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db 03-2013 WEB

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durch

bl• k

1

Nr.3/2013

26. Jahrgang

kostenlos

C

Autorenzeitschrift

.. nicht nur für Senioren

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Inhaltsübersicht

NACHRICHTEN AUS DER REGION 6

VOM BLUNABALL ZUM SENIORENTANZ 16

RALPH GIORDANO 19

KRANKENHAUS 20

AUS DEM SENIORENBEIRAT 22

MAMMUTBÄUME IN FREUDENBERG 24

DER GRENZWALL 26

STILLE STRATEN 27

DER BLINDGÄNGER 29

TRAUMHAFTER GEWINN 30

EINE HAMBURG-COLLAGE 31

WANDERERLEBNISSE IM ELBSANDSTEINGEBIRGE 34

DER GUTE HIRTE AUS DEM HICKENGRUND 36

STIERKAMPF 38

WIE IST ES MIT DER EINSAMKEIT? 40

LIEBE KENNT KEIN ALTER 42

LEBENSGESTALTUNG 43

DIE GANZ BESONDERE MARMELADE 44

DIE TRUPBACHER HEIDE 46

EINE BEGEGNUNG DIE MICH BEWEGT HAT 48

DER KOMMENTAR 49

REIN INTUITIV (Fortsetzung) 50

HERBST-IMPRESSIONEN 54

UND, WIE GEHT ES DIR? 55

GEDÄCHTNISTRAINING 56

EIN BLICK INS JENSEITS? 58

DILLDABBE? DILLDABBE! 66

HAUS HERBSTZEITLOS / 67

WIEDERKEHRENDE VERANSTALTUNGSHINWEISE 69

AUSSTELLUNG GOTTFRIED KLÖR - LANDSCHAFTSBILDER 70

VERANSTALTUNGSHINWEISE 72

ES FIEL UNS AUF ... / LÖSUNGEN / IMPRESSUM 74

Aus der Redaktion

Die Bundestagswahl wird in Kürze stattfinden und da liegt es eigentlich nahe, dass

auch wir uns mit diesem Thema befassen. Unsere Vorstellung war zunächst, den Kandidaten

der Parteien sogenannte Wahlprüfsteine vorzulegen, um so ihre Vorstellung zur

weiteren Politik unseres Landes zu erfragen. In einer eingehenden, zunehmend kontrovers

geführten Diskussion kamen wir mehrheitlich zu dem Schluss, dass wir kaum

verbindliche Antworten auf unsere Fragen erhalten werden. Zu sehr stehen alle Kandidaten

unter dem Druck, Stimmen für ihre Partei sammeln zu müssen. Unabhängig davon

war eine Minderheit unter den Kolleginnen und Kollegen der Ansicht, dass sich die

Politik stärker auf Jugend und Kinder ausrichten sollte, als sich vorrangig dem großen

Wählerpotenzial der Seniorinnen und Senioren zu verpflichten. Eine bessere Wahlinformation

könnte zudem der „Wahl-O-Mat“ der Bundeszentrale für politische Bildung

liefern, der Ihnen per Internet auf Sie zugeschnittene Wahlvorschläge unterbreitet. Bis

Redaktionsschluss war dieses Medium jedoch noch nicht geschaltet. Wahlinformationen

erhalten Sie auch von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenverbände (BAGSO)

im Internet unter www.bagso.de

Wir wünschen Ihnen, liebe Leserinnen, und Leser einen schönen Herbst und viel Freude

beim Le sen des neuen durchblick.

Die Titelcollage wurde von Gottfried Klör erstellt, der auch das Hintergrundfoto beigesteuert hat. Die vier

Musiker „The Oldtimers“ sind von Horst Günter Simon fotografiert und für den Titel bearbeitet worden.

Stark fürs Leben!

Unsere Wohn- und Pflegeeinrichtungen

möchten mit Ihnen in den

nächsten, aktiven Lebensabschnitt

starten.

Informieren Sie sich über unsere

Einrichtungen

Marienheim, Weidenau

Haus St. Elisabeth, Netphen

Haus St. Raphael, Burbach

Haus St. Klara, Friesenhagen

Haus Mutter Teresa, Niederfischbach

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Tel.: (0271) 231-2106

Ein Unternehmen der

St. Marien-Krankenhaus

Siegen gem. GmbH

3/2013 durchblick 3


Siegener Herz-Tag 2013

16. Arzt-Patienten-Seminar

Herzschwäche

Wenn das Herz an Kraft verliert

Leitung und Moderation:

Prof. Dr. med. Michael Buerke

St. Marien-Krankenhaus Siegen in Zusammenarbeit mit

der Deutschen Herzstiftung und der AOK NORDWEST

Samstag, 09. November 2013, ab 9.00 Uhr


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im Kreisgebiet von September 2013 bis

Januar 2014

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und Gemeinden des Kreises

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Feldenkrais, Wirbelsäulengymnastik,

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Kultur erleben und mit allen Sinnen genießen – Hilchenbach bietet dazu viele Gelegenheiten.

In einer Zeit, in der von den Menschen immer größere Flexibilität und Leistungsfähigkeit verlangt wird, bietet ein erstklassiges Kulturangebot

einen wertvollen Ausgleich für Geist und Seele. Theater, Konzerte und Kabarett vermitteln Kunst als ganz persönliches Erlebnis.

26. September

Konzert mit der

Philharmonie Südwestfalen.

Eröffnung der

53. Spielzeit mit dem

Dirigenten George

Tchitchinadze. Solist ist

Edoardo Zosi, Violine.

3. Oktober

Frau Müller muss weg

Ein Elternabend der besonderen

Art! Elternvertreter

sagen der Lehrerin

ihrer Sprösslinge Frau

Müller, was sie von ihr

halten: Nämlich nichts!

5. November

Quadro Nuevo

aus Reihe „Meisterliche

Kammermusik“ lädt ein,

mit dem Fliegenden

Teppich zum sagenumwobenen

Ende des

Regenbogens zu reisen.

12. Dezember

Der zerbrochene Krug

Kleists Lustspiel gilt als ein

Solitär, in dem lebensvolle

Charaktere in einer rasanten

Handlung milieugerecht

agieren und aufs

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Gebrüder Busch-Theater, Bernhard-Weiss-Platz 6, Hilchenbach-Dahlbruch

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endet die Sommerpause!

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Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

„Nachbarschaft und Partizipation im Quartier“

Siegener Seniorenbeirat favorisiert Hammerhütte

Düsseldorf/Siegen. Das Ministerium

für Gesundheit, Emanzipation, Pflege

und Alter veranstaltete eine Fachtagung

für lebenswerte Wohnquartiere in den

NRW-Kommunen. Ministerin Barbara

Steffens und ihre Staatssekretärin Marlis

Bredehorst machten dabei deutlich,

wie wichtig dem Land diese Aufgabe ist:

Gleich zwei Millionen Euro sollen noch

für dieses Jahr in den Landeshaushalt für

die Quartiersarbeit eingestellt werden. Das

freute auch die beiden an der Tagung teilnehmenden

Vertreter der Krönchenstadt,

Siegens Seniorenbeiratsvorsitzender Dr.

Horst Bach und Karl-Adolf Fries vom

Projekt „Heinzelwerker“ der Regiestelle

Leben im Alter. Schließlich hatte gerade

zwei Tage zuvor der Siegener Seniorenbeirat

das Quartiersprojekt „Hammerhütte“

auf Vorschlag von Stadtbaurat Michael

Stojan in seine Agenda aufgenommen.

Das Ziel sind lebenswerte

Quartiere, in denen die Menschen

wohnen bleiben können, solange sie

möchten. „Wir haben uns zunächst

für das Wohnquartier Hammerhütte

entschieden, da es noch klare

Strukturen besitzt und zahlreiche

Autorenfoto

ältere Menschen dort schon sehr

lange wohnen.“ so Dr. Horst Bach.

Viele Wohnquartiere in der Stadt

und im Land entsprächen allerdings nicht

den Bedürfnissen und Notwendigkeiten

einer gelingenden Nachbarschaft. Daher

wurden mit Förderung des Landes in der

Vergangenheit an fünf Standorten in Nordrhein-Westfalen

Modellprojekte für bessere

Nachbarschaft und Teilhabemöglich-

Dr. Horst Bach, Ministerin Barbara Steffens,

„Heinzelwerker“ Karl-Adolf Fries (v.l.)

keiten im Quartier erprobt. „Jedes Quartier

ist anders, weil überall Menschen leben mit

ihren ganz eigenen Bedürfnissen und Geschichten.

Leben im Quartier ist daher ein

fortlaufender Prozess“, betonte Ministerin

Barbara Steffens in ihrer Einführungsrede.

Näheres unter www.aq-nrw.de ●

DRK Bad Laaspe zertifiziert

Viele neue Fördermitglieder in Wittgenstein

Kreisgeschäftsführer Ralf Henze (re.)

mit DRK-Mitarbeitern

Wittgenstein. Der DRK-Ortsverein Bad

Laasphe hat gemeinsam mit dem DRK

Meschede als erste Einsatzeinheiten des

Deutschen Roten Kreuzes in Nordrhein-

Westfalen das Zertifikat „EQ – Ehrenamt

& Qualität“ erhalten.

Das neue Zertifikat ist nun schon die

dritte Zertifizierung für die Laaspher

Rotkreuzler. Die Ausstattung und die

permanente Pflege der Einsatzfahrzeuge,

sowie das einheitliche Erscheinungsbild

der Helfer war für die Bad Laaspher

DRK-Foto

schon früh ein Thema.

Dieses vorbildliche

Engagement hat

sich gelohnt. 2010 hat

der DRK-Ortsverein

Bad Laasphe die Vorreiterrolle

übernommen

und als Erster

im Landesverband

Westfalen-Lippe eine

Zertifizierung im

ehrenamtlichen Sanitätsdienst

erhalten.

Zwei Jahre später

folgten die Rezertifizierung

und die zusätzliche

Zertifizierung für den Bereich

Medizinprodukte.

„Solche Qualitätsmanagement-Systeme

findet man gewöhnlich nur bei großen

Unternehmen oder auf Landes- und

Kreisverbandsebene. Dass sich Zertifizierungen

auch im Ehrenamt positiv auf

die Arbeitsweise auswirken, zeigt das

Beispiel in Bad Laasphe. „Die Tatsache,

dass unsere Kameradinnen und Kameraden

in Bad Laasphe in ihrer Freizeit

und neben den täglichen Rotkreuzaufgaben

auf diese Zertifizierung hingearbeitet

haben, verdient meine höchste

Anerkennung“, sagt Annemarie Bender,

stv. Vorsitzende des Kreisverbandes

Die Einsatzeinheit ist eine taktische

Einheit des Bevölkerungsschutzes und

kombiniert die Katastrophenschutzfachdienste,

Betreuungsdienst und Sanitätsdienst.

Das ehrenamtliche Personal wird

von den verschiedensten Hilfsorganisationen

gestellt. Das DRK stellt insgesamt

241 Einsatzeinheiten im Land NRW.

Bei der kürzlich durchgeführten Gewinnung

neuer DRK-Fördermitglieder

in den DRK-Ortsvereinen Bad Laasphe,

Erndtebrück und Bad Berleburg konnten

insgesamt knapp über 400 neue Unterstützer

gefunden werden. Alle Fördermitglieder

ermöglichen mit einem

selbst gewählten regelmäßigen finanziellen

Beitrag die ehrenamtliche Arbeit

der DRK-Ortsvereine vor Ort. „Auch

das jüngste Zugunglück in Wittgenstein

hat gezeigt, wie wichtig die funktionierenden

ehrenamtlichen Strukturen sind,

um den Rettungsdienst bei solchen Unfällen

zu ergänzen und zu unterstützen.

Für Material, Ausbildung und Fortbildung

benötigen wir aber finanzielle

Unterstützung“, sagt Kreisrotkreuzleiter

Joachim Steinbrück.

6 durchblick 3/2013


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3/2013 durchblick 7


Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Heinzelwerk hat sich etabliert

Angebot der Regiestelle Leben im Alter der Stadt Siegen

Auftraggebern übernommen

werden“,

erklärt Waltraud

Gottschalk, die

ebenfalls seit Beginn

das Team unterstützt.

„Der Dank derjenigen,

denen man

geholfen hat, gibt

dann die Kraft für

jeden neuen Auftrag“,

weiß Peter

Siegener und Mülheimer „Heinzelwerker“ Semder aus eigener

vor dem Reinhold-Forster-Erbstollen in Eiserfeld positiver Erfahrung.

Kalli Fries weiter:

Siegen. Seit dem Sommer des vergangenen

Jahres gibt es in Siegen rund 20 Frauen in der Nachbarschaft! Leider fehlen uns

„Wir arbeiten gerne ortsnah, halt eben

und Männer, die in der ehrenamtlichen Engagierte in den Randgebieten der

Nachbarschaftshilfe tätig sind. Sie erledigen

kleinere handwerkliche Arbeiten und wenn wir weitere Mitstreiter für unsere

Stadt Siegen und es wäre wunderbar,

Aufgaben für Menschen, die aufgrund ihrer

Lebenssituation dazu selbst nicht oder Siegen finden und begeistern können!“

ehrenamtliche Arbeit im Heinzelwerk

nicht mehr in der Lage sind. „Das Projekt Auf Einladung des Heinzelwerks Siegen

ist erfolgreich“, berichtet Kalli Fries, einer

der Mitbegründer des Heinzelwerks zelwerker zum Erfahrungsaustausch.

trafen sich Siegener und Mülheimer Hein-

Siegen. Die Arbeiten die erledigt werden, „Obwohl die Sozialstruktur in Mülheim

sind unterschiedlichster Art, ob in der etwas anders ist als in Siegen, machen wir

Wohnung oder um das Haus herum. doch ähnliche Erfahrungen“, fasst Karl-

Fast 200 Aufträge hat das Heinzelwerk Heinz Römer, einer der aktiven Heinzelwerker

aus Mülheim, die Ergebnisse des

bereits erledigt. Einige wenige sind allerdings

auch abgewiesen worden, denn Erfahrungsaustausches zusammen.

Arbeiten, die zum üblichen Angebot von Alle Heinzelwerker/innen treffen sich

Handwerksbetrieben und Dienstleistern dort jeden 3. Dienstag im Monat um

gehören, führen die Heinzelwerker nicht 15.00 Uhr im Rathaus Weidenau.

durch. „Unsere Hilfe ist kostenlos, weder

für die Anfahrt noch für die Arbeits-

Leben im Alter der Stadt Siegen, Wei-

Informationen erteilt die Regiestelle

zeit muss bezahlt werden. Lediglich die denauer Rathaus Mo.-Fr. 08.00-12.00,

Kosten für das Material sollte von den ℡: 0271/404-2200 oder 404-2202 ebe

Autorenfoto

Autorenfoto

„Bildung“

direkt vor der Haustür

Hilchenbach. 35 Männer der Altersgruppe

„60plus“ folgten dem Aufruf der

Seniorenservicestelle und nahmen an

der Kläranlage Ferndorf an einer fachkundigen

Führung teil. Sie erfuhren, wie

Schmutzwasser zu Trinkwasser aufbereitet

wird.

Auf dem weiträumigen Gelände wurde

den Teilnehmern anschaulich die Funktion

der mechanischen, der biologischen

und der chemisch-physikalischen Reinigungsstufe

vorgestellt.

Als Besonderheit wird in der Kläranlage

Ferndorftal der beim Abwasserreinigungsprozess

anfallende Klärschlamm kompostiert.

Gartenfreunde können so jedes Jahr

ab März Qualitätskompost mit Gütesiegel,

der kostenfrei abgegeben wird und in einer

Kompostbox werktags frei zugänglich ist,

an der Kläranlage abholen.

Im Anschluss ging es zu Fuß weiter

durch das schöne Loher Tal nach Müsen

zur Eisensteingrube Brüche. Dort erwartete

die Teilnehmer eine Sonderführung

durch das Stahlbergmuseum. ebe

8 durchblick 3/2013


Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Mit Köpfchen unterwegs

Erste Runde des Neunkirchener „Gedächtnislaufs“

Renate Rokitta erklärt dem motivierten Team die neue Übung,

Neunkirchen. Die zertifizierte Gedächtnistrainerin

Renate Rokitta motivierte

die Teilnehmer in den vergangenen

Monaten regelmäßig einen ganz besonderen

Parcours zu absolvieren.Unsere

geistigen Leistungen hängen davon ab,

wie fit das Gehirn ist. Und das lässt sich

ebenso auf Trab bringen wie der Bizeps

oder das Herz-Kreislauf-System. Weil

das Gehirn beim

Denken Sauerstoff

verbraucht,

liegt das beste

Fitnessstudio

an der frischen

Luft“. Die ist

auch wissenschaftlich

untermauert.

Alle waren sich

einig, dass der

persönliche

Vorteil durch

die Stärkung

der geistigen Fitness in jedem Alter

wichtig ist. Auch der Spaß kam bei

dieser Veranstaltung nicht zu kurz: Oft

wurde mitten im Wald herzhaft über die

Ergebnisse der gestellten Aufgaben gelacht.

Informationen zu den regelmäßig

stattfindenden Gedächtnistrainingskursen

erhalten Sie bei der Senioren-Service-

Stelle, ℡ 02735/767-207. ●

Haus St. Elisabeth seit 1998 auf Tour

Netphen. Bereits

seit Eröffnung der

Wohn- und Pflegeeinrichtung

Haus

St. Elisabeth geht

das Angebot von

Urlaubsfahrten mit

Hausbewohnern

der Einrichtung.

Jährlich zweimal für jeweils sieben Tage

werden Urlaubsfahrten durch ganz

Deutschland angeboten.

Je nachdem was die Teilnehmer erlebt

haben, wurden manche Urlaubsorte

mehrmals besucht. Die grundsätzliche

Frage am Beginn des Angebotes „Urlaubsfahrten“,

ob es überhaupt möglich

ist, mit Senioren aus einer Wohn- und

Pflegeeinrichtung mehrtägig zu verreisen,

wird schnell von dem Leiter Einrichtung

beantwortet. „Lebensalter und

Pflegebedürftigkeit sind kein Grund, dieses

Angebot nicht annehmen zu können“.

Manch ein Teilnehmer nutzte bisher

das Angebot, um das erste Mal im Leben

Autorenfoto

Autorenfoto

überhaupt in Urlaub

fahren zu können. Zeit

füreinander zu haben,

ausruhen vom Alltag,

Sehen und erleben,

sich kennenzulernen,

verdeutlichen unter

anderen den Sinn des

Urlaubsangebotes. Das

Angebot richtet sich grundsätzlich an alle

Hausbewohner. Kein Hindernisgrund sind

Erkrankungen wie z.B. Demenz sowie die

Nutzung eines Rollstuhls. „Ausreichend

Begleitpersonen stehen zur Verfügung, so

Stephan Berres“, Leiter der Einrichtung und

weiter:. „Vor ein paar Jahren haben wir ein

Unternehmen gefunden, welches uns barrierefreie

Urlaubsunterkünfte anbietet. Das

Unternehmen hat sich auf die Organisation

von Hotels und Ferienhäuser für Menschen

mit einem Handicap spezialisiert“.

Die Urlaubsfahrten werden von den

TeilnehmerInnen eventuell mit Hilfe

des Fördervereins Haus St. Elisabeth e.V.

finanziert.

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Besucher freudig am Leben teilnehmen.

Jeder Gast bekommt die Hilfe, die er - unter

Einbeziehung der eigenen Fähigkeiten -

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3/2013 durchblick 9


Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Ausstellung: Stille Heldinnen.

Siegen. Vom 18. Oktober bis zum

10. November 2013 wird in den Räumen

der Volkshochschule im Siegener

Krönchencenter eine interessante Ausstellung

zu sehen sein: „Stille Heldinnen.

Afrikas Großmütter im Kampf

gegen HIV/Aids“. Sie wird organisiert

und betreut von der Gesellschaft für

Friedenserziehung e.V. und dem Forschungs-

und Lehrgebiet Friedenserziehung

der Universität Siegen, in Zusammenarbeit

mit der Evangelischen

Studierendengemeinde und der Volkshochschule

Siegen.

In Afrika wächst wie in Europa die

Zahl der alten Menschen. Aber in Afrika

leben Alte noch häufiger in größter

Armut und sind zudem häufig allein

verantwortlich für die Sorge um große

Familien, darunter viele an Aids erkrankte

Kinder und von Aids betroffene

Enkelkinder. Die Hälfte der heute

12 Millionen Aids-Waisen wächst bei

ihren Großeltern auf.

Die Ausstellung zeigt Bilder von

Großmüttern aus Tansania und Südafrika

in Fotos von Christoph Gödan.

In ihren Lebensgeschichten schildern

diese Frauen, wie sie selbst in Armut

aufwuchsen, Kinder bekamen, von denen

die meisten an Aids erkrankten und

starben, und die ihnen Enkelkinder hinterließen,

die zum Teil auch bereits mit

HIV infiziert sind. Und sie schildern,

wie sie diese Kinder aufziehen, sie vor

dem Verhungern bewahren, ihnen unter

größten Entbehrungen einen Schulbesuch

ermöglichen.

Diese Lebensaufgabe wird ihnen ein

wenig erleichtert durch eine minimale

Rente, die ihnen HelpAge ermöglicht:

umgerechnet 5 EURO im Monat plus

2,50 EURO pro Kind. HelpAge ist eine

deutsche Hilfsorganisation, die gezielt

alte Menschen in Entwicklungsländern

unterstützt. Sie hat auch die Ausstellung

hergestellt und verleiht sie.

Die Ausstellung wird eröffnet am 18.

Oktober 2013, 18.00 Uhr. Im Zusammenhang

mit der Ausstellung führen

die organisierenden Gruppen weitere

Veranstaltungen durch, die im Veranstaltungskalender

ab Seite 72 aufgeführt

sind.

Wolfgang Popp

Sonntag, 8. September ‘13

11 bis 17 Uhr

Kundenzentrum der Sparkasse Siegen

(Morleystr. 2) und Sieg Carré

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10 durchblick 3/2013


Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Immer beliebter!

Angebote der Senioren-Service-Stelle Burbach

SERVICE-CENTER

Burbach. Die Senioren-Service-Stelle

der Gemeinde Burbach kann auf ein

erfolgreiches Jahr 2012 zurückblicken.

Die Seniorenbeauftragte Christine Sahm

stellte jetzt ihren Jahresbericht vor. „Ziel

der Senioren-Service-Stelle ist es, den

Senioren ein möglichst langes, selbstbestimmtes

Leben in den eigenen vier

Wänden zu ermöglichen“, erklärt Christine

Sahm. „Aufgabe ist es daher, die

älteren Mitbürger zu beraten, zu informieren

und wenn nötig Hilfestellung zu

organisieren.“

Ihre Zahlen zeigen, dass die Informationen

und Beratungen angenommen werden.

Rund 1300 Kontakte zu Senioren

oder deren Angehörige wurden dokumentiert.

Ein Schwerpunkt ist das Thema

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Nachgefragt seien aber auch

Beratungen zum barrierefreien Wohnen,

zur Mobilität und zur Pflege im Alter. In

Kooperation mit den Gemeinden Wilnsdorf

und Neunkirchen fand ein Seminar

statt, um sich mit den Neuerungen des

Straßenverkehrs vertraut zu machen.

Geprägt gewesen sei die Arbeit darüber

hinaus von der Neuauflage des Seniorenwegweisers,

der ebenfalls in Kooperation

mit den genannten Kommunen

erschienen ist.

Christine Sahm nahm aber auch die

Gelegenheit wahr, um einen Ausblick

auf die verbleibenden Monate des laufenden

Jahres zu geben: „Im September

soll es Erlebnisspaziergänge für Menschen

mit Demenz geben und wieder

einen Frühstückstreff für Senioren, der

schon im März dieses Jahres zahlreiche

Besucher aus allen Dörfern Burbachs

nach Wahlbach gezogen hat.“

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Geht das in Siegen?

Siegen. Der Hüttensaal in der Siegerlandhalle

hätte noch ein paar Leute mehr

fassen können, aber die Diskussion hatte

es in sich! Ältere Lesben und Schwule

in Siegen: Wo kommen sie vor? Was

brauchen sie? Was tut die städtische Seniorenarbeit?

In Kooperation mit der Schwulen Initiative

Siegen e.V. und der Landeskoordination

für ältere Lesben und Schwule in

NRW hatte die Siegener Regiestelle „Leben

im Alter“ am 12. Juni zur Podiumsdiskussion

eingeladen. Nach einem Vortrag

von Uta Lode, die das lesbisch-schwule

SeniorInnenkonzept der AWO Düsseldorf

vorstellte, stand die Forderung nach einer

lesben- und schwulenrespektierende Alterspolitik

in Siegen zur Diskussion.

Die Verantwortlichen der Siegener Seniorenpolitik

reagierten schnell. Die Stadt

plant eine Gruppe für ältere Schwule und

Lesben einzurichten. Zum ersten Gespräch

lädt die Regiestelle Leben im Alter

für Montag, den 23. September 2013, um

18.30 Uhr ins Haus Herbstzeitlos, Siegen-Hain,

Marienborner Straße 151, ein.

Autorenfoto

Lebendige Vergangenheit

Mitglieder des Seniorenbeirates als Zeitzeugen

Siegen. Alt und Jung näher zusammenbringen,

dieses Anliegen des Siegener Seniorenbeirates

fand erneut seine praktische

Umsetzung. Eingeladen hatte die Ganztageshauptschule

Siegen-Achenbach.

Zweiter Weltkrieg, Stunde Null und unmittelbare

Nachkriegszeit, so hieß das

Rahmenthema der Unterrichtsreihe in der

Klasse 10A im Fach Geschichte-Politik.

Originale Begegnung, im Sinne dieses

bewährten pädagogischen Grundsatzes

hatten die beiden Lehrkräfte Frau Nina

Krull und Ben Frische sich für ein Zeitzeugenprojekt

entschieden. Vom Seniorenbeirat

der Stadt Siegen standen Helmut

Plate, Ernst Göckus und Friedrich

Burk (Bild o., sitzend von links.) Rede

und Antwort.

Es war in der Tat vieles, was die jungen Leute

von den drei Senioren wissen wollten.

Friedrich Burk und Helmut Plate konnten

vieles von dem berichten, was sie unmittelbar

erlebt hatten, etwa: NS-Organisationen

und Schuldrill, Sport als Hauptfach im Unterrichtsplan,

abruptes Schulende bei Vollalarm

und Flucht in Stollen oder Bunker,

Detonationen von Bomben und Luftminen,

quälende Ungewissheit – wird unser Haus

nach Fliegerentwarnung noch stehen?

Wohltuend war der Dank, welchen die

beiden Klassensprecher Artan Kuci und

Pascal Knipp den Senioren am Unterrichtsende

im Namen der gesamten Lerngruppe

entgegenbrachte. Wieder einmal ein

lebensnahes Beispiel für Solidarität zwischen

Alt und Jung.

eg

3/2013 durchblick 11


Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

21. September: Weltalzheimer-Tag

Wohlfahrtsverbände begleiten Menschen mit Demenz

Das Haus Obere Hengsbach, eine diakonische Einrichtung

mit einer Abteilung für an Demenz erkrankte Menschen

Hilfe bei:

Problemen mit Behörden, dem Vermieter

Antragstellungen u.v.m.

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Kreisverband

Siegen-Wittgenstein/Olpe

Foto: Diakonie Südwestfalen

Diakonie

Siegen. Anlässlich des Weltalzheimer-

Tages am 21. September informiert die

Beauftragte für Ethik und Demenz der

diakonischen Altenhilfe Siegerland Andrea

Schäfer-Bottenberg über das regionale

Angebot für Demenzkranke. Sie

weist auf etwa 4.200 derzeit im Kreis

Siegen-Wittgenstein betroffene Personen

hin, deren Zahl stetig zunehmen

wird. Demenz, so Schäfer-Bottenberg,

sei mehr als Vergessen. Die Fähigkeiten,

den eigenen Alltag zu gestalten,

gingen verloren.

Neben den speziellen Angeboten für

Menschen mit Demenz ist es ein wichtiges

Anliegen, Wissen

über Demenz und die

Erkenntnisse der Versorgungsforschung

an Mitarbeiter

und Angehörige

weiterzugeben. So führt

die Diakonie regelmäßig

Fortbildungen zu verschiedenen

Bereichen

der Erkrankung durch,

Sprechzeiten:

Dienstag: 09.00 - 12.00 Uhr

(Peter Bahnschulte; im Bild links)

Donnerstag: 14.00 - 16.00 Uhr

(Albert Krumm; rechts)

sowie nach Vereinbarung.

wirbt ehrenamtliche

Mitarbeiter an und bereitet

sie auf diese schwere

Aufgabe vor. Zudem

bietet die Diakonie Gesprächskreise

für Angehörige

an, in denen sie

sich über die Herausforderungen des

Krankheitsbildes Demenz austauschen

können. „Den Angehörigen fällt es oft

schwer anzuerkennen, dass sich der Demenzkranke

verändert hat“, so Schäfer-

Bottenberg. „Über das Thema Demenz

müsse aufgeklärt und informiert werden,

denn die Erkrankung könne jeden

treffen. Durch gute Pflege, Begleitung

und das Begreifen der Erkrankung als

gesamtgesellschaftliche Herausforderung

kann Betroffenen jedoch geholfen

werden“.

In den Alten- und Pflegeheimen leben

viele Menschen mit Demenz, die weiterhin

BürgerInnen unserer Gemeinschaft

bleiben. In den Alteneinrichtungen sind

die Pflegekräfte auf die Solidarität der

Gesellschaft angewiesen. Ehrenamtliche

können dazu beitragen, dass hochbetagten,

demenzerkrankten und pflegebedürftigen

Menschen weiterhin eine Teilhabe am gesellschaftlichen

Leben ermöglicht wird.

Doch für den Umgang mit Menschen in

dieser schwierigen und komplexen Lebenssituation

brauchen freiwillig Engagierte

auch Sicherheit. Deshalb bietet die

Diakonische Altenhilfe Siegerland wieder

einen Kurs mit dem Titel „Ich kann was...

Ich weiß was... Ich will was tun!" an.

Information und Anmeldung bei

der Diakonische Altenhilfe Siegerland

Siegen, Wichernstraße 40

℡ 0271/333 6482 und 0271/4884 101. ●

Runder Tisch

Demenz

Siegen. Das Programm zum Weltalzheimertag

2013 im Kreis Siegen-Wittgenstein

ist wieder einmal bunt und vielseitig. Die

Akteure des Runden Tisches Demenz, koordiniert

vom Demenz-Servicezentrum

Region Südwestfalen im Caritasverband

Siegen-Wittgenstein e.V., führen vom 1.

Sept. bis zum 19. Oktober im gesamten

Kreisgebiet eine reiche Palette von Veranstaltungen

durch. So werden neben Informationsveranstaltungen

und Vorträgen

beispielsweise Gottesdienste, Bewegungsangebote

oder Filmvorführungen organisiert.

Immer steht die Demenz als zentrales

Thema im Mittelpunkt der Veranstaltungen.

Die Akteure möchten informieren

und enttabuisieren. Sie möchten die von

einer Demenz Betroffenen ansprechen,

wenn es beispielsweise heißt „Wir tanzen

wieder“ oder wenn sie am „Tag der Angehörigen“

speziell auf die Bedürfnisse von

pflegenden Angehörigen eingehen.

Infos erteilt das Demenz-Servicezentrum

Region Südwestfalen im Caritasverband

Siegen-Wittgenstein e.V.

℡ 0271 234178-17.

Ein Flugblatt mit Terminen aller Veranstaltungen

erhalten Sie unter der gleichen

Telefonummer.

12 durchblick 3/2013


Nachrichten aus Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein

Das schwache Herz – Siegener Herzwochen

Veranstaltungsreihe im St. Marien-Krankenhaus Siegen gestartet

Siegen. Wer beim Weg von der ehemaligen

Siegplatte bis zum Krönchen

bereits nach wenigen Metern Steigung

deutlich verstärkt atmen muss, sollte

dies auf keinen Fall verharmlosen. Um die

Siegener Bevölkerung zu sensibilisieren,

startete im Sommer eine Informationsserie:

Durchgeführt werden Ausstellungen

in der Siegener Innenstadt und Seminare

„vor Ort“ in den Gemeinden. Schließlich

wird die Reihe am 9. November mit dem

großen Siegener Herz-Tag – hierzu werden

etwa 1.000 Betroffene erwartet –, der

gemeinsam mit der AOK NordWest und

der Herzstiftung organisiert wird, in der

Siegerlandhalle abgeschlossen.

Atemnot ist in vielen Situationen eine

völlig normale Körperreaktion. Hastet

z. B. ein Stationsarzt das Treppenaus in

den 8. Stock des St. Marien-Krankenhauses

hinauf, ist die verstärkte Atmung

wenig überraschend. Sensibel sollte man

bei einer deutlich verstärkten Atmung allerdings

werden, wenn diese bereits bei

leichten Belastungen auftritt. In diesen

Fällen kann die gesteigerte Atmung das

Warnsignal einerernstzu nehmenden Erkrankung

sein.

Zwar denken viele Menschen bei

Schwierigkeiten mit der Atmung als Erstes

an Lungenprobleme, wie etwa an Asthma

oder an eine Schädigung der Atemwege

durch jahrelanges Rauchen. Weniger bekannt

ist jedoch, dass auch Erkrankungen

des Herzens zu den häufigsten Ursachen

einer gesteigerten Atmung gehören.

Viele Menschen, die schnell außer

Atem geraten, wundern sich zwar über

die nachlassende körperliche Belastbarkeit,

halten dies

aber nicht für das

Symptom einer

ernstzu nehmenden

Erkrankung. Sie

glauben irrtümlicherweise,

es handele

sich um eine

normale Erscheinung

des Älterwerdens,

und konsultieren

deshalb

keinen Arzt.

Um eine Herzerkrankung zu erkennen,

existieren verschiedene Standarduntersuchungen.

Sollten sich Anhaltspunkte

für eine Herzerkrankung finden, wird im

nächsten Schritt eine Zusatzuntersuchung

durchgeführt, mit der sich schmerzfrei die

Pumpfähigkeit des Herzmuskels und die

Funktionstüchtigkeit der Klappen genau

beurteilen lassen. In den meisten Fällen

führt der Arzt auch eine Belastungsuntersuchung

durch. Das Ergebnis kann das

Vorliegen einer Koronaren Herzkrankheit

als Ursache der Luftnot aufdecken. ●

„Alter ist Vielfalt“

2. Netphener Seniorentag

Netphen. Menschen werden heute so unterschiedlich alt wie

niemals zuvor. Aus diesem Grund richtet die Senioren-Service-

Stelle der Stadt Netphen ihren „2. Netphener Seniorentag“ am

16.11.2013 von 11:00 bis 17:00 Uhr in der Dreisbachhalle in

Netphen im Ortsteil Dreis-Tiefenbach aus. Geplant sind zahlreiche

Informationsstände, Mitmachaktionen, Vorträge und ein

buntes Bühnenprogramm. Neben Fachvorträgen zu Themen

Autorenfoto

Das Miteinander der Generationen

sichert unsere Zukunft!

Ihr Volkmar Klein

wie „So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden“; „Die

Tricks der Betrüger“; „Erben und Vererben“ und „Vorsorgevollmacht

& Patientenverfügung“ wird es vielfältige Informationen

und Tipps von regionalen Ausstellern zu „Wohnen

im Alter“, „Pflege und Hilfe“, „Gesundheit und Prävention“,

„Dienstleistung und Ehrenamt“, „Reisen und Freizeit“ und

„Seniorensicherheit“ geben.

Mit im Boot sind neben der Stadt Netphen und der Zukunftsinitiative

2020 des Kreises Siegen-Wittgenstein verschiedenste

Verbände und Einrichtungen, ehrenamtliche und

professionelle Anbieter, Vereine und Kirchen.

Erstmalig ist ein zentraler und kostenloser Zubringerdienst/

Abholdienst, für den sich der Bürgerbusverein Netphen

und der DRK-Ortsverein Dreis-Tiefenbach zur Verfügung

stellt, eingerichtet worden. Anmeldung nimmt die Senioren-

Service-Stelle der Stadt Netphen bis Donnerstag, 15. 11. 2013

zu den Öffnungszeiten entgegen, die auch weitere Informationen

unter ℡ 02738 / 603-145 erteilt.

