maC Portraits 2025
Die Portraithefte der Studierenden des MA Choreographie im Jahrgang 2025, die anlässlich ihrer abschließenden Masterprojekte erscheinen, zeigen ihre persönliche Antworten auf die Frage, was Choreographie sein kann. Mit Beiträgen von: Felipe Fizkal Pooyesh Frozandeh Johanna Jörns Diana Naber Zsomber Szabo Eva Shchelkina Onur Özyurt Tim Winter
Die Portraithefte der Studierenden des MA Choreographie im Jahrgang 2025, die anlässlich ihrer abschließenden Masterprojekte erscheinen, zeigen ihre persönliche Antworten auf die Frage, was Choreographie sein kann.
Mit Beiträgen von:
Felipe Fizkal
Pooyesh Frozandeh
Johanna Jörns
Diana Naber
Zsomber Szabo
Eva Shchelkina
Onur Özyurt
Tim Winter
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PORTRAITS
2025___maC
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN
CHOREOGRAPHIEREN HEISST,
DIE ANWESENDEN ZU BEWEGEN.
TO CHOREOGRAPH MEANS
TO MOVE THOSE WHO BEAR WITNESS.
Zeitgenössische Choreographie bewegt Fragen
nach Teilhabe, nach Zusammenarbeit und gesellschaftlicher
Verantwortung.
In diesem Sinne eröffnet der Masterstudiengang
Choreographie (maC) den Studierenden einen
Raum zur Entwicklung und Vertiefung der eigenen
künstlerischen Praxis. Es ist ein Ort der Reflexion,
der konstruktiven Kritik und der Konfrontation
mit einer künstlerischen, methodischen und kulturellen
Pluralität und Diversität.
Da der Studiengang künstlerisch-praktisch
orientiert ist, nehmen choreographische Projekte
einen großen Raum ein. Dazu gehört, dass
die Studierenden ihre eigene Praxis kritisch
reflektieren, einen eigenen künstlerischen
Standpunkt entwickeln und ihren ästhetischen
Ansatz vermitteln können.
Um Ihnen einen Einblick in diesen Prozess zu
geben, erscheinen diese Portraithefte der Studierenden.
Mit ihren individuell gestaltete Eindrücken,
Gedanken, Materialien aus Proben- und
Arbeitsprozessen veröffentlichen die Studierenden
anlässlich ihrer abschließenden Masterprojekte
eine Reflexion ihrer Studienzeit. Auf der Seite,
die in jedem Heft auf das Portraitfoto folgt, finden
Sie Texte, in denen die Studierenden sich drei
Fragen widmen: Wo bist du künstlerisch gerade?
Welche Bedeutung hat(te) das maC-Studium für
deine künstlerische Entwicklung? Wo möchtest du
gerne in ein paar Jahren sein?
Wir freuen uns, Ihnen unsere Absolvent*innen
vorzustellen – mit ihren persönlichen Gedanken
dazu, was Choreographie sein kann.
Contemporary choreography brings up questions of
participation, collaboration and social responsibility.
In this sense, the Master of Choreography (maC)
provides students the space to develop and deepen
their own artistic practice. It is a place of reflection,
constructive criticism and confrontation with
an artistic, methodical and cultural pluralism
and diversity.
Within the artistic practice-led programme choreographic
projects take up a lot of space. This involves
the students critically reflecting on their own practice,
further developing their artistic point of view
and being able to convey their aesthetic approach.
These portrait booklets of the students are published
to give you an insight into this process. Using
their unique impressions, thoughts, materials
from rehearsal and research, the students publish
a reflection on their time at university on the occasion
of their final Master‘s projects. On the page
that follows the portrait photo in each booklet,
you will find texts in which the students address
three questions: Where are you artistically right
now? What significance does the maC course have
for your artistic development? Where would
you like to be in a few years?
We are pleased to introduce
our graduates to you –
with their personal
thoughts on what
choreography
can be.
DIANA NABER lotet das Spannungsfeld
zwischen Intimität, Verletzlichkeit
und politischem Widerstand aus.
POOYESH FROZANDEH glaubt an die
radikale Freiheit der Kunst.
FELIPE FIZKAL möchte über Choreographie
Menschen untereinander
und mit ihrem Umfeld verbinden.
TIM WINTER interessiert sich
für An- und Abwesenheiten
individueller und kollektiver
Körper.
JOHANNA JÖRNS sucht nach einer
Bewegungssprache zwischen Verletzlichkeit,
Kraft und feinem Humor.
VERA SHCHELKINA interessiert
sich für das Rebellionspotential
des Körpers.
ONUR ÖZYURT analysiert kleinste
Details im Aufeinandertreffen
von Objekten und Körpern.
ZSOMBOR SZABÓ möchte innere
Konflikte und emotionale
Zustände physisch erfahrbar
werden lassen.
FELIPE FIZKAL
© Maximillian Grosser
DE Heute strebe ich danach, meine Berufung
in eine nachhaltige Praxis zu definieren, die
Bewegung, Tanz, Dekolonisierung, Stimme, das
geschriebene Wort und die Begegnung mit
anderen umfasst. Ich bin daran interessiert, die
Diskussion über Choreografie als eine Möglichkeit,
die Welt zu verstehen und mit ihr in Dialog zu
treten, weiter zu bereichern.
Während meines Studiums habe ich meine Art zu
betrachten, inszenieren, rauszufinden und zu
choreografieren erweitert. Ich habe mich selbst
herausgefordert, ehrlichere Worte zu finden,
um meine Praxis zu beschreiben und das Schreiben
von Texten als choreografische Komposi -
tion betrachten. Ich habe mit Künstlern aus anderen
Disziplinen zusammengearbeitet. Indem ich
das Globales Süden in meine Adern und Praktiken
einbeziehe, bringe ich es in einen Dialog mit
dem Kontext des Studiums. Dies hat mir die
Möglichkeit gegeben, zur lokalen Multikulturalität
beizutragen. Heute projiziere ich meine künstlerische
Entwicklung, indem ich meine choreografische
Arbeit in institutionellen Räumen, aber
auch in der freien Szene und in ortsspezifischen
Formaten inszeniere. Ich verstehe mich als
akademischer Forscher und Ausbilder von Fachleuten
in Institutionen und gleichzeitig als
politischer Aktivist in migrantischen und professionellen
Räumen auf lokaler und internationaler
Ebene.
Kollaboration und Gegenseitigkeit sind für mich
ein mittel- und langfristiges Prinzip. Ich suche
nach Wegen, um nachhaltige künstlerische
Kooperationen zu entwickeln. In diesem Studium
habe ich meine Stärke, meine Persönlichkeit,
meine Lust und mein Feuer bestätigt, ebenso wie
meine Fähigkeit zu handeln, zu schaffen, zu
erfinden und mich gehen zu lassen.
EN Today I strive to define my vocation into a
sustainable practice that encompasses movement,
dance, decolonisation, voice, the written word and
encounters with others. I am interested in further
enriching the discussion of choreography as a way
to understand and dialogue with the world.
During my studies I have expanded my way of
looking at, staging, discovering and choreographing.
I have challenged myself to find more honest
words to describe my practice and to consider
writing texts as choreographic composition. I have
collaborated with artists from other disciplines.
By incorporating the Global South into my veins
and practices, I bring it into dialogue with the
context of study and independent scene of Berlin.
This has given me the opportunity to contribute
to local multiculturalism. Today, I project my artistic
development by staging my choreographic
work in institutional spaces, but also in the independent
scene and in site-specific formats. I see
myself as an academic researcher and educator of
professionals in institutions and at the same time
as a political activist in migrant and professional
spaces on a local and international level.
Collaboration and reciprocity are a medium and
long-term principle for me. I am looking for ways
to develop sustainable artistic collaborations.
In these studies I have confirmed my strength, my
personality, my desire and my fire, as well as
my ability to act, create, invent and let myself go.
„Ich werde immer aus dem Machen heraus auf meinen
Kontext antworten.“
Landschaft
Photos_ Aaron M_ Dance Remaining_Hanna Merl
Fuerte la piel, inquebrantable el deseo, mi fuerza será mi voluntad y mi voluntad
el deseo.
Ninguna decisión será tomada desde el miedo y ante cualquier problema o dificultad estaré
allí para mí, para resolverlo en dialogo conmigo y con mi entorno más próximo.
Mi lucha es de clases, inmigración y género, , con la conciencia de los privilegios que
poseo por el sexo con el que nací, el lugar y los que he conquistado durante mi vida y
resistencia.
Mi visión pertenece al sur global, , a la clase media y trabajadora de Chile. Lo que hace a mi
trabajo siempre político, independientemente en el contexto o el entorno donde se presente
no sea percibido de esa forma.
En mi trabajo se priorizan a les profesionales que tienen una manera saludable, respetuosa y
responsable de comunicarse y relacionarse, donde la energía esta enfocada en mantenernos
productivos. Los problemas se pueden resolver de forma individual y colectiva.
En mi práctica/trabajo resueno al entorno y mis necesidades desde el hacer.
