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Impressionists & Modern Art, 19th/20th Century Paintings

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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE<br />

CATALOGUE IV<br />

IMPRESSIONISTS & MODERN ART<br />

19TH/20TH CENTURY PAINTINGS<br />

Auctions: Thursday, 26 September 2024<br />

Exhibition: Saturday, 21 September – Tuesday, 24 September 2024


IMPRESSIONISTS<br />

&<br />

MODERN ART


JEAN-BAPTISTE-ARMAND<br />

GUILLAUMIN<br />

1841 PARIS – 1927 ORLY<br />

406<br />

JEAN-BAPTISTE-ARMAND GUILLAUMIN,<br />

1841 PARIS – 1927 ORLY<br />

Der Künstler besuchte ab 1861 die Académie Suisse.<br />

Dort begegnete er Paul Cézanne (1839-1906) und<br />

Camille Pissarro (1830-1903), mit denen er lebenslang<br />

befreundet blieb. Zu seinen späteren Freunden zählten<br />

außerdem Vincent van Gogh (1853-1890) und dessen<br />

Bruder, der Kunsthändler Theo van Gogh (1857-1891),<br />

der einige von seinen Werken verkaufte.<br />

GELÉE BLANCHE, ÉCLUSE DE BOUCHARDON,<br />

CROZANT, CA. 1900<br />

Öl auf Leinwand.<br />

54 x 65 cm.<br />

Links unten signiert „Guillaumin“<br />

In Impressionistenrahmen.<br />

Das vorliegende Gemälde ist im Catalogue raisonné<br />

des Künstlers unter der Referenznummer 474 aufgeführt.<br />

JEAN-BAPTISTE ARMAND GUILLAUMIN,<br />

1841 PARIS – 1927 ORLY<br />

GELÉE BLANCHE, ÉCLUSE DE BOUCHARDON,<br />

CROZANT, CA. 1900<br />

Oil on canvas.<br />

54 x 65 cm.<br />

Signed “Guillaumin” lower left.<br />

The present painting is listed in the catalogue raisonné<br />

of the painter under reference number 474.<br />

Provenance:<br />

Galerie Durand-Ruel et Cie., Paris.<br />

Auction, Christie´s New York, 9 November 1999, lot<br />

238.<br />

Literature:<br />

G. Serret, D. Fabiani, Armand Guillaumin, Catalogue<br />

raisonné d l’oeuvre peint, Paris 1971, no. 474 (ill.).<br />

Blick auf eine winterliche Landschaft, in deren Mitte<br />

ein Fluß verläuft, über die im Hintergrund einen kleine<br />

Steinbrücke führt. Rechts am Ufer mehrere Nadelbäume,<br />

die sich im Wasser wiederspiegeln, während<br />

links auf einer Anhöhe ein Haus mit rauchendem<br />

Schornstein zu erkennen ist. Die Darstellung im winterlichen<br />

Licht in impressionistsich aufgefassten, überwiegend<br />

weißen, türkisen und violetten Farbtönen.<br />

€ 40.000 - € 60.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Galerie Durand-Ruel et Cie., Paris.<br />

Auktion Christie´s New York, 09. November 1999,<br />

Lot 238.<br />

Literatur:<br />

G. Serret, D. Fabiani, Armand Guillaumin, Catalogue<br />

raisonné d l’oeuvre peint, Paris 1971, Nr. 474 (Abb.).<br />

(1411043) (18)<br />

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15


WILLY SCHLOBACH<br />

1865 BRÜSSEL – 1951 NONNENHORN<br />

407<br />

WILLY SCHLOBACH,<br />

1865 BRÜSSEL – 1951 NONNENHORN<br />

BORD DE MER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

50,8 x 61 cm.<br />

Rechts unten monogrammiert in Ligatur und datiert<br />

„WS 1907“.<br />

In Impressionistenrahmen.<br />

Weiter Blick auf das in vielen grünen und dunkelblauen<br />

Farbtönen bei sommerlichem Licht schimmernde<br />

Meer, das im Vordergrund seitlich von Meeresfelsen<br />

flankiert ist. Auch der Himmel in hellblauer und gelblich-weißer<br />

Farbgebung in impressionistischer Manier.<br />

WILLY SCHLOBACH,<br />

1865 BRUSSELS – 1951 NONNENHORN<br />

BORD DE MER<br />

Oil on canvas.<br />

50.8 x 61 cm.<br />

Monogrammed lower right in ligature and dated<br />

“WS 1907”.<br />

Provenance:<br />

Private collection, France.<br />

€ 30.000 - € 50.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Privatsammlung, Frankreich.<br />

Anmerkung:<br />

1884 war er Mitbegründer der Gruppe Les XX , die für<br />

ihre dunstigen, atmosphärischen Gemälde bekannt<br />

war. 1887 zog er nach London. Gegen Ende des Jahrzehnts<br />

war sein Werk zunehmend von neoimpressionistischen<br />

Einflüssen geprägt, doch nach 1894 kehrte<br />

er zu seinem früheren impressionistischen Stil zurück.<br />

(1411046) (18)<br />

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17


THÉO VAN RYSSELBERGHE<br />

1862 GENT – 1926 SAINT-CLAIRE/ LE LAVANDOU<br />

408<br />

THÉO VAN RYSSELBERGHE,<br />

1862 GENT – 1926 SAINT-CLAIRE/ LE LAVANDOU<br />

JUNGE FRAU MIT HUT<br />

Öl auf Papier.<br />

15,3 x 18,1 cm.<br />

Links unten Monogramm „VR“.<br />

Im Passepartout, hinter Glas in vergoldeten Rahmen.<br />

Beigegeben ein Zertifikat von Belart International<br />

von Olivier Bertrand, Luxemburg, 12. Juni 2018, dass<br />

das vorliegende Werk von dem genannten Künstler<br />

stammt, gemalt zwischen 1905 und 1909, und es in<br />

das von ihm erstellte Werksverzeichnis des Künstlers<br />

aufgenommen wird.<br />

Blick in leichter Untersicht auf den Oberkörper und<br />

den Kopf einer jungen Frau, die einen farbenfrohen<br />

Hut trägt, vor sommerlicher Landschaft in überwiegend<br />

blau-grünem und rosafarbenem und zart grünem<br />

Hintergrund. Pointilistische Darstellung in der typischen<br />

Manier des flämischen Malers.<br />

(1411701) (18)<br />

THÉO VAN RYSSELBERGHE,<br />

1862 GHENT – 1926 SAINT-CLAIRE/ LE LAVANDOU<br />

YOUNG WOMAN WITH HAT<br />

Oil on paper.<br />

15.3 x 18.1 cm.<br />

Monogrammed “VR” lower left.<br />

Accompanied by a certificate from Belart International<br />

by Olivier Bertrand, Luxembourg, 12 June 2018, stating<br />

that the present work was created by the named<br />

artist, painted between 1905 and 1909, and that it will<br />

be included in the catalogue raisonné of the artist<br />

compiled by him.<br />

€ 20.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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19


ALBERT ANDRÉ<br />

1869 LYON – 1954<br />

409<br />

ALBERT ANDRÉ,<br />

1869 LYON – 1954<br />

Postimpressionistischer Maler aus dem Freundeskreis<br />

von Renoir, Monet und Valtat.<br />

BOULEVARD DE CLICHY, 1920<br />

Öl auf Leinwand.<br />

55,5 x 70 cm.<br />

Rechts unten signiert „Albert André“, verso auf altem<br />

Etikett Künstlernennung und Betitelung „A. Andre<br />

11725 Le Boulevard de Clichy (1920)“.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Blick von hohem Standpunkt auf den prachtvollen,<br />

verschneiten Boulevard mit zahlreichen Figuren und<br />

einigen wenigen Automobilen. Im Zentrum eine kleine<br />

Parkanlage mit schmalen grün-bräunlich verfärbten<br />

Bäumen und Litfasssäule. Linksseitig die Häuserreihe<br />

mit zahlreichen Geschäften und Cafes, worauf die<br />

Markisen im Erdgeschoss hindeuten. Die Sonne bescheint<br />

den Platz von rechts und wirft große Schatten<br />

von den Gebäuden auf der rechten Strassenseite.<br />

Malerei in raschem Pinselduktus mit gekonnter Lichtund<br />

Schatteninszenierung.<br />

ALBERT ANDRÉ,<br />

1869 LYON – 1954<br />

Post-Impressionist painter from the circle of friends<br />

Renoir, Monet und Valtat<br />

BOULEVARD DE CLICHY, 1920<br />

Oil on canvas.<br />

55.5 x 70 cm.<br />

Signed “Albert André” lower right, old label on reverse<br />

with artist’s name and title “A. Andre 11725 Le Boulevard<br />

de Clichy (1920)”.<br />

Provenance:<br />

Durand-Ruel Galleries, New York.<br />

Private collection.<br />

Exhibitions:<br />

cf. Durand-Ruel, New York, Ausstellung der Gemälde<br />

von Albert André, 1 February - 18 February 1921.<br />

€ 15.000 - € 20.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Durand-Ruel Galleries, New York.<br />

Privatsammlung.<br />

Ausstellungen:<br />

Vgl. New York, Paul Durand-Ruel Galleries, Ausstellung<br />

der Gemälde von Albert André, 1. Februar - 18. Februar<br />

1921. (1411041) (18)<br />

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21


ANDRÉ LHOTE<br />

1885 BORDEAUX – 1962 PARIS<br />

410<br />

ANDRÉ LHOTE,<br />

1885 BORDEAUX – 1962 PARIS<br />

JEANNE, 1908<br />

Öl auf Papier, auf Leinwand aufgezogen.<br />

55,3 x 39,4 cm.<br />

Links oben signiert „A. LHOTE.“, verso auf dem<br />

Keilrahmen betitelt „Portrait de Jeanne“.<br />

Beigegeben eine Echtheitsbestätigung und Bestätigung<br />

der Aufnahme in Band I des in Vorbereitung befindlichen<br />

Werksverzeichnis des Künstlers von Dominique<br />

Bermann Martin und Jean François Aittouarès,<br />

Paris, 10. November 2005 (in Kopie vorliegend).<br />

Das Gemälde zeigt das Portrait einer Frau mit langem,<br />

hellblauem Schal über ihrem Kopf, der nach vorne<br />

herabhängt. Das Blau wiederholt sich in den ausdrucksstarken<br />

Augen, dazu hat sie einen leuchtend roten<br />

Mund. Die Dargestellte Jeanne (Hayet) war Lhotes<br />

Schwägerin, Schwester seiner Frau Marguerite Hayet<br />

(1898-1978) und mit Gustave Tronche, einem seiner<br />

besten Freunde verheiratet.<br />

ANDRÉ LHOTE,<br />

1885 BORDEAUX – 1962 PARIS<br />

JEANNE,1908<br />

Oil on paper, laid on canvas.<br />

55.3 x 39.4 cm.<br />

Signed “A. LHOTE“ top left, titled “Portrait de<br />

Jeanne“ on the stretcher.<br />

Accompanied by a certificate of authenticity and confirmation<br />

of the inclusion in volume I of the artist’s catalogue<br />

raisonné currently being prepared by Dominique<br />

Bermann Martin and Jean-François Aittouarès, Paris,<br />

10 November 2005 (copy enclosed).<br />

Provenance:<br />

Soufer Gallery, New York (gallery label, artist’s name,<br />

title, and date on the reverse).<br />

Private collection, Pennsylvania.<br />

€ 25.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Soufer Gallery, New York (verso dazu Galerieaufkleber<br />

mit Künstler- und Titelnennung, sowie Datierung);<br />

Privatsammlung Pennsylvania. (1411581) (18)<br />

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HENRI BAPTISTE LEBASQUE<br />

1865 CHAMPIGNÉ – 1937 LE CANNET<br />

411<br />

HENRI BAPTISTE LEBASQUE,<br />

1865 CHAMPIGNÉ – 1937 LE CANNET<br />

NU DANS L‘ATELIER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

61 x 50,8 cm.<br />

Links unten signiert „Lebasque“.<br />

In Prunkrahmen.<br />

In einem hellen Atelier, durch dessen Fenster warmes<br />

Sonnenlicht hereinfällt, eine junge, nackte, stehende<br />

Frau, deren Rückenansicht von der Sonne beschienen<br />

wird, blickt interessiert auf ein großes Gemälde auf<br />

einer Staffelei, von dem nur die Rückseite für den Betrachter<br />

zu erkennen ist. Zu ihrer Linken ein weiteres<br />

kleineres, wohl bereits fertiggestelltes Werk. Im Vordergrund<br />

ein Stuhl und ein bläuliches Sofa, über denen<br />

Kleidungsstücke hängen. Das Sofa findet sich häufig<br />

auf Werken des Künstlers wieder. Für den Künstler<br />

typisches Werk mit bravouröser Lichtstimmung.<br />

HENRI BAPTISTE LEBASQUE,<br />

1865 CHAMPIGNÉ – 1937 LE CANNET<br />

NU DANS L’ATELIER<br />

Oil on canvas.<br />

61 x 50.8 cm.<br />

Signed “Lebasque” lower left.<br />

Provenance:<br />

Old collection, Madame Darmon.<br />

Auction Thierry de Maigret, Drouot-Richelieu, Paris<br />

10 December 2001, lot 187.<br />

Literature:<br />

Denise Bazetoux, Catalogue Raisonné Henri<br />

Lebasque 2008, vol. 1, no. 1107.<br />

€ 30.000 - € 50.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Alte Sammlung, Madame Darmon.<br />

Auktion Thierry de Maigret, Drouot-Richelieu Paris,<br />

10. Dezember 2001, Lot 187.<br />

Literatur:<br />

Denise Bazetoux, Catalogue Raisonné Henri<br />

Lebasque 2008, Bd. 1, Nr. 1107. (1411045) (18)<br />

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GIORGIO DE CHIRICO<br />

1888 VOLOS – 1978 ROM<br />

412<br />

GIORGIO DE CHIRICO,<br />

1888 VOLOS – 1978 ROM<br />

Der Künstler war ein italienischer Maler, Bildhauer<br />

und Grafiker, er gilt als Hauptvertreter der Pittura<br />

Metafisica, der sogenannten Metaphysischen Malerei,<br />

die als einer der wichtigsten Vorläufer des Surrealismus<br />

angesehen wird.<br />

CAVALIERI PRESSO UN RUSCELLO, 1956<br />

Öl auf Leinwand.<br />

40 x 50 cm.<br />

Rechts unten signiert „g. de Chirico“.<br />

In schmalem Leistenrahmen, eingesetzt hinter Glas<br />

in großem vergoldeten Prunkrahmen.<br />

In hügeliger Landschaft mehrere berittene Soldaten in<br />

Rüstung mit Helm, teils einen Bachlauf überquerend,<br />

einer von ihnen eine rote Standarte haltend. Malerei<br />

in überwiegend toniger beige-brauner Farbigkeit, die<br />

bewegten Pferde zum Teil weiß gehöht.<br />

Anmerkung:<br />

Verso Leinwand beschriftet mit Verweis auf Gino<br />

Brambilla, Sammler.<br />

Literatur:<br />

Publiziert im Gesamtkatalog: Claudio Bruni<br />

Sakraischik (Hrsg.), Giorgio de Chirico Bd. VI, opere<br />

dal 1951 al 1974, Nr. 916. (1410721) (18)<br />

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27


GIORGIO DE CHIRICO,<br />

1888 VOLOS – 1978 ROME<br />

The artist was an Italian painter, sculptor, and graphic<br />

artist. He is considered the main representative of<br />

Pittura Metafisica, the so-called metaphysical painting<br />

and regarded as one of the most important precursors<br />

of Surrealism.<br />

CAVALIERI PRESSO UN RUSCELLO, 1956<br />

Oil on canvas.<br />

40 x 50 cm.<br />

Signed “g. de Chirico” lower right.<br />

Framed with glass in narrow mould, set in a large<br />

ornate gilt frame.<br />

Notes:<br />

Canvas inscribed with reference to “Gino Brambilla”,<br />

collector on the reverse.<br />

Literature:<br />

Published in: Claudio Bruni Sakraischik, Catalogo<br />

Generale Giorgio de Chirico, volume sesto, opere dal<br />

1951 al 1974, Milan 1976, no. 916.<br />

€ 70.000 - € 90.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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JEAN DUFY<br />

1888 LE HAVRE – 1964 BOUSSAY<br />

413<br />

JEAN DUFY,<br />

1888 LE HAVRE – 1964 BOUSSAY<br />

Der Künstler erhielt seine Ausbildung an der École des<br />

beaux-arts in Le Havre und folgte dann seinem Bruder<br />

Raoul Dufy (1877-1953) 1912 nach Paris. Sein Bruder<br />

stellte ihm seinen Kreis postimpressionistischer<br />

Freunde vor, darunter Georges Braque (1882-1963)<br />

und Pablo Picasso (1881-1973). 1914 wurde seine erste<br />

Ausstellung organisiert, aber die charakteristische<br />

Lebendigkeit seiner Palette und seines Pinselstrichs<br />

kamen erst nach dem Ersten Weltkrieg zum Vorschein.<br />

LE MOULIN DE LA GALETTE – MONTMARTRE,<br />

CA. 1940<br />

Öl auf Leinwand.<br />

41 x 33 cm.<br />

Links unten signiert „Jean Dufy“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Beigegeben eine Expertise von Jacques Bailly, Paris<br />

vom 09. Februar 2024, dass das vorliegende Werk in<br />

den in Vorbereitung befindlichen Catalogue raisonné<br />

mit der Zertifikat-Nr. 4914 aufgenommen wird, in<br />

Kopie.<br />

Die Stadt Paris war das bevorzugte und inspirierende<br />

Stadtmotiv des Künstlers, welches er in zahlreichen<br />

Ölbildern und Aquarellen verewigte – die Stadttore,<br />

die Straßen, Plätze, Kutschen, den Eiffelturm, die Seine<br />

und auch le Moulin de la Galette. Sie war zunächst<br />

seit dem 17. Jahrhundert eine Windmühle, die sich an<br />

der Spitze des Montmartre-Viertels befindet. 1870<br />

wurde sie in eine Schenke umgewandelt. Sie wurde<br />

oft von Malern aufgesucht und inspirierte Renoir, aber<br />

auch Toulouse-Lautrec und Picasso. Typisch ist ihre<br />

Holzfassade. Auch Jean Dufy hat sie vielfach auf<br />

seinen Werken verewigt, mehrfach aus der gleichen<br />

Perspektive wie in dem vorliegenden Werk: Blick über<br />

eine blau-gelbe breite Straße auf die Mühle mit Holzfassade<br />

und Windrad unter blau-weißem Himmel.<br />

Linksseitig eine in Blau gehaltene Häuserfassade, daneben<br />

ein angedeuteter grün leuchtender Baum und<br />

am rechten Bildrand ein mehrstöckiges rötliches<br />

Haus, vor dem mehrere Figuren flanieren. Malerei in<br />

raschem Pinselduktus in überwiegend differenzierten<br />

Blau-, Gelb- und Rottönen in der typischen Manier<br />

des Künstlers.<br />

JEAN DUFY,<br />

1888 LE HAVRE – 1964 BOUSSAY<br />

LE MOULIN DE LA GALETTE – MONTMARTRE,<br />

CA. 1940<br />

Oil on canvas.<br />

41 x 33 cm.<br />

Signed “Jean Dufy” lower left.<br />

Accompanied by an expert´s report by Jacques Bailly,<br />

Paris dated 9 February 2024. It states that the present<br />

work will be included in the catalogue raisonné currently<br />

being prepared with the certificate no. 4914, in<br />

copy.<br />

Provenance:<br />

Herman C. Goldsmith Gallery, New York (label on the<br />

reverse).<br />

Notes:<br />

An almost identical work by the artist was auctioned<br />

at Bonham, New York on 15 2018 under lot no. 36.<br />

Variations can be found particularly in the colour of<br />

the house on the right edge of the painting and in<br />

the greater number of figures and a carriage on the<br />

square/street.<br />

€ 35.000 - € 55.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Herman C. Goldsmith Gallery, New York (verso Label).<br />

Anmerkung:<br />

Ein fast identisches Werk des Künstlers wurde bei<br />

Bonhams New York am 15. Mai 2018 unter Lot 36<br />

versteigert. Abweichungen sind insbesondere in der<br />

Farbigkeit des Hauses am rechten Bildrand und in<br />

der höheren Anzahl der Figuren und einer Kutsche<br />

auf der Straße zu finden. (1411042) (18)<br />

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RAOUL DUFY<br />

1877 LE HAVRE – 1953 FORCALQUIER<br />

414<br />

RAOUL DUFY,<br />

1877 LE HAVRE – 1953 FORCALQUIER<br />

LA BAIGNADE (BADENDE), CA. 1924<br />

Aquarell auf Papier.<br />

50 x 65,2 cm.<br />

Rechts unten signiert „Raoul Dufy“, verso<br />

verschiedene Etiketten.<br />

Unter Glas in dekorativem, vergoldeten Rahmen.<br />

Beigegeben eine Expertise von Fanny Guillon-Laffaille,<br />

Paris, 01. März 2022, Zertifikat Nr. A22-9653.<br />

Blick auf einen sommerlichen Strand mit badenden<br />

Figuren, meist in blauen oder schwarzen Badeanzügen<br />

in Rückenansicht, davon abweichend rechts ein junger<br />

Mann in Badehose. Der Körper der Figuren in schnellen<br />

hellbraunen Strichen nur angedeutet. Die einzelnen<br />

Wellen des Meeres in unterschiedlicher Länge<br />

und Breite, sowie abwechselnd in hellen und dunkleren<br />

blauen, türkisen und schwarzen Farbtönen wiedergegeben,<br />

dabei von links nach rechts quasi in fünf<br />

nebeneinander liegenden Spalten. Der Augenblick des<br />

Badevergnügens wird in direkten kurzen und schnellen<br />

Pinselstrichen eingefangen. Der Künstler kreiert<br />

so eine fröhliche und unbeschwerte Atmosphäre und<br />

lädt den Betrachter dazu ein, den Badenden zu folgen.<br />

RAOUL DUFY,<br />

1877 LE HAVRE – 1953 FORCALQUIER<br />

LA BAIGNADE (BATHING WOMAN), CA. 1924<br />

Watercolour on paper.<br />

50 x 65.2 cm.<br />

Signed “Raoul Dufy“ lower right, various labels on<br />

the reverse.<br />

Accompanied by a certificate by Fanny Guillon-<br />

Laffaille, Paris, dated 1 March 2022, certificate no.<br />

A22-9653.<br />

Literature:<br />

Fanny Guillon-Laffaille, Catalogue raisonné des<br />

aquarelles, gouaches et pastels de Raoul Dufy,<br />

vol. II, no. 1059, p. 3.<br />

€ 150.000 - € 200.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Anmerkung:<br />

Raoul Dufy war ein Maler und Dekorateur, der an der<br />

École des Beaux-<strong>Art</strong>s in Le Havre ausgebildet wurde.<br />

Er begann als Landschaftsmaler erst in der Normandie,<br />

dann in der Provence, wo er mit den „Fauves“<br />

Albert Marquet (1875-1947), Maurice de Vlaminck<br />

(1876-1958) und Henri Matisse (1869-1954) in Kontakt<br />

stand. Mit dem Modeschöpfer Paul Poiret bedruckte<br />

er zeitweise Stoffe; zu dem von ihm entworfenen<br />

Motiven gehörten auch Regatten, Strandszenen und<br />

Seestücke, was ihn zu der Erkenntis brachte, Farben<br />

nach ihrem Lichtgehalt zu ordnen, wofür er einen eigenen<br />

Zeichencode entwarf; das vorliegende Werk ist<br />

ein gutes Beispiel dafür. Von Paul Cézanne (1839-1906)<br />

beeinflusst, wandte er sich auch der Stilllebenmalerei<br />

zu. Er arbeitete später mit Pablo Picasso (1881-1973)<br />

und Georges Braque (1881-1963) zusammen, die sich<br />

in ihrer Formensprache austauschten und zusammen<br />

schließlich den Kubismus entwickelten. Schnell fand<br />

Dufy zu einem eigenen Stil, in dem er die Farbe von<br />

den Konturen löste. Der vielseitige und neugierige<br />

Künstler versuchte sich zudem in den unterschiedlichsten<br />

Kunstformen.<br />

Literatur:<br />

Fanny Guillon-Laffaille: Catalogue raisonné des Aquarelles,<br />

gouaches et pastels de Raoul Dufy, Band II,<br />

Nr. 1059, S.3 (1411584) (18)<br />

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33


JOAN MIRÓ<br />

1893 BARCELONA – 1983 PALMA DE MALLORCA<br />

415<br />

JOAN MIRÓ,<br />

1893 BARCELONA – 1983 PALMA DE MALLORCA<br />

PERSONNAGE ET OISEAU<br />

Höhe: 64 cm.<br />

Breite: 72 cm.<br />

Tiefe: 35 cm.<br />

Am Sockel im Guss signiert „J. Miró“, nummeriert<br />

„4/6“ und mit Giesserstempel „Fonderia <strong>Art</strong>istica<br />

Bonvicini“ (Verona, Italien) versehen. 1978. Bronze.<br />

Beigegeben Echtheitsbestätigung von Daniel Lelong,<br />

Paris (in Kopie).<br />

Diese Skulptur gehört zu einer Serie mit dem o.g. Titel<br />

von insgesamt 6 Bronzen.<br />

Literatur:<br />

Alain Jouffroy und Joan Teixidor, Miró Sculptures,<br />

Paris 1980, Nr. 299, S. 247.<br />

Emilio Fernández Miró und Pilar Ortega Chapel, Joan<br />

Miró: Sculptures. Catalogue raisonné 1928-1982,<br />

Paris 2006, Nr. 356, S. 333 und 387. (14107011) (19)<br />

JOAN MIRÓ,<br />

1893 BARCELONA – 1983 PALMA DE MALLORCA<br />

PERSONNAGE ET OISEAU<br />

Height: 64 cm.<br />

Width: 72 cm.<br />

Depth: 35 cm.<br />

The base signed in the cast “J. Miró”, limited edition<br />

no. 4/6 and foundry stamp “Fonderia <strong>Art</strong>istica Bonvicini”<br />

(Verona, Italy) 1978. This sculpture is part of a<br />

limited-edition series of six bronzes with the above<br />

mentioned title.<br />

Accompanied by certificate of authenticity by Daniel<br />

Lelong, Paris (in copy).<br />

Literature:<br />

Alain Jouffroy and Joan Teixidor, Miró Sculptures,<br />

Paris 1980, no. 299, p. 247.<br />

Emilio Fernández Miró and Pilar Ortega Chapel, Joan<br />

Miró: Sculptures. Catalogue raisonné 1928-1982,<br />

Paris 2006, no. 356, p. 333 and p. 387.<br />

€ 70.000 - € 110.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

zum Größenvergleich<br />

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35


ISAAC LAZARUS ISRAËLS<br />

1865 AMSTERDAM – 1934 DEN HAAG<br />

416<br />

ISAAC LAZARUS ISRAËLS,<br />

1865 AMSTERDAM – 1934 DEN HAAG<br />

Der Maler war Sohn des Frühimpressionisten Jozef<br />

Israels (1824-1911). Er besuchte zunächst die Koninklijke<br />

Academie van Beeldende Kunsten in Den Haag,<br />

ehe er sich an der Rijksakademie van Beeldende<br />

Kunsten von Amsterdam einschrieb. Im Sommer war<br />

er oft in Scheveningen an der holländischen Küste, wo<br />

er mit dem älteren deutschen Impressionisten Max<br />

Liebermann (1847-1935) zusammenarbeitete. Er war<br />

Freund von Georg Hendrik Breitner (1857-1923), vor<br />

allem während seiner Arbeitszeit in Paris und London.<br />

1928 erhielt er die Goldmedaille für sein Bild „Reiter<br />

in rotem Rock“.<br />

DAME BEI DER MODISTIN<br />

Pastell auf Karton.<br />

39 x 32 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Im Passepartout, hinter Glas gerahmt.<br />

Verso original gedruckter Zettel einer Ausstellung<br />

„KUNSTZAAL D´AUDRETSCH / NORDEINDE 119 -<br />

DEN HAAG“ mit handschriftlicher Künstler- und Titelbezeichnung<br />

„J. Israels - by de modiste 19 x 32 / No. /<br />

232“. Auf dem Rahmen verso Klebeetikett der Kunsthandlung<br />

Perez.<br />

ISAAC LAZARUS ISRAËLS,<br />

1865 AMSTERDAM – 1934 THE HAGUE<br />

LADY AT THE MODISTE<br />

Pastel on card.<br />

39 x 32 cm.<br />

Signed lower right.<br />

Original printed exhibition notes on the back: “KUNST­<br />

ZAAL D’AUDRETSCH / NORDEINDE 119 - DEN HAAG”<br />

with handwritten artist name and title: “J. Israels - by<br />

de modiste 19 x 32 / No. / 232”. On the back of the<br />

frame adhesive label from Perez art dealer.<br />

We would like to thank Ivo Bouwman for confirming<br />

the attribution.<br />

€ 35.000 - € 45.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Wir danken Herrn Ivo Bouwman für die Bestätigung<br />

der Zuschreibung.<br />

Neben holländischen Strand- und Genreszenen bot<br />

Israels mit seinen Bildern, entstanden auf seinen<br />

häufigen Reisen, wie etwa nach Paris und England,<br />

auch Einblicke in die gesellschaftlichen Verhältnisse<br />

seiner Zeit. In breitpinselig-flotter Pinselführung zeigte<br />

er auch den Alltag von Arbeitern in Werkstätten, wie<br />

etwa die „Arbeiterinnen in der Nähwerkstatt von<br />

Paquin“. Auch hier in diesem Damenbildnis kommt der<br />

genannte Aspekt zum Tragen. Das Interesse gilt auch<br />

der jungen Modistin, die sich soeben mit dem Hutschmuck<br />

der Dame beschäftigt.<br />

(1411432) (1) (11)<br />

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MAX LIEBERMANN<br />

1847 BERLIN – 1935 EBENDA<br />

417<br />

MAX LIEBERMANN,<br />

1847 BERLIN – 1935 EBENDA<br />

FRAU MIT KIND – STUDIE ZU DEM GEMÄLDE<br />

MÜNCHNER BIERGARTEN, 1883<br />

Öl auf Papier, auf Karton aufgezogen.<br />

32 x 26 cm.<br />

Rechts oben signiert „M Liebermann“.<br />

Unter Passepartout gerahmt.<br />

Beigegeben eine Expertise von Prof. Matthias Eberle,<br />

Berlin, 25.Februar 2019.<br />

Die kleine Studie ist eine von mehreren Arbeiten, mit<br />

denen der Künstler das große Bild Münchner Biergarten<br />

vorbereitete und im Frühjahr 1884 auf dem<br />

Pariser Salon ausstellte. Sie zeigt ein Kind in weissem<br />

Kleidchen, dass in langen, tiefen Zügen aus dem von<br />

der Mutter hingehaltenen Glas trinkt. Interessant ist,<br />

dass Liebermann diese Szene in den Vordergrund seines<br />

Hauptwerkes stellt und damit die Fürsorge der<br />

Erwachsenen für die Kleinen als Leitmotiv herausstellt.<br />

MAX LIEBERMANN<br />

1847 BERLIN – 1935 IBID.<br />

WOMAN AND CHILD - STUDY FOR THE PAINTING<br />

MUNICH BEER GARDEN, 1883<br />

Painted in 1883/4<br />

Oil on paper, laid down on cardboard.<br />

32 x 26 cm.<br />

Signed upper right: “M Liebermann“<br />

Accompanied by an expert‘s report by Prof Matthias<br />

Eberle, Berlin, 25 February 2019.<br />

€ 39.000 - € 45.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Max Liebermann, Berlin 1914/1923;<br />