3/2013 durchblick 13


SeniorenServiceStellen des Kreises Siegen-Wittgenstein

Bad Berleburg

Holger Homrighausen 02751/923-268

Poststr. 42 57319 Bad Berleburg

h_homrighausen@bad-berleburg.de

Mo-Mi. u. Fr. 8.30-12.30 Uhr und 14.00-16.00 Uhr

Do. 8.30-12.30 Uhr und 14.00-18.00 Uhr

Stadt Siegen

Manuela Krafft 0271/404-2200

Weidenauer Str. 211-213 57076 Siegen

m.krafft@siegen.de

Mo-Fr. 8.00-12.00 Uhr

Gemeinde Erndtebrück

Udo Schneider 02753/605-124

Talstr. 27 57339 Erndtebrück

u_schneider@erndtebrueck.de

Mo-Mi. 8.00-12.30 Uhr und 14.00-16.30 Uhr

Do. 8.00-12.30 Uhr und 14.00-17.30 Uhr

Fr. 8.00-12.00 Uhr

Stadt Freudenberg

Heike Weigel 02734/43-174

Mórer Platz 157258 Freudenberg

h_weigel@freudenberg-stadt.de

Mo-Fr 8.00-12.30 Uhr

Di 14.00-16.00 Uhr u. Do14.00-17.00 Uhr

Stadt Kreuztal

Beate Schreiber 02732/51-470

Siegenerstr. 5 572223 Kreuztal

b_schreiber@kreuztal.de

Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr

Stadt Netphen

Eva Vitt 02738/603-145

Amtsstr. 6 57250 Netphen

e_vitt@netphen.de

Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr

Gemeinde Burbach

Christine Sahm 02736/45-56

Eicher Weg 13 57299 Burbach

c_sahm@burbach-siegerland.de

Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr

Gemeinde Wilnsdorf

Jutta Schmidt 02739/802-129

Marktplatz 1 57234 Wilnsdorf

j_schmidt@wilnsdorf.de

Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr

Stadt Bad Laasphe

Gisela Homrighause 02752/909-153

Mühlenstr. 20 57334 Bad Laasphe

g_homrighause@bad-laasphe.de

Mo, Di, Mi, Fr. 8.30-12.00 Uhr

Do. 14.00-17.00 Uhr

Stadt Hilchenbach

Gudrun Roth 02733/288-229

Marktstr. 13 57271 Hilchenbach

g.roth@hilchenbach.de

Mo-Fr. 8.00-16.00 Uhr

Gemeinde Neunkirchen

Bettina Großhaus-Lutz 02735/767-207

Bahnhofstr. 3 57290 Neunkirchen

b_grosshaus-lutz@neunkirchen-siegerland.de

Mo-Fr. 8.30-12.00 Uhr

Ihr Ansprechpartner:

Reiner Jakobs

Zukunftsinitiative

Siegen-Wittgenstein 2020

Programmleitung

„Leben und Wohnen im Alter“

Servicezentrum für soziale Beratung,

Betreuung und Prävention

Bismarckstr. 45,

57076 Siegen

lwa@siegen-wittgenstein.de

SeniorenServiceStellen

Universitätsstadt

Siegen

Weidenau Rathaus

Weidenauer Str. 211-215

Mo - Fr. 8 - 12 Uhr 0271/404-2208

Geisweid Bürgerhaus

Obere Kaiserstr. 6

Mo + Mi. 10 - 12 Uhr 0271/3878616-3

Siegen Ost - Haus Herbstzeitlos

Marienborner Str. 151

Mo + Mi. 10 - 12 Uhr 0271/3878616-2

Eiserfeld - Sparkasse

Eiserfelder Str. 474

Di + Do. 10 - 12 Uhr 0271/3878616-1

Honoraranwalt der

Verbraucherzentrale

NRW

VertrauensAnwalt

Mitglied im AnwaltVerein

Arbeitsgemeinschaft der

Fachanwälte für Arbeitsrecht

Dipl. Soz. Michael Kringe - Rechtsanwalt und Notar

57234 Wilnsdorf, Rathausstraße 1

02739 - 1049

info@rechtsanwalt-kringe.de

14 durchblick 3/2013


Die Siegener Versorgungsbetriebe GmbH (SVB) versorgen

an ihrem Firmenstandort in Siegen etwa 116. 000 Einwohner

mit Trinkwasser, Strom und Erdgas. Regional sind

sie als Lieferant für Strom und Erdgas in weiten Teilen von

NRW sowie in Hessen und Rheinland-Pfalz aktiv. Zum

Angebot der SVB gehören unter anderem die Produktmarken

Coronagas und Coronastrom. Das Unternehmen wurde

vor 150 Jahren gegründet. Die wichtigsten Anteilseigner

sind die Stadt Siegen (74,9%) und die Rhenag AG (24,9%).

Die SVB verstehen sich als kommunal verwurzeltes, den

Siegener Bürgern verpflichtetes Unternehmen. Dies äußert

sich in vielfacher Unterstützung in den Bereichen Breitensport,

Kultur und auch im gesellschaftlichen Engagement.

Der Jahresumsatz lag 2011 bei 51,8 Millionen €.

3/2013 durchblick 15


Erinnerung

VOM BLUNABALL ZUM SENIORENTANZ

Ein besinnlich-heiterer Rückblick

Lokalmatadore der 60er Jahre „Die Oranien Street Sounders“,

Manni Kemper, Jockel Königsfeld, Raimar Bruch, Günter Hummerich v. l.

Der Gläsersaaal der Siegerlandhalle ist nahezu bis auf

den letzten Platz gefüllt. Die Tische sind anmutig dekoriert,

und das Rednerpult ziert ein üppiger bunter

Blumenstrauß. Die Stimmung ist locker, heiter und gelassen.

Wenn der weiße Flieder wieder blüht, mit diesem flotten

Musikstück hat der seit Jahren bewährte Akkordeonclub

Littfeld unter der Leitung von Manfred Funk den Seniorenball

der Stadt Siegen eröffnet, gefolgt von dem Walzerlied

Tulpen aus Amsterdam. Nach einem gefühlsbetonten Tango

drehen sich die Paare nunmehr

im Dreivierteltakt eines langsamen

Walzers: Fersen und

Ballen berühren abwechselnd

den Boden, Rechtsdrehung

und Linksdrehung wechseln sich geschmeidig ab, gekonnt

ist eben gekonnt. Einige Paare begeistern sogar noch durch

die anspruchsvolle Achsdrehung, einer Drehkombination

aus Vorwärts-, Rückwärts- Kreuz- und Seitschritten.

„Seniorenball 2013“ – die fröhlich-gelassene Stimmung

und die heitere Atmosphäre lassen eine Weile besinnlich innehalten

und lenken den Blick zurück um mehr als ein halbes

Jahrhundert, in die Mitte der Fünfziger- und in die frühen

Sechzigerjahre.

Tanzunterricht war angesagt, und viele von uns gingen zur

Tanzschule Löser unweit der Siegerlandhalle. Die ersten beiden

Doppelstunden waren übrigens nach Jungen und Mädchen

getrennt, es ging zunächst mal grundsätzlich um Bewegungsund

Rhythmusschulung. Umso größer waren die Hoffnungen

und Erwartungen als

dann der gemeinsame

Unterricht begann. „Guten

Tag, bitte die Herren

engagieren“, so hieß es

nunmehr zu Beginn jeder

Stunde. Nach einer

artigen Verbeugung ging

es dann los. Nicht immer

klappte gleich alles nach

Wunsch. Besonders die

Entfernung zur Partnerin

passte der Tanzlehrerin

häufig nicht – der Abstand

war ihr nämlich,

man höre und staune,

zu... groß. „Gehen Sie

mehr auf Tuchfühlung,

haben Sie keine Angst,

gehen Sie näher ran.“

Fassen Sie doch endlich

fester zu, Sie Feigling,“

schallte es nicht selten durch die Unterrichtshallen.

Auch so manche Bemerkungen des Tanzlehrers hatten es in

sich. „Was Sie da machen, ist Freistilringen unter verschärften

Bedingungen.“ Oder: „Manche lernen es nie, und dann noch

mangelhaft“. „Das ist kein Tanzen, was Sie da machen“ Sie

springen da herum wie ein alter Ziegenbock“, solche und ähnliche

tierbildhafte Vergleiche sind noch in Erinnerung.

Nach der Tanzstunde ging es dann meistens mit den Partnerinnen

noch in das Kaffeehaus Schmidt in der Siegener

Bahnhofstraße, wo auf rot-

Genieße die Gegenwart – gepolsterten Stühlen gesittet

bei einer Tasse Kaffee,

sie war gerade noch Deine Zukunft.

einer Limonade oder einem

Bier (!) Erlebnisse der voraufgegangenen

Arbeits- oder Schultage ins Visier genommen

wurden. Einige von uns verstanden es nicht nur, ihre

jeweiligen Lehrer oder Chefs zu parodieren, auch ihre gerade

erfahrenen Stilblüten und Bewegungsabläufe des Tanzlehrers

gaben oft Anlass zu munterer Heiterkeit, gelegentlich

auch bei anderen Besuchern dieses Lokals.

Schließlich gab es dann den Mittelball, gelegentlich auch

„Bergfest“ oder „Kränzchen“ genannt, und nach etwa einem

Vierteljahr stieg der Schlussball als krönendes Finale.

Die Jungen holten selbstverständlich ihre Partnerin

zuhause ab, wohl dem, der damals ein Auto hatte. Oft halfen

aber auch ältere Freunde oder Geschwister aus, nicht

selten immerhin mit einem VW mit 34-PS-Maschine oder

gar einem länglichen 1500er Modell. Traditionelles Rollen-

16 durchblick 3/2013

Foto: Horst Günter Simon


verständnis galt auch für den kulinarischen

Bereich. So hatten die jungen

Damen für kalte Platten zu sorgen, und

die jungen Herren waren für die Getränke

verantwortlich, dies bedeutete

immerhin eine Flasche Wein für den

gesamten Abend.

Jedes Paar hatte vor versammeltem

Publikum mindestens drei Tänze vorzutanzen,

wobei es der Tanzlehrer verstand

das gelegentliche Lampenfieber

durch freundliche Ermutigungen herabzumildern.

Nach dem Schlussball fühlten sich

viele von uns wie nach der erfolgreich abgelegten

Führerscheinprüfung. Nun stand

uns die weite Welt der Tanzparkette offen.

Und was wurde alles getanzt: Langsamer

Walzer mit Helmut Zacharias,

Que sera, das wunderschöne Walzerlied

mit Doris Day aus einem Hitchcock-Film,

deutsch gesungen von Lyss

Assia. Tanze mit mir in den Morgen,

ein Tango mit Gerhard Wendlandt, die

Hämmerchen-Polka mit Chris Howland,

die Caprifischer mit Rudi Schuricke

als Slow-Fox, sicherlich werden

in Ihnen einige Erinnerungen wach.

Schließlich Cha-Cha-Cha mit Perez

Prado, Besame mucho als Rumba, den

Calypso mit Harry Belafonte oder mit

Caterina Valente in der deutschen Fassung.

Dann schließlich ging es mehr

offen zu: Boogie-Woogie und Rock’n

Roll mit u. a. Bill Haley, Jerry-Lee Lewis

und Elvis Presley und schließlich

den Twist mit Chubby Checker und

Chris Montez.

Und wie vielfältige Namen hatten

damals die verschiedenen Bälle heute

wohl neuhochdeutsch pauschal als

Foto: Archiv Anne Eickhoff

„Event“ bezeichnet. Bluna-Bälle, Limonadenbälle,

Cola-Bälle – die jungen

Männer sollten schließlich Freude

beim Tanzen und nicht im Alkohol

suchen. Des Weiteren gab es Klassenbälle,

Lehrabschlussbälle und gelegentlich

auch Schulbälle, wobei die

Schüler auch schon mal ihren Lehrern

aufzeigen konnten, wo es langging.

Viele erinnern sich auch noch an den

von der Stadt Siegen veranstalteten

„Tanz für die Jugend“ etwa mit Bubi

Cartier: den Teddys oder der bekannten

Schulband des Siegener Gymnasiums,

den Oranien-Street-Sounders. Ein

Höhepunkt war stets auch die Rocky-

Band aus dem benachbarten Hessenland.

Wenn die Stimmungstemperatur

stieg, kletterte der Mann am Kontrabass

gelegentlich auf sein riesiges Instrument

und brachte auch in dieser

Stellung noch Rhythmus und Oktaven

in harmonischen Einklang. Einmal soll

sogar bei dieser akrobatischen Einlage

eine elektrische Sicherung durchgebrannt

sein.

Nicht zu vergessen für die schon etwas

Älteren, die Tanzveranstaltungen

im Siegener Handwerkerhaus. Einige

von uns erinnern sich wohl noch gerne

mit Nostalgie an die Kapelle Link

- besonders beziehungsreich waren die

langsamen Stücke bei gedämpftem

Licht zu vorgerückter Stunde.

Und dann gab es die Feiern zu

hause, unter uns Jüngeren unter dem

wachsenden Einfluss der englischen

Sprache „Parties“ genannt. Offiziell

jedoch firmierten diese Feiern nicht

selten unter dem Begriff „Hausball“,

allein schon deswegen, damit besorgte

Eltern ihre jungen Töchter bereitwilliger

dorthin gehen ließen.

Eine stillschweigende oder offen

ausgesprochene Übereinkunft gab es

meistens zwischen allen Beteiligten

wie folgt: Keinen hochprozentigen Alkohol,

und zudem sollten stets gleich

viele Jungen wie Mädchen zugegen

sein. Die Gründe dafür liegen offen

auf der Hand.

Ein hohes Gut war damals der Plattenspieler

– zunächst große zerbrechliche

78N-Platten – ab Mitte der 50er

dann die Vinylplatten 45M etwa von

Polydor, Decca oder Elektrola. Eine

solche Platte kostete Ende der 50er immerhin

noch vier DM, und nur die soge-

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gegründet 1909

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oder nach Vereinbarung

3/2013 durchblick 17


Siegener TanzschülerInnen Anfang der 60er Jahre

nannte A-Seite war wirklich gut zu hören, auf der Rückseite

der B-Seite waren keine Titel, die uns vom Hocker rissen.

Kein Wunder, dass wir dann regelmäßig Schallplatten austauschten,

um in den Genuss der neuesten A-Seiten zu gelangen.

Gut zu wissen: Ein etwa 16-jähriger Schüler kam als

Ferienarbeiter auf einen damaligen Lohn von maximal 1.80

bis 2 DM pro Stunde.

Über ein Tonband verfügten damals weniger als 2% der

jüngeren Leute, schließlich kostete es in der Regel damals

mehr als 200 DM.

In den meisten Fällen war es das gute alte Radio, welches

als Zapfstelle für Musik nach unseren Wünschen diente. So

etwa seit 1958 Radio Luxemburg auf der Mittelwelle 208

Meter, auf der Kurzwelle im 49-Meter-Band. Hier leitete

Camillo Felgen, ein ehemaliger Lehrer, seine samstäglichen

Hitparaden ein, bei denen es zudem noch eine Schallplatte

oder Autogramme zu gewinnen gab. Jugendliche UKW-

Hörer fieberten schon zeitig den frühen Abendstunden

entgegen, wenn mittwochs im WDR Chris Howland

alias Heinrich Pumpernickel die Regie übernahm. Die

sonorige Baritonstimme des inzwischen 85 Jahre alten

britischen Entertainers ist sicherlich noch vielen von und

in guter und auch ein wenig dankbarer Erinnerung. Gerne

wurden Wetten über kleine Geldbeträge abgeschlossen,

wer denn nun zu den drei Spitzenschlagern gehörte.

Übrigens: Den ersten Platz hielt Harry Belafonte 1957

mit einem Calypso über mehr als 6 Wochen.

Auch nicht zu vergessen: Die Frankfurter Schlagerbörse

jeweils an Donnerstagen zwischen 19.00 Uhr

und 20.00 Uhr und die Sendung „music in the air“ des

amerikanischen Soldatensenders AFN. Standen am nächsten

Tag Klassenarbeiten oder sonstige Leistungskontrollen

auf dem Programm, so waren selbst humorvolle Lehrkräfte

so gut wie nie bereit, gelegentlichen Leistungsabfall mit

vorabendlichem Kunstgenuss zu entschuldigen.

Mit den sogenannten „Tanz-Bierbars“ eröffneten sich

seit Beginn der 60er Jahre neue Möglichkeiten des Tanzvergnügens.

Die Getränkepreise waren moderat, und die Musikbox

spielte Wunschtitel für jeweils 20 Pfennig, für 1 DM

waren sogar 6 Stücke zu hören. Die Beleuchtung

wirkte dezent und diskret; blaue, ultraviolette und

rötliche Farbtöne sorgten für die passende Atmosphäre.

Viele Nischensitzecken luden zu intimbehaglichem

Verweilen ein. Nicht selten brachte

die Jukebox bei steigenden Temperaturen einige

Sicherungen zum Schmelzen, getreu des Jack-

Berry-Songs „Roll over Beethoven“. Besonders

gefragt waren das Lokal „Romantica“ in Weidenau

mit äußerer Lattenverkleidung sowie die

„Chez Nous“ in der Siegener Sandstraße.

Steigender Beliebtheit erfreuten sich dann

auch die ersten Discotheken im heimischen Raum.

Viele Disc-Jockeys machten sich bald einen Namen,

nicht nur durch den gekonnten Plattenmix,

sondern auch durch lockere und teilweise pseudophilosophische

Sprüche. So etwa in Anlehnung

an einen damaligen Kultfilm mit Uschi Glas und

Werner Enke „Es wird bös enden …, wenn ich jetzt noch

weiterhin langsame Platten auflege“.

Und trotz allem: Viele Tanzbegeisterte zog es nach wie

vor zu handgemachter Musik im Sinne von originaler Begegnung.

Auch manche neugegründete Band bot die Gelegenheit,

zu Schlagzeug, Bass, Melodie- und Rhythmusgitarre

die Hüften zu schwingen, wenn auch nicht immer mehr im

früheren Tempo. Beispielsweise entstand damals die Gruppe

„The Oldtimers“, (s. Titelfoto) in welcher sich auch Mitglieder

früherer erfolgreicher Bands zusammengefunden hatten.

Betätigungsfelder waren vorwiegend Open-Air-Konzerte,

nicht selten auf einem Tieflader als Bühne, aber auch Veranstaltungen

zu besonderen Anlässen im öffentlichen oder

im privaten Bereich. Vielen fallen an dieser Stelle auch weitere

hiesige Bands ein, wie z.B. The Mushrooms, Pieps and

Friends oder Second Shotgun.

Foto: Dagmar Göllner

SZ-Foto Matthias Blumentrath

Aber zurück zum Seniorenball 2013: Nach einer Rumba

spielt die Kapelle zum letzten Tanz für diesen Tag auf. Die

Tanzfläche ist noch einmal dicht gefüllt. Gute 50 bis rund

60 Jahre sind vergangen – die Besucher freuen sich, dass

sie zu diesem Seniorenball zusammenkommen konnten.

Mit Sicherheit waren damals auch schon viele mit von der

Partie, womöglich sogar am gleichen Ort. Vielleicht denken

einige an das bekannte Dichterwort von Jean Paul: Unsere

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht

vertrieben werden können.

Ernst Göckus

18 durchblick 3/2013


Leserbeitrag

RALPH GIORDANO

Geburtstagsgrüße von Günter Matthes

Dr. phil. h. c. Ralph Giordano,

der ständige Mahner gegen den Rechtsextremismus

90 Jahre jung

Sehr verehrter Herr Giordano,

als Sie, vor zehn Jahren, ganz kurz nach Ihrem 80. Geburtstag

in Wittgenstein zu einer eindrucksvollen Lesung aus Ihrem wenige Monate vorher erschienenen

Buch „Sizilien, Sizilien!“ waren, gratulierte Ihnen zu diesem Anlass der Vorsitzende des Laaspher

Kulturrings und ehemalige Bürgermeister Otto Düsberg und wünschte Ihnen in der Sprache

Ihrer Mutter in Hebräisch-Jiddisch „Massel tov“ – viel Glück. Zuvor erklangen drei Ständchen,

darunter auch das sizilianische Volkslied „Santa Lucia“. Die Bad Laaspher hatten den richtigen

Ton für Sie getroffen.

„Sizilien ohne Musik ist nicht Sizilien. Und so muss ich denn seine Musik in meine Worte fassen“,

schreiben Sie ganz zu Anfang Ihres Buches. Da will ich hin, zur richtigen Stunde. Und die

wählen Sie sehr genau aus und kehren zu Ihren auch existierenden Wurzeln zurück, zu Ihrem unvergesslichen

Großvater Rocco. Durch Ihr Buch lernen die Menschen einen ganz anderen

Giordano kennen.

Einen Tag später lernen die Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrerkollegium der Bad Berleburger

Realschule Sie kennen. Die dortige Schule ist glücklich über Ihren Besuch. Erst im Januar

zuvor war sie mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet worden.

Auch das ist jetzt genau zehn Jahre her. Die jungen Leute nehmen Ihren Vortrag und die Lesung

aus den „Bertinis“ mit gespannter Aufmerksamkeit an. Als einer der damals dort unterrichtenden

Lehrer nehme ich dies genau zur Kenntnis. Keine Spur von Langeweile. Und dann Ihr

eindringlicher Appell: „Werden Sie politische Menschen.“ Auch dies kommt sicher an: „Sie sind

alle vollkommen schuldlos an den Verbrechen. Lassen Sie sich nichts einreden.“ Und jetzt, zehn

weitere Jahre später 2013? Nach Umfragen nimmt der Prozentsatz bei jungen Menschen immer

mehr ab, die noch mit dem Wort Auschwitz überhaupt etwas verbinden können trotz aller Dokumentationen

im Fernsehen.

Über dieses Medium konnte man Sie wenigstens am 20. März diesen Jahres erleben, als Sie

in Hamburg, der Stadt Ihrer Kindheit und Jugend, von der dortigen Bürgerschaft für Ihr Lebenswerk

an Ihrem Geburtstag geehrt wurden. Köln ist Ihre Wahlheimat und Ort Ihres facettenreichen

literarischen Schaffens. Sie sind wegen der überaus großen Wertschätzung der deutschen Sprache

diesem Lande treu geblieben. Ihre Worte und Schriften gegen Gewalt und Ihre Widerreden

im Hinblick auf die Schrecken und Unmenschlichkeiten im nationalsozialistischen Deutschland

sollten eine unüberhörbare Mahnung sein gegen das Vergessen.

Noch viel und lange Zeit Kraft, Lebensfreude und Massel tov sowie zufriedenstellende Gesundheit.

Alles wahre Leben ist Begegnung (Martin Buber, jüdischer Religionsphilosoph)

Ihr

Günter Matthes

3/2013 durchblick 19


Aus dem Siegerland

IM ABNEHMENDEN LICHT

Schon die riesigen Vorhallen.

die Dantes Portal zur Hölle sein

könnten, verwirren den kranken

Menschen. Vorbei an Statuen mit

leeren Augen. In einer Ecke vermutet

man den Engel der Verkündigung,

der da sagt: „Lasst die Hoffnung,

die ihr hier eintretet.“ Kurz

nach dem Examen nahm ich meine

erste Stelle im Stadtkrankenhaus

an, auf der chirurgischen Frauenstation.

Ich kannte die Herren in

Weiß, die das Haus stark prägten,

noch persönlich. Mein Zimmer

teilte ich mit einer Pfarrerstochter,

wurde aber bald strafversetzt in

Bild an der Außenwand des Stadtkrankenhauses und

einen abgelegenen Raum, da ich

Titel des Buches: „Eine Hommage“ von Marianne Mengel-Keßler rauchte. Mir tat man einen Gefallen

damit. Es gab einen Patienten,

Es gab einmal ein Stadtkrankenhaus in Siegen. Vor Besitzer einer Eierlikörfabrik, der gelegentlich diese Köstlichkeit

vorbeibrachte. Wir feierten Eierlikörpartys. Unmit-

mir liegt eine Chronik, eine Hommage an diese

Hausung. Geschrieben hat sie Marianne Mengel- telbar neben unserem Partyzimmer lagen die Gemächer der

Keßler, lange Jahre Krankenhausseelsorgerin dort. Es sind Oberin, und wir versuchten, mit feuchten Betttüchern vor

sehr einfühlsame und eindringliche Zeilen. Das Haus, das der Zimmertür, den Rauch unserer Zigaretten weniger ruchbar

zu machen. Das Haus atmete die Kraft der Helligkeit,

alle Siegener und Siegerländerinnen ins Herz geschlossen

haben, war vor seinen zahlreichen An- und Umbauten ein die Fantasie der Liebenswürdigkeit.

historischer Bau. Vor dem Schwesternheim erstreckte sich Nach meiner Odyssee durch diverse Krankenhäuser im

ein bezaubernder Rosengarten. Die Atmosphäre war traut Vorjahr, stellte ich mir die Frage, ob viele Patienten durch

und intim. Mich berührt der Text ganz besonders, da ich im ihr Kranksein ähnliche Empfindungen hegen wie ich. Empathie

war immer Teil von mir, aber das richtige Verständnis

letzten Jahr den Wandel in der Krankenhauslandschaft am

eigenen Leib erfahren durfte.

für einen kranken Menschen wächst erst mit dem eigenen

Erleben. Ich fühle mich halbiert, nicht mehr vollständig.

VdK Soziale Sicherheit in einer

Im Spiegel sehe ich mich wie einen Irrtum, stelle fest, wie

schlecht ich ins eigene Dasein passe. Meine Seele war und

großen Gemeinscha

ist verletzt durch alles, was ich nicht mehr bin und nicht

mehr kann. Die Zeit wurde zum Raum, ein Wartezimmer

zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Farbe war aus

der Welt genommen, ich sehnte mich nach einem Tag, dem

ich mein Gesicht aufdrücken konnte. Immer fremd gesteuert,

von einer Instanz zur anderen weitergereicht.

Kreisverband

Zurück zum Stadtkrankenhaus. Seine Wurzeln sollen

Siegen-Olpe-Wigenstein

in einem ehemaligen Kloster liegen. Im 14. Jahrhundert

57072 Siegen Morleystr.15-17

entwickelte sich daraus „das Hospiz zum Heiligen Geist.“

Tel.: 02 71 / 30 38 29-0

Dies lag am inneren Kölner Thor und später am Pfuhl. Ein

Fax: 02 71 / 30 38 29-18

riesiger Brand im Jahre1895 zerstörte ein Drittel der Stadt,

e-mail: kv-siegen@vdk.de

und auch das Hospiz fiel ihm zum Opfer. 1708 war ein neues

www.vdk.de/kv-siegen-olpe-wigenstein

bezugsfertig, und dieses lag nun am Kohlbett. 150 Jahre

lang diente es armen und pflegebedürftigen Menschen, war

Falls Sie mehr über den VdK wissen möchten, für sie Windstille der Seele. Es umfasste nun ein kleines

wenden Sie sich an den Kreisverband oder direkt Krankenhaus und ein Altenheim. Es gab eine Zeit, in der es

an den für Sie zuständigen Ortsverband kirchlich werden sollte, aber es blieb dann doch städtisch.

20 durchblick 3/2013


Aus dem Siegerland

Dieser Doppelbetrieb

brachte

viele Probleme

mit

sich. Hospital

und

Krankenhaus

wurden

entflochten

sie für jeden

sichtbar

da lag,

war sie ein

Störfaktor.

Sie passte

nicht mehr

in die Zeit

des gesellschaftlichen

Denkens.

Altes Kloster, aus dem das spätere und ein Sterben und

Krankenhaus entstanden ist. separates Tod wurden

Stadtkrankenhaus um 1865

Altersheim immer mehr

auf dem Fischbacher Berg errichtet. Das war 1894. Die verdrängt. In den letzten Jahren bemüht man sich, den Tod

Bielefelder Diakonissen kamen und pflanzten dem Haus wieder mehr ins Leben zu holen.

etwas Liebes ein. Während meiner Zeit dort waren es die 2001 beschloss der Kreis die Einhäusigkeit der beiden

Wittener Diakonissen, aber auch schon freie Schwestern, kreiseigenen Krankenhäuser. Ein unruhiger Geist durchstreifte

wahrscheinlich die meisten mit einem Wittener Hintergrund.

seitdem das Haus. Angst vor der Schließung, die

Mit der Zeit betrat auch männliches Pflegepersonal hinter den Kulissen diskutiert wurde. 42.000 Unterschriften

die Bühne. Eine kleine Sensation.

für seinen Erhalt sammelte man. Es kam nicht zur Schließung.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Haus z. T. Lazarett. Es

Aber nun, zehn Jahre später, ist das Schicksal nicht

wurde Unmögliches vom Personal verlangt. Dieser dauerhaften

mehr aufzuhalten. Das Haus Siegen zieht nach Hüttental

Überbeanspruchung hielt auch das Haus nicht stand. um, die Universität übernimmt das Gebäude. Das Kran-

Eine Sanierung war erst möglich, als 1934 der nationalsozialistische

kenhaus am Kohlbett, ein langes und spannendes Stück

Staat Leihgelder zur Verfügung stellte. Am Haus Siegener Sozialgeschichte, wird dann Vergangenheit sein.

flatterte nun die Hakenkreuzfahne. Wenig später kamen

auch braune Schwestern. Das Gesetz zur Verhütung erbkranken

Professor Dr. Goßmann fasst es im Geleit zur Chronik

Nachwuchses trat in Kraft, Dem musste sich auch folgendermaßen zusammen: Mit dem Namen des Stadt-

das Haus beugen. Später sind der geschwächte Körper und krankenhauses, Verzeihung, ich meine das Haus Siegen

der erschöpfte Geist geglaubten klebrigen Erinnerungen des Kreiskrankenhauses, verbindet sich eine Atmosphäre

und Bildern ausgeliefert. Manche Schwestern ließen es sich von Humanität, also Menschenliebe und Zuwendung. Die

nicht nehmen, den Kranken aus der Bibel Trost zu spenden,

Vernunft gebietet die jetzige Lösung, aber das Herz blutet.

um so ein zeitlupenhaftes Abgleiten ins Nichts weniger Quellenverzeichnis: Eine Hommage

Erika Krumm

spürbar zu machen. Wenn auch

spirituell vagabundierend, blieb

den meisten die Hoffnung.

Erleben Sie Gastlichkeit, Natur und Entspannung

in unserem Gästehaus & Hotel mit

Ständig Bombenalarm. Das

Restaurant und Café in einzigartiger Lage

Dasein wurde angehalten. In der

87 Zimmer in

Nähe des Hauses baute man einen

*** Standard

Restaurant & Café

Sanitätsbunker und lagerte den

täglich Mittagstisch

gesamten Krankenhausbetrieb

Parkanlage & Wellnessbereich

dorthin aus. Es wurde die Hölle

12 Festräume in unterschiedlichen Größen

Festhalle

auf Erden, das Gebäude aber blieb

erhalten in diesem Wahnsinn.

Geburtstage, Empfänge, Feierlichkeiten -

alles was Ihnen am Herzen liegt

1945 konnte der Betrieb wiedererhält

bei uns einen unverkennbaren Rahmen

aufgenommen werden. Es gab

einen geheimnisvollen Raum im

Sockelgeschoss, das Zimmer 13,

Siegens einzige Verwahrungszelle.

Sie diente der Beherbergung

von kranken Gefangenen und der

Aufbewahrung von gefährlichen

Geisteskranken. 1993 wird die

Leichenhalle abgerissen. Weil

3/2013 durchblick 21


Aus dem Siegener Seniorenbeirat

KLAUSURTAGUNG / COMPUTERKURSE

Ministeriumsmitarbeiterin Anna

Schewerda (vorn rechts sitzend) mit

Mitgliedern des Seniorenbeirats

Autorenfoto

Das Motto

einer

zweitägigen

Klausurveranstaltung

des Seniorenbeirates

der Stadt

Siegen im Gästehaus

Wilgersdorf

war „Siegen

als soziale

Stadt“. Unter

der Leitung des

Vorsitzenden

Dr. Horst Bach

und unterstützt

durch die Regiestelle

Leben

im Alter wurden

aktuelle Themen

der kommunalen

Altenarbeit aufgegriffen und diskutiert. „Die

Übernahme von Ehrenämtern spielt eine immer größere

Rolle. Ohne dieses Engagement wäre unsere Gesellschaft

nicht lebensfähig, und viele soziale Leistungen

müssten entfallen. Daher ist es eine wichtige Aufgabe

des Staates, Ehrenamtler hinreichend zu qualifizieren

und mit den notwendigen Informationen auszustatten.“

so Bach. Dirk Helmes, Leiter des Büros Bürgermeister

vermittelte mit seinem Eingangsreferat einen vertieften

Einblick in Organisationsstrukturen von Rat und Verwaltung

der Stadt Siegen. In der anschließenden Diskussion

wurden die Einflussmöglichkeiten des Seniorenbeirates

als Sprachrohr der älteren Generation anhand praktischer

Beispiele herausgearbeitet. Vor allem die Arbeit in den

städtischen Ausschüssen, in denen die Beiratsmitglieder

eine Beratungsfunktion haben, soll durch eine rechzeitige

Information über beabsichtigte Verwaltungs- und

Beschlussvorlagen damit weiter optimiert werden. –

„Im Quartier bleiben- Nachbarschaft leben“, über dieses

Thema referierte Anna Schewerda. die das Düsseldorfer

Ministeriums für Gesundheit. Emanzipation, Pflege

Stadtreinigung Siegen

Die Stadtreinigung ist

neben der allgemeinen

Sauberkeit zuständig

für die Müllabfuhr,

die Abfallberatung, die

Straßenreinigung und

den Schneeräumdienst.

Indirekt organisiert sie die

Entsorgung von Altpapier,

Altglas und Wertstoffen

(gelber Sack).

Den Großteil der

Müllabfuhr führt die Stadt

mit eigenem Personal

und eigenen Fahrzeugen

durch. Hierzu zählt auch

die Entsorgung des

Restmülls, des Sperrmülls

und der Bioabfälle für

etwa 60.000 Haushalte.

Um unnötige Abfälle zu vermeiden,

können wir alle bei unseren täglichen

Einkäufen darauf achten, Produkte in

Einwegverpackungen zu vermeiden.

Jeder Einzelne kann durch sorgfältige

Auswahl von Waren dazu beitragen,

die Umwelt zu schonen und Geld für die

immer aufwändigere Abfallentsorgung

zu sparen.

Straßenreinigung

Neben der Reinigung

bestimmter Straßen ist die

Abteilung Stadtreinigung

für die Säuberung der

städtischen Grundstücke,

die Reinigung der Fußgängerzonen

und die

Leerung von über 2.000 im

Stadtgebiet aufgestellten

Papierkörben zuständig.

Winterdienst

Im Winter hält die Stadtreinigung

nicht nur die

Fahrbahnen schneefrei,

auch der Winterdienst auf

den Gehwegen an städtischen

Liegenschaften gehört

zum Aufgabenbereich.

Müllabfuhr

In Zeiten knapper werdender Rohstoffe ist es besonders

wichtig, Abfälle getrennt zu sammeln und einer

ökologisch unbedenklichen Verwertung zuzuführen.

Auf diese Weise tragen wir alle ein Stück dazu bei, die

natürlichen Ressourcen zu schonen bzw. eine erneute

Verwertung zu sichern.

Altpapier

Die Entsorgung von

Altpapier ist auf ein privates

Unternehmen übertragen, das

im Auftrag der Stadt Siegen

eine Wiederverwertung sicherstellt.

Altglas / Plastik

Die Entsorgung von

Altglas und Plastik (Gelber

Sack) erfolgt im Rahmen

des Dualen Systems

Deutschland (DSD). Hier

wird die Stadt Siegen lediglich

durch die Bereitstellung

der Wertstoffdepotstandorte

und die Veröffentlichung der

Abfuhrtermine tätig.

Abfallberatung

Weitere Informationen zu

den Themen Stadtreinigung

und Müllabfuhr erhalten Sie

unter:

Stadt Siegen

Stadtreinigung

57074 Siegen

Fludersbach 56

Telefon 0271 / 404-4822

oder 0271 / 404-4855

www.siegen.de

22 durchblick 3/2013


Aus dem Siegener Seniorenbeirat

und Alter (MGEPA) eigens nach Wilgersdorf entsandt

hatte. Beispielhaft ging es hier um barrierefreies Wohnen,

Sicherung des täglichen Bedarfs, medizinische

Rundumversorgung, Entlastungsangebote für pflegende

Angehörige, flexible Dienstleistungen sowie Teilhabe

und Lebensqualität im eigenen Wohnviertel. In mehreren

Arbeitsgruppen wurden daraufhin Möglichkeiten

der praktischen Umsetzung vor Ort erörtert. Zentraler

Bezugspunkt war dabei die Agenda 2017 des Seniorenbeirates.

Sie enthält alle in dieser Legislaturperiode

geplanten und weiterzuentwickelnden Maßnahmen zur

Verbesserung der Lebensqualität älterer Mitbürgerinnen

und Mitbürger in der Krönchenstadt.

Konkrete Überlegungen zu Selbstverständnis und

künftiger Außendarstellung des Seniorenbeirates unter

dem Thema „Das ist der Seniorenbeirat“ rundeten die

Veranstaltung ab.

Neue Computerkurse für Senioren

Senioren ans Netz – so heißt es erneut im Computertrakt

des Weidenauer Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums.

