtyard of the Embassy was<br />

supposedly used by Empress Maria Theresia<br />

image/s by Miklós Beniczky<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


FOCUS<br />

HUNGARY<br />

“We believe that Europe<br />

can only unite in diversity”<br />

H.E. János Bóka, Hungarian Minister for European Union Affairs, spoke with<br />

<strong>SOCIETY</strong> about the main objectives for his term, his country’s programme for<br />

the Presidency of the Council of the EU, EU criticism related to the rule of law<br />

in Hungary and how he sees Hungary's role within the EU.<br />

92<br />

Since August 2023, you are Hungary’s Minister for<br />

EU Affairs. Can you tell us a bit about your main<br />

goals and objectives for your term, to begin with?<br />

The creation of an independent ministry responsible<br />

for EU affairs was justified by the need to<br />

improve EU policy coordination within the Hungarian<br />

Government, maintain a strong and effective<br />

representation of Hungarian interests in the EU<br />

institutions and properly prepare and manage our<br />

Presidency of the Council of the EU.<br />

Hungary has a characteristic approach to European<br />

integration that has become a polarising factor<br />

in political debates.<br />

Unfortunately, many fail<br />

to realise that we offer<br />

a European alternative<br />

and not an alternative<br />

to Europe. The Union is<br />

based on the diversity of<br />

values, cultures, narratives<br />

and political views.<br />

The Union works well only<br />

if it recognises, understands,<br />

accepts and cherishes<br />

this diversity. We<br />

must curb the growing<br />

appetite to insist on a one-size-fits-all approach<br />

and expect total uniformity and alignment of the<br />

Member States.<br />

In the spirit of being united in diversity, the<br />

Ministry’s task is to make the case for our European<br />

alternative in the EU: propose realistic solutions<br />

to our common European challenges and<br />

build political support among Member States and<br />

EU institutions.<br />

“Unfortunately, many<br />

fail to realise that we offer<br />

a European alternative<br />

and not an alternative<br />

to Europe.”<br />

As you just mentioned, Hungary holds the Presidency<br />

of the Council of the European Union this<br />

year (between July and December 2024). What<br />

are the main pillars of your country’s programme<br />

for this period?<br />

EU Council Presidencies work closely together<br />

in groups of three, called ‘trios’. The current trio<br />

Presidency, of which Hungary is a member, runs<br />

from July 1, 2023 and includes Spain, Belgium and<br />

Hungary. The priorities of the Hungarian Presidency<br />

are based on the joint trio Presidency programme<br />

adopted by the Council last June. These<br />

priorities focus — among others — on the competitiveness<br />

of the European Union, demographic<br />

challenges, migration, in particular its external<br />

dimension and of course enlargement.<br />

More specifically, we will put special emphasis<br />

on the adoption of a New European Competitiveness<br />

Pact as mandated by the European<br />

Council conclusions of April 2024. Competitiveness<br />

must be one of the key themes of the next<br />

EU institutional cycle because the EU has been<br />

lagging behind its global competitors for decades<br />

and we are in the last hour before this trend<br />

becomes irreversible. In addition, Europe is surrounded<br />

by military conflicts<br />

and diverse security<br />

challenges, therefore<br />

Europe should take more<br />

responsibility for its own<br />

security and reinforce its<br />

capabilities by strengthening<br />

the European security<br />

and defence policy<br />

on the basis of a European<br />

defence industry.<br />

The Hungarian Presidency<br />

is committed to a<br />

credible and merit-based<br />

enlargement policy. The European Union cannot<br />

be complete without the accession of the Western<br />

Balkans, which would benefit the Union from<br />

economic, security and geopolitical perspectives.<br />

Our aim is to make progress with preferably<br />

all countries of the Western Balkans. The migratory<br />

pressures that have been affecting Europe for<br />

years are a challenge for the Union as a whole and<br />

place a huge burden on individual Member States.<br />

The Hungarian Presidency will put special focus<br />

on the external dimension of migration, such as<br />

comprehensive partnerships with cooperating<br />

third countries. One of the key objectives of the<br />

Hungarian Presidency will be to hold a high-level<br />

strategic debate on the future of cohesion policy.<br />

In our view, cohesion policy is one of the most<br />

successful policies of the European Union that<br />

enhances its competitiveness as a whole. Hearing<br />

and understanding the message of recent protests<br />

all over the EU, the Hungarian Presidency will<br />

also make an effort to contribute to a competitive,<br />

crisis-resilient and farmer-friendly European agriculture<br />

through strategic discussions on the Com­<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


FOCUS<br />

HUNGARY<br />

How do you respond to EU criticism<br />

related to the rule of law in Hungary?<br />

EU procedures designed to enforce rule<br />

of law standards on Member States are<br />

political tools. They are used in a tactical<br />

sense to coerce political concessions<br />

or changes from non-compliant Member<br />

States. And they are used in a strategic<br />

sense to advance the federalist project by<br />

side-lining national constitutional institutions<br />

and claim the monopoly of interpreting<br />

and enforcing values that are supposed<br />

to be common in Member States. However,<br />

the EU is in dire need of a rule of law<br />

instrument, but this instrument should be<br />

turned upside down. It should guarantee<br />

that the principle of rule of law developed<br />

and applied in Member States is similarly<br />

implemented in the activities of EU institutions.<br />

Most importantly it should include<br />

mechanisms that properly limit the EU’s<br />

activities to the conferred competences.<br />

But this is not possible by adjusting or<br />

improving existing instruments: a completely<br />

new approach is needed.<br />

93<br />

image/s by Bodna Patricia<br />

H.E. János Bóka<br />

mon Agricultural Policy. And last, but not least<br />

demographic challenges will be addressed horizontally<br />

in nearly all Council formations.<br />

You just mentioned that the EU integration of the<br />

Western Balkans is one of the top priorities for<br />

Hungary. Why is it so important for your country<br />

but also for the EU, in your opinion?<br />

In my view, the enlargement process should be<br />

objective, balanced and merit based, for Ukraine,<br />

Moldova and Georgia and for the countries of the<br />

Western Balkan region alike.<br />

The European Union faces serious challenges.<br />

The EU has clearly lost influence not only globally,<br />

but also in its immediate neighbourhood, including<br />

the Southern Mediterranean and the Western<br />

Balkans. This must change: the European Union<br />

must be able to autonomously determine its strategic<br />

interests and find ways and means to pursue<br />

these interests.<br />

The Balkans have always been part of Europe.<br />

Thanks to its location and resources, the Western<br />

Balkans play a key role in the security, energy supply<br />

and economic growth of Hungary and Central<br />

Eastern Europe.<br />

Coming back to the topic of diversity of<br />

values, cultures, narratives and political<br />

views within the EU — what is Hungary’s<br />

understanding of its role within the EU?<br />

In 2004, our EU membership was seen —<br />

and should be seen today — as a historic<br />

success based on national consensus: a<br />

decision to which there was, and is, no alternative.<br />

Our country was under foreign oppression many<br />

times in its history, but we have always fought<br />

unwaveringly for our independence and Hungarian<br />

identity, which makes us Europeans. After the<br />

Soviet occupation and the fall of communism, our<br />

country had a clear objective, and there was full<br />

consensus among all the democratic parties on<br />

joining the European Union.<br />

We believe that Europe can only unite in diversity.<br />

What our EU membership imposes on us is<br />

not a duty to become uniform, but to cooperate.<br />

We believe that the road to a successful Europe<br />

does not lead through censorship, but through<br />

open and honest debate. In this context, we see<br />

for ourselves a role in offering a European alternative.<br />

As incoming Presidency, our role is to ensure a<br />

smooth institutional transition and to work with<br />

Member States and institutions in the spirit of sincere<br />

cooperation as an honest broker. We expect<br />

to be under very close scrutiny in this regard,<br />

maybe a bit closer scrutiny than other Presidencies<br />

recently. But we don’t regret this attention<br />

and will comply with the highest standards.<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


UNGARN<br />

FOKUS<br />

100 Jahre<br />

Collegium<br />

Hungaricum<br />

Wien<br />

2024 ist ein großes Jahr in der Geschichte des ungarischen Kulturinstituts in Wien,<br />

schließlich feiert es den 100. Jahrestag seiner Gründung! Dieses Jubiläum bietet<br />

eine einmalige Gelegenheit, das vergangene Jahrhundert Revue passieren zu lassen.<br />

94<br />

as institutionelle Netzwerk der<br />

D ungarischen Kulturdiplomatie entstand<br />

zwischen den beiden Weltkriegen<br />

nach den Plänen von Kultusminister<br />

Graf Kuno Klebelsberg. Er gründete<br />

vier Institute mit dem Namen Collegium<br />

Hungaricum (CH), die auch noch<br />

heute bestehen (1924: Wien und Berlin,<br />

1927: Rom und Paris).<br />

Einer der ersten Schritte war die<br />

Errichtung des Ungarischen Historischen<br />

Instituts 1920 in Wien<br />

unter der Leitung des Historikers<br />

Árpád Károlyi, der zuvor<br />

von 1909 bis 1913 als Direktor<br />

des Haus-, Hof- und Staatsarchivs<br />

gearbeitet hatte. Vier Jahre<br />

später wurde das Collegium Hungaricum<br />

unter dem Direktorat des Literaturhistorikers<br />

Antal Lábán im Palast<br />

der ehemaligen ungarischen Leibgarde<br />

eröffnet. Das auch als Palais Trautson<br />

bekannte prächtige Barockgebäude<br />

war seit 1760 der Sitz der königlichen<br />

ungarischen Garde. Seit seiner Gründung<br />

1924 ist das Collegium Hungaricum<br />

ein Ort der wissenschaftlichen<br />

Bildung, an dem viele später berühmte<br />

Wissenschaftler ihr Wissen ausbauten<br />

und ihre internationale Vernetzung<br />

intensivierten, so etwa der Schriftsteller,<br />

Literat und spätere Minister Dezső<br />

Keresztury oder der Historiker Domokos<br />

Kosáry, der zwischen 1990 und<br />

1996 Präsident der Ungarischen Akademie<br />

der Wissenschaften war.<br />

Im Wandel der Zeit: Vom<br />

Palais ins Hochhaus<br />

Nachdem die kommunistische Führung<br />

Ungarns das Gardepalais im Jahr 1961<br />

an die Republik Österreich verkauft<br />

hatte, wurde im 2. Wiener Gemeindebezirk<br />

ein neues Institutsgebäude<br />

errichtet. So steht das Collegium<br />

Hungaricum seit 1963 in<br />

der Leopoldstadt, wobei das<br />

Haus selbst in den Jahren<br />

1997-99 komplett umgebaut<br />

wurde und seine heutige architektonische<br />

Gestalt erhielt.<br />

Innovation und Zusammenarbeit:<br />

Die Mission heute<br />

Heute geht es dem Institut darum, kulturelles<br />

Erbe und zeitgenössische,<br />

innovative und künstlerische Tendenzen<br />

aus Ungarn zu präsentieren, die<br />

Zusammenarbeit zwischen ungarischen<br />

und österreichischen Kulturschaffenden<br />

zu initiieren und zu stärken<br />

und die ungarische Gemeinschaft<br />

in Österreich zu unterstützen. Das CH<br />

Wien organisiert dazu zahlreiche Konzerte,<br />

Aufführungen, Ausstellungen,<br />

Festivals und andere Veranstaltungen<br />

und unterhält außerdem eine Bibliothek.<br />

Das Institut für Ungarische<br />

Geschichtsforschung in Wien, das Teil<br />

des CH ist, stärkt die akademischen<br />

Beziehungen, organisiert Konferenzen<br />

und Vorträge und koordiniert die Arbeit<br />

der Stipendiaten.<br />

Geschichte und Geschichten:<br />

Die Programme zum<br />

100-Jahr-Jubiläum<br />

Die Jubiläumsveranstaltungen finden<br />

von Juni bis Dezember 2024 statt.<br />

Das Programm behandelt Themen<br />

und Geschichten der vergangenen 100<br />

Jahre aus verschiedensten Bereichen.<br />

Die unterschiedlichen Formate (Sommerfest<br />

mit Party, Gedenkfeier, Konferenz,<br />

thematische Stadtführung,<br />

Ausstellung und Publikationen) bie ­<br />

ten jedenfalls allen Generationen<br />

ein Erlebnis.<br />

Nach den vorliegenden Informationen<br />

ist das CH das älteste ausländische<br />

wissenschaftlich-kulturelle Institut in<br />

Wien und seine Historie ist damit auch<br />

Teil der österreichischen Geschichte.<br />

Auch deshalb ist diese Hundertjahrfeier<br />

so spannend, denn sie bietet die Gelegenheit<br />

für einen neuen Dialog.<br />

Weitere Informationen unter:<br />

culture.hu/de/wien<br />

Foto/s © CH Bécs Archivum<br />

Die Ausstellung „Design without Borders“<br />

Die moderne Fassade des Collegium Hungaricum<br />

Interessiertes Publikum im Collegium Hungaricum<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


FOKUS<br />

UNGARN<br />

Österreichische Kulturarbeit<br />

in Ungarn<br />

Im Interview mit Christian Autengruber, Direktor des<br />

Österreich ischen Kulturforums Budapest, hat <strong>SOCIETY</strong> nach den<br />

