Old Master Paintings – Part 2
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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE
CATALOGUE III
OLD MASTER PAINTINGS PART 2
Auctions: Thursday, 4 December 2025
Exhibition: Saturday, 29 November – Tuesday, 2 December 2025
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OLD MASTER
PAINTINGS
PART II
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13
221
DIERIC BOUTS,
AUCH GENANNT „DIRK BOUTS“,
1415/20 HAARLEM – 1475 LÖWEN,
NACHFOLGE DES
Der Lebensweg des Dieric Bouts ist nur spärlich dokumentiert.
Seine Söhne waren ebenfalls Maler. In Löwen
wird er ab 1457 erwähnt; 1465 wurde er zum Stadtmaler
erhoben. Ausführlich ist der Bericht über seinen
Auftrag für den Abendmahlsaltar der Brüderschaft des
Heiligen Sakraments von 1464.
ECCE HOMO
Öl/Tempera auf Eichenholz.
45,5 x 31,5 cm.
Tafelbild mit Halbbildnis des dornengekrönten Jesus in
rotem Spottmantel vor blauem Hintergrund. Die linke
Hand an die Brust gelegt, die rechte zum Segensgestus
erhoben. Das schwarze Haar rahmt das nachdenkliche
Gesicht und fällt in welligen Strähnen auf die
Schultern herab. Das Haupt ist halbbogig von goldfarbigem
gotischem Arabeskendekor umzogen. Das
Gemälde zeigt erkennbare Bezüge zu den weiteren
Ecce-Homo-Bildern des Malers, seiner Werkstatt sowie
seines Sohnes Albrecht Bouts (1451/55 – 1549).
DIERIC BOUTS,
ALSO KNOWN AS “DIRK BOUTS”,
1415/20 HAARLEM – 1475 LEUVEN, FOLLOWER OF
ECCE HOMO
Oil/tempera on oak panel.
45.5 x 31.5 cm.
The painting shows recognizable links to other Ecce
Homo paintings by the artist, his workshop, and his
son Albrecht Bouts (1451/55 – 1549).
Literature:
cf. Catheline Périer-D’Ieteren, Dieric Bouts. The
complete works, Antwerp 2005.
cf. Max Jakob Friedländer, Early Netherlandish
Painting, Vol. III: Dieric Bouts and Joos van Gent,
New York 1968.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
INFO | BID
Literatur:
Vgl. Catheline Périer-D’Ieteren, Dieric Bouts.
The complete works, Antwerpen 2005.
Vgl. Max Jakob Friedländer, Early Netherlandish
Painting, Bd. III: Dieric Bouts and Joos van Gent,
New York 1968. A.R. (1461502) (11)
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15
222
BONIFAZIO BEMBO,
UM 1420 BRESCIA – 1477/82, WERKSTATT DES
Bembo war Hofmaler der Sforza und wurde durch
Portraits von Mitgliedern des Mailänder Hofes bekannt.
Die Halbbildnisse von Francesco und Bianca
Maria Sforza aus dem Jahr 1462 befinden sich in der
Pinacoteca di Brera in Mailand. Sein Vater Giovanni,
ebenso wie seine Brüder Benedetto und Andrea sowie
sein Neffe Giovanni Francesco Bembo, waren ebenso
Maler. Darüber hinaus war er als Grafiker tätig. Er
arbeitete mit Vincenzo Foppa (um 1425 – um 1516) und
Zanetto Bugatto (1440– 1476) zusammen.
Paar gerahmter Tafelbilder
DIE HEILIGE KATHARINA
sowie
DIE HEILIGE MARIA MAGDALENA
Öl auf Holz.
103 x 38 cm (mit schmaler Einfassungsleiste).
Zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts.
Die beiden zusammengehörigen Tafeln präsentieren
sich jeweils in ihren gotischen geschnitzten Rahmungen
in Vergoldung. Sie fungierten wohl ehemals als
Seitenflügel einer größeren Altaranlage. Die Heiligenfiguren,
schlank und überlängt aufgefasst, stehen vor
Goldgrund: Katharina mit Krone, in weißem, mit stilisiertem
Blattwerk dekoriertem Gewand, das Schwert
in der Linken, dessen Spitze den am Boden liegenden
Kopf des Kaisers Maxentius durchbohrt, der ihr Martyrium
veranlasst hatte. Die rechte erhobene Hand hielt
wohl als weiteres Attribut ein Buch. Maria Magdalena
dagegen ist im roten Mantel dargestellt und durch das
Attribut des Salbgefäßes kenntlich gemacht. Beide
Figuren weisen punzierte Nimbusscheiben auf. Die
Rahmen zeigen seitlich schlanke, geflochten wirkende
Säulen; über den Kapitellen je ein gotischer Dreiecksbogen
mit bekrönender Kreuzblume vor schmalerem
Auszug mit Maßwerk.
BONIFAZIO BEMBO
CA. 1420 BRESCIA – 1477/82, WORKSHOP OF
A pair of framed panel paintings.
SAINT CATHERINE
and
SAINT MARY MAGDALENE
Oil on panel.
103 x 38 cm (with narrow edging strip).
Second half of the 15th century.
The two pendant panels are both presented in
Gothic-style carved and gilt frames. They were
probably side panels of a larger altarpiece.
Literature:
cf. Franco Mazzini and Bonifacio Bembo, in: Alberto
M. Ghisalberti (ed.): Dizionario Biografico degli Italiani
(DBI), vol. 8, Bellucci-Beregan. Istituto della
Enciclopedia Italiana, Rome 1966.
€ 22.000 – € 28.000
Sistrix
INFO | BID
Literatur:
Vgl. Franco Mazzini und Bonifacio Bembo, in: Alberto
M. Ghisalberti (Hrsg.), Dizionario Biografico degli
Italiani (DBI), Bd. 8: Bellucci-Beregan. Istituto della
Enciclopedia Italiana, Rom 1966.
A.R. (1460531) (11)
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17
223
JUAN DE LEVI,
UM 1388 – 1410
KREUZIGUNG CHRISTI
Eitempera auf Holz, teilweise vergoldet.
80 x 90,2 cm.
Beigegeben eine ausführliche Dokumentation zu dem
Gemälde mit Vergleichsbeispielen und Verweisen, sowie
einer ausführlichen Literaturliste, in Kopie.
Symmetrische Darstellung des im Zentrum des Bildes
gezeigten Kreuzes, an dem Christus im Dreinageltypus
geschlagen ist. Sein fahler Leichnam wird am Haupt
durch einen punzierten Scheibennimbus gerahmt.
Flankiert von zahlreichen, teils als Heilige ausgewiesenen
Figuren, während Longinus im Begriff ist, seine
Lanze in die Seite Christi zu führen. Geschnitzte und
stuckierte gotische Rahmung mit Maßwerkrelief, die
teils über der Malerei zu liegen scheint. Links und rechts
zwei Heilige mit Rotuli, die in einer schlanken architektonischen
Rahmung eingegliedert sind. Vermutlich einstmals
als Teil eines Altargefüges eingelassen. Besch.
JUAN DE LEVI,
CA. 1388 – 1410
CRUCIFIXION OF CHRIST
Egg tempera on panel, parcel-gilt.
80 x 90.2 cm.
Accompanied by a detailed report regarding the pain ting
with examples of comparison and extensive bibliography,
in copy.
Provenance:
Art collection Miami, Florida.
Marlene Nasreddine collection, 2017.
Literature:
cf. Maria Teresa Ainaga, Los episcopados de Pedro y
Fernando Pérez Calvillo. Su legado cultural a la ciudad
de Tarazona, in: Retablo de Juan de Levi y su
restauracion, Zaragoza 1990, pp. 5 – 18 and 55.
€ 15.000 – € 20.000
Sistrix
INFO | BID
Provenienz:
Kunstsammlung Miami, Florida.
Sammlung Marlene Nasreddine (2017).
Literatur:
Vgl. Maria Teresa Ainaga Andrés, Los episcopados
de Pedro y Fernando Pérez Calvillo. Su legado cultural
a la ciudad de Tarazona, in: Retablo de Juan de Leví y
su restauración, Zaragoza 1990, S. 5 – 18 und 55.
(1460085) (13)
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224
LORENZO MONACO,
EIGENTLICH „PIERO DI GIOVANNI“,
1365/71 SIENA – 1425 FLORENZ, ZUG.
GEBURT CHRISTI MIT ANBETUNG DER KÖNIGE
Tempera und Goldgrund auf Holz.
63 x 26,8 cm.
Rechts seitlich ein Teil der ehem. Profilrahmung
erhalten. Verso kräftige Querleiste und Reste ehem.
Bemalung.
Schlanke, hochrechteckige, oben spitzbogige Bildtafel
eines Andachts- oder Hausaltares, mit Goldgrund.
Im Darstellungszentrum der Stall von Bethlehem mit
Ochs und Esel, hier in einem roten, phantasievollkastenförmigen
Aufbau mit Rundbögen und Durchblicken.
Maria mit dem Kind links davor tiefer sitzend,
das Kind hält das Händchen segnend erhoben. Die
drei Hl. Könige kompositorisch in einer nach rechts
aufsteigenden Linie ins Bild gesetzt.
Die Darstellung entspricht dem großformatigen Werk
Lorenzos von 1421, das sich in den Uffizien in Florenz
befindet, dort nach rechts weitergeführt mit einer
vielköpfigen Ansammlung von Begleitfiguren der
Könige. Hier wie dort dieselbe Darstellung betender
Engel an der Aussenwand des Stallgebäudes. Von
den königlichen Geschenken ist hier ein goldenes
Deckelgefäß zu Füßen Mariens zu sehen, ein weiteres
trägt die Figur am rechten Bildrand. Die Engelsköpfe,
hier überhalb der Szene auf Goldgrund, sind
eine eigene Zutat in vorliegendem Bild.
Wie viele weitere Maler der Zeit, war auch Lorenzo
Mitglied eines Mönchsordens. 1402 wurde er in die
florentiner Zunft aufgenommen. Er stand unter dem
Einfluss von Bernardo Daddi und Maso di Bianco. Der
Biograf Vasari hat ihn in seiner Reihe der „più eccellenti
pittori“ beschrieben.
LORENZO MONACO,
ACTUALLY “PIERO DI GIOVANNI“,
1365/71 SIENA – 1425 FLORENCE, ATTRIBUTED
BIRTH OF CHRIST WITH ADORATION OF THE KINGS
Tempera and gold ground on panel.
63 x 26.8 cm.
Part of the former moulded frame preserved on the
right side. Strong crossbar and remnants of former
painting on the reverse.
The depiction corresponds to Lorenzo's large-format
work from 1421, which is located in the Uffizi Gallery
in Florence, where it continues to the right with a multi-headed
collection of figures accompanying the
kings. Of the royal gifts, a golden lidded vessel can be
seen here at Mary's feet, while another is carried by
the figure on the right edge of the picture. The angel
heads, here above the scene on a gold background,
are a unique addition to this painting.
Literature:
cf. Giorgio Vasari, Vita di Don Lorenzo Monaco degli
Angeli di Firenze, in: Vasari. Le vite dei più eccellenti
pittori, scultori e architettori, Rome 2010.
cf. Günther Jäkel, Lorenzo Monaco, Bergisch
Gladbach 1967.
cf. George R. Bent, Monastic Art in Lorenzo
Monaco's Florence. Painting And Patronage in Santa
Maria Degli Angeli. 1300–1415, New York 2006.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
INFO | BID
Literatur:
Vgl. Giorgio Vasari, Vita di Don Lorenzo Monaco
degli Angeli di Firenze, in: Vasari: Le vite dei più
eccellenti pittori, scultori e architettori, Rom 2010.
Vgl. Günther Jäkel, Lorenzo Monaco, Bergisch
Gladbach 1967.
Vgl. George R. Bent, Monastic Art in Lorenzo
Monaco’s Florence: Painting And Patronage in Santa
Maria Degli Angeli li. 1300 – 1415, New York 2006.
(1450221) (11)
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226
NORDITALIENISCHER MALER
DES 16. JAHRHUNDERTS
(ABB. RECHTS)
GROSSE ALTARTAFEL MIT KREUZUNGSSZENE
Öl auf Holz.
118 x 126 cm.
Um 1520.
In vergoldetem Rahmen.
Die Golgathaszene mit den drei Kreuzen ist in eine
weite, leicht hügelige Landschaft gesetzt. Links im
Hintergrund erhebt sich eine Burganlage mit kantigen
Wehrtürmen, die hier als Darstellung der Stadt Jerusalem
zu verstehen ist. Am Horizont Baumgruppen, dazwischen
ein weiteres kleineres Gebäude. Dem Thema
entsprechend dominiert das Kreuz Christi, flankiert
von den Baumkreuzen der beiden Schächer, die in verkrampften
Körperhaltungen wiedergegeben sind. Am
Fuß des Kreuzes Christi kauert Maria Magdalena, die
den Kreuzstamm umfasst. Die Mutter Maria und die
engeren Vertrauten des Gekreuzigten sind links gruppiert
dargestellt. Maria, im Schmerz niedergesunken,
wird von Johannes gestützt; seitlich stehen die weiteren
Frauengestalten, welche zusammen die „Drei Marien“
bilden. Die rechte Figurengruppe ist ausschließlich
männlichen Figuren vorbehalten, wie dies auch in
der traditionellen Sitzordnung des Kirchenraums zum
Ausdruck kommt. Hier tritt neben derb-realistischen
Figuren besonders eine jugendliche, betont anmutige
Gestalt hervor: der römische Soldat Longinus. Er ist im
Harnisch mit der Lanze der Seitenwunde dargestellt.
Auffällig ist, dass die Lanzenspitze der sogenannten
„Heiligen Lanze“ ähnelt, die über Jahrhunderte hinweg
als Heiltumsreliquie verehrt wurde. Die elegante
Haltung und die jugendliche Erscheinung des Longius
stechen hervor und es lässt sich annehmen, dass das
Werk eines bedeutenderen Meisters hier als Vorbild
gedient hat. Bei der rot gekleideten Figur am rechten
Bildrand dürfte es sich um Josef von Arimathia handeln;
die Verwendung der Rotfarbe ehrt ihn als den
Gönner, der das Grab Christi bereitgestellt hat.
225
LANCELOT BLONDEEL,
1496 POPERINGE – 1561 BRÜGGE,
KREIS DES
HIMMELFAHRT DES HEILIGEN PETRUS
Öl auf Holz.