Die seit langem bewährte Zusammenarbeit

zwischen Seniorenbeirat der Stadt Siegen und Schule geht

damit in eine neue Runde.

Auf dem Programm stehen Textgestaltung, Tabellenerstellung,

Zurechtfinden im Internet sowie Abfassen und

Versenden von E-Mails. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Erneut übernehmen Schüler die Rolle als Lehrer,

und Hans Amely vom Seniorenbeirat steht als Koordinator

bereit. Kursgebühren werden keine erhoben. Als Anerkennung

freuen sich die jungen Kursleiter über einen Obolus

für die Schülerkasse. Weitere Informationen: Seniorenbeirat

der Stadt Siegen 0271/4042202 (Frau Hegewald).

Ernst Göckus.

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Die reinste Freude

3/2013 durchblick 23


MAMMUTBÄUME

IN FREUDENBERG

24 durchblick 3/2013

Foto: Gottried Klör


Wenige Menschen haben sie bisher bemerkt, die

gigantischen Bäume, die an verschiedenen

Orten in Freudenberg wachsen. Der „Sequoia

gigantea“, so die botanische Bezeichnung für den Riesen-

Mammutbaum, kommt ursprünglich von der Westküste

Kaliforniens. In seiner Heimat erreicht der Mammutbaum

Höhen von bis zu 100 Meter und Stammdurchmesser von

bis zu 16 Meter bei einem geschätzten Alter von 2000 bis

3000 Jahren. Die Rinde ist tiefrissig, schwammig und rotbraun.

Zapfen bildet er im Verhältnis zur Baumgröße nur

sehr kleine.

Ein Freudenberger Baumliebhaber war es, der die

Schösslinge 1959 aus einer „Kinderstube seltener und

schöner Gehölze“ in Kaldenkirchen als 2-jährige Pflanzen

geholt hat. Im „Flecken“ stehen diese prachtvollen Bäume

zum Beispiel auf dem oberen Teil des Friedhofs und am

„Villa-Bubenzer-Weg“, sowie in einem Privatgarten an der

Krottorfer Straße, und bieten dem Betrachter ein überwältigendes

Bild.

Im Frühling wiegen die lauen Lüfte sich in den fast

waagerecht wachsenden Ästen und im Sommer kann

man keinen besseren Schattenspender finden. Während

die Herbstwinde in den Riesen der Natur ihre Melodien

singen, präsentieren sie sich in der winterlichen Beschaulichkeit

stolz und stattlich in ihrem immergrünen Kleid.

Mit erreichten Baumhöhen von ca. 38 bis 52 Meter und

Stammumfängen von ca. 4 bis 6 Meter hier in Freudenberg,

bietet sich der Mammutbaum als Rasensolitär für große

Gärten an.

Um gut zu gedeihen, benötigt er reichlich Wasser

und er verträgt auch kühleres Klima. Eben Wetterbedingungen,

wie das Siegerland sie bietet.

So tragen diese Baumgiganten sicher einen Teil

zur Attraktivität des Freudenberger Erscheinungsbildes

bei. Ulla D‘Amico

3/2013 durchblick 25


Aus dem Siegerland

DER GRENZWALL

zwischen Siegerland und Sauerland

Zu den ältesten Bauwerken im Siegerland gehört der

Grenzwall, die sogenannte „Kölsche Hecke“. Besonders

ausgeprägt war er auf der Grenze zwischen Siegerland

und dem Kreis Olpe, das früher zum Kurfürstentum

Köln gehörte, daher auch der Name.

Der Wall beginnt auf der Silberkaule bei Hespert, zwischen

den Kreisen Waldbröl und Olpe, verläuft bis zum

Ederkopf und geht von dort nach Süden weiter. Er hat eine

Gesamtlänge von etwa 55 km, ist auf langen Strecken

unterbrochen und geht meist über die Wasserscheiden zwischen

Lenne und Sieg und war mit sehr dichtem Gebüsch

bewachsen. Diese sogenannte Landhecke bestand meist aus

Dornengestrüpp und ist bis zu 40 Meter breit gewesen. Die

Hecke ist immer gepflegt worden, und wer sie beschädigte,

machte sich strafbar.

Wie viele Jahrhunderte sie bestanden hat, wird wohl

kaum festzustellen sein. Doch weiß man, dass ihr Areal mit

Aufwuchs auf Anordnung der Regierung zu Arnsberg im

Jahre 1823 zum Verkauf in Teilen ausgesetzt worden ist. Diese

Hecke war wiederum die Stammesgrenze zwischen den

mitteldeutschen, fränkischen Bewohnern des Siegerlandes

und den niederdeutschen, sächsischen Sauerländern.

Die Bewohner des Siegerlandes gehören zu den Franken.

Im Verlauf des 3. und 4. Jahrhunderts sind diese durch verschiedene

Völkerstämme, die am Nieder- und Mittelrhein lagen,

entstanden. Es waren die Sygambrer, Tenkterer, Chamaven,

Brukterer und andere, alles Namen die im 4. Jahrhundert durch

den Namen Franken ersetzt wurden und verschwanden. Es gibt

Autorenfoto

drei Gruppen von Franken und zwar die Nieder-, Mittel- und

Rheinfranken. Auf beiden Seiten des Rheins, und zwar von

Düsseldorf bis St. Goar, wohnen die von anderen eingeschlossenen

Mittelfranken. Deswegen gehören auch die Bewohner

des Siegerlandes zu ihnen. Der Völkerstamm Sygambrer hat

einst unser Heimatland, das Siegerland, bewohnt. Sie hatten

zuvor die Kelten, die etwa seit 600 vor der Zeitrechnung im

Siegerland hausten, über den Rhein weit nach Westen vertrieben.

Auf der anderen Seite der Hecke wohnen die Sauerländer,

wie es in hochdeutscher Form heißt. In der Gegend selbst sagt

man Suerland. Dieses Suer hat nichts mit sauer zu tun. Das

Suerland ist in der dortigen Mundart, wegen des Wegfalls eines

d’ zwischen zwei Vokabeln, aus Suderland, das heißt Südland,

entstanden. So nannten seinerzeit die alten Sachsen dieses Gebiet.

Es war der südlichste Teil ihres Landes und ragte quasi

keilförmig in das Fränkische hinein. Für die Siegerländer hat

der Name Südland keinen Sinn. Seit alter Zeit hat es bei uns den

Namen „Kölscheland“, das heißt Kölnisches Land. Die Benennung

kommt daher, weil das Sauerland viele Jahrhunderte unter

der Herrschaft des Kölnischen Erzbischofs stand.

Die Namensfindung des Siegerlandes ist leider nicht so

klar und eindeutig nachvollziehbar wie die des Sauerlandes.

Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit hat die Sieg zur Namensbildung

beigetragen. Der Name hat nichts mit Sieg im

Sinne einer gewonnenen Schlacht zu tun, sondern leitet sich

von dem keltischen Wort „Sikkere“ ab, was so viel bedeutet

wie schneller Fluss oder rinnendes Wasser. Das fast von

Gebirgszügen umschlossene Gebiet, im dem die „Sikkere“

dahinplätscherte, wurde durch die Schreibweise von vielen

Jahrhunderten zum Namen Siegerland geprägt.

Der Grenzwall hatte immerhin um 1900 noch eine durchschnittliche

Sohlbreite von 5 m und eine Höhe von 1 bis 2 m

gleich der Kronenbreite. Der davor liegende Graben war

3 m breit und 1 m tief. Es war bestimmt der Aushub für den

Damm. Auf den Bergsätteln bei den Wegübergängen war

er besonders stark ausgeprägt. Hier hat es sogar manchmal

noch einen Vorwall gegeben. Die Biegungen und Vorsprünge

sollen immer in scharfen Winkeln angelegt worden sein und

nie abgerundet. Ohne Zweifel ist der Wall zum Schutz des

Landes gegen feindliche Einfälle gebaut worden.

Einst nahm man an, ein so geschickt ausgedehntes Befestigungswerk

könne man nur den Römern zuschreiben.

26 durchblick 3/2013


Ähnlichkeit hat die Kölsche Hecke tatsächlich mit dem römischen

Grenzwall, der vom Rhein durch den Taunus, den

Main entlang durch Württemberg nach der Donau verläuft.

Es ist aber so gut wie sicher, dass römische Heere nie in

unsere Siegerländer Berge vorgedrungen sind. Oder haben

vielleicht die Franken den Wall gebaut, die unter Karl dem

Großen nach den gewaltigen Kriegen 772 bis 803 die Sachsen

unterwarfen? Ähnliche Befestigungsgrenzen, die man

den Franken zuschrieb, sind aber erst im Mittelalter gebaut

worden. Deutschland war damals unter vielen Fürsten und

„Fürstchen“ aufgeteilt. Oft hörte der Fehdezustand überhaupt

nicht auf. Hierbei war das Bedürfnis natürlich groß, gegen

Feindesland die Grenzen durch Wall und Graben zu sichern.

Das ganze Mittelalter hindurch hat die Kölsche Hecke

zum Schutz gegen die Sauerländer gedient. Anno 1466 lag

ein Rittmeister mit 40 Reitern in der Woche vor Michelstag in

Hilchenbach und die nächste Nacht dann in Krombach auf der

Wache gegen Eindringlinge der Kölschen. Ein Einfall drohte

auch 1468, und es wurden nachts die Glocken geläutet, um die

Einwohner zu warnen. Die Beamten „sulden das lant weren“,

das heißt, sie sollten die Landhecke besetzen lassen.

Im Jahre 1517 wird berichtet, dass der Graf von Nassau

den „Kölschen“ das Korn „usswendig der hegen hait absyden

laissen“. (Das Korn auf der anderen Seite der Landhecke

hat abschneiden lassen). Betroffen müssen Heinsberger oder

Brachthäuser gewesen sein, denn die 12 berittenen Haudegen

verzehrten bei Landsknecht Ropel zu Hilchenbach für

2 Gulden, 9 Albus und 6 Heller. Bestimmt haben sich die

„Kölschen“ für das Kornabschneiden wieder gerächt. An

den Schlagbäumen der Landhecke oberhalb von Hilchenbach

wurden noch in den Jahren 1518 und 1523 die Schlösser

erneuert. Da man die Männer, welche die Schlagbäume zu

unterhalten hatten, Bäumer nannte, gibt es heute noch den

Hausnamen „Bäumers“ in Hilchenbach.

Lyrik im Dialekt

STILLE STRATEN

Aus all diesen Gründen

gibt es auch heute

noch, obwohl man

schon viele Jahrhunderte

nebeneinander wohnt,

zwischen Siegerländern

und Sauerländern etliche

Unterschiede. Es macht

sich vor allen Dingen in

der Mundart bemerkbar.

Dies kommt vor allem

bei dem nur wenige

Kilometer auseinander

wohnenden Hilchen-

Autorenfoto

bachern auf der einen

Seite der Hecke sowie

den Heinsbergern und

Brachthäusern auf der anderen Seite zum Ausdruck. Am deutlichsten

hören wir es, wenn man die sauerländischen Laute k,

p, und t mit dem Ausdruck der Siegerländer vergleicht. Ungefähr

im 6. Jahrhundert wurden in Süd- und Mitteldeutschland

und somit auch in unserer Mundart die Laute k in ch, p in f

und t in z bzw. ß verwandelt. Dagegen blieben sie in anderen

Gegenden, wie auch bei unserem Nachbarn, erhalten. So sagt

der Siegerländer Woche, mache, Sache, breche. Die südlichen

Sauerländer sagen hierzu Weake, maken, Sake, breaken.

Einem Kölschen helpen, oapen, laupen, hoapen entspricht bei

uns helfe, offe, laufe, hoffe. Statt des Siegerländers esse, bisse,

zerrisse, setze, zealn, zeh, zwanzig sagt der Suerländer eten,

biten, teriten, sitten, te llen, teine und twentig. Diese krassen

Unterschiede in der Mundart zwischen zwei Völkerstämmen,

oder besser gesagt Nachbarn, die seit Jahrhunderten eng nebeneinander

wohnen, sind wohl kaum in Deutschland anderswo

so ausgeprägt wie bei uns.

Heinz Bensberg

FDP

Die Liberalen

Plattdeutsch

Sejener Platt

Över de stillen Straten

Geit klor de Klockenslag.

God Nacht, din Hart will slapen,

Und morgen is ok een Dag.

Ewer de schdelle Schdrose

glengt gloar d’r Gloggeschlach.

Got Nacht, din Hearz well schlofe,

on moarrn es och en Dach.

Din Kind liggt in de Weegen

Un ick bin ok bi di,

Din Sorgen un din Leven

is alles um und bi.

Din Kend läjjt en d’r Wej

on ech sin och bi dier.

Din Soarje on din Läwe,

alles em os rem d’rbi.

Sie kennen mich:

„Net schwätze, mache!“

Noch een mal lat uns spräken,

Goden Abend, gode Nacht!

De Maand schient up de Däken,

Uns Herrgott hölt de Wacht.

Theodor Storm

Noch aimol loss os schwätze,

Gorer Owend! Gore Nacht!

D’r Mond schinnt of de Däcke,

d’r Hearrgott hält de Wacht.

übersetzt von Gerda Greis

V.i.S.d.P.: FDP-Kreisverband Siegen-Wittgenstein, Marburger Tor 7, 57072 Siegen

Helga Daub

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3/2013 durchblick 27


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28 durchblick 3/2013


Historisches

DER BLINDGÄNGER

In der letzten Zeit vergeht wohl kaum ein Tag, an dem

nicht vom Fund einer Fliegerbombe berichtet wird. Gerade

als ich diesen Erlebnisbericht anfange zu schreiben,

höre ich vom Fund eines Blindgängers in Bochum. Ich

möchte nun über mein Erlebnis mit einem Blindgänger berichten,

das ich gegen Ende des Zweiten Weltkrieges hatte.

Seit April 1944 be- suchte ich die Staatliche

Fachschule in Sie-

gen. Sie stand Ecke

Friedrichstraße/Emi-

lienstraße und

war am 1. Oktober 1900

als „Königliche

Fachschule für

die Eisen- und

Stahlindustrie“

des

Siegener

Landes errichtet

worden.

Es gibt sicher nur noch

wenige Siegerländer, die sich an

diese Schule erinnern können. Sie bildete

das Fundament für viele junge Menschen, die

sich im technischen Bereich auf eine gehobene Laufbahn

vorbereiteten. Die Schule vermittelte sowohl fundierte

Kenntnisse in der Theorie als auch Praktiken in der Metallverarbeitung

in den, der Schule eigens angeschlossenen

Werkstätten. An zwei Tagen in der Woche war theoretischer

Unterricht und an den übrigen Tagen erfolgte der Unterricht

in den entsprechenden Werkstätten: Schmiede, Schlosserei

oder mechanische Bearbeitung.

Am 16. Dezember 1944 wurde bei dem Bombenangriff

auf Siegen auch unsere Fachschule sehr stark in Mitleidenschaft

gezogen. Die oberen Klassenräume waren stark

beschädigt und die Werkstätten ebenso. Wir Jungen wurden

zum Aufräumen eingeteilt, zunächst in den Klassenräumen,

dann wurde ein Klassenkamerad und ich in die

mechanische Bearbeitung beordert um dort zu helfen.

Unsere erste Aufgabe sollte sein, einen Werkzeugschrank,

aus dem alle Drehstähle herausgefallen waren,

wieder in Ordnung zu bringen. Vor dem Schrank, der knapp

zwei Meter breit war, waren die Dielenbretter, die den Fußboden

bildeten, zerstört und ein Loch von über einem halben

Meter Tiefe erstreckte sich über die ganze Breite des

Schrankes. Mein Schulkamerad und ich stiegen arglos in

das Loch und begannen mit unserer Arbeit. Der Boden auf

dem wir standen war ziemlich sandig, aber uns viel immer

noch nichts auf.

Als wir uns nach dem vielen Bücken nach den Werkzeugen

einmal den Rücken streckten und dabei zufällig nach

oben schauten, sahen wir schräg über uns im Werkstattdach

ein großes Loch. Unter dem Loch verlief ein Kranbahnträger,

etwa nach meiner heutigen Erinnerung ein Doppel-T-

Träger 200, der hatte eine große Beule. Darunter stand die

modernste Drehbank der Schule, eine sogenannte Magdeburger,

die hatte auch im hinteren Bereich einen starken

Schaden erlitten. Da wurden wir beide aufmerksam und

hatten zur gleichen Zeit denselben Gedanken: Das war eine

Bombe! Wir kletterten so schnell und so vorsichtig es ging

aus unserem Loch heraus und rannten zu einem unserer

Lehrer und berichteten von unserer Beobachtung. Der sah

sich das Loch im Dach und das Loch im Boden an und

stoppte sofort alle Aufräumarbeiten.

Wir mussten sofort das ganze Schulgebäude räumen.

Ein Bombenräumdienst wurde alarmiert. Die Bombe

wurde entschärft. Es stellte sich heraus,

dass es sich um eine 5-Zentner-Bombe

handelte. Die Bombe hatte das

Dach durchschlagen, war

dann mit dem Leitwerk

auf den Kranträger

geschlagen, wobei

das Leitwerk mit einem

Teil des Bombenkörpers

abbrach und dann im Boden

vor unserem Schrank landete.

Als

wir dann die entschärfte Bombe

auf un-

serem Schulhof liegen sahen,

ging es meinem Schulkameraden und mir wie dem

Reiter über den Bodensee, nur dass wir es überlebt haben.

Wir sprachen danach noch mit den Männern die die Bombe

entschärft hatten: Es waren deutsche politische Gefangene.

Unsere Schule wurde übrigens am 1. Februar 1945 von

den Nazis geschlossen und nicht wieder eröffnet.

Rechtsanwaltskanzlei

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3/2013 durchblick 29


Unterhaltung

TRAUMHAFTER GEWINN

Frühstücksgespräch im Ehealltag

Als Klärchen erwachte schien ihr die Sonne schon ins

Gesicht. Sie blinzelte ein wenig und vernahm das

Geräusch des Radioweckers auf dem Nachtschrank.

Leise sang Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New York,

ich war noch niemals auf Hawai….“ Doch bis zum Beginn

der Nachrichten war sie wieder eingeduselt.

Nebenan in der zweiten Betthälfte

räusperte sich Karl mit einem langanhaltendem

im Gähnen gegrummelten „Guten

Morgen“. Es klang mehr brummig

als freudig. Klärchen reagierte nicht. Es

blieb eine müd-schläfrige Ruhe. Nach

mehreren im Halbschlaf aufgenommenen

Schlagertiteln, die mit ihrem

rhythmischen Schwung hätten ermuntern

können, schlugen beide unvermittelt

die Augen auf. Nun war ein deutlich

frischeres „Guten Morgen“ zu vernehmen.

„Guten Morgen Karl, hast du gut

geschlafen“ säuselte Klärchen und ohne

auf eine Reaktion zu warten erklärte sie:

„Ich stehe auf und decke den Tisch“.

Sie entschwand. Erst als der Kaffeeduft

durch die Zimmer zog erschien auch Karl

und nahm am Frühstückstisch Platz. Er wirkte nachdenklich

unausgeschlafen und brummelte: „Ich hab die ganze Nacht

nicht geschlafen, hab nur gerechnet, gedacht … Ich bin total

fertig“. „Ei, wie ist das“, ließ Klärchen vernehmen, „du hast

doch so laut geschnarcht“. Dann kratzte er sich am Kopf und

begann zu erzählen: „Ich habe elf Millionen gewonnen und

mir nun stundenlang den Kopf zerbrochen, wie ich sie am besten

verteile. Unsere drei Jungs bekommen jeder jeweils eine

Million. Für jeden unserer Geschwister hab ich je 500.000

einkalkuliert. Jedes Enkelkind kriegt ein neues Auto und noch

100.000 dazu. Nur bei unseren Freunden und Bekannten bin

ich mir nicht sicher!“ Er atmete schwer, „ich muss allen

gerecht werden und je mehr ich darüber nachdenke“, wieder

kam ein tiefer Seufzer, „bei all meinem Rechnen hin und her,

ich komme einfach zu keinem klaren Resultat“.

„Aber“, stutzte Klärchen, „wir spielen doch gar kein Lotto!

Du hast auch nichts gewonnen und hättest dich damit

nicht beschäftigen brauchen“. Nach einer nachdenklichen

Pause meinte Klärchen: „Außerdem, warum würdest du das

Geld verschenken? Da gäbe es doch andere Wege“.

„Ach ja! Das kenne ich! Du und deine Knickrigkeit. Und

bloß niemand etwas davon sagen! Immer alles schön geheimnisvoll",

knurrte Karl sofort los. „Womöglich alles auf

die hohe Kante packen und den größten Teil dem Fiskus in

den Rachen werfen. Kommt überhaupt gar nicht in Frage.

Lieber verschenke ich alles!“

Damit gab sich Klärchen nicht zufrieden. „Ich würde es

erst einmal liegen lassen und in Ruhe überlegen, wie man

es am sinnvollsten unterbringen und arbeiten lassen kann.

Denk doch bloß mal an den Haufen Zinsen, davon könnten

wir beide gut leben und auch unseren Kindern immer noch

etwas abgeben“, versuchte sie zu beschwichtigen.

„Du und deine Ratschläge.

Gönn doch den Kindern die

Freude. Ist doch egal wenn sie

das Geld auf den Kopf hauen,

Hauptsache, sie konnten es einmal

richtig erleben. Einmal ohne

Sorgen sein…du und deine verflixten

sparsamen Gedanken".

Karl reagierte sehr verärgert.

„So ein Quatsch! Natürlich

gönn ich es den Kindern. Aber

sinnlos so viel Geld ausgeben.

Das wäre doch eine Schande.

Außerdem verdirbt Geld den

Charakter. Womöglich bringt es

Foto: Gottfried Klör

sie noch auf die schiefe Bahn.

Nein! Nein! So einfach mir

nichts, dir nichts würde ich ihnen

kein Geld geben“, warnte Klärchen nachdenklich: „Außerdem!

Mit so einem Betrag könnte man eine Stiftung oder

einen Fond gründen. Alle unsere Nachkommen hätten aus

dem Erlös noch etwas“.

„Das ist ja mal wieder typisch für dich. Immer alles zigmal

absichern, bloß nichts ausgeben, immer sparen! Wozu!

Wenn ich alles verteilt habe bleibt ja immer noch ein Haufen

übrig. Was machen wir beide damit“, protestierte Karl empört.

„Wir können uns eine Wohnung im Norden leisten, ein

Haus in den Bergen, jedes Jahr eine schöne Flugreise, ein

schnuckliges neues Wohnmobil“, sinnierte Karl weiter mehr

brauchen wir in unserem Alter nicht mehr“.

„Na, du bist ja lustig. Wenn wir unterwegs sind jammerst

du schon nach acht Tagen, ich will wieder in meinen Garten,

an meinem Teich sitzen, in meinem Bett schlafen. Was sollen

wir beide auf einer langen Reise. Was mit einer weiteren

Wohnung. Wir haben jetzt schon unsere Mühe hier alles in

Ordnung zu halten. Und du liebe Güte, wir hätten nur noch

Stress. Denk mal an die Bittsteller die uns dann belagern. Und

wie viele Gauner gibt es. Wir wären unseres Lebens nicht

mehr sicher“. Klärchen rührte verstimmt in der Kaffeetasse

und sah zu Karl. „Bei all deinen Geldgeschäften ist der Kaffee

kalt geworden. Lass uns mal ganz schnell den Gewinn

vergessen und alles nehmen wie es ist, wir leben so ruhiger“.

„Ach ja“, seufzte Karl niedergeschlagen, „hast ja recht. Es

war eben nur ein schöner Traum“. Eva-Maria Herrmann

30 durchblick 3/2013


Reisen

EINE HAMBURG-COLLAGE

Von Flaschensammlern, Jedermann und Pfeffersäcken

An jedem Anleger der Elbfähren heißt es: „Zurücktreten

bitte, die Gangway wird bewegt“. Von den Landungsbrücken

übersieht man das Gewirr aus Bugsierern,

Lotsenschiffen, Fähren, Seglern, Tankern, Fracht- und

Passagierschiffen im Hamburger Hafen am besten.

Queen Mary 2, Postschiffe der norwegischen Hurtigruten,

Aida, MS Deutschland: mit ein bisschen Glück kann

man auf der Elbe die größten und feinsten Traumschiffe

sehen. Am Grasbrook Terminal oder am Cruise Center Altona

legen diese Riesen an und werden möglichst schnell

abgefertigt. Zeit ist Geld. Passagiere raus, Putzkolonne,

neue Vorräte, eventuell neue Crew und dann die nächsten

Traumschifftouristen rein.

Auch das derzeit größte Containerschiff der Welt, die

Alexander von Humboldt, legte im Mai 2013 zur Schiffstaufe

am Burchard-Kai an. Es geht auch kleiner: am Anleger

Fischmarkt macht eine hölzerne Arche Noah aus Holland

fest, ein Museum. Oder der letzte Elbfischer legt auf dem

Wasser bei Finkenwerder mit seinem Kutter die Fangnetze

aus. In Övelgönne bietet der Museumshafen Oldtimer, die

von Vereinsmitgliedern liebevoll restauriert werden und

zu besonderen Gelegenheiten, wie Hafen-Geburtstag stolz

über das Wasser segeln. Hier steht direkt an der Elbe auch

das nobelste Seniorenheim der Stadt: das Augustinum, in

dem angeblich ehemalige Kapitäne, Schauspieler und eben

Gutbetuchte ihren Ruhestand genießen.

Nur wenige Hamburger tragen noch Elbsegler, die einst

typischen Schiffermützen, die nur noch von wenigen Manufakturen

von Hand gefertigt werden. Matrosen prägen

sowieso nicht mehr das Hamburger Stadtbild. Ein riesiges

Containerschiff hat vielleicht sechs Mann an Bord. Und Zeit

für einen ausführlichen Landgang hat die Crew sowieso

nicht. Im Freihafen, im Seemannsheim „Duckdalben“, eine

Art Internetcafé, können sich die Seeleute oft nur wenige

Stunden aufhalten, mit ihren Familien Kontakt aufnehmen,

Papierkram erledigen und mal kurz zur Ruhe kommen.

Auch die größten Flugzeuge der Welt, der A380 von

Airbus, lernen in Hamburg Finkenwerder – zwischen Elbe

und dem Alten Land - das Fliegen. Aus Toulouse werden

die Rohlinge nach Hamburg geliefert, hier lackiert, der Innenausbau

nach Wünschen der Airline ausgeführt und die

Maschinen bis zur Endabnahme überprüft. Die Auslieferung

an europäische und arabische Kunden erfolgt von hier,

Asien, USA und der Rest der Welt werden von Toulouse aus

beliefert. An die hundert A 380 haben inzwischen Hamburg

verlassen, die meisten Bestellungen kamen bisher von der

Airline Emirates. In Hamburg arbeiten ca. 12.500 Beschäftigte

für einen der beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands.

Entsprechend groß ist auch die Neugier von Touristen und

Hamburgern an den Luftriesen. Auf der Besucherplattform

außerhalb des Werkgeländes drängen sich vom Morgengrauen

bis in den Abend Touristen und Planespotter. Profis

haben immer eine Leiter im Kofferraum griffbereit, um die

besten Fotos über den Zaun zu schießen.

Anders, nobel und fast idyllisch zeigt sich Hamburg an

der Alster. Am Ufer der Außenalster reiht sich ein Ruderclub

an den nächsten. Auf den Straßen mit Blick zum Wasser stehen

noble Hotels, das Gästehaus des Hamburger Senats und

hinter wunderschönen Gärten versteckt weiße Villen. An diesen

feinen Adressen wohnen neben den Neureichen, wie den

Klitschkos, auch die alteingesessenen „Pfeffersäcke“, sprich

erfolgreiche Kaufleute wie Kaffeeröster, Verleger oder Reeder

mit ihren Familien. Mann trägt edlen Zwirn nach Maß.

Die Damen lieben die gewissen Tweedjäckchen und tragen

mit Vorliebe „Knöpfe“ im Ohr. Also Perlohrringe. An einem

Nebenarm der Alster zeigt sich dann wieder ein ganz anderes

Bild: am Eilbekkanal haben sich solvente Stadtnomaden in

modernen Hausbooten niedergelassen. Von Romantik keine

3/2013 durchblick 31


Reisen

Alle Fotos: Hartmut Reeh

Spur, bis auf die idyllische Lage auf dem Wasser und unter

wunderschönen Trauerweiden.

Der Hamburger Bürgersinn, der urbane Geist der Stadt,

ermöglicht vieles. Mit Spenden und ehrenamtlicher Arbeit

werden viele Projekte unterstützt. In der Hamburger

Kunsthalle, die alte Meister und moderne Kunst zeigt, gibt

es auch viele kunstgeschichtliche Workshops tagsüber, die

hauptsächlich von agilen Senioren besucht werden. So

finden sich vormittags gegen 11:00 Uhr „Silver Ager“ auf

kleinen Klappstühlchen etwa vor Caspar David Friedrichs

Gemälde „Das Eismeer“ und lassen sich auf das Zeitalter

und die Gefühle der deutschen Romantik ein. Auch Oper

und Theater werden von vielen Bürgergruppen unterstützt

oder den Menschen nahegebracht.

Hamburg, die schönste Stadt Deutschlands – laut Radio

Hamburg – bietet für jeden etwas. Für den Architekturinteressierten

haben hier viele Stararchitekten ihre Visitenkarte

hinterlassen. In der Hafencity wird seit einigen Jahren ganz

groß und ganz neu geplant und gebaut. Verwegene Phantasien

wurden zu Stein, Stahl, Glas und Beton. Das Großprojekt

Elbphilharmonie, ironisch oder liebevoll „Elphie“

genannt wurde ja nun deutschlandweit bekannt. Ein Millionengrab.

Kosten oder Fertigstellung: alle Fragen offen.

Trotz allen Unkenrufen macht das Gebäude, ein ehemaliges

Speicherhaus am Rande der Speicherstadt, einen überwältigenden

Eindruck. Alles vom Feinsten. Interessierte können

die Baustelle zünftig mit Baustiefeln und gelben Bauhelmen

besichtigen. Ich selber bin bis zur sechsten Etage

gestiegen, von wo man einen wunderbaren Blick auf den

Hafen hat und von der anderen Seite durch die maßgefertigten,

sündhaft teuren Scheiben auf das Stadtpanorama.

Mein Favorit in Hamburg ist immer wieder die Speicherstadt.

Der Duft von Brackwasser, Kaffee und Gewürzen liegt

in der Luft. In lauen Sommernächten wird seit 20 Jahren vor

der großartigen Kulisse der alten Speicherhäuser am Fleet

„Der Hamburger Jedermann“ nach Hugo von Hofmannsthal

aufgeführt. Das Spiel von Haben und Sein, Gier und Verantwortung

und von der letzten Reise ist gerade in unserer

Zeit der Banken- und Finanzkrisen aktueller denn je. Die

Speicherstadt gehört seit Kurzem zum Weltkulturerbe der

UNESCO. Der über 100 Jahre alte Lagerhauskomplex wurde

auf Eichenpfählen erbaut. Der ehemalige Freihafen wird

von Fleeten (Kanälen) durchzogen, die zahllose Brücken

und Stege queren. Überwältigend ist die Wilhelminische

Backsteinarchitektur der Speicherhäuser mit Giebeln, Erkern,

kleinen Kupferdächern. In den Erdgeschossräumen

konnten wegen Überflutungsgefahr keine Waren gelagert

werden. Mit Seilwinden wurden die Säcke und Bündel mit

Kaffee, Getreide und Gewürzen hochgehievt. Noch heute

kann man beobachten, wie Teppichhändler ihre Waren nach

oben ziehen. Denn inzwischen haben Kreative, Theater, Museen,

Verwaltungen, Büros, Restaurants und Cafés und eben

Teppichhändler das riesige Areal übernommen. Mit Einzug

der Container wurde der Warenumschlag an die Südseite der

Elbe verlegt an den Burchard-Kai und nach Altenwerder.

„Na, ihr Altrocker, hier könnt ihr noch was erleben“

werden wir auf der Reeperbahn animiert, ein dubioses Etablissement

zu besuchen. Hier geht es um Sex. Table-Dance

und Flat-Rate-Sex für 39 Euro werden angepriesen. Die alte

Herbertstraße nahe der Davidwache gibt es immer noch.

Sonst alles cool: Laufhäuser nennen sich die Puffs von heute,

Huren nennen sich heute Sex-Arbeiterinnen. Sonntagmittag

treffen sich Biker mit ihren schweren Motorrädern

auf der Reeperbahn. In speckigen Lederklamotten, Boots

und mit Silberschmuck behangen, präsentieren sich die

schweren Jungs, als würden sie jederzeit die Szene aufmischen.

Olivia Jones, ein Transvestit, schrill, bunt und laut,

und Fremdenführerinnen im weinroten Mantel mit der rotgelben

Flügelmütze auf dem Kopf im Stil der Liebesdamen

des Mittelalters, machen ihr Geschäft mit den Touristen.

Sicher im Pulk ziehen die Touris durch den glitzernd-lockenden

Kiez. Doch man stolpert auch über Dreck, Gestank

und die kaputten Typen, die in Hauseingängen bettelnd

32 durchblick 3/2013


Reisen

kampieren. In einem Hinterhof befindet sich die legendäre

Ritze (Kultkneipe mit Boxring), wo sich einst die Boxer

mit Luden und Huren trafen. Hier kreuzen noch heute Jan

Fedder, Udo Lindenberg oder Ben Becker auf ... sagt man.

„Angst vor Latte Macchiato“ titelte im Juni das Hamburger

Abendblatt. Genauso empfindet auch der Besucher

die Stimmung in manchen Quartieren. Die Gutverdienenden

kapern Stadtviertel wie Ottensen, Schanze, St. Georg

oder St. Pauli. Ähnliches droht auch in Wilhelmsburg, wo

die diesjährige Internationale Gartenschau für den Aufschwung

sorgen soll. Die Alteingesessenen werden so

weiter an den Rand vertrieben. Die Mieten für Normalverdiener

oder Rentner sind nicht mehr bezahlbar. In der

Innenstadt, auf den Fähren und in der Hochbahn sieht man

immer mehr Männer und Frauen in den Müllbehältern nach

Pfandflaschen fischen. Die Flaschensammler sehen nicht

immer heruntergekommen aus. Es kann jeden treffen. Armut

macht sich breit.

Den besten Überblick über die Menschen bietet das

Tchibo-Café gegenüber dem prächtigen Rathaus. Hier hasten

Anzugträger zum nächsten Termin, werden Senatoren

im Dienstwagen vor das Rathaus chauffiert, schlürfen urbane

Kreative im vorbeigehen ihren Coffee to go, schlendern

elegante ältere Paare zum Einkauf in die Passagen oder

zur Ausstellung ins Bucerius Forum. Gackern ausgelassene

Teenager über ihren Smartphones. Oder ältere Frauen und

Männer suchen dezent mit Schirm und Gummihandschuh

in den Müllbehältern nach Pfanddosen, die sie in eine Plastiktüte

stecken. Ab in die Unterwelt: Der Hamburger Elbtunnel

wurde 2011 100 Jahre alt. Unheimlich wird es, wenn

Komplettbad - Lösungen

und regenerative Energien

man mit dem Fahrstuhl von den Landungsbrücken in die

Unterwelt abtaucht und dann durch den gekachelten Tunnel

Richtung Südelbe, nach Steinwerder, geht. Die Atmosphäre

wirkt ähnlich wie die Location vom „Dritten Mann“ in der

Wiener Kanalisation. Nein, nicht ganz so schaurig. Heute

wird man eher von rasenden Radlern über den Haufen gefahren.

Eigentlich wurde der Tunnel für die Werft-Arbeiter

auf der Südseite der Elbe gebaut. Gerade bei Nebel oder

Eis war die Überquerung mit Fähre oder Barkasse damals

unmöglich. So wurde – da eine Brücke zu teuer war – der

Elbtunnel gebaut. Inzwischen finden hier Veranstaltungen

wie der Elbtunnel-Marathon, Konzerte, Dichterlesungen

oder Kunstvernissagen statt.

Ganz ruhig und stilvoll zeigt sich dagegen der Stadtteil

Ohlsdorf mit dem größten Parkfriedhof in Deutschland. Ein

riesiges Areal mit vielen Bushaltestellen. Hier kann man

stundenlang wandern, im Mai an einem zauberhaften Blütenmeer

der Rhododendren vorbei, berühmte Hamburger an

Gräbern oder Mausoleen besuchen. Albert Ballin (Reeder),

Hermann Blohm (Werftgründer) oder Theaterleute wie Gustav

Gründgens oder Monica Bleibtreu – um nur wenige zu

nennen – sind hier begraben. Eine Besonderheit ist der Garten

der Frauen, wo eben nur Frauen ihre Ruhestätte haben.