Liberar las dramaturgias como un paisaje natural donde sus elementos coexisten y se
desarrollan individualmente para relacionarse y cooperar.
Mi trabajo busca descubrir/crear la danza, lo que sea que ella signifique para mi en ese
momento, época
Mi trabajo coreográfico es diverso y se transforma, , todo formato es válido y todo escenario
también lo es.
Probar, imaginar, , repetir, soltar, retomar, , repetir, practicar, practicar, repetir, dejar,
retomar, repetir, ganar, perder, retomar, repetir, practicar, imaginar, soltar, tomar, alcanzar,
traer, empujar, dejar, soltar, repetir, practicar, practicar, , practicar, repetir, insistir, resistir,
repetir, imaginar, conversar, recuperar, parar, seguir, repetir.
QUEER - CUIR
MANIFESTO
Stark die Haut, unzerbrechlich der Wunsch, meine Stärke wird mein Wille
sein und mein Wille wird mein Wunsch sein.
Keine Entscheidung wird aus Angst getroffen, und angesichts jedes Problems
oder jeder Schwierigkeit werde ich für mich da sein, um es im Dialog mit mir
selbst und meiner nächsten Umgebung zu lösen.
Mein Kampf ist ein Kampf der Klasse, der Immigration und des Geschlechts, im
Bewusstsein der Privilegien, die ich aufgrund meines Geschlechts, des Ortes
und derer, die ich im Laufe meines Lebens und meines Widerstands erobert
habe, besitze.
Meine Vision gehört zum globalen Süden, , zur Mittel- und Arbeiterklasse Chiles.
Das macht meine Arbeit immer politisch, unabhängig vom Kontext oder der
Umgebung, in der sie präsentiert wird, auch wenn sie nicht so wahrgenommen
wird.
In meiner Arbeit stehen Profis im Vordergrund, die eine gesunde, respektvolle
und verantwortungsvolle Art der Kommunikation und Beziehung pflegen, bei
der die Energie darauf gerichtet ist, uns produktiv zu halten. Probleme können
individuell und kollektiv gelöst werden.
In meiner Praxis/Arbeit gehe ich durch mein Tun in Resonanz mit der Umwelt
und meinen Bedürfnissen.
Ich befreie Dramaturgien von Erzählungen, die das Assoziationsvermögen des
Publikums beherrschen, und ich sehe sie als eine natürliche Landschaft, in der
die Elemente koexistieren und sich individuell entwickeln, , um in Beziehung zu
treten und zu kooperieren.
Meine Arbeit besteht darin, den Tanz als Kunstform weiterzuentwickeln, indem
ich das, was Tanz für mich bedeutet, durch meinen Dialog mit der Umwelt
transformieren lasse.
Meine choreografische Arbeit ist vielfältig und wandelbar, jedes Format ist
möglich und jedes Stadium ist wertvoll.
Versuchen, sich vorstellen,
wiederholen, , loslassen, wieder aufnehmen,
wiederholen, üben, üben, wiederholen, verlassen, wieder aufnehmen,
wiederholen, gewinnen, verlieren, wieder aufnehmen, wiederholen, üben, sich
vorstellen, loslassen, nehmen, erreichen, bringen, schieben, verlassen,
loslassen, wiederholen, üben, üben, üben, wiederholen, beharren, widerstehen,
wiederholen, sich vorstellen, reden, sich erholen, aufhören, weitergehen,
,,
wiederholen.
BIN LANDSCHAFT
Tanz & Kreation: Liam Wustrack
Musik: Cristobal Ruffo
Dramaturgie: Franca Burandt
Kostümdesigner: Lego Sky
Technische Leitung: Andreas
Harder
Mentor*innen: Wanda Golonka
Ingo Reulecke
Photos _ Maurice Cannon
PRÄSENZ
SUR
“To make presence is an act of high value in the
cultural development of our globalized society, to
bring my body belonging to the low and working
social class, from a family led by a single mother
in the south of the world, is an echo of resistance,
is a call to dialogue, is the tenderness of the south
reminding us that spaces can be shared and not
conquered.”
Tanz und Kreation: Amara T. Saavedra Liam Wustrack Po-nien Wang Victor González Pablo von
Sternenfels Musik: Cristobal Ruffo Szenographie: Pitt Kunath Dramaturgie: Stefanie Alf
Mentor*innen: Lina Gómez, Matteo Marziano Graziano
The sound of the stormy rain hitting the zinc of the roof of your house, while the humidity
dialogues with the heat of the fire. The fire that quietly and slowly burns the larch wood illuminates
and warms the place where we are. The smell of the wet earth in the morning, the cold, the sound
of the television reminding us what to fear. The loving greeting of mothers, their voices in bedtime
songs, which are cumbias singing to broken hearts.
Felipe Fizkal (Puerto Montt, Chile 1990). Sohn
einer prekären und ländlichen Mittelschicht
im Süden Südamerikas. Die CUIR-Perspektive,
das Klassenbewusstsein und soziale Gerechtigkeit
aus einer intersektionalen Sichtweise
bilden das politische Fundament seiner künst -
lerischen Entwicklung. Seine choreografische
Praxis begann im Jahr 2010 mit zahlreichen
interdisziplinären Eigenproduktionen, in denen
biopolitische-Themen behandeltet. Heute
liegt sein Fokus auf Dekolonisierung und dem
Globalen Süden.
versteht die Zeitgenossisches Choreographie
als ein nachhaltiges Medium das uns zur
Gegenseitigkeit mit unserem sozialen und natürlichen
Umfeld einlädt.
Abschluss in Kunst und Tanz an der Universitát
von Chile. Seit 2018 wohnt in Berlin, wo als
Tänzer, produzent, Dozent, Forscher und Choreograpf
weiterentwikelt hat – in Zusammenarbeit
mit zahlreichen Künstler*innen der lokales
Szene und durch langfristige Kooperationen.
Mitbegründer von Tanzdenwiderstand und
bottom-up productions.
Für sein Masterstudium wurde Stipendium von
FONDART-Chile und STIBET gefördert.
EN Felipe Fizkal (Puerto Montt, Chile 1990).
Son of a precarious and rural middle class in the
south of South America. The CUIR perspective,
class consciousness and social justice from an
intersectional perspective form the political
foundation of his artistic development. His choreographic
practice began in 2010 with numerous
interdisciplinary productions in which he dealt
with topics such as HIV, gender-based violence,
extractivism, human rights violations and sexual
abuse. Today, his focus is on decolonization and
the Global South.
understands contemporary choreography as
a sustainable medium that is in dialog with the
independent and institutional scene as well as
with the audience, inviting us to reciprocity with
our social and natural environment.
Graduated in Art and Dance at the University of
Chile, he has lived in Berlin since 2018, where he
has developed as a dancer, producer, teacher,
researcher and choreographer, collaborating with
numerous artists from the local scene and
through long-term collaborations. Co-founder of
Tanzdenwiderstand and bottom-up Productions.
For his master’s degree he received a scholarship
from FONDART becas Chile Crea and STIBET.
www.felipefizkal.com
instagram/Felipefizkal
Instagram/bottom_up_production
Portraitvideo
2025___SUR_Echos aus dem Südem
2025___Präsenz_ ein Echo aus dem Südem
den Welt
2024___BIN LANDSCHAFT
2018___The hunger Warrior´s
2016___AIRUYAI
2013___For the Bitches to bark
2025___maC
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN
Das HZT Berlin wird getragen von der Universität der Künste Berlin und der Hochschule
für Schauspielkunst Ernst Busch in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
POOYESH FROZANDEH
© Yero Adugna Eticha
DE Ich versuche, unterschiedliche Elemente
aus verschiedenen Disziplinen zu nehmen und
miteinander zu verbinden, um ihre bisherigen Definitionen
und Wahrnehmungen neu zu hinterfragen.
Ich sehe die Welt als eine Art Collage voller
Widersprüche – und genau diese Collage, wie
ich sie wahrnehme, möchte ich durch meine künstlerische
Praxis sichtbar machen.
Das maC-Studium hat mir dabei geholfen, meine
künstlerischen Ansätze besser zu verstehen, zu
reflektieren und klarer zu formulieren.
Mein Ziel ist es, in ein paar Jahren Werke zu schaffen,
die sowohl formal als auch inhaltlich neue
Perspektiven eröffnen und gängige Kategorisierungen
in Frage stellen.
EN I try to take different elements from various
disciplines and connect them in order to question
their previous definitions and perceptions. I see the
world as a kind of collage full of contradictions –
and it is precisely this collage, as I perceive it, that
I want to make visible through my artistic practice.
The maC program has helped me to better
understand, reflect on, and articulate my artistic
approaches.
My goal is to create works in the coming years
that open up new perspectives both formally and
conceptually, and that challenge conventional
categories.