Privatbesitz, Berlin/Los Angeles;<br />

Franz Resch, Gauting;<br />

Privatbesitz, Deutschland;<br />

Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt, bis 1999;<br />

Sammlung Schäfer Auktion, Neumeister, München,<br />

27.2.1999, Los 296;<br />

Durch Erbfolge seit 1999 Privatsammlung, Berlin.<br />

Literatur:<br />

Kunst und Künstler, Jg. 5, Heft 9, Juni 1907, Abb. S. 385;<br />

Erich Hancke, Max Liebermann. Sein Leben und seine<br />

Werke, Berlin 1914 und 1923, S. 533 (Werkkatalog),<br />

Abb. 186;<br />

Katrin Boskamp, Studien zum Frühwerk von Max<br />

Liebermann mit einem Verzeichnis der Gemälde<br />

und Ölstudien von 1866-1889, Hildesheim 1994,<br />

Kat.-Nr. 174;<br />

Matthias Eberle, Max Liebermann, Werkverzeichnis<br />

der Gemälde und Ölstudien, Bd. 2, München, 1996,<br />

Nr. 1883/4, Abb. S. 245.<br />

Ausstellung:<br />

München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen,<br />

Neue Pinakothek, Max Liebermann. Münchner Biergarten.<br />

Studio-Ausstellung 9, 1986, Kat.-Nr. 7, Abb. 7,<br />

S. 21;<br />

Bielefeld, Kunsthalle, Der deutsche Impressionismus,<br />

22.11.2009-28.2.2010, Ausstellungskatalog hrgs. v.<br />

Jutta Hülsewig-Johnen u. Thomas Kellein, Köln 2009,<br />

Farbtaf. S. 48. (1411611) (18)<br />

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LOTTE LASERSTEIN<br />

1898 PREUSSISCH HOLLAND/ KÖNIGSBERG – 1993 KALMAR/ SCHWEDEN<br />

418<br />

LOTTE LASERSTEIN,<br />

1898 PREUSSISCH HOLLAND/ KÖNIGSBERG –<br />

1993 KALMAR/ SCHWEDEN<br />

MADELEINE IM PELZMANTEL<br />

Öl auf Leinwand.<br />

61 x 50 cm.<br />

Rechts oben signiert „Lotte Laserstein“.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dr. Anna-Carola<br />

Krausse, Verfasserin des Lotte Laserstein Werkverzeichnisses,<br />

Berlin, Juni 2024.<br />

In einem Innenraum vor einer Wand, an der linksseitig<br />

ein Bücherregal steht, sitzt eine elgant gekleidete<br />

Dame mit Pelzmantel, einem langen grünen Schal und<br />

dazu farblich passenden Ohrringen in einem Sessel.<br />

Befremdlich wirkt der nicht abgelegte Mantel in diesem<br />

Raum. Den Kopf mit den dunkelblonden kurzen<br />

Haaren hat die Dame dem Betrachter zugewandt,<br />

jedoch ist die Augenpartie verunklärt – lt. Krausse tilgt<br />

die Malerin damit gleichsam die Identität der Dargestellten<br />

(wobei die Freundin Madeleine erkennbar<br />

bleibt); der locker-bewegte Duktus und der kraftvoll<br />

aufgebrachte Farbauftrag legen für sie eine Datierung<br />

auf die (späten) 1950er Jahre nahe.<br />

LOTTE LASERSTEIN,<br />

1898 PREUSSISCH HOLLAND/ KÖNIGSBERG –<br />

1993 KALMAR/ SCHWEDEN<br />

MADELEINE IN A FUR COAT<br />

Oil on canvas.<br />

61 x 50 cm.<br />

Upper right signed “Lotte Laserstein”.<br />

Accompanied by an expert’s report by Dr Anna Carola<br />

Krausse, author of the Lotte Laserstein catalogue raisonné,<br />

Berlin, June 2024.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Anmerkung:<br />

Laserstein lernt Margarete Jaraczewsky, genannt<br />

Madeleine, Ende der 1930er Jahre kennen. Wie die<br />

Künstlerin musste sie mit ihrer Familie aus Deutschland<br />

fliehen und ist nach Schweden emigriert. Sie<br />

wird Lasersteins zweites Lieblingsmodell nach Traute<br />

Rose und eine sehr gute Freundin. (1411582) (18)<br />

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LOVIS CORINTH<br />

1858 TAPIAU – 1925 ZANDVOORT<br />

419<br />

LOVIS CORINTH,<br />

1858 TAPIAU – 1925 ZANDVOORT<br />

REITER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

119 x 95 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „Lovis Corinth 1913“,<br />

verso mit Ausstellungs- und Auktionsetiketten.<br />

In breitem ebonisiertem teilvergoldetem Rahmen.<br />

Blick auf einen prachtvollen, gesattelten Braunen, der<br />

von Herrn Wuttke geführt wird. Rechts von ihnen ein<br />

Hühnerpaar, während im Hintergrund der Gutshof<br />

Niendorf und weitere laufende Hühner zu erkennen<br />

sind. Malerei in raschem Pinselduktus in überwiegend<br />

beige-brauner und rötlicher Farbgebung, in der typischen<br />

Manier des bekannten Künstlers.<br />

Von 1912-1914 spielten für Corinth Erholungsurlaube<br />

eine wichtige Rolle. Dazu hielt er sich auch auf einem<br />

Rittergut in Klein-Niendorf in Mecklenburg auf, wo er<br />

neue landschaftliche Motive entdeckte. In dieser Zeit<br />

ist wohl das 1913 datierte vorliegende Gemälde des<br />

Reiters mit seinem Pferd entstanden.<br />

Provenienz:<br />

1913 vom Künstler erworben:<br />

Wohl Carl Glantz jun., Klein-Niendorf, Mecklenburg.<br />

Albert Wuttke, Klein-Niendorf, Mecklenburg.<br />

Dr. Fritz Rothmann, London, 1963.<br />

Villa Grisebach, Auktion 40, Berlin, 25.11.1994, Los 7.<br />

Herbert Singer, 1998.<br />

Durch Weitervererbung an Vorbesitzer.<br />

Literatur:<br />

Thomas Corinth, Lovis Corinth. Eine Dokumentation<br />

zusammengestellt und erläutert von T.C., Tübingen,<br />

1979, S. 183.<br />

Charlotte Berend-Corinth & Hans Konrad Röthel,<br />

Die Gemälde von Louis Corinth: Werkkatalog,<br />

München 1958, Nr 589, Abb. S 607.<br />

Ausstellungen:<br />

Lovis Corinth, Gemälde und Aquarelle, Gedächtnisausstellung,<br />

Nationalgalerie Berlin, 1926, Nr. 236.<br />

Lovis Corinth, Gedächtnisausstellung zur Feier des<br />

hundertsten Geburtstages, Stadthalle in Wolfsburg,<br />

1958, Kat. Nr. 117.<br />

Lovis Corinth, Gedächtnisausstellugn zum 100. Geburtstag,<br />

Kunsthalle Basel, 1958, Nr. 69 und Kunstverein<br />

Hannover, 1958, Nr. 52.<br />

Sammlung Dr. Fritz Rothmann, London, Kassel,<br />

Staatliche Kunstsammlungen, 1963 / 1964, Nr. 12.<br />

Corinth gilt als einer der bedeutendsten Maler des<br />

deutschen Impressionismus, neben Max Liebermann,<br />

Ernst Oppler und Max Slevogt. Doch weit stärker als<br />

jene entwickelte er seinen Malstil in eine expressive<br />

Richtung, womit ihm zurecht die Würdigung als<br />

einer der Protagonisten der „Geburt der <strong>Modern</strong>e“<br />

zuteil wurde, ihn in der NS-Zeit jedoch als „entartet“<br />

diffamierte.<br />

Nach Ausbildungen in Königsberg, Antwerpen, Paris<br />

und München wirkte er vor allem in Berlin, wo er 1901<br />

der Secession beitrat. Noch im Oktober desselben<br />

Jahres eröffnete er eine Malschule. Seine erste Schülerin,<br />

Charlotte Berend (1880-1967), Tochter aus jüdischem<br />

Elternhaus, wurde neben Käthe Kollwitz (1867-<br />

1945) als eine der wenigen Frauen in die Secession<br />

aufgenommen. Als 22 Jahre jüngere Ehefrau und<br />

Mutter zweier Kinder spielte sie eine tragende Rolle<br />

im Wirken Corinths. Zwischen 1909 und 1923 war<br />

Corinth regelmäßig auf Einladung seines Freundes<br />

und Malschülers, Albert Wuttke (in Reitkleidung und<br />

Stiefeln neben dem Pferd stehend) und des Gutsbesitzers<br />

Carl Glantz jun. auf dem Rittergut Klein-Niendorf<br />

in Mecklenburg zu Gast. Neben der vorliegenden<br />

Ansicht malte Corinth den Pferdestall des Gutes (WVZ<br />

Behrend - Corinth / Hernad, Nr. 590) und 1911 das<br />

Portrait von Carl Glantz sen. mit Hund (WVZ, Nr. 454).<br />

Thomas Corinth zitiert in seiner „Dokumentation“ das<br />

Folgende aus eine Brief seines Vaters vom 17. September<br />

1913: „Seit 3 Tagen quäle ich mich mit dem<br />

Fuchs (?WKK589. „Reiter“) herum und war schon nah<br />

an der Verzweiflung. Gestern machte ich es nun zu<br />

Ende und es wurde besser als ich dachte. Herr Glantz<br />

also hat es für ...M abgekauft.“ Sollte hier vorliegendes<br />

Gemälde gemeint sein, wäre es vor Wuttke noch in<br />

Besitz von Carl Glantz Jun. gewesen. (1411601) (13)<br />

LOVIS CORINTH,<br />

1858 TAPIAU – 1925 ZANDVOORT<br />

RIDER<br />

Oil on canvas.<br />

119 x 95 cm.<br />

Signed and dated “Lovis Corinth 1913“ lower right.<br />

Old exhibition and auction labels on the back.<br />

View of a magnificent, saddled brown horse led by Mr<br />

Wuttke. To their right is a pair of chickens, while in the<br />

background shows other running chickens and the<br />

Niendorf estate. The painting is executed in Corinth‘s<br />

typical style in rapid brushstrokes in predominantly<br />

beige-brown and reddish colours. The artist's recreational<br />

vacations play an important role in his art between<br />

1912 and 1914. He also stayed on a manor in<br />

Klein-Niendorf in Mecklenburg, where he discovered<br />

new landscape motifs. The present painting of the rider<br />

with his horse, dated 1913, was probably created<br />

during this time.<br />

Provenance:<br />

Acquired from the artist in 1913.<br />

Probably Carl Glantz Junior, Klein-Niendorf,<br />

Mecklenburg.<br />

Albert Wuttke, Klein-Niendorf, Mecklenburg.<br />

Dr Fritz Rothmann, London, 1963.<br />

Villa Grisebach, Auction 40, Berlin, 25 November<br />

1994, lot 7.<br />

Herbert Singer, 1998.<br />

By inheritance to previous owners.<br />

Literature:<br />

Thomas Corinth, Lovis Corinth. Eine Dokumentation<br />

zusammengestellt und erläutert von T.C., Tübingen<br />

1979, p. 183.<br />

Charlotte Berend-Corinth & Hans Konrad Röthel,<br />

Die Gemälde von Louis Corinth: Werkkatalog,<br />

Munich 1958, No 589, ill. p 607.<br />

Exhibitions:<br />

Lovis Corinth, Gemälde und Aquarelle, Gedächtnisausstellung,<br />

Nationalgalerie Berlin, 1926, no. 236.<br />

Lovis Corinth, Gedächtnisausstellung zur Feier des<br />

hundertsten Geburtstages, Stadthalle in Wolfsburg,<br />

1958, cat. no. 117.<br />

Lovis Corinth, Gedächtnisausstellugn zum 100.<br />

Geburtstag, Kunsthalle Basel 1958, no. 69 and<br />

Kunstverein Hannover, 1958, no. 52.<br />

Dr Fritz Rothmann collection, London, Kassel,<br />

Staatliche Kunstsammlungen, 1963 / 1964, no. 12.<br />

€ 180.000 - € 250.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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LOVIS CORINTH<br />

1858 TAPIAU – 1925 ZANDVOORT<br />

420<br />

LOVIS CORINTH,<br />

1858 TAPIAU – 1925 ZANDVOORT<br />

ZENTAURENPAAR<br />

Öl auf Leinwand, auf Karton.<br />

54,5 x 80,5 cm.<br />

Rechts oben signiert und datiert „Lovis Corinth 1917“.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Das vorliegende Werk mit dem sich voller Lust vereinigenden<br />

Zentaurenpaar ist von 1917, einige Jahre<br />

nachdem Corinth im Dezember 1911 einen Schlaganfall<br />

erlitten hatte. Für Corinth gehörten Verführung,<br />

Sinnlichkeit und Lust zu seinen wichtigen Themen, die<br />

in seinen Motiven ständig wieder auftauchen, insbesondere<br />

der Akt. Er zeigte häufig den unbekleideten,<br />

menschlichen Körper in den unterschiedlichen Variationen,<br />

sowohl als Modell im Atelier als auch in mythologischen<br />

Zusammenhängen und in sinnlich-intimen<br />

Szenen. So sind weibliche Akte in seinen mythologischen<br />

Darstellungen oft Ausdruck sinnenfroher, handfester<br />

Begehrlichkeit wie bei dem hier vorliegenden<br />

Gemälde. Das Zentaur oder Kentaur ist ein Mischwesen<br />

der griechischen Mythologie mit einem Pferdeleib<br />

und dem Oberkörper eines Mannes und der Inbegriff<br />

von Vitalität und Manneskraft. Die als Zentaurin<br />

dargestellte Frau wirkt zugleich als Verführerin und<br />

Lustobjekt. Einen Höhepunkt in der Kunst bildeten<br />

sicherlich die 1889-1912 als Gemälde und Radierung<br />

ausgeführten Bilder „Die Sinnlichkeit“ bzw. „Die<br />

Sünde“ Franz von Stucks. Bereits seit 1878/80 hatten<br />

seine Künstlerkollegen schon Zentaurenpaare gemalt,<br />

die großen Erfolg hatten. Corinth dürfte diese Werke<br />

seiner Kollegen sicher gekannt haben.<br />

LOVIS CORINTH,<br />

1858 TAPIAU – 1925 ZANDVOORT<br />

CENTAUR COUPLE<br />

Oil on canvas, laid on card.<br />

54.5 x 80.5 cm.<br />

Signed and dated “Lovis Corinth 1917” top right.<br />

In gilt frame.<br />

Provenance:<br />

Palais Schwarzenberg collection, Vienna, sold at<br />

auction in 1932 by the Viennese auction house Albert<br />

Kende, cat. no. 127 (will ill. titled Satyr mit Nymphe,<br />

dated 1912).<br />

Private collection, England.<br />

Private collection, Italy.<br />

Auction, Ketterer Munich, 2 June 2006, lot 324.<br />

Literature:<br />

Georg Biermann, Der Zeichner Lovis Corinth, Dresden<br />

1924, p. 56 (with ill. of the drawing “Studie zum<br />

Kentaur / Berlin 1911”).<br />

Charlotte Berend-Corinth, Lovis Corinth. Die Gemälde,<br />

neu bearbeitet von Béatrice Hernad, Munich 1992,<br />

catalogue raisonné no. 1002, p. 907.<br />

€ 90.000 - € 120.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Provenienz:<br />

Sammlung Palais Schwarzenberg, Wien, versteigert<br />

1932 durch das Wiener Auktionshaus Albert Kende,<br />

Lot 127 (mit Abb. unter dem Titel „Satyr mit Nymphe“,<br />

datiert 1912). Privatbesitz, England.<br />

Privatsammlung, Italien.<br />

Ketterer, München, 02. Juni 2006, Lot 324.<br />

Literatur:<br />

Georg Biermann, Der Zeichner Lovis Corinth, Dresden<br />

1924, S. 56 (mit Abb. der Zeichnung „Studie zum<br />

Kentaur / Berlin 1911“).<br />

Charlotte Berend-Corinth. Lovis Corinth. Die Gemälde,<br />

neu bearbeitet von Béatrice Hernad, München 1992,<br />

Wvz.-Nr. 1002, S. 907. (1411391) (18)<br />

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45


ALEXEJ VON JAWLENSKY<br />

1864 TORSCHOK – 1941 WIESBADEN<br />

421<br />

ALEXEJ VON JAWLENSKY,<br />

1864 TORSCHOK – 1941 WIESBADEN<br />

LANDSCHAFT MIT ROTEM DACH –<br />

WASSERBURG, UM 1906<br />

Öl auf Malpappe.<br />

48,9 x 52,4 cm.<br />

Rechts unten signiert „A. Jawlensky“.<br />

Der im russischen Kaiserreich geborene Künstler zählt<br />

als Maler des Expressionismus zum Umfeld der Künstlergemeinschaft<br />

„Der Blaue Reiter“. 1896 zog er zusammen<br />

mit Marianne von Werefkin nach München<br />

und wohnte in Schwabing in der Giselastrasse,<br />

danach war er zeitweise in Paris. Das Jahr 1905 verbrachte<br />

er wieder in Deutschland. In und um Füssen<br />

im Allgäu malte er eine Reihe bunter Bilder. In dieser<br />

Zeit könnte auch das vorliegende Gemälde entstanden<br />

sein.<br />

Provenienz:<br />

Museum Wiesbaden, 1952.<br />

Galerie Wilhelm Grosshennig, Düsseldorf, 1961.<br />

Anmerkung:<br />

Auf der Rückseite des Gemäldes alte Aufkleber:<br />

Galerie Neue Kunst Hans Goltz, München. Gegenstand:<br />

Gemälde, Künstler: Jawlensky, Titel: Häuser;<br />

Gemäldegalerie Wiesbaden, Inv.Nr. 880; M 389.<br />

Literatur:<br />

Das Gemälde abgebildet in: Alexej von Jawlensky,<br />

Catalogue Raisonné of the Oil <strong>Paintings</strong>, Volume<br />

One 1890-1914, The Alexej von Jawlensky Archive,<br />

Abb. S. 136, Nr. 145 (Kopie beigegeben).<br />

Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, Nr. 514,<br />

Abb. S. 262.<br />

ALEXEJ VON JAWLENSKY,<br />

1864 TORSCHOK – 1941 WIESBADEN<br />

LANDSCAPE WITH RED ROOF –<br />

WASSERBURG, CA. 1906<br />

Oil on card.<br />

48.9 x 52.4 cm.<br />

Signed “A. Jawlensky” lower right.<br />

Provenance:<br />

Museum Wiesbaden, 1952.<br />

Galerie Wilhelm Grosshennig, Düsseldorf.<br />

Notes:<br />

Old labels on the reverse of the painting: Galerie<br />

Neue Kunst Hans Goltz, Munich. Gegenstand:<br />

Gemälde, Künstler: Jawlensky, Titel: Häuser;<br />

Gemäldegalerie Wiesbaden, inv. no. 880; M 389.<br />

Literature:<br />

The painting is listed in: Alexej von Jawlensky, Catalogue<br />

Raisonné of the Oil <strong>Paintings</strong>, Volume One<br />

1890-1914, The Alexej von Jawlensky Archive,<br />

p. 136, no. 145 (copy enclosed).<br />

C. Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, no. 514, ill.<br />

p. 262.<br />

Exhibitions:<br />

1954, Wiesbaden, Neues Museum, no.10.<br />

1956/57, Wiesbaden, Städtisches Museum,<br />

Kunstwerke aus Galeriebesitz, no.24.<br />

1961, Düsseldorf, Wilhelm Grosshennig.<br />

1979, Wasserburg, Ganserhaus, no.8, ill. p.32.<br />

€ 250.000 - € 350.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Ausstellungen:<br />

1954, Wiesbaden, Neues Museum, Nr.10.<br />

1956/57, Wiesbaden, Städtisches Museum, Kunstwerke<br />

aus Galeriebesitz, Nr.24.<br />

1961, Düsseldorf, Wilhelm Grosshennig.<br />

1979, Wasserburg, Ganserhaus, Nr.8, Abb. S.32.<br />

(1411741) (18)<br />

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47


BEPPE CIARDI<br />

1875 VENEDIG – 1932 QUINTO DI TREVISO<br />

422<br />

BEPPE CIARDI,<br />

1875 VENEDIG – 1932 QUINTO DI TREVISO<br />

Sohn des Malers Guglielmo Ciardi (1842/43-1917) und<br />

Bruder von Emma Ciardi (1879-1933). Ab 1896 bis 1899<br />

Schüler der Akademie in Venedig.<br />

FRA AQUILEIA ED ALTINO<br />

Öl auf Leinwand.<br />

80 x 130 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Blick auf die flache italienische Landschaft mit einem<br />

ruhigen Flusslauf, an dessen rechter Uferseite ein<br />

Mann auf einem von zwei Pferden reitet, die einen<br />

alten Holzkarren ziehen, die sich im Wasser wiederspiegeln;<br />

weiter hinter ihnen ein weiterer Reiter. Am<br />

linken Flussufer ein hoher, kahler Baum, an dem ein<br />

Holzkasten hängt. Stimmungsvolle Darstellung, die<br />

Weite der Landschaft betonend, unter hohem blauen,<br />

fast wolkenlosen Himmel, der Dreiviertel der Bildfläche<br />

einnimmt. Vereinzelt rest., leichte Rahmenschäden.<br />

Anmerkung:<br />

Der Titel bezieht sich auf zwei Städte, Aquileia ist in<br />

der Region Friaul und liegt am Fluss Natissa, Altino<br />

liegt an der Lagune von Venedig.<br />

Literatur:<br />

Katalog der 11. Internationalen Kunstausstellung von<br />

Venedig, 1914, zitiertes Werk auf S. 98 zitiert und in<br />

Tabelle 74 wiedergegeben: Giorgio Nicodemi, Beppe<br />

Ciardi, Mailand, S.76, Tafel LIII, Abb. in schwarz-weiß.<br />

Ausstellung:<br />

Venedig, 11. Internationale Kunstausstellung, 1914,<br />

Saal 29, Nr. 6. (14021211) (18)<br />

BEPPE CIARDI,<br />

1875 VENICE – 1932 QUINTO DI TREVISO<br />

Son of the painter Guglielmo Ciardi (1842/43-1917)<br />

and brother of Emma Ciardi (1879 -1933). He studied<br />

at the Venice Academy of Fine <strong>Art</strong>s Academy from<br />

1896 to 1899.<br />

FRA AQUILEIA ED ALTINO<br />

Oil on canvas.<br />

80 x 130 cm.<br />

Signed lower right.<br />

Notes:<br />

The title refers to two cities: Aquileia in the Friuli<br />

region on the river Natiso and Altino in the Venetian<br />

Lagoon.<br />

Literature:<br />

Catalogue of the 11th International <strong>Art</strong> Exhibition of<br />

Venice, 1914, the painting is cited on p. 98 and reproduced<br />

in table 74.<br />

Giorgio Nicodemi, Beppe Ciardi, Milan 1942, the painting<br />

is cited on p. 76 and reproduced in black and white<br />

on plate LIII.<br />

Exhibition:<br />

11th International <strong>Art</strong> Exhibition of Venice, 1914,<br />

hall 29, no. 6.<br />

€ 25.000 - € 45.000<br />

Sistrix<br />

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LEO PUTZ<br />

1869 MERAN – 1940 MERAN<br />

423<br />

LEO PUTZ,<br />

1869 MERAN – 1940 EBENDA<br />

STILLLEBEN MIT ERPEL UND GEMÜSE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

47 x 74,5 cm.<br />

Rechts unten signiert „Leo Putz“.<br />

In marmoriertem Holzrahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Sigrid Putz, Gauting,<br />

30. September 2020.<br />

Diagonal ausgerichtete Komposition eines rücklings<br />

liegenden Erpels mit Kopf am unteren Bildende, sowie<br />

neben ihm liegendem Gemüse. In ihrem Gutachten<br />

kommt Sigrid Putz zu einer Datierung von um 1924-<br />

1926 und erwähnt mehrere Vergleichsbilder im Werkverzeichnis.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Helmut Putz, Leo Putz: 1869-1940. Werksverzeichnis<br />

in zwei Bänden, Bd. 2, Wolznach 1994,<br />

S. 981, WVZ-Nr. 2894. (1410062) (13)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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49


PABLO PICASSO<br />

1881 MÁLAGA – 1973 MOUGINS<br />

424<br />

PABLO PICASSO,<br />

1881 MÁLAGA – 1973 MOUGINS, NACH<br />

VISAGE AU NEZ NOIR, 1969<br />

Höhe: 34,2 cm.<br />

Bodenseitig gestempelt: Edition Picasso sowie<br />

Madoura Plein Feu. Geritzt auf schwarzem Fond:<br />

Edition Picasso 148 / 200 Madoura. Neben dem<br />

Henkel eingeritzte Datierung: 9.1.69.<br />

PABLO PICASSO,<br />

1881 MÁLAGA – 1973 MOUGINS, AFTER<br />

VISAGE AU NEZ NOIR, 1969<br />

Height: 34.2 cm.<br />

Stamped underneath: Edition Picasso and Madoura<br />

Plein Feu. Incised on black background: Edition<br />

Picasso 148 / 200 Madoura. Date incised next to<br />

the handle: 9.1.69.<br />

Stark bauchiger Henkelkrug mit Schnabelausguss.<br />

Über weißem Scherben Engobenmalerei, partiell<br />

glasiert und graviert. Malerei auf weißem Fond mit<br />

Darstellung eines Gesichtes.<br />

Literatur:<br />

Werkverzeichnis: Ramié 609. (1410091) (13)<br />

Literature:<br />

Catalogue raisonné: Ramié 609.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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JEAN GABRIEL DOMERGUE<br />

1889 BORDEAUX – 1962 PARIS<br />

425<br />

JEAN GABRIEL DOMERGUE,<br />

1889 BORDEAUX – 1962 PARIS<br />

Domergue war Schüler des Edgar Degas (1834-1917)<br />

und des Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901) und<br />

machte sich vor allem als Portraitist junger Damen<br />

und anmutiger Akte einen Namen.<br />

DIE GRÄFIN RUSPOLI IN EINER<br />

WERTVOLLEN KUTSCHE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

74 x 92 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert<br />

„Jean Gabriel Domergue 1921“.<br />

In Prunkrahmen.<br />

JEAN GABRIEL DOMERGUE,<br />

1889 BORDEAUX – 1962 PARIS<br />

COUNTESS RUSPOLI IN PRECIOUS CARRIAGE<br />

Oil on canvas.<br />

74 x 92 cm.<br />

Signed lower right and dated<br />

“Jean Gabriel Domergue 1921”.<br />

€ 15.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Vor bewegtem blau-weißem und violettem Hintergrund<br />

eine prachtvolle, innen goldfarbene Kutsche,<br />

durch deren geöffnete Tür der Blick auf die sitzende<br />

Gräfin fällt, mit weitem langem weißlichem Rock und<br />

dunklerem Oberteil mit Blumendekor. Sie hat ein weites<br />

Dekolleté, schmale Arme und lange zarte Finger<br />

und mit ihrem feinen Gesicht, bei fast geschlossenen<br />

Augen, blickt sie leicht nach unten. Malerei in raschem<br />

Pinselduktus des für seine Frauenportraits bekannten<br />

Malers.<br />

(1401483) (18)<br />

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53


426<br />

MAURICE BRIANCHON,<br />

1899 – 1979 PARIS<br />

IM KASINO<br />

Pastell auf Papier, auf Karton aufgelegt.<br />

60 x 64,5 cm<br />

Links unten signiert „Brianchon“.<br />

Hinter Glas gerahmt.<br />

In einem großen Kasino mit hohen Säulen und prachtvollen,<br />

von der Decke herabhängenden Kristalllüstern<br />

ein übergroßer Roulettetisch, um den herum zahlreiche<br />

elegant gekleidete Frauen und Männer stehen, teils<br />

auch sitzen, um ihr Glück bei einem Spiel zu wagen.<br />

Figurenreiche Darstellung in zurückhaltender Farbgebung.<br />

Provenienz:<br />

Galerie des Granges, Genf 1980.<br />

Anmerkung:<br />

Die künstlerische Karriere von Maurice Brianchon fing<br />

1917 an der École des <strong>Art</strong>s Décoratifs in Paris an. Er<br />

begegnete da Raymond Legeult und Roland Oudot,<br />

mit denen er die Gruppe „Peintres de la Réalité Poétique“<br />

bildete. Im Jahre 1927 bekam er seine erste<br />

Soloausstellung in der Galerie Portique in Paris. Dies<br />

führte dann 1930 und 1932 zu zwei Ausstellungen<br />

in der Prestigeträchtigen Galerie Marcel Bernheim.<br />

Neben der Malerei beschäftigte sich Brianchon in den<br />

dreißiger Jahren auch mit dem entwerfen von Dekoren<br />

für Oper und Ballett. 1949 wurde er zum Chef<br />

d‘Atelier der École Nationale des Beaux-<strong>Art</strong>s ernannt.<br />

Brianchon war in jener Zeit einer der einflußreichsten<br />

Maler der École und wurde wohl der einzig wahre<br />

Nachfolger in Frankreich von den Intimisten Bonnard<br />

und Vuillard genannt. (1411023) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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427<br />

LOUIS NOËL VAN LINT,<br />

1909 BRÜSSEL – 1986 KRAAINEM/ BELGIEN<br />

DIE BILLARDSPIELER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

57,9 x 70,3 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „Van Link 33“.<br />

In breitem Rahmen.<br />

In dem großen Raum eines Cafes ein großer Billiardtisch<br />

mit zwei Spielern. Voller Interesse schauen<br />

ihnen vier Cafebesucher an zwei Tischen zu, sowie<br />

der Wirt hinter der Theke, der dabei seinen Kopf auf<br />

seine Unterarme gestützt hat. Meist flächige Malerei<br />

in breitem Pinselduktus.<br />

Anmerkung:<br />

Der flämische Maler Louis van Lint war sowohl Gründer<br />

als auch eines der talentiertesten Mitglieder der<br />

Nachkriegsmalergruppe „Jeune peinture Belge“. Ausgebildet<br />

an der Akademie St. Joost-ten-Node, nahm er<br />

als figurativ-impressionistischer Maler in den 1930er<br />

und 1940er Jahren an Gruppen- und Einzelausstellungen<br />

im In- und Ausland teil. Nach dem Krieg vollzog<br />

sich in seinem Schaffen eine komplette Kehrtwendung<br />

und die Wirklichkeit wurde auf abstrakte, stark bewegende<br />

Kompositionen reduziert. Der starke Colorit ist<br />

das Bindeglied zwischen seinem Früh- und Spätwerk.<br />

Das Werk aus den Jahren 49-51 ist Experten zufolge<br />

besonders eng mit dem der holländischen Cobra-<br />

Maler verwandt.<br />

Verso auf Leinwand schwer leserlich vermerkt „Les<br />

joueurs de billard, café coin de la rue des Cultes et<br />

rue du Nord“ (Die Billardspieler, Café Ecke Rue des<br />

Cultes und Rue du Nord). (14110214) (18)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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55