In Ohlsdorf auf dem Friedhof sind sie alle wieder gleich: die

Flaschensammler, Jedermann und die Pfeffersäcke.

Wer es genauer wissen möchte: das liebevoll zusammengestellte

„Das große Hamburg Buch“ vom Hamburger

Abendblatt 2012 mit 1200 prall gefüllten Seiten gibt Auskunft

über fast alles.

Tessie Reeh

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3/2013 durchblick 33


WANDERERLEBNISSE

Wandern macht glücklich und ist auch gesund, das

ist ja bekannt. Die gleichmäßige Bewegung unseres

Körpers durch die Natur, die gesteigerte

Zufuhr an Sauerstoff, das Sonnenlicht und die Ruhe in Wald

und Flur tun einfach nur gut!

Neun herrliche Wandertage konnte ich Anfang des Monats

Juli mit einer Wandergruppe des Deutschen Alpenvereins

Siegen erleben. Unsere Reise ging ins Elbsandsteingebirge

- Sächsische und Böhmische Schweiz - mit Besuchen

der bekanntesten Städte dieser Region: Meißen - Dresden

- Bautzen - Pirna.

Schon auf dem Hinweg sehen wir überall große Schäden in

den an der Elbe gelegenen Häusern und Hotels, die das Hochwasser

dieses Flusses vor kurzer Zeit hinterlassen hat. Entlang

der Straßen stehen zahlreiche Container, gefüllt mit Möbeln,

Haushaltsgeräten, Spielsachen und anderen Dingen, die den

Bewohnern der Häuser lieb und wert waren. Das Elbe-Wasser

hat sich einfach alles genommen. Doch die Menschen geben

nicht auf. Sie machen weiter und bauen wieder auf.

Unsere Gruppe ist in einem Hotel in Pirna untergebracht.

Von dort aus bringt uns unser Bus täglich an den

Ausgangspunkt einer unserer Wanderungen in die Felsenwelt

der Sächsischen Schweiz und holt uns auch nach

Absprache wieder ab. Das Elbsandsteingebirge ist ein aus

Sandstein aufgebautes Mittelgebirge am Oberlauf der Elbe

von Sachsen und Tschechien. Der deutsche Teil heißt

„Sächsische Schweiz“, der tschechische Teil „Böhmische

Schweiz“. Steine, wilde Felsgebilde mit tiefen Schluchten

und bizarren Formen sind die wichtigsten Attraktionen der

Natur Sachsens. Seit der Tourismus im 19. Jahrhundert dieses

Gebiet entdeckte, wandern täglich Menschen durch die

bizarre Felsenlandschaft. Auch der Freizeitsport „Klettern“

wurde für einige Felsen freigegeben.

Zum Eingewöhnen führt unsere erste Tour über Stufen

auf den circa 400 m hochgelegenen, markanten Tafelberg,

Elbsandsteingebirge

Blick auf die Felsenburg

den „Lilienstein“. Einige Mitwanderer

und ich entscheiden sich für

den etwas einfacheren Weg um den

Felsen herum durch einen lichtdurchfluteten

Hochwald. Zusammen

geht es dann weiter entlang der

Elbe bis zum Kurort Rathen. Nach

einer Rast steigen wir langsam,

Schritt für Schritt, über insgesamt

487 abwechselnd Holzbohlen, Stufen

und weichen Waldboden hinauf

auf die Bastei, das bekannteste Ausflugsziel

der Sächsischen Schweiz.

Nach jeder Wegbiegung bietet sich

ein anderer Ausblick hinab ins Elbtal

oder in markante Felsenschluchten.

Es ist gewaltig, was die Natur

in Millionen von Jahren modelliert

hat. Wie klein ist doch der Mensch,

wenn er hier mittendrin steht! Auch

ich erreiche den höchsten Punkt des

Felsens - für einige Minuten halte

ich inne - dann aber bin ich überwältigt

von dem, was sich mir hier bietet. Zur einen Seite der

tiefe Blick ins Elbtal und gegenüber auf die Tafelberge der

Sächsischen Schweiz. Von der Basteibrücke aus sieht man

in das wildromantische Basteimassiv mit seinen gewaltigen

Felsengruppen. Zum Schutz dieser bemerkenswerten Landschaft

wurden viele Quadratkilometer zum Nationalpark

„Sächsische Schweiz“ erklärt.

Auf dem Parkplatz wartet unser Bus und bringt uns nach

einem erlebnisreichen, aber auch anstrengenden Wandertag

zurück ins Hotel.

Der nächste Tag verläuft etwas gemütlicher. Wir fahren

durch das Lausitzer Bergland, eine hügelige Mittelgebirgslandschaft,

zur Sorbenstadt Bautzen, die Stadt der vielen

Türme. Vielen ist Bautzen in unguter Erinnerung. Zu Zeiten

der DDR waren dort zahlreiche Regimegegner in berüchtigten

Gefängnissen inhaftiert. Heute ist Bautzen eine sonnendurchflutete

Stadt, deren Altstadt teilweise noch von

alten Stadtmauern umgeben ist. Gepflegte und restaurierte

Bürgerhäuser einschließlich des Rathauses fallen sofort ins

Auge. Die Wahrzeichen der Stadt sind zwei Türme: „Alte

Das Prebischtor

34 durchblick 3/2013


Wasserkunst“ und „Michaeliskirche“. Bei unserem Stadtrundgang

werden wir immer wieder auf die vielen weiteren

Türme hingewiesen, die in früheren Zeiten alle eine besondere

Bedeutung hatten. Da ist z.B. der „Reichenturm“, der

wegen seiner Neigung auch „Schiefer Turm“ genannt wird.

Es ist ein Gebäude in der ehemaligen Stadtbefestigung am

Ende der Reichenstraße. Zum Abschluss unseres Rundgangs

werden wir in einem sorbischen Restaurant erwartet und genießen

dort ein besonderes, nach sorbischer Art zubereitetes

Essen. Die Eigentümer des Hauses sind Sorben, die uns in

ihrer Landestracht empfangen und neben ihrer Sprache auch

ihre Kultur pflegen. Ein schöner Abschluss für diesen Tag.

Bei unserem Rundgang durch Dresden mit all seinen

Sehenswürdigkeiten war für mich einer der Höhepunkte

der Besuch der bedeutenden, protestantischen Frauenkirche.

Seit dem Wiederaufbau im Jahre 2004 schmückt die

monumentale Kuppel wieder die Altstadt. Speziell für Touristen

war eine Andacht vorbereitet, sodass wir auch dem

beeindruckenden Orgelspiel lauschen konnten.

Noch nicht alle Wanderziele sind erreicht und so geht es

am nächsten Morgen frisch und ausgeschlafen mit dem Bus

in Richtung Festung Königstein, deren Plateau wir auf etwas

bequemere Art erobern - wir lassen uns ganz mühelos

mit dem Fahrstuhl hinaufbefördern. Die sehr wechselvolle

Geschichte der Festung vereinigt in sich viele Baustile der

letzten Jahrhunderte. Einst von böhmischen Königen erbaut,

diente sie vielen Herrschern des Landes als Residenz. Hier

wurden große Feste gefeiert, aber auch militärische Pläne geschmiedet.

Manch einer erlebte die Festung als grauenvolles,

unentrinnbares Gefängnis. Der sächsische Kurfurst August

der Starke, bekannt für seine ausschweifenden Feste, ließ es

sich in den Gewölbekellern richtig gut gehen. Auch Napoleon

und der russische Zar Peter der I. inspizierten den Königstein.

Die Festung wurde nie eingenommen, zu hoch und

senkrecht abfallend waren die unüberwindbaren Felshöhen.

Der Tag ist noch nicht zu Ende, und der Bus bringt uns

durch das idyllische Kirnitzschtal zum Lichtenhainer Wasserfall.

Die Gruppe teilt sich und ich mache den etwas steileren,

aber dafür kürzeren Aufstieg zu einem circa zehn Meter

hohen natürlichen Felsentor, genannt „Kuhstall“, welches

den Raubrittern als Unterstand für die gestohlenen

Kühe diente. Eine wundervolle, weite Sicht

belohnt uns für den erwanderten Schweiß. Durch

eine enge Felsspalte kann ich über die „Himmelsleiter“

einen noch höheren Punkt erreichen und

habe ein noch weiteres Panorama vor mir. Nach

und nach trudeln die anderen Wanderer ein. An

ihren erhitzten Köpfen sehen wir, dass sie auch

einige Schwierigkeitsgrade überwinden mussten,

um an dieses Felsentor zu gelangen.

Allmählich bekomme ich das Gefühl, dass ich

einen Ruhetag haben sollte, aber nach ausgiebiger

Nachtruhe überwinde ich mich und sitze wieder

mit im Bus, heute in Richtung Tschechien. Unser

Ziel ist das „Prebischtor“ (Bild lks.) in der

Böhmischen Schweiz. Schon bald haben wir den

Wanderparkplatz erreicht und starten auf unserer

markierten Route. Zunächst geht es über einen

3 Fotos: Dietmut Werner

Unsere Reisegruppe am Felsentor

leicht hubbeligen, breiten Weg den Berg hoch, durch einen

dicht gewachsenen Wald, der zum Prebischtor hin immer

schmaler wird. Um uns herum liegen kleinere und größere

Felsblöcke aus Sandstein, die die Natur dort hingeworfen hat.

Nach längerem Anstieg nähern wir uns in einer Höhe von circa

400 Metern dem Haus Falkenhorst, einem groß angelegten

Gasthaus, unmittelbar am Prebischtor. Dieses Ausflugsziel

ist mittlerweile zum Volks- und Naturdenkmal geworden und

natürlich die Hauptattraktion für alle Wanderer. Und wieder

ein überwältigender Blick über die Schluchten und Felsgebilde

des Elbsandsteingebirges. Wir erholen uns bei Getränken und

kleinen Snacks und bestaunen immer wieder die einzigartige

Natur. Der Wanderweg zurück geht weitgehend am Felsen entlang,

mal über Stufen, über Treppen, mal etwas ebener, dann

wieder steiler, bis wir einen größeren Platz mit Gasthaus und

dem üblichen Souvenirladen erreichen, an dem unser Bus bereits

wartete. Ich habe heute genug getan und beschließe daher,

in den Bus zu steigen. Der weitaus größere Teil unserer Gruppe

marschiert noch durch eine Wilde Klamm, die an einem fließenden

Gewässer endet. Die Gruppe muss die Tour mit einer

Kahnfahrt fortsetzen, um dann nach einer längeren Wanderung

den Bus zu erreichen. Alle kommen gesund und mit strahlenden

Gesichtern wieder an.

Der letzte Tag unserer Wanderwoche führt uns nochmals

nach Tschechien zum höchsten Gipfel des Elbsandsteingebirges,

dem „Hohen Schneeberg“ (723 Meter), und zu

den „Tyssaer Wänden“. Ich entscheide mich jedoch, einen

Ruhetag einzulegen, denn mein Wanderhunger ist gestillt.

Helga Siebel-Achenbach

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger

Für Sie in

Siegen - Wittgenstein

Wahlkreisbüro

Koblenzer Str. 29

57072 Siegen

Tel. 0271-2316135

Email: willi.brase@wk.bundestag.de

Büro Berlin

Tel. 030-227 74590

Fax 030-227 76592

Email: willi.brase@bundestag.de

Sicherheit im Alter, eine Bürgerversicherung, die Schluss

macht mit der Zweiklassenmedizin in Gesundheit und

Pflege sowie gleiche Bildungschancen für alle Kinder, dafür

setze ich mich ein.

Sie entscheiden darüber mit ihrer Stimme am

22. September 2013.

Willi Brase

Mitglied des Deutschen Bundestages


Seine Markenzeichen sind

der Hirtenstab und sein

speckiger Hut. Wie schon

seit 40 Jahren zieht Roland Weilerscheid

(63 Jahre) mit seiner

eigenen Herde im März von

der Eifel in den Hickengrund,

wo die Schafe saftige Wiesen

vorfinden, die Muttertiere ihre

Lämmer werfen und im frühen

Sommer geschoren werden.

Die Arbeit teilt er sich mit seiner

Frau Roswitha, die im Sommer

die trächtigen Schafe und die

Böcke versorgt. Mit seinen vier

Hütehunden, der Chef ist Max,

hält Roland Weilerscheid mit

seinem Hirtenstab die Herde der

Muttertiere und die 250 Lämmer

zusammen. Es ist ein hartes

Leben: Immer auf der Walz von

Mitte März bis in den folgenden

Januar. Ein Leben im Wohnwagen.

Der Schäfer führt seine Herde

von 500 Schafen die circa 150

km vom heimischen Stall bei

Bad Münstereifel in vielen Etappen

in sechs bis sieben Wochen

nach Lützeln (bei Burbach). Die

Tour im Winter zurück in den

Stall ist mühseliger und dauert

bis zu 12 Wochen. Ihre Route

führt über Wiesen, Straßen und

teilweise über die Autobahn, wo

die Herde in den ganz frühen

Morgenstunden von Polizisten

eskortiert wird. Die Söhne helfen

im Betrieb mit und vielleicht

wird eines Tages der älteste die

Verantwortung für die Herde

übernehmen. Wie schon im

Februar, als sich Roland Weilerscheid

einer Knie-Operation

unterziehen musste. Ein Leben

in der Stadt könnte sich der gut

gelaunte, in sich ruhende und in

Gott vertrauende Roland Weilerscheid

nicht vorstellen. Er

braucht das raue Leben in der

Natur und seine Freiheit.

Text:Tessie Reeh, Fotos: Hartmut Reeh

DE


R GUTE HIRTE AUS DEM HICKENGRUND

Der Wanderschäfer Roland Weilerscheid


Reisen

STIERKAMPF

Als junge Frau habe ich in einem Reisebüro in Lloret

de Mar (Spanien) gearbeitet und wenn man

in Spanien lebt, wird man unweigerlich mit dem

Stierkampf konfrontiert. Sonntags wurden die Stierkämpfe

im Fernsehen übertragen und ich interessierte mich sehr

dafür. Ich besorgte mir auch Literatur über die Abläufe des

Kampfes und die Rituale. So kannte ich auch „El Cordobés“,

damals ein berühmter Stierkämpfer.

Jeden Sonntag fuhren unsere Busse mit Touristen nach

Barcelona zum Stierkampf. Eines Tages hörte ich, dass „El

Cordobés“ dort auftreten würde und fragte meinen Chef,

ob ich mitfahren könnte. Aber er

sagte mir, dass die Busse ausgebucht

seien und so ging ich eben

an den Strand.

Ich machte es mir bequem,

schaute auf das Meer und dachte

an nichts. Plötzlich stand mein

Chef vor mir mit den Worten:

„Fräulein Brigitte, Sie können

mitfahren!“ Ich meinte, dass das

nicht ginge, weil ich ja im Badeanzug

wäre und es sowieso zu spät

sei. Er war jedoch sehr freundlich

und fuhr mich zu meinem Zimmer.

Seine Freundlichkeit hätte

mich eigentlich stutzig machen

sollen. Aber ich freute mich. Er

fuhr mich dann zu einem Hotel,

vor dem ein Kleinbus stand,

machte die Tür auf, wünschte mir

viel Spaß und gab mir sechs Tickets.

Der Busfahrer fuhr los und

ich merkte, dass ich jetzt „Reiseleiterin“

war. Der Fahrer sprach

kein Wort deutsch und ich nur wenig spanisch. Ich verstand

immerhin so viel, dass er noch nie in Barcelona gewesen sei.

Nun, ich auch nicht, lediglich auf dem Flughafen. Die Gäste

(es waren Schwaben) fragten allerlei und ich hatte keine

Ahnung. Zum Glück brummte der Motor so laut, dass man

nichts verstehen konnte, und das Mikrofon funktionierte auch

nicht. In Barcelona hatten wir fast einige Zusammenstöße,

weil der Fahrer nicht wusste, dass die Taxis Vorfahrt hatten.

Nach einiger Zeit erreichten wir dann doch noch rechtzeitig

die Stierkampfarena. Ich ging mutig voran, schwenkte die

sechs Karten mit der Hand und sagte dem Platzanweiser, dass

ich kein Ticket hätte aber Reiseleiterin sei. Er klopfte mir

freundlich auf die Schulter und wir bekamen sieben Plätze

auf der Schattenseite und sogar mit Sitzkissen. In die Arena

passen ca. 70.000 Zuschauer.

Der Einmarsch sämtlicher Mitwirkender begann. Zunächst

spielte die Kapelle „Paso dobles“ und die Akteure, allen voran

die Matadores (die den Stier töten) betraten die Arena und

verbeugten sich vor einer Tribüne, auf

der wohl bekannte Persönlichkeiten

saßen. Dann entfernten sie sich wieder

und der erste Stier wurde in die Arena

gelassen. Wutschnaubend und voller

Temperament rannte er in die Mitte

und blieb schließlich stehen, weil

er nichts sah wegen des gleißenden

Lichts. Das nutzten die Toreros und

schwenkten gelb-lila Tücher vor

dem Stier mit Drehungen und Wendungen.

Am Rande der Arena waren

einige Vorbauten angebracht worden

mit seitlichen Eingängen, in die sich

die Toreros retten konnten, wenn es

zu gefährlich wurde. Danach ritt der

Picador auf einem gepanzerten Pferd

hinein. Er hatte die Aufgabe, den Stier

hinter den Kopf, im Nacken, mit einer

langen Lanze zu stechen, etwa zwei

bis drei Mal, so wie es der Matador

bestimmt hatte. Wenn es mehr wurden

gab es Buhrufe. Zwischendurch

arbeiteten die Toreros wieder mit ihren

Tüchern, bis die Banderilleros erschienen, insgesamt drei.

Jeder von ihnen hatte zwei ca. 50 cm lange Stäbe mit Widerhaken

in der Hand, die sie, vor dem Stier stehend, hinter den

Kopf des Stieres in seinen Rücken rammen mussten. Der Stier

hatte nun schon Blut verloren und war etwas geschwächt, aber

sehr wütend. Jetzt erschien der Matador mit wichtiger Miene

und gab bekannt, für wen er den Stier töten oder wem er ihn

38 durchblick 3/2013


weihen würde. Dann vollzog er seine ballettartigen Drehungen

und Wendungen vor und neben dem Stier und schwang

seine Muleta, das rote Tuch. Der Stier soll farbenblind sein

und reagiert eigentlich auf das Knattern des Tuches. Um zu

töten, muss der Matador vor dem Stier stehen und zustechen,

und wenn er die richtige Stelle getroffen hat, sollte das Tier

sofort umfallen. Das ist jedoch selten der Fall und wenn er

mehrmals zustechen muss, ertönen wieder Buhrufe oder es

fliegen die Sitzkissen in die Arena. Wenn der Matador nicht

die richtige Stelle trifft, wird der Stier mit einem Messer erlöst.

Dazwischen spielt die Musik schnell, langsam, laut und leise,

je nach Lage des Kampfes. Zuletzt wird der tote Stier auf ein

Gestell gelegt und drei Pferde, die mit Glöckchen geschmückt

werden, ziehen ihn hinaus, nicht ohne zuvor eine Ehrenrunde

durch die Arena gedreht zu haben. Ein Kampf dauert ca. 20

Minuten. Es treten drei Matadores auf und sechs Stiere müssen

daran glauben. Die Stimmung bzw. Atmosphäre war überwältigend

und ich ließ mich mitreißen.

Außerhalb der Arena befinden sich eine Metzgerei, um

den toten Stier sofort zu verarbeiten, und eine Ambulanz,

falls ein Torero verletzt werden sollte.

Jetzt saß ich also zwischen unseren Gästen und erklärte,

was ich so wusste. Man fragte: „Ei, wo isch dann der

Cordobés?“ Das wusste ich auch nicht, nur, dass er keine

Zopfperücke tragen würde. Der Dritte war es dann. Der

Kampf muss wohl gut gewesen sein, denn er bekam als

Auszeichnung zwei Ohren. Das Höchste sind zwei Ohren

und der Schwanz. Die Trophäen werden dann mit hoch erhobenen

Händen durch die Arena getragen.

Das Schauspiel war zu Ende und die Gäste hatten Hunger.

Zu teuer sollte es aber auch nicht sein. Der Fahrer fand eine

Kneipe, in der es „bocadillos“ gab (halbe Stangenbrote, quer

durchgeschnitten, mit Wurst, Käse, Salat etc.) Ich bestellte

also für die Teilnehmer und fragte den Fahrer, ob er auch

etwas möchte und versprach mich aber. Quiero heißt: Ich

möchte oder ich will. Ich sagte aber „te quiero“ und das heißt:

Ich will Dich. Mir fehlten jedoch die Worte, um das richtig

zu stellen und es war mir jetzt auch schon egal.

Auf dem Programm stand noch eine weitere Besichtigung.

Weil der Busfahrer fremd war, landeten wir auf einer

Ausstellung für Landmaschinen. Plötzlich begann es ganz

fürchterlich zu regnen bzw. zu schütten. Das war meine Rettung,

wir flüchteten in den Bus.

Vorgesehen war noch eine Flamenco-Show in einem

Nachtclub. Das wollte ich sehen und erklärte es dem Fahrer.

Er fuhr los. Die Gegend wurde immer einsamer und

seltsamer. Schließlich hielt er vor einem flachen, langgezogenen

Gebäude. Man sah eine lange Theke und einige

Tische, an denen nur Männer herumlümmelten. Da ertönte

ein Aufschrei der Frauen: „Ha noi, da ganget’s mir net noi!“

Das sah ich ein. Der Fahrer meinte, ich hätte doch in eine

Bar gewollt und an dem Gebäude stand ja auch „Bar“. Ich

sagte ihm dann, er solle nach Lloret fahren. Dort angekommen

lud ich meine Gäste noch zu einem Glas „champan“

auf Rechnung des Reisebüros ein. Ich verabschiedete mich

von dem Busfahrer, aber er fuhr nicht. Er lud mich a bailar

(zum Tanzen) ein und da fiel es mir wieder ein: Te quiero.

Ich vertröstete ihn und sagte, dass ich noch arbeiten müsse

und er stieg endlich in seinen Bus und entfernte sich.

Mit den Gästen habe ich dann noch etwas länger zusammengesessen,

auf Kosten meines Chefs. Es hat sich keiner

beschwert, auch wollte keiner sein Geld zurückhaben.

Am nächsten Tag hatte ich mir erlaubt, erst gegen Mittag

wieder im Büro zu erscheinen und siehe da, mein Chef, den

ich sonst die ganze Woche nicht sah, hatte es sich nicht nehmen

lassen, nach dem Rechten zu schauen. Er schüttete sich

aus vor Lachen. Er wusste genau, was er mir angetan hatte.

Später, als ich das Gesehene verarbeitet hatte, kam ich

zu dem Schluss, dass der Stierkampf nichts für mich war.

Die armen Tiere taten mir leid. Und da ich keine Reiseleiterin

war und deshalb auch keine Touristen begleiten musste,

bin ich nie wieder zum Stierkampf gefahren.

Heute ist der Stierkampf verboten, zumindest in Katalonien

(Barcelona).

Brigitte Lanko

3/2013 durchblick 39


Demografie

WIE IST ES MIT DER EINSAMKEIT?

Wilhelm Busch hilft nicht weiter!

Wilhelm Busch 1878, Fotografie von Edgar Hanfstaengl

Fast jeder dritte ältere Mensch in Deutschland (30 Prozent)

klagt über Einsamkeitsgefühle. Oft mit der Aussage:

„Ich bin allein, verlassen, fühle mich einsam.“

Die Gründe dafür sind vielfältig: der Verlust wichtiger Personen,

z.B. des Ehepartners, Rückzug aus dem Beruf, ein

Ortswechsel mit Aufgabe des sozialen Umfelds usw.

Aber wie ist das mit der Einsamkeit? Wilhelm Busch, der

humoristische Hausfreund, hatte dazu eine klare Meinung:

Die Zeitgenossen von Wilhelm Busch (1832 bis 1908) hatten

eine durchschnittliche Lebenserwartung von weniger als

45 Jahren. Auch wer ein höheres Alter erreichte, musste üblicherweise

bis zum Lebensende arbeiten. Die Mehrheit lebte

in einer großen Familie auf engem Raum und war erheblichen

Kontrollen und Zwängen unterworfen. Daher ist nachvollziehbar,

dass „Der Einsame“ es damals genossen hat, allein zu sein.

Foto: wikipedia.de

Der Einsame:

Wer einsam ist, der hat es gut,

Weil keiner da, der ihm was tut.

Ihn stört in seinem Lustrevier

Kein Tier, kein Mensch und kein Klavier,

Und niemand gibt ihm weise Lehren,

Die gut gemeint und bös zu hören.

Der Welt entronnen, geht er still

In Filzpantoffeln, wann er will.

Sogar im Schlafrock wandelt er

Bequem den ganzen Tag umher.

Er kennt kein weibliches Verbot,

Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.

Geschützt vor fremden Späherblicken,

Kann er sich selbst die Hose flicken.

Liebt er Musik, so darf er flöten,

Um angenehm die Zeit zu töten,

Und laut und kräftig darf er prusten,

Und ohne Rücksicht darf er husten,

Und allgemach vergisst man seiner.

Nur allerhöchstens fragt mal einer:

„Was, lebt er noch? Ei Schwerenot,

Ich dachte längst, er wäre tot.“

Kurz, abgesehn vom Steuerzahlen,

Lässt sich das Glück nicht schöner malen.

Worauf denn auch der Satz beruht:

„Wer einsam ist, der hat es gut.“

Im heutigen Deutschland liegt die durchschnittliche

Lebenserwartung bei 80 Jahren. Die Mehrzahl der Älteren

kann die „geschenkten Jahre“ in gesicherten Verhältnissen

selbst gestalten, aber viele leben unfreiwillig allein (1) . Nicht

jeder alleinlebende Mensch ist deswegen einsam, aber in

den nächsten Jahrzehnten nimmt der Anteil alter und sehr

40 durchblick 3/2013


Demografie

alter Menschen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland

ständig zu. Der Anteil der alleinlebenden Alten steigt sogar

überproportional und damit die Bedrohung durch psychische

Krankheiten, vor allem in der Zunahme von Depressionen (2) .

Der Umgang mit dieser Bedrohung ist ein zentrales Thema

im Fortbildungsprogramm „Orientierung und Hilfe im

Alter“ (3) , zu dem Dr. Michael Schneck (4) eingeladen war.

Der Facharzt für Gerontopsychiatrie vermutet, dass der größte

Teil der jährlich circa 12.000 Suizide in Deutschland auf

Depressionen zurückzuführen ist. Damit sterben mehr Menschen

in Deutschland an Depressionen als an Verkehrsunfällen.

Auf die Frage, wie sich Menschen auf das eigene Alter(n)

vorbereiten sollten, rät Dr. Schneck: „Bleiben Sie körperlich

und geistig aktiv, pflegen Sie soziale Kontakte und engagieren

Sie sich. Sorgen Sie dabei auch für sich selbst!“

Wie wichtig ihm diese Empfehlung ist, belegt Wilhelm

Busch als Freund des „Ohnemichel“ (5) , indem er über den

Engagierten lästert.

Der Engagierte

Wirklich, er war unentbehrlich!

Überall wo was geschah

Zu dem Wohle der Gemeinde,

Er war tätig, er war da.

Schützenfest, Kasinobälle,

Pferderennen, Preisgericht,

Liedertafel, Spritzenprobe,

Ohne ihn, da ging es nicht.

Ohne ihn war nichts zu machen,

Keine Stunde hatt‘ er frei.

Gestern, als sie ihn begruben,

war er richtig auch dabei.

Über ein Drittel der Menschen in unserem Land ist

in Vereinen, Verbänden und Initiativen engagiert. Damit

ist das bürgerschaftliche Engagement eine tragende

Säule unseres Gemeinwesens. Eine tragende Säule auch

deshalb, weil wir mit Blick auf die großen gesellschaftspolitischen

Herausforderungen unserer Zeit – etwa den

demografischen Wandel – mehr denn je auch auf die

Kreativität und die Eigeninitiative der Menschen angewiesen

sind. Wir werden uns von der Illusion verabschieden

müssen, gesellschaftliche Probleme mit immer mehr

Geld und mit immer höheren Staatsausgaben lösen zu

können.

Ältere Menschen von heute wollen nicht die Hände in

den Schoß legen und untätig sein. Sie wollen sich einbringen,

Verantwortung übernehmen und mitgestalten - ihren

Begabungen und Fähigkeiten entsprechend. Dies bezieht

sich auf alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche.

Und ohne dass pflegebedürftige ältere Menschen

aus dem Blickfeld geraten, kann darauf hingewiesen werden,

dass nur etwa 10 % der über 65-jährigen Menschen

pflegebedürftig sind, 90 % dagegen nicht.

Der Anteil derjenigen, die bis ins hohe Alter aktiv und

mobil sind, wird auch künftig weiter zunehmen. Ihnen müssen

neue Möglichkeiten eröffnet werden, um sich in allen

gesellschaftlichen Bereichen stärker einzubringen. Auch

innerhalb ihrer Familien leisten viele Ältere einen wichtigen

Beitrag durch materielle und immaterielle Unterstützung

ihrer Kinder und Enkelkinder.

Durch freiwilliges Engagement kann die nachberufliche

Lebensphase mit Aktivitäten gefüllt werden, die vom einzelnen

Menschen als sinnvoll erlebt und von der Gesellschaft

als bereichernd empfunden werden. Untersuchungen machen

deutlich, dass bis ins hohe Alter ein Gleichgewicht zwischen

erhaltenen und gewährten Unterstützungsleistungen besteht.

Auch die von älteren Menschen benötigten Unterstützungsleistungen

werden oft durch Angehörige der älteren Generation

erbracht. Indem ältere Menschen ihrer Verantwortung

für sich selbst, für andere und für das Gemeinwohl gerecht

werden, tragen sie einerseits zur Entlastung nachfolgender

Generationen und andererseits zur eigenen höheren Lebenszufriedenheit

und Lebensqualität bei. Sich über ein Engagement

in die Gesellschaft einzubringen und an ihr teilzuhaben,

schafft Zugehörigkeitsgefühl und Integration und ist

ein weiterer Schlüssel zur Vermeidung von Sinnverlust und

Einsamkeit im Alter.

Erich Kerckhoff

(1)

Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts im Jahr 2009 lebten rund 44 Prozent der Frauen ab 65

Jahren allein, bei den gleichaltrigen Männern waren es nur 18 Prozent. Jenseits der 85 leben drei von vier

Frauen allein. (2) Der Begriff Depression stammt vom lateinischen depressio und bedeutet „Niederdrücken“. (3)

Das über 12 Monate laufende Programm wird vom Verein ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein seit 2005 angeboten.

Der 4. Kurs läuft derzeit in Freudenberg. (4) Dr. Michael Schneck, Oberarzt Psychiatrie und Psychotherapie,

Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Gerontopsychiatrie usw. am Kreisklinikum Haus Hüttental.

Die Gerontopsychiatrie (von griech. Géron = „der Greis“) ist ein Fachgebiet der Psychiatrie. (5) Gemeint ist

ein zurückgezogener Privatmann, der dem Gemeinwesen Gleichgültigkeit entgegenbringt.

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3/2013 durchblick 41


Gesellschaft

LIEBE KENNT KEIN ALTER

Liebe als Haltung, die in einer wärmenden Glut besteht

Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse, die von der Wiege

bis zur Bahre bestehen bleiben. Der amerikanische

Psychologe A. Maslow (1908 bis 1970) teilt diese Bedürfnisse

in Pyramidenform ein: An der Basis stehen die

körperlichen Bedürfnisse (Nahrung, Schlaf, Wärme, Berührung

und Schmerzfreiheit). Es folgt das Bedürfnis nach

Sicherheit, dann das Bedürfnis nach Gemeinschaft/Zugehörigkeit

und das Bedürfnis nach Wertschätzung/Liebe. An

der Spitze steht das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung/

Selbstentfaltung, das für jede Lebensstufe außer der Kindheit

gilt; man muss einen Grund zum Leben finden, und

zwar einen Grund, der nicht nur Kraft kostet, sondern auch

Kraft gibt.

Die Bedürfnispyramide von Maslow macht deutlich,

warum Liebe und Partnerschaft ungebrochen hoch im Kurs

stehen. Besonders für alternde Menschen hat die Paarbeziehung

einen hohen Stellenwert. Gleichzeitig sind die

Formen der Partnerschaft in den vergangenen Jahrzehnten

einem enormen Wandel unterworfen:

Sie sind nicht mehr so langlebig wie früher. Daraus ergeben

sich positive und negative Entwicklungen für die

Sexualität. Gestiegene Scheidungsquoten, vermehrt

Trennungen, der Trend zu „Lebensabschnittgefährten“

oder die Zunahme nicht ehelicher Lebensgemeinschaften

beeinflussen neue Beziehungsformen

innerhalb der Generation der Älteren.

Dass das sexuelle Interesse vollkommen

erlischt, ist nur bei wenigen Personen zu

beobachten. Der Wunsch nach Zärtlichkeit

wie Streicheln, Umarmungen

oder Küssen bleibt bis ins hohe

Alter erhalten.“ (1)

Aber welche Entwicklung machen

gemeinsam alternde Paare?

„Der einzige Unterschied zwischen

einem Schnupfen und der

‚ewigen Liebe‘ besteht darin, dass

der Schnupfen in der Regel etwas

länger dauert.“ So beschreibt Oscar

Wilde (englischer Schriftsteller,

1854 – 1900) den Alltag, der

auf den Zustand der Verliebtheit

folgt. Die nüchterne Wahrnehmung

und klares Denken haben

Einzug gehalten. Und dann ist es

nur eine Frage der Zeit, bis auch

negative Erfahrungen gemacht

werden, d.h. Erfahrungen, in denen

er (oder sie) ein Bedürfnis nicht

mehr ausreichend befriedigen oder

Erwartungen enttäuschen. Man ist

dauerhaft verschnupft, hat sich über Jahrzehnte aneinander

gerieben, gestritten, zurechtgewiesen, erzogen, genervt, geliebt,

versöhnt, verletzt, bekriegt, in den Haaren gelegen, sich

wieder eingerenkt. Und wer darf zum Ende Sieger sein, wer

hat sich durchgesetzt, wer hat meistens nachgegeben? Geht all

dies vielleicht immer zu Lasten von einer Seite?

Um der traurigen Entwicklung entgegenzuwirken, in der

aus dem Feuer der Verliebtheit ein Aschehäufchen der Enttäuschungen

wird, müssen die Partner ihre Liebe zueinander

entwi- ckeln, zu einer „Liebe als Haltung“, die in einer

bestän- digen wärmenden Glut besteht. Natürlich

wird die

Glut auch von Gefühlen gespeist - aber

nicht

D a s

42 durchblick 3/2013

Foto: Gottfried Klör

ausschließlich und nicht vorwiegend.

verleiht ihr die Beständigkeit.

Was ist der Unterschied zwischen

einer Haltung und einem

Gefühl? Für ein Gefühl können

wir uns nicht entscheiden,

für eine Haltung

entscheiden wir uns.

Gefühl ist etwas Unwillkürliches,

nicht

in unserer Macht

Stehendes, eine

Haltung ist

etwas, was

sehr wohl

in unserer

Macht


Gesellschaft

steht. Gefühle schenken intensive, aber nicht lang anhaltende

Momente, eine Haltung aber hält an und gibt Halt.

Und das, was wir uns am Traualtar versprechen, sind keine

Gefühle, sondern eine Haltung: „Ich will dir beistehen,

auch in schweren Tagen“ – dazu muss man sich entscheiden

– man kann nämlich auch weglaufen. „Ich will dir treu

sein“ – dazu muss man sich entscheiden, denn Treue fällt

nicht immer leicht. „Ich will deine Bedürfnisse so wichtig

nehmen wie meine“ – dazu kann man sich entscheiden,

genauso wie fürs Gegenteil. „Ich will dich mit Achtung

behandeln, ich will ehrlich zu dir sein und dein Vertrauen

nicht ausnutzen“ – dazu muss man sich entscheiden, denn

es kostet oft Überwindung. „Ich will dir vergeben und an dir

festhalten, auch wenn du mich enttäuscht hast“ – das fällt

niemandem in den Schoß, daran muss man immer wieder

arbeiten und sich selbst wandeln.

Eine der schönsten Liebesgeschichten, die Sage von

Philemon und Baucis, handelt von dieser (Ver-)Wandlung.

In seinen Metamorphosen (2) beschreibt der römische Dichter

Ovid (43 v.Ch. bis 18 n.Ch) zwei Menschen, die sich

lieben, zusammen alt geworden sind und nur noch einen

einzigen Wunsch haben - sie wollen gleichzeitig sterben.

