immobilien investment 04/2024
Das Standortmagazin für die Immobilienwirtschaft
Das Standortmagazin für die Immobilienwirtschaft
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Das Standortmagazin für die Immobilienwirtschaft
Österreichische Post AG, PZ 22Z042801 P
DMV – della lucia medien & verlags GmbH
Franzensbrückenstr. 5 / 7.OG, 1020 Wien
immobilien
2. INTERNATIONALER
investment 04/2024
September / Oktober 2024
7. NOVEMBER 2024
PALAIS BERG/WIEN
€ 2,90
04
9 190001 016627
9 190001 016627
Wohnen: Herausforderungen und Chancen
am österreichischen Wohnimmobilienmarkt
Ausbildung: Ihr Zugang zur Immo-Karriere
Investment: Wer jetzt am Markt stark auftritt
Büro: Intelligente Raumbuchungstools für mehr Effizienz
Wir leben Investment.
Unser Netzwerk und Know-How sichern Ihren Erfolg.
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We Elevate
3
Liebe LeserInnen!
© S. HUGER
Der Immobilienmarkt in Österreich befindet sich aktuell im Wandel. Angesichts der
signifikanten Verschiebung der Fertigstellungen und eines bundesweiten Rückgangs der
Neubauzahlen um rund 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr wird deutlich, dass die Herausforderungen
für Bauträger sowie Investoren zunehmen – und letztendlich auch Wohnungssuchende
betreffen werden. 2024 dürfte es nur etwa 37.100 fertiggestellte Wohneinheiten
geben, und für die Folgejahre wird eine kontinuierliche Abnahme der Angebote prognostiziert
– es werden sogar Rückgänge von 26 Prozent (2025) bzw. 44 Prozent (2026) im Vergleich
zu 2023 erwartet. Besonders in Wien ist die Neubautätigkeit betroffen; die bereits nach
unten korrigierten Prognosewerte zeigen für 2024 einen Rückgang der Fertigstellungen um
32 Prozent.
Aus diesem Grund haben wir den österreichischen Wohnimmobilienmarkt genauer unter
die Lupe genommen und auch Branchenkenner gefragt, wie sie die weitere Entwicklung in
den nächsten fünf bis zehn Jahren einschätzen. Ihre Antworten finden Sie auf S. 26–28.
Wir haben uns jedoch nicht nur umgehört und Expertenstimmen gesammelt, sondern auch
unseren langjährigen Partnern und Kunden Ende August in der „Strandbar Herrmann“ im
Rahmen unseres traditionellen Immo-Frühstücks ein Forum geboten. Ein Forum für einen
interessanten Austausch über den derzeitigen Markt, mögliche Trends sowie Lösungen für
komplexe Herausforderungen. Die Veranstaltung, die zahlreiche Gäste anzog, fand große
Resonanz und wurde äußerst positiv aufgenommen (siehe S. 22–25).
Insgesamt sind wir aufgefordert, den Blick nach vorne zu richten und Rahmenbedingungen
zu forcieren, die es Entwicklern ermöglichen, neue Projekte zu realisieren und damit
Wohnraum zu schaffen. Es geht um adäquate Finanzierungsbedingungen, nachhaltige und
effiziente Planung, Markttransparenz und Raum für innovative Wohnkonzepte – Themen,
die auch bei unserem 2. Internationalen immobilien investment Kongress am 7. November
2024 im Wiener Palais Berg beleuchtet werden. Wir bringen internationale und nationale
Top-Speaker zusammen, die in ihren Panels fundierte und wichtige Einblicke in Themen wie
Investmentmärkte, finanzielle Realitäten, Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit sowie Digitalisierung
offerieren.
Sollten Sie noch kein Ticket besitzen, haben Sie unter
https://kongress.immobilien-investment.at/anmeldung noch die Möglichkeit,
an der Veranstaltung teilzunehmen. Wir freuen uns auf Sie!
Herzlichst Ihre
Elisabeth Della Lucia,
Herausgeberin
4
INHALT
news österreich ................................................................................................... 6
news deutschland............................................................................................ 10
news international.......................................................................................... 12
news finanzen .................................................................................................. 14
news personal .................................................................................................. 16
Gastkommentar Hubert Abt........................................................................ 18
news events ....................................................................................................... 20
Herrmann‘s Strandbar business breakfast......................................... 22
Schwerpunkt Wohnen................................................................................... 26
Neue Impulse
für Wohnbau gesucht
Impulse für den Wohnbau erwünscht 26
Die aktuelle Lage am Wohnungsmarkt
Gastkommentar Dietmar Patjens............................................................. 36
Risk Management
bei der Kreditvergabe
Investment.......................................................................................................... 37
Wer jetzt den
Investmentmarkt dominiert
Aus- und Weiterbildung................................................................................ 38
Ihr Ticket für die Karriere
in der Immo-Branche
Dienstleister in der Immo-Branche......................................................... 42
Wer die Immobilien
zum Laufen bringt
Nachhaltige Herausforderungen.............................................................. 46
Gastkommentar
Alexander Scheuch (Rustler)
Teamwork............................................................................................................ 47
Nadja Hafez und Christian Zehetner
über die Gründung von ZEHA
Büromarkt............................................................................................................ 48
Das können intelligente
Raumbuchungstools
Auf Wissen bauen 38
Wo man das Fundament für die Immo-Karriere legen kann
Nach(haltig)gedacht........................................................................................ 51
Die Kolumne
von Peter Engert (ÖGNI)
PropTech............................................................................................................... 52
Apti Award 2024
IMPRESSUM
Medieninhaber:
DMV – della lucia medien &
verlags GmbH
Franzensbrückenstraße 5 / 7.OG,
1020 Wien
Tel. +43 (0)1 997 43 16-0,
Fax +43 (0)1 997 43 16-99
Mail: office@dmv-medien.at
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Herausgeber:
Elisabeth Della Lucia
Chefredakteur:
Charles Steiner
Redaktion: Harald Kolerus,
Carolin Rosmann, Dietmar Patjens,
Hubert Abt, Andreas Gnesda
Produktion/CvD: Sabrina Seidl
Foto Titel: WINEGG/JamJam
Anzeigenverkauf:
Elisabeth Della Lucia,
Gerhard Meisriemer
Druck:
Print Alliance
HAV Produktions GmbH
Druckhausstraße 1, 2540 Bad Vöslau
Layout: bitroost.eu
Für unverlangt eingesandte Manuskripte,
Fotos und Datenträger kann keine Haftung
übernommen werden und es entfallen sämtliche
Honoraransprüche.
Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen
Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich
geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen
Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne
Zustimmung der DMV – della lucia medien &
verlags GmbH unzulässig und strafbar. Dies gilt
besonders für Vervielfältigungen, Übersetzungen,
Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und
Verarbeitung in elektronischen Systemen.
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immobilien investment 4/2024
5
Wir brauchen Lösungen!
Normalerweise sind die Werbeeinschaltungen einer bekannten Möbelkette mit der Familie
P. nervig und in höchstem Maße inflationär. Anlässlich der bevorstehenden Nationalratswahl
am 29. September hat die Möbelkette mit KI-generierten Vorschul-Versionen
der österreichischen Spitzenkandidaten den Nagel aber erstaunlich präzise auf den Kopf
getroffen. Wer sich durch die Sommergespräche gequält hat und sich auch ob fragwürdiger
Slogans auf den zig Wahlkampfständern auf den Kopf gegriffen hat, wird wohl leider zum
Schluss kommen: Gerade, was das Grundbedürfnis Immobilien betrifft, glänzt keiner mit
Sachkunde.
© R. TANZER
Dennoch braucht es dringend Lösungen im Anbetracht der Lage, in der sich die Immobilienwirtschaft
in Österreich befindet. Und zwar schon einmal deshalb, weil die Immobilienund
Bauwirtschaft einen erheblichen Anteil am österreichischen BIP hat. Während nämlich
in Deutschland das Neukreditgeschäft für Eigenheime wieder merklich anzieht, herrscht in
Österreich aufgrund der rigiden Kreditvergaberichtlinien nach wie vor Stillstand.
Warum die Kreditvergabe ausgerechnet in Österreich so dermaßen rigide ist, steht übrigens
in einem Paper des Internationalen Währungsfonds, das man downloaden kann. Gleich
vorweg: Von einem verstärkten Risiko von Kreditausfällen bei privaten Haushalten ist darin
weniger die Rede. Eher vom Umstand, dass die Banken Rücklagen bilden müssen – wegen so
manchem milliardenschweren Ausfall im gewerblichen Immobiliensektor. Und von regionalen
Ausfallsrisiken wegen Geschäften in Ländern, die gerade Krieg führen.
Auf die Versprechungen der Politik können wir nicht vertrauen. Sie hat uns die Misere
schließlich mit eingebrockt. Die Immobilienwirtschaft ist wohl oder übel selbst dazu aufgerufen,
nach Lösungen zu suchen, um nachhaltigen Lebensraum zu schaffen und Wirtschaftsleistung
zu generieren. Dazu braucht es Know-how und viel Vernetzung – auch international.
Mit dem 2. Internationalen immobilien investment Kongress am 7. November im
Palais Berg in Wien wollen wir jedenfalls einen Beitrag dazu leisten, internationales Wissen
und internationale Netzwerke zu forcieren, damit wir auch Auswege aus der Krise finden.
Lasst uns gemeinsam handeln und eine bessere und prosperierende Zukunft bauen. Ich
freue mich, euch beim Kongress treffen zu dürfen!
Ihr/euer
Charles Steiner,
Chefredakteur
Steuerberatung vom Feinsten.
6
NEWS ÖSTERREICH
Investmentmarkt dürfte
mittelfristig verhalten bleiben
Ein Zurück zu den Transaktionsspitzen vor Beginn des
Ukraine-Kriegs und der darauf folgenden Zinswende
wird es heuer wohl nicht geben. Auch im kommenden
Jahr rechnet man eher nicht damit, selbst wenn es im
Jahresverlauf durch die EZB zu weiteren Zinssenkungen
zwischen 50 und 75 Basispunkten kommen sollte
– was allerdings von weiteren Risikofaktoren wie eben
dem Krieg in der Ukraine, dem Nahen Osten sowie den
bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen abhängig
ist. Wie aus dem Markt-Update zum Immobilieninvestmentbericht
von EHL Investment Consulting hervorgeht,
erlebt der österreichische Investmentmarkt derzeit
eine schwierige Phase, die von Rezession in der Industrie
und einer Insolvenzwelle im Immobiliensektor
verschärft wird. Und die Prognosen hinsichtlich des
seit vier Quartalen stagnierenden Wirtschaftswachstums
deuten auch für das zweite Halbjahr auf eine
geringe Dynamik hin. Diese wirtschaftlichen Herausforderungen
haben sich in einem deutlichen Rückgang
des Transaktionsvolumens auf dem Immobilienmarkt
widergespiegelt, das im ersten Halbjahr 2024 knapp
über eine Milliarde Euro ausmachte – deutlich unter
den Vorjahreswerten.
Österreichischer Wohnbau
steht vor massivem Einbruch
Der Wohnungsneubau in Österreich steht vor
einem drastischen Rückgang, wie das aktuelle
Quartalsupdate Q2/24 des „Ersten österreichischen
Neubauberichts“ zeigt, das von der Bauträgerdatenbank
EXPLOREAL gemeinsam mit
dem Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder
der WKO veröffentlicht wurde.
Für das Jahr 2024 wird die Fertigstellung von
37.100 Wohneinheiten prognostiziert, was einem
Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr
entspricht. Noch dramatischer ist die Aussicht
für 2026, wo ein Einbruch von 44 Prozent im Vergleich
zu 2023 erwartet wird. Zwar bleibt Wien im
heurigen Jahr das Zentrum der Neubautätigkeit,
sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis
zur Einwohnerzahl, heißt es in dem Update.
Dennoch wird auch in der Hauptstadt ein Rückgang
von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet,
für 2025 sogar ein Minus von 32 Prozent
im Vergleich zu 2023. Das erhöhe den Druck auf
die frei finanzierten Mieten, die sich im Jahresvergleich
um 5,3 Prozent verteuert haben.
Regional stark. International erfahren.
SHORTNEWS ÖSTERREICH 7
ALTHAN QUARTIER GEHT AN KONSORTIUM
Das Althan Quartier im 9. Wiener Gemeindebezirk wird
im Herbst 2024 von einem neuen Eigentümerkonsortium
übernommen. Zu diesem Konsortium gehören Ronny
Pecik und Stefan Schönauer (beide Ex-IMMOFINANZ)
sowie die Baustoff + Metall GmbH mit Sitz in Wien. Das
meldete 6B47. Der Eigentumsübergang des Althan Quartiers
an das neue Konsortium steht unter dem Vorbehalt
üblicher Bedingungen, einschließlich kartellrechtlicher
Genehmigungen. Die Übernahme ist durch eine umfassende
Restrukturierung der Schulden in Zusammenarbeit
mit den finanzierenden Banken ermöglicht worden, heißt
es in der entsprechenden Mitteilung. Damit sei die Finanzierung
des Großprojekts bis zur geplanten Fertigstellung
im ersten Quartal 2025 gewährleistet.
© BITROOST, ADOBE STOCK/KSCH, SQUAREBYTES
Kaum noch Flächen für
innerstädtische Quartiersentwicklungen
in Wien
Gemischt genutzte Stadtquartiere werden in Zukunft
eine noch wesentlichere Rolle spielen, doch die Reserven
an geeigneten Flächen sind im innerstädtischen Bereich
von Wien nahezu ausgereizt. Das geht aus dem „Future
Cities Report“ des Immo-Dienstleisters CBRE hervor. Andreas
Ridder, Managing Director bei CBRE Austria, merkt
allerdings an, dass solche Quartiere auch in dezentralen
Lagen erfolgreich sein können, eine entsprechend gute
Planung vorausgesetzt. „Der Schlüssel zum Erfolg liegt
vor allem in der vielfältigen Nutzungsmischung, die mit
sozialen Komponenten und öffentlichen Begegnungsmöglichkeiten
verknüpft wird“, so Ridder. Weitere wesentliche
Kriterien seien eine gute Anbindung an den
öffentlichen Verkehr sowie Nachhaltigkeit in Errichtung
und Betrieb. Laut CBRE Research bildet ein kooperativer
Planungsansatz die Grundlage für das Gemeinschaftsgefühl,
das in solchen Stadtquartieren entsteht. Obwohl
die Vorteile eines gemischt genutzten Quartiers – etwa,
weil sie durch die Kombination von Wohnen und Arbeiten
gleichmäßige Frequenzen schaffen würden, die wiederum
dem Einzelhandel zugutekommen – auf der Hand
liegen, gestaltet sich die Suche nach kürzlich entwickelten,
gemischt genutzten Quartieren in Wien schwierig, so
CBRE. Während in Gebieten wie dem Nordbahnviertel und
dem Sonnwendviertel der Wohnbau dominieren würde,
seien größere Büroentwicklungen eher in Randlagen anzutreffen.
Dies führt CBRE nicht nur auf städtebauliche
Leitbilder und Masterpläne zurück, sondern auch auf den
hohen Druck, Wohnraum für die wachsende Bevölkerung
zu schaffen.
GALCAP EUROPE ERWIRBT
WOHNHAUS-PAKET „WIENER TRIO“
Der Immobilien-Asset- und Investmentmanager Gal-
Cap Europe mit Sitz in Wien hat ein Wohnhauspaket
in Wien mit zusammen 22.300 Quadratmetern erworben.
Wie GalCap berichtet, umfasst das Paket mit dem
Namen „Wiener Trio“ zusammen 236 Wohnungen, drei
Büroflächen und zwei Geschäftseinheiten, die Objekte
befinden sich in den Bezirken Leopoldstadt, Penzing und
Kaisermühlen. Der Ankauf wurde für eine Pensionskasse
aus der DACH-Region durchgeführt und von den Partnern
DORDA Rechtsanwälte, TPA Steuerberatung GmbH
und DELTA begleitet.
LNR DEVELOPMENT IN KONKURS
Nach der Millionenpleite von BBB Immo ist nun auch
LNR Immobilien im Konkurs. Das Handelsgericht Wien
hat ein Konkursverfahren gegen die LNR Development
GmbH um Lukas Neugebauer auf Antrag von Gläubigern
eröffnet. Das berichtete der Kreditschützer KSV1870. Die
Gesellschaft, die zuvor als LNR Projektentwicklung GmbH
firmierte, wurde im Jahr 2011 gegründet – Aufsehen erregte
sie vor wenigen Jahren mit dem Kauf des ehemaligen
Novomatic Forum. Zudem fungiert sie als Beteiligungsgesellschaft.
Zum Insolvenzverwalter wurde Thomas
Engelhart bestellt, sein Stellvertreter ist Clemens Richter.
STIX & PARTNER MELDET KONKURS AN
Das derzeitige Marktumfeld führt zu immer mehr
Insolvenzen in der Immobilienwirtschaft: Wie der
KSV1870 bekannt gab, hat die Stix + Partner Immobilien
GmbH Insolvenz angemeldet. Zum Insolvenzverwalter
wurde Rechtsanwalt Martin Honemann bestellt, Stefan
Langer fungiert als dessen Stellvertreter. Die Stix + Partner
Immobilien GmbH wurde 2015 gegründet und ist im
Bereich der Erschließung von Grundstücken sowie als
Bauträger tätig.
