db 03-2013 WEB
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durch
bl• k
1
Nr.3/2013
26. Jahrgang
kostenlos
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Autorenzeitschrift
.. nicht nur für Senioren
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Inhaltsübersicht
NACHRICHTEN AUS DER REGION 6
VOM BLUNABALL ZUM SENIORENTANZ 16
RALPH GIORDANO 19
KRANKENHAUS 20
AUS DEM SENIORENBEIRAT 22
MAMMUTBÄUME IN FREUDENBERG 24
DER GRENZWALL 26
STILLE STRATEN 27
DER BLINDGÄNGER 29
TRAUMHAFTER GEWINN 30
EINE HAMBURG-COLLAGE 31
WANDERERLEBNISSE IM ELBSANDSTEINGEBIRGE 34
DER GUTE HIRTE AUS DEM HICKENGRUND 36
STIERKAMPF 38
WIE IST ES MIT DER EINSAMKEIT? 40
LIEBE KENNT KEIN ALTER 42
LEBENSGESTALTUNG 43
DIE GANZ BESONDERE MARMELADE 44
DIE TRUPBACHER HEIDE 46
EINE BEGEGNUNG DIE MICH BEWEGT HAT 48
DER KOMMENTAR 49
REIN INTUITIV (Fortsetzung) 50
HERBST-IMPRESSIONEN 54
UND, WIE GEHT ES DIR? 55
GEDÄCHTNISTRAINING 56
EIN BLICK INS JENSEITS? 58
DILLDABBE? DILLDABBE! 66
HAUS HERBSTZEITLOS / 67
WIEDERKEHRENDE VERANSTALTUNGSHINWEISE 69
AUSSTELLUNG GOTTFRIED KLÖR - LANDSCHAFTSBILDER 70
VERANSTALTUNGSHINWEISE 72
ES FIEL UNS AUF ... / LÖSUNGEN / IMPRESSUM 74
Aus der Redaktion
Die Bundestagswahl wird in Kürze stattfinden und da liegt es eigentlich nahe, dass
auch wir uns mit diesem Thema befassen. Unsere Vorstellung war zunächst, den Kandidaten
der Parteien sogenannte Wahlprüfsteine vorzulegen, um so ihre Vorstellung zur
weiteren Politik unseres Landes zu erfragen. In einer eingehenden, zunehmend kontrovers
geführten Diskussion kamen wir mehrheitlich zu dem Schluss, dass wir kaum
verbindliche Antworten auf unsere Fragen erhalten werden. Zu sehr stehen alle Kandidaten
unter dem Druck, Stimmen für ihre Partei sammeln zu müssen. Unabhängig davon
war eine Minderheit unter den Kolleginnen und Kollegen der Ansicht, dass sich die
Politik stärker auf Jugend und Kinder ausrichten sollte, als sich vorrangig dem großen
Wählerpotenzial der Seniorinnen und Senioren zu verpflichten. Eine bessere Wahlinformation
könnte zudem der „Wahl-O-Mat“ der Bundeszentrale für politische Bildung
liefern, der Ihnen per Internet auf Sie zugeschnittene Wahlvorschläge unterbreitet. Bis
Redaktionsschluss war dieses Medium jedoch noch nicht geschaltet. Wahlinformationen
erhalten Sie auch von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenverbände (BAGSO)
im Internet unter www.bagso.de
Wir wünschen Ihnen, liebe Leserinnen, und Leser einen schönen Herbst und viel Freude
beim Le sen des neuen durchblick.
Die Titelcollage wurde von Gottfried Klör erstellt, der auch das Hintergrundfoto beigesteuert hat. Die vier
Musiker „The Oldtimers“ sind von Horst Günter Simon fotografiert und für den Titel bearbeitet worden.
Stark fürs Leben!
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3/2013 durchblick 3
Siegener Herz-Tag 2013
16. Arzt-Patienten-Seminar
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Wenn das Herz an Kraft verliert
Leitung und Moderation:
Prof. Dr. med. Michael Buerke
St. Marien-Krankenhaus Siegen in Zusammenarbeit mit
der Deutschen Herzstiftung und der AOK NORDWEST
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26. September
Konzert mit der
Philharmonie Südwestfalen.
Eröffnung der
53. Spielzeit mit dem
Dirigenten George
Tchitchinadze. Solist ist
Edoardo Zosi, Violine.
3. Oktober
Frau Müller muss weg
Ein Elternabend der besonderen
Art! Elternvertreter
sagen der Lehrerin
ihrer Sprösslinge Frau
Müller, was sie von ihr
halten: Nämlich nichts!
5. November
Quadro Nuevo
aus Reihe „Meisterliche
Kammermusik“ lädt ein,
mit dem Fliegenden
Teppich zum sagenumwobenen
Ende des
Regenbogens zu reisen.
12. Dezember
Der zerbrochene Krug
Kleists Lustspiel gilt als ein
Solitär, in dem lebensvolle
Charaktere in einer rasanten
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Am 27. September
endet die Sommerpause!
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Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein
„Nachbarschaft und Partizipation im Quartier“
Siegener Seniorenbeirat favorisiert Hammerhütte
Düsseldorf/Siegen. Das Ministerium
für Gesundheit, Emanzipation, Pflege
und Alter veranstaltete eine Fachtagung
für lebenswerte Wohnquartiere in den
NRW-Kommunen. Ministerin Barbara
Steffens und ihre Staatssekretärin Marlis
Bredehorst machten dabei deutlich,
wie wichtig dem Land diese Aufgabe ist:
Gleich zwei Millionen Euro sollen noch
für dieses Jahr in den Landeshaushalt für
die Quartiersarbeit eingestellt werden. Das
freute auch die beiden an der Tagung teilnehmenden
Vertreter der Krönchenstadt,
Siegens Seniorenbeiratsvorsitzender Dr.
Horst Bach und Karl-Adolf Fries vom
Projekt „Heinzelwerker“ der Regiestelle
Leben im Alter. Schließlich hatte gerade
zwei Tage zuvor der Siegener Seniorenbeirat
das Quartiersprojekt „Hammerhütte“
auf Vorschlag von Stadtbaurat Michael
Stojan in seine Agenda aufgenommen.
Das Ziel sind lebenswerte
Quartiere, in denen die Menschen
wohnen bleiben können, solange sie
möchten. „Wir haben uns zunächst
für das Wohnquartier Hammerhütte
entschieden, da es noch klare
Strukturen besitzt und zahlreiche
Autorenfoto
ältere Menschen dort schon sehr
lange wohnen.“ so Dr. Horst Bach.
Viele Wohnquartiere in der Stadt
und im Land entsprächen allerdings nicht
den Bedürfnissen und Notwendigkeiten
einer gelingenden Nachbarschaft. Daher
wurden mit Förderung des Landes in der
Vergangenheit an fünf Standorten in Nordrhein-Westfalen
Modellprojekte für bessere
Nachbarschaft und Teilhabemöglich-
Dr. Horst Bach, Ministerin Barbara Steffens,
„Heinzelwerker“ Karl-Adolf Fries (v.l.)
keiten im Quartier erprobt. „Jedes Quartier
ist anders, weil überall Menschen leben mit
ihren ganz eigenen Bedürfnissen und Geschichten.
Leben im Quartier ist daher ein
fortlaufender Prozess“, betonte Ministerin
Barbara Steffens in ihrer Einführungsrede.
Näheres unter www.aq-nrw.de ●
DRK Bad Laaspe zertifiziert
Viele neue Fördermitglieder in Wittgenstein
Kreisgeschäftsführer Ralf Henze (re.)
mit DRK-Mitarbeitern
Wittgenstein. Der DRK-Ortsverein Bad
Laasphe hat gemeinsam mit dem DRK
Meschede als erste Einsatzeinheiten des
Deutschen Roten Kreuzes in Nordrhein-
Westfalen das Zertifikat „EQ – Ehrenamt
& Qualität“ erhalten.
Das neue Zertifikat ist nun schon die
dritte Zertifizierung für die Laaspher
Rotkreuzler. Die Ausstattung und die
permanente Pflege der Einsatzfahrzeuge,
sowie das einheitliche Erscheinungsbild
der Helfer war für die Bad Laaspher
DRK-Foto
schon früh ein Thema.
Dieses vorbildliche
Engagement hat
sich gelohnt. 2010 hat
der DRK-Ortsverein
Bad Laasphe die Vorreiterrolle
übernommen
und als Erster
im Landesverband
Westfalen-Lippe eine
Zertifizierung im
ehrenamtlichen Sanitätsdienst
erhalten.
Zwei Jahre später
folgten die Rezertifizierung
und die zusätzliche
Zertifizierung für den Bereich
Medizinprodukte.
„Solche Qualitätsmanagement-Systeme
findet man gewöhnlich nur bei großen
Unternehmen oder auf Landes- und
Kreisverbandsebene. Dass sich Zertifizierungen
auch im Ehrenamt positiv auf
die Arbeitsweise auswirken, zeigt das
Beispiel in Bad Laasphe. „Die Tatsache,
dass unsere Kameradinnen und Kameraden
in Bad Laasphe in ihrer Freizeit
und neben den täglichen Rotkreuzaufgaben
auf diese Zertifizierung hingearbeitet
haben, verdient meine höchste
Anerkennung“, sagt Annemarie Bender,
stv. Vorsitzende des Kreisverbandes
Die Einsatzeinheit ist eine taktische
Einheit des Bevölkerungsschutzes und
kombiniert die Katastrophenschutzfachdienste,
Betreuungsdienst und Sanitätsdienst.
Das ehrenamtliche Personal wird
von den verschiedensten Hilfsorganisationen
gestellt. Das DRK stellt insgesamt
241 Einsatzeinheiten im Land NRW.
Bei der kürzlich durchgeführten Gewinnung
neuer DRK-Fördermitglieder
in den DRK-Ortsvereinen Bad Laasphe,
Erndtebrück und Bad Berleburg konnten
insgesamt knapp über 400 neue Unterstützer
gefunden werden. Alle Fördermitglieder
ermöglichen mit einem
selbst gewählten regelmäßigen finanziellen
Beitrag die ehrenamtliche Arbeit
der DRK-Ortsvereine vor Ort. „Auch
das jüngste Zugunglück in Wittgenstein
hat gezeigt, wie wichtig die funktionierenden
ehrenamtlichen Strukturen sind,
um den Rettungsdienst bei solchen Unfällen
zu ergänzen und zu unterstützen.
Für Material, Ausbildung und Fortbildung
benötigen wir aber finanzielle
Unterstützung“, sagt Kreisrotkreuzleiter
Joachim Steinbrück.
●
6 durchblick 3/2013
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3/2013 durchblick 7
Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein
Heinzelwerk hat sich etabliert
Angebot der Regiestelle Leben im Alter der Stadt Siegen
Auftraggebern übernommen
werden“,
erklärt Waltraud
Gottschalk, die
ebenfalls seit Beginn
das Team unterstützt.
„Der Dank derjenigen,
denen man
geholfen hat, gibt
dann die Kraft für
jeden neuen Auftrag“,
weiß Peter
Siegener und Mülheimer „Heinzelwerker“ Semder aus eigener
vor dem Reinhold-Forster-Erbstollen in Eiserfeld positiver Erfahrung.
Kalli Fries weiter:
Siegen. Seit dem Sommer des vergangenen
Jahres gibt es in Siegen rund 20 Frauen in der Nachbarschaft! Leider fehlen uns
„Wir arbeiten gerne ortsnah, halt eben
und Männer, die in der ehrenamtlichen Engagierte in den Randgebieten der
Nachbarschaftshilfe tätig sind. Sie erledigen
kleinere handwerkliche Arbeiten und wenn wir weitere Mitstreiter für unsere
Stadt Siegen und es wäre wunderbar,
Aufgaben für Menschen, die aufgrund ihrer
Lebenssituation dazu selbst nicht oder Siegen finden und begeistern können!“
ehrenamtliche Arbeit im Heinzelwerk
nicht mehr in der Lage sind. „Das Projekt Auf Einladung des Heinzelwerks Siegen
ist erfolgreich“, berichtet Kalli Fries, einer
der Mitbegründer des Heinzelwerks zelwerker zum Erfahrungsaustausch.
trafen sich Siegener und Mülheimer Hein-
Siegen. Die Arbeiten die erledigt werden, „Obwohl die Sozialstruktur in Mülheim
sind unterschiedlichster Art, ob in der etwas anders ist als in Siegen, machen wir
Wohnung oder um das Haus herum. doch ähnliche Erfahrungen“, fasst Karl-
Fast 200 Aufträge hat das Heinzelwerk Heinz Römer, einer der aktiven Heinzelwerker
aus Mülheim, die Ergebnisse des
bereits erledigt. Einige wenige sind allerdings
auch abgewiesen worden, denn Erfahrungsaustausches zusammen.
Arbeiten, die zum üblichen Angebot von Alle Heinzelwerker/innen treffen sich
Handwerksbetrieben und Dienstleistern dort jeden 3. Dienstag im Monat um
gehören, führen die Heinzelwerker nicht 15.00 Uhr im Rathaus Weidenau.
durch. „Unsere Hilfe ist kostenlos, weder
für die Anfahrt noch für die Arbeits-
Leben im Alter der Stadt Siegen, Wei-
Informationen erteilt die Regiestelle
zeit muss bezahlt werden. Lediglich die denauer Rathaus Mo.-Fr. 08.00-12.00,
Kosten für das Material sollte von den ℡: 0271/404-2200 oder 404-2202 ebe
Autorenfoto
Autorenfoto
„Bildung“
direkt vor der Haustür
Hilchenbach. 35 Männer der Altersgruppe
„60plus“ folgten dem Aufruf der
Seniorenservicestelle und nahmen an
der Kläranlage Ferndorf an einer fachkundigen
Führung teil. Sie erfuhren, wie
Schmutzwasser zu Trinkwasser aufbereitet
wird.
Auf dem weiträumigen Gelände wurde
den Teilnehmern anschaulich die Funktion
der mechanischen, der biologischen
und der chemisch-physikalischen Reinigungsstufe
vorgestellt.
Als Besonderheit wird in der Kläranlage
Ferndorftal der beim Abwasserreinigungsprozess
anfallende Klärschlamm kompostiert.
Gartenfreunde können so jedes Jahr
ab März Qualitätskompost mit Gütesiegel,
der kostenfrei abgegeben wird und in einer
Kompostbox werktags frei zugänglich ist,
an der Kläranlage abholen.
Im Anschluss ging es zu Fuß weiter
durch das schöne Loher Tal nach Müsen
zur Eisensteingrube Brüche. Dort erwartete
die Teilnehmer eine Sonderführung
durch das Stahlbergmuseum. ebe
8 durchblick 3/2013
Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein
Mit Köpfchen unterwegs
Erste Runde des Neunkirchener „Gedächtnislaufs“
Renate Rokitta erklärt dem motivierten Team die neue Übung,
Neunkirchen. Die zertifizierte Gedächtnistrainerin
Renate Rokitta motivierte
die Teilnehmer in den vergangenen
Monaten regelmäßig einen ganz besonderen
Parcours zu absolvieren.Unsere
geistigen Leistungen hängen davon ab,
wie fit das Gehirn ist. Und das lässt sich
ebenso auf Trab bringen wie der Bizeps
oder das Herz-Kreislauf-System. Weil
das Gehirn beim
Denken Sauerstoff
verbraucht,
liegt das beste
Fitnessstudio
an der frischen
Luft“. Die ist
auch wissenschaftlich
untermauert.
Alle waren sich
einig, dass der
persönliche
Vorteil durch
die Stärkung
der geistigen Fitness in jedem Alter
wichtig ist. Auch der Spaß kam bei
dieser Veranstaltung nicht zu kurz: Oft
wurde mitten im Wald herzhaft über die
Ergebnisse der gestellten Aufgaben gelacht.
Informationen zu den regelmäßig
stattfindenden Gedächtnistrainingskursen
erhalten Sie bei der Senioren-Service-
Stelle, ℡ 02735/767-207. ●
Haus St. Elisabeth seit 1998 auf Tour
Netphen. Bereits
seit Eröffnung der
Wohn- und Pflegeeinrichtung
Haus
St. Elisabeth geht
das Angebot von
Urlaubsfahrten mit
Hausbewohnern
der Einrichtung.
Jährlich zweimal für jeweils sieben Tage
werden Urlaubsfahrten durch ganz
Deutschland angeboten.
Je nachdem was die Teilnehmer erlebt
haben, wurden manche Urlaubsorte
mehrmals besucht. Die grundsätzliche
Frage am Beginn des Angebotes „Urlaubsfahrten“,
ob es überhaupt möglich
ist, mit Senioren aus einer Wohn- und
Pflegeeinrichtung mehrtägig zu verreisen,
wird schnell von dem Leiter Einrichtung
beantwortet. „Lebensalter und
Pflegebedürftigkeit sind kein Grund, dieses
Angebot nicht annehmen zu können“.
Manch ein Teilnehmer nutzte bisher
das Angebot, um das erste Mal im Leben
Autorenfoto
Autorenfoto
überhaupt in Urlaub
fahren zu können. Zeit
füreinander zu haben,
ausruhen vom Alltag,
Sehen und erleben,
sich kennenzulernen,
verdeutlichen unter
anderen den Sinn des
Urlaubsangebotes. Das
Angebot richtet sich grundsätzlich an alle
Hausbewohner. Kein Hindernisgrund sind
Erkrankungen wie z.B. Demenz sowie die
Nutzung eines Rollstuhls. „Ausreichend
Begleitpersonen stehen zur Verfügung, so
Stephan Berres“, Leiter der Einrichtung und
weiter:. „Vor ein paar Jahren haben wir ein
Unternehmen gefunden, welches uns barrierefreie
Urlaubsunterkünfte anbietet. Das
Unternehmen hat sich auf die Organisation
von Hotels und Ferienhäuser für Menschen
mit einem Handicap spezialisiert“.
Die Urlaubsfahrten werden von den
TeilnehmerInnen eventuell mit Hilfe
des Fördervereins Haus St. Elisabeth e.V.
finanziert.
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3/2013 durchblick 9
Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein
Ausstellung: Stille Heldinnen.
Siegen. Vom 18. Oktober bis zum
10. November 2013 wird in den Räumen
der Volkshochschule im Siegener
Krönchencenter eine interessante Ausstellung
zu sehen sein: „Stille Heldinnen.
Afrikas Großmütter im Kampf
gegen HIV/Aids“. Sie wird organisiert
und betreut von der Gesellschaft für
Friedenserziehung e.V. und dem Forschungs-
und Lehrgebiet Friedenserziehung
der Universität Siegen, in Zusammenarbeit
mit der Evangelischen
Studierendengemeinde und der Volkshochschule
Siegen.
In Afrika wächst wie in Europa die
Zahl der alten Menschen. Aber in Afrika
leben Alte noch häufiger in größter
Armut und sind zudem häufig allein
verantwortlich für die Sorge um große
Familien, darunter viele an Aids erkrankte
Kinder und von Aids betroffene
Enkelkinder. Die Hälfte der heute
12 Millionen Aids-Waisen wächst bei
ihren Großeltern auf.
Die Ausstellung zeigt Bilder von
Großmüttern aus Tansania und Südafrika
in Fotos von Christoph Gödan.
In ihren Lebensgeschichten schildern
diese Frauen, wie sie selbst in Armut
aufwuchsen, Kinder bekamen, von denen
die meisten an Aids erkrankten und
starben, und die ihnen Enkelkinder hinterließen,
die zum Teil auch bereits mit
HIV infiziert sind. Und sie schildern,
wie sie diese Kinder aufziehen, sie vor
dem Verhungern bewahren, ihnen unter
größten Entbehrungen einen Schulbesuch
ermöglichen.
Diese Lebensaufgabe wird ihnen ein
wenig erleichtert durch eine minimale
Rente, die ihnen HelpAge ermöglicht:
umgerechnet 5 EURO im Monat plus
2,50 EURO pro Kind. HelpAge ist eine
deutsche Hilfsorganisation, die gezielt
alte Menschen in Entwicklungsländern
unterstützt. Sie hat auch die Ausstellung
hergestellt und verleiht sie.
Die Ausstellung wird eröffnet am 18.
Oktober 2013, 18.00 Uhr. Im Zusammenhang
mit der Ausstellung führen
die organisierenden Gruppen weitere
Veranstaltungen durch, die im Veranstaltungskalender
ab Seite 72 aufgeführt
sind.
Wolfgang Popp
Sonntag, 8. September ‘13
11 bis 17 Uhr
Kundenzentrum der Sparkasse Siegen
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10 durchblick 3/2013
Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein
Immer beliebter!
Angebote der Senioren-Service-Stelle Burbach
SERVICE-CENTER
Burbach. Die Senioren-Service-Stelle
der Gemeinde Burbach kann auf ein
erfolgreiches Jahr 2012 zurückblicken.
Die Seniorenbeauftragte Christine Sahm
stellte jetzt ihren Jahresbericht vor. „Ziel
der Senioren-Service-Stelle ist es, den
Senioren ein möglichst langes, selbstbestimmtes
Leben in den eigenen vier
Wänden zu ermöglichen“, erklärt Christine
Sahm. „Aufgabe ist es daher, die
älteren Mitbürger zu beraten, zu informieren
und wenn nötig Hilfestellung zu
organisieren.“
Ihre Zahlen zeigen, dass die Informationen
und Beratungen angenommen werden.
Rund 1300 Kontakte zu Senioren
oder deren Angehörige wurden dokumentiert.
Ein Schwerpunkt ist das Thema
Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.
Nachgefragt seien aber auch
Beratungen zum barrierefreien Wohnen,
zur Mobilität und zur Pflege im Alter. In
Kooperation mit den Gemeinden Wilnsdorf
und Neunkirchen fand ein Seminar
statt, um sich mit den Neuerungen des
Straßenverkehrs vertraut zu machen.
Geprägt gewesen sei die Arbeit darüber
hinaus von der Neuauflage des Seniorenwegweisers,
der ebenfalls in Kooperation
mit den genannten Kommunen
erschienen ist.
Christine Sahm nahm aber auch die
Gelegenheit wahr, um einen Ausblick
auf die verbleibenden Monate des laufenden
Jahres zu geben: „Im September
soll es Erlebnisspaziergänge für Menschen
mit Demenz geben und wieder
einen Frühstückstreff für Senioren, der
schon im März dieses Jahres zahlreiche
Besucher aus allen Dörfern Burbachs
nach Wahlbach gezogen hat.“
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Geht das in Siegen?
Siegen. Der Hüttensaal in der Siegerlandhalle
hätte noch ein paar Leute mehr
fassen können, aber die Diskussion hatte
es in sich! Ältere Lesben und Schwule
in Siegen: Wo kommen sie vor? Was
brauchen sie? Was tut die städtische Seniorenarbeit?
In Kooperation mit der Schwulen Initiative
Siegen e.V. und der Landeskoordination
für ältere Lesben und Schwule in
NRW hatte die Siegener Regiestelle „Leben
im Alter“ am 12. Juni zur Podiumsdiskussion
eingeladen. Nach einem Vortrag
von Uta Lode, die das lesbisch-schwule
SeniorInnenkonzept der AWO Düsseldorf
vorstellte, stand die Forderung nach einer
lesben- und schwulenrespektierende Alterspolitik
in Siegen zur Diskussion.
Die Verantwortlichen der Siegener Seniorenpolitik
reagierten schnell. Die Stadt
plant eine Gruppe für ältere Schwule und
Lesben einzurichten. Zum ersten Gespräch
lädt die Regiestelle Leben im Alter
für Montag, den 23. September 2013, um
18.30 Uhr ins Haus Herbstzeitlos, Siegen-Hain,
Marienborner Straße 151, ein.
Autorenfoto
Lebendige Vergangenheit
Mitglieder des Seniorenbeirates als Zeitzeugen
Siegen. Alt und Jung näher zusammenbringen,
dieses Anliegen des Siegener Seniorenbeirates
fand erneut seine praktische
Umsetzung. Eingeladen hatte die Ganztageshauptschule
Siegen-Achenbach.
Zweiter Weltkrieg, Stunde Null und unmittelbare
Nachkriegszeit, so hieß das
Rahmenthema der Unterrichtsreihe in der
Klasse 10A im Fach Geschichte-Politik.
Originale Begegnung, im Sinne dieses
bewährten pädagogischen Grundsatzes
hatten die beiden Lehrkräfte Frau Nina
Krull und Ben Frische sich für ein Zeitzeugenprojekt
entschieden. Vom Seniorenbeirat
der Stadt Siegen standen Helmut
Plate, Ernst Göckus und Friedrich
Burk (Bild o., sitzend von links.) Rede
und Antwort.
Es war in der Tat vieles, was die jungen Leute
von den drei Senioren wissen wollten.
Friedrich Burk und Helmut Plate konnten
vieles von dem berichten, was sie unmittelbar
erlebt hatten, etwa: NS-Organisationen
und Schuldrill, Sport als Hauptfach im Unterrichtsplan,
abruptes Schulende bei Vollalarm
und Flucht in Stollen oder Bunker,
Detonationen von Bomben und Luftminen,
quälende Ungewissheit – wird unser Haus
nach Fliegerentwarnung noch stehen?
Wohltuend war der Dank, welchen die
beiden Klassensprecher Artan Kuci und
Pascal Knipp den Senioren am Unterrichtsende
im Namen der gesamten Lerngruppe
entgegenbrachte. Wieder einmal ein
lebensnahes Beispiel für Solidarität zwischen
Alt und Jung.
eg
3/2013 durchblick 11
Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein
21. September: Weltalzheimer-Tag
Wohlfahrtsverbände begleiten Menschen mit Demenz
Das Haus Obere Hengsbach, eine diakonische Einrichtung
mit einer Abteilung für an Demenz erkrankte Menschen
Hilfe bei:
Problemen mit Behörden, dem Vermieter
Antragstellungen u.v.m.
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E-Mail: brueckenbauer@awo-siegen.de
Kreisverband
Siegen-Wittgenstein/Olpe
Foto: Diakonie Südwestfalen
Diakonie
Siegen. Anlässlich des Weltalzheimer-
Tages am 21. September informiert die
Beauftragte für Ethik und Demenz der
diakonischen Altenhilfe Siegerland Andrea
Schäfer-Bottenberg über das regionale
Angebot für Demenzkranke. Sie
weist auf etwa 4.200 derzeit im Kreis
Siegen-Wittgenstein betroffene Personen
hin, deren Zahl stetig zunehmen
wird. Demenz, so Schäfer-Bottenberg,
sei mehr als Vergessen. Die Fähigkeiten,
den eigenen Alltag zu gestalten,
gingen verloren.
Neben den speziellen Angeboten für
Menschen mit Demenz ist es ein wichtiges
Anliegen, Wissen
über Demenz und die
Erkenntnisse der Versorgungsforschung
an Mitarbeiter
und Angehörige
weiterzugeben. So führt
die Diakonie regelmäßig
Fortbildungen zu verschiedenen
Bereichen
der Erkrankung durch,
Sprechzeiten:
Dienstag: 09.00 - 12.00 Uhr
(Peter Bahnschulte; im Bild links)
Donnerstag: 14.00 - 16.00 Uhr
(Albert Krumm; rechts)
sowie nach Vereinbarung.
wirbt ehrenamtliche
Mitarbeiter an und bereitet
sie auf diese schwere
Aufgabe vor. Zudem
bietet die Diakonie Gesprächskreise
für Angehörige
an, in denen sie
sich über die Herausforderungen des
Krankheitsbildes Demenz austauschen
können. „Den Angehörigen fällt es oft
schwer anzuerkennen, dass sich der Demenzkranke
verändert hat“, so Schäfer-
Bottenberg. „Über das Thema Demenz
müsse aufgeklärt und informiert werden,
denn die Erkrankung könne jeden
treffen. Durch gute Pflege, Begleitung
und das Begreifen der Erkrankung als
gesamtgesellschaftliche Herausforderung
kann Betroffenen jedoch geholfen
werden“.
In den Alten- und Pflegeheimen leben
viele Menschen mit Demenz, die weiterhin
BürgerInnen unserer Gemeinschaft
bleiben. In den Alteneinrichtungen sind
die Pflegekräfte auf die Solidarität der
Gesellschaft angewiesen. Ehrenamtliche
können dazu beitragen, dass hochbetagten,
demenzerkrankten und pflegebedürftigen
Menschen weiterhin eine Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben ermöglicht wird.
Doch für den Umgang mit Menschen in
dieser schwierigen und komplexen Lebenssituation
brauchen freiwillig Engagierte
auch Sicherheit. Deshalb bietet die
Diakonische Altenhilfe Siegerland wieder
einen Kurs mit dem Titel „Ich kann was...
Ich weiß was... Ich will was tun!" an.
Information und Anmeldung bei
der Diakonische Altenhilfe Siegerland
Siegen, Wichernstraße 40
℡ 0271/333 6482 und 0271/4884 101. ●
Runder Tisch
Demenz
Siegen. Das Programm zum Weltalzheimertag
2013 im Kreis Siegen-Wittgenstein
ist wieder einmal bunt und vielseitig. Die
Akteure des Runden Tisches Demenz, koordiniert
vom Demenz-Servicezentrum
Region Südwestfalen im Caritasverband
Siegen-Wittgenstein e.V., führen vom 1.
Sept. bis zum 19. Oktober im gesamten
Kreisgebiet eine reiche Palette von Veranstaltungen
durch. So werden neben Informationsveranstaltungen
und Vorträgen
beispielsweise Gottesdienste, Bewegungsangebote
oder Filmvorführungen organisiert.
Immer steht die Demenz als zentrales
Thema im Mittelpunkt der Veranstaltungen.
Die Akteure möchten informieren
und enttabuisieren. Sie möchten die von
einer Demenz Betroffenen ansprechen,
wenn es beispielsweise heißt „Wir tanzen
wieder“ oder wenn sie am „Tag der Angehörigen“
speziell auf die Bedürfnisse von
pflegenden Angehörigen eingehen.
Infos erteilt das Demenz-Servicezentrum
Region Südwestfalen im Caritasverband
Siegen-Wittgenstein e.V.
℡ 0271 234178-17.
Ein Flugblatt mit Terminen aller Veranstaltungen
erhalten Sie unter der gleichen
Telefonummer.
●
12 durchblick 3/2013
Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein
Das schwache Herz – Siegener Herzwochen
Veranstaltungsreihe im St. Marien-Krankenhaus Siegen gestartet
Siegen. Wer beim Weg von der ehemaligen
Siegplatte bis zum Krönchen
bereits nach wenigen Metern Steigung
deutlich verstärkt atmen muss, sollte
dies auf keinen Fall verharmlosen. Um die
Siegener Bevölkerung zu sensibilisieren,
startete im Sommer eine Informationsserie:
Durchgeführt werden Ausstellungen
in der Siegener Innenstadt und Seminare
„vor Ort“ in den Gemeinden. Schließlich
wird die Reihe am 9. November mit dem
großen Siegener Herz-Tag – hierzu werden
etwa 1.000 Betroffene erwartet –, der
gemeinsam mit der AOK NordWest und
der Herzstiftung organisiert wird, in der
Siegerlandhalle abgeschlossen.
Atemnot ist in vielen Situationen eine
völlig normale Körperreaktion. Hastet
z. B. ein Stationsarzt das Treppenaus in
den 8. Stock des St. Marien-Krankenhauses
hinauf, ist die verstärkte Atmung
wenig überraschend. Sensibel sollte man
bei einer deutlich verstärkten Atmung allerdings
werden, wenn diese bereits bei
leichten Belastungen auftritt. In diesen
Fällen kann die gesteigerte Atmung das
Warnsignal einerernstzu nehmenden Erkrankung
sein.
Zwar denken viele Menschen bei
Schwierigkeiten mit der Atmung als Erstes
an Lungenprobleme, wie etwa an Asthma
oder an eine Schädigung der Atemwege
durch jahrelanges Rauchen. Weniger bekannt
ist jedoch, dass auch Erkrankungen
des Herzens zu den häufigsten Ursachen
einer gesteigerten Atmung gehören.
Viele Menschen, die schnell außer
Atem geraten, wundern sich zwar über
die nachlassende körperliche Belastbarkeit,
halten dies
aber nicht für das
Symptom einer
ernstzu nehmenden
Erkrankung. Sie
glauben irrtümlicherweise,
es handele
sich um eine
normale Erscheinung
des Älterwerdens,
und konsultieren
deshalb
keinen Arzt.
Um eine Herzerkrankung zu erkennen,
existieren verschiedene Standarduntersuchungen.
Sollten sich Anhaltspunkte
für eine Herzerkrankung finden, wird im
nächsten Schritt eine Zusatzuntersuchung
durchgeführt, mit der sich schmerzfrei die
Pumpfähigkeit des Herzmuskels und die
Funktionstüchtigkeit der Klappen genau
beurteilen lassen. In den meisten Fällen
führt der Arzt auch eine Belastungsuntersuchung
durch. Das Ergebnis kann das
Vorliegen einer Koronaren Herzkrankheit
als Ursache der Luftnot aufdecken. ●
„Alter ist Vielfalt“
2. Netphener Seniorentag
Netphen. Menschen werden heute so unterschiedlich alt wie
niemals zuvor. Aus diesem Grund richtet die Senioren-Service-
Stelle der Stadt Netphen ihren „2. Netphener Seniorentag“ am
16.11.2013 von 11:00 bis 17:00 Uhr in der Dreisbachhalle in
Netphen im Ortsteil Dreis-Tiefenbach aus. Geplant sind zahlreiche
Informationsstände, Mitmachaktionen, Vorträge und ein
buntes Bühnenprogramm. Neben Fachvorträgen zu Themen
Autorenfoto
Das Miteinander der Generationen
sichert unsere Zukunft!
Ihr Volkmar Klein
wie „So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden“; „Die
Tricks der Betrüger“; „Erben und Vererben“ und „Vorsorgevollmacht
& Patientenverfügung“ wird es vielfältige Informationen
und Tipps von regionalen Ausstellern zu „Wohnen
im Alter“, „Pflege und Hilfe“, „Gesundheit und Prävention“,
„Dienstleistung und Ehrenamt“, „Reisen und Freizeit“ und
„Seniorensicherheit“ geben.
Mit im Boot sind neben der Stadt Netphen und der Zukunftsinitiative
2020 des Kreises Siegen-Wittgenstein verschiedenste
Verbände und Einrichtungen, ehrenamtliche und
professionelle Anbieter, Vereine und Kirchen.
Erstmalig ist ein zentraler und kostenloser Zubringerdienst/
Abholdienst, für den sich der Bürgerbusverein Netphen
und der DRK-Ortsverein Dreis-Tiefenbach zur Verfügung
stellt, eingerichtet worden. Anmeldung nimmt die Senioren-
Service-Stelle der Stadt Netphen bis Donnerstag, 15. 11. 2013
zu den Öffnungszeiten entgegen, die auch weitere Informationen
unter ℡ 02738 / 603-145 erteilt.