ALFREDO GUTTERO<br />

1882 BUENOS AIRES – 1932 EBENDA<br />

428<br />

ALFREDO GUTTERO,<br />

1882 BUENOS AIRES – 1932 EBENDA<br />

BILDNIS EINER FRAU, 1918<br />

Öl auf Leinwand.<br />

65 x 54 cm.<br />

Rechts oben Widmung, signiert und datiert „A maître<br />

Prosper Levy Guttero 1918“.<br />

Vor beigem Hintergrund das Portrait der Frau mit<br />

schwarzen kurzen Haaren, einem großen roten Mund<br />

und halb geschlossenen dunklen Augen. Sie trägt ein<br />

Gewand mit weitem Rundausschnitt und einen blauen<br />

Umhang über ihrem Rücken. <strong>Modern</strong>istisches Gemälde,<br />

die Dargestellte sehr sinnlich wiedergegeben.<br />

Provenienz:<br />

Die Sammlung von Gaston Prosper Levy, Geschenk<br />

des Künstlers. Gaston Prosper Levy (1893-1977) war<br />

ein französischer Immobilienmakler)<br />

ALFREDO GUTTERO,<br />

1882 BUENOS AIRES – 1932 IBID.<br />

PORTRAIT OF A WOMAN, 1918<br />

Oil on canvas.<br />

65 x 54 cm.<br />

With dedication, signed and dated “A maître Prosper<br />

Levy Guttero 1918” top right.<br />

Provenance:<br />

The collection of Gaston Prosper Levy, gifted by the<br />

artist to Gaston Prosper Levy (1893-1977), a French<br />

real estate agent.<br />

€ 40.000 - € 60.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Anmerkung:<br />

Der Künstler war ein argentinischer Maler und Kunstförderer<br />

der <strong>Modern</strong>e. 1904 erhielt er von der argentinischen<br />

Regierung ein Stipendium für ein Studium in<br />

Europa und lebte bis 1916 in Paris, wo er bei Maurice<br />

Denis studierte. 1927 kehrte er in seine Heimat zurück<br />

und wurde Direktor der Abteilung „Plastische<br />

Kunst“ der örtlichen Wagner-Gesellschaft und gründete<br />

die „Halle der modernen Maler“. Er entwickelte<br />

auch eine Maltechnik, die er „yeso cocido“ (gekochter<br />

Gips) nannte und die aus Gips und Pigmenten besteht,<br />

die mit Leim gebunden und normalerweise<br />

auf Holz aufgetragen werden.<br />

Das Werk wurde vom <strong>Art</strong> Loss Register bewertet<br />

und ist nicht in deren Datenbank eingetragen.<br />

(1411044) (18)<br />

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HERMANN ALBERT<br />

GEB. 1937 ANSBACH<br />

429<br />

HERMANN ALBERT,<br />

GEB. 1937 ANSBACH<br />

Der Künstler erhielt seine Ausbildung an der staatlichen<br />

Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig<br />

unter Peter Voigt (1925-1990). Ab 1967 sind seine<br />

Werke auf Einzelausstellungen in Berlin und Aachen<br />

sowie Baden-Baden zu sehen. 1977 beteiligte er sich<br />

an der documenta 6 in Kassel. Von 1985 bis 2001 war<br />

Albert Hochschullehrer an der Hochschule für bildende<br />

Künste in Braunschweig.<br />

Vor gelblichem Hintergrund der Blick auf zwei stehende<br />

Halbakte, links eine junge Frau, die sich gerade<br />

mit erhobenen Armen die Haare drapiert, rechts in<br />

Rückenansicht eine weitere junge Frau, die links einen<br />

kleinen Spiegel hält, während ihr erhobener rechter<br />

Arm eine Haarpartie ihrer langen schwarzen Haare<br />

nach oben zieht. Malerei in der typischen Manier des<br />

Künstlers, der in Italien lebt und arbeitet.<br />

(1411622) (1) (18)<br />

HERMANN ALBERT,<br />

BORN 1937 ANSBACH<br />

DIE EITLEN SCHWESTERN<br />

DIE EITLEN SCHWESTERN € 10.000 - € 15.000<br />

Öl auf Leinwand.<br />

185 x 210 cm.<br />

Rechts unten monogrammiert in Ligatur und datiert<br />

„HA. 90“, verso Künstlernennung, Datierung „1990“<br />

und Betitelung.<br />

Eingestellt in Holzrahmung.<br />

Oil on canvas.<br />

185 x 210 cm.<br />

Monogrammed in ligature and dated “HA. 90”<br />

lower right, artist’s name, date “1990” and<br />

title on the back.<br />

Sistrix<br />

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59


SANDRO CHIA<br />

GEB. 1946 FLORENZ<br />

430<br />

SANDRO CHIA,<br />

GEB. 1946 FLORENZ<br />

Der italienische Künstler zählt zu den wichtigsten Vertretern<br />

der postmodernen Transavantgarde in Italien.<br />

Ausgebildet wurde er am Istituto d‘<strong>Art</strong>e in Florenz und<br />

an der Accademia di Belle <strong>Art</strong>i. Nach seinem Umzug<br />

nach Rom entwickelte er seine <strong>Art</strong> Konzeptkunst. In<br />

seinen Arbeiten finden sich oft Zitate älterer Kunstepochen<br />

wie dem Manierismus, aber auch Kubismus<br />

oder Futurismus.<br />

OHNE TITEL<br />

Öl auf Leinwand.<br />

182 x 127 cm.<br />

Rechts unten signiert „Chia“.<br />

In weißem Holzrahmen, teils mitbemalt.<br />

Vor blauem Himmel ein halb kniender, junger Mann<br />

in Denkerpose, seinen zur Seite geneigten Kopf auf<br />

seine rechte Hand gestützt. Er scheint an eine Frau<br />

zu denken, die als liegender Frauenakt, umgeben<br />

von rotem Licht, im linken unteren Bodenbereich zu<br />

sehen ist.<br />

(1410731) (18)<br />

SANDRO CHIA,<br />

BORN 1946 FLORENCE<br />

The Italian artist is one of the most important representatives<br />

of the postmodern Transavantgarde in<br />

Italy. He studied at the Istituto d‘<strong>Art</strong>e and at the Accademia<br />

di Belle <strong>Art</strong>i, both in Florence. After moving<br />

to Rome, he developed his own style of conceptual<br />

art. His works often contain quotations from older art<br />

periods such as Mannerism, but also Cubism and<br />

Futurism.<br />

UNTITELED<br />

Oil on canvas.<br />

182 x 127 cm.<br />

Signed lower right “Chia”.<br />

In white wooden frame, partially painted.<br />

€ 60.000 - € 80.000<br />

Sistrix<br />

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TONY CRAGG<br />

1949 LIVERPOOL<br />

431<br />

TONY CRAGG,<br />

1949 LIVERPOOL<br />

STACKS (BLUE), 2020.<br />

Muranoglas.<br />

40 x 27 x 24 cm.<br />

Signiert und nummiert 7/8.<br />

Glasskulptur aus Muranoglas, Berengo Studio, Venedig.<br />

Cragg hatte bereits Einzelausstellungen im Louvre,<br />

in der Ermitage in der Tate Liverpool und im Museo<br />

Reina Sovia, sowie im CAFA <strong>Art</strong> Museum in Peking.<br />

1988 stellte er auf der Biennale in Venedig, 1982 und<br />

1987 auf der Documenta aus.<br />

(1411628) (1) (13)<br />

TONY CRAGG,<br />

1949 LIVERPOOL<br />

STACKS (BLUE), 2020.<br />

Murano glass.<br />

40 x 27 x 24 cm.<br />

Signed and limited-edition no. 7/8.<br />

Murano glass sculpture, Berengo Studio, Venice. Cragg<br />

has had solo exhibitions at the Louvre, the State<br />

Hermitage, the Tate Liverpool, and the Museo Reina<br />

Sofía, as well as the CAFA <strong>Art</strong> Museum in Beijing. He<br />

exhibited at the Venice Biennale in 1988 and at the<br />

Documenta in 1982 and 1987.<br />

€ 60.000 - € 80.000<br />

Sistrix<br />

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zum Größenvergleich<br />

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432<br />

DADAMAINO,<br />

EIGENTLICH EDOARDA EMILIA MAINO,<br />

1930 MAILAND – 2004 EBENDA<br />

Italienische Künstlerin der <strong>Modern</strong>e und Mitglied<br />

der Gruppe ZERO (1958-1968), zahlreiche Ausstellungen,<br />

in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen<br />

vertreten.<br />

VOLUME 1959<br />

Wasserfarbe auf Leinwand.<br />

100 x 70 cm.<br />

Verso Künstlerinnennung, Titel und Datierung.<br />

Eingesetzt in schwarzer Rahmung.<br />

Literatur:<br />

Flaminio Gualdoni, DADAMAINO 1930-2004, Ausstellungskatalog,<br />

Gallarate 2023, S.56, in Kopie<br />

vorliegend. (1410733) (18)<br />

DADAMAINO,<br />

ACTUALLY EDOARDA EMILIA MAINO,<br />

1930 MILAN – 2004 IBID.<br />

Italian modern artist and member of the artist group<br />

ZERO (1958-1968), numerous exhibitions, represented<br />

in many public and private collections.<br />

VOLUME 1959<br />

Water paint on canvas.<br />

100 x 70 cm.<br />

<strong>Art</strong>ist´s name, title, and date on the reverse.<br />

Set in black frame.<br />

Literature:<br />

Flaminio Gualdoni, DADAMAINO 1930 - 2004, exhibition<br />

catalogue, Gallarate 2023, p. 56 (in copy).<br />

€ 30.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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433<br />

DADAMAINO,<br />

EIGENTLICH EDOARDA EMILIA MAINO,<br />

1930 MAILAND – 2004 EBENDA<br />

Italienische Künstlerin der <strong>Modern</strong>e und Mitglied<br />

der Gruppe ZERO (1958-1968), zahlreiche Ausstellungen,<br />

in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen<br />

vertreten.<br />

VOLUME 1958<br />

Wasserfarbe auf Leinwand.<br />

88 x 68 cm.<br />

Verso Künstlerinnennung, Betitelung und Datierung.<br />

Eingestellt in weißer Rahmung.<br />

Literatur:<br />

Flaminio Gualdoni, DADAMAINO 1930-2004, Ausstellungskatalog,<br />

Gallarate 2023, S. 53, in Kopie<br />

vorliegend. (1410732) (18)<br />

DADAMAINO,<br />

ACTUALLY EDOARDA EMILIA MAINO,<br />

1930 MILAN – 2004 IBID.<br />

Italian modern artist and member of the artist group<br />

ZERO (1958 - 1968), numerous exhibitions, represented<br />

in many public and private collections.<br />

VOLUME 1958<br />

Water paint on canvas.<br />

88 x 68 cm.<br />

<strong>Art</strong>ist´s name, title, and date on the reverse.<br />

Set in white frame.<br />

Literature:<br />

Flaminio Gualdoni, DADAMAINO 1930 - 2004, exhibition<br />

catalogue, Gallarate 2023, p. 53 (in copy).<br />

€ 30.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

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65


434<br />

HORST KUHNERT,<br />

GEB. 1939 SCHWEIDNITZ, SCHLESIEN<br />

OHNE TITEL<br />

Polyester, schwarz-weiß.<br />

137 x 159 cm.<br />

Verso signiert und datiert „1970“.<br />

Beigegeben ein Zertifikat von dem Künstler, Stuttgart,<br />

01. März 2017, in Kopie.<br />

Nach seiner Ausbildung unter Heinrich Wildemann an<br />

der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart wendet<br />

sich Kuhnert zunächst der abstrakten Malerei zu.<br />

Ab 1963 werden seine Arbeiten plastisch und im Jahr<br />

darauf entsteht die Serie der „Raumflächen“, der auch<br />

die vorliegende Arbeit angehört. Diese Raumflächen<br />

fertigt Kuhnert in Polyester und damit gehört er zu den<br />

ersten deutschen Künstlern, die sich intensiv mit diesem<br />

Material auseinandersetzen.<br />

Ausstellung:<br />

Brescia, The German Connection. Kuhnert. 1965-2015,<br />

Kanalidarte, 3. Oktober - 12 Dezember 2015, S. 126.<br />

(1410685) (19)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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435<br />

TERRY FROST,<br />

1915 LEAMINGTON SPA – 2003 NEWLYN<br />

Frost war einer der bedeutendsten zeitgenössischen<br />

britischen Künstler. Er malte überwiegend abstrakte<br />

Werke in Acryl, Öl, Collagen und einer breiten Palette<br />

anderer Medien, beeinflusst von der Umgebung Cornwalls.<br />

Er war einer der führenden Expressionisten des<br />

20. Jahrhunderts.<br />

RHYTHMS<br />

Acryl auf Leinwand.<br />

188 x 249 cm.<br />

Verso betitelt, signiert und datiert „65.66“.<br />

In breitem, schwarzen Rahmen.<br />

(14110613) (19)<br />

TERRY FROST,<br />

1915 LEAMINGTON SPA – 2003 NEWLYN<br />

RHYTHMS<br />

Acrylic on canvas.<br />

188 x 249 cm.<br />

Titled, signed, and dated “65.66” on the reverse.<br />

In wide black frame.<br />

€ 20.000 - € 30.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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67


436<br />

JONONE,<br />

EIGENTLICH JOHN ANDREW PERELLO,<br />

GEB. 1963 NEW YORK,<br />

AMERIKANISCHER GRAFFITI KÜNSTLER<br />

BREAKING NEWS<br />

Acryl und Tinte auf Leinwand.<br />

155 x 210 cm.<br />

Verso auf Leinwand signiert, datiert und betitelt<br />

„JonOne Paris 2017 Breaking News“.<br />

Freigestellt in schwarzem Rahmen.<br />

(1411069) (18)<br />

JONONE,<br />

ACTUALLY JOHN ANDREW PERELLO,<br />

BORN 1963 NEW YORK,<br />

AMERICAN GRAFFITI ARTIST<br />

BREAKING NEWS<br />

Acrylic and ink on canvas.<br />

155 x 210 cm.<br />

Signed, dated, and titled “JonOne Paris 2017<br />

Breaking News” on the reverse of the canvas.<br />

€ 20.000 - € 30.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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437<br />

MARCELLO LO GIUDICE,<br />

GEB. 1957 TAORMINA, SIZILIEN<br />

Der Künstler gilt als einer der innovativsten Künstler<br />

der zweiten Welle des europäischen Informel.<br />

OHNE TITEL<br />

Mischtechnik.<br />

100 x 100 cm.<br />

Verso bezeichnet „Eden univers“ und signiert<br />

„Lo Giudice 2014“<br />

In Plexiglaskasten.<br />

Verso Plexiglasecke besch.<br />

(1410734) (18)<br />

MARCELLO LO GIUDICE,<br />

BORN 1957 TAORMINA, SICILY<br />

The artist is considered one of the most innovative<br />

artists of the second wave of European <strong>Art</strong> Informel.<br />

UNTITLED<br />

Mixed media.<br />

100 x 100 cm.<br />

Inscribed “Eden univers” and signed<br />

“Lo Giudice 2014” on the reverse.<br />

In acrylic box. One corner of the box on the reverse<br />

damaged.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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69


MARCELLO LO GIUDICE<br />

1957 TAORMINA, SIZILIEN<br />

438<br />

MARCELLO LO GIUDICE,<br />

GEB. 1957 TAORMINA, SIZILIEN<br />

Der Künstler gilt als einer der innovativsten Künstler<br />

der zweiten Welle des europäischen Informel.<br />

TOTEM ROSSO<br />

Mischtechnik aus Öl, Pigmenten, Drahtgeflecht<br />

und Matratze.<br />

190 x 83 x 21 cm.<br />

In Acrylglasvitrine.<br />

Beigegeben ein Echtheitszertifikat Belair Fine <strong>Art</strong>,<br />

Venedig.<br />

(1410735) (18)<br />

MARCELLO LO GIUDICE,<br />

BORN 1957 TAORMINA, SICILY<br />

The artist is considered one of the most innovative<br />

artists of the second wave of European <strong>Art</strong> Informel.<br />

TOTEM ROSSO<br />

Mixed media sculpture (oil, pigments, wire mesh<br />

and mattress).<br />

190 x 83 x 21 cm.<br />

In acrylic cabinet.<br />

Accompanied by certificate of authenticity Belair Fine<br />

<strong>Art</strong>, Venice.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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GRAHAM VIVIAN SUTHERLAND<br />

1903 LONDON – 1980 EBENDA<br />

439<br />

GRAHAM VIVIAN SUTHERLAND,<br />

1903 LONDON – 1980 EBENDA<br />

Der Künstler hat zahlreiche expressionistische Gemälde<br />

gefertigt. Seine Malerei zeichnete sich durch<br />

abstrakt-surrealistische Elemente aus.<br />

OHNE TITEL, 1975<br />

Tempera auf Papier, auf Leinwand aufgezogen.<br />

30 x 60 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „Sutherland 1975“,<br />

verso auf Rahmen Label mit Künstlernennung der<br />

Galerie R. Rotta.<br />

In kleinem Rahmen, unter Glas in größerem Rahmen.<br />

Provenienz:<br />

Galerie Rinaldo Rotta, Genf.<br />

Privatsammlung, Italien. (14107013) (18)<br />

GRAHAM VIVIAN SUTHERLAND,<br />

1903 STREATHAM, LONDON – 1980 IBID.<br />

The artist created numerous expressionist paintings,<br />

characterized by abstract-surrealist elements.<br />

UNTITLED, 1975<br />

Tempera on paper, laid on canvas.<br />

30 x 60 cm.<br />

Signed and dated “Sutherland 1975” lower right, label<br />

with artist´s name by Galerie R. Rotta on the back of<br />

the frame.<br />

In small frame behind glass set in larger frame.<br />

Provenance:<br />

Galerie Rinaldo Rotta, Geneva.<br />

Private collection, Italy.<br />

€ 18.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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440<br />

GRAHAM VIVIAN SUTHERLAND,<br />

1903 LONDON – 1980 EBENDA<br />

Der Künstler hat zahlreiche expressionistische Gemälde<br />

gefertigt. Seine Malerei zeichnete sich durch<br />

abstrakt-surrealistische Elemente aus.<br />

OHNE TITEL, 1976<br />

Mischtechnik auf Karton.<br />

50 x 49cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „Sutherland. 1976“.<br />

Unter Passepartout, hinter Glas gerahmt.<br />

Provenienz:<br />

Privatsammlung, Italien.<br />

Ausstellungen:<br />

ACP, Il Novecento a Palazzo Franchetti, Venedig,<br />

16. November 2019 - 16. Februar 2020. V.<br />

(14107014) (18)<br />

GRAHAM VIVIAN SUTHERLAND,<br />

1903 STREATHAM, LONDON – 1980 IBID.<br />

The artist created numerous expressionist paintings,<br />

characterized by abstract-surrealist elements.<br />

UNTITLED, 1976<br />

Mixed media on card.<br />

50 x 49cm.<br />

Signed and dated “Sutherland. 1976” lower right.<br />

Framed with mount under glass.<br />

Provenance:<br />

Private collection, Italy.<br />

Exhibitions:<br />

ACP - Palazzo Franchetti, Venice, Il Novecento a Palazzo<br />

Franchetti, 16 November 2019 - 16 February 2020.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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73


ELVIRA BACH<br />

GEB. 1951 NEUENHAIN<br />

441<br />

ELVIRA BACH,<br />

GEB. 1951 NEUENHAIN<br />

Vertreterin der „Jungen Wilden“.<br />

PALETTE, 1994<br />

Acryl auf Leinwand.<br />

165 x 262 cm.<br />

Verso betitelt, signiert und datiert 1994.<br />

In schwarzer Galerieleiste.<br />

Liegender Akt mit roter Schlange und daneben<br />

stehendem Glas und Babyflasche.<br />

(1411627) (1) (13)<br />

ELVIRA BACH,<br />

BORN 1951 NEUENHAIN<br />

Representative of the "Junge Wilde" artistic<br />

movemen.<br />

PALETTE, 1994<br />

Acrylic on canvas.<br />

165 x 262 cm.<br />

Titled, signed, and dated 1994 on reverse.<br />

In black gallery frame.<br />

Reclining nude with red snake and glass and baby<br />

bottle next to it.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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75


ALEX KATZ<br />

GEB. 1927 NEW YORK<br />

442<br />

ALEX KATZ,<br />

GEB. 1927 NEW YORK<br />

Das Werk des Künstlers ist dem modernen Realismus<br />

und der Pop <strong>Art</strong> zuzuordnen. Ein Großteil seiner Bilder<br />

sind Portraits seiner Frau und Muse Ada, aber er<br />

schuf auch Landschaften und Architekturbilder. Er<br />

wurde vor allem von den Holzschnitten japanischer<br />

Kunst beeinflusst.<br />

COCA COLA MÄDCHEN, 2019<br />

Höhe inkl. Sockel: 53,7 cm.<br />

Sockelbreite: 47,6 cm.<br />

Sockeltiefe: 7,6 cm.<br />

Vorne rechts Ritzsignatur „Alex Katz“. Rechts unterhalb<br />

des Sockels © 2019 Alex Katz AP 18/25 Lococo<br />

Fine <strong>Art</strong> Publisher“.<br />

Skulptur aus geformtem, pulverbeschichteten Aluminium.<br />

Teilausschnitt einer jungen blonden Frau<br />

mit roten Lippen in weißem Badeanzug, nach links<br />

schreitend.<br />

Anmerkung:<br />

Die Serie Coca Cola Girls von Alex Katz greift Werbeanzeigen<br />

der 50er- und 60er-Jahre und deren Motive<br />

auf und übersetzt sie auf seine Weise. Die Mädchen<br />

und Damen in den makellosen weißen Badeanzügen<br />

waren Sinnbild für die Popkultur. Sie zeigen eine<br />

idealisierte amerikanische Frau und es entstand der<br />

Mythos von American Beauty. (1411621) (1) (18)<br />

ALEX KATZ,<br />

BORN 1927 NEW YORK<br />

COCA COLA GIRL, 2019<br />

Height incl. base: 53.7 cm.<br />

Width of base: 47.6 cm.<br />

Depth of base: 7.6 cm.<br />

Incised signature “Alex Katz” front right. Inscribed on<br />

the right below the base: “© 2019 Alex Katz AP 18/25<br />

Lococo Fine <strong>Art</strong> Publisher”.<br />

Notes:<br />

The Coca Cola Girls series by Alex Katz takes up<br />

advertisements from the 50s and 60s and their<br />

motifs and interprets them in his own way. The girls<br />

and women in the immaculate white swimsuits were<br />

symbols of pop culture. They show an idealized American<br />

woman, and the myth of American Beauty was<br />

born.<br />

€ 45.000 - € 65.000<br />

Sistrix<br />

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TOM WESSELMANN<br />

1931 CINCINNATI – 2004 NEW YORK<br />

443<br />

TOM WESSELMANN,<br />

1931 CINCINNATI – 2004 NEW YORK<br />

STUDY FOR KATE NUDE LINEDRAWING<br />

(BRUNETTE), 1984<br />

Liquitex auf Bristol-Karton.<br />

26,7 x 33,7 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „Wesselmann 84“.<br />

Unter Passepartout, hinter Glas gerahmt.<br />

Anmerkung:<br />

Verso verscheidene Galerieaufkleber mit Künstlernennung<br />

und Betitelung, unter anderem die Hokin<br />

Gallery Ink. Palm Beach Florida und Max Lang New<br />

York.<br />

Der Künstler gilt als bedeutender Vertreter der New<br />

Yorker Pop <strong>Art</strong>. Er schuf gewagt Gemälde, die sich<br />

an die Popkultur und kunsthistorische Kompositionen<br />

anlehnen. Frauen waren für ihn eine kostante<br />

Inspirationsquelle; seine berühmteste Serie „Great<br />

American Nude“ (1961-1973), analysiert die Energie<br />

der amerikanischen Werbung und zeigt oft flache<br />

Frauenfiguren. Heute ist er in berühmten Sammlungen<br />

weltweit vertreten.<br />

Nicht geöffnet.<br />

(1411624) (1) (18)<br />

TOM WESSELMANN,<br />

1931 CINCINNATI - 2004 NEW YORK<br />

STUDY OF KATE NUDE LINE DRAWING<br />

(BRUNETTE), 1984<br />

Liquitex on auf Bristol board.<br />

26.7 x 33.7 cm.<br />

Signed and dated “Wesselmann 84“ lower right.<br />

Notes:<br />

Various gallery labels with artist name and title on<br />

the reverse, including Hokin Gallery Ink. Palm Beach<br />

Florida and Max Lang New York.<br />

€ 60.000 - € 80.000<br />

Sistrix<br />

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79


ANDY WARHOL<br />

1928 PITTSBURGH – 1987 NEW YORK<br />

444<br />

ANDY WARHOL,<br />

1928 PITTSBURGH – 1987 NEW YORK<br />

MARILYN MONROE<br />

Farbserigrafie.<br />

Sichtmaß: 81 x 81 cm.<br />

Verso Stempel „fill in your own signature“, signiert<br />

und datiert sowie Stempel „Published by Sunday<br />

B. Morning“.<br />

Hinter Glas gerahmt.<br />

Anmerkung:<br />

Andy Warhol gilt nicht nur als Mitbegründer, sondern<br />

auch als wichtigster Vertreter der amerikanischen Pop-<br />

<strong>Art</strong>. Zu verschiedenen limitierten Siebdruck-Editionen<br />

von ihm ist die sogenannte „Sunday B. Morning“-Edition<br />

auf den Markt gekommen, die nach der<br />

Druckereiwerkstatt benannt wurde. Die Werke dieser<br />

Edition haben die nahezu identischen Formate der<br />

limitierten Edition, sie sind jedoch unlimitiert. Es sind<br />

aber original Siebdrucke. Zur Authentifizierung sind<br />

die Exemplare dieser Edition auf der Rückseite mit<br />

dem Stempel versehen „fill in your own signature“.<br />

(14116210) (1) (18)<br />

ANDY WARHOL,<br />

1928 PITTSBURGH – 1987 NEW YORK<br />

MARILYN MONROE<br />

Screenprint in colours.<br />

Sight size: 81 x 81 cm.<br />

Stamped “fill in your own signature” on the reverse,<br />

signed and dated and stamped “Published by Sunday<br />

B. Morning”.<br />

Notes:<br />

The so-called “Sunday B. Morning” edition, named<br />

after the printing workshop, has been released alongside<br />

various of his limited screenprint editions. For<br />

authentication purposes, copies of this edition are<br />

stamped “fill in your own signature” on the back.<br />

€ 40.000 - € 60.000<br />

Sistrix<br />

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81


445<br />

ALLEN JONES,<br />

GEB. 1937 SOUTHAMPTON<br />

Der Maler, Bildhauer und Lithograph Allen Jones<br />

gehört zu den wichtigsten Vertretern der britischen<br />

Pop <strong>Art</strong>. Er lebt und arbeitet in London. Die freie <strong>Art</strong><br />

zu malen von Jackson Pollock beeindruckt ihn nachhaltig<br />

und bewegen ihn auch in Bezug auf sein eigenes<br />

Werk zum Umdenken. Dabei findet er Anschluss<br />

an die gerade entstehende Bewegung der britischen<br />

Pop-<strong>Art</strong>, zu deren ersten Protagonisten er gehört.<br />

Seine Kunst ist provokant und möchte bestehende<br />

Grenzen sprengen, hat kein Interesse an den verkopften<br />

Ansätzen des Abstrakten Expressionismus,<br />

sondern fordert eine gemeinsame Kunst.<br />

HATS OFF, 1989<br />

Stahl, lackiert.<br />

122 x 28 x 26 cm.<br />

Geometrische, teil abstrakte Darstellung mit integrierter<br />

Säule.<br />

Provenienz:<br />

Werkstatt des Künstlers, vom Künstler direkt erworben.<br />

Privatsammlung, Italien.<br />

Ausstellung:<br />

Bologna, Galleria d‘<strong>Art</strong>e Maggiore, Allen Jones.<br />

Forever Icon, 31. Januar – 16. April 2024.<br />

(14107010) (19)<br />

€ 7.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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zum Größenvergleich<br />

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446<br />

ALLEN JONES,<br />

GEB. 1937 SOUTHAMPTON<br />

Der Maler, Bildhauer und Lithograph Allen Jones<br />

gehört zu den wichtigsten Vertretern der britischen<br />

Pop <strong>Art</strong>. Er lebt und arbeitet in London. Die freie <strong>Art</strong><br />

zu malen von Jackson Pollock beeindruckt ihn nachhaltig<br />

und bewegen ihn auch in Bezug auf sein eigenes<br />

Werk zum Umdenken. Dabei findet er Anschluss<br />

an die gerade entstehende Bewegung der britischen<br />

Pop-<strong>Art</strong>, zu deren ersten Protagonisten er gehört.<br />

Seine Kunst ist provokant und möchte bestehende<br />

Grenzen sprengen, hat kein Interesse an den verkopften<br />

Ansätzen des Abstrakten Expressionismus,<br />

sondern fordert eine gemeinsame Kunst.<br />

MAN LOSING HIS HEAD AND HAT, 1988<br />

Stahl geschnitten, polychrom gefasst.<br />

78,5 x 24 x 21 cm.<br />

Provenienz:<br />

Werkstatt des Künstlers, vom Künstler direkt erworben.<br />

Privatsammlung, Italien.<br />

Ausstellung:<br />

Pietrasanta, Flora Bigai <strong>Art</strong>e Contemporanea, POP.<br />

Yesterday and Now, 2. Juli - 12. September 2016.<br />

Bologna, Galleria d‘<strong>Art</strong>e Maggiore, The Body Schame:<br />

la forma del corpo. Da De Chirico ad Allen Jones, da<br />

Paul Delvaux a Louise Nevelson, 5. Juni - 22. Oktober<br />

2023.<br />

Bologna, Galleria d‘<strong>Art</strong>e Maggiore, Allen Jones. Forever<br />

Icon, 31. Januar - 16. April 2024. (1410709) (13)<br />

€ 7.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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83


447<br />

ALLEN JONES,<br />

GEB. 1937 SOUTHAMPTON<br />

Der Maler, Bildhauer und Lithograph Allen Jones<br />

gehört zu den wichtigsten Vertretern der britischen<br />

Pop <strong>Art</strong>. Er lebt und arbeitet in London. Die freie <strong>Art</strong><br />

zu malen von Jackson Pollock beeindruckt ihn nachhaltig<br />

und bewegen ihn auch in Bezug auf sein eigenes<br />

Werk zum Umdenken. Dabei findet er Anschluss<br />

an die gerade entstehende Bewegung der britischen<br />

Pop-<strong>Art</strong>, zu deren ersten Protagonisten er gehört.<br />

Seine Kunst ist provokant und möchte bestehende<br />

Grenzen sprengen, hat kein Interesse an den verkopften<br />

Ansätzen des Abstrakten Expressionismus, sondern<br />

fordert eine gemeinsame Kunst.<br />

FACE, 1988<br />

Stahl, lackiert.<br />

63,5 x 86,5 x 49 cm.<br />

Geometrische und dreidimensionale Darstellung eines<br />

Gesichtes.<br />

Der Maler, Bildhauer und Lithograph Allen Jones gehört<br />

zu den wichtigsten Vertretern der britischen Pop <strong>Art</strong>.<br />

Die freie <strong>Art</strong> zu malen von Jackson Pollock beeindruckt<br />

ihn nachhaltig und bewegt ihn auch in Bezug<br />

auf sein eigenes Werk zum Umdenken. Dabei findet<br />

er Anschluss an die gerade entstehende Bewegung<br />

der britischen Pop-<strong>Art</strong>, zu deren ersten Protagonisten<br />

er gehört. Seine Kunst ist provokant und möchte bestehende<br />

Grenzen sprengen, hat kein Interesse an<br />

den verkopften Ansätzen des Abstrakten Expressionismus,<br />

sondern fordert eine gemeinsame Kunst.<br />

Provenienz:<br />

Werkstatt des Künstlers, vom Künstler direkt erworben.<br />

Privatsammlung, Italien.<br />

Ausstellung:<br />

Bologna, Allen Jones. Forever Icon, Galleria d‘arte<br />

maggiore, 31. Januar-16 April 2024. (1410708) (19)<br />

€ 7.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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448<br />