Dabei will Philemon in eine Eiche und Baucis, seine Frau,

in eine Linde verwandelt werden. Im Erdreich, für niemanden

sichtbar, berühren und verschlingen sich ihre Wurzeln,

ihre Geheimnisse, das, was sie zutiefst verbindet. Mit

dem Neben- und Miteinander der beiden unterschiedlichen

Bäume wird eine uralte Beobachtung angedeutet und auf

die Paarbeziehung übertragen: alleinstehende Eichen haben

in jungen Jahren kaum Entwicklungschancen. Bevorzugt

sind es Linden, die ihnen Schutz bieten, bis sie sich kraftvoll

entfalten können.

Erich Kerkhoff

(1)

Beate Schultz-Zehden: „Alternde Gesellschaft“ in „Aus Politik und Zeitgeschichte“,

21. Jan. 2013. (2) Das Wort ‚Metamorphose‘(griech. = ‚die Form danach‘), wird meistens

mit ‚Verwandlung‘ oder ‚Umwandlung‘ übersetzt.

LEBENSGESTALTUNG

10 Jahre ALTERAktiv

Für die Mitglieder des Vereins ALTERAktiv Siegen-

Wittgenstein (e.V.) stand im Gründungsjahr 2003

fest: Die heutigen Seniorinnen und Senioren wollen

in ihrer Altersphase nicht „betreut“ werden, sondern die

Zeit aktiv und selbstbewusst gestalten.

10 Jahre später, im Juni 2013, bestätigte sich, dass Menschen

jenseits der 60 viel können und viel wissen, sich aber in

Gruppen mit höchst unterschiedlichen Interessen und Handlungsmöglichkeiten

teilen. Ein „gemeinsamer Nenner“ ist

dann Neugier, Lernbereitschaft und – immer unter Wahrung

eigener Interessen – auch die Bereitschaft sich zu engagieren.

Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung stellten

sich mehrere Arbeitsgruppen und Einzelpersonen vor,

die dauerhaft Aufgaben im Verein übernommen haben oder

zeitlich befristete Projekte verantworten.

Viele der jetzt fast 500 Mitglieder haben Zugang gefunden

durch das vereinseigene Internet-Café (= Senecafé) im

Siegener Seniorenzentrum „Haus Herbstzeitlos“. Andere

wurden durch Teilnahme am Kurs „Orientierung und Hilfe

im Alter“ motiviert, zum Beispiel die Verantwortlichen für

das 2007 in Netphen-Eschenbach eingerichtete AKTIVCafé.

Eine weitere Arbeitsgruppe vermittelt das Interesse am

Lesen. Die 30 Mitglieder der AG engagieren sich u.a. in

der Siegener Stadtbibliothek und in Grundschulen. Generationsübergreifendes

Engagement ist auch im Mehrgenerationszentrum

gefragt (MGZ Martini, St. Johann-Str. 7).

Hier befindet sich die Geschäftsstelle des Vereins, die sich

gleichzeitig als „Seniorenbüro Siegen-Mitte“ versteht.

In den vergangenen 10 Jahren konnte der Verein verschiedene

Projekte anregen bzw. deren Koordination übernehmen

(Wohnberatung, Wohnpartnerschaft, Taschengeldbörse). Weitere

Themen - d.h. Handlungsfelder der Seniorenarbeit - leitet

der Vereinsvorstand aus den absehbaren Folgen des demografischen

Wandels ab. Warum sollte es nicht möglich sein, das

Erfahrungswissen älterer Menschen zu nutzen? Zum Beispiel

im Interesse von Frauen, die wieder beruflich tätig sein wollen?

Oder in Kontakten mit Studenten, die sich auf diese Weise

im Siegerland „angenommen“ und heimisch fühlen können?

Als wichtige Aufgabe wird die Förderung lebendiger Nachbarschaften

im Bezirk Siegen-Mitte verstanden. Auch in dem

Zusammenhang liegt die Kooperation mit Einrichtungen der

UNI Siegen nahe, eine Kooperation, die es übrigens seit Jahren

schon mit verschiedenen Fachbereichen gibt. Erich Kerkhoff

Ihre Berufs- und Lebenserfahrung ist gefragt!

Der Verein ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein will dazu

beitragen, dass alleinerziehende erwerbslose Frauen Zugang

zur Arbeitswelt finden. Ein dafür eingerichtetes Team

sucht Verstärkung.

Infos unter 0271 233 94 25 oder info@senioren-si.de

3/2013 durchblick 43


Unterhaltung

DIE GANZ BESONDERE MARMELADE

Sabine und Opa verbringen einen Tag gemeinsam im

Landhaus. „Opa, was für ein Bild malst du da gerade?“

„Ich male zwölf Bilder für einen Kalender. Für jeden Monat

eines. Und dieses hier ist für den Monat September.“ „Du,

Opa, was war denn in dem Glas hier? Was steht da vorne

drauf?“ „Lass mal sehen.

In dem Glas war Pflaumenmarmelade.

Da steht: Pflaumenmarmelade

nach altem

Hausrezept. So, du kannst

die zwei Pinsel bitte in das

Glas stellen.“ „Opa, wie

macht man denn Pflaumenmarmelade?“

„Ja, ich glaube,

da nimmt man Pflaumen,

kocht sie so lange bis sie

ganz weich geworden sind

und dann ist die Marmelade

fertig.“ „Du, Opa, kannst

du auch so eine Marmelade

wie sie in dem Glas war

kochen?“ „Oh, das weiß ich

nicht, das habe ich noch nie

ausprobiert.“ „Schade, ich

würde so gerne mal Pflaumenmarmelade

essen.“

„Ach ja, du würdest so

gerne Pflaumenmarmelade

essen. Was machen wir denn

da?“ „Wir könnten doch

welche kochen, Opa.“ „Du

meinst, wir beide bekommen

das hin?“ „Jaa, bestimmt,

Opa.“ „Na gut, hol doch bitte mal das kleine rote Buch

vom Regal in der Küche.“ „Was ist das denn für ein Buch,

Opa?“ „Das ist ein Rezeptbuch. Da steht genau drin, wie

man Marmelade kocht.“

„Meinst du das hier, Opa? „Ja, das ist das Richtige.

Schauen wir doch mal nach.“ „Und, Opa, steht da auch drin,

wie man Pflaumenmarmelade kocht?“ „Ja, hier steht das

Rezept: Die Pflaumen werden gewaschen, entkernt, in kleine

Stücke geschnitten und mit Zucker unter Rühren weich

gekocht bis ein Pflaumenmus entsteht. Das muss man dann

schnellstens in saubere Gläser füllen und gut verschließen.“

„Opa, was müssen wir alles machen?“ „Also, als Allererstes

brauchen wir Pflaumen. Im Rezept steht fünf Kilo.

Das ist für uns aber sicher zu viel. Wir werden Pflaumenmarmelade

nach unserem eigenen Rezept kochen. Hier,

nimm du schon mal diesen Eimer.“ „Aber Opa, woher

bekommen wir denn so einen Eimer voll mit Pflaumen?“

„Von dem Pflaumenbaum da drüben, im Nachbargarten.

Die Nachbarn sind zurzeit im Urlaub und bis sie wieder

zurück sind, wären eh alle reifen Früchte schon heruntergefallen.

Los, komm, auf zur Ernte.“

„Opa, Mama sagt aber immer, das man nicht einfach

ohne zu fragen Sachen von anderen nehmen darf. Ist das bei

Pflaumen nicht so?“

„Nein, bei Pflaumen

ist das etwas anderes.

Die verderben, wenn

man sie nicht rechtzeitig

abpflückt. Wir nehmen

uns ja nur ein paar

und machen daraus die

Pflaumenmarmelade.“

„Opa, du könntest doch

für die Nachbarn ein

Bild malen, dann sind

sie auch nicht traurig,

wenn ein paar Pflaumen

an ihrem Baum

fehlen.“ „Das ist eine

gute Idee. Jetzt lass uns

mal schauen, wo die

Sabine zu Besuch bei Opa

schönsten Pflaumen

hängen.“ „Opa, jetzt ist

der Eimer schon voll.

Ich glaube, den müssen

wir zusammen nach

Hause tragen, weil der

ganz schön schwer ist.“

„Ja, das machen wir.“

„So, bevor wir anfangen,

binden wir uns

eine Schürze um, damit wir unsere Kleidung nicht schmutzig

machen. Welche Schürze möchtest du, die blaue oder

die rote?“ „Ich nehme die blaue. Opa, wieviel Pflaumenmarmelade

kochen wir denn?“ „Ach, ich weiß auch nicht.

Erst holen wir mal den großen Topf, die alte Küchenwaage,

den Zucker und den langen Holzlöffel zum Umrühren.“

„Opa, wenn wir genug haben, dann kann ich ja auch Mama

ein Glas Pflaumenmarmelade mitbringen, oder?“ „Ja,

das kannst du natürlich. So, nun wird erst einmal entsteint.

Pass bloß auf, dass du dich mit dem scharfen Küchenmesser

nicht verletzt.“

„Du, Opa, meinst du, unsere Pflaumenmarmelade

schmeckt genau so gut, wie die, die in dem Pinselglas war?“

„Natürlich, sie wird noch viel besser schmecken, denn wir

beide sind doch die besten Pflaumenmarmeladenkocher.“

„Opa, ob das in dem Pinselglas auch Pflaumen von einem

Nachbarn waren?“ „Das glaube ich nicht.“ „Aber warum

hast du denn keine Pflaumen im Garten, Opa?“ „Mein Gar-

44 durchblick 3/2013

Foto: Gottfried Klör


ten ist viel zu klein, da passt doch kein Pflaumenbaum mehr

hin. So, jetzt muss ich mich aber mal auf das Rezept konzentrieren.“

„Opa, Mama hat auch schon mal Marmelade

gekocht.“ „Sooo, und hat die auch gut geschmeckt?“ „Na

klar, die war super lecker.“

„Also, jetzt den Zucker in den großen Topf, die Pflaumen

dazu und die Herdplatte angestellt. Jetzt heißt es immer

fleißig rühren, damit uns die Pflaumen nicht anbrennen.“

„Opa, darf ich auch mal in den Topf schauen?“ „Aber

sicher, hol dir den alten Stuhl und steig darauf, dann hast du

alles im Blick und darfst ganz vorsichtig mit dem Holzlöffel

rühren.“ „Das sieht ja komisch aus, wie dunkler Brei. Rühre

ich so richtig?“ „Ja, gut so, jetzt kommt noch ein kleiner

Schluck aus Opas Geheimflasche dazu.“ „Was ist das denn,

es riecht so komisch?“ „Es ist ein besonderes Gewürz, extra

für Pflaumenmarmelade.“ „Steht das auch in dem Rezept?“

„Nein, das ist unsere ganz spezielle Zutat, für einen besonders

guten Geschmack.“ „Opa, wie lange muss ich noch

rühren?“ „Ich glaube, ich löse dich erst mal ab, denn es

dauert sicher noch eine Weile, bis die Marmelade fertig ist.

Du kannst ja in der Zwischenzeit unten aus dem Küchenschrank

leere Gläser holen und sie auf die Spüle stellen.“

„Opa, im Küchenschrank riecht es so komisch. Warum?“

„Ach, das ist der Eigengeruch vom Schrank. So,

ich glaube, die Pflaumenmarmelade ist fertig. Jetzt spüle

ich schnell die Gläser und du trocknest sie gut ab.“ „Jaa,

mache ich. Opa, was machst du denn jetzt?“ „Ich baue eine

Abfüllstation für unsere Pflaumenmarmelade. Erst einen

Untersetzer für den heißen Topf, dann die trockenen Gläser,

ein Tuch, eine Kelle und einen Trichter zum Einfüllen. Hol

dir den Stuhl an den Tisch und klettere hinauf, damit du

aufpassen kannst, wann die Gläser voll sind, wenn ich sie

befülle.“ „Opa, wollen wir nicht erst mal ein bisschen Marmelade

probieren, ob sie überhaupt auch schmeckt?“ „Das

ist eine gute Idee. Ich gebe etwas Marmelade auf einen

Teller und du probierst vorsichtig mit dem Löffel, denn du

weißt ja, sie ist noch sehr heiß. So, was sagt denn nun meine

kleine Sabine?“ „Ganz, ganz lecker Opa, probiere du auch

mal.“ „Ja, wirklich schmackhaft, das haben wir ja richtig

gut hin bekommen. Aber jetzt wird abgefüllt. Achtung, es

geht los. Bist du bereit?“ „Jaa, Opa!“ „So, das erste Glas

ist voll, schnell den Deckel drauf und aufs Tablett damit ...

das zweite, das dritte, das nächste und nächste ... und fertig!“

„Opa, wie lange dauert es jetzt, bis wir von der Marmelade

essen können? „Na, das braucht noch Zeit, bis alle

Gläser abgekühlt sind. Ich öffne die Fenster, dann geht es

vielleicht ein wenig schneller.“ Opa, können wir denn jetzt

das Bild für die Nachbarn malen?“ „Ja, das ist eine gute

Idee, aber erst müssen wir noch das schmutzige Geschirr

waschen, sonst klebt alles total fest.“ „Ok, Opa!“

„Ach Sabine, ich habe mir gerade überlegt, du könntest

doch das Bild für die Nachbarn alleine malen und ich hole

mir die Leinwand wieder herbei, denn ich würde gerne

noch das Bild für den Monat Oktober malen. Und später

essen wir beide eine Schwarzbrotschnitte, ganz dick bestrichen

mit unserer Pflaumenmarmelade. Was sagt meine

Pflaumenmarmeladen-Prinzessin dazu?“ „Ja, natürlich

Opa, jaaaa!!“

Ulla D‘Amico

3/2013 durchblick 45


Das Naturschutzgebiet Trupbacher Heide zwischen

den Orten Alchen, Niederholzklau, Birlenbach und

Trupbach ist aus einem militärischen Übungsgebiet,

also durch Panzer der belgischen Streitkräfte,

entstanden.

Von den 300 ha des ehemaligen Truppenübungsplatzes

sind ca. 13 ha Heidelandschaft, der Rest

sind Wiesen und Niederwaldflächen.

Auf der Straße von Niederholzklau nach Alchen (K 22)

geht links, genau auf der Höhe, ein Weg ab zur Trupbacher

Heide. Ebenso auf der Straße von

Birlenbach nach Trupbach (K 8) geht es auf der

Höhe rechts zur Trupbacher Heide ab.

Fotocollage: Gottfried Klör



LeserInnenbeitrag

EINE BEGEGNUNG, DIE MICH BEWEGT HAT

von Kornelia Weber

Ein Café mit sehr gutem Kuchen

Ich bin in einem kleinen nordfriesischen Dorf und suche

einen Ort zum Kaffeetrinken. Vor Jahren war ich schon

einmal hier, und ich erinnere mich an ein nettes Café

mit sehr gutem Kuchen. Ich finde es wieder, trete ein, sehe

und höre, dass im oberen Teil eine Feier mit vielen Menschen

stattfindet; im unteren Teil sind alle Tische besetzt.

Ich schaue mich um, ob ich mich irgendwo dazusetzen

kann. An einem Tisch sitzt eine einzelne Person, ein alter

Herr. Ich frage, ob ich mich zu ihm setzen darf. „Aber natürlich!“

So beginnt eine ganz besondere Begegnung. Ich

frage den Herrn, ob er aus der Gegend kommt. „Ja, ich

wohne im Nachbardorf, und stellen Sie sich vor, ich bin

zu Fuß hierher gekommen, und ich bin 85.“ Ja, denke ich,

der alte Herr wirkt sehr agil und fit. Und ich merke, dass er

gern erzählen will.

„In meiner Straße bin ich inzwischen der einzige Mann

in meinem Alter, alle anderen sind weg, für immer weg,

verstehen Sie?“ Ich verstehe. „Ich bin ganz gesund, wie ich

denke. Das liegt daran, dass ich versuche, immer auf meine

Seele zu hören. Es ist ja nicht immer so einfach zwischen

Geist und Seele.“ Er deutet auf seinen Kopf und sein Herz

und lächelt mir zu. Ein freundliches, offenes Lächeln. Dieser

Mann lächelt gern. Ich stimme ihm zu und stelle mich

auf einen längeren Vortrag ein.

Wir bestellen Kaffee und Kuchen. Während er weiter

erzählt, trinke ich meinen Kaffee und höre ihm zu. Er selbst

kommt nicht zum Trinken und Essen. „Eigentlich komme

ich nicht von hier. Ich komme aus Ostpreußen, von den Seen

aus Masuren.“ Ich sage: „Ja, da war ich schon: in Olsztyn,

Allenstein.“ „In Allenstein bin ich zur Schule gegangen.“

„Sind Sie geflohen?“, frage ich und schiebe schnell nach:

Foto: Tessie Reeh

„Nein, vermutlich waren Sie Soldat.“ „Ja, da haben Sie

Recht. Ich war Soldat“. Dann ruht das Thema.

Er erzählt mir, dass er eine Tochter und sogar schon

zwei Urenkel hat, einer lebe in Mexiko, der andere in Paris.

„So ist das heute.“ Er sei vor – er wisse es nicht genau –

30 Jahren geschieden worden. Jetzt lebe er allein. „Man

kann sehr gut allein leben.“ Dann sagt er unvermittelt:

„Ich möchte eine Geschichte aufschreiben, aber es gelingt

mir nicht. Ich habe immer wieder angefangen, aber ich bin

nicht zufrieden. Ich habe mich immer bemüht, mich sehr

gut auszudrücken.“ Ich vermute, dass es aus Altersgründen

nicht geht und schlage ein Diktiergerät vor. „Meinen Sie?

Darüber muss ich mal nachdenken. Die Geschichte hat einen

wirklichen Kern. Es lohnt sich, sie aufzuschreiben.“

Ich werde neugierig: „Hat die Geschichte mit Ihrem Leben

zu tun?“ „Ja, sie hat mit mir zu tun.“ „Dann müssen

Sie sie aufschreiben lassen“, sage ich. „Sie soll doch nicht

verloren gehen. Schreiben Sie sie doch für Ihre Urenkel.“

Ich selbst habe meiner Mutter vor ihrem Tod Fragen gestellt

und die Antworten notiert. Der Herr interessiert sich nicht

für meine Mutter und mich, er ist mit seiner Geschichte

beschäftigt. Ich spüre, wie bedeutsam die Geschichte für

ihn ist und mache ihm Mut, sie aufschreiben zu lassen.

Dann beginnt er seine Geschichte. Das Erzählen fällt

ihm sichtlich schwer.

Ich hatte einen Kameraden, einen sehr guten Kameraden.

Wir hatten uns angefreundet. Im Februar 45 wurden

wir eingezogen und ausgebildet, wir waren 18 Jahre alt.

Mein guter Kamerad - so will ich ihn nennen - und ich,

wir waren fast immer zusammen. Er war ein sehr froher

Mensch, nicht oberflächlich, verstehen Sie, sondern lebensfroh,

die Freude am Leben kam aus seinem Inneren. Er

machte keine Witze, sondern er erfreute sich am Leben. Er

war mein bester Kamerad. Ich höre gebannt zu. Der alte

Herr muss immer wieder Pausen machen. Er sammelt sich

und fährt fort: Dann wurden mein guter Kamerad und ich

getrennt. Wo war das? Wir waren im sogenannten Korridor;

ich glaube, in der Nähe von Posen.

Nach einigen Tagen traf ich meinen guten Kameraden

wieder. Ich sah ihn im Gespräch mit einem Vorgesetzten;

ich glaube es war ein Leutnant. Ich ging zu den beiden.

Mein Kamerad freute sich, mich wiederzusehen. Dann

hörte ich ihr Gespräch. Sie müssen wissen, in der Nähe

war ein Panzer liegen geblieben, von dem man dachte, dass

der Iwan ihn holen würde. Der Vorgesetzte sagte zu meinem

Kameraden: Du schießt jeden Russen ab, der sich dem

Panzer nähert. Und dann sagte mein Kamerad etwas, was

ich nie vergessen habe. Er sagte: Das kann ich nicht. Und

er tat es nicht. Diese Worte haben mich sehr beeindruckt.

Ich habe ihn dafür noch mehr bewundert.

48 durchblick 3/2013


Der alte Herr ringt nach Worten. Ich spüre seinen inneren

Kampf. Er möchte erzählen, aber es ist sehr schwer für ihn.

Er fasst sich: Wir blieben jetzt zusammen in einer Einheit,

mein guter Kamerad und ich. Einige Zeit danach gab es folgende

Situation: Einer unserer Soldaten lag tot auf dem Feld,

hatte aber noch eine Handgranate in der Hand. Sie sollte

geholt werden. Dieser Auftrag war nicht zu erfüllen. Jeder,

der es tun würde, war dem Beschuss durch die Russen ausgesetzt.

Du holst die Granate, sagte der Vorgesetzte zu mir. Ich

dachte an das, was mein Kamerad gesagt hatte, wie mutig

er war und sagte: Das tue ich nicht. Der alte Herr weint. Ich

kann nicht weitererzählen. Es geht nicht. Er weint. Ich warte.

Dann erzählt er wieder: Die Situation spitzte sich zu, ein Wort

gab das andere. Die anderen Kameraden mischten sich ein.

Der Befehl war unsinnig. Wenn die Granate geholt werden

sollte, dann nur mit Deckung durch andere.

Er weint wieder, noch heftiger. Er kann nicht weiter

sprechen. Wir schweigen. Dann sage ich vorsichtig: Ihr

guter Kamerad ist tot. Ja. Hat er sich eingemischt und

ist dann erschossen worden? Nein. Schweigen. Ich warte.

Dann sagt der Herr: Er ist von den Russen erschossen

worden. Als ich mich mit dem Vorgesetzten anlegte, ist er

einfach losgelaufen, um die Granate zu holen.

Ich schweige. Der alte Herr schweigt. Ich trinke meinen

Kaffee. Auch er trinkt einen Schluck. Nach einiger Zeit sagt

er: Ich bin ganz erschöpft. Ja, das glaube ich. Ich frage: Haben

Sie das schon jemals erzählt? Ihren Kindern? Nein, noch

nie, heute habe ich zum ersten Mal diese Geschichte erzählt.

Mir geht seine Erzählung sehr nahe. Nach 67 Jahren

spricht der freundliche alte Herr zum ersten Mal von diesem

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extrem belastenden Erlebnis. Ich sage: Wie gut, dass Sie

mir diese Geschichte erzählt haben. Sie hat Sie ja Ihr ganzes

Leben begleitet. Er nickt: Ja, mein ganzes Leben. Wir sitzen

noch einige Zeit schweigend da. Dann muss ich gehen. Am

Ende frage ich, wie er heißt. Er nennt mir seinen Namen.

Und ich bedanke mich dafür, dass ich diese Geschichte hören

durfte. Er entschuldigt sich für sein Weinen und sagt:

Ich bin mir sicher, sie ist in die richtigen Ohren gekommen.

Ich sage: Ja. Er: Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder. Ich

gebe ihm die Hand und gehe.

Kommentar

Unüberhörbar und unübersehbar findet wieder Wahlkampf

statt. Das „Hauen und Stechen“ der Wahlkampfgegner

bringt mich in Rage.

Schon zu Beginn der Schlacht hätte ich am liebsten ganz

abgeschaltet. „Hört doch auf, ich kann es nicht mehr hören

und sehen!“ Mich interessiert zwar brennend, wie die einzelnen

Parteien die Situation in unserer Republik einschätzen

und beurteilen. Ich möchte ihre jeweilige Sicht dargestellt

bekommen. Mich interessiert, welche Schwerpunkte sie mit

ihrer Politik setzten wollen, welche Änderungsstrategien sie

haben und wie sie die umsetzten wollen. Und ich will wissen,

welche Belastungen in dem Zusammenhang auf uns und

mich zukommen werden - und was es unsere Kinder und

Enkel kosten wird, wenn die Entwicklungen so weiterlaufen

wie bisher. Ich möchte eine offene politische Debatte der

Parteien und ihrer Politiker über die Zukunft unseres Landes,

in aller Gegensätzlichkeit, aber sachlich und fair.

Was uns aber immer wieder geboten wird, ist ein Kampf

um Macht, Einfluss und Geld. Der aber eher anmutet wie

die Kämpfe Halbstarker, die sich prügelnd ihre eigene

Stärke beweisen müssen, indem sie den Gegner „klein machen“.

Hier prügelt man sich zwar nicht handgreiflich, aber

die rhetorische Schlammschlacht hat das gleiche Ziel: den

Gegner „klein machen“, um selbst groß rauszukommen.

Die ganze Vorstellung wirft ein ziemlich schräges Licht auf

die Politik, vor allem aber auf die, die sie betreiben. Das

schadet allen und ist sicher mit Schuld an der viel beklagten

Politikverdrossenheit der Bürger.

Nichtwählen ist für mich keine Lösung, Protestwählen

auch nicht. Beides kann böse nach hinten losgehen. Es gibt

sie doch im politischen Alltag, auch wenn man nach ihnen

suchen muss, die Politiker, die

redlich ihre Arbeit tun, sich an

der Basis orientieren und es

nicht nötig haben, die Arbeit

der Kollegen anderer Parteien

niederzumachen. Die auch in

der Lage sind, parteiübergreifend

Projekte zum Wohl der

Menschen umzusetzen. Diese

Politiker müssen bestätigt und

unterstützt werden, nicht zuletzt

auch als Hoffnungsträger

für eine andere Streitkultur in

der Politik.

Heute von

Anne Alhäuser

3/2013 durchblick 49


Der Krimi

REIN INTUITIV

von Eva Maria Bürger

Was bisher geschah:

Der Revisor Arthur Müller fuhr nach einer sehr unruhigen

Nacht zur Firma Walter, um Bilanzen zu überprüfen.

Wegen merkwürdiger Übelkeit beendetete er seine

Tätigkeit, nahm aber noch Akten mit, die er zu Hause bearbeiten

wollte. Unkonzentriert ging er auf der Rückfahrt

in Gedanken noch einmal die Bilanzen durch, als ihm

plötzlich, wie aus dem Nichts kommend, ein gelber Wagen

entgegenraste. Geschockt stieg Müller in die Bremsen

und sah im Rückspiegel den gelben Porsche des Juniorchefs.

Kurz darauf rammte ihn ein Wagen von hinten. Er

verriss das Steuer und landete in einer Böschung. Erst im

Krankenhaus kam er am Folgetag zu sich. Er versuchte

den Hergang zu rekonstruieren. Die Akten kamen Müller

in Erinnerung, wo sind dieAkten? Er drückte den Notrufknopf.

Der behandelnden Arzt Dr. Weller beruhigte

ihn mit einem Medikamement. Zufällig hörte Müller eine

Schwester sagen: „Nein, Herr Müller ist noch nicht vernehmungsfähig!“

Die Schwester hatte ärztliche Anweisung,

Müller von Besuchen abzuschirmen.

Fortsetzung

Arthur Müller kochte vor Wut und versuchte,

sich aufrecht zu setzen. Doch erst jetzt spürte

er die Prellungen am ganzen Körper. Sein Kopf

schwankte und schwarze Nebel setzten seinem Tun ein

Ende. Schwerfällig atmend fiel er ins Bett zurück. „Oh

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Gott!“, murmelte Müller. So außer Gefecht gesetzt dämmerte

er vor sich hin. Morgen werde ich telefonieren!

„Guten Morgen, Herr Müller!“ Schwester Susannes Stimme

klang hell und freundlich, als sie die Vorhänge beiseite

schob. „Herr Müller?“ Schwester Susanne erschrak, als sie das

leere Bett erblickte. Eiligen Schrittes ging sie in die im Zimmer

angrenzende Toilette und Dusche. Doch beides war leer. Kein

Handtuch, keine Zahnbürste, nichts, so leergefegt, als wäre

dieser Raum nie belegt worden. Gehetzt lief sie zum Schwesternzimmer

und rief per Telefon nach Dr. Weller. Einige Minuten

später stand auch er fassungslos vor dem leeren Bett. „Wir

müssen eine Suchmeldung durch die Polizei starten!“

Herr Müller schwankte, sackte in sich zusammen, raffte

sich wieder auf und fiel wie ein gefällter Baum auf den weichen

Waldboden. Wie lange er dort gelegen hatte, konnte

er nicht beurteilen. Völlig durchnässt und mit erkalteten

Gliedern versuchte er, sich aufzurichten. Vergeblich, denn

seine Kräfte reichten gerade noch, um ihn in eine Sitzstellung

zu bringen. Diese Schmerzen, wenn die nicht wären!,

dachte er und versuchte sich zu orientieren. Bald würde

die Dunkelheit so weit fortgeschritten sein, dass er nicht

mehr die Hand vor Augen sehen konnte. Er musste weiter

in den Wald hinein, dort, wo die kleine Hütte stand, die

Wanderern Schutz bot. Doch so sehr er sich auch bemühte,

ein Aufstehen war ihm nicht möglich. Händeringend sah

er zum Himmel, scheinbar ein Gebet murmelnd, als wollte

er den Allmächtigen anrufen ihm zu helfen. Vielleicht wird

mir meine Ungläubigkeit jetzt zum Verhängnis!, dachte er

mit schmerzverzerrtem Gesicht. Weit entfernt vernahm er

ein lautes Hundegebell, das, wie er meinte, schnell näher

kam. Die suchen mich! Angstperlen bildeten sich auf seiner

Stirn, die er hastig mit dem Ärmel seiner Jacke abstreifte.

Die dürfen mich nicht finden, sonst war alles umsonst!

Doch ehe er sich versah, stand ein ausgewachsener Schäferhund

vor ihm, der ihn zähnefletschend anknurrte.

„Hasso? Hasso! Na endlich, da bist du ja! Braver Hund!“

Herrn Müller rutschte die Nickelbrille von der Nase. Mit weit

aufgerissenen Augen sah er den Mann vor sich stehen, den er

in der Klinik vermutete. „Dr. Weller, Sie hier?“, stammelte

er. „Ja, Herr Müller, da staunen Sie, was?“ „Sind Sie doch

froh, dass ich Sie gefunden habe und nicht die Polizei!“, sagte

Weller hämisch grinsend. „Kommen Sie, ich helfe Ihnen, mein

Wagen steht gleich hier vorne!“ Mit geübtem Griff half der

Doktor Herrn Müller auf die Beine und führte ihn zu seinem

PKW. „Bleiben Sie einen Augenblick am Wagen stehen, bis

ich die Tür geöffnet habe!“ Schwerfällig ließ sich Herr Müller

auf den Beifahrersitz fallen. „Komm Hasso, du musst hinten

rein!“ Gut erzogen sprang der Rüde in den Kofferraum. Bewusst

langsam setzte sich Dr. Weller auf den Fahrersitz, ließ in

aller Gemütsruhe den Motor an und legte den ersten Gang ein.

50 durchblick 3/2013


Der Krimi

Sehr schwankend setzte sich der Wagen auf dem nassen

Waldboden in Bewegung und hinterließ tiefe Reifenspuren.

Es waren nur an die dreißig Meter bis zur Straße, sodass

Dr. Weller anhielt und ausstieg, um die Spuren mit einem

dicken Ast, den er vorher schon beiseite gelegt hatte, zu

verwischen. Arthur Müller traute seinen Augen nicht ,

als er

das Spielchen durch den Rückspiegel verfolgte. Krampfartig

zog sich sein Brustkorb zusammen, sein Atem ging kurz

und flach, schnürte ihm fast die Luft ab. Schreien wollte

er, doch er brachte nicht einen Ton heraus, sondern sackte

in sich zusammen. Weit entfernt hörte er eine Stimme sagen:

„Ja prima, bleibt mir eine unangenehme Arbeit erspart!

Dann wollen wir mal, die kleine Kiesgrube ist ja nicht mehr

weit!“ Teuflisch grinsend setzte Dr. Weller wieder den Wagen

in Gang und steuerte auf die Straße zu. Nur wenige

Kilometer legte er auf der Landstraße zurück und lenkte seinen

Wagen mit dem Bewusstlosen in einen Seitenweg. Sehr

holperig ging die Fahrt voran, sodass Herr Müller langsam

aus seiner Bewusstlosigkeit erwachte.

Dieser Schuft, glaubt er, mich so beseitigen zu können?

Doch nicht mit mir!, dachte er im plötzlich aufwallenden

Trotz, der ihn aber erst einmal nur leicht die Augen öffnen

ließ und ihn zu einem ganz stillen Verhalten zwang.

Vielleicht hatte der Allmächtige doch ein Einsehen mit ihm

und verzieh ihm seine Ungläubigkeit, denn wie von Geisterhand

öffnete sich das Handschuhfach und zeigte Müller

eine darin liegende Pistole, die ihn zwar zusammenzucken

ließ, aber gleichzeitig in irgendeiner Weise beruhigte.

Wie beschrieben, war nun der Weg sehr uneben und

durch das Schaukeln und Rumpeln des Wagens fiel die

Waffe so ganz nebenbei neben Herrn Müllers Schuhe. Tief

atmend nahm er es zur Kenntnis. Wieder legten sich dicke

Schweißperlen auf seine Stirn. Nur nichts anmerken lassen!,

dachte er. Aus zusammengekniffenen Augenwinkeln blickte

er zum Fahrersitz. Dr. Weller glaubte Müller noch in tiefer

Bewusstlosigkeit, denn er stierte geradeaus. „Ha, gleich sind

wir da, dann hört der unliebsame Zeuge die Englein singen!

Hahahaha!“ Dieses überhaupt nicht menschliche Lachen ließ

Müller das Blut in den Adern gefrieren. Er traute diesem

Menschen in diesem Moment das Schlimmste zu. Mein Gott,

sollte er wirklich mein Ende wollen? Aber, warum kommt

dieser feine Herr Doktor auf solch einen Plan?

Plötzlich traf ein lauter Schlag den unteren Teil des

Wagens, sodass Dr. Weller augenblicklich in die Bremsen

stieg, die Wagentür öffnete, um nachzusehen, was die Ursache

für den Schlag gewesen sein könnte. Kaum hatte er sich

aus dem Wagen begeben, da ertönte eine Lautsprecherstimme.

„Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei! Sie sind

umstellt! Lassen Sie die Waffe fallen und drehen Sie sich

mit erhobenen Händen um!“

Die Waffe!, schoss es Weller durch den Kopf und drehte

sich blitzschnell um die eigene Achse, um nach der Waf-

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3/2013 durchblick 51


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fe, die im Handschuhfach lag, zu greifen. Doch er hatte nicht

mit der Geistesgegenwart des Herrn Müller gerechnet. Dieser

zielte geradewegs auf sein Gesicht, dass er geschockt in seiner

Haltung erstarrte. In Windeseile hatten ihn zehn Polizisten

umstellt, sodass er weder vor noch zurück konnte. „Ihr Spiel

ist aus, Dr. Weller!“, sagte eine durchdringende Stimme.

Dr. Weller nahm das klickende Geräusch der Handschellen

mit bitterer Miene und leichenblassem Gesicht zur Kenntnis.

„Ja, Herr Doktor, so geht es den Herren, die mal eben einige

Millionen erben wollen und dabei so ganz nebenbei die kriminelle

Laufbahn einschlagen!“ Widerstandslos ließ sich der

Doktor von zwei Polizisten abführen, die ihn in einen Polizeiwagen

setzten, der sogleich den Kurs Richtung Wache nahm.

Zwei Beamte nahmen Arthur Müller zwischen sich,

denn er schwankte bedenklich. „Herr Müller, sind Sie in

der Lage mit zum Revier zu kommen oder wäre Ihnen das

Krankenhaus lieber?“, fragte ein kräftig aussehender Polizist.

„Ich will!“, weiter kam Arthur Müller nicht, denn

er fiel wie ein nasser Sack in sich zusammen. „Auf zum

Krankenhaus, Kollege. Mit der Zeugenvernehmung müssen

wir uns wohl ein wenig gedulden!“, meinte ein anderer

Kollege nüchtern. Mit einem gewissen Gleichmut rief er

einen Krankenwagen, der wenige Minuten später Arthur

Müller ins Hospital schaffte.

Das nüchtern eingerichtete Vernehmungszimmer war nur

schwach beleuchtet. Immer noch war der Raum sehr stickig,

die vorausgegangene Wärme nicht ganz abgezogen. Mehrere

Polizeibeamte hatten an ihren Tischen Platz genommen. Ein

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Protokollschreiber saß schon in Wartestellung, um das ganze

Geschehen schriftlich zu erfassen. Schweißperlen rollten Dr.

Weller von der Stirn, denn er saß vor einer gleißenden Tischlampe,

die sein Gesicht in allen Unebenheiten zeigte. „Einen

guten Operateur haben Sie sich da zugelegt, Dr. Walter, alias

Dr. Weller, aber trotzdem haben wir Sie wiedererkannt!“, sagte

einer der zwei Kripobeamten, die aus der größeren Nachbarstadt

per Helikopter eingeflogen worden waren, und legte ihm

ein älteres, schwarz-weißes Foto vor. „Früher hatten Sie leicht

abstehende Ohren, eine dickere Nase, eine breitere Mundpartie

und eine flachere Stirn. Aber Ihre Hände haben Sie nicht

bedacht, lieber Herr Doktor, und ein einziges Mal die Handschuhe

vergessen. Das war ein großer Fehler! Denn als Sie

gestern ihren jüngeren Bruder in seiner Villa überraschten,

ihn kaltblütig erschossen und die Räume in einem Zustand

der Verwüstung zurückließen, um einen Raubmord vorzutäuschen,

da haben Sie uns an der Haustür Ihre Fingerabdrücke

hinterlassen!“, sagte der Kriminalbeamte leicht jubilierend.