90,5 x 78 cm.
Ungerahmt.
In einer manieristischen architektonischen goldleuchtenden
Rahmung mit Cherubim und Füllhörnern
der Blick in einen von Wolkenbänken durchzogenen
Himmel. Darin zentral die Halbfigur des
segnenden Christus mit Bügelkrone und Weltenkugel.
Darunter der von Engeln emporgehobene
Körper des Heiligen im Emporschweben begriffen.
Die Rahmenzwickel mit Engeln, welche jeweils ein
blaugrundiges Wappen tragen.
Der vergoldete Rahmen zeigt seitlich schlanke Lisenen
mit spitzbogigem Schnitzwerk. Die obere durchgehende
Architravleiste ist mit Dreipassdekor im Rapport
versehen. Die oberen Ecken der aus vier Teilen bestehenden
Tafel sind abgeschrägt. A.R.
(1460081) (11)
NORTHERN ITALIAN SCHOOL, 16TH CENTURY
LARGE ALTARPIECE WITH CRUCIFIXION SCENE
Oil on panel.
118 x 126 cm.
ca. 1520.
€ 20.000 – € 40.000
Sistrix
INFO | BID
Literatur:
Vgl. Eva Tahon, Lancelot Blondeel in Brügge,
Brügge 1998. (14512016) (13)
€ 6.000 – € 9.000
Sistrix
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23
227
MARCO PALMEZZANO,
1458 FORLI – 1539, ZUG.
Marco Palmezzano war ein italienischer Maler der Spätrenaissance,
der hauptsächlich in Forlì tätig war. Er war
ein Schüler von Melozzo da Forlì und übernahm dessen
perspektivische Raumdarstellung. Seine Werke zeichnen
sich durch klare Kompositionen und leuchtende
Farben aus. Besonders bekannt ist er für religiöse Altartafeln
und Madonnendarstellungen. Palmezzano verband
in seinem Stil Einflüsse der Frührenaissance mit
neuen Entwicklungen der Hochrenaissance.
JOHANNESKNABE MIT ROSEN
Öl auf Holz. Parkettiert.
64,5 x 47,5 cm.
In ebonisiertem eckverziertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Luigi Alberti vom 17. August
1979, Orta, sowie eine technische Analyse von
Alessandro Bazzacco, Turin, 10. Oktober 2024, in Kopie.
In einer angedeuteten Landschaft mit Sakralbau in Grisaillefarben
und einem Gatter kniet im Vordergrund,
hinter einem geöffneten symbolträchtigen Granatapfel
und einem Cartellino mit der Aufschrift „serenissima
repubblica...“, das nach rechts gewandte Kind, welches
anhand des Kreuzstabes und des Umhanges als
Johannesknabe zu identifizieren ist. Sein Haupt ziert
ein Ringnimbus, in seinen Händen liegen Rosenbouquets.
Fragment.
Provenienz:
Italienisches Adelshaus.
Anmerkung:
Die Aufschrift des Cartellinos mag auf einen venezianischen
Auftraggeber hindeuten: Venedig trug den
Titel „La Serenissima“ („die Durchlauchtigste“), weil
die Republik als besonders stabil, wohlgeordnet und
mächtig galt – vor allem im Vergleich zu den oft von
Kriegen, Erbfolgestreitigkeiten oder inneren Konflikten
geprägten Monarchien Europas. (1441131) (13)
€ 4.000 – € 6.000
Sistrix
INFO | BID
228
ÖSTERREICHISCHER MALER
DES 15. JAHRHUNDERTS
(ABB. RECHTS)
Gemäldepaar
HEILIGER HIERONYMUS
und
HEILIGER ROCHUS
Öl auf Holz.
Jeweils 45,5 x 21 cm.
Vor einem architektonischen Fond die stehende Figur
des in Kardinalsgewandung gekleidetem Heiligen Hieronymus
einen Kreuzstab haltend. Vor seinem Mund
der Heilige Geist in Gestalt einer Taube, sein Haupt
wird umfangen von einem Nimbus in Goldlack mit Inschrift.
In seiner Hand eine Schriftrolle, zu seinen Füßen
die abstrahierte Gestalt eines Löwen, der ihm attributiv
zukommt. Auch der Heilige Rochus wird vor
einem architektonischen Gefüge – nämlich einem
Doppelbogenfenster – gezeigt. Eine Wunde auf seinem
Oberschenkel wird soeben gepflegt. Vermutlich
gehörten beide Bildwerke bereits ursprünglich zusammen
und wurden vom gleichen Maler vielleicht im
Zuge eines Altargefüges geschaffen.
(1450352) (1) (13)
€ 5.500 – € 7.500
Sistrix
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25
229
MICHIEL COXIE,
1499 MECHELEN – 1592 EBENDA, ZUG.
Ab 1539 in der Lukasgilde seiner Heimatstadt, ab 1542
in Brüssel tätig. Später Hofmaler der Maria von Ungarn.
CHRISTUS UNTER DEM KREUZ
Öl auf Holz.
103,5 x 72 cm.
Verso mit Etikett auf Jan Metsys hinweisend.
In ebonisiertem Rahmen mit Goldleiste.
Vor abgedunkeltem Grund das gesenkte Haupt Jesu
Christi mit der Dornenkrone im Zentrum des Bildes.
Christus, in gewagter optischer Verkürzung, sein Holzkreuz
tragend, dessen Kurzende des Querbalkens dem
Betrachter entgegenragt. Zwei weitere Figuren, geharnischt
bzw. gefesselt, schließen den Bildraum dynamisch
ab, während Christus selbst innezuhalten
scheint. Das vorliegende Gemälde orientiert sich an
dem im Prado, Madrid, befindlichen Werk von Michiel
Coxie, das jedoch nur Christus selbst zeigt (Inv.Nr.
2641). Von diesem Ausgangspunkt entstanden mehrere
Fassungen: Einige zeigen nur Christus mit dem
Kreuz, andere weitere Figuren. Eine weitere Fassung
des vorliegenden Gemäldes mit nahezu den gleichen
Maßen wurde in der Ausstellung „Michiel Coxcie
(1499– 1592): and the giants of his age, Museum Leuven,
31. Oktober 2013 – 23. März 2014 präsentiert.
(1461362) (13)
MICHIEL COXIE,
1499 MECHELEN – 1592 IBID., ATTRIBUTED
CHRIST BENEATH THE CROSS
Oil on panel.
103.5 x 72 cm.
Label on the reverse suggesting Jan Metsys.
The present painting is based on the work by Michiel
Coxie in the Prado Museum in Madrid, which, however,
depicts only Christ himself (inv. no. 2641). Several versions
of this painting were created, some showing only
Christ with the cross, others including additional figures.
Another version of the present painting, with almost
identical dimensions, was on display in the exhibition
Michiel Coxcie (1499 – 1592) and the Giants of His Age,
Museum Leuven, 31 October 2013 – 23 March 2014.
€ 15.000 – € 20.000
Sistrix
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230
LORENZO SABATINI,
UM 1530 – 1576 ROM, ZUG.
DIE HEILIGE FAMILIE MIT DEM JOHANNESKNABEN
Öl auf Pappelholz. Verso eingelassen
zwei Festigungsstreben.
65,5 x 54,5 cm
In vergoldetem Prunkrahmen.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. H. Zimmermann,
Tutzing, 10. Juni 1969, in Kopie.
Der Künstler ließ sich bei dem vorliegenden Gemälde
von dem Meisterwerk von Andrea del Sarto anregen:
die Darstellung wiederholt die „Sacra Famiglia Borgherini“,
um 1528, Öl auf Holz, 135 x 100 cm, die sich
in New York im Metropolitan Museum of Art befindet,
mit Abweichungen unter anderem hinsichtlich des
Hintergrundes, der Farbigkeit und der Gesichtsausdrücke.
In einem Innenraum, vor einem faltenreich
hängenden, hellen Vorhang, links der stehende Johannesknabe,
der die Weltkugel hält, nach der der Jesusknabe
greift. Nach Interpretationen dieses großen und
häufig kopierten Werkes symbolisiert es die Übergabe
der Treue von Florenz an Jesus über Johannes den Täufer,
den Stadtpatron und Schutzheiligen von Florenz.
Voller Anmut hält Maria den stehenden Jesusknaben,
während im Hintergrund Josef auf Johannes blickt.
Das Gemälde wurde von Giovanni Borgherini, einem
bedeutenden Förderer der kurzlebigen Florentiner
Republik (1527 – 1531), in Auftrag gegeben.
Provenienz:
Jahrzehntelanger deutscher Privatbesitz.
(1460971) (18)
LORENZO SABATINI,
CA. 1530 – 1576 ROME, ATTRIBUTED
THE HOLY FAMILY WITH INFANT
SAINT JOHN THE BAPTIST
Oil on poplar, with two parquetting slats
on the reverse.
65.5 x 54.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Dr H.
Zimmermann, Tutzing, dated 10 July 1969, in copy.
The composition is inspired by Andrea del Sarto’s
masterpiece. It repeats and corresponds to the Sacra
Famiglia Borgherini (ca. 1528, oil on panel, 135 x 100
cm, Metropolitan Museum of Art, New York) with variations
in background, colouring, and facial expressions.
Provenance:
Previously held for decades in a private collection,
Germany.
€ 15.000 – € 20.000
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27
231
JACOPO DA PONTE BASSANO,
1510/15 BASSANO DEL GRAPPA – 1592 EBENDA,
ZUG.
Der Maler war Mitglied einer Malerfamilie, deren Mitglieder
ihre Beinamen sämtlich der Stadt Bassano del
Grappa verdankten. Begründer der Malerdynastie war
Francesco da Ponte d. Ä. (1475 – 1539), der Vater von
Jacopo. Dieser setzte seine Studien bei Bonifazio Veronese
(1487– 1553) fort und stand – wie seine Brüder
Francesco (1549– 1592) und Leandro (1557– 1622) –
unter dem Einfluss von Tiziano Vecellio (1485– 1576),
aber auch von Lorenzo Lotto (1480 – 1556) und Pordenone
(1483– 1539).
KALVARIENBERG
Öl auf Schieferplatte.
49,5 x 30 cm.
Ungerahmt.
Bassanos Bilder sind zunächst überwiegend religiösen
Themen gewidmet, bevor er sich dem Genre des bäuerlichen
Lebens zuwandte. Ab den 1540er-Jahren ist
ein Einfluss des Manierismus erkennbar, mit dramatischen
Lichteffekten, wie sie in dem vorliegenden Werk
zum Ausdruck kommen. Ein typisches Merkmal – beinahe
Kennzeichen – der Bassano-Malerfamilie ist eine
jeweils in stark gebeugter Körperhaltung dargestellte
Figur, wie auch hier im Bild. Vor dem zentralen, vertikal
das Bild bestimmenden Kreuz, an dem Christus im
Dreinageltypus hängt, kniet Maria Magdalena, der Mutter
Christi zugewandt. Das dichte, schlaglichtartig beleuchtete
Geschehen spiegelt eine lebensechte Auffassung
wider, wie sie auf vielen Bildern der Bassanos zu
sehen ist. Für die bildnerische Umsetzung der biblisch
sich verfinsternden Sonne nutzte der Maler den natürlichen
Farbton der tiefschwarzen Schiefertafel.
Anmerkung:
Eine weitere Version des vorliegenden Gemäldes
wird im Museu Nacional d’Art de Catalunya in
Barcelona verwahrt (Inv.Nr. 108373-000).
Literatur:
Vgl. Pietro Zampetti, Bassano, in: Kindler Malerei-
Lexikon, München 1976, S. 229–232.
Vgl. Emil Maurer, Manierismus. Figura serpentinata
und andere Figurenideale, Zürich und München 2001.
(1460086) (13)
JACOPO DA PONTE BASSANO,
1510/15 BASSANO DEL GRAPPA – 1592 IBID.,
ATTRIBUTED
MOUNT CALVARY
Oil on slate.
49.5 x 30 cm.
Notes:
Another version of the present painting is held at the
Museu Nacional d’Art de Catalunya in Barcelona (inv.
no. 108373-000).
Literature:
cf. Pietro Zampetti, Bassano, in: Kindler Malerei-
Lexikon, Munich 1976, pp. 229–232.
cf. Emil Maurer, Manierismus. Figura serpentinata
und andere Figurenideale, Zurich and Munich 2001.
€ 15.000 – € 25.000
Sistrix
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232
ITALIENISCHER MALER DES 16. JAHRHUNDERTS
JOHANNES DER TÄUFER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
105 x 72 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Inmitten einer Kulturlandschaft, deren Hintergrund
durch eine Stadt am Fluss gekennzeichnet wird, sitzt
auf einer Anhöhe die jugendlich wiedergegebene Figur
Johannes des Täufers mit gen Himmel weisendem Finger
und dem schlanken Kreuzstab in der Hand. Die
Querbalken des Kreuzes vor dem Laubwerk einer jungen
Baumgruppe, deren Stämme den Durchblick zu
dem sich im Hintergrund schlängelnden Fluss erlauben.
(14311515) (13)
ITALIAN SCHOOL, 16TH CENTURY
SAINT JOHN THE BAPTIST
Oil on canvas. Relined.
105 x 72 cm.
€ 25.000 – € 35.000
Sistrix
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29
233
LEONELLO SPADA,
1576 BOLOGNA – 1622 PARMA,
WERKSTATTWIEDERHOLUNG
Spada zählt zu den Bologneser Caravaggisten, beeinflusst
von Annibale (1560– 1609) und Ludovico Carracci
(1555 – 1619).
SAMSON UND DELILA
Öl auf Leinwand. Doubliert.
39 x 48 cm.
Das in beachtlicher Malqualität geschaffene kleine Gemälde
zeigt jene Szene des Alten Testaments, in der
die Philisterin Dalila dem israelitischen Helden Samson
während des Schlafes die Haare abschneidet, wodurch
ihm seine übermenschlichen Kräfte entzogen
werden (Ri 16). Die Legende zählt zu den interessantesten
Mythen des Altertums. Dabei weisen die Namen
der Protagonisten auf einen mythischen Hintergrund
hin: „Samson“ (hebr. Schimschon) ist als Sonnenmotiv
zu verstehen (Schemesch = Sonne) und „Delila“ (Laila)
als Nacht; der Verlust des Haares (der Sonnenstrahlen)
steht für den Untergang des Tages. Gezeigt ist der Moment,
in dem Dalila von einer Magd eine Schere erhält
und auf den schlafenden Samson blickt, während links
zwei Philistersoldaten im Bildrahmen mit Schweigegeste
erscheinen. Eine großformatige, bildinhaltlich
identische Version (152 x 193 cm) tauchte 2021 im
Handel auf (Van Ham, 02. Juni 2021, Lot 941).