VITTORIO MAGELLI,<br />

1911 MODENA – 1988,<br />

Magelli der seine Ausbildung am Kunstinstitut von<br />

Modena unter dem Einfluss und der Anleitung von<br />

Giuseppe Graziosi erhielt, zog Anfang 1930 für vier<br />

Jahre nach Rom, nachdem er das Stipendium des<br />

Pensionato Poletti für Malerei gewonnen hatte. Dort<br />

lernte er Mafai und Sciopione kennen, wurde von<br />

Literaten wie Campana – mit seinen Canti Orfici – und<br />

Ungaretti beeinflusst und war von der kulturellen<br />

Dynamik der Hauptstadt fasziniert. In Rom feiert er<br />

auch seinen ersten Erfolg mit der Ausstellung auf der<br />

Quadriennale 1931 mit der Skulptur Nudo di Bimba,<br />

später besser bekannt als Adolescenti, eine Skulptur,<br />

die ihm zahlreiche positive Kritiken einbringt, so dass<br />

sie zu einem der charakteristischen Themen seines<br />

Schaffens wurde.<br />

ADOLESCENT, CA. 1930<br />

Gips, bemalt.<br />

Höhe: 145 cm.<br />

Die Skulptur, stellt ein nacktes Mädchen mit nach<br />

unten gerichtetem Kopf dar.<br />

Die psychologische Qualität des kleinen Mädchens,<br />

das in einem Moment stiller Isolation gefangen ist,<br />

wird in der schlanken Figur deutlich: die perfekte Beziehung<br />

und Proportion der Gliedmaßen und ihre sehr<br />

leichten Bewegungen, die der Statue Leben und Charakter<br />

– man könnte sagen Seele – verleihen.<br />

Das Thema des weiblichen Aktes taucht in Magellis<br />

Werk noch mehrmals auf, so zum Beispiel 1949, als<br />

er eine Serie von Zeichnungen weiblicher Akte als Vorbereitung<br />

für die Donna in piedi anfertigt, eine Figur,<br />

deren Körper von Müdigkeit gezeichnet ist.<br />

Anmerkung:<br />

Eine etwas kleinere Version der Skulptur aus Bronze,<br />

ist dauerhaft in der Sammlung Assicoop/Unipol in<br />

Bologna ausgestellt.<br />

Literatur:<br />

Vgl. F. Petrucci, Vittorio Magelli (1911-1988), Begleitheft,<br />

Museo Civico Modena, Modena 1999.<br />

Vgl. Sandro Bergonzoni, Modena Ottocento e Novecento.<br />

Vittorio Magelli (1911-1988), Ausstellungskatalog,<br />

Modena, 1996. (1411173) (4) (10)<br />

VITTORIO MAGELLI,<br />

MODENA, 1911 – 1988<br />

ADOLESCENT, CA. 1930<br />

Painted plaster.<br />

Height: 145 cm.<br />

A bronze version, slightly smaller than ours, is permanently<br />

exhibited in the Assicoop/Unipol Collection in<br />

Bologna.<br />

Literature:<br />

cf. F. Petrucci, Vittorio Magelli (1911-1988), exhibition<br />

journal, Civic <strong>Art</strong> Museum, Municipality of Modena<br />

1999.<br />

cf. Sandro Bergonzoni, Modena Ottocento e Novecento.<br />

Vittorio Magelli (1911-1988), exhibition catalogue,<br />

Modena, 1996.<br />

€ 3.000 - € 5.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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85


449<br />

FABRIZIO PLESSI,<br />

1940 REGGIO EMILIA<br />

PROGETTO PER ARCO LIQUIDO<br />

Bleistift und Wasserfarben auf Karton.<br />

70 x 100 cm.<br />

Rechts unten signiert „Plessi“.<br />

Dem ausgeführten, vorliegenden Werk vorangehende<br />

aquarellierte Entwurfszeichnung, die bereits die<br />

Patinierung bestimmt.<br />

Provenienz:<br />

Atelier des Künstlers.<br />

Privatsammlung, Italien. (14107016) (13)<br />

€ 1.500 - € 2.500<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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450<br />

FABRIZIO PLESSI,<br />

1940 REGGIO EMILIA<br />

Bereits seit Ende der sechziger Jahre interessierte<br />

sich Plessi für die Möglichkeiten des Einsatzes neuer<br />

Technologien, neuer Medien und moderner Werkzeuge<br />

zur Verbreitung von Bildern und Worten in der Kunst.<br />

Die Installations-, Film-, Videoband- und Performance-<br />

Werke wurden sofort auf der Kunstbiennale von Venedig<br />

im Jahr 1970 ausgestellt, wo sie auch in späteren<br />

Ausgaben willkommen waren. Der Künstler lebt und<br />

arbeitet in Venedig und auf Mallorca.<br />

FABRIZIO PLESSI,<br />

1940 REGGIO EMILIA<br />

ARCO LIQUIDO, 2003<br />

Metal structure and screen.<br />

200 x 250 x 52 cm.<br />

Provenance:<br />

<strong>Art</strong>ist´s studio.<br />

Private collection, Italy.<br />

ARCO LIQUIDO, 2003 € 17.000 - € 25.000<br />

Metallkonstruktion mit Monitor.<br />

200 x 250 x 52 cm.<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

In patiniertem Metall gearbeitete Rundbogenform mit<br />

am Rand geöffneter Rückwand und an den Seiten<br />

ansetzenden, kubischen Formen die in ihrer schauseitigen<br />

Öffnung je einen Monitor zeigen.<br />

Provenienz:<br />

Atelier des Künstlers.<br />

Privatsammlung, Italien. (14107015) (13)<br />

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87


451<br />

FABRIZIO PLESSI,<br />

1940 REGGIO EMILIA<br />

PROGETTO PER FORESTA DI FUOCO<br />

Bleistift und Aquarell auf Papier.<br />

70 x 100 cm.<br />

Rechts unten signiert „Plessi“.<br />

Hinter Glas gerahmt.<br />

„Progetto per videoinstallazione“. Dieses Kunstwerk<br />

ist ein Entwurf für die dreidimensionale Installation<br />

„Feuerwald“ von Plessi. In dieser Installation kommunizieren<br />

die vier Elemente – Wasser, Feuer, Luft und<br />

Erde – über Monitore und verbinden sich mit der<br />

menschlichen Präsenz.<br />

452<br />

FABRIZIO PLESSI,<br />

1940 REGGIO EMILIA<br />

FORESTA DI FUOCO, 2005<br />

Metall, Holz und Bildschirm.<br />

260 x 72 x 62 cm.<br />

Hochrechteckige Form in patiniertem Metall mit aufstrebender,<br />

eingelegter Aststruktur, darunter ein Monitor,<br />

Flammen zeigend.<br />

Provenienz:<br />

Atelier des Künstlers.<br />

Privatsammlung, Italien. (1410702) (13)<br />

Provenienz:<br />

Atelier des Künstlers.<br />

Privatsammlung, Italien.<br />

(1410703) (19)<br />

€ 1.500 - € 2.500<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

FABRIZIO PLESSI,<br />

1940 REGGIO EMILIA<br />

FORESTA DI FUOCO, 2005<br />

Metal, wood, and screen.<br />

260 x 72 x 62 cm.<br />

Provenance:<br />

<strong>Art</strong>ist´s studio.<br />

Private collection, Italy.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

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453<br />

CESARE MONTI,<br />

1891 BRESCIA – 1959 BELLANO<br />

Monti reiste schon in jungen Jahren nach Paris, wo er<br />

zwischen 1906 und 1908 in den Kreisen der impressionistischen<br />

und postimpressionistischen Maler verkehrte<br />

und Museen besuchte, wo er die großen alten<br />

und modernen Meister kennenlernte. Er zog in 1912<br />

nach Mailand um und begann 1915 seine Tätigkeit als<br />

Maler in dem eröffneten Atelier. In der Nachkriegszeit<br />

debütiert er 1920 auf der Biennale von Venedig, zu der<br />

er bis 1950 immer wieder eingeladen wurde. Von<br />

Anfang an war er eng mit der Gruppe Novecento verbunden,<br />

der er jedoch nie offiziell beitrat: Er nahm jedoch<br />

an der Ausstellung der Gruppe im Jahr 1926 teil.<br />

Seine malerische Entwicklung setzte sich bis zum<br />

Ende fort, indem er vom anfänglichen Pointillismus zu<br />

einem freieren Malstil überging, der ohne Zeichnung<br />

ausgeführt wurde, auf der Welle des Eindrucks, um<br />

sich mutig und bewusst mit neuen Tendenzen auseinanderzusetzen,<br />

in einer <strong>Art</strong> figurativ-informellem Stil.<br />

STUDIO DI COLORE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

137,5 x 55 cm.<br />

Rechts unten signiert „C Monti“, verso auf Rahmen<br />

betitelt, Datierung „1957“ und mit handgeschriebenem<br />

Etikett versehen.<br />

In breiten Rahmen.<br />

In Frontalsicht das Portrait einer jungen Frau mit<br />

schwarzen Haaren, roten Lippen und tiefblauen Augen,<br />

die seitlich aus dem Bild herausblicken. Sie steht<br />

seitlich ganz ruhig da und hebt ihren rechten Arm auf,<br />

um Ihre Kopfbedeckung an den Haaren zu befestigen,<br />

vor gelb-grünem Hintergrund. Malerei in raschem<br />

Pinselduktus bei meist breitem, teils pastosem Farbauftrag<br />

und leuchtender Farbpalette.<br />

Literatur:<br />

Guido Cribiori, Tra le righe. Ventiquattro maestri del<br />

Novecento italiano attraverso immagini e parole,<br />

Mailand 2023, S. 290, Abb. 187.<br />

(14111915) (4) (19)<br />

CESARE MONTI,<br />

1891 BRESCIA – 1959 BELLANO<br />

STUDIO DI COLORE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

137.5 x 55 cm.<br />

Signed “C Monti” lower right, titled on the back of the<br />

frame, date “1957” and with hand-written label.<br />

Literature:<br />

Guido Cribiori, Tra le righe. Ventiquattro maestri del<br />

Novecento italiano attraverso immagini e parole,<br />

Milan 2023, p. 290, ill. 187.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

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454<br />

FRITZ BEHN,<br />

1878 GRABOW – 1970 MÜNCHEN<br />

Fritz Behn ist heute vorwiegend aufgrund seiner beliebten<br />

Tierplastiken bekannt. Gerade während seiner<br />

Expeditionen nach Afrika studierte er aber auch die<br />

Menschen, denen er auf seinen Safaris im heutigen<br />

Tansania und Kenia (1907/08, 1909/10 und 1931/32)<br />

begegnete, und natürlich die Tiere, von denen er in<br />

einer Werkstatt vor Ort Gipsabgüsse schuf.<br />

TANZENDER MASSAI<br />

Bronze, gegossen, mittelbraun patiniert.<br />

Höhe: 66 cm.<br />

Auf der Standfläche signiert „Behn“.<br />

Dieses Werk ist im Fritz Behn Archiv unter der<br />

Inv.-Nr. 265 verzeichnet.<br />

In diesem Zusammenhang mit den Reisen des Künstlers<br />

ist auch unser Tanzender Massai zu sehen, dessen<br />

feingliedriger Körper sich durch das Wechselspiel von<br />

innerer Spannung und Dynamik auszeichnet. Exemplare<br />

im öffentlichen Besitz befinden sich in der<br />

Kunsthalle Bremen, im Museum Behnhaus/ Drägerhaus<br />

in Lübeck und in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus<br />

München. Guss wohl in der Bronzegießerei<br />

Wilhelm Füssel, Berlin.<br />

Literatur:<br />

Max Riehn Kunstverlag (Hrsg.), Figürliche Plastik von<br />

Fritz Behn, München 1919, Abb. o.S.<br />

Vgl. Helmut Friedel (Hrsg.), Figürliche Plastik im Lenbachhaus<br />

1830-1980, Ausst.-Kat., München 1997,<br />

Abb. S. 24. (1410063) (13)<br />

FRITZ BEHN,<br />

1878 GRABOW – 1970 MUNICH<br />

TANZENDER MASSAI<br />

Bronze; cast with mid-brown patina.<br />

Height: 66 cm.<br />

Signed “Behn” on foot plate.<br />

This work is listed in the Fritz Behn archive, inv. no.<br />

265.<br />

Literature:<br />

Max Riehn Kunstverlag (ed.), Figürliche Plastik von<br />

Fritz Behn, Munich 1919, ill.<br />

cf. Helmut Friedel, (ed.), Figürliche Plastik im Lenbachhaus<br />

1830 - 1980, exhibition catalogue, Munich 1997,<br />

ill. p. 24.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

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91


CHRISTO<br />

1935 GABROVO – 2020 NEW YORK<br />

455<br />

CHRISTO,<br />

EIGENTLICH „CHRISTO JAVACHEFF“,<br />

1935 GABROVO – 2020 NEW YORK<br />

STORE FRONT/MANDARIN YELLOW, 1965<br />

Zeichnung mit gemischten Medien (Collage, Bleistift,<br />

Ölkreide, Email) auf Pergamentpapier/ Karton.<br />

71,5 x 56 cm.<br />

Am unteren Rand bezeichnet mit Maßangaben,<br />

rechts unten signiert und datiert „Christo 65“.<br />

In Plexiglasrahmen.<br />

(1411629) (1) (18)<br />

CHRISTO,<br />

ACTUALLY “CHRISTO JAVACHEFF”,<br />

1935 GABROVO – 2020 NEW YORK<br />

STORE FRONT/MANDARIN YELLOW, 1965<br />

Drawing with mixed media (collage, pencil, wax<br />

crayon, enamel) on vellum laid on card.<br />

71.5 x 56 cm.<br />

Inscribed with dimensions on the lower edge, signed<br />

and dated “Christo 65” lower right.<br />

In acrylic glass frame.<br />

€ 45.000 - € 60.000<br />

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MIMMO PALADINO<br />

GEB. 1948 PADULI<br />

456<br />

MIMMO PALADINO,<br />

GEB. 1948 PADULI<br />

Lebt in Rom, Mailand und Benevento.<br />

DISCO<br />

Terracotta, emailliert.<br />

Durchmesser: 120 cm.<br />

Italien, 2008.<br />

Beigegeben ein Echtheitszertifikat des Künstlers.<br />

Zusammen mit Francesco Clemente, Enzo Cucchi,<br />

Nicola De Maria und Sandro Chia gehört Mimmo<br />

Paladino zu den Vertretern der Transavanguardia, einer<br />

italienischen Kunstbewegung, die in der zweiten<br />

Hälfte der 1970er Jahre von Achille Bonito Oliva mit<br />

dem Ziel initiiert wurde, die abstrakt-konzeptuelle<br />

Sprache der Neo-Avantgarde durch eine Rückkehr zur<br />

Tradition und zu einer Figuration mit expressionistischen<br />

Zügen zu überwinden, die Malerei, Farbe und<br />

Technik bevorzugt und diese Merkmale in die Gegenwart<br />

zurückbringt. In der künstlerischen Forschung<br />

von Mimmo Paladino erinnern die Kunstwerke an ein<br />

geheimnisvolles und primitives Universum, in dem die<br />

Formen in elegante und vereinfachte Zeichen übersetzt<br />

werden. Seine Werke beziehen sich auf ein breites<br />

Spektrum archäologischer, mythologischer und<br />

stilistischer Quellen, darunter ägyptische, etruskische,<br />

griechisch-römische, frühchristliche und romanische<br />

Kunst.<br />

Ausstellung:<br />

„Paladino/Ceramiche“, Museo Internazionale delle<br />

ceramiche di Faenza, Ausstellungskatalog, kuratiert<br />

von Claudia Casali, 25. Mai - 7. Oktober 2012, S. 124.<br />

Bologna, Galleria d‘arte maggiore, Terra Italiana. Paladino,<br />

Leoncillo, Chia, Matta, 18. Januar - 1. April 2014.<br />

Bologna, Palazzo Isolani, Maggiore Design,<br />

22. Januar - 3. Februar 2015. (1410706) (19)<br />

MIMMO PALADINO,<br />

BORN 1948 PADULI<br />

Lives in Rome, Milan and Benevento.<br />

DISCO<br />

Terracotta, enamelled.<br />

Diameter: 120 cm.<br />

Italy, 2008.<br />

Accompanied by certificate of authenticity from the<br />

artist.<br />

Exhibition:<br />

Paladino/Ceramiche, exhibition catalogue, Museo<br />

Internazionale delle ceramiche di Faenza, by Claudia<br />

Casali, 25 May – 7 October 2012, p. 124.<br />

Terra Italiana. Paladino, Leoncillo, Chia, Matta, Galleria<br />

d’arte maggiore Bologna, 18 January – 1 April 2014.<br />

Maggiore Design, Palazzo Isolani, Bologna, 22 January<br />

– 3 February 2015.<br />

€ 18.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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MIMMO PALADINO<br />

GEB. 1948 PADULI<br />

457<br />

MIMMO PALADINO,<br />

GEB. 1948 PADULI<br />

Lebt in Rom, Mailand und Benevento.<br />

DORMIENTE<br />

Terracotta, emailliert.<br />

Höhe: 24,5 cm.<br />

Breite: 63 cm.<br />

Tiefe: 110 cm.<br />

Italien, 2011.<br />

Beigegeben ein Echtheitszertifikat des Künstlers.<br />

Zusammen mit Francesco Clemente, Enzo Cucchi,<br />

Nicola De Maria und Sandro Chia gehört der in Kampanien<br />

geborene Künstler Mimmo Paladino zu den<br />

Vertretern der Transavanguardia, einer italienischen<br />

Kunstbewegung, die in der zweiten Hälfte der 1970er<br />

Jahre von Achille Bonito Oliva mit dem Ziel initiiert<br />

wurde, die abstrakt-konzeptuelle Sprache der Neo-<br />

Avantgarde durch eine Rückkehr zur Tradition und zu<br />

einer Figuration mit expressionistischen Zügen zu<br />

überwinden, die Malerei, Farbe und Technik bevorzugt<br />

und diese Merkmale in die Gegenwart zurückbringt.<br />

In der künstlerischen Forschung von Mimmo Paladino<br />

erinnern die Kunstwerke an ein geheimnisvolles und<br />

primitives Universum, in dem die Formen in elegante<br />

und vereinfachte Zeichen übersetzt werden. Seine<br />

Werke beziehen sich auf ein breites Spektrum archäologischer,<br />

mythologischer und stilistischer Quellen,<br />

darunter ägyptische, etruskische, griechisch-römische,<br />

frühchristliche und romanische Kunst.<br />

MIMMO PALADINO,<br />

BORN 1948 PADULI<br />

Lives in Rome, Milan and Benevento.<br />

DORMIENTE<br />

Terracotta, enamelled.<br />

Height: 24.5 cm.<br />

Width: 63 cm.<br />

Depth: 110 cm.<br />

Italy, 2011.<br />

Accompanied by certificate of authenticity from the<br />

artist.<br />

Exhibition:<br />

Paladino Ceramiche, exhibition catalogue, Museo<br />

Internazionale delle ceramiche di Faenza, by Claudia<br />

Casali, 25 May - 7 October 2012, p. 123.<br />

Terra Italiana. Paladino, Leoncillo, Chia, Matta, exhibition<br />

at Galleria d’arte maggiore, Bologna, 18 January<br />

- 1 April 2014.<br />

€ 18.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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Ausstellung:<br />

„Paladino/Ceramiche“, Ausstellung in Museo Internazionale<br />

delle ceramiche di Faenza, von Claudia Casali,<br />

25. Mai - 7. Oktober 2012, S. 123.<br />

„Terra Italiana. Paladino, Leoncillo, Chia, Matta“, Ausstellung<br />

bei der Galleria d‘arte maggiore, Bologna,<br />

18. Januar - 1. April 2014. (1410705) (19)<br />

zum Größenvergleich<br />

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458<br />

MIMMO ROTELLA,<br />

1918 CATANZARO – 2006 MAILAND<br />

OHNE TITEL<br />

Decollage, 1959<br />

31,5 x 25,5 cm.<br />

In schmaler Holzleiste in verglasten Kasten.<br />

Laut beigefügter Karte der G.A.M. srl, Galleria d´<strong>Art</strong>e<br />

Maggiore, Bologna, ist das vorliegende Werk registriert<br />

im Archiv der Mimmo Rotella Foundation unter<br />

dem Code „1844 DC 959c/00“.<br />

Provenienz:<br />

Atelier Bosi, Rue du Bac, Paris<br />

Privatsammlung, Italien. (1410701) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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459<br />

LOUISE NEVELSON,<br />

1899 KIEV – 1988 NEW YORK<br />

Nevelson lernte 1931 in München während ihres<br />

Studiums bei Hans Hofmann den Kubismus kennen<br />

und arbeitete in den nächsten Jahren zusammen mit<br />

Künstlern wie Hofmann, Diego Rivera und Stanley<br />

William Hayter.<br />

WOMEN IN THE WIND, 1936<br />

Gips, gefasst.<br />

26 x 43 x 27 cm.<br />

Monogrammiert „LN“ und datiert „1936“.<br />

Provenienz:<br />

Privatsammlung, Italien.<br />

Ausstellung:<br />

Faenza, Museo Internazionaele delle Ceramiche di<br />

Faenza, Louise Nevelson, 27. September 1996 -<br />

19. Januar 1997, Nr. 1.<br />

Bolologna, Galleria d‘<strong>Art</strong>e Maggiore, The Body Shame:<br />

La forma del corpo. Da De Chirico ad Allen Jones, da<br />

Paul Delvaux a Louise Nevelson, 5. Juni - 22. Oktober<br />

2023. (1410707) (13)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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99


DAVID LA CHAPELLE<br />

GEB.1963 CONNECTICUT, USA<br />

460<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

GEB. 1963 CONNECTICUT, USA<br />

Der amerikanische Fotograf und Videokünstler David<br />

La Chapelle ist bekannt für seine hyperrealistischen,<br />

stark gesättigten und oftmals kontroversen Portraits<br />

von Prominenten. Im Laufe seiner produktiven Karriere<br />

hat er viele der bekanntesten Gesichter der Popkultur<br />

in einem humorvollen Stil abgelichtet, und die Elemente<br />

des Surrealismus und der Pop-<strong>Art</strong> vereint.<br />

Digital C-Print auf Aluminium.<br />

135 x 101 cm.<br />

Exemplar 1/ 5.<br />

Freigestellt hinter Glas gerahmt.<br />

Nicht geöffnet.<br />

(1411061) (18)<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

BORN 1963 CONNECTICUT, USA<br />

AFTER THE DELUGE: STATUE, LOS ANGELES (2007)<br />

Digital C-Print on aluminium.<br />

135 x 101 cm.<br />

Limited edition 1/ 5.<br />

Framed, freely mounted behind glass.<br />

AFTER THE DELUGE: STATUE, LOS ANGELES (2007) € 40.000 - € 60.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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461<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

GEB. 1963 CONNECTICUT, USA<br />

Der amerikanische Fotograf und Videokünstler David<br />

La Chapelle ist bekannt für seine hyperrealistischen,<br />

stark gesättigten und oftmals kontroversen Portraits<br />

von Prominenten. Im Laufe seiner produktiven Karriere<br />

hat er viele der bekanntesten Gesichter der Popkultur<br />

in einem humorvollen Stil abgelichtet, und die Elemente<br />

des Surrealismus und der Pop-<strong>Art</strong> vereint.<br />

PAMELEA ANDERSON – STARS<br />

Digital C-Print auf Aluminium.<br />

112 x 152 cm.<br />

(1411067) (18)<br />

462<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

GEB. 1963 CONNECTICUT, USA<br />

SAINTS AND SINNERS. NEW YORK. 1999<br />

Digital C-Print auf Aluminium.<br />

155 x 122 cm.<br />

Verso offizieller Studioaufkleber, vom Künstler<br />

signiert, betitelt und datiert, Ed. 2/ 3<br />

(1411068) (18)<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

BORN 1963 CONNECTICUT, USA<br />

SAINTS AND SINNERS. NEW YORK. 1999<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

BORN 1963 CONNECTICUT, USA<br />

PAMELEA ANDERSON – STARS<br />

Digital C-Print on aluminium.<br />

112 x 152 cm.<br />

€ 20.000 - € 30.000 (†)<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Digital C-Print on aluminium.<br />

155 x 122 cm.<br />

Official label by the studio, signed by the artist, titled,<br />

and dated, limited ed. 2/ 3.<br />

€ 30.000 - € 50.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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463<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

GEB. 1963 CONNECTICUT, USA<br />

Der amerikanische Fotograf und Videokünstler David<br />

La Chapelle ist bekannt für seine hyperrealistischen,<br />

stark gesättigten und oftmals kontroversen Portraits<br />

von Prominenten. Im Laufe seiner produktiven Karriere<br />

hat er viele der bekanntesten Gesichter der Popkultur<br />

in einem humorvollen Stil abgelichtet, und die Elemente<br />

des Surrealismus und der Pop-<strong>Art</strong> vereint.<br />

Digital C-Print.<br />

101 x 152 cm.<br />

Edition 2/ 3.<br />

Auf Aluminiumplatte montiert.<br />

(1411064) (19)<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

BORN 1963 CONNECTICUT, USA<br />

FACIAL<br />

Digital C-Print.<br />

101 x 152 cm.<br />

Limited edition no. 2/ 3.<br />

Mounted on aluminium panel.<br />

FACIAL € 30.000 - € 50.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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464<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

GEB. 1963 CONNECTICUT, USA<br />

Der amerikanische Fotograf und Videokünstler David<br />

La Chapelle ist bekannt für seine hyperrealistischen,<br />

stark gesättigten und oftmals kontroversen Portraits<br />

von Prominenten. Im Laufe seiner produktiven Karriere<br />

hat er viele der bekanntesten Gesichter der Popkultur<br />

in einem humorvollen Stil abgelichtet, und die Elemente<br />

des Surrealismus und der Pop-<strong>Art</strong> vereint.<br />

NAOMI CAMPBELL – HAVE YOU SEEN ME?<br />

C-Print.<br />

183 x 231 cm.<br />

Verso etikettiert „David La Chapelle Studio“,<br />

nummeriert „2/ 3“.<br />

In schwarzem Holzrahmen.<br />

(1411066) (19)<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

BORN 1963 CONNECTICUT, USA<br />

NAOMI CAMPBELL – HAVE YOU SEEN ME?<br />

C-Print.<br />

183 x 231 cm.<br />

Labelled “David LaChapelle Studio” on the back,<br />

limited edition no. “2/ 3”.<br />

In black wooden frame.<br />

€ 40.000 - € 60.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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105


465<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

1963 CONNECTICUT, USA<br />

Der amerikanische Fotograf und Videokünstler David<br />

La Chapelle ist bekannt für seine hyperrealistischen,<br />

stark gesättigten und oftmals kontroversen Portraits<br />

von Prominenten. Im Laufe seiner produktiven Karriere<br />

hat er viele der bekanntesten Gesichter der Popkultur<br />

in einem humorvollen Stil abgelichtet, und die Elemente<br />

des Surrealismus und der Pop-<strong>Art</strong> vereint.<br />

Digital C-Print.<br />

152 x 101 cm.<br />

Edition 2/ 3.<br />

(1411065) (19)<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

1963 CONNECTICUT, USA<br />

GISELLE THE FACE<br />

Digital C-Print.<br />

152 x 101 cm.<br />

Limited edition no. 2/ 3.<br />

Mounted on aluminium panel.<br />

GISELLE THE FACE € 20.000 - € 30.000 (†)<br />

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466<br />

MARIO TESTINO,<br />

GEB. 1954<br />

LIZ HURLEY<br />

Fotografie.<br />

155 x 124 cm.<br />

Hinter Plexiglas, in weißem Rahmen.<br />

(14110610) (18)<br />

MARIO TESTINO,<br />

BORN 1954<br />

LIZ HURLEY<br />

Photography.<br />

155 x 124 cm.<br />

Set behind acrylic glass in white frame.<br />

€ 25.000 - € 35.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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107


467<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

1963 CONNECTICUT, USA<br />

Der amerikanische Fotograf und Videokünstler David<br />

La Chapelle ist bekannt für seine hyperrealistischen,<br />

stark gesättigten und oftmals kontroversen Portraits<br />

von Prominenten. Im Laufe seiner produktiven Karriere<br />

hat er viele der bekanntesten Gesichter der Popkultur<br />

in einem humorvollen Stil abgelichtet, und die Elemente<br />

des Surrealismus und der Pop-<strong>Art</strong> vereint.<br />

Digital C-Print.<br />

127 x 127 cm.<br />

Edition 2/ 3.<br />

Auf Aluminiumplatte montiert.<br />

(1411062) (19)<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

1963 CONNECTICUT, USA<br />

AMANDA LEPORE AS LIZ IN RED<br />

Digital C-Print.<br />

127 x 127 cm.<br />

Limited edition no. 2/ 3.<br />

Mounted on aluminium panel.<br />

AMANDA LEPORE AS LIZ IN RED € 30.000 - € 50.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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468<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

1963 CONNECTICUT, USA<br />

Der amerikanische Fotograf und Videokünstler David<br />

La Chapelle ist bekannt für seine hyperrealistischen,<br />

stark gesättigten und oftmals kontroversen Portraits<br />

von Prominenten. Im Laufe seiner produktiven Karriere<br />

hat er viele der bekanntesten Gesichter der Popkultur<br />

in einem humorvollen Stil abgelichtet, und die Elemente<br />

des Surrealismus und der Pop-<strong>Art</strong> vereint.<br />

Digital C-Print.<br />

152 x 101 cm.<br />

Verso auf offiziellem Studioaufkleber handsigniert und<br />

entsprechend identifiziert sowie nummeriert „2/ 3“.<br />

In Aluminium- und Glasrahmen.<br />

(1411063) (19)<br />

DAVID LA CHAPELLE,<br />

1963 CONNECTICUT, USA<br />

AMANDA AS MARILYN IN BLUE<br />

AMANDA AS MARILYN IN BLUE € 30.000 - € 50.000 (†)<br />

Digital C-Print.<br />

152 x 101 cm.<br />

Hand signed on official studio label on the reverse and<br />

respectively identified. Limited edition no. 2/ 3.<br />

Sistrix<br />

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109


469<br />

MICHAEL MÖBIUS,<br />

GEB. 1951 HARTHA<br />

MARILYN BUBBLEGUM<br />

Giclée-Druck auf Leinwand.<br />

168 x 118,5 cm.<br />

Rechts unten signiert, Edition „PP 2/3“.<br />

Freigestellt hinter Plexiglas in schwarzem Rahmen.<br />

(14110612) (18)<br />

MICHAEL MÖBIUS,<br />

BORN 1951 HARTHA<br />

MARILYN BUBBLEGUM<br />

Giclée print on canvas.<br />

168 x 118.5 cm.<br />

Signed lower right, edition “PP 2/3”.<br />

Freely mounted behind acrylic glass in black frame.<br />

€ 15.000 - € 25.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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470<br />

MICHAEL MÖBIUS,<br />

GEB. 1951 HARTHA<br />

BUBBLEGUM-AUDREY<br />

Giclée-Druck auf Leinwand.<br />

170 x 118,5 cm.<br />

Rechts unten signiert, Ed.“pp 2/5“.<br />

Freigestellt hinter Plexiglas in schwarzem Rahmen.<br />

(14110611) (18)<br />

MICHAEL MÖBIUS,<br />

BORN 1951 HARTHA<br />

BUBBLEGUM AUDREY<br />

Giclée print on canvas.<br />

170 x 118.5 cm.<br />

Signed lower right, limited edition “pp 2/5”.<br />

Freely set behind acrylic glass in black frame.<br />

€ 15.000 - € 25.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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111