15 x in Österreich
www.tpa-group.at
31 x in CEE & SEE
www.tpa-group.com
8
NEWS ÖSTERREICH
IMFARR schlittert in die Insolvenz:
604 Millionen Euro Schulden
Der Immobilienentwickler IMFARR Beteiligungs GmbH
hat Insolvenz angemeldet und ein Sanierungsverfahren
ohne Eigenverwaltung beim Handelsgericht Wien
beantragt. Diese Maßnahme betrifft 110 Gläubiger und
18 Dienstnehmer. Das Unternehmen hält Anteile an 44
Gesellschaften und ist hauptsächlich in der Immobilienentwicklung
in Österreich und Deutschland tätig,
so der Kreditschutzverband KSV1870. Die Schulden der
IMFARR Beteiligungs GmbH belaufen sich auf insgesamt
604 Millionen Euro – 27 Millionen Euro unbesicherte
Bankverbindlichkeiten, 219 Millionen Euro unbesicherte
sonstige Verbindlichkeiten, 332 Millionen Euro Eventualverbindlichkeiten
und 26 Millionen Euro Anleiheverbindlichkeiten
inklusive Zinsen. Die Geschäftsführung
der IMFARR Beteiligungs GmbH liegt in den Händen von
Nemat Farrokhnia und Ernst Gassner. Im Hintergrund
spielte auch Nematollah Farrokhnia eine wichtige Rolle.
Er war über 30 Jahre im Spitzenmanagement des Baukonzerns
STRABAG tätig und später auch im Aufsichtsrat
des Mitbewerbers PORR. Die Immo-Gruppe rund um
die Familie Farrokhnia erregte in den letzten Jahren mit
großen Immobiliendeals in Deutschland, insbesondere
in München, Aufmerksamkeit.
© ADOBE STOCK/BESTARCHIDESIGN
REALE FRAUENSACHE
15 Jahre Salon Real
Der Verein von und für Expertinnen in der österreichischen
Immobilienwirtschaft feiert Geburtstag.
Jahre gibt es ihn mittlerweile,
15 den Verein der führenden Frauen
in der österreichischen Immobilienbranche,
und aus dieser ist er auch
nicht mehr wegzudenken. Gegründet
von einer Handvoll Frauen, die gemeinsam
für die Frauen in der Branche
etwas bewegen und bewirken wollten,
die nicht nur die Idee hatten, sondern
diese auch konsequent umgesetzt haben,
und das mit viel Engagement über
viele, viele Jahre! Herzlichen Dank insbesondere
unseren langjährigen Präsidentinnen
Margret Funk und Ingrid
Fitzek-Unterberger!
Unser Netzwerk steht für fachliche
Kompetenz in der Immobilienwirtschaft,
Führung in Immobilienunternehmen
und immobilienrelevanten
Dienstleistungsunternehmen aller
Gerhild
Bensch-König
Geschäftsführerin
Raiffeisen WohnBau und
Präsidentin Salon Real
Größen, für fachlichen und persönlichen
Austausch, hochkarätige Veranstaltungen
und spannende Gespräche,
für gegenseitige Unterstützung, Inspiration
und Motivation – und wenn es
manchmal „nur“ durch Vorbildwirkung
ist, für Mentoring von jungen High Potentials
der Branche durch angesehene, erfahrene
Immobilienfrauen und für ganz
vieles mehr. Dieses Netzwerk verbindet,
schafft Vertrauen und Selbstvertrauen,
zeigt auf, macht sichtbar und ist sichtbar.
Und so ist es uns allen – wir sind mittlerweile
über 200 Mitglieder – eine ganz
große Freude, dieses Jubiläum feiern zu
können, und das haben wir beim diesjährigen
Back to Work Cocktail, der ja auch
schon Tradition hat, mit vielen Mitgliedern
und Gästen aus der Branche getan.
Allen danke fürs Kommen und ein großes
Dankeschön unseren Förder:innen,
Unterstützer:innen und Sponsor:innen!
© XXX SANDRA SCHARTEL
immobilien investment 4/2024
9
S+B Gruppe und 3SI Immogroup kaufen Grundstück für Quartier in Oberlaa
Die 3SI Immogroup und die S+B Gruppe
haben zusammen ein rund 10.400
Quadratmeter großes Grundstück direkt
an der U1-Station Oberlaa erworben
und werden dort ein Großprojekt
entwickeln. Das Grundstück „An der
Kuhtrift“, das zuvor im Besitz der zur
WSE gehörenden LSE Liegenschaftsstrukturentwicklungs
GmbH sowie der
WIPARK Garagen GmbH war und derzeit
als Parkplatz genutzt wird, weist
eine entsprechende Widmung für eine
Mixed-Use-Quartiersentwicklung auf.
Der Verkaufsprozess der Liegenschaft
war von der WSE Anfang des Vorjahres
eingeleitet worden. Über den Kaufpreis
waren keine Angaben gemacht worden.
Das geplante Projekt wird ein breites
Spektrum an Nutzungen umfassen,
darunter Wohnungen, Büros, Shops,
Dienstleistungen, Beherbergung und
eine Park+Ride-Anlage. „Die unmittelbare
Nähe zur Therme und die direkt
neben dem Grundstück liegende U1-
Station machen das Grundstück perfekt
für eine Wohn- und Gewerbeentwicklung.
Unser Team freut sich schon auf
die gemeinschaftliche Zusammenarbeit“,
sagte Wolfdieter Jarisch, Vorstand
der S+B Gruppe. Michael Schmidt, Geschäftsführer
der 3SI Immogroup, sagt
zur neuen Partnerschaft: „Es ist schön,
mit S+B einen starken Partner zur Seite
zu haben, mit dem wir unseren nachhaltigen
Wachstumskurs auch im Neubaubereich
verfolgen können. Trotz der
herausfordernden Marktlage kauft und
entwickelt die 3SI Immogroup auch
2024 weiter.“
Büromarkt: Großgesuche
dominieren Vermietungsmarkt
© WIENER LINIEN/JOHANNES ZINNER, PIXABAY
Anders als etwa in deutschen Metropolen
erweist sich der Wiener Büromarkt
als erstaunlich resilient, vor allem, was
neue Büroflächen betrifft. Im aktuellem
Büromarktbericht 2024 rechnet OTTO
Immobilien für das heurige Jahr mit
einer Vermietungsleistung von rund
150.000 Quadratmetern nach 145.000
Quadratmetern im Vorjahr. Dem stehe
heuer ein Fertigstellungsvolumen
an neuen Büroflächen von rund 99.000
Quadratmetern gegenüber, weswegen
die Leerstandsquote im zweiten Quartal
mit 3,5 Prozent nach wie vor gering ist.
In den Submärkten Innere Bezirke und
Hauptbahnhof liegen die Leerstände
mit 2,65 Prozent bzw. 1,73 Prozent noch
niedriger. Mit ein Grund für die starke
Nachfrage an modernen Büroflächen sei
der verstärkte Fokus auf Nachhaltigkeit
und Effizienz, den Unternehmen bei der
Standortwahl setzen. Eugen Otto, Geschäftsführer
von OTTO Immobilien,
sieht in diesen Parametern die im internationalen
Vergleich aktuell ungewöhnliche
Stabilität des Wiener Büromarkts
bestätigt: „Die Nachfrage nach modernen
Büroflächen ist ungebrochen.“
4/2024 immobilien investment
10
NEWS DEUTSCHLAND
Rohbau für „Be.yond
Office Berlin“ steht
Soravia hat im Juli den Rohbau des
Projekts „Be.yond Office Berlin“ abgeschlossen
und startet nun mit dem
Vertrieb der 8.600 Quadratmeter umfassenden
Büroflächen im Berliner
Tiergarten. Das Bürogebäude bietet
verschiedene Arbeitsflächen, die den
modernen Bedürfnissen der Mieter
entsprechen sollen. Das Projekt soll
Mitte des kommenden Jahres fertiggestellt
werden.
Münchner Woodworks vollvermietet
kannt gegeben. Das sechsgeschoßige
Gebäude mit rund 2.400 Quadratmetern
Bürofläche wird von der Barkawi
Holding, einem etablierten Akteur im
Bereich Supply-Chain-Technologie,
als Barkawi Technologie Campus genutzt.
Das nachhaltig konzipierte Bauwerk
zeichnet sich durch eine klimafreundliche
Holzhybridbauweise und
moderne Haustechnik aus. Durch die
Invesco Real Estate hat die Vollvermietung
des Neubaus Woodworks in Geothermie ist das Gebäude nahezu
Kombination von Photovoltaik und
München bereits vor Fertigstellung be-
klimaneutral.
CA Immo refinanziert Berliner Büroimmos
Die CA Immo konnte für ihre Berliner
Bürogebäude „Grasblau“ (Foto)
und Hallesches Ufer 74–76 eine Refinanzierung
von über 90 Millionen
Euro bei der UniCredit sichern. Die
Finanzierung besteht aus einer fünfjährigen
und einer zweijährigen Laufzeit.
70 Millionen Euro entfallen dabei
auf „Grasblau“ – die Finanzierung ist
als Green Loan strukturiert, basierend
auf der DGNB-Gold-Nachhaltigkeitszertifizierung.
Die benachbarte Lie-
umgebaut und als modernes Class-A-
in den kommenden Jahren umfassend
genschaft Hallesches Ufer 74–76 wird Bürogebäude neu positioniert werden.
HIH Real Estate weiterhin
erfolgreich bei Vermietung
HIH Real Estate setzt seine positive
Entwicklung im Vermietungssegment
fort und konnte laut eigenen Angaben
im ersten Halbjahr 2024 Mietverträge
über etwa 152.000 Quadratmeter abschließen.
Von den neu geschlossenen
Verträgen entfallen rund 44.900
Quadratmeter auf Neuvermietungen
(29,5 %). Die Mehrheit der Vertragsabschlüsse
betraf Büroflächen. Allein in
Deutschland konnte HIH rund 109.200
Quadratmeter (71,8 %) vermieten; bei
der größten Neuvermietung handelt
es sich um eine Bürofläche mit 6.560
Quadratmetern, die von der Universität
Münster genutzt wird. In Stuttgart wurde
nach der Vermietung von 5.300 Quadratmetern
an die Stadt eine weitere
Bürofläche von 3.000 Quadratmetern im
Löwentorbogen 11–13 vermietet (Foto).
© XOIO GMBH, ZOOMVP, CA IMMO, HIH REAL ESTATE
immobilien investment 4/2024
12
NEWS INTERNATIONAL
Prager Danube House
wird renoviert
Die CA Immo startet ab dem vierten
Quartal 2024 mit der umfassenden
Renovierung des Bürogebäudes Danube
House in Riverside Karlin, Prag.
Anfang 2026 soll die Fertigstellung erfolgen.
Das neue Danube House wird
auf 22.500 m² vermietbarer Fläche
modernes Büroworking bieten, das auf
höchsten Komfort sowie Energieeffizienz
abzielt. Vaclav Jonas, Geschäftsführer
von CA Immo in Tschechien,
betont die wachsende Nachfrage nach
modernen Büroflächen, die Work-Life-Balance
und erstklassigen Komfort
bieten. Danube House soll nicht nur
ein inspirierender Arbeitsort werden,
sondern auch die Umgebung mit
grünen Freiflächen und innovativen
Dienstleistungen aufwerten.
Neue Logistikentwicklung in Großbritannien
Invesco Real Estate und GARBE Industrial
Real Estate haben ein Joint
Venture zur Entwicklung eines Logistikstandorts
in Worksop, East
Midlands (Großbritannien), ins Leben
gerufen. Geplant ist ein Projekt
auf über 51.000 Quadratmetern
mit zwei Einheitentypen –
einer großen Fläche von knapp
43.000 m² und einer kleineren
von gut 8.000 m². Der Baustart
ist noch für September 2024
vorgesehen, die Fertigstellung soll im
dritten Quartal 2025 erfolgen. Beide
Einheiten werden nach den Energieeffizienzstandards
BREEAM „Excellent“
und EPC A+ zertifiziert.
S IMMO verlässt
kroatischen Markt
IMMOFINANZ verkauft „Victoriei“ in Bukarest
Die IMMOFINANZ setzt ihr Anfang
des Jahres angekündigtes Portfoliooptimierungsprogramm
in der rumänischen
Hauptstadt Bukarest weiter fort
und hat nun das Büro-Development
„myhive Victoriei“ in der Altstadt an
AFI Europe verkauft. Der Bürokomplex,
der aktuell generalsaniert wird
und daher über keinen Mieterbesatz
verfügt, umfasst rund 31.000 Quadratmeter.
Laut IMMOFINANZ erfolgte gung zur Umwandlung in ein Class-Abilie.
Die entsprechende Baugenehmider
Verkauf mit 27 Millionen Euro über Büroobjekt ist mit dem Verkauf an AFI
dem derzeitigen Buchwert der Immo-
Europe übergegangen.
Die S IMMO hat den Verkauf des
HOTO Business Tower in Zagreb erfolgreich
abgeschlossen und sich
damit aus dem kroatischen Immobilienmarkt
zurückgezogen. Das Bürogebäude,
das sich am südwestlichen
Rand des zentralen Geschäftsviertels
der kroatischen Hauptstadt befindet,
umfasst eine Gesamtmietfläche von
rund 15.500 Quadratmetern. Damit
wolle sich die S IMMO wieder mehr
auf andere Märkte konzentrieren, so
der Konzern. Die freigewordenen Mittel
aus dem Verkauf sollen nun für Investitionen
in anderen Kernmärkten
der S IMMO genutzt werden.
© CA IMMO, GARBE, IMMOFINANZ AG, S IMMO
immobilien investment 4/2024
14
NEWS FINANZ
US-Wahlen: Bewegte Börse
Für die kommenden Wochen sollte
man sich auf eine verstärkte
Schwankungsfreudigkeit der Börsen
einstellen – das meinen die Experten
der Steiermärkischen Sparkasse Karl
Freidl und Alexander Eberan. Insbesondere
würden die US-Wahlen einiges
an Unsicherheit in die Finanzmärkte
bringen. Wobei es schwierig ist, Wahlergebnisse
erfolgreich vorherzusagen.
Freidl und Eberan: „In den letzten zehn
Jahren haben Meinungsforscher und
politische Analysten einige bemerkenswerte
Prognosefehler gemacht.
Bestes Beispiel ist die Präsident-
Flash-Crash: Was nun?
Das Heulen und Zähneklappern
war groß, als Anfang
August die internationalen
Börsenindizes kräftig nach
unten rasselten – auch der
heimische ATX blieb nicht
verschont. Was war passiert?
Zwei Faktoren trafen aufeinander:
Zum einen fielen die
US-Wirtschaftsdaten schlechter als erwartet
aus, die Angst vor einer Rezession
in den Vereinigten Staaten kehrte
zurück. Zum anderen waren die meisten
Börsen bereits sehr hoch gestiegen,
eine Korrektur war in Wirklichkeit
überfällig. Laut Karen Watkin, Portfoliomanagerin
bei AllianceBernstein,
hat es den Anschein, dass ein Teil der
jüngsten Schwäche technisch bedingt
ist und auf eine überhöhte Positionie-
schaftswahl 2016, bei der die Wahrscheinlichkeit
eines Sieges von Hillary
Clinton mit 71 bis 99 Prozent beziffert
wurde. Es gewann aber Trump.“ Auch
diesmal bleibt der Ausgang höchst
ungewiss. Ein Sieg Trumps dürfte
aber günstige Auswirkungen auf die
Öl- und Waffenindustrie, Gesundheits-
und Finanzunternehmen sowie
mittelgroße Unternehmen, die von
Steuersenkungen profitieren würden,
haben. Technologiewerte, erneuerbare
Energien und Elektromobilität könnten
hingegen von einer Präsidentin Kamala
Harris profitieren.
rung zurückzuführen ist: „Dies spricht
dafür, dass sich aktuell für Anleger
gute Einstiegsmöglichkeiten ergeben –
vorausgesetzt, es bleibt bei einer sanften
Landung der Wirtschaft.“ Besonders
hart getroffen wurde übrigens der
japanische TOPIX, allerdings nachdem
er bereits seit April 2023 sehr gut performt
und zum Beispiel den S&P 500
(USA) sowie den deutschen DAX klar
übertrumpft hatte.
Silber:
Das „bessere“ Gold
Silber wird gemeinhin als der „kleine
Bruder“ von Gold bezeichnet.
Was die Wertentwicklung betrifft,
könnte Silber aber groß herauskommen.
Denn der Preis des Edelmetalls
dürfte dem Vermögensverwalter
WisdomTree zufolge in den kommenden
zwölf Monate stärker zulegen als
Gold. Für Silber erwarten die Experten
einen Kurszuwachs von 15,8 Prozent
auf US-Dollar-Basis gegenüber
einem Plus von 11,1 Prozent für den
„großen Bruder“.
Nitesh Shah, Rohstoff-Spezialist
bei WisdomTree:
„Das Silberangebot
ist knapp,
und die Nachfrage
nach dem Metall
nimmt zu. Seit
2021 bestehen bei
Silber jedes Jahr
Angebotsdefizite
– und 2024 dürfte
die Nachfrage das
Angebot in ähnl
ichem Ausmaß
übersteigen wie
2023.“ Das alles
hat nicht zuletzt mit der „grünen
Energiewende“ zu tun: Denn das
Edelmetall ist aufgrund seiner ausgezeichneten
Leitfähigkeit aus Solaranlagen
und Elektroautos nicht
wegzudenken. Auch im boomenden
Halbleiterbereich hat Silber seinen
festen Platz.
Nitesh Shah,
Leiter Rohstoff- und
Makro-Research bei
WisdomTree
© ADOBE STOCK/SUNSHOWER/YEMELYANOV/HAND, WISDOMTREE
immobilien investment 4/2024
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dalmatinischen Küste
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Ab Sommer 2025 könnte eine der exklusiven Residenzen Ihr zweites Zuhause sein.
16
NEWS PERSONAL
Neuer Leiter für Gewerbe
und Investment bei IMMOcontract
Mit Thomas Morawek hat IMMOcontract
einen neuen Leiter für den Bereich
Gewerbe und Investment an
Bord geholt, eingesetzt in die Position
wurde er Anfang Juli, berichtet IMMOcontract.