„Die Beweislast ist erdrückend! Hinzu kommen noch

einige Urkundenfälschungen erster Güte. Sie erinnern sich:

Drei Schecks in Millionenhöhe, in Baden-Württemberg ausgestellt.

Eine Manipulation der Bilanzen der Firma „Walter“

ist Ihnen nicht gelungen, da war Ihnen fast schon Herr Müller

auf den Fersen, den Sie ebenfalls beseitigen wollten. Reden

Sie, Dr. Walter! Der Doktor ist das einzige Wahre an Ihnen!

Gestehen Sie!“ „Ich will meinen Anwalt sprechen, sonst sage

ich kein Wort!“ Leise, sehr leise, aber bestimmend, wählte

der Dr. seine Worte, als es in diesem Moment an die Tür

klopfte, die dann in einem Zug geöffnet wurde.

„Werner, mein Name, Rechtsbeistand für Dr. Weller,

ähm, ich meine Dr. Walter! Guten Abend!“ Sogleich stürzte

er sich auf Dr. Walter und gab ihm die Hand. „Keine Angst,

ich boxe Sie da raus!“ „Nehmen Sie Platz, Herr Werner, ich

denke, der Doktor macht jetzt seine Aussage!“ Dr. Walter

saß in sich zusammengesunken vor dem Schreibtisch und

wischte sich zum wiederholten Male die Schweißperlen

von der Stirn und holte tief Luft.

„Ja!“, schrie es plötzlich aus ihm heraus, „ich war es, ich

ganz allein! Immer hat man mich kurzgehalten. Nie habe ich

etwas erhalten, alles musste ich mir erarbeiten. Selbst während

meines Studiums bekam ich keine müde Mark. Immer

war der kleine Bruder der Beste, der alles vorne und hinten

hineingeschoben bekam, fürs Nichtstun. Und wenn ich nur

einen Ton von Unmut äußerte, da sprach mein Vater von Enterbung,

welches ja auch dann nach seinem Tod in seinem

Testament feststand. Ich habe immer geglaubt, dass er bluffte

bei den Summen, die er im Laufe der Jahre angehäuft hatte.

Doch ich wollte meinen Anteil! Aber da passierte dieser

Unfall. Der Wagen meines Vaters muss manipuliert worden

sein, sodass ein Unglück passieren musste. Da ein Feuer den

PKW völlig zerstörte, ließ sich der Tathergang nicht mehr

nachvollziehen und weitere Ermittlungen wurden eingestellt.

Der Verdacht einer Manipulation blieb, er konnte nie ausgeräumt

werden. Nach diesen Vorfällen ging ich ins Ausland

und ließ mich operieren. Danach habe ich mir für viel Geld

neue Papiere besorgt und mit diesen eine Anstellung gesucht.

Viel Geld verdiente ich als Oberarzt nicht. So reifte in mir der

Plan, wieder nach Hause zurückzukehren. Mit dem neuen

52 durchblick 3/2013


Gesicht und dem anderen Namen kam niemand auf die Idee,

dass ich ein Erbe der Firma „Walter“ sein könnte.

Ein Krankenhausaufenthalt meines jüngsten Bruders, er

hatte eine schwere Operation an der Lunge, hätte mich fast

dazu gebracht, ihn aufzuklären, denn er lag auf Leben und

Tod. Doch nach einigen Wochen erholte er sich wieder. Als

ich ihm dann doch meine wahre Identität preisgab und ihn

erpressen wollte, da versuchte er noch etwas von dem, was

zu retten war, für sich zu beanspruchen. Denn er hatte weit

über seine Verhältnisse gelebt und schon selbst einmal die

Bilanzen frisiert!“ Noch tiefer in sich zusammengesunken

bat Dr. Walter um eine Zigarette und ein Glas Wasser, was

ihm auch gewährt wurde.

,,Sagen Sie, Dr. Walter, warum gingen Sie nach dem

Unfall ins Ausland? Sie hatten doch im Grunde genommen

keine Veranlassung Deutschland zu verlassen?“, warf der

Kripomann fragend ein. „Schon gar nicht Ihr Gesicht verändern

zu lassen. Gehe ich recht in der Annahme, dass der

Tod Ihres Vaters der Anlass war? Weil Sie den Tod herbeigeführt

haben? Einen Unfall vorgetäuscht haben? Ich glaube,

die Fragen könnten Sie, wenn Sie diese beantworten, etwas

erleichtern!“ Die Stimme des Beamten steigerte sich: „Ich

sage Ihnen auf den Kopf zu: Sie haben Ihren Vater getötet,

um an das Erbe zu kommen. Sie sind nämlich gleich nach

der Testamentseröffnung ins Ausland gegangen, weil für Sie

alles zerstört schien. Und jetzt, nachdem noch Ihr Bruder in

Saus und Braus lebte und wirklich den Ruin der Firma vorantrieb,

da beschlossen Sie, ihn ebenfalls umzubringen, was

Sie dann ja auch im Endeffekt getan haben! Und noch etwas,

Herr Doktor: Herr Müller wäre Ihnen spätestens morgen

auf die Schliche gekommen, denn von Buchführung haben

Sie keine Ahnung! Deshalb nahmen Sie den Porsche Ihres

Bruders, um die Akten aus dem Büro zu holen und stellten

fest, dass Herr Müller sie mit nach Hause genommen hatte.

Hier heraus wuchs der Plan, ihn ebenso durch einen Unfall

zu beseitigen. Und noch etwas, im Blut von Herrn Müller

wurden Giftstoffe gefunden, die Sie durch Ihre Sekretärin

verabreichen ließen. Das wurde im Krankenhaus nach dem

Unfall von Herrn Müller festgestellt. Die feine Dame ist sehr

geständig gewesen! Was sagen Sie nun?“

„Herr Kommissar!“, warf Rechtsanwalt Werner ein,

„mit dem Tod des Vaters hat mein Mandant nichts zu tun!“

„Woher wollen Sie denn das wissen? Können Sie das Gegenteil

beweisen? Ich glaube nicht!“ „Jetzt gehen wir erst

einmal richtig zur Sache, mein lieber Herr Rechtsverdreher!

Denn als Sie dieses Zimmer betraten, haben Sie sich

schon verraten, indem Sie Dr. Weller mit Dr. Walter ansprachen.

Sie, genau Sie, haben den Plan des Herrn Dr.

Walter von vorne herein gekannt, denn Sie wollten ebenso

einen Anteil mitbesitzen, weil Sie von dem alten Senior nur

gering bezahlt wurden. Ebenso haben Sie den Herrn Walter,

seines Zeichens ein Bruder des Seniorchefs, der auch

immer zu kurz kam, der nur den geringsten Posten in der

Firma bekleiden durfte, bestochen, um die Schlüssel für den

Tresor zu bekommen, in dem die geheimen Akten waren!“

„Woher ich das alles weiß? Der Bruder hat, nachdem er

erfahren hatte, dass der Junior ermordet worden war, alles

gebeichtet. Da staunen Sie, was?“

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Rechtsanwalt Werner schluckte: „Dann muss ich mir

wohl selbst einen Anwalt nehmen. Ich will auch nicht mehr.

Ich kann das alles nicht mehr mit mir vereinbaren. Ich gestehe!“

Dr. Walter, alias Dr. Weller, nickte: „Ich kann dem

nichts mehr hinzufügen. Ja, genauso war es geplant. Auch

ich will nicht mehr! Ich kann das alles bestätigen!“

„Na prima, meine Herren, dann bitte ich Sie die Protokolle

zu unterzeichnen, und ab in die Zelle mit Ihnen!“ Zufrieden

strich sich der Kripomann über sein lichtes Haar. „Ich danke Ihnen,

meine Herren, einen solch leichten Fall habe ich noch nie

in meiner Laufbahn gehabt. Aber, wie man sieht, die Dümmsten

der Dummen sind immer noch nicht ausgestorben!“

Als Arthur Müller am nächsten Morgen von zwei Kriminalbeamten

Besuch bekam, um seine Aussage aufzunehmen

und aufgeklärt wurde, dass seine privaten Dinge und der Aktenkoffer

von der Polizei direkt nach dem Unfall bei der Kripo

gelandet waren, war er sehr erleichtert. Und hörte ziemlich

erstaunt zu, welche Dinge sich quasi unter seinen Augen abgespielt

hatten und er, nur rein intuitiv, gewissen Ahnungen auf

der Spur war, die ihm fast das Leben gekostet hätten.

Nun wird wohl der Bruder des verstorbenen Seniorchefs

in die Firma einsteigen, der hoffentlich alles in vernünftige

Bahnen lenkt. Und die Flucht aus dem Krankenhaus hätte

ich mir ersparen können!, sinnierte Arthur Müller.

Auf dem Wege der Besserung lehnte er sich zufrieden

zurück und war dankbar – mit einem Zwinkern zum Himmel

– noch so glimpflich davongekommen zu sein. ●

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3/2013 durchblick 53


HERBST-IMPRESSIONEN

von Helga Düringer

Herbstgedanken

Nebel liegt auf Feld und Auen,

geheimnisvoll, gespenstig schön,

es scheint, als wollt’ er Mauern bauen,

jedoch, es weht ein frischer Fön.

Herbst

Wenn die grauen Nebel steigen

und Dein Blick streift die Natur,

bunte Blätter tanzen Reigen,

da erlebst Du Herbst ganz pur!

Aufgeblähte Winde tragen

hübsche Drachen hoch hinaus

und man hört die Kinder fragen:

„Dürfen Igel mit ins Haus?“

Regentropfen zieren Fenster –

immer wieder tausendfach,

Stürme fegen, wie Gespenster,

streifen Ziegel auf dem Dach.

Doch reißen auf die Wolken weit,

zeigt sich ein Dorf verschlafen,

umrahmt von einem Schleierkleid

zum Hirten mit den Schafen.

Der Blick ist frei für kurze Zeit,

man sollte ihn genießen,

der Herbst hält einen Sturm bereit,

fegt über Tal und Wiesen.

Er holt sich jetzt das letzte Blatt,

noch von verwelkten Bäumen,

denn ist der Sommer endlich matt,

beginnt der Herbst zu träumen!

Natur im Wandel

Herbst, Natur, die Blätter fallen,

Herbst des Lebens blüht uns allen,

die wir wollen älter werden,

steter Wandel hier auf Erden.

In den Wäldern welkes Laub,

die Bäume werden kahl,

auch den letzten Blütenstaub

bringt der Sturm zu Fall.

Die Landschaft liegt verzaubert da,

gefärbt ist jedes Blatt,

was vor Wochen grün noch war,

ist jetzt kraus und matt.

Doch von der Sonne angestrahlt,

wird alles leuchtend bunt,

hier hat die Natur gemalt

seit Tagen manche Stund’!

Danach wird es ganz plötzlich still,

wenn man’s auch nicht glauben will,

der letzte Sturm zieht noch vorüber,

dann legt sich sanft die Erde drüber.

Lichterzeit

Das Jahr scheint sich zu neigen,

denn graue Nebel steigen,

die in den Tälern lagen,

an diesen trüben Tagen.

Sie ziehen durch die Lüfte,

verbreiten feuchte Düfte,

berieseln bunte Blätter,

graues Novemberwetter.

Es ist die Zeit der Lichter,

wenn Nebel werden dichter

und wir dann bei Kerzenschein

wieder gerne sind daheim.

Kinder mit Laterne,

Sonne, Mond und Sterne,

singen frohe Lieder,

alle Jahre wieder!

Foto: Gudrun Neuser

54 durchblick 3/2013


UND, WIE GEHT ES DIR?

Eine so einfache Frage ...?

Die Frage klingt einfach und löst doch so unterschiedliche

Reaktionen aus, wenn sie mir gestellt

wird: Wenn es mir gut geht, beantworte ich diese

Frage einfach mit einem klaren: „Danke, gut! Und wie geht

es Dir?“ Dann denke ich auch nicht lange darüber nach, wie

ernst sie denn wohl gemeint ist, oder ob sie einfach „nur“

höflich ist. Schließlich gehört es zum „Guten Ton“, sich

nach dem Befinden des anderen zu erkundigen, wenn man

sich begegnet.

Aber was ist, wenn es

mir nicht gut geht? Dann

kommt es mir sehr darauf

an, wer mich fragt

und in welcher Situation

ich gerade bin. Die

Bandbreite möglicher

Antworten ist groß, von:

„Danke, es geht so“ über

ein Ungenaues: „Ach,

da reden wir besser nicht

drüber...“ oder „Wie’s

einem im Alter halt so

geht...“ bis hin zum

knappen Hinweis „Nicht

Beziehungen

so gut“. So bleibt offen,

ob ich weiter darüber

reden will, falls mein

Gegenüber nachfragt.

Da mache ich häufiger die folgende Erfahrung: Ich teile

dem Frager mit, wie es mir im Augenblick tatsächlich geht.

Er deutet kurz an, dass er das gut versteht, weil ... und dann

holt er tief Luft, um mir ausgiebig seine eigenen, ja viel

schlimmeren Probleme zu schildern. Das war’s dann. Ich

zeige mich zwar beeindruckt, fühle mich aber ziemlich

ignoriert.

Die freundlichere Variante erlebe ich aber auch: Der

Frager kennt meine Probleme aus eigener Erfahrung, die

er dann auch ausgiebig schildert. Und wenn ich Glück habe,

erfolgt daraus ein echter Austausch über die geschilderten

Probleme und die damit verbundenen Schwierigkeiten. Die

gemeinsamen Erfahrungen verbinden. Man tauscht Rezepte

und Ratschläge aus. All das tröstet auch ein wenig,

man fühlt sich verstanden.

Befinde ich mich jedoch in einer wirklich krisenhaften

Situation und versuche gerade mit aller Kraft, mein inneres

Gleichgewicht zu finden, lenkt mich die Frage „Wie geht es

Dir?“ auf meine bedrückende Situation zurück. Sie tut mir

an dieser Stelle gar nicht gut! Das kann der Frager natürlich

nicht ahnen, und ich selbst muss entscheiden: Antworte ich

jetzt mit einem unverbindlichen „Och, ganz gut“ oder riskiere

ich den Verlust meines augenblicklich empfindlichen

Gleichgewichts? Lasse ich mich offen auf diese Frage ein,

auch wenn mich das wieder total verunsichert und aufwühlt?

Es könnte ja auch guttun! Letztlich wird mein Vertrauen

in die Aufrichtigkeit des Fragers entscheidend sein.

„Und? Wie geht es Dir?“ Ich selbst stelle diese Frage

anderen natürlich auch immer wieder. Meistens kommt eine

(wenn auch nicht unbedingt ehrliche) positive Antwort:

„Danke, gut! Und wie

geht es Dir?“ oder so

ähnlich. Doch wenn es

anders kommt, bin ich

auch bereit, mich auf eine

schlechte Nachricht

einzulassen. Will ich

nur lockere Konversation

betreiben, dann gibt

es ja auch unverfänglichere

Fragen, um ins

Gespräch zu kommen;

zum Beispiel: „Na, wart

ihr auch schon im Urlaub?“

oder „Was macht

ihr denn noch so?“ oder

„Was machen denn die

Eine Begegnung

Kinder?“ usw., usw.

Es gibt aber Situationen,

da weiß ich schon,

dass es dem anderen vermutlich richtig schlecht geht. Da

fühle ich mich unsicher und habe Bedenken, überhaupt

nachzufragen. Ich weiß nicht, was ich mit dieser Frage beim

anderen auslöse und was es dann mit mir selber macht. Ich

fürchte, mich selbst zu sehr zu belasten und dem dann nicht

gewachsen zu sein. Das ist eine mächtige Barriere: Frage

ich oder frage ich besser nicht?

Eine solche Situation schilderte kürzlich die Teilnehmerin

eines Gesprächskreises, dem auch ich angehöre. Sie hatte die

Barriere überwunden und gefragt: „Wie geht es Euch?“ Dabei

hat sie gegen alle Befürchtung die Erfahrung von Normalität

und vertrauter Nähe gemacht. Man konnte offen miteinander

reden, auch über die überwundene Hemmung.

Andere im Kreis schilderten daraufhin, wie sie Situationen

erlebten, als Freunde und Bekannte sich in schwieriger

Zeit zurückzogen und den Kontakt mieden. Eine Isolation,

die schwer zu ertragen war. Um nicht darin stecken

zu bleiben, haben sie ihrerseits die Barriere der Unsicherheit

und Furcht überwunden und sind auf ihre Freunde und

Bekannte zugegangen, mit guten Erfahrungen.

„Und? Wie geht es Dir?“ Keine so einfache Frage …

Anne Alhäuser

3/2013 durchblick 55

Foto: Gudrun Neuser


Farbenfroh

GEDÄCHTNIS-

TRAINING

Allgemeinwissen!

1. Wer moderierte von 1971 bis 1986 „Dalli- Dalli“?

2.

Wie lange dauert die Schwangerschaft eines Elefanten?

3. Wie heißt der längste Fluss der Erde?

4.

Wer sang das Lied „Ti amo“?

5. Wer wurde 2013 Fußball-Europameister der Damen?

6. Wie lange ist man bei der Diamanten Hochzeit verheiratet?

7. Wie viele Nachbarstaaten hast die BR Deutschland?

8.

Wo liegen die Kanarischen Inseln?

Merkstrategie

Wa

nn haben Sie sich das letzte Mal etwas

hi

nter die Ohren geschrieben?

Sie können Ihren Körper nutzen, um sich

z.

B. ihre Einkaufsliste zu merken.

Ve

rbinden Sie dafür die einzelnen Teile, die

Sie einkaufen wollen, mit einem Körperteil.

St

ellen Sie sich dies vor Ihrem inneren Auge

bildlich vor. Es klappt besonders gut, wenn

Sie sich ein lustiges Bild vorstellen. Hängen

Sie sich z.B. Bananen wie Ohrringe an Ihre

Ohren oder Sauerkraut wie Haarverlängerung

in die Haare. Schampoo gehört eher

in den Bauchnabel als auf den Kopf.

Jedes Körperteil darf nur einmal pro Einkaufsliste

verwendet werden.

Pr

obieren Sie es mit der folgenden Liste

aus. Schaffen Sie sich Bilder in Ihrem Kopf.

Liste: Bananen, Brot, Zahnpasta, Bratwurst,

Seife, Butter, Marmelade, Käse, Zeitung,

Ka

rtoffeln

Verbinden Sie diese Dinge im Kopf bildlich mit

jeweils einem Körperteil. Decken Sie nun die

Be

griffe ab, zählen Sie bis 60 und schreiben Sie

an

schließend die Begriffe der Liste auf.

Wie viel konnten Sie sich merken?

Nu

tzen Sie diese Merkstrategie für Ihren

chsten Einkauf.

Si

e trai

aini

nier

eren

en: Merk

rkfä

fähi

higk

eit

Welche Farben

verbinden Sie mit

de

n folgenden

Be

griffen?

Be

ispiel: Markt:

Sc

hwarzmarkt,

Gr

üner Markt

(P

flanzen), bunt

(b

untes Treiben

au

f demMarkt)

1. Geld

2. Sonne

3. Maus

4. Ei

5. Hering

6. Rose

7. Apfel

8. Panther

9. Himmel

10.Fieber

Si

e trainieren:

As

soziatives

De

nken

Versteckte Tiernamen

Im

Text sind 11 Tiernamen versteckt. Unterstreichen Sie

diese. Sie können auch wortübergreifend gelesen werden.

El

eonore war mit ihrem Vater Klaus gemeinsam auf dem

We

g nach Emmaus. Auf einer großen Weide ruhte sich in

ei

ner Kuhle der bärtige Klaus aus. Er schaffte es, eine Pause

einzulegen. Er schaute in die Ferne und drehte in alle

Ri

chtungen seinen Kopf. Er dachte, hier könne er sich gut

erholen. Doch plötzlich kam Eleonore, die auf der Weide

he

rumtollte. Sie fragte, ob Papi Geld in der Tasche hätte

für ein Eis. Um wieder Ruhe zu haben, gab Papi ihr zwei

nzen, … oh, und einen Schein. Eleonore war darin ein

Profi, schnell den Vater um den Finger zu wickeln. Das war

fein fürs Töchterlein.

Sie trainieren: Konzentration, Assoziatives Denken,

Wo

rtfindun

g

56 durchblick 3/2013


Vertauscht

In den folgenden Worten sind jeweils zwei

Buchstaben vertauscht. Lesen Sie die Worte

und schreiben Sie dann das richtige Wort auf.

(SCH = 1 Buchstabe)

Beispiel: TAPLOP = LAPTOP

1. LASCHENTAMPE =_________________

2. SCHUGELKREIBER =_________________

3. TOCHKOPF =_________________

4.

BLEEKLATT =_________________

5. NINGERFAGEL =_________________

6. BENSTERFANK =_________________

7. KRIEFBOPF =_________________

8. HONNENSUT =_________________

9. BAARHÜRSTE =_________________

10.ROFFERKAUM =_________________

Si

e tr

ai

nier

en

: Konz

nzen

tr

atio

ion,

Wor

ortf

tfin

indu

dung

Herbstalphabet

Fi

nden Sie für jeden Buchstabe

n des Alphabets mindestens

ein Wort, das Sie mit dem

Herbst verbinden.

Beginnen Sie z. B. mit

A = Abendrot, …

B = Blätterfärbung, …

C = ...... usw.

Si

e trainieren: Wortfindung,

As

sozi

ziat

ativ

ives

Den

enke

ken

Die Übungen wurden

zusammengestellt von:

Stress mit den Ohren?

Viel hören - Wenig verstehen?

Von diesem Problem mit dem Gehör ist annähernd jeder

Siebte betroffen. Der Anfang: Angestrengtes Verstehen

und Verwechselung bei Neben

geräuschen, wobei es bei Einzelgesprächen

oft noch geht.

Meist sind beide Ohren gleichermaßen

betroffen. Bei uns

ellen

Auswahl und Anpassung

Gerne stehen wir Ihnen mit

unserem stets aktuellen Fachwissen

zu Diensten. In unserem

Siegener Meisterbetrieb

hören & verstehen - Christian Brandes, haben Sie die Mög-

kritisch sein, denn viele Werbeaussagen sind übertrieben und

versprechen nur. Aber wir möchten Sie mit guter realistischer

von Kindern, gepaart mit jahrzehntelanger Erfahrung, kom-

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Lösungen Seite 74

Hintergrundfoto: Gudrun Neuser

Gedächtnistrainerin

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3/2013 durchblick 57


Essay

Nahtoderfahrungen

EIN BLICK INS JENSEITS?

Gedanken und Fragen über Grenzerfahrungen zwischen Leben und Tod

Was wäre, wenn du schliefest?

Und was, wenn du im Schlaf träumtest?

Und was, wenn du zum Himmel gingst

und da eine wundersame Blume pflücktest?

Und was, wenn du erwachtest,

und hieltest diese Blume in der Hand?

Ja, was dann?

(S. T. Coleridge, Dichter und Philosoph 1772–1834 1) )

Eine wissenschaftliche Herausforderung

Von der allgemeinen Öffentlichkeit meist noch unbemerkt,

gewinnt das Thema „Nahtoderfahrung“ immer

mehr an wissenschaftlicher Aufmerksamkeit

und Bedeutung. Dabei sind es – wie aufgrund der Inhalte

von Nahtoderlebnissen vielleicht zu erwarten wäre – keine

Theologen oder Religionswissenschaftler, die dem Phänomen

Nahtoderfahrung interessiert nachspüren, um durch

sie vielleicht die Unsterblichkeit der Seele und ein ewiges

Leben wissenschaftlich belegen und erklären zu können.

Nein, es sind vorwiegend Mediziner, Neurowissenschaftler

(Hirnforscher), Psychologen und Physiker, die in den letzten

30 Jahren weltweit umfangreiche Studien erstellt haben,

um dem Geheimnis von Nahtoderlebnissen und den damit

verbundenen außerkörperlichen Erfahrungen auf die Spur

zu kommen. Die Ergebnisse sind verblüffend und aufregend

zugleich. Sie stimmen nachdenklich und werfen in letzter

Konsequenz die Frage nach einem in die Zukunft gerichteten,

völlig neuen naturalistischen Welt- und Menschenbild

auf. Es wäre in der Menschheitsgeschichte ja nicht das erste

Mal, dass wir Menschen unser Weltbild aufgrund naturwissenschaftlicher

Erkenntnisse korrigieren müssten. Erinnert

sei nur an die drei narzisstischen Kränkungen durch Kopernikus

(die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Weltalls),

Charles Darwin (der Mensch ist aus dem Tierreich hervorgegangen)

und Sigmund Freud, (das ICH ist nicht Herr in

seinem eigenen Haus). Warum sollte es in Zukunft nicht

zu einer weiteren gravierenden Korrektur unseres heutigen,

überwiegend materialistisch ausgerichteten Weltbildes

kommen? Denn bei der wissenschaftlichen Erforschung von

Nahtoderfahrungen geht es um zwei spannende Themen.

Das eine ist philosophisch-religiös ausgerichtet: „Tritt der

Mensch mit dem Tod durch ein erweitertes Bewusstsein in

eine völlig andere Dimension des Lebens ein? Es stirbt zwar

sein Körper, nicht aber seine tiefe innere Persönlichkeit?“

Das andere ist von naturwissenschaftlich-neurologischer

Bedeutung: „Welche Rolle spielt unser Gehirn bei der

Entstehung von Bewusstsein? Hat unser Bewusstsein, wie

heute allgemein angenommen, immer eine körperliche d.h.

materielle Basis und ist ausschließlich ein Produkt unseres

Gehirns? Ohne Gehirn kein Bewusstsein? Oder gibt es auch

ein, bisher nicht bewiesenes, rein geistiges, immaterielles

Bewusstsein und unser Gehirn ist „nur“ so etwas wie eine

Schnittstelle oder ein Empfänger? Unsere Hochleistungszentrale

Gehirn: Erzeuger oder Interpreter von Bewusstsein?

Gibt es ein Bewusstsein außerhalb unseres Gehirns?“

Diese Fragen sind nicht so unbegründet und unberechtigt,

wie es scheint, denn dass ausschließlich unser Gehirn Bewusstsein

erzeugt, ist zwar die mehrheitliche Überzeugung

von Wissenschaftlern und Medizinern, aber bis heute noch

keine wissenschaftlich bewiesene Tatsache, d.h. eine noch

nicht verifizierte Hypothese.

An diesen und vielen weiteren Fragen hat sich in Expertenkreisen

eine intensive Diskussion entzündet, und das

harte Ringen um wissenschaftliche Ergebnisse und Beweise,

in beiden Richtungen, hat gerade erst begonnen, denn

es geht schließlich um nicht mehr und nicht weniger als um

ein völlig neues Menschen- und Weltbild. Aber schön der

Reihe nach. Fragen wir zunächst einmal:

Was ist eine Nahtoderfahrung?

Einige Fakten zur Abgrenzung

Im Gegensatz zur vielleicht allgemeinen Meinung sind

Berichte über Nahtoderfahrungen kein modernes Phänomen

unserer Zeit. Die wohl älteste literarische Quelle ist

das Gilgamesch-Epos aus dem 3. Jahrtausend vor Christus.

Auch in den Bibliotheken der Klöster des Mittelalters finden

sich bereits zahlreiche Darstellungen über Nahtoderfahrungen,

die damals eher als „Visionen“ oder auch als

„Erleuchtungen“ bezeichnet wurden. So sammelte Papst

Gregor der Große (* 540 – † 604) bereits Berichte mit vergleichbaren

Erlebnisinhalten. 2) Sozusagen „neu entdeckt“

und in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, rückte das Thema

in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch die

Arbeiten der bekannten Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-

Ross (*1926 - † 2004) und durch den US-amerikanischen

Arzt und Psychiater Raymond Moody (Jahrgang 1944) mit

seinem 1975 erschienenen Buch und Weltbestseller „Leben

nach dem Tod“ (Life After-Life ). Er war es wohl auch,

der als Erster den Begriff „Nahtoderfahrung“ (Near-Death-

Experience) gebrauchte.

Nach heutigem Erkenntnisstand ist eine Nahtoderfahrung,

abgekürzt NTE, ein rein subjektives, in die Psyche tief

greifendes, mit transzendenten und mystischen Elementen

58 durchblick 3/2013


Wohin der Weg des Lebens führt und was uns nach dem

Tod erwartet, ist und bleibt ein großes Geheimnis.

Foto: Eberhard Freundt

behaftetes Erlebnis, das einhergeht mit einer spürbaren

und nachhaltigen Änderung in der Lebenseinstellung und

Weltsicht (gesteigerte Empathie und Spiritualität.) Nahtoderfahrungen

werden, im Gegensatz zur allgemeinen

anzutreffenden Meinung, nicht nur in unmittelbarer Todesnähe

bei medizinischen Ursachen wie Herzstillstand,

Atemstillstand, Vollnarkose, Unfälle oder Koma erlebt,

sondern auch in ganz verschiedenartigen, nicht unmittelbar

lebensbedrohlichen Situationen, wie ein tiefgehender

emotionaler Zustand (Depression), existenzielle Krisen,

oder während einer intensiven Meditation. Diese Feststellung

ist für die Beurteilung, was Nahtoderfahrungen wirklich

sind, ein wesentlicher Punkt, denn ein immer wieder

vorgebrachtes Argument, die Ursache einer NTE sei auf

Sauerstoffmangel im Gehirn zurückzuführen, greift in

solchen Fällen nicht. Auch die immer noch anzutreffende

Annahme, Nahtoderfahrungen seien nichts anderes als

Halluzinationen, ist bei näherer Betrachtung nicht haltbar.

Halluzinationen sind Wahrnehmungen, die keinerlei

Grundlagen in der realen Welt haben und meist bei

psychischen Erkrankungen auftreten wie Schizophrenie,

Psychose, Drogenmissbrauch, Alkoholabhängigkeit oder

Entzugserscheinung. Im Gegensatz dazu sind die meisten

Menschen mit einer NTE emotional und psychisch

stabil und sie konsumierten vor ihrer NTE weder Medikamente,

Drogen noch Alkohol. NTEs haben immer einen

klaren Bezug zur realen Wirklichkeit, wie z.B. durch

überprüfbare Sachverhalte während eines außerkörperlichen

Erlebnisses oder der Ablauf eines ganz persönlichen

Lebensrückblicks. Außerdem haben Nahtoderfahrungen

eine nachhaltige, oft gravierende Wirkung auf das weitere

Leben des Betroffenen (positive Veränderung, wie

Verlust der Todesangst). Halluzinationen hingegen sind

krankhaft, bleiben diffus, nebelhaft und unrealistisch.

Diese sowie weitere wichtige und wesentliche Erkenntnisse

über NTEs sind zurückzuführen auf insgesamt etwa 42

Studien, die zwischen 1975 und 2005 mit etwa 2.500 Menschen

mit Nahtoderfahrungen in wissenschaftlichen Zeitschriften

und Büchern publiziert wurden. 1) Große medizinisch-wissenschaftliche

Aufmerksamkeit erhielt die Studie

des niederländischen Kardiologen Pim van Lommel, die im

Jahr 2001 in der weltweit renommierten Medizinzeitschrift

The Lancet erschien. „Mit ihr wurde der Nachweis vorgestellt,

dass es ein vom Gehirn unabhängiges menschliches

Bewusstsein gibt, strikt entgegengesetzt dem in der klassischen

Medizin üblichen ,naturalistischen Weltbildʻ 2) . Man

schätzt, dass in den vergangenen fünfzig Jahren weltweit etwa

25 Millionen Menschen eine NTE erlebt haben. 1) Neuere

amerikanische und deutsche Forschungen haben ergeben,

dass ungefähr 4,2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland,

Amerika und Holland von einer NTE berichten. Das sind in

Holland 600.000 und in Deutschland ungefähr 3,4 Millionen

Menschen. 1) Dabei ist in den letzten Jahren eine Zunahme

von Berichten über Nahtoderfahrungen festzustellen. Die

Ursachen hierfür liegen in den heute allgemein und kardiologisch

gut ausgerüsteten Intensivstationen sowie den gut

organisierten Notaufnahmen mit adäquaten Reanimierungsmöglichkeiten.

Durch sie haben Patienten bei einer schwerwiegenden

Erkrankung eine höhere Überlebenschance und

mit ihr steigt auch die Wahrscheinlichkeit, eine NTE zu

erleben. Nahtodforscher schätzen, dass heute jeder zehnte

Patient, nach einer schweren, lebensbedrohlichen Krise, von

einer NTE berichten kann. 1) Aber sie zu erleben ist die eine

Sache, darüber zu reden eine völlig andere, insbesondere unmittelbar

nach einer NTE im Krankenhaus mit den behandelten

Ärzten und Pflegepersonal. Bei ihnen stößt der Patient,

bei dem vorsichtigen Versuch über sein Erlebnis zu reden, in

den meisten Fällen auf Unverständnis, da aus heutiger medizinischer

Sicht NTEs nicht erklärt werden können. Und,

um nicht für geistesgestört oder als esoterischer Spinner erklärt

zu werden, so zeigen Forschungsergebnisse, schweigen

die meisten Patienten. Nicht nur im Krankenhaus, sondern

auch später in ihrer privaten und beruflichen Umge-

Ihr Bestattungs- und Vorsorgepartner in der Region

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So sollte auch der Abschied sein. Wir sind für Sie da!

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3/2013 durchblick 59


bung. Oft Jahre, wenn nicht ihr ganzes Leben lang. Aber,

Gott sei Dank könnte man sagen, gibt es Menschen, die den

Mut haben, sich zu öffnen und über ihre außergewöhnlichen

Nahtoderlebnisse zu sprechen.

Was erleben Menschen

bei einer Nahtoderfahrung?

Nahtoderfahrungen sind in ihrem Erleben so unterschiedlich

wie die Persönlichkeit eines jeden Menschen.

Trotzdem gibt es gemeinsame, immer wiederkehrende

Elemente, sowohl in Bezug auf ihre Inhalte als auch in

ihren Auswirkungen. NTEs, so die Nahtodforschung, sind

in ihren Grundelementen weltweit gleich und unabhängig

von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion und sonstigen

demografischen Faktoren, auch wenn natürlich einzelne

kulturspezifische Unterschiede bestehen bleiben. 1)

Der bereits genannte amerikanische Psychiater und Philosoph

Raymond Moody hat insgesamt zwölf immer wiederkehrende

Einzelelemente herausgearbeitet. Einige von

ihnen sind nachstehend aufgeführt. Dazu, um die „Lebendigkeit“

und die persönliche Tiefgründigkeit zum Ausdruck

zu bringen, mit der sie erfahren wurden, einige gekürzte

Originalaussagen von Betroffenen, entnommen den beiden

empfehlenswerten Büchern: »Endloses Bewusstsein« von

Pim van Lommel 1) sowie »Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen«

von Günter Ewald. 2)

Das Unaussprechliche

Der Erfahrungshorizont und die menschliche Sprache

reichen nicht aus, um das Erlebte wiederzugeben und es in

Worte zu fassen.

> Ich war dort ... Ich war auf der anderen Seite. Sehr lange

konnte ich nicht mehr darüber sagen. Mir schießen heute

noch die Tränen in die Augen, wenn ich an dieses Erlebnis

denke. Es war zu viel! Einfach zu viel, um es in menschliche

Worte zu fassen. Die andere Dimension, so nenne ich es

heute, in der es keinen Unterschied zwischen Gut und Böse

gibt, in der es weder Zeit und Raum gibt. Um eine unermessliche,

intensive, reine Liebe, die die Liebe in unserer

heutigen menschlichen Dimension verblassen lässt, wie

einen schalen Abglanz der Liebe, die sie sein könnte. Die

Verlogenheit, in der wir in unserer Dimension leben, tritt

klar hervor und doch ist sie mit unseren dürftigen Worten

nicht zu beschreiben. Alles, was ich sah, war von einer unbeschreiblichen

Liebe durchdrungen. Das Wissen und die

Botschaft, die mich durchströmten, waren so klar und rein.