471<br />

HELMUT NEWTON,<br />

1920 BERLIN – 2004 LOS ANGELES<br />

CYBER WOMAN, AUFLAGE 134/500, 2000<br />

Silbergelatineabzug.<br />

Höhe: 32,5 cm.<br />

Breite: 25 cm.<br />

Auf der Rückseite gestempelt, nummeriert<br />

und datiert.<br />

In elegantem schwarzen Rahmen.<br />

Die Fotografie ist Bestandteil von Helmut Newtons<br />

siebenteiliger „Cyber Women“-Serie, die im Jahr 2000<br />

entstanden ist. Aufgenommen im berühmten Hotel<br />

Chateau Mermont in Los Angeles steht das Werk<br />

exemplarisch für Newtons Bildsprache, die Erotik,<br />

Humor und Dekadenz vereint. Von jedem Foto wurden<br />

insgesamt 500 Exemplare hergestellt; die ersten<br />

100 sind von 1 bis 100 nummeriert und werden in<br />

Mappen zu je 7 Exemplaren präsentiert, die übrigen<br />

losen Exemplare sind von 101 bis 500 nummeriert.<br />

(14116212) (1) (13)<br />

€ 3.000 - € 4.000<br />

Sistrix<br />

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472<br />

HELMUT NEWTON,<br />

1920 BERLIN – 2004 LOS ANGELES<br />

NACKT, IN MEINEM HOTELZIMMER,<br />

MONTECARTINI, 1988<br />

Silbergelatineabzug.<br />

23,5 x 19 cm.<br />

Links oben signiert „Helmut Newton“.<br />

Im Passepartout, hinter Glas gerahmt.<br />

Das Foto zeigt Ernesto Esposito und Frederica della<br />

Volpe. Nicht geöffnet.<br />

(14116213) (1) (10)<br />

€ 2.000 - € 3.000<br />

Sistrix<br />

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113


19TH/20TH CENTURY<br />

P A I N T I N G S


473<br />

SSILJWESTR F. SCHTSCHEDRIN,<br />

1791 – 1830<br />

NAPOLI, RIVIERA DI CHIAIA<br />

Öl auf Leinwand.<br />

45,5 x 67 cm.<br />

Beigegebene eine Expertise von Dr. Ermanno Bellucci,<br />

Ehreninspektor des Ministeriums für Kultur, in Kopie.<br />

Das äußerst fein und detailreich gestaltete Gemälde<br />

stellt, wie die Expertise bestätigt, vermutlich eine von<br />

mehreren Wiederholungen des Originals dar, das in<br />

der renommierten Tretyakov-Galerie zu finden ist, abgebildet<br />

im Katalog bzw. im Tretyakov-Magazine, Ausgabe<br />

4, 2009 sowie 2011.<br />

Die Ansicht von Norden auf den Golf, mit dem Vesuv<br />

im Hintergrund, sehr reicher und akribisch wiedergegebener<br />

Figurenstaffage ist identisch mit der Fassung<br />

in Moskau. In der Expertise werden einige wenige Abweichungen<br />

genannt. Die Abmessungen der beiden<br />

Bilder sind identisch. Der Malstil und die Feinheit in<br />

der Behandlung der Gegenstände ist auch mit sämtlichen<br />

weiteren Werken von Schtschedrin durchaus<br />

vergleichbar.<br />

Der Maler war Sohn eines Bildhauers, der den Posten<br />

eines Rektors an der Akademie von St. Petersburg<br />

innehatte. Auch sein Onkel war Landschaftsmaler, bei<br />

dem er auch Unterricht nahm. 1800 wurde er Akademiemitglied,<br />

dann ausgezeichnet mit einer Großen Goldmedaille.<br />

Nach 1818 ging er im großfürstlichen Auftrag<br />

Romanows nach Neapel und Rom, wo er etliche äußerst<br />

qualitätvolle Landschaften und Stadtansichten<br />

schuf, so auch eine weitere Ansicht der Bucht von<br />

Chiaia in Neapel, 1819, während das vorliegende Motiv<br />

1826 entstand.<br />

SSILJWESTR F. SCHTSCHEDRIN,<br />

1791 – 1830<br />

RIVIERA DI CHIAIA IN NAPLES<br />

Oil on canvas.<br />

45.5 x 67 cm.<br />

Accompanied by an expert’s report by Dr Ermanno<br />

Bellucci, Honorary Inspector of the Ministry of Culture,<br />

in copy.<br />

According to the expert´s report, the very fine and<br />

detailed painting is one of several repetitions of a<br />

painting held at the Tretyakov Gallery, shown in the<br />

catalogue and in the Tretyakov Magazine, Issue 4,<br />

2009 and 2011.<br />

Literature:<br />

L. A. Markina, O dolce Napoli, exhibition catalogue,<br />

Moscow 2011, pp. 32-33.<br />

€ 50.000 - € 70.000<br />

Sistrix<br />

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Literatur:<br />

L.A. Markina, O dolce Napoli, Ausstellungskatalog,<br />

Moskau 2011, S. 32-33. (1410311) (11)<br />

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117


474<br />

KARL KAUFMANN,<br />

GENANNT „J. ROLLIN“<br />

SOWIE „C. VON ERLACH“,<br />

1843 NEUPLACHOWITZ – 1902/05 WIEN<br />

Der Maler war Schüler der Wiener Akademie, bereiste<br />

sowohl den Norden Europas als auch des Öfteren in<br />

Italien, wo zahlreiche seiner Werke entstanden.<br />

VENEZIANISCHE VEDUTE MIT SANTA MARIA<br />

DELLA SALUTE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

69 x 110 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „C. Kaufmann<br />

1894“.<br />

In á jour gearbeitetem, vergoldeten Rahmen mit<br />

Rocaillebesatz.<br />

KARL KAUFMANN,<br />

ALSO KNOWN AS “J. ROLLIN”<br />

AND “C. VON ERLACH”,<br />

1843 NEUPLACHOWITZ – 1902/05 VIENNA<br />

VIEW OF VENICE WITH SANTA MARIA<br />

DELLA SALUTE<br />

Oil on canvas.<br />

69 x 110 cm.<br />

Signed and dated “C. Kaufmann 1894” lower right.<br />

€ 15.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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Breit liegt die Mündung des Canal Grande dar, umliegende<br />

Bauten spiegeln sich teils deutlich in dem<br />

Gewässer, das von Gondeln, Ausflugsbooten und<br />

Handelsschiffen belebt wird – die Dampfschiffe haben<br />

im 19. Jahrhundert auch die Lagunenstadt erobert.<br />

Rechts, sich klar vor dem Horizont abzeichnend, die<br />

Kuppel von Santa Maria della Salute sowie des Punto<br />

della Dogana.<br />

(1410775) (4) (13)<br />

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475<br />

FRANZ RICHARD UNTERBERGER,<br />

1838 INNSBRUCK – 1902 NEUILLY<br />

Der Künstler war ein Tiroler Landschaftsmaler. Nach<br />

seinem Studium an der Akademie der Bildenden<br />

Künste in München war er von 1860 bis 1864 Schüler<br />

der Düsseldorfer Akademie unter Andreas Achenbach<br />

(1815-1910) und später Privatschüler von Oswald<br />

Achenbach (1827-1905). Gegen Ende der 1860er-Jahre<br />

bereiste er auch das südliche Italien, wo er zahlreiche<br />

Gemälde schuf. Die sonnigen Küstenlandschaften der<br />

Adria, aber auch Venedig, wurden für Unterberger<br />

bald zum Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens.<br />

KÜSTENSTÜCK VOR NEAPEL<br />

Öl auf Leinwand.<br />

75 x 146 cm.<br />

Links unten signiert „F.R. Unterberger“.<br />

Ungerahmt.<br />

Küstenstück vor Neapel mit angelandeten Fischerbooten<br />

und sanft an den Sandstrand schwappenden<br />

Wellen. Im Hintergrund die in den dunstigen Wolken<br />

verschwimmenden Umrisse des Vesuv. Das hier angebotene<br />

Gemälde in repräsentativem Format beeindruckt<br />

durch seine strahlende Farbigkeit und die<br />

Übersetzung der mittäglichen Sommerermattung der<br />

neapolitanischen Hafenbevölkerung.<br />

(14014817) (13)<br />

FRANZ RICHARD UNTERBERGER,<br />

1838 INNSBRUCK – 1902 NEUILLY<br />

COASTAL AREA OF NAPLES<br />

Oil on canvas.<br />

75 x 146 cm.<br />

Signed “F.R. Unterberger” lower left.<br />

€ 60.000 - € 90.000<br />

Sistrix<br />

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476<br />

TANCRÈDE DE LA BOUÈRE,<br />

1801 JALLAIS – 1881 LA TRONCHE<br />

KARDINAL IPPOLITO IM PARK DER VILLA<br />

D’ESTE, UM 1840<br />

Öl auf Leinwand.<br />

101,5 x 169,8 cm.<br />

Der Rahmen mit Plakette den Namen des Künstlers<br />

nennend.<br />

In vergoldetem Kehlrahmen.<br />

Tancrède Gazeau de la Bouère beginnt eine militärische<br />

Karriere als Hauptmann im Generalstab während der<br />

Algerien-Expedition im Jahr 1830. Er erwägt auch eine<br />

Karriere als Maler und stellt 1827 auf dem Salon de<br />

Paris eine Ansicht der Pyrenäen aus. Er gehört zur<br />

Generation der reisenden Maler und interessiert sich<br />

besonders für antike archäologische Stätten (Tempel<br />

von Luxor, 1836, Metropolitan Museum of <strong>Art</strong>, New<br />

York) sowie für römische und italienische Landschaften.<br />

Unser Gemälde historisiert den prächtigen manieristischen<br />

Palast der Villa d’Este durch eine belebte Szene<br />

aus dem 16. Jahrhundert. Der Maler stellt den Kardinal<br />

Ippolito d’Este (1509-1572), Gouverneur von Tivoli und<br />

Auftraggeber dieses Meisterwerks von Ligorio, um<br />

einen der Brunnenbecken im Park dar. Reliefartiger<br />

Auftrag der Farben, wodurch die Wasserströme des<br />

Brunnens und die auskragenden Schirmpinien glaubhaft<br />

in den Betrachterraum zu gleiten scheinen.<br />

Anmerkung:<br />

Im Musée des Beaux-<strong>Art</strong>s in Tours wird ein sehr<br />

schönes, ähnlich stimmungsvolles Gemälde des<br />

Künstlers verwahrt (Campagne de Rome, La moisson,<br />

Sammlung des Louvre Paris), das ebenfalls durch<br />

seine Polychromität besticht, die ein aus sich Herausstrahlen<br />

der Ockertöne suggeriert.<br />

Literatur:<br />

Explication des ouvrages de peinture, sculpture, architecture,<br />

gravure et lithographie des artistes vivants,<br />

exposés au Musée Royal le 15 mars 1842, Paris,<br />

Vinchon, 1842, S. 129, Nr. 1080. Dort unter dem Titel:<br />

„Vue prise de la Villa d’Est à Tivoli und mit der Pariser<br />

Wohnadresse des Künstlers, ohne Abbildung.<br />

Vgl. Théophile Lamathière, Panthéon de la Légion<br />

d’Honneur, Bd. X, Paris ohne Datum, S. 193.<br />

Vgl. Christian Omodeo, L’<strong>Art</strong> français et une capitale<br />

en declin? Peindre et exposer à Rome entre 1803 et<br />

1840, Bd. 3, 2011, S. 101-116.<br />

Vgl. H. Join, Notice des peintures, S. 43, Nr. 178.<br />

(1410161) (3) (13)<br />

TANCRÈDE DE LA BOUÈRE,<br />

1801 JALLAIS – 1881 LA TRONCHE<br />

CARDINAL IPPOLITO IN THE PARK OF VILLA<br />

D’ESTE, CA. 1840<br />

Oil on canvas.<br />

101.5 x 169.8 cm.<br />

Literature:<br />

Explication des ouvrages de peinture, sculpture, architecture,<br />

gravure et lithographie des artistes vivants,<br />

exposés au Musée Royal le 15 mars 1842, Paris,<br />

Vinchon, 1842, p. 129, no. 1080.<br />

Listed there under the title: “Vue prise de la Villa<br />

d’Est à Tivoli” with the artist´s Paris address, without<br />

illustration.<br />

cf. Théophile de Lamathière, Panthéon de la Légion<br />

d’Honneur, X, Paris, n.d., p. 193.<br />

cf. Christian Omodeo, L’<strong>Art</strong> français et une capitale<br />

en declin? Peindre et exposer à Rome entre 1803 et<br />

1840, Romantisme, 3, 2011, pp. 101-116.<br />

cf. H. Join, Notice des peintures, p. 43, no. 178.<br />

€ 20.000 - € 25.000<br />

Sistrix<br />

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477<br />

IPPOLITO CAFFI,<br />

1809 BELLUNO – 1866 LISSA<br />

Der Maler erhielt seine Lehre in Beluno sowie bei<br />

seinem Cousin Pietro Paoletti (1801-1847) in Padua.<br />

Ab 1827/29 an der Akademie in Venedig bei Tranquillo<br />

Orsi (1771-1845) und Teodoro Matteini (1754-1831),<br />

bevor er 1832 nach Rom ging, 1839 nach Mailand,<br />

sowie 1840 nach Triest und Venedig. Durch die Kriegswirren<br />

mehrfach inhaftiert, zog er sich 1855 nach<br />

Rom zurück, lebte aber 1858 wieder in Venedig. 1866<br />

befand er sich an Bord eines italienischen Kriegsschiffes,<br />

das in der Seeschlacht von Lissa versenkt<br />

wurde, wo er auch seinen Tod fand. Seinen großen<br />

Erfolg verdankt er 1855 einem seiner Werke auf der<br />

Pariser Weltausstellung. Durch sein patriotisches Engagement<br />

für Italien entstanden zahlreiche Gemälde in<br />

Zusammenhang mit den Freiheitskriegen, wie etwa<br />

„Die Bombardierung Margheras“ durch die österreichische<br />

Armee 1849. Aufgrund seiner hervorragenden<br />

Malqualität und der meist stimmungsvollen Wiedergabe,<br />

zählt Caffi zu den gefragtesten und bedeutensten<br />

Malern des italienischen Realismus.<br />

NÄCHTLICHER KARNEVAL IN ROM<br />

Öl auf Leinwand.<br />

68 x 93 cm.<br />

Rechts unten signiert auf einer Treppenstufe.<br />

Beigegeben eine Expertise von Dr. Annalisa Scarpa,<br />

vom 26. Februar 2020, in Kopie.<br />

„I moccoletti“ – die letzte Stunde im Karneval. Das<br />

imposante Gemälde dokumentiert den letzten Höhepunkt<br />

des römischen Karnevals in der Nacht des Faschingsdienstags,<br />

an dem die gesamte Bevölkerung<br />

der Stadt kostümiert und mit Masken teilgenommen<br />

hat. Als „moccoletti“ wurden die Laternen oder Lichter<br />

bezeichnet, die jeder mit sich führte. Das traditionelle<br />

Spiel bestand in dieser letzten Karnevalsstunde<br />

aus dem Versuch eines jeden, das Licht eines anderen<br />

zu löschen, der dann die Maske abzunehmen<br />

hatte, was nicht selten zu Überraschungen führte. Vor<br />

allem den Corso füllte ein Lichterstrom von tausenden<br />

Laternen und Lampions, wie hier gezeigt.<br />

Diese jährlich einmalige Situation hat den 1835 aus<br />

Belluno nach Rom gezogenen Maler verständlicherweise<br />

derart angeregt, dass er im Laufe der Jahre um<br />

1840 nicht weniger als etwa vierzig solcher Ansichten<br />

schuf, manche sind bislang noch nicht aufgetaucht.<br />

Die erste Version entstand 1837. Er selbst hat sich<br />

schriftlich anlässlich der Ausstellung des ersten solchen<br />

Werkes in der Akademie schriftlich geäußert. In<br />

seinem Brief an Antonio Tessari vom 14. August 1837<br />

hat er seine überwältigenden Eindrücke beschrieben,<br />

wie jedes Fenster erleuchtet und mit Teppichen geschmückt<br />

war, Prunkkarossen und Fahnen sich durch<br />

die Menschenmenge schoben.<br />

Bemerkenswert ist, dass Caffi keines seiner Bildwiederholungen<br />

identisch schuf. Jedes dieser Gemälde<br />

weist erstaunlicherweise völlig neue Aspekte und Detailbeobachtungen<br />

auf. Der Zeitgenosse Caffis, Pietro<br />

Selvatico, bemerkte das bereits 1841.<br />

Hier im Bild hat Caffi eine stimmungsbedingte Steigerung<br />

erzeugt – vom dunkler gehaltenen Vordergrund<br />

mit den kostümierten, zum Teil orientalisch gekleideten<br />

Festteilnehmern – bis hin zu einem turbulenten Aufleuchten<br />

in der Mitte des Geschehens. Der Maler vermochte<br />

die Dramatik der letzten Nacht des Festes<br />

überzeugend zu veranschaulichen, mit einem im Hintergrund<br />

zum Festabschluss aufspritzenden Feuerwerk.<br />

Caffi, der seine Ausbildung an der Akademie Venedig<br />

erhielt, wechselte häufig seine Wirkungsorte, wie<br />

Mailand, Triest, Venedig, Neapel oder eben Rom. 1843<br />

folgten Orientreisen, 1848 beteiligte er sich am Unabhängigkeitskrieg<br />

gegen Österreich unter Garibaldi. 1849<br />

entstand seine „Bombardierung Margheras“, wobei<br />

er hier den Feuerschein in der Nacht des 24. Mai dokumentierte.<br />

1866 fand er den Tod als Kriegsmaler auf<br />

dem Schiff Re d‘Italia, das bei Lissa versenkt wurde.<br />

(1411054) (11)<br />

IPPOLITO CAFFI,<br />

1809 BELLUNO – 1866 LISSA<br />

NOCTURNAL CARNIVAL IN ROME<br />

Oil on canvas.<br />

68 x 93 cm.<br />

Signed on step lower right.<br />

Accompanied by an expert‘s report by Dr Annalisa<br />

Scarpa, dated 26 February 2020, in copy.<br />

“I moccoletti” shows the last hour of the carnival. The<br />

impressive painting documents the last climax of the<br />

Roman carnival on the night of Shrove Tuesday, in<br />

which the entire population of the city participated in<br />

costumes and wearing masks.<br />

€ 170.000 - € 200.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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478<br />

FRANCESCO ZANIN,<br />

UM 1824 – 1884 VENEDIG, ZUG.,<br />

ZWISCHEN 1851 – 1888 IN VENEDIG TÄTIG.<br />

Der Maler wurde aufgrund seiner beliebten und qualitätvollen<br />

Bilder der „Canaletto des 19. Jahrhunderts“<br />

genannt.<br />

Gemäldepaar<br />

GONDEL–REGATTA AUF DEM CANAL GRANDE<br />

sowie<br />

FESTSCHIFF MIT ORIENTALISCH GEKLEIDETER<br />

BESATZUNG ANLÄSSLICH DER REGATTA<br />

Öl auf Leinwand.<br />

28 x 41,5 cm.<br />

Das Gegenstück zeigt eine weitere Situation des Festereignisses,<br />

jedoch im Kanalverlauf bereits näher der<br />

Dogana. Hier bildet eine geschmückte Barke das<br />

Hauptaugenmerk. Die Personen darin sind orientalisch<br />

gekleidet, unter türkischen Baldachinschirmen, Bug und<br />

Heck mit großem, federartigen Schmuck versehen. Ob<br />

es sich um verkleidete Venezianer handelt, oder um<br />

orientalische Besucher des Festes, muss offenbleiben.<br />

Das Gemälde entspricht weitgehend einer Ansicht<br />

Zanins mit denselben Gebäudeansichten, jedoch<br />

ohne die Festbarke und die ausgehängten Teppiche an<br />

den Fenstern (Auktion Christie‘s September 2016).<br />

(1410692) (11)<br />

Das erstgenannte Bild dokumentiert eine Gondel-<br />

Regatta, auf dem Canal Grande, gerahmt von Palazzi,<br />

mit einer eine Unzahl von Personen sowie geschmückten<br />

Barken. Die Aufmerksamkeit gilt den nach hinten<br />

ziehenden Gondeln, die um die Wette rudern. Den<br />

unteren Bildrand hat der Maler geschickt mit Kähnen<br />

belebt.<br />

In der Vedutenmalerei Venedigs ist dieses Thema selten<br />

dokumentiert worden. Seit 1315 fanden jährlich am 2.<br />

Februar, dem Fest der „Purificatione della Vergine“<br />

diese Regatten statt, beginnend an der Punta di Sant‘<br />

Antonio bis hin zu Santa Croce. Eine vergleichbare<br />

Sicht auf das Ereignis findet sich im Stichwerk von<br />

Visentini (Museo Diocesano Tridentino); ein Ölgemälde<br />

von Canaletto desselben Inhalts befindet sich in der<br />

Royal Trust-Collection London.<br />

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FRANCESCO ZANIN,<br />

CA. 1824 – 1884 VENICE, ATTRIBUTED<br />

A pair of paintings<br />

GONDOLA REGATTA ON THE GRAND CANAL<br />

and<br />

FESTIVAL BOAT WITH CREW IN ORIENTAL<br />

ATTIRE ON THE OCCASION OF THE REGATTA<br />

Oil on canvas.<br />

28 x 41.5 cm.<br />

€ 26.000 - € 28.000<br />

Sistrix<br />

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129


479<br />

GIUSEPPE PONGA,<br />

1856 CHIOGGIA – 1925 VENEDIG, ZUG.<br />

VEDUTE MIT DOGENPALAST UND PIAZETTA<br />

Öl auf Leinwand.<br />

117 x 196 cm.<br />

Rahmen mit den Namen des genannten Künstlers<br />

nennender Plakette.<br />

In ornamental verziertem, vergoldeten Rahmen.<br />

Ruhig liegt die Mündung des Canal Grande vor dem<br />

Betrachter und in flottem Pinselduktus ist nicht nur<br />

die hinten abschließende Kirche Santa Maria Salute<br />

und die gegenüber liegende Piazetta mit der Markusund<br />

Georgssäule, sondern auch der Dogenpalast mit<br />

einer reichen Figurenstaffage, die in ihrer teils tänzelnden<br />

Bewegtheit dem Pinselstrich des bekannten<br />

Malers entspricht.<br />

(14007617) (13)<br />

GIUSEPPE PONGA,<br />

1856 CHIOGGIA – 1925 VENICE, ATTRIBUTED<br />

VIEW OF THE DOGE‘S PALACE AND PIAZZETTA<br />

IN VENICE<br />

Oil on canvas.<br />

117 x 196 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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480<br />

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,<br />

1762 PALMANOVA – 1844 MAILAND<br />

Der Künstler war ein italienischer Maler des Klassizismus,<br />

er studierte in Brescia und befasste sich mit<br />

dem Werk von Girolamo Romanino (1484/87-1562).<br />

Später zog er nach Venedig und setzte sein Kunststudium<br />

unter Giovanni Antonio Canal (1697-1768)<br />

fort. Von 1834 bis 1838 unternahm er eine Reihe von<br />

Reisen, die ihn u. a. nach Florenz, Rom, Neapel und<br />

Paestum führten. Mit seinen Venedigveduten begründete<br />

Bison ein kommerzielles Genre, um der Nachfrage<br />

von Touristen und Sammlern nachzukommen. Neben<br />

zahlreichen Venedigansichten schuf er auch idyllische<br />

Fantasielandschaften. Dabei ist die Vielfalt seiner Themen<br />

sowie die hohe Qualität seiner Bildproduktion<br />

hervorzuheben. Im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts<br />

arbeitete er mit dem Architekten Gian Antonio<br />

Selva zusammen, so etwa für die Dekorationen des<br />

inzwischen nicht mehr existierenden Palazzo Bottoni di<br />

Ferrara und dem Casino Soderini in Treviso. Er studierte<br />

Werke von Guardi und Gian Domenico Tiepolo (1727-<br />

1804), wirkte auch als Freskant in Venedig, begab sich<br />

nach Treviso, Padua und Triest, 1833 schließlich nach<br />

Mailand, wo er bis zu seinem Lebensende blieb.<br />

ANKUNFT DES FRANZÖSISCHEN BOTSCHAFTERS<br />

Öl auf Kupfer.<br />

20 x 27,5 cm.<br />

In vergoldetem, ornamentreliefierten Rahmen.<br />

Beigegeben ein Gutachten von Dario Succi, Gorizia,<br />

ohne Datum, in Kopie. Von diesem der Hand des genannten<br />

Künstlers zugeordnet.<br />

Am 5. November 1726 erreichte der Französische<br />

Botschafter König Ludwig XV, Jacques-Vincent Languet,<br />

Comet de Gergy (1675-1734) Venedig und blieb<br />

bis zum 28. Oktober 1731 in der Stadt. Ganz im Vordergrund<br />

sind die vergoldeten und aufwändig mit<br />

Schnitzwerk verzierten Gondeln des Botschafters zu<br />

erkennen. Die bedeutendsten Bauwerke Venedigs<br />

ließen sich damit ins Bild bringen: der Dogenpalast<br />

rechts mit der anschließenden Piazzetta und den beiden<br />

Säulen, die Bibliothek des Sansovino, aber auch die am<br />

gegenüberliegenden Ufer des Canal Grande stehende<br />

Kirche Santa Maria della Salute. Diese Gebäude rahmen<br />

die fast unüberschaubare Menge der Figuren und<br />

heranziehenden Gondeln, aber auch großen Segelschiffen,<br />

die die Anwesenheit von Besuchern aus<br />

weiterer Ferne andeuten. Das Gemälde basiert, wie<br />

auch eine weitere Wiederholung, die sich 1939 in der<br />

Sammlung Dimitri Tziracopoulo in Berlin befand, auf<br />

einem Gemälde von Canaletto, das 1727 als Auftragsarbeit<br />

des Botschafters entstand, in den Besitz der<br />

Zarin Katharina II gelangte und sich nun in der Eremitage<br />

St. Petersburg befindet.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Susan Tipton, Diplomatie und Zeremoniell in<br />

Botschafterbildern von Carlevarijs und Canaletto,<br />

RIHA Journal 0008, 01. Oktober 2010.<br />

(1411251) (3) (13)<br />

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,<br />

1762 PALMANOVA – 1844 MILAN<br />

THE ARRIVAL OF THE FRENCH AMBASSADOR<br />

Oil on copper.<br />

20 x 27.5 cm.<br />

Accompanied by an expert‘s report by Dario Succi,<br />

Gorizia, n.d., in copy. Succi identifies the artist as<br />

the creator of this painting.<br />

Literature:<br />

cf. Susan Tipton, Diplomatie und Zeremoniell in<br />

Botschafterbildern von Carlevarijs und Canaletto,<br />

RIHA Journal 0008, 1 October 2010.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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131


481<br />

GIUSEPPE BORSATO,<br />

1774 VENEDIG – 1849 EBENDA, ZUG.<br />

Der in Venedig zunächst als Bühnenbildner und Dekorationsmaler<br />

gearbeitet hatte, auch für das Teatro La<br />

Fenice, verlegte sich alsbald auf die Vedutenmalerei,<br />

wobei er in der späten Stilnachfolge des älteren Canaletto<br />

wirkte. Etliche seiner Werke, wie etwa „Molo di<br />

San Marco sotto la neve“ (Pinacoteca di Brescia) von<br />

1833, gelangten auch in öffentliche Sammlungen, wie<br />

das Musée Marmotton, Paris. Weitere Werke seiner<br />

Hand befinden sich in verschiedenem Besitz, darunter<br />

der Kirche San Maurizio, die Sta. Chiara, im Salon Napoleonico<br />

oder im Museo Correr.<br />

VENEDIGVEDUTE MIT MARKUSPLATZ<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

73 x 118 cm.<br />

Verso mit wohl übertragener Signatur und Datierung<br />

„1848“.<br />

In vergoldetem Kehlrahmen.<br />

Die Ansicht ist von der Kanalseite her gegeben.<br />

Mächtig erscheint die flächige Fassade des Dogenpalastes<br />

ins Bild gerückt, im Hintergrund der Platztiefe<br />

die Markuskirche und der danebenstehende Glockenturm.<br />

Campanile und Säulen fungieren, in dem vorliegenden<br />

Gemälde, geschickt positioniert, als kompositionelles<br />

Gegengewicht. Bemerkenswert ist die<br />

Präsentation der Fassadenfläche des Palastes, wodurch<br />

die Säulenarkaden, die Rasterdekoration und<br />

Quadratur des Obergeschoßes in seltener Genauigkeit<br />

und Präzision wiedergegeben werden. Links die größtenteils<br />

verschattete Bibliotheca, auf der Piazetta<br />

reich ausgestaltete Personenstaffage nebst Tauben,<br />

den Hintergrund horizontal abschließend der Torre dell‘orologio,<br />

der bereits in den letzten Jahren des 15.<br />

Jahrhunderts errichtet wurde. Die Figuren auf dem<br />

Gemälde machen deutlich, dass Borsato vor allem<br />

auch als Szenograph und Bühnenbildner etwa für das<br />

Teatro La Fenice Berühmtheit erlangte.<br />

(1411231) (13)<br />

GIUSEPPE BORSATO,<br />

1774 VENICE – 1849 IBID., ATTRIBUTED<br />

VIEW OF VENICE WITH SAINT MARK‘S SQUARE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

73 x 118 cm.<br />

€ 40.000 - € 60.000<br />

Sistrix<br />

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133


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482<br />

ANTONIO MANCINI,<br />

1852 ALBANO LAZIALE – 1930 ROM<br />

Der Maler zählt zu den bedeutendsten Künstlern der<br />

italienischen <strong>Modern</strong>e. Nach lobendem Urteil über<br />

seine Jugendzeichnungen durch Domenico Morelli<br />

(1823-1901) wurde er bereits mit zwölf Jahren an<br />

der Kunstakademie in Napoli aufgenommen. Bereits<br />

18-jährig stellte er unter großem Beifall im Salon du<br />

Paris aus. Mancini war Mitglied der Verismo-Bewegung.<br />

Er begab sich 1877 nach Frankreich, wo er<br />

Édouard Manet (1832-1883) und Edgar Degas (1834-<br />

1917) kennenlernte, später war er eng befreundet mit<br />

John Singer Sargent (1856-1925) in London.<br />

PORTRAIT EINES ITALIENISCHEN JUNGEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