Skizze No. 1
Eine kurze Skizze, in der ich versuchte, die Thematik der Anpassung
durch Bewegung und Choreografie zu verkörpern. Das
zentrale Element der Choreografie war in dieser Skizze der statische
Körper. Statische Körper im leeren Raum, bei gleichzeitiger
Reduktion der Aufmerksamkeit auf ihre bloße physische Präsenz
– schlicht, aber kraftvoll. Die Statik konzentrierte sich auf zwei einfache
körperliche Zustände: Stehen und Gehen im Raum. Zwei
Körper, die eine gewisse Stabilität und das aufrechte Dasein im
Raum verkörpern – Sinnbilder für Macht und Sicherheit des Seins.
Doch allmählich beginnt einer der beiden Körper zu scheitern. Die
klare, aufrechte und stabile Präsenz wird zunehmend brüchig, sie
erscheint mühsam und erschöpft.
Das Scheitern an der Anpassung zeigt sich darin, dass –
während der eine Körper unbeirrt die aufrechte Haltung und klare
Linien im Raum aufrechterhält – der andere allmählich zusammenbricht.
So findet schließlich das Fallen statt – als Ausdruck des Unvermögens,
sich weiterhin der statischen Anforderung anzupassen.
4
© Pooyesh Frozandeh
5
Skizze No. Skizze 2
No. 22
Kooperation mit DanceWorks
Kooperation mit mit DanceWorks
© Pooyesh Frozandeh
Ausgehend Ausgehend vom Text vom „Herakles Text „Herakles 2 oder 2 die oder Hydra“ die Hydra“ von Heiner von Heiner Müller
Müller
Ausgehend vom Text „Herakles 2 oder die Hydra“ von Heiner Müller
habe ich habe in dieser ich in Skizze dieser Skizze die Verflechtung die Verflechtung von Natur von und Natur und
habe ich in dieser Skizze die Verflechtung von Natur und
menschlichem menschlichem Körper Körper als zentralen als zentralen Ansatz Ansatz meiner meiner Arbeit Arbeit gewählt.
gewählt.
menschlichem Körper als zentralen Ansatz meiner Arbeit gewählt.
Wo beginnt Wo beginnt der Körper der Körper der Natur der – Natur und wo – und beginnt wo beginnt der Körper der Körper des
des
Wo beginnt der Körper der Natur – und wo beginnt der Körper Menschen?
des Menschen?
Menschen?
Das Spüren Das Spüren des Lebens des Lebens – sei es – in sei kleinen es kleinen oder großen oder großen
Das Spüren des Lebens – sei es in kleinen oder großen
Bewegungen, Bewegungen, die im menschlichen die im menschlichen Körper Körper wahrnehmbar wahrnehmbar sind – sind –
Bewegungen, die im menschlichen Körper wahrnehmbar sind wird –
als wird Zeichen als Zeichen des Lebendigseins des Lebendigseins verstanden. verstanden. Dieses Dieses Gefühl Gefühl des
des
wird als Zeichen des Lebendigseins verstanden. Dieses Gefühl Le-bendigseins, des Le-bendigseins, das der das Mensch der Mensch in sich in selbst sich spürt, selbst findet spürt, seine findet seine
Le-bendigseins, das der Mensch in sich selbst spürt, findet seine
Entsprechung Entsprechung in der Natur. in der Natur.
Entsprechung in der Natur.
Wie im Wie Text im von Text Heiner von Heiner Müller habe Müller ich habe über ich zwei über unterschiedliche
zwei unterschiedliche
Wie im Text von Heiner Müller habe ich über zwei unterschiedliche
Metaphern Metaphern nachgedacht, nachgedacht, die den die menschlichen den menschlichen Körper Körper und den und den
Metaphern nachgedacht, die den menschlichen Körper und den
Körper Körper der Natur der betreffen: Natur betreffen: der menschliche der menschliche Körper Körper und der und der
Körper der Natur betreffen: der menschliche Körper und der
Naturkörper Naturkörper werden werden als zwei als eigenständige zwei eigenständige Körper Körper verstanden, verstanden, die die
Naturkörper werden als zwei eigenständige Körper verstanden, jedoch die jedoch zusammen zusammen einen einzigen, einen einzigen, untrennbaren untrennbaren Körper Körper bilden – bilden die – die
jedoch zusammen einen einzigen, untrennbaren Körper bilden „Natur“. – die „Natur“. In diesem In diesem Verständnis Verständnis existiert existiert keine Grenze keine Grenze zwischen zwischen
„Natur“. In diesem Verständnis existiert keine Grenze zwischen
beiden; beiden; sie funktionieren sie funktionieren gemeinsam gemeinsam und ineinander und ineinander verwoben, verwoben,
beiden; sie funktionieren gemeinsam und ineinander verwoben,
sodass sodass man gar man nicht gar mehr nicht über mehr eine über Relation eine Relation zwischen zwischen ihnen ihnen
sodass man gar nicht mehr über eine Relation zwischen ihnen
nachdenken nachdenken muss. In muss. einer In anderen einer anderen Perspektive Perspektive hingegen hingegen sind der sind der
nachdenken muss. In einer anderen Perspektive hingegen sind menschliche der menschliche Körper Körper und der und Naturkörper der Naturkörper voneinander voneinander abgrenzbar. abgrenzbar.
menschliche Körper und der Naturkörper voneinander abgrenzbar.
Sie können Sie können getrennt getrennt voneinander voneinander betrachtet betrachtet werden werden – als zwei – als zwei
Sie können getrennt voneinander betrachtet werden – als zwei
eigenständige eigenständige Einheiten. Einheiten. Dadurch Dadurch entsteht entsteht automatisch automatisch die Frage die Frage
eigenständige Einheiten. Dadurch entsteht automatisch die nach Frage
dem nach Verhältnis dem Verhältnis der beiden der beiden Körper Körper zueinander. zueinander.
nach dem Verhältnis der beiden Körper zueinander.
Die Choreografie Die Choreografie dieser dieser Skizze Skizze basiert basiert auf beiden auf beiden
Die Choreografie dieser Skizze basiert auf beiden
Gedankenmodellen.
Gedankenmodellen.
6
6
7
7
7
© Pooyesh Frozandeh
M6
Kooperation mit Klangzeitort
Die Zeit dehnt sich aus und der Körper weilt fast taub in
diesem Zwischenraum. Ihm wurde gesagt, dass er warten muss.
Er wartet, weil etwas von ihm erwartet wird. Und zwar: geduldig
zu sein. Er ist sowohl der Körper inmitten des Raumes als auch der
Zeuge seiner mühsamen Anwesenheit. Es wurde noch nicht entschieden,
wofür dieser Körper überhaupt steht und wie der Raum
durch ihn dekoriert werden soll. Er weiß nicht, wie lange er noch in
diesem wartenden Zustand bleiben muss.
Diese Arbeit setzt sich mittels Text, Klang und Bewegung
mit dem Phänomen des wartenden Körpers in der modernen Gesellschaft
auseinander.
8
9
Skizze No. 3
Kooperation mit Tanzfabrik
In dieser Skizze habe ich versucht, mit vier Tänzerinnen
herauszufinden, wie es möglich ist, ein bewegtes Relief zu erschaffen.
Gleichzeitig wollte ich beobachten, wie sich dieses Relief
wieder auflösen lässt, sodass die individuelle Bewegung jedes
einzelnen Körpers sichtbar wird. Der Ansatz bestand darin, immer
wieder unterschiedliche bewegte Reliefs im Raum zu gestalten und
diese anschließend aufzulösen, um so die persönlichen Tänze der
jeweiligen Tänzerinnen erlebbar zu machen. Zum ersten Mal habe
ich versucht, diese Choreografie synchron zur Musik zu entwickeln
– konkret zum „Tanz der sieben Schleier“ aus der Oper Salome von
Richard Strauss.
10
© Pooyesh Frozandeh11
Pooyesh Frozandeh (1992 Teheran, Iran) ist
ein interdisziplinärer Künstler. Er studierte
Theaterregie an der Soore University in Teheran
und absolvierte anschließend einen Bachelor
in Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte
an der Ruhr-Universität Bochum. Mit seinem
Stück „Stone Rite“ gewann er 2017 den polnischen
Grand Prix des It-Self Festivals in Warschau
und den Jan-Bocza-Szabowski-Kritikerpreis.
Er versteht die Welt als eine Art Collage: ein
komplexes Gefüge aus Widersprüchen, Fragmenten
und überlappenden Wirklichkeiten. Er
glaubt an die radikale Freiheit der Kunst – eine
Freiheit, die es ihm erlaubt, sich keiner bestimmten
Disziplin, Technik oder künstlerischen Welt
exklusiv zu verschreiben. Die „Collage“ ist für
ihn nicht nur ein ästhetisches Prinzip, sondern
ein grundlegender metho discher Ansatz: In
seinen Arbeiten bringt er unterschiedlichste
Disziplinen, Techniken und Denkweisen zusammen
– stets mit dem Ziel, neue Perspektiven
zu eröffnen und konventionelle Grenzen zu
überschreiten.
instagram.com/pooyesh.in
Portraitvideo
EN Pooyesh Frozandeh (born 1992 in Tehran,
Iran) is an interdisciplinary artist. He studied
theatre directing at Soore University in Tehran
and went on to complete a Bachelor’s degree
in Theatre Studies and Art History at Ruhr University
Bochum. With his play Stone Rite, he
won the Polish Grand Prix at the It-Self Festival
in Warsaw in 2017, as well as the Jan-Bocza-
Szabowski Critics’ Award.