Literatur:
Vgl. Rudolf Wittkower, Art and Architecture in Italy,
1600 – 1750, New Haven 1980.
Vgl. Alexander Rauch, Mythos im Judentum, Leipzig
2021. (1460694) (11)
€ 9.000 – € 12.000
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234
ENGELBERT FISEN,
1655 – 1733
SALBUNG DES SALOMON
Öl auf Leinwand. Doubliert.
82 x 122 cm.
Rechts unten signiert und datiert „1721“.
In mit Zungenfries reliefiertem Rahmen.
Dargestellt ist eine Szene aus dem Alten Testament
(1 Kön 1,32-39), in der Salomon auf Geheiß seines
alten Vaters David vom Priester Zadok zum König von
Israel gesalbt wird: Zadok schickt sich soeben an, heiliges
Öl auf Salomons Haupt zu träufeln. Damit wurden
die Thronansprüche von Salomons älterem Bruder
Adonija abgewiesen. Eine ähnliche Szene,
Abraham darstellend, wurde bei Sotheby’s, Monte
Carlo, am 20. Juni 1987 unter Lot 585 angeboten.
ENGELBERT FISEN,
1655 – 1733
THE ANOINTING OF SOLOMON
Oil on canvas. Relined.
82 x 122 cm.
Signed and dated “1721” lower right.
A similar scene depicting Abraham was offered at
Sotheby’s, Monte Carlo on 20 June 1987, lot 585.
Literature:
cf. Jules Helbig, Les papiers de famille d’Englebert
Fisen, in: Bulletin de la Société d’Art et d’Histoire du
Diocèse de Liège, 1881, p. 37.
€ 15.000 – € 20.000
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Literatur:
Vgl. Jules Helbig, Les papiers de famille d’Englebert
Fisen, in: Bulletin de la Société d’Art et d’Histoire du
Diocèse de Liège, 1881, S. 37. (1461372) (13)
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235
GUERCINO,
EIGENTLICH „GIOVANNI FRANCESCO BARBIERI“,
1591 CENTO – 1666 BOLOGNA
HEILIGER DOMINIKUS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
79,6 x 58 cm.
In Holzrahmen.
Beigegeben Expertise von Nicholas Turner, Halstead,
28. September 2018, in Kopie.
Dargestellt ist der Heilige Dominikus als Halbfigur im
Ornat, mit Kruzifix und der Heiligen Schrift in den Händen.
Der Kopf ist leicht geneigt, das Gesicht vom
Licht erhellt, während der übrige Bildraum in tiefes
Dunkel getaucht ist. Um sein Haupt legt sich ein sanft
leuchtender Schein, der seine Heiligkeit hervorhebt.
Das Gemälde wurde 1631 von Marchese Roberto
Obizzi in Auftrag gegeben und gehört in Guercinos sogenannte
Übergangszeit (etwa 1625 – 1635). In dieser
Phase wandte sich der Künstler vom dramatischen,
vom Naturalismus und starken Hell-Dunkel-Kontrasten
geprägten Stil seiner frühen Jahre ab und entwickelte
eine ruhigere, klassizistisch geprägte Bildsprache. Der
Stilwandel lässt sich auf Guercinos Aufenthalt in Rom
von 1621 bis 1623 zurückführen, wo er mit der Kunst
mit dem Ideal der ausgewogenen Komposition in Berührung
kam. Im vorliegenden Werk verbinden sich
noch die emotionale Ausdruckskraft und das lebendige
Licht seiner früheren Schaffenszeit mit einer neuen
Klarheit und formalen Strenge. So entsteht eine eindrucksvolle
Darstellung geistiger Sammlung und innerer
Erleuchtung.
(1462361) (17)
GUERCINO,
ALSO KNOWN AS
“GIOVANNI FRANCESCO BARBIERI”,
1591 CENTO – 1666 BOLOGNA
SAINT DOMINIC
Oil on canvas. Relined.
79.6 x 58 cm.
Accompanied by an expert’s report by Nicholas Turner,
Halstead, dated 28 September 2018, in copy.
The painting was commissioned in 1631 by Marchese
Roberto Obizzi and belongs to Guercino’s so-called
transitional period (ca. 1625 – 1635). During this phase,
the artist moved away from the dramatic style of his
early years, characterised by naturalism and strong contrasts
of light and shadow, and developed a calmer,
more classicist visual language. In this work, the emotional
expressiveness and vibrant light of his earlier period
are combined with a new clarity and formal rigour.
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€ 20.000 – € 30.000
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33
236
ONORIO MARINARI,
1627 FLORENZ – 1715 EBENDA
JUDITH UND HOLOFERNES
Öl auf Leinwand, auf Platte.
118 x 88 cm.
Verso mit verschiedenen Vermerken und Etiketten.
In reliefverziertem und vergoldetem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Pierluigi Carofano, Pisa,
10. Oktober 2025, der das vorliegende Werk Onorio
Marinari zuschreibt, in Kopie.
Vor abgedunkeltem Fond die Bettstatt des Holofernes,
auf der diesem der Kopf vom Rumpf separiert wird.
Judith führt das elegant verzierte Schwert mit dem
vergoldeten Knauf. Die elegante Spitze ihres Untergewandes
und das purpurne Obergewand stehen in Kontrast
zur Kleidung ihrer Begleiterin. Die Tötung des
Holofernes wird im Buch Judith des Alten Testaments
berichtet (Jdt 10 – 13). Nach etlichem Brandschatzen
und Morden im gesamten Vorderen Orient gelangt
Holofernes nach Betulia, wo es Judith gelingt, ihn und
sein Gefolge in ein Gelage zu verwickeln. Sie und ihre
Magd nutzen seine Trunkenheit aus und enthaupten
ihn. Gemäß den aus New Orleans und London überlieferten
Informationen wurde das Gemälde im April
2003 von Dr. Sandro Bellesi anhand einer Fotografie
untersucht und die Zuschreibung an den genannten
Künstler vorgeschlagen.
Provenienz:
Dominion Gallery, Montreal, Kanada.
Christie’s New York, 30. September 2003, Lot 372.
Privatsammlung.
New Orleans Auction Galleries, 08. Dezember 2018,
Lot 222, als Onorio Marinari, zug.
Literatur:
Vgl. Sandro Bellesi, Tendenze e orientamenti naturalistici
nella pittura fiorentina della prima meta del Seicento,
in: Luce e ombra, Caravaggismo e naturalismo
nella pittura toscana del Seicento. Frammenti di immagini
tra realtà naturale, misticismo e sensualità, Ausstellungskatalog,
Pisa 2005, S. XCI – CXXIII, Abb. 43.
Vgl. Silvia Benassai, Onorio Marinari. Pittore nella
Firenze degli ultimi Medici, Florenz 2011, S. 224, Nr.
B.15. (1460082) (13)
ONORIO MARINARI,
1627 FLORENCE – 1715
JUDITH AND HOLOFERNES
Oil on canvas, on panel.
118 x 88 cm.
Various notes and labels on the reverse.
Accompanied by an expert’s report by Pierluigi Carofano,
Pisa, 10 October 2025, attributing the present
work to Onorio Marinari, in copy.
According to information received from New Orleans
and London, the painting was examined by Dr Sandro
Bellesi in April 2003 based on a photograph, and its
attribution to the aforementioned artist.
Provenance:
Dominion Gallery, Montreal, Canada.
Christie’s New York, 30 September 2003, lot 372.
Private collection.
New Orleans Auction Galleries, 8 December 2018, lot
222, as Onorio Marinari, attributed.
Literature:
cf. Sandro Bellesi, Tendenze e orientamenti naturalistici
nella pittura fiorentina della prima metà del Seicento,
in: Luce e ombra. Caravaggismo e naturalismo nella
pittura toscana del Seicento, exhibition catalogue,
Pontedera, Museo Piaggo, 18 March – 12 June 2005,
Pisa 2005, pp. XCI – CXXIII, ill. 43.
cf. Silvia Benassai, Onorio Marinari. Pittore nella
Firenze degli ultimi Medici, Florence 2001, p. 224,
no. B.15.
€ 10.000 – € 20.000
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237
JOHANNES BAECK,
1600 UTRECHT – 1654 EBENDA, ZUG.
DIOGENES AUF DER SUCHE NACH
EINEM MENSCHEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
145,7 x 144,0 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Der aus Sinope stammende griechische Denker (um
412–323 v. Chr.) wird hier, wie üblich, mit einer Laterne
und zwischen Leuten dargestellt. Der Sinn dieses attributiven
Gegenstandes geht aus der Legende hervor, wonach
Diogenes bei der Befragung, warum er bei Tageslicht
eine Laterne hält, geantwortet haben soll „Ich suche
einen Menschen“. Dieser Skeptizismus ist auch der Inhalt
der Lehre der damaligen griechischen Philosophie
geworden. Unser Gemälde steht einem anderen schönen
lebensgroßen Figurenbild von Baeck, der Fröhlichen
Gesellschaft aus dem Kunsthistorischen Museum in
Wien, nahe. Unsere Komposition zeigt jedoch mehr Einheit
im Vergleich zu jenem früheren Gemälde, das scheinbar
in zwei Hälften zerfällt. Unsere beiden Kinder, die den
Blick des Betrachters zu den Erwachsenen führen, wirken
weniger unbeholfen als der Hund, mit dem Baeck in
der Komposition von 1637 beide Teile zu verbinden suchte.
In beiden Gemälden sind zwei Figuren im Hintergrund
nur vage ausgeführt.
Die Intensität des Blicks unseres Diogenes lässt sich mit
dem Porträt des Utrechter Edelmanns Frederik van Zuylen
van Nyevelt vergleichen, dessen Kostüm aus den frühen
1640er-Jahren stammt; das Gemälde ist auf 1650 datiert.
Schließlich erinnert unsere männliche Figur links stark
an den linken Mann in Baecks „Verlorenem Sohn im
Wirtshaus“, Dorotheum Wien, 2. Oktober 2002.
Provenienz:
Auktion Babuino, Rom, 12. September 2009.
(1461348) (1) (13)
JOHANNES BAECK,
1600 UTRECHT – 1654 IBID., ATTRIBUTED
DIOGENES SEARCHING FOR A HUMAN BEING
Oil on canvas. Relined.
145.7 x 144.0 cm.
The present painting bears a close resemblance to another
beautiful life-size figure painting by Baeck, Fröhliche
Gesellschaft (The Merry Company), in the Kunsthistorisches
Museum, Vienna. However, the present
composition shows greater unity compared to the earlier
painting, which appears to be divided into two
halves. The two children in the present painting, who
lead the viewer’s gaze towards the adults, appear
more natural than the dog employed by Baeck in the
1637 composition to connect the two sections. In both
paintings, two background figures are only vaguely depicted.
The intensity of Diogenes’ gaze in the present
painting can be compared to the portrait of the Utrecht
nobleman Frederik van Zuylen van Nyevelt, whose costume
dates from the early 1640s; the painting is dated
1650. Finally, the male figure on the left in the present
painting closely resembles the man on the left in Baeck’s
“Der Verlorene Sohn im Wirtshaus” (“The Prodigal
Son in a Tavern”), which was offered for sale at Dorotheum,
Vienna, on 2 October 2002.
Provenance:
Auction Babuino, Rome, 12 September 2009.
€ 15.000 – € 18.000
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35
238
DOMENICO FETTI,
UM 1589 ROM – 1624 VENEDIG
Domenico Fetti schuf den Großteil seiner Werke in
Mantua, weshalb er auch „Mantuano“ genannt wurde.
Sein Vater Pietro war ebenfalls Maler, vermutlich in
Ferrara, und vermittelte ihm wohl den ersten Unterricht.
Später soll Fetti Schüler von Andrea Commodi
(1560 – 1638) gewesen sein; sicher hingegen, dass er
in Rom bei Ludovico Cigoli (1559 – 1613) studierte, und
von den Carracci, Michelangelo Merisi il Caravaggio
(1570/71 – 1610) sowie von Peter Paul Rubens (1577 –
1640) und Adam Elsheimer (1574/78– 1610/20) beeinflusst
wurde. Die 1607 entstandenen allegorischen
Szenen im Palazzo Colonna in Zagarolo werden seiner
Hand zugeschrieben. Ferdinand Gonzaga (1587 – 1626)
soll ihn als Hofmaler nach Mantua berufen haben.
DIE HEILIGE JULIANA FÜHRT SATAN AN DER KETTE
Öl auf Holz.
55,4 x 45,5 cm.
Verso diverse Vermerke, darunter Inv.Nr. sowie frühere
Zuweisungen („Domenico Zampieri“), siehe Expertise.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Paolo Bertelli, Mantua,
15. Oktober 2023, in Kopie.
Typisch für Fetti ist die Darstellung heiliger Figuren,
stets eingebettet in eine lebendige Szenerie, in der die
jeweiligen Attribute Teil der Handlungen werden. So
zeigt auch das vorliegende Gemälde, die Legende der
Heiligen Juliana dramatisch verlebendigt: Juliana ist
mit einer Kette dargestellt, an der ihr Dämon – der Teufel
– entmachtet ist. Dies symbolisiert ihre Ablehnung
des antiken Heidentums, das durch ein Steinrelief im
Bild sichtbar gemacht wird.
DOMENICO FETTI,
CA. 1589 ROME – 1624 VENICE
SAINT JULIANA LEADS SATAN ON A CHAIN
Oil on panel.
55.4 x 45.5 cm.
Various remarks: inv. no., attribution (Domenico Zampieri),
etc. on the reverse (see expert’s report) .
Accompanied by an expert’s report by Dr Paolo Bertelli,
Mantua, 15 October 2023, in copy.
Provenance:
According to the lacquer seal: Museo Pontifico della
Santa Casa di Loreto (with papal crown).
Furthermore, lacquer seals with aristocratic coat of
arms.