Besonderheiten der österreichisch-ungarischen (kulturellen)<br />

Beziehungen gefragt.<br />

96<br />

Christian Autengruber ist der<br />

Direktor des Österreichischen<br />

Kulturforums Budapest<br />

Das Angebot des Österreichischen Kulturforums<br />

ist sehr groß, von Sprachkursen am Österreich Institut<br />

bis zu Ausstellungen von zeitgenössischen<br />

Künstler:innen. Wo sehen Sie die größte Resonanz<br />

beim ungarischen Publikum?<br />

Als Österreichisches Kulturforum Budapest ist es<br />

unser Anspruch, in allen Kunst- und Kultursparten,<br />

aber auch in den Bereichen Wissenschaft und<br />

Bildung Projekte umzusetzen, die zeitgenössische<br />

Perspektiven und Vernetzung zwischen Protagonist:innen<br />

in beiden Ländern ermöglichen. Grundprinzip<br />

ist die dialogische Ausrichtung, d.h. die<br />

partnerschaftliche Zusammenarbeit mit verschiedensten<br />

Institutionen in Ungarn. Aktuell widmen<br />

„Selbst wenn die Sprachbarriere<br />

vorhanden ist, versteht man sich oft<br />

ohne Sprache, etwa in der Kulinarik,<br />

der Architektur, der Musik und<br />

vielem mehr.“<br />

wir uns besonders geteilten Zukunftsthemen wie<br />

Europa, der Rolle von Frauen in unseren Gesellschaften<br />

oder Ökologie und Menschenrechte –<br />

alles unter dem Motto „IMAGINE DIGNITY“.<br />

Besonders viel Anklang finden unsere Musikprojekte,<br />

wobei wir auch hier die unterschiedlichsten<br />

Genres abdecken, von Jazz bis Klassik, von Weltmusik<br />

bis zur Elektronik, auch Pop und Rock. Im<br />

Musikbereich haben wir eigene Serien, die wir mit<br />

renommierten Musikinstitutionen erarbeiten, etwa<br />

j(A)zz! mit dem Budapest Music Center. Mit dem<br />

neuen Haus der Musik Ungarns arbeiten wir eng<br />

im Bereich Weltmusik zusammen und zusätzlich<br />

ergeben sich laufend Projekte mit Festivals in ganz<br />

Ungarn, vom Harfenfestival in Gödöllő über das<br />

Gitarrenfestival in Szeged bis zum Fünf-Kirchen-<br />

Festival in Győr.<br />

Besondere Reichweite hat<br />

das „Wunderbar Fesztivál“,<br />

das sich der deutschen<br />

Sprache widmet. Dieses Fest<br />

organisieren wir im Verbund<br />

mit Deutschland und der Schweiz.<br />

Unser Programm setzt aber auch jährlich neue<br />

Schwerpunkte: 2023 stand unter dem besonderen<br />

Vorzeichen der Europäischen Kulturhauptstadt<br />

Veszprém-Balaton, wo uns die Vernetzung<br />

aufgrund der Nähe zu Österreich besonders gut<br />

gelungen ist. Womit wir wieder bei Europa wären!<br />

Es ist uns ein besonderes Anliegen, in Ungarn zu<br />

verdeutlichen, dass wir Teil eines gemeinsamen<br />

Kulturraums in Zentraleuropa<br />

sind. 2024 jährt sich die große<br />

EU-Erweiterung um Zentralund<br />

Osteuropa zum 20. Mal.<br />

Verbunden mit den Wahlen zum<br />

Europaparlament im Juni und<br />

der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft<br />

im zweiten Halbjahr<br />

möchten wir heuer die EU<br />

und Europa mit verschiedenen<br />

Persönlichkeiten diskutieren. Der Autor Robert<br />

Menasse war dabei bereits zu Gast, ebenso Paul<br />

Lendvai und die ehemalige Vizepräsidentin des<br />

Europäischen Parlaments, Ulrike Lunacek, sowie<br />

eine hochkarätige Korrespondentenrunde aus<br />

Brüssel, Budapest und Wien, die hauptsächlich an<br />

der deutschsprachigen Andrássy Universität Budapest<br />

sprechen werden.<br />

Sie waren von 2005 bis 2007 Universitätsassistent<br />

an der Andrássy Gyula Deutschsprachige Universität<br />

Budapest, der einzigen deutschsprachigen<br />

Universität außerhalb des deutschen Sprachraumes<br />

mit österreichischer Beteiligung, wie genau<br />

sieht die Kooperation mit Österreich aus?<br />

Die Andrássy Universität ist für alle beteiligten<br />

bzw. unterstützenden Länder wie Österreich,<br />

Foto/s © Österreichisches Kulturforum Budapest, Österreich Werbung Andrea Fehér<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


oben<br />

Autorengespräch<br />

mit Daniel Wisser<br />

in der Österreich-<br />

Bibliothek<br />

links Wunderbar<br />

Fesztivál Budapest<br />

für Deutsch als<br />

Fremdsprache<br />

mitte SEHENSWERT<br />

Filmfestival Budapest<br />

unten Dunaj Poetry<br />

Slam im KF Budapest<br />

Ungarn, Deutschland (Bayern, Baden-Württemberg)<br />

und die Schweiz ein einzigartiges Projekt.<br />

Österreich beteiligt sich finanziell und mit wissenschaftlichem<br />

Personal, v.a. im Fachbereich Mitteleuropäische<br />

Studien – Kulturdiplomatie sowie<br />

internationale Beziehungen. Wissenschaftler:innen<br />

aus Österreich sind aktuell in den Bereichen<br />

Geschichte, Politikwissenschaft, Diplomatie<br />

und Kulturwissenschaft tätig.<br />

Gleichzeitig bestehen einige Kooperationen<br />

mit österreichischen Universitäten, z.B. mit Graz,<br />

Krems und der FH Eisenstadt. Das Zentrum für<br />

Demokratieforschung der Andrássy Uni liefert<br />

besonders spannende Expertise zu Ungarn und<br />

den gesamten zentraleuropäischen Raum. Ich<br />

denke, dass es gerade für die ungarische Universitätslandschaft<br />

wichtig ist, diese Uni in Budapest<br />

zu haben, nachdem mit dem Abzug der<br />

Central European University nach Wien Fragezeichen<br />

zur Freiheit der Wissenschaft und Forschung<br />

in Ungarn aufgetaucht sind. Die Andrássy Uni lebt<br />

diese notwendige Freiheit, steht aber gleichzeitig<br />

in engem Dialog mit ihrem Partnerland Ungarn.<br />

Die wissenschaftliche Vernetzung mit Österreich<br />

ist übrigens über diese Universität hinaus<br />

sehr eng, denn mit Ungarn gibt es ein eigenes<br />

bilaterales wissenschaftliches Stipendienprogramm,<br />

die AKTION Österreich-Ungarn, das neben<br />

der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit<br />

(WTZ) und dem „Central European Exchange<br />

Program for University Studies“ (CEEPUS) sowie<br />

EU-Förderungen wichtige Finanzierungsmöglichkeit<br />

für Kooperationen bietet.<br />

Die Andrássy Universität arbeitet übrigens<br />

ganz aktuell am Aufbau eines Bachelor-Studienprogramms.<br />

Was zeichnet die Beziehungen zwischen Österreich<br />

und Ungarn aus?<br />

Durch die gemeinsame Geschichte sind Österreich<br />

und Ungarn besonders eng verbunden.<br />

Viele wissen nicht, dass sich Ungarn und Österreich<br />

etwa das Archiverbe der Monarchie teilen,<br />

d.h. dass man dieses Archiverbe in Wien belassen<br />

hat, aber gemeinsam erforscht. Als Österreicher<br />

in Ungarn findet man jedenfalls aus dieser<br />

geschichtlichen Verbundenheit heraus sofort<br />

Anknüpfungspunkte, ebenso in der Stadtplanung<br />

von Wien und Budapest, denn diese beiden Städte<br />

sind eindeutig Schwestern und nicht nur durch<br />

die Donau verbunden. Uns ist es am Kulturforum<br />

ein besonderes Anliegen, auch vergessene Berührungspunkte<br />

wiederzubeleben, etwa zur jüdischen<br />

Kultur und Geschichte oder im Austausch über die<br />

Geschichte nach dem Ende der Monarchie. Selbst<br />

wenn die Sprachbarriere vorhanden ist, versteht<br />

man sich oft ohne Sprache, etwa in der Kulinarik,<br />

der Architektur, der Musik und vielem mehr.<br />

Inwiefern war das Österreichische Kulturforum<br />

am Projekt Europäische Kulturhauptstadt Veszprém-Balaton<br />

beteiligt?<br />

Aus Österreich kamen nicht nur viele Besucher:Innen,<br />

sondern auch sehr viele Veranstaltungsbeiträge,<br />

die wir initiiert und mitfinanziert<br />

haben. Besonders großen Anklang fand<br />

Jazz aus Österreich. Wir haben uns aber auch<br />

mit einer Ausstellung mit 12 Künstler:innen aus<br />

dem Bereich Foto- und Medienkunst im Haus<br />

der Künste in Veszprém beteiligt, die ebenso<br />

im Rahmen des Budapest Photo Festival und in<br />

der Fotogalerie Wien zu sehen war. Wir haben<br />

beispielsweise beim Off-Season Literaturfestival<br />

mit Comics von Leopold Maurer mitgewirkt,<br />

mit Lichtkunst von Circus Luminens beim<br />

Inota Festival und Bad Ischl bildete einen musikalischen<br />

Abschluss des Kulturhauptstadtprogramms<br />

mit fünf Bands aus Oberösterreich und<br />

quasi als Staffelübergabe an die diesjährige Europäische<br />

Kulturhauptstadt Bad Ischl/Salzkammergut.<br />

Diese beiden Kulturhauptstädte waren<br />

nicht nur wegen ihrer geographischen Nähe eng<br />

in Kontakt. Beide verstehen sich nämlich nicht<br />

nur als Projekte für eine Stadt, sondern binden<br />

ihre Umgebungen, die Plattenseeregion und das<br />

Salzkammergut eng in die Programmplanung<br />

ein. Außerdem haben beide starke Bezüge zu<br />

Ökologiethemen und setzen auf die Inklusion der<br />

lokalen Bevölkerung. Wir wollten den Austausch<br />

zu diesen Themen zwischen beiden Kulturhauptstadtprojekten<br />

unterstützen.<br />

97<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


Palais im Wandel<br />

der Zeit<br />

Es gibt wohl kaum ein Land, das aus historischer Perspektive enger mit Österreich<br />

verbunden ist, als Ungarn. Das ungarische Botschaftsgebäude in Wien ist ein<br />

glanzvolles Symbol und Ausdruck dieser intensiven Bande.<br />

98<br />

kauft der Vorsteher der<br />

1747 Ungarischen Hofkanzlei,<br />

Leopold Graf Nádasdy, einen prachtvollen<br />

Stadtpalast in der heutigen<br />

Bankgasse im Ersten Wiener Gemeindebezirk.<br />

Sein bisheriger Amtssitz im<br />

ehemaligen Zwölferischen Haus am<br />

Fleischmarkt war zu klein geworden<br />

und konnte außerdem die repräsentativen<br />

Ansprüche des ungarischen<br />

Vertreters längst nicht mehr erfüllen.<br />

Kurz nach dem Ankauf des Gebäudes<br />

im Stadtzentrum veranlasst er dessen<br />

Renovierung und verlegt seinen Amtsund<br />

Wohnsitz dorthin.<br />

Das Bauwerk im barocken Stil geht<br />

ursprünglich auf den berühmten österreichischen<br />

Bildhauer und Architekten<br />

Johann Bernhard Fischer von Erlach<br />

zurück, der es zwischen 1692 und 1694<br />

für den damaligen kaiserlichen Hofkanzler<br />

Theodor Althet Heinrich Graf<br />

Strattmann errichtet hatte. Fischer von<br />

Erlach gestaltet damals eine monumentale<br />

Fassade – die heute nur in<br />

zeitgenössischen Stichen überliefert<br />

ist – und prunkvolle Innenräume.<br />

Zwischen 1728 und 1747 ist das<br />

Palais im Besitz von Leopold Graf Windischgraetz,<br />

der es zuvor von der Tochter<br />

Strattmanns, Gräfin Eleonore Batthyány-Strattmann,<br />

erworben hatte.<br />

Windischgraetz verkauft es schließlich<br />

an den ungarischen Hofkanzler.<br />

Umfangreiche Renovierung<br />

Ein größerer Umbau wird dann unter<br />

Hofkanzler Franz Graf Esterházy in den<br />

Jahren 1766/67 nach Plänen von Nikolaus<br />

Pacassi vorgenommen, auch die<br />

Fassade erhält ein neues Gesicht. Kaiserin<br />

Maria Theresia finanziert die<br />

Umgestaltung großzügig, allerdings<br />

erweisen sich die Arbeiten als viel aufwendiger<br />

und vor allem kostenintensiver,<br />

als ursprünglich angenommen.<br />

Mehrere Male müssen Esterházy und<br />

Pacassi die Kaiserin um zusätzliches<br />

Geld bitten. Diese stimmt immer wieder<br />

zu, mahnt aber gleichzeitig zur Sparsamkeit,<br />

etwa, als sie schreibt: „Keine<br />

Vergoldungen, aber goldene Leisten,<br />

wie es jetzt bei Hof gemacht wird.“<br />

Heute ist Maria Theresia im Palais<br />

allgegenwertig – z.B. auf Gemälden,<br />

wie jenen der Maler Franz Meßmer und<br />

Wenzel Pohl, die auf sechs hochformatigen<br />

Ölbildern Szenen der ungarischen<br />

Krönung der Kaiserin darstellen oder<br />

auf einem der Herzstücke der Botschaft,<br />

dem Deckenfresko von Franz<br />

Anton Maulbertsch, auf dem Maria<br />

Theresia dem Palatin Ludwig Graf Batthyány<br />

den Stephans-Orden verleiht.<br />

Im Innenhof befindet sich außerdem<br />

bis heute der „Brunnen von Maria Theresia“,<br />

den sie vermutlich über unterirdische<br />

Gänge von der Burg aus erreicht<br />

und regelmäßig aus ihm getrunken<br />

Die ungarische Botschaft zählt zu den schönsten Botschaftsgebäuden in ganz Wien. Besonders die Innenräume versprühen den Glanz vergangener Tage.<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