●
3/2013 durchblick 13
SeniorenServiceStellen des Kreises Siegen-Wittgenstein
Bad Berleburg
Holger Homrighausen 02751/923-268
Poststr. 42 57319 Bad Berleburg
h_homrighausen@bad-berleburg.de
Mo-Mi. u. Fr. 8.30-12.30 Uhr und 14.00-16.00 Uhr
Do. 8.30-12.30 Uhr und 14.00-18.00 Uhr
Stadt Siegen
Manuela Krafft 0271/404-2200
Weidenauer Str. 211-213 57076 Siegen
m.krafft@siegen.de
Mo-Fr. 8.00-12.00 Uhr
Gemeinde Erndtebrück
Udo Schneider 02753/605-124
Talstr. 27 57339 Erndtebrück
u_schneider@erndtebrueck.de
Mo-Mi. 8.00-12.30 Uhr und 14.00-16.30 Uhr
Do. 8.00-12.30 Uhr und 14.00-17.30 Uhr
Fr. 8.00-12.00 Uhr
Stadt Freudenberg
Heike Weigel 02734/43-174
Mórer Platz 157258 Freudenberg
h_weigel@freudenberg-stadt.de
Mo-Fr 8.00-12.30 Uhr
Di 14.00-16.00 Uhr u. Do14.00-17.00 Uhr
Stadt Kreuztal
Beate Schreiber 02732/51-470
Siegenerstr. 5 572223 Kreuztal
b_schreiber@kreuztal.de
Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr
Stadt Netphen
Eva Vitt 02738/603-145
Amtsstr. 6 57250 Netphen
e_vitt@netphen.de
Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr
Gemeinde Burbach
Christine Sahm 02736/45-56
Eicher Weg 13 57299 Burbach
c_sahm@burbach-siegerland.de
Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr
Gemeinde Wilnsdorf
Jutta Schmidt 02739/802-129
Marktplatz 1 57234 Wilnsdorf
j_schmidt@wilnsdorf.de
Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr
Stadt Bad Laasphe
Gisela Homrighause 02752/909-153
Mühlenstr. 20 57334 Bad Laasphe
g_homrighause@bad-laasphe.de
Mo, Di, Mi, Fr. 8.30-12.00 Uhr
Do. 14.00-17.00 Uhr
Stadt Hilchenbach
Gudrun Roth 02733/288-229
Marktstr. 13 57271 Hilchenbach
g.roth@hilchenbach.de
Mo-Fr. 8.00-16.00 Uhr
Gemeinde Neunkirchen
Bettina Großhaus-Lutz 02735/767-207
Bahnhofstr. 3 57290 Neunkirchen
b_grosshaus-lutz@neunkirchen-siegerland.de
Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr
Ihr Ansprechpartner:
Reiner Jakobs
Zukunftsinitiative
Siegen-Wittgenstein 2020
Programmleitung
„Leben und Wohnen im Alter“
Servicezentrum für soziale Beratung,
Betreuung und Prävention
Bismarckstr. 45,
57076 Siegen
lwa@siegen-wittgenstein.de
SeniorenServiceStellen
Universitätsstadt
Siegen
Weidenau Rathaus
Weidenauer Str. 211-215
Mo - Fr. 8 - 12 Uhr 0271/404-2208
Geisweid Bürgerhaus
Obere Kaiserstr. 6
Mo + Mi. 10 - 12 Uhr 0271/3878616-3
Siegen Ost - Haus Herbstzeitlos
Marienborner Str. 151
Mo + Mi. 10 - 12 Uhr 0271/3878616-2
Eiserfeld - Sparkasse
Eiserfelder Str. 474
Di + Do. 10 - 12 Uhr 0271/3878616-1
Honoraranwalt der
Verbraucherzentrale
NRW
VertrauensAnwalt
Mitglied im AnwaltVerein
Arbeitsgemeinschaft der
Fachanwälte für Arbeitsrecht
Dipl. Soz. Michael Kringe - Rechtsanwalt und Notar
57234 Wilnsdorf, Rathausstraße 1
02739 - 1049
info@rechtsanwalt-kringe.de
14 durchblick 3/2013
Die Siegener Versorgungsbetriebe GmbH (SVB) versorgen
an ihrem Firmenstandort in Siegen etwa 116. 000 Einwohner
mit Trinkwasser, Strom und Erdgas. Regional sind
sie als Lieferant für Strom und Erdgas in weiten Teilen von
NRW sowie in Hessen und Rheinland-Pfalz aktiv. Zum
Angebot der SVB gehören unter anderem die Produktmarken
Coronagas und Coronastrom. Das Unternehmen wurde
vor 150 Jahren gegründet. Die wichtigsten Anteilseigner
sind die Stadt Siegen (74,9%) und die Rhenag AG (24,9%).
Die SVB verstehen sich als kommunal verwurzeltes, den
Siegener Bürgern verpflichtetes Unternehmen. Dies äußert
sich in vielfacher Unterstützung in den Bereichen Breitensport,
Kultur und auch im gesellschaftlichen Engagement.
Der Jahresumsatz lag 2011 bei 51,8 Millionen €.
3/2013 durchblick 15
Erinnerung
VOM BLUNABALL ZUM SENIORENTANZ
Ein besinnlich-heiterer Rückblick
Lokalmatadore der 60er Jahre „Die Oranien Street Sounders“,
Manni Kemper, Jockel Königsfeld, Raimar Bruch, Günter Hummerich v. l.
Der Gläsersaaal der Siegerlandhalle ist nahezu bis auf
den letzten Platz gefüllt. Die Tische sind anmutig dekoriert,
und das Rednerpult ziert ein üppiger bunter
Blumenstrauß. Die Stimmung ist locker, heiter und gelassen.
Wenn der weiße Flieder wieder blüht, mit diesem flotten
Musikstück hat der seit Jahren bewährte Akkordeonclub
Littfeld unter der Leitung von Manfred Funk den Seniorenball
der Stadt Siegen eröffnet, gefolgt von dem Walzerlied
Tulpen aus Amsterdam. Nach einem gefühlsbetonten Tango
drehen sich die Paare nunmehr
im Dreivierteltakt eines langsamen
Walzers: Fersen und
Ballen berühren abwechselnd
den Boden, Rechtsdrehung
und Linksdrehung wechseln sich geschmeidig ab, gekonnt
ist eben gekonnt. Einige Paare begeistern sogar noch durch
die anspruchsvolle Achsdrehung, einer Drehkombination
aus Vorwärts-, Rückwärts- Kreuz- und Seitschritten.
„Seniorenball 2013“ – die fröhlich-gelassene Stimmung
und die heitere Atmosphäre lassen eine Weile besinnlich innehalten
und lenken den Blick zurück um mehr als ein halbes
Jahrhundert, in die Mitte der Fünfziger- und in die frühen
Sechzigerjahre.
Tanzunterricht war angesagt, und viele von uns gingen zur
Tanzschule Löser unweit der Siegerlandhalle. Die ersten beiden
Doppelstunden waren übrigens nach Jungen und Mädchen
getrennt, es ging zunächst mal grundsätzlich um Bewegungsund
Rhythmusschulung. Umso größer waren die Hoffnungen
und Erwartungen als
dann der gemeinsame
Unterricht begann. „Guten
Tag, bitte die Herren
engagieren“, so hieß es
nunmehr zu Beginn jeder
Stunde. Nach einer
artigen Verbeugung ging
es dann los. Nicht immer
klappte gleich alles nach
Wunsch. Besonders die
Entfernung zur Partnerin
passte der Tanzlehrerin
häufig nicht – der Abstand
war ihr nämlich,
man höre und staune,
zu... groß. „Gehen Sie
mehr auf Tuchfühlung,
haben Sie keine Angst,
gehen Sie näher ran.“
Fassen Sie doch endlich
fester zu, Sie Feigling,“
schallte es nicht selten durch die Unterrichtshallen.
Auch so manche Bemerkungen des Tanzlehrers hatten es in
sich. „Was Sie da machen, ist Freistilringen unter verschärften
Bedingungen.“ Oder: „Manche lernen es nie, und dann noch
mangelhaft“. „Das ist kein Tanzen, was Sie da machen“ Sie
springen da herum wie ein alter Ziegenbock“, solche und ähnliche
tierbildhafte Vergleiche sind noch in Erinnerung.
Nach der Tanzstunde ging es dann meistens mit den Partnerinnen
noch in das Kaffeehaus Schmidt in der Siegener
Bahnhofstraße, wo auf rot-
Genieße die Gegenwart – gepolsterten Stühlen gesittet
bei einer Tasse Kaffee,
sie war gerade noch Deine Zukunft.
einer Limonade oder einem
Bier (!) Erlebnisse der voraufgegangenen
Arbeits- oder Schultage ins Visier genommen
wurden. Einige von uns verstanden es nicht nur, ihre
jeweiligen Lehrer oder Chefs zu parodieren, auch ihre gerade
erfahrenen Stilblüten und Bewegungsabläufe des Tanzlehrers
gaben oft Anlass zu munterer Heiterkeit, gelegentlich
auch bei anderen Besuchern dieses Lokals.
Schließlich gab es dann den Mittelball, gelegentlich auch
„Bergfest“ oder „Kränzchen“ genannt, und nach etwa einem
Vierteljahr stieg der Schlussball als krönendes Finale.
Die Jungen holten selbstverständlich ihre Partnerin
zuhause ab, wohl dem, der damals ein Auto hatte. Oft halfen
aber auch ältere Freunde oder Geschwister aus, nicht
selten immerhin mit einem VW mit 34-PS-Maschine oder
gar einem länglichen 1500er Modell. Traditionelles Rollen-
16 durchblick 3/2013
Foto: Horst Günter Simon
verständnis galt auch für den kulinarischen
Bereich. So hatten die jungen
Damen für kalte Platten zu sorgen, und
die jungen Herren waren für die Getränke
verantwortlich, dies bedeutete
immerhin eine Flasche Wein für den
gesamten Abend.
Jedes Paar hatte vor versammeltem
Publikum mindestens drei Tänze vorzutanzen,
wobei es der Tanzlehrer verstand
das gelegentliche Lampenfieber
durch freundliche Ermutigungen herabzumildern.
Nach dem Schlussball fühlten sich
viele von uns wie nach der erfolgreich abgelegten
Führerscheinprüfung. Nun stand
uns die weite Welt der Tanzparkette offen.
Und was wurde alles getanzt: Langsamer
Walzer mit Helmut Zacharias,
Que sera, das wunderschöne Walzerlied
mit Doris Day aus einem Hitchcock-Film,
deutsch gesungen von Lyss
Assia. Tanze mit mir in den Morgen,
ein Tango mit Gerhard Wendlandt, die
Hämmerchen-Polka mit Chris Howland,
die Caprifischer mit Rudi Schuricke
als Slow-Fox, sicherlich werden
in Ihnen einige Erinnerungen wach.
Schließlich Cha-Cha-Cha mit Perez
Prado, Besame mucho als Rumba, den
Calypso mit Harry Belafonte oder mit
Caterina Valente in der deutschen Fassung.
Dann schließlich ging es mehr
offen zu: Boogie-Woogie und Rock’n
Roll mit u. a. Bill Haley, Jerry-Lee Lewis
und Elvis Presley und schließlich
den Twist mit Chubby Checker und
Chris Montez.
Und wie vielfältige Namen hatten
damals die verschiedenen Bälle heute
wohl neuhochdeutsch pauschal als
Foto: Archiv Anne Eickhoff
„Event“ bezeichnet. Bluna-Bälle, Limonadenbälle,
Cola-Bälle – die jungen
Männer sollten schließlich Freude
beim Tanzen und nicht im Alkohol
suchen. Des Weiteren gab es Klassenbälle,
Lehrabschlussbälle und gelegentlich
auch Schulbälle, wobei die
Schüler auch schon mal ihren Lehrern
aufzeigen konnten, wo es langging.
Viele erinnern sich auch noch an den
von der Stadt Siegen veranstalteten
„Tanz für die Jugend“ etwa mit Bubi
Cartier: den Teddys oder der bekannten
Schulband des Siegener Gymnasiums,
den Oranien-Street-Sounders. Ein
Höhepunkt war stets auch die Rocky-
Band aus dem benachbarten Hessenland.
Wenn die Stimmungstemperatur
stieg, kletterte der Mann am Kontrabass
gelegentlich auf sein riesiges Instrument
und brachte auch in dieser
Stellung noch Rhythmus und Oktaven
in harmonischen Einklang. Einmal soll
sogar bei dieser akrobatischen Einlage
eine elektrische Sicherung durchgebrannt
sein.
Nicht zu vergessen für die schon etwas
Älteren, die Tanzveranstaltungen
im Siegener Handwerkerhaus. Einige
von uns erinnern sich wohl noch gerne
mit Nostalgie an die Kapelle Link
- besonders beziehungsreich waren die
langsamen Stücke bei gedämpftem
Licht zu vorgerückter Stunde.
Und dann gab es die Feiern zu
hause, unter uns Jüngeren unter dem
wachsenden Einfluss der englischen
Sprache „Parties“ genannt. Offiziell
jedoch firmierten diese Feiern nicht
selten unter dem Begriff „Hausball“,
allein schon deswegen, damit besorgte
Eltern ihre jungen Töchter bereitwilliger
dorthin gehen ließen.
Eine stillschweigende oder offen
ausgesprochene Übereinkunft gab es
meistens zwischen allen Beteiligten
wie folgt: Keinen hochprozentigen Alkohol,
und zudem sollten stets gleich
viele Jungen wie Mädchen zugegen
sein. Die Gründe dafür liegen offen
auf der Hand.
Ein hohes Gut war damals der Plattenspieler
– zunächst große zerbrechliche
78N-Platten – ab Mitte der 50er
dann die Vinylplatten 45M etwa von
Polydor, Decca oder Elektrola. Eine
solche Platte kostete Ende der 50er immerhin
noch vier DM, und nur die soge-
Wohnungsunternehmen
gegründet 1909
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3/2013 durchblick 17
Siegener TanzschülerInnen Anfang der 60er Jahre
nannte A-Seite war wirklich gut zu hören, auf der Rückseite
der B-Seite waren keine Titel, die uns vom Hocker rissen.
Kein Wunder, dass wir dann regelmäßig Schallplatten austauschten,
um in den Genuss der neuesten A-Seiten zu gelangen.
Gut zu wissen: Ein etwa 16-jähriger Schüler kam als
Ferienarbeiter auf einen damaligen Lohn von maximal 1.80
bis 2 DM pro Stunde.
Über ein Tonband verfügten damals weniger als 2% der
jüngeren Leute, schließlich kostete es in der Regel damals
mehr als 200 DM.
In den meisten Fällen war es das gute alte Radio, welches
als Zapfstelle für Musik nach unseren Wünschen diente. So
etwa seit 1958 Radio Luxemburg auf der Mittelwelle 208
Meter, auf der Kurzwelle im 49-Meter-Band. Hier leitete
Camillo Felgen, ein ehemaliger Lehrer, seine samstäglichen
Hitparaden ein, bei denen es zudem noch eine Schallplatte
oder Autogramme zu gewinnen gab. Jugendliche UKW-
Hörer fieberten schon zeitig den frühen Abendstunden
entgegen, wenn mittwochs im WDR Chris Howland
alias Heinrich Pumpernickel die Regie übernahm. Die
sonorige Baritonstimme des inzwischen 85 Jahre alten
britischen Entertainers ist sicherlich noch vielen von und
in guter und auch ein wenig dankbarer Erinnerung. Gerne
wurden Wetten über kleine Geldbeträge abgeschlossen,
wer denn nun zu den drei Spitzenschlagern gehörte.
Übrigens: Den ersten Platz hielt Harry Belafonte 1957
mit einem Calypso über mehr als 6 Wochen.
Auch nicht zu vergessen: Die Frankfurter Schlagerbörse
jeweils an Donnerstagen zwischen 19.00 Uhr
und 20.00 Uhr und die Sendung „music in the air“ des
amerikanischen Soldatensenders AFN. Standen am nächsten
Tag Klassenarbeiten oder sonstige Leistungskontrollen
auf dem Programm, so waren selbst humorvolle Lehrkräfte
so gut wie nie bereit, gelegentlichen Leistungsabfall mit
vorabendlichem Kunstgenuss zu entschuldigen.
Mit den sogenannten „Tanz-Bierbars“ eröffneten sich
seit Beginn der 60er Jahre neue Möglichkeiten des Tanzvergnügens.
Die Getränkepreise waren moderat, und die Musikbox
spielte Wunschtitel für jeweils 20 Pfennig, für 1 DM
waren sogar 6 Stücke zu hören. Die Beleuchtung
wirkte dezent und diskret; blaue, ultraviolette und
rötliche Farbtöne sorgten für die passende Atmosphäre.
Viele Nischensitzecken luden zu intimbehaglichem
Verweilen ein. Nicht selten brachte
die Jukebox bei steigenden Temperaturen einige
Sicherungen zum Schmelzen, getreu des Jack-
Berry-Songs „Roll over Beethoven“. Besonders
gefragt waren das Lokal „Romantica“ in Weidenau
mit äußerer Lattenverkleidung sowie die
„Chez Nous“ in der Siegener Sandstraße.
Steigender Beliebtheit erfreuten sich dann
auch die ersten Discotheken im heimischen Raum.
Viele Disc-Jockeys machten sich bald einen Namen,
nicht nur durch den gekonnten Plattenmix,
sondern auch durch lockere und teilweise pseudophilosophische
Sprüche. So etwa in Anlehnung
an einen damaligen Kultfilm mit Uschi Glas und
Werner Enke „Es wird bös enden …, wenn ich jetzt noch
weiterhin langsame Platten auflege“.
Und trotz allem: Viele Tanzbegeisterte zog es nach wie
vor zu handgemachter Musik im Sinne von originaler Begegnung.
Auch manche neugegründete Band bot die Gelegenheit,
zu Schlagzeug, Bass, Melodie- und Rhythmusgitarre
die Hüften zu schwingen, wenn auch nicht immer mehr im
früheren Tempo. Beispielsweise entstand damals die Gruppe
„The Oldtimers“, (s. Titelfoto) in welcher sich auch Mitglieder
früherer erfolgreicher Bands zusammengefunden hatten.
Betätigungsfelder waren vorwiegend Open-Air-Konzerte,
nicht selten auf einem Tieflader als Bühne, aber auch Veranstaltungen
zu besonderen Anlässen im öffentlichen oder
im privaten Bereich. Vielen fallen an dieser Stelle auch weitere
hiesige Bands ein, wie z.B. The Mushrooms, Pieps and
Friends oder Second Shotgun.
Foto: Dagmar Göllner
SZ-Foto Matthias Blumentrath
Aber zurück zum Seniorenball 2013: Nach einer Rumba
spielt die Kapelle zum letzten Tanz für diesen Tag auf. Die
Tanzfläche ist noch einmal dicht gefüllt. Gute 50 bis rund
60 Jahre sind vergangen – die Besucher freuen sich, dass
sie zu diesem Seniorenball zusammenkommen konnten.
Mit Sicherheit waren damals auch schon viele mit von der
Partie, womöglich sogar am gleichen Ort. Vielleicht denken
einige an das bekannte Dichterwort von Jean Paul: Unsere
Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht
vertrieben werden können.
Ernst Göckus
18 durchblick 3/2013
Leserbeitrag
RALPH GIORDANO
Geburtstagsgrüße von Günter Matthes
Dr. phil. h. c. Ralph Giordano,
der ständige Mahner gegen den Rechtsextremismus
90 Jahre jung
Sehr verehrter Herr Giordano,
als Sie, vor zehn Jahren, ganz kurz nach Ihrem 80. Geburtstag
in Wittgenstein zu einer eindrucksvollen Lesung aus Ihrem wenige Monate vorher erschienenen
Buch „Sizilien, Sizilien!“ waren, gratulierte Ihnen zu diesem Anlass der Vorsitzende des Laaspher
Kulturrings und ehemalige Bürgermeister Otto Düsberg und wünschte Ihnen in der Sprache
Ihrer Mutter in Hebräisch-Jiddisch „Massel tov“ – viel Glück. Zuvor erklangen drei Ständchen,
darunter auch das sizilianische Volkslied „Santa Lucia“. Die Bad Laaspher hatten den richtigen
Ton für Sie getroffen.
„Sizilien ohne Musik ist nicht Sizilien. Und so muss ich denn seine Musik in meine Worte fassen“,
schreiben Sie ganz zu Anfang Ihres Buches. Da will ich hin, zur richtigen Stunde. Und die
wählen Sie sehr genau aus und kehren zu Ihren auch existierenden Wurzeln zurück, zu Ihrem unvergesslichen
Großvater Rocco. Durch Ihr Buch lernen die Menschen einen ganz anderen
Giordano kennen.
Einen Tag später lernen die Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrerkollegium der Bad Berleburger
Realschule Sie kennen. Die dortige Schule ist glücklich über Ihren Besuch. Erst im Januar
zuvor war sie mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet worden.
Auch das ist jetzt genau zehn Jahre her. Die jungen Leute nehmen Ihren Vortrag und die Lesung
aus den „Bertinis“ mit gespannter Aufmerksamkeit an. Als einer der damals dort unterrichtenden
Lehrer nehme ich dies genau zur Kenntnis. Keine Spur von Langeweile. Und dann Ihr
eindringlicher Appell: „Werden Sie politische Menschen.“ Auch dies kommt sicher an: „Sie sind
alle vollkommen schuldlos an den Verbrechen. Lassen Sie sich nichts einreden.“ Und jetzt, zehn
weitere Jahre später 2013? Nach Umfragen nimmt der Prozentsatz bei jungen Menschen immer
mehr ab, die noch mit dem Wort Auschwitz überhaupt etwas verbinden können trotz aller Dokumentationen
im Fernsehen.
Über dieses Medium konnte man Sie wenigstens am 20. März diesen Jahres erleben, als Sie
in Hamburg, der Stadt Ihrer Kindheit und Jugend, von der dortigen Bürgerschaft für Ihr Lebenswerk
an Ihrem Geburtstag geehrt wurden. Köln ist Ihre Wahlheimat und Ort Ihres facettenreichen
literarischen Schaffens. Sie sind wegen der überaus großen Wertschätzung der deutschen Sprache
diesem Lande treu geblieben. Ihre Worte und Schriften gegen Gewalt und Ihre Widerreden
im Hinblick auf die Schrecken und Unmenschlichkeiten im nationalsozialistischen Deutschland
sollten eine unüberhörbare Mahnung sein gegen das Vergessen.
Noch viel und lange Zeit Kraft, Lebensfreude und Massel tov sowie zufriedenstellende Gesundheit.
Alles wahre Leben ist Begegnung (Martin Buber, jüdischer Religionsphilosoph)
Ihr
Günter Matthes
3/2013 durchblick 19
Aus dem Siegerland
IM ABNEHMENDEN LICHT
Schon die riesigen Vorhallen.
die Dantes Portal zur Hölle sein
könnten, verwirren den kranken
Menschen. Vorbei an Statuen mit
leeren Augen. In einer Ecke vermutet
man den Engel der Verkündigung,
der da sagt: „Lasst die Hoffnung,
die ihr hier eintretet.“ Kurz
nach dem Examen nahm ich meine
erste Stelle im Stadtkrankenhaus
an, auf der chirurgischen Frauenstation.
Ich kannte die Herren in
Weiß, die das Haus stark prägten,
noch persönlich. Mein Zimmer
teilte ich mit einer Pfarrerstochter,
wurde aber bald strafversetzt in
Bild an der Außenwand des Stadtkrankenhauses und
einen abgelegenen Raum, da ich
Titel des Buches: „Eine Hommage“ von Marianne Mengel-Keßler rauchte. Mir tat man einen Gefallen
damit. Es gab einen Patienten,
Es gab einmal ein Stadtkrankenhaus in Siegen. Vor Besitzer einer Eierlikörfabrik, der gelegentlich diese Köstlichkeit
vorbeibrachte. Wir feierten Eierlikörpartys. Unmit-
mir liegt eine Chronik, eine Hommage an diese
Hausung. Geschrieben hat sie Marianne Mengel- telbar neben unserem Partyzimmer lagen die Gemächer der
Keßler, lange Jahre Krankenhausseelsorgerin dort. Es sind Oberin, und wir versuchten, mit feuchten Betttüchern vor
sehr einfühlsame und eindringliche Zeilen. Das Haus, das der Zimmertür, den Rauch unserer Zigaretten weniger ruchbar
zu machen. Das Haus atmete die Kraft der Helligkeit,
alle Siegener und Siegerländerinnen ins Herz geschlossen
haben, war vor seinen zahlreichen An- und Umbauten ein die Fantasie der Liebenswürdigkeit.
historischer Bau. Vor dem Schwesternheim erstreckte sich Nach meiner Odyssee durch diverse Krankenhäuser im
ein bezaubernder Rosengarten. Die Atmosphäre war traut Vorjahr, stellte ich mir die Frage, ob viele Patienten durch
und intim. Mich berührt der Text ganz besonders, da ich im ihr Kranksein ähnliche Empfindungen hegen wie ich. Empathie
war immer Teil von mir, aber das richtige Verständnis
letzten Jahr den Wandel in der Krankenhauslandschaft am
eigenen Leib erfahren durfte.
für einen kranken Menschen wächst erst mit dem eigenen
Erleben. Ich fühle mich halbiert, nicht mehr vollständig.
VdK Soziale Sicherheit in einer
Im Spiegel sehe ich mich wie einen Irrtum, stelle fest, wie
schlecht ich ins eigene Dasein passe. Meine Seele war und
großen Gemeinscha
ist verletzt durch alles, was ich nicht mehr bin und nicht
mehr kann. Die Zeit wurde zum Raum, ein Wartezimmer
zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Farbe war aus
der Welt genommen, ich sehnte mich nach einem Tag, dem
ich mein Gesicht aufdrücken konnte. Immer fremd gesteuert,
von einer Instanz zur anderen weitergereicht.
Kreisverband
Zurück zum Stadtkrankenhaus. Seine Wurzeln sollen
Siegen-Olpe-Wigenstein
in einem ehemaligen Kloster liegen. Im 14. Jahrhundert
57072 Siegen Morleystr.15-17
entwickelte sich daraus „das Hospiz zum Heiligen Geist.“
Tel.: 02 71 / 30 38 29-0
Dies lag am inneren Kölner Thor und später am Pfuhl. Ein
Fax: 02 71 / 30 38 29-18
riesiger Brand im Jahre1895 zerstörte ein Drittel der Stadt,
e-mail: kv-siegen@vdk.de
und auch das Hospiz fiel ihm zum Opfer. 1708 war ein neues
www.vdk.de/kv-siegen-olpe-wigenstein
bezugsfertig, und dieses lag nun am Kohlbett. 150 Jahre
lang diente es armen und pflegebedürftigen Menschen, war
Falls Sie mehr über den VdK wissen möchten, für sie Windstille der Seele. Es umfasste nun ein kleines
wenden Sie sich an den Kreisverband oder direkt Krankenhaus und ein Altenheim. Es gab eine Zeit, in der es
an den für Sie zuständigen Ortsverband kirchlich werden sollte, aber es blieb dann doch städtisch.
20 durchblick 3/2013
Aus dem Siegerland
Dieser Doppelbetrieb
brachte
viele Probleme
mit
sich. Hospital
und
Krankenhaus
wurden
entflochten
sie für jeden
sichtbar
da lag,
war sie ein
Störfaktor.
Sie passte
nicht mehr
in die Zeit
des gesellschaftlichen
Denkens.
Altes Kloster, aus dem das spätere und ein Sterben und
Krankenhaus entstanden ist. separates Tod wurden
Stadtkrankenhaus um 1865
Altersheim immer mehr
auf dem Fischbacher Berg errichtet. Das war 1894. Die verdrängt. In den letzten Jahren bemüht man sich, den Tod
Bielefelder Diakonissen kamen und pflanzten dem Haus wieder mehr ins Leben zu holen.
etwas Liebes ein. Während meiner Zeit dort waren es die 2001 beschloss der Kreis die Einhäusigkeit der beiden
Wittener Diakonissen, aber auch schon freie Schwestern, kreiseigenen Krankenhäuser. Ein unruhiger Geist durchstreifte
wahrscheinlich die meisten mit einem Wittener Hintergrund.
seitdem das Haus. Angst vor der Schließung, die
Mit der Zeit betrat auch männliches Pflegepersonal hinter den Kulissen diskutiert wurde. 42.000 Unterschriften
die Bühne. Eine kleine Sensation.
für seinen Erhalt sammelte man. Es kam nicht zur Schließung.
Im Ersten Weltkrieg wurde das Haus z. T. Lazarett. Es
Aber nun, zehn Jahre später, ist das Schicksal nicht
wurde Unmögliches vom Personal verlangt. Dieser dauerhaften
mehr aufzuhalten. Das Haus Siegen zieht nach Hüttental
Überbeanspruchung hielt auch das Haus nicht stand. um, die Universität übernimmt das Gebäude. Das Kran-
Eine Sanierung war erst möglich, als 1934 der nationalsozialistische
kenhaus am Kohlbett, ein langes und spannendes Stück
Staat Leihgelder zur Verfügung stellte. Am Haus Siegener Sozialgeschichte, wird dann Vergangenheit sein.
flatterte nun die Hakenkreuzfahne. Wenig später kamen
auch braune Schwestern. Das Gesetz zur Verhütung erbkranken
Professor Dr. Goßmann fasst es im Geleit zur Chronik
Nachwuchses trat in Kraft, Dem musste sich auch folgendermaßen zusammen: Mit dem Namen des Stadt-
das Haus beugen. Später sind der geschwächte Körper und krankenhauses, Verzeihung, ich meine das Haus Siegen
der erschöpfte Geist geglaubten klebrigen Erinnerungen des Kreiskrankenhauses, verbindet sich eine Atmosphäre
und Bildern ausgeliefert. Manche Schwestern ließen es sich von Humanität, also Menschenliebe und Zuwendung. Die
nicht nehmen, den Kranken aus der Bibel Trost zu spenden,
Vernunft gebietet die jetzige Lösung, aber das Herz blutet.
um so ein zeitlupenhaftes Abgleiten ins Nichts weniger Quellenverzeichnis: Eine Hommage
Erika Krumm
spürbar zu machen. Wenn auch
spirituell vagabundierend, blieb
den meisten die Hoffnung.
Erleben Sie Gastlichkeit, Natur und Entspannung
in unserem Gästehaus & Hotel mit
Ständig Bombenalarm. Das
Restaurant und Café in einzigartiger Lage
Dasein wurde angehalten. In der
87 Zimmer in
Nähe des Hauses baute man einen
*** Standard
Restaurant & Café
Sanitätsbunker und lagerte den
täglich Mittagstisch
gesamten Krankenhausbetrieb
Parkanlage & Wellnessbereich
dorthin aus. Es wurde die Hölle
12 Festräume in unterschiedlichen Größen
Festhalle
auf Erden, das Gebäude aber blieb
erhalten in diesem Wahnsinn.
Geburtstage, Empfänge, Feierlichkeiten -
alles was Ihnen am Herzen liegt
1945 konnte der Betrieb wiedererhält
bei uns einen unverkennbaren Rahmen
aufgenommen werden. Es gab
einen geheimnisvollen Raum im
Sockelgeschoss, das Zimmer 13,
Siegens einzige Verwahrungszelle.
Sie diente der Beherbergung
von kranken Gefangenen und der
Aufbewahrung von gefährlichen
Geisteskranken. 1993 wird die
Leichenhalle abgerissen. Weil
3/2013 durchblick 21
Aus dem Siegener Seniorenbeirat
KLAUSURTAGUNG / COMPUTERKURSE
Ministeriumsmitarbeiterin Anna
Schewerda (vorn rechts sitzend) mit
Mitgliedern des Seniorenbeirats
Autorenfoto
Das Motto
einer
zweitägigen
Klausurveranstaltung
des Seniorenbeirates
der Stadt
Siegen im Gästehaus
Wilgersdorf
war „Siegen
als soziale
Stadt“. Unter
der Leitung des
Vorsitzenden
Dr. Horst Bach
und unterstützt
durch die Regiestelle
Leben
im Alter wurden
aktuelle Themen
der kommunalen
Altenarbeit aufgegriffen und diskutiert. „Die
Übernahme von Ehrenämtern spielt eine immer größere
Rolle. Ohne dieses Engagement wäre unsere Gesellschaft
nicht lebensfähig, und viele soziale Leistungen
müssten entfallen. Daher ist es eine wichtige Aufgabe
des Staates, Ehrenamtler hinreichend zu qualifizieren
und mit den notwendigen Informationen auszustatten.“
so Bach. Dirk Helmes, Leiter des Büros Bürgermeister
vermittelte mit seinem Eingangsreferat einen vertieften
Einblick in Organisationsstrukturen von Rat und Verwaltung
der Stadt Siegen. In der anschließenden Diskussion
wurden die Einflussmöglichkeiten des Seniorenbeirates
als Sprachrohr der älteren Generation anhand praktischer
Beispiele herausgearbeitet. Vor allem die Arbeit in den
städtischen Ausschüssen, in denen die Beiratsmitglieder
eine Beratungsfunktion haben, soll durch eine rechzeitige
Information über beabsichtigte Verwaltungs- und
Beschlussvorlagen damit weiter optimiert werden. –
„Im Quartier bleiben- Nachbarschaft leben“, über dieses
Thema referierte Anna Schewerda. die das Düsseldorfer
Ministeriums für Gesundheit. Emanzipation, Pflege
Stadtreinigung Siegen
Die Stadtreinigung ist
neben der allgemeinen
Sauberkeit zuständig
für die Müllabfuhr,
die Abfallberatung, die
Straßenreinigung und
den Schneeräumdienst.
Indirekt organisiert sie die
Entsorgung von Altpapier,
Altglas und Wertstoffen
(gelber Sack).
Den Großteil der
Müllabfuhr führt die Stadt
mit eigenem Personal
und eigenen Fahrzeugen
durch. Hierzu zählt auch
die Entsorgung des
Restmülls, des Sperrmülls
und der Bioabfälle für
etwa 60.000 Haushalte.
Um unnötige Abfälle zu vermeiden,
können wir alle bei unseren täglichen
Einkäufen darauf achten, Produkte in
Einwegverpackungen zu vermeiden.
Jeder Einzelne kann durch sorgfältige
Auswahl von Waren dazu beitragen,
die Umwelt zu schonen und Geld für die
immer aufwändigere Abfallentsorgung
zu sparen.
Straßenreinigung
Neben der Reinigung
bestimmter Straßen ist die
Abteilung Stadtreinigung
für die Säuberung der
städtischen Grundstücke,
die Reinigung der Fußgängerzonen
und die
Leerung von über 2.000 im
Stadtgebiet aufgestellten
Papierkörben zuständig.
Winterdienst
Im Winter hält die Stadtreinigung
nicht nur die
Fahrbahnen schneefrei,
auch der Winterdienst auf
den Gehwegen an städtischen
Liegenschaften gehört
zum Aufgabenbereich.
Müllabfuhr
In Zeiten knapper werdender Rohstoffe ist es besonders
wichtig, Abfälle getrennt zu sammeln und einer
ökologisch unbedenklichen Verwertung zuzuführen.
Auf diese Weise tragen wir alle ein Stück dazu bei, die
natürlichen Ressourcen zu schonen bzw. eine erneute
Verwertung zu sichern.
Altpapier
Die Entsorgung von
Altpapier ist auf ein privates
Unternehmen übertragen, das
im Auftrag der Stadt Siegen
eine Wiederverwertung sicherstellt.
Altglas / Plastik
Die Entsorgung von
Altglas und Plastik (Gelber
Sack) erfolgt im Rahmen
des Dualen Systems
Deutschland (DSD). Hier
wird die Stadt Siegen lediglich
durch die Bereitstellung
der Wertstoffdepotstandorte
und die Veröffentlichung der
Abfuhrtermine tätig.
Abfallberatung
Weitere Informationen zu
den Themen Stadtreinigung
und Müllabfuhr erhalten Sie
unter:
Stadt Siegen
Stadtreinigung
57074 Siegen
Fludersbach 56
Telefon 0271 / 404-4822
oder 0271 / 404-4855
www.siegen.de
22 durchblick 3/2013
Aus dem Siegener Seniorenbeirat
und Alter (MGEPA) eigens nach Wilgersdorf entsandt
hatte. Beispielhaft ging es hier um barrierefreies Wohnen,
Sicherung des täglichen Bedarfs, medizinische
Rundumversorgung, Entlastungsangebote für pflegende
Angehörige, flexible Dienstleistungen sowie Teilhabe
und Lebensqualität im eigenen Wohnviertel. In mehreren
Arbeitsgruppen wurden daraufhin Möglichkeiten
der praktischen Umsetzung vor Ort erörtert. Zentraler
Bezugspunkt war dabei die Agenda 2017 des Seniorenbeirates.
Sie enthält alle in dieser Legislaturperiode
geplanten und weiterzuentwickelnden Maßnahmen zur
Verbesserung der Lebensqualität älterer Mitbürgerinnen
und Mitbürger in der Krönchenstadt.
Konkrete Überlegungen zu Selbstverständnis und
künftiger Außendarstellung des Seniorenbeirates unter
dem Thema „Das ist der Seniorenbeirat“ rundeten die
Veranstaltung ab.
Neue Computerkurse für Senioren
Senioren ans Netz – so heißt es erneut im Computertrakt
des Weidenauer Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums.
Die seit langem bewährte Zusammenarbeit
zwischen Seniorenbeirat der Stadt Siegen und Schule geht
damit in eine neue Runde.
Auf dem Programm stehen Textgestaltung, Tabellenerstellung,
Zurechtfinden im Internet sowie Abfassen und
Versenden von E-Mails. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Erneut übernehmen Schüler die Rolle als Lehrer,
und Hans Amely vom Seniorenbeirat steht als Koordinator
bereit. Kursgebühren werden keine erhoben. Als Anerkennung
freuen sich die jungen Kursleiter über einen Obolus
für die Schülerkasse. Weitere Informationen: Seniorenbeirat
der Stadt Siegen 0271/4042202 (Frau Hegewald).
Ernst Göckus.