Literature:
cf. Jürgen M. Lehmann, Domenico Fetti. Leben und
Werk des römischen Malers, Frankfurt am Main 1976.
cf. Eduard A. Safarik, Fetti. L’Opera complete, Milan
1990.
€ 25.000 – € 35.000
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Provenienz:
Laut Lacksiegel verso: Museo Pontifico della Santa
Casa di Loreto (mit Papstkrone).
Ferner ein weiteres Lacksiegel mit Adelswappen.
Literatur:
Vgl. Jürgen M. Lehmann, Domenico Fetti. Leben und
Werk des römischen Malers, Frankfurt am Main 1976.
Vgl. Eduard A. Safarik, Fetti. L’Opera completa,
Mailand 1990. A.R. (1461951) (11)
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37
239
ANTIVEDUTO GRAMMATICA,
1571 SIENA – 1626 ROM
MARIA MIT DEM KIND UND DER HEILIGEN ANNA
Öl auf Leinwand. Doubliert.
114 x 141 cm.
Verso Etiketten und Vermerke.
In mit Zungenfries reliefiertem Rahmen.
Die Zuschreibung an Antiveduto Gramatica wurde erstmals
1971 von Alfred Moir getätigt; Giovanni Papi hat
das vorliegende Werk laut Christie’s in das Spätwerk
des Künstlers eingeordnet.
In einem angedeuteten architektonischen Gefüge eingeordnet,
das Christuskind eine absteigende Diagonale
beschreibend, dahinter am nächsten seine Mutter Maria
in einem geöffneten Buch lesend, links dahinter in bewegter
Pose die Heilige Anna mit erhobenen Armen.
Provenienz:
Sotheby’s London, 10. Juli 1963, Lot 77, als
Alessandro Tiarini.
Frederick B. Anthon, Beverly Hills, Kalifornien.
Von diesem als Geschenk an:
The Art, Architecture and Design Museum,
University of California, Santa Barbara.
Christie’s, New York, 5. Juni 2013.
Literatur:
Helmut Philipp Riedl und Erich Schleier, Ein unbekanntes
Hochaltarbild Antiveduto della Grammaticas
in Todi und weitere Neuzuweisungen, in: Pantheon,
November 1992, S. 72, Nr. 14 als Kopie nach einem
Gemälde in Warschau.
Gianni Papi, Antiveduto Gramatica, Soncino 1995,
S. 125, Nr. 78, Abb. 49.
Helmut Philipp Riedl, Antiveduto della Grammatica
(1570/71 – 1626), Leben und Werk, München, 1998,
S. 95 – 96, Abb. 18, als Kopie nach Warschauer
Gemälde. (1462081) (13)
ANTIVEDUTO GRAMMATICA,
1571 SIENA – 1626 ROME
MARY WITH THE CHILD AND SAINT ANNE
Oil on canvas. Relined.
114 x 141 cm.
Labels and notes on the reverse.
In a frame with a relief tongue moulding.
The attribution to Antiveduto Gramatica was first made
in 1971 by Alfred Moir; according to Christie’s, Giovanni
Papi has classified the present work as one of the
artist’s late works.
Provenance:
Sotheby's London, 10 July 1963, lot 77, as Alessandro
Tiarini.
Frederick B. Anthon, Beverly Hills, California.
From him as a gift to: The Art, Architecture and
Design Museum, University of California, Santa
Barbara.
Christie's, New York, 5 June 2013.
Literature:
Helmut Philipp Riedl and Erich Schleier, Ein
unbekanntes Hochaltarbild Antiveduto della
Grammaticas in Todi und weitere Neuzuweisungen,
in: Pantheon, November 1992, p. 72, no. 14 as a copy
after a painting in Warsaw.
Gianni Papi, Antiveduto Gramatica, Soncino 1995,
p. 125, no. 78, fig. 49.
Helmut Philipp Riedl, Antiveduto della Grammatica
(1570/71–1626), Life and Work, Munich, 1998, pp.
95–96, fig. 18, as a copy after a painting in Warsaw.
€ 25.000 – € 45.000
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240
ANTONIO BELLUCCI,
1654 PIEVE DI SOLIGO – 1726 EBENDA, ZUG.
DIE HEILIGE FAMILIE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
107 x 137 cm.
In prächtigem ornamentiertem Rahmen.
Vor einer nicht näher definierten Architektur nimmt die
Heilige Familie den Großteil des Bildgrundes ein. Maria
trägt fürsorglich ihren Sohn auf dem Schoss, der sich
in einer kleinen Drehung Josef zuwendet. Dieser sitzt
neben der Hauptgruppe. Ihm gegenüber ist die Heilige
Elisabeth gezeigt, die Johannes den Täufer stützt. Die
reichen Farbabstufungen und feine weiche Pinselführung
sowie die deutlich konturierten Figuren mit den
gekonnten Hell-Dunkel-Effekten zeigen die Meisterschaft
des Künstlers.
(1462052) (10)
€ 9.000 – € 18.000
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39
241
FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS
SALOME UND DAS HAUPT JOHANNES
DES TÄUFERS
FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY
SALOME WITH THE HEAD OF SAINT
JOHN THE BAPTIST
Öl auf Holzplatte.
46 x 63,5 cm.
Die biblische Szenerie in einem großen fantasievollen
Innenraum mit mächtigen Säulen und Rundbögen,
durch die der Blick ins Freie fällt. Im Zentrum ein junger
Diener mit entblößtem Oberkörper, der soeben
das Haupt des Heiligen Johannes des Täufers über einer
Blutschüssel hält. Rechts von ihm, auf erhöhtem
Absatz stehend, Königin Herodias in Begleitung ihrer
Tochter Salome und weiteren Damen des Hofs. Links
der bärtige König Herodes mit Turban sowie einige Soldaten
in Rüstung und wenige Würdenträger, die dem
Geschehen beiwohnen. Feine erzählerische Darstellung,
bei der insbesondere die prachtvollen Kleider
hervorgehoben werden.
(1461421) (1) (18)
Oil on panel.
46 x 63.5 cm.
€ 10.000 – € 14.000
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242
JOHANN HEISS,
1640 MEMMINGEN – 1704 AUGSBURG
Der Künstler verbrachte seine Lehrjahre in Memmingen.
Es wird angenommen, dass er sich zu seiner malerischen
Weiterentwicklung auch in Italien aufgehalten
hat. Er war Schüler des Malers Johann Heinrich Schönfeld.
In den Jahren 1663 und 1664 stand er in Stuttgart
im Dienst des württembergischen Herzogs Eberhard III.
Ab 1669/70 lebte er wieder in Memmingen und schuf in
dieser Zeit eine Reihe von Historienbildern, die sein
überregionales Renommee begründeten. 1677 siedelte
er nach Augsburg über. Seine Bilderrätsel in allegorischen,
mythologischen und religiösen Werken, die zu
ihrem Verständnis entschlüsselt werden mussten, trafen
den Geschmack einer gebildeten Kundschaft.
KÖNIG SALOMON OPFERT FREMDEN GÖTTERN
Öl auf Leinwand.
70 x 96 cm.
Links unten signiert „Heiß“ und datiert „1661“(?).
Die mehrfigurige Darstellung folgt den Texten aus dem
1. Buch der Könige (1 Kön 11). Danach wurde Salomon
dem einzigen Gott Israels untreu und opferte auch Göttern
der Nachbarvölker, von denen er Frauen geehelicht
hatte. Heiss hat den König im Prunkgewand im Bildzentrum
ins Licht gesetzt. Links daneben ist der Aufbau
eines Altars zu sehen, bekrönt von der Figur eines Kalbes,
davor ein hölzerner Feuerkasten. In seiner Rechten
hält Salomon ein Weihrauchgefäß, während er sich
mit einer Handgeste einem Mann zuwendet, der ihn
offenbar von seinem Tun abzuhalten sucht. Die Schlichtheit
dieses Altars mit der Holzkiste ist als bewusster
Gegensatz zum edlen Opferdienst im Jerusalemer
Tempel zu verstehen. Als Opfergegenstände sind links
unten ein Lamm sowie Opferschalen aus Silber und
Gold dargestellt. Die gesamte Szene wird von einer
düsteren Wolkenstimmung beherrscht, welche die
häretische Tat des Königs eindrucksvoll unterstreicht
Heiss widmete sich historischen Themen, die auch
von Joachim von Sandrart in dessen „Teutscher Akademie“
gewürdigt wurden. Die Stadt Augsburg bot dem
Maler eine breitere Auftragslage, wobei er den dortigen
Lokalstil der sogenannten „Augsburger Schule“
wesentlich mitgeprägte. Das Gemälde ist in eine
Schaffensphase zu datieren, in der seine Hauptwerke
entstanden. Mehrere davon befinden sich in der
Barockgalerie Schloss Ludwigsburg, im Stadtmuseum
Memmingen, im Herzog Anton Ulrich-Museum
Braunschweig, im Germanischen Nationalmuseum
Nürnberg, im Zeppelin-Museum Friedrichshafen sowie
in der Staatsgalerie Stuttgart. Außerhalb Deutschlands
ist der Maler unter anderem im Musée du Louvre
(Paris), der Eremitage (Sankt Petersburg) und im Kunsthistorischen
Museum (Wien) vertreten.
Literatur:
Vgl. Zeppelin Museum Friedrichshafen (Hrsg.),
Johann Heiß. Schwäbischer Meister barocker Pracht,
Ausstellungskatalog, Friedrichshafen 2002.
Vgl. Peter Königfeld, Der Maler Johann Heiss. Memmingen
und Augsburg 1640 – 1704, Weißenhorn 2001.
Vgl. Günther Bayer, Memminger Maler zur Zeit des
Barock. Lebensbilder und Werke, Lindenberg 2007.
A.R. (1460841) (11)
JOHANN HEISS,
1640 MEMMINGEN – 1704 AUGSBURG
KING SOLOMON OFFERING SACRIFICES
TO FOREIGN GODS
Oil on canvas.
70 x 96 cm.
Signed “Heiß” lower left and dated “1661”(?).
Literature:
cf. Wolfgang Meighörner (ed.), Johann Heiß.
Schwäbischer Meister barocker Pracht, exhibition
catalogue, Friedrichshafen 2002.
cf. Peter Königfeld, Der Maler Johann Heiss.
Memmingen und Augsburg 1640 – 1704, Weißenhorn
2001.
cf. Günther Bayer, Memminger Maler zur Zeit des
Barock. Lebensbilder und Werke, Lindenberg 2007.
€ 10.000 – € 15.000
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41
243
RAPHAEL,
1483 URBINO – 1520 ROM,
NACHFOLGE DES 16./17. JAHRHUNDERTS
Gemäldepaar
DER BETHLEHEMITISCHE KINDERMORD
Öl auf Leinwand.
Jeweils 74 x 60 cm.
Das kirchliche Fest am 28. Dezember – der Tag der
unschuldigen Kinder – erinnert an die im Matthäusevangelium
überlieferte Legende vom angeblichen Ereignis
des Kindermordes zu Bethlehem (Mt 2,13–23).
Die Erzählung, für die historische Beweise fehlen,
macht König Herodes verantwortlich, der jedoch bereits
vier Jahre vor Christi Geburt starb. In Frage käme
also einer der Söhne desselben Namens, Herodes Archelaos
oder Herodes Antipas. Die Legende – ein mythischer
Topos, der bereits in der ägyptischen Exodussage
auftritt – hat im Christentum Fuß gefasst und
wurde in der Kunst tausendfach thematisiert. Die Renaissance
hat das Thema neu in Darstellung gebracht.
Vor allem der Entwurfszyklus des Raphael, beauftragt
1520 für die Galleria degli Arazzi im Vatikan, schuf eine
neue Sicht in der Darstellung; nach dem Tod Raphaels
von Malern wie Giulio Romano (um 1499 – 1546) fertig-
gestellt. Diese Vorbilder der „Scuola Nova“ des Raphael
beeinflussten die Kunstwelt der Renaissance.
Der Stil des Manierismus fand in diesem Thema die
Möglichkeit, vielfältige Körperhaltungen neu in Szene
zu setzen. Jacob Binck (1500 – 1569) etwa, Marcantonio
Raimondi (um 1480 – vor 1534) aber auch Ugo da
Carpi (um 1450/80 – 1532) oder Nicolas Beatrizet
(1515 – 1565) schufen Kupferstiche zum Thema, Maler
wie Cornelis van Haarlem (1562 – 1638) griffen es um
1590 erneut auf. Wiederholungen nach den Raphael-
Motiven in Öl sind kaum bekannt geworden. Das vorliegende
Gemälde ist eine dieser höchst seltenen, in Öl
ausgeführten Darstellungen des bethlehemitischen
Kindermordes nach dem Zyklus von Raphael, hier als
Grisaille/Camaieu malerei in Brauntönen. Eine vergleichbare,
etwas kleinformatigere Ausführung in Öl auf Holz
(44 x 29 cm, ebenfalls in Grisaille) wurde am 17. Oktober
2017 unter Lot 218 im Dorotheum versteigert, als
Umkreis von Raffaello Sanzio. A.R.
(1451204) (11)
€ 6.000 – € 8.000
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244
JACQUES STELLA,
1596 LYON – 1657 PARIS, ZUG.
DIE ANBETUNG DER ENGEL
Öl auf Leinwand. Doubliert.
26,5 x 31,8 cm.
In vergoldetem, teils mit rotem Samt
bezogenem Rahmen.
Im Zentrum das auf einem weißen Kissen und Laken
liegende, seitlich langestreckte, sanft schlafende Jesuskind,
lediglich mit einem Tuch im Schambereich bedeckt.
Seitlich von ihm zwei größere stehende Engel,
von denen einer das Kind mit vor der Brust gefalteten
Händen betrachtet, der andere hat die Arme vor der
Brust überkreuzt und richtet seinen Blick ehrfurchtsvoll
auf Jesus. Im Hintergrund links zwei Putti, von denen
einer mit einem goldbesticktem Vorhang be schäftigt
ist. Qualitätvolle einfühlsame Darstellung in weichen
zarten Farbtönen mit meisterhafter Lichtführung, die
den Schlafenden und die Gesichter der großen Engel
hervorhebt.
JACQUES STELLA,
1596 LYON – 1657 PARIS, ATTRIBUTED
THE ADORATION OF THE ANGELS
Oil on canvas. Relined.
26.5 x 31.8 cm.