FOKUS<br />

UNGARN<br />

links Der prunkvolle Preßburger Saal<br />

unten Keramik von Margit Kovács: Mädchen,<br />

die Haare flechtend<br />

99<br />

Deckenfresko von Franz Anton Maulbertsch<br />

Foto/s © Miklós Beniczky/<strong>SOCIETY</strong>/Richard Pobschnig<br />

haben soll – dem Wasser werden nämlich<br />

zur Zeit der Kaiserin heilende<br />

Kräfte zugeschrieben.<br />

Pacassi engagiert für die Renovierung<br />

Ende der 1760er Jahre jedenfalls<br />

nur die besten Handwerker und Künstler<br />

– das Ergebnis ist ein prunkvolles,<br />

reiches Innendekor, das wiederum<br />

den Stellenwert der Beziehungen und<br />

den Status des Nachbarlandes widerspiegelt.<br />

Vor allem das Treppenhaus,<br />

der Festsaal mit feinsten Stuckdekorationen<br />

und der Ratssaal mit dem<br />

besonderen Deckenfresko machen das<br />

Stadtpalais zu einem außergewöhnlichen<br />

Architekturjuwel.<br />

Zukauf des<br />

Trautson’schen Hauses<br />

Nachdem auf Verordnung von Kaiser<br />

Joseph II. die ungarische mit der siebenbürgischen<br />

Hofkanzlei zusammengezogen<br />

wird, erwirbt man 1783<br />

das benachbarte Trautson’sche Haus<br />

(Bankgasse 4) und beauftragt den<br />

österreichischen Architekten Franz<br />

Anton Hillebrandt mit der Angleichung<br />

der Fassade. Seither präsentiert sich<br />

das Botschaftsgebäude mit einer dreigeschossigen<br />

Straßenfront mit zwei<br />

Portalanlangen mit Balkonen und<br />

schmiedeeisernen Gittern sowie einer<br />

großen Pilasterordnung.<br />

Kurz vor seinem Tod zieht Joseph<br />

II. die Verordnung – wie die meisten<br />

seiner Reformen – wieder zurück, die<br />

Kanzleien werden getrennt, die ungarische<br />

verbleibt jedoch in den zwei, nun<br />

verbundenen, Palais.<br />

Ab 1848 dient das herrschaftliche<br />

Gebäude als Residenz des königlichen<br />

ungarischen Ministers am Allerhöchsten<br />

Hoflager, nach dem Zerfall<br />

der Monarchie wird es zum Amtssitz<br />

der ungarischen Gesandtschaft<br />

und 1938 des Generalkonsulats. Im<br />

Zweiten Weltkrieg wird das Palais<br />

stark beschädigt, Pfeilkreuzler stehlen<br />

außerdem einen Großteil der wertvollen<br />

Einrichtungsstücke im Stile des<br />

Rokoko und Klassizismus. Ab 1978 wird<br />

das Gebäude dann abermals renoviert,<br />

im Sommer 1997 ist die Sanierung<br />

schließlich beendet.<br />

Das Erscheinungsbild des ungarischen<br />

Botschaftsgebäudes entspricht<br />

bis heute aber zum größten Teil jenem<br />

aus dem 18. Jahrhundert. Die Rückfront<br />

Maria Theresias Brunnen im Innenhof<br />

gen Schenkenstraße stammt gar noch<br />

aus dem 17. Jahrhundert.<br />

Die außergewöhnlichen Räumlichkeiten<br />

bilden jedenfalls seit Jahrhunderten<br />

einen ehrwürdigen Rahmen<br />

für das Zusammentreffen zwischen<br />

Ungarn und Österreich im Herzen der<br />

Hauptstadt und erzählen gleichzeitig<br />

die vielfältige Geschichte der österreichisch-ungarischen<br />

Beziehungen.<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FOKUS<br />

UNGARN<br />

Ungarn: Weinland mit<br />

langer Tradition<br />

Der ungarische Weinbau blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon in der<br />

Antike wachsen die Trauben auf den fruchtbaren Hängen des heutigen Ungarns<br />

und berauschten die römischen Siedler.<br />

100<br />

A<br />

uch an den europäischen Königshäusern<br />

erfreut sich der ungarische<br />

Wein über ein Jahrtausend später<br />

großer Beliebtheit – besonders der<br />

Süßwein Tokajer Aszú aus edelfaulen<br />

Furmint-Beeren ist bei den Regenten<br />

begehrt, Ludwig der XIV verleiht<br />

ihm sogar den Titel „Wein der Könige<br />

– König der Weine“. Der ungarische<br />

Fürst Rákóczi II. setzt ihn unterdessen<br />

als diplomatisches Mittel im Freiheitskampf<br />

gegen die Habsburger ein. Mit<br />

großzügigen Weingeschenken versucht<br />

er u.a. Ludwig XIV und den russischen<br />

Zaren Peter den Großen für seine Pläne<br />

zu gewinnen.<br />

Heute ist Tokaj, die Region im Nordosten<br />

Ungarns, in der die Trauben für<br />

den Tokajer ausschließlich wachsen,<br />

Teil des Weltkulturerbes der UNESCO.<br />

Um die „Erfindung“ des Weines ranken<br />

sich übrigens zahlreiche Legenden<br />

– vermutlich waren die Entdeckung<br />

der Edelfäule und deren<br />

Auswirkung auf den Geschmack des<br />

Weines aber eher zufällig. Die Herstellung<br />

ist jedenfalls ausgesprochen<br />

aufwendig, die vom Botrytis-Pilz<br />

befallenen Beeren werden händisch<br />

in mehreren Durchgängen gepflückt,<br />

ehe sie zur sogenannten Aszú-Paste<br />

verarbeitet und später mit Most,<br />

Jungwein oder Wein in Eichenfässern<br />

vergärt werden. Daraus entsteht<br />

schließlich der bis heute weltberühmte<br />

traditionsreiche Süßwein.<br />

Der Tokajer ist aber lange nicht der<br />

einzige Wein aus Ungarn, der auch<br />

international bekannt ist und dem<br />

zugleich eine spannende Geschichte<br />

anhaftet. Denn auch um den Egri Bikavér,<br />

zu Deutsch Erlauer Stierblut, der<br />

vorrangig in Eger und der südlicheren<br />

Region Szekszárd erzeugt wird, rankt<br />

sich eine aufregende Legende aus dem<br />

Mittelalter: Als die Ungarn in der Stadt<br />

Eger gegen die Osmanen kämpfen, sollen<br />

die ungarischen Krieger nämlich<br />

den heimischen Wein getrunken haben,<br />

„Wein<br />

der Könige —<br />

König der<br />

Weine“<br />

um ihren Kampfeswillen und ihre Moral<br />

zu steigern. Der Wein färbt ihre Bärte<br />

rot und als das die türkischen Belagerer<br />

sehen, denken sie, dass die Ungarn<br />

das Blut von Stieren getrunken hätten,<br />

um sich deren Wildheit und Kampfesstärke<br />

anzueignen.<br />

Bis in die 1990er Jahre gilt das<br />

„Stierblut“ übrigens noch als minderwertiger<br />

Massenwein, der in großen<br />

Mengen für den Ostblock produziert<br />

wird. Heute ist der Bikavér der wohl<br />

bekannteste Rotwein aus dem Weinbaugebiet<br />

Eger, er gilt als vollmundig,<br />

kräftig, feurig – und legendär.<br />

Im südlichsten Weingebiet Ungarns,<br />

Villány, wächst außerdem einer der<br />

besten Cabernet Franc-Weine. Das<br />

prestigeträchtige britische Weinmagazin<br />

Decanter schreibt 2000 sogar,<br />

dass der Cabernet Franc „seine natürliche<br />

Heimat“ in Villány gefunden hätte.<br />

Anders als in anderen Regionen, ist er<br />

in Villány reinsortig, was ihn zu einem<br />

außergewöhnlichen Geschmackserlebnis<br />

macht.<br />

Eine der beliebtesten und meistverbreiteten<br />

Weinsorten Ungarns ist<br />

der Olaszrizling (Welschriesling). Die<br />

Alltagsrebe hat ihren Weg von Frankreich<br />

nach Ungarn im 19. Jahrhundert<br />

gefunden, nachdem zuvor große<br />

Flächen an Wein durch die Reblausepidemie<br />

verwüstet worden waren.<br />

Am besten gedeiht er heute auf den<br />

vulkanischen Böden von Badacsony,<br />

auf den sonnigen Hängen von Szent<br />

György-hegy und an den Ufern des<br />

Plattensees. Die am meisten angebaute<br />

Rotweinsorte ist der Kékfrankos<br />

(Blaufränkisch), der auf insgesamt<br />

7153 Hektar wächst und wesentlicher<br />

Bestandteil des Bikavérs ist.<br />

In den insgesamt sechs verschiedenen<br />

Weinregionen Ungarns (Oberpannonien,<br />

Ober-Ungarn, Tokaj, Donau,<br />

Pannonien und Balaton) und 22 Weinbaugebieten<br />

entwickelt sich jedenfalls<br />

seit den 1990er Jahren eine aufstrebende<br />

Weinszene, die sich auf ihre<br />

lange Tradition besinnt und gleichzeitig<br />

Neues wagt. Die ungarische Weinpracht<br />

erkundet man am besten vor<br />

Ort, in den wunderbaren Restaurants<br />

und Weinterrassen der zahlreichen<br />

kleinen Winzer:innen.<br />

Mehr über ungarische Weingüter, Festivals<br />

und Weintourismus finden Sie<br />

hier: winesofhungary.hu<br />

Foto/s © Toroczkai Csaba<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Mit Teamwork<br />