Morawek verfügt über umfangreiche
Erfahrung im Immobiliensektor,
insbesondere im Bereich Gewerbe
und Investment. Ursprünglich
aus dem Bankensektor kommend, wo
er in der Vermögensverwaltung tätig
war, wandte sich Morawek vor zwölf
Jahren der Immobilienbranche zu. Seitdem
hat er sich auf den Gesamtverkauf
von Neubauprojekten spezialisiert. Zuletzt
spielte er eine wesentliche Rolle
beim Aufbau eines Off-Market-Investmentunternehmens.
In seiner neuen
Position soll er den Bereich Gewerbe
und Investment weiterentwickeln.
Angelus Bernreuther dockt bei DEFAMA an
Angelus Bernreuther, erfahrener Handelsexperte
und zuvor sieben Jahre
bei Kaufland als Leiter Beziehungsmanagement
tätig, wechselt zur Deutschen
Fachmarkt AG und wird dort die
Position des Head of Business Development
bekleiden. Damit wird er künftig
das Transaktionsgeschäft des börsennotierten
Unternehmens leiten und die
Marktpräsenz der DEFAMA stärken, so
die Deutsche Fachmarkt AG. Bernreuther
blickt auf über 20 Jahre Erfahrung
im Bereich Handel und Handelsimmobilien
zurück.
Gabriel Eder neuer Rechtsanwalt
bei M2S Rechtsanwälte
Gabriel Eder, seit der Gründung der
M2S Rechtsanwälte GmbH als Rechtsanwaltsanwärter
tätig, ist nun offiziell
als Rechtsanwalt in Wien eingetragen
und hat im letzten Jahr seine Rechtsanwaltsprüfung
mit sehr gutem Erfolg
bestanden. Eder, der ein Postgraduate-Studium
in Wohn- und Immobilienrecht
an der Universität Wien mit
ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen
hat, berät Mandanten vor allem zu Immobilienrecht
und allgemeinem Zivilrecht
sowie in allen Bereichen der Prozessführung.
Felix Huber neu im Asset-Management
bei 3SI Immogroup
Felix Huber ist ab sofort Teil des Asset-Management-Teams
der 3SI Immogroup.
Huber bringt mehr als sieben
Jahre Erfahrung in der Branche mit, die
er seit 2017 in verschiedenen Positionen
gesammelt hat. Nach seinem Einstieg
in die Immobilienbewertung und
einem 1,5-jährigen Engagement in einer
Hausverwaltung war Felix Huber in den
vergangenen fünf Jahren in leitender
Funktion im Asset-Management tätig.
Seine Schwerpunkte lagen dabei im Bereich
Zinshäuser und Altbauten, wo er
sich um die Bestandsentwicklung und
Finanzierung zur Wertsteigerung der
Immobilien kümmerte.
© IMMOCONTRACT, DEFAMA, M2S RECHTSANWÄLTE, 3SI IMMOGROUP/STEFAN JOHAM
immobilien investment 4/2024
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18 GASTKOMMENTAR
Damoklesschwert Überregulierung
„Gut gemeint ist nicht gut gemacht“ – die EU-Taxonomie erweist sich
als das Schwert des Damokles für die Immobilienwirtschaft.
Der sogenannte Green Deal sieht vor,
dass die Branche ihre CO 2
-Emissionen
bis zum Jahr 2030 um 55 Prozent
reduzieren muss. Das erweist sich in einem
Großteil der Fälle als Problem und
gefährdet, nach letzten Erhebungen, bis
zu 40 Prozent der Immobilienwerte.
Das ursprüngliche Ziel der Taxonomie
war, zukünftige Investitionen in
nachhaltige Industrien und Produkte
zu lenken und damit eine stimulierende
Wirkung zu entfalten. Allerdings
sehen wir heute schon, dass die Rechnung
ohne den Wirt gemacht wurde.
Gescheiterte Initiativen wie die geplante
Einführung des Heizungsgesetzes
in Deutschland bzw. die Umkehr von
der Umkehr der Produktion von Verbrennerautos
sind dafür Belege.
Anstatt wie in den USA mit dem
Inflation Reduction Act einen Anreiz
zu schaffen, durch den sich die Industrie
und der Mittelstand Anschubfinanzierungen
und steuerliche Vergünstigungen
für Innovationen und
Ansiedlungen von Produktionsstätten
sichern können, werden in Europa die
Bemühungen der Industrie durch überbordende
Regulatorik und weltfremde
Parteipolitik ausgebremst.
Das Schlimme daran ist die Tatsache,
dass damit die dringend notwendigen
Innovationen und Neuerungen im Keim
erstickt bzw. ausgebremst und deutlich
verlangsamt werden. Schlimm deswegen,
weil wir gar keine andere Wahl haben
als die Immobilien in der Zukunft
nachhaltig zu gestalten, zu bauen und
zu bewirtschaften. Das Thema ist viel
zu ernst, als dass wir es nicht beachten
könnten. Nicht nur aus Erwägungen des
Klimaschutzes, sondern auch aus volkswirtschaftlichen
und aus Wettbewerbsüberlegungen
heraus.
Hubert Abt,
Founder und CEO
von workcloud24
Neben der monetären Seite der Medaille
wiegt die Erhaltung des sozialen
Friedens, der zu erheblichen Teilen in
die Verantwortung der Immobilienwirtschaft
fällt, mindestens genauso schwer.
Wohnen muss bezahlbar bleiben!
Und nicht nur das, das Thema Immigration
dominiert die Wahlen in
ganz Europa und den USA. Derzeit sind
rund 30 Millionen Menschen weltweit
auf der Flucht, wobei jeweils ein Drittel
aus politischen, wirtschaftlichen
oder klimabezogenen Gründen unterwegs
ist. Wen wir das Thema nicht in
den Griff bekommen, werden bald 200
Millionen auf dem Beinen sein, und
dann wird es ungemütlich, auch auf
Mallorca.
Es lohnt sich also, dem Thema Klimawandel
entgegenzuwirken nicht
durch Verweigerung, vielmehr durch
proaktives Handeln, und heute schon
darüber nachzudenken, was wir tun
können, um den Ansprüchen zukünftiger
Kunden im Einklang mit dem Klimaschutz
gerecht zu werden.
© ADOBE STOCK/BLUEDESIGN
immobilien investment 4/2024
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20
NEWS EVENTS
Sommerfest
FORE x VÖPE Next
Den Herbst besonders früh
eingeläutet hat das Team von
Future of Real Estate (FORE),
diesmal mit VÖPE Next. Die
Veranstaltung fand stilecht
beim Heurigen Weingut Feuerwehr-Wagner
statt, wo es sich
zahlreiche junge Branchenprofis
bei kühlem Wein und zünftigen
Speisen nicht nehmen lassen
wollten, auf Urwienerisch zu
netzwerken. Da ließ sich dann
auch der eine oder alte Hase blicken,
um den jungen Spirit aufzunehmen.
Back to Work
mit 15. Jubiläum
Der Salon Real, das Netzwerk
für Frauen in der Immobilienwirtschaft,
feierte im House
of Strauss – besser bekannt als
Casino Zögernitz – in Wien 19
sein 15-jähriges Bestehen im
Rahmen des beliebten „Back
to Work Cocktail“. Seit seiner
Gründung bietet das Netzwerk
eine Plattform für Austausch
und Unterstützung und umfasst
heute mehr als 200 Mitglieder in
Führungspositionen.
© LEADERSNET/KATHARINA SCHIFFL, LEADERSNET/RIECK/MIKES, LEADERSNET/C. MIKES, JTGRAPHY
immobilien investment 4/2024
21
Startschuss
beim Immo-Picknick
Beim 4. Immo-Picknick im
Schloss Pötzleinsdorf wurde
nicht nur genetzwerkt, sondern
zugleich auch der Verein „IMM-
MA“ gegründet. Ziel des Vereins
ist es, Wissen über Immobilienmarketing
und -kommunikation
zu verbreiten und zu fördern.
Dazu werden Schulungen, Seminare
und Workshops angeboten
sowie Informationsmaterial
bereitgestellt. Der Verein fördert
auch den Austausch und die Zusammenarbeit
unter Kommunikationsfachleuten.
VÖPE Next lud
zum After Dark
Bereits zum zweiten Mal lud
VÖPE Next – die Vereinigung
junger Projektentwickler – zum
After-Dark-Clubbing ins „VIE i
PEE“, auch bekannt als die ehemalige
Pratersauna. Über 600
Teilnehmer nutzten die Gelegenheit,
sich in entspannter Atmosphäre
auszutauschen und neue
Kontakte zu knüpfen, aber auch
gebührend zu feiern.
4/2024 immobilien investment
22
IMMO-FRÜHSTÜCK
immobilien investment 4/2024
23
Frühstück bei Herrmann
Am 30. August 2024 fand in der Wiener „Strandbar Herrmann“ das traditionelle
Immo-Frühstück der della lucia medien und verlags GmbH (DMV) statt.
© DMV
Zahlreiche Branchenkenner trafen
sich im beliebten Lokal am Donaukanal
zum alljährlichen „Business
Breakfast“ des Medienverlags, um sich
in einer einladenden und geselligen
Umgebung auszutauschen und den Immobilienherbst
zu begrüßen.
Elisabeth „Sissi“ Della Lucia, Geschäftsführerin
von DMV, freute sich
über den regen Andrang und betonte in
ihrer Ansprache die Notwendigkeit des
Zusammenhalts in einer wirtschaftlich
herausfordernden Zeit, die aktuell
von restriktiven Kreditbedingungen,
steigenden Zinsen und Teuerung geprägt
ist.
Darüber hinaus wies sie auf den
bevorstehenden 2. Internationalen immobilien
investment Kongress am 7.
November 2024 im Palais Berg in Wien
hin, der unter dem Motto „preparing
4/2024 immobilien investment
24
IMMO-FRÜHSTÜCK
© DMV
immobilien investment 4/2024
25
for future – für die Zukunft gerüstet“
steht. Hier werden zahlreiche Experten
aus Europa ihre Perspektiven zu
aktuellen Herausforderungen und
Chancen in der Branche teilen. Chefredakteur
Charles Steiner gab einen
kurzen Einblick in das spannende Programm
des Kongresses.
Die Gäste nutzten die Gelegenheit,
um bei einem köstlichen Frühstück
neue Kontakte zu knüpfen, bestehende
Netzwerke zu pflegen und
sich über aktuelle Trends und Projekte
auszutauschen. In entspannter
Atmosphäre wurde bei strahlendem
Sonnenschein bis Mittag intensiv diskutiert,
welche Themen den Immobilienherbst
prägen könnten.
Alle Gäste können wir hier platzbedingt
natürlich nicht aufzählen, aber
u. a. tummelten sich in der „Strandbar
Herrmann“: Franz Pöltl, EHL Investment
Consulting, Eugen Otto, OTTO Immobilien,
Claudia Brey, ÖBB Immobilien,
Martina Maly, UBM Development, Stefan
Brezovich, ÖRAG, Sascha Haimovici,
IMMOcontract, Roland Pichler, Die
Wohnkompanie, Peter Ulm, allora Immobilien,
Wolfgang Scheibenpflug (Flughafen
Wien), David Beran, IMMOunited,
Maria Dreschl, Kurier, Roman Schleser,
Die Presse, Dietmar Reindl, baumhouse,
Anne Aubrunner, FMTG Invest, Stefan
Artner und Magdalena Brandstetter,
DORDA, Alexander Fenzl und David
Breitwieser, OPTIN Immobilien, Frank
Brün, AREAMA, Hubert Fröschl, s REAL,
Michael Uher, Schindler Aufzüge,
Stephan Pasquali, 3SI Immogroup.
CAROLIN ROSMANN
4/2024 immobilien investment
Bereits zu etwas mehr als
einem Drittel realisiert,
wächst aspern Die Seestadt
Wiens stetig weiter: Bereits
heute zählt sie 12.000
Bewohner und rund 550
Unternehmen, über 5.000
Menschen arbeiten dort.
Impulse für den Wohnbau erwünscht
Die Baukrise in Österreich spitzt sich aufgrund weiterhin schwieriger
Finanzierungsbedingungen zu und sorgt für zahlreiche Herausforderungen am heimischen
Wohnimmobilienmarkt. Fest steht, dass der Wohnbau in den kommenden Jahren angekurbelt
werden muss, um den Bedarf zu decken und die Preisstabilität zu sichern.
Ein aktuelles Quartalsupdate des
„Ersten österreichischen Neubauberichts“
wirft durchaus besorgnis-
Die Warnsignale sind daher unübersehbar:
Sollten sich die Rahmenbedingungen
nicht drastisch ändern, könnte der
Diese Situation hat auch dazu geführt,
dass „die Entscheidungsfindung beim
Erwerb von Eigentum“, wie Elisabeth
erregende Schatten auf die zukünftige
Wohnungsbau in Wien eine dramati-
Rohr, Geschäftsführerin der gleichna-
Entwicklung im Wohnungsneubau. Die
sche Entwicklung nehmen, mit einem
migen Immobilienagentur untermau-
von der Bauträgerdatenbank EXPLORE-
Rückgang der Fertigstellungen auf
ert, „zunehmend länger dauert“. „Die
AL und dem Fachverband der Immo-
knapp unter 10.000 Einheiten bis 2026,
Interessenten vergleichen viel mehr
bilien- und Vermögenstreuhänder der
wie aktuelle Daten von EXPLOREAL un-
und versuchen zu verhandeln.“
WKO veröffentlichten Zahlen prognos-
termauern. In den anderen Bundeslän-
Der Mietmarkt bleibt ähnlich ange-
tizieren für 2024 österreichweit die Fer-
dern ist die Situation kaum besser. Mit
spannt. „Durch die geringere Erschwing-
tigstellung von lediglich 37.100 neuen
Ausnahme von Kärnten wird in diesem
lichkeit von Wohnungseigentum ist die
Wohneinheiten – ein Rückgang von 13
Jahr überall von rückläufigen Fertigstel-
Nachfrage nach Mietwohnungen gestie-
Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Noch
lungen ausgegangen.
gen“, erklärt Aleksandra Mitrovic, Lei-
alarmierender sind die Prognosen für
2025 und 2026, die von Rückgängen um
Preise sind das zentrale Thema
tung Wohnen Miete bei ÖRAG Immobilien.
Immer mehr Menschen sehen sich
26 bzw. 44 Prozent gegenüber 2023 aus-
Ein Preisvergleich mit dem zweiten
gezwungen, in den Mietmarkt zu wech-
gehen. Tendenz weiterhin sinkend.
Quartal des Vorjahres zeigt eine öster-
seln, und würden sich laut Elisabeth
„Trotz der jetzt eingeläuteten Zins-
reichweite Steigerung von fünf Prozent
Rohr für Mietwohnungen „regelrecht
wende – es werden weitere Zinssenkun-
bei neuen Eigentumswohnungen paral-
bewerben und ihre Entscheidungen
gen im Jahresverlauf erwartet – sind die
lel zur allgemeinen Preisentwicklung.
extrem schnell treffen“, weshalb in die-
Transaktionen im ersten Halbjahr er-
Der Preis für eine neu errichtete Woh-
sem Segment eine steigende Nachfrage
neut zurückgegangen, wenngleich deut-
nung in Wien lag im Q2/2024 bei 7.070
zu verzeichnen ist und die Preise, ins-
lich schwächer als im Vorjahr“, erläutert
Euro pro Quadratmeter, österreich-
besondere im urbanen Segment, nach
der WIFO-Experte Michael Klien. „Eine
weit bei 6.462 Euro pro Quadratmeter
oben getrieben werden.
Bodenbildung ist daher im Gange, aber
und damit leicht darunter. Regional
Die frei finanzierten Mieten haben in
eine Trendwende noch nicht sichtbar.“
Laut Prognosen von ZT datenforum
soll etwa die Anzahl der Transaktionen im
Bereich neuer Eigentumswohnungen in
Wien bis Ende 2024 auf 1.765 fallen – das
würde einem Minus von rund 32 Prozent
gegenüber dem Vorjahr entsprechen.
schwanken die Preise jedoch erheblich.
Während in Wien und Niederösterreich
die Preise leicht gefallen sind, hat
Tirol die größte Rückgangsrate mit –7,2
Prozent verzeichnet. Salzburg hingegen
erlebt mit einem Plus von 11,5 Prozent
einen merklichen Anstieg.
Österreich laut EXPLOREAL um 5,3 Prozent
im Jahresvergleich zugenommen
und spiegeln damit die Erhöhung der
Eigentumspreise wider. Die regionale
Diskrepanz bei den Mieten ist enorm: In
Wien liegt der durchschnittliche Netto-
Mietpreis für eine frei finanzierte, neu
© WIEN 3420, 3SI IMMOGROUP_ZACKPLAN
immobilien investment 4/2024
WOHNBAU
27
errichtete Wohnung bei 15,77 Euro
pro Quadratmeter – das ist ein
Anstieg von über 13 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr. „Die Angebotsverknappung
ist bereits im
Bereich der Miete stark spürbar,
mit einem Minus bei Wohnungsfertigungsstellungen
von mehr als
40 Prozent“, so Karina Schunker,
Geschäftsführerin EHL Wohnen.
Markt in der Zwickmühle
Die Kombination aus Inflation, Zinserhöhungen
und den restriktiven Kreditvergabebedingungen
hat, wie etwa
auch Bernhard Reikersdorfer, Managing
Director von RE/MAX Austria, erläutert,
„den Wohnimmobilienmarkt in Österreich
abgekühlt“ und die Nachfrage im
Kaufsegment stark behindert. Der WI-
FO-Experte Klien nennt als wichtigsten
Aspekt, dass die Kauflust wegen der erhöhten
Finanzierungskosten und der
Trotz herausfordernder Zeiten gibt es Projektentwickler,
die Dachgleichen feiern – wie vor Kurzem die 3SI Immogroup
mit dem Zinshaus-Projekt „The X“ in Wien-Favoriten. Der
Revitalisierungsstart fiel im Sommer 2023, Anfang 2025 sollen
die insgesamt 23 Eigentumswohnungen bezugsfertig sein.