Notes:
Another comparable version of the artist’s Adoration
of the Angels, in which the sleeping Christ Child is
positioned differently, was sold at Sotheby’s New York
on 27 January 2011, lot 313.
€ 22.000 – € 28.000
Sistrix
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Anmerkung:
Eine weitere vergleichbare Version der „Anbetung
der Engel“ des Künstlers, bei der das schlafende
Jesuskind anders liegt, wurde am 27. Januar 2011 bei
Sotheby’s New York versteigert, Lot 313. (1451202) (18)
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43
245
SANTI DI TITO,
1536 SANSEPOLCRO/ITALIEN – 1603 FLORENZ,
ZUG.
Der Maler stand im Kreis des Agnolo Bronzino und
Baccio Bandinelli. Hielt sich von 1558 – 1564 in Rom
auf. Unter der Leitung von Giorgio Vasari schuf er
Werke im Palazzo Vecchio in Florenz sowie das Altarblatt
in Santa Croce.
BILDNIS DER DIONORA RUCELLAI
Öl auf Leinwand.
100 x 78 cm.
Verso alter handschriftlicher Papieraufkleber mit Nennung
der Dargestellten „Dionora Rucellai/figlia di Luigi
Rucellai...“ ferner die Aufschrift „inventario 1648“.
In marmoriertem Holzrahmen.
Das großformatige Portraitbildnis zeigt die Dame in
Dreiviertelfigur, die zur Adelsfamilie der Rucellai zählt,
deren Palast von Alberti in Florenz errichtet wurde und
zu den bedeutendsten Bauwerken der Stadt zählt. Das
Gemälde ist eine Variation – auch in anderer Bekleidung
– zu einem weiteren bekannten Werk und dürfte
möglicherweise auch im Werkstatt-Zusammenhang
oder als eine Wiederholung entstanden sein. Die Dame
trägt ein äußerst aufwendig gearbeitetes, mit paralleler
Bortendekoration geschmücktes Kleid mit langen
übergelegten Ärmeln sowie eine weite Spitzenkrause,
die das anmutige Gesicht rahmt und hervorhebt. Die
rechte Hand ist an die Brust gelegt, mit Ringfinger und
einem kleinen rot gebundenen Gebetbüchlein. Wie bei
Adelsportraits auch in dieser Zeit schon üblich ist möglicherweise
eine Mitwirkung der Werkstatt, insbesondere
bei den dekorativen Details anzunehmen.
SANTI DI TITO,
1536 SANSEPOLCRO, ITALY – 1603 FLORENCE,
ATTRIBUTED
PORTRAIT OF DIONORA RUCELLAI
Oil on canvas.
100 x 78 cm.
On the reverse, old handwritten paper label with the
name of the person depicted, “Dionora Rucellai/ figlia
di Luigi Rucellai...” and the inscription “inventario 1648”.
Provenance:
Dukes of Kunz (branch of the Habsburg-Lorraine
family).
€ 20.000 – € 30.000
Sistrix
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Provenienz:
Herzöge von Kunz (Familienzweig der Habsburg-
Lorena). (1460581) (2) (11)
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45
246
MALER DER ZWEITEN HÄLFTE
DES 16. JAHRHUNDERTS
GRUPPENBILDNIS MIT PROTESTANTISCHEN
REFORMATOREN
Öl auf Leinwand, mit Kartonplatte abgedeckt.
97,5 x 143 cm.
In dekorativem Rahmen.
In einem Innenraum die Gruppe von 15 protestantischen
Reformatoren um einen Tisch in zwei Reihen. In
der ersten Reihe sieben sitzende Figuren, meist unterhalb
der Dargestellten mit Namen versehen, darunter
Jan Hus und Johannes Calvin. Im Hintergrund acht
stehende Reformanten, teils mit Kopfbedeckung und
langen weißen Bärten in schwarzer Kleidung, darüber
beschriftet die Namen der einzelnen Figuren, darunter
Ulrich Zwingli, Hieronymus von Prag und William Perkins.
Vor dem Tisch, am unteren Bildrand, sind zudem
zu identifizieren: Ein Kardinal, der Teufel, ein Papst und
ein Ordensmann, die alle versuchen die auf dem Tisch
stehende und brennende Kerze auszublasen, die die
Versammlung der Protestanten erleuchtet. Die Kerze
stellt das Licht der protestantischen Reformation dar,
das die Kirche auszulöschen versucht.
Anmerkung:
Es existiert ein Stich dieses Themas, jedoch
ohne den dargestellten William Perkins, in:
Thomas Williams, A Dictionary Of All Religions
And Religious Denominations.
Ausstellungen:
Hier stehe ich. Gewissen und Protest. 1521 bis 2021,
Landesausstellung, Museum der Stadt Worms, 03.
Juli – 30. Dezember 2021, Katalogabbildung S. 130.
(1461511) (18)
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PAINTER OF THE SECOND HALF
OF THE 16TH CENTURY
GROUP PORTRAIT WITH PROTESTANT REFORMERS
Oil on canvas, backed with card.
97.5 x 143 cm.
Notes:
An engraving of the subject is known, but without
the depiction of William Perkins, in: Thomas Williams,
A Dictionary of All Religions and Religious
Denominations.
Exhibitions:
Hier stehe ich. Gewissen und Protest. 1521 bis
2021, Landesausstellung, Museum der Stadt Worms
im Andreasstift, 3 July – 30 December 2021, cat.
ill. p. 130.
Sistrix
€ 20.000 – € 40.000 INFO | BID
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47
247
CESARE DANDINI,
1596 FLORENZ – 1657 EBENDA, ZUG.
PORTRAIT EINER DAME
Öl auf Leinwand.
53 x 42 cm.
In breitem, ornamental verziertem und vergoldetem
Rahmen.
Vor unbestimmtem Grund das leicht nach links gewandte
Brustbildnis einer leicht entblößten jungen
Frau, mit sinnlichem Blick und aufmerksam wiedergegebener
Kleidung.
Literatur:
Vgl. Sandro Bellesi, Cesare Dandini, Turin 1996.
Vgl. Sandro Bellesi, Cesare Dandini. Addenda al catalogo
dei dipinti, Florenz 2007. (1462255) (13)
CESARE DANDINI,
1596 FLORENCE – 1657 IBID., ATTRIBUTED
PORTRAIT OF A LADY
Oil on canvas.
53 x 42 cm.
Literature:
cf. Sandro Bellesi, Cesare Dandini, Turin 1996.
cf. Sandro Bellesi, Cesare Dandini, Addenda al
catalogo dei dipinti, Florence 2007.
€ 15.000 – € 20.000
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49
248
GERRIT DE WET,
1616 AMSTERDAM – 1674 LEIDEN
BILDNIS DES JUNGEN GRAFEN JEAN BAPTIST
EVERARD DE BORCHGRAVE AUS DEM ADELS
GESCHLECHT DER BURGGRAVE D’ALTENA
Öl auf Eichenholz. Parkettiert.
50 x 41,5 cm.
An der Tischkante signiert „Gerrit de Wet . pinx.“
In elegant lockerer Haltung, an einen Tisch gelehnt, hat
der Maler den jungen Jean Baptist Everard de Borchgrave
von Altena (1613 – 1684) portraitiert. Er war Herr
u. a. von Bovelingen, Ruckelingen. Die Beschriftung
des Buches links benennt sein Alter: „AETATIS SVAE
23”. Damit steht auch die Datierung des Bildes auf das
errechnete Jahr 1633 fest. Das Datum „Ao 1598“ mag
auf die Familienchronik hinweisen.
De Wet war ein Schüler Rembrandts van Rijn
(1606 – 1669), wobei das vorliegende Bild den Frühstil
des Lehrers erkennen lässt. Portaits seiner Hand sind
kaum bekannt geworden. Umso bedeutender ist dieses
Werk, das eine exzellente Feinmalerei aufweist,
beachtet man die Genauigkeit, mit der etwa die goldene
Uhrkette und andere Details behandelt werden, von
der lebendigen Erfassung des Gesichtes ganz abgesehen.
Die Adelsfamilie wurde 1745 durch Max Joseph
III von Bayern in den Grafenstand des Heiligen Römischen
Reiches erhoben.
Provenienz:
Angaben auf der Rückseite:
Jean de Borchgrave, Echevin de Bois-le-Duc –
Collection Château de Bovelingen. Collection
Douairiere Comtesse de Borchgrave d’Altena,
vente Galerie Le Roy 21.6.1919 No. Catalogue.
Vente b.d.a. Villa Altena, 18.6.1964, Cat. Nr. 64
par Galerie Brugeoise.
Collection CTE. Wlram Borchgrave de Altena.
Letzterer (1716 – 1782) war Propst von Tongeren
und Herr van Mal. A.R. (1461369) (11)
GERRIT DE WET,
1616 AMSTERDAM – 1674 LEIDEN
PORTRAIT OF THE YOUNG COUNT JEAN BAPTIST
EVERARD DE BORCHGRAVE FROM THE NOBLE
FAMILY OF THE BURGGRAVE D’ALTENA
Oil on oak panel. Parquetted.
50 x 41.5 cm.
Signed “Gerrit de Wet. pinx.” on table edge.
Provenance:
Information on the reverse:
Jean de Borchgrave, Echevin de Bois-le-Duc –
Collection Chateau de Bovelingen.
Collection Douairiere Comtess de Borchgrave
d’Altena, vente Galerie Le Roy 21.6.1919 no.
Catalogue
Vente b.d.a Villa Altena. 18.6.1964 cat. no. 64
par Galerie Brugeoise.
Collection CTE Wlram Borchgrave de Altena.
The latter was Propst von Tongeren and Herr
van Mal (1716 – 1782).
€ 14.000 – € 18.000
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249
UTRECHTER SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS
DIE WECHSLERIN
Öl auf Holz.
63 x 80 cm.
In Louis XV-Rahmen.
An einem horizontal im Bild liegenden Tisch sitzt eine
ältere Dame ihre Sehhilfe auf der Nase haltend. Auf
dem Tisch einige Münzen und eine Rechentafel, auf
der bereits Notizen angelegt wurden. An der linken unteren
Bildecke auch eine Schale mit Münzen und zwei
Geldkatzen. Die Darstellung erinnert etwa an zeitgleiche
Darstellungen von Gerrit van Honthorst (1590 – 1656)
oder Hendrick Bloemaert (1601/02 – 1672).
(1460935) (13)
UTRECHT SCHOOL, 17TH CENTURY
THE FEMALE MONEY CHANGER
Oil on panel.
63 x 80 cm.
The depiction is reminiscent of contemporary works
by Gerrit van Honthorst (1590 – 1656) or Hendrick Bloemaert
(1601/02 – 1672).
€ 10.000 – € 20.000
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51
250
JAKOB FERDINAND VOET,
1639 ANTWERPEN – 1689 PARIS, ZUG.
Voet war ein hervorragender Portraitist des Spätbarock,
der sowohl in Frankreich als auch in Italien wirkte
und von 1663 bis 1680 in Rom tätig war. Höchst erfolgreich
bei der Aristokratie wie am päpstlichen Hof,
schuf er Bildnisse bedeutendster Persönlichkeiten,
darunter Christina von Schweden sowie Mitgliedern
der Familien Colonna und Odescalchi. Berühmt wurde
die Galerie mit 37 seiner Bildnisse der schönsten Frauen
Roms, die 1671 von Kardinal Flavio Chigi in Auftrag
gegeben wurde und die Schönheitsgalerie im Palazzo
Chigi in Ariccia bildete. In Mailand ist er 1680 nachgewiesen,
1681 in Florenz, wo er für die Medici tätig war,
anschließend in Turin und Lyon, 1684 in Antwerpen
und schließlich in Paris, wo er starb.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Francesco Petrucci,
Rom, März 2023, in Kopie, mit der Zuweisung an Voet.
Halbbildnis in Lebensgröße nach rechts, vor dunklem,
nach rechts olivgrün aufhellendem Hintergrund. Der
Würdenträger in kardinalroter Mantille, mit hellem Kragen
sowie rotem Birett. Sein nachdenklicher Blick gilt
dem Betrachter. Am Oberrand Nennungsaufschrift in
Majuskeln: „XPHORVS GIARDA CASTI EPISCOPVS/
HISTORICVS AC MORALISTA“, die seine Tätigkeit als
Historiker und Moralphilosophen bezeichnet. Rechts
darunter das Familienwappen mit Helmzier. Das Gemälde
entspricht einer Reihe von Kardinalsbildnissen
Vouets, die in übereinstimmender Darstellungsweise
ausgeführt wurden, wie etwa das von Federico Ubaldo
Baldeschi Colonna.
BILDNIS DES KARDINALS
MONSIGNOR CRISTOFORO GIARDA,
LETZTER BISCHOF VON CASTRO, UM 1670/80
Öl auf Leinwand. Doubliert.
65 x 50,5 cm.
Provenienz:
Sammlung Giarda di Vespolate, im Besitz von Angela
Giarda, Baronessa Donna d’Olderico (Angehörige der
novaresischen Adelsfamilie).
Sammlung Barone Giovanni Donna D’Oldenico, 1949.
Zuletzt Privatsammlung in Briona, Novara.
€ 8.000 – € 12.000
Literatur:
Giovanni Donna D’Oldenico, Cristoforo Giarda da
Vespolate, Turin 1949, S. 13, Abb. 5.9.
Vgl. Francesco Petrucci, Monsù Ferdinando ritrattista.
Note su Jacob Ferdinand Voet (1639 – 1700), in: Storia
dell’arte, Bd. 84, 1995, S. 283-296, Abb. 7–9.
Vgl. Francesco Petrucci, Ferdinand Voet. Ritratto di
Pietro Banchieri in veste di „bella“, in: Quaderni del
Barocco, Bd. 6, Ariccia 2009.
Vgl. Guido Jansen, Ferdinand Voet and Coenraad
Ruysch, in: The Burlington Magazine, CLIII, Feb. 2011,
S. 2009.
Vgl. Francesco Petrucci, Pittura di ritratto a Roma.
Il Settecento, Rom 2007.
Barnabiti Studi, Rivista di ricerche storiche, Nr. 29,
Rom 2012, S. 273ff. A.R. (1461331) (11)
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251
ISAAK LUTTICHUYS,
1616 – 1673, KREIS DES
PORTRAIT EINER DAME
Öl auf Leinwand.