zum Erfolg<br />

LIFE & STYLE<br />

INTERVIEW<br />

DEUTSCH<br />

XXXXXXXXXXXX XXX<br />

Das wunderschöne Luxushotel Prince de Galles<br />

unweit der Avenue des Champs-Elysées wird seit<br />

Jahren von dem Österreicher Gerald Krischek<br />

geführt. <strong>SOCIETY</strong> hat ihn in Paris getroffen, um mehr<br />

über das Haus der Marriott Gruppe zu erfahren.<br />

Foto/s © Jerome Mauchamps<br />

„Es ist sehr<br />

wichtig, exzellente<br />

Standards<br />

zu setzen und vor<br />

allem zu halten.“<br />

Seit fast neun Jahren sind Sie Managing Director<br />

des Prince de Galles in Paris, was macht für Sie das<br />

Alleinstellungsmerkmal des Hauses, welches Teil<br />

der Luxury Collection der Marriott Gruppe ist, aus?<br />

Das Prince de Galles wurde im Jahr 1929 eröffnet<br />

und ist seitdem ein Symbol für zeitlose Eleganz<br />

und französische Raffinesse. Das historische Erbe<br />

des Hauses wird mit einer modernen Ästhetik<br />

kombiniert, die eine einzigartige Atmosphäre<br />

schafft. Die Architektur spiegelt den Geist des Art<br />

Deco wider und verleiht dem Hotel eine unvergleichliche<br />

Aura. Unser Haus hat eine sehr exklusive<br />

Lage im Herzen von Paris, nur wenige Schritte<br />

von der berühmten Avenue des Champs-Élysées<br />

entfernt. Dies ermöglicht es unseren<br />

Gästen, die Stadt in ihrer ganzen<br />

Pracht zu erleben und die atemberaubende<br />

Aussicht auf die Pariser<br />

Wahrzeichen wie den Eiffelturm zu<br />

genießen. Die Nähe zu erstklassigen<br />

Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants<br />

und kulturellen Sehenswürdigkeiten<br />

macht das Prince de Galles<br />

zur perfekten Wahl für anspruchsvolle<br />

Reisende. Das Alleinstellungsmerkmal<br />

des Prince de Galles liegt auch in<br />

unserem unermüdlichen Streben nach herausragendem<br />

Service. Unser Team von engagierten<br />

Mitarbeiter:innen steht jederzeit zur Verfügung,<br />

um die individuellen Bedürfnisse und Wünsche<br />

unserer Gäste zu erfüllen. Als Teil der Marriott<br />

Gruppe legen wir auch großen Wert auf Nachhaltigkeit<br />

und soziale Verantwortung. Wir setzen uns<br />

aktiv für umweltfreundliche Praktiken ein und<br />

engagieren uns in sozialen Projekten, um einen<br />

positiven Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten.<br />

Sie waren davor bereits im Hotel Goldener Hirsch<br />

in Salzburg, in Wien im Hotel Bristol und Hotel<br />

Imperial sowie in Athen für das Hotel Grande Bretagne<br />

tätig, welche Erfahrungen können Sie für<br />

Ihre jetzige Position besonders nutzen?<br />

In meinen früheren Positionen habe ich wertvolle<br />

Erfahrungen und Fähigkeiten in der Gästebetreuung<br />

entwickelt und gelernt, wie man ein<br />

Team motiviert, um eine außergewöhnliche Experience<br />

zu gewährleisten. Diese Erfahrungen sind<br />

von unschätzbarem Wert, um im Prince de Galles<br />

einen erstklassigen Service zu bieten und sicherzustellen,<br />

dass jeder Gast sich willkommen und<br />

geschätzt fühlt. Es ist sehr wichtig, exzellente<br />

Standards zu setzten und vor allem zu halten.<br />

Das erfordert vor allem eines: Teamarbeit! Durch<br />

meine diversen Auslandsaufenthalte habe ich<br />

auch gelernt, wie wichtig eine kulturelle Sensibilität<br />

ist. Es ist in unserer Branche unabdingbar zu<br />

wissen, wie man mit Gästen aus verschiedenen<br />

Kulturen umgeht und ihre individuellen Bedürfnisse<br />

und Erwartungen versteht. Mein Background<br />

ist im Sales und Marketing, so habe ich gelernt,<br />

wie man die Einzigartigkeit eines Hotels hervorhebt<br />

und eine starke Markenidentität schafft. Dies<br />

ist besonders bei Häusern der Luxury Collection<br />

sehr wichtig, da jedes Haus einzigartig ist.<br />

Welche Rolle spielen die Auswahl und Schulung<br />

der Mitarbeiter:innen für das Prince de Galles?<br />

Wir haben bei uns im Haus und in der Marriott<br />

Gruppe einen sorgfältigen Auswahlprozess, um<br />

sicherzustellen, dass die eingestellten Mitarbeiter:innen<br />

die erforderlichen Fähigkeiten, Erfahrungen<br />

und Qualifikationen mitbringen. Für mich ist<br />

es auch sehr wichtig, dass die Mitarbeiter:innen<br />

eine positive Einstellung haben, um unseren Gästen<br />

mit Höflichkeit, Professionalität und Empathie<br />

begegnen zu können. Der berühmte Spruch: „hire<br />

for talent and train the skills“ hatte für mich immer<br />

große Bedeutung. Grundsätzlich ist es sehr<br />

wichtig, in die Schulung und Weiterentwicklung<br />

unserer Mitarbeiter:innen zu investieren. Bei uns<br />

werden Schulungsprogramme angeboten, die sowohl<br />

fachliche Kompetenzen als auch Soft Skills<br />

abdecken, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter:innen<br />

den Gästen einen erstklassigen Service<br />

bieten können.<br />

Wie ist es als Österreicher in einem französischen<br />

Hotel zu arbeiten?<br />

Ich habe in meiner Karriere gelernt, wie wichtig<br />

es ist sich an andere Kulturen anzupassen. Mein<br />

Gastland Frankreich hat sehr viel zu bieten und ich<br />

fühle mich in Paris und auch Frankreich sehr wohl.<br />

Ich hatte immer ein „Faible“ für die Französische<br />

Sprache und Geschichte.<br />

101<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


SPRING — SUMMER 2024<br />

ESSENTIAL ESSENCES<br />

Tesoro von D : Sol MMXVI Perfumes<br />

Der Duft der mallorquinischen Marke entführt ins Sóller Tal und verbindet<br />

spritzige Zitrusnoten von Bergamotte, Grapefruit und Bitterorange mit rosa<br />

Pfeffer, Jasmin, zartem Rauleder und weißem Moschus. Erfrischend, aber<br />

mit Tiefe eignet sich das Parfum für Männer und Frauen gleichermaßen.<br />

75 ML / 160€ — WWW.DSOLPERFUMES.COM<br />

Perfect Eau de Toilette von Marc Jacobs<br />

Perfect Eau de Toilette präsentiert sich wie das Eau de Parfum von Marc<br />

Jacobs als leichter Blumenduft, der seiner Trägerin die Kraft geben will,<br />

sich selbst so zu akzeptieren, wie sie ist. Das Eau de Toilette zeigt sich<br />

frischer als seine Vorgänger, aber genauso strahlend: Pinker Pfeffer und<br />

grüne Noten bilden den Auftakt der Komposition, weiße Narzissen erblühen<br />

im Herzen und werden von einer Basis aus Zedernholz getragen.<br />

100 ML / 123 € — ERHÄLTLICH IM GUT SORTIERTEN HANDEL<br />

102Sommer, Sonne,<br />

Natural Hydrating Sunscreen SPF 30 von<br />

Grown Alchemist<br />

Hauptwirkstoff dieser effektiven Formulierung ist ein ultrareines Zinkoxid auf<br />

natürlicher Mineralbasis, das den perfekten Breitbandschutz vor UVA/UVB-<br />

Strahlung, sowie Infrarot-Strahlen bietet und keinen weißen Film auf der<br />

Haut hinterlässt. Pflanzenstoffe wie Hagebuttenöl und Petersiliensamenextrakt<br />

wirken der Hautalterung entgegen, der Tri-Hyaluron-Komplex mit<br />

verschiedenen Molekulargewichten sorgt für maximale Feuchtigkeit.<br />

50 ML / 36 € — ERHÄLTLICH ÜBER DOUGLAS.DE<br />

Osmanthe Liu Yuan<br />

von Le Jardin Retrouvé<br />

Für gute Laune aus dem Sprühkopf sorgt der frisch-spritzige Osmanthusduft<br />

der Traditionsmarke Le Jardin Retrouvé. Im Auftakt befinden sich grüne<br />

Noten, Mandarine und Johannisbeere, diese werden gefolgt von Pfirsich,<br />

Patschuli, dezentem Leder und Moschus. Die Inspiration für den Duft war der<br />

Garten Liu Yuan in der chinesischen Provinz Suzhou.<br />

UVP: 50 ML / 120 € — ERHÄLTLICH AUF LEJARDINRETROUVE.COM<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


The Ceramide Oil Serum Cleanser<br />

von ruhi<br />

Dieser Bio-Öl-zu-Milch Gesichtsreiniger mit Ceramiden sorgt für porentief<br />

gereinigte und beruhigte Haut. Der multifunktionale Cleanser befreit die<br />

Haut besonders sanft, aber effektiv von wasserfestem Make-up sowie von<br />

Sonnencreme und Verschmutzungen – ohne dabei ein Spannungsgefühl<br />

oder einen öligen Film zu hinterlassen. Er vereint die beruhigende und<br />

entzündungshemmende Kraft von Wirkstoffen in Bio-Qualität von Jojobaund<br />

Reiskeimöl sowie Squalan mit effektiven slow-Aging Inhaltstoffen wie<br />

Ceramiden, Vitamin E, Kurkuma und Bisabolol.<br />

100 ML / 52€ — ERHÄLTLICH IM GUT SORTIERTEN FACHHANDEL UND<br />

AUF RUHI-RITUALS.COM<br />

SPRING — SUMMER 2024<br />

ESSENTIAL ESSENCES<br />

Besonders in der schönsten Zeit des Jahres wollen<br />

wir gut duften und unsere Haut schützen. In unseren<br />

Beautynews haben wir die besten Parfums und die<br />

effektivste Pflege für Sie zusammengetragen.<br />

Sonnenschein<br />

103<br />

Magic Finish Make-up<br />

Mousse Summer Teint von M. Asam<br />

Die luftige Mousse-Textur passt sich gebräunten Hauttönen perfekt an.<br />

Das Produkt ist gleichzeitig Primer, Concealer, Make-up und mattierender<br />

Puder. Es unterstreicht die natürliche Bräune und schenkt einen sonnengeküssten<br />

und ebenmäßigen Teint, Unebenheiten, Fältchen und<br />

Rötungen werden sofort kaschiert.<br />

30 ML / 26,99 € — ERHÄLTLICH Z.B. BEI DM<br />

Perseus von Parfums de Marly<br />

Schon beim ersten Spritzer sorgen Rosa Grapefruit, Bergamotte und<br />

Schwarze Johannisbeerknospe für einen sofortigen Frischekick.<br />

Dieser wird durch Grüne Mandarine, Ananas, Geranie und Vetiver in der<br />

Herznote aufgegriffen und intensiviert.<br />

Die Basisnote schmeichelt den frischen Aromen mit getrockneten<br />

Hölzern, Kaschmirholz und einem pudrigen Amber-Akkord.<br />

Foto/s © Hersteller<br />

125 ML / 265 € — ERHÄLTLICH U.A. ÜBER DESCENT.DE ODER DOUGLAS.DE<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


SPRING — SUMMER 2024<br />

ESSENTIAL ESSENCES<br />

Divine von Jean Paul Gaultier<br />

Im goldenen Korsettflakon steckt der neue Duft von Jean Paul Gaultier,<br />

der nach Lilien, salzigen Noten und süßem Baiser duftet und<br />

seine Trägerin für viele Stunden begleitet. Divine Eau de Parfum ist<br />

eine furchtlose Hommage an alle Frauen.<br />

100 ML / 142 € — ERHÄLTLICH IM GUT SORTIERTEN FACHHANDEL<br />

Gucci Gloss à Lèvres in Fuchsia<br />

von Gucci Beauty<br />

Dieser transparente Lipgloss punktet mit sofortiger und anhaltend aufpolsternder<br />

Wirkung und kristallklarem Finish. Umhüllt mit intensiver Feuchtigkeit und langanhaltendem<br />

Glanz, sehen die Lippen glatter und voller aus. Gloss à Levres ist in<br />

6 transparenten Farbnuancen von Pink bis Braun erhältlich. Die Lippen werden<br />

in einen dezenten Hauch von Farbe gehüllt, der allen Hauttönen schmeichelt.<br />

41 € — IN AUTORISIERTEN PARFÜMERIEN UND WARENHÄUSERN ERHÄLTLICH<br />

Le Grand Jeu von Voyages Imaginaires<br />

104<br />

Ein sinnlicher Sommerduft, inspiriert von einem Tag unter der gleißenden<br />

Sonne, man hat leicht erhitzte, gebräunte Haut. Den Abend verbringt man dann<br />

im eleganten Casino. Den Auftakt machen Kokosmilch und Gardenie, Tuberose<br />

gibt dem Herz des Duftes Opulenz, in der Basis lockt süße Vanille.<br />

EAU DE PARFUM 75 ML / 195 €<br />

IM AUSGEWÄHLTEN PARFÜMERIEFACHHANDEL ERHÄLTLICH.<br />

Super Milk Conditioning Spray<br />

von Lush<br />

Der Dreiklang aus pflegender Mandel-, Kokos- und Hafermilch macht das Haar<br />

geschmeidig und versorgt es mit Feuchtigkeit – ob unterwegs oder am dritten<br />

Tag nach dem Styling. Frischer Zitronensaft sorgt für Glanz und natives Olivenöl<br />

extra nährt und schützt das Haar, ohne es zu beschweren. Es eignet sich auch<br />

hervorragend, um Waves, Locken und Coils für den nächsten Tag aufzufrischen.<br />

100 ML / 20,95 € — ERHÄLTLICH IN DEN LUSH STORES ODER AUF LUSH.COM<br />

Tiger Princess Dress Feather<br />

von Simone Bruns<br />

Die neue Sommerkollektion von SIMONE BRUNS lässt seidenweiche Träume<br />

wahr werden. Bodenlange Tuniken und atemberaubende Kleider mit floralen und<br />

geographischen Motiven stehen im Fokus der neuen Saison, die bei jedem Anlass<br />

für den gewissen Glamour sorgen. Verspielte Details wie z. B. Federn verleihen<br />

den handgemachten Highlight-Stücken aus Nepal das gewisse Extra und<br />

verkörpern einen Hauch der 70er-Jahre. Angefertigt aus feinster Georgette-<br />

Seide sind die Styles die perfekte Wahl an heißen Sommertagen, da sie angenehm<br />

luftig, lässig und schick zugleich sind. Die neuen Augenmasken sorgen zudem<br />

für einen stilvollen Schönheitsschlaf und sind ein praktisches Accessoire für den<br />

diesjährigen Sommerurlaub. ERHÄLTLICH BEI SIMONEBRUNS.DE<br />

Foto/s © Hersteller<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


HOTEL<br />

LIFE & STYLE<br />

Sommerfrische mit<br />

Romantikfaktor<br />

Zell am See: Das ist ein Ort der aktiven Sommerfrische! Für die romantische<br />