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Die reinste Freude
3/2013 durchblick 23
MAMMUTBÄUME
IN FREUDENBERG
24 durchblick 3/2013
Foto: Gottried Klör
Wenige Menschen haben sie bisher bemerkt, die
gigantischen Bäume, die an verschiedenen
Orten in Freudenberg wachsen. Der „Sequoia
gigantea“, so die botanische Bezeichnung für den Riesen-
Mammutbaum, kommt ursprünglich von der Westküste
Kaliforniens. In seiner Heimat erreicht der Mammutbaum
Höhen von bis zu 100 Meter und Stammdurchmesser von
bis zu 16 Meter bei einem geschätzten Alter von 2000 bis
3000 Jahren. Die Rinde ist tiefrissig, schwammig und rotbraun.
Zapfen bildet er im Verhältnis zur Baumgröße nur
sehr kleine.
Ein Freudenberger Baumliebhaber war es, der die
Schösslinge 1959 aus einer „Kinderstube seltener und
schöner Gehölze“ in Kaldenkirchen als 2-jährige Pflanzen
geholt hat. Im „Flecken“ stehen diese prachtvollen Bäume
zum Beispiel auf dem oberen Teil des Friedhofs und am
„Villa-Bubenzer-Weg“, sowie in einem Privatgarten an der
Krottorfer Straße, und bieten dem Betrachter ein überwältigendes
Bild.
Im Frühling wiegen die lauen Lüfte sich in den fast
waagerecht wachsenden Ästen und im Sommer kann
man keinen besseren Schattenspender finden. Während
die Herbstwinde in den Riesen der Natur ihre Melodien
singen, präsentieren sie sich in der winterlichen Beschaulichkeit
stolz und stattlich in ihrem immergrünen Kleid.
Mit erreichten Baumhöhen von ca. 38 bis 52 Meter und
Stammumfängen von ca. 4 bis 6 Meter hier in Freudenberg,
bietet sich der Mammutbaum als Rasensolitär für große
Gärten an.
Um gut zu gedeihen, benötigt er reichlich Wasser
und er verträgt auch kühleres Klima. Eben Wetterbedingungen,
wie das Siegerland sie bietet.
So tragen diese Baumgiganten sicher einen Teil
zur Attraktivität des Freudenberger Erscheinungsbildes
bei. Ulla D‘Amico
3/2013 durchblick 25
Aus dem Siegerland
DER GRENZWALL
zwischen Siegerland und Sauerland
Zu den ältesten Bauwerken im Siegerland gehört der
Grenzwall, die sogenannte „Kölsche Hecke“. Besonders
ausgeprägt war er auf der Grenze zwischen Siegerland
und dem Kreis Olpe, das früher zum Kurfürstentum
Köln gehörte, daher auch der Name.
Der Wall beginnt auf der Silberkaule bei Hespert, zwischen
den Kreisen Waldbröl und Olpe, verläuft bis zum
Ederkopf und geht von dort nach Süden weiter. Er hat eine
Gesamtlänge von etwa 55 km, ist auf langen Strecken
unterbrochen und geht meist über die Wasserscheiden zwischen
Lenne und Sieg und war mit sehr dichtem Gebüsch
bewachsen. Diese sogenannte Landhecke bestand meist aus
Dornengestrüpp und ist bis zu 40 Meter breit gewesen. Die
Hecke ist immer gepflegt worden, und wer sie beschädigte,
machte sich strafbar.
Wie viele Jahrhunderte sie bestanden hat, wird wohl
kaum festzustellen sein. Doch weiß man, dass ihr Areal mit
Aufwuchs auf Anordnung der Regierung zu Arnsberg im
Jahre 1823 zum Verkauf in Teilen ausgesetzt worden ist. Diese
Hecke war wiederum die Stammesgrenze zwischen den
mitteldeutschen, fränkischen Bewohnern des Siegerlandes
und den niederdeutschen, sächsischen Sauerländern.
Die Bewohner des Siegerlandes gehören zu den Franken.
Im Verlauf des 3. und 4. Jahrhunderts sind diese durch verschiedene
Völkerstämme, die am Nieder- und Mittelrhein lagen,
entstanden. Es waren die Sygambrer, Tenkterer, Chamaven,
Brukterer und andere, alles Namen die im 4. Jahrhundert durch
den Namen Franken ersetzt wurden und verschwanden. Es gibt
Autorenfoto
drei Gruppen von Franken und zwar die Nieder-, Mittel- und
Rheinfranken. Auf beiden Seiten des Rheins, und zwar von
Düsseldorf bis St. Goar, wohnen die von anderen eingeschlossenen
Mittelfranken. Deswegen gehören auch die Bewohner
des Siegerlandes zu ihnen. Der Völkerstamm Sygambrer hat
einst unser Heimatland, das Siegerland, bewohnt. Sie hatten
zuvor die Kelten, die etwa seit 600 vor der Zeitrechnung im
Siegerland hausten, über den Rhein weit nach Westen vertrieben.
Auf der anderen Seite der Hecke wohnen die Sauerländer,
wie es in hochdeutscher Form heißt. In der Gegend selbst sagt
man Suerland. Dieses Suer hat nichts mit sauer zu tun. Das
Suerland ist in der dortigen Mundart, wegen des Wegfalls eines
d’ zwischen zwei Vokabeln, aus Suderland, das heißt Südland,
entstanden. So nannten seinerzeit die alten Sachsen dieses Gebiet.
Es war der südlichste Teil ihres Landes und ragte quasi
keilförmig in das Fränkische hinein. Für die Siegerländer hat
der Name Südland keinen Sinn. Seit alter Zeit hat es bei uns den
Namen „Kölscheland“, das heißt Kölnisches Land. Die Benennung
kommt daher, weil das Sauerland viele Jahrhunderte unter
der Herrschaft des Kölnischen Erzbischofs stand.
Die Namensfindung des Siegerlandes ist leider nicht so
klar und eindeutig nachvollziehbar wie die des Sauerlandes.
Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit hat die Sieg zur Namensbildung
beigetragen. Der Name hat nichts mit Sieg im
Sinne einer gewonnenen Schlacht zu tun, sondern leitet sich
von dem keltischen Wort „Sikkere“ ab, was so viel bedeutet
wie schneller Fluss oder rinnendes Wasser. Das fast von
Gebirgszügen umschlossene Gebiet, im dem die „Sikkere“
dahinplätscherte, wurde durch die Schreibweise von vielen
Jahrhunderten zum Namen Siegerland geprägt.
Der Grenzwall hatte immerhin um 1900 noch eine durchschnittliche
Sohlbreite von 5 m und eine Höhe von 1 bis 2 m
gleich der Kronenbreite. Der davor liegende Graben war
3 m breit und 1 m tief. Es war bestimmt der Aushub für den
Damm. Auf den Bergsätteln bei den Wegübergängen war
er besonders stark ausgeprägt. Hier hat es sogar manchmal
noch einen Vorwall gegeben. Die Biegungen und Vorsprünge
sollen immer in scharfen Winkeln angelegt worden sein und
nie abgerundet. Ohne Zweifel ist der Wall zum Schutz des
Landes gegen feindliche Einfälle gebaut worden.
Einst nahm man an, ein so geschickt ausgedehntes Befestigungswerk
könne man nur den Römern zuschreiben.
26 durchblick 3/2013
Ähnlichkeit hat die Kölsche Hecke tatsächlich mit dem römischen
Grenzwall, der vom Rhein durch den Taunus, den
Main entlang durch Württemberg nach der Donau verläuft.
Es ist aber so gut wie sicher, dass römische Heere nie in
unsere Siegerländer Berge vorgedrungen sind. Oder haben
vielleicht die Franken den Wall gebaut, die unter Karl dem
Großen nach den gewaltigen Kriegen 772 bis 803 die Sachsen
unterwarfen? Ähnliche Befestigungsgrenzen, die man
den Franken zuschrieb, sind aber erst im Mittelalter gebaut
worden. Deutschland war damals unter vielen Fürsten und
„Fürstchen“ aufgeteilt. Oft hörte der Fehdezustand überhaupt
nicht auf. Hierbei war das Bedürfnis natürlich groß, gegen
Feindesland die Grenzen durch Wall und Graben zu sichern.
Das ganze Mittelalter hindurch hat die Kölsche Hecke
zum Schutz gegen die Sauerländer gedient. Anno 1466 lag
ein Rittmeister mit 40 Reitern in der Woche vor Michelstag in
Hilchenbach und die nächste Nacht dann in Krombach auf der
Wache gegen Eindringlinge der Kölschen. Ein Einfall drohte
auch 1468, und es wurden nachts die Glocken geläutet, um die
Einwohner zu warnen. Die Beamten „sulden das lant weren“,
das heißt, sie sollten die Landhecke besetzen lassen.
Im Jahre 1517 wird berichtet, dass der Graf von Nassau
den „Kölschen“ das Korn „usswendig der hegen hait absyden
laissen“. (Das Korn auf der anderen Seite der Landhecke
hat abschneiden lassen). Betroffen müssen Heinsberger oder
Brachthäuser gewesen sein, denn die 12 berittenen Haudegen
verzehrten bei Landsknecht Ropel zu Hilchenbach für
2 Gulden, 9 Albus und 6 Heller. Bestimmt haben sich die
„Kölschen“ für das Kornabschneiden wieder gerächt. An
den Schlagbäumen der Landhecke oberhalb von Hilchenbach
wurden noch in den Jahren 1518 und 1523 die Schlösser
erneuert. Da man die Männer, welche die Schlagbäume zu
unterhalten hatten, Bäumer nannte, gibt es heute noch den
Hausnamen „Bäumers“ in Hilchenbach.
Lyrik im Dialekt
STILLE STRATEN
Aus all diesen Gründen
gibt es auch heute
noch, obwohl man
schon viele Jahrhunderte
nebeneinander wohnt,
zwischen Siegerländern
und Sauerländern etliche
Unterschiede. Es macht
sich vor allen Dingen in
der Mundart bemerkbar.
Dies kommt vor allem
bei dem nur wenige
Kilometer auseinander
wohnenden Hilchen-
Autorenfoto
bachern auf der einen
Seite der Hecke sowie
den Heinsbergern und
Brachthäusern auf der anderen Seite zum Ausdruck. Am deutlichsten
hören wir es, wenn man die sauerländischen Laute k,
p, und t mit dem Ausdruck der Siegerländer vergleicht. Ungefähr
im 6. Jahrhundert wurden in Süd- und Mitteldeutschland
und somit auch in unserer Mundart die Laute k in ch, p in f
und t in z bzw. ß verwandelt. Dagegen blieben sie in anderen
Gegenden, wie auch bei unserem Nachbarn, erhalten. So sagt
der Siegerländer Woche, mache, Sache, breche. Die südlichen
Sauerländer sagen hierzu Weake, maken, Sake, breaken.
Einem Kölschen helpen, oapen, laupen, hoapen entspricht bei
uns helfe, offe, laufe, hoffe. Statt des Siegerländers esse, bisse,
zerrisse, setze, zealn, zeh, zwanzig sagt der Suerländer eten,
biten, teriten, sitten, te llen, teine und twentig. Diese krassen
Unterschiede in der Mundart zwischen zwei Völkerstämmen,
oder besser gesagt Nachbarn, die seit Jahrhunderten eng nebeneinander
wohnen, sind wohl kaum in Deutschland anderswo
so ausgeprägt wie bei uns.
Heinz Bensberg
FDP
Die Liberalen
Plattdeutsch
Sejener Platt
Över de stillen Straten
Geit klor de Klockenslag.
God Nacht, din Hart will slapen,
Und morgen is ok een Dag.
Ewer de schdelle Schdrose
glengt gloar d’r Gloggeschlach.
Got Nacht, din Hearz well schlofe,
on moarrn es och en Dach.
Din Kind liggt in de Weegen
Un ick bin ok bi di,
Din Sorgen un din Leven
is alles um und bi.
Din Kend läjjt en d’r Wej
on ech sin och bi dier.
Din Soarje on din Läwe,
alles em os rem d’rbi.
Sie kennen mich:
„Net schwätze, mache!“
Noch een mal lat uns spräken,
Goden Abend, gode Nacht!
De Maand schient up de Däken,
Uns Herrgott hölt de Wacht.
Theodor Storm
Noch aimol loss os schwätze,
Gorer Owend! Gore Nacht!
D’r Mond schinnt of de Däcke,
d’r Hearrgott hält de Wacht.
übersetzt von Gerda Greis
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3/2013 durchblick 27
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· das Herz stolpert
· die Beine streiken
· der Zucker entgleist
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28 durchblick 3/2013
Historisches
DER BLINDGÄNGER
In der letzten Zeit vergeht wohl kaum ein Tag, an dem
nicht vom Fund einer Fliegerbombe berichtet wird. Gerade
als ich diesen Erlebnisbericht anfange zu schreiben,
höre ich vom Fund eines Blindgängers in Bochum. Ich
möchte nun über mein Erlebnis mit einem Blindgänger berichten,
das ich gegen Ende des Zweiten Weltkrieges hatte.
Seit April 1944 be- suchte ich die Staatliche
Fachschule in Sie-
gen. Sie stand Ecke
Friedrichstraße/Emi-
lienstraße und
war am 1. Oktober 1900
als „Königliche
Fachschule für
die Eisen- und
Stahlindustrie“
des
Siegener
Landes errichtet
worden.
Es gibt sicher nur noch
wenige Siegerländer, die sich an
diese Schule erinnern können. Sie bildete
das Fundament für viele junge Menschen, die
sich im technischen Bereich auf eine gehobene Laufbahn
vorbereiteten. Die Schule vermittelte sowohl fundierte
Kenntnisse in der Theorie als auch Praktiken in der Metallverarbeitung
in den, der Schule eigens angeschlossenen
Werkstätten. An zwei Tagen in der Woche war theoretischer
Unterricht und an den übrigen Tagen erfolgte der Unterricht
in den entsprechenden Werkstätten: Schmiede, Schlosserei
oder mechanische Bearbeitung.
Am 16. Dezember 1944 wurde bei dem Bombenangriff
auf Siegen auch unsere Fachschule sehr stark in Mitleidenschaft
gezogen. Die oberen Klassenräume waren stark
beschädigt und die Werkstätten ebenso. Wir Jungen wurden
zum Aufräumen eingeteilt, zunächst in den Klassenräumen,
dann wurde ein Klassenkamerad und ich in die
mechanische Bearbeitung beordert um dort zu helfen.
Unsere erste Aufgabe sollte sein, einen Werkzeugschrank,
aus dem alle Drehstähle herausgefallen waren,
wieder in Ordnung zu bringen. Vor dem Schrank, der knapp
zwei Meter breit war, waren die Dielenbretter, die den Fußboden
bildeten, zerstört und ein Loch von über einem halben
Meter Tiefe erstreckte sich über die ganze Breite des
Schrankes. Mein Schulkamerad und ich stiegen arglos in
das Loch und begannen mit unserer Arbeit. Der Boden auf
dem wir standen war ziemlich sandig, aber uns viel immer
noch nichts auf.
Als wir uns nach dem vielen Bücken nach den Werkzeugen
einmal den Rücken streckten und dabei zufällig nach
oben schauten, sahen wir schräg über uns im Werkstattdach
ein großes Loch. Unter dem Loch verlief ein Kranbahnträger,
etwa nach meiner heutigen Erinnerung ein Doppel-T-
Träger 200, der hatte eine große Beule. Darunter stand die
modernste Drehbank der Schule, eine sogenannte Magdeburger,
die hatte auch im hinteren Bereich einen starken
Schaden erlitten. Da wurden wir beide aufmerksam und
hatten zur gleichen Zeit denselben Gedanken: Das war eine
Bombe! Wir kletterten so schnell und so vorsichtig es ging
aus unserem Loch heraus und rannten zu einem unserer
Lehrer und berichteten von unserer Beobachtung. Der sah
sich das Loch im Dach und das Loch im Boden an und
stoppte sofort alle Aufräumarbeiten.
Wir mussten sofort das ganze Schulgebäude räumen.
Ein Bombenräumdienst wurde alarmiert. Die Bombe
wurde entschärft. Es stellte sich heraus,
dass es sich um eine 5-Zentner-Bombe
handelte. Die Bombe hatte das
Dach durchschlagen, war
dann mit dem Leitwerk
auf den Kranträger
geschlagen, wobei
das Leitwerk mit einem
Teil des Bombenkörpers
abbrach und dann im Boden
vor unserem Schrank landete.
Als
wir dann die entschärfte Bombe
auf un-
serem Schulhof liegen sahen,
ging es meinem Schulkameraden und mir wie dem
Reiter über den Bodensee, nur dass wir es überlebt haben.
Wir sprachen danach noch mit den Männern die die Bombe
entschärft hatten: Es waren deutsche politische Gefangene.
Unsere Schule wurde übrigens am 1. Februar 1945 von
den Nazis geschlossen und nicht wieder eröffnet.
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3/2013 durchblick 29
Unterhaltung
TRAUMHAFTER GEWINN
Frühstücksgespräch im Ehealltag
Als Klärchen erwachte schien ihr die Sonne schon ins
Gesicht. Sie blinzelte ein wenig und vernahm das
Geräusch des Radioweckers auf dem Nachtschrank.
Leise sang Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New York,
ich war noch niemals auf Hawai….“ Doch bis zum Beginn
der Nachrichten war sie wieder eingeduselt.
Nebenan in der zweiten Betthälfte
räusperte sich Karl mit einem langanhaltendem
im Gähnen gegrummelten „Guten
Morgen“. Es klang mehr brummig
als freudig. Klärchen reagierte nicht. Es
blieb eine müd-schläfrige Ruhe. Nach
mehreren im Halbschlaf aufgenommenen
Schlagertiteln, die mit ihrem
rhythmischen Schwung hätten ermuntern
können, schlugen beide unvermittelt
die Augen auf. Nun war ein deutlich
frischeres „Guten Morgen“ zu vernehmen.
„Guten Morgen Karl, hast du gut
geschlafen“ säuselte Klärchen und ohne
auf eine Reaktion zu warten erklärte sie:
„Ich stehe auf und decke den Tisch“.
Sie entschwand. Erst als der Kaffeeduft
durch die Zimmer zog erschien auch Karl
und nahm am Frühstückstisch Platz. Er wirkte nachdenklich
unausgeschlafen und brummelte: „Ich hab die ganze Nacht
nicht geschlafen, hab nur gerechnet, gedacht … Ich bin total
fertig“. „Ei, wie ist das“, ließ Klärchen vernehmen, „du hast
doch so laut geschnarcht“. Dann kratzte er sich am Kopf und
begann zu erzählen: „Ich habe elf Millionen gewonnen und
mir nun stundenlang den Kopf zerbrochen, wie ich sie am besten
verteile. Unsere drei Jungs bekommen jeder jeweils eine
Million. Für jeden unserer Geschwister hab ich je 500.000
einkalkuliert. Jedes Enkelkind kriegt ein neues Auto und noch
100.000 dazu. Nur bei unseren Freunden und Bekannten bin
ich mir nicht sicher!“ Er atmete schwer, „ich muss allen
gerecht werden und je mehr ich darüber nachdenke“, wieder
kam ein tiefer Seufzer, „bei all meinem Rechnen hin und her,
ich komme einfach zu keinem klaren Resultat“.
„Aber“, stutzte Klärchen, „wir spielen doch gar kein Lotto!
Du hast auch nichts gewonnen und hättest dich damit
nicht beschäftigen brauchen“. Nach einer nachdenklichen
Pause meinte Klärchen: „Außerdem, warum würdest du das
Geld verschenken? Da gäbe es doch andere Wege“.
„Ach ja! Das kenne ich! Du und deine Knickrigkeit. Und
bloß niemand etwas davon sagen! Immer alles schön geheimnisvoll",
knurrte Karl sofort los. „Womöglich alles auf
die hohe Kante packen und den größten Teil dem Fiskus in
den Rachen werfen. Kommt überhaupt gar nicht in Frage.
Lieber verschenke ich alles!“
Damit gab sich Klärchen nicht zufrieden. „Ich würde es
erst einmal liegen lassen und in Ruhe überlegen, wie man
es am sinnvollsten unterbringen und arbeiten lassen kann.
Denk doch bloß mal an den Haufen Zinsen, davon könnten
wir beide gut leben und auch unseren Kindern immer noch
etwas abgeben“, versuchte sie zu beschwichtigen.
„Du und deine Ratschläge.
Gönn doch den Kindern die
Freude. Ist doch egal wenn sie
das Geld auf den Kopf hauen,
Hauptsache, sie konnten es einmal
richtig erleben. Einmal ohne
Sorgen sein…du und deine verflixten
sparsamen Gedanken".
Karl reagierte sehr verärgert.
„So ein Quatsch! Natürlich
gönn ich es den Kindern. Aber
sinnlos so viel Geld ausgeben.
Das wäre doch eine Schande.
Außerdem verdirbt Geld den
Charakter. Womöglich bringt es
Foto: Gottfried Klör
sie noch auf die schiefe Bahn.
Nein! Nein! So einfach mir
nichts, dir nichts würde ich ihnen
kein Geld geben“, warnte Klärchen nachdenklich: „Außerdem!
Mit so einem Betrag könnte man eine Stiftung oder
einen Fond gründen. Alle unsere Nachkommen hätten aus
dem Erlös noch etwas“.
„Das ist ja mal wieder typisch für dich. Immer alles zigmal
absichern, bloß nichts ausgeben, immer sparen! Wozu!
Wenn ich alles verteilt habe bleibt ja immer noch ein Haufen
übrig. Was machen wir beide damit“, protestierte Karl empört.
„Wir können uns eine Wohnung im Norden leisten, ein
Haus in den Bergen, jedes Jahr eine schöne Flugreise, ein
schnuckliges neues Wohnmobil“, sinnierte Karl weiter mehr
brauchen wir in unserem Alter nicht mehr“.
„Na, du bist ja lustig. Wenn wir unterwegs sind jammerst
du schon nach acht Tagen, ich will wieder in meinen Garten,
an meinem Teich sitzen, in meinem Bett schlafen. Was sollen
wir beide auf einer langen Reise. Was mit einer weiteren
Wohnung. Wir haben jetzt schon unsere Mühe hier alles in
Ordnung zu halten. Und du liebe Güte, wir hätten nur noch
Stress. Denk mal an die Bittsteller die uns dann belagern. Und
wie viele Gauner gibt es. Wir wären unseres Lebens nicht
mehr sicher“. Klärchen rührte verstimmt in der Kaffeetasse
und sah zu Karl. „Bei all deinen Geldgeschäften ist der Kaffee
kalt geworden. Lass uns mal ganz schnell den Gewinn
vergessen und alles nehmen wie es ist, wir leben so ruhiger“.
„Ach ja“, seufzte Karl niedergeschlagen, „hast ja recht. Es
war eben nur ein schöner Traum“. Eva-Maria Herrmann
30 durchblick 3/2013
Reisen
EINE HAMBURG-COLLAGE
Von Flaschensammlern, Jedermann und Pfeffersäcken
An jedem Anleger der Elbfähren heißt es: „Zurücktreten
bitte, die Gangway wird bewegt“. Von den Landungsbrücken
übersieht man das Gewirr aus Bugsierern,
Lotsenschiffen, Fähren, Seglern, Tankern, Fracht- und
Passagierschiffen im Hamburger Hafen am besten.
Queen Mary 2, Postschiffe der norwegischen Hurtigruten,
Aida, MS Deutschland: mit ein bisschen Glück kann
man auf der Elbe die größten und feinsten Traumschiffe
sehen. Am Grasbrook Terminal oder am Cruise Center Altona
legen diese Riesen an und werden möglichst schnell
abgefertigt. Zeit ist Geld. Passagiere raus, Putzkolonne,
neue Vorräte, eventuell neue Crew und dann die nächsten
Traumschifftouristen rein.
Auch das derzeit größte Containerschiff der Welt, die
Alexander von Humboldt, legte im Mai 2013 zur Schiffstaufe
am Burchard-Kai an. Es geht auch kleiner: am Anleger
Fischmarkt macht eine hölzerne Arche Noah aus Holland
fest, ein Museum. Oder der letzte Elbfischer legt auf dem
Wasser bei Finkenwerder mit seinem Kutter die Fangnetze
aus. In Övelgönne bietet der Museumshafen Oldtimer, die
von Vereinsmitgliedern liebevoll restauriert werden und
zu besonderen Gelegenheiten, wie Hafen-Geburtstag stolz
über das Wasser segeln. Hier steht direkt an der Elbe auch
das nobelste Seniorenheim der Stadt: das Augustinum, in
dem angeblich ehemalige Kapitäne, Schauspieler und eben
Gutbetuchte ihren Ruhestand genießen.
Nur wenige Hamburger tragen noch Elbsegler, die einst
typischen Schiffermützen, die nur noch von wenigen Manufakturen
von Hand gefertigt werden. Matrosen prägen
sowieso nicht mehr das Hamburger Stadtbild. Ein riesiges
Containerschiff hat vielleicht sechs Mann an Bord. Und Zeit
für einen ausführlichen Landgang hat die Crew sowieso
nicht. Im Freihafen, im Seemannsheim „Duckdalben“, eine
Art Internetcafé, können sich die Seeleute oft nur wenige
Stunden aufhalten, mit ihren Familien Kontakt aufnehmen,
Papierkram erledigen und mal kurz zur Ruhe kommen.
Auch die größten Flugzeuge der Welt, der A380 von
Airbus, lernen in Hamburg Finkenwerder – zwischen Elbe
und dem Alten Land - das Fliegen. Aus Toulouse werden
die Rohlinge nach Hamburg geliefert, hier lackiert, der Innenausbau
nach Wünschen der Airline ausgeführt und die
Maschinen bis zur Endabnahme überprüft. Die Auslieferung
an europäische und arabische Kunden erfolgt von hier,
Asien, USA und der Rest der Welt werden von Toulouse aus
beliefert. An die hundert A 380 haben inzwischen Hamburg
verlassen, die meisten Bestellungen kamen bisher von der
Airline Emirates. In Hamburg arbeiten ca. 12.500 Beschäftigte
für einen der beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands.
Entsprechend groß ist auch die Neugier von Touristen und
Hamburgern an den Luftriesen. Auf der Besucherplattform
außerhalb des Werkgeländes drängen sich vom Morgengrauen
bis in den Abend Touristen und Planespotter. Profis
haben immer eine Leiter im Kofferraum griffbereit, um die
besten Fotos über den Zaun zu schießen.
Anders, nobel und fast idyllisch zeigt sich Hamburg an
der Alster. Am Ufer der Außenalster reiht sich ein Ruderclub
an den nächsten. Auf den Straßen mit Blick zum Wasser stehen
noble Hotels, das Gästehaus des Hamburger Senats und
hinter wunderschönen Gärten versteckt weiße Villen. An diesen
feinen Adressen wohnen neben den Neureichen, wie den
Klitschkos, auch die alteingesessenen „Pfeffersäcke“, sprich
erfolgreiche Kaufleute wie Kaffeeröster, Verleger oder Reeder
mit ihren Familien. Mann trägt edlen Zwirn nach Maß.
Die Damen lieben die gewissen Tweedjäckchen und tragen
mit Vorliebe „Knöpfe“ im Ohr. Also Perlohrringe. An einem
Nebenarm der Alster zeigt sich dann wieder ein ganz anderes
Bild: am Eilbekkanal haben sich solvente Stadtnomaden in
modernen Hausbooten niedergelassen. Von Romantik keine
3/2013 durchblick 31
Reisen
Alle Fotos: Hartmut Reeh
Spur, bis auf die idyllische Lage auf dem Wasser und unter
wunderschönen Trauerweiden.
Der Hamburger Bürgersinn, der urbane Geist der Stadt,
ermöglicht vieles. Mit Spenden und ehrenamtlicher Arbeit
werden viele Projekte unterstützt. In der Hamburger
Kunsthalle, die alte Meister und moderne Kunst zeigt, gibt
es auch viele kunstgeschichtliche Workshops tagsüber, die
hauptsächlich von agilen Senioren besucht werden. So
finden sich vormittags gegen 11:00 Uhr „Silver Ager“ auf
kleinen Klappstühlchen etwa vor Caspar David Friedrichs
Gemälde „Das Eismeer“ und lassen sich auf das Zeitalter
und die Gefühle der deutschen Romantik ein. Auch Oper
und Theater werden von vielen Bürgergruppen unterstützt
oder den Menschen nahegebracht.
Hamburg, die schönste Stadt Deutschlands – laut Radio
Hamburg – bietet für jeden etwas. Für den Architekturinteressierten
haben hier viele Stararchitekten ihre Visitenkarte
hinterlassen. In der Hafencity wird seit einigen Jahren ganz
groß und ganz neu geplant und gebaut. Verwegene Phantasien
wurden zu Stein, Stahl, Glas und Beton. Das Großprojekt
Elbphilharmonie, ironisch oder liebevoll „Elphie“
genannt wurde ja nun deutschlandweit bekannt. Ein Millionengrab.
Kosten oder Fertigstellung: alle Fragen offen.
Trotz allen Unkenrufen macht das Gebäude, ein ehemaliges
Speicherhaus am Rande der Speicherstadt, einen überwältigenden
Eindruck. Alles vom Feinsten. Interessierte können
die Baustelle zünftig mit Baustiefeln und gelben Bauhelmen
besichtigen. Ich selber bin bis zur sechsten Etage
gestiegen, von wo man einen wunderbaren Blick auf den
Hafen hat und von der anderen Seite durch die maßgefertigten,
sündhaft teuren Scheiben auf das Stadtpanorama.
Mein Favorit in Hamburg ist immer wieder die Speicherstadt.
Der Duft von Brackwasser, Kaffee und Gewürzen liegt
in der Luft. In lauen Sommernächten wird seit 20 Jahren vor
der großartigen Kulisse der alten Speicherhäuser am Fleet
„Der Hamburger Jedermann“ nach Hugo von Hofmannsthal
aufgeführt. Das Spiel von Haben und Sein, Gier und Verantwortung
und von der letzten Reise ist gerade in unserer
Zeit der Banken- und Finanzkrisen aktueller denn je. Die
Speicherstadt gehört seit Kurzem zum Weltkulturerbe der
UNESCO. Der über 100 Jahre alte Lagerhauskomplex wurde
auf Eichenpfählen erbaut. Der ehemalige Freihafen wird
von Fleeten (Kanälen) durchzogen, die zahllose Brücken
und Stege queren. Überwältigend ist die Wilhelminische
Backsteinarchitektur der Speicherhäuser mit Giebeln, Erkern,
kleinen Kupferdächern. In den Erdgeschossräumen
konnten wegen Überflutungsgefahr keine Waren gelagert
werden. Mit Seilwinden wurden die Säcke und Bündel mit
Kaffee, Getreide und Gewürzen hochgehievt. Noch heute
kann man beobachten, wie Teppichhändler ihre Waren nach
oben ziehen. Denn inzwischen haben Kreative, Theater, Museen,
Verwaltungen, Büros, Restaurants und Cafés und eben
Teppichhändler das riesige Areal übernommen. Mit Einzug
der Container wurde der Warenumschlag an die Südseite der
Elbe verlegt an den Burchard-Kai und nach Altenwerder.
„Na, ihr Altrocker, hier könnt ihr noch was erleben“
werden wir auf der Reeperbahn animiert, ein dubioses Etablissement
zu besuchen. Hier geht es um Sex. Table-Dance
und Flat-Rate-Sex für 39 Euro werden angepriesen. Die alte
Herbertstraße nahe der Davidwache gibt es immer noch.
Sonst alles cool: Laufhäuser nennen sich die Puffs von heute,
Huren nennen sich heute Sex-Arbeiterinnen. Sonntagmittag
treffen sich Biker mit ihren schweren Motorrädern
auf der Reeperbahn. In speckigen Lederklamotten, Boots
und mit Silberschmuck behangen, präsentieren sich die
schweren Jungs, als würden sie jederzeit die Szene aufmischen.
Olivia Jones, ein Transvestit, schrill, bunt und laut,
und Fremdenführerinnen im weinroten Mantel mit der rotgelben
Flügelmütze auf dem Kopf im Stil der Liebesdamen
des Mittelalters, machen ihr Geschäft mit den Touristen.
Sicher im Pulk ziehen die Touris durch den glitzernd-lockenden
Kiez. Doch man stolpert auch über Dreck, Gestank
und die kaputten Typen, die in Hauseingängen bettelnd
32 durchblick 3/2013
Reisen
kampieren. In einem Hinterhof befindet sich die legendäre
Ritze (Kultkneipe mit Boxring), wo sich einst die Boxer
mit Luden und Huren trafen. Hier kreuzen noch heute Jan
Fedder, Udo Lindenberg oder Ben Becker auf ... sagt man.
„Angst vor Latte Macchiato“ titelte im Juni das Hamburger
Abendblatt. Genauso empfindet auch der Besucher
die Stimmung in manchen Quartieren. Die Gutverdienenden
kapern Stadtviertel wie Ottensen, Schanze, St. Georg
oder St. Pauli. Ähnliches droht auch in Wilhelmsburg, wo
die diesjährige Internationale Gartenschau für den Aufschwung
sorgen soll. Die Alteingesessenen werden so
weiter an den Rand vertrieben. Die Mieten für Normalverdiener
oder Rentner sind nicht mehr bezahlbar. In der
Innenstadt, auf den Fähren und in der Hochbahn sieht man
immer mehr Männer und Frauen in den Müllbehältern nach
Pfandflaschen fischen. Die Flaschensammler sehen nicht
immer heruntergekommen aus. Es kann jeden treffen. Armut
macht sich breit.
Den besten Überblick über die Menschen bietet das
Tchibo-Café gegenüber dem prächtigen Rathaus. Hier hasten
Anzugträger zum nächsten Termin, werden Senatoren
im Dienstwagen vor das Rathaus chauffiert, schlürfen urbane
Kreative im vorbeigehen ihren Coffee to go, schlendern
elegante ältere Paare zum Einkauf in die Passagen oder
zur Ausstellung ins Bucerius Forum. Gackern ausgelassene
Teenager über ihren Smartphones. Oder ältere Frauen und
Männer suchen dezent mit Schirm und Gummihandschuh
in den Müllbehältern nach Pfanddosen, die sie in eine Plastiktüte
stecken. Ab in die Unterwelt: Der Hamburger Elbtunnel
wurde 2011 100 Jahre alt. Unheimlich wird es, wenn
Komplettbad - Lösungen
und regenerative Energien
man mit dem Fahrstuhl von den Landungsbrücken in die
Unterwelt abtaucht und dann durch den gekachelten Tunnel
Richtung Südelbe, nach Steinwerder, geht. Die Atmosphäre
wirkt ähnlich wie die Location vom „Dritten Mann“ in der
Wiener Kanalisation. Nein, nicht ganz so schaurig. Heute
wird man eher von rasenden Radlern über den Haufen gefahren.
Eigentlich wurde der Tunnel für die Werft-Arbeiter
auf der Südseite der Elbe gebaut. Gerade bei Nebel oder
Eis war die Überquerung mit Fähre oder Barkasse damals
unmöglich. So wurde – da eine Brücke zu teuer war – der
Elbtunnel gebaut. Inzwischen finden hier Veranstaltungen
wie der Elbtunnel-Marathon, Konzerte, Dichterlesungen
oder Kunstvernissagen statt.
Ganz ruhig und stilvoll zeigt sich dagegen der Stadtteil
Ohlsdorf mit dem größten Parkfriedhof in Deutschland. Ein
riesiges Areal mit vielen Bushaltestellen. Hier kann man
stundenlang wandern, im Mai an einem zauberhaften Blütenmeer
der Rhododendren vorbei, berühmte Hamburger an
Gräbern oder Mausoleen besuchen. Albert Ballin (Reeder),
Hermann Blohm (Werftgründer) oder Theaterleute wie Gustav
Gründgens oder Monica Bleibtreu – um nur wenige zu
nennen – sind hier begraben. Eine Besonderheit ist der Garten
der Frauen, wo eben nur Frauen ihre Ruhestätte haben.
In Ohlsdorf auf dem Friedhof sind sie alle wieder gleich: die
Flaschensammler, Jedermann und die Pfeffersäcke.
Wer es genauer wissen möchte: das liebevoll zusammengestellte
„Das große Hamburg Buch“ vom Hamburger
Abendblatt 2012 mit 1200 prall gefüllten Seiten gibt Auskunft
über fast alles.
Tessie Reeh
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3/2013 durchblick 33
WANDERERLEBNISSE
Wandern macht glücklich und ist auch gesund, das
ist ja bekannt. Die gleichmäßige Bewegung unseres
Körpers durch die Natur, die gesteigerte
Zufuhr an Sauerstoff, das Sonnenlicht und die Ruhe in Wald
und Flur tun einfach nur gut!
Neun herrliche Wandertage konnte ich Anfang des Monats
Juli mit einer Wandergruppe des Deutschen Alpenvereins
Siegen erleben. Unsere Reise ging ins Elbsandsteingebirge
- Sächsische und Böhmische Schweiz - mit Besuchen
der bekanntesten Städte dieser Region: Meißen - Dresden
- Bautzen - Pirna.