109 x 83,5 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Portrait einer Dame mit blasser Haut und ernstem
Blick vor dunklem Hintergrund. Sie trägt ein schlichtes
dunkles Gewand mit weißem Spitzenkragen und hält
einen Fächer in den gefalteten Händen. Der Ohrschmuck
und die sorgfältig frisierten Haare akzentuieren
das Gesicht, das durch die Lichtführung – typisch
für die niederländische Portraitmalerei des 17. Jahrhunderts
– besonders hervorgehoben wird.
(1461345) (1) (17)
€ 9.000 – € 11.000
Sistrix
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53
252
ABRAHAM JANSSENS,
1575 ANTWERPEN – 1632 EBENDA, KREIS DES
JUPITER WIRD VON VENUS ZURECHTGEWIESEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
146 x 181 cm.
Verso auf dem Keilrahmen mit altem Provenienzetikett.
Ungerahmt.
Vergil schilderte in der Aeneis (X,1–14) eine Begebenheit
aus dem Trojanischen Krieg: Jupiter hatte alle
olympischen Götter zusammengerufen, um sie zum
Frieden zu gemahnen – doch Venus, die ihren Enkel
Aeneas und die Trojaner unterstützen wollte, widerspricht
Jupiter in dieser Sache. Mit dem Amorknaben
an der Hand redet sie auf den nachdenklich sinnenden
Jupiter und dessen Gemahlin Juno ein, die als Gegnerin
der Trojaner bekannt ist. Ganz links beugt sich die
geharnischte Minerva zu Juno herab, hinter dem Göttervater
erkennt man Diana an ihrem Monddiadem.
Halb verdeckt vom Arm der Venus wohnen zudem
Apoll mit seiner Leier als Attribut und der Kriegsgott
Mars dem Geschehen bei, während am rechten Bildrand
Herkules mit Löwenfell und Keule heranschreitet.
In der Alten Pinakothek in München wird eine andere
Version des vorliegenden Gemäldes verwahrt (206 x
239 cm, Inv.Nr. 4884). Auch das Art Institute of Chicago
besitzt eine Version des Gemäldes (194 x 232 cm)
wobei beide Versionen rechts am Rand eine Figur zeigen,
die bei unserem Gemälde fehlt, wohl aber bei einer
Werkstattwiederholung vorhanden ist, die bei
Christie’s am 2. Dezember 2014 angeboten wurde und
wohl fälschlicherweise mit der gleichen Provenienz
ausgestattet ist wie unser hier angebotenes Werk.
Provenienz laut rückwärtigem Sammlungsetikett:
Sammlung Adolf Holzapfel, Dublin.
Sammlung Sir Herbert Ingram. (1440708) (13)
ABRAHAM JANSSENS,
1575 ANTWERP – 1632 IBID., CIRCLE OF
JUPITER BEING REBUKED BY VENUS
Oil on canvas. Relined.
146 x 181 cm.
Old provenance label on the back of the stretcher.
Another version of the present painting is held at the
Alte Pinakothek in Munich (206 x 239 cm, inv. no. 4884).
The Art Institute of Chicago also holds a version of the
painting (194 x 232 cm), although both versions show
a figure on the right edge that is missing from the
painting on offer for sale here but is present in a workshop
replica that was offered at Christie’s on 2 December
2014 and is probably erroneously provided with the
same provenance as the work offered here.
Provenance, according to the collection label
on the reverse:
Adolf Holzapfel collection, Dublin.
Sir Herbert Ingram collection.
Sistrix
€ 18.000 – € 22.000 (†) INFO | BID
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253
LUCIANO BORZONE,
1590 GENUA – 1645 EBENDA
SUSANNA UND DIE BEIDEN ALTEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
112 x 142 cm.
In vergoldetem reliefverziertem Rahmen.
Gezeigt ist die Szene, in der Susanne im Bad von den
beiden Alten bedrängt wird. Um sie verführen zu können,
drohen diese mit Erpressung, gegenseitig Zeugen
dafür zu sein, dass Susanna eingewilligt hätte.
Erst der Prophet Daniel als Richter bewies ihre Unschuld
durch getrennte Befragung der Alten. Somit gilt
die Legende – neben dem „Salomonischen Urteil“ –
als historisches Zeugnis der frühen antiken Wahrheitsfindung
und Rechtsgeschichte. Werke, die gesichert
Borzone zugeordnet werden können, sind in der Kirche
San Francesco di Paola in Genua zu finden, wo sich ein
von ihm signiertes Altarbild befindet.
Literatur:
Anna Manzitti, Luciano Borzone 1590 – 1645,
Genua 2015, S. 99, Abb. 15.
Franco Renzo Pesenti, La pittura in Liguria. Artisti
del primo Seicento, Genua 1986, S. 68, Abb. 49.
Anna Manzitti (Hrsg.), Luciano Borzone. Pittore vivacissimo
nella Genova di primo Seicento, Ausst.-Kat.,
Genua 2015, S. 32 und 33, Abb. 8.
Ausstellungen:
Luciano Borzone. Pittore vivacissimo nella Genova
di primo Seicento, Palazzo Lomellino in Strada Nuova,
Genua, 18. Dezember 2015 – 28. Februar 2016,
kuratiert von Anna Manzitti. (1450792) (3) (13)
LUCIANO BORZONE,
1590 GENOA – 1645 IBID.
SUSANNA AND THE TWO ELDERS
Oil on canvas. Relined.
112 x 142 cm.
Literature:
Anna Manzitti, Luciano Borzone 1590 – 1645,
Genoa 2015, p. 99, ill. 15.
Franco Renzo Pesenti, La pittura in Liguria. Artisti del
primo Seicento, Genoa 1986, p. 68, ill. 49.
Anna Manzitti (ed.), Luciano Borzone. Pittore
vivacissimo nella Genova di primo Seicento, exhibition
catalogue, Genoa 2015, pp. 32 and 33, ill. 8.
Exhibitions:
Luciano Borzone. Pittore vivacissimo nella Genova
di primo Seicento, Palazzo Lomellino in Strada Nuova,
Genoa, 18 December 2015 – 28 February 2016,
curated by Anna Manzitti.
€ 16.000 – € 22.000
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55
254
JACOPO VIGNALI,
1592 PRATOVECCHIO, AREZZO – 1664 FLORENZ,
ZUG.
Vignali kam bereits in jungen Jahren nach Florenz, wo
er seine Ausbildung in der Werkstatt von Matteo Rosselli
(1578– 1651) absolvierte, einem Meister, mit dem
er lange verbunden blieb. Nach seiner Einschreibung in
die Accademia del Disegno im Jahr 1616 begann der
Künstler eine produktive Karriere mit öffentlichen und privaten
Aufträgen für Leinwand- und Freskenmalerei. Nachdem
er sich allmählich von den stilistischen und typologischen
Modellen Rossellis gelöst hatte, näherte sich
Vignali vorsichtig der spielerischen und energetischen
Malerei von Giovanni da San Giovanni (1592– 1636) sowie
dem naturalistischen Stil der niederländischen Caravaggisten
an, von denen einige Werke – insbesondere
von Gerrit van Honthorst (1590– 1656) – in den Medici-
Sammlungen zu finden waren. Von den späten 1620er-
Jahren bis zu seinem Tod 1664 konzentrierte sich Vignali
hauptsächlich auf religiöse Themen und wurde, neben
Francesco Curradi (1570– 1661), zu einem bedeutenden
Vertreter der toskanischen Andachtsmalerei dieser Zeit.
Im Laufe der Jahre wurde Vignali von verschiedenen Stil-
richtungen beeinflusst und schuf Werke von verfeinertem
Eklektizismus, was sich in seinem Interesse für den
weichen und sinnlichen Stil von Francesco Furini
(1603/04 – 1646) und dessen Schule zeigte. In späteren
Jahren wurde er auch durch das Werk seines wichtigsten
Schülers, Carlo Dolci (1616–1686), dem bekanntesten
Maler des Florenz des 17. Jahrhunderts, inspiriert,
mit dessen Stil er einige originelle Gemeinsamkeiten
entwickelte.
Halbfiguriges, leicht nach rechts gewandtes Bildnis
des jugendlich wiedergegebenen Engels mit langem
gewelltem Haar und goldbestickter Kleidung, eine rote
Fahne tragend. Dieses Werk wird in der Einlieferertradition
Jacopo Vignali zugeschrieben.
(1462251) (13)
JACOPO VIGNALI,
1592 PRATO VECCHIO, AREZZO –
1664 FLORENCE, ATTRIBUTED
ARCHANGEL MICHAEL
Oil on canvas.
77 x 61.5 cm.
ERZENGEL MICHAEL € 12.000 – € 18.000
Öl auf Leinwand.
77 x 61,5 cm.
In breitem, ornamental reliefiertem und vergoldetem
Rahmen.
According to the consignor’s tradition, the painting is
attributed to Jacopo Vignali, a distinguished Florentine
artist active in the first half of the 17th century
Sistrix
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255
ITALIENISCHER MALER DES AUSGEHENDEN
17. JAHRHUNDERTS
CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN
ITALIAN SCHOOL,
LATE 17TH CENTURY
CHRIST AND THE SAMARITAN WOMAN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
140 x 165 cm.
In Holzrahmen mit opulenten
Akanthusblatt-Verzierungen.
Die Szene zeigt die Begegnung Jesu mit einer Samariterin.
Christus wendet sich der Frau zu, zu ihren Füßen
ein Hund – Symbol für Treue, Gesellschaft oder in manchen
Deutungen als heidnisches Element in die christliche
Szene eingefügt. Im Hintergrund zwei Männer,
von denen der eine den anderen stützt, getrennt durch
eine Architekturkulisse; darüber leuchtet ein Himmel
in Gelb- und Rottönen, der die hereinbrechende Dunkelheit
durchbricht und die Begegnung dramatisch beleuchtet.
(1462073) (3) (17)
Oil on canvas. Relined.
140 x 165 cm.
€ 12.000 – € 15.000
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57
256
SCIPIONE PULZONE
AUCH GENANNT „IL GAETANO”,
1554 GAETA – 1598 ROM, ZUG.
Neben den sakralen Werken und Altargemälden, wie
etwa der „Himmelfahrt Mariens“ in der Kirche San Silvestro
al Quirinale in Rom oder einer Kreuzigungsdarstellung
in der Santa Maria in Vallicella, trat der Maler
hauptsächlich als Portraitist hervor. Bekannt wurde dabei
sein Selbstportrait um 1574, vor allem aber auch
das Portrait der Maria de Medici oder das Bildnis von
Papst Julius III. Sein malerisches Werk wurde maßgeblich
von Jacopino del Conte (1510 – 1598) beeinflusst.
MARIA MIT DEM KINDE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
120 x 86 cm.
In breitem marmoriertem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Claudio Clerici,
Bellagio, 5. Januar 1971, in Kopie.
In einem angedeuteten Innenraum, der durch Bücher
und andere, sich nur wenig vom dunklen Hintergrund
abhebende Gegenstände spezifiziert wird, zeigt sich
die sitzende Mutter Gottes, in der ihr zukommenden
Farbtrias gekleidet, auf ihrem Schoß das Christuskind
haltend.
(1462291) (13)
SCIPIONE PULZONE,
ALSO KNOWN AS “IL GAETANO”,
1554 GAETA – 1598 ROME, ATTRIBUTED
THE VIRGIN AND CHRIST CHILD
Oil on canvas. Relined.
120 x 86 cm.
Accompanied by an expert’s report by Prof Claudio
Clerici, Bellagio, 5 January 1971, in copy.
€ 12.000 – € 15.000
Sistrix
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258
FRANCESCO ALBANI,
1578 BOLOGNA – 1660 EBENDA, ZUG.
(ABB. RECHTS)
RAST AUF DER FLUCHT NACH ÄGYPTEN
Öl auf Holz.
52 x 45 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
In weiter bergiger Landschaft im Licht der untergehenden
Sonne die Heilige Familie bei der Rast: Maria in
rot-blauem Gewand, den schlafenden nackten Jesusknaben
auf einem Laken in ihrem Schoss haltend, neben
ihr Josef auf einen langen Marmorsockel mit Fries
mit beiden Armen gestützt, in seiner rechten Hand ein
aufgeschlagenes Buch haltend, während die linke seine
Stirn stützt. Vor dem Seitenfries ein kleiner Putto, der
den Esel in einem kleinen Gewässer tränkt. Am linken
Bildrand zwei weitere größere Engel und mittig im
Himmel zwei geflügelte Puttiköpfe schwebend. Malerei
in harmonischen, frischen weichen Farben.
(1462262) (18)
FRANCESCO ALBANI,
1578 BOLOGNA – 1660 IBID., ATTRIBUTED
(ILL. ON THE RIGHT)
REST ON THE FLIGHT INTO EGYPT
Oil on panel.
52 x 45 cm.
In magnificent gilt frame.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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257
NEAPOLITANISCHE SCHULE DES
17. JAHRHUNDERTS
ECCE HOMO
Öl auf Leinwand.Doubliert.
84 x 72 cm.
In schwarzem Holzrahmen mit goldener Ornamentik.
Das Ecce Homo zeigt eine helle, fast leuchtende Gestalt
im Hüftbild, der Körper leicht gedreht, die Hände
gebunden. Der gesenkte Kopf und der müde, innerlich
versunkene Blick vermitteln einen besonderen emotionalen
Zustand. Das blass-gräulich-gelbe Inkarnat erscheint
von links beleuchtet und hebt sich vor einem
tiefdunklen Hintergrund ab, wodurch die stille Dramatik
der Szene betont wird. Typisch für die neapolitanische
Schule des 17. Jahrhunderts verbinden sich starkes
Chiaroscuro und realistische Körperlichkeit zu
einer bewegenden Darstellung, die sich bewusst vom
idealisierten Formenkanon absetzt.
(1462241) (17)
NEAPOLITAN SCHOOL, 17TH CENTURY
ECCE HOMO
Oil on canvas. Relined.
84 x 72 cm.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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59
259
LORENZO GARBIERI IL NEPOTE,
1580 – 1654
MADONNA MIT KIND UND STIEGLITZ
Öl auf Leinwand. Doubliert.
107,5 x 79 cm.
Links unten signiert „Lor. Gar.“ und datiert „1613“.
In floral ornamentiertem Holzrahmen, vergoldet.