Ich wusste auch, wo ich war, gab es keinen Unterschied

zwischen Leben und Tod. Die Enttäuschung, dass ich es

nicht in menschliche Worte fassen kann, ist groß. <

> Ich bedaure, dass Worte nicht genügen, um meine Erfahrung

zu beschreiben. Ich muss eingestehen, dass die menschliche

Sprache überhaupt nicht dazu taugt, den vollen Umfang

und die Tiefe der Erfahrung dieser anderen Dimension, die

ich gesehen habe, adäquat zu vermitteln. Letztlich lässt sich

auf keinerlei Weise beschreiben, was ich erlebt habe. <

Das Verlassen des Körpers,

eine außerkörperliche Erfahrung (AKE)

Das wohl häufigste Element einer NTE ist das Erlebnis,

seinen eigenen Körper zu verlassen, ihn abzulegen wie einen

alten verschlissenen Mantel. Es beginnt mit dem völlig

ungewohnten Gefühl, dass das Bewusstsein den materiellen

Körper verlässt, dabei aber unverändert funktioniert. Man

schwebt in die Höhe, sozusagen „über den Dingen“, in einem

immateriellen Körper, der feste Strukturen wie Mauern problemlos

durchdringen kann. Dabei sieht man plötzlich und

völlig verwundert seinen eigenen Körper, losgelöst von sich

selbst, unten liegen, wie z.B. auf der Straße bei einem Verkehrsunfall

oder auf einem Operationstisch. Wahrnehmungen,

auch winzigste Details, sind in einem Radius von 360 Grad

aus größerer Höhe möglich. Man sieht und hört alles, was geschieht

und gesprochen wird, ohne aber selbst mit den Anwesenden

kommunizieren oder sie berühren zu können. Dieses

Element einer außerkörperlichen Erfahrung ist insofern von

großer wissenschaftlicher Bedeutung, weil Pflegekräfte, Ärzte

und Angehörige die beschriebenen Wahrnehmungen und zum

Zeitpunkt, zu denen sie stattgefunden haben, überprüfen und

bestätigen können. Aus einem Bericht in jüngerer Zeit geht

hervor, dass 88 Prozent der von den Betroffenen geschilderten

Wahrnehmungen von unabhängigen Personen und Forschern

geprüft und bestätigt wurden. 1) Dazu ein eindrucksvolles Beispiel,

eine Episode, erzählt von einem Pfleger einer kardiologischen

Station, also nicht direkt von einem Betroffenen:

> Während der Nachtschicht liefert der Rettungswagen einen

44 Jahre alten, bereits bläulich-violett verfärbten, komatösen

Mann auf der kardiologischen Station ein. Passanten

hatten ihn etwa eine Stunde zuvor in einem Park gefunden

und bisher lediglich mit Herzmassagen begonnen. Nach seiner

Ankunft im Krankenhaus wird er mit Beutel und Maske

beatmet, erhält Herzmassage und wird defibrilliert. Als ich

die Beatmung übernehme und intubieren will, fällt mir auf,

dass er noch ein künstliches Gebiss trägt. Vor der Intubation

entferne ich den oberen Teil der Prothese und lege sie auf

den Instrumentenwagen. In der Zwischenzeit setzen wir die

Maßnahmen zur erweiterten Reanimation fort. Nach etwa

anderthalb Stunden hat der Patient zwar wieder einen ausreichend

stabilen Herzrhythmus und Blutdruck, er wird aber

noch beatmet, ist noch intubiert und noch immer komatös.

In diesem Zustand wird er zur weiteren Behandlung auf die

Intensivstation gebracht. Erst eine Woche später, bei der Medikamentenausgabe,

begegne ich dem Patienten, der gerade

wieder auf die Kardiologie verlegt wurde, wieder. Als er mich

sieht, sagt er: „Oh, dieser Pfleger weiß, wo mein Gebiss

liegt.“ Ich bin ganz überrascht, doch er erklärt mir: „Ja, Sie

waren doch dabei, als ich ins Krankenhaus kam und haben

mir das Gebiss aus dem Mund genommen und es auf einen

Wagen gelegt, auf dem alle möglichen Flaschen standen. Er

hatte so eine ausziehbare Schublade und in die haben Sie

meine Zähne gelegt.“ Das erstaunte mich sehr, vor allem

deshalb, weil sich dies meiner Erinnerung nach alles zu einer

Zeit abgespielt hatte, als der Patient in tiefem Koma lag und

gerade reanimiert wurde. Weitere Nachfragen ergaben, dass

er damals selbst sehen konnte, wie er im Bett lag und dass

60 durchblick 3/2013


er von oben auf die Pflegekräfte und Ärzte herabsah, die ihn

mit aller Kraft zu reanimieren versuchten. Er konnte auch

den kleinen Raum, in dem er wiederbelebt wurde, und das

Aussehen der Anwesenden korrekt und genau beschreiben.

Damals, als er die Szene beobachtete, hatte er große Angst

davor, dass wir ihn nicht weiter reanimieren würden und er

sterben müsste ... Er schilderte mir, wie er uns verzweifelt

und erfolglos zu signalisieren versuchte, dass er noch lebe

und wir ihn weiter reanimieren sollten. Er war tief bewegt

von dem, was er damals erlebt hatte, und sagte, dass er sich

heute nicht mehr vor dem Tod fürchte. < 1+2)

An diesem Beispiel wird, neben vielen anderen Faktoren,

deutlich, dass Nahtodvisionen grundlegend von Halluzinationen

zu unterscheiden sind, denn sie sind wie reale Erlebnisse

klar und fest strukturiert. Erwähnenswert sei an dieser Stelle

auch das außerkörperliche Erlebnis des bekannten Schweizer

Psychologen C. G. Jung (1875-1961). Er schildert beeindruckend,

wie er, hoch oben im Weltraum schwebend, die Erde

als bunte Kugel sehen konnte und sie mit ihren Kontinenten

und Meeren genau beschreibt. Dies ist deshalb so erstaunlich,

weil es zum Zeitpunkt seiner Nahtoderfahrung noch keinerlei

Satellitenaufnahmen gab, so, wie wir sie heute kennen. 1)

Das Tunnelerlebnis

Ein großer Teil von Betroffenen beschreiben das Tunnelerlebnis

als einen Übergang. Sie befinden sich in einem

dunklen Raum oder einem Tunnel, durch den sie, mit großer

Geschwindigkeit, auf ein immer stärker und größer

werdendes Licht zu, hindurchgezogen werden. Ein Licht

von unvorstellbarer Intensität, Liebe und Wärme, das aber

nicht blendet. Es ist sozusagen ein „Licht ohne Schatten.“ *

> ... Ich fühlte, dass ich ganz weit weg, in ein anderes Bewusstsein,

versank. Das heißt, mein Bewusstsein ging auf Reisen,

während mein Körper auf dem Bett liegen blieb. Ich sah meinen

Körper, aber ich spürte ihn nicht. Ich wurde gleichsam

weggezogen. Ich gelangte in einen tiefdunklen, schmalen,

spiralförmigen Tunnel, was mir zunächst beängstigend, aber

nicht unbekannt vorkam. Ich schwebte wahnsinnig schnell

durch diesen Trichter, und je weiter und höher ich dabei kam,

desto mehr ging die Dunkelheit in Licht über. Die Intensität

des Lichts wandelte sich in tiefe Lila-Violett-Töne. Über mir

sah ich ein ungeheures gleißendes, strahlendes, weißliches

Licht. Ich wirbelte und schwebte darauf zu. <

Das Gefühl des Friedens und der Ruhe;

Befreiung von Schmerzempfinden

Die Schmerzen und die Schwere des Körpers sind ganz

plötzlich verschwunden, ein überwältigendes Gefühl von

Geborgenheit, Glückseligkeit und unendlicher Liebe stellt

sich ein.

> ... Hier an der Schwelle war der Zustand ein überwältigendes

Gefühl. Total losgelöst von jeglichem Schmerz-,

Schwere- oder Körpergefühl. Ich fühlte mich wie in einer

total schützenden Kugel in absoluter Geborgenheit. Nie

zuvor habe ich je ein ähnliches totales Glücksgefühl

3/2013 durchblick 61


Betroffene einer Nahtoderfahrung berichten, dass sie von

einem hellen, nicht blendenden Licht angezogen wurden, in

dessen Nähe sie ein unbeschreibliches Glücksgefühl, unendlich

viel Liebe und eine absolute Geborgenheit spürten.

erlebt. Und das in einer Totalität, die unvorstellbar und

unbeschreiblich ist. Es ist wie Liebe, ein ganzes Meer voll,

unverdünnt, wovon wir während eines ganzen Lebens vielleicht

einige Tropfen erhalten. Nie war mein Empfinden und

Denken so klar … <

> ... Und der Schmerz, den ich empfunden hatte, vor allem

der Druck auf meine Lunge, war verschwunden. Die ganze

Atmosphäre vermittelte mir ein völlig entspanntes Gefühl.

Ich habe mich noch nie so glücklich gefühlt. <

> ... Als ich durch die Öffnung hindurch war, begann sich alles

zu verändern ... mich überkam ein Gefühl des Friedens, das

ich auf Erden nie empfunden hatte ... Ein vollkommen überwältigendes

Gefühl der Liebe, nicht der irdischen Liebe, mit

Foto: Eberhard Freundt

der ich ebenfalls vertraut war, sondern einer Liebe, die ich

nicht beschreiben kann ... ich hatte auch das Gefühl, hier in einer

völlig anderen Dimension zu sein. Wenn es etwas hier nicht

gab, dann war es unser irdischer Zeitbegriff. Ich hatte gleichsam

einen erweiterten Blick auf diese andere Dimension. <

Die Begegnung mit einem strahlenden Licht

oder einem Wesen aus Licht

Das strahlende Licht durchdringt alles und übt eine

große Anziehungskraft aus. Man wird quasi in das Licht

aufgenommen und es findet immer eine direkte Kommunikation

mit diesem Lichtwesen statt, aber nur gedanklich, so,

als könne es Gedanken lesen und auf der gedanklichen Ebene

antworten. Viele sehen darin ein strahlendes, liebendes

Lichtwesen, dessen Namensgebung meist einen religiösen

Hintergrund hat. Gläubige Christen nennen es manchmal

Engel, Jesus oder auch Gott. „In und um dieses Licht erfährt

man absolute Akzeptanz und bedingungslose Liebe,

man kommt mit tiefem Wissen und Weisheit in Berührung.

Antworten auf die meisten Fragen werden schon erkennbar,

bevor man die Fragen ausdrücklich stellt.“ 1)

> Ich sah in der Ferne ein Licht, wie ich es auf Erden noch

nie gesehen hatte. So rein, so intensiv, so vollkommen. Ich

wusste, dies war ein Wesen, zu dem ich gehen musste. Ich

weiß nicht, wie es geschah. Ich brauchte nicht zu denken, ich

wusste alles. Meine Bewegungen waren nicht mehr eingeschränkt.

Ich hatte keinen Körper mehr. Dieser Ballast war

von mir abgefallen ... Ich bewegte mich durch alles hindurch.

Mir war plötzlich klar: Zeit und Raum gab es hier nicht. Alles

war immer gegenwärtig. Und das gab mir ein unbeschreiblich

friedliches Gefühl. Das erlebte ich gleichzeitig mit dem

Licht, das die Krönung allen Seins war, aller Energie und

Liebe und vor allem aller Wärme und Schönheit. <

Die Wahrnehmung einer Grenze

Manchmal erkennen Betroffene Grenzen, in Form von

Nebel, Mauer, Tal, Fluss, Brücke oder Pforte, und sie spüren,

dass sie, wenn sie diese Grenze überschreiten, nicht mehr in

ihren eigenen Körper zurückkehren können. Oft hören sie

auch, dass sie noch nicht willkommen sind und daher wieder

taupadel

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62 durchblick 3/2013


in ihren Körper zurückkehren müssen, weil sie im

Leben noch eine Aufgabe zu erfüllen haben.

> ... dann kam ich an eine Grenze. Selbst mir, mit

meinen zehn Jahren, musste das niemand erklären.

Mir war einfach klar, dass ich nie wieder zurückkehren

könnte, wenn ich diese Grenze überschritt.

Aber einige meiner Vorfahren standen auf der anderen

Seite und zogen meine Aufmerksamkeit auf

sich, denn sie redeten in einer Art Telepathie miteinander.

Ich bin von Geburt an völlig taub. Alle

meine Angehörigen können ganz normal hören und

verständigen sich mit mir immer in Gebärdensprache.

Und nun konnte ich auf einmal mit zwanzig

meiner Vorfahren durch eine Art Telepathie direkt

kommunizieren. Das war eine überwältigende Erfahrung

...<

Die bewusste Rückkehr in den Körper

Die Rückkehr in den eigenen Körper erleben die

meisten Betroffenen als sehr unangenehm. Das Zurückkehren

in ihren meist kranken, lädierten und

mit Schmerzen behafteten Körper empfinden viele

als herbe Enttäuschung, weil ihnen etwas so „Göttlich-wundervolles“

wieder genommen wurde. Dies

ist auch der Grund, warum manche Patienten nach

einer geglückten Reanimation oder nach einem Koma so

entrüstet, enttäuscht und auch widerwillig reagieren.

> Als ich wieder in meinem Körper zu mir kam, war das schrecklich,

einfach schrecklich ... diese Erfahrung war so wundervoll,

ich wollte nie mehr zurückkommen, ich wollte dort bleiben ...

und trotzdem kam ich zurück. Und von dem Moment an war es

für mich sehr schwierig, wieder in meinem Körper zu leben, mit

all den Einschränkungen, die ich damals empfand ... Später erst

erkannte ich, was für ein Segen diese Erfahrung für mich war,

denn nun hatte ich die Gewissheit, dass es eine Trennung von

Körper und Geist und ein Leben nach dem Tod gibt. <

Soweit die aus den vorgenannten Büchern von mir ausgewählten

Elemente und Originalaussagen Betroffener.

Weitere wichtige Elemente von Raymond Moody sind: Die

Erkenntnis tot zu sein / Wahrnehmung einer außerweltlichen

Umgebung / Begegnung und Kommunikation mit Verstorbenen

/ Lebensschau oder Lebensrückblick / Ausblick und

Lebensvorschau 1) , auf die ich aber hier nicht näher eingehen

kann, da dies den Rahmen dieser Beitrages sprengen würde.

Die Folgen und Veränderungen

einer Nahtoderfahrung

Menschen ohne Nahtoderfahrung haben in der Regel

keine Vorstellung darüber, welche Folgen, positive wie

negative, und welch tief greifende Konsequenzen eine intensive

NTE für Betroffene mit sich bringen kann, stellt

sie doch. „… eine überwältigende Konfrontation mit unbegrenzten

Dimensionen unseres Bewusstseins dar, die das

bestehende Weltbild völlig auf den Kopf stellt.“

Foto: Eberhard Freundt

Ein Element während einer Nahtoderfahrung ist das Erkennen einer

Grenze. Die Betroffenen spüren, sobald diese Grenze überschritten

wird, ist eine Rückkehr in den eigenen Körper nicht mehr möglich.

> Die Folgen für mein weiteres Leben waren so tief greifend:

die Erfahrung der Zeitlosigkeit, das Wissen, dass

mein Bewusstsein außerhalb meines Körpers weiterexistiert.

Das genügte, um mein Leben aus den Angeln zu heben

... Ich hatte das Gefühl, ich wäre eine andere Person, aber

mit der gleichen Identität. < 1)

Das Nahtoderlebnis erweist sich oft als wertvolle Erkenntnis

in Bezug auf den Sinn des Lebens und bewirkt

einen grundlegenden Wandel in der Lebenseinstellung

und Glaubensauffassung. Starken Einfluss auf die Verarbeitung

einer NTE haben Angehörige, Freunde, Bekannte

und professionelle Mitmenschen, insbesondere

dann, wenn sie negativ auf die Nahtodberichte mit Ungläubigkeit

und Unverständnis reagieren. „Meist müssen

Menschen mit einer NTE erkennen, dass andere nicht

dazu fähig sind, ihnen vorurteilsfrei und kommentarlos

zuzuhören. Manchmal ist ein jahrelanges Schweigen die

einzige Möglichkeit, einigermaßen mit den Erfahrungen

umzugehen. Man spürt zwar bei sich selbst eine starke

Veränderung, doch das Umfeld ist gleich geblieben.“

> Mein Körper, mein Leben und die ganze Welt glichen

nun einem Gefängnis. < 1)

Eine Hauptursache bei der Bewältigung der Verarbeitungsprobleme

liegt in dem Tatbestand, dass unsere

westliche, überwiegend materialistisch und naturalistisch

orientierte Kultur und Wissenschaft spirituellen Erfahrungen

wie die einer NTE kaum Raum lässt und überwiegend

skeptisch, wenn nicht gar ablehnend gegenübersteht. Andere

Kulturen und Religionen, wie die des Ostens (Buddhismus,

Hinduismus), reagieren auf NTEs meist positiv und verständnisvoller.

3/2013 durchblick 63


Zusammengefasst stellen sich nach einer NTE

folgende Veränderungsprozesse ein:

● Selbstakzeptanz und ein verändertes Selbstbild

● Mitgefühl für andere

● Wertschätzung des Lebens

● Befreiung von Todesangst und Glaube an ein Leben

nach dem Tod

● Geringere Kirchenbindung bei stärkerer Religiosität

● Gesteigerte Spiritualität 1)

Ich hoffe, dass die von mir ausgewählten Elemente und

Aussagen deutlich zeigen, wie tief greifend, lebensnah und

nachhaltig Nahtoderlebnisse für die Betroffenen sind.

Was beweisen Nahtoderfahrungen?

Um es ganz deutlich zu sagen: Nahtoderfahrungen, so

eindrucksvoll und real sie für die Betroffenen auch sein mögen,

sind keine schlüssigen Beweise für ein Jenseits und ein

Leben nach dem Tod, weder aus wissenschaftlicher noch

aus christlich-theologischer Sicht. Aber es sind beeindruckende

und ernst zu nehmende Hinweise, die offensichtlich

machen, dass das vorherrschende, auf rein materialistisch

und naturalistischer Basis festgelegte Welt- und Menschenbild,

in Gesellschaft und Wissenschaft, neu zu hinterfragen

ist. Dabei stellen sich zwei Kernfragen, wobei die eine

medizinisch-naturwissenschaftlich (materialistisch) und

die andere philosophisch-religiös (geistig-spirituell) ausgerichtet

ist. Zunächst die materialistische Frage:

Gibt es ein Bewusstsein

außerhalb des Gehirns?

Wie Bewusstsein genau entsteht, ist trotz aller Fortschritte

in der Hirnforschung nach wie vor ein wissenschaftlich

nicht erklärbares Phänomen. Man weiß aber,

dass für die Entstehung von Bewusstsein, also bewusster

Wahrnehmungen, hoch komplexe neuronale Prozesse, verteilt

über das ganze Gehirn, erforderlich sind, insbesondere

im Großhirn, dem Neocortex. Es ist der Teil des Gehirns,

der uns Menschen erst zu Menschen macht. Bewusstsein ist

eine Höchstleistung des Gehirns und um sie zu erbringen,

benötigt es sauerstoffreiches Blut. Wenn aber, wie bei einer

Nahtoderfahrung, reale und nachweislich überprüfbare

Wahrnehmungen (prospektiv) möglich sind, obwohl aus

medizinisch-neurologischer Sicht im Gehirn, bedingt durch

Herzstillstand und Atemstillstand, keine Aktivitäten mehr

festzustellen sind, der Patient also klinisch tot ist, stellt sich

doch die Frage: Wer oder was nimmt da wahr? Diese Frage

gewinnt deutlich an Brisanz bei NTEs von Blinden, Menschen

also, die seit ihrer Geburt noch nie etwas gesehen

haben, die aber erstmals von visuellen Wahrnehmungen

außerhalb ihres Körpers berichten. Dass Gleiche gilt für

Menschen, die von Geburt an taub sind und bei ihrer NTE

plötzlich akustische Wahrnehmungen erleben. 1) Deshalb

noch einmal: Wer oder was nimmt da wahr, zu einer Zeit,

wo das Gehirn seine Arbeit (vorübergehend) eingestellt

hat? Nach heutigen medizinischen Erkenntnissen ist dies

nicht möglich. Ich denke, die millionenfachen rätselhaften

NTEs sollten für die Wissenschaft Grund genug und gleichzeitig

auch Ansporn sein, über die Beziehung zwischen

Gehirn und Bewusstsein neu nachzudenken. Hierzu gehört

auch die ganze Problematik bei der Hirntoddefinition im

Bereich der Organtransplantation, denn auch hier wirft die

Nahtodforschung völlig neue Fragen auf, wenn sie erklärt:

Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen.

Für den holländischen Kardiologen Pim van Lommel

lassen die bisherigen Ergebnisse in der Nahtodforschung

die Schlussfolgerung zu, dass es ein, wie er es nennt „END-

LOSES (nicht lokales) Bewusstsein gibt, ein Bewusstsein,

das immer gegenwärtig ist und unabhängig vom Körper

erfahren werden kann. Wörtlich schreibt er: „… noch im-

Beerdigungsinstitut

SEIT 1929

Erledigung aller Formalitäten

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Inhaber: Stefan & Georg Fries · 57074 Siegen

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Helfen ist uns Verpflichtung

eigene Trauerhalle

64 durchblick 3/2013


mer gibt es mehr Fragen als Antworten. Doch angesichts

all der geschilderten Bewusstseinserfahrungen sollten wir

ernsthaft die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass der Tod

ebenso wie die Geburt nur einen Übergang in einen anderen

Bewusstseinszustand darstellt. Die fast zwangsläufige

Schlussfolgerung, dass das nicht-lokale Bewusstsein nach

dem physischen Tod in einer anderen Dimension, einer

immateriellen Welt fortbesteht, in der Vergangenheit, Gegenwart

und Zukunft beschlossen liegen, verändern unsere

Sicht auf den Tod. Das Bewusstsein lässt sich nicht auf das

Gehirn reduzieren, denn es ist „nicht-lokal“, und unser

Gehirn hat für Bewusstseinserfahrungen nur eine ermöglichende,

keine produktive Funktion ... Das Wachbewusstsein

wird zwar körperlich erfahren, doch das ENDLOSE

Bewusstsein hat seinen Sitz nicht im Gehirn ... Aus wissenschaftlichen

Untersuchungen geht unmissverständlich hervor,

dass das Bewusstsein unabhängig vom Körper, wenn

das Gehirn nicht mehr funktioniert, erfahren werden kann.

Diese Schlussfolgerung führt zu einem kompletten Wandel

unseres Menschenbildes und hat Konsequenzen für aktuelle

medizinische und ethische Fragen …“ 1)

Gibt es ein (persönliches) Leben nach dem Tod?

Eine philosophisch-religiöse Frage, die in letzter Konsequenz

nicht zu beantworten ist und daher offenbleiben

muss. Nein, sagt die Naturwissenschaft, denn mit dem

Tod des Körpers stirbt auch der Geist, da auch der Geist

(das ICH, die Seele) des Menschen immer eine im Körper

(Gehirn) befindliche materielle Basis benötigt. Geht diese

Basis mit dem Körper zugrunde, stirbt auch der Geist des

Menschen. Ohne Körper kein Geist. Die Nahtodforschung

aber zeichnet ein anderes Bild und ihre wissenschaftlichen

Forschungsergebnisse lassen einen anderen Schluss zu.

Für sie gibt es ein Bewusstsein, genauer gesagt, dass Bewusstwerden

der eigenen Existenz (das erlebte ICH) auch

außerhalb unseres Körpers. Unser ICH, die tiefste Persönlichkeit

eines jeden Menschen, erfährt bei einer NTE

für kurze Zeit eine von Raum und Zeit losgelöste, völlig

neue Dimension. Eine Dimension außerhalb aller bisher

bekannten klassischen physikalischen Gesetze, in der alle

Fragen beantwortet sind und Vergangenheit, Gegenwart und

Zukunft keinerlei Bedeutung mehr haben. Hinzu kommt

ein großartiges und unbeschreibliches Gefühl von Liebe

und Geborgenheit. Alle Ängste sind verschwunden. Der bekannte

US-amerikanische Neurochirurg Eben Alexander,

der durch eine schwere bakterielle Meningitis sieben Tage

selbst im Koma lag und durch seine Nahtoderfahrung sozusagen

vom Saulus zum Paulus wurde schreibt in seinem

lesenswerten Weltbestsellerbuch: „Blick in die Ewigkeit“ 5)

>...Was ich dort draußen entdeckt habe, ist die unbeschreibliche

Grenzenlosigkeit und Komplexität des Universums sowie

die Tatsache, dass das Bewusstsein die Basis von allem

ist, was existiert. Ich war so vollkommen damit verbunden,

dass es oft keinen wirklichen Unterschied zwischen mir und

der Welt gab, durch die ich mich bewegte ... Und zu denken,

diese physische Welt sei alles, worauf es ankommt, ist etwa

so, als sperrte man sich selbst in einen kleinen Schrank und

stellt sich vor, es gäbe außerhalb davon nichts anderes ...

diese Phänomene (einer NTE, d.V.) sind real und wir müssen

versuchen, sie in ihrem Wesen zu verstehen, wenn wir die

Realität unserer Existenz begreifen wollen … Wir wurden

dazu verführt anzunehmen, dass sich die wissenschaftliche

Weltsicht mit Riesenschritten auf eine Art Weltformel

zubewegt, die, wie es scheint, nicht viel Raum für unsere

Seele, den Geist, den Himmel oder Gott lässt. Meine Reise

tief ins Koma – heraus aus dieser kleinen physischen Welt

und hinein in die erhabenste Wohnstätte des allmächtigen

Schöpfers – offenbarte mir die unbeschreiblich große Kluft

zwischen unserem menschlichen Wissen und dem Ehrfurcht

einflößenden Reich Gottes.< 5)

Fazit

Nie wird der Mensch mit dem Tod, der Endlichkeit seines

eigenen Lebens und der Frage nach einem Jenseits – einer

vollkommen anderen als die uns bekannte von Raum und Zeit

geprägte Lebensform – so unmittelbar konfrontiert, wie durch

eine intensive Nahtoderfahrung. Die zigtausendfachen Erlebnisberichte

von Betroffenen bestätigen dies. Obwohl diese

todesnahen Berichte immer die Eigenschaft der Subjektivität

aufweisen, sollten Naturwissenschaftler sie nicht, wie überwiegend

festzustellen ist, als unwissenschaftlich grundsätzlich

ablehnen, sondern als eine große Herausforderung erkennen

und annehmen. Warum, so ist doch zu fragen, sollten

Nahtoderlebnisse unrealistische Hirngespinste sein, nur, weil

sie subjektiv erlebt und von daher naturwissenschaftlich nicht

objektiv erklärt werden können? Folgt man dieser Auffassung,

hieße das denn nicht im Umkehrschluss, dass es alles, was

die Naturwissenschaft im Rahmen der Gesetzmäßigkeiten der

klassischen Physik nicht erklären kann, auch nicht gibt? So

kann es doch nicht sein. Ein Beispiel dafür ist der Jahrzehnte

dauernde Prozess der heute wissenschaftlichen Akzeptanz

der Quantenphysik mit ihren rätselhaften Phänomenen, die

viele Jahre auch von Albert Einstein kritisch, wenn nicht gar

ablehnend, begleitet wurde.

Die Ergebnisse in der Nahtodforschung lassen aufhorchen

und fordern dazu auf, über den tiefen und wahren

Sinn des Lebens, insbesondere aber über den Tod neu

nachzudenken. Der Tod

bekommt durch die Nahtodforschung

eine andere

Wertigkeit und bedeutet

nicht mehr das Ende des

Lebens, sondern wird als

Übergang und Wandel in

eine andere Lebensform,

außerhalb von Raum und

Zeit, gesehen. Sich diesem

Gedanken zu nähern

bedeutet aber, die heute

meist einseitige, physikalisch-materialistische

Sichtweise auf das Leben

und den Tod um eine

geistig-spirituelle (religi-

Foto: Eberhard Freundt

3/2013 durchblick 65


öse) Orientierung zu erweitern, insbesondere auch dann,

wenn wir mehr sein wollen als biologische Roboter und

versuchen, unserem persönlich gelebten Leben einen tieferen

Sinn und einen festen Halt zu geben. Dabei wissen

wir, Leben ist Wandel und nach den Erkenntnissen der Nahtodforschung

ist der Tod ein Wandlungsprozess in eine uns

unbekannte neue Lebensform. Wie heißt es bei Hermann

Hesse in seinem bekannten Gedicht STUFEN so treffend:

„... Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen

Räumen jung entgegensenden, des Lebens Ruf an uns wird

niemals enden …“, und von Albert Einstein stammt die

Aussage: Ich muss bereit sein, das aufzugeben, was ich bin,

um zu dem zu werden, was ich sein kann. 5)

Sollte uns das nicht zuversichtlich stimmen und Mut machen,

mit dem Tod etwas gelassener umzugehen?

Eberhard Freundt

* gleichnamiges Buch „Licht ohne Schatten“ von Sabine Mehne. 1.) Pim van Lommel in: „Endloses

Bewusstsein“ – Neue medizinische Fakten zur Nahtoderfahrung –. 2.) Günter Ewald in: „Auf den Spuren

der Nahtoderfahrungen“. . 3.) Beitrag von Alois Serwaty (Katholische Akademie Bayern): „Rätsel Nahtod“.

4.)

Markolf H. Niemz in: „Bin ich, wenn ich nicht mehr bin?“ 5) Eben Alexander in: „Blick in die Ewigkeit“

Miteinander am Ende des Weges ...

Pohl & Steuber

Beerdigungsinstitut

persönlich – hilfreich

Bahnhofstraße 34

Netphen

Tel. 0 27 38 / 63 08

Schützenstraße 4a

Wilnsdorf-Rudersdorf

Tel. 0 27 37 / 9 12 56

Siegstraße 100

Dreis-Tiefenbach

Tel. 02 71 / 7 70 03 04

Am Lindenhof 10

Netphen–Irmgarteichen

Tel. 0 27 37 / 9 11 95

Mundart

DILLDABBE? DILLDABBE!

Foar „Meddewochs en“..am 8. Okt.1986 en d‘r Sejerlandhall

ergadderde ech m‘r en Endrettskade. Fa sinnem

Groasfadder on de Dilldabbe schwadde do d‘r Matthias

Kringe, on ech mossde a min Groasfadder dänke, dä wossde

ainem och mänches fa de Dilldabbe ze fergleckern.

Ferzealcheswis sallet jo zwaierläj d‘rfa gä, di, di of

de Baim hocke on di, di em nasse Grass remhebbe. Min

Groasfadder kannde nuer de Grassläifer. Onnerirdisch wo‘n

di, säde hä, en neme benotzde Bronneschächde on en ale

Schdollegäng, do wo‘et fechde es.

En Seje, onne en der Hetschelsbeach, wo frejer d‘r

Schdolle-Engang fa d‘r „Hieslings“ Grob woar, wonden

min Groasällern en dä aine Dobbelhusshälfde fa däm Maschinehuss.

Ech woar bi dänn wi d‘rhaim, on si ferzealden

ewerall, ech wär e ardich Kend on rächt ferschbelt gewäse.

Oawe om Dachborem schbelde ech am lebsde. Do

hadde d‘r Groasfadder allerläj Gerembel remläjje on en

Masse Wearkzich. Kesdcheswis groase, glaine, denne on

decke Näln, och kromme. Ech soardierde di on ebde mech

em Zealln. Metall-Schdefdcher on Schruwe fa all Soarde

logen massich dorem. Iseblättcher met Locher ha ech of

Drot ofgeräjjt wi en Kear. Do oawe fergos ech de Zitt.

Aimo hadde ech d‘m Obba sin felgelebde Basdelgrom

– wi de Groasmodder emmer sade – arich duerje‘nanner

gebrocht. Do wuere beas! „En oarndlije Dracht hätsde ferdent“,

säde hä, „Du Wochedost! Mossde dat da sin? Mach

dat de russ kemmst! Gear of de Wes on seach zo, dadde dä

Dilldabbe fendst, da häsde wat ze do. Wann d‘n gefonne

häst, lossen dusse, he dren konn mier kän br‘uche.“

Ech waiset noch wi ho. Ech sin russ of de Wes geladscht,

det Grass woar e bessje fechde, schdonn hoch, woar net

gemät, de Gänseblemcher konnen sech dren ferschdeche,

on do ha ech da merrem domme Gesechde foarm Äbbelbaum

geschdanne on kom end Ewerlä.

Mier fel wat en! Bi Nochbersch gäjenewer woar emo

det Fesder of gewäse on ech hadde metgräje, wi do arich

geschannt on sech gezänkt wuer. Du Dabbes, du al Duermeldier,

kasde net ofbasse? Häst dech wane dosdich ageschdallt

on itz es alles ferdoarwe – Dilldabbe, Du!

Do dochde ech dra, als min Auge ewer de Wes gengen,

de fulle Äbbel zealden, di em Grass logen on of aimo sogen,

wi sech e Miesje flenk en de Schdriche mog. Wärend däm

wueret m‘r ennerlich so gelonge, wail am Änn fa d‘r Wes,

wo‘et derekt ronner en d‘r ale Schacht fa d‘r Grob geng, sech

em hohe dechde Grass wat bewäjde. Ech hoardet rascheln on

gnisdern, ress de Auge of, bleb schdoa wo ech schdonn on

sog da wat Donkles dabbelich ewer de Ear grotsche.

On genau en däm Augebleck kom os Katz, moch en

Satz, schbrong zom Schacht, on d‘r Schbok woar foar mech

foarbi. Dat konn nuer en Dilldabbe gewäse sin! Äjerlich

groff ech da doch of d‘r Wes rem, sochde, fonn niks, rannde

end Huss on ref: „Obba! Obba, der Dilldabbe ist weg!“

„Komm ren! Komm! Itz es alles werrer en d‘r Räjj.“ Wat

wossde dä schoa!

Gerda Greis

66 durchblick 3/2013


VERANSTALTUNGEN IM SENIORENBEGEGNUNGSZENTRUM

Seniorenhilfe Siegen e.V.

Telefon 02 71/ 6 61 03 35

durchblick e.V.

02 71/6 16 47 + 01 71/6 20 64 13

ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V.

Senecafé 02 71/ 2 50 32 39

SeniorenServiceStelle 0271 / 38 78 616-2

montags

10:00 -12:00 Sprechstunde der

Seniorenhilfe

10:00 -12:00 SeniorenServiceStelle

geöffnet

10:00 -12:00 Werkstatt geöffnet

14:00 -18:00 ALTERAktiv Senecafé

dienstags

09:00 -12:00 ALTERAktiv Senecafé,

Windows 8, Tablets und

Smartphones

10:00 -12:00 Sprechstunde der

Seniorenhilfe

10:00 -12:00 Redaktionsbüro des

durchblick geöffnet

09:30 -12:00 Malgruppe (außer 1. Di. Monat)

18:00 -20:00 durchblick-Photo-Shop-

Club (für Fortgeschrittene)

DER STADT SIEGEN

HAUS HERBSTZEITLOS

57074 SIEGEN, MARIENBORNER STR. 151

Café „Unter der Linde“ 02 71 / 5 64 10

Englischkurse 02 737 / 59 21 76

Film- und Video-Club 027 32/1 24 60

Seniorenbeirat 02 71 / 404-2202

SHG Sauerstoff-Therapie 02 71 / 37 03 54

mittwochs

09:00-10:30 Englisch für Ältere,

Einstieg nach Absprache

09:00 -12:00 ALTERAktiv

Senecafé

10:00 -12:00 SeniorenServiceStelle

geöffnet

10:00 -12:00 Redaktionsbüro des

durchblick geöffnet

10:30-12:00 Englisch für Ältere,

Einstieg nach Absprache

14:00 -18:00 ALTERAktiv Senecafé

14:30 -16:30 Handarbeiten mit der

Seniorenhilfe

14:30 -16:30 Werkstatt geöffnet

15:00 -17:00 Singen mit der

Seniorenhilfe

19:00 -21:00 Regenbogentreff

Spielen und Klönen

19:30 -22:30 Film- und Videoclub

Gedächtnistraining 0271 / 8 49 99

Lesepaten 02739 / 2290

Malgruppe 0271 / 3 73 87

Selbstverteidigung 0160 / 30 18 67

SeniorenTheaterSiegen 0271 / 5 65 28

Trauercafé 0271/ 5 34 46

Wahlverwandte 0271 / 2 38 01 08

Werkstatt 02 71 / 6 27 76

donnerstags

09:30 - 10:30 Selbstverteidigung

10:00 - 12:00 Sprechstunde der

Seniorenhilfe

12:00 - 14:30 Mittagstisch, Anmeldung:

Mo. - Mi. bis 12 Uhr

0271- 404-2200

ab 15:30 Englisch für Ältere

freitags

10:00 - 12:00 Sprechstunde der

Seniorenhilfe

10:00 - 11:30 Englisch für Ältere

12:00 - 13:30 Englisch für Ältere

samstags

09:00 - 12:00 Wandergruppe

der Seniorenhilfe

Wegen möglicher Änderungen einzelner Termine (Ferien, Krankheit usw.) empfiehlt sich die telefonische Anfrage.

Das Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos befindet sich hinter der alten „Hainer Schule“, Ecke Marienborner Str. / Blumenstr.