Schon auf dem Hinweg sehen wir überall große Schäden in
den an der Elbe gelegenen Häusern und Hotels, die das Hochwasser
dieses Flusses vor kurzer Zeit hinterlassen hat. Entlang
der Straßen stehen zahlreiche Container, gefüllt mit Möbeln,
Haushaltsgeräten, Spielsachen und anderen Dingen, die den
Bewohnern der Häuser lieb und wert waren. Das Elbe-Wasser
hat sich einfach alles genommen. Doch die Menschen geben
nicht auf. Sie machen weiter und bauen wieder auf.
Unsere Gruppe ist in einem Hotel in Pirna untergebracht.
Von dort aus bringt uns unser Bus täglich an den
Ausgangspunkt einer unserer Wanderungen in die Felsenwelt
der Sächsischen Schweiz und holt uns auch nach
Absprache wieder ab. Das Elbsandsteingebirge ist ein aus
Sandstein aufgebautes Mittelgebirge am Oberlauf der Elbe
von Sachsen und Tschechien. Der deutsche Teil heißt
„Sächsische Schweiz“, der tschechische Teil „Böhmische
Schweiz“. Steine, wilde Felsgebilde mit tiefen Schluchten
und bizarren Formen sind die wichtigsten Attraktionen der
Natur Sachsens. Seit der Tourismus im 19. Jahrhundert dieses
Gebiet entdeckte, wandern täglich Menschen durch die
bizarre Felsenlandschaft. Auch der Freizeitsport „Klettern“
wurde für einige Felsen freigegeben.
Zum Eingewöhnen führt unsere erste Tour über Stufen
auf den circa 400 m hochgelegenen, markanten Tafelberg,
Elbsandsteingebirge
Blick auf die Felsenburg
den „Lilienstein“. Einige Mitwanderer
und ich entscheiden sich für
den etwas einfacheren Weg um den
Felsen herum durch einen lichtdurchfluteten
Hochwald. Zusammen
geht es dann weiter entlang der
Elbe bis zum Kurort Rathen. Nach
einer Rast steigen wir langsam,
Schritt für Schritt, über insgesamt
487 abwechselnd Holzbohlen, Stufen
und weichen Waldboden hinauf
auf die Bastei, das bekannteste Ausflugsziel
der Sächsischen Schweiz.
Nach jeder Wegbiegung bietet sich
ein anderer Ausblick hinab ins Elbtal
oder in markante Felsenschluchten.
Es ist gewaltig, was die Natur
in Millionen von Jahren modelliert
hat. Wie klein ist doch der Mensch,
wenn er hier mittendrin steht! Auch
ich erreiche den höchsten Punkt des
Felsens - für einige Minuten halte
ich inne - dann aber bin ich überwältigt
von dem, was sich mir hier bietet. Zur einen Seite der
tiefe Blick ins Elbtal und gegenüber auf die Tafelberge der
Sächsischen Schweiz. Von der Basteibrücke aus sieht man
in das wildromantische Basteimassiv mit seinen gewaltigen
Felsengruppen. Zum Schutz dieser bemerkenswerten Landschaft
wurden viele Quadratkilometer zum Nationalpark
„Sächsische Schweiz“ erklärt.
Auf dem Parkplatz wartet unser Bus und bringt uns nach
einem erlebnisreichen, aber auch anstrengenden Wandertag
zurück ins Hotel.
Der nächste Tag verläuft etwas gemütlicher. Wir fahren
durch das Lausitzer Bergland, eine hügelige Mittelgebirgslandschaft,
zur Sorbenstadt Bautzen, die Stadt der vielen
Türme. Vielen ist Bautzen in unguter Erinnerung. Zu Zeiten
der DDR waren dort zahlreiche Regimegegner in berüchtigten
Gefängnissen inhaftiert. Heute ist Bautzen eine sonnendurchflutete
Stadt, deren Altstadt teilweise noch von
alten Stadtmauern umgeben ist. Gepflegte und restaurierte
Bürgerhäuser einschließlich des Rathauses fallen sofort ins
Auge. Die Wahrzeichen der Stadt sind zwei Türme: „Alte
Das Prebischtor
34 durchblick 3/2013
Wasserkunst“ und „Michaeliskirche“. Bei unserem Stadtrundgang
werden wir immer wieder auf die vielen weiteren
Türme hingewiesen, die in früheren Zeiten alle eine besondere
Bedeutung hatten. Da ist z.B. der „Reichenturm“, der
wegen seiner Neigung auch „Schiefer Turm“ genannt wird.
Es ist ein Gebäude in der ehemaligen Stadtbefestigung am
Ende der Reichenstraße. Zum Abschluss unseres Rundgangs
werden wir in einem sorbischen Restaurant erwartet und genießen
dort ein besonderes, nach sorbischer Art zubereitetes
Essen. Die Eigentümer des Hauses sind Sorben, die uns in
ihrer Landestracht empfangen und neben ihrer Sprache auch
ihre Kultur pflegen. Ein schöner Abschluss für diesen Tag.
Bei unserem Rundgang durch Dresden mit all seinen
Sehenswürdigkeiten war für mich einer der Höhepunkte
der Besuch der bedeutenden, protestantischen Frauenkirche.
Seit dem Wiederaufbau im Jahre 2004 schmückt die
monumentale Kuppel wieder die Altstadt. Speziell für Touristen
war eine Andacht vorbereitet, sodass wir auch dem
beeindruckenden Orgelspiel lauschen konnten.
Noch nicht alle Wanderziele sind erreicht und so geht es
am nächsten Morgen frisch und ausgeschlafen mit dem Bus
in Richtung Festung Königstein, deren Plateau wir auf etwas
bequemere Art erobern - wir lassen uns ganz mühelos
mit dem Fahrstuhl hinaufbefördern. Die sehr wechselvolle
Geschichte der Festung vereinigt in sich viele Baustile der
letzten Jahrhunderte. Einst von böhmischen Königen erbaut,
diente sie vielen Herrschern des Landes als Residenz. Hier
wurden große Feste gefeiert, aber auch militärische Pläne geschmiedet.
Manch einer erlebte die Festung als grauenvolles,
unentrinnbares Gefängnis. Der sächsische Kurfurst August
der Starke, bekannt für seine ausschweifenden Feste, ließ es
sich in den Gewölbekellern richtig gut gehen. Auch Napoleon
und der russische Zar Peter der I. inspizierten den Königstein.
Die Festung wurde nie eingenommen, zu hoch und
senkrecht abfallend waren die unüberwindbaren Felshöhen.
Der Tag ist noch nicht zu Ende, und der Bus bringt uns
durch das idyllische Kirnitzschtal zum Lichtenhainer Wasserfall.
Die Gruppe teilt sich und ich mache den etwas steileren,
aber dafür kürzeren Aufstieg zu einem circa zehn Meter
hohen natürlichen Felsentor, genannt „Kuhstall“, welches
den Raubrittern als Unterstand für die gestohlenen
Kühe diente. Eine wundervolle, weite Sicht
belohnt uns für den erwanderten Schweiß. Durch
eine enge Felsspalte kann ich über die „Himmelsleiter“
einen noch höheren Punkt erreichen und
habe ein noch weiteres Panorama vor mir. Nach
und nach trudeln die anderen Wanderer ein. An
ihren erhitzten Köpfen sehen wir, dass sie auch
einige Schwierigkeitsgrade überwinden mussten,
um an dieses Felsentor zu gelangen.
Allmählich bekomme ich das Gefühl, dass ich
einen Ruhetag haben sollte, aber nach ausgiebiger
Nachtruhe überwinde ich mich und sitze wieder
mit im Bus, heute in Richtung Tschechien. Unser
Ziel ist das „Prebischtor“ (Bild lks.) in der
Böhmischen Schweiz. Schon bald haben wir den
Wanderparkplatz erreicht und starten auf unserer
markierten Route. Zunächst geht es über einen
3 Fotos: Dietmut Werner
Unsere Reisegruppe am Felsentor
leicht hubbeligen, breiten Weg den Berg hoch, durch einen
dicht gewachsenen Wald, der zum Prebischtor hin immer
schmaler wird. Um uns herum liegen kleinere und größere
Felsblöcke aus Sandstein, die die Natur dort hingeworfen hat.
Nach längerem Anstieg nähern wir uns in einer Höhe von circa
400 Metern dem Haus Falkenhorst, einem groß angelegten
Gasthaus, unmittelbar am Prebischtor. Dieses Ausflugsziel
ist mittlerweile zum Volks- und Naturdenkmal geworden und
natürlich die Hauptattraktion für alle Wanderer. Und wieder
ein überwältigender Blick über die Schluchten und Felsgebilde
des Elbsandsteingebirges. Wir erholen uns bei Getränken und
kleinen Snacks und bestaunen immer wieder die einzigartige
Natur. Der Wanderweg zurück geht weitgehend am Felsen entlang,
mal über Stufen, über Treppen, mal etwas ebener, dann
wieder steiler, bis wir einen größeren Platz mit Gasthaus und
dem üblichen Souvenirladen erreichen, an dem unser Bus bereits
wartete. Ich habe heute genug getan und beschließe daher,
in den Bus zu steigen. Der weitaus größere Teil unserer Gruppe
marschiert noch durch eine Wilde Klamm, die an einem fließenden
Gewässer endet. Die Gruppe muss die Tour mit einer
Kahnfahrt fortsetzen, um dann nach einer längeren Wanderung
den Bus zu erreichen. Alle kommen gesund und mit strahlenden
Gesichtern wieder an.
Der letzte Tag unserer Wanderwoche führt uns nochmals
nach Tschechien zum höchsten Gipfel des Elbsandsteingebirges,
dem „Hohen Schneeberg“ (723 Meter), und zu
den „Tyssaer Wänden“. Ich entscheide mich jedoch, einen
Ruhetag einzulegen, denn mein Wanderhunger ist gestillt.
Helga Siebel-Achenbach
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger
Für Sie in
Siegen - Wittgenstein
Wahlkreisbüro
Koblenzer Str. 29
57072 Siegen
Tel. 0271-2316135
Email: willi.brase@wk.bundestag.de
Büro Berlin
Tel. 030-227 74590
Fax 030-227 76592
Email: willi.brase@bundestag.de
Sicherheit im Alter, eine Bürgerversicherung, die Schluss
macht mit der Zweiklassenmedizin in Gesundheit und
Pflege sowie gleiche Bildungschancen für alle Kinder, dafür
setze ich mich ein.
Sie entscheiden darüber mit ihrer Stimme am
22. September 2013.
Willi Brase
Mitglied des Deutschen Bundestages
Seine Markenzeichen sind
der Hirtenstab und sein
speckiger Hut. Wie schon
seit 40 Jahren zieht Roland Weilerscheid
(63 Jahre) mit seiner
eigenen Herde im März von
der Eifel in den Hickengrund,
wo die Schafe saftige Wiesen
vorfinden, die Muttertiere ihre
Lämmer werfen und im frühen
Sommer geschoren werden.
Die Arbeit teilt er sich mit seiner
Frau Roswitha, die im Sommer
die trächtigen Schafe und die
Böcke versorgt. Mit seinen vier
Hütehunden, der Chef ist Max,
hält Roland Weilerscheid mit
seinem Hirtenstab die Herde der
Muttertiere und die 250 Lämmer
zusammen. Es ist ein hartes
Leben: Immer auf der Walz von
Mitte März bis in den folgenden
Januar. Ein Leben im Wohnwagen.
Der Schäfer führt seine Herde
von 500 Schafen die circa 150
km vom heimischen Stall bei
Bad Münstereifel in vielen Etappen
in sechs bis sieben Wochen
nach Lützeln (bei Burbach). Die
Tour im Winter zurück in den
Stall ist mühseliger und dauert
bis zu 12 Wochen. Ihre Route
führt über Wiesen, Straßen und
teilweise über die Autobahn, wo
die Herde in den ganz frühen
Morgenstunden von Polizisten
eskortiert wird. Die Söhne helfen
im Betrieb mit und vielleicht
wird eines Tages der älteste die
Verantwortung für die Herde
übernehmen. Wie schon im
Februar, als sich Roland Weilerscheid
einer Knie-Operation
unterziehen musste. Ein Leben
in der Stadt könnte sich der gut
gelaunte, in sich ruhende und in
Gott vertrauende Roland Weilerscheid
nicht vorstellen. Er
braucht das raue Leben in der
Natur und seine Freiheit.
Text:Tessie Reeh, Fotos: Hartmut Reeh
DE
R GUTE HIRTE AUS DEM HICKENGRUND
Der Wanderschäfer Roland Weilerscheid
Reisen
STIERKAMPF
Als junge Frau habe ich in einem Reisebüro in Lloret
de Mar (Spanien) gearbeitet und wenn man
in Spanien lebt, wird man unweigerlich mit dem
Stierkampf konfrontiert. Sonntags wurden die Stierkämpfe
im Fernsehen übertragen und ich interessierte mich sehr
dafür. Ich besorgte mir auch Literatur über die Abläufe des
Kampfes und die Rituale. So kannte ich auch „El Cordobés“,
damals ein berühmter Stierkämpfer.
Jeden Sonntag fuhren unsere Busse mit Touristen nach
Barcelona zum Stierkampf. Eines Tages hörte ich, dass „El
Cordobés“ dort auftreten würde und fragte meinen Chef,
ob ich mitfahren könnte. Aber er
sagte mir, dass die Busse ausgebucht
seien und so ging ich eben
an den Strand.
Ich machte es mir bequem,
schaute auf das Meer und dachte
an nichts. Plötzlich stand mein
Chef vor mir mit den Worten:
„Fräulein Brigitte, Sie können
mitfahren!“ Ich meinte, dass das
nicht ginge, weil ich ja im Badeanzug
wäre und es sowieso zu spät
sei. Er war jedoch sehr freundlich
und fuhr mich zu meinem Zimmer.
Seine Freundlichkeit hätte
mich eigentlich stutzig machen
sollen. Aber ich freute mich. Er
fuhr mich dann zu einem Hotel,
vor dem ein Kleinbus stand,
machte die Tür auf, wünschte mir
viel Spaß und gab mir sechs Tickets.
Der Busfahrer fuhr los und
ich merkte, dass ich jetzt „Reiseleiterin“
war. Der Fahrer sprach
kein Wort deutsch und ich nur wenig spanisch. Ich verstand
immerhin so viel, dass er noch nie in Barcelona gewesen sei.
Nun, ich auch nicht, lediglich auf dem Flughafen. Die Gäste
(es waren Schwaben) fragten allerlei und ich hatte keine
Ahnung. Zum Glück brummte der Motor so laut, dass man
nichts verstehen konnte, und das Mikrofon funktionierte auch
nicht. In Barcelona hatten wir fast einige Zusammenstöße,
weil der Fahrer nicht wusste, dass die Taxis Vorfahrt hatten.
Nach einiger Zeit erreichten wir dann doch noch rechtzeitig
die Stierkampfarena. Ich ging mutig voran, schwenkte die
sechs Karten mit der Hand und sagte dem Platzanweiser, dass
ich kein Ticket hätte aber Reiseleiterin sei. Er klopfte mir
freundlich auf die Schulter und wir bekamen sieben Plätze
auf der Schattenseite und sogar mit Sitzkissen. In die Arena
passen ca. 70.000 Zuschauer.
Der Einmarsch sämtlicher Mitwirkender begann. Zunächst
spielte die Kapelle „Paso dobles“ und die Akteure, allen voran
die Matadores (die den Stier töten) betraten die Arena und
verbeugten sich vor einer Tribüne, auf
der wohl bekannte Persönlichkeiten
saßen. Dann entfernten sie sich wieder
und der erste Stier wurde in die Arena
gelassen. Wutschnaubend und voller
Temperament rannte er in die Mitte
und blieb schließlich stehen, weil
er nichts sah wegen des gleißenden
Lichts. Das nutzten die Toreros und
schwenkten gelb-lila Tücher vor
dem Stier mit Drehungen und Wendungen.
Am Rande der Arena waren
einige Vorbauten angebracht worden
mit seitlichen Eingängen, in die sich
die Toreros retten konnten, wenn es
zu gefährlich wurde. Danach ritt der
Picador auf einem gepanzerten Pferd
hinein. Er hatte die Aufgabe, den Stier
hinter den Kopf, im Nacken, mit einer
langen Lanze zu stechen, etwa zwei
bis drei Mal, so wie es der Matador
bestimmt hatte. Wenn es mehr wurden
gab es Buhrufe. Zwischendurch
arbeiteten die Toreros wieder mit ihren
Tüchern, bis die Banderilleros erschienen, insgesamt drei.
Jeder von ihnen hatte zwei ca. 50 cm lange Stäbe mit Widerhaken
in der Hand, die sie, vor dem Stier stehend, hinter den
Kopf des Stieres in seinen Rücken rammen mussten. Der Stier
hatte nun schon Blut verloren und war etwas geschwächt, aber
sehr wütend. Jetzt erschien der Matador mit wichtiger Miene
und gab bekannt, für wen er den Stier töten oder wem er ihn
38 durchblick 3/2013
weihen würde. Dann vollzog er seine ballettartigen Drehungen
und Wendungen vor und neben dem Stier und schwang
seine Muleta, das rote Tuch. Der Stier soll farbenblind sein
und reagiert eigentlich auf das Knattern des Tuches. Um zu
töten, muss der Matador vor dem Stier stehen und zustechen,
und wenn er die richtige Stelle getroffen hat, sollte das Tier
sofort umfallen. Das ist jedoch selten der Fall und wenn er
mehrmals zustechen muss, ertönen wieder Buhrufe oder es
fliegen die Sitzkissen in die Arena. Wenn der Matador nicht
die richtige Stelle trifft, wird der Stier mit einem Messer erlöst.
Dazwischen spielt die Musik schnell, langsam, laut und leise,
je nach Lage des Kampfes. Zuletzt wird der tote Stier auf ein
Gestell gelegt und drei Pferde, die mit Glöckchen geschmückt
werden, ziehen ihn hinaus, nicht ohne zuvor eine Ehrenrunde
durch die Arena gedreht zu haben. Ein Kampf dauert ca. 20
Minuten. Es treten drei Matadores auf und sechs Stiere müssen
daran glauben. Die Stimmung bzw. Atmosphäre war überwältigend
und ich ließ mich mitreißen.
Außerhalb der Arena befinden sich eine Metzgerei, um
den toten Stier sofort zu verarbeiten, und eine Ambulanz,
falls ein Torero verletzt werden sollte.
Jetzt saß ich also zwischen unseren Gästen und erklärte,
was ich so wusste. Man fragte: „Ei, wo isch dann der
Cordobés?“ Das wusste ich auch nicht, nur, dass er keine
Zopfperücke tragen würde. Der Dritte war es dann. Der
Kampf muss wohl gut gewesen sein, denn er bekam als
Auszeichnung zwei Ohren. Das Höchste sind zwei Ohren
und der Schwanz. Die Trophäen werden dann mit hoch erhobenen
Händen durch die Arena getragen.
Das Schauspiel war zu Ende und die Gäste hatten Hunger.
Zu teuer sollte es aber auch nicht sein. Der Fahrer fand eine
Kneipe, in der es „bocadillos“ gab (halbe Stangenbrote, quer
durchgeschnitten, mit Wurst, Käse, Salat etc.) Ich bestellte
also für die Teilnehmer und fragte den Fahrer, ob er auch
etwas möchte und versprach mich aber. Quiero heißt: Ich
möchte oder ich will. Ich sagte aber „te quiero“ und das heißt:
Ich will Dich. Mir fehlten jedoch die Worte, um das richtig
zu stellen und es war mir jetzt auch schon egal.
Auf dem Programm stand noch eine weitere Besichtigung.
Weil der Busfahrer fremd war, landeten wir auf einer
Ausstellung für Landmaschinen. Plötzlich begann es ganz
fürchterlich zu regnen bzw. zu schütten. Das war meine Rettung,
wir flüchteten in den Bus.
Vorgesehen war noch eine Flamenco-Show in einem
Nachtclub. Das wollte ich sehen und erklärte es dem Fahrer.
Er fuhr los. Die Gegend wurde immer einsamer und
seltsamer. Schließlich hielt er vor einem flachen, langgezogenen
Gebäude. Man sah eine lange Theke und einige
Tische, an denen nur Männer herumlümmelten. Da ertönte
ein Aufschrei der Frauen: „Ha noi, da ganget’s mir net noi!“
Das sah ich ein. Der Fahrer meinte, ich hätte doch in eine
Bar gewollt und an dem Gebäude stand ja auch „Bar“. Ich
sagte ihm dann, er solle nach Lloret fahren. Dort angekommen
lud ich meine Gäste noch zu einem Glas „champan“
auf Rechnung des Reisebüros ein. Ich verabschiedete mich
von dem Busfahrer, aber er fuhr nicht. Er lud mich a bailar
(zum Tanzen) ein und da fiel es mir wieder ein: Te quiero.
Ich vertröstete ihn und sagte, dass ich noch arbeiten müsse
und er stieg endlich in seinen Bus und entfernte sich.
Mit den Gästen habe ich dann noch etwas länger zusammengesessen,
auf Kosten meines Chefs. Es hat sich keiner
beschwert, auch wollte keiner sein Geld zurückhaben.
Am nächsten Tag hatte ich mir erlaubt, erst gegen Mittag
wieder im Büro zu erscheinen und siehe da, mein Chef, den
ich sonst die ganze Woche nicht sah, hatte es sich nicht nehmen
lassen, nach dem Rechten zu schauen. Er schüttete sich
aus vor Lachen. Er wusste genau, was er mir angetan hatte.
Später, als ich das Gesehene verarbeitet hatte, kam ich
zu dem Schluss, dass der Stierkampf nichts für mich war.
Die armen Tiere taten mir leid. Und da ich keine Reiseleiterin
war und deshalb auch keine Touristen begleiten musste,
bin ich nie wieder zum Stierkampf gefahren.
Heute ist der Stierkampf verboten, zumindest in Katalonien
(Barcelona).
Brigitte Lanko
3/2013 durchblick 39
Demografie
WIE IST ES MIT DER EINSAMKEIT?
Wilhelm Busch hilft nicht weiter!
Wilhelm Busch 1878, Fotografie von Edgar Hanfstaengl
Fast jeder dritte ältere Mensch in Deutschland (30 Prozent)
klagt über Einsamkeitsgefühle. Oft mit der Aussage:
„Ich bin allein, verlassen, fühle mich einsam.“
Die Gründe dafür sind vielfältig: der Verlust wichtiger Personen,
z.B. des Ehepartners, Rückzug aus dem Beruf, ein
Ortswechsel mit Aufgabe des sozialen Umfelds usw.
Aber wie ist das mit der Einsamkeit? Wilhelm Busch, der
humoristische Hausfreund, hatte dazu eine klare Meinung:
Die Zeitgenossen von Wilhelm Busch (1832 bis 1908) hatten
eine durchschnittliche Lebenserwartung von weniger als
45 Jahren. Auch wer ein höheres Alter erreichte, musste üblicherweise
bis zum Lebensende arbeiten. Die Mehrheit lebte
in einer großen Familie auf engem Raum und war erheblichen
Kontrollen und Zwängen unterworfen. Daher ist nachvollziehbar,
dass „Der Einsame“ es damals genossen hat, allein zu sein.
Foto: wikipedia.de
Der Einsame:
Wer einsam ist, der hat es gut,
Weil keiner da, der ihm was tut.
Ihn stört in seinem Lustrevier
Kein Tier, kein Mensch und kein Klavier,
Und niemand gibt ihm weise Lehren,
Die gut gemeint und bös zu hören.
Der Welt entronnen, geht er still
In Filzpantoffeln, wann er will.
Sogar im Schlafrock wandelt er
Bequem den ganzen Tag umher.
Er kennt kein weibliches Verbot,
Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.
Geschützt vor fremden Späherblicken,
Kann er sich selbst die Hose flicken.
Liebt er Musik, so darf er flöten,
Um angenehm die Zeit zu töten,
Und laut und kräftig darf er prusten,
Und ohne Rücksicht darf er husten,
Und allgemach vergisst man seiner.
Nur allerhöchstens fragt mal einer:
„Was, lebt er noch? Ei Schwerenot,
Ich dachte längst, er wäre tot.“
Kurz, abgesehn vom Steuerzahlen,
Lässt sich das Glück nicht schöner malen.
Worauf denn auch der Satz beruht:
„Wer einsam ist, der hat es gut.“
Im heutigen Deutschland liegt die durchschnittliche
Lebenserwartung bei 80 Jahren. Die Mehrzahl der Älteren
kann die „geschenkten Jahre“ in gesicherten Verhältnissen
selbst gestalten, aber viele leben unfreiwillig allein (1) . Nicht
jeder alleinlebende Mensch ist deswegen einsam, aber in
den nächsten Jahrzehnten nimmt der Anteil alter und sehr
40 durchblick 3/2013
Demografie
alter Menschen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland
ständig zu. Der Anteil der alleinlebenden Alten steigt sogar
überproportional und damit die Bedrohung durch psychische
Krankheiten, vor allem in der Zunahme von Depressionen (2) .
Der Umgang mit dieser Bedrohung ist ein zentrales Thema
im Fortbildungsprogramm „Orientierung und Hilfe im
Alter“ (3) , zu dem Dr. Michael Schneck (4) eingeladen war.
Der Facharzt für Gerontopsychiatrie vermutet, dass der größte
Teil der jährlich circa 12.000 Suizide in Deutschland auf
Depressionen zurückzuführen ist. Damit sterben mehr Menschen
in Deutschland an Depressionen als an Verkehrsunfällen.
Auf die Frage, wie sich Menschen auf das eigene Alter(n)
vorbereiten sollten, rät Dr. Schneck: „Bleiben Sie körperlich
und geistig aktiv, pflegen Sie soziale Kontakte und engagieren
Sie sich. Sorgen Sie dabei auch für sich selbst!“
Wie wichtig ihm diese Empfehlung ist, belegt Wilhelm
Busch als Freund des „Ohnemichel“ (5) , indem er über den
Engagierten lästert.
Der Engagierte
Wirklich, er war unentbehrlich!
Überall wo was geschah
Zu dem Wohle der Gemeinde,
Er war tätig, er war da.
Schützenfest, Kasinobälle,
Pferderennen, Preisgericht,
Liedertafel, Spritzenprobe,
Ohne ihn, da ging es nicht.
Ohne ihn war nichts zu machen,
Keine Stunde hatt‘ er frei.
Gestern, als sie ihn begruben,
war er richtig auch dabei.
Über ein Drittel der Menschen in unserem Land ist
in Vereinen, Verbänden und Initiativen engagiert. Damit
ist das bürgerschaftliche Engagement eine tragende
Säule unseres Gemeinwesens. Eine tragende Säule auch
deshalb, weil wir mit Blick auf die großen gesellschaftspolitischen
Herausforderungen unserer Zeit – etwa den
demografischen Wandel – mehr denn je auch auf die
Kreativität und die Eigeninitiative der Menschen angewiesen
sind. Wir werden uns von der Illusion verabschieden
müssen, gesellschaftliche Probleme mit immer mehr
Geld und mit immer höheren Staatsausgaben lösen zu
können.
Ältere Menschen von heute wollen nicht die Hände in
den Schoß legen und untätig sein. Sie wollen sich einbringen,
Verantwortung übernehmen und mitgestalten - ihren
Begabungen und Fähigkeiten entsprechend. Dies bezieht
sich auf alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche.
Und ohne dass pflegebedürftige ältere Menschen
aus dem Blickfeld geraten, kann darauf hingewiesen werden,
dass nur etwa 10 % der über 65-jährigen Menschen
pflegebedürftig sind, 90 % dagegen nicht.
Der Anteil derjenigen, die bis ins hohe Alter aktiv und
mobil sind, wird auch künftig weiter zunehmen. Ihnen müssen
neue Möglichkeiten eröffnet werden, um sich in allen
gesellschaftlichen Bereichen stärker einzubringen. Auch
innerhalb ihrer Familien leisten viele Ältere einen wichtigen
Beitrag durch materielle und immaterielle Unterstützung
ihrer Kinder und Enkelkinder.
Durch freiwilliges Engagement kann die nachberufliche
Lebensphase mit Aktivitäten gefüllt werden, die vom einzelnen
Menschen als sinnvoll erlebt und von der Gesellschaft
als bereichernd empfunden werden. Untersuchungen machen
deutlich, dass bis ins hohe Alter ein Gleichgewicht zwischen
erhaltenen und gewährten Unterstützungsleistungen besteht.
Auch die von älteren Menschen benötigten Unterstützungsleistungen
werden oft durch Angehörige der älteren Generation
erbracht. Indem ältere Menschen ihrer Verantwortung
für sich selbst, für andere und für das Gemeinwohl gerecht
werden, tragen sie einerseits zur Entlastung nachfolgender
Generationen und andererseits zur eigenen höheren Lebenszufriedenheit
und Lebensqualität bei. Sich über ein Engagement
in die Gesellschaft einzubringen und an ihr teilzuhaben,
schafft Zugehörigkeitsgefühl und Integration und ist
ein weiterer Schlüssel zur Vermeidung von Sinnverlust und
Einsamkeit im Alter.
Erich Kerckhoff
(1)
Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts im Jahr 2009 lebten rund 44 Prozent der Frauen ab 65
Jahren allein, bei den gleichaltrigen Männern waren es nur 18 Prozent. Jenseits der 85 leben drei von vier
Frauen allein. (2) Der Begriff Depression stammt vom lateinischen depressio und bedeutet „Niederdrücken“. (3)
Das über 12 Monate laufende Programm wird vom Verein ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein seit 2005 angeboten.
Der 4. Kurs läuft derzeit in Freudenberg. (4) Dr. Michael Schneck, Oberarzt Psychiatrie und Psychotherapie,
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Gerontopsychiatrie usw. am Kreisklinikum Haus Hüttental.
Die Gerontopsychiatrie (von griech. Géron = „der Greis“) ist ein Fachgebiet der Psychiatrie. (5) Gemeint ist
ein zurückgezogener Privatmann, der dem Gemeinwesen Gleichgültigkeit entgegenbringt.
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3/2013 durchblick 41
Gesellschaft
LIEBE KENNT KEIN ALTER
Liebe als Haltung, die in einer wärmenden Glut besteht
Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse, die von der Wiege
bis zur Bahre bestehen bleiben. Der amerikanische
Psychologe A. Maslow (1908 bis 1970) teilt diese Bedürfnisse
in Pyramidenform ein: An der Basis stehen die
körperlichen Bedürfnisse (Nahrung, Schlaf, Wärme, Berührung
und Schmerzfreiheit). Es folgt das Bedürfnis nach
Sicherheit, dann das Bedürfnis nach Gemeinschaft/Zugehörigkeit
und das Bedürfnis nach Wertschätzung/Liebe. An
der Spitze steht das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung/
Selbstentfaltung, das für jede Lebensstufe außer der Kindheit
gilt; man muss einen Grund zum Leben finden, und
zwar einen Grund, der nicht nur Kraft kostet, sondern auch
Kraft gibt.
Die Bedürfnispyramide von Maslow macht deutlich,
warum Liebe und Partnerschaft ungebrochen hoch im Kurs
stehen. Besonders für alternde Menschen hat die Paarbeziehung
einen hohen Stellenwert. Gleichzeitig sind die
Formen der Partnerschaft in den vergangenen Jahrzehnten
einem enormen Wandel unterworfen:
Sie sind nicht mehr so langlebig wie früher. Daraus ergeben
sich positive und negative Entwicklungen für die
Sexualität. Gestiegene Scheidungsquoten, vermehrt
Trennungen, der Trend zu „Lebensabschnittgefährten“
oder die Zunahme nicht ehelicher Lebensgemeinschaften
beeinflussen neue Beziehungsformen
innerhalb der Generation der Älteren.
Dass das sexuelle Interesse vollkommen
erlischt, ist nur bei wenigen Personen zu
beobachten. Der Wunsch nach Zärtlichkeit
wie Streicheln, Umarmungen
oder Küssen bleibt bis ins hohe
Alter erhalten.“ (1)
Aber welche Entwicklung machen
gemeinsam alternde Paare?
„Der einzige Unterschied zwischen
einem Schnupfen und der
‚ewigen Liebe‘ besteht darin, dass
der Schnupfen in der Regel etwas
länger dauert.“ So beschreibt Oscar
Wilde (englischer Schriftsteller,
1854 – 1900) den Alltag, der
auf den Zustand der Verliebtheit
folgt. Die nüchterne Wahrnehmung
und klares Denken haben
Einzug gehalten. Und dann ist es
nur eine Frage der Zeit, bis auch
negative Erfahrungen gemacht
werden, d.h. Erfahrungen, in denen
er (oder sie) ein Bedürfnis nicht
mehr ausreichend befriedigen oder
Erwartungen enttäuschen. Man ist
dauerhaft verschnupft, hat sich über Jahrzehnte aneinander
gerieben, gestritten, zurechtgewiesen, erzogen, genervt, geliebt,
versöhnt, verletzt, bekriegt, in den Haaren gelegen, sich
wieder eingerenkt. Und wer darf zum Ende Sieger sein, wer
hat sich durchgesetzt, wer hat meistens nachgegeben? Geht all
dies vielleicht immer zu Lasten von einer Seite?
Um der traurigen Entwicklung entgegenzuwirken, in der
aus dem Feuer der Verliebtheit ein Aschehäufchen der Enttäuschungen
wird, müssen die Partner ihre Liebe zueinander
entwi- ckeln, zu einer „Liebe als Haltung“, die in einer
bestän- digen wärmenden Glut besteht. Natürlich
wird die
Glut auch von Gefühlen gespeist - aber
nicht
D a s
42 durchblick 3/2013
Foto: Gottfried Klör
ausschließlich und nicht vorwiegend.
verleiht ihr die Beständigkeit.
Was ist der Unterschied zwischen
einer Haltung und einem
Gefühl? Für ein Gefühl können
wir uns nicht entscheiden,
für eine Haltung
entscheiden wir uns.
Gefühl ist etwas Unwillkürliches,
nicht
in unserer Macht
Stehendes, eine
Haltung ist
etwas, was
sehr wohl
in unserer
Macht
Gesellschaft
steht. Gefühle schenken intensive, aber nicht lang anhaltende
Momente, eine Haltung aber hält an und gibt Halt.
Und das, was wir uns am Traualtar versprechen, sind keine
Gefühle, sondern eine Haltung: „Ich will dir beistehen,
auch in schweren Tagen“ – dazu muss man sich entscheiden
– man kann nämlich auch weglaufen. „Ich will dir treu
sein“ – dazu muss man sich entscheiden, denn Treue fällt
nicht immer leicht. „Ich will deine Bedürfnisse so wichtig
nehmen wie meine“ – dazu kann man sich entscheiden,
genauso wie fürs Gegenteil. „Ich will dich mit Achtung
behandeln, ich will ehrlich zu dir sein und dein Vertrauen
nicht ausnutzen“ – dazu muss man sich entscheiden, denn
es kostet oft Überwindung. „Ich will dir vergeben und an dir
festhalten, auch wenn du mich enttäuscht hast“ – das fällt
niemandem in den Schoß, daran muss man immer wieder
arbeiten und sich selbst wandeln.
Eine der schönsten Liebesgeschichten, die Sage von
Philemon und Baucis, handelt von dieser (Ver-)Wandlung.
In seinen Metamorphosen (2) beschreibt der römische Dichter
Ovid (43 v.Ch. bis 18 n.Ch) zwei Menschen, die sich
lieben, zusammen alt geworden sind und nur noch einen
einzigen Wunsch haben - sie wollen gleichzeitig sterben.
Dabei will Philemon in eine Eiche und Baucis, seine Frau,
in eine Linde verwandelt werden. Im Erdreich, für niemanden
sichtbar, berühren und verschlingen sich ihre Wurzeln,
ihre Geheimnisse, das, was sie zutiefst verbindet. Mit
dem Neben- und Miteinander der beiden unterschiedlichen
Bäume wird eine uralte Beobachtung angedeutet und auf
die Paarbeziehung übertragen: alleinstehende Eichen haben
in jungen Jahren kaum Entwicklungschancen. Bevorzugt
sind es Linden, die ihnen Schutz bieten, bis sie sich kraftvoll
entfalten können.
Erich Kerkhoff
(1)
Beate Schultz-Zehden: „Alternde Gesellschaft“ in „Aus Politik und Zeitgeschichte“,
21. Jan. 2013. (2) Das Wort ‚Metamorphose‘(griech. = ‚die Form danach‘), wird meistens
mit ‚Verwandlung‘ oder ‚Umwandlung‘ übersetzt.