In zarter Innigkeit zeigt die Darstellung Maria mit dem
Jesuskind, das spielerisch einen Stieglitz hält – Symbol
für das kommende Leiden Christi. Hinter Maria steht,
scheinbar unbeteiligt durch die Abwendung seines
Körpers, Josef, im Profil, der in seinen Händen ein aufgeschlagenes
Buch hält; der Text enthält in Rot die Initialen
des Künstlers „Lor“ oben und „G“ weiter unten.
das Werk verbindet die klare Komposition und gefasste
Ruhe der Carracci-Schule mit warmer Farbigkeit,
sanfter Modellierung und stimmiger Lichtführung.
Licht, Haltung und Ausdruck verleihen der Szene eine
stille Andacht und spiegeln den Übergang von klassischer
Strenge zu gefühlvoller Religiosität wider.
LORENZO GARBIERI IL NEPOTE,
1580 – 1654
MADONNA AND CHILD WITH GOLDFINCH
Oil on canvas. Relined.
107.5 x 79 cm.
Signed “Lor. Gar.” and dated “1613” lower left.
Literature:
Francesco Arcangeli, Maestri della Pittura del
Seicento Emiliano, Bologna 1959, pp. 102 – 105,
cat. no. and fig. 43, 44 (B).
Catherine Legrand, Le dessin à Bologne 1580 – 1620,
Cabinet des Dessins, Paris 1994, cat. no. 96.
€ 35.000 – € 50.000
Sistrix
INFO | BID
Literatur:
Francesco Arcangeli, Maestri della Pittura del
Seicento Emiliano, Bologna 1959, S. 102 – 105,
Kat.Nr. und Fig. 43, 44 (B).
Catherine Legrand, Le dessin à Bologne 1580 – 1620,
Cabinet des Dessins, Paris 1994, Kat.Nr. 96.
(1461371) (17)
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61
260
PIETRO DANDINI,
AUCH GENANNT „PIERRE DANDINI“,
1646 FLORENZ – 1712 EBENDA, ZUG.
Der Künstler entstammt einer weit verzweigten Malerfamilie.
Sein Malstil, wie der seiner Werkstatt, ist gekennzeichnet
durch zahlreiche Einflüsse durch Reisen,
die er nach Bologna, Venedig, Modena und Rom unternommen
hatte. Gefördert durch die Medici-Familie,
einschließlich des Prinzen Ferdinand und des Großherzogs,
erhielt er zahlreiche Aufträge, auch für Kirchen,
wie etwa San Jacopo Soprarno oder San Frediano. Ferner
fertige er die Lünetten für die San Giovannino degli
Scolopi. Auch das Gemälde des Heiligen Franziskus in
der römischen Kirche Santa Maria Maggiore ist von
seiner Hand, um nur wenige Beispiele zu nennen.
Gemäldepaar
RAUB DER PROSERPINA
sowie
IN DER SCHMIEDE DES VULKAN
Das eine Gemälde zeigt Proserpina, eine römische
Göttin. Sie ist die Tochter des Jupiter und der Ceres
und Gattin des Pluto, der sie in die Unterwelt entführte
und zu seiner Gemahlin machte. Auf einer Wiese an
den Hängen des Ätna, wo Proserpina Blumen pflückte,
erschien Pluto mit seinem von vier Rappen gezogenen
Wagen und verschleppte die sich sträubende Proserpina
hinab in die Unterwelt. Das Gemälde zeigt Pluto
in bewegter Haltung mit energischem Gesichtsausdruck,
goldener Krone und wehendem roten Gewand,
als sei er gerade der Unterwelt entstiegen, die sich
wehrende Proserpina fest umklammert in seinen Armen
haltend. Die Feuersbrunst aus derselben wird
auch auf dem zweiten Gemälde gezeigt, welches die
Schmiede des Vulkan thematisiert. Beide Bilder zeigen
auch ein Puttopaar.
(1462254) (13)
Öl auf Leinwand. Doubliert.
90 x 134 cm.
In vergoldeten Profilrahmen.
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PIETRO DANDINI,
ALSO KNOWN AS “PIERRE DANDINI”,
1646 FLORENCE – 1712 IBID., ATTRIBUTED
A pair of paintings
THE RAPE OF PROSERPINA
and
IN VULCAN’S FORGE
Oil on canvas. Relined.
90 x 134 cm.
Sistrix
€ 20.000 – € 30.000 INFO | BID
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63
261
LUCA GIORDANO,
GENANNT „FA PRESTO“,
1634 NEAPEL – 1705 EBENDA, ZUG.
Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war
Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls
der Malerei widmete. So erhielt er seinen ersten
Unterricht bei seinem Vater, während jedoch allgemein
angenommen wird, dass er ein Schüler von Giuseppe
José de Ribera (1588/91– 1652) war. Etliche seiner Werke
lassen auch dessen Einfluss erkennen, während das
enorm umfangreiche Werk Giordanos zeigt, dass er
sämtliche Stilvarianten seiner Zeit beherrschte. Auch
die Themenbreite in seinem Werk – in sämtlichen Bereichen
der Historienmalerei, religiöse Darstellungen.
aber auch mythologische Szenen – zeigt Einflüsse zunächst
der Caravaggisten, später aber auch der Maler
Pietro da Cortona (1596– 1669), Mattia Preti (1613 –
1699) oder Peter Paul Rubens (1577– 1640). Im Bildaufbau
mancher seiner Werke sind auch die venezianischen
Meister wie Paolo Veronese (1528– 1588), Tiziano
Vecellio (1485/89– 1576) oder Domenico Robusti
Tintoretto (1560– 1635) spürbar.
DIE HEILUNG DES LAHMEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
105 x 140 cm.
In breitem vergoldetem Rahmen.
Gemäß der Bibelstelle (Joh 5,1–9) Darstellung des
Gelähmten links des Zentrums und Jesus mit Lichtnimbus
rechts am Rand an einem Teich, „Es lag auch
ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war.
Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er
schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund
werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe
keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser
aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe,
steigt schon ein anderer vor mir hinein. Da
sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Liege und
geh! Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine
Liege und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat.“ Zahlreiche
Figuren wohnen der Szene bei. Als Vergleichsbeispiel
mag Giordanos „Auferstehung des Lazarus“
(Scavizzi-Ferrari-Scavizzi A0107) gelten, das bei
Christie’s in London am 04. Juli 1997 unter Lot 96
Euro 411.201 erzielte.
(14504515) (13)
LUCA GIORDANO,
ALSO KNOWN AS “LUCA FA PRESTO”,
1634 NAPLES – 1705 IBID., ATTRIBUTED
THE HEALING OF THE LAME
Oil on canvas. Relined.
105 x 140 cm.
A comparative example is Giordano’s The Resurrection
of Lazarus (Scavizzi-Ferrari-Scavizzi A0107), which realised
EUR 411,201 as lot 96 at Christie’s sale in London
on 4 July 1997.
€ 20.000 – € 30.000 (†) INFO | BID
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262
GIOVANNI BATTISTA BEINASCHI,
1636 FOSSANO – 1688 NEAPEL, ZUG.
ABIGAIL UND DAVID
Öl auf Leinwand.
89 x 146,5 cm.
Gerahmt.
Die dargestellte Szene bezieht sich auf das 1. Buch
Samuel (1 Sam 24,25). Das Gemälde zeigt vor verdunkelter
Landschaft die durch Glanzlichter und farbige
Kleidung gekennzeichneten Figuren Abigail und David.
David war im Begriff Nabal, den Gemahl Abigails zu
töten, nachdem dieser sich geweigert hatte ihm Nahrung
zu geben. Abigail kam ihm jedoch zuvor und sorgte
für die Nährung Davids und seines Gefolges. Seinen
in schwarzer Kreide mit weißen Höhungen existierenden
Zeichnungen entspricht das stark zum Einsatz
kommende Chiaroscuro, wie es in vielen seiner Bildern
zu Tage tritt. Aufgrund der umfrangreichen Figurenstaffage
werden die Figuren hier – anders als sonst
bei ihm üblich – etwas kleiner dargestellt und dicht
gedrängt. Besonders die Lichtsituation jedoch legt
eine Zuschreibung an den genannten Künstler nahe.
(14504518) (13)
GIOVANNI BATTISTA BEINASCHI,
1636 FOSSANO – 1688 NAPLES, ATTRIBUTED
ABIGAIL AND DAVID
Oil on canvas.
89 x 146.5 cm.
€ 25.000 – € 35.000
(†) INFO | BID
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65
263
CLAUDIO FERIT,
TÄTIG IM 17. JAHRHUNDERT
ENTHAUPTUNG JOHANNES DES TÄUFERS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
141 x 101 cm.
Links unten mit Namensnennung, wohl des
Auftraggebers.
In vergoldetem Profilrahmen.
Wir danken Prof. Marco Tanzi, Universität Salento,
für die Zuschreibung an Claudio Ferit.
Höchst qualitätvolle meisterliche Arbeit – sowohl in
maltechnischer als auch in kompositorischer Hinsicht
– in ikonografischer Darstellungsweise allerdings nahezu
beispiellos. Die Szenerie ist in einem dunklen
kerkerartigen Innenraum wiedergegeben. Die Mitte
des Bildes beherrscht die jugendliche Salome, höfisch
gekleidet mit Brokat-Mieder, Umhang und einer
Zackenkrone im teilweise zu Zöpfen geflochtenen,
goldenen Haar, das in Locken zur Schulter herabführt.
Am Kleid entsprechend prächtige Perlenkette mit Anhänger.
Sie steht an einem Tisch, der von der linken
Bildkante ins Zentrum hereinführt und mit einem
goldfarbenen Tuch bedeckt ist, und deutet auf das abgeschlagene
Haupt des Heiligen Johannes, das der
Henker über einer Blutschüssel hält, in der rechten
Hand noch das Schwert. Der Oberkörper des Johannes
nackt wiedergegeben, bedeckt von seinem Fellmantel,
auf einem Steinblock liegend, daneben der
Kreuzstab mit der Schriftbanderole „Ecce Agnus
dei...“. Links hinten im Halbdunkel erkennbare vergitterte
Tür- oder Fensteröffnung. Oberhalb der beiden
Hauptgestalten zwei aus dem Dunkel herausleuchtende,
beflügelte Putten, die gemeinsam ein hochschwingendes
Tuch halten; im Bogen des Tuches eine
Märtyrer-Palmblattkrone in Händen des rechten Engels,
die dem Johannes gilt. Maltechnisch etwas abgewandelt
erscheint der links unten im Bild kniende Adorant,
möglicherweise von anderer Hand eingebracht, der
mit gefalteten Händen zum Haupt des Johannes emporblickt,
der breitrandige Hut in grauer Farbe. Unterhalb
der knienden Figur eine Aufschrift, wohl die Bezeichnung
des dargestellten Stifters.
Der Maler des vorliegenden Gemäldes war vorwiegend
in der Lombardei des vierten bis achten Jahrzehnts
des 17. Jahrhunderts aktiv und wird in den antiken
Quellen Mailands als „Monsù Claudio detto il
Lorenese“ bezeichnet.
(14502010) (13)
CLAUDIO FERIT,
ACTIVE 17TH CENTURY
THE BEHEADING OF SAINT JOHN THE BAPTIST
Oil on canvas. Relined.
141 x 101 cm.
Name inscribed lower left, probably of client.
We would like to thank Professor Marco Tanzi, University
of Salento, for his attribution to Claudio Ferit.
€ 20.000 – € 25.000
Sistrix
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67
264
LUCA GIORDANO,
GENANNT „LUCA FA PRESTO“,
1634 NEAPEL – 1705 EBENDA, ZUG.
Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war
Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls
der Malerei widmete. So erhielt er seinen ersten
Unterricht bei seinem Vater, während allgemein angenommen
wird, dass er ein Schüler von Giuseppe José
de Ribera (1588/91– 1652) war. Etliche seiner Werke lassen
auch dessen Einfluss erkennen, zugleich zeigt das
enorm umfangreiche Werk Giordanos, dass er sämtliche
Stilvarianten seiner Zeit beherrschte. Auch die Themenbreite
in seines Schaffens – in sämtlichen Bereichen
der Historienmalerei, bei religiösen Darstellungen, aber
auch mythologische Szenen – zeigt zunächst Einflüsse
der Caravaggisten, später jedoch auch der Maler Pietro
da Cortona (1596– 1669), Mattia Preti (1613 – 1699)
oder Peter Paul Rubens (1577– 1640). Im Bildaufbau
mancher seiner Werke sind zudem die venezianischen
Meister wie Paolo Veronese (1528– 1588), Tiziano Vecellio
(1485/89– 1576) oder Domenico Robusti Tintoretto
(1560– 1635) spürbar. In Rom wirkte er unter Pietro
da Cortona (1596– 1669), und erhielt bald Aufträge für
Fresken und Ölbilder in Palästen. In schneller Malweise
geübt, war er in der Lage, weit mehr Werke zu schaffen
als seine Kollegen, was ihm den Beinamen „Fa presto“
einbrachte. 1690 wurde er nach Spanien berufen und
von Karl II zum Ritter geschlagen. In den folgenden
13 Jahren entstanden dort seine bedeutendsten Arbeiten,
u. a. für die Kirche San Lorenzo im Escorial.
MARIÄ TEMPELGANG
Öl auf Leinwand. Doubliert.
77 x 101 cm.
Wie in Tizians Darstellung desselben Themas ist Maria
auch hier als Mädchen im heranwachsenden Alter gezeigt.
Ihre Mutter Anna führt sie die Stufen zum Hohepriester
hinauf, dazwischen ist Josef zu sehen. Rechts
unten hält eine junge Dienerin Tauben als Opfergaben
bereit, während zwei Knaben links eine brennende
Kerze und ein Weihrauchfass tragen. Auch in diesem
Werk folgt der Bildaufbau den Venezianern wie Paolo
Veronese (1528–1588), Tizian (1485/89–1576) oder Tintoretto
(1560–1635).
Literatur:
Nicola Spinosa, Qualche aggiunta per Luca Giordano
in Spagna, in: Ricerche sul ’600 napoletano. Saggi in
memoria di Oreste Ferrari 2007, Neapel 2008, S. 123,
Tafel 1.
Vgl. Achille Della Ragione, Scritti sulla pittura del Seicento
e Settecento napoletano, Bd. 3, Neapel 2018.