KIM-Verordnung erheblich abgenommen
hat, während die Nachfrage nach
Mietwohnungen zeitgleich angestiegen
ist – laut EHL gar um 120 Prozent. Diese
Situation hat den Markt in eine Art
Zwickmühle gebracht, in der viele potenzielle
Käufer vom Eigenheim-Traum
Abstand nehmen müssen und gleichzeitig
mit deutlich steigenden Mietpreisen
konfrontiert sind. „Die KIM-Verordnung
verwehrt vielen Österreichern, Eigentum
aufzubauen“, betont Schunker.
Derzeit ist das Angebot im Bereich
Eigentum noch vielfältig, aber ab 2025
wird in diesem Segment aufgrund
der Angebotsverknappung bei
gleichzeitiger Nachfragesteigerung
sowie einem hohen Niveau bei
Bau-, Finanzierungs- und Grundstückspreisen
eine Erhöhung der
Preise erwartet. Und das hat auch
Folgen für die Entwickler: „Aufgrund
der gestiegenen Kosten haben
viele Bauherren neue Projekte
auf Eis gelegt“, so Jasmin Soravia,
Geschäftsführerin der Kollitsch & Soravia
Immobilien GmbH. „Auch bei den
gemeinnützigen Bauträgern geht die
Rechnung nicht mehr auf, und es wurden
viele Projekte vorerst gestoppt.“ Abstand
wurde auch von Globalverkäufen
genommen, „da aufgrund gestiegener
Renditen die Vorstellungen von Käufer
und Verkäufer preislich nicht mehr zusammenkommen“.
Die Insolvenzwelle zahlreicher Projektentwickler
hat in der Branche für
große Unsicherheit gesorgt. Sie ist auf
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28
WOHNBAU
Wie schätzen Sie die Entwicklung des
Wohnimmobilienmarkts in Österreich in
den nächsten fünf bis zehn Jahren ein?
die rapide gestiegenen Baukosten
und die plötzlichen
Zinssteigerungen zurückzuführen,
wie Jasmin Soravia
analysiert. Und Michael Klien
ergänzt: „Das Geschäftsmodell
der meisten Projektentwickler
funktioniert in der momentan
schwierigen Finanzierungssituation
einfach nicht mehr.
Jene Projektentwickler, die mit
zu optimistischen Erwartungen Projekte
begonnen haben, kämpfen nun mit Finanzierungs-
und Absatzproblemen. Ob
die momentane Situation durchtaucht
werden kann, hängt auch davon ab, inwiefern
Reserven bzw. ein stabiler Cashflow
(zum Beispiel aus Vermietungen)
vorhanden ist.“ Erfolgreichere Entwickler
hingegen haben in der Vergangenheit für
eine stabile finanzielle Basis gesorgt und
zeichnen sich durch Flexibilität aus, wie
aktuelle Projekte (siehe Fotos) beweisen.
Chance für Gebrauchtimmobilien
Preisstabil bleibt der Markt für gebrauchte
Immobilien. Erste Anzeichen
für Preisrückgänge gibt es im regionalen
Bereich. Peter Weinberger, Geschäftsführer
von Raiffeisen Immobilien NÖ/
Wien/Burgenland: „Dort, wo es sie noch
nicht gab, wird es zu Anpassungen kommen
müssen, bis die Preise wieder ein
für den Endkunden finanzierbares Level
erreicht haben.“ Seiner Meinung nach
müsse dem Gebrauchtimmobilienmarkt
stärkeres Augenmerk geschenkt
werden, da er viele Vorteile biete: „Es
muss keine zusätzliche Fläche versiegelt
werden, es werden weniger Ressourcen
verbraucht, und der Käufer kann das
Objekt im Einklang mit den eigenen finanziellen
Mitteln schrittweise an die
Neue Maßstäbe für zeitgemäßes
Wohnen setzen die DC Musicflats mit
schallentkoppelten Wohnungen in Wien.
Die Kooperation zwischen der S+B Gruppe und
STRABAG Real Estate (SRE) ermöglicht es Mietern
ab sofort, sowohl in den eigenen vier Wänden als
auch in speziell gestalteten Proberäumen zu üben.
Auch Kollitsch & Soravia hat Projekte in der Pipeline
und plant mit dem nachhaltigen Projekt „Helene“ den
Bau zweier exklusiver Stadtvillen in Baden, die jeweils acht
Eigentumswohnungen beherbergen. Der Baubeginn soll –
nach entsprechender Vorwertung – noch heuer erfolgen,
die Fertigstellung ist bis Ende 2026 geplant.
persönlichen Bedürfnisse anpassen.“
Auch die Themen Nachhaltigkeit und
Energieeffizienz haben sich, wie etwa Jasmin
Soravia betont, zu entscheidenden
Faktoren entwickelt, die das Kauf- oder
Mietverhalten maßgeblich beeinflussen.
„Das wachsende Umweltbewusstsein
und die Notwendigkeit, Energiekosten
zu senken, könnten dazu führen, dass
nachhaltige und energieeffiziente Immobilien
noch stärker nachgefragt werden“,
meint auch Aleksandra Mitrovic. Zudem
– davon ist die ÖRAG-Expertin überzeugt
– könnte die „Digitalisierung die Ansprüche
an die technische Infrastruktur
und smarte Wohnlösungen erhöhen“.
Effiziente Planung als Schlüssel
Um den Engpass an Wohnraum im Neubaubereich
zu bekämpfen, sind Experten
zufolge zeitnahe und weitreichende Maßnahmen
erforderlich. Laut Peter Weinberger
ist kostenbewusstes Bauen und
Planen gefragt: „Ziel muss es sein, durch
effiziente Grundrisse, sparsamen Ressourceneinsatz
und kluge Planung das
Bauen wieder billiger und damit leichter
finanzierbar bzw. leistbarer zu machen.“
Karin Schunker und Jasmin Soravia fordern
zudem einen Bürokratieabbau und
damit etwa eine Beschleunigung der Bewilligungsverfahren
sowie eine Durchforstung
der Bau- und Bewirtschaftungsregularien.
Auch weitere Zinssenkungen
würden zu einer Belebung des Markts
beitragen, sind sich die Expertinnen sicher.
Bernhard Reikersdorfer von RE/
MAX Austria bringt noch den Aspekt der
Nachverdichtung ins Spiel: „Durch eine
Anpassung der Bebauungspläne könnten
Städte Spielraum für höhere Gebäude
oder alternative Nutzungen bestehender
Gebäude schaffen und so mehr Wohnraum
generieren.“ CAROLIN ROSMANN
„Die wachsende Bevölkerung und die Urbanisierung in
Österreich führen zu einem hohen Wohnungsbedarf.
Preisanstiege sind erst nach einer Lockerung der Zinspolitik
zu erwarten, wobei das WIFO für 2026 einen Leitzins
von 2,5 Prozent prognostiziert. Dies wird sowohl
die Nachfrage nach Eigentumswohnungen als auch den
Mietwohnungsmarkt positiv beeinflussen.“
MICHAEL KLIEN, SENIOR ECONOMIST, WIFO
„Prognosen sind schwierig, aber: Einfamilienhäuser
könnten aufgrund der Versiegelungsthematik an
Bedeutung verlieren, während nicht energieeffiziente
Immobilien schwer verkäuflich werden könnten. Nach
einer Stabilisierung der Finanzierungsverhältnisse
wird der Markt für Eigentumswohnungen wieder
florieren. Der Fokus wird zunehmend auf Wohnqualität,
Ausstattung und Lage liegen, wobei Grünflächen und
Gemeinschaftsbereiche unverzichtbar werden.“
JASMIN SORAVIA, GESCHÄFTSFÜHRERIN
DER KOLLITSCH & SORAVIA IMMOBILIEN GMBH
„In Österreich wird der Zuzug anhalten, was den Wohnraumbedarf
in Wien steigert. Da Grund und Boden
begrenzt sind, bleibt die Situation angespannt und die
Baukosten hoch. Einsparungen könnten durch Digitalisierung
und Vernetzung der Projektentwickler sowie
Baufirmen erzielt werden.“
ELISABETH ROHR, GESCHÄFTSFÜHRERIN
ELISABETH ROHR REAL ESTATE
„Die Errichtung frei finanzierter und preiswerter
Wohnungen muss weiterhin angekurbelt werden, damit
auch künftig ausreichend Wohnraum zur Verfügung
steht. Modulare, nachhaltige Bauweisen und erneuerbare
Energien sind dabei ebenso entscheidend sowie
attraktive wirtschaftliche und gesetzliche Rahmenbedingungen
für Projektentwickler.“
KARINA SCHUNKER,
GESCHÄFTSFÜHRERIN EHL WOHNEN
„Es sind stabile bis steigende Preise in urbanen Zentren,
eine höhere Nachfrage nach nachhaltigen Gebäuden
und Anpassungen an demografische Veränderungen
zu erwarten. Wirtschaftliche Faktoren wie Zinsen und
Inflation sowie politische Maßnahmen werden die
Marktentwicklung stark beeinflussen.“
ALEKSANDRA MITROVIC,
LEITUNG WOHNEN MIETE BEI ÖRAG IMMOBILIEN
„Der Markt für Neubauprojekte benötigt Zeit, um sich
an höhere Zinsen und striktere Kreditvergaben anzupassen,
während Bestandsimmobilien sich schneller
angepasst haben und gebrauchtes Eigentum günstiger
geworden ist. Daher wird eine schnellere Erholung im
Sektor der Bestandsimmobilien erwartet.“
PETER WEINBERGER, GESCHÄFTSFÜHRER VON RAIFF-
EISEN IMMOBILIEN NÖ/WIEN/BURGENLAND
„Ich gehe davon aus, dass die Preise für Wohnimmobilien
in zehn Jahren deutlich höher sein werden als heute
und Themen wie Nachhaltigkeit und energieeffizientes
Bauen weiter an Bedeutung gewinnen werden.“
BERNHARD REIKERSDORFER,
MANAGING DIRECTOR VON RE/MAX AUSTRIA
„Solange sich die Rahmenbedingungen wie niedrigere
Zinsen oder Förderung des Hauptwohnsitzes für Familien
nicht verbessern, wird sich auch der Immobilienmarkt
nicht deutlich erholen.“
DIETER LEITNER,
GESCHÄFTSFÜHRER ZT DATENFORUM
© KOLLITSCH & SORAVIA IMMOBILIEN GMBH, OLN
immobilien investment 4/2024
The Global
Urban Festival
Pre-opening 10 March
11-14 March 2025
Palais des Festivals, Cannes, France
MIPIM influences and accelerates the transformation of the built
environment by crafting a unique, week-long urban festival in Cannes.
Face-to-face discussions, workshops and panels offer inspiration
and thought-leadership, while creating opportunities to exchange
experiences and drive business and professional growth.
As a reference point for the global real estate industry, MIPIM provides
unique access to global capital and concrete solutions for making assets
more sustainable and resilient in a rapidly changing world.
Be part of MIPIM
mipim.com
30
INTERVIEW
Bewohner von einer hervorragenden
Infrastruktur dank der unmittelbaren
Nähe zur Stadt und zum Naschmarkt.
Nachhaltige Investition
Christian Winkler, Gründer und Geschäftsführer
von WINEGG Realitäten, blickt zuversichtlich auf die
Entwicklung am Wiener Zinshausmarkt und stellt
aktuelle Revitalisierungsprojekte vor.
Welche Herausforderungen sehen Sie
aktuell auf dem Wiener Zinshausmarkt,
und wie geht WINEGG damit um?
Die Herausforderungen sind vielfältig
– von steigenden Baukosten über
die steigenden Ansprüche an Umweltstandards
bis hin zur Sicherstellung
der Wohnqualität. Wir analysieren
und optimieren unser Portfolio regelmäßig,
ohne unnötige Risiken einzugehen,
und setzen einen klaren Fokus
auf Qualität, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.
Ihr Unternehmen verfolgt mit seinen
Projekten eine „grüne“ Strategie. Welche
besonderen Maßnahmen setzen
Sie um, um ökologische und ökonomische
Nachhaltigkeit zu gewährleisten?
Unsere Projekte zeichnen sich durch
einen ganzheitlichen Ansatz aus. Dazu
zählen der Einsatz von Photovoltaikanlagen
und Wärmepumpen sowie die
Verwendung ressourcenschonender
Baumaterialien. Zudem legen wir Wert
auf flexible Grundrisse und die Berücksichtigung
von Barrierefreiheit. Die
Zertifizierung nach DGNB-Standards
hilft uns, unsere Ziele zu erreichen
und transparent zu machen, wo wir in
puncto Nachhaltigkeit stehen.
In der Wiener Kettenbrückengasse
wurde vor Kurzem ein Wohnprojekt
fertiggestellt, in der Kettenbrückengasse
1 befindet sich ein weiteres Projekt
in Revitalisierung. Was ist Ihnen
bei diesen „By WINEGG“-Projekten
besonders wichtig?
Sowohl bei „THE FUSION“ als auch bei
„Essenz No. 1“ geht es um die Schaffung
einer Symbiose aus Tradition und
Moderne, um ein einzigartiges und
nachhaltiges Wohngefühl im Herzen
Wiens zu realisieren. Vielfältige Wohnungsgrundrisse
sprechen die unterschiedlichsten
Zielgruppen an. Darüber
hinaus profitieren die zukünftigen
2025 startet das Revitalisierungsprojekt
Roseggergasse in Wien-Ottakring.
Welche Vorteile bietet es künftigen
Bewohnern?
Hier bleibt der straßenseitige Altbau erhalten
und wird umfangreich revitalisiert,
während wir den Innenhof durch
einen modernen Neubau erweitern. Es
handelt sich um ein Vorzeigeprojekt für
gezielte Nachverdichtung. Insgesamt
entstehen 124 exklusive Eigentumswohnungen,
die sowohl im Altbau als auch
im Neubau eine Vielzahl von Wohnflächen
zwischen 41 und 245 Quadratmetern
anbieten. Ein großer Vorteil für
die Bewohner ist die Schaffung einer
begrünten Innenhof-Ruheoase sowie
privater Freibereiche wie Eigengärten,
Balkone und Dachterrassen.
Wie sehen Sie die Zukunft des Wiener
Zinshausmarkts? Welche Trends
könnten Ihrer Meinung nach in den
kommenden Jahren entscheidend sein?
Ich sehe eine positive Entwicklung für
den Wiener Zinshausmarkt, insbesondere
in Bezug auf nachhaltige Revitalisierungen.
Der Wunsch nach qualitativ
hochwertigem Wohnraum in absoluten
Trendlagen wird weiterhin steigen. Zudem
ist ein zunehmendes Interesse an
flexiblen Wohnungslösungen festzustellen,
die sowohl moderne als auch
historische Aspekte kombinieren. Das
nachhaltige Wohnen wird sich als Leitgedanke
in der Immobilienentwicklung
weiter festigen und auch neue Bewohner
anziehen, die eine hohe Lebensqualität
suchen. Zinshäuser in hervorragenden
Lagen bleiben eine sichere und
langfristig wertsteigende Anlageform,
die auch für künftige Generationen interessant
ist.
Weitere Informationen zu den
Revitalisierungsprojekten von
WINEGG finden Sie unter
www.winegg.at/projekte
CAROLIN ROSMANN
© WINEGG/STEFAN SEELIG
immobilien investment 4/2024
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34
INTERVIEW
Wohnen nach Bedarf
Mischek setzt auch zukünftig auf die Schaffung von
leistbarem Wohnraum und einen ausgewogenen
Nutzungsmix von Projekten. Wie das gelingen kann,
erläutert Ruth Jedliczka, Leiterin der Grundstücksund
Quartiersentwicklung sowie Geschäftsführerin
der Mischek Bauträger Service GmbH, im Interview.
„Da wir in der Vergangenheit
immer
darauf geachtet
haben, Liegenschaften
zu vernünftigen
Preisen zu erwerben,
sind wir zuversichtlich,
auch in Zukunft leistbaren
Wohnraum zur
Ver fügung stellen zu
können.“
Welche Faktoren sind Ihrer Meinung
nach für den Erfolg einer Quartiersentwicklung
entscheidend?
Ein Schlüssel zum Erfolg einer Quartiersentwicklung
ist ein ausgewogener
Nutzungsmix, der wirtschaftlich tragfähig
ist und soziale sowie kulturelle
Werte fördert. Entscheidend ist, Leerstände
zu vermeiden und eine lebendige
Atmosphäre zu schaffen. Dieser
Nutzungsmix muss in den Planungsprozess
integriert werden. Zudem ist
eine respektvolle Architektur wichtig,
die das Bedürfnis nach Privatsphäre in
Freiräumen berücksichtigt, sodass die
Bewohner keine individuellen Sichtschutzmaßnahmen
benötigen.
Welche Mechanismen sind wichtig,
um wesentliche Entscheidungen gemeinsam
zu treffen?
Es ist wichtig, dass alle Stakeholder
kooperieren, sich regelmäßig abstimmen
und gemeinsame Entscheidungen
treffen. So können Außenraum- und
Oberflächengestaltungen abgestimmt,
Nutzungen sinnvoll verteilt, Bauphasen
festgelegt und Budgets für gemeinschaftliche
Themen kooperativ verwaltet
werden.
Auf welche aktuellen Projekte
sind Sie besonders stolz?