67 x 50 cm.<br />

Rechts unten signiert „A. Mancini“.<br />

In dekorativem teilvergoldetem Rahmen.<br />

Vor einem Hintergrund in diversen rötlichen Farbtönen<br />

das Halbbildnis eines Jungen mit schwarzem<br />

breitem Hut, der neben weißen Federn mit goldenen<br />

Anhängern verziert ist. Er trägt eine dunkle Jacke mit<br />

weißem Spitzentuch um den Hals und Spitze am Armende<br />

der Jacke. In seiner linken Hand hält er eine<br />

<strong>Art</strong> Bambusstock. Er hat ein gebräuntes Gesicht, einen<br />

leicht geöffneten Mund und mit seinen glänzenden<br />

dunklen Augen schaut er seitlich aus dem Bild<br />

heraus. Das Bildnis vorgeführt in virtuoser, stark pastoser,<br />

dem Impressionismus naher Pinselführung,<br />

eine flirrende Atmosphäre vermittelnd.<br />

Der Maler zählt zu den bedeutendsten Künstlern der<br />

italienischen <strong>Modern</strong>e. Nach lobendem Urteil über<br />

seine Jugendzeichnungen durch Domenico Morelli<br />

(1823-1901) wurde er bereits mit zwölf Jahren an der<br />

Kunstakademie in Napoli aufgenommen. Bereits<br />

18-jährig stellte er unter großem Beifall im Salon du<br />

Paris aus. Mancini war Mitglied der Verismo-Bewegung.<br />

Er begab sich 1877 nach Frankreich, wo er<br />

Édouard Manet (1832-1883) und Edgar Degas (1834-<br />

1917) kennenlernte, später war er eng befreundet mit<br />

John Singer Sargent (1856-1925) in London.<br />

(1411695) (18)<br />

ANTONIO MANCINI,<br />

1852 ALBANO LAZIALE – 1930 ROME<br />

PORTRAIT OF AN ITALIAN BOY<br />

Oil on canvas.<br />

67 x 50 cm.<br />

Signed “A. Mancini” lower right.<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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483<br />

VENEZIANISCHER MALER,<br />

IN DER ART DES GIOVANNI ANTONIO CANAL<br />

VEDUTE VON VENEDIG MIT DEM MARKUSBECKEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

49,5 x 98,5 cm.<br />

Malerischer Blick über den Canal Grande mit wenigen<br />

Booten auf das belebte Ufer mit dem Dogenpalast,<br />

dem Markusdom und dem Campanile unter hohem<br />

hellblauen Himmel mit nur wenigen Wolken.<br />

(1411144) (3) (18)<br />

SCHOOL OF VENICE,<br />

IN THE STYLE OF GIOVANNI ANTONIO CANAL<br />

VIEW OF VENICE WITH SAINT MARK’S BASIN<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

49.5 x 98.5 cm.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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135


484<br />

FRANCESCO ZANIN,<br />

UM 1824 – 1884 VENEDIG, ART DES<br />

VENEDIG – DIE ABFAHRT DES BUCINTORO<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

39 x 55 cm.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Blick von erhöhtem Standpunkt auf Venedig mit der<br />

Abfahrt des Bucintoro von San Marco zu Wasser nach<br />

San Nicolò del Lido mit großer, festlichen Begleitung. Im<br />

Vordergrund am Ufer zahlreiche, vornehm gekleidete<br />

Figuren, das prachtvolle Schiff des Dogen und die zahlreichen,<br />

mit Figuren besetzten Gondeln, die es begleiten<br />

betrachtend. Detailreiche Malerei unter hohem<br />

blau-grauem Himmel.<br />

Anmerkung:<br />

Die Darstellung dürfte sich auf Christi Himmelfahrt<br />

beziehen, auf den Tag, an dem der Doge mit seinem<br />

gold glänzenden Staatsschiff, auch „Goldene Barke“<br />

genannt, traditionell den Molo verlässt, um auszufahren,<br />

um die symbolische Hochzeit von Venedig<br />

und dem Meer zu zelebrieren.<br />

(14111410) (3) (18)<br />

€ 8.000 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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485<br />

ANTONIETTA BRANDEIS,<br />

1849 MISCOCON, GALIZIEN – 1910 VENEDIG,<br />

Antonietta Brandeis studierte in Prag und ab 1867<br />

als erste Frau an der Akademie in Venedig bei Michelangelo<br />

Grigoletti (1801-1870). Sie blieb in Italien wohnen<br />

und malte überwiegend Veduten verschiedener<br />

italienischer Städte.<br />

Gemäldepaar<br />

VENEDIGVEDUTEN<br />

Öl auf Holz.<br />

22 x 32 cm.<br />

Rechts unten signiert „ABrandeis“ (in Ligatur).<br />

In gekehltem Rahmen.<br />

Blick auf die Kirche Santa Maria della Salute über den<br />

Canal Grande auf die Punta della Dogana, die sich an<br />

der Spitze der Insel Dorsoduro befindet. Gut zu erkennen<br />

der Turm, an dessen Spitze die Skulptur der Erdkugel<br />

steht. Dahinter die Kirche Santa Maria della<br />

Salute mit ihrer mächtigen Kuppel. An der Anlage<br />

selbst haben, auf dem ruhigen Wasser mit zahlreichen<br />

Spiegelungen, einige Boote und eine Gondel angelegt.<br />

Harmonische Malerei in weicher Farbgebung<br />

unter hohem, sommerlich blauen Horizont. Das andere<br />

Gemälde führt den Blick über das ruhige Wasser des<br />

Canal Grande mit einer Gondel auf die Chiesa di San<br />

Giorgio mit dem hohen, rötlichen Glockenturm.<br />

(1410211) (13)<br />

€ 6.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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486<br />

GIOVANNI GRUBACS,<br />

1829 VENEDIG – 1919 POLA<br />

Mit Giovanni Grubacs entwickelte sich die Vedutenmalerei<br />

in Venedig fort, welche bereits Jahrhunderte<br />

vorher begann. Grubacs hatte sich auf gemalte Ansichten<br />

Venedigs spezialisiert und wurde dafür gefeiert.<br />

Geprägt wurde er vor allem durch Maler wie Francesco<br />

Guardi (1712-1793) und Canaletto (1697-1768) und<br />

übersetzte die Vedutenmalerei seiner Vorgänger in<br />

den Geschmack des 19. Jahrhunderts.<br />

Gemäldepaar<br />

BLICK AUF DEN DOGEN PALAST<br />

und<br />

DIE SEUFZERBRÜCKE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

Je 23,3 x 17,7 cm.<br />

Eines links unten signiert.<br />

In vergoldeten, geschnitzten Holzrahmen.<br />

Seitlicher Blick auf den berühmten Dogenpalast mit<br />

flanierenden Figuren, sowie auf die sonnenbeschienene<br />

Seufzerbrücke unter hellblauem Himmel mit<br />

eleganten Herren mit Zylinder und Damen in langen<br />

Kleidern mit Biedermeier-Strohhut. Malerische Ansichten<br />

in der typischen Manier des bekannten Künstlers.<br />

(1411051) (18)<br />

GIOVANNI GRUBACS,<br />

1829 VENICE – 1919 POLA<br />

A pair of paintings<br />

VIEW OF THE DOGE’S PALACE<br />

and<br />

BRIDGE OF SIGHS<br />

Oil on canvas.<br />

23.3 x 17.7 cm each.<br />

One signed lower left.<br />

€ 18.000 - € 20.000 (†)<br />

Sistrix<br />

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137


487<br />

HEINRICH KARL JÄCKEL,<br />

TÄTIG 1842 – 1876<br />

VEDUTE VON VENEDIG MIT DER RIALTOBRÜCKE<br />

HEINRICH KARL JÄCKEL,<br />

1840 – 1876<br />

VIEW OF VENICE WITH RIALTO BRIDGE<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

81 x 121 cm<br />

Rechts unten signiert „Henry. Jaeckel“.<br />

In Prunkrahmen.<br />

Das Gemälde ist das Werk eine Malers mit deutlich<br />

romantisch-traditionalistischer Prägung. Im Zentrum<br />

die noch im Schatten liegende, berühmte Rialtobrücke<br />

über dem Canal Grande. Rechts das belebte<br />

Ufer mit zahlreichen Figuren, darunter einige Händler,<br />

die ihre Waren anbieten. Zudem führen einige Treppenstufen<br />

zu den am Ufer ankernden Booten und einer<br />

Gondel. Unter der Brücke hindurch geht der Blick auf<br />

prachtvolle, von der Sonne beschienene Gebäude der<br />

Stadt. Malerische, stimmungsvolle und detailreiche<br />

Darstellung in der Manier des Künstlers.<br />

(1410641) (18)<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

81 x 121 cm<br />

Signed “Henry. Jaeckel” lower right.<br />

€ 23.000 - € 28.000<br />

Sistrix<br />

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139


488<br />

FRANZ XAVER WINTERHALTER,<br />

1805 MENZENSCHWAND/ SCHWARZWALD –<br />

1873 FRANKFURT AM MAIN<br />

PORTRAIT DER EUGENIE, VISCOUNTESS ESHER,<br />

GEB. MAYER (1814 – 1904)<br />

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.<br />

65,4 x 54 cm (im Hochoval).<br />

Links mittig signiert, ortsbezeichnet und datiert<br />

„F Winterhalter. Paris 1852.“.<br />

In hochovalem, vergoldeten Prunkrahmen.<br />

Vor neutralem beigen, von unten nach oben aufhellendem<br />

Hintergrund das bezaubernde Halbportrait der<br />

jungen Frau, mit einer dreireihigen, imposanten Perlenkette<br />

um den Hals, die sie zart mit ihrer linken Hand<br />

berüht. Zudem trägt sie ein Armband mit Perlen um<br />

dieses Handgelenk und einen Ring. Sie trägt ein elegantes,<br />

fast schulterfreies Kleid, das nach unten fällt<br />

und mit Armschleife und zarter Spitze ausgestattet<br />

ist. Ihren Kopf mit dem wohlfrisierten schwarzen Haar<br />

mit Mittelscheitel, hat sie leicht geneigt und mit ihren<br />

dunklen Augen blickt sie würdevoll aus dem Bild heraus.<br />

Winterhalter, bekannt für seine Portraits der europäischen<br />

Aristokratie, fängt mit feinen Details und sorgfältiger<br />

Darstellungsweise die Eleganz ein, die zeitlose<br />

Raffinesse seines Themas.<br />

Provenienz:<br />

Christie‘s, 15. Dezember 2022, Lot 151.<br />

William Balliol Brett, 1. Viscount Esher (1815-1899).<br />

FRANZ XAVER WINTERHALTER,<br />

1805 MENZENSCHWAND/ BLACK FOREST –<br />

1873 FRANKFURT ON THE MAIN<br />

PORTRAIT OF EUGENIE, VISCOUNTESS ESHER,<br />

NÉE MAYER (1814 – 1904)<br />

Oil on canvas. Old relining.<br />

In upright oval: 65.4 x 54 cm.<br />

Signed, place name and dated “F Winterhalter.<br />

Paris 1852.” at centre left.<br />

In upright oval, magnificent gilt frame.<br />

Provenance:<br />

Christie’s, 15 December 2022, lot 151.<br />

William Balliol Brett, 1st Viscount Esher (1815-1899).<br />

Notes:<br />

Balliol Brett‘s was not elevated into peerage as Lord<br />

Esher until 1885 and so the painting was originally<br />

known as Portrait of Mrs Balliol Brett. The portrait<br />

was also exhibited under this title in 1853 at the<br />

Royal Academy in London (no. 96), making it one<br />

of only three portraits that Winterhalter exhibited<br />

at the Royal Academy.<br />

€ 50.000 - € 60.000<br />

Sistrix<br />

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Anmerkung:<br />

Baliol Bretts Erhebung in den Adelsstand als Lord<br />

Esher erfolgte erst 1885 und daher war das Gemälde<br />

ursprünglich als Portrait von Mrs Baliol Brett bekannt.<br />

Unter diesem Titel wurde das Portrait auch 1853 in<br />

der Royal Academy in London ausgestellt (Nr. 96)<br />

und war damit eines der drei einzigen Portrait, die<br />

Winterhalter in der Royal Academie ausstellte.<br />

(1410602) (18)<br />

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489<br />

JULES ÉMILE SAINTIN,<br />

1829 LEMÉ – 1894 PARIS<br />

Portrait- und Genremaler der Französischen Schule,<br />

Schüler von Drolling (1789-1851), Archille Jean-Baptiste<br />

und François Edouard Picot (1786-1868). Saintin debütierte<br />

1848 im Pariser Salon, erhielt 1866/ 70 und 1886<br />

Medaillen-Auszeichnungen und wurde in die Ehrenlegion<br />

aufgenommen.<br />

Ganzkörperportrait einer jungen Dame in weißem<br />

Spitzenkleid mit im Schoß zusammengelegten Händen<br />

leicht nach rechts gedreht und dezenter Kropf kette vor<br />

textilem Fond.<br />

(1401536) (13)<br />

JULES-ÉMILE SAINTIN,<br />

1829 LEMÉ – 1894 PARIS<br />

PORTRAIT OF A LADY<br />

Oil on canvas.<br />

117 x 72 cm.<br />

Signed and dated “1888” lower right.<br />

PORTRAIT EINER DAME € 10.000 - € 15.000<br />

Öl auf Leinwand.<br />

117 x 72 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „1888“.<br />

In profiliertem Rahmen.<br />

Sistrix<br />

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490<br />

ADOLPHE ÉTIENNE PIOT,<br />

1850 – 1910, ZUG.<br />

DOUX REPOS (SÜSSE RUHE)<br />

Öl auf Leinwand.<br />

119,5 x 80 cm.<br />

In elegantem vergoldeten Rahmen.<br />

Das Gemälde zeigt ein schlafendes Geschwisterpaar,<br />

im Zentrum leicht nach unten versetzt, das in völliger<br />

Entspannung auf einem roten Samtsessel wiedergegeben<br />

ist, ihre weiße saubere Kleidung belegt ihre<br />

Unschuld. Hinter den beiden ist eine junge Frau dargestellt,<br />

wohl die Mutter, die in Richtung Betrachter<br />

blickt und zum Schweigen ermahnend einen Arm<br />

erhoben hat. Dennoch blickt sie mild und freundlich<br />

auf den Betrachter. Piot studierte Malerei unter Léon<br />

Cogniet (1794-1880) in Paris und stellte ab 1850 auf<br />

dem Pariser Salon auf. Von 1864 bis 1869 lebte er in<br />

New York, zog danach jedoch wieder zurück nach Paris.<br />

Piot war bereits zu Lebzeiten äußerst erfolgreich als<br />

Portraitist der wohlhabenden Pariser und ist besonders<br />

bekannt für seine Portraits junger Frauen. Ab<br />

1870 stellte Piot auf dem Salon auch Genredarstellungen<br />

aus, das vorliegende Gemälde ist eine besonders<br />

anmutige Verquickung der beiden Sujets, zeigt es<br />

doch als Genre die schlafenden Kinder und dahinter<br />

das feine Portrait der jungen Frau. Der starke Kontrast<br />

von hellen und dunklen Farben im Wechsel scheint die<br />

insgesamt ruhige Atmosphäre eher zu unterstützen,<br />

als aufzubrechen. So ist es kaum verwunderlich, dass<br />

er zu den gefragtesten Künstlern seiner Epoche<br />

avancierte.<br />

Provenienz:<br />

The Cooling Galleries, London.<br />

Sotheby‘s New York, Januar 2012, Lot 538.<br />

(14014813) (10)<br />

ADOLPHE ÉTIENNE PIOT,<br />

1850 – 1910, ATTRIBUTED<br />

DOUX REPOS (SWEET REST)<br />

Oil on canvas.<br />

119.5 x 80 cm.<br />

Provenance:<br />

The Cooling Galleries, London.<br />

Sotheby‘s New York, January 2012, Lot 538.<br />

€ 30.000 - € 60.000<br />

Sistrix<br />

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491<br />

RENÉ LELONG,<br />

1871 – 1938<br />

ELEGANTES PAAR AM STRAND VON DEAUVILLE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

61 x 50 cm.<br />

Rechts unten monogrammiert.<br />

Im breiten Rahmen.<br />

Vor dem wolkenreichen Himmel steht ein eleganter<br />

Herr, dieser schaut mit einem Fernglas in die Ferne.<br />

Neben ihm sitzt neugierig eine Dame, die ebenfalls in<br />

die Ferne, außerhalb unserer Sicht, schaut. Im Hintergrund<br />

sind Badende und spielende Kinder. Die detailreiche<br />

Umsetzung der Figuren und deren Bekleidung<br />

gleicht sich mit der raschen und spontanen Umsetzung<br />

des Hintergrunds.<br />

René Lelong war ein bekannter französischer Maler,<br />

Buchillustrator und Plakatkünstler. Stilistisch dem <strong>Art</strong><br />

Nouveau nahe, wandelte sich seine Mal- und Illustrationsweise<br />

später zu einer lichtvollen Wiedergabe des<br />

modernen großstädtischen Lebens, was sich auch in<br />

seinen höchst qualitätvollen Entwürfen für Kunstdrucke<br />

und Werbeillustrationen ausdrückt. Sein volles Können<br />

präsentiert auch das hier vorliegende Gemälde.<br />

(1401489) (19)<br />

€ 6.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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492<br />

FRANÇOIS GAILLIARD,<br />

1861 BRÜSSEL – 1932 SAINT-GILLES, BRÜSSEL<br />

PLACE DE LA BOURSE IN BRÜSSEL<br />

Öl auf Leinwand.<br />

57,5 x 47,5 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „François Gailliard,<br />

Bruxelles 1885“.<br />

In vergoldetem, ornamental reliefierten Rahmen.<br />

Der belgische Künstler studierte an der Académie<br />

Royale des Beaux-<strong>Art</strong>s in Brüssel, wo er unter anderem<br />

James Ensor (1860-1949) und Fernand Khnopff<br />

(1858-1921) kennenlernte. Hier sehen wir den Place<br />

de la Bourse in Brüssel mit dem namensgebenden<br />

Gebäude im Hintergrund, das mächtig über das sich<br />

davor abspielende Geschehen herrscht und sich doch<br />

im dunstigen Licht vornehm vor den sich scharf abzeichnenden<br />

Fahrzeugen, Figuren und Gebäuden ausnimmt.<br />

Das Gebäude von 1873 wurde anstelle des<br />

früheren Marché au Beurre gebaut, welcher selbst<br />

anstelle eines Klosters aus dem 13. Jahrhunderts errichtet<br />

worden war.<br />

(1401488) (13)<br />

FRANÇOIS GAILLIARD,<br />

1861 BRUSSELS – 1932 SAINT-GILLES, BRUSSELS<br />

PLACE DE LA BOURSE IN BRUSSELS<br />

Oil on canvas.<br />

57.5 x 47.5 cm.<br />

Signed “François Gailliard, Bruxelles 1885” lower left.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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145


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493<br />

DELPHIN ENJOLRAS,<br />

1857 COURCOURONNES/ ARDÈCHE –<br />

1945 TOULOUSE<br />

Maler der französischen Schule.<br />

494<br />

CHARLES LOUIS MÜLLER,<br />

1815 – 1892, ZUG.<br />

PORTRAITS VON ELEGANTEN DAMEN<br />

CHARLES LOUIS MÜLLER,<br />

1815 – 1892, ATTRIBUTED<br />

PORTRAITS OF ELEGANT LADIES<br />

DIE JADEPERLEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

73 x 54 cm.<br />

Links unten signiert.<br />

In breitem ornamentverziertem und vergoldetem<br />

Rahmen.<br />

Der Tisch neben einem Kaminsims ist in warmes,<br />

künstliches Licht getaucht, das von einer Tischlampe<br />

mit textilem Schirm ausgeht. Davor eine junge Dame<br />

auf einem Fauteuil sitzend und in einem Spiegel ihre<br />

Jadeperlenkette betrachtend.<br />

(1401485) (13)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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Öl auf Leinwand.<br />

62 x 46 cm.<br />

In breiten dekorativen Rahmen.<br />

Dreiviertelbildnis einer höfischen Dame in einem eleganten<br />

Kleid mit weitem Dekolleté vor frühsommerlichem<br />

Landschaftshintergrund bei untergehendem<br />

Licht. Sie hat ein zartes Inkarnat, leicht gerötete<br />

Wangen und mit ihren Augen schaut sie würdevoll<br />

aus dem Bild heraus. Sie hat schwarzen Haare, hochgebundenen<br />

mit rosafarbener Schleife. Das Gegenstück,<br />

ebenfalls ein Dreiviertelbildnis, stellt ein paar<br />

junge Damen am Balkon vor einer luftigen und sonnigen<br />

Landschaft dar. Eine Dame bindet vorsichtig ein<br />

Blumenbouquet zusammen und ihre Freundin lehnt<br />

sich an ihrer Schulter an und blick ruhig aus dem Bild<br />

heraus.<br />

Die Zugehörigkeit zum Adel könnte durch die wertvollen<br />

Stoffe der Gewänder angedeutet werden. Die<br />

Blumen sind meisterlich wiedergeben und die breite<br />

sowie zarte Farbpalette sorgt für eine lebendige Stimmung.<br />

Charles Müller, der bei zwei berühmten Meistern der<br />

neoklassischen und vorromantischen Malerei, Antoine-<br />

Jean Gros und Léon Cogniet, in die Lehre ging, etablierte<br />

sich als vielseitiges Talent, das gleichzeitig Historien-<br />

und Genremaler, Porträtist und Dekorateur war.<br />

Er schenkt den Gesichtern und dem Ausdruck seiner<br />

Figuren große Aufmerksamkeit. So beginnt er stets mit<br />

umfangreichen Studien der ausdrucksstarken Körperteile,<br />

bevor er sich um die Kleidung und das Dekor<br />

kümmert.<br />

(14014811) (19)<br />

Oil on canvas.<br />

62 x 46 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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147


495<br />

CARLO ARIENTI,<br />

1801 ARCORE DI BRIANZA – 1873 BOLOGNA,<br />

ZUG.<br />

PORTRAIT EINES GEHARNISCHTEN MANNES<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

125 x 90 cm.<br />

In mit reliefierten Blüten verziertem, vergoldetem<br />

Rahmen.<br />

Die Autorschaft des Künstlers wurde gemäß der Einlieferertradition<br />

mündlich durch Prof. Francesco Leone<br />

und Prof. Fernando Mazzocca bestätigt.<br />

Innerhalb einer gotisierenden Architektur mit Passreliefs<br />

und tordierten Säuleneinlagen in Kehlungen<br />

steht die geharnischte Dreiviertelfigur eines Mannes<br />

mit weisender Hand und neben ihm ruhendem Brief,<br />

den er soeben gelesen zu haben scheint. Vermutlich<br />

auf ein literarisches Vorbild Bezug nehmend.<br />

(1411223) (13)<br />

CARLO ARIENTI,<br />

1801 ARCORE DI BRIANZA – 1873 BOLOGNA,<br />

ATTRIBUTED<br />

PORTRAIT OF A MAN IN ARMOUR<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

125 x 90 cm.<br />

According to the tradition of the consignor, the artist‘s<br />

authorship was confirmed verbally by Professor<br />

Francesco Leone and Professor Fernando Mazzocca.<br />

€ 27.000 - € 32.000<br />

Sistrix<br />

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496<br />

GODFRIED EGIDE GUFFENS,<br />

1823 HASSELT – 1901 SCHAERBEEK<br />

Gemäldepaar<br />

HERRSCHERPORTRAITS DES INFANT LUÍS,<br />

HERZOG VON PORTO, DES ZUKÜNFTIGEN<br />

KÖNIGS LUÍS I VON PORTUGAL (1838 – 1889)<br />

sowie<br />

PORTRAIT VON MARIA PIA VON SAVOYEN,<br />

GATTIN LUÍS I VON PORTUGAL (1847 – 1911)<br />

Öl auf Leinwand.<br />

Je 220 x 127 cm.<br />

Jeweils rechts seitlich signiert „Guffens.“<br />

In Prunkrahmen.<br />

Die beiden repräsentativen Ganzkörperportraits jeweils<br />

in einem Innenraum wiedergegeben. Die Darstellung<br />

des Infant Luís, Herzog von Porto findet sich auch auf<br />

einem Gemälde des Malers Jacques François Carabain<br />

(1834-1933) mit Abänderung des Hintergrunds wieder.<br />

Beide Gemälde jeweils oben rechts mit Wappen wiedergegeben.<br />

Luís in einem Innenraum an einem Tisch<br />

mit schwerer roter Brokatdecke und goldenen Fransen<br />

stehend wiedergegeben. Er trägt ein elegantes Gewand<br />

mit flachen schwarzen Schuhen, langen Strümpfen<br />

und weißen Schleifen. Über seinem dunklen Gewand<br />

trägt er eine Ordenskette, eine breite weiße Leibbinde,<br />

in der ein langes Schwert steckt, sowie einen Hermelinmantel,<br />

der reich mit Orden verziert ist. Er trägt eine<br />

dünne Nickelbrille, hat einen Backenbart und mit seinen<br />

glänzenden Augen blickt er aufmerksam seitlich aus<br />

dem Bild heraus. Das Gegenstück zeigt in einem Innenraum<br />

seine stehende Gattin Maria Pia von Savoyen in<br />

einem langen dunkelroten Samtkleid mit weitem<br />

spitzen besetztem Dekolleté und wertvollem Brilliantschmuck.<br />

Um den Hals eine Perlenkette und auf ihrem<br />

Haupt ein wertvolles Diadem. In der Hand ihres rechten<br />

Arms, den sie auf einem barocken Stuhl abstützt, hält<br />

sie einen Fächer und ein Spitzentuch. Sie hat ein feines<br />

Inkarnat und ihr Blick ist aus dem Bild heraus auf den<br />

Betrachter gerichtet. Prachtvolle repräsentative Herrscherbildnisse<br />

König Luís I von Portugal und seiner<br />

Gattin.<br />

(14115111) (18)<br />

GODFRIED EGIDE GUFFENS,<br />

1823 HASSELT – 1901 SCHAERBEEK<br />

A pair of paintings.<br />

RULER PORTRAITS OF INFANTE LUÍS,<br />

DUKE OF PORTO, THE FUTURE KING LUÍS I<br />

OF PORTUGAL (1838 – 1889)<br />

and<br />

PORTRAIT OF MARIA PIA OF SAVOY,<br />

WIFE OF LUÍS I OF PORTUGAL (1847 – 1911)<br />

Oil on canvas.<br />

220 x 127 cm each.<br />

Each signed “Guffens.” lower right.<br />

€ 14.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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497<br />

FRANÇOIS FLAMENG,<br />

1856 PARIS – 1923 EBENDA<br />

Der französische Maler ging in Paris an die École des<br />

Beaux-<strong>Art</strong>s und wurde dort Schüler von Alexandre<br />

Cabanel (1823-1889). 1905 berief man ihn als Dozent<br />

an die Académie des Beaux-<strong>Art</strong>s. Er wurde vielfach<br />

mit Preisen ausgezeichnet.<br />

ELITE-GENDARME DER KAISERLICHEN GARDE<br />

WÄHREND DES ERSTEN KAISERREICHS<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

100 x 73 cm.<br />

Rechts unten signiert „François.Flameng.“<br />

In dekorativem vergoldetem Rahmen mit Plakette mit<br />

Künstlernennung und Betitelung am unteren Rand.<br />

Vor einer teils verschattet liegenden hellen Wand, von<br />

der rechtsseitig ein Eingang mit hoher Holztür erkennbar<br />

ist, über der auf einer steinernen Tafel zu lesen ist<br />

„ETAT-MAJOR QUATIER IMPER...“, ein stehender<br />

Elite soldat in prachtvoller, gelb-rot-blau leuchtender<br />

Uniform mit hoher Kopfbedeckung, hinter ihm an einem<br />

Gurt hängend sein Degen. Er trägt helle Handschuhe<br />

und hat seinen linken Arm auf den Sattel eines neben<br />

ihm stehenden prachtvollen Pferdes gelegt, das seitlich<br />

aus dem Bild herausschaut. Seine rechte Hand hat er<br />

locker auf seine Hüfte gestützt und blickt zur linken<br />

Seite aus dem Bild heraus. Die hinter ihm liegende<br />

Wand teils mit Malerei und Worten bekritzelt. Qualitätvolle<br />

Darstellung des im Ersten Weltkrieg zu einem<br />

der bedeutendsten offiziellen Kriegsmaler Frankreichs<br />

avancierten Künstlers.<br />

(1401486) (18)<br />

FRANÇOIS FLAMENG,<br />

1856 PARIS – 1923 IBID.<br />

ELITE GENDARME OF THE IMPERIAL GUARD<br />

IN THE FIRST EMPIRE<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

100 x 73 cm.<br />

Signed “François Flameng” lower right.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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151


498<br />

MALER DES 19. JAHRHUNDERTS<br />

PORTRAIT EINES ITALIENISCHEN KOMPONISTEN<br />

DES 19. JAHRHUNDERTS<br />

PAINTER OF THE 19TH CENTURY<br />

PORTRAIT OF AN ITALIAN COMPOSER<br />

OF THE 19TH CENTURY<br />

Öl auf Leinwand.<br />

112 x 136 cm.<br />

Links unten signiert und datiert.<br />

Ungerahmt.<br />

In einem Innenraum neben einem Klavier auf einem<br />

Stuhl sitzend, ein elegant gekleideter Mann mit Vollbart<br />

und Brille, der mit seinen dunklen Augen aufmerksam<br />

aus dem Bild blickt. In seiner rechten Hand<br />

hält er einen Federkiel und ist wohl beim komponieren,<br />

worauf die Notenblätter auf das Klavier hindeuten.<br />

Eines von diesen weist die Jahreszahl 1856 auf. Seinen<br />

linken Arm hat er über die Rückenlehne des Stuhls<br />

gelegt und mit halb geöffneter Hand scheint er einen<br />

weißen Hund zu füttern, der auf einem roten Sessel<br />

sitzt, über dem teils ein grünes Tuch liegt. Im Hintergrund<br />

ein von rechts mit Vorhang leicht verdecktes<br />

Bücherbord, in dem ein Buch die Bezeichnung „chant“<br />

(= singen) trägt. Repräsentative Darstellung eines<br />

Komponisten.<br />

(1410604) (18)<br />

Oil on canvas.<br />

112 x 136 cm.<br />

Signed and dated lower left.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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153