LEBENSGESTALTUNG
10 Jahre ALTERAktiv
Für die Mitglieder des Vereins ALTERAktiv Siegen-
Wittgenstein (e.V.) stand im Gründungsjahr 2003
fest: Die heutigen Seniorinnen und Senioren wollen
in ihrer Altersphase nicht „betreut“ werden, sondern die
Zeit aktiv und selbstbewusst gestalten.
10 Jahre später, im Juni 2013, bestätigte sich, dass Menschen
jenseits der 60 viel können und viel wissen, sich aber in
Gruppen mit höchst unterschiedlichen Interessen und Handlungsmöglichkeiten
teilen. Ein „gemeinsamer Nenner“ ist
dann Neugier, Lernbereitschaft und – immer unter Wahrung
eigener Interessen – auch die Bereitschaft sich zu engagieren.
Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung stellten
sich mehrere Arbeitsgruppen und Einzelpersonen vor,
die dauerhaft Aufgaben im Verein übernommen haben oder
zeitlich befristete Projekte verantworten.
Viele der jetzt fast 500 Mitglieder haben Zugang gefunden
durch das vereinseigene Internet-Café (= Senecafé) im
Siegener Seniorenzentrum „Haus Herbstzeitlos“. Andere
wurden durch Teilnahme am Kurs „Orientierung und Hilfe
im Alter“ motiviert, zum Beispiel die Verantwortlichen für
das 2007 in Netphen-Eschenbach eingerichtete AKTIVCafé.
Eine weitere Arbeitsgruppe vermittelt das Interesse am
Lesen. Die 30 Mitglieder der AG engagieren sich u.a. in
der Siegener Stadtbibliothek und in Grundschulen. Generationsübergreifendes
Engagement ist auch im Mehrgenerationszentrum
gefragt (MGZ Martini, St. Johann-Str. 7).
Hier befindet sich die Geschäftsstelle des Vereins, die sich
gleichzeitig als „Seniorenbüro Siegen-Mitte“ versteht.
In den vergangenen 10 Jahren konnte der Verein verschiedene
Projekte anregen bzw. deren Koordination übernehmen
(Wohnberatung, Wohnpartnerschaft, Taschengeldbörse). Weitere
Themen - d.h. Handlungsfelder der Seniorenarbeit - leitet
der Vereinsvorstand aus den absehbaren Folgen des demografischen
Wandels ab. Warum sollte es nicht möglich sein, das
Erfahrungswissen älterer Menschen zu nutzen? Zum Beispiel
im Interesse von Frauen, die wieder beruflich tätig sein wollen?
Oder in Kontakten mit Studenten, die sich auf diese Weise
im Siegerland „angenommen“ und heimisch fühlen können?
Als wichtige Aufgabe wird die Förderung lebendiger Nachbarschaften
im Bezirk Siegen-Mitte verstanden. Auch in dem
Zusammenhang liegt die Kooperation mit Einrichtungen der
UNI Siegen nahe, eine Kooperation, die es übrigens seit Jahren
schon mit verschiedenen Fachbereichen gibt. Erich Kerkhoff
Ihre Berufs- und Lebenserfahrung ist gefragt!
Der Verein ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein will dazu
beitragen, dass alleinerziehende erwerbslose Frauen Zugang
zur Arbeitswelt finden. Ein dafür eingerichtetes Team
sucht Verstärkung.
Infos unter 0271 233 94 25 oder info@senioren-si.de
3/2013 durchblick 43
Unterhaltung
DIE GANZ BESONDERE MARMELADE
Sabine und Opa verbringen einen Tag gemeinsam im
Landhaus. „Opa, was für ein Bild malst du da gerade?“
„Ich male zwölf Bilder für einen Kalender. Für jeden Monat
eines. Und dieses hier ist für den Monat September.“ „Du,
Opa, was war denn in dem Glas hier? Was steht da vorne
drauf?“ „Lass mal sehen.
In dem Glas war Pflaumenmarmelade.
Da steht: Pflaumenmarmelade
nach altem
Hausrezept. So, du kannst
die zwei Pinsel bitte in das
Glas stellen.“ „Opa, wie
macht man denn Pflaumenmarmelade?“
„Ja, ich glaube,
da nimmt man Pflaumen,
kocht sie so lange bis sie
ganz weich geworden sind
und dann ist die Marmelade
fertig.“ „Du, Opa, kannst
du auch so eine Marmelade
wie sie in dem Glas war
kochen?“ „Oh, das weiß ich
nicht, das habe ich noch nie
ausprobiert.“ „Schade, ich
würde so gerne mal Pflaumenmarmelade
essen.“
„Ach ja, du würdest so
gerne Pflaumenmarmelade
essen. Was machen wir denn
da?“ „Wir könnten doch
welche kochen, Opa.“ „Du
meinst, wir beide bekommen
das hin?“ „Jaa, bestimmt,
Opa.“ „Na gut, hol doch bitte mal das kleine rote Buch
vom Regal in der Küche.“ „Was ist das denn für ein Buch,
Opa?“ „Das ist ein Rezeptbuch. Da steht genau drin, wie
man Marmelade kocht.“
„Meinst du das hier, Opa? „Ja, das ist das Richtige.
Schauen wir doch mal nach.“ „Und, Opa, steht da auch drin,
wie man Pflaumenmarmelade kocht?“ „Ja, hier steht das
Rezept: Die Pflaumen werden gewaschen, entkernt, in kleine
Stücke geschnitten und mit Zucker unter Rühren weich
gekocht bis ein Pflaumenmus entsteht. Das muss man dann
schnellstens in saubere Gläser füllen und gut verschließen.“
„Opa, was müssen wir alles machen?“ „Also, als Allererstes
brauchen wir Pflaumen. Im Rezept steht fünf Kilo.
Das ist für uns aber sicher zu viel. Wir werden Pflaumenmarmelade
nach unserem eigenen Rezept kochen. Hier,
nimm du schon mal diesen Eimer.“ „Aber Opa, woher
bekommen wir denn so einen Eimer voll mit Pflaumen?“
„Von dem Pflaumenbaum da drüben, im Nachbargarten.
Die Nachbarn sind zurzeit im Urlaub und bis sie wieder
zurück sind, wären eh alle reifen Früchte schon heruntergefallen.
Los, komm, auf zur Ernte.“
„Opa, Mama sagt aber immer, das man nicht einfach
ohne zu fragen Sachen von anderen nehmen darf. Ist das bei
Pflaumen nicht so?“
„Nein, bei Pflaumen
ist das etwas anderes.
Die verderben, wenn
man sie nicht rechtzeitig
abpflückt. Wir nehmen
uns ja nur ein paar
und machen daraus die
Pflaumenmarmelade.“
„Opa, du könntest doch
für die Nachbarn ein
Bild malen, dann sind
sie auch nicht traurig,
wenn ein paar Pflaumen
an ihrem Baum
fehlen.“ „Das ist eine
gute Idee. Jetzt lass uns
mal schauen, wo die
Sabine zu Besuch bei Opa
schönsten Pflaumen
hängen.“ „Opa, jetzt ist
der Eimer schon voll.
Ich glaube, den müssen
wir zusammen nach
Hause tragen, weil der
ganz schön schwer ist.“
„Ja, das machen wir.“
„So, bevor wir anfangen,
binden wir uns
eine Schürze um, damit wir unsere Kleidung nicht schmutzig
machen. Welche Schürze möchtest du, die blaue oder
die rote?“ „Ich nehme die blaue. Opa, wieviel Pflaumenmarmelade
kochen wir denn?“ „Ach, ich weiß auch nicht.
Erst holen wir mal den großen Topf, die alte Küchenwaage,
den Zucker und den langen Holzlöffel zum Umrühren.“
„Opa, wenn wir genug haben, dann kann ich ja auch Mama
ein Glas Pflaumenmarmelade mitbringen, oder?“ „Ja,
das kannst du natürlich. So, nun wird erst einmal entsteint.
Pass bloß auf, dass du dich mit dem scharfen Küchenmesser
nicht verletzt.“
„Du, Opa, meinst du, unsere Pflaumenmarmelade
schmeckt genau so gut, wie die, die in dem Pinselglas war?“
„Natürlich, sie wird noch viel besser schmecken, denn wir
beide sind doch die besten Pflaumenmarmeladenkocher.“
„Opa, ob das in dem Pinselglas auch Pflaumen von einem
Nachbarn waren?“ „Das glaube ich nicht.“ „Aber warum
hast du denn keine Pflaumen im Garten, Opa?“ „Mein Gar-
44 durchblick 3/2013
Foto: Gottfried Klör
ten ist viel zu klein, da passt doch kein Pflaumenbaum mehr
hin. So, jetzt muss ich mich aber mal auf das Rezept konzentrieren.“
„Opa, Mama hat auch schon mal Marmelade
gekocht.“ „Sooo, und hat die auch gut geschmeckt?“ „Na
klar, die war super lecker.“
„Also, jetzt den Zucker in den großen Topf, die Pflaumen
dazu und die Herdplatte angestellt. Jetzt heißt es immer
fleißig rühren, damit uns die Pflaumen nicht anbrennen.“
„Opa, darf ich auch mal in den Topf schauen?“ „Aber
sicher, hol dir den alten Stuhl und steig darauf, dann hast du
alles im Blick und darfst ganz vorsichtig mit dem Holzlöffel
rühren.“ „Das sieht ja komisch aus, wie dunkler Brei. Rühre
ich so richtig?“ „Ja, gut so, jetzt kommt noch ein kleiner
Schluck aus Opas Geheimflasche dazu.“ „Was ist das denn,
es riecht so komisch?“ „Es ist ein besonderes Gewürz, extra
für Pflaumenmarmelade.“ „Steht das auch in dem Rezept?“
„Nein, das ist unsere ganz spezielle Zutat, für einen besonders
guten Geschmack.“ „Opa, wie lange muss ich noch
rühren?“ „Ich glaube, ich löse dich erst mal ab, denn es
dauert sicher noch eine Weile, bis die Marmelade fertig ist.
Du kannst ja in der Zwischenzeit unten aus dem Küchenschrank
leere Gläser holen und sie auf die Spüle stellen.“
„Opa, im Küchenschrank riecht es so komisch. Warum?“
„Ach, das ist der Eigengeruch vom Schrank. So,
ich glaube, die Pflaumenmarmelade ist fertig. Jetzt spüle
ich schnell die Gläser und du trocknest sie gut ab.“ „Jaa,
mache ich. Opa, was machst du denn jetzt?“ „Ich baue eine
Abfüllstation für unsere Pflaumenmarmelade. Erst einen
Untersetzer für den heißen Topf, dann die trockenen Gläser,
ein Tuch, eine Kelle und einen Trichter zum Einfüllen. Hol
dir den Stuhl an den Tisch und klettere hinauf, damit du
aufpassen kannst, wann die Gläser voll sind, wenn ich sie
befülle.“ „Opa, wollen wir nicht erst mal ein bisschen Marmelade
probieren, ob sie überhaupt auch schmeckt?“ „Das
ist eine gute Idee. Ich gebe etwas Marmelade auf einen
Teller und du probierst vorsichtig mit dem Löffel, denn du
weißt ja, sie ist noch sehr heiß. So, was sagt denn nun meine
kleine Sabine?“ „Ganz, ganz lecker Opa, probiere du auch
mal.“ „Ja, wirklich schmackhaft, das haben wir ja richtig
gut hin bekommen. Aber jetzt wird abgefüllt. Achtung, es
geht los. Bist du bereit?“ „Jaa, Opa!“ „So, das erste Glas
ist voll, schnell den Deckel drauf und aufs Tablett damit ...
das zweite, das dritte, das nächste und nächste ... und fertig!“
„Opa, wie lange dauert es jetzt, bis wir von der Marmelade
essen können? „Na, das braucht noch Zeit, bis alle
Gläser abgekühlt sind. Ich öffne die Fenster, dann geht es
vielleicht ein wenig schneller.“ Opa, können wir denn jetzt
das Bild für die Nachbarn malen?“ „Ja, das ist eine gute
Idee, aber erst müssen wir noch das schmutzige Geschirr
waschen, sonst klebt alles total fest.“ „Ok, Opa!“
„Ach Sabine, ich habe mir gerade überlegt, du könntest
doch das Bild für die Nachbarn alleine malen und ich hole
mir die Leinwand wieder herbei, denn ich würde gerne
noch das Bild für den Monat Oktober malen. Und später
essen wir beide eine Schwarzbrotschnitte, ganz dick bestrichen
mit unserer Pflaumenmarmelade. Was sagt meine
Pflaumenmarmeladen-Prinzessin dazu?“ „Ja, natürlich
Opa, jaaaa!!“
Ulla D‘Amico
3/2013 durchblick 45
Das Naturschutzgebiet Trupbacher Heide zwischen
den Orten Alchen, Niederholzklau, Birlenbach und
Trupbach ist aus einem militärischen Übungsgebiet,
also durch Panzer der belgischen Streitkräfte,
entstanden.
Von den 300 ha des ehemaligen Truppenübungsplatzes
sind ca. 13 ha Heidelandschaft, der Rest
sind Wiesen und Niederwaldflächen.
Auf der Straße von Niederholzklau nach Alchen (K 22)
geht links, genau auf der Höhe, ein Weg ab zur Trupbacher
Heide. Ebenso auf der Straße von
Birlenbach nach Trupbach (K 8) geht es auf der
Höhe rechts zur Trupbacher Heide ab.
Fotocollage: Gottfried Klör
LeserInnenbeitrag
EINE BEGEGNUNG, DIE MICH BEWEGT HAT
von Kornelia Weber
Ein Café mit sehr gutem Kuchen
Ich bin in einem kleinen nordfriesischen Dorf und suche
einen Ort zum Kaffeetrinken. Vor Jahren war ich schon
einmal hier, und ich erinnere mich an ein nettes Café
mit sehr gutem Kuchen. Ich finde es wieder, trete ein, sehe
und höre, dass im oberen Teil eine Feier mit vielen Menschen
stattfindet; im unteren Teil sind alle Tische besetzt.
Ich schaue mich um, ob ich mich irgendwo dazusetzen
kann. An einem Tisch sitzt eine einzelne Person, ein alter
Herr. Ich frage, ob ich mich zu ihm setzen darf. „Aber natürlich!“
So beginnt eine ganz besondere Begegnung. Ich
frage den Herrn, ob er aus der Gegend kommt. „Ja, ich
wohne im Nachbardorf, und stellen Sie sich vor, ich bin
zu Fuß hierher gekommen, und ich bin 85.“ Ja, denke ich,
der alte Herr wirkt sehr agil und fit. Und ich merke, dass er
gern erzählen will.
„In meiner Straße bin ich inzwischen der einzige Mann
in meinem Alter, alle anderen sind weg, für immer weg,
verstehen Sie?“ Ich verstehe. „Ich bin ganz gesund, wie ich
denke. Das liegt daran, dass ich versuche, immer auf meine
Seele zu hören. Es ist ja nicht immer so einfach zwischen
Geist und Seele.“ Er deutet auf seinen Kopf und sein Herz
und lächelt mir zu. Ein freundliches, offenes Lächeln. Dieser
Mann lächelt gern. Ich stimme ihm zu und stelle mich
auf einen längeren Vortrag ein.
Wir bestellen Kaffee und Kuchen. Während er weiter
erzählt, trinke ich meinen Kaffee und höre ihm zu. Er selbst
kommt nicht zum Trinken und Essen. „Eigentlich komme
ich nicht von hier. Ich komme aus Ostpreußen, von den Seen
aus Masuren.“ Ich sage: „Ja, da war ich schon: in Olsztyn,
Allenstein.“ „In Allenstein bin ich zur Schule gegangen.“
„Sind Sie geflohen?“, frage ich und schiebe schnell nach:
Foto: Tessie Reeh
„Nein, vermutlich waren Sie Soldat.“ „Ja, da haben Sie
Recht. Ich war Soldat“. Dann ruht das Thema.
Er erzählt mir, dass er eine Tochter und sogar schon
zwei Urenkel hat, einer lebe in Mexiko, der andere in Paris.
„So ist das heute.“ Er sei vor – er wisse es nicht genau –
30 Jahren geschieden worden. Jetzt lebe er allein. „Man
kann sehr gut allein leben.“ Dann sagt er unvermittelt:
„Ich möchte eine Geschichte aufschreiben, aber es gelingt
mir nicht. Ich habe immer wieder angefangen, aber ich bin
nicht zufrieden. Ich habe mich immer bemüht, mich sehr
gut auszudrücken.“ Ich vermute, dass es aus Altersgründen
nicht geht und schlage ein Diktiergerät vor. „Meinen Sie?
Darüber muss ich mal nachdenken. Die Geschichte hat einen
wirklichen Kern. Es lohnt sich, sie aufzuschreiben.“
Ich werde neugierig: „Hat die Geschichte mit Ihrem Leben
zu tun?“ „Ja, sie hat mit mir zu tun.“ „Dann müssen
Sie sie aufschreiben lassen“, sage ich. „Sie soll doch nicht
verloren gehen. Schreiben Sie sie doch für Ihre Urenkel.“
Ich selbst habe meiner Mutter vor ihrem Tod Fragen gestellt
und die Antworten notiert. Der Herr interessiert sich nicht
für meine Mutter und mich, er ist mit seiner Geschichte
beschäftigt. Ich spüre, wie bedeutsam die Geschichte für
ihn ist und mache ihm Mut, sie aufschreiben zu lassen.
Dann beginnt er seine Geschichte. Das Erzählen fällt
ihm sichtlich schwer.
Ich hatte einen Kameraden, einen sehr guten Kameraden.
Wir hatten uns angefreundet. Im Februar 45 wurden
wir eingezogen und ausgebildet, wir waren 18 Jahre alt.
Mein guter Kamerad - so will ich ihn nennen - und ich,
wir waren fast immer zusammen. Er war ein sehr froher
Mensch, nicht oberflächlich, verstehen Sie, sondern lebensfroh,
die Freude am Leben kam aus seinem Inneren. Er
machte keine Witze, sondern er erfreute sich am Leben. Er
war mein bester Kamerad. Ich höre gebannt zu. Der alte
Herr muss immer wieder Pausen machen. Er sammelt sich
und fährt fort: Dann wurden mein guter Kamerad und ich
getrennt. Wo war das? Wir waren im sogenannten Korridor;
ich glaube, in der Nähe von Posen.
Nach einigen Tagen traf ich meinen guten Kameraden
wieder. Ich sah ihn im Gespräch mit einem Vorgesetzten;
ich glaube es war ein Leutnant. Ich ging zu den beiden.
Mein Kamerad freute sich, mich wiederzusehen. Dann
hörte ich ihr Gespräch. Sie müssen wissen, in der Nähe
war ein Panzer liegen geblieben, von dem man dachte, dass
der Iwan ihn holen würde. Der Vorgesetzte sagte zu meinem
Kameraden: Du schießt jeden Russen ab, der sich dem
Panzer nähert. Und dann sagte mein Kamerad etwas, was
ich nie vergessen habe. Er sagte: Das kann ich nicht. Und
er tat es nicht. Diese Worte haben mich sehr beeindruckt.
Ich habe ihn dafür noch mehr bewundert.
48 durchblick 3/2013
Der alte Herr ringt nach Worten. Ich spüre seinen inneren
Kampf. Er möchte erzählen, aber es ist sehr schwer für ihn.
Er fasst sich: Wir blieben jetzt zusammen in einer Einheit,
mein guter Kamerad und ich. Einige Zeit danach gab es folgende
Situation: Einer unserer Soldaten lag tot auf dem Feld,
hatte aber noch eine Handgranate in der Hand. Sie sollte
geholt werden. Dieser Auftrag war nicht zu erfüllen. Jeder,
der es tun würde, war dem Beschuss durch die Russen ausgesetzt.
Du holst die Granate, sagte der Vorgesetzte zu mir. Ich
dachte an das, was mein Kamerad gesagt hatte, wie mutig
er war und sagte: Das tue ich nicht. Der alte Herr weint. Ich
kann nicht weitererzählen. Es geht nicht. Er weint. Ich warte.
Dann erzählt er wieder: Die Situation spitzte sich zu, ein Wort
gab das andere. Die anderen Kameraden mischten sich ein.
Der Befehl war unsinnig. Wenn die Granate geholt werden
sollte, dann nur mit Deckung durch andere.
Er weint wieder, noch heftiger. Er kann nicht weiter
sprechen. Wir schweigen. Dann sage ich vorsichtig: Ihr
guter Kamerad ist tot. Ja. Hat er sich eingemischt und
ist dann erschossen worden? Nein. Schweigen. Ich warte.
Dann sagt der Herr: Er ist von den Russen erschossen
worden. Als ich mich mit dem Vorgesetzten anlegte, ist er
einfach losgelaufen, um die Granate zu holen.
Ich schweige. Der alte Herr schweigt. Ich trinke meinen
Kaffee. Auch er trinkt einen Schluck. Nach einiger Zeit sagt
er: Ich bin ganz erschöpft. Ja, das glaube ich. Ich frage: Haben
Sie das schon jemals erzählt? Ihren Kindern? Nein, noch
nie, heute habe ich zum ersten Mal diese Geschichte erzählt.
Mir geht seine Erzählung sehr nahe. Nach 67 Jahren
spricht der freundliche alte Herr zum ersten Mal von diesem
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extrem belastenden Erlebnis. Ich sage: Wie gut, dass Sie
mir diese Geschichte erzählt haben. Sie hat Sie ja Ihr ganzes
Leben begleitet. Er nickt: Ja, mein ganzes Leben. Wir sitzen
noch einige Zeit schweigend da. Dann muss ich gehen. Am
Ende frage ich, wie er heißt. Er nennt mir seinen Namen.
Und ich bedanke mich dafür, dass ich diese Geschichte hören
durfte. Er entschuldigt sich für sein Weinen und sagt:
Ich bin mir sicher, sie ist in die richtigen Ohren gekommen.
Ich sage: Ja. Er: Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder. Ich
gebe ihm die Hand und gehe.
●
Kommentar
Unüberhörbar und unübersehbar findet wieder Wahlkampf
statt. Das „Hauen und Stechen“ der Wahlkampfgegner
bringt mich in Rage.
Schon zu Beginn der Schlacht hätte ich am liebsten ganz
abgeschaltet. „Hört doch auf, ich kann es nicht mehr hören
und sehen!“ Mich interessiert zwar brennend, wie die einzelnen
Parteien die Situation in unserer Republik einschätzen
und beurteilen. Ich möchte ihre jeweilige Sicht dargestellt
bekommen. Mich interessiert, welche Schwerpunkte sie mit
ihrer Politik setzten wollen, welche Änderungsstrategien sie
haben und wie sie die umsetzten wollen. Und ich will wissen,
welche Belastungen in dem Zusammenhang auf uns und
mich zukommen werden - und was es unsere Kinder und
Enkel kosten wird, wenn die Entwicklungen so weiterlaufen
wie bisher. Ich möchte eine offene politische Debatte der
Parteien und ihrer Politiker über die Zukunft unseres Landes,
in aller Gegensätzlichkeit, aber sachlich und fair.
Was uns aber immer wieder geboten wird, ist ein Kampf
um Macht, Einfluss und Geld. Der aber eher anmutet wie
die Kämpfe Halbstarker, die sich prügelnd ihre eigene
Stärke beweisen müssen, indem sie den Gegner „klein machen“.
Hier prügelt man sich zwar nicht handgreiflich, aber
die rhetorische Schlammschlacht hat das gleiche Ziel: den
Gegner „klein machen“, um selbst groß rauszukommen.
Die ganze Vorstellung wirft ein ziemlich schräges Licht auf
die Politik, vor allem aber auf die, die sie betreiben. Das
schadet allen und ist sicher mit Schuld an der viel beklagten
Politikverdrossenheit der Bürger.
Nichtwählen ist für mich keine Lösung, Protestwählen
auch nicht. Beides kann böse nach hinten losgehen. Es gibt
sie doch im politischen Alltag, auch wenn man nach ihnen
suchen muss, die Politiker, die
redlich ihre Arbeit tun, sich an
der Basis orientieren und es
nicht nötig haben, die Arbeit
der Kollegen anderer Parteien
niederzumachen. Die auch in
der Lage sind, parteiübergreifend
Projekte zum Wohl der
Menschen umzusetzen. Diese
Politiker müssen bestätigt und
unterstützt werden, nicht zuletzt
auch als Hoffnungsträger
für eine andere Streitkultur in
der Politik.
Heute von
Anne Alhäuser
3/2013 durchblick 49
Der Krimi
REIN INTUITIV
von Eva Maria Bürger
Was bisher geschah:
Der Revisor Arthur Müller fuhr nach einer sehr unruhigen
Nacht zur Firma Walter, um Bilanzen zu überprüfen.
Wegen merkwürdiger Übelkeit beendetete er seine
Tätigkeit, nahm aber noch Akten mit, die er zu Hause bearbeiten
wollte. Unkonzentriert ging er auf der Rückfahrt
in Gedanken noch einmal die Bilanzen durch, als ihm
plötzlich, wie aus dem Nichts kommend, ein gelber Wagen
entgegenraste. Geschockt stieg Müller in die Bremsen
und sah im Rückspiegel den gelben Porsche des Juniorchefs.
Kurz darauf rammte ihn ein Wagen von hinten. Er
verriss das Steuer und landete in einer Böschung. Erst im
Krankenhaus kam er am Folgetag zu sich. Er versuchte
den Hergang zu rekonstruieren. Die Akten kamen Müller
in Erinnerung, wo sind dieAkten? Er drückte den Notrufknopf.
Der behandelnden Arzt Dr. Weller beruhigte
ihn mit einem Medikamement. Zufällig hörte Müller eine
Schwester sagen: „Nein, Herr Müller ist noch nicht vernehmungsfähig!“
Die Schwester hatte ärztliche Anweisung,
Müller von Besuchen abzuschirmen.
Fortsetzung
Arthur Müller kochte vor Wut und versuchte,
sich aufrecht zu setzen. Doch erst jetzt spürte
er die Prellungen am ganzen Körper. Sein Kopf
schwankte und schwarze Nebel setzten seinem Tun ein
Ende. Schwerfällig atmend fiel er ins Bett zurück. „Oh
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Gott!“, murmelte Müller. So außer Gefecht gesetzt dämmerte
er vor sich hin. Morgen werde ich telefonieren!
„Guten Morgen, Herr Müller!“ Schwester Susannes Stimme
klang hell und freundlich, als sie die Vorhänge beiseite
schob. „Herr Müller?“ Schwester Susanne erschrak, als sie das
leere Bett erblickte. Eiligen Schrittes ging sie in die im Zimmer
angrenzende Toilette und Dusche. Doch beides war leer. Kein
Handtuch, keine Zahnbürste, nichts, so leergefegt, als wäre
dieser Raum nie belegt worden. Gehetzt lief sie zum Schwesternzimmer
und rief per Telefon nach Dr. Weller. Einige Minuten
später stand auch er fassungslos vor dem leeren Bett. „Wir
müssen eine Suchmeldung durch die Polizei starten!“
Herr Müller schwankte, sackte in sich zusammen, raffte
sich wieder auf und fiel wie ein gefällter Baum auf den weichen
Waldboden. Wie lange er dort gelegen hatte, konnte
er nicht beurteilen. Völlig durchnässt und mit erkalteten
Gliedern versuchte er, sich aufzurichten. Vergeblich, denn
seine Kräfte reichten gerade noch, um ihn in eine Sitzstellung
zu bringen. Diese Schmerzen, wenn die nicht wären!,
dachte er und versuchte sich zu orientieren. Bald würde
die Dunkelheit so weit fortgeschritten sein, dass er nicht
mehr die Hand vor Augen sehen konnte. Er musste weiter
in den Wald hinein, dort, wo die kleine Hütte stand, die
Wanderern Schutz bot. Doch so sehr er sich auch bemühte,
ein Aufstehen war ihm nicht möglich. Händeringend sah
er zum Himmel, scheinbar ein Gebet murmelnd, als wollte
er den Allmächtigen anrufen ihm zu helfen. Vielleicht wird
mir meine Ungläubigkeit jetzt zum Verhängnis!, dachte er
mit schmerzverzerrtem Gesicht. Weit entfernt vernahm er
ein lautes Hundegebell, das, wie er meinte, schnell näher
kam. Die suchen mich! Angstperlen bildeten sich auf seiner
Stirn, die er hastig mit dem Ärmel seiner Jacke abstreifte.
Die dürfen mich nicht finden, sonst war alles umsonst!
Doch ehe er sich versah, stand ein ausgewachsener Schäferhund
vor ihm, der ihn zähnefletschend anknurrte.
„Hasso? Hasso! Na endlich, da bist du ja! Braver Hund!“
Herrn Müller rutschte die Nickelbrille von der Nase. Mit weit
aufgerissenen Augen sah er den Mann vor sich stehen, den er
in der Klinik vermutete. „Dr. Weller, Sie hier?“, stammelte
er. „Ja, Herr Müller, da staunen Sie, was?“ „Sind Sie doch
froh, dass ich Sie gefunden habe und nicht die Polizei!“, sagte
Weller hämisch grinsend. „Kommen Sie, ich helfe Ihnen, mein
Wagen steht gleich hier vorne!“ Mit geübtem Griff half der
Doktor Herrn Müller auf die Beine und führte ihn zu seinem
PKW. „Bleiben Sie einen Augenblick am Wagen stehen, bis
ich die Tür geöffnet habe!“ Schwerfällig ließ sich Herr Müller
auf den Beifahrersitz fallen. „Komm Hasso, du musst hinten
rein!“ Gut erzogen sprang der Rüde in den Kofferraum. Bewusst
langsam setzte sich Dr. Weller auf den Fahrersitz, ließ in
aller Gemütsruhe den Motor an und legte den ersten Gang ein.
50 durchblick 3/2013
Der Krimi
Sehr schwankend setzte sich der Wagen auf dem nassen
Waldboden in Bewegung und hinterließ tiefe Reifenspuren.
Es waren nur an die dreißig Meter bis zur Straße, sodass
Dr. Weller anhielt und ausstieg, um die Spuren mit einem
dicken Ast, den er vorher schon beiseite gelegt hatte, zu
verwischen. Arthur Müller traute seinen Augen nicht ,
als er
das Spielchen durch den Rückspiegel verfolgte. Krampfartig
zog sich sein Brustkorb zusammen, sein Atem ging kurz
und flach, schnürte ihm fast die Luft ab. Schreien wollte
er, doch er brachte nicht einen Ton heraus, sondern sackte
in sich zusammen. Weit entfernt hörte er eine Stimme sagen:
„Ja prima, bleibt mir eine unangenehme Arbeit erspart!
Dann wollen wir mal, die kleine Kiesgrube ist ja nicht mehr
weit!“ Teuflisch grinsend setzte Dr. Weller wieder den Wagen
in Gang und steuerte auf die Straße zu. Nur wenige
Kilometer legte er auf der Landstraße zurück und lenkte seinen
Wagen mit dem Bewusstlosen in einen Seitenweg. Sehr
holperig ging die Fahrt voran, sodass Herr Müller langsam
aus seiner Bewusstlosigkeit erwachte.
Dieser Schuft, glaubt er, mich so beseitigen zu können?
Doch nicht mit mir!, dachte er im plötzlich aufwallenden
Trotz, der ihn aber erst einmal nur leicht die Augen öffnen
ließ und ihn zu einem ganz stillen Verhalten zwang.
Vielleicht hatte der Allmächtige doch ein Einsehen mit ihm
und verzieh ihm seine Ungläubigkeit, denn wie von Geisterhand
öffnete sich das Handschuhfach und zeigte Müller
eine darin liegende Pistole, die ihn zwar zusammenzucken
ließ, aber gleichzeitig in irgendeiner Weise beruhigte.
Wie beschrieben, war nun der Weg sehr uneben und
durch das Schaukeln und Rumpeln des Wagens fiel die
Waffe so ganz nebenbei neben Herrn Müllers Schuhe. Tief
atmend nahm er es zur Kenntnis. Wieder legten sich dicke
Schweißperlen auf seine Stirn. Nur nichts anmerken lassen!,
dachte er. Aus zusammengekniffenen Augenwinkeln blickte
er zum Fahrersitz. Dr. Weller glaubte Müller noch in tiefer
Bewusstlosigkeit, denn er stierte geradeaus. „Ha, gleich sind
wir da, dann hört der unliebsame Zeuge die Englein singen!
Hahahaha!“ Dieses überhaupt nicht menschliche Lachen ließ
Müller das Blut in den Adern gefrieren. Er traute diesem
Menschen in diesem Moment das Schlimmste zu. Mein Gott,
sollte er wirklich mein Ende wollen? Aber, warum kommt
dieser feine Herr Doktor auf solch einen Plan?
Plötzlich traf ein lauter Schlag den unteren Teil des
Wagens, sodass Dr. Weller augenblicklich in die Bremsen
stieg, die Wagentür öffnete, um nachzusehen, was die Ursache
für den Schlag gewesen sein könnte. Kaum hatte er sich
aus dem Wagen begeben, da ertönte eine Lautsprecherstimme.
„Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei! Sie sind
umstellt! Lassen Sie die Waffe fallen und drehen Sie sich
mit erhobenen Händen um!“
Die Waffe!, schoss es Weller durch den Kopf und drehte
sich blitzschnell um die eigene Achse, um nach der Waf-
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fe, die im Handschuhfach lag, zu greifen. Doch er hatte nicht
mit der Geistesgegenwart des Herrn Müller gerechnet. Dieser
zielte geradewegs auf sein Gesicht, dass er geschockt in seiner
Haltung erstarrte. In Windeseile hatten ihn zehn Polizisten
umstellt, sodass er weder vor noch zurück konnte. „Ihr Spiel
ist aus, Dr. Weller!“, sagte eine durchdringende Stimme.
Dr. Weller nahm das klickende Geräusch der Handschellen
mit bitterer Miene und leichenblassem Gesicht zur Kenntnis.
„Ja, Herr Doktor, so geht es den Herren, die mal eben einige
Millionen erben wollen und dabei so ganz nebenbei die kriminelle
Laufbahn einschlagen!“ Widerstandslos ließ sich der
Doktor von zwei Polizisten abführen, die ihn in einen Polizeiwagen
setzten, der sogleich den Kurs Richtung Wache nahm.
Zwei Beamte nahmen Arthur Müller zwischen sich,
denn er schwankte bedenklich. „Herr Müller, sind Sie in
der Lage mit zum Revier zu kommen oder wäre Ihnen das
Krankenhaus lieber?“, fragte ein kräftig aussehender Polizist.
„Ich will!“, weiter kam Arthur Müller nicht, denn
er fiel wie ein nasser Sack in sich zusammen. „Auf zum
Krankenhaus, Kollege. Mit der Zeugenvernehmung müssen
wir uns wohl ein wenig gedulden!“, meinte ein anderer
Kollege nüchtern. Mit einem gewissen Gleichmut rief er
einen Krankenwagen, der wenige Minuten später Arthur
Müller ins Hospital schaffte.
Das nüchtern eingerichtete Vernehmungszimmer war nur
schwach beleuchtet. Immer noch war der Raum sehr stickig,
die vorausgegangene Wärme nicht ganz abgezogen. Mehrere
Polizeibeamte hatten an ihren Tischen Platz genommen. Ein
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Protokollschreiber saß schon in Wartestellung, um das ganze
Geschehen schriftlich zu erfassen. Schweißperlen rollten Dr.
Weller von der Stirn, denn er saß vor einer gleißenden Tischlampe,
die sein Gesicht in allen Unebenheiten zeigte. „Einen
guten Operateur haben Sie sich da zugelegt, Dr. Walter, alias
Dr. Weller, aber trotzdem haben wir Sie wiedererkannt!“, sagte
einer der zwei Kripobeamten, die aus der größeren Nachbarstadt
per Helikopter eingeflogen worden waren, und legte ihm
ein älteres, schwarz-weißes Foto vor. „Früher hatten Sie leicht
abstehende Ohren, eine dickere Nase, eine breitere Mundpartie
und eine flachere Stirn. Aber Ihre Hände haben Sie nicht
bedacht, lieber Herr Doktor, und ein einziges Mal die Handschuhe
vergessen. Das war ein großer Fehler! Denn als Sie
gestern ihren jüngeren Bruder in seiner Villa überraschten,
ihn kaltblütig erschossen und die Räume in einem Zustand
der Verwüstung zurückließen, um einen Raubmord vorzutäuschen,
da haben Sie uns an der Haustür Ihre Fingerabdrücke
hinterlassen!“, sagte der Kriminalbeamte leicht jubilierend.
„Die Beweislast ist erdrückend! Hinzu kommen noch
einige Urkundenfälschungen erster Güte. Sie erinnern sich:
Drei Schecks in Millionenhöhe, in Baden-Württemberg ausgestellt.