Vgl. Oreste Ferrari und Giuseppe Scavizzi, Luca
Giordano. L’opera completa, Bd. 2, Neapel 2000
(Erstveröffentlichung: 1966).
A.R. (1461571) (11)
LUCA GIORDANO,
ALSO KNOWN AS “LUCA FA PRESTO”
1634 NAPLES – 1705 IBID., ATTRIBUTED
THE PRESENTATION OF THE VIRGIN MARY IN THE
TEMPLE
Oil on canvas. Relined.
77 x 101 cm.
As in Titian’s depiction of the same subject, Mary is
also shown here as an adolescent girl.
Literature:
Nicola Spinosa, Qualche aggiunta per Luca Giordano
in Spagna, in: Ricerche sul ’600 napoletano’. Saggi in
memoria di Oreste Ferrari 2007, Naples 2008, p. 123,
panel 1.
cf. Achille Della Ragione, Scritti sulla pittura del
Seicento e Settecento napoletano, vol. 3, Naples
2018.
cf. Oreste Ferrari and Giuseppe Scavizzi, Luca
Giordano. L’opera completa, vol. 2, Naples 2000
(first edition 1966).
€ 20.000 – € 40.000
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69
265
ANTONIO BELLUCCI,
1654 PIEVE DI SOLIGO – 1726 EBENDA, ZUG.
Antonio Bellucci, genannt da Succi, war ein italienischer
Barockmaler. Er studierte in Venedig unter Andrea
Celesti (1637 – 1712), Pietro Liberi (1614 – 1687)
und Antonio Zanchi (1631 – 1722). Wie andere Vertreter
der venezianischen Malerei, darunter Sebastiano Ricci
(1659– 1734) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–
1770), nahm er Aufträge in Norditalien an und schuf
prächtige Fresken für die Paläste der lokalen Auftraggeber.
Zeitweise lebte er am Hofe des Kurfürsten Johann
Wilhelm von der Pfalz (1658– 1716), für dessen
Gemäldegalerie er mehrere Werke ausführte.
Das Bild zeigt die biblische Szene Susanna und die Alten
aus dem Buch Daniel (Dan 13,1-64). Im Zentrum
die Figur der Susanna, während die beiden Alten im
Schatten lauern. Der Körper der Frau ist weich modelliert,
die Haut leuchtend. Die Szene ist elegant und harmonisch
inszeniert. Lichtführung, Architektur und
Landschaftshintergrund verleihen dem Bild Tiefe und
betonen zugleich die frührokokohafte Leichtigkeit,
ohne die dramatische Spannung des Barock gänzlich
aufzugeben. Bellucci verbindet noch barocke Ausdrucksweisen,
verbindet diese aber mit einer zunehmend
luftigen hellen und klaren Bildauffassung, die
vom emilianischen Klassizismus beeinflusst ist und
den Übergang zu seiner grazilen Rokoko-Ästhetik markiert.
Literatur:
Vgl. Carlo Donzelli und Giuseppe Maria Pilo, I pittori
del Seicento veneto, Florenz 1967.
Vgl. Fabrizio Magani, Antonio Bellucci: catalogo ragionato,
Rimini 1995.
(14623314) (17)
ANTONIO BELLUCCI,
1654 PIEVE DI SOLIGO – 1726 IBID., ATTRIBUTED
SUSANNA AND THE TWO ELDERS
Oil on canvas. Relined.
134 x 140 cm.
Literature:
cf. Carlo Donzelli and Giuseppe Maria Pilo, I pittori del
Seicento veneto, Florence 1967.
cf. Fabrizio Magani, Antonio Bellucci. Catalogo
ragionato, Rimini 1995.
SUSANNA UND DIE BEIDEN ALTEN € 25.000 – € 35.000 (†) INFO | BID
Öl auf Leinwand. Doubliert.
134 x 140 cm.
In Holzrahmen.
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71
266
HENDRICK DE SOMER,
1602 LOKEREN – 1655 NEAPEL, ZUG.
DER HEILIGE HIERONYMUS BEIM SCHREIBEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
90,5 x 96,5 cm.
In vergoldetem Holzrahmen.
Der Heilige Hieronymus ist in seine Arbeit an der Vulgata
versunken, den Kopf gesenkt, dem Schreiben hingegeben.
Der Oberkörper ist frei, das rote Tuch fällt
locker von der Schulter, das bärtige Antlitz zeigt Konzentration
und Ernst. Starke Licht-Schatten-Verhältnisse
heben die muskulöse, gealterte Figur vor einem
tiefdunklen Hintergrund hervor und verstärken die dramatische
Wirkung. Typisch für Hendrick de Somer und
die neapolitanische Schule des 17. Jahrhunderts sind
der naturalistische Realismus, das kräftige Chiaroscuro
und die expressive Darstellung des mensch lichen Körpers,
hier eindrucksvoll auf die Gelehrsamkeit und Askese
des Heiligen bezogen.
Anmerkung:
Eine vergleichbare Darstellung des Heiligen Hieronymus
aus dem Jahr 1651 findet sich im RKD, Den
Haag, unter der Nr. 187390. (1462335) (17)
HENDRICK DE SOMER,
1602 LOKEREN – 1655 NEAPEL, ATTRIBUTED
SAINT JEROME WRITING
Oil on canvas. Relined.
90.5 x 96.5 cm.
Notes:
A comparable depiction of Saint Jerome, dated 1651,
is listed in the RKD, The Hague, under Nr. 187390.
€ 35.000 – € 50.000
(†) INFO | BID
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73
267
PAOLO DE MATTEIS,
1662 PIANO DEL CILENTO – 1728 NEAPEL
Der Maler war Schüler von Luca Giordano (1632/34
– 1705), nahm aber auch Einflüsse von Veronese
(1528 – 1588) auf und stand in Kontakt mit Massimo
Stanzione (1585– 1656). Noch vor 1683 unternahm er
mehrere Reisen, arbeitet dabei in Süditalien und Rom,
wo er sich von Carlo Marattas (1625 – 1713) Werken
beeinflussen ließ. Seine Entwicklung hin zum Stil des
Barocks, wie wir ihn von Amigone kennen, ließ ihn zu
einem Gegenspieler Francesco Solimenas (1657– 1747)
werden. 1683 zog er nach Neapel, wo er bis 1697 wirkte
und Fresken für die Kirchen Santa Maria degli Angeli
und San Fernando schuf. Von 1702 bis 1705 war de
Matteis Hofmaler in Paris und übernahm dort den eleganten
und verfeinerten Stil der französischen Malerei.
Zurück in Neapel, nach den spanischen Erbfolgekriegen
und unter Habsburger Herrschaft, wurde er mit
Aufträgen überhäuft. Seine Malerei wurde mehr und
mehr von einem akademischen Geist erfüllt, wie wir in
dem Gemälde „Herkules auf dem Scheideweg“ von
1712, im Ashmolean Museum, Oxford, sehen können.
DIE MADONNA MIT KIND
Öl auf Leinwand. Doubliert.
73 x 58 cm.
Beigegeben eine Expertise von Prof. Nicola Spinosa,
Neapel, 6. Juni 2024, in Kopie.
Vor braunem Hintergrund die etwas nach vorn gebeugte
Madonna, die mit ihren Händen den nackten, nur
leicht mit einem weißen Laken umhüllten Jesusknaben
hält. Er sitzt auf einem ockergelben Kissen, hat die
Augen geschlossen und seine rechte Hand ruht in der
von Maria. Diese hat ihren Blick mit einem Lächeln
nach unten gerichtet. Liebe einfühlsame Darstellung
mit betonter Lichtführung.
Das vorliegende Gemälde ist laut Spinosa ein bedeutendes
Beispiel für die letzte Schaffensphase des
Künstlers, der nach dem Tod Luca Giordanos im Jahr
1705 zu einem der bedeutendsten Vertreter der spätbarocken
Tendenzen in der neapolitanischen Malerei
zählte. In dieser letzten Phase seines Schaffens entstanden
vor allem Werke mit frommen häuslichen und
beruhigenden Sujets.
Literatur:
Vgl. Nicola Spinosa, Pittura napoletana del settecento.
Dal Barocco al Rococò, Neapel 1986 (zweite Auflage
1993). (1450216) (18)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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268
FRANCESCO SOLIMENA,
1657 CANALE DI SERINO – 1747 BARRA DI NAPOLI
Neben Luca Giordano (1632/34– 1705), von dem er
sich stark beeinflussen ließ, gilt Francesco Solimena
als einer der führenden Vertreter der neapolitanischen
Malerei seiner Zeit. Da Neapel etliche Jahre aufgrund
des Spanischen Erbfolgekriegs an das österreichische
Habsburg fiel, erhielt Solimena auch zahlreiche Aufträge
aus Wien (z.B. das Hochaltarbild der Kapelle im
Schloss Belvedere) und beeinflusste so auch die
österreichischen Barockmaler wie Daniel Gran (um
1694 –1757) oder Paul Troger (1698 – 1762).
HEILIGER BRUNO, UM 1725
Öl auf Leinwand.
135 x 97 cm.
In breitem, vegetabil reliefiertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Stefano Causa,
in Kopie.
Der Heilige Bruno in seiner weißen Ordenstracht nach
rechts über ein offenes Buch im Beten begriffen, von
links ein Engel mit Blumen heranschwebend.
Literatur:
Vgl. Nicola Spinosa (Hrsg.), Francesco Solimena
(1657 –1747) e le Arti a Napoli, Rom 2018.
Vgl. Ferdinando Bologna, Francesco Solimena,
Neapel 1958.
Anmerkung:
Bruno von Köln (um 1027/1030 bis 1101) war Begründer
des Kartäuserordens und wird als Heiliger verehrt.
1056 wurde er Leiter der Domschule von Reims.
1084 errichtete er eine Einsiedelei. 1091 gründete er
eine weitere Kartause in La Torre in Kalabrien, wo er
bis zu seinem Tod blieb. (1450793) (3) (13)
FRANCESCO SOLIMENA,
1657 CANALE DI SERINO – 1747 BARRA
DI NAPOLI
SAINT BRUNO, CA. 1725
Oil on canvas.
135 x 97 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor
Stefano Causa, in copy.
Literature:
cf. Nicola Spinosa (ed.), Francesco Solimena
(1657 – 1747) e le Arti a Napoli, Rome 2018.
cf. Ferdinando Bologna, Francesco Solimena,
Naples 1958.
€ 18.000 – € 25.000
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75
269
GIOVANNI BATTISTA LANGETTI,
1625 GENUA – 1676 VENEDIG
HEILIGER HIERONYMUS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
98 x 76 cm.
In vergoldetem und profiliertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Enrico Lucchese,
Sgonico, Triest, 27. Oktober 2025, in Kopie.
Vor einer felszerklüfteten Landschaft, die sich nur unscharf
vor dem verdunkelten Himmel abzeichnet, kniet
die nach rechts gerichtete, hell erleuchtete Figur des
Heiligen Hieronymus über einer offenen Schrift, die auf
einem Totenschädel liegt. Links in der Ecke der Hieronymus
attributiv zukommende Löwe. Besonders ein
Gemälde aus der Sammlung Schönborn, das in Luccheses
Expertise abgebildet ist, zeigt deutliche Ähnlichkeit
mit dem hier angebotenen Werk.
Provenienz:
Dorotheum, Wien, 09. April 2014, Lot 713, mit
einer Zuschreibung an Langetti von Anna Orlando.
Literatur:
Vgl. M. Stefani Mantovanelli, Giovanni Battista
Langetti. Il principe dei Tenebrosi, San Casciano
Val di Pesa 2011, S. 105.
(1461665) (3) (13)
GIOVANNI BATTISTA LANGETTI,
1625 GENOA – 1676 VENICE
SAINT JEROME
Oil on canvas. Relined.
98 x 76 cm.
Accompanied by an expert’s report by Enrico
Lucchese, Sgonico, Trieste, 27 October 2025, in copy.
Especially one painting from the Schönborn collection,
which is depicted in Lucchese’s expert’s report, shows
a clear resemblance to the present painting.
Provenance:
Dorotheum, Vienna, 9 April 2014, lot 713, with
attribution to Langetti by Anna Orlando.
Literature:
cf. Mariana Stefani Mantovanelli, Giovanni Battista
Langetti. Il principe dei Tenebrosi, Soncino 2011, p. 105.
€ 20.000 – € 25.000
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77
270
PIETRO IL LUCCHESE RICCHI,
1605 LUCCA – 1675 UDINE, ZUG.
KLEOPATRA
PIETRO IL LUCCHESE RICCHI,
1605 LUCCA – 1675 UDINE, ATTRIBUTED
CLEOPATRA
Öl auf Leinwand. Doubliert.
96 x 116 cm.
In ornamental reliefiertem und vergoldetem Holzrahmen.
In einer düster-dramatischen Szenerie, durchzogen von
starkem Chiaroscuro, erscheint Kleopatra im Moment
nach ihrem Tod. Halb entblößt und in ein Tuch gehüllt,
sinkt ihr Körper kraftlos zur Seite, während ihre treue
Dienerin ihren Kopf stützt. Die Schlange, Sinnbild ihres
selbstgewählten Endes, windet sich mit vorgestreckter
Zunge noch über ihre Hand. Das fahle, bereits erbleichte
Inkarnat lässt die erloschene Lebenswärme
spürbar werden. Aus dem Halbdunkel des Hintergrunds
tritt eine Magd hervor, stumme Zeugin des Geschehens.
Licht, Haltung und Ausdruck verdichten
sich zu einem eindringlichen Sinnbild barocker Dramatik
und stiller Erhabenheit.
(1462253) (17)
Oil on canvas. Relined.
96 x 116 cm.
€ 8.000 – € 12.000
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271
TROPHIME BIGOT,
1579 ARLES – 1650 AVIGNON, ZUG.
DER HEILIGE HIERONYMUS HÖRT
DIE POSAUNE DES JÜNGSTEN GERICHTS
Öl auf Leinwand.
121 x 213 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Vor dunklem Fond die horizontal hingelagerte Figur des
erschrockenen Kardinalsheiligen, links oben in der
Ecke gut sichtbar: die Posaune des Jüngsten Gerichts.
Provenienz:
Sotheby’s, 19. März 1975, Lot 30, mit Abbildung, als
Stomer.
Anmerkung:
Zwischen etwa 1620 und 1634 hielt sich Trophime
Bigot in Rom auf, wo er in engem