499<br />

CARL FRIEDRICH MORITZ MÜLLER,<br />

GENANNT „FEUERMÜLLER“,<br />

1807 DRESDEN – 1865 MÜNCHEN<br />

Seinen Beinamen Feuermüller verdankt der Maler den<br />

Stimmungseffekten, mit denen er seine nächtlichen<br />

Genrebilder in Kerzenbeleuchtung zu tauchen vermochte.<br />

Diese <strong>Art</strong> der Darstellung war in der Malerei<br />

durchaus nicht neu. Bereits im 17. Jahrhundert hatten<br />

die Maler Georges de la Tour oder die Gruppe der<br />

„Candellight“ – Maler, dann auch Gottfried von Schalcken<br />

diese Effekte kultiviert. Im 19. Jahrhundert hat der<br />

gleichaltrige Belgier Pieter van Schendel (1806-1870)<br />

sich ebenfalls nächtlichen Gruppenbildnissen bei<br />

Kerzen licht gewidmet. Jetzt ging es nicht mehr allein<br />

um die raffinierten Lichteffekte, sondern vor allem um<br />

die Dokumentation des Volkslebens, des Genres also.<br />

Müller hatte bereits in Dresden bei seinem Vater,<br />

dann bei Friedrich Matthäi studiert, um als Porträtist und<br />

Kirchenmaler in Zittau zu wirken, zog jedoch alsbald in die<br />

Kunststadt München. Den politischen Ereignissen der<br />

Zeit entsprechend, widmete er sich – wie Defregger<br />

– mit seinen Bildthemen etwa den Tiroler Befreiungskriegen.<br />

So entstand 1834 die „Szene aus dem Tirolerkriege“,<br />

oder 1847 „Andreas Hofer auf der Flucht“.<br />

Müllers Empathie für die durch Politik und die Zeitverhältnisse<br />

zu dieser Zeit stark betroffene Gesellschaft<br />

ist seinen Werken anzusehen. Dies zeigt sich auch in<br />

dem hier vorliegenden Werk, dessen Thematik sich<br />

nahezu versteckt auf einer Schrifttafel am Opferstock<br />

in dieser Kirche offenbart: „Gedenket der Armen!“.<br />

GEDENKET DER ARMEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

139 x 119 cm.<br />

Links unten signiert, ortsbezeichnet „München“ und<br />

datiert „1860“.<br />

In vergoldetem Rahmen mit rundbogigem Abschluss<br />

mit Blütenrelief.<br />

Erst die genauere Betrachtung der Darstellung verrät<br />

uns einiges. Nicht zufällig hat der Maler ein rundbogiges<br />

Format gewählt, das auf den Bildinhalt – nämlich<br />

das Kircheninnere – verweist. Wände und Kanzel zeigen<br />

sich auffallend schlicht. Das entspricht auch dem Habitus<br />

des Predigers, der in brauner Kapuzinerkutte zu<br />

erkennen ist und somit einem Bettelorden angehört.<br />

Die Tafel auf einem Opferstock links mahnt im Halbdunkel<br />

„Gedenket der Armen“. Erst in diesem Zusammenhang<br />

wird deutlich, dass die zum Teil festlich gekleidete<br />

Gemeinde im Raum vielfach im Gegensatz<br />

zu denen steht, die in der mahnenden Predigt gemeint<br />

sind.<br />

Man darf nicht vergessen, dass die Zeit, in der Feuermüller<br />

dieses Bild schuf, durchaus geplagt war von<br />

großen sozialen Verwerfungen. 1859 hat der Österreicher<br />

Ferdinand Georg Waldmüller (1793-1865) sein<br />

berühmt gewordenes Bild „Die Klostersuppe“ geschaffen.<br />

Dort fiel die Gesellschaftskritik heftiger aus.<br />

Feuermüller dagegen bedient sich einer feineren Psychologie.<br />

Jedem Gesicht, jeder Haltung der einzelnen<br />

Figuren ist eine ganz individuelle Reaktion auf die<br />

Mahnungen des Predigers abzulesen. Betroffenheit<br />

liegt im Blick der gut genährten Frau im Bildzentrum,<br />

wohingegen eine in Witwenschwarz Gekleidete links<br />

daneben ein Tränentuch hält. Ein kleines Mädchen<br />

blickt traurig-fragend zu einem Mann mit Schirm unter<br />

dem Arm hoch, vielleicht ihr Großvater, der wohl einiges<br />

erlebt hat. Als weit weniger mitempfindend hat<br />

der Maler einige Männer am rechten Bildrand charakterisiert.<br />

Man mag hineininterpretieren, welche Gedanken<br />

sich hinter diesen Gesichtern verbergen. Eher<br />

kritisches Nachdenken verrät der bärtige Mann am<br />

Fuß der Kanzel. Ein Dorflehrer vielleicht. Völlig mit sich<br />

selbst beschäftigt, und noch fern all dieser Zeitprobleme,<br />

zeigen sich die beiden kleinen Mädchen im Vordergrund,<br />

die ein Heiligenbildchen vors Kerzenlicht<br />

halten, beobachtet von einem Knaben. Derlei Beobachtungen<br />

lassen sich bei sämtlichen der ins Bild gesetzten<br />

Figuren machen, wie etwa auch die Lokalisierung<br />

der Darstellung durch die Trachten, vor allem der<br />

grünen kegelförmigen Hüte, wie sie im Voralpenland<br />

und Tirol anzufinden war.<br />

Das Psychologisieren im Genrebild wurde im 19. Jahrhundert<br />

zum eigentlichen Sinn dieser Bildgattung. Darin<br />

– und keineswegs nur in der realistischen bestaunenswerten<br />

Naturalistik der Lichteffekte – liegt die<br />

Leistung des Malers und die Bedeutung des Bildes.<br />

Anmerkung:<br />

1834 erwarb König Ludwig I von Bayern eine „Szene<br />

aus dem Tiroler Krieg 1809“ (München, Neue Pinakothek,<br />

Inv.-Nr. WAF 691).<br />

Literatur:<br />

Vgl. Horst Ludwig, C.F. M. Müller, in: Bruckmanns<br />

Lexikon der Münchner Kunst (im 19. Jahrhundert),<br />

Bd. 3, S. 189 f.<br />

Vgl. Alexander Rauch, Klassizismus und Romantik,<br />

Europas Malerei zwischen zwei Revolutionen, Köln<br />

2000, S. 318. (14101017) (11)<br />

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CARL FRIEDRICH MORITZ MÜLLER,<br />

ALSO KNOWN AS “FEUERMÜLLER”,<br />

1807 DRESDEN – 1865 MUNICH<br />

REMEMBER THE POOR<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

139 x 119 cm.<br />

Signed, with place name Munich and dated 1860<br />

lower left.<br />

The painter’s nickname “Feuermüller” [Fire Müller]<br />

arose due to the atmospheric effects employed by<br />

him to immerse his nocturnal genre paintings in candlelight.<br />

This type of depiction was by no means a<br />

novelty in painting. Painters such as Georges de la<br />

Tour and the group of “candlelight” painters, and then<br />

Gottfried von Schalcken, had already refined these<br />

effects in the 17th century. In the <strong>19th</strong> century, the<br />

Belgian artist Pieter van Schendel (1806-1870), a contemporary<br />

of Müller, also devoted himself to nocturnal<br />

group portraits by candlelight. From then on, the<br />

depictions were no longer just to show off sophisticated<br />

lighting effects, but more importantly a manifestation<br />

and documentation of popular life, i.e. genre<br />

paintings. It is evident in his works, that Müller displays<br />

empathy for a society heavily affected by the<br />

politics and circumstances of the time. The plaque on<br />

a collection box on the left warns in the semi-darkness:<br />

“Remember the poor”. A reminder, that the artist’s<br />

age was plagued by great social upheaval. During<br />

the <strong>19th</strong> century, the psychological aspect of genre<br />

painting became the true meaning of this genre. This<br />

is the artist’s true accomplishment and the painting’s<br />

importance rather than just the realistic and astonishingly<br />

naturalistic nature of the lighting effects.<br />

Provenance:<br />

In 1834, King Louis I of Bavaria acquired a “Scene<br />

from the Tyrolean War of 1809” (Munich, Neue<br />

Pinakothek, inv. no. WAF 691).<br />

Literature:<br />

cf. Horst Ludwig, C.F. M. Müller, in: Bruckmanns<br />

Lexikon der Münchner Kunst. Münchner Maler im<br />

19. Jahrhundert, vol. 3, p. 189f.<br />

cf. Alexander Rauch, Klassizismus und Romantik,<br />

Europas Malerei zwischen zwei Revolutionen, Cologne<br />

2000, p. 318.<br />

€ 30.000 - € 60.000<br />

Sistrix<br />

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500<br />

EDUARD VON GRÜTZNER,<br />

1846 GROSS-KARLOWITZ BEI NEISSE –<br />

1925 MÜNCHEN<br />

IM KLOSTERKELLER<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

73 x 102 cm.<br />

Links unten signiert „Eduard Grützner“ und datiert<br />

„1878“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Im Inneren eines alten Kellers, zu dem rechtsseitig<br />

durch eine geöffnete Tür einige Treppenstufen hinabführen,<br />

sitzt an ein Weinfass gelehnt ein trunkener,<br />

schlummernder Mönch, der in seiner rechten Hand<br />

noch einen Zinnkrug hält. Neben ihm am Boden mehrere<br />

leere Flaschen. Er wird kritisch beäugt von zwei<br />

stehenden Mönchen in langen hellen Kutten, von denen<br />

einer mit ausgestrecktem Arm besonders auf ihn hinweist.<br />

Im Hintergrund sind weitere Fässer erkennbar.<br />

Feine, erzählerische Genremalerei in der typischen<br />

Manier des bekannten Künstlers.<br />

Literatur:<br />

Laszlo Balogh, Eduard von Grützner 1846-1925.<br />

Ein Münchner Genremaler der Gründerzeit,<br />

Mainburg 1991, S.187, Abb. 216.<br />

(14101016) (18)<br />

EDUARD VON GRÜTZNER,<br />

1846 GROSS-KARLOWITZ NEAR NEISSE –<br />

1925 MUNICH<br />

IM KLOSTERKELLER<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

73 x 102 cm.<br />

Signed and dated “Eduard Grützner.1878.” lower left.<br />

Literature:<br />

Laszlo Balogh, Eduard von Grützner 1846-1925. Ein<br />

Münchner Genremaler der Gründerzeit, Mainburg<br />

1991, p. 187, ill. 216.<br />

€ 30.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

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161


501<br />

EDUARD VON GRÜTZNER,<br />

1846 GROSS-KARLOWITZ BEI NEISSE –<br />

1925 MÜNCHEN<br />

BEMOGELT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

42,5 x 55 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „Ed. Grützner 90“.<br />

In breitem, ornamental verzierten Rahmen.<br />

Darstellung eines holzvertäfelten Innenraumes mit<br />

vier um einen Jogltisch sitzenden Männern beim<br />

Kartenspiel, bei welchem die drei rechten Personen,<br />

wie für den Betrachter gut sichtbar, versuchen, den<br />

Pfarrer zu betrügen, was diesem jedoch – wenn wir<br />

sein Schmunzeln richtig interpretieren – auffällt. Eine<br />

vom Werkverzeichnis abweichende Variante wurde<br />

2018 bei Neumeister in München mit dem falschen<br />

Literaturhinweis verkauft.<br />

Literatur:<br />

Das hier angebotene Gemälde ist aufgeführt im<br />

Werkverzeichnis: László Balogh, Eduard von Grützner,<br />

München 1991, N. 472, S. 216.<br />

Ostini, 1902, S. 85.<br />

Keller & Reiner, Berlin, März 1912, Katalognummer 51<br />

mit Abb. (13907712) (13)<br />

EDUARD VON GRÜTZNER,<br />

1846 GROSS-KARLOWITZ NEAR NEISSE –<br />

1925 MUNICH<br />

BEMOGELT<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

42.5 x 55 cm.<br />

Signed and dated “Ed. Grützner 90” lower right.<br />

Literature:<br />

The painting on offer for sale in this lot is listed in<br />

the catalogue raisonné:<br />

László Balogh, Eduard von Grützner, Munich, 1991,<br />

no. 472, p. 216.<br />

Ostini, 1902, p. 85.<br />

Keller & Reiner, Berlin, March 1912, cat. no. 51 with ill.<br />

€ 30.000 - € 50.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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165


502<br />

BAREND CORNELIS KOEKKOEK,<br />

1803 MIDDELBURG – 1862 KLEVE<br />

Der Künstler war ein niederländischer Landschaftsmaler,<br />

der 1834 nach Kleve kam. 1841 gründete er dort<br />

eine Zeichenakademie. Das Wirken Koekkoeks und<br />

seiner Schüler begründete die Klever Romantik. Er<br />

war Mitglied der Köwniglichen Akademie der bildenden<br />

Künste in Amsterdam und wurde mehrfach<br />

mit Medaillen und Orden ausgezeichnet.<br />

EIN WINTERTAG<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

39,5 x 53 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert<br />

„B:C:Koekkoek 1837“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

BAREND CORNELIS KOEKKOEK,<br />

1803 MIDDELBURG – 1862 KLEVE<br />

A WINTER’S DAY<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

39.5 x 53 cm.<br />

Signed and dated “B:C:Koekkoek 1837” lower right.<br />

Provenance:<br />

Christie´s London, 29 July 2020, lot 26.<br />

€ 35.000 - € 45.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

Unter hohem Himmel mit den ersten gelblichen<br />

Strahlen der aufgehenden Morgensonne, deren Licht<br />

auch auf einen großen schneebedeckten Weg fällt,<br />

der durch ein kleines Dorf verläuft. Im Vordergrund<br />

auf diesem Weg ein junger Mann, der einen Schlitten<br />

mit einem Fass hinter sich herzieht. Rechtsseitig ein<br />

altes verfallenes Gemäuer mit einer dahinterliegenden<br />

Gartenanlage. In der Mitte des Bildes ein von der<br />

Sonne schneebedecktes Haus und eine Kirche, sowie<br />

linksseitig ein verschattet wiedergegebenes Haus mit<br />

einem kleinen zugefrorenen Weiher davor. Die wenigen<br />

Figuren, die das Bild beleben, werfen durch den Lichteinfall<br />

große Schatten. Stimmungsvolle harmonische<br />

Malerei mit gekonnter Licht- und Schattensetzung.<br />

Provenienz:<br />

Christie´s London, 29. Juli 2020, Lot 26.<br />

(1411435) (1) (18)<br />

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167


503<br />

DEUTSCHER MALER DES 19. JAHRHUNDERTS<br />

DIE MAHLZEIT<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

160 x 124 cm.<br />

In breitem, ornamental reliefierten Rahmen.<br />

In einem ruralen Innenraum, der seine Beleuchtung<br />

von einer natürlichen Lichtquelle rechts außerhalb des<br />

Bildraumes empfängt, ein Junge sitzend und seine<br />

Mahlzeit aus einer weiß emaillierten konisch auslaufenden<br />

Schüssel löffelnd. Um ihn angeordnet ein<br />

Hund und eine Katze, deren Interesse dem Inhalt des<br />

Napfes gilt. Minimal besch.<br />

(14015312) (13)<br />

€ 4.500 - € 6.500<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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504<br />

WOUTERUS VERSCHUUR D. Ä.,<br />

1812 AMSTERDAM – 1874 VORDEN<br />

Der für seine Pferdebilder bekannte Verschuur war<br />

schon zu Lebzeiten angesehen, nachdem er bereits<br />

1828 auf der Exhibition of living Masters ausgestellt<br />

hatte und 1832 sowie 1833 jeweils die Goldmedaille für<br />

die jährliche Ausstellung bei Felix Meritis erhielt. Von<br />

seinem Lehrmeister, dem Tiermaler Pieter Gerardus<br />

van Os (1776-1839) hatte er den Bau und Bewegungen<br />

von Pferden bis zur Perfektion aufzuzeichnen erlernt.<br />

Er war auch ein geschickter Hundemaler, daher kommen<br />

diese Tiere auch auf den meisten seiner Gemälde<br />

vor. 1833 wurde er bereits Mitglied der königlichen<br />

Akademie in Amsterdam und 1855 erwarb Napoleon<br />

III auf der Weltausstellung in Paris eines seiner Werke.<br />

WOUTERUS VERSCHUUR THE ELDER,<br />

1812 AMSTERDAM – 1874 VORDEN<br />

RESTING THE HORSES<br />

Oil on panel.<br />

36.5 x 50 cm.<br />

Signed lower left.<br />

€ 20.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

DIE RAST DER PFERDE<br />

Öl auf Holz.<br />

36,5 x 50 cm.<br />

Links unten signiert.<br />

In Louis XV-Stilrahmen.<br />

Inmitten einer hügeligen Landschaft ein baufälliges<br />

Gebäude mit mächtigem Rundbogen, in das ein Mauerwerk<br />

mit reduziertem Rundbogen eingegliedert ist,<br />

was auf den mehrfachen Umbau nach einstiger Pracht<br />

hinweist. Davor zahlreiche Personen mit verschiedenen<br />

Pferden, die das Markenzeichen des Verschuur<br />

sind und in ihrer Vielfalt die Kunst des Niederländers<br />

kennzeichnen.<br />

(1411436) (1) (13)<br />

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169


505<br />

CHARLES HENRI JOSEPH LEICKERT,<br />

1816 BRÜSSEL – 1907 MAINZ<br />

Der Maler zählt neben seinen Lehrern Andreas Schelfhout<br />

(1787-1870), Wijnand Jan Joseph Nuyen (1813-<br />

1839) oder Bartholomäus van Hove (1850-1914) zu<br />

den bekanntesten Landschaftsmalern Hollands im 19.<br />

Jahrhundert. Seine Küstenansichten, Straßenveduten<br />

oder Flusslandschaften, nicht selten mit Windmühlen,<br />

und reicher Figurenstaffage haben ihn weit über sein<br />

Wirkungsgebiet hinaus bekannt gemacht. Seine Feinmalerei<br />

gibt den Bildgegenstand jeweils minutiös<br />

wieder, was gerade im heutigen zeitlichen Abstand<br />

zur Entstehung der Gemälde als bedeutende Dokumentation<br />

gewürdigt werden muss. Neben seinen<br />

bekannten holländischen Winterlandschaften finden<br />

sich nicht wenig authentische Stadtansichten seiner<br />

Heimat, aber vor allem auch der Niederlande. In Den<br />

Haag lebte und arbeitete er in den Jahren 1841 und<br />

1848, und danach verbrachte er dort seinen langen<br />

Aufenthalt von 1849 bis 1883. 1856 wurde er mit der<br />

Mitgliedschaft der Königlichen Akademie von Amsterdam<br />

geehrt. In der Folge bereiste er Frankreich,<br />

Deutschland und Italien.<br />

MARKTTAG IN EINER HOLLÄNDISCHEN STADT<br />

Öl auf Holz.<br />

27 x 21,2 cm.<br />

Rechts unten signiert „Ch Leickert.“.<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Von erhöhtem Standpunkt Blick auf eine gepflasterte<br />

Straße einer Kleinstadt mit Händlern, die ihre Ware<br />

zum Verkauf anbieten und auf spazierende Käufer.<br />

Durch die den Weg flankierenden Häuser ist die Straße<br />

größtenteils verschattet, nur rechts durch einen kleinen<br />

Torbogen strahlt die Sonne hindurch und hebt eine<br />

stehende Frau und eine Dreiergruppe besonders hervor.<br />

Stimmungsvolle Malerei mit vielen Details.<br />

(14110213) (18)<br />

€ 4.800 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

506<br />

ADRIANUS EVERSEN,<br />

1818 AMSTERDAM – 1897 DELFT<br />

Eversen war Schüler von Cornelius Springer und setzte<br />

dessen Themenwahl der Stadtveduten fort. Der neuen<br />

Auffassung der Zeit entsprechend, tritt bei Eversen<br />

jedoch der romantische Aspekt in den Vordergrund,<br />

aber auch das Gesellschaftliche, das Treiben in den<br />

Gassen, wofür die Architektur nun oft als bedeutende,<br />

aber kulissenhafte Rahmung fungiert. Eversen war in<br />

zahlreichen Ausstellungen vertreten, so etwa in den<br />

1860er Jahren in Den Haag und Bremen, 1871 und<br />

1880 in Dresden sowie in Berlin und 1882 in Wien.<br />

WINTERLICHE STADT MIT KIRCHE<br />

Öl auf Mahagoni.<br />

33,4 x 26,2 cm.<br />

Rechts unten ligiertes Monogramm „AE“, links unten<br />

kursiv signiert „A.Eversen“.<br />

Literatur:<br />

Vgl. Pieter Overduin, Adrianus Eversen, 1818-1897.<br />

Schilder van stads – en dorpsgezichten. Een biografie<br />

met een œuvrecatalogus, Wijk en Aalburg 2010.<br />

(1411421) (1) (11)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

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171


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Detailabbildung Lot 507


507<br />

JOHANN NEPOMUK HOECHLE,<br />

1790 MÜNCHEN – 1835 WIEN, ZUG.<br />

Schüler von Ferdinand Kobell in München. Später an<br />

der Wiener Akademie unter Füger und Wutky. Seinen<br />

Ruf erhielt er als Schlachtenmaler, bedingt durch die<br />

Zeitereignisse seines Lebens, bekannt wurde er vor<br />

allem durch seine Gemälde, wie etwa „Die Schlacht bei<br />

Aspern“ von 1809, „Truppenübergang über die Vogesen“<br />

oder „Der Krönungszug der Königin Karoline in<br />

Preßburg“ von 1825. Daneben sind aber auch Zeichnungen<br />

bekannt geworden wie etwa „Das Musi k­<br />

zimmer Beethovens“ in Wien.<br />

JOHANN NEPOMUK HOECHLE,<br />

1790 MUNICH – 1835 VIENNA, ATTRIBUTED<br />

THE BIG FESTIVAL<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

113 x 142 cm.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

DAS GROSSE FEST<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

113 x 142 cm.<br />

In vergoldetem Kehlrahmen.<br />

Eingebettet in eine hügelige Landschaft mit auf einer<br />

Erhebung errichteter Festung eine Bauernschaft mit<br />

weit auseinanderstehenden Häusern und am rechten<br />

Bildrand befindlciher Kirche. Links vor einem Gasthof<br />

unter einer Baumgruppe eine große Ansammlung von<br />

Personen mit Musikanten, tanzenden Paaren, insgesamt<br />

in fröhlich sittsamer Stimmung.<br />

(1411221) (13)<br />

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173


508<br />

HERMAN FREDERICK CAREL TEN KATE,<br />

1822 DEN HAAG – 1891 EBENDA<br />

Der Maler ist bekannt für historistische Genreszenen,<br />

die häufig in die Zeit des 17. Jahrhunderts blicken<br />

lassen. Seine meist vielfigurigen Gemälde weisen eine<br />

Feinmalerei auf, bei der die einzelnen Details, wie<br />

Waffen und Kostüme, aber auch die Gesichter äußerst<br />

akribisch wiedergegeben werden. Stets ist auch ein<br />

inhaltlicher Kontext zu finden, etwa eine Rauferei, eine<br />

militärische Gerichtsverhandlung, oder wie hier im<br />

Bild, die Auseinandersetzung einiger Landsknechtführer<br />

am Tisch, auf dem gesiegelte Dokumente<br />

liegen. Stilllebenartig sind hier zudem Teile einer Eisenrüstung<br />

in den Vordergrund gesetzt. Ten Kate war Schüler<br />

von Cornelis Kruseman, beeinflusst von Ernest<br />

Meissonier, bereiste dann Deutschland, Belgien, Italien<br />

und Frankreich und studierte an der Royal Academy of<br />

<strong>Art</strong> in den Jahren 1841-42.<br />

HERMAN FREDERIK CAREL TEN KATE,<br />

1822 THE HAGUE – 1891 IBID.<br />

THE DEBT COLLECTOR<br />

Oil on panel.<br />

54.5 x 78.5 cm.<br />

Signed and dated “1860” lower left.<br />

The light is cast over several figures, especially on a<br />

Baroque table placed at the centre at which a gentleman<br />

in 17th century attire is sitting and is obviously<br />

about to receive money and objects. Detailed depiction<br />

in a historicizing style.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

DER GELDEINTREIBER<br />

Öl auf Holz.<br />

54,5 x 78,5 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „1860“.<br />

In gekehltem, profilierten und ornamental<br />

reliefierten Rahmen.<br />

In einem großen Raum, dessen Wände in Fachwerk<br />

gestaltet sind und in dessen Ecke ein Rauchfang zu<br />

sehen ist. Links eine Lichtquelle mit bleiverglasten<br />

Fenstern und einer hochgeklappten Holzlade. Das<br />

Licht gleitend auf mehrere Figuren, besonders auf<br />

einen zentral gestellten barocken Tisch, an welchem<br />

ein Herr in Kleidung des 17. Jahrhunderts sitzt und<br />

offensichtlich im Begriff ist Geld und Sachgegenstände<br />

in Empfang zu nehmen. Detaillierte Schilderung in<br />

historisierender Manier.<br />

(1411431) (1) (13)<br />

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175


509<br />

HEINRICH HÖFER,<br />

1825 EISLEBEN – 1878 MÜNCHEN<br />

DER GRUSS AUF DEM EIS<br />

Öl auf Leinwand.<br />

36,5 x 48 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert. Verso mit Stempel<br />

eines Münchener Malmittelherstellers.<br />

In Louis XV-Stilrahmen.<br />

Winterlandschaft mit gefrorenem Gewässer neben<br />

einer Bauernkate. Auf dem Eis ein Pferdekarren haltend,<br />

um Passanten zu grüßen.<br />

(1410133) (13)<br />

€ 8.500 - € 10.000<br />

Sistrix<br />

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510<br />

HEINRICH BÜRKEL,<br />

1802 PIRMASENS – 1869 MÜNCHEN<br />

Der Künstler war ein Maler des Biedermeier, er malte<br />

hauptsächlich Landschaften und Darstellungen aus<br />

dem Volksleben der Alpen. Ab 1824 zählte er zu den<br />

ersten und wichtigsten Mitgliedern des neugegründeten<br />

Münchner Kunstvereins, der das Ausstellen<br />

seiner Bilder unabhängig von der Akademie ermöglichte.<br />

Mehrfach reiste er auch nach Italien und blieb<br />

teilweise bis zu zwei Jahre dort. Zu seinen Freunden<br />

zählten Mitte des 19. Jahrhunderts Carl Spitzweg<br />

(1808-1885) und Adalbert Stifter (1805-1868).<br />

SCHMIEDE IM WINTER, UM 1855/ 60<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

64,5 x 87 cm.<br />

Links unten signiert „HBÜRKEL.“.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Blick von erhöhtem Standpunkt auf eine verschneite<br />

Landschaft mit einem breiten Weg, auf dem ein<br />

Schweinehirt seine Tiere vorantreibt. Rechts des Weges,<br />

vor einer steinigen Anhöhe, ein großes altes Bauernhaus,<br />

das wohl als Schmiede dient, worauf zwei<br />

neben dem Eingang stehende Pferde und zwei Wagenräder<br />

hindeuten. Vor dem Haus der Besitzer im<br />

Gespräch mit drei Musikanten. Rechtsseitig des Hauses<br />

ein zugefrorenes Wasserrad. Darstellung in überwiegend<br />

monochromer Farbigkeit mit hohem grauen<br />

Himmel, der die Kälte des Winters nachvollziehen<br />

lässt.<br />

Literatur:<br />

Hans-Peter Bühler und Albrecht Krückl, Heinrich<br />

Bürkel. Mit Werksverzeichnis der Gemälde,<br />

München 1989, S. 310, Abb. Nr. 705.<br />

(14101313) (18)<br />

HEINRICH BÜRKEL,<br />

1802 PIRMASENS – 1869 MUNICH<br />

A FORGE IN WINTER, CA. 1855/ 60<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

64.5 x 87 cm.<br />

Signed “HBÜRKEL.” lower left.<br />

Literature:<br />

Hans-Peter Bühler, Albrecht Krückl, Heinrich Bürkel.<br />

Mit Werkverzeichnis der Gemälde, Munich 1989,<br />

p. 310, ill. no. 705.<br />

€ 14.000 - € 16.000<br />

Sistrix<br />

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177


511<br />

ANTON BRAITH,<br />

1836 BIBERACH – 1905 EBENDA<br />

Der Künstler selbst war Verwalter eines Bauernhofs,<br />

als Kind half er oft beim Viehhüten. 1851 trat er mit<br />

einem Stipendium in die Stuttgarter Kunstschule ein<br />

und nach ersten Erfolgen zog er 1860 nach München.<br />

Dort erwarben Christian Friedrich Mali (1832-1906)<br />

und er ein Haus, das zeitweise auch anderen Malern<br />

wie Josef Willroider (1838-1915) als Atelier diente.<br />

Sein Werk wird der Münchener Schule zugerechnet<br />

und er galt nach dem Tod von Friedrich Voltz (1817-<br />

1886) als der führende deutsche Tiermaler. Sein Thema<br />

waren die Nutztiere Rind, Schaf und Ziege, seltener<br />

auch Geflügel. Zudem wurde er zum Ehrenmitglied<br />

der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in<br />

München ernannt.<br />

SPIELENDE HÜTEJUNGEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

110 x 140 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „A. Braith München<br />

1863“.<br />

In dekorativem, vergoldeten Rahmen.<br />

Auf einer leicht herabfallenden Wiese, die von einem<br />

alten Holzgatter umgeben ist, zwei Hütejungen an<br />

einem kleinen Lagerfeuer, mit einem jungen Kälbchen<br />

spielend. Rechts von ihnen sitzend, ein junges Mädchen<br />

mit zwei Ziegen, das sie ebenso beobachtet wie im<br />

Hintergrund rechts drei Kühe vor einer zwischen hohen<br />

Bäumen versteckt liegenden, alten Hütte. Im Vordergrund<br />

links eine im Gras liegende gescheckte Kuh mit<br />

Kälbchen und ein stehender dunkler Bulle mit braunem<br />

Fell und Kuhglocke nach rechts, die Jungen ebenfalls<br />

in Augenschein nehmend. Hinter diesen Tieren mehrere<br />

nach oben in den Himmel ragende alte, große<br />

Bäume mit grünem Blattwerk. Durch das Sonnenlicht<br />

werden die Kinder und die Kuh besonders hervorgehoben,<br />

während andere Partien linksseitig verschattet<br />

wiedergegeben werden. Äußerst lebendige und qualitätvolle<br />

Darstellung, bei der besonders die Tiere in<br />

naturalistischer Weise wiedergegeben werden.<br />

(1381356) (18)<br />

ANTON BRAITH,<br />

1836 BIBERACH – 1905 IBID.<br />

SHEPHERDS´ BOYS PLAYING<br />

Oil on canvas.<br />

110 x 140 cm.<br />

Signed and dated “A. Braith München 1863”<br />

lower left.<br />

€ 9.000 - € 13.000<br />

Sistrix<br />

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512<br />

FRIEDRICH VOLTZ,<br />

1817 NÖRDLINGEN – 1886 MÜNCHEN<br />

RINDERHERDE MIT HIRTEN<br />

Öl auf Leinwand. Doubliert.<br />

83 x 124 cm<br />

Links unten signiert und datiert „F. Voltz 68“.<br />

In dekorativem, vergoldeten Rahmen.<br />

Unter hohem Himmel mit linksseitig hinter einer Anhöhe<br />

aufgehendem Sonnenlicht ein Bauer zu Pferde<br />

mit seiner Kuh- und Rinderherde, der gerade ein Wegekreuz<br />

passiert, das von der Sonne bestrahlt wird. Der<br />

Weg führt hinab zu einem Gewässer, in dem bereits<br />

erste Kühe und Jungtiere stehen. Stimmungsvolle<br />

Wiedergabe mit gekonnter, einfühlsamer Schilderung<br />

des Naturschauspiels.<br />

(1381354) (18)<br />

FRIEDRICH VOLTZ,<br />

1817 NÖRDLINGEN – 1886 MUNICH<br />

HERD OF CATTLE WITH SHEPHERDS<br />

Oil on canvas. Relined.<br />

83 x 124 cm.<br />

Signed and dated “F. Voltz 68” lower left.<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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179


513<br />

ITALIENISCHER MEISTER<br />

DES 19. JAHRHUNDERTS<br />

PORTRAIT EINER JUNGE DAME<br />

Öl auf Hartfaserplatte.<br />

86 x 74 cm.<br />

Links unten Signatur „Pietro Rotari“.<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Ein beeindruckendes Portrait einer stolzen jungen<br />

Frau, die den Betrachter direkt anschaut. Über ihrer<br />

linken Schulter ruht eine Handsichel, sie kam von<br />

dem dunkleren Wald heraus und hält Streublumen-<br />

Bouquets in den Händen. Das natürliche Licht durchflutet<br />

die Dame und erzeugt meisterhafte Farbkontraste<br />

in Grün, Weiß und Rot.<br />

Das Gemälde hinterlässt einen tiefen Eindruck, die<br />

Farbe ist schnell aber gezielt aufgetragen, an manchen<br />

Stellen dünn und an anderen dick. Die Farbpalette bewegt<br />

sich zwischen naturgetreuen Tönen, wie Braun<br />

und Grün, bis zu Kontrastfarben wie dem leuchtenden<br />

Weiß ihrer Bluse und die roten Stellen der Streublumen<br />

und des Korsetts.<br />

Das Motiv des Portraits mit der Dame in bäuerlicher<br />

Kleidung spiegelt perfekt das Interesse am Landleben<br />

wider, wovon Italien im 19. Jahrhundert geprägt war.<br />

(1410521) (19)<br />

ITALIAN SCHOOL, 19TH CENTURY<br />

PORTRAIT OF A YOUNG LADY<br />

Oil on hardboard.<br />

86 x 74 cm.<br />

Signed “Pietro Rotari” lower left.<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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514<br />