He views the world as a kind of collage: a complex
structure of contradictions, fragments, and
overlapping realities. He believes in the radical
freedom of art – a freedom that allows him not
to commit exclusively to any one discipline,
technique, or artistic world. For him, the “collage”
is not only an aesthetic principle but a fundamental
methodological approach: in his work,
he brings together a wide range of disciplines,
techniques, and ways of thinking – always
with the aim of opening up new perspectives
and transcending conventional boundaries.
2025___SAVING FLOWERS Premiere: 10.05.25,
HfS Bühne Unten, Berlin
2023___I sit in the backyard waiting for my
laundry to dry Premiere: 10.11.23, HfM,
Berlin
2022___Circling Premiere: 07.03.22, Molavi
Hall, Teheran
2019___Redundanz Premiere: 05.10.19
Tanzhaus NRW, Düsseldorf
2016___Stone Rite Premiere: 17.07.16
Arghanoon Theater, Teheran
2025___maC
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN
Das HZT Berlin wird getragen von der Universität der Künste Berlin und der Hochschule
für Schauspielkunst Ernst Busch in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
JOHANNA JÖRNS
© Johannes Schuchardt
DE Ich suche nach Wegen, wie Choreographie
und Tanz zu Werkzeugen kultureller Bildung,
sozialer Bewegung und im Umgang mit globalen
Herausforderungen werden können.
Ich erzähle in meiner Arbeit von emotionalen,
affektiven und physischen Zuständen, die uns als
Menschen ausmachen, und verknüpfe diese mit
gesellschaftlich-politischen Themenfeldern. Es
ist mir ein zentrales Anliegen, zeitgenössischen
Tanz auch für Menschen zugänglich zu machen,
die wenig Berührungspunkte mit Kunst und
Theater haben.
Derzeit fasziniert mich die Dringlichkeit, die ent -
steht, wenn Menschen nicht lockerlassen und
immer wieder aufs Neue versuchen weiterzumachen.
Hierzu fokussiere ich mich momentan auf die
Themen Trotzen, Beharrlichkeit und Überwinden.
Vor dem maC habe ich viel in kollektiven Strukturen,
selbstverwalteten und punkig-experimentellen
Räumen gearbeitet. Gemeinschaftliches
Schaffen, das Infragestellen von Hierarchien und
das Entwickeln von Strategien der Zusammenar -
beit durch die gemeinsame Praxis – häufig abseits
institutioneller Kontexte – haben meine künstlerische
Haltung stark geprägt.
Das Studium war meine erste akademische
Er fahrung. Sie hat mich auf mich selbst zurückgeworfen
und mir ermöglicht, meinen künstlerischen
Standpunkt zu schärfen und Zusammenhänge
zu erkennen: zwischen meiner Biografie
und meinem Schaffen, zwischen sozialen Gefügen
und künstlerischen Themen, zwischen dem
Wunsch, mich in verschiedenen Kontexten artiku -
lieren zu können, und dabei trotzdem authen -
tisch zu bleiben.
Zukünftig möchte ich mich wieder vermehrt –
allerdings mit neuem Standing – dem Entwickeln
und Kultivieren unabhängiger Strukturen und Netzwerke
widmen und transdisziplinäre Projekte mit
Schaffenden anderer Sparten entwickeln, die über
das hinausgehen, was ich alleine denken kann.
EN I am exploring how choreography and
dance can serve as tools for cultural education,
social engagement, and for addressing global
challenges.
My work investigates emotional, affective, and
physical states that shape our human experience,
and I intertwine them with socio-political ques -
tions. A core concern of mine is to make contemporary
dance accessible to people who may have
little or no connection to art and theater.
What currently fascinates me is the urgency that
emerges when people refuse to give up, when
they insist on trying again and again to move forward.
This has led me to focus on the themes
of defiance, persistence, and resilience.
Before joining the MaC, I worked mainly within
collective, self-organized, and experimental
spaces. Practices of shared creation, questioning
hierarchies, and developing strategies of collaboration—often
outside of institutional contexts—
have deeply shaped my artistic ethos.
The program has been my first academic experi -
ence. It has challenged me to confront myself and,
in doing so, has sharpened my artistic position.
It has also enabled me to draw new connections:
between my biography and artistic practice, be -
tween social dynamics and artistic concerns, and
between the wish to articulate myself in differ -
ent contexts and the need to remain authentic
throughout.
Looking ahead, I aim to dedicate myself more
strongly—now with a clearer artistic standing—to
the development and cultivation of independent
structures and networks. I seek to create transdisciplinary
projects with makers from other fields,
in order to generate ideas and practices that
extend beyond what I could imagine on my own.
W h a t d o e s i t n e e d s t o g e t c l o s e ?
W h a t d o y o u t h i n k ?
w h a t m a d e y o u t h i n k
t h e w a y y o u t h i n k ?
L e t s d o i t t o g e t h e r,
l e t s b e t o g e t h e r
l e t s f a c e i t t o g e t h e r.
L e t ' s b e r a w.
image by Marina Sekacheva
"
" A
p e r s o n
[ i s ] s e e n ,
s e e n a t a c e r t a i n
d i s t a n c e ,
u s u a l l y i n a l a n d s c a p e ,
T h e p l a c e i s t h e r e , t h e
p e r s o n i s t h e r e .
I d i d n ' t i n v e n t h i m , I d i d n ' t m a k e h e r
u p :
H e r o r s h e [ o r t h e y ] i s t h e r e .
A n d m y
b u s i n e s s i s t o
g e t t h e r e t o o . "
U r s u l a K . L e G u i n
Image left side by Marina Sekacheva
Images right side by Johannes Schuchardt
" A U S D E M A U G E , I N D E N S I N N"
Dance | Creation: Christina Wüstenhagen, Emma Lusena Ash
Sounddesign | Composition: Wiebke Köplin
Technical Director: Andreas Harder
Performed at Potsdamer Tanztage
In Collaboration with Rechenzentrum Potsdam
Against what – and above all, for what – do we defy, do you defy, do I defy ?
Steadfast. There is no way forward, no way back. Or maybe there is? Let' push
it.
It is a struggle, a breakthrough, a necessity, a game.
Defiance is more than an act of disobedience. It is a expression of individuality
in a world of conformity, a choice for selfdetermination and the autonomy of the
individual.
In every decision, there is also a farewell – something is experienced,
something else is not.
The Defiant are the architects of their r e a l i t y.
Images center left side
Johannes Schuchardt
"EVEN STRONG WINDS CAN'T DESTROY MY HAIR"
Dance | Creation: Melodi Yüce, Sophie Prins, Valentina Menz Nash
Sounddesign | Composition: Wiebke Köplin
Lightdesign: Andreas Harder
Outside Eye: Christina Wüstenhagen
Roboter Construction: Fakie
Text: Fabienne Brozio
Mentor: Kysy Fischer
Technical Director: Robert Dahlke
Despite exhaustion. Despite doubts. Despite everything.
What makes us start again and again?
Hope? Stubbornness? Or just habit?
There is effort
There is struggle
There is laughter
Between physical strain and fragile comedy,
between repetition and changing strategies,
between exhaustion and determination.
They chose to stick with it.
images by Johannes Schuchardt
JOHANNA JÖRNS (1991, Berlin) ist freischaffende
Choreographin, Tänzerin und Tanzvermittlerin.
Als Vorstandsmitglied von SuBkultur e.V. initiiert
sie transdisziplinäre Projekte mit Künstler:innen
aus Musik, Bildender Kunst und Handwerk. Ihre
Praxis ist geprägt von kollektiven, selbstverwalteten
Strukturen. Sie inszenierte u.a. an der
Tisch lerei der Deutschen Oper. Ihr kollaboratives
Stück through walls mit Camilla Przystawski
und der Tanztangente wurde zum Tanztreffen
der Jugend der Berliner Festspiele eingeladen.
Ihr Arbeit verbindet konzeptuelle Präzision mit
physischer Ausdruckskraft und bewegen sich
zwischen Tanz, Performance und sozialer
Intervention – oft ortsspezifisch, auch außerhalb
klassischer Kunstkontexte (z. B. in Justizvollzugsanstalten).
Tanz versteht sie als Möglichkeit
zur Begegnung. Ihre Bewegungssprache changiert
zwischen Verletzlichkeit und Kraft, Trotzen
und feinem Humor.
EN (1991, Berlin) is a freelance choreographer,
dancer, and dance educator.
As a board member of SuBkultur e.V., she ini -
ti ates transdisciplinary projects with artists from
music, visual arts, and craft. Her practice is
rooted in collective and self-organized structures.
She has staged works at venues such as the
Tischlerei of the Deutsche Oper Berlin. Her collaborative
piece through walls with Camilla
Przystawski and Tanztangente was selected for
the Tanztreffen der Jugend of the Berliner
Festspiele.