Eine Manipulation der Bilanzen der Firma „Walter“
ist Ihnen nicht gelungen, da war Ihnen fast schon Herr Müller
auf den Fersen, den Sie ebenfalls beseitigen wollten. Reden
Sie, Dr. Walter! Der Doktor ist das einzige Wahre an Ihnen!
Gestehen Sie!“ „Ich will meinen Anwalt sprechen, sonst sage
ich kein Wort!“ Leise, sehr leise, aber bestimmend, wählte
der Dr. seine Worte, als es in diesem Moment an die Tür
klopfte, die dann in einem Zug geöffnet wurde.
„Werner, mein Name, Rechtsbeistand für Dr. Weller,
ähm, ich meine Dr. Walter! Guten Abend!“ Sogleich stürzte
er sich auf Dr. Walter und gab ihm die Hand. „Keine Angst,
ich boxe Sie da raus!“ „Nehmen Sie Platz, Herr Werner, ich
denke, der Doktor macht jetzt seine Aussage!“ Dr. Walter
saß in sich zusammengesunken vor dem Schreibtisch und
wischte sich zum wiederholten Male die Schweißperlen
von der Stirn und holte tief Luft.
„Ja!“, schrie es plötzlich aus ihm heraus, „ich war es, ich
ganz allein! Immer hat man mich kurzgehalten. Nie habe ich
etwas erhalten, alles musste ich mir erarbeiten. Selbst während
meines Studiums bekam ich keine müde Mark. Immer
war der kleine Bruder der Beste, der alles vorne und hinten
hineingeschoben bekam, fürs Nichtstun. Und wenn ich nur
einen Ton von Unmut äußerte, da sprach mein Vater von Enterbung,
welches ja auch dann nach seinem Tod in seinem
Testament feststand. Ich habe immer geglaubt, dass er bluffte
bei den Summen, die er im Laufe der Jahre angehäuft hatte.
Doch ich wollte meinen Anteil! Aber da passierte dieser
Unfall. Der Wagen meines Vaters muss manipuliert worden
sein, sodass ein Unglück passieren musste. Da ein Feuer den
PKW völlig zerstörte, ließ sich der Tathergang nicht mehr
nachvollziehen und weitere Ermittlungen wurden eingestellt.
Der Verdacht einer Manipulation blieb, er konnte nie ausgeräumt
werden. Nach diesen Vorfällen ging ich ins Ausland
und ließ mich operieren. Danach habe ich mir für viel Geld
neue Papiere besorgt und mit diesen eine Anstellung gesucht.
Viel Geld verdiente ich als Oberarzt nicht. So reifte in mir der
Plan, wieder nach Hause zurückzukehren. Mit dem neuen
52 durchblick 3/2013
Gesicht und dem anderen Namen kam niemand auf die Idee,
dass ich ein Erbe der Firma „Walter“ sein könnte.
Ein Krankenhausaufenthalt meines jüngsten Bruders, er
hatte eine schwere Operation an der Lunge, hätte mich fast
dazu gebracht, ihn aufzuklären, denn er lag auf Leben und
Tod. Doch nach einigen Wochen erholte er sich wieder. Als
ich ihm dann doch meine wahre Identität preisgab und ihn
erpressen wollte, da versuchte er noch etwas von dem, was
zu retten war, für sich zu beanspruchen. Denn er hatte weit
über seine Verhältnisse gelebt und schon selbst einmal die
Bilanzen frisiert!“ Noch tiefer in sich zusammengesunken
bat Dr. Walter um eine Zigarette und ein Glas Wasser, was
ihm auch gewährt wurde.
,,Sagen Sie, Dr. Walter, warum gingen Sie nach dem
Unfall ins Ausland? Sie hatten doch im Grunde genommen
keine Veranlassung Deutschland zu verlassen?“, warf der
Kripomann fragend ein. „Schon gar nicht Ihr Gesicht verändern
zu lassen. Gehe ich recht in der Annahme, dass der
Tod Ihres Vaters der Anlass war? Weil Sie den Tod herbeigeführt
haben? Einen Unfall vorgetäuscht haben? Ich glaube,
die Fragen könnten Sie, wenn Sie diese beantworten, etwas
erleichtern!“ Die Stimme des Beamten steigerte sich: „Ich
sage Ihnen auf den Kopf zu: Sie haben Ihren Vater getötet,
um an das Erbe zu kommen. Sie sind nämlich gleich nach
der Testamentseröffnung ins Ausland gegangen, weil für Sie
alles zerstört schien. Und jetzt, nachdem noch Ihr Bruder in
Saus und Braus lebte und wirklich den Ruin der Firma vorantrieb,
da beschlossen Sie, ihn ebenfalls umzubringen, was
Sie dann ja auch im Endeffekt getan haben! Und noch etwas,
Herr Doktor: Herr Müller wäre Ihnen spätestens morgen
auf die Schliche gekommen, denn von Buchführung haben
Sie keine Ahnung! Deshalb nahmen Sie den Porsche Ihres
Bruders, um die Akten aus dem Büro zu holen und stellten
fest, dass Herr Müller sie mit nach Hause genommen hatte.
Hier heraus wuchs der Plan, ihn ebenso durch einen Unfall
zu beseitigen. Und noch etwas, im Blut von Herrn Müller
wurden Giftstoffe gefunden, die Sie durch Ihre Sekretärin
verabreichen ließen. Das wurde im Krankenhaus nach dem
Unfall von Herrn Müller festgestellt. Die feine Dame ist sehr
geständig gewesen! Was sagen Sie nun?“
„Herr Kommissar!“, warf Rechtsanwalt Werner ein,
„mit dem Tod des Vaters hat mein Mandant nichts zu tun!“
„Woher wollen Sie denn das wissen? Können Sie das Gegenteil
beweisen? Ich glaube nicht!“ „Jetzt gehen wir erst
einmal richtig zur Sache, mein lieber Herr Rechtsverdreher!
Denn als Sie dieses Zimmer betraten, haben Sie sich
schon verraten, indem Sie Dr. Weller mit Dr. Walter ansprachen.
Sie, genau Sie, haben den Plan des Herrn Dr.
Walter von vorne herein gekannt, denn Sie wollten ebenso
einen Anteil mitbesitzen, weil Sie von dem alten Senior nur
gering bezahlt wurden. Ebenso haben Sie den Herrn Walter,
seines Zeichens ein Bruder des Seniorchefs, der auch
immer zu kurz kam, der nur den geringsten Posten in der
Firma bekleiden durfte, bestochen, um die Schlüssel für den
Tresor zu bekommen, in dem die geheimen Akten waren!“
„Woher ich das alles weiß? Der Bruder hat, nachdem er
erfahren hatte, dass der Junior ermordet worden war, alles
gebeichtet. Da staunen Sie, was?“
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Rechtsanwalt Werner schluckte: „Dann muss ich mir
wohl selbst einen Anwalt nehmen. Ich will auch nicht mehr.
Ich kann das alles nicht mehr mit mir vereinbaren. Ich gestehe!“
Dr. Walter, alias Dr. Weller, nickte: „Ich kann dem
nichts mehr hinzufügen. Ja, genauso war es geplant. Auch
ich will nicht mehr! Ich kann das alles bestätigen!“
„Na prima, meine Herren, dann bitte ich Sie die Protokolle
zu unterzeichnen, und ab in die Zelle mit Ihnen!“ Zufrieden
strich sich der Kripomann über sein lichtes Haar. „Ich danke Ihnen,
meine Herren, einen solch leichten Fall habe ich noch nie
in meiner Laufbahn gehabt. Aber, wie man sieht, die Dümmsten
der Dummen sind immer noch nicht ausgestorben!“
Als Arthur Müller am nächsten Morgen von zwei Kriminalbeamten
Besuch bekam, um seine Aussage aufzunehmen
und aufgeklärt wurde, dass seine privaten Dinge und der Aktenkoffer
von der Polizei direkt nach dem Unfall bei der Kripo
gelandet waren, war er sehr erleichtert. Und hörte ziemlich
erstaunt zu, welche Dinge sich quasi unter seinen Augen abgespielt
hatten und er, nur rein intuitiv, gewissen Ahnungen auf
der Spur war, die ihm fast das Leben gekostet hätten.
Nun wird wohl der Bruder des verstorbenen Seniorchefs
in die Firma einsteigen, der hoffentlich alles in vernünftige
Bahnen lenkt. Und die Flucht aus dem Krankenhaus hätte
ich mir ersparen können!, sinnierte Arthur Müller.
Auf dem Wege der Besserung lehnte er sich zufrieden
zurück und war dankbar – mit einem Zwinkern zum Himmel
– noch so glimpflich davongekommen zu sein. ●
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3/2013 durchblick 53
HERBST-IMPRESSIONEN
von Helga Düringer
Herbstgedanken
Nebel liegt auf Feld und Auen,
geheimnisvoll, gespenstig schön,
es scheint, als wollt’ er Mauern bauen,
jedoch, es weht ein frischer Fön.
Herbst
Wenn die grauen Nebel steigen
und Dein Blick streift die Natur,
bunte Blätter tanzen Reigen,
da erlebst Du Herbst ganz pur!
Aufgeblähte Winde tragen
hübsche Drachen hoch hinaus
und man hört die Kinder fragen:
„Dürfen Igel mit ins Haus?“
Regentropfen zieren Fenster –
immer wieder tausendfach,
Stürme fegen, wie Gespenster,
streifen Ziegel auf dem Dach.
Doch reißen auf die Wolken weit,
zeigt sich ein Dorf verschlafen,
umrahmt von einem Schleierkleid
zum Hirten mit den Schafen.
Der Blick ist frei für kurze Zeit,
man sollte ihn genießen,
der Herbst hält einen Sturm bereit,
fegt über Tal und Wiesen.
Er holt sich jetzt das letzte Blatt,
noch von verwelkten Bäumen,
denn ist der Sommer endlich matt,
beginnt der Herbst zu träumen!
Natur im Wandel
Herbst, Natur, die Blätter fallen,
Herbst des Lebens blüht uns allen,
die wir wollen älter werden,
steter Wandel hier auf Erden.
In den Wäldern welkes Laub,
die Bäume werden kahl,
auch den letzten Blütenstaub
bringt der Sturm zu Fall.
Die Landschaft liegt verzaubert da,
gefärbt ist jedes Blatt,
was vor Wochen grün noch war,
ist jetzt kraus und matt.
Doch von der Sonne angestrahlt,
wird alles leuchtend bunt,
hier hat die Natur gemalt
seit Tagen manche Stund’!
Danach wird es ganz plötzlich still,
wenn man’s auch nicht glauben will,
der letzte Sturm zieht noch vorüber,
dann legt sich sanft die Erde drüber.
Lichterzeit
Das Jahr scheint sich zu neigen,
denn graue Nebel steigen,
die in den Tälern lagen,
an diesen trüben Tagen.
Sie ziehen durch die Lüfte,
verbreiten feuchte Düfte,
berieseln bunte Blätter,
graues Novemberwetter.
Es ist die Zeit der Lichter,
wenn Nebel werden dichter
und wir dann bei Kerzenschein
wieder gerne sind daheim.
Kinder mit Laterne,
Sonne, Mond und Sterne,
singen frohe Lieder,
alle Jahre wieder!
Foto: Gudrun Neuser
54 durchblick 3/2013
UND, WIE GEHT ES DIR?
Eine so einfache Frage ...?
Die Frage klingt einfach und löst doch so unterschiedliche
Reaktionen aus, wenn sie mir gestellt
wird: Wenn es mir gut geht, beantworte ich diese
Frage einfach mit einem klaren: „Danke, gut! Und wie geht
es Dir?“ Dann denke ich auch nicht lange darüber nach, wie
ernst sie denn wohl gemeint ist, oder ob sie einfach „nur“
höflich ist. Schließlich gehört es zum „Guten Ton“, sich
nach dem Befinden des anderen zu erkundigen, wenn man
sich begegnet.
Aber was ist, wenn es
mir nicht gut geht? Dann
kommt es mir sehr darauf
an, wer mich fragt
und in welcher Situation
ich gerade bin. Die
Bandbreite möglicher
Antworten ist groß, von:
„Danke, es geht so“ über
ein Ungenaues: „Ach,
da reden wir besser nicht
drüber...“ oder „Wie’s
einem im Alter halt so
geht...“ bis hin zum
knappen Hinweis „Nicht
Beziehungen
so gut“. So bleibt offen,
ob ich weiter darüber
reden will, falls mein
Gegenüber nachfragt.
Da mache ich häufiger die folgende Erfahrung: Ich teile
dem Frager mit, wie es mir im Augenblick tatsächlich geht.
Er deutet kurz an, dass er das gut versteht, weil ... und dann
holt er tief Luft, um mir ausgiebig seine eigenen, ja viel
schlimmeren Probleme zu schildern. Das war’s dann. Ich
zeige mich zwar beeindruckt, fühle mich aber ziemlich
ignoriert.
Die freundlichere Variante erlebe ich aber auch: Der
Frager kennt meine Probleme aus eigener Erfahrung, die
er dann auch ausgiebig schildert. Und wenn ich Glück habe,
erfolgt daraus ein echter Austausch über die geschilderten
Probleme und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Die
gemeinsamen Erfahrungen verbinden. Man tauscht Rezepte
und Ratschläge aus. All das tröstet auch ein wenig,
man fühlt sich verstanden.
Befinde ich mich jedoch in einer wirklich krisenhaften
Situation und versuche gerade mit aller Kraft, mein inneres
Gleichgewicht zu finden, lenkt mich die Frage „Wie geht es
Dir?“ auf meine bedrückende Situation zurück. Sie tut mir
an dieser Stelle gar nicht gut! Das kann der Frager natürlich
nicht ahnen, und ich selbst muss entscheiden: Antworte ich
jetzt mit einem unverbindlichen „Och, ganz gut“ oder riskiere
ich den Verlust meines augenblicklich empfindlichen
Gleichgewichts? Lasse ich mich offen auf diese Frage ein,
auch wenn mich das wieder total verunsichert und aufwühlt?
Es könnte ja auch guttun! Letztlich wird mein Vertrauen
in die Aufrichtigkeit des Fragers entscheidend sein.
„Und? Wie geht es Dir?“ Ich selbst stelle diese Frage
anderen natürlich auch immer wieder. Meistens kommt eine
(wenn auch nicht unbedingt ehrliche) positive Antwort:
„Danke, gut! Und wie
geht es Dir?“ oder so
ähnlich. Doch wenn es
anders kommt, bin ich
auch bereit, mich auf eine
schlechte Nachricht
einzulassen. Will ich
nur lockere Konversation
betreiben, dann gibt
es ja auch unverfänglichere
Fragen, um ins
Gespräch zu kommen;
zum Beispiel: „Na, wart
ihr auch schon im Urlaub?“
oder „Was macht
ihr denn noch so?“ oder
„Was machen denn die
Eine Begegnung
Kinder?“ usw., usw.
Es gibt aber Situationen,
da weiß ich schon,
dass es dem anderen vermutlich richtig schlecht geht. Da
fühle ich mich unsicher und habe Bedenken, überhaupt
nachzufragen. Ich weiß nicht, was ich mit dieser Frage beim
anderen auslöse und was es dann mit mir selber macht. Ich
fürchte, mich selbst zu sehr zu belasten und dem dann nicht
gewachsen zu sein. Das ist eine mächtige Barriere: Frage
ich oder frage ich besser nicht?
Eine solche Situation schilderte kürzlich die Teilnehmerin
eines Gesprächskreises, dem auch ich angehöre. Sie hatte die
Barriere überwunden und gefragt: „Wie geht es Euch?“ Dabei
hat sie gegen alle Befürchtung die Erfahrung von Normalität
und vertrauter Nähe gemacht. Man konnte offen miteinander
reden, auch über die überwundene Hemmung.
Andere im Kreis schilderten daraufhin, wie sie Situationen
erlebten, als Freunde und Bekannte sich in schwieriger
Zeit zurückzogen und den Kontakt mieden. Eine Isolation,
die schwer zu ertragen war. Um nicht darin stecken
zu bleiben, haben sie ihrerseits die Barriere der Unsicherheit
und Furcht überwunden und sind auf ihre Freunde und
Bekannte zugegangen, mit guten Erfahrungen.
„Und? Wie geht es Dir?“ Keine so einfache Frage …
Anne Alhäuser
3/2013 durchblick 55
Foto: Gudrun Neuser
Farbenfroh
GEDÄCHTNIS-
TRAINING
Allgemeinwissen!
1. Wer moderierte von 1971 bis 1986 „Dalli- Dalli“?
2.
Wie lange dauert die Schwangerschaft eines Elefanten?
3. Wie heißt der längste Fluss der Erde?
4.
Wer sang das Lied „Ti amo“?
5. Wer wurde 2013 Fußball-Europameister der Damen?
6. Wie lange ist man bei der Diamanten Hochzeit verheiratet?
7. Wie viele Nachbarstaaten hast die BR Deutschland?
8.
Wo liegen die Kanarischen Inseln?
Merkstrategie
Wa
nn haben Sie sich das letzte Mal etwas
hi
nter die Ohren geschrieben?
Sie können Ihren Körper nutzen, um sich
z.
B. ihre Einkaufsliste zu merken.
Ve
rbinden Sie dafür die einzelnen Teile, die
Sie einkaufen wollen, mit einem Körperteil.
St
ellen Sie sich dies vor Ihrem inneren Auge
bildlich vor. Es klappt besonders gut, wenn
Sie sich ein lustiges Bild vorstellen. Hängen
Sie sich z.B. Bananen wie Ohrringe an Ihre
Ohren oder Sauerkraut wie Haarverlängerung
in die Haare. Schampoo gehört eher
in den Bauchnabel als auf den Kopf.
Jedes Körperteil darf nur einmal pro Einkaufsliste
verwendet werden.
Pr
obieren Sie es mit der folgenden Liste
aus. Schaffen Sie sich Bilder in Ihrem Kopf.
Liste: Bananen, Brot, Zahnpasta, Bratwurst,
Seife, Butter, Marmelade, Käse, Zeitung,
Ka
rtoffeln
Verbinden Sie diese Dinge im Kopf bildlich mit
jeweils einem Körperteil. Decken Sie nun die
Be
griffe ab, zählen Sie bis 60 und schreiben Sie
an
schließend die Begriffe der Liste auf.
Wie viel konnten Sie sich merken?
Nu
tzen Sie diese Merkstrategie für Ihren
nä
chsten Einkauf.
Si
e trai
aini
nier
eren
en: Merk
rkfä
fähi
higk
eit
Welche Farben
verbinden Sie mit
de
n folgenden
Be
griffen?
Be
ispiel: Markt:
Sc
hwarzmarkt,
Gr
üner Markt
(P
flanzen), bunt
(b
untes Treiben
au
f demMarkt)
1. Geld
2. Sonne
3. Maus
4. Ei
5. Hering
6. Rose
7. Apfel
8. Panther
9. Himmel
10.Fieber
Si
e trainieren:
As
soziatives
De
nken
Versteckte Tiernamen
Im
Text sind 11 Tiernamen versteckt. Unterstreichen Sie
diese. Sie können auch wortübergreifend gelesen werden.
El
eonore war mit ihrem Vater Klaus gemeinsam auf dem
We
g nach Emmaus. Auf einer großen Weide ruhte sich in
ei
ner Kuhle der bärtige Klaus aus. Er schaffte es, eine Pause
einzulegen. Er schaute in die Ferne und drehte in alle
Ri
chtungen seinen Kopf. Er dachte, hier könne er sich gut
erholen. Doch plötzlich kam Eleonore, die auf der Weide
he
rumtollte. Sie fragte, ob Papi Geld in der Tasche hätte
für ein Eis. Um wieder Ruhe zu haben, gab Papi ihr zwei
Mü
nzen, … oh, und einen Schein. Eleonore war darin ein
Profi, schnell den Vater um den Finger zu wickeln. Das war
fein fürs Töchterlein.
Sie trainieren: Konzentration, Assoziatives Denken,
Wo
rtfindun
g
56 durchblick 3/2013
Vertauscht
In den folgenden Worten sind jeweils zwei
Buchstaben vertauscht. Lesen Sie die Worte
und schreiben Sie dann das richtige Wort auf.
(SCH = 1 Buchstabe)
Beispiel: TAPLOP = LAPTOP
1. LASCHENTAMPE =_________________
2. SCHUGELKREIBER =_________________
3. TOCHKOPF =_________________
4.
BLEEKLATT =_________________
5. NINGERFAGEL =_________________
6. BENSTERFANK =_________________
7. KRIEFBOPF =_________________
8. HONNENSUT =_________________
9. BAARHÜRSTE =_________________
10.ROFFERKAUM =_________________
Si
e tr
ai
nier
en
: Konz
nzen
tr
atio
ion,
Wor
ortf
tfin
indu
dung
Herbstalphabet
Fi
nden Sie für jeden Buchstabe
n des Alphabets mindestens
ein Wort, das Sie mit dem
Herbst verbinden.
Beginnen Sie z. B. mit
A = Abendrot, …
B = Blätterfärbung, …
C = ...... usw.
Si
e trainieren: Wortfindung,
As
sozi
ziat
ativ
ives
Den
enke
ken
Die Übungen wurden
zusammengestellt von:
Stress mit den Ohren?
Viel hören - Wenig verstehen?
Von diesem Problem mit dem Gehör ist annähernd jeder
Siebte betroffen. Der Anfang: Angestrengtes Verstehen
und Verwechselung bei Neben
geräuschen, wobei es bei Einzelgesprächen
oft noch geht.
Meist sind beide Ohren gleichermaßen
betroffen. Bei uns
ellen
Auswahl und Anpassung
Gerne stehen wir Ihnen mit
unserem stets aktuellen Fachwissen
zu Diensten. In unserem
Siegener Meisterbetrieb
hören & verstehen - Christian Brandes, haben Sie die Mög-
kritisch sein, denn viele Werbeaussagen sind übertrieben und
versprechen nur. Aber wir möchten Sie mit guter realistischer
von Kindern, gepaart mit jahrzehntelanger Erfahrung, kom-
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Lösungen Seite 74
Hintergrundfoto: Gudrun Neuser
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3/2013 durchblick 57
Essay
Nahtoderfahrungen
EIN BLICK INS JENSEITS?
Gedanken und Fragen über Grenzerfahrungen zwischen Leben und Tod
Was wäre, wenn du schliefest?
Und was, wenn du im Schlaf träumtest?
Und was, wenn du zum Himmel gingst
und da eine wundersame Blume pflücktest?
Und was, wenn du erwachtest,
und hieltest diese Blume in der Hand?
Ja, was dann?
(S. T. Coleridge, Dichter und Philosoph 1772–1834 1) )
Eine wissenschaftliche Herausforderung
Von der allgemeinen Öffentlichkeit meist noch unbemerkt,
gewinnt das Thema „Nahtoderfahrung“ immer
mehr an wissenschaftlicher Aufmerksamkeit
und Bedeutung. Dabei sind es – wie aufgrund der Inhalte
von Nahtoderlebnissen vielleicht zu erwarten wäre – keine
Theologen oder Religionswissenschaftler, die dem Phänomen
Nahtoderfahrung interessiert nachspüren, um durch
sie vielleicht die Unsterblichkeit der Seele und ein ewiges
Leben wissenschaftlich belegen und erklären zu können.
Nein, es sind vorwiegend Mediziner, Neurowissenschaftler
(Hirnforscher), Psychologen und Physiker, die in den letzten
30 Jahren weltweit umfangreiche Studien erstellt haben,
um dem Geheimnis von Nahtoderlebnissen und den damit
verbundenen außerkörperlichen Erfahrungen auf die Spur
zu kommen. Die Ergebnisse sind verblüffend und aufregend
zugleich. Sie stimmen nachdenklich und werfen in letzter
Konsequenz die Frage nach einem in die Zukunft gerichteten,
völlig neuen naturalistischen Welt- und Menschenbild
auf. Es wäre in der Menschheitsgeschichte ja nicht das erste
Mal, dass wir Menschen unser Weltbild aufgrund naturwissenschaftlicher
Erkenntnisse korrigieren müssten. Erinnert
sei nur an die drei narzisstischen Kränkungen durch Kopernikus
(die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Weltalls),
Charles Darwin (der Mensch ist aus dem Tierreich hervorgegangen)
und Sigmund Freud, (das ICH ist nicht Herr in
seinem eigenen Haus). Warum sollte es in Zukunft nicht
zu einer weiteren gravierenden Korrektur unseres heutigen,
überwiegend materialistisch ausgerichteten Weltbildes
kommen? Denn bei der wissenschaftlichen Erforschung von
Nahtoderfahrungen geht es um zwei spannende Themen.
Das eine ist philosophisch-religiös ausgerichtet: „Tritt der
Mensch mit dem Tod durch ein erweitertes Bewusstsein in
eine völlig andere Dimension des Lebens ein? Es stirbt zwar
sein Körper, nicht aber seine tiefe innere Persönlichkeit?“
Das andere ist von naturwissenschaftlich-neurologischer
Bedeutung: „Welche Rolle spielt unser Gehirn bei der
Entstehung von Bewusstsein? Hat unser Bewusstsein, wie
heute allgemein angenommen, immer eine körperliche d.h.
materielle Basis und ist ausschließlich ein Produkt unseres
Gehirns? Ohne Gehirn kein Bewusstsein? Oder gibt es auch
ein, bisher nicht bewiesenes, rein geistiges, immaterielles
Bewusstsein und unser Gehirn ist „nur“ so etwas wie eine
Schnittstelle oder ein Empfänger? Unsere Hochleistungszentrale
Gehirn: Erzeuger oder Interpreter von Bewusstsein?
Gibt es ein Bewusstsein außerhalb unseres Gehirns?“
Diese Fragen sind nicht so unbegründet und unberechtigt,
wie es scheint, denn dass ausschließlich unser Gehirn Bewusstsein
erzeugt, ist zwar die mehrheitliche Überzeugung
von Wissenschaftlern und Medizinern, aber bis heute noch
keine wissenschaftlich bewiesene Tatsache, d.h. eine noch
nicht verifizierte Hypothese.
An diesen und vielen weiteren Fragen hat sich in Expertenkreisen
eine intensive Diskussion entzündet, und das
harte Ringen um wissenschaftliche Ergebnisse und Beweise,
in beiden Richtungen, hat gerade erst begonnen, denn
es geht schließlich um nicht mehr und nicht weniger als um
ein völlig neues Menschen- und Weltbild. Aber schön der
Reihe nach. Fragen wir zunächst einmal:
Was ist eine Nahtoderfahrung?
Einige Fakten zur Abgrenzung
Im Gegensatz zur vielleicht allgemeinen Meinung sind
Berichte über Nahtoderfahrungen kein modernes Phänomen
unserer Zeit. Die wohl älteste literarische Quelle ist
das Gilgamesch-Epos aus dem 3. Jahrtausend vor Christus.
Auch in den Bibliotheken der Klöster des Mittelalters finden
sich bereits zahlreiche Darstellungen über Nahtoderfahrungen,
die damals eher als „Visionen“ oder auch als
„Erleuchtungen“ bezeichnet wurden. So sammelte Papst
Gregor der Große (* 540 – † 604) bereits Berichte mit vergleichbaren
Erlebnisinhalten. 2) Sozusagen „neu entdeckt“
und in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, rückte das Thema
in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch die
Arbeiten der bekannten Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-
Ross (*1926 - † 2004) und durch den US-amerikanischen
Arzt und Psychiater Raymond Moody (Jahrgang 1944) mit
seinem 1975 erschienenen Buch und Weltbestseller „Leben
nach dem Tod“ (Life After-Life ). Er war es wohl auch,
der als Erster den Begriff „Nahtoderfahrung“ (Near-Death-
Experience) gebrauchte.
Nach heutigem Erkenntnisstand ist eine Nahtoderfahrung,
abgekürzt NTE, ein rein subjektives, in die Psyche tief
greifendes, mit transzendenten und mystischen Elementen
58 durchblick 3/2013
Wohin der Weg des Lebens führt und was uns nach dem
Tod erwartet, ist und bleibt ein großes Geheimnis.
Foto: Eberhard Freundt
behaftetes Erlebnis, das einhergeht mit einer spürbaren
und nachhaltigen Änderung in der Lebenseinstellung und
Weltsicht (gesteigerte Empathie und Spiritualität.) Nahtoderfahrungen
werden, im Gegensatz zur allgemeinen
anzutreffenden Meinung, nicht nur in unmittelbarer Todesnähe
bei medizinischen Ursachen wie Herzstillstand,
Atemstillstand, Vollnarkose, Unfälle oder Koma erlebt,
sondern auch in ganz verschiedenartigen, nicht unmittelbar
lebensbedrohlichen Situationen, wie ein tiefgehender
emotionaler Zustand (Depression), existenzielle Krisen,
oder während einer intensiven Meditation. Diese Feststellung
ist für die Beurteilung, was Nahtoderfahrungen wirklich
sind, ein wesentlicher Punkt, denn ein immer wieder
vorgebrachtes Argument, die Ursache einer NTE sei auf
Sauerstoffmangel im Gehirn zurückzuführen, greift in
solchen Fällen nicht. Auch die immer noch anzutreffende
Annahme, Nahtoderfahrungen seien nichts anderes als
Halluzinationen, ist bei näherer Betrachtung nicht haltbar.
Halluzinationen sind Wahrnehmungen, die keinerlei
Grundlagen in der realen Welt haben und meist bei
psychischen Erkrankungen auftreten wie Schizophrenie,
Psychose, Drogenmissbrauch, Alkoholabhängigkeit oder
Entzugserscheinung. Im Gegensatz dazu sind die meisten
Menschen mit einer NTE emotional und psychisch
stabil und sie konsumierten vor ihrer NTE weder Medikamente,
Drogen noch Alkohol. NTEs haben immer einen
klaren Bezug zur realen Wirklichkeit, wie z.B. durch
überprüfbare Sachverhalte während eines außerkörperlichen
Erlebnisses oder der Ablauf eines ganz persönlichen
Lebensrückblicks. Außerdem haben Nahtoderfahrungen
eine nachhaltige, oft gravierende Wirkung auf das weitere
Leben des Betroffenen (positive Veränderung, wie
Verlust der Todesangst). Halluzinationen hingegen sind
krankhaft, bleiben diffus, nebelhaft und unrealistisch.
Diese sowie weitere wichtige und wesentliche Erkenntnisse
über NTEs sind zurückzuführen auf insgesamt etwa 42
Studien, die zwischen 1975 und 2005 mit etwa 2.500 Menschen
mit Nahtoderfahrungen in wissenschaftlichen Zeitschriften
und Büchern publiziert wurden. 1) Große medizinisch-wissenschaftliche
Aufmerksamkeit erhielt die Studie
des niederländischen Kardiologen Pim van Lommel, die im
Jahr 2001 in der weltweit renommierten Medizinzeitschrift
The Lancet erschien. „Mit ihr wurde der Nachweis vorgestellt,
dass es ein vom Gehirn unabhängiges menschliches
Bewusstsein gibt, strikt entgegengesetzt dem in der klassischen
Medizin üblichen ,naturalistischen Weltbildʻ 2) . Man
schätzt, dass in den vergangenen fünfzig Jahren weltweit etwa
25 Millionen Menschen eine NTE erlebt haben. 1) Neuere
amerikanische und deutsche Forschungen haben ergeben,
dass ungefähr 4,2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland,
Amerika und Holland von einer NTE berichten. Das sind in
Holland 600.000 und in Deutschland ungefähr 3,4 Millionen
Menschen. 1) Dabei ist in den letzten Jahren eine Zunahme
von Berichten über Nahtoderfahrungen festzustellen. Die
Ursachen hierfür liegen in den heute allgemein und kardiologisch
gut ausgerüsteten Intensivstationen sowie den gut
organisierten Notaufnahmen mit adäquaten Reanimierungsmöglichkeiten.
Durch sie haben Patienten bei einer schwerwiegenden
Erkrankung eine höhere Überlebenschance und
mit ihr steigt auch die Wahrscheinlichkeit, eine NTE zu
erleben. Nahtodforscher schätzen, dass heute jeder zehnte
Patient, nach einer schweren, lebensbedrohlichen Krise, von
einer NTE berichten kann. 1) Aber sie zu erleben ist die eine
Sache, darüber zu reden eine völlig andere, insbesondere unmittelbar
nach einer NTE im Krankenhaus mit den behandelten
Ärzten und Pflegepersonal. Bei ihnen stößt der Patient,
bei dem vorsichtigen Versuch über sein Erlebnis zu reden, in
den meisten Fällen auf Unverständnis, da aus heutiger medizinischer
Sicht NTEs nicht erklärt werden können. Und,
um nicht für geistesgestört oder als esoterischer Spinner erklärt
zu werden, so zeigen Forschungsergebnisse, schweigen
die meisten Patienten. Nicht nur im Krankenhaus, sondern
auch später in ihrer privaten und beruflichen Umge-
Ihr Bestattungs- und Vorsorgepartner in der Region
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Jeder Lebensweg ist individuell.
So sollte auch der Abschied sein. Wir sind für Sie da!
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3/2013 durchblick 59
bung. Oft Jahre, wenn nicht ihr ganzes Leben lang. Aber,
Gott sei Dank könnte man sagen, gibt es Menschen, die den
Mut haben, sich zu öffnen und über ihre außergewöhnlichen
Nahtoderlebnisse zu sprechen.
Was erleben Menschen
bei einer Nahtoderfahrung?
Nahtoderfahrungen sind in ihrem Erleben so unterschiedlich
wie die Persönlichkeit eines jeden Menschen.
Trotzdem gibt es gemeinsame, immer wiederkehrende
Elemente, sowohl in Bezug auf ihre Inhalte als auch in
ihren Auswirkungen. NTEs, so die Nahtodforschung, sind
in ihren Grundelementen weltweit gleich und unabhängig
von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion und sonstigen
demografischen Faktoren, auch wenn natürlich einzelne
kulturspezifische Unterschiede bestehen bleiben. 1)
Der bereits genannte amerikanische Psychiater und Philosoph
Raymond Moody hat insgesamt zwölf immer wiederkehrende
Einzelelemente herausgearbeitet. Einige von
ihnen sind nachstehend aufgeführt. Dazu, um die „Lebendigkeit“
und die persönliche Tiefgründigkeit zum Ausdruck
zu bringen, mit der sie erfahren wurden, einige gekürzte
Originalaussagen von Betroffenen, entnommen den beiden
empfehlenswerten Büchern: »Endloses Bewusstsein« von
Pim van Lommel 1) sowie »Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen«
von Günter Ewald. 2)
Das Unaussprechliche
Der Erfahrungshorizont und die menschliche Sprache
reichen nicht aus, um das Erlebte wiederzugeben und es in
Worte zu fassen.
> Ich war dort ... Ich war auf der anderen Seite. Sehr lange
konnte ich nicht mehr darüber sagen. Mir schießen heute
noch die Tränen in die Augen, wenn ich an dieses Erlebnis
denke. Es war zu viel! Einfach zu viel, um es in menschliche
Worte zu fassen. Die andere Dimension, so nenne ich es
heute, in der es keinen Unterschied zwischen Gut und Böse
gibt, in der es weder Zeit und Raum gibt. Um eine unermessliche,
intensive, reine Liebe, die die Liebe in unserer
heutigen menschlichen Dimension verblassen lässt, wie
einen schalen Abglanz der Liebe, die sie sein könnte. Die
Verlogenheit, in der wir in unserer Dimension leben, tritt
klar hervor und doch ist sie mit unseren dürftigen Worten
nicht zu beschreiben. Alles, was ich sah, war von einer unbeschreiblichen
Liebe durchdrungen. Das Wissen und die
Botschaft, die mich durchströmten, waren so klar und rein.