Hier denke ich vor allem an das Projekt
„Oberes Hausfeld“ in der Donaustadt,
wo in den kommenden Jahren gemeinsam
mit 15 Bauträgern rund 3.500
Wohnungen, Parkflächen sowie eine
Schule und Kindergärten entstehen
werden. Besonders ist, und dabei war
unter anderem Mischek federführend,
der partnerschaftliche Entwicklungsprozess,
der zu einem einheitlichen
Gesamtkonzept geführt hat. Zudem
entwickeln wir das geförderte Projekt
„Campo Breitenlee“ mit ÖVW, bei dem
Kunden zuerst ihre Wohnung auswählen
und danach die Finanzierungsform
festlegen können.
Welche Strategien verfolgen Sie,
um auf dem sich wandelnden
Markt zu reüssieren?
Wir haben uns verstärkt im leistbaren
Wohnsegment positioniert und passen
die Wohnungen an die Bedürfnisse der
Bewohner an. Dazu gehört die Schaffung
optimaler Grundrisse, der Einsatz
kostensparender und alternativer
Energiesysteme sowie die kontinuierliche
Forschung und Entwicklung im
Bereich nachhaltiges Bauen.
Welche Rolle spielen die Themen
Nachhaltigkeit und ESG?
Bereits seit 2017 setzen wir auf alternative
Energiesysteme in unseren Immobilien.
Die Wohnungen werden mittels
Betonkernaktivierung beheizt und
konditioniert und sind völlig schadstofffrei.
Zudem konzentrieren wir uns
auf Lean Management, Digitalisierung
und vor allem auf Modularität, um Kosten
zu sparen. Der größte Nutzen für
unsere Kunden liegt jedoch in der Umsetzung
alternativer Energiesysteme.
Wie sehen Sie die zukünftige
Entwicklung am österreichischen
Immobilienmarkt?
Die schwierige Kostensituation, langwierige
Entwicklungs- und Behördenprozesse
und die KIM-Verordnung begleiten
uns schon seit geraumer Zeit.
Langwierige UVP- und Naturschutzverfahren
mit ungewissem Ausgang
erschweren die Risikoabschätzung und
eine kalkulierbare Umsetzung von Projekten.
Da wir jedoch in der Vergangenheit
immer darauf geachtet haben, Liegenschaften
zu vernünftigen Preisen
zu erwerben, sind wir zuversichtlich,
auch in Zukunft leistbaren Wohnraum
zur Verfügung stellen zu können. Die
Rahmenbedingungen sind allerdings
herausfordernd.
CAROLIN ROSMANN
© RUDI FROESE
immobilien investment 4/2024
Raum und
Wirklichkeit
Wir haben Gegenwart und Zukunft von
Architektur, Bauen und Wohnen im Blick.
Jeden Samstag in Ihrer „Presse“ oder
jederzeit unter:
DiePresse.com/immobilien
36
GASTKOMMENTAR
Was scheren uns Bilanzen –
lasst uns tanzen!
Eine Zeile aus „Ein Tag wie Gold“, einem Lied aus der
dritten Staffel von „Babylon Berlin“, gesungen von
der großartigen Meret Becker. Unwillkürlich musste ich
an die Krise der Projektentwickler und der mit
diesen verbundenen Finanzierer denken …
Während der Phase niedriger Zinsen
erlagen Eigen- und Fremdkapitalgeber
alten Mustern, indem sie an unendliches
Wachstum glaubten, das von
Projektentwicklern propagiert wurde.
Ebenso verfielen sie erneut der Faszination
scheinbar unfehlbarer Persönlichkeiten,
wie schon in den 1990er-Jahren
bei Dr. Jürgen Schneider.
Darüber hinaus führten strukturelle
Mängel in der Kreditprüfung und ein
fehlendes externes Projektmonitoring
zu leichtfertigen Kreditvergaben. Die Finanzierung
verteilte sich auf zahlreiche
Institute, wodurch kein vollständiges
Bild des kreditnehmenden Unternehmens
möglich war. Bei der SIGNA-Gruppe
beispielsweise war es unmöglich,
Verbindungen zwischen den rund 1.000
Gesellschaften zu erkennen. Red Flag
#1: Folgen wir blind dem Trend, oder
denken wir noch selbst?
Die personelle Unterbesetzung in den
Backoffices vieler Institute trug zur Unübersichtlichkeit
bei, insbesondere bei
komplexen Konstruktionen wie SIGNA.
Dennoch herrschte Vertrauen in die Kreditnehmer,
da komplexe Strukturen als
„schlau“ galten. Red Flag #2: Was man
nicht versteht, sollte man nicht anfassen.
Eine weitere Schwachstelle ist die Standardisierung
der Kreditprüfungsprozesse.
Die gängigen Systeme sind nicht auf
die Komplexität größerer Projektentwicklungen
eingestellt, und es werden
selten eigene Risikoanalysen gemacht.
Eine renommierte Bewertung reicht oft
als Entschuldigung, selbst keine kritische
Prüfung durchzuführen. Dies führt
zu einer Kultur, in der Kreditrahmen
erweitert werden, ohne tiefergehende
Analysen zu erstellen. Red Flag #3:
Vertrauen in den Kreditnehmer statt
kritischer Prüfung der Komplexität?
Ein Problem ist auch das mangelhafte
Kreditmonitoring bei vielen großvolumigen
Finanzierungen. Oft werden immense
Beträge nachträglich finanziert,
ohne dass dies zuvor auffällt. Verträge
und Nachunternehmer werden weder
umfassend geprüft noch hinsichtlich
Qualität, Kosten und Terminen überwacht.
Red Flag #4: Gibt es eine echte
Kreditprüfung oder nur Begründungen
für erweiterte Kreditrahmen?
Auch die Risikostrukturen des Kreditnehmers
bleiben oft unberücksichtigt.
Große Projektentwickler strukturieren
ihre Unternehmen so, dass möglichst
viel Kapital im eigenen Haus bleibt,
während die Risiken dieser Konstruktionen
in der Kreditprüfung ignoriert werden.
Red Flag #5: Wer überwacht den
Kreditnehmer und seine Aktivitäten?
Obwohl ESG-Prinzipien zunehmend
in die Kreditprüfung einbezogen werden,
bleibt die Governance-Komponente
schwer messbar. Dies darf jedoch
nicht als Entschuldigung dienen, nur
oberflächlich zu prüfen. Wann wird
endlich wieder mit klarem Menschenverstand
statt standardisierten Systemen
geprüft? Red Flag #6: Habe ich
genug Einblick in das Unternehmen,
um Risiken auszuschließen?
Die Rolle der Kreditinstitute als kritische
Begleiter und Berater des Kreditnehmers
sollte stärker ausgebaut werden. Das erhöht
die Kundenbindung und schützt die
Institute vor weiteren Risiken. Obwohl es
in der Bankenlandschaft positive Ausnahmen
gibt, ist es ernüchternd, dass die Lehren
aus den Finanzkrisen der 1990er- und
2000er-Jahre kaum Auswirkungen hatten.
Die Situation erinnert an das fehlende
Lernen aus früheren Krisen. Die frustrierende
Erkenntnis bleibt, dass trotz bekannter
Risiken und personeller Engpässe
in den Kreditabteilungen und bei den Credit-Risk-Officern
alte Muster fortbestehen.
So scheint es, als sei man am Glanz
von Projekten und Persönlichkeiten mehr
interessiert als an der soliden Prüfung
von Bilanzen und Risiken. Ganz nach dem
Motto: „Ein Schimmern, denn was kümmern
mich Bilanzen? Lass uns tanzen!“
Dietmar Patjens
bringt über 35 Jahre Erfahrung im Immobiliensektor mit, von
Entwicklung und Asset Management bis hin zu Führung und
Beratung. Er weist einen Hintergrund bei Big-4-Firmen auf
Partnerebene und einer internationalen Karriere als Interimsmanager
und Berater im Unternehmensimmobilienbereich
auf und ist seit 2008 Chartered Surveyor. Seine Expertise
umfasst Projektumschuldung sowie GRC Governance Risk
Compliance und Entwicklung.
© ADOBE STOCK/GLAZOK
immobilien investment 4/2024
INVESTMENT 37
Private Equity sucht Core
Während institutionelle Investoren nicht nur zurückhaltend
sind, sondern mitunter auch ihr Portfolio straffen, schlagen
Privatinvestoren und Family-Offices zu – mit spektakulären
Deals. Löst das private Kapital Fonds oder Versicherungen
ab – oder ist das nur ein kurzfristiger Trend, der dem
Marktumfeld geschuldet ist?
© MICHAELHIERNER
Erst vor wenigen Wochen erregte JLL
mit einer Analyse Aufsehen, wonach
im ersten Halbjahr Privatinvestoren
rund zehn Prozent des Gesamtinvestmentvolumens
ausgemacht haben
– und Objekte gekauft wurden, die zuvor
nur am Radar von institutionellen
Investoren gewesen waren. Mehr noch:
Letztere sind aufgrund des derzeitigen
Marktumfelds nicht nur sehr zurückhaltend
am Markt, Mittelabflüsse
zwangen sie teilweise auch dazu, ihre
Portfolien zu reduzieren. Und die Privatanleger,
die in der Regel nicht von
Finanzierungen abhängig sind, schlugen
zu – mit bemerkenswerten Deals,
wie etwa die Fünf Höfe in München gezeigt
haben.
Dieser Trend ist beileibe kein deutsches
Spezifikum. Laut Halbjahreszahlen
von EHL Immobilien waren
Privatinvestoren für 45 Prozent der
Gesamtinvestitionen verantwortlich
und bildeten damit die größte Käuferschicht
in der Periode, während sich
institutionelle Investoren beim Einkauf
als eher zaghaft erwiesen, jedoch
das eine oder andere Objekt aus dem
Portfolio abverkauften. Und die beliebteste
Anlageklasse, auf die sich das
Private Equity stützte, waren laut CBRE
Büroimmobilien. Rund 45 Prozent des
Volumens ist in die Assetklasse Office
geflossen. Bei den – derzeit wenigen
Transaktionen – in dem Segment zeigte
das Privatkapital jedenfalls eine klare
Dominanz.
Auch in Österreich waren einige
Transaktionen zu bemerken, bei denen
Privatanleger im Spiel waren und namhafte
Objekte kauften. Denn, so die
einhellige Meinung in der Immobilienwirtschaft,
eine solche Gelegenheit ist
für Privatkapital wie Family-Offices
selten. Vor zweieinhalb Jahren noch,
in der Nullzinsphase, als vor allem institutionelle
Investoren mangels Alternativen
massiven Anlagedruck hatten,
konnte das Privatkapital schlicht nicht
mithalten. Mit den schwierigeren Finanzierungskonditionen
haben nun mit
reichlich Cash ausgestattete Privatanleger
die besseren Karten in der Hand.
Heuer ist etwa der City Tower Vienna,
in dem das Justizzentrum Wien-Mitte
untergebracht wurde, von Euro Real
Estate, der Immobiliensparte des Family-Office
der Wilhelm von Finck Gruppe,
um 150 Millionen Euro gekauft worden.
Und im Vorjahr ging der Saturn Tower
um 114 Millionen Euro an Amisola, eine
Stiftung um den verstorbenen BILLA-
Gründer Karl Wlaschek.
Lösen jetzt Privatanleger die institutionellen
Investoren ab? Nicht zwingend.
Denn sobald die Zinsen und damit
die Refinanzierungskosten auf ein für
institutionelle Investoren akzeptables
Niveau gebracht werden, ist laut Experten
mit einem intensiveren Wettbewerb
zwischen beiden Investorengruppen zu
rechnen. CHARLES STEINER
Office &
warehouse
im Süden Wiens.
walter-business-park.com
38
AUS- UND WEITERBILDUNG
Auf Wissen bauen
Immobilien sind nicht nur Gebäude. Sie erfordern viel Fachkenntnis rechtlicher, finanzieller
und technischer Natur. In Österreich ermöglicht ein sehr breites Angebot an Aus- und
Weiterbildungsmöglichkeiten im immobilienwirtschaftlichen Bereich, dieses Wissen zu
erwerben. Das perfekte Ticket zur Immo-Karriere!
Unsicherheiten und technische Innovationen
geprägt ist, wie sich das in
den vergangenen zweieinhalb Jahren
allzu deutlich gezeigt hat. In der Immobilienbranche
müssen Fachleute in
der Lage sein, komplexe rechtliche Vorgaben
zu verstehen und anzuwenden,
sei es bei der Einhaltung von Bauvorschriften,
der Ausarbeitung von Mietverträgen
oder der Durchführung von
Genehmigungsverfahren. Ein solides
Verständnis der rechtlichen Grundlagen
ist unerlässlich, um Projekte reibungslos
und erfolgreich umzusetzen.
Ohne entsprechendes Wissen kann es
zu Verzögerungen, Rechtsstreitigkeiten
und letztlich zu erheblichen finanziellen
Verlusten kommen.
Die wirtschaftliche Dimension der
Immobilienentwicklung erfordert auf-
Immobilien sind weit mehr als bloße
Gebäude. Sie sind Lebensräume, die
das tägliche Leben der Menschen prä-
Trends abzuleiten. Das erfordert viel
Wissen, viel Erfahrung und noch mehr
Praxis. Die Verantwortung kann nur
grund ihrer Komplexität ebenfalls ein
hohes Maß an Fachwissen. Investitionen
in Immobilien sind oft mit erheblichen
finanziellen Risiken verbunden,
gen und die Entwicklung ganzer Städte
dann getragen werden, wenn man über
die durch wirtschaftliche Schwankun-
und Gemeinden beeinflussen. Immobi-
die vielen Aspekte, die in der Immobi-
gen und Marktentwicklungen verstärkt
lien sind ein Grundbedürfnis, sie sind
lienwirtschaft wichtig sind, Bescheid
werden können. Auch das hat sich
Orte zum Wohnen, Arbeiten, zur Aus-
weiß. Die österreichische Bildungs-
durch die jüngsten Entwicklungen ge-
bildung, Versorgung von Kranken und
landschaft räumt dem Thema Immo-
zeigt. Fachleute in der Immobilienwirt-
Verletzten, wichtig für Lieferketten
bilien im internationalen Vergleich
schaft müssen daher nicht nur die ak-
und die Versorgungssicherheit. Das
viel Platz ein, um sicherzustellen, dass
tuellen Markttrends kennen, sondern
erfordert Verantwortung: den Gesell-
die Entwicklung von Immobilien und
auch in der Lage sein, diese zu analy-
schaftern, den Nutzern, den Banken,
Lebensräumen nicht nur effizient und
sieren und zukunftsorientierte Strate-
aber letztlich vor allem den Menschen
rentabel, sondern auch nachhaltig und
gien zu entwickeln – und allem voran
gegenüber. Hinter jedem Bauprojekt
zukunftsorientiert gestaltet wird. Und
müssen sie entsprechend kalkulieren.
stehen nicht nur Beton, Stahl und
Ausbildung bedeutet lebenslanges Ler-
Eine fundierte wirtschaftliche Ausbil-
Glas, sondern auch eine komplexe Ver-
nen, also das Fachwissen immer wie-
dung ermöglicht es, Risiken besser zu
netzung rechtlicher, wirtschaftlicher,
der aufs Neue über Weiterbildungen zu
managen, Investitionsentscheidungen
technischer und ökologischer Aspekte.
erweitern.
zu optimieren und langfristige Wert-
Gleichzeitig sind Immobilien geopolitischen
Schwankungen unterworfen,
wie auch die Marktwirtschaft an sich,
Entscheidungen
basieren auf Wissen
steigerungen zu erzielen.
Technisches Wissen spielt bei der
Umsetzung von Bauprojekten eine
was die Herausforderungen in der Pla-
Wissen ist die Grundlage für fundierte
entscheidende Rolle. Moderne Bauvor-
nung und Entwicklung noch verstärkt.
Entscheidungen in einem Umfeld, das
haben erfordern ein tiefes Verständ-
Denn Immobilien sind beständig, in
der Planung sind auch zukünftige
durch ständig wechselnde gesetzliche
Rahmenbedingungen, wirtschaftliche
nis der neuesten Technologien, Materialien
und Bauverfahren. Die Planung
© BWAG
immobilien investment 4/2024
39
WO MAN DAS FUNDAMENT FÜR DIE IMMO-KARRIERE LEGEN KANN:
Technische Universität Wien
(TU Wien)
• Studiengänge: Immobilienwirtschaft
& Liegenschaftsmanagement
(Universitätslehrgang), Architektur,
Bauingenieurwesen, Raumplanung
• Curriculum: breites Spektrum an
Themen wie Immobilienbewertung,
Facility-Management, Finanzierung,
Recht, Projektentwicklung, Stadtplanung
• Mögliche Abschlüsse: Bachelor,
Master, Postgraduate Degrees
• Standort: Wien
www.tuwien.at
Fachhochschule Wien der WKW
(FHWien der WKW)
• Studiengänge: Real Estate Management
• Curriculum: praxisnahe und berufsbegleitende
Ausbildung mit den
Bereichen Wirtschaft, Recht, Technik,
Immobilienwesen. RICS-akkreditiert
• Abschlüsse: Bachelor, Master
• Standort: Wien
www.fh-wien.ac.at
Donau-Universität Krems
• Studiengänge: Immobilienwirtschaft
(verschiedene Weiterbildungsprogramme)
• Mögliche Abschlüsse: Zertifikate,
Bachelor, Master, Postgraduate Degrees
• Standort: Krems
www.donau-uni.ac.at
FH Joanneum
• Studiengänge: Architektur,
Bauplanung und Bauwirtschaft
• Curriculum: Vermittlung von
Kenntnissen in Immobilienbewertung,
Finanzierung, Recht,
Marketing und Projektentwicklung
• Abschlüsse: Bachelor, Master
• Standort: Graz
www.fh-joanneum.at
FH Kärnten
• Studiengänge: Architektur,
Sustainable Real Estate
Management, Bauingenieurwesen
• Curriculum: praxisorientiertes
Studium mit Fokus auf regionale
Immobilienmärkte
• Abschlüsse: Bachelor, Master
• Standort: Klagenfurt
www.fh-kaernten.at
FH Kufstein Tirol
• Studiengänge: Facility- und
Immobilienwirtschaft
• Curriculum: Vermittlung
von Kenntnissen in
Immobilienmanagement,
Projektentwicklung und
Facility-Management
• Abschlüsse: Bachelor, Master
• Standort: Kufstein
www.fh-kufstein.ac.at
Universität Innsbruck
• Studiengänge: Raumplanung,
Architektur, Bau- und Umweltingenieurwissenschaften
• Curriculum: Fokus auf die Planung
und Entwicklung von Städten und
Regionen, Architektur und Städtebau
• Standort: Innsbruck
www.uibk.ac.at
TU Graz
• Studiengänge: Bauingenieurwissenschaften
und Wirtschaftsingenieurwesen
• Curriculum: Vermittlung von Kenntnissen
in der Planung, Konstruktion
und dem Bau von Gebäuden
und Infrastruktur
• Abschlüsse: Bachelor, Master
• Standort: Graz
www.tugraz.at
Privatuniversität Schloss Seeburg:
• Studiengänge: Betriebswirtschaftslehre
mit Fokus Immobilienwirtschaft
(Bachelor)
• Curriculum: Vermittlung von
betriebswirtschaftlichen Grundlagen,
Immobilienrecht, Immobilienbewertung,
Projektentwicklung und
Facility-Management
• Mögliche Abschlüsse: Bachelor
• Standort: Seeburg
www.uni-seeburg.at
Lehrgänge
ÖVI Immobilienakademie:
• Beschreibung: Die ÖVI
Immobilienakademie bietet
ein breites Spektrum an
Kursen für Immobilienmakler,
Immobilienverwalter,
Sachverständige und mehr.