Her work combines conceptual precision with
physical intensity, moving between dance,
performance, and social intervention—often
site-specific and extending beyond conventional
art spaces (e.g. in prisions). She approaches
dance as a space of encounter. Her movement
language oscillates between vulnerability and
strength, defiance and subtle humor.
2025___Even Strong Winds Can‘t Destroy
My Hair
2024___Aus dem Auge, in den Sinn im Rahmen
der Potsdamer Tanztage in Kooperation mit
dem Rechenzentrum Potsdam
instagram.com/johanna.joerns
PORTRAITVIDEO
2025___maC
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN
Das HZT Berlin wird getragen von der Universität der Künste Berlin und der Hochschule
für Schauspielkunst Ernst Busch in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
DIANA NABER
© Sarah Berger
DE Momentan widme ich mich dem choreogra -
fischen Dialog zwischen Körper und Material –
begleitet von Fragen nach Körpergrenzen und
Porosität, Tranformation und Erschöpfung. Besonders
interessiert mich dabei, wie Choreografie
als ein Ort relationaler, körperlich-affektiver Begegnung
erfahrbar werden kann – zum Beispiel
durch partizipative und immersive Formate, die die
Zuschauer*innen aktiv einbinden.
Das Studium hat mir die Möglichkeit geboten,
mich ganz meiner choreografisch-künstlerischen
Auseinandersetzung zu widmen. Ich habe gelernt,
mir zu vertrauen: meiner ästhetischen Sprache
und meiner Erfahrung.
In ein paar Jahren sehe ich mich weiterhin an der
Schnittstelle von Kunst, Vermittlung und Aktivismus.
Ich möchte aus verschiedenen Perspektiven mit
Tanz arbeiten: choreografierend, unterrichtend
und als Performerin in Projekten anderer Choreograf*innen.
Ob in Performances, im Unterricht
oder in kollaborativen Prozessen – mein Ziel ist es,
Räume mitzugestalten, in denen Tanz als verbindendes,
und fragendes - kritisches Element wirkt.
Ich möchte mit Menschen arbeiten, die unterschiedliche
– teils ähnliche, teils gegensätzliche
– Erfahrungen mitbringen und gemeinsam tänzerische
Ausdrucksformen für Konflikte, Differenzen
und geteilte Momente der Ermächtigung
entwickeln.
EN At the moment, I am dedicating myself to
the choreographic dialogue between body and
material – accompanied by questions of bodily
boundaries, porosity, transformation and exhaustion.
I am particularly interested in how choreo -
graphy can be experienced as a site of relational,
affective, and embodied encounter – including
through participatory and immersive formats that
actively engage the audience.
The program has given me the opportunity to fully
dedicate myself to my choreographic and artistic
practice. I have learned to trust in my own aesthe -
tic language – and in my personal experience.
In a few years, I see myself continuing to work at
the intersection of art, education, and activism.
I want to engage with dance from multiple perspectives:
as a choreographer, teacher, and performer
in the projects of other choreographers. Whether
in performances, in teaching settings, or in
collaborative processes – my aim is to create
spaces in which dance acts as a connecting and
questioning element. I aim to work with people
who bring diverse – sometimes similar, sometimes
contrasting – experiences, and together
develop embodied expressions for conflict, difference,
and shared moments of empowerment and
agency.
unfolding research
What do I use my body for?
When does it become permeable?
fragility
porosity
speculative inquiry
Where does a bodily boundary begin and end?
GRABEN
GRABEN
The pavilion in Potsdam became a greenhouse. The pavilion in Potsdam became a greenhouse.
It all began with the idea of unearthing hidden It all began stories with together the idea with of the unearthing hidden stories together with the
dancers. But first, the soil had to be carried, dancers. dragged, But first, thrown, the soil cut open, had to be carried, dragged, thrown, cut open,
and pierced with holes. The way we experience and pierced ourselves with holes. and our The way we experience ourselves and our
surroundings became a central part of this surroundings greenhouse. became In the a end, central part of this greenhouse. In the end,
questions of mutual care emerged, and questions we discovered of mutual ways care of relating emerged, and we discovered ways of relating
to one another.
to one another.
What traces will we leave behind? What traces will we leave behind?
Konzept & Choreografie: Diana Naber
Konzept & Choreografie: Diana Naber
Tänzerinnen/Performerinnen: Chelsea Reichert, Kata Tänzerinnen/Performerinnen: Kovács
Chelsea Reichert, Kata Kovács
Sound: Kata Kovács
Sound: Kata Kovács
Szenografie: Xuetong Cecilia Feng
Szenografie: Xuetong Cecilia Feng
Dramaturgie: Alisa Tretau
Dramaturgie: Alisa Tretau
Potsdamer Tanztage 2024, in Kooperation mit Fabrik Potsdamer & Tanztage Hzt/Hfs Berlin 2024, in Kooperation mit Fabrik Potsdam & Hzt/Hfs Berlin
pic: Xuetong Cecilia Feng
How can scores provide a framework for improvisation?
What agreements do we need to step into the unknown?
How do we move into what has yet to be seen?
Opening, holding and creating spaces.
How do we think space?
How can I inhabit the space differently?
exploratory practice
MANNA
Concept & choreography: Diana Naber
Dance/performance: Chelsea Reichert, Naama Ityel
Sound: Mariana Carvalho
Costume and set design: Cecilia Xuetong Feng
Light: Andreas Harder
Dramaturgical advice: Alisa Tretau
Mentors: Maya Weinberg & Siegmar Zacharias
pics by: Xuetong Cecilia Feng
MANNA moves between glacial melt and birth
chamber, between laboratory and ritual. At its
core are materials whose mutability from
solid to liquid, from transparent to porous
serves as a starting point for choreographic
research into transformation, bodily
boundaries, dependency, and empathy.
Between tender care and threatening
closeness, the performers negotiate their
relationship to the materials and to one
another. Their bodies merge temporarily, only
to separate again. They become mother
animals, reptiles, aliens.
Diana Naber (geb. Thielen) arbeitet an der
Schnittstelle von Tanz-(vermittlung), Choreografie,
Performance und Körperpolitik. Ihre
Praxis ist forschend, kollaborativ und transdisziplinär
– geprägt von einer queer-feministischen
Haltung, der Lust am Improvisieren und
einem tiefen Vertrauen in körperbasiertes
Wissen. Choreografie wird dabei als sozialer
Raum verstanden, in dem affektive Erfahrungen
sichtbar und spürbar werden. In immersiven
Settings wird das Spannungsfeld zwischen Intimität,
Verletzlichkeit und politischem Widerstand
ausgelotet. Die Frage: „Wie und wann
erhält ein Körper Gewicht?“ (J. Butler) leitet
ihre künstlerische und pädagogische Praxis
im Umgang mit Körpern in Beziehung – zu sich
selbst, zu anderen, zu gesellschaftlichen
Strukturen und zu ihrer Umgebung.
Sie absolvierte ihre Ausbildung an der Salzburg
Experimental Academy of Dance (SEAD) und
hat einen akademischen Hintergrund in Gender
Studies und Erziehungswissenschaften von
der Humboldt-Universität zu Berlin. Diana
unterrichtete u. a. am HZT Berlin, an der UdK
Berlin, der Universität zu Köln, beim Tanztreffen
und Theatertreffen der Jugend sowie bei der
Biennale Tanzausbildung.
Diana hat zudem mit Künstler*innen wie Alisa
Tretau, Claudia Garbe, Zwoisy Mears-Clarke,
Makisig Akin, Okwui Okpokwasili und Sara
Shelton Mann zusammengearbeitet oder für sie
performt.
www.diananaber.com
instagram/movement_activism
EN Diana Naber (formerly Thielen) is a Berlinbased
dance maker whose artistic work
emerges from the interrelations between dance
(-teaching), choreography, performance, and
body politics. Their work is research-driven,
collaborative, and transdisciplinary—shaped by
a queer-feminist perspective, a joy in improvi
sation, and a deep trust in embodied knowledge.
Diana approaches choreography as a social
space of relationality, where affective experi
ences are made visible and the interplay of
intimacy, vulnerability, and political resistance is
explored through immersive settings. The question:
“How and when does a body matter?”
(J. Butler) guides my artistic and pedagogical
practice in exploring how bodies relate – to
themselves, to others, to social/political structures,
and to their environment.
They graduated at the Salzburg Experimental
Academy of Dance (SEAD) and hold an academic
background in Gender Studies and Educational
Science from Humboldt University of Berlin.
Diana has taught at HZT Berlin, UdK Berlin, the
University of Cologne, Tanztreffen and Theater
treffen der Jugend and the Biennale Tanzaus
bildung. They have also performed and collaborated
with artists such as Alisa Tretau, Claudia
Garbe, Zwoisy Mears-Clarke, Makisig Akin,
Okwui Okpokwasili, and Sara Shelton Mann.