ACHILLE ETNA MICHALLON,<br />

1796 – 1822, ZUG.<br />

LANDSCHAFT MIT FIGUREN UND TIEREN<br />

BEI STÜRMISCHEM WETTER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

38 x 46 cm.<br />

Verso auf altem Aufkleber Künstlernennung<br />

In dekorativem Rahmen.<br />

Auf einem sich vom Vordergrund in den Hintergrund<br />

zu einer Gebäudeanlage schlängelnden Weg sind ein<br />

Reiter mit zwei Kühen und ein Hirte mit seiner Ziegenund<br />

Schafsherde unterwegs. Die seitlich des Weges<br />

aufwirbelnden, hohen braunen Staubwolken, sowie<br />

die heftig mit ihren Ästen nach rechts wehende Birke<br />

und die dunkelgrauen Himmelswolken deuten auf einen<br />

Sturm und ein zu erwartendes heftiges Unwetter hin.<br />

Malerei in der Manier des Künstlers. Craquele, eine<br />

Unterlegung.<br />

(1410572) (18)<br />

ACHILLE ETNA MICHALLON,<br />

1796 – 1822, ATTRIBUTED<br />

LANDSCAPE WITH FIGURES AND ANIMALS<br />

IN STORMY WEATHER<br />

Oil on canvas.<br />

38 x 46 cm.<br />

Old label with artist‘s name on the reverse.<br />

In decorative frame.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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181


515<br />

GIULIO FABRI,<br />

1812 – 1865<br />

DER SATTLER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

92,5 x 73 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Ungerahmt.<br />

Vor den Kuppeln mehrerer orientalischer Sakralgebäude<br />

mit deren Minaretten eine Gruppe von Reitern, von<br />

denen einer mit einem Sattler zu verhandeln scheint.<br />

Provenienz:<br />

Sotheby‘s London, 25. April 2023, Lot 28.<br />

(14014826) (13)<br />

GIULIO FABRI,<br />

1812 – 1865<br />

THE SADDLER<br />

Oil on canvas.<br />

92.5 x 73 cm.<br />

Signed lower right.<br />

Unframed.<br />

Provenance:<br />

Sotheby‘s, London, 25 April 2023, lot 28.<br />

€ 6.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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516<br />

PETER KORNBECK,<br />

1837 – 1894<br />

Kornbeck begann zunächst in seiner Heimatstadt<br />

Architektur zu studieren, bevor er sich der Malerei<br />

zuwandte und bei dem Architekturmaler Heinrich<br />

Hansen das Zeichnen erlernte. Um sich weiterzubilden,<br />

reiste Kornbeck bereits 1860 nach Italien, wo er über<br />

fünf Jahre blieb, ehe er nach Hause zurückkehrte. So oft<br />

es ihm jedoch möglich war, reiste er wieder Richtung<br />

Süden, 1885 dann mit einem Reisestipendium der<br />

Akademie. Zu seinen bevorzugten Motiven gehörten<br />

Szenen aus dem Volksleben, die auch häufig unter<br />

freiem Himmel stattfinden. Seine Werke zeichnen sich<br />

durch sorgfältige Durcharbeitung und Detailreichtum<br />

aus, oftmals in heller Palette, wie auch auf dem vorliegenden<br />

Gemälde, das besonders in den architektonischen<br />

Details die Kunstfertigkeit des Malers wieder<br />

gibt. 1868 heiratete er und hatte am Tag seiner<br />

Hochzeit einen Unfall, bei dem er das Augenlicht auf<br />

einem Auge verlor, was ihn jedoch nicht daran hinderte<br />

auch weiterhin erfolgreich zu arbeiten.<br />

STRASSENSZENE IN KAIRO MIT MINARETT<br />

IM HINTERGRUND<br />

Öl auf Leinwand.<br />

121 x 83 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „1889“.<br />

In prächtigem vergoldeten Rahmen.<br />

Das vorliegende Gemälde zeigt geschäftiges Treiben<br />

im Vordergrund, wo sich zahlreiche Geschäfte links<br />

und rechts der Straße aneinanderreihen, und sich<br />

Männer und sogar Frauen und vereinzelt Kinder sowie<br />

ein Kamel im Treiben tummeln. Hauptaugenmerk liegt<br />

jedoch auf der Darstellung der beeindruckenden und<br />

orientalischen Architektur, die sicher großen Eindruck<br />

auf den dänischen Maler gemacht hat. Besonders<br />

schön herausgearbeitet ist die Wirkung von der im<br />

gleißenden Sonnenlicht liegenden Moschee und dem<br />

im kühlen Schatten stattfindenden Treiben auf der<br />

Straße.<br />

(14014829) (10)<br />

PETER KORNBECK,<br />

1837 COPENHAGEN – 1894<br />

CAIRO STREET SCENE WITH MINARET<br />

IN THE BACKGROUND<br />

Oil on canvas.<br />

121 x 83 cm.<br />

Signed lower right and dated “1889”.<br />

€ 20.000 - € 30.000<br />

Sistrix<br />

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183


517<br />

GUSTAVE SURAND,<br />

1860 PARIS – 1937<br />

LIEGENDER TIGER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

46 x 61 cm.<br />

Links unten signiert „Surand“.<br />

In breiten Holzrahmen.<br />

Liegend ruht sich der Tiger aus; viele dunklere Laubund<br />

Beerensträuche verstecken die Raubkatze, nachdem<br />

sie ihre Beute gefressen hat. Am Boden liegende<br />

Pfauenfedern weisen auf ihre Jagd hin. Meisterhaft<br />

gestaltete der Künstler ein kraftvolles Bild mit einer<br />

noblen Darstellung der Wildnis.<br />

Surand war Maler, Pastellist und Bildhauer, er widmete<br />

sich der Genremalerei, zeigte aber in seinen Werken<br />

große Sensibilität für atmosphärische Variationen und<br />

Lichtkontraste. Als Naturliebhaber portraitierte Surand<br />

außerdem häufig große Wildtiere und konnte mit geschickten<br />

Strichen die Bewegung sowie die Details<br />

des Felles hervorheben.<br />

(14014816) (19)<br />

GUSTAVE SURAND,<br />

1860 PARIS – 1937<br />

RECLINING TIGER<br />

Oil on canvas.<br />

46 x 61 cm.<br />

Signed “Surand” lower left.<br />

€ 7.000 - € 9.000<br />

Sistrix<br />

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518<br />

VICTOR PIERRE HUGUET,<br />

1835 – 1902<br />

ORIENTALISCHER REITERZUG<br />

AUF EINEM HÖHENWEG<br />

VICTOR PIERRE HUGUET,<br />

1835 – 1902<br />

ORIENTAL CAVALCADE ON<br />

A HIGH ROUTE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

40 x 59,5 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

Felsig-kahler Weg über einer Meeresbucht, Reiter,<br />

Kamele mit Gepäck und Begleiter zu Fuß, sind in hellem<br />

südlichen Licht gezeigt, wie eine orientalische Momentaufnahme.<br />

Solche orientalischen Eindrücke sind Hauptinhalt<br />

des Werkes von Victor Pierre Huguet.<br />

Er studierte bei dem Landschafts- und Tiermaler<br />

Émile Loubon an der École supérieure des beaux-arts<br />

de Marseille. Später wurde er in Paris Schüler des<br />

Orientalisten Eugène Fromentin. 1852 unternahm er<br />

seine erste Reise nach Ägypten. Ein Jahr später begleitete<br />

er den Marinemaler Jean-Baptiste Henri<br />

Durand-Brager auf einer Expedition, um Szenen aus<br />

dem Krimkrieg zu malen. 1859 erstmals auf dem<br />

Pariser Salon und dem in Marseille. Ab 1893 regelmäßig<br />

Ausstellungen in der Société des Peintres Orientalistes<br />

Français. Er unternahm zahlreiche Reisen<br />

nach Istanbul, Ägypten, Libyen und Algerien.<br />

(14014828) (11)<br />

Oil on canvas.<br />

40 x 59.5 cm.<br />

Signed lower right.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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185


519<br />

JEAN-PAUL SINIBALDI,<br />

1857 PARIS – 1909 BOURG-EN-BRESSE<br />

Sinibaldi war Schüler bei Alexandre Cabanel und Alfred<br />

Stevens. 1886 erhielt er den Prix de Rome, 1889 die<br />

Goldmedaille, 1900 die Silbermedaille bei der Weltausstellung<br />

in Paris.<br />

BESUCH IM ORIENTALISCHEN PALAST<br />

Öl auf Leinwand.<br />

51 x 77,5 cm.<br />

Rechts unten signiert und ortsbezeichnet „Roma“.<br />

In breitem, ornamental verziertem und vergoldeten<br />

Rahmen.<br />

JEAN-PAUL SINIBALDI,<br />

1857 PARIS – 1909 BOURG-EN-BRESSE<br />

VISIT TO AN ORIENTAL PALACE<br />

Oil on canvas.<br />

51 x 77.5 cm.<br />

Signed and place name “Roma” lower right.<br />

€ 14.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

INFO | BID<br />

In lichter Stimmung ein orientalischer Innenraum<br />

mit allerlei Zierrat und architektonischen Details mit<br />

Fliesen und Lampen. In der Mitte europäische Gäste<br />

des 18. Jahrhunderts bei der Begutachtung ausliegender<br />

Prunkobjekte. Gemäß der Ortsbezeichnung kann<br />

davon ausgegangen werden, dass das vorliegende<br />

Werk in seiner römischen Zeit in den späten 1880er-<br />

Jahren entstanden sein wird.<br />

(14014836) (13)<br />

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520<br />

SALVATORE POSTIGLIONE,<br />

1861 NEAPEL – 1906<br />

JUNGE FRAU MIT WASSERPFEIFE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

135 x 76 cm.<br />

Rechts unten seitlich signiert.<br />

In Goldrahmen mit Künstlernamensschild.<br />

Postiglione stammte aus einer Künstlerfamilie und<br />

studierte bei seinem Onkel Rafaele Postiglione (1818-<br />

1897) sowie bei Domenico Morelli (1823-1901). 1883<br />

stellte er in Rom ein Gemälde religiösen Themas aus,<br />

1881 in Turin war er mit einem Historiengemälde<br />

vertreten und 1887 in Venedig mit einem Heiligenbild<br />

sowie mit einem Portrait seines Meisters. Im öffentlichen<br />

Raum schuf er das Fresko in der Halle des Palazzo<br />

della Borsa in Neapel sowie im Castello Miramare in<br />

Triest. Bekannt geworden ist der Maler nicht zuletzt<br />

durch die Frauendarstellungen der eleganten Welt.<br />

Das Gemälde betont hochformatig, die Malweise in<br />

der bekannt hohen Qualität des Künstlers. Die junge<br />

Dame in leicht tänzerischer Haltung, im Dreiviertelbildnis<br />

wiedergegeben. Die Drehung des Körpers<br />

vermittelt Leichtigkeit, eine Tanzbewegung zum Ausdruck<br />

bringend. Der Kopf leicht zur Seite geneigt, der<br />

Blick lächelnd dem Betrachter entgegengerichtet. Im<br />

hochgesteckten Haar im Sinne orientalistischer Fantasiemode<br />

Schmuckketten und lange Nadeln eingebracht.<br />

Das smaragdgrüne Kleid an der Brust mit einem<br />

hellen durchsichtigen grauen Schleier umzogen.<br />

Dieses vermittelt gemeinsam mit dem Hintergrund<br />

eine insgesamt grünliche Farbharmonie, durch die<br />

das hell beleuchtete Inkarnat sowie ein rosafarbenes<br />

Seidentuch als Komplementärkontrast zur Wirkung<br />

kommen. In der linken Hand hält sie einen großen<br />

Pfauenfederfächer. Rechts steigt aus einer gläsernen<br />

Wasserpfeife feiner Rauch auf, der den Raumhintergrund<br />

verunklärt. So ist das Gemälde als Ausdruck des<br />

im ausgehenden 19. Jahrhunderts aufkommenden<br />

Interesses für orientalische Sujets zu verstehen, auch<br />

den Gesellschaftsveranstaltungen entsprechend, in<br />

denen nicht selten orientalische Kostüme zum Einsatz<br />

kamen.<br />

(1411715) (2) (11)<br />

SALVATORE POSTIGLIONE,<br />

1861 NAPLES – 1906<br />

YOUNG WOMAN WITH WATERPIPE<br />

Oil on canvas.<br />

135 x 76 cm.<br />

Signed on the side lower right.<br />

€ 12.000 - € 20.000<br />

Sistrix<br />

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187


521<br />

RUDOLPH WEISS,<br />

1869 – UM 1930<br />

LA CIGARETTE<br />

Öl auf Holz.<br />

46 x 27,5 cm.<br />

Oben links signiert „R. Weisse“.<br />

Verso gewidmet „Hommage à Madame Lasseldein“.<br />

In sandiertem bronzierten Rahmen.<br />

In orientalischem Gebäude mit Fliesendekor an den<br />

Wänden und an einem Torbogen eine in rotem Kleid<br />

stehende, offensichtlich von der Mittagshitze ermattete<br />

Frau sich reckend und eine Zigarette haltend.<br />

Rechts im Vordergrund ein inkrustierter Tisch mit Messingkanne.<br />

(14014838) (13)<br />

RUDOLPH WEISS,<br />

1869 – CA. 1930<br />

LA CIGARETTE<br />

Oil on panel.<br />

46 x 27.5 cm.<br />

Signed “R. Weisse” top left. Dedication on the<br />

reverse: “Hommage à Madame Lasseldein”.<br />

€ 10.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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522<br />

EDOUARD FREDERIC W. RICHTER,<br />

1844 PARIS – 1913 EBENDA<br />

Der Künstler war ein französischer Genremaler des<br />

Orientalismus. Er begann sein Studium in Den Haag<br />

und setzte es an der Akademie der Schönen Künste in<br />

Paris fort. Hauptsächlich schuf er Portraits und Genrebilder<br />

aus dem orientalischen Milieu.<br />

DER VOGELBAUER<br />

Öl auf Leinwand.<br />

62 x 38 cm.<br />

Rechts unten signiert.<br />

In breitem, ornamental reliefierten Rahmen.<br />

Vor einer Fensterlaibung, in der ein geöffneter leerer<br />

Vogelbauer mit orientalisierender Kuppel steht, eine<br />

junge Frau im nachdenklichen Gestus mit altrosa verbrämtem<br />

Kleid vor einer mit orientalisierenden Fliesen<br />

verkleideten Nische mit gemuscheltem Abschluss.<br />

(14014834) (13)<br />

€ 4.000 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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523<br />

ALEXANDRE MARIE COLIN,<br />

1798 – 1875, ZUG.<br />

DES SULTANS MUSE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

73,5 x 59 cm.<br />

In breitem Empire-Rahmen.<br />

In einem Kiosk mit offen gearbeiteter Balustrade und<br />

textilem Baldachin eine musizierende Schönheit vor<br />

einem Sultan in reicher Gewandung. Hinten mit Park<br />

und Architekturen abschließend.<br />

Provenienz:<br />

Bonhams London, 20. Oktober 2021, Lot 8.<br />

(14014824) (13)<br />

ALEXANDRE MARIE COLIN,<br />

1798 – 1875, ATTRIBUTED<br />

THE SULTAN‘S MUSE<br />

Oil on canvas.<br />

73.5 x 59 cm.<br />

Provenance:<br />

Bonhams, London, 20 October 2021, lot 8.<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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189


524<br />

KARL THEODOR BÖHME,<br />

1866 HAMBURG – 1939 MÜNCHEN<br />

AN DER KÜSTE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

90,5 x 119 cm.<br />

Links unten signiert und datiert „1907“.<br />

In ebonisiertem Rahmen.<br />

Darstellung einer im Abendlicht wiedergegebenen<br />

Küstenlandschaft mit schroffen Felsen und darauf sitzenden<br />

Vögeln, die sich teils von der Gischt und der<br />

silbrig glänzenden, sich in der Abendsonne spiegelnden<br />

Wasseroberfläche abheben.<br />

(1410107) (13)<br />

€ 4.000 - € 8.000<br />

Sistrix<br />

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525<br />

ARY SCHEFFER,<br />

1795 DORDRECHT – 1858 ARGENTEUIL<br />

MARIA MAGDALENA IN EKSTASE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

94,9 x 64,1 cm.<br />

Links mittig signiert und datiert „Ary Scheffer 1855“.<br />

Unter oben abgerundetem Passepartout,<br />

mit Beschriftung in Prunkrahmen.<br />

Dreiviertelbildnis der Heiligen in einem weißen, faltenreichen<br />

Gewand und rotem Tuch auf ihren dunkelblonden<br />

Haaren, das nach vorne verläuft. Sie hat ein zartes,<br />

fast weißes Inkarnat, ihre Unterarme mit gefalteten<br />

Händen leicht erhoben und blickt mit großen Augen<br />

überrascht seitlich nach oben zu einer nicht sichtbaren<br />

Stelle, die jedoch gegenüber dem dunkleren<br />

Hintergrund aufgehellt ist.<br />

Provenienz:<br />

Sammlung Edmund Salis Schwabe, Rycroft House,<br />

Cheetham Hill, Manchester.<br />

Christie‘s, London, 31 January 1913.<br />

Christie‘s, London, 18 April 1913, Lot 93.<br />

Privatbesitz, Großbritannien.<br />

Privatbesitz, Deutschland.<br />

Anmerkung:<br />

Ary Scheffer erhielt Unterricht von seinem Vater Jean<br />

Baptiste Scheffer. Nach seinem Tod zog er 1811 mit<br />

seiner Mutter und seinem Bruder Henry, ebenfalls<br />

Maler, nach Paris. Dort erhielten sie Unterricht bei<br />

Pierre Guérin, dem Lehrer der romantischen Größen<br />

Delacroix und Géricault. Ary machte sich schnell einen<br />

Namen mit seinen romantischen Historienmalerei,<br />

Porträts berühmter Zeitgenossen, Künstler und Mitglieder<br />

der königlichen Familie. Performances inspiriert<br />

von Episoden aus der Bibel und der Literatur.<br />

In den 1940er Jahren gehörte er zu den berühmtesten<br />

romantischen Malern Frankreichs.<br />

Literatur:<br />

The <strong>Art</strong> Treasures of Great-Britain, Manchester 1857,<br />

Ausstellungskatalog, Kat.Nr. 668.<br />

Catalogue des œuvres de Ary Scheffer, Paris, 1859,<br />

Kat. Nr. 79.<br />

Vgl. Leo Ewals, Ary Scheffer. Sa vie et son œuvre‘<br />

(proefschrift), Nijmegen 1987, S. 328.<br />

Ausstellung:<br />

Manchester, The <strong>Art</strong> Treasures of Great Britain‘,<br />

5 Mai -17 Oktober 1857.<br />

Paris, Boulevard des Italiens, Ary Scheffer. Etude sur<br />

sa vie et ses ouvrages, 1859. (14110217) (18)<br />

ARY SCHEFFER,<br />

1795 DORDRECHT – 1858 ARGENTEUIL<br />

MARY MAGDALENE IN ECSTASY<br />

Oil on canvas.<br />

94.9 x 64.1 cm.<br />

Signed and dated “Ary Scheffer 1855” at centre left.<br />

Provenance:<br />

Collection Edmund Salis Schwabe, Rycroft House,<br />

Cheetham Hill, Manchester, Great Britain.<br />

Christie‘s, London, 31 January 1913.<br />

Christie‘s, London, 18 April 1913, lot 93.<br />

Private collection, Great Britain.<br />

Private collection, Germany.<br />

Literature:<br />

The <strong>Art</strong> Treasures of Great-Britain, exhibition<br />

catalogue, Manchester 1857, cat. no. 668.<br />

Catalogue des œuvres de Ary Scheffer, Paris 1859,<br />

cat. no. 79.<br />

cf. Leo Ewals, Ary Scheffer. Sa vie et son œuvre<br />

(thesis), Nijmegen 1987, p. 328, cf. 319.<br />

Exhibitions:<br />

Manchester, Great-Britain, The <strong>Art</strong> Treasures<br />

of Great Britain, 5 May -17 October 1857.<br />

Paris, Boulevard des Italiens, Ary Scheffer.<br />

Etude sur sa vie et ses ouvrages, 1859.<br />

€ 12.000 - € 15.000<br />

Sistrix<br />

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191


526<br />

LOUIS EDOUART MAUBERT,<br />

1806 CALAIS – 1879 PARIS<br />

SAMMLUNG VON 14 BOTANISCHEN<br />

DARSTELLUNGEN<br />

Bleistift und Aquarell auf Papier und Karton.<br />

45,5 x 33 cm.<br />

Einzeln beschriftet und signiert „Maubert pinx“.<br />

Drei Aquarelle sind gerahmt, elf sind in einer Mappe.<br />

Edouard Maubert illustrierte mehrere botanische Werke.<br />

Er arbeitete dabei zusammen mit Botanikern und war<br />

mehrere Jahrzehnte lang beteiligt an allen <strong>Art</strong>en von<br />

Lexika und Gartenschriften, sowohl für Amateure als<br />

auch für Fachleute. Die großformatigen Aquarelle<br />

wurden teilweise als handkolorierte Lithografien in<br />

dem Werk des belgischen Herausgebers Jean Jules<br />

Linden „Pescatorea – Iconographie des Orchidées“,<br />

1855 – 1860 in Brüssel publiziert.<br />

LOUIS EDOUART MAUBERT,<br />

1806 CALAIS – 1879 PARIS<br />

COLLECTION OF 14 BOTANICAL DEPICTIONS<br />

Pencil, watercolour on paper and card.<br />

45.5 x 33 cm.<br />

Each inscribed and signed “Maubert pinx”.<br />

Three watercolours are framed, eleven are held<br />

in a folder.<br />

€ 13.000 - € 18.000<br />

Sistrix<br />

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Literatur:<br />

Vgl. Elisabeth Hardouin-Fugier, French Flower painters<br />

of the <strong>19th</strong> <strong>Century</strong>, London 1989.<br />

Jean Linden, Pescatorea, Orchideenikonographie,<br />

Neuausgabe Turriers 1994, mit Abbildungen der<br />

Lithographien, Farbtafeln S. 67, S. 48 und S. 129.<br />

(1401097) (19)<br />

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193


527<br />

FRANZ VON STUCK,<br />

1863 TETTENWEIS – 1928 MÜNCHEN<br />

VORENTWURF FÜR DAS GEMÄLDE<br />

„DER ZENTAURENKAMPF“, 1894.<br />

Braune und graue Kreide auf Karton.<br />

42 x 46 cm.<br />

Rechts signiert „F. STVCK“.<br />

Beigegeben eine Expertise von Albert Ritthaler,<br />

Hamburg, 2. Juli 2021.<br />

(1411692) (11)<br />

FRANZ VON STUCK,<br />

1863 TETTENWEIS – 1928 MUNICH<br />

PRELIMINARY SKETCH FOR THE PAINTING<br />

“BATTLE OF THE CENTAURS”, 1894.<br />

Brown and grey chalk on card.<br />

42 x 46 cm.<br />

Signed “F. STVCK” lower right.<br />

Accompanied by an expert’s report’s by Albert<br />

Ritthaler, Hamburg, 2. July 2021.<br />

€ 10.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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528<br />

LEOPOLD SCHMUTZLER,<br />

1864 MIES – 1941 MÜNCHEN<br />

Leopold Schmutzler studierte ab 1880 in Wien an der<br />

Akademie der bildenden Künste, ab Herbst 1882<br />

Malerei in München. Er war ein begehrter Portraitist<br />

und malte Mitglieder des bayrischen Königshauses.<br />

VERTRÄUMT AUFBLICKENDE SCHÖNHEIT<br />

Öl auf Holz.<br />

88 x 64 cm.<br />

Links oben signiert „Schmutzler“.<br />

In dekorativem, teilvergoldeten Rahmen.<br />

Vor Landschaft im Licht der untergehenden Sonne<br />

das Halbportrait einer jungen Frau, an ein Steinpodest<br />

gelehnt und sinnend nach oben auf die darauf stehende,<br />

gefüllte, breite Schale blickend. Wiedergabe in lockerem<br />

Pinselduktus in der Manier des für seine Frauendarstellungen<br />

bekannten Künstlers.<br />

(14101321) (18)<br />

€ 4.800 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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529<br />

PAUL SIEFFERT,<br />

1874 PARIS – 1957<br />

Portrait- und Aktmaler, Schüler von Gérôme. Er erhielt<br />

1902 den Rom-Preis. Bilder seiner Hand in mehreren<br />

bedeutenden Sammlungen und öffentlichen Museen.<br />

NU AU CHÉRUBIN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

132 x 149 cm.<br />

Rechts unten signiert „P. Sieffert“, verso auf Leinwand<br />

erneut signiert und bezeichnet „No. 373“.<br />

In einem Interieur auf einem Chaiselongue mit grünlicher<br />

Samtdecke, leicht langestreckt sitzend eine junge<br />

nackte Frau, den Kopf auf ihre linke Hand gestützt und<br />

nachdenklich nach unten blickend auf den Boden; dieser<br />

ist mit einem wertvollen Teppich bedeckt, auf dem<br />

rechtsseitig mehrere zarte Rosen liegen. Hinter ihr<br />

hängt eine große rötlich-schwarz gemusterte Decke<br />

vor der Wand, unter der ein nacktes Kind auf die Sitzende<br />

blickt. Die Darstellung erinnert an eine Neuinterpretation<br />

der beliebten Darstellung von Venus und Amor.<br />

Teils Rahmenschäden.<br />

(1410501) (18)<br />

€ 8.000 - € 12.000<br />

Sistrix<br />

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195


530<br />

OLYMPE MOUETTE GÉNIN,<br />

FRANZÖSISCHE SCHULE,<br />

WAHRSCHEINLICH 1785 – 1862<br />

STILLLEBEN MIT TRAUBEN, VOGELNEST<br />

UND STIEGLITZ<br />

Öl auf Leinwand.<br />

49,2 x 39,8 cm.<br />

Rechts unten singiert und datiert „Od. Mouette<br />

Génin. 1819“.<br />

In Prunkrahmen.<br />

In der niederländischen Malerei des 18. Jahrhunderts<br />

wurden Blumen- und Früchtestillleben sehr originalgetreu<br />

dargestellt. Das vorliegende Gemälde zeigt vor<br />

grünem, von links nach rechts aufhellenden Hintergrund<br />

eine grüne Marmorplatte, auf der ein beiger<br />

Sockel mit Puttofries und einem darauf abgelegten<br />

Maiskolben steht. Dieser Sockel trägt eine breite<br />

grünliche Achatschale mit Früchten, auf denen sich<br />

ein Stieglitz und eine Fliege niedergelassen haben.<br />

Auf der Platte vor dem Fries sind linksseitig eine Rispe<br />

mit hellen Weintrauben und zwei Pflaumen zu sehen,<br />

während rechts ein Vogelnest mit Eiern das Bild belebt.<br />

(1411028) (18)<br />

€ 2.500 - € 3.500<br />

Sistrix<br />

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531<br />

OLYMPE MOUETTE GÉNIN,<br />

FRANZÖSISCHE SCHULE,<br />

WAHRSCHEINLICH 1785 – 1862<br />

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN, KRUG UND MEISE<br />

Öl auf Leinwand.<br />

49 x 39,5 cm.<br />

Rechts unten signiert und datiert „Olympe M. Génin<br />

1818.“.<br />

In Prunkrahmen.<br />

In der niederländischen Malerei des 18. Jahrhunderts<br />

wurden Blumen- und Früchtestillleben sehr originalgetreu<br />

dargestellt. Das vorliegende Gemälde zeigt vor<br />

dunklem, von links nach rechts aufhellendem Hintergrund<br />

eine grüne Marmorplatte, auf der sorgsam<br />

arrangiert präsentiert werden: einige samtige gelb -<br />

rötliche Pfirsiche, einer mit Fliege, ein Kürbis, eine blaue<br />

Weintraubenrispe und ein kleiner Zweig mit Blättern<br />

und einer hellen Traubenrispe. Rechts hinter diesen<br />

eine hohe gelbliche Vase, auf deren oberen Rand eine<br />

Meise sitzt, die ebenso zur Belebung des Bildes beiträgt,<br />

wie die Fliege und eine Biene auf der Marmorplatte.<br />

Feine qualitätvolle Malerei, insbesondere die<br />

Oberfläche der Früchte realistisch hervorhebend.<br />

(1411027) (18)<br />

€ 2.500 - € 3.500<br />

Sistrix<br />

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532<br />

ABRAHAM-JOHANNES COUWENBERG,<br />

1806 DELFT – 1844<br />

PANORAMISCHE STRANDANSICHT<br />

BEI SCHEVENINGEN<br />

Öl auf Leinwand.<br />

42,8 x 99,8 cm.<br />

Rechts unten signiert „A. J. Couwenberg...“<br />

In vergoldetem Rahmen.<br />

Große Strandansicht mit zahlreichen Figuren im warmen<br />

Licht der untergehenden Sonne. Am Sandstrand<br />

mehrere stehende Boote auf dem Trockendock, sowie<br />

einige links angekommene Fischerboote mit Segeln<br />

und im Vordergrund ein junger Mann beim Einholen<br />

eines Netzes. Stimmungsvolle Malerei mit großem<br />

Wolkenhimmel.<br />

Anmerkung:<br />

A. J. Couwenberg wurde 1806 in Delft geboren.<br />

Bereits im Alter von 15 Jahren stellte er auf einer<br />

Ausstellung in Den Haag aus, wo er ab 1821 lebte<br />

und arbeitete. Er malte hauptsächlich Panoramen<br />

von Sommer- und Winterlandschaften, die von<br />

imposanten holländischen Wolkenhimmeln geprägt<br />

sind, so wie auf dem vorliegenden Gemälde. Couwenbergs<br />

Stil ist eine Kombination aus der topographischen<br />

Tradition des 18. Jahrhunderts und den<br />

narrativen Darstellungen der Romantik. Ab 1834<br />

unterrichtete der Künstler als Schulleiter an der<br />

Zeichenakademie in Arnheim. Das Rijksmuseum<br />

Amsterdam hat zwei Gemälde von Couwenberg<br />

in seiner Sammlung. (1411024) (18)<br />

€ 4.800 - € 6.000<br />

Sistrix<br />

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533<br />

CARL SCHWENINGER,<br />

1854 – 1903<br />

Der österreichische Maler Karl Schweninger entstammte<br />

einer Wiener Künstlerfamilie. Er lernte Malerei zuerst<br />

bei seinem Vater, studierte dann von 1871-1873 an der<br />

Akademie der bildenden Künste in Wien. Nach dem<br />

beendeten Studium begab er sich nach Deutschland,<br />

wo er auch an der Akademie der bildenden Künste in<br />

München sein Studium fortsetzte. Der Künstler malte<br />

hauptsächlich Rokoko-Genreszenen, viele seiner Bilder<br />

wurden in Zeitschriften veröffentlicht.<br />

DAS JUNGE GLÜCK<br />

Öl auf Leinwand.<br />

81 x 60 cm.<br />

Unten rechts signiert „C. Schweninger“.<br />

In Louis XV-Stilrahmen.<br />

Inmitten einer Laube mit Postament und dahinter<br />

emporragender romanischer Kirche und blühendem<br />

Buschwerk eine sitzende Mutter mit ihrem Kind auf<br />

dem Schoß, neben ihr der mutmaßliche Vater stehend.<br />

(1410103) (13)<br />

€ 2.500 - € 3.500<br />

Sistrix<br />

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197


CATALOGUE V<br />

JEWELLERY, WRISTWATCHES<br />

& ACCESSORIES<br />

HAMPEL LIVING<br />

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