• Abschlüsse/Zertifikate: Die
angebotenen Kurse führen zu
verschiedenen Abschlüssen
und Zertifikaten, wie z. B.
Immobilienverwalterassistent,
Vorbereitungskurs zur
Sachverständigenprüfung etc.
www.immobilienakademie.at
WIFI Wien:
• Das WIFI Wien bietet praxisnahe Kurse
zur Immobilienwirtschaft an. Hier
findet man unter anderem Kurse für
Immobilienmakler- und Immobilienverwalter-Assistenten.
• Abschlüsse/Zertifikate: Die Kurse
werden oft mit Zertifikaten abgeschlossen,
die den Erwerb spezifischer
Kompetenzen bescheinigen.
www.wifiwien.at
ARS Akademie:
• Immobilienkurse/Seminare in
verschiedenen Teilbereichen der
Immobilienwirtschaft möglich
ars.at
Frag IMMY…
…wenn‘s um Praktisches zu Verkauf, Vermietung und
Verwaltung von Immobilien geht.
www.IMMY.at
Wo Immobilienwissen ein Zuhause hat.
40
AUS- UND WEITERBILDUNG
und Errichtung energieeffizienter und
nachhaltiger Gebäude, die den Anforderungen
des Klimaschutzes gerecht
werden, erfordert technisches Knowhow,
das kontinuierlich aktualisiert
werden muss. Eine qualifizierte technische
Ausbildung sorgt dafür, dass
Fachleute in der Lage sind, innovative
Lösungen zu entwickeln, die den ökologischen
Fußabdruck von Bauprojekten
minimieren und gleichzeitig die
Lebensqualität der Bewohner maximieren.
Denn ökologische Aspekte haben
nicht zuletzt wegen des Klimawandels
und des Umstands, dass der Gebäudesektor
mit rund 40 Prozent am
CO 2
-Ausstoß weltweit beteiligt ist, an
Bedeutung gewonnen, insbesondere
im Hinblick auf die Notwendigkeit,
nachhaltige Lebensräume zu schaffen.
Die Ausbildung in diesem Bereich
muss daher Umweltwissen vermitteln,
das es ermöglicht, Projekte so zu gestalten,
dass sie im Einklang mit der
Natur sind. Das umfasst den effizienten
Einsatz von Ressourcen, die Minimierung
von Emissionen und die Integration
von Grünflächen in städtische
Gebiete. Ohne ein solides ökologisches
Verständnis könnten Bauvorhaben zur
Verschlechterung der Umweltbedingungen
beitragen und damit langfristig
sowohl ökonomisch als auch sozial
negative Auswirkungen haben.
Darüber hinaus ist es auch notwendig,
dass die Ausbildung in der Immobilienbranche
neben technischem
Wissen auch Verständnis für soziale
und kulturelle Aspekte vermittelt, will
man mit Immobilien erfolgreich sein.
„Österreich hat eine lange Tradition in der Ausbildung
hochqualifizierter Fachkräfte, und dies zeigt sich
auch in der Immobilienbranche. Die Qualität der
Ausbildung in den verschiedenen Disziplinen der
Immobilienwirtschaft trägt entscheidend zur
Wettbewerbsfähigkeit des Landes bei.“
Lebensräume müssen den Bedürfnissen
der Menschen gerecht werden, und
dies erfordert ein Bewusstsein für die
Vielfalt der Lebensstile und die soziale
Verantwortung, die mit der Schaffung
von Wohnraum einhergeht. Eine ganzheitliche
Ausbildung, die technische,
wirtschaftliche, rechtliche und ökologische
Inhalte integriert, ist daher unerlässlich,
um Fachleute auszubilden,
die in der Lage sind, nachhaltige und
lebenswerte Räume zu schaffen.
Österreich hat eine lange Tradition in
der Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte,
und dies zeigt sich auch in der
Immobilienbranche. Die Qualität der
Ausbildung in den verschiedenen Disziplinen
der Immobilienwirtschaft trägt
entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit
des Landes bei. Durch die Förderung von
Wissen und Bildung auf hohem Niveau
wird sichergestellt, dass Österreich auch
in Zukunft in der Lage sein wird, den Herausforderungen
des globalen Markts zu
begegnen und gleichzeitig den hohen Lebensstandard
seiner Bürger zu erhalten.
Hier finden Sie die Möglichkeiten, mittels
fundierter Lehrinhalte in der Immobilienwirtschaft
erfolgreich zu werden.
CHARLES STEINER
© WALTER SKOKANITSCH
Berufsbegleitend studieren
Master Immobilienmanagement
Immobilien sind
nachhaltige Werte.
Wie mein Studium.
Recht/Wirtschaft/Technik
Immobilienprojektentwicklung
Bauträgerbefugnis
Bewerbungen ab Jänner 2025
Dauer: 4 Semester
www.fh-wien.ac.at ⁄ immo
41
Modulare Weiterbildung
in der Immobilienbranche
Die Universität für Weiterbildung Krems (vormals Donau-
Universität Krems) stellt derzeit das gesamte Lehrangebot auf
„Stackable Programs“ um. Damit biete man flexible Studienoptionen
von Zertifikats- bis zu Masterprogrammen an, so
Rainer Altmann, Studienmanager Real Estate der Universität Krems.
unsere Studienangebote neben Immobilien-
und Facility-Managern an Makler,
Hausverwalter, Bauträger, Finanzierungsexperten,
Bewerter oder Mitarbeiter bei
Gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften,
Family-Offices oder Asset-Management-Unternehmen.
Die Immobilienwirtschaft befindet sich
in einem rasanten Wandel. Wie reagiert
die Uni Krems darauf?
Wir haben unser Studienangebot im Immobilien-
und Facility-Management-Bereich
so erweitert, das Spezialisierungen
möglich sind. Wir bieten fünf Kernausbildungen
als Certified Programs an: Real
Estate Asset Management, Real Estate
Investment Management, Real Estate
Project Development, International Real
Estate Valuation und Facility Management.
Diese Stackable Programs können
mit wissenschaftlichem Arbeiten,
Wahlfächern und Abschlussarbeiten
sowie dem MBA-Programm der Danube
Business School kombiniert werden. Die
Studierenden können aus 16 möglichen
Abschlüssen auswählen: Zertifikate, Academic
Expert, MBA und MSc (CE).
Welche Hauptzielgruppen haben die immobilienrelevanten
Studiengänge der
Universität Krems?
Studierende und Unternehmen der Immobilienwirtschaft,
die eine Spezialisierung
und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter
fördern wollen. Fachlich richten sich
Da sich das Angebot an Berufstätige
richtet: Wie sieht da das Verhältnis zwischen
Präsenz- und Onlinestudium aus?
Wir setzen auf eine hybride Form des
Unterrichts, legen aber Wert darauf, dass
wir keine Fernuniversität sind. Die Immobilienwirtschaft
ist ein „People Business“,
unsere Studierenden sollen ja miteinander
arbeiten. Standardisierte Inhalte
können online abgehalten werden. In
den relevanten Themen ermöglicht der
geblockte Präsenzunterricht einen persönlichen
Austausch mit Lehrenden und
anderen Studierenden und führt zu einer
Erweiterung des beruflichen Netzwerks.
CHARLES STEINER
„Für die Zukunft gerüstet“ –
preparing for future
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42
DIENSTLEISTER
Die Menschen hinter der Immobilie
Die Immobilie ist mehr als die Summe ihrer Bestandteile. Von der Planung und Errichtung
über die Bewirtschaftung und Wartung bis zur Verwertung braucht es Menschen.
Ohne Dienstleister in der Immobilienwirtschaft kann es keine werthaltigen Immobilien geben.
Viele Menschen sehen eine Immobilie
als ein Gebäude, in dem man
wohnen, arbeiten oder Dinge des täglichen
Bedarfs erledigen kann. Doch die
Immobilie ist mehr als ein Gebäude.
Sie ist die Summe zwischenmenschlicher
Zusammenarbeit. Schließlich
kann sich eine Immobilie weder planen
noch bauen, auch makelt sie keine
Wohnungen oder Geschäftsflächen,
und die Bewirtschaftung und Pflege
braucht ebenfalls jede Menge Manpower.
Das alles muss von verschiedensten
Dienstleistern erledigt werden.
Damit nämlich eine Immobilie auch
ein Lebensraum sein kann, sind viele
komplexe Aufgaben zu erledigen. Das
involviert neben dem Architekten, den
Banken und dem Entwickler beispielsweise
Bauträger, Bauunternehmen, Zulieferer,
Haustechnikplaner, Anwälte,
Notare, Steuerberater, Makler, Hausverwalter,
Facility-Manager oder Hausbetreuer.
Es sind Menschen, die, wenn
man in einem Gebäude lebt oder arbeitet,
nicht sofort sichtbar sind – aber
unerlässlich, damit man darin eben
auch leben oder arbeiten kann. Die Immobilienwirtschaft
als solche deckt
damit nicht nur ein wichtiges Grundbedürfnis
ab, indem sie Lebensräume
schafft, erhält und für reibungslosen
Betrieb sorgt, sie ist auch ein bedeutsamer
Wirtschaftsfaktor, da sie tausende
Arbeitsplätze schafft. Und da gibt es in
Österreich derzeit schwere Probleme.
Wirtschaft unter Druck
Nicht nur, dass die rasche Zinerhöhung
der EZB vor etwas mehr als zwei Jahren
die Refinanzierungskosten für die
Immobilienentwicklung erheblich verteuert
hat und deshalb viele Bauprojekte
stehen. Durch die in Österreich
äußerst restriktiven Kreditvergabe-
EXPERTENTIPP
Anpassungsfähigkeit ist gefragt
Im aktuellen Zins- und Finanzierungsumfeld müssen Investoren und Käufer flexibel und
anpassungsfähig sein, dürfen aber das langfristige Ziel von Net Zero bis 2050 nicht aus den
Augen verlieren. Isabella Reinberg, Partnerin bei Reinberg & Partner, in ihrem Gastkommentar
über aktuelle Hürden bei ESG-Anforderungen.
Die steigenden Zinsen haben erhebliche
Auswirkungen auf den
Immobilien- und Finanzsektor, da
Altbestände sind zwar günstiger, entsprechen
jedoch häufig nicht den ESG-
Standards und haben hohe Heizkosten,
optimiert werden. Dies kann den Wert
von Altbeständen weiter beeinträchtigen.
Die Mietpreise steigen, da nicht
Unternehmen ihre Bewertungsmodel-
was Käufer kurzfristig aufgrund der
nur die Finanzierungskosten hoch
le anpassen müssen. Die Unsicherheit
niedrigeren Einstiegspreise auch ak-
sind und Investoren diese Kosten an
über die Zinsentwicklung führt zu
zeptieren. Banken bevorzugen grüne
die Mieter weitergeben; die Nachfrage
einem Stillstand am Markt. Hohe Zin-
Zertifizierungen und lassen Kunden
regelt den Markt. Dieses kurzfristige
sen und strenge ESG-Anforderungen
ziehen, wenn Gebäude nicht ökologisch
Denken und die hohen Mieten machen
prägen die Finanzierungslandschaft,
es für viele Menschen schwierig, be-
insbesondere für Neubauten und Alt-
zahlbaren Wohnraum zu finden.
bestände. Neubauten, die den ESG-
Der Markt verlangt von Investoren
Kriterien entsprechen, sind teuer und
und Käufern Anpassungsfähigkeit, um
für viele potenzielle Käufer auch uner-
die Herausforderungen der aktuellen
schwinglich, was den Markt stagnieren
lässt, zumal Entwickler die Preise nicht
senken können, ohne ihre Rentabilität
zu gefährden.
Isabella Reinberg,
Geschäftsführerin,
Reinberg & Partner
Zinslandschaft zu meistern, während
das langfristige Ziel, bis 2050 Net Zero
zu erreichen, technologische und finanzielle
Innovationen erfordert.
© REINBERG & PARTNER
immobilien investment 4/2024
43
richtlinien, die die klassische Eigenheimfinanzierung
nahezu unmöglich
machen, geraten immer mehr Bauträger
erheblich unter Druck. Viele Neubauprojekte
– vor allem im Wohnbau
– sind auf unbestimmte Zeit verschoben
worden, die Versorgung mit Wohnraum
ist deutlich ins Stocken geraten.
Die Fertigstellungszahlen von Wohneinheiten
werden in den kommenden
Jahren deutlich in den Keller rasseln
– und der Druck auf die Mieten steigt,
da die Bildung von Eigentum erheblich
erschwert und gleichzeitig der Zuzug
© ÂDOBE STOCK/SUMMIT ART CREATIONS
ungebrochen ist.
Das bringt die österreichische Immobilienwirtschaft
und damit auch die vielen
Dienstleister – Arbeitsplätze – in Bedrängnis.
Die Margen im Hochbau sind
deutlich zurückgegangen, Projektentwickler
sehen sich neben höheren Zinsen
auch nach wie vor mit hohen Bauund
Grundstückskosten konfrontiert,
die Verwertung läuft aber schleppend.
Damit haben dann vor allem Makler im
Eigentumsbereich zu kämpfen, da die
Käuferschicht deutlich schmäler geworden
ist – und Mietmakler müssen jetzt
nach dem Bestellerprinzip handeln,
weswegen der Abgeber bei der Vergabe
von Mietwohnungen des Öfteren auf
den Makler verzichtet. Hausverwalter
können zumindest das Bestandsgeschäft
halten, bei wenigen Neubauten
ihr Geschäft aber nicht ausbauen. Zulieferbetriebe
erhalten keine Aufträge
und müssen Mitarbeiter abbauen. Das
kann dann das gesamte Wirtschaftsgefüge
in Österreich nachhaltig schädigen
– und unseren Lebensraum.
CHARLES STEINER
Kreislaufwirtschaft heißt JETZT handeln!
Klimawandel und Ressourcenknappheit erfordern neue
Wege und Lösungen. Bei der Close the Circle IV
treffen sich führende Köpfe aus Wirtschaft und Wissenschaft,
um die Transformation hin zu einer nachhaltigen
Wirtschaft zu diskutieren. Es erwarten Sie:
• inspirierende Keynotes
• über 20 praxisorientierte Beispiele
• ein offenes Netzwerk von Macher*innen der
Kreislaufwirtschaft
Close the Circle IV
Die Konferenz der Kreislaufwirtschaft in Österreich
Nutzen Sie die Gelegenheit, Einblicke in umsetzbare
Strategien zu erhalten, die Ihr Unternehmen fit für
die Zukunft machen!
Wann und wo:
1. Oktober 2024, 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Palais Eschenbach, Eschenbachgasse 11, 1010 Wien
Ausführliche Informationen zum Programm und zur kostenfreien Teilnahme finden Sie auf
unserer Eventseite auf ghezzo.at. Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz!
Veranstalter: Ghezzo GmbH, Jägerstraße 63/7, 1200 Wien, Telefon: +43 1 9346902
44
Infos und Kontakt
Ansprechperson: Cornelia Bredt
ARE URBANIQ
Trabrennstraße 2b, 1020 Wien
E-Mail: ahoi@docks.at
www.docks.at | www.are.at
Angedockt am Herzen Wiens
In der Quartiersentwicklung „VILLAGE IM DRITTEN“ realisiert
die ARE Austrian Real Estate das Gewerbeprojekt „DOCKS“.
Dort wird bis Jahresende hochwertiger Raum für Handel,
Gastronomie, Büros und vieles mehr geschaffen.
Ein lebendiger Raum mit vielfältigem
Nutzungsmix, der Platz für Kreativität
und Interaktion bietet, nachhaltig
und hervorragend angebunden ist: Mit
einer Gesamtnutzfläche von rund 9.000
Quadratmetern bieten die „DOCKS“ auf
einer Länge von gut 300 Metern und
aufgeteilt auf zwei bogenförmig verlaufende
Gebäude, einzigartige Flächen
für Loft-Büros und einem Industriebau
entsprechenden Raumhöhen, die im
Erdgeschoß ideal für gewerbliche Nutzungen
bis hin zu städtischer Produktion
geeignet sind.