2025___Manna Uferstudios Berlin
2024___What if… a Dance for Deborah Hay
BAT Berlin
2024___Graben Potsdamer Tanztage
Portraitvideo
2025___maC
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN
Das HZT Berlin wird getragen von der Universität der Künste Berlin und der Hochschule
für Schauspielkunst Ernst Busch in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
ONUR OEZYURT
© Maximillian Grosser
DE Derzeit erforsche ich die Beziehung
zwischen Körper und Objekten, wobei ich mich
darauf konzentriere, wie sie interagieren und
wie der Energiefluss zwischen ihnen sowohl den
Körper selbst als auch unsere Körperwahrnehmung
formt. Ich denke, dass die Arbeit mit Objekten
und Körpern der Choreografie eine zusätz -
liche künstlerische Ebene hinzufügt und einen
Raum für tiefe künstlerische Reflexion eröffnet.
In den Räumen, in denen ich arbeite, beeinflussen
und formen Objekte den Körper choreografisch
und bewegungsmäßig. Dieses Wechselspiel be -
wusst wahrzunehmen – es zu manipulieren und
sich zugleich davon manipulieren zu lassen – ist
für mich ein choreografisches Werkzeug und
zugleich ein zentrales Forschungsfeld. Darüber
hinaus erforsche ich den urbanen Körper und
integriere die Interaktion des Körpers mit der
städtischen Umgebung in meine choreografischen
Prozesse.
Das Masterstudium hat mir hier die Möglichkeit
gegeben, über meinen Körper als Tänzer hinaus -
zugehen und mich mit allen möglichen choreografischen
Elementen zu beschäftigen. Ich konnte
erleben, wie sich eine Idee, ein Ausdruck, eine
Stimme oder ein Bild durch den Körper verkörpert
– wie solche Impulse über Bewegung, Rhythmus
und räumliche Beziehungen in eine physische,
choreografische Form übersetzt werden. Auf diese
Weise konnte ich meine eigene unverwechselbare
choreografische Sprache entwickeln.
Ich möchte in meinem künstlerischen Schaffensprozess
weiterhin anderen Körpern und Objekten
begegnen und nach Möglichkeiten suchen, sie
miteinander zu verbinden. Indem ich untersuche,
wie mein einzigartiger künstlerischer Ausdruck
eine kollektive Wirkung erzielen kann, kann ich
mein eigenes Erfahrungs- und Kunstfeld erweitern
und sowohl meine Arbeit als auch die Verbindungen,
die ich mit anderen knüpfe, bereichern.
EN I am currently exploring the relationship
between the body and objects, focusing on how
they interact and how the flow of energy between
them shapes both the body itself and our perception
of it. I believe that working with objects
and bodies adds an additional artistic layer to
choreography and opens up a space for deep artistic
reflection.
In the spaces where I work, objects choreographically
and physically influence and shape the body.
Becoming aware of this interplay – manipulating it
and at the same time allowing oneself to be manipulated
by it – is, for me, both a choreographic tool
and a central field of research. In addition, I explore
the urban body and integrate the interaction between
the body and the urban environment into my
choreographic processes.
The Master’s program has given me the opportunity
to move beyond my body as a dancer and engage
with all possible choreographic elements. I was
able to experience how an idea, an expression, a
voice, or an image becomes embodied through
the body – how such impulses are translated into
physical, choreographic form through movement,
rhythm, and spatial relationships. In this way, I was
able to develop my own distinctive choreographic
language.
In my artistic practice, I want to continue encountering
other bodies and objects, and search for
ways to connect them. By exploring how my unique
artistic expression can generate a collective impact,
I aim to expand my own field of experience and
artistic practice, enriching both my work and the
connections I build with others.
© Elvan Tekin
The body moves through the dust and lines around the edges and back again.
merged; the project dives deep into our relationships, exploring what drives us and what holds us back. Moving through
emotional and social codes of relationships, the dancers explore how human relationships and communication are formed and
how to build strong bonds. What does it mean to have a strong connection with someone, and how do I know I have a
connection with someone? Through somatic dance practices, the dancers will embody the ability to listen and communicate with
each
other.
© M.Pomarico
ARTICULATED BODY
THE SAME BODY
AS IN YOUR
DREAM LAST
NIGHT
THE BODY HAS NEVER BEEN
SILENT
BENDED BODY
*Inspired by Cunnginham's principles of
movement.
© Onur Özyurt
© Derin Onur Çankaya Özyurt
‘
’Controlled Accident” is a performance project that focuses on the fragility of the body and its transformative potential. A traffic accident
an event of shock and destruction becomes a metaphor for the fragility of the body and its ability to reshape itself. In a controlled
environment, encounters between bodies and objects are choreographed to show how new energies and forms emerge from
destructive acts. These deliberate collisions are understood as creative acts that redefine the body and its relationship to the
environment. What accidentally formed shapes do arise from the collision of bodies and material, sound and space? Is there a way to
think productively about the energy of shock?
Onur Özyurt Ein in der Türkei geborener Tänzer
und Choreograf, der seine künstlerischen Aktivitäten
in Berlin fortsetzt. Nach dem Abschluss
seines Chemiestudiums im Jahr 2018 begann er
eine Ausbildung in zeitgenössischem Tanz am
Berlin Dance Institute. Derzeit macht er seinen
Master in Choreografie am HZT, in dem er die
Möglichkeit hat, seine choreografische Forschung
zu vertiefen.
Er erforscht und entwickelt choreografische und
performative Praktiken, indem er wissenschaftliche
Methoden in seine Gedanken, Kreationen
und Arbeitsweisen einbindet. Angeregt von der
präzisen Analyse kleinster Details in der Chemie
untersucht er, wie sich Details gegenseitig
beeinflussen, die Qualität der Bewegung formen
und wie sich diese Methode auf die Wahrnehmung
sowie die choreografische Praxis übertragen
lässt. Die Anwendung dieser Methoden
bei der Kombination von Objekten und Körpern
fasziniert ihn besonders und bildet den Schwerpunkt
seiner choreografischen Recherche.
instagram.com/onurzyurt
PORTRAITVIDEO
EN A Turkish-born dancer and choreographer,
who continues his artistic activities in Berlin.
In 2018, after completing his studies in chemistry,
he moved to Berlin to pursue dance training
in contemporary dance at the Berlin Dance Institute.
He is currently doing his Master in Choreography
at HZT, where he has the opportunity to
deepen his choreographic research.
He explores and develops choreographic and
performative practices by incorporating scientific
methods into his thoughts, creations and
working methods. Inspired by the precise analysis
of the smallest details in chemistry, he
investigates how these details influence each
other, shape the quality of movement and can
be transferred to perception and choreographic
practice. The combination of objects and bodies
with these methods particularly fascinates
him and forms the focus of his choreographic
work, which he continues to deepen in this area.
2025___CONTROLLED ACCIDENT
Premiere: 14.02.2025, Heizhaus Uferstudios
2024___WIRE
Research- und Kollaborationsprojekt
mit der Tanzfabrik Berlin
2023___merged
Premiere: 10.11.2023, HfS, Berlin
2023___UNTITLED
Recherche zu Linien
2025___maC
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN
Das HZT Berlin wird getragen von der Universität der Künste Berlin und der Hochschule
für Schauspielkunst Ernst Busch in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
VERA SHCHELKINA
© Olivia Kwok
DE Ich bin im Umbruch, Transition, Transfusion.
Alles, was ich bisher war, lässt sich auflösen
und neu zusammenstellen - in sich ganz anders
bewegenden Formen. Heute ist der Moment nach
dem Moment: nach der Aktivierung aller möglichen
Ressourcen. Jetzt kann sich alles wieder setzen,
auf neue Plätze fallen, in eine neue, unerwartete
Ordnung.
Das maC-Studium hat mich verändert. Einige
dieser Veränderungen sehe ich in meinen
Projekten – in dem, wie ich vermittle oder choreographiere.
Einige Veränderungen sind mir noch
nicht bewusst. Eins ist klar: Unvorhersehbare
Veränderungen sind ein Teil dieses Berufs, und in
dem Studium habe ich viel damit zu tun gehabt.
In ein Paar Jahren möchte ich in einem Studio, im
Tanz, in Trainings-Klamotten, auf der Bühne, in
einem Ort, der als Bühne benutzt wird, in einem
Score, in den Augen der bezeugenden Person,
im Fokus, in Gedanken-Labyrinthen, in fließender
Materie, draußen und drinnen gleichzeitig sein.
EN I am in upheaval, transition, transfusion.
Everything I have been up to now can be dissolved
and reassembled - in entirely different moving
forms. Today is the moment after the moment: after
the activation of all possible resources. Now
everything can sit down again, fall into new places,
into a new, unexpected order.
Studying at maC have changed me. I see some
changes in my projects - in the way I facilitate
or choreograph. Some changes I am not yet aware
of. One thing is clear: unpredictable changes are
part of this profession, and I‘ve had a lot to do with
them during my studies.
In a couple of years I want to be in a studio, in dance,
in training clothes, on stage, in a place that is not
meant to be a stage but used as such, in a score, in
the eyes of the person witnessing, in focus, in
thought labyrinths, in flowing matter, outside and
inside at the same time.