Auszeit, den Urlaub unter Freunden oder den Rückzug in die Natur mit der<br />

entsprechenden kulinarischen Note – einen gewissen Traditionsbetrieb sollte<br />

man dabei keinesfalls auslassen…<br />

105<br />

Foto/s © Romantikhotel Zell am See<br />

einspazieren, hinsetzen, sich einen<br />

R herzhaften Tafelspitz mit dampfenden<br />

Röstkartoffeln servieren lassen:<br />

so kennen ihn viele, den Metzgerwirt<br />

im Herzen von Zell am See.<br />

Schaut man weiter durch die vielen<br />

kleinen Ecken und Winkel des Traditionsbetriebs,<br />

entdeckt man das Hotel,<br />

das dahintersteht. Ein Romantikhotel,<br />

seit jeher geführt von Familie Hörl.<br />

Genächtigt wird in feinen, mit heimischen<br />

Materialien und schönen Aussichten<br />

bestechenden Zimmern. Entspannen<br />

kann man im großzügigen<br />

Spa samt Adults-Only-Bereich. Mit<br />

dem „Bankerl“ unterm Apfelbaum oder<br />

dem romantisch gedeckten „Table for<br />

2“ im Weinkeller wird das Haus seinem<br />

Namen gerecht. Hier fühlen sich<br />

aber absolut alle wohl: Paare, Familien,<br />

Freunde, Alleinreisende, einfach,<br />

weil die Gastfreundschaft so echt ist<br />

und die Lage inmitten einer unfassbar<br />

schönen Berglandschaft, ganz in der<br />

Nähe des glitzernden Zeller Sees eine<br />

unvergessliche Zeit verspricht.<br />

Biken, Wandern, Genießen<br />

Das Praktische am Urlaub im Romantikhotel:<br />

Direkt bei Anreise wird man<br />

mit der Sommerkarte ausgestattet,<br />

die einem freien (oder zumindest<br />

stark vergünstigten) Zutritt zu vielen<br />

bunten Sommerattraktionen in der<br />

Region ermöglicht. Ebenfalls inkludiert<br />

ist die Mobilitätskarte für die<br />

freie Nutzung sämtlicher Öffis in der<br />

Gegend. So gehen einem hier eigentlich<br />

nie die Ideen und schon gar nicht<br />

die Möglichkeiten zur individuellen<br />

Freizeitgestaltung aus: Wandern vor<br />

der beeindruckenden Naturkulisse<br />

von Kitzsteinhorn, Schmittenhöhe<br />

und Co., schwimmen, surfen, paddeln.<br />

Oder besonders beliebt: Genussradeln<br />

um den Zeller See, Richtung Leogang,<br />

Saalbach oder per Tauernradweg<br />

in den Oberpinzgau. Unterwegs warten<br />

zahlreiche typische Gasthöfe mit köstlichen<br />

Stärkungen. Einmal zurück im<br />

Hotel gibt’s einen besonderen Tipp von<br />

Gastgeberin Sabine Hörl: „Auf zur ,Radl<br />

& Wadl‘ Massage – damit dem sportlichen<br />

Morgen nichts im Wege steht!“<br />

Foto/s © Xxxxx<br />

Sebastian-Hörl-Straße 11<br />

A-5700 Zell am See<br />

Tel. +43 (0) 6542 72520<br />

info@romantik-hotel.at<br />

romantik-hotel.at<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


LIFE & STYLE<br />

ELSASS<br />

Genuss<br />

im<br />

Elsass<br />

Im Elsass, wo deutsche und französische Kultur<br />

und Kulinarik aufeinandertreffen, kann man<br />

vor einer fast unwirklichen Mittelalterkulisse<br />

allerlei Köstlichkeiten genießen. VON MAG. TANJA TAUCHHAMMER<br />

Kaysersberg<br />

106<br />

A<br />

uf den Almen des Vogesen-Gebirges<br />

grasen die berühmten und fast<br />

ausgestorbenen Vogesenrinder, aus<br />

ihrer fettreichen Milch werden würziger<br />

Münsterkäse und Bargkass (Bergkäse)<br />

hergestellt. Auf der Ferme Auberge<br />

de Treh produziert Mathieu Deybach<br />

in Handarbeit köstliche Käse- und<br />

Wurstspezialitäten, die man bei einem<br />

Melker essen in der urigen holzvertäfelten<br />

Stube verkosten<br />

kann. Dieses besteht<br />

aus einer Fleischpastete<br />

(Tourte), geräuchertem Schweinefleisch<br />

mit „Roïgabrageldi“ (fein<br />

geschnittene Bratkartoffeln, die für 2-3<br />

Stunden mit Butter, Speck und Zwiebeln<br />

angebraten werden), Münsterkäse<br />

oder Bergkäse mit einer Tarte aus Heidelbeeren<br />

oder Früchten der Saison als<br />

Nachtisch. Beim Blick aus dem Fenster<br />

wähnt man sich fast in den österreichischen<br />

Alpen.<br />

Mittelalterfeeling in<br />

Kaysersberg<br />

Auf eine Reise ins Mittelalter begibt<br />

man sich im Städtchen Kaysersberg,<br />

hier ist die Zeit stehengeblieben.<br />

Die malerische Altstadt versetzt<br />

ihre Besucher:innen in eine andere<br />

Welt, in den kleinen Geschäften kann<br />

man allerlei dekorative Mitbringsel<br />

wie etwa kunstvoll handverzierte<br />

Hafner-Keramik finden. Besonders<br />

»Choucroute garnie«<br />

beliebt ist die Form für den Gugelhupf,<br />

der im Elsass den Namen Kougelhopf<br />

trägt. Dieser Kuchen aus Germteig wird<br />

in der Region gerne zum Frühstück serviert<br />

und hat eine gewisse Ähnlichkeit<br />

mit seinem österreichischen Cousin.<br />

Wahrscheinlich hat auch der berühmte<br />

Sohn der Stadt, Friedensnobelpreisträger<br />

Albert Schweitzer, diese süße<br />

Köstlichkeit genossen. Ihm wurde das<br />

Albert-Schweitzer-<br />

Museum gewidmet,<br />

welches Ausstellungsstücke<br />

aus dem Leben des 1875<br />

in Kaysersberg geborenen Missionsarztes<br />

zeigt. Ebenfalls einen Besuch wert<br />

ist die Burgruine, die man zu Fuß vom<br />

Zentrum aus gut erreichen kann.<br />

»Roïgabrageldi«<br />

Wo Bier- und Weinkultur<br />

einander die Hand geben<br />

Das Elsass ist die einzige Region Frankreichs,<br />

in der es sowohl eine lebhafte<br />

Bierbraukultur als auch traditionellen<br />

Weinbau gibt. Die<br />

1953 eingerichtete 01<br />

Elsässer Weinstraße<br />

verbindet auf 170 km<br />

Länge in Nord-Süd-<br />

Richtung 67 der 119<br />

Elsässer Weinbaugemeinden<br />

mit mehr<br />

als 300 Weingütern<br />

und 48 der 50 Grand<br />

Cru-Einzellagen.<br />

Sie durchzieht die<br />

Départements Bas-<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY<br />

Rhin und Haut-Rhin. Hier werden nach<br />

AOC-Standards vorwiegend Weißweine<br />

wie Riesling, Pinot Blanc, Pinot<br />

Gris, Muscat d’Alsace und Gewürztraminer<br />

angebaut. Der einzige Rotwein<br />

nach AOC-Standard ist der Pinot Noir,<br />

der auch die Basis für fruchtige Roséweine<br />

ist. Bei einer Führung durch das<br />

Weingut Maison Zeyssolff in Gertwiller<br />

erfährt man mehr über die Geschichte<br />

des Weinbaus und kann gleichzeitig<br />

aus historischen Fässern gekelterten<br />

Wein verkosten. Im Anschluss an die<br />

Weinkellerbesichtigung kann man im<br />

dazugehörigen Speiseraum Elsässische<br />

Spezialitäten genießen. Gertwiller ist<br />

gleichzeitig die Hauptstadt des Lebkuchens,<br />

im Musée du pain d’epices kann<br />

man sich von der Vielfalt des süßen<br />

Honiggebäcks überzeugen.<br />

Das Elsass ist Frankreichs Hauptproduzent<br />

von Hopfen, in der Mikrobrauerei<br />

Brasserie Artisanale de Saint-<br />

Pierre lernt man bei einem Besuch<br />

Foto/s © Sarah Heftberger, Tanja Tauchhammer, Charyl Derouet, Julien Kauffmann


05<br />

06<br />

l’Alsace<br />

Ferme-Auberge du Treh<br />

Lieu-dit »Le Treh«<br />

F-68610 LE MARKSTEIN<br />

Tel +33 (0)3 89 39 16 79<br />

fermeauberge-treh.fr<br />

Obernai<br />

Hotel Le Colombier<br />

6-8 rue Dietrich<br />

F-67210 Obernai<br />

Tel +33 (0)3 88 47 63 33<br />

hotel-colombier.com<br />

Weinbar Leoss<br />

6, rue de Sélestat, Obernai<br />

Tel +33 9 55 38 49 80<br />

contact@leoss.fr<br />

Griesheim<br />

La Chèvrerie<br />

Rue du Puits<br />

F-67870 Griesheim-près-Molsheim<br />

Tel +33 (0)3 88 38 61 58<br />

Kaysersberg<br />

Hotel Les Remparts<br />

Logis de France 4, rue de la Flieh<br />

F-68240 Kaysersberg<br />

Tel +33 (0)3 89 47 12 12<br />

hotel@lesremparts.com<br />

lesremparts.com<br />

Restaurant Au Lion d’Or<br />

66 rue du Général de Gaulle<br />

F-68240 Kaysersberg<br />

Tel +33 3 89 47 11 16<br />

auliondor.fr/<br />

BIERVERKOSTUNG<br />

Brasserie Artisanale de Saint-Pierre<br />

30 rue Principale<br />

67140 Saint-Pierre<br />

Tel +33 (0)3 88 08 82 95<br />

lasaintpierre.com<br />

WEINVERKOSTUNG<br />

Maison Zeyssolff – Au Péché<br />

Vigneron 156 Route de Strasbourg<br />

F-67140 Gertwiller<br />

Tel +33 (0)3 88 08 90 08<br />

zeyssolff.com<br />

der Produktionsstätte mehr über die<br />

Herstellung der unterschiedlichen<br />

Craft-Biere und kann bei einer Verkostung<br />

den Gaumen im Erkennen der<br />

unterschiedlichen<br />

Geschmacksnuancen<br />

– von fruchtig<br />

bis herb – schulen. Besonders zu empfehlen<br />

ist das Saint-Pierre IPA Blonde.<br />

»Bredele«<br />

Schlendern und Entspannen<br />

in Obernai<br />

»pain au levain«<br />

Obernai hat seinen ursprünglichen<br />

Charakter über die Jahrhunderte<br />

bewahren können. Hier sieht man noch<br />

die Stadtmauer, befestigte Türme,<br />

Fachwerkhäuser und kleine Gässchen.<br />

Es liegt direkt an der Elsässer Weinstraße,<br />

am Fuße des<br />

Odilienbergs, 25 km<br />

von Straßburg entfernt<br />

und am Rande der großen landwirtschaftlich<br />

genutzten Ebene mit<br />

ihren Sauerkrautfeldern. Das Städtchen<br />

ist Mitglied in der Vereinigung<br />

„Les Plus Beaux Détours de France“, in<br />

der sich kleinere touristisch wertvolle<br />

Orte zusammengeschlossen haben,<br />

die etwas abseits der Hauptverkehrsachsen<br />

liegen, aber einen Umweg lohnen.<br />

Obernai spielt für den Tourismus<br />

im Elsass eine wichtige Rolle und ist<br />

die am zweithäufigsten besuchte Stadt<br />

im Département Bas-Rhin. Den entzückenden<br />

Ort erkundet man am besten<br />

zu Fuß, die Gassen sind sehr eng und<br />

es warten überall Cafés und Gasthäuser<br />

auf Besucher:innen. Hier kommen<br />

auch Liebhaber:innen der Hausmannskost<br />

ganz auf ihre Kosten – im traditionellen<br />

Gericht Choucroute garnie<br />

(Sauerkraut mit Würsten und anderen<br />

gesalzenen Fleischarten<br />

sowie Kartoffeln)<br />

erkennt man klar<br />

den deutschen Einfluss auf die Region.<br />

Unbedingt kosten sollte man auch die<br />

„Bredele“, kleine Butterkekse.<br />

Gar nicht zickig<br />

Glückliche Ziegen und deren Besitzer<br />

Michael Eber trifft man in der Chèvrerie<br />

in Griesheim-prés-Molsheim. Der<br />

Bauernhof des sympathischen Landwirts<br />

beheimatet 60 Ziegen, Schweine,<br />

Hühner, Tauben, Kaninchen sowie ein<br />

Freundesduo aus Pony und Esel. Aus<br />

der Ziegenmilch stellt Ebner Käsespezialitäten<br />

mit der Kelle her, die im<br />

angrenzenden Hofladen verkauft werden.<br />

Für Urlaub auf dem Bauernhof<br />

werden in der dazugehörigen Auberge<br />

de la Chèvrerie auch Zimmer angeboten,<br />

gehobene Küche aus regionalen<br />

Zutaten genießt man im anliegenden<br />

Restaurant, welches von Yann Eber<br />

geführt wird. Dieser verkauft ebenfalls<br />

handgemachtes „pain au levain“, also<br />

Sauerteigbrot, ab Hof.<br />

Das Elsass bietet seinen Besucher:innen<br />

eine spannende Mischung aus französischer<br />

und deutscher Esskultur,<br />

deren Entdeckung sich definitiv lohnt.<br />

107<br />

02 03 04<br />

01 Bierverkostung bei der Brasserie<br />

Artisanale de Saint-Pierre<br />

02 Malerische Fachwerkshäuser<br />

in Obernai<br />

03 Yann Eber macht noch traditionelles<br />

Sauerteigbrot<br />

04 Mathieu Deybach leitet mit seiner<br />

Frau Aurélie die Ferme-Auberge<br />

du Treh<br />

05 Die glücklichen Vogesenrinder<br />

der Ferme-Auberge du Treh<br />

06 Im Shop vom Maison Zeyssolff<br />

kann man das ein oder andere<br />

Mitbringsel finden<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


LIFE & STYLE<br />

REISE<br />

Eine Stadt mit<br />

vielen Gesichtern<br />

Straßburg – die Hauptstadt des Elsass – trägt ihre bewegte Geschichte ganz offen<br />

zur Schau. Unterschiedlichste Baustile und Viertel zeugen heute von der langen<br />

und wechselhaften Vergangenheit der mal französischen, mal deutschen Stadt.<br />