Das Projekt zeichnet sich durch flexible
Gebäudestrukturen und eine klimafreundliche
Energieversorgung mit
Erdwärmesonden, Photovoltaik und
Fernwärme aus. Die ÖGNI- und die
klimaaktiv-Vorzertifizierungen unterstreichen
die Umweltfreundlichkeit
des Projekts. Die „DOCKS“ befinden
sich in zentraler Lage in unmittelbarer
Nähe zum Wiener Hauptbahnhof und
sind hervorragend an öffentliche Verkehrsmittel
angebunden.
Bunter leben im Erdgeschoß
Mit der Marke ARE URBANIQ konzentriert
sich die ARE auf die Belebung von
Erdgeschoßzonen in urbanen Lagen.
Ziel ist es, dynamische Quartiere mit
einem vielfältigen Angebot an Flächen
für Gewerbe, Bildung und Freizeit zu
schaffen.
Das „VILLAGE IM DRITTEN“ ist ein
Paradebeispiel für diese Strategie. Mit
über 3.000 Quadratmetern an attraktiven
Erdgeschoßflächen bietet das
Quartier hochwertigen Raum für Einzelhandel,
Gastronomie und Dienstleistungen.
© SQUAREBYTES GMBH
Aufbruch in der Krise
Für eigenkapitalstarke Marktplayer eröffnen sich aktuell neue Perspektiven,
findet Roland Pichler, Geschäftsführer DIE WOHNKOMPANIE.
Wie beurteilen Sie die aktuellen Ent-
nungssuchende in
Es sind weitere As-
wicklungen auf dem österreichischen
die Miete geflüchtet.
pekte positiv an der
Wohnimmobilienmarkt?
Dort ist jedoch das
derzeitigen Umbruch-
Wir befinden uns aktuell in einer Um-
Angebot ebenfalls
phase: vor allem die
bruchphase der gesamten Immobi-
stark schrumpfend,
Marktbereinigung, da
lienwirtschaft! Ausgelöst durch die
weshalb die Mietzin-
die Zeit der schnellen
abrupten und explosionsartigen Zins-
se sehr stark stiegen
Renditen vorbei ist. Es
erhöhungen ist nicht nur die österrei-
und sich von diesem
bleiben die eigenkapi-
chische Wohnbauwirtschaft nahezu
Niveau aus weiterent-
talstarken Marktplay-
zum Erliegen gekommen. Allerdings
wickeln werden.
er über, die das Urge-
besteht ein sehr großer Nachfrageüber-
schäft der Bauträgerei
hang, vor allem im Kerngeschäft von
Welche Chancen
mit Überzeugung ma-
DIE WOHNKOMPANIE, dem nachhal-
bietet diese Situation
chen und gut können.
tigen Wohnungsneubau. Da die zuvor
potenziellen Investoren?
Am Ende der Umbruchphase werden
erwähnte Zinspolitik, gepaart mit der
All diese Aspekte führen dazu, dass
wir ein professionelleres Marktbild so-
Straffung der Kreditvergabekriterien,
Wohnen generell deutlich teurer ge-
wie eine solidere Finanzierungsstruk-
zum Erliegen der Vergabe von neuen
Hypothekarkrediten führte, sprich
viel weniger Eigentumswohnungen
gekauft wurden, sind sehr viele Woh-
worden ist. Das ist eine echte Chance
für kapitalstarke Anleger bzw. Investoren
mit einem mittel- bis langfristigen
Horizont.
tur in unserem Geschäftsfeld vorfinden
– davon sind wir überzeugt, und
DIE WOHNKOMPANIE ist bereit!
CAROLIN ROSMANN
© DIE WOHNKOMPANIE
immobilien investment 4/2024
EXPERTENTIPP 45
Glaubenssätze
© IMMOUNITED/HELMUT TREMMEL
Den Satz hören Sie oft, oder? Dass es keine Nachhaltigkeit
ohne Digitalisierung gebe. Klingt toll, und man nickt ihn flott
und wohlwollend ab. Aber stimmt das?
Wenn wir wissen wollen, welche
Flächen wie verbaut sind und wo
wir noch verdichten oder Photovoltaik
ergänzen können, will sich keiner durch
Papiersammlungen in Ämtern wühlen.
Stattdessen sind wir bestrebt, idealerweise
große Mengen von Daten zu vergleichen
und zu analysieren und somit
etwa zu dem Ergebnis zu kommen, dass
man auf das Brownfield X am besten
das Projekt Y mit so und so vielen Wohnungen
und diesen und jenen nachhaltigen
Maßnahmen bauen sollte.
Wir liefern mit unseren IMMOunited-
Produkten schon lange Informationen,
die etwa Bauträger, Makler und Bewerter
unterstützen. Doch selbst in diesem Bereich
ist die Entwicklung noch nicht
abgeschlossen – denken Sie nur an das
Quartiersmanagement! Wer weiß, dass
die Abwärme vom Nachbarbürohaus
in die Luft hinausschießt, kann sie ins
eigene Energiekonzept integrieren und
Roland Schmid,
CEO & Owner,
IMMOunited GmbH
damit die Wohnungen heizen. Praxisbeispiele
dazu gibt es schon genügend –
und das Schönste: Es gibt nur Gewinner!
Auch ein Gebäudepass, in dem standardisiert
festgehalten ist, welche Materialien
wie in der Immobilie verbaut
sind, ergibt nur digital Sinn. Das ist aber
absolute Voraussetzung für eine Kreislaufwirtschaft.
Ebenso ist der Gebäudebetrieb
ohne Daten, die aufgrund ihrer
schieren Menge nur digital verwaltet,
aber eben auch nutzbringend analysiert
werden können, nicht effizient möglich.
Die Antwort fällt daher klar aus.
Eine Transformation zu einer nachhaltigen
Immobilienwelt geht tatsächlich
nicht ohne Digitalisierung. Seit Anbeginn
unserer Tätigkeit als IMMOunited
verstehen wir es als unsere Mission,
für mehr Transparenz zu sorgen. Das
motiviert uns auch weiterhin.
46 GASTKOMMENTAR
Nachhaltige Herausforderungen
Ungeachtet des aktuellen politischen Diskurses und etwaiger gesetzlicher Regelungen werden
Nachhaltigkeitsthemen rund um Liegenschaften immer wichtiger. Nicht umsonst sind
Begriffe wie „ESG“ oder EU-Taxonomie“ in aller Munde, und die Immobilienwirtschaft ist hier
definitiv in einem Umbruch begriffen.
Auch wenn die ursprünglich im
Rahmen des Erneuerbare-Wärme-
Gesetzes (EWG) geplante gesetzliche
Grundlage für den Ausstieg aus Öl- und
Gasheizungen nicht in der bereits vorbereiteten
Form vom Nationalrat beschlossen
wurde, kommen wesentliche
Herausforderungen auf Liegenschaftseigentümer
zu.
Erinnern wir uns an die Ausgangssituation:
Österreich hat sich zum Ziel gesetzt,
bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu
sein. Im aktuellen Regierungsprogramm
wurde dazu ein sogenannter Phase-
Out-Plan für fossile Energieträger in
der Raumwärme vereinbart. Dabei soll
auf die Verbrennung von fossilen Energieträgern
für die Bereitstellung von
Raumwärme und -kälte sowie Warmwasser
weitgehend verzichtet werden.
Die österreichische Regierung ist mit
der Abkehr vom geplanten Erneuerbare-Wärme-Gesetz
(EWG) aktuell dazu
übergegangen, durch Förderungen respektive
Erhöhungen von Förderungen
den Umstieg mit Anreizen anstelle von
gesetzlichem Zwang zu schaffen.
Für Liegenschaftseigentümer kommt
zusätzlich der Begriff „ESG“ ins Spiel,
denn insbesondere größere Besitzgesellschaften
werden künftig nur mehr
in Liegenschaften investieren respektive
diese erwerben, wenn diese ESGkonform
sind.
Freies Spiel der Kräfte
Des Weiteren beobachten wir aktuell
am Markt, dass Liegenschaftseigentümer
auch bereits Veräußerungen vornehmen,
wenn bestimmte Objekte diesen
Kriterien nicht mehr entsprechen
oder künftig entsprechen werden.
ESG steht für Umwelt
(Environment),
Soziales (Social) und
Unternehmensführ
ung (Gover nance).
Das „E“ von ESG impliziert
die ökologische
Verantwortung und
die Auswirkung von
Alexander Scheuch
Managing Director, Rustler
Immobilientreuhand GmbH
scheuch@rustler.eu
Gebäuden auf die Umwelt,
denn rund 40 Prozent
aller CO 2
-Emissionen
entfallen auf Gebäude. Das Thema
der Nachhaltigkeit hat aber auch deshalb
– ganz abseits der rechtlichen Vorgaben
– eine stärkere Bedeutung für
die Eigentümer erhalten, da, anders als
noch vor zehn bis 15 Jahren, insbesondere
gewerblich genutzte Liegenschaften
viel länger im Bestand gehalten
werden und daher diese Themen nicht
mehr einfach an künftige Eigentümer
„weitergegeben“ werden können. Quasi
wie von selbst sind plötzlich Aspekte
wie die Betriebskosten, die langfristige
Mieterzufriedenheit am Standort oder
die Qualität und Langlebigkeit verwendeter
Materialien relevant
geworden.
Dieses Beispiel ist
ein Beweis mehr, dass
sich in der Immobilienwirtschaft
maßgebliche
Trends oft
aus dem „freien Spiel
der Kräfte“ entwickeln
und nicht immer aus
einem legistischen Antrieb
heraus.
© ADOBE STOCK/ROBSONPHOTO, RUSTLER IMMOBILIEN
immobilien investment 4/2024
INTERVIEW
47
Sie haben sich mit ZEHA Real Estate
selbstständig gemacht. Was war ausschlaggebend
für diesen Schritt? Wie
unterscheidet sich Ihr Ansatz von dem
Ihrer Mitbewerber?
CHRISTIAN ZEHETNER: Wir haben als
Team gemeinsam sechs Jahre zusammen
im Immobilieninvestment-Bereich
gearbeitet. Wir sind dabei zum Schluss
gekommen, dass wir unsere Zusammenarbeit
in Zukunft auch in einem
eigenen Unternehmen weiterführen
wollen. Was wir anders machen: Bei
uns gibt es keine Abteilungsmentalität,
wir arbeiten nach dem One-Faceto-the-Customer-Prinzip
und begleiten
unsere Kunden persönlich von Anfang
bis Ende durch den gesamten Prozess.
NADJA HAFEZ: Wir sind ein seit Jahren
eingespieltes Team, eine erprobte Partnerschaft.
Unsere Kunden schätzen besonders,
dass sie durchgehend mit denselben
Ansprechpartnern arbeiten, die
ihre Projekte in allen Phasen begleiten
– das vor allem, weil der entsprechende
Ansprechpartner eben über sämtliche
Informationen zum Objekt oder dessen
Potenziale verfügt und damit eine vollständige
und effiziente Abwicklung des
Prozesses gewährleisten kann.
Teamwork
Anfang des Jahres haben sich Nadja Hafez und Christian
Zehetner mit ZEHA Real Estate selbstständig gemacht.
Wie es zu diesem Schritt kam und was im Investment makler-
Bereich gerade in schwierigen Zeiten wichtig ist,
besprachen sie mit „immobilien investment“-Chefredakteur
Charles Steiner im Interview.
© STEFAN GERGELY
Durchaus ein mutiger Schritt, in diesem
Marktumfeld im Investmentbereich
selbstständig zu werden. Worauf
kommt es im herausfordernden
Marktumfeld jetzt an, wie kann man
reüssieren?
HAFEZ: Wir haben in den letzten Jahren
ein starkes Netzwerk aufgebaut
und eng mit unseren Kunden zusammengearbeitet.
Trotz der aktuellen
Marktsituation haben uns unsere langjährigen
Kunden wieder das Vertrauen
geschenkt, was uns sehr freut. Wir sind
fest davon überzeugt, dass es auch in
schwierigen Zeiten gute Investmentmöglichkeiten
gibt. Wichtig ist es, die
richtigen Produkte zu identifizieren
und diese auch zu einem marktgängigen
Preis anzubieten – wenngleich die
Preisbildung nicht einfach ist, da Vergleichstransaktionen
rarer geworden
sind und der Markt den Bewertungen
oftmals voraus ist. Wir sehen nach wie
vor ausreichend Kapital am Markt und
genügend Interesse seitens privater
und institutioneller Investoren, die ihre
Strategien klar definiert haben und gezielt
aktiv sind.
ZEHETNER: Immobilien sind keine reinen
Finanzprodukte; sie müssen auch
für die Menschen, die in ihnen leben
und arbeiten, attraktiv und funktional
sein. Um nachhaltig stabile Renditen
darstellen zu können, müssen die Bestandhalter
den Fokus auf die Bedürfnisse
der Nutzer legen und gegebenenfalls
Adaptierungen vornehmen, um
den Bestand in eine erfolgreiche Zukunft
zu führen. Unserer Erfahrung
nach zählen bei Ankaufsprüfungen
im heurigen Jahr wieder viel stärker
Basics wie der Quadratmeterpreis. Wir
erleben, dass Bestandsgebäude mit
attraktiven Einstandspreisen, selbst
wenn noch Investitionen zu tätigen
sind, aufgrund der nach wie vor hohen
Baukosten wirtschaftlich interessanter
sind als ein Neubau.
In von Marktunsicherheiten geprägten Zeiten
gehört neben Know-how sicher auch
einiges an Fingerspitzengefühl dazu …
HAFEZ: Wir bieten nicht nur umfassende
Marktanalysen und Strategieberatung,
sondern gehen gezielt auf die individuellen
Bedürfnisse unserer Investoren ein.
Viele Verkäufer möchten ihre Verkaufsabsichten
aufgrund des aktuellen Angebotsüberhangs
nicht öffentlich kommunizieren,
was wir gut verstehen können
und durch einen abgestimmten und diskreten
Vermarktungsprozess antizipieren.
ZEHETNER: Man muss ganz klar sagen,
dass durch multiple Herausforderungen
ein Teil des Markts aktuell nicht funktioniert,
was bei einigen Marktteilnehmern
zu bedeutenden Problemen geführt hat.
Da ist Fingerspitzengefühl gefragt, wenn
man zur Problemlösung beitragen möchte,
aber noch wichtiger ist eine ehrliche, ungeschönte
Analyse, aus der sich ergibt, was
kurz- bis mittelfristig machbar ist.
CHARLES STEINER
4/2024 immobilien investment
48
OFFICE
Intelligente
Raumbuchungstools –
Schlüsselfaktor für
moderne Arbeitswelten
Unternehmen stehen vor der Herausforderung einer
effizienten Büroflächennutzung und der gleichzeitigen
Schaffung motivierender Arbeitsumgebungen.
Herkömmliche Buchungssysteme stoßen dabei oft an ihre
Grenzen. Liegt die Zukunft moderner Arbeitswelten in
intelligenten Raumbuchungstools?
In einer Zeit, in der Homeoffice zum
Standard geworden ist, müssen sich
Unternehmen damit auseinandersetzen,
wie sie ihre Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter zurück ins Büro zu holen.
Denn der physische Arbeitsplatz bleibt
trotz digitaler Remote-Möglichkeiten
essenziell für Kreativität und effiziente
Zusammenarbeit. Moderne Arbeitswelten
sind mehr als nur funktionale
Räume – sie sind soziale Treffpunkte,
die das Gemeinschaftsgefühl stärken
und den Austausch fördern. Eine gut
gestaltete Arbeitsumgebung, die den
unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht
wird, ist heute entscheidend für
die Zufriedenheit und Motivation der
Belegschaft. Für Unternehmen sollte es
daher darum gehen, Räume zu schaffen,
die sowohl konzentriertes Arbeiten
als auch kreative Zusammenarbeit und
informelle Gespräche ermöglichen.
Doch eine attraktive Bürogestaltung
allein reicht nicht aus. Hybride Arbeitsmodelle
sind zur Realität geworden,
und Mitarbeitende sind nicht mehr jeden
Tag im Büro. Daher müssen Räume
flexibel nutzbar sein, und genau hier
kommen intelligente Raumbuchungstools
ins Spiel. Diese Tools optimieren
die Nutzung der Büroflächen, verhindern
Leerstände, reduzieren Betriebskosten
und schonen Ressourcen – eine
Win-win-Situation für Unternehmen
und Angestellte.
© JULIA GRANDEGGER, KATHARINA ROSSBOTH
immobilien investment 4/2024
49
„Unternehmen stehen
vor der Herausforderung
effizienter Flächennutzung
und der Schaffung
motivierender Arbeitsumgebungen.“
Die richtigen Leute
am richtigen Platz
Herkömmliche Raumbuchungssysteme
basieren oft auf dem „First come, first
served“-Prinzip, das weder die sozialen
noch die funktionalen Bedürfnisse
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
berücksichtigt. Diese – oft starren –
Systeme führen häufig zu Frustration,
da sich Mitarbeitende frühzeitig einen
Platz sichern müssen, ohne Rücksicht
auf Teamdynamiken oder Präferenzen
zu nehmen. Das Ergebnis: ineffiziente
Raumbelegungen, hohe Energiekosten
und ein schlechtes Arbeitsklima. Hier
wird der Bedarf an intelligenten Raumbuchungstools
besonders deutlich.
Das von uns kürzlich gelaunchte Buchungssystem
„Deskpilot“ ermöglicht
als bislang einziges Tool durch den Einsatz
von künstlicher Intelligenz, Feedback-Loops
und datenbasierter Analyse
eine optimale Nutzung der Büroräume.
Es geht weit über einfache Platzreservierungen
hinaus und berücksichtigt
räumliche Gegebenheiten, Teamstrukturen
sowie individuelle Präferenzen.