Vera Shchelkina ist Choreograph:in, Tanzkünstler:in,
somatische Bewegungspädagog:in
(Absolvent:in der Somatischen Akademie
Berlin), Vermittler:in und Organisator:in für
professionelle und nicht-professionelle Tanzund
Performance-Workshops und -Programme.
Derzeit schließt sie den MA Choreographie
am HZT Berlin ab..
Die künstlerischen Hauptinteressen von Vera
sind: Der Mensch als Gesamtheit von Räumen,
Zeiten und Zuständen, Berührung als Tor zur
Vielfalt des Körpers, Wahrnehmung als Instrument
der Bewegung, Form als Atempause
der Bewegung, Körper als transpersönliche
Erfahrung, das Politische des Privaten, das
Rebellionspotential des Körpers. In den letzten
Jahren lag der Schwerpunkt von Veras künstlerischer
Forschung auf Embryo und Tod (und
ihrer Verbindung) im Kontext von Tanz und
Performance. Vera stellt sich die Frage: Wie
kann man choreographische Formen erreichen,
indem man Prozesse hervorhebt, die bereits
passieren?
movingtouch.site
linktr.ee/moving.touch
instagram.com/moving_touch
Portraitvideo
EN Vera Shchelkina is a choreographer, dance
artist, somatic movement educator (graduate of
Somatic Acamedy Berlin), facilitator and organizer
for professional and non-professional dance
and performance workshops and programs.
Currently she is in the final stage of her MA
Choreographie program at HZT (“Hochschule für
Schauspielkunst Ernst Busch”).
Vera’s main artistic interests are: The human
being as a totality of spaces, times and states,
touch as a gateway to the diversity of the body,
perception as an instrument of movement, form
as a breathing space for movement, the body
as a transpersonal experience, the political of
the private, the body’s potential for rebellion.
In recent years, Vera’s research has focused on
the embryo and death (and their connection) in
the context of dance and performance. Vera asks
herself the question: how to achieve choreographic
forms by emphasizing processes that are
already happening.
2025___Everyone here is a bit of a horse
2025___Lieder der Hoffnung und Verzweiflung
Choreographie für Film-Musical
2024___Skin to dust als Teil der performativen
Installation “Stardust” von Ming Poon
2024___Ich bezeuge das alles zum letzten Mal,
Kollaboration mit den Potsdamer Tanztagen
2025___maC
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN
Das HZT Berlin wird getragen von der Universität der Künste Berlin und der Hochschule
für Schauspielkunst Ernst Busch in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
ZSOMBOR SZABÓ
© Zsombor Szabó
DE Ich weiß nicht, was mich an den Dingen,
die passiert sind, so fasziniert, aber ich habe das
Gefühl, dass alles, was ich künstlerisch tue, die
Verarbeitung dessen ist, was ich in meiner Kind -
heit und Jugend in Budapest erlebt habe. Die
ungarische Kultur hat geprägt, wie ich die Welt
sehe. Mit „Kultur“ meine ich nicht das kultu -
relle Erbe meines Landes, sondern vielmehr, wie
sich die Menschen dort bewegen, sprechen
und miteinander umgehen. Das ist es, was mich
interessiert und wovon ich ausgehen kann.
Ich bin direkt von meiner Arbeit als Tänzer im
staatlichen ungarischen Volksensemble zum
Studium gekommen. Das MA-Programm gab mir
das Handwerkszeug und die Freiheit, meine
ersten Schritte auf diesem Weg zu machen. Es
ermöglichte mir, diese zwei Jahre meines Lebens
nicht nur der Entwicklung von Methoden als
Choreograf für Bühne, Film und andere Bereiche
zu widmen, sondern auch zu erforschen, was
Choreografie noch sein könnte.
Mein Ziel für die kommenden Jahre ist es, meine
Sprache und Praxis des ungarischen Volkstan -
zes weiterzuentwickeln und in professionellen
ungarischen Volkstanzkompanien zu arbeiten.
Ich möchte mit der Bewegungssprache des ungarischen
Volkstanzes für größere Bühnen und
Ensembles arbeiten und auch an meinen kleineren
choreografischen Ideen für Film und Bühne
weiterarbeiten.
EN I don’t quite know what fascinates me with
the things that happened, but I feel that everything
I do artistically is a way of processing what I expe -
rienced during my childhood and while growing up
in Budapest. Hungarian culture has shaped the
way I see the world. But by “culture”, I don’t mean
the traditional heritage of my country—rather,
I mean how people move, speak and interact with
each other in everyday life. That’s what interests
me and what I draw inspiration from.
I came here directly from my work as a dancer at
the Hungarian State Folk Ensemble. The maC
program gave me the tools and the freedom to take
my frist steps on this journey. It allowed me to
dedicate these two years not only to developing
choreographic methods for stage, film, and other
contexts, but also to explore what choreography
itself could be.
My goal for the coming years is to continue developing
my own language and practice rooted in
Hungarian folf dance and to work with professional
Hungarian folk dance companies. I want to en -
gage with the movement language of Hungarian
folk dance on larger satges and in bigger ensembles,
while also continuing to pursue my smaller
choreographic ideas for film and stage.
Foto: Martina Thalhofer
Rhinoceros
is a solo about a person who is out of context.
I am always interested in something internal,
a feeling or experience.
The solo deals with the idea of a being that is misplaced,
but tryies to act as if it belonged.
A conflict between a rhinoceros
trapped inside a human body,
always trying to adapt and blend in.
Premiere am 25.05.2024 während
der Potsdamer Tanztage 2025.
Choreographie: Zsombor Szabó
Tänzer: Niels Weijer
Koreográfia 2
Film von: Áron Tamaskó
Márton Opiczer
Zsombor Szabó
Foto: Dajana Lothert
Gulyás
Tänzer*innen: Hyun Soo Yun, Stefanie Alf, Niels Weijer
Klange: Wieland Möller
Bühne, Licht und Kostüm: Zsombor Szabó
Mein Ziel mit diesem Stück war es, Selbstmitleid als
kulturellen Bezugspunkt zu nehmen, um zu verstehen,
wie ein Mangel an Empathie zu einem endlosen
Kreislauf der Frustration führen kann.
Frühe Präsentation im Rahmen des Programms
der Potsdamer Tanztage 2025.
Tänzer*innen: Stefanie Alf, Zsombor Szabó
Foto: Óscar Barbosa
Foto von der der Premiere von Gulyás im im BAT
Studiotheater im BAT Studiotheater am am 04.07.2025.
am 04.07.2025.
Tänzer*innen: Hyun Soo Yun, Niels Weijer,
Stefanie Tänzer*innen: Alf. Alf. Hyun Soo Yun, Niels Weijer,
Stefanie Alf.
Zsombor Szabó ist Choreograf und Tänzer
und schließt derzeit den Masterstudiengang
Choreografie am HZT ab.
Zsombors künstlerische Hauptinteressen sind:
– Die Vergangenheit.
– Die Übersetzung all jener Informationen,
die seine Art zu sehen und zu denken geprägt
haben.
– Ironie.
– Kontraste.
– Anzüge.
Während des Studiums konzentrierte sich seine
Forschung darauf, aus individuellen Eigenschaften
Charaktere und Körperlichkeiten zu schaffen
– als Mittel, um innere Konflikte und emotionale
Zustände physisch erfahrbar zu machen.
Zsombor stellt sich dabei immer wieder die Frage:
Wie viel von mir selbst steckt in jeder Figur,
die ich erschaffe?
EN Zsombor Szabó is a choreographer and
dancer who is currently completing the Master’s
program in Choreography at HZT.
Zsombor’s main artistic interests are:
– The past.
– The translation of all those pieces of information
that have shaped his way of seeing and
thinking.
– Irony.
– Contrasts.
– Suits.
During his studies, his research focused on
creating characters and physicalities from
individual traits – as a means of making inner
conflicts and emotional states physically
tangible.
Zsombor keeps asking himself the question:
How much of myself is in each character
I create?
2025___Gulyás
2024___Koreográfia 2 Filmprojekt für
individuelle Forschung
2024___Rhinoceros Potsdamer Tanztage
Portraitvideo
2025___maC
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN
Das HZT Berlin wird getragen von der Universität der Künste Berlin und der Hochschule
für Schauspielkunst Ernst Busch in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
TIM WINTER
© Mirjana Vrbaski
PORTRAIT PICTURE
DE Meine Arbeiten verbinden konzeptuelle
und künstlerisch-forschende Ansätze, häufig ver -
bunden mit Fragen zur Selbst- und Raumwahrnehmung
und Möglichkeiten, die eigene Wirksamkeit
und Handlungsfähigkeit zu aktivieren. Ich
arbeite mit eigenen Stückentwicklung wie auch
kollaborativ, mit Künstler*innen anderer Kunstsparten
und Wissenschaftler*innen aus natur- und
sozialwissenschaftlichen Themenfeldern. In Kollaborationen
steht für mich die explorative Entwicklung
von neuen Inhalten, der Austausch von
Methoden und die transdisziplinäre Weiterentwicklung
von performativen Ansätzen im Zentrum.