VON MAG. SARAH HEFTBERGER<br />

108<br />

I<br />

m Norden des Stadtgebietes – Neustadt<br />

genannt – säumen prunkvolle<br />

Bauwerke aus der Zeit der preußischen<br />

Annexion zwischen 1871 und<br />

1914 die Straßen und Plätze. Straßburg<br />

sollte damals zum „Schaufenster“ des<br />

Reichslandes Elsass-Lothringen werden,<br />

diese Bestrebung spiegelt sich<br />

heute in den monumentalen Gebäuden,<br />

langen Prachtstraßen und weiten<br />

Der schöne Innenhof der Brasserie des Haras<br />

Plätzen wider, die in dieser Form und<br />

Konstellation nach den Zerstörungen<br />

des Zweiten Weltkrieges anderswo nur<br />

noch selten zu finden sind.<br />

Auffallend sind auch die vielen<br />

unterschiedlichen Baustile im auch als<br />

„deutsches Viertel“ bekannten Stadtteil:<br />

neo-barocke Stadtpaläste reihen<br />

sich hier an Gebäude im Stile der<br />

italienischen und deutschen Neo-<br />

Renaissance, des Jugendstils oder der<br />

Neugotik. Seit 2017 ist dieses außergewöhnliche<br />

Bauensemble auch deshalb<br />

Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.<br />

Auf ins Mittelalter<br />

Spaziert man dann über eine der 21<br />

Brücken, die den Rest der Stadt mit der<br />

„Grand Île“, der Altstadt Straßburgs,<br />

verbindet, findet man sich unversehens<br />

im Mittelalter wider. Unter die<br />

charmanten Fachwerkhäuser mit den<br />

verstrebten Holzbalken mischen sich<br />

immer wieder ganz besondere Architekturjuwelen:<br />

etwa das Haus Kammerzell<br />

im Stile der Renaissance, dessen<br />

reiche Verzierungen in Form von<br />

Schnitzereien und die Butzenscheibenfenster<br />

ein wahrlich einzigartiges<br />

Denkmal einer lang vergangenen Zeit<br />

sind. Das Fundament geht<br />

gar auf das 15. Jahrhundert<br />

zurück.<br />

Direkt daneben, im<br />

Zentrum eines weiten,<br />

mit Kopfsteinen gepflasterten<br />

Platzes, überragt<br />

das Herzstück der Stadt<br />

die restlichen Bauwerke:<br />

das Straßburger Münster,<br />

auch als Notre Dame<br />

bekannt, thront hier in<br />

seiner heutigen Form<br />

bereits seit fast 600 Jahren<br />

auf den Grundmauern<br />

einer 1015 erbauten romanischen<br />

Basilika. Seine Fertigstellung<br />

dauerte fast drei Jahrhunderte – 1439<br />

wurde schließlich die Turmspitze einer<br />

der bis heute größten Sandsteinbauten<br />

der Welt fertiggestellt. „Ein Wunder<br />

– so unermesslich, und zierlich doch<br />

zugleich“, so beschrieb der große französische<br />

Schriftsteller und Politiker<br />

Victor Hugo einmal die bis zu 142 Meter<br />

hohe Kathedrale.<br />

Nur einen Katzensprung entfernt<br />

zeugt der Rohan-Palast von der fürstlichen<br />

Lebensart im 18. Jahrhundert. Der<br />

Palast im klassischen Stil der großen<br />

Pariser Stadthäuser bietet heute Raum<br />

für zahlreiche Museen, darunter das<br />

Archäologische Museum, das Museum<br />

der schönen Künste und das Kunstgewerbemuseum.<br />

Klein Frankreich in Straßburg<br />

Spaziert man in den Westen der Altstadt,<br />

kommt man in den wohl male­<br />

01 02<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Straßburg<br />

Foto/s © Sarah Heftberger, Tanja Tauchhammer, Pixabay, Unsplah<br />

rischsten Stadtteil der Straßburger<br />

Altstadt. Im „Petite France“ wurde<br />

früher auf den steilen Dächern der<br />

Fachwerkshäuser Leder gegerbt<br />

und getrocknet, heute ist das Viertel<br />

bekannt für seine traditionellen Restaurants,<br />

gemütlichen Cafés, Kunsthandwerksläden<br />

und vor allem für den<br />

wunderbaren Ausblick auf die Kanäle<br />

der Ill, in denen sich die charmanten<br />

Häuser spiegeln.<br />

Unweit vom Zentrum von „Petite<br />

France“ sorgte der Vauban-Wehr ab<br />

dem 17. Jahrhundert für den Schutz der<br />

Grand Île. Der Militäringenieur Vauban<br />

entwarf den Wehr, damit der südliche<br />

Teil der Stadt im Falle eines Angriffs<br />

geflutet werden konnte. Heute bietet<br />

eine Aussichtsterrasse auf dem Bauwerk<br />

einen wunderbaren Blick auf die<br />

Stadt und den Verlauf der Kanäle.<br />

Im architektonischen Kontrast zum<br />

historischen Kern der Stadt, die übrigens<br />

als Symbol der französischdeutschen<br />

Versöhnung gilt, steht das<br />

Europaviertel, das ab dem Zweiten<br />

Weltkrieg errichtet und seither immer<br />

wieder um neue Gebäude aber auch<br />

03 04<br />

Institutionen ergänzt wurde. Im Zentrum<br />

des Viertels steht der 1999 eingeweihte<br />

gewaltige Glaspalast des<br />

Europäischen Parlaments, in dessen<br />

Plenarsaal mit 750 Sitzen die Abgeordneten<br />

der EU tagen. Darüber hinaus<br />

ist Straßburg u.a. Heimat des 1949<br />

gegründeten Europarates, des Europäischen<br />

Gerichtshof für Menschenrechte,<br />

der Europäischen Wissenschaftsstiftung<br />

und der Internationalen<br />

Weltraumuniversität. Im Lieu d’Europe,<br />

das in einer Villa aus dem 18. Jahrhundert<br />

untergebracht ist, kann man sich<br />

über die Geschichte Europas und die<br />

europäischen Institutionen ausführlich<br />

informieren.<br />

Neben den außergewöhnlich vielseitigen<br />

Stadtvierteln und Gebäuden<br />

fällt in Straßburg noch etwas ins<br />

Auge: die zahlreichen Störche, die<br />

seit einigen Jahrzehnten wieder in<br />

einer Vielzahl über der Stadt kreisen,<br />

mit ihren Schnäbeln klappern<br />

und überall ihre Nester bauen. Die<br />

schwarz-weiß gefiederten Freunde<br />

waren beinahe aus Straßburg bzw.<br />

aus dem Elsass verschwunden, ehe<br />

ein Rettungsprogramm sie wieder<br />

heimisch machte. Heute vervollständigen<br />

sie das Stadtbild und sind gar<br />

zum Wahrzeichen der Stadt und der<br />

gesamten Region geworden.<br />

ÜBERNACHTEN IM...<br />

Hotel Hannong<br />

15 Rue du 22 Novembre,<br />

67000 Strasbourg<br />

hotel-hannong.com<br />

WEIN UND KÄSE VERKOSTEN IM...<br />

Un Cantalou à Strasbourg<br />

100 Grand'Rue, 67000 Strasbourg<br />

uncantalou.fr<br />

SCHICK ESSEN GEHEN IM...<br />

Pompette Strasbourg<br />

8 Rue des Tonneliers, 67000 Strasbourg<br />

IG: pompette_sxb<br />

ODER IN DER<br />

Brasserie Des Haras<br />

23 Rue des Glacières, 67000 Strasbourg<br />

les-haras-brasserie.com<br />

TRADITIONELL ESSEN GEHEN IM...<br />

Saint Sépulcre<br />

15 Rue des Orfèvres, 67000 Strasbourg<br />

saintsepulcre.fr<br />

DAS TRADITIONELLE METEOR BIER<br />

PROBIEREN IM...<br />

Le Meteor<br />

10 Rue du 22 Novembre,<br />

67000 Strasbourg<br />

lemeteor.fr<br />

01 Das Lycée des Pontonniers erinnert viele<br />

an Hogwarts<br />

02 Im Voodoo-Museum kann man mehr<br />

über diese Religion erfahren<br />

03 Das majestätische Münster war eine<br />

Zeit lang die höchste Kathedrale Europas<br />

04 Das Europaparlament ist für alle<br />

Menschen zugänglich<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong><br />

VOM WASSER AUS<br />

DIE STADT ENTDECKEN MIT...<br />

Batorama<br />

batorama.com<br />

DAS EINZIGARTIGE VOODOO-MUSEUM<br />

BESUCHEN<br />

Château Vodou<br />

4 Rue de Koenigshoffen,<br />

67000 Strasbourg<br />

chateau-vodou.com


LIFE & STYLE<br />

TESTFAHRT<br />

Fahrspaß de Luxe<br />

mit Mercedes-Benz<br />

Im Rahmen der Feier des Nationalfeiertages seines Landes machte der<br />

kroatische Botschafter in Österreich, S.E. Daniel Glunčić, eine besondere<br />

Testfahrt vor der beeindruckenden Kulisse der Gloriette im Schlosspark<br />

Schönbrunn. Im Fokus dieser exklusiven Probefahrt stand die Mercedes-<br />

Benz E 220 d Limousine, ein Fahrzeug, das durch seine Eleganz, Leistung<br />

und innovative Technologie besticht.<br />

110<br />

D<br />

ie Mercedes-Benz E 220 d Limousine<br />

ist ein Paradebeispiel für die<br />

hohe Ingenieurskunst und die luxuriösen<br />

Ansprüche der deutschen Automobilindustrie.<br />

Der Botschafter war sichtlich<br />

beeindruckt von der Kombination<br />

aus Komfort, Sicherheit und Fahrdynamik,<br />

die dieses Modell bietet. „Dieses<br />

Fahrzeug verkörpert Perfektion und ist<br />

ein Genuss zu fahren. Es bietet nicht<br />

nur ein hohes Maß an Fahrkomfort,<br />

sondern auch modernste Technologien,<br />

die das Fahrerlebnis auf ein neues<br />

Niveau heben“, kommentierte S.E.<br />

Glunčić begeistert nach der Fahrt.<br />

Ein Blick auf die<br />

technischen Details<br />

Die E 220 d Limousine ist mit einem<br />

kraftvollen und zugleich effizienten<br />

2,0-Liter-Dieselmotor ausgestattet,<br />

der 197 PS leistet. Diese Leistung<br />

ermöglicht es dem Fahrzeug, in nur<br />

7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu<br />

beschleunigen, was in der oberen Mittelklasse<br />

beeindruckend ist. Der Motor<br />

erzeugt ein maximales Drehmoment<br />

von 440 Nm bei 1.600 bis 2.800 U/min,<br />

was für eine gleichmäßige und kraftvolle<br />

Beschleunigung sorgt.<br />

Dank modernster Dieseltechnologie<br />

bietet der Motor nicht nur eine<br />

hervorragende Performance, sondern<br />

auch eine bemerkenswerte Kraftstoffeffizienz.<br />

Der kombinierte Kraftstoffverbrauch<br />

liegt bei etwa 4,9 Litern auf<br />

100 Kilometer, und die CO₂-Emissionen<br />

betragen etwa 129 g/km. Das Fahrzeug<br />

verfügt über ein 9-Gang-Automatikgetriebe<br />

(9G-TRONIC), das für sanfte und<br />

präzise Schaltvorgänge sorgt.<br />

Luxus und Innovation vereint<br />

Neben der leistungsstarken Motorisierung<br />

überzeugt die E 220 d Limousine<br />

durch ein hohes Maß an Luxus und<br />

technische Innovationen. Das Interieur<br />

des Fahrzeugs ist ein Meisterwerk<br />

S.E. Daniel Glunčić mit der<br />

neuen Mercedes-Benz<br />

E 220 d Limousine<br />

aus hochwertigsten Materialien,<br />

ergonomischem Design<br />

und modernster Technologie.<br />

Das hochauflösende Widescreen-Cockpit<br />

und das intuitiv<br />

bedienbare MBUX (Mercedes-<br />

Benz User Experience) System sorgen<br />

dafür, dass der Fahrer jederzeit optimal<br />

informiert und vernetzt ist.<br />

Zu den weiteren technischen<br />

Highlights gehören:<br />

▪ Fahrassistenzsysteme Der aktive<br />

Abstands-Assistent Distronic, der<br />

aktive Spurhalte-Assistent und der<br />

Park-Pilot mit 360°-Kamera bieten ein<br />

Höchstmaß an Sicherheit und Komfort.<br />

▪ Lichtsystem Die Digital Light-Scheinwerfer<br />

passen sich automatisch den<br />

Straßenverhältnissen an und sorgen<br />

für optimale Ausleuchtung.<br />

▪ Luftfederung Die optionale Airmatic<br />

Luftfederung ermöglicht eine individuelle<br />

Anpassung des Fahrwerks für<br />

maximalen Komfort und Fahrstabilität.<br />

▪ Infotainment Das Burmester®<br />

4D-Surround-Soundsystem bietet ein<br />

herausragendes Klangerlebnis, und<br />

das Navigationssystem mit Augmented<br />

Reality erleichtert die Orientierung.<br />

Michael Habel (<strong>SOCIETY</strong>), S.E. Daniel Glunčić,<br />

Tomislav Glibusic-Prskalo und Dorian<br />

Reimann (Merbag)<br />

Foto/s © <strong>SOCIETY</strong>/obaschnig<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Ein Symbol der Verbundenheit<br />