So können Arbeitsplätze effizienter
Die Zukunft
der Businessparks
Flexibilität, Erreichbarkeit und individuelle Lösungen
werden immer relevanter, meint Stefan Ziegler, Mitglied der
Geschäftsleitung, WALTER BUSINESS-PARK GmbH
Was macht Businessparks
Worauf kommt es
künftig noch attraktiver?
Mietern besonders an?
Die Erreichbarkeit von Businessparks
Die Flexibilität bei Bürogröße und -aus-
wird in den nächsten Jahren durch
stattung gewinnt zunehmend an Rele-
Autobahnanschlüsse und lokale Nah-
vanz. Ebenso steigt die Nachfrage nach
verkehrsprojekte an Bedeutung gewin-
vielseitigen Kombinationen aus topaus-
nen. Ausreichend Parkmöglichkeiten
gestatteten Büros und multifunktionel-
inklusive E-Ladestationen wie bei uns
len Lagerflächen. Durch die individuelle
im WALTER BUSINESS-PARK im Süden
Konzeption von Büro und Lager wach-
von Wien werden eine Voraussetzung
sen im WALTER BUSINESS-PARK Of-
© WALTER BUSINESS-PARK
sein, um den Bedürfnissen der Mieter
sowie ihrer Mitarbeiter und Lieferanten
gerecht zu werden. Zudem werden
maßgeschneiderte Lösungen immer
wichtiger.
fice- und Warehouse-Lösungen flexibel
und im Gleichklang mit der Erfolgsgeschichte
unserer Mieter mit. Bereits ab
130 Quadratmetern Bürofläche geht es
bei uns los.
CAROLIN ROSMANN
„Maßgeschneiderte
Lösungen werden
immer wichtiger.“
4/2024 immobilien investment
50
OFFICE
verteilt werden, was zu einer besseren
Zusammenarbeit führt und den sozialen
Austausch fördert.
Intelligente Tools
Auch im Zeitalter von Homeoffice
bleiben persönliche Interaktionen
und „echte“ Begegnungen
abseits des Bildschirms
ein zentraler Treiber für
Innovation und Kreativität.
Intelligente Reservierungstools
bringen Mitarbeitende,
die gemeinsam
an Projekten arbeiten,
optimal zusammen. So
wird das Büro wieder zu
einem lebendigen Ort der
Zusammenarbeit und des
Austauschs – und nicht
nur ein sporadisch genutzter
Raum.
Darüber hinaus bieten intelligente
Raumbuchungstools auch erhebliche
Vorteile auf ökologischer und
ökonomischer Ebene. KI-basierte Systeme
ermöglichen es Unternehmen, ihre
Büroflächen flexibler zu nutzen und
gleichzeitig die Betriebskosten zu senken.
Durch die präzise Steuerung der
Andreas Gnesda
Arbeitswelten-Experte,
Gründer von teamgnesda
• Erfahrung aus mehr als
500 Arbeitswelt-Projekten
in den letzten 25 Jahren
• Keynote-Botschafter und
Impulsgeber in D, CH, AUT
• Buchautor, Dozent
• Integrierender
Gesamtdienstleister (Beratung,
Architektur, Projektsteuerung,
Ziviltechnik, Transformation)
für New-Work-Projekte
gnesda@gnesda.com
www.andreas-gnesda.at
www.teamgnesda.com
Flächennutzung können Energieeinsparungen
von bis zu 30 Prozent erzielt
werden, da nur tatsächlich genutzte
Räume beheizt, gekühlt und gereinigt
werden. Das schont nicht nur das Budget,
sondern trägt auch aktiv zum Umweltschutz
bei.
Was lernen wir daraus?
In einer Welt, in der die Anforderungen
an Flexibilität und
Effizienz ständig steigen, sind
intelligente Raumbuchungssysteme
unerlässlich. Sie helfen,
Kosten zu senken und Ressourcen
zu schonen und schaffen
Voraussetzungen dafür, dass
Mitarbeitende gerne ins Büro
kommen. Nur so können wir
das volle Potenzial unserer Mitarbeitenden
ausschöpfen und
die Zukunft der Arbeit erfolgreich
gestalten.
© RENÉE DEL MISSIER
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KOLUMNE 51
NACH(HALTIG) GEDACHT
Das ÖGNI-Symposium
Am 16. und 17.10.2024 findet in Wien das ÖGNI-Symposium „Sustainability: Turning Intentions
into Impact!“ statt. Experten aus der DACH-Region erarbeiten zu ausgewählten Themenbereichen
praxistaugliche Lösungsansätze, die auf der Abendveranstaltung am 17.10. in der
Wiener Hofburg präsentiert werden.
In drei Arbeitsgruppen werden in Wien
die dringendsten Themen der Nachhaltigkeit
in der Immobilienwirtschaft
setzung der Kreislaufwirtschaft und
schafft gesicherte Daten, auf denen
andere gewerbliche Projekte ohne end-
Sicht der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit
zu beleuchten. Zeitlich begrenzte
Widmungen, die aus alten Gebäuden
diskutiert werden: Kreislaufwirtschaft,
lose formale Diskussionen aufbauen
wirtschaftlich interessante Sanierungs-
Digitalisierung sowie Städte und Ge-
können.
projekte mit der Möglichkeit von Ver-
meinden. Für alle Themen reisen Experten
aus Deutschland und der Schweiz
Gebäude zukunftsfit machen
dichtung oder Ausbau machen, könnten
alte Bausubstanz wieder zu neuer und
an, um mit ihren österreichischen
„Städte und Gemeinden“ sind in al-
nachhaltiger Pracht verhelfen.
Kollegen zu diskutieren. Praxisnahe
len drei Ländern der DACH-Region
Bei der Betrachtung des Themas
Lösungen sind gefragt, ansonsten ist
mit den gleichen Herausforderungen
„Kreislaufwirtschaft“ haben wir in
die Freiheit uneingeschränkt: Außerge-
konfrontiert: verödete Ortskerne mit
unseren Diskussionen einen Bezug zu
wöhnliche Lösungsansätze, die geeignet
viel Leerstand, ausufernder Grundver-
den beiden anderen Arbeitsgruppen
sind, herkömmliches Denken über oder
brauch, vor allem in den Speckgürteln,
hergestellt. Die beste Form, Kreislauf-
die Sicht auf die Situation zu verändern,
ungenügende Mobilitätslösungen, vor
wirtschaft in der Immobilienwirt-
sind hochwillkommen. Die Spannung
allem auf dem Land, und die erforder-
schaft zu verwirklichen, ist der Erhalt
steigt, und am 17.10. ab 18.00 Uhr wer-
liche Stärkung der sozialen Nachhal-
der alten Bausubstanz. Nichts recyceln,
den wir die Arbeitsergebnisse kennen-
tigkeit und der Infrastruktur. Es muss
nichts abreißen – sanieren, zukunftsfit
lernen. Das Team der ÖGNI hat schon
nach Lösungen gesucht werden, die die
machen und den bereits versiegelten
ein bisschen vorgearbeitet, um die Koor-
Menschen zurück ins Zentrum brin-
Grund optimal nutzen. Sehr unspek-
dination der Arbeitsgruppen bestmög-
gen, dadurch den Flächenverbrauch
takulär, aber hocheffektiv. Welches
lich vorzubereiten.
und die Kosten für die Schaffung der
Gebäude muss abgerissen werden,
Beim Thema „Digitalisierung“ geht
Infrastruktur senken und wieder be-
weil die Sanierung nicht argumentiert
nach Ansicht unseres Teams viel zu
lebte Stadt- und Ortskerne entstehen
werden kann? Für eine transparente
wenig weiter. Wir verstricken uns in
lassen. In der heftig diskutierten Leer-
Beweisführung gibt es auch schon Lö-
Diskussionen über Plattformen oder
standsabgabe sehen wir keine Lösung,
sungen, die in den Arbeitsgruppen dis-
Datenformate, statt endlich den ersten
würden uns aber freuen, das Thema aus
kutiert werden. Es soll zukünftig nicht
Schritt zu tun und zu beginnen. Aus
von der Willkür der Behörde abhängen,
unserer Sicht ist es die Aufgabe der öf-
welches Objekt abgerissen werden darf.
fentlichen Hand, hier Gas zu geben und
Das sind die ersten Gedanken des
Benchmarks zu setzen. Im Hinblick auf
ÖGNI-Teams zu den Ergebnissen unse-
© VALUE ONE
die beschlossene Gebäuderichtlinie der
EU erwarten wir, dass alle öffentlichen
Gebäude bis Ende 2026 digital erfasst
werden. Das hilft auch bei der Um-
Peter Engert,
ÖGNI-
Geschäftsführer
res Symposiums. Wir freuen uns schon
auf die Bereicherung durch die eingeladenen
Experten. Bis zum 17.10., 18.00
Uhr in der Wiener Hofburg.
4/2024 immobilien investment
52
APTI-AWARD 2024
Wer wird Proptech des Jahres?
Die Austrian PropTech Initiative hat durch eine namhafte Jury aus einer Vielzahl
von Einreichungen die Finalisten für den diesjährigen apti-Award auserwählt.
Auf der EXPO REAL werden die Besten der Besten im Rahmen von Pitches ermittelt.
Wer wird Proptech des Jahres? Das
wird auf der diesjährigen EXPO
REAL in München feststehen, wo die
Sieger des apti-Awards gekürt werden.
Die Austrian PropTech Initiative (apti)
hat ihre Suche nach dem Proptech des
Jahres beendet, eine hochkarätige Jury
hat die besten Proptech-Unternehmen
in einem Voting-Verfahren ermittelt.
Das Finale des Wettbewerbs findet auf
der EXPO REAL, Europas größter Fachmesse
für Immobilien und Investitionen,
statt. Dort haben jeweils die zwei
bestgereihten Proptechs pro Kategorie
die Chance, ihre Ideen und Technologien
vor einem internationalen Fachpublikum
und einer renommierten
Jury zu pitchen.
Die Jury setzt sich aus Branchenexperten,
Investoren und Akademikern
zusammen. Zu den Mitgliedern gehören
Eugen Otto von OTTO Immobilien,
Judith Kössner von willhaben, Robert
Oettl von ORO VENTURES, Paige Pitcher
von Blackstone, Miguel Nigorra
Esteban von Fifth Wall, JP Bowgen von
Camber Creek und Manfred Heid von
Realyze Ventures. Die DMV – della lucia
medien und verlags GmbH hat als
Juror „immobilien investment“-Chefredakteur
Charles Steiner entsandt.
Bewertet werden die Proptechs nach
Kriterien wie Gründer und Team, USP,
Innovationsgrad des Geschäftsmodell,
realistische Zukunftspläne und Attraktivität
des Markts.
„Wir sind begeistert von der Qualität
der Bewerbungen und freuen uns
darauf, die besten Proptechs auf der
EXPO REAL zu sehen“, erklärt Ferdinand
Dietrich, Vorstandsmitglied der
apti. „Diese Unternehmen zeigen, wie
die Zukunft der Immobilienbranche
aussehen könnte, und wir sind stolz
darauf, sie zu unterstützen.“
Der apti-Award, initiiert von Julia
Arlt, Jörg Buß und Ferdinand Dietrich
von der PropTech Events GmbH, zeichnet
seit 2019 die herausragendsten
Proptech-Unternehmen und Start-ups
aus. Der Preis würdigt exzellente Leistungen
im Bereich der Immobilientechnologie
und fördert Innovationen
in diesem Schlüsselsektor. Eine renommierte
Jury, bestehend aus Kategoriesponsoren,
Investoren, Business-Angels
und Branchenexperten, vergibt
den Award, um Fortschritte und Innovationen
in der Immobilienbranche zu
honorieren. CHARLES STEINER
Weitere Informationen und Details zu
den Finalisten finden Sie auf apti.at.
© MESSE MÜNCHEN GMBH
immobilien investment 4/2024
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15.–16. März 2025
Messe Wien
Der Marktplatz für Wohnimmobilien
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INTERVIEW
Effizient und exakt bewerten
Das derzeitige Marktumfeld hat massive Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt –
und die Banken sind genauer geworden. Worauf es jetzt bei Bewertungen ankommt
und was für punktgenaue Bewertungen nötig ist, erklärt Ronald S. Weberndorfer,
Co-Founder der DataService GmbH, im Interview.
Das aktuelle Marktumfeld
hat sich stark auf den
Wohnimmobilienmarkt
ausgewirkt, Neubauprojekte
rechnen sich immer
weniger. Was bedeutet
das für Finanzierer von
Wohnprojekten, und was
müssen sie bei ihrer Kalkulation
beachten?
Es wird schwieriger, ökonomische
Rahmenbedingungen
und mehrjährige Preisentwicklungen
vorauszusagen. Für Finanzierer
ist es aber wichtig, präventive Maßnahmen
zu ergreifen und nachhaltige
Entscheidungen zu treffen. Regelmäßige
Wiederbewertungen, und zwar in
schnelleren Zyklen als regulatorisch
vorgeschrieben (alle drei Jahre bei
Wohnimmobilien), verhindern, dass
der Gap zwischen Markt und Bewertung
zu groß wird. Wir bieten zusätzlich
zu unserem Automated Valuation
Model (AVM) auch ein Frühwarnsystem
an, um Banken Lösungen
zur Risikominimierung zu
liefern.
Bei Finanzierungen spielen
die ESG-Kriterien eine
entscheidendere Rolle.
Welche Parameter sind
zu beachten, auch was
die tatsächliche Umsetzung
dieser Kriterien betrifft?
Es gibt viele Parameter für ESG, etwa die
Kennzahlen aus den Energieausweisen.
Diese Kennzahlen können wir automatisch
abschätzen bzw. auslesen, wir
verwenden sie auch im AVM zur Immobilienbewertung.
Zudem stellen wir für
unsere Kunden physische und transistorische
Risiken in einem umfassenden
ESG-Report oder als Schnittstelle (API)
zur Verfügung.
Die rasche Zinserhöhung seitens der EZB
hat sich massiv auf die Bewertungen von
Immobilien ausgewirkt, vielfach ist abgewertet
worden. Wie kann man in einer
volatilen Zeit punktgenau bewerten?
Ein rascher Zinsanstieg erfordert mehrmalige,
oft kostenintensive Wiederbewertungen.
Dazu braucht es die besten
und aktuellsten Marktdaten sowie modernste
Methoden. Damit können wir
automatisch durch adressgenaue Wiederbewertungen
die aktuelle Marktsituation
abbilden. Das erfordert eine vollständige
Datenbasis, die wir aufgrund
unserer langjährigen Erfahrung und
Partnerschaften zur Verfügung haben.
CHARLES STEINER
Über die DataScience Service GmbH
Die 2016 gegründete DataScience Service GmbH spezialisiert sich auf die Bewertung großer Immobilienportfolios
und arbeitet dabei eng mit Partnern aus der Wissenschaft und der Bankenwelt zusammen. Seit 2019
forscht das Unternehmen im Rahmen des Projekts „ESG Pro“ an einem ESG-Rating-System, das Satellitendaten
nutzt, um ESG-Kriterien in der Immobilienbewertung zu quantifizieren und zu überwachen. Ronald S. Weberndorfer
ist Geschäftsführer und Co-Founder.
© CLAUDIO FARKASCH
Immma besser!
„Wos sull dus?“, würde sich Hans Krankl fragen.
Die Antwort ist leicht: immma ist das neue Netzwerk für
Immobilienmarketing und Kommunikation in Österreich.
Das Raunen der Immobilienwirtschaft
wegen dieser kürzlich
endgültig aus der Taufe gehobenen
Plattform ist hörbar. Aber auch die Unkenrufe:
„Wer braucht denn des?“
Nun, Tatiana Zhiganova (Zeiger Marketing),
Michi Unteregger (Unteregger
Kommunikation), Maria Dreschl (Kurier)
und Walter Senk (Immobilienredaktion)
– wir alle waren und sind der
Meinung, dass Marketing und Kommunikation
in der Immo-Branche nach wie
vor ein Mauerblümchen-Dasein fristen.
Spannend, weil gerade jetzt das Buhlen
um jeden einzelnen Interessenten
und die spärlichen Käuferinnen umso
Ronald Goigitzer,
Ivalu Gmbh
intensiver sein sollte. Stattdessen beschleicht
einen das Gefühl, dass man
sich dem Schicksal der KIM-Verordnung
ergeben hat. Viel beschworen wird die
Zukunft, in der angeblich alles wieder
besser wird.
Es wird jedenfalls anders. Ob besser,
wird sich weisen. Und vor allem für wen.
Wir fünf glauben jedenfalls fest daran,
dass jene, die nun aktiv werden und mit
viel Innovationskraft werkeln, am Ende
mehr als nur eine Nase vorn haben.
Und genau für die gibt’s jetzt für immer
immma. Zum Austauschen, Lernen,
Bessermachen. Menschen kennenlernen
und Benchmarks übertreffen. Auf dass
der Herbst erfolgreich verlaufen möge!
© IVALU
immobilien investment 4/2024
GEBERIT BADAUSSTATTUNG UND SANITÄRTECHNIK
UNSER ANLIEGEN: IHR
NÄCHSTES PROJEKT
SANITÄRRAUM-
PLANUNG
BADEZIMMER-
DESIGN
ROHINSTALLATION
TRINKWASSER-
HYGIENE
SCHALLSCHUTZ
BRANDSCHUTZ
Warum Buwog, Soravia, IES und viele andere Bauträger auf Geberit setzen?
Weil sie sich um die Bäder und die Sanitärtechnik keine Sorgen machen
müssen. Bäder, die von Anfang an passen. Mit Sanitärtechnik, die für
Jahrzehnte verlässlich arbeitet. www.geberit.at/wohnbau
www.immobilien-investment.at
www.dmv-medien.at