Anfahrt: Ab Hauptbahnhof, ZOB Bussteig B 1-2: Linien R 12, R 13, R 17, L 109 (Bushaltest, Blumenstraße). Parkplatz: Kostenlos am Haus

Wir haben die passenden Veranstaltungen für Sie:

• Englisch für Ältere (verschiedene Stufen)

• Computerkurse für Ältere (Grundlagen, Internet, E-Mail u. a.)

• Vorträge | Café-Zeit im KrönchenCenter

und vieles Andere mehr.

„Wandern und Schauen, Hobby mit Tempo 3“

Kneppe/Gottschalk 79516 / 79154

14.00 Uhr ab Weidenau Finanzamt

18.00 Uhr Rückkehr

- 10.09. Bad Marienberg

- 24.09. Wissen *

- 08.10. Dumicke

- 22.10. Ferndof – Irlenhecken*

- 05.11. Repetal *

- 19.11. Abschluss*

Fugler 870315/870305

14.00 Uhr ab Geisweid, Klaf. Markt

18.00 Uhr Rückkehr

- 10.09. Boxbach

- 24.09. Wilnsdorf-Wilgersdorf

VHS Siegen, KrönchenCenter, Markt 25, 57072 Siegen

www.vhs-siegen.de

Telefon: 0271 404-3000

- 08.10. Wenden-Schönau

- 22.10. Netphen

- 05.11. Bad Laasphe

- 19.11. Obersetzen – Ausklang

Fritz/Hartzer 42616/75801

13.45 Uhr ab Wdn., Humboldt-Pl.

14.00 Uhr ab Weidenau, A.d. Hütten

18.00 Uhr Rückkehr

- 17.09. Elkhausen

- 01.10. Repetal

- 15.10. Irlenhecken

- 29.10. Böminghausen

- 12.11. Dörnschlade

- 26.11.2013 Abschluss

Hövelmann/Flender 75980/82733

14.00 Uhr Abfahrt Weidenau, Bhf.

14.15 Uhr Abf. Marktpl. Geisweid

18.00 Uhr Rückkehr

- 03.09. Irmgarteichen

- 17.09. Kohlhagen-Ahe

- 01.10. Niederhelden

- 15.10. Schmallenberg

- 29.10. Dauersberg – Betzdorf

- 12.11. Geisweid – Langenbachtal

- 26.11. Wenden – Dörnschlade *

3.12. Gemeinsame Adventfeier aller

Wandergruppen in der Bismarkhalle

*Anmeldung erforderlich

3/2013 durchblick 67


Veranstaltungshinweise

So.

Do.

Fr.

Sa.

Fr.

Sa.

So.

Sa.

Sa.

Sa.

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Di.

Sa.

So.

Do.

Fr.

Sa.

Sa.

Sa.

So.

Fr.

Do.

Fr.

Sa.

Backestage

im Kreisgebiet

September

01./ ab 11 Uhr, Fbg.-Lindenberg

05./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen

06./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen

07./ 08-15 Uhr, Sgn.-Trupbach

09-11 Uhr, Burb.-Wahlbach

ab 13 Uhr, Burb.-Lützeln

ab 13 Uhr, Burb.-Wahlbach

ab 14 Uhr, Netph.-Salchendorf

15-18 Uhr, Netph.-Nenckersdorf

15-22 Uhr, Sgn.-Trupbach

ab 15 Uhr, Langenholdinghausen

13./ ab 08 Uhr, Fbg.-Heisberg

11-13 Uhr, Burb.-Nd.dresselndorf

14./ ab 08 Uhr, Fbg.-Heisberg

10-14 Uhr, Fbg.-Oberholzklau

10-13 Uhr, Burb.-Ob.dresselndf.

15./ ab 11 Uhr, Wilnsdorf-Anzhausen

14-17 Uhr, Netphen – Im Bruch

10-13 Uhr, Fbg.-Alchen

21./ ab 12 Uhr, Netph.-Beienbach

28./ 13-15 Uhr, Sgn.-Birlenbach

11-16 Uhr, Sgn.-Obersetzen

10-15 Uhr, Fbg.-Bottenberg

06-12 Uhr, Burb.-Alte Vogtei

Oktober

05./ ab 14 Uhr, Netph.-Salchendorf

ab 10 Uhr, Langenholdinghausen

06./ 11-18 Uhr, Bad Berleburg

08./ 11-13 Uhr, Burb.-Nd.dresselndorf

12./ 10-14 Uhr, Fbg.-Oberholzklau

10-13 Uhr, Burb.-Ob.dresselndf.

20./ 14-17 Uhr, Netphen – Im Bruch

24./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen

25./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen

26./ 11-16 Uhr, Sgn.-Obersetzen

06-12 Uhr, Burb.-Alte Vogtei

November

02./ ab 14 Uhr, Netph.-Salchendorf

09./ 10-13 Uhr, Burb.-Ob.dresselndf.

17./ 14-17 Uhr, Netphen – Im Bruch

22./ 11-13 Uhr, Burb.-Nd.dresselndorf

28./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen

29./ 09-17 Uhr, Burb.-Holzhausen

30./ 11-16 Uhr, Sgn.-Obersetzen

10-14 Uhr, Fbg.-Oberholzklau

Vermittlung

von Wohnpartnerschaften

Die Koordinierungsstelle „Wohnpartnerschaften“

beim Verein ALTERAktiv sucht

ältere Menschen, die Wohnraum zur

Verfügung stellen können und Hilfe oder

Begleitung bei Haus- und Gartenarbeit,

beim Einkauf u.ä. benötigen oder wünschen.

Sie vermittelt junge Menschen als MieterInnen, die tatkräftig Unterstützung

leisten und so ihre Mietkosten reduzieren wollen.

Als Faustregel gilt: Eine Stunde Hilfe im Monat für einen Quadratmeter

Wohnraum plus Nebenkosten.

Wenn Sie interessiert sind, wenden Sie sich an:

ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V.

Geschäftsstelle / Seniorenbüro

57074 Siegen, St Johann-Str. 7

Tel.: 02 71/2 34 60 66 Fax: 02 71/2 34 60 77

E-Mail: wohnpartnerschaft@senioren-si.de

Internet: www.senioren-siegen

ZUHAUSE BEI DER WGH

WGH - Wohnungsgenossenschaft Hüttental eG

Jahnstraße 45 · 57076 Siegen

Telefon 0271 48951-0 · Fax 0271 48951-51

info@wgh-siegen.de · www.wgh-siegen.de

68 durchblick 3/2013


Veranstaltungshinweise

Wiederkehrende Termine

montags:

10:00 Seniorengymnastik mit Anne

Freudenberger, im Gemeinschaftsraum

Dr.-Ernst-Schuppener-Haus, Stadtteilbüro

Heidenberg, 0271-23418872

14:00 Montagscafé, DRK-Ortsverein

Siegen Nord e.V., H. Schneppenkauten 1,

57076 Weidenau 0271-76585

14:30 Handarbeitstreff: Stricken, häckeln,

sticken, nähen, ... „Regiestelle

Leben im Alter“ Rathaus Weidenauer

Str. 215, 0271/404-2200

Jeden 1. Montag im Monat

19:00 Trauergruppe der Ambulanten

Hozpizhilfe Stiftung Diakoniestation

Kreuztal, Haus Ernsdorfstr. 3-5, Kreuztal,

02732/1028

Jeden 2. Montag im Monat

10:00 Frühstückstreff: AWO-Ortsverein

Siegen, im der Begegnungsstätte Rosterstr.

186, Siegen, 0271/3386-160

10:00 Trauercafé der ambulanten ökumenischen

Hospizhilfe e.V.; Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen,

0160-99 49 40 56

Jeden 3. Montag im Monat

18:30 Treffen Selbsthilfegruppe: Sauerstoff-Langzeit-Therapie

Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen,

0271-370354

Jeden 4. Montag im Monat

10:00 Frühstückstreff der Seniorenhilfe

e.V. im Begegnungszentrum „Haus

Herbstzeitlos“ Siegen, Marienborner

Straße 151 0271/6610335

14:30 Kaffeekränzchen: AWO-Ortsverein

Siegen, in der Begegnungsstätte Rosterstr.

186, Siegen, 0271/3386-160

dienstags:

10:00 Mit Stock und Hund, gemeinschaftlicher

Spaziergang mit Hunden, ab

SeniorenServiceStelle Eiserfeld (Sparkasse)

0271/404-2200

10:00 Kreatives Treffen der Malgruppe

im Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos

Siegen, (außer 1. Di. im Monat)

0271/37387

Jeden 1. Dienstag im Monat

10:00 Kreativgruppe Haushalt, Städtisches

Begegnungszentrum Haus

Herbstzeitlos Siegen, 02737-3455

Begegnungszentrum der Stadt Siegen

Haus Herbstzeitlos

15:00 ALTERAktiv Lesepaten, Haus

Herbstzeitlos Siegen, 02739/2290

Jeden 3. Dienstag im Monat

19:30 Treffen Wohnprojekt: Wahlverwandte,

Begegnungszentrum Haus

Herbstzeitlos 0271-2380108

mittwochs:

09:00 - 12:00 Die Heinzelwerker Regiestelle

Leben im Alter“, Rathaus Weidenauer

Str. 215, 404-2200

10:00 Spaziergang: 3000 Schritte, Tempo

und Strecke sind angepasst, ab Rathaus

Weidenauer Str. 215, 404-2200

17:00 Internationaler Seniorentanz,

Interkulturelle Gemeinschaft, kath. Gemeindehaus

Siegen, St.-Michael-Str. 3

Jeden 1. Mittwoch im Monat

10:00 Wandern mit Dieter Solms:

Achenbach und Umgebung, ab Dr.-

Ernst-Schuppener-Haus, Stadtteilbüro

Heidenberg, 23418872

14:00 KSG – Offenes Café im Wenscht,

Geisweid, Fichtenweg 5, 0271/89106

15:00 Frauenzimmer, Frauencafé des

DRK Siegen-Wittgenstein, in der Burgschule

Siegen-Niederschelden. Informationen

unter 02731/33716-0

Jeden 2. Mittwoch im Monat

14:30 KSG – Café im Wenscht: Kochstudio

International, Siegen-Geisweid,

Fichtenweg 5, 0271/89106

Jeden 3. Mittwoch im Monat

14:30 VDK-Siegen-Treff; Frohe Runde

des Ortsverbandes, Christofferhaus Siegen,

Friedrich-Wilhelm-Str. 118

Foto: Susanne Müller

Das Wandern ist des Müllers Lust!

Auch wenn die Zeiten der Müller

längst vorbei sind, die Lust am Laufen

ist der Wandergruppe der Seniorenhilfe

Siegen e.V. geblieben. Das Bild

zeigt die Wandersleut auf ihrem Weg

von Wilgersdorf nach Rodenbach.

Foto: Ingrid Drabe

14:30 Wir tanzen wieder. Für Menschern

mit und ohne Demenz, Tanzschule „Im

Takt“, Dreis-Tiefenb., Dreisbachstr. 4.

Anmeld. erbeten 0271/234178-17

donnerstags:

09:30 - 10:30 Selbstverteidigung, Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen,

Marienborner Str. 0160-8301867

10:00 Seniorenwerkstatt der „Interkulturellen

Gemeinschaft“, katholisches

Gemeindehaus Siegen, St.-

Michael-Str. 3

Jeden 4. Donnerstag im Monat

15:00 Trauercafé der ambulanten ökumenischen

Hospizhilfe Siegen e.V.,

Senioren Begegnungszentrum Haus

Herbstzeitlos Siegen, Marienborner Str.

151 0160-99 49 40 56

freitags:

Jeden 2. Freitag im Monat

14:00 Englisch Tea Time, Ortsverein Siegen,

im der Begegnungsstätte Rosterstr.

186, Siegen, 0271/3386-280

15:00 Dämmerstunde der Seniorenhilfe

Siegen e.V. Städtisches Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen, Marienborner

Str. 151 0271/44369

Jeden 4. Freitag im Monat

14:00 Englisch Tea Time Ortsverein Siegen,

im der Begegnungsstätte Rosterstr.

186, Siegen, 0271/3386-280

sonntags:

Jeden 3. Sonntag im Monat

14:30 Café unter der Linde, Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos

Siegen, Marienborner Str. 151,

0271/56410

14:30 Cafè VergissMeinNicht, für Menschen

mit und ohne Demenz, Netphen,

Brauersdorfer Str. 60 02738/6888229

15:00 Trauercafé der ambulanten ökumenischen

Hospizhilfe Siegen e.V.,

Alter Kindergarten Freudenberg, Oranienstr.

25, 0160-99 49 40 56

3/2013 durchblick 69


Veranstaltungshinweise

September 2013

1. Sonntag

10:15 Gottesdienst-Demenz – den Weg

gemeinsam gehen, Christuskirche Neunkirchen

Zeppenfeld

14:30 Gottesdienst für Menschen mit

Demenz, mit Kaffetrinken, Burbach,

Haus St. Raphael Steinhardtstr. 4

16:00 Konzert mit den schönsten Kirchenliedern,

Michael Hirte: Ave Maria,

Haardter Kirche Siegen-Weidenau

16:00 Sonntagnachmittag im Schlosspark

mit dem Blasorchester Musikverein Wehbach

1912, Oberes Schloss Siegen

17:00 Lesungen, „Theater und mehr...“

Tirami-su, Freie ev. Gemeinde Netphen,

Elisabeth-Grube-Str. 5

19:00 Zeitreise in das 19. Jahrhundert,

Feuer und Wasser-Live in den Fabrikskes,

Technikmuseum Freudenberg

20:45 Siegener Open-Air-Kino, Kokowääh

2, Im Schlosshof, Oberes Schloss

5. Donnerstag

20:30 Siegener Open-Air-Kino, Silver

Linings, Schlosspark Oberes Schloss

6. Freitag

20:30 Siegener Open-Air-Kino, Les Misérables,

Schlosspark Oberes Schloss

7. Samstag

10:00 Flohmakt auf dem Birkenhof:

Schnäppchen suchen-finden, Spaß haben,

Wilnsdorf Birkenhof 02739/47698

12:00 Oldtimer-Motorradtreffen, Technikmuseum

Freudenberg (auch So)

14:00 „Irish Valley Festival“, Herz trifft

Kleeblatt, 50 Jahre Teilhabe vor Ort,

AWO-Werkstätten Netphen-Deutz

20:00 Siegener Open-Air-Kino, Late

Night Jazz Foundation – LIVE, Schlosspark

Oberes Schloss

20:00 Kabarett: Horst Schroth – Grün

vor Neid, Spiegelzelt Erndtebrück, Markt

8. Sonntag

10:30 Schlosshof-Konzerte 2013 mit der

„Bergknappenkapelle“, Bad Berleburg

16:00 Sonntagnachmittag im Schlosspark,

„Windwood & Co.“ Instrumentale

Popmusik, Oberes Schloss Siegen

20:30 Siegener Open-Air-Kino, Skyfall,

Schlosspark Oberes Schloss

10. Dienstag

19:30 Was tun, wenn Oma komisch wird?

Kurzfilm und Information, AWO-Familienzentrum

„Kleeblatt“ Freudenberg,

Friedenshortstr. 23

20:00 Demenz in der Familie, Vortrag

und Gespräch, Ev. Begegnungsstätte Si-

Achenbach, Samelsfeld 37

11. Mittwoch

19:30 Vorstellung Tagespflege Diakoniestation

Buschhütten, Gemeindehaus

Kreuztal-Buschütten

12. Donnerstag

15:00 Literaturcafé der Seniorenhilfe,

Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos,

Marienborner Str. 151, Siegen

13. Freitag

16:00 Oktoberfest mit der original

Münchener Oktoberfestband „Wiesenkönige“

auf dem Außengelände der Siegerlandhalle

Siegen (auch am 14.9.)

14. Samstag

20:00 Nacht der 1000 Lichter, „Versailles

reloaded“ & „Feuer im Gemäuer“,

in der Siegener Oberstadt

20:00 Theater: Didi Jünemann in Wir

Kellerkinder, Heimhof-Theater Burbach

15. Sonntag

14:30 Begegnungscafé mit Rahmenprogramm

für Menschen mit Demenz und

Interessierte, „VergissMeinNicht“ Netphen

e.V. Brauersdorfer Str. 60

16:00 Sonntagnachmittag im Schlosspark,

Abschluss mit den „Herdorfer Dixieland-Friends“,

Oberes Schloss Siegen

20:00 Orgelkonzert, Kath. Kirchengemeinde

St. Joseph, Siegen-Weidenau

16. Montag

14:30 Gedächtnistraining, Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen

17:00 Kino ohne ALTERsbeschränkung,

Quartett, Viktoria Filmtheater,

Hilchenbach-Dahlbruch, eine Veranstaltung

der Senioren-Service-Stelle

17. Dienstag

16:00 Demenz in Familie, Freundeskreis,

Nachbarschaft Info für kroatischstämmige

MitbürgerInnen, Katholischkroatische

Mission, Siegen, Häutebachweg 5

20:00 PussyTerror-Tour Kabarett mit

Carolin Kebekus, Gebr.-Busch-Theater,

Hilchenbach

70 durchblick 3/2013


Veranstaltungshinweise

18. Mittwoch

14:30 Kraft der Bakterien, Zahngesundheit,

Mundhygiene bei Pflegebedürftigen

Burbach Haus St. Raphael, Steinhardtstr.

14:30 Wir tanzen wieder, Tanzangebot

– für Menschen mit und ohne Demenz

„Tanzschule Im Takt“, Netphen-Dreis-

Tiefenbach, Dreisbachstraße 24

16:00 Gottesdienst – Das Herz wird

nicht dement, mit anschließendem Gespräch

Fliedner-Heim, Si.-Weidenau,

Luisenstraße 15

16:30 Angehörigengruppe – Film Demenz

erleben – Ich verlier den Verstand,

mit anschließendem Austausch, Tagespflegehaus

Wilnsdorf, Eremitage 9

19. Donnerstag

19.00 Film – Vergiss mein nicht, ab 18

Uhr Infomöglichkeit und Kulinarisches

im Foyer Viktoria Filmtheater Hi.-Dahlbruch,

Bernhard-Weiss-Platz 6

20:00 kreuztalkultur, Kabarett-Highlight

STUNK unplugged, Stadthalle

Kreuztal, Am Erbstollen 7

20. Freitag

19:00 Rocknacht im Spiegelzelt

mit „Pink Pulse“ und

„What about Tom“, Erndtebrück,

Eisenwerk Grünewald 2

20:00 kreuztalkultur, Nils Landgren

Funk Unit, Teamwork – Live 2013,

Stadthalle Kreuztal, Am Erbstollen 7

20:00 Comedie mit Otto Walkes, Otto –

Geboren um zu blödeln, Siegerlandhalle

Siegen, Koblenzer Str. 151

20:00 Romantische Lesung Gerd Dudenhöfer

liest „Gerd Dudenhöfer“,

Heimhof-Theater Burbach

21. Samstag

11:00 Tag der Technik 2013: Die Erlebnisfabrik

Lokschuppen, Bahnhof Siegen

14:00 Tag der offenen Tür, verschiedene

Infomöglichkeiten zum Thema Demenz

Haus am Sähling, Bad Berleburg, An der

Gontardslust 11

20:00 Music-Show im Spiegelzelt, Adrienne

Haan& Band, Erndtebrück, Eisenwerk

Grünewald 2

23.Montag

14:30 Offenes Singen, eine Veranstaltung

der Stadt Siegen, Bismarckhalle

Siegen-Weidenau (Eintritt: 1 Euro)

18:30 Gruppe für ältere Schwule und

Lesben, Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos

Siegen, Marienborner Str. 151

24. Dienstag

10:00-15:30 Tag der Angehörigen, Veranstaltung

des „Runden Tisch Demenz“

in Siegen-Wittgenstein, Siegerlandhalle

19.30 Wenn Pflege schwierig wird / Gewaltprävention

Infoabend AWO Familienzentrum

„Kleeblatt“ Freudenberg, Friedenshortstraße

23

20:00 Von der Klassik bis zur Moderne

Benefizkonzert des Landespolizeiorchester

NRW, Apollo-Theater Siegen

25. Mittwoch

10.00 Gottesdienst für Menschen mit Demenz,

ihre Angehörigen und die Gemeinde

Haus Obere Hengsbach, Siegen, Hengsbachstraße

155

14:30 Kaffeetrinken mit anschließendem

Vortrag: Pflegefall - Was tun? Ulrich

Knopp referiert zum Thema Pflege, eine

kostenfreie Gemeinschaftsveranstaltung

im Net(t)werk Siegen, Achenbach Str. 115

19:30 Umgang und Persönlichkeitsveränderungen

dementiell veränderter Menschen,

Vortrag zum Themenabend für pflegende

Angehörige des „Ökumenischen

Helferkreis Hilchenbach“ und der „auszeit

Kreuztal“. Kreuzkirche Kreuztal, Martin-

Luther-Str. 1

26. Donnerstag

15:00 Literaturcafé der Seniorenhilfe, Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen,

Marienborner Str. 151

19.00 Vortrag: Demenz im Alltag (er)leben

- wie Alzheimer sich anfühlt, St. Marien-

Krankenhaus Siegen, Kampenstraße 51

20:00 Sinfoniekonzert der Philharmonie

Südwestfalen, Gebr.-Busch-Theater, Hilchenbach-Dahlbruch

27. Freitag

20:00 kreuztalkultur, Piet Klocke, Komödiant

und Musiker, Stadthalle Kreuztal

Veranstalterfoto

21.00 Klavierspieler Ulrich van der Schoor

begleitet den Stummfilm Moderne Zeiten

von Charlie Chaplin, Technikmuseum

Freudenberg e.V., Olper Straße 5

29. Sonntag

13:00-17:00 2. Seniorentag Aktivität kennt

kein Alter, Projektvorstellung „Wir tanzen

wieder“ Otto-Reifenrath-Haus, Neunkirchen,

Bahnhofstraße 1

18:00 Radio Siegen Comic-Time, Als die

Bilder laufen lernten, Heimhof-Theater

Burbach

30. Montag

14:30 Gedächtnistraining, Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen, Marienborner

Str. 151,

16.00 Wenn Vater vergesslich wird… Vortrag

zum Thema Demenz in russischer

Sprache, Kath. Pfarrgemeinde St. Marien,

Siegen, Häutebachweg 5

Piet Klocke am 27. 9. in Kreuztal

3/2013 durchblick 71


Veranstaltungshinweise

Oktober 2013

1. Dienstag

9:30 Gedächtnistraining, Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos, Marienborner

Str. 151, Siegen

15.30-18.00 Sitztanz – Bewegung für

Senioren und alle, die daran Freude

haben. Hauskrankenpflege „amPuls“,

Burbach, Nassauische Straße 40

19.00 Mein Vater, Filmvorführung mit

anschließender Gesprächsmöglichkeit,

KultourBackes Freudenberg, Kölner Str. 1

19:30 Wohnraumanpassung bei Demenz,

Informationsveranstaltung der

Wohnberatung Siegen-Wittgenstein e.V.,

Bad Laasphe, Haus des Gastes

19:30 Was ist denn nur mit Lisbeth los?

VHS-Vortrag zum Thema Demenz, Rathaus

Hilchenbach, Markt 13

3. Donnerstag

20:00 Schauspiel von Lutz Hübner, Frau

Müller muss weg! Gebr.-Busch-Theater,

Hilchenbach-Dahlbruch

4. Freitag

15:00 Literaturcafé der Seniorenhilfe,

Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos,

Marienborner Str. 151, Siegen

5. Samstag

20:00 Musik-Comedy: Evi & das Tier,

Heimhof-Theater Burbach

6. Sonntag

10:15 Südwestfalentag mit Holzmarkt

Bad Berleburg, Marktplatz

Montag

9:30 Gedächtnistraining, Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen

Kino ohne

Altersbeschränkung

Das grüne Wunder – Unser Wald

8.Dienstag

20:00 Kammermusik Notos Quartett,

Gebr.-Busch-Theater, Hi.-Dahlbruch

10. Donnerstag

15:00 Literaturcafé der Seniorenhilfe,

Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos

Siegen, Marienborner Str. 151

20:00 kreuztalkultur, Michael Altinger

& Band Das Ende bin ich, Weiße Villa,

Dreslers Park, Kreuztal

11. Freitag

20:00 kreuztalkultur, Georg Ringsgwandl,

Mehr Glanz, Stadthalle Kreuztal,

13. Sonntag

14:30 Gottesdienst für Menschen mit

Demenz, mit Kaffetrinken, Burbach,

Haus St. Raphael, Steinhardtstr. 4

16:00 Der (Rass-) Berg ruft, Musikveranstaltung

Neunkirchen, Gemeindehaus

Rassberg

14. Montag

14:30 Seniorenveranstaltung

der Stadt Siegen,

Goldener Herbst,

Bismarckhalle Si.-Weidenau

16. Mittwoch

20:00 Vortrag: Vom Leitbild der biologisch-dynamischen

Landwirtschaft,

Wilnsdorf, Birkenhof

17. Donnerstag

16.30 Liebe, Film zum Thema Umgang

mit Krankheit und Alter in der Partnerschaft,

Rathaus Neunkirchen, Bahnhofstr.

Montag 21. 10. im Viktoria

Filmtheater Hilchenbach

Veranstalterfoto

Veranstalterfoto

Claudia Rieschel in „Frau Müller muss

weg“, Donnerstag, 3.Okt., im

Gebr.-Busch-Theater Hilchenbach

20:00 kreuztalkultur, „Doktor Stratmann“,

Dat Schönste, Stadthalle Kreuztal

18. Freitag

20:00 Birkenhof-Vortrag: Welchen Wald

brauchen zukünftige Generationen?

Wilnsdorf, Birkenhof 1

18:00 Ausstellungseröffnung: Stille

Heldinnen, Siegen, VHS Siegen, KrönchenCenter,

Markt

19. Samstag

10:00 Internationale Tagung: Soziale

Sicherheit in Afrika: Gesundheit, Arbeit,

Alter, Siegen, VHS Siegen, KrönchenCenter,

Markt (auch Sonntag)

16:00 Gottesdienst für Menschen mit

Demenz, ihre Angehörigen und Gemeinde,

Wilnsdorf, „Haus Höhwäldchen“,

Höhwäldchenstr. 3

20:00 Andreas Gabalier & Band, auf

Deutschlandtour 2013, Siegerlandhalle

20. Sonntag

11:00 Ausstellungseröffnung Land schafft

Bilder = Landschaftsbilder, Friesenhagen

Altenheim St. Klara

21. Montag

17:00 Kino ohne ALTERsbeschränkung,

Das grüne Wunder – Unser Wald,

Viktoria Filmtheater, Hilchenbach

26. Samstag

18:00 NACHT DER ALTEN TECHNIK,

Technikmuseum Freudenberg, Olper Str.

30. Mittwoch

20:00 Ute Freudenberg & Christian Lais

mit Band: Die Duett-Tour, Siegerlandhalle

31. Donnerstag

19:30 Adonia-Musical, Die biblische

Geschichte „Esther – die Königin“, Bürgerhaus

am Markt, Bad Berleburg

72 durchblick 3/2013


Veranstaltungshinweise

November 2013

3. Sonntag

16:00 Das Siegener Blasorchester präsentiert

Highlights der symphonischen

und konzertanten Blasmusik, Leonhard-

Gläser-Saal der Siegerlandhalle. Eintrittskarten

unter 0160/3702913

5. Dienstag

20:00 Kammermusik: Quadro Nuevo

End of the Rainbow, Gebr.-Busch-

Theater, Hilchenbach-Dahlbruch

7. Donnerstag

19:30 Film: Kinderfamilien in Südafrika.

Kinder, deren beide Eltern an Aids

gestorben sind, organisieren sich selbst

mit dem ältesten Geschwister als „Familienoberhaupt“,

Siegen, VHS Siegen,

KrönchenCenter, Markt

9. Samstag

9:00 Arzt-Patienten-Seminar Siegener

Herztag des St.-Marien-Krankenhauses

der Deutschen Herzstiftung und der

AOK Nordwest, Siegen, Siegerlandhalle

19:00 Lesung: Renan Demirkan Respekt,

Heimweh nach Menschlichkeit,

Stift Keppel Hilchenbach

20:00 kreuztalkultur, Jan Garbarek

Group in Konzert, Stadthalle Kreuztal,

20:00 Daubs Melanie mit Lieder, Land

und Lälleser, Heimhof-Theater Burbach

10. Sonntag

17:00 Dia-Multivisionsvortrag Nordpoldämmerung,

Stadthalle Kreuztal

Veranstalterfoto

19. Dienstag

20:00 Comedy & Kabarett mit Gernot

Hassknecht, In zwölf Schritten zum Choleriker,

Gebrüder-Busch-Theater, Hilchenbach-Dahlbruch

21. Donnerstag

15:00 Literaturcafé der Seniorenhilfe,

Begegnungszentrum Haus Herbstzeitlos

Siegen, Marienborner Str. 151

15:00 Interkulturelle Seniorenbegegnung

der spanischsprachigen katholischen Gemeinde

Siegen, St.-Michael-Str. 3

20:00 kreuztalkultur, Gerd Knebel,

Wörld of Drecksäck, Weiße Villa in Dreslers

Park, Kreuztal

Wegen der überwältigenden

Nachfrage hat

das „Senioren

TheaterSiegen“

sein aktuelles

Stück

„Norwegen,

Seite 38“

nochmals ins

Programm

aufgenommen.

Die nächste

Aufführungen im

Kleinen

Theater Lÿz

Siegen ist

Sonntag,

17. Nov. 16 Uhr.

22. Freitag

20:00 kreuztalkultur, Irish Folk Festival,

Voice of a nation Tour, Stadthalle Kreuztal,

23. Samstag

17:00 Konzert geistlicher Musik, Sehnsucht,

Ev. Kirche Erndtebrück

25. Montag

14:30 Gedächtnistraining, Begegnungszentrum

Haus Herbstzeitlos Siegen

Bis Redaktionsschluß lagen dem

durchblick noch keine Termine

für das Kulturhaus Lÿz vor.

12. Dienstag

20:00 Lesung mit Emil Steinberger,

Drei Engel, Stadthalle Kreuztal

14. Donnerstag

20:00 Springmaustheater Bonn, Helden

gesucht, Gebrüder-Busch-Theater, Hilchenbach

-Dahlbruch

16. Samstag

20:00 Ray Wilson mit dem Genesis

Classic Quartett, Rock- und Popmusik,

in der Weißtalhalle Siegen-Kaan-Marienborn,

Blumersfeld 2

20:00 Konzert mit den vier Beat-Propheten

in THE BEAT! Radicals, Heimhof-Thater

Burbach

17. Sonntag

16:00 Dia-Panoramavision von Dieter

Freigang, Allgäu – Berge, Hütten, Höhenwege,

Heimhof-Theater Burbach

Wollten Sie schon immer Ihre

Lebenserinnerungen

schriftlich festhalten und weitergeben?

Ich befrage Sie und höre Ihnen zu.

Was ich aufschreibe, bestimmen Sie.

Sie erhalten eine CD, das Manuskript

mit Fotos oder ein fertiges Buch mit

Ihren Lebenserinnerungen.

Das erste Gespräch ist kostenfrei.

Referenzen vorhanden.

0177 25 07 57 0

lebenserinnerungen@aol.com

Winfried Hofmann

3/2013 durchblick 73


Unterhaltung / Impressum

Es fiel uns auf …

… dass Allergien auch spät beginnen können. Früher

dachte man, im Alter würden sich keine Allergien mehr

entwickeln. Aber das gilt heute nicht mehr. Weil viele

Menschen auch im Alter noch fit sind, funktioniert auch

ihr Immunsystem noch gut und ist deshalb auch noch zu

Überreaktionen fähig. Das ist die Grundvoraussetzung

für eine Allergie. Atemnot, Dauerschnupfen oder Hautveränderungen

sollten aufhorchen lassen.

… dass Lügen krank machen können. Lügen haben

nicht nur kurze Beine, sie schaden auch der Gesundheit.

Das ergab eine Studie der US-Universität in Indiana.

Wer häufiger lügt, leidet öfter unter seelischen und körperlichen

Beschwerden. Im Umkehrschluss ergibt sich,

dass Wahrheitsliebende deutlich seltener über Verspannungen

und Stress, Kopf- und Halsschmerzen klagen

… dass es in bestimmten Regionen der Erde die meisten

Hundertjährigen gibt. In drei Regionen der Erde weisen

durchschnittlich besonders viele Menschen eine sehr hohe

Lebenserwartung auf: auf der Mittelmeerinsel Sardinien,

auf der japanischen Insel Okinawa und im Vilcabambagebiet

in Ecuador. Auf geht's – nach Sardinien!

homa

Ge

däch

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– 57

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Zu guter Letzt:

Funktionstest

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eneim Wort snid, das ezniige was wcthiig ist, das der estre

und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiin snid. Der

Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sein, tedztorm knan man

ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist so, weil wir nicht jeedn

Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wort als gzeans enkreenn.

Ehct ksras! Das ghet wicklirh! Und dfüar ghneen

wir jrhlaeng in die Slhcue!

durchblick

Gemeinnützige Autorenzeitschrift

für Siegen und Siegen-Wittgenstein

HERAUSGEBER: durchblick-siegen Information und Medien e.V.

ANSCHRIFT DER REDAKTION:

„Haus Herbstzeitlos“, Marienborner Str. 151, 57074 Siegen

Telefon 0271 61647, Mobil: 0171-6206413

E-Mail: redaktion@durchblick-siegen.de

Internet: www.durchblick-siegen.de

ÖFFNUNGSZEITEN:

dienstags bis donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr

1. und 3. Dienstag im Monat auch von 15.00 bis 17.00 Uhr

REDAKTION:

Anne Alhäuser; Maria Anspach; Ulla DʻAmico; Ingrid Drabe (Veranstaltungen);

Helga Düringer; Friedhelm Eickhoff (viSdP); Fritz Fischer;

Eberhard Freundt; Gerda Greis; Eva-Maria Herrmann (stellv. Redaktionsleiterin);

Erich Kerkhoff; Erika Krumm; Brigitte Lanko; Horst

Mahle; Werner Müller-Späth; Helga Siebel-Achenbach; Tessie Reeh;

Ulli Weber

BILDREDAKTION:

Thomas Benauer; Friedhelm Eickhoff; Gottfried Klör (Leitung);

Tessie Reeh; Agnes Spar; Peter Spar

HÖRBUCH-REDAKTION:

Thomas Benauer (Leitung); Rolf Bierbrauer; Helmut Drabe;

Ingrid Drabe (SprecherInnen auf CD-Beilage)

INTERNET:

Thomas Benauer

An dieser Ausgabe haben ferner mitgewirkt:

Hubertus Freundt; Anja Freundt; Hartmut Reeh; Raimar Bruch;

Ernst Göckus; Heinz Bensberg; Gudrun Neuser; Günter Matthes;

Prof. Dr. Wolfgang Popp; Otto Schneider; Eva-Maria Bürger;

Wolfgang Neuser; Kornelia Weber; Horst Schäfer

GESTALTUNG, SATZ UND LAYOUT: db-Lektorat

HERSTELLUNG UND DRUCK: Vorländer, Obergraben 39, 57072 Siegen

ANZEIGENANFRAGEN: durchblick-siegen e.V. 0171-6206413

oder 0271/61647; E-Mail: anzeigen@durchblick-siegen.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste 11/2009 (www.durchblick-siegen.de)

ERSCHEINUNGSWEISE: März, Juni, September, Dezember

VERTEILUNG:

Helga Siebel-Achenbach (Ltg.); Hannelore Münch; Paul Jochum;

Dr. Horst Bach; Helga Sperling; Renate Tietze; Rotraud Ewert; Ursula

Gloger; Monika Müller; Christel Mahle; Dieter Haas; Maximilian

Lutz; Herbert Jäppche; Hans Amely; Maju Becker; Gabi Schumacher

Waltraud Gottschalk; Hubertus Freundt und alle Redakteure

AUFLAGE: 20.000. Der durchblick liegt kostenlos aus: In Sparkassen,

Apotheken, Arztpraxen und Zeitungsverlagen, in der City-Galerie,

in den Geschäften des Siegerlandzentrums und bei unseren Inserationskunden,

in öffentlichen Gebäuden und vielen sozialen Einrichtungen

der Wohlfahrtsverbände und Kirchen, in allen Rathäusern und

Senioren-Sercicestellen des Kreises Siegen-Wittgenstein. Für die

Postzustellung berechnen wir für vier Ausgaben jährlich 8,00 Euro.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die

Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte

Beiträge und Leserbriefe zu kürzen. Unverlangte Beiträge

werden nicht zurückgeschickt. Der Nachdruck ist nur mit schriftlicher

Genehmigung des Herausgebers gestattet.

GEFÖRDERT DURCH

die Stadt Siegen

und den Kreis

Siegen-Wittgenstein

74 durchblick 3/2013


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