Die Wahl der Gloriette als Kulisse für<br />

diese Testfahrt war kein Zufall. Die<br />

prachtvolle Architektur und die historische<br />

Bedeutung dieses Bauwerks<br />

spiegeln die Werte von Eleganz und<br />

Beständigkeit wider, die auch Mercedes-Benz<br />

verkörpert. Für Botschafter<br />

Glunčić war es eine besondere Ehre,<br />

dieses Erlebnis an einem so symbolträchtigen<br />

Ort genießen zu dürfen.<br />

„Die Gloriette ist ein Symbol der Verbundenheit<br />

und des kulturellen Austauschs<br />

zwischen unseren Nationen.<br />

Diese Testfahrt hier war nicht nur eine<br />

Demonstration technologischer Spitzenleistung,<br />

sondern auch ein Ausdruck<br />

der Wertschätzung und des Respekts“,<br />

so Glunčić.<br />

Fazit<br />

Die Testfahrt mit der Mercedes-Benz E<br />

220 d Limousine vor der Gloriette war<br />

ein voller Erfolg und ein unvergessliches<br />

Erlebnis für den kroatischen Botschafter<br />

Daniel Glunčić. Sie zeigte eindrucksvoll,<br />

wie Luxus, Technologie und<br />

Tradition miteinander harmonieren<br />

können. Die E 220 d Limousine erwies<br />

sich dabei als ein Fahrzeug, das keine<br />

Wünsche offenlässt und in jeder Hinsicht<br />

überzeugt.<br />

Beim Profi gut beraten —<br />

Merbag<br />

Ihr Mercedes-Benz Partner<br />

im Osten Österreichs.<br />

Seit fast 100 Jahren ist Merbag in Wien und<br />

Umgebung der Partner für alle, die Mercedes-<br />

Benz lieben. Getreu dem Motto „Das Beste<br />

für Sie und Ihren Mercedes-Benz“ erwarten<br />

Sie an den vier Merbag Standorten im Großraum<br />

Wien erfahrene Verkaufs- und Werkstattteams,<br />

die genau wissen, was Mercedes-<br />

Benz-Fahrer und solche, die es noch werden<br />

wollen, brauchen.<br />

Qualität, Kompetenz und Tradition sowie ein<br />

starker Fokus auf die Kundenzufriedenheit,<br />

das sind die Kernwerte der Merbag GmbH.<br />

Neben dem Verkauf von PKW und Van Neuund<br />

Gebrauchtwagen bietet Merbag alle<br />

Dienstleistungen rund um Finanzierung &<br />

Versicherung, After Sales und Service an –<br />

der Fokus liegt dabei auf den Marken Mercedes-Benz<br />

und smart. Die Bandbreite an<br />

Mercedes-Benz Modellen reicht von der<br />

Kompaktklasse über SUVs bis hin zu Elektround<br />

Hybrid modellen – maßgeschneiderte<br />

Leasingangebot inklusive.<br />

Einen Überblick auf alle Modelle, die<br />

aktuellen Gebrauchtwagen -und Werkstattaktionen<br />

sowie alle Ansprechpartner finden<br />

Sie auf merbag.at<br />

111<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


LIFE & STYLE<br />

EUROPÄISCHE KULTURHAUPTSTADT<br />

Europäische Kulturhauptstadt 2024<br />

Bad Ischl<br />

Salzkammergut<br />

Ein ganzes Jahr lang ist Bad Ischl Salzkammergut eines der drei kulturellen<br />

Zentren Europas: neben Tartu in Estland und Bodø in Norwegen trägt die Region<br />

nämlich den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2024“.<br />

112<br />

A<br />

nfang des vergangenen Jahrhunderts<br />

spazierte noch das berühmte<br />

Kaiserpaar Franz und Sisi durch die<br />

malerischen Gassen von Bad Ischl<br />

und auch Künstler wie Gustav Mahler,<br />

Arnold Schönberg, Gustav Klimt, Stefan<br />

Zweig oder Anton Bruckner ließen<br />

sich von der atemberaubenden landschaftlichen<br />

Kulisse des Salzkammergutes<br />

inspirieren – 2024 präsentiert<br />

sich das Gebiet am Nordrand der Alpen<br />

als Ort, der Tradition und Geschichte<br />

gekonnt mit Innovation verbindet.<br />

„Die Region war schon immer eine<br />

,Kulturhauptstadt‘. Und seit jeher<br />

haben ihre Bewohner:innen die mannigfaltigen<br />

Einflüsse von außen<br />

genutzt, um die eigenen Stärken und<br />

Mehr<br />

Informationen<br />

unter<br />

salzkammergut-2024.at<br />

Schwächen zu erkennen und damit<br />

Tradition und Moderne in einem stetig<br />

weiterwachsenden Selbstverständnis<br />

zu vereinen“, so die künstlerische<br />

Geschäftsführerin Elisabeth Schweeger<br />

in einer Aussendung über das Salzkammergut.<br />

Im Rahmen des ganzjährigen Programms<br />

der Europäischen Kulturhauptstadt<br />

2024 Bad Ischl Salzkammergut<br />

wird versucht, diese Realität zu<br />

reflektieren, zu hinterfragen und weiterzudenken.<br />

Unter dem Motto „Kultur<br />

ist das neue Salz“ finden bis Jahresende<br />

in insgesamt 23 Gemeinden<br />

in Oberösterreich und der Steiermark,<br />

die sich für dieses Kulturjahr zu einem<br />

gemeinsamen Kulturraum mit Bad<br />

Ischl als Bannerstadt zusammengeschlossen<br />

haben, abwechslungsreiche<br />

Veranstaltungen, Ausstellungen und<br />

Projekte dazu statt.<br />

So wurde etwa der „Große Welt-Raum-<br />

Weg“ erschaffen, der vom eigenen Badezimmer<br />

in die Pfarrkirche Bad Ischl über<br />

Almen bis ins Tote Gebirge und wieder<br />

zurück führt und von einem Hörstück,<br />

das aus<br />

Gesprächen mit<br />

Wandernden,<br />

Expert:innen der<br />

Zukunftsforschung,<br />

Kirchenbesucher:innen<br />

und Almbetreiber:innen<br />

entstand, begleitet wird (bis Ende 2025).<br />

Unter dem Titel „Verborgen im Fels.<br />

Der Berg, das Salz & die Kunst“ setzt<br />

sich der vielfach ausgezeichnete<br />

Comickünstler Simon Schwartz mit der<br />

Geschichte des Salzbergwerks Altaussee<br />

auseinander, in dem seit 1147 Salz<br />

abgebaut wird. Während der NS-Zeit<br />

fungierte es allerdings als eines der<br />

größten Verstecke für NS-Raubkunst.<br />

Schwartz setzt sich bildhaft mit der<br />

wechselvollen Geschichte des Salzbergs<br />

auseinander – von der Steinzeit<br />

bis zur NS-Zeit (23.03.2024-3.11.2024).<br />

Das partizipative Kunstprojekt<br />

„Future is Now“ beschäftigt sich – wie<br />

der Name schon verrät – hingegen mit<br />

der Zukunft. Zukunftsvisionen<br />

von jungen Menschen<br />

sollen mithilfe<br />

von Graffiti und Street<br />

Art dauerhaft im öffentlichen<br />

Raum sichtbar<br />

gemacht werden.<br />

Im Zuge der Veranstaltungsreihe<br />

„New<br />

Salt“ werden fast das<br />

ganze Jahr über experimentelle<br />

musikalische<br />

Positionen und digitale Kunst in<br />

unterschiedlichen Regionen des Salzkammerguts<br />

präsentiert. Den Höhepunkt<br />

von „New Salt“ wird ein viertägiges<br />

Festival im September bilden, in<br />

dem die verschiedenen musikalischen<br />

und künstlerischen Positionen präsentiert<br />

und gefeiert werden (Festival:<br />

5.09.2024-08.09.2024).<br />

Entlang der vier Programmlinien<br />

(Macht und Tradition, Kultur im Fluss,<br />

Sharing Salzkammergut – die Kunst<br />

des Reisens, Globalokal – Building the<br />

New) finden und fanden jedenfalls<br />

das ganze Jahr über zahlreiche weitere<br />

spannende Veranstaltungen statt,<br />

die versuchen, neue Impulse für die<br />

Zukunft zu setzen, die Region international<br />

zu vernetzen und die Vielfalt aus<br />

historisch verwurzelter und zeitgenössischer<br />

Kunst und Kultur vor den Vorhang<br />

zu bringen.<br />

Noch ein Grund mehr, in das wunderschöne<br />

Salzkammergut zu reisen!<br />

Foto/s © David Višnjič/Christoph Mayer/Edwin Husic/Franzi Kreis/Ella RaidelReinhard<br />

Winkler<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


LIFE & STYLE<br />

KULINARIK<br />

Ristorante Sole:<br />

Dolce Vita im<br />

Herzen Wiens<br />

113<br />

Seit bereits über 40 Jahren erfreut das<br />

Ristorante Sole in der Annagasse im Zentrum<br />

von Wien nun schon Kulinarikliebhaber:innen<br />

aus allen Ecken der Welt.<br />

Foto/s © Ristorante Sole/Brianna Pfaffel<br />

A<br />

m Beginn der Geschichte des wohl<br />

bekanntesten Italieners der Wiener<br />

Innenstadt stehen Shakes, Pasta und<br />

Panini – diese Auswahl bot Gründer Aki<br />

Nuredini nämlich in seiner 1983 eröffnete<br />

Frullateria an. Nach und nach vergrößerte<br />

und veränderte sich das Lokal<br />

und wurde zum beliebten Treffpunkt<br />

von Künstler:innen, Komponist:innen,<br />

Sportler:innen und allen Fans frischer,<br />

italienischer Küche.<br />

Heute, über 40 Jahre nach der Eröffnung,<br />

lädt das Ristorante Sole weiterhin<br />

Freunde und Gäste ein, in die kulinarische<br />

Welt Italiens einzutauchen.<br />

Mit frischen Zutaten und saisonalen<br />

Gerichten, feinsten Antipasti, handgemachter<br />

Pasta und Pizzen aus dem<br />

Steinofen weiß die Küche zu begeistern.<br />

Die Gastgeber Aki Nuredini und<br />

Sohn Agron sorgen für die perfekte<br />

Wohlfühlatmosphäre und verleihen<br />

dem Restaurant Persönlichkeit und<br />

eine einzigartige Identität.<br />

Gleich neben dem Ristorante Sole<br />

befindet sich übrigens die Bar Sole –<br />

ein idealer Ort für Afterwork Drinks,<br />

einen Aperitiv vor dem Essen oder<br />

einen gemütlichen Abend mit Freunden.<br />

Die hervorragenden italienischen,<br />

österreichischen aber auch internationalen<br />

Weine, der köstliche Hausbrand<br />

Kaffee, die Stuzzichini, Antipasti, Panini<br />

und hausgemachten Pizzen sind auch<br />

hier ein kulinarisches Erlebnis, das<br />

man nicht verpassen sollte.<br />

Aki Nuredini (rechts) leitet gemeinsam<br />

mit Sohn Agron das Ristorante Sole in der<br />

Annagasse<br />

Ristorante Sole<br />

Annagasse 8-10, 1010 Wien<br />

Mo – So 11:30 bis 23:30 Uhr<br />

Tel.: +43-(0)-1-513 40 77<br />

office@ristorante-sole.at<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FÜR SIE GELESEN<br />