Ich wusste auch, wo ich war, gab es keinen Unterschied
zwischen Leben und Tod. Die Enttäuschung, dass ich es
nicht in menschliche Worte fassen kann, ist groß. <
> Ich bedaure, dass Worte nicht genügen, um meine Erfahrung
zu beschreiben. Ich muss eingestehen, dass die menschliche
Sprache überhaupt nicht dazu taugt, den vollen Umfang
und die Tiefe der Erfahrung dieser anderen Dimension, die
ich gesehen habe, adäquat zu vermitteln. Letztlich lässt sich
auf keinerlei Weise beschreiben, was ich erlebt habe. <
Das Verlassen des Körpers,
eine außerkörperliche Erfahrung (AKE)
Das wohl häufigste Element einer NTE ist das Erlebnis,
seinen eigenen Körper zu verlassen, ihn abzulegen wie einen
alten verschlissenen Mantel. Es beginnt mit dem völlig
ungewohnten Gefühl, dass das Bewusstsein den materiellen
Körper verlässt, dabei aber unverändert funktioniert. Man
schwebt in die Höhe, sozusagen „über den Dingen“, in einem
immateriellen Körper, der feste Strukturen wie Mauern problemlos
durchdringen kann. Dabei sieht man plötzlich und
völlig verwundert seinen eigenen Körper, losgelöst von sich
selbst, unten liegen, wie z.B. auf der Straße bei einem Verkehrsunfall
oder auf einem Operationstisch. Wahrnehmungen,
auch winzigste Details, sind in einem Radius von 360 Grad
aus größerer Höhe möglich. Man sieht und hört alles, was geschieht
und gesprochen wird, ohne aber selbst mit den Anwesenden
kommunizieren oder sie berühren zu können. Dieses
Element einer außerkörperlichen Erfahrung ist insofern von
großer wissenschaftlicher Bedeutung, weil Pflegekräfte, Ärzte
und Angehörige die beschriebenen Wahrnehmungen und zum
Zeitpunkt, zu denen sie stattgefunden haben, überprüfen und
bestätigen können. Aus einem Bericht in jüngerer Zeit geht
hervor, dass 88 Prozent der von den Betroffenen geschilderten
Wahrnehmungen von unabhängigen Personen und Forschern
geprüft und bestätigt wurden. 1) Dazu ein eindrucksvolles Beispiel,
eine Episode, erzählt von einem Pfleger einer kardiologischen
Station, also nicht direkt von einem Betroffenen:
> Während der Nachtschicht liefert der Rettungswagen einen
44 Jahre alten, bereits bläulich-violett verfärbten, komatösen
Mann auf der kardiologischen Station ein. Passanten
hatten ihn etwa eine Stunde zuvor in einem Park gefunden
und bisher lediglich mit Herzmassagen begonnen. Nach seiner
Ankunft im Krankenhaus wird er mit Beutel und Maske
beatmet, erhält Herzmassage und wird defibrilliert. Als ich
die Beatmung übernehme und intubieren will, fällt mir auf,
dass er noch ein künstliches Gebiss trägt. Vor der Intubation
entferne ich den oberen Teil der Prothese und lege sie auf
den Instrumentenwagen. In der Zwischenzeit setzen wir die
Maßnahmen zur erweiterten Reanimation fort. Nach etwa
anderthalb Stunden hat der Patient zwar wieder einen ausreichend
stabilen Herzrhythmus und Blutdruck, er wird aber
noch beatmet, ist noch intubiert und noch immer komatös.
In diesem Zustand wird er zur weiteren Behandlung auf die
Intensivstation gebracht. Erst eine Woche später, bei der Medikamentenausgabe,
begegne ich dem Patienten, der gerade
wieder auf die Kardiologie verlegt wurde, wieder. Als er mich
sieht, sagt er: „Oh, dieser Pfleger weiß, wo mein Gebiss
liegt.“ Ich bin ganz überrascht, doch er erklärt mir: „Ja, Sie
waren doch dabei, als ich ins Krankenhaus kam und haben
mir das Gebiss aus dem Mund genommen und es auf einen
Wagen gelegt, auf dem alle möglichen Flaschen standen. Er
hatte so eine ausziehbare Schublade und in die haben Sie
meine Zähne gelegt.“ Das erstaunte mich sehr, vor allem
deshalb, weil sich dies meiner Erinnerung nach alles zu einer
Zeit abgespielt hatte, als der Patient in tiefem Koma lag und
gerade reanimiert wurde. Weitere Nachfragen ergaben, dass
er damals selbst sehen konnte, wie er im Bett lag und dass
60 durchblick 3/2013
er von oben auf die Pflegekräfte und Ärzte herabsah, die ihn
mit aller Kraft zu reanimieren versuchten. Er konnte auch
den kleinen Raum, in dem er wiederbelebt wurde, und das
Aussehen der Anwesenden korrekt und genau beschreiben.
Damals, als er die Szene beobachtete, hatte er große Angst
davor, dass wir ihn nicht weiter reanimieren würden und er
sterben müsste ... Er schilderte mir, wie er uns verzweifelt
und erfolglos zu signalisieren versuchte, dass er noch lebe
und wir ihn weiter reanimieren sollten. Er war tief bewegt
von dem, was er damals erlebt hatte, und sagte, dass er sich
heute nicht mehr vor dem Tod fürchte. < 1+2)
An diesem Beispiel wird, neben vielen anderen Faktoren,
deutlich, dass Nahtodvisionen grundlegend von Halluzinationen
zu unterscheiden sind, denn sie sind wie reale Erlebnisse
klar und fest strukturiert. Erwähnenswert sei an dieser Stelle
auch das außerkörperliche Erlebnis des bekannten Schweizer
Psychologen C. G. Jung (1875-1961). Er schildert beeindruckend,
wie er, hoch oben im Weltraum schwebend, die Erde
als bunte Kugel sehen konnte und sie mit ihren Kontinenten
und Meeren genau beschreibt. Dies ist deshalb so erstaunlich,
weil es zum Zeitpunkt seiner Nahtoderfahrung noch keinerlei
Satellitenaufnahmen gab, so, wie wir sie heute kennen. 1)
Das Tunnelerlebnis
Ein großer Teil von Betroffenen beschreiben das Tunnelerlebnis
als einen Übergang. Sie befinden sich in einem
dunklen Raum oder einem Tunnel, durch den sie, mit großer
Geschwindigkeit, auf ein immer stärker und größer
werdendes Licht zu, hindurchgezogen werden. Ein Licht
von unvorstellbarer Intensität, Liebe und Wärme, das aber
nicht blendet. Es ist sozusagen ein „Licht ohne Schatten.“ *
> ... Ich fühlte, dass ich ganz weit weg, in ein anderes Bewusstsein,
versank. Das heißt, mein Bewusstsein ging auf Reisen,
während mein Körper auf dem Bett liegen blieb. Ich sah meinen
Körper, aber ich spürte ihn nicht. Ich wurde gleichsam
weggezogen. Ich gelangte in einen tiefdunklen, schmalen,
spiralförmigen Tunnel, was mir zunächst beängstigend, aber
nicht unbekannt vorkam. Ich schwebte wahnsinnig schnell
durch diesen Trichter, und je weiter und höher ich dabei kam,
desto mehr ging die Dunkelheit in Licht über. Die Intensität
des Lichts wandelte sich in tiefe Lila-Violett-Töne. Über mir
sah ich ein ungeheures gleißendes, strahlendes, weißliches
Licht. Ich wirbelte und schwebte darauf zu. <
Das Gefühl des Friedens und der Ruhe;
Befreiung von Schmerzempfinden
Die Schmerzen und die Schwere des Körpers sind ganz
plötzlich verschwunden, ein überwältigendes Gefühl von
Geborgenheit, Glückseligkeit und unendlicher Liebe stellt
sich ein.
> ... Hier an der Schwelle war der Zustand ein überwältigendes
Gefühl. Total losgelöst von jeglichem Schmerz-,
Schwere- oder Körpergefühl. Ich fühlte mich wie in einer
total schützenden Kugel in absoluter Geborgenheit. Nie
zuvor habe ich je ein ähnliches totales Glücksgefühl
3/2013 durchblick 61
Betroffene einer Nahtoderfahrung berichten, dass sie von
einem hellen, nicht blendenden Licht angezogen wurden, in
dessen Nähe sie ein unbeschreibliches Glücksgefühl, unendlich
viel Liebe und eine absolute Geborgenheit spürten.
erlebt. Und das in einer Totalität, die unvorstellbar und
unbeschreiblich ist. Es ist wie Liebe, ein ganzes Meer voll,
unverdünnt, wovon wir während eines ganzen Lebens vielleicht
einige Tropfen erhalten. Nie war mein Empfinden und
Denken so klar … <
> ... Und der Schmerz, den ich empfunden hatte, vor allem
der Druck auf meine Lunge, war verschwunden. Die ganze
Atmosphäre vermittelte mir ein völlig entspanntes Gefühl.
Ich habe mich noch nie so glücklich gefühlt. <
> ... Als ich durch die Öffnung hindurch war, begann sich alles
zu verändern ... mich überkam ein Gefühl des Friedens, das
ich auf Erden nie empfunden hatte ... Ein vollkommen überwältigendes
Gefühl der Liebe, nicht der irdischen Liebe, mit
Foto: Eberhard Freundt
der ich ebenfalls vertraut war, sondern einer Liebe, die ich
nicht beschreiben kann ... ich hatte auch das Gefühl, hier in einer
völlig anderen Dimension zu sein. Wenn es etwas hier nicht
gab, dann war es unser irdischer Zeitbegriff. Ich hatte gleichsam
einen erweiterten Blick auf diese andere Dimension. <
Die Begegnung mit einem strahlenden Licht
oder einem Wesen aus Licht
Das strahlende Licht durchdringt alles und übt eine
große Anziehungskraft aus. Man wird quasi in das Licht
aufgenommen und es findet immer eine direkte Kommunikation
mit diesem Lichtwesen statt, aber nur gedanklich, so,
als könne es Gedanken lesen und auf der gedanklichen Ebene
antworten. Viele sehen darin ein strahlendes, liebendes
Lichtwesen, dessen Namensgebung meist einen religiösen
Hintergrund hat. Gläubige Christen nennen es manchmal
Engel, Jesus oder auch Gott. „In und um dieses Licht erfährt
man absolute Akzeptanz und bedingungslose Liebe,
man kommt mit tiefem Wissen und Weisheit in Berührung.
Antworten auf die meisten Fragen werden schon erkennbar,
bevor man die Fragen ausdrücklich stellt.“ 1)
> Ich sah in der Ferne ein Licht, wie ich es auf Erden noch
nie gesehen hatte. So rein, so intensiv, so vollkommen. Ich
wusste, dies war ein Wesen, zu dem ich gehen musste. Ich
weiß nicht, wie es geschah. Ich brauchte nicht zu denken, ich
wusste alles. Meine Bewegungen waren nicht mehr eingeschränkt.
Ich hatte keinen Körper mehr. Dieser Ballast war
von mir abgefallen ... Ich bewegte mich durch alles hindurch.
Mir war plötzlich klar: Zeit und Raum gab es hier nicht. Alles
war immer gegenwärtig. Und das gab mir ein unbeschreiblich
friedliches Gefühl. Das erlebte ich gleichzeitig mit dem
Licht, das die Krönung allen Seins war, aller Energie und
Liebe und vor allem aller Wärme und Schönheit. <
Die Wahrnehmung einer Grenze
Manchmal erkennen Betroffene Grenzen, in Form von
Nebel, Mauer, Tal, Fluss, Brücke oder Pforte, und sie spüren,
dass sie, wenn sie diese Grenze überschreiten, nicht mehr in
ihren eigenen Körper zurückkehren können. Oft hören sie
auch, dass sie noch nicht willkommen sind und daher wieder
taupadel
Grabpflege . meisterlich und liebevoll
Meisterbetrieb für zuverlässige Grabpflege im Raum Siegen
Vertragspartner der Gesellschaft für Dauergrabpflege
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62 durchblick 3/2013
in ihren Körper zurückkehren müssen, weil sie im
Leben noch eine Aufgabe zu erfüllen haben.
> ... dann kam ich an eine Grenze. Selbst mir, mit
meinen zehn Jahren, musste das niemand erklären.
Mir war einfach klar, dass ich nie wieder zurückkehren
könnte, wenn ich diese Grenze überschritt.
Aber einige meiner Vorfahren standen auf der anderen
Seite und zogen meine Aufmerksamkeit auf
sich, denn sie redeten in einer Art Telepathie miteinander.
Ich bin von Geburt an völlig taub. Alle
meine Angehörigen können ganz normal hören und
verständigen sich mit mir immer in Gebärdensprache.
Und nun konnte ich auf einmal mit zwanzig
meiner Vorfahren durch eine Art Telepathie direkt
kommunizieren. Das war eine überwältigende Erfahrung
...<
Die bewusste Rückkehr in den Körper
Die Rückkehr in den eigenen Körper erleben die
meisten Betroffenen als sehr unangenehm. Das Zurückkehren
in ihren meist kranken, lädierten und
mit Schmerzen behafteten Körper empfinden viele
als herbe Enttäuschung, weil ihnen etwas so „Göttlich-wundervolles“
wieder genommen wurde. Dies
ist auch der Grund, warum manche Patienten nach
einer geglückten Reanimation oder nach einem Koma so
entrüstet, enttäuscht und auch widerwillig reagieren.
> Als ich wieder in meinem Körper zu mir kam, war das schrecklich,
einfach schrecklich ... diese Erfahrung war so wundervoll,
ich wollte nie mehr zurückkommen, ich wollte dort bleiben ...
und trotzdem kam ich zurück. Und von dem Moment an war es
für mich sehr schwierig, wieder in meinem Körper zu leben, mit
all den Einschränkungen, die ich damals empfand ... Später erst
erkannte ich, was für ein Segen diese Erfahrung für mich war,
denn nun hatte ich die Gewissheit, dass es eine Trennung von
Körper und Geist und ein Leben nach dem Tod gibt. <
Soweit die aus den vorgenannten Büchern von mir ausgewählten
Elemente und Originalaussagen Betroffener.
Weitere wichtige Elemente von Raymond Moody sind: Die
Erkenntnis tot zu sein / Wahrnehmung einer außerweltlichen
Umgebung / Begegnung und Kommunikation mit Verstorbenen
/ Lebensschau oder Lebensrückblick / Ausblick und
Lebensvorschau 1) , auf die ich aber hier nicht näher eingehen
kann, da dies den Rahmen dieser Beitrages sprengen würde.
Die Folgen und Veränderungen
einer Nahtoderfahrung
Menschen ohne Nahtoderfahrung haben in der Regel
keine Vorstellung darüber, welche Folgen, positive wie
negative, und welch tief greifende Konsequenzen eine intensive
NTE für Betroffene mit sich bringen kann, stellt
sie doch. „… eine überwältigende Konfrontation mit unbegrenzten
Dimensionen unseres Bewusstseins dar, die das
bestehende Weltbild völlig auf den Kopf stellt.“
Foto: Eberhard Freundt
Ein Element während einer Nahtoderfahrung ist das Erkennen einer
Grenze. Die Betroffenen spüren, sobald diese Grenze überschritten
wird, ist eine Rückkehr in den eigenen Körper nicht mehr möglich.
> Die Folgen für mein weiteres Leben waren so tief greifend:
die Erfahrung der Zeitlosigkeit, das Wissen, dass
mein Bewusstsein außerhalb meines Körpers weiterexistiert.
Das genügte, um mein Leben aus den Angeln zu heben
... Ich hatte das Gefühl, ich wäre eine andere Person, aber
mit der gleichen Identität. < 1)
Das Nahtoderlebnis erweist sich oft als wertvolle Erkenntnis
in Bezug auf den Sinn des Lebens und bewirkt
einen grundlegenden Wandel in der Lebenseinstellung
und Glaubensauffassung. Starken Einfluss auf die Verarbeitung
einer NTE haben Angehörige, Freunde, Bekannte
und professionelle Mitmenschen, insbesondere
dann, wenn sie negativ auf die Nahtodberichte mit Ungläubigkeit
und Unverständnis reagieren. „Meist müssen
Menschen mit einer NTE erkennen, dass andere nicht
dazu fähig sind, ihnen vorurteilsfrei und kommentarlos
zuzuhören. Manchmal ist ein jahrelanges Schweigen die
einzige Möglichkeit, einigermaßen mit den Erfahrungen
umzugehen. Man spürt zwar bei sich selbst eine starke
Veränderung, doch das Umfeld ist gleich geblieben.“
> Mein Körper, mein Leben und die ganze Welt glichen
nun einem Gefängnis. < 1)
Eine Hauptursache bei der Bewältigung der Verarbeitungsprobleme
liegt in dem Tatbestand, dass unsere
westliche, überwiegend materialistisch und naturalistisch
orientierte Kultur und Wissenschaft spirituellen Erfahrungen
wie die einer NTE kaum Raum lässt und überwiegend
skeptisch, wenn nicht gar ablehnend gegenübersteht. Andere
Kulturen und Religionen, wie die des Ostens (Buddhismus,
Hinduismus), reagieren auf NTEs meist positiv und verständnisvoller.
3/2013 durchblick 63
Zusammengefasst stellen sich nach einer NTE
folgende Veränderungsprozesse ein:
● Selbstakzeptanz und ein verändertes Selbstbild
● Mitgefühl für andere
● Wertschätzung des Lebens
● Befreiung von Todesangst und Glaube an ein Leben
nach dem Tod
● Geringere Kirchenbindung bei stärkerer Religiosität
● Gesteigerte Spiritualität 1)
Ich hoffe, dass die von mir ausgewählten Elemente und
Aussagen deutlich zeigen, wie tief greifend, lebensnah und
nachhaltig Nahtoderlebnisse für die Betroffenen sind.
Was beweisen Nahtoderfahrungen?
Um es ganz deutlich zu sagen: Nahtoderfahrungen, so
eindrucksvoll und real sie für die Betroffenen auch sein mögen,
sind keine schlüssigen Beweise für ein Jenseits und ein
Leben nach dem Tod, weder aus wissenschaftlicher noch
aus christlich-theologischer Sicht. Aber es sind beeindruckende
und ernst zu nehmende Hinweise, die offensichtlich
machen, dass das vorherrschende, auf rein materialistisch
und naturalistischer Basis festgelegte Welt- und Menschenbild,
in Gesellschaft und Wissenschaft, neu zu hinterfragen
ist. Dabei stellen sich zwei Kernfragen, wobei die eine
medizinisch-naturwissenschaftlich (materialistisch) und
die andere philosophisch-religiös (geistig-spirituell) ausgerichtet
ist. Zunächst die materialistische Frage:
Gibt es ein Bewusstsein
außerhalb des Gehirns?
Wie Bewusstsein genau entsteht, ist trotz aller Fortschritte
in der Hirnforschung nach wie vor ein wissenschaftlich
nicht erklärbares Phänomen. Man weiß aber,
dass für die Entstehung von Bewusstsein, also bewusster
Wahrnehmungen, hoch komplexe neuronale Prozesse, verteilt
über das ganze Gehirn, erforderlich sind, insbesondere
im Großhirn, dem Neocortex. Es ist der Teil des Gehirns,
der uns Menschen erst zu Menschen macht. Bewusstsein ist
eine Höchstleistung des Gehirns und um sie zu erbringen,
benötigt es sauerstoffreiches Blut. Wenn aber, wie bei einer
Nahtoderfahrung, reale und nachweislich überprüfbare
Wahrnehmungen (prospektiv) möglich sind, obwohl aus
medizinisch-neurologischer Sicht im Gehirn, bedingt durch
Herzstillstand und Atemstillstand, keine Aktivitäten mehr
festzustellen sind, der Patient also klinisch tot ist, stellt sich
doch die Frage: Wer oder was nimmt da wahr? Diese Frage
gewinnt deutlich an Brisanz bei NTEs von Blinden, Menschen
also, die seit ihrer Geburt noch nie etwas gesehen
haben, die aber erstmals von visuellen Wahrnehmungen
außerhalb ihres Körpers berichten. Dass Gleiche gilt für
Menschen, die von Geburt an taub sind und bei ihrer NTE
plötzlich akustische Wahrnehmungen erleben. 1) Deshalb
noch einmal: Wer oder was nimmt da wahr, zu einer Zeit,
wo das Gehirn seine Arbeit (vorübergehend) eingestellt
hat? Nach heutigen medizinischen Erkenntnissen ist dies
nicht möglich. Ich denke, die millionenfachen rätselhaften
NTEs sollten für die Wissenschaft Grund genug und gleichzeitig
auch Ansporn sein, über die Beziehung zwischen
Gehirn und Bewusstsein neu nachzudenken. Hierzu gehört
auch die ganze Problematik bei der Hirntoddefinition im
Bereich der Organtransplantation, denn auch hier wirft die
Nahtodforschung völlig neue Fragen auf, wenn sie erklärt:
Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen.
Für den holländischen Kardiologen Pim van Lommel
lassen die bisherigen Ergebnisse in der Nahtodforschung
die Schlussfolgerung zu, dass es ein, wie er es nennt „END-
LOSES (nicht lokales) Bewusstsein gibt, ein Bewusstsein,
das immer gegenwärtig ist und unabhängig vom Körper
erfahren werden kann. Wörtlich schreibt er: „… noch im-
Beerdigungsinstitut
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Helfen ist uns Verpflichtung
eigene Trauerhalle
64 durchblick 3/2013
mer gibt es mehr Fragen als Antworten. Doch angesichts
all der geschilderten Bewusstseinserfahrungen sollten wir
ernsthaft die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass der Tod
ebenso wie die Geburt nur einen Übergang in einen anderen
Bewusstseinszustand darstellt. Die fast zwangsläufige
Schlussfolgerung, dass das nicht-lokale Bewusstsein nach
dem physischen Tod in einer anderen Dimension, einer
immateriellen Welt fortbesteht, in der Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft beschlossen liegen, verändern unsere
Sicht auf den Tod. Das Bewusstsein lässt sich nicht auf das
Gehirn reduzieren, denn es ist „nicht-lokal“, und unser
Gehirn hat für Bewusstseinserfahrungen nur eine ermöglichende,
keine produktive Funktion ... Das Wachbewusstsein
wird zwar körperlich erfahren, doch das ENDLOSE
Bewusstsein hat seinen Sitz nicht im Gehirn ... Aus wissenschaftlichen
Untersuchungen geht unmissverständlich hervor,
dass das Bewusstsein unabhängig vom Körper, wenn
das Gehirn nicht mehr funktioniert, erfahren werden kann.
Diese Schlussfolgerung führt zu einem kompletten Wandel
unseres Menschenbildes und hat Konsequenzen für aktuelle
medizinische und ethische Fragen …“ 1)
Gibt es ein (persönliches) Leben nach dem Tod?
Eine philosophisch-religiöse Frage, die in letzter Konsequenz
nicht zu beantworten ist und daher offenbleiben
muss. Nein, sagt die Naturwissenschaft, denn mit dem
Tod des Körpers stirbt auch der Geist, da auch der Geist
(das ICH, die Seele) des Menschen immer eine im Körper
(Gehirn) befindliche materielle Basis benötigt. Geht diese
Basis mit dem Körper zugrunde, stirbt auch der Geist des
Menschen. Ohne Körper kein Geist. Die Nahtodforschung
aber zeichnet ein anderes Bild und ihre wissenschaftlichen
Forschungsergebnisse lassen einen anderen Schluss zu.
Für sie gibt es ein Bewusstsein, genauer gesagt, dass Bewusstwerden
der eigenen Existenz (das erlebte ICH) auch
außerhalb unseres Körpers. Unser ICH, die tiefste Persönlichkeit
eines jeden Menschen, erfährt bei einer NTE
für kurze Zeit eine von Raum und Zeit losgelöste, völlig
neue Dimension. Eine Dimension außerhalb aller bisher
bekannten klassischen physikalischen Gesetze, in der alle
Fragen beantwortet sind und Vergangenheit, Gegenwart und
Zukunft keinerlei Bedeutung mehr haben. Hinzu kommt
ein großartiges und unbeschreibliches Gefühl von Liebe
und Geborgenheit. Alle Ängste sind verschwunden. Der bekannte
US-amerikanische Neurochirurg Eben Alexander,
der durch eine schwere bakterielle Meningitis sieben Tage
selbst im Koma lag und durch seine Nahtoderfahrung sozusagen
vom Saulus zum Paulus wurde schreibt in seinem
lesenswerten Weltbestsellerbuch: „Blick in die Ewigkeit“ 5)
>...Was ich dort draußen entdeckt habe, ist die unbeschreibliche
Grenzenlosigkeit und Komplexität des Universums sowie
die Tatsache, dass das Bewusstsein die Basis von allem
ist, was existiert. Ich war so vollkommen damit verbunden,
dass es oft keinen wirklichen Unterschied zwischen mir und
der Welt gab, durch die ich mich bewegte ... Und zu denken,
diese physische Welt sei alles, worauf es ankommt, ist etwa
so, als sperrte man sich selbst in einen kleinen Schrank und
stellt sich vor, es gäbe außerhalb davon nichts anderes ...
diese Phänomene (einer NTE, d.V.) sind real und wir müssen
versuchen, sie in ihrem Wesen zu verstehen, wenn wir die
Realität unserer Existenz begreifen wollen … Wir wurden
dazu verführt anzunehmen, dass sich die wissenschaftliche
Weltsicht mit Riesenschritten auf eine Art Weltformel
zubewegt, die, wie es scheint, nicht viel Raum für unsere
Seele, den Geist, den Himmel oder Gott lässt. Meine Reise
tief ins Koma – heraus aus dieser kleinen physischen Welt
und hinein in die erhabenste Wohnstätte des allmächtigen
Schöpfers – offenbarte mir die unbeschreiblich große Kluft
zwischen unserem menschlichen Wissen und dem Ehrfurcht
einflößenden Reich Gottes.< 5)
Fazit
Nie wird der Mensch mit dem Tod, der Endlichkeit seines
eigenen Lebens und der Frage nach einem Jenseits – einer
vollkommen anderen als die uns bekannte von Raum und Zeit
geprägte Lebensform – so unmittelbar konfrontiert, wie durch
eine intensive Nahtoderfahrung. Die zigtausendfachen Erlebnisberichte
von Betroffenen bestätigen dies. Obwohl diese
todesnahen Berichte immer die Eigenschaft der Subjektivität
aufweisen, sollten Naturwissenschaftler sie nicht, wie überwiegend
festzustellen ist, als unwissenschaftlich grundsätzlich
ablehnen, sondern als eine große Herausforderung erkennen
und annehmen. Warum, so ist doch zu fragen, sollten
Nahtoderlebnisse unrealistische Hirngespinste sein, nur, weil
sie subjektiv erlebt und von daher naturwissenschaftlich nicht
objektiv erklärt werden können? Folgt man dieser Auffassung,
hieße das denn nicht im Umkehrschluss, dass es alles, was
die Naturwissenschaft im Rahmen der Gesetzmäßigkeiten der
klassischen Physik nicht erklären kann, auch nicht gibt? So
kann es doch nicht sein. Ein Beispiel dafür ist der Jahrzehnte
dauernde Prozess der heute wissenschaftlichen Akzeptanz
der Quantenphysik mit ihren rätselhaften Phänomenen, die
viele Jahre auch von Albert Einstein kritisch, wenn nicht gar
ablehnend, begleitet wurde.
Die Ergebnisse in der Nahtodforschung lassen aufhorchen
und fordern dazu auf, über den tiefen und wahren
Sinn des Lebens, insbesondere aber über den Tod neu
nachzudenken. Der Tod
bekommt durch die Nahtodforschung
eine andere
Wertigkeit und bedeutet
nicht mehr das Ende des
Lebens, sondern wird als
Übergang und Wandel in
eine andere Lebensform,
außerhalb von Raum und
Zeit, gesehen. Sich diesem
Gedanken zu nähern
bedeutet aber, die heute
meist einseitige, physikalisch-materialistische
Sichtweise auf das Leben
und den Tod um eine
geistig-spirituelle (religi-
Foto: Eberhard Freundt
3/2013 durchblick 65
öse) Orientierung zu erweitern, insbesondere auch dann,
wenn wir mehr sein wollen als biologische Roboter und
versuchen, unserem persönlich gelebten Leben einen tieferen
Sinn und einen festen Halt zu geben. Dabei wissen
wir, Leben ist Wandel und nach den Erkenntnissen der Nahtodforschung
ist der Tod ein Wandlungsprozess in eine uns
unbekannte neue Lebensform. Wie heißt es bei Hermann
Hesse in seinem bekannten Gedicht STUFEN so treffend:
„... Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen
Räumen jung entgegensenden, des Lebens Ruf an uns wird
niemals enden …“, und von Albert Einstein stammt die
Aussage: Ich muss bereit sein, das aufzugeben, was ich bin,
um zu dem zu werden, was ich sein kann. 5)
Sollte uns das nicht zuversichtlich stimmen und Mut machen,
mit dem Tod etwas gelassener umzugehen?
Eberhard Freundt
* gleichnamiges Buch „Licht ohne Schatten“ von Sabine Mehne. 1.) Pim van Lommel in: „Endloses
Bewusstsein“ – Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung –. 2.) Günter Ewald in: „Auf den Spuren
der Nahtoderfahrungen“. . 3.) Beitrag von Alois Serwaty (Katholische Akademie Bayern): „Rätsel Nahtod“.
4.)
Markolf H. Niemz in: „Bin ich, wenn ich nicht mehr bin?“ 5) Eben Alexander in: „Blick in die Ewigkeit“
Miteinander am Ende des Weges ...
Pohl & Steuber
Beerdigungsinstitut
persönlich – hilfreich
Bahnhofstraße 34
Netphen
Tel. 0 27 38 / 63 08
Schützenstraße 4a
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Siegstraße 100
Dreis-Tiefenbach
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Am Lindenhof 10
Netphen–Irmgarteichen
Tel. 0 27 37 / 9 11 95
Mundart
DILLDABBE? DILLDABBE!
Foar „Meddewochs en“..am 8. Okt.1986 en d‘r Sejerlandhall
ergadderde ech m‘r en Endrettskade. Fa sinnem
Groasfadder on de Dilldabbe schwadde do d‘r Matthias
Kringe, on ech mossde a min Groasfadder dänke, dä wossde
ainem och mänches fa de Dilldabbe ze fergleckern.
Ferzealcheswis sallet jo zwaierläj d‘rfa gä, di, di of
de Baim hocke on di, di em nasse Grass remhebbe. Min
Groasfadder kannde nuer de Grassläifer. Onnerirdisch wo‘n
di, säde hä, en neme benotzde Bronneschächde on en ale
Schdollegäng, do wo‘et fechde es.
En Seje, onne en der Hetschelsbeach, wo frejer d‘r
Schdolle-Engang fa d‘r „Hieslings“ Grob woar, wonden
min Groasällern en dä aine Dobbelhusshälfde fa däm Maschinehuss.
Ech woar bi dänn wi d‘rhaim, on si ferzealden
ewerall, ech wär e ardich Kend on rächt ferschbelt gewäse.
Oawe om Dachborem schbelde ech am lebsde. Do
hadde d‘r Groasfadder allerläj Gerembel remläjje on en
Masse Wearkzich. Kesdcheswis groase, glaine, denne on
decke Näln, och kromme. Ech soardierde di on ebde mech
em Zealln. Metall-Schdefdcher on Schruwe fa all Soarde
logen massich dorem. Iseblättcher met Locher ha ech of
Drot ofgeräjjt wi en Kear. Do oawe fergos ech de Zitt.
Aimo hadde ech d‘m Obba sin felgelebde Basdelgrom
– wi de Groasmodder emmer sade – arich duerje‘nanner
gebrocht. Do wuere beas! „En oarndlije Dracht hätsde ferdent“,
säde hä, „Du Wochedost! Mossde dat da sin? Mach
dat de russ kemmst! Gear of de Wes on seach zo, dadde dä
Dilldabbe fendst, da häsde wat ze do. Wann d‘n gefonne
häst, lossen dusse, he dren konn mier kän br‘uche.“
Ech waiset noch wi ho. Ech sin russ of de Wes geladscht,
det Grass woar e bessje fechde, schdonn hoch, woar net
gemät, de Gänseblemcher konnen sech dren ferschdeche,
on do ha ech da merrem domme Gesechde foarm Äbbelbaum
geschdanne on kom end Ewerlä.
Mier fel wat en! Bi Nochbersch gäjenewer woar emo
det Fesder of gewäse on ech hadde metgräje, wi do arich
geschannt on sech gezänkt wuer. Du Dabbes, du al Duermeldier,
kasde net ofbasse? Häst dech wane dosdich ageschdallt
on itz es alles ferdoarwe – Dilldabbe, Du!
Do dochde ech dra, als min Auge ewer de Wes gengen,
de fulle Äbbel zealden, di em Grass logen on of aimo sogen,
wi sech e Miesje flenk en de Schdriche mog. Wärend däm
wueret m‘r ennerlich so gelonge, wail am Änn fa d‘r Wes,
wo‘et derekt ronner en d‘r ale Schacht fa d‘r Grob geng, sech
em hohe dechde Grass wat bewäjde. Ech hoardet rascheln on
gnisdern, ress de Auge of, bleb schdoa wo ech schdonn on
sog da wat Donkles dabbelich ewer de Ear grotsche.
On genau en däm Augebleck kom os Katz, moch en
Satz, schbrong zom Schacht, on d‘r Schbok woar foar mech
foarbi. Dat konn nuer en Dilldabbe gewäse sin! Äjerlich
groff ech da doch of d‘r Wes rem, sochde, fonn niks, rannde
end Huss on ref: „Obba! Obba, der Dilldabbe ist weg!“
„Komm ren! Komm! Itz es alles werrer en d‘r Räjj.“ Wat
wossde dä schoa!
Gerda Greis
66 durchblick 3/2013
VERANSTALTUNGEN IM SENIORENBEGEGNUNGSZENTRUM
Seniorenhilfe Siegen e.V.
Telefon 02 71/ 6 61 03 35
durchblick e.V.
02 71/6 16 47 + 01 71/6 20 64 13
ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V.
Senecafé 02 71/ 2 50 32 39
SeniorenServiceStelle 0271 / 38 78 616-2
montags
10:00 -12:00 Sprechstunde der
Seniorenhilfe
10:00 -12:00 SeniorenServiceStelle
geöffnet
10:00 -12:00 Werkstatt geöffnet
14:00 -18:00 ALTERAktiv Senecafé
dienstags
09:00 -12:00 ALTERAktiv Senecafé,
Windows 8, Tablets und
Smartphones
10:00 -12:00 Sprechstunde der
Seniorenhilfe
10:00 -12:00 Redaktionsbüro des
durchblick geöffnet
09:30 -12:00 Malgruppe (außer 1. Di. Monat)
18:00 -20:00 durchblick-Photo-Shop-
Club (für Fortgeschrittene)
DER STADT SIEGEN
HAUS HERBSTZEITLOS
57074 SIEGEN, MARIENBORNER STR. 151
Café „Unter der Linde“ 02 71 / 5 64 10
Englischkurse 02 737 / 59 21 76
Film- und Video-Club 027 32/1 24 60
Seniorenbeirat 02 71 / 404-2202
SHG Sauerstoff-Therapie 02 71 / 37 03 54
mittwochs
09:00-10:30 Englisch für Ältere,
Einstieg nach Absprache
09:00 -12:00 ALTERAktiv
Senecafé
10:00 -12:00 SeniorenServiceStelle
geöffnet
10:00 -12:00 Redaktionsbüro des
durchblick geöffnet
10:30-12:00 Englisch für Ältere,
Einstieg nach Absprache
14:00 -18:00 ALTERAktiv Senecafé
14:30 -16:30 Handarbeiten mit der
Seniorenhilfe
14:30 -16:30 Werkstatt geöffnet
15:00 -17:00 Singen mit der
Seniorenhilfe
19:00 -21:00 Regenbogentreff
Spielen und Klönen
19:30 -22:30 Film- und Videoclub
Gedächtnistraining 0271 / 8 49 99
Lesepaten 02739 / 2290
Malgruppe 0271 / 3 73 87
Selbstverteidigung 0160 / 30 18 67
SeniorenTheaterSiegen 0271 / 5 65 28
Trauercafé 0271/ 5 34 46
Wahlverwandte 0271 / 2 38 01 08
Werkstatt 02 71 / 6 27 76
donnerstags
09:30 - 10:30 Selbstverteidigung
10:00 - 12:00 Sprechstunde der
Seniorenhilfe
12:00 - 14:30 Mittagstisch, Anmeldung:
Mo. - Mi. bis 12 Uhr
0271- 404-2200
ab 15:30 Englisch für Ältere
freitags
10:00 - 12:00 Sprechstunde der
Seniorenhilfe
10:00 - 11:30 Englisch für Ältere
12:00 - 13:30 Englisch für Ältere
samstags
09:00 - 12:00 Wandergruppe
der Seniorenhilfe
Wegen möglicher Änderungen einzelner Termine (Ferien, Krankheit usw.) empfiehlt sich die telefonische Anfrage.
Das Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos befindet sich hinter der alten „Hainer Schule“, Ecke Marienborner Str. / Blumenstr.
Anfahrt: Ab Hauptbahnhof, ZOB Bussteig B 1-2: Linien R 12, R 13, R 17, L 109 (Bushaltest, Blumenstraße). Parkplatz: Kostenlos am Haus
Wir haben die passenden Veranstaltungen für Sie:
• Englisch für Ältere (verschiedene Stufen)
• Computerkurse für Ältere (Grundlagen, Internet, E-Mail u. a.)
• Vorträge | Café-Zeit im KrönchenCenter
und vieles Andere mehr.