Choreographisches Arbeiten als sparten- und
medienübergreifender Prozess kann neben
Bewegungs- und Körperarbeit auch Texte, Zeichnungen,
Sound und Videokunst hervorbringen.
Das maC-Studium und das Austausch-Jahr nach
Norwegen (Oslo National Academy of the Arts
KHiO) haben mir geholfen, meinen eigenen künstlerischen
Ansätzen und Inhalten stärker zu
vertrauen und Konzepte und Praxis zu verbinden.
Das Studium hat meine eigene künstlerische
Sprache erweitert und konkretisiert.
In den kommenden Jahren sehe ich meine Arbeit
in eigenen Produktionen für die Bühne und als
spartenübergreifende Formate in Museen, Gale -
rien und im öffentlichen Raum. Dabei möchte ich
größere und kleinere Produktionen, etwa für
Festivals und ortsspezifische Arbeiten, abwechseln.
Choreographisch zu arbeiten ist für mich eng
verknüpft mit kollaborativem Arbeiten – mit
Künstler*innen anderer Sparten und in Themenfeldern,
die außerhalb des Kunstbetriebes
wahrgenommen werden. Dabei möchte ich auch
über Text-, Sound- und Videoarbeiten an Dis -
kur sen in den performativen Künsten teilnehmen.
In der Verbindung choreographischer Produktionen
und eigener Workshopformate sind für
mich auch künstlerische Forschung und Lehre
spannende Optionen.
EN My work combines conceptual and artisticresearch
approaches, often linked to questions
of self-perception and spatial perception and ways
of activating one‘s own effectiveness and ability
to act. I work with my own piece development as
well as collaboratively, with artists from other art
disciplines and scientists from natural and social
science fields. In collaborations, I focus on the
explorative development of new content, the ex -
change of methods and the transdisciplinary
further development of performative approaches.
Choreographic work as a cross-disciplinary and
cross-media process can also produce texts, draw -
ings, sound and video art in addition to movement
and body work.
The maC programme and the exchange year to
Norway (Oslo National Academy of the Arts KHiO)
helped me to trust my own artistic approaches
and content more strongly and to combine concepts
and practice. My studies have expanded and
concretised my own artistic and aesthetic language.
In the coming years, I see my work in my own
productions for the stage and as interdisciplinary
formats in museums, galleries and public spaces.
I would like to alternate between larger and
smaller productions, for example for festivals and
site-specific works. For me, working choreographically
is closely linked to collaborative work —
with artists from other disciplines and in subject
areas that are perceived outside the art world—
and I would also like to participate in discourses in
the performative arts through text, sound and
video works.
left: on rhythm and space, with the
Dance Intensive Program
Under what conditions do geometric and social
architecture form a living environment?
How can performance and installation collaborate?
How to play back and forth between concept and
practice?
Movement and space seem to have a lot in common:
they are poetic, rhythmic and often subjective. As a
process, they are a negotiation between presence and
absence, between listening and speaking, between flowing
onwards and lingering.
As bodies, feelings and thoughts
stretch out,
movement and space become
porous and echo inside of us.
Space
as an
emerging
Artistic Research on
ways of decoding and recoding space
a notation for sound
situation
"WormHoles_jigsaw falling into place"
Collaboration of choreography and musical composition
maC HZT Berlin & Hanns Eisler Hochschule für Musik / KlangZeitOrt
Images: Madison Pomarico
A process and performance on
the interaction of
the artwork,
the spectator and
the moment of selfperception.
Credits:
Choreography & Composition:
Tim Winter & Jaqueline Butzinger
Movement: Andrea D‘Arsiè, Emma Bruun
Harp: Cara Dawson
Video & Light: Janic Bebi
Costume: Sara Nägele
Technical Support: Sabrina Münzberg, Gabriel von Seidlein
Collaboration
as a shared exploration
an exchange of methods
a joint development across disciplines
"A feeling of longing that freezes and thaws"
A bodily experience in the perception of permafrost thaw
Artistic research and intervention in Taylor Alaina Liebenstein Smith's exhibition
Atelier Nord Oslo
Images: Taylor Smith
Images:
Michelle Mantel
Maintaining Clouds or how do we walk on the Stratosphere?
Human adaption and the loss of control in climate change dynamics
Choreographic and sound collaboration within the installation of Clemens Winkler
Dragoner.0x Super Contemporary Art Fest Berlin
OUTSIDE
INSIDE
OUTSIDE
OUTSIDE INSIDE
Master Project
HfS Berlin
A hybrid, sitespecific and
staged exploration,
of spatial and
human encounter.
Recallibrating the geometrical and
social architecture,
the interweaving of built and lived
spatial categories.
because we have a body,
we have a shadow,
and emerge into space
INSIDE
:Credits
:Movement
Johanna Ackva, Crispin Lord, Aya Toraiwa
:Sound
Wieland Möller, Edith Steyer
:Mentoring
Jan Burghardt, Sigal Zouk
Lina Gómez, Christiane Berger
:Dramaturgical support
Pauline Michel
:Technical head
Sabrina Münzberg
:Concept and choreography
Tim Winter
Tim Winter arbeitet als Performer und Choreograf
und lebt in Berlin. Er interessiert sich für
individuelle und kollektive Körper im Grenzbereich,
zwischen Wahrnehmen, Reflektieren,
Handeln und Verändern. Seine Arbeiten umfassen
Performances und Installationen und verbinden
Bewegung, Sound und Videokunst. Vor seinem
Hintergrund in Performance und Tanz einerseits
und Umwelt- bzw. Wirtschaftswissenschaften
andererseits untersucht er, besonders auch in
interdisziplinären Kollaborationen, die Kluft
zwischen Wissensproduktion und deren gesellschaftlicher,
künstlerischer und körperlicher
Vermittlung. In choreographischen Interventionen
arbeitete er zuletzt mit der bildenden
Künstlerin Taylor Smith (Oslo/Paris), zum Tauen
von Permafrostböden und dem Künstler und
Wissenschaftler Clemens Winkler (Berlin) zum
Kontrollverlust in Prozessen des globalen
(Klima-)Wandels.
In seiner Masterproduktion ‚Outside Inside‘ untersucht
Tim in einer hybriden, sich fortbewegenden
Performance an drei Orten Raum als Prozess:
als lebendige Struktur geometrischer und
sozialer Räume und als fortwährende Verhandlung
von An- und Abwesenheiten.
instagram.com/zimthiems
Portraitvideo
EN Tim Winter works as a performer and choreographer
and is based in Berlin. He is interested
in individual and collective bodies in the border
area between perceiving, reflecting, acting and
changing. His works include performances and
installations, linking movement, sound and video
art. With a background in performance and
dance on the one hand and environmental and
economic sciences on the other, he examines
the gap between knowledge production and its
social, artistic and physical mediation, particularly
in interdisciplinary collaborations. In choreographic
interventions, he recently worked with
the visual artist Taylor Smith (Oslo/Paris) on the
thawing of permafrost soils and the artist and
scientist Clemens Winkler (Berlin) on the loss of
control in processes of global (climate) change.
In his master production “Outside Inside”, Tim
examines space as a process in a hybrid, moving
performance at three locations - as a living
structure of geometric and social spaces and the
ongoing negotiation of presences and absences.
2025___OUTSIDE INSIDE: Das, was verbindet,
wirkt subtil. Master work, Berlin.
2025___A FEELING OF LONGING THAT
FREEZES AND THAWS: Collaboration with
Taylor Alaina Liebenstein Smith, Oslo.
2024___MAINTAINING CLOUDS. Collaboration
with Clemens Winkler, Berlin.
2023___WORMHOLES_jigsaw falling into
place. Collaboration with Jaqueline
Butzinger, Berlin.
2025___maC
MASTERSTUDIENGANG CHOREOGRAPHIE
HOCHSCHULÜBERGREIFENDES ZENTRUM TANZ BERLIN
Das HZT Berlin wird getragen von der Universität der Künste Berlin und der Hochschule
für Schauspielkunst Ernst Busch in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
IMPRESSUM
Herausgeber Hochschulübergreifendes Zentrum
Tanz (HZT) Berlin
Redaktion/Lektorat Christiane Berger
Konzept Jascha Viehstädt, Wanda Golonka
Satz Franziska Bauer
Grafik Felipe Fizkal
Team maC Prof. Wanda Golonka
(Studiengangsleitung), Prof. Susanne Vincenz,
Prof. Ingo Reulecke, Dr. Christiane Berger,
Isabel Robson
Diese Publikation erscheint zu den Abschlussarbeiten
des Masterstudiengangs Choreographie
des HZT Berlin.
www.hzt-berlin.de | mac@hzt-berlin.de
© HZT Berlin 2025
Das HZT Berlin wird getragen von der Universität der Künste Berlin und der Hochschule
für Schauspielkunst Ernst Busch in Kooperation mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
FELIPE FIZKaL
POOYESH FROZaNDEH
JOHaNNa JÖRNS
DIaNa NaBER
ONUR OEZYURT
VERa SHCHELKINa
ZSOmBOR SZaBÓ
TIM WINTER