EXLIBRIS<br />

Exlibris<br />

Entdecken Sie das österreichische Parlament von innen<br />

oder unbekannte Orte in Oberösterreich, erfahren Sie mehr<br />

über die ungarische Geschichte oder lesen Sie von lange<br />

vergessenen Geschichten prunkvoller Wiener Villen und<br />

deren Bewohner:innen – die <strong>SOCIETY</strong>-Redaktion hat wieder<br />

eine vielseitige Auswahl an Büchern für Sie kuratiert.<br />

114<br />

Parlament Österreich<br />

Parlamentsdirektion (Hg),<br />

Lois Lammerhuber (Fotograf)<br />

Edition Lammerhuber<br />

Der Fotograf Lois Lammerhuber lädt<br />

mit diesem Bildband zu einer visuellen<br />

Reise durch die 922 Räume des<br />

neu sanierten österreichischen Parlaments<br />

ein. Er würdigt diesen außergewöhnlichen<br />

Ort mit seinen spannenden<br />

Bildern und bringt den Betrachter:innen<br />

das einzigartige Gebäude,<br />

seine Geschichte und seine Besonderheiten<br />

näher. Er öffnet also jenes<br />

Haus, in dem über das Zusammenleben<br />

und die Zukunft des Landes entschieden<br />

wird.<br />

Die Heimreise<br />

Vladimir Vertlib<br />

Residenz Verlag<br />

Entlang der Lebensgeschichte seiner<br />

Mutter erzählt Vladimir Vertlib die<br />

Geschichte einer kämpferischen Frau<br />

mit unverwüstlichem Humor und verfasst<br />

gleichzeitig eine gnadenlose Satire<br />

auf die Absurdität der sowjetischen<br />

Diktatur in den 50er-Jahren. Lina – die<br />

Hauptprotagonistin des Buches – verrichtet<br />

ihren verpflichtenden Arbeitsdienst<br />

im fernen Kasachstan, als sie<br />

eine Nachricht von zuhause erreicht:<br />

„Vater schwer krank! Komm rasch!“.<br />

Lina macht sich auf die Reise durch das<br />

sowjetische Riesenreich, das geprägt<br />

ist von absurden Regelungen und willkürlicher<br />

Polizeigewalt, um hoffentlich<br />

noch rechtzeitig zu ihrem Vater nachhause<br />

zu kommen.<br />

153 Formen des Nichtseins<br />

Slata Roschal<br />

Penguin Verlag<br />

In ihrem 2022 für den Deutschen<br />

Buchpreis nominierten Romandebüt<br />

erschafft Roschal eine Collage aus 153<br />

Beobachtungen aus dem Alltag einer<br />

jungen Frau: Ksenia ist Russin, Deutsche,<br />

Jüdin und unter Zeugen Jehovas<br />

aufgewachsen. Ihren Identitätspluralismus<br />

versucht sie zu erforschen,<br />

beobachtet Alltagssituationen und<br />

erinnert sich immer wieder an einen<br />

traumatischen kindlichen Zustand von<br />

Orientierungslosigkeit und Fremdbestimmung.<br />

Ein bissiger Roman über<br />

Identitätsfindung und den Wert des<br />

eigenen Daseins.<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Die Riviera an der Donau. Das Strombad Kritzendorf<br />

Lisa Fischer<br />

Czernin Verlag<br />

FÜR SIE GELESEN<br />

EXLIBRIS<br />

In seiner 120-jährigen Geschichte war das Strombad Kritzendorf vieles:<br />

ein beliebtes Bad nach 1900, eine pulsierende Sommerkolonie in<br />

der Zwischenkriegszeit, ein durch Arisierung entstandenes „Nazibad“<br />

oder ein wiederentdecktes Architekturjuwel. Historikerin Lisa Fischer<br />

beleuchtet die vielen Gesichter der „Riviera an der Donau“, die schon<br />

zahlreichen Künstler:innen als Ort der Inspiration diente. Auch heute<br />

erfreut sich Kritzendorf wieder großer Beliebtheit als Erholungsoase. Ein<br />

spannendes Portrait eines ganz besonderen Kleinods nahe Wien.<br />

Katzen und ihre Geheimsprache<br />

Sarah Brown<br />

dtv<br />

Das perfekte Buch für alle, die Katzen lieben und ihre pelzigen Mitbewohner<br />

(noch) besser verstehen möchten: Die Katzen-Verhaltensforscherin<br />

Dr. Sarah Brown verwebt Erzählungen von ihren eigenen Miezen<br />

mit Erkenntnissen aus Studien und übersetzt damit die Signale, die die<br />

Tiere für die Kommunikation untereinander und mit uns Menschen im<br />

Laufe ihrer sozialen Evolution entwickelt haben. Gleichermaßen unterhaltsam<br />

wie auch informativ.<br />

Acqua Alta<br />

Isabelle Autissier<br />

mareverlag<br />

Oberösterreich für Entdecker<br />

Michael Schottenberg<br />

Amalthea<br />

Der Hund hat Recht – Ein Dialog<br />

Elfriede Hammerl<br />

Kremayr & Scheriau<br />

115<br />

Isabelle Autissier entwirft in Acqua<br />

Alta ein realistisches sowie dramatisches<br />

Szenario vom Untergang Venedigs.<br />

Ihre drei Hauptprotagonist:innen<br />

– Vater Guido, Mutter Maria Alba und<br />

Tochter Léa – stehen dabei mit ihren<br />

unterschiedlichen Perspektiven auf<br />

die Bedrohung durch den steigenden<br />

Meeresspiegel in einem Spannungsverhältnis<br />

und stellen uns schließlich<br />

vor die Frage: Wie würden wir uns in<br />

dieser Situation verhalten?<br />

Der Weltenbummler und ehemalige<br />

künstlerische Direktor des Wiener<br />

Volkstheaters, Michael Schottenberg,<br />

auch als „Schotti“ bekannt, hat sich<br />

wieder auf die Reise gemacht: dieses<br />

Mal erkundet er Oberösterreich – und<br />

ist dort von der Vielseitigkeit des drittgrößten<br />

Bundeslandes überrascht. Auf<br />

seiner roten Vespa braust er durch alle<br />

Regionen und Viertel Oberösterreichs<br />

– und kommt aus dem Staunen nicht<br />

heraus. Eine spannende Reiseanleitung<br />

für das Bundesland „oberhalb<br />

und unterhalb der Enns“.<br />

Eigentlich sollte der Hund, den sie zuvor<br />

aus dem Tierheim „gerettet“ hat, der<br />

vielbeschworene beste Freund der Protagonistin<br />

des Buches werden, doch ob<br />

Futter, Gassi gehen oder Lebenspartner,<br />

er hat immer etwas auszusetzen –<br />

und zudem meistens auch noch Recht.<br />

Elfriede Hammerl gelingt mit „Der Hund<br />

hat Recht“ eine besonders gewitzte<br />

Gesellschaftskritik, die sich aus Dialogen<br />

zwischen einem Hund mit Hang<br />

zur Besserwisserei und seiner Besitzerin<br />

ergibt. Ein höchst amüsantes Buch,<br />

das einen zum Schmunzeln bringt, aber<br />

auch zum Nachdenken anregt.<br />

Issue<br />

N <strong>385</strong>


FÜR SIE GELESEN<br />

EXLIBRIS<br />

116<br />

Die Ungarn<br />

Paul Lendvai<br />

ecowin<br />

Was macht die nationale Identität<br />

Ungarns aus? Wer sind die Helden<br />

und Opfer in der über 1000-jährigen<br />

Geschichte des Landes und wie sehen<br />

sich die Ungarn im europäischen Kontext?<br />

Der renommierte Journalist und<br />

Osteuropa-Experte Paul Lendvai, 1929<br />

in Budapest geboren, hat mit „Die<br />

Ungarn“ ein Standardwerk geschaffen,<br />

das die lange Geschichte des Magyaren-Staats<br />

in seiner ganzen Bandbreite<br />

beleuchtet: detailliert, fesselnd und<br />

facettenreich.<br />

Hiersein ist herrlich<br />

Rainer Maria Rilke<br />

Insel Verlag<br />

Die schönsten Gedichte und Prosatexte<br />

des österreichischen Lyrikers<br />

Rainer Maria Rilke – vereint in einem<br />

Buch unter dem Motto „Hiersein ist<br />

herrlich“. In diesem Band gibt Rilke<br />

den Leser:innen Vorschläge, wie man<br />

in dieser Welt trotz allem leben kann.<br />

Wie kein anderer hält er „das Schöne<br />

und das Schreckliche des Erdendaseins“<br />

in einzigartig schönen Bil ­<br />

dern und Dichtungen fest. Ein Muss<br />

für alle Rilke Fans.<br />

„Ich habe getötet, aber ein<br />

Mörder bin ich nicht“<br />

Birgit Kofler-Bettschart<br />

Ueberreuter<br />

Nach dem Genozid an 1,5 Millionen<br />

Armenierinnen und Armeniern ab 1915<br />

will sich eine Gruppe junger Männer<br />

nicht mit ihrer Opferrolle abfinden.<br />

Im Zuge der Geheimoperation Nemesis<br />

hinterlassen sie quer durch Europa<br />

ihre Spuren und planen und verüben<br />

Attentate auf die Hauptverantwortlichen<br />

des Völkermordes, etwa auf den<br />

früheren osmanischen Innenminister<br />

Talat Pascha, den sie 1921 auf offener<br />

Straße in Berlin erschießen. Dennoch<br />

sehen sie sich nicht als Mörder – vielmehr<br />

verstehen sie sich als Rächer der<br />

vielen armenischen Opfer.<br />

Wiener Villen und ihre Geheimnisse<br />

Robert Bouchal, Johannes Sachslehner<br />

Styria Verlag<br />

Die geheimnisvollen Wiener Villen im Buch der Bestseller-Autoren<br />

und Lost-Places-Experten Robert Bouchal und Johannes Sachslehner<br />

erzählen von Flucht und Verfolgung, von Demütigung und Verzicht,<br />

aber auch von Hoffnung und Freundschaft. Zahlreiche Wiener<br />

Familien haben dafür ihre Archive und Türen geöffnet und so Einblicke<br />

in vergessene Interieurs und in die ganz besondere Persönlichkeit der<br />

jeweiligen Häuser gewährt. Eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit<br />

der Villa Otto Wagner I, Villa Dollarprinzessin, Villa Ferstel<br />

und vielen mehr.<br />

Abrechnung – Hitler, Röhm und die Morde vom 30. Juni 1934<br />

Peter Longerich<br />

Molden<br />

Der Zeithistoriker und NS-Experte Peter Longerich arbeitet auf 208 Seiten die zentrale<br />

Bedeutung „Der Nacht der langen Messer“ für den Aufstieg Hitlers zum Alleinherrscher<br />

heraus. 1934, ein Jahr nach der „Machtergreifung“, bleiben für das NS-Regime<br />

die erwarteten Erfolge aus. Zeitgleich baut Ernst Röhm seine „Sturmabteilung“ weiter<br />

aus und spricht sich für eine Fortsetzung der „nationalsozialistischen Revolution“<br />

aus. Hitler hält daraufhin blutige Abrechnung und ordnet die Tötung Röhms und<br />

der Führungskräfte der SA an – doch die Morde eskalieren, 90 Menschen sterben.<br />

Longerich zeigt anhand zeitgenössischer „Stimmungsberichte“, wie die Bevölkerung<br />

auf die Morde reagierte und erklärt, wie zentral diese Ereignisse für den Fortlauf der<br />

Geschichte des Dritten Reiches waren.<br />

THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY


Office: Bäckerstr. 3/6A, 1010 Wien<br />

Showroom: Köllnerhofgasse 2, 1010 Wien<br />

Gumpendorferstraße 124 + 137, 1060 Wien<br />

www.köse.at<br />

Ihr Installateur und Komplettanbieter für Exklusivbäder<br />

01 - 595 29 06<br />

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RITTERORDEN<br />

WEINRITTER<br />

Europäischer Weinritterorden<br />

eröffnet Friedensdenkmal<br />

An der Friedensbrücke in Bad Radkers burg,<br />

die Österreich mit Slowenien verbindet, wurde<br />

das erste Ritterliche Friedensdenkmal Gallus<br />

Pacis mit einer 500-köpfigen Gästeschar<br />

feierlich eröffnet.<br />

Der Generalconsul,<br />

R. Tombor-Tintera (r.)<br />

mit dem Stifter des<br />

Friedensdenkmales<br />

Consul Safran<br />

118<br />

Der Ritterliche Friedenspreis geht<br />

zurück auf den Friedensschluss<br />

des 30-jährigen Krieges, der 1648<br />

zu Münster und Osnabrück abgeschlossen<br />

wurde. Dabei wurde<br />

nicht nur die Friedensakte unterfertigt<br />

sondern der Frieden mit<br />

edlem Wein besiegelt, der aus<br />

einem goldenen Hahn, eben<br />

Gallus Pacis, getrunken wurde.<br />

„<br />

Auszüge aus der Rede des Magister Generalis, Generalconsul Alfred R. Tombor Tintera:<br />

Eine der Kernaufgaben des Weinritterordens ist<br />

der Einsatz für den Frieden, weil der Weinreichtum<br />

die Fruchtbarkeit des Friedens zeigt. Daher<br />

haben wir den Ritterlichen Europäischen Friedenspreis<br />

,Gallus Pacis‘ gestiftet. In der Anleitung<br />

zu einer Erfassung des Gallus Pacis steht der<br />

bedeutungsvolle Satz: ,Die oberste Mission des<br />

Ordo Equestris Vini Europae besteht in der Förderung<br />

des Friedens in der Welt, weil die Weinritter<br />

auch Friedensritter sind.‘ Zur Deutung haben wir<br />

nun auch die Hinführungsschrift 'Pax Europae'<br />

herausgegeben, um zu zeigen, dass Frieden nur in<br />

Freiheit möglich ist.<br />

Durch den Grundsatz der Objektivität zu Konfessionen,<br />

Wirtschaft, Politik und Standesinteressen<br />

ist beim Wirken der Weinritter ein hohes Maß an<br />