„Wandern und Schauen, Hobby mit Tempo 3“
Kneppe/Gottschalk 79516 / 79154
14.00 Uhr ab Weidenau Finanzamt
18.00 Uhr Rückkehr
- 10.09. Bad Marienberg
- 24.09. Wissen *
- 08.10. Dumicke
- 22.10. Ferndof – Irlenhecken*
- 05.11. Repetal *
- 19.11. Abschluss*
Fugler 870315/870305
14.00 Uhr ab Geisweid, Klaf. Markt
18.00 Uhr Rückkehr
- 10.09. Boxbach
- 24.09. Wilnsdorf-Wilgersdorf
VHS Siegen, KrönchenCenter, Markt 25, 57072 Siegen
www.vhs-siegen.de
Telefon: 0271 404-3000
- 08.10. Wenden-Schönau
- 22.10. Netphen
- 05.11. Bad Laasphe
- 19.11. Obersetzen – Ausklang
Fritz/Hartzer 42616/75801
13.45 Uhr ab Wdn., Humboldt-Pl.
14.00 Uhr ab Weidenau, A.d. Hütten
18.00 Uhr Rückkehr
- 17.09. Elkhausen
- 01.10. Repetal
- 15.10. Irlenhecken
- 29.10. Böminghausen
- 12.11. Dörnschlade
- 26.11.2013 Abschluss
Hövelmann/Flender 75980/82733
14.00 Uhr Abfahrt Weidenau, Bhf.
14.15 Uhr Abf. Marktpl. Geisweid
18.00 Uhr Rückkehr
- 03.09. Irmgarteichen
- 17.09. Kohlhagen-Ahe
- 01.10. Niederhelden
- 15.10. Schmallenberg
- 29.10. Dauersberg – Betzdorf
- 12.11. Geisweid – Langenbachtal
- 26.11. Wenden – Dörnschlade *
3.12. Gemeinsame Adventfeier aller
Wandergruppen in der Bismarkhalle
*Anmeldung erforderlich
3/2013 durchblick 67
Veranstaltungshinweise
So.
Do.
Fr.
Sa.
Fr.
Sa.
So.
Sa.
Sa.
Sa.
So.
Di.
Sa.
So.
Do.
Fr.
Sa.
Sa.
Sa.
So.
Fr.
Do.
Fr.
Sa.
Backestage
im Kreisgebiet
September
01./ ab 11 Uhr, Fbg.-Lindenberg
05./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen
06./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen
07./ 08-15 Uhr, Sgn.-Trupbach
09-11 Uhr, Burb.-Wahlbach
ab 13 Uhr, Burb.-Lützeln
ab 13 Uhr, Burb.-Wahlbach
ab 14 Uhr, Netph.-Salchendorf
15-18 Uhr, Netph.-Nenckersdorf
15-22 Uhr, Sgn.-Trupbach
ab 15 Uhr, Langenholdinghausen
13./ ab 08 Uhr, Fbg.-Heisberg
11-13 Uhr, Burb.-Nd.dresselndorf
14./ ab 08 Uhr, Fbg.-Heisberg
10-14 Uhr, Fbg.-Oberholzklau
10-13 Uhr, Burb.-Ob.dresselndf.
15./ ab 11 Uhr, Wilnsdorf-Anzhausen
14-17 Uhr, Netphen – Im Bruch
10-13 Uhr, Fbg.-Alchen
21./ ab 12 Uhr, Netph.-Beienbach
28./ 13-15 Uhr, Sgn.-Birlenbach
11-16 Uhr, Sgn.-Obersetzen
10-15 Uhr, Fbg.-Bottenberg
06-12 Uhr, Burb.-Alte Vogtei
Oktober
05./ ab 14 Uhr, Netph.-Salchendorf
ab 10 Uhr, Langenholdinghausen
06./ 11-18 Uhr, Bad Berleburg
08./ 11-13 Uhr, Burb.-Nd.dresselndorf
12./ 10-14 Uhr, Fbg.-Oberholzklau
10-13 Uhr, Burb.-Ob.dresselndf.
20./ 14-17 Uhr, Netphen – Im Bruch
24./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen
25./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen
26./ 11-16 Uhr, Sgn.-Obersetzen
06-12 Uhr, Burb.-Alte Vogtei
November
02./ ab 14 Uhr, Netph.-Salchendorf
09./ 10-13 Uhr, Burb.-Ob.dresselndf.
17./ 14-17 Uhr, Netphen – Im Bruch
22./ 11-13 Uhr, Burb.-Nd.dresselndorf
28./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen
29./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen
30./ 11-16 Uhr, Sgn.-Obersetzen
10-14 Uhr, Fbg.-Oberholzklau
Vermittlung
von Wohnpartnerschaften
Die Koordinierungsstelle „Wohnpartnerschaften“
beim Verein ALTERAktiv sucht
ältere Menschen, die Wohnraum zur
Verfügung stellen können und Hilfe oder
Begleitung bei Haus- und Gartenarbeit,
beim Einkauf u.ä. benötigen oder wünschen.
Sie vermittelt junge Menschen als MieterInnen, die tatkräftig Unterstützung
leisten und so ihre Mietkosten reduzieren wollen.
Als Faustregel gilt: Eine Stunde Hilfe im Monat für einen Quadratmeter
Wohnraum plus Nebenkosten.
Wenn Sie interessiert sind, wenden Sie sich an:
ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V.
Geschäftsstelle / Seniorenbüro
57074 Siegen, St Johann-Str. 7
Tel.: 02 71/2 34 60 66 Fax: 02 71/2 34 60 77
E-Mail: wohnpartnerschaft@senioren-si.de
Internet: www.senioren-siegen
ZUHAUSE BEI DER WGH
WGH - Wohnungsgenossenschaft Hüttental eG
Jahnstraße 45 · 57076 Siegen
Telefon 0271 48951-0 · Fax 0271 48951-51
info@wgh-siegen.de · www.wgh-siegen.de
68 durchblick 3/2013
Veranstaltungshinweise
Wiederkehrende Termine
montags:
10:00 Seniorengymnastik mit Anne
Freudenberger, im Gemeinschaftsraum
Dr.-Ernst-Schuppener-Haus, Stadtteilbüro
Heidenberg, 0271-23418872
14:00 Montagscafé, DRK-Ortsverein
Siegen Nord e.V., H. Schneppenkauten 1,
57076 Weidenau 0271-76585
14:30 Handarbeitstreff: Stricken, häckeln,
sticken, nähen, ... „Regiestelle
Leben im Alter“ Rathaus Weidenauer
Str. 215, 0271/404-2200
Jeden 1. Montag im Monat
19:00 Trauergruppe der Ambulanten
Hozpizhilfe Stiftung Diakoniestation
Kreuztal, Haus Ernsdorfstr. 3-5, Kreuztal,
02732/1028
Jeden 2. Montag im Monat
10:00 Frühstückstreff: AWO-Ortsverein
Siegen, im der Begegnungsstätte Rosterstr.
186, Siegen, 0271/3386-160
10:00 Trauercafé der ambulanten ökumenischen
Hospizhilfe e.V.; Begegnungszentrum
Haus Herbstzeitlos Siegen,
0160-99 49 40 56
Jeden 3. Montag im Monat
18:30 Treffen Selbsthilfegruppe: Sauerstoff-Langzeit-Therapie
Begegnungszentrum
Haus Herbstzeitlos Siegen,
0271-370354
Jeden 4. Montag im Monat
10:00 Frühstückstreff der Seniorenhilfe
e.V. im Begegnungszentrum „Haus
Herbstzeitlos“ Siegen, Marienborner
Straße 151 0271/6610335
14:30 Kaffeekränzchen: AWO-Ortsverein
Siegen, in der Begegnungsstätte Rosterstr.
186, Siegen, 0271/3386-160
dienstags:
10:00 Mit Stock und Hund, gemeinschaftlicher
Spaziergang mit Hunden, ab
SeniorenServiceStelle Eiserfeld (Sparkasse)
0271/404-2200
10:00 Kreatives Treffen der Malgruppe
im Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos
Siegen, (außer 1. Di. im Monat)
0271/37387
Jeden 1. Dienstag im Monat
10:00 Kreativgruppe Haushalt, Städtisches
Begegnungszentrum Haus
Herbstzeitlos Siegen, 02737-3455
Begegnungszentrum der Stadt Siegen
Haus Herbstzeitlos
15:00 ALTERAktiv Lesepaten, Haus
Herbstzeitlos Siegen, 02739/2290
Jeden 3. Dienstag im Monat
19:30 Treffen Wohnprojekt: Wahlverwandte,
Begegnungszentrum Haus
Herbstzeitlos 0271-2380108
mittwochs:
09:00 - 12:00 Die Heinzelwerker Regiestelle
Leben im Alter“, Rathaus Weidenauer
Str. 215, 404-2200
10:00 Spaziergang: 3000 Schritte, Tempo
und Strecke sind angepasst, ab Rathaus
Weidenauer Str. 215, 404-2200
17:00 Internationaler Seniorentanz,
Interkulturelle Gemeinschaft, kath. Gemeindehaus
Siegen, St.-Michael-Str. 3
Jeden 1. Mittwoch im Monat
10:00 Wandern mit Dieter Solms:
Achenbach und Umgebung, ab Dr.-
Ernst-Schuppener-Haus, Stadtteilbüro
Heidenberg, 23418872
14:00 KSG – Offenes Café im Wenscht,
Geisweid, Fichtenweg 5, 0271/89106
15:00 Frauenzimmer, Frauencafé des
DRK Siegen-Wittgenstein, in der Burgschule
Siegen-Niederschelden. Informationen
unter 02731/33716-0
Jeden 2. Mittwoch im Monat
14:30 KSG – Café im Wenscht: Kochstudio
International, Siegen-Geisweid,
Fichtenweg 5, 0271/89106
Jeden 3. Mittwoch im Monat
14:30 VDK-Siegen-Treff; Frohe Runde
des Ortsverbandes, Christofferhaus Siegen,
Friedrich-Wilhelm-Str. 118
Foto: Susanne Müller
Das Wandern ist des Müllers Lust!
Auch wenn die Zeiten der Müller
längst vorbei sind, die Lust am Laufen
ist der Wandergruppe der Seniorenhilfe
Siegen e.V. geblieben. Das Bild
zeigt die Wandersleut auf ihrem Weg
von Wilgersdorf nach Rodenbach.
Foto: Ingrid Drabe
14:30 Wir tanzen wieder. Für Menschern
mit und ohne Demenz, Tanzschule „Im
Takt“, Dreis-Tiefenb., Dreisbachstr. 4.
Anmeld. erbeten 0271/234178-17
donnerstags:
09:30 - 10:30 Selbstverteidigung, Begegnungszentrum
Haus Herbstzeitlos Siegen,
Marienborner Str. 0160-8301867
10:00 Seniorenwerkstatt der „Interkulturellen
Gemeinschaft“, katholisches
Gemeindehaus Siegen, St.-
Michael-Str. 3
Jeden 4. Donnerstag im Monat
15:00 Trauercafé der ambulanten ökumenischen
Hospizhilfe Siegen e.V.,
Senioren Begegnungszentrum Haus
Herbstzeitlos Siegen, Marienborner Str.
151 0160-99 49 40 56
freitags:
Jeden 2. Freitag im Monat
14:00 Englisch Tea Time, Ortsverein Siegen,
im der Begegnungsstätte Rosterstr.
186, Siegen, 0271/3386-280
15:00 Dämmerstunde der Seniorenhilfe
Siegen e.V. Städtisches Begegnungszentrum
Haus Herbstzeitlos Siegen, Marienborner
Str. 151 0271/44369
Jeden 4. Freitag im Monat
14:00 Englisch Tea Time Ortsverein Siegen,
im der Begegnungsstätte Rosterstr.
186, Siegen, 0271/3386-280
sonntags:
Jeden 3. Sonntag im Monat
14:30 Café unter der Linde, Begegnungszentrum
Haus Herbstzeitlos
Siegen, Marienborner Str. 151,
0271/56410
14:30 Cafè VergissMeinNicht, für Menschen
mit und ohne Demenz, Netphen,
Brauersdorfer Str. 60 02738/6888229
15:00 Trauercafé der ambulanten ökumenischen
Hospizhilfe Siegen e.V.,
Alter Kindergarten Freudenberg, Oranienstr.
25, 0160-99 49 40 56
3/2013 durchblick 69
Veranstaltungshinweise
September 2013
1. Sonntag
10:15 Gottesdienst-Demenz – den Weg
gemeinsam gehen, Christuskirche Neunkirchen
Zeppenfeld
14:30 Gottesdienst für Menschen mit
Demenz, mit Kaffetrinken, Burbach,
Haus St. Raphael Steinhardtstr. 4
16:00 Konzert mit den schönsten Kirchenliedern,
Michael Hirte: Ave Maria,
Haardter Kirche Siegen-Weidenau
16:00 Sonntagnachmittag im Schlosspark
mit dem Blasorchester Musikverein Wehbach
1912, Oberes Schloss Siegen
17:00 Lesungen, „Theater und mehr...“
Tirami-su, Freie ev. Gemeinde Netphen,
Elisabeth-Grube-Str. 5
19:00 Zeitreise in das 19. Jahrhundert,
Feuer und Wasser-Live in den Fabrikskes,
Technikmuseum Freudenberg
20:45 Siegener Open-Air-Kino, Kokowääh
2, Im Schlosshof, Oberes Schloss
5. Donnerstag
20:30 Siegener Open-Air-Kino, Silver
Linings, Schlosspark Oberes Schloss
6. Freitag
20:30 Siegener Open-Air-Kino, Les Misérables,
Schlosspark Oberes Schloss
7. Samstag
10:00 Flohmakt auf dem Birkenhof:
Schnäppchen suchen-finden, Spaß haben,
Wilnsdorf Birkenhof 02739/47698
12:00 Oldtimer-Motorradtreffen, Technikmuseum
Freudenberg (auch So)
14:00 „Irish Valley Festival“, Herz trifft
Kleeblatt, 50 Jahre Teilhabe vor Ort,
AWO-Werkstätten Netphen-Deutz
20:00 Siegener Open-Air-Kino, Late
Night Jazz Foundation – LIVE, Schlosspark
Oberes Schloss
20:00 Kabarett: Horst Schroth – Grün
vor Neid, Spiegelzelt Erndtebrück, Markt
8. Sonntag
10:30 Schlosshof-Konzerte 2013 mit der
„Bergknappenkapelle“, Bad Berleburg
16:00 Sonntagnachmittag im Schlosspark,
„Windwood & Co.“ Instrumentale
Popmusik, Oberes Schloss Siegen
20:30 Siegener Open-Air-Kino, Skyfall,
Schlosspark Oberes Schloss
10. Dienstag
19:30 Was tun, wenn Oma komisch wird?
Kurzfilm und Information, AWO-Familienzentrum
„Kleeblatt“ Freudenberg,
Friedenshortstr. 23
20:00 Demenz in der Familie, Vortrag
und Gespräch, Ev. Begegnungsstätte Si-
Achenbach, Samelsfeld 37
11. Mittwoch
19:30 Vorstellung Tagespflege Diakoniestation
Buschhütten, Gemeindehaus
Kreuztal-Buschütten
12. Donnerstag
15:00 Literaturcafé der Seniorenhilfe,
Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos,
Marienborner Str. 151, Siegen
13. Freitag
16:00 Oktoberfest mit der original
Münchener Oktoberfestband „Wiesenkönige“
auf dem Außengelände der Siegerlandhalle
Siegen (auch am 14.9.)
14. Samstag
20:00 Nacht der 1000 Lichter, „Versailles
reloaded“ & „Feuer im Gemäuer“,
in der Siegener Oberstadt
20:00 Theater: Didi Jünemann in Wir
Kellerkinder, Heimhof-Theater Burbach
15. Sonntag
14:30 Begegnungscafé mit Rahmenprogramm
für Menschen mit Demenz und
Interessierte, „VergissMeinNicht“ Netphen
e.V. Brauersdorfer Str. 60
16:00 Sonntagnachmittag im Schlosspark,
Abschluss mit den „Herdorfer Dixieland-Friends“,
Oberes Schloss Siegen
20:00 Orgelkonzert, Kath. Kirchengemeinde
St. Joseph, Siegen-Weidenau
16. Montag
14:30 Gedächtnistraining, Begegnungszentrum
Haus Herbstzeitlos Siegen
17:00 Kino ohne ALTERsbeschränkung,
Quartett, Viktoria Filmtheater,
Hilchenbach-Dahlbruch, eine Veranstaltung
der Senioren-Service-Stelle
17. Dienstag
16:00 Demenz in Familie, Freundeskreis,
Nachbarschaft Info für kroatischstämmige
MitbürgerInnen, Katholischkroatische
Mission, Siegen, Häutebachweg 5
20:00 PussyTerror-Tour Kabarett mit
Carolin Kebekus, Gebr.-Busch-Theater,
Hilchenbach
70 durchblick 3/2013
Veranstaltungshinweise
18. Mittwoch
14:30 Kraft der Bakterien, Zahngesundheit,
Mundhygiene bei Pflegebedürftigen
Burbach Haus St. Raphael, Steinhardtstr.
14:30 Wir tanzen wieder, Tanzangebot
– für Menschen mit und ohne Demenz
„Tanzschule Im Takt“, Netphen-Dreis-
Tiefenbach, Dreisbachstraße 24
16:00 Gottesdienst – Das Herz wird
nicht dement, mit anschließendem Gespräch
Fliedner-Heim, Si.-Weidenau,
Luisenstraße 15
16:30 Angehörigengruppe – Film Demenz
erleben – Ich verlier den Verstand,
mit anschließendem Austausch, Tagespflegehaus
Wilnsdorf, Eremitage 9
19. Donnerstag
19.00 Film – Vergiss mein nicht, ab 18
Uhr Infomöglichkeit und Kulinarisches
im Foyer Viktoria Filmtheater Hi.-Dahlbruch,
Bernhard-Weiss-Platz 6
20:00 kreuztalkultur, Kabarett-Highlight
STUNK unplugged, Stadthalle
Kreuztal, Am Erbstollen 7
20. Freitag
19:00 Rocknacht im Spiegelzelt
mit „Pink Pulse“ und
„What about Tom“, Erndtebrück,
Eisenwerk Grünewald 2
20:00 kreuztalkultur, Nils Landgren
Funk Unit, Teamwork – Live 2013,
Stadthalle Kreuztal, Am Erbstollen 7
20:00 Comedie mit Otto Walkes, Otto –
Geboren um zu blödeln, Siegerlandhalle
Siegen, Koblenzer Str. 151
20:00 Romantische Lesung Gerd Dudenhöfer
liest „Gerd Dudenhöfer“,
Heimhof-Theater Burbach
21. Samstag
11:00 Tag der Technik 2013: Die Erlebnisfabrik
Lokschuppen, Bahnhof Siegen
14:00 Tag der offenen Tür, verschiedene
Infomöglichkeiten zum Thema Demenz
Haus am Sähling, Bad Berleburg, An der
Gontardslust 11
20:00 Music-Show im Spiegelzelt, Adrienne
Haan& Band, Erndtebrück, Eisenwerk
Grünewald 2
23.Montag
14:30 Offenes Singen, eine Veranstaltung
der Stadt Siegen, Bismarckhalle
Siegen-Weidenau (Eintritt: 1 Euro)
18:30 Gruppe für ältere Schwule und
Lesben, Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos
Siegen, Marienborner Str. 151
24. Dienstag
10:00-15:30 Tag der Angehörigen, Veranstaltung
des „Runden Tisch Demenz“
in Siegen-Wittgenstein, Siegerlandhalle
19.30 Wenn Pflege schwierig wird / Gewaltprävention
Infoabend AWO Familienzentrum
„Kleeblatt“ Freudenberg, Friedenshortstraße
23
20:00 Von der Klassik bis zur Moderne
Benefizkonzert des Landespolizeiorchester
NRW, Apollo-Theater Siegen
25. Mittwoch
10.00 Gottesdienst für Menschen mit Demenz,
ihre Angehörigen und die Gemeinde
Haus Obere Hengsbach, Siegen, Hengsbachstraße
155
14:30 Kaffeetrinken mit anschließendem
Vortrag: Pflegefall - Was tun? Ulrich
Knopp referiert zum Thema Pflege, eine
kostenfreie Gemeinschaftsveranstaltung
im Net(t)werk Siegen, Achenbach Str. 115
19:30 Umgang und Persönlichkeitsveränderungen
dementiell veränderter Menschen,
Vortrag zum Themenabend für pflegende
Angehörige des „Ökumenischen
Helferkreis Hilchenbach“ und der „auszeit
Kreuztal“. Kreuzkirche Kreuztal, Martin-
Luther-Str. 1
26. Donnerstag
15:00 Literaturcafé der Seniorenhilfe, Begegnungszentrum
Haus Herbstzeitlos Siegen,
Marienborner Str. 151
19.00 Vortrag: Demenz im Alltag (er)leben
- wie Alzheimer sich anfühlt, St. Marien-
Krankenhaus Siegen, Kampenstraße 51
20:00 Sinfoniekonzert der Philharmonie
Südwestfalen, Gebr.-Busch-Theater, Hilchenbach-Dahlbruch
27. Freitag
20:00 kreuztalkultur, Piet Klocke, Komödiant
und Musiker, Stadthalle Kreuztal
Veranstalterfoto
21.00 Klavierspieler Ulrich van der Schoor
begleitet den Stummfilm Moderne Zeiten
von Charlie Chaplin, Technikmuseum
Freudenberg e.V., Olper Straße 5
29. Sonntag
13:00-17:00 2. Seniorentag Aktivität kennt
kein Alter, Projektvorstellung „Wir tanzen
wieder“ Otto-Reifenrath-Haus, Neunkirchen,
Bahnhofstraße 1
18:00 Radio Siegen Comic-Time, Als die
Bilder laufen lernten, Heimhof-Theater
Burbach
30. Montag
14:30 Gedächtnistraining, Begegnungszentrum
Haus Herbstzeitlos Siegen, Marienborner
Str. 151,
16.00 Wenn Vater vergesslich wird… Vortrag
zum Thema Demenz in russischer
Sprache, Kath. Pfarrgemeinde St. Marien,
Siegen, Häutebachweg 5
Piet Klocke am 27. 9. in Kreuztal
3/2013 durchblick 71
Veranstaltungshinweise
Oktober 2013
1. Dienstag
9:30 Gedächtnistraining, Begegnungszentrum
Haus Herbstzeitlos, Marienborner
Str. 151, Siegen
15.30-18.00 Sitztanz – Bewegung für
Senioren und alle, die daran Freude
haben. Hauskrankenpflege „amPuls“,
Burbach, Nassauische Straße 40
19.00 Mein Vater, Filmvorführung mit
anschließender Gesprächsmöglichkeit,
KultourBackes Freudenberg, Kölner Str. 1
19:30 Wohnraumanpassung bei Demenz,
Informationsveranstaltung der
Wohnberatung Siegen-Wittgenstein e.V.,
Bad Laasphe, Haus des Gastes
19:30 Was ist denn nur mit Lisbeth los?
VHS-Vortrag zum Thema Demenz, Rathaus
Hilchenbach, Markt 13
3. Donnerstag
20:00 Schauspiel von Lutz Hübner, Frau
Müller muss weg! Gebr.-Busch-Theater,
Hilchenbach-Dahlbruch
4. Freitag
15:00 Literaturcafé der Seniorenhilfe,
Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos,
Marienborner Str. 151, Siegen
5. Samstag
20:00 Musik-Comedy: Evi & das Tier,
Heimhof-Theater Burbach
6. Sonntag
10:15 Südwestfalentag mit Holzmarkt
Bad Berleburg, Marktplatz
Montag
9:30 Gedächtnistraining, Begegnungszentrum
Haus Herbstzeitlos Siegen
Kino ohne
Altersbeschränkung
Das grüne Wunder – Unser Wald
8.Dienstag
20:00 Kammermusik Notos Quartett,
Gebr.-Busch-Theater, Hi.-Dahlbruch
10. Donnerstag
15:00 Literaturcafé der Seniorenhilfe,
Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos
Siegen, Marienborner Str. 151
20:00 kreuztalkultur, Michael Altinger
& Band Das Ende bin ich, Weiße Villa,
Dreslers Park, Kreuztal
11. Freitag
20:00 kreuztalkultur, Georg Ringsgwandl,
Mehr Glanz, Stadthalle Kreuztal,
13. Sonntag
14:30 Gottesdienst für Menschen mit
Demenz, mit Kaffetrinken, Burbach,
Haus St. Raphael, Steinhardtstr. 4
16:00 Der (Rass-) Berg ruft, Musikveranstaltung
Neunkirchen, Gemeindehaus
Rassberg
14. Montag
14:30 Seniorenveranstaltung
der Stadt Siegen,
Goldener Herbst,
Bismarckhalle Si.-Weidenau
16. Mittwoch
20:00 Vortrag: Vom Leitbild der biologisch-dynamischen
Landwirtschaft,
Wilnsdorf, Birkenhof
17. Donnerstag
16.30 Liebe, Film zum Thema Umgang
mit Krankheit und Alter in der Partnerschaft,
Rathaus Neunkirchen, Bahnhofstr.
Montag 21. 10. im Viktoria
Filmtheater Hilchenbach
Veranstalterfoto
Veranstalterfoto
Claudia Rieschel in „Frau Müller muss
weg“, Donnerstag, 3.Okt., im
Gebr.-Busch-Theater Hilchenbach
20:00 kreuztalkultur, „Doktor Stratmann“,
Dat Schönste, Stadthalle Kreuztal
18. Freitag
20:00 Birkenhof-Vortrag: Welchen Wald
brauchen zukünftige Generationen?
Wilnsdorf, Birkenhof 1
18:00 Ausstellungseröffnung: Stille
Heldinnen, Siegen, VHS Siegen, KrönchenCenter,
Markt
19. Samstag
10:00 Internationale Tagung: Soziale
Sicherheit in Afrika: Gesundheit, Arbeit,
Alter, Siegen, VHS Siegen, KrönchenCenter,
Markt (auch Sonntag)
16:00 Gottesdienst für Menschen mit
Demenz, ihre Angehörigen und Gemeinde,
Wilnsdorf, „Haus Höhwäldchen“,
Höhwäldchenstr. 3
20:00 Andreas Gabalier & Band, auf
Deutschlandtour 2013, Siegerlandhalle
20. Sonntag
11:00 Ausstellungseröffnung Land schafft
Bilder = Landschaftsbilder, Friesenhagen
Altenheim St. Klara
21. Montag
17:00 Kino ohne ALTERsbeschränkung,
Das grüne Wunder – Unser Wald,
Viktoria Filmtheater, Hilchenbach
26. Samstag
18:00 NACHT DER ALTEN TECHNIK,
Technikmuseum Freudenberg, Olper Str.
30. Mittwoch
20:00 Ute Freudenberg & Christian Lais
mit Band: Die Duett-Tour, Siegerlandhalle
31. Donnerstag
19:30 Adonia-Musical, Die biblische
Geschichte „Esther – die Königin“, Bürgerhaus
am Markt, Bad Berleburg
72 durchblick 3/2013
Veranstaltungshinweise
November 2013
3. Sonntag
16:00 Das Siegener Blasorchester präsentiert
Highlights der symphonischen
und konzertanten Blasmusik, Leonhard-
Gläser-Saal der Siegerlandhalle. Eintrittskarten
unter 0160/3702913
5. Dienstag
20:00 Kammermusik: Quadro Nuevo
End of the Rainbow, Gebr.-Busch-
Theater, Hilchenbach-Dahlbruch
7. Donnerstag
19:30 Film: Kinderfamilien in Südafrika.
Kinder, deren beide Eltern an Aids
gestorben sind, organisieren sich selbst
mit dem ältesten Geschwister als „Familienoberhaupt“,
Siegen, VHS Siegen,
KrönchenCenter, Markt
9. Samstag
9:00 Arzt-Patienten-Seminar Siegener
Herztag des St.-Marien-Krankenhauses
der Deutschen Herzstiftung und der
AOK Nordwest, Siegen, Siegerlandhalle
19:00 Lesung: Renan Demirkan Respekt,
Heimweh nach Menschlichkeit,
Stift Keppel Hilchenbach
20:00 kreuztalkultur, Jan Garbarek
Group in Konzert, Stadthalle Kreuztal,
20:00 Daubs Melanie mit Lieder, Land
und Lälleser, Heimhof-Theater Burbach
10. Sonntag
17:00 Dia-Multivisionsvortrag Nordpoldämmerung,
Stadthalle Kreuztal
Veranstalterfoto
19. Dienstag
20:00 Comedy & Kabarett mit Gernot
Hassknecht, In zwölf Schritten zum Choleriker,
Gebrüder-Busch-Theater, Hilchenbach-Dahlbruch
21. Donnerstag
15:00 Literaturcafé der Seniorenhilfe,
Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos
Siegen, Marienborner Str. 151
15:00 Interkulturelle Seniorenbegegnung
der spanischsprachigen katholischen Gemeinde
Siegen, St.-Michael-Str. 3
20:00 kreuztalkultur, Gerd Knebel,
Wörld of Drecksäck, Weiße Villa in Dreslers
Park, Kreuztal
Wegen der überwältigenden
Nachfrage hat
das „Senioren
TheaterSiegen“
sein aktuelles
Stück
„Norwegen,
Seite 38“
nochmals ins
Programm
aufgenommen.
Die nächste
Aufführungen im
Kleinen
Theater Lÿz
Siegen ist
Sonntag,
17. Nov. 16 Uhr.
22. Freitag
20:00 kreuztalkultur, Irish Folk Festival,
Voice of a nation Tour, Stadthalle Kreuztal,
23. Samstag
17:00 Konzert geistlicher Musik, Sehnsucht,
Ev. Kirche Erndtebrück
25. Montag
14:30 Gedächtnistraining, Begegnungszentrum
Haus Herbstzeitlos Siegen
Bis Redaktionsschluß lagen dem
durchblick noch keine Termine
für das Kulturhaus Lÿz vor.
12. Dienstag
20:00 Lesung mit Emil Steinberger,
Drei Engel, Stadthalle Kreuztal
14. Donnerstag
20:00 Springmaustheater Bonn, Helden
gesucht, Gebrüder-Busch-Theater, Hilchenbach
-Dahlbruch
16. Samstag
20:00 Ray Wilson mit dem Genesis
Classic Quartett, Rock- und Popmusik,
in der Weißtalhalle Siegen-Kaan-Marienborn,
Blumersfeld 2
20:00 Konzert mit den vier Beat-Propheten
in THE BEAT! Radicals, Heimhof-Thater
Burbach
17. Sonntag
16:00 Dia-Panoramavision von Dieter
Freigang, Allgäu – Berge, Hütten, Höhenwege,
Heimhof-Theater Burbach
Wollten Sie schon immer Ihre
Lebenserinnerungen
schriftlich festhalten und weitergeben?
Ich befrage Sie und höre Ihnen zu.
Was ich aufschreibe, bestimmen Sie.
Sie erhalten eine CD, das Manuskript
mit Fotos oder ein fertiges Buch mit
Ihren Lebenserinnerungen.
Das erste Gespräch ist kostenfrei.
Referenzen vorhanden.
0177 25 07 57 0
lebenserinnerungen@aol.com
Winfried Hofmann
3/2013 durchblick 73
Unterhaltung / Impressum
Es fiel uns auf …
… dass Allergien auch spät beginnen können. Früher
dachte man, im Alter würden sich keine Allergien mehr
entwickeln. Aber das gilt heute nicht mehr. Weil viele
Menschen auch im Alter noch fit sind, funktioniert auch
ihr Immunsystem noch gut und ist deshalb auch noch zu
Überreaktionen fähig. Das ist die Grundvoraussetzung
für eine Allergie. Atemnot, Dauerschnupfen oder Hautveränderungen
sollten aufhorchen lassen.
… dass Lügen krank machen können. Lügen haben
nicht nur kurze Beine, sie schaden auch der Gesundheit.
Das ergab eine Studie der US-Universität in Indiana.
Wer häufiger lügt, leidet öfter unter seelischen und körperlichen
Beschwerden. Im Umkehrschluss ergibt sich,
dass Wahrheitsliebende deutlich seltener über Verspannungen
und Stress, Kopf- und Halsschmerzen klagen
… dass es in bestimmten Regionen der Erde die meisten
Hundertjährigen gibt. In drei Regionen der Erde weisen
durchschnittlich besonders viele Menschen eine sehr hohe
Lebenserwartung auf: auf der Mittelmeerinsel Sardinien,
auf der japanischen Insel Okinawa und im Vilcabambagebiet
in Ecuador. Auf geht's – nach Sardinien!
homa
Ge
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eneim Wort snid, das ezniige was wcthiig ist, das der estre
und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiin snid. Der
Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sein, tedztorm knan man
ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist so, weil wir nicht jeedn
Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wort als gzeans enkreenn.
Ehct ksras! Das ghet wicklirh! Und dfüar ghneen
wir jrhlaeng in die Slhcue!
durchblick
Gemeinnützige Autorenzeitschrift
für Siegen und Siegen-Wittgenstein
HERAUSGEBER: durchblick-siegen Information und Medien e.V.
ANSCHRIFT DER REDAKTION:
„Haus Herbstzeitlos“, Marienborner Str. 151, 57074 Siegen
Telefon 0271 61647, Mobil: 0171-6206413
E-Mail: redaktion@durchblick-siegen.de
Internet: www.durchblick-siegen.de
ÖFFNUNGSZEITEN:
dienstags bis donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr
1. und 3. Dienstag im Monat auch von 15.00 bis 17.00 Uhr
REDAKTION:
Anne Alhäuser; Maria Anspach; Ulla DʻAmico; Ingrid Drabe (Veranstaltungen);
Helga Düringer; Friedhelm Eickhoff (viSdP); Fritz Fischer;
Eberhard Freundt; Gerda Greis; Eva-Maria Herrmann (stellv. Redaktionsleiterin);
Erich Kerkhoff; Erika Krumm; Brigitte Lanko; Horst
Mahle; Werner Müller-Späth; Helga Siebel-Achenbach; Tessie Reeh;
Ulli Weber
BILDREDAKTION:
Thomas Benauer; Friedhelm Eickhoff; Gottfried Klör (Leitung);
Tessie Reeh; Agnes Spar; Peter Spar
HÖRBUCH-REDAKTION:
Thomas Benauer (Leitung); Rolf Bierbrauer; Helmut Drabe;
Ingrid Drabe (SprecherInnen auf CD-Beilage)
INTERNET:
Thomas Benauer
An dieser Ausgabe haben ferner mitgewirkt:
Hubertus Freundt; Anja Freundt; Hartmut Reeh; Raimar Bruch;
Ernst Göckus; Heinz Bensberg; Gudrun Neuser; Günter Matthes;
Prof. Dr. Wolfgang Popp; Otto Schneider; Eva-Maria Bürger;
Wolfgang Neuser; Kornelia Weber; Horst Schäfer
GESTALTUNG, SATZ UND LAYOUT: db-Lektorat
HERSTELLUNG UND DRUCK: Vorländer, Obergraben 39, 57072 Siegen
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oder 0271/61647; E-Mail: anzeigen@durchblick-siegen.de
Es gilt die Anzeigenpreisliste 11/2009 (www.durchblick-siegen.de)
ERSCHEINUNGSWEISE: März, Juni, September, Dezember
VERTEILUNG:
Helga Siebel-Achenbach (Ltg.); Hannelore Münch; Paul Jochum;
Dr. Horst Bach; Helga Sperling; Renate Tietze; Rotraud Ewert; Ursula
Gloger; Monika Müller; Christel Mahle; Dieter Haas; Maximilian
Lutz; Herbert Jäppche; Hans Amely; Maju Becker; Gabi Schumacher
Waltraud Gottschalk; Hubertus Freundt und alle Redakteure
AUFLAGE: 20.000. Der durchblick liegt kostenlos aus: In Sparkassen,
Apotheken, Arztpraxen und Zeitungsverlagen, in der City-Galerie,
in den Geschäften des Siegerlandzentrums und bei unseren Inserationskunden,
in öffentlichen Gebäuden und vielen sozialen Einrichtungen
der Wohlfahrtsverbände und Kirchen, in allen Rathäusern und
Senioren-Sercicestellen des Kreises Siegen-Wittgenstein. Für die
Postzustellung berechnen wir für vier Ausgaben jährlich 8,00 Euro.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die
Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte
Beiträge und Leserbriefe zu kürzen. Unverlangte Beiträge
werden nicht zurückgeschickt. Der Nachdruck ist nur mit schriftlicher
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GEFÖRDERT DURCH
die Stadt Siegen
und den Kreis
Siegen-Wittgenstein
74 durchblick 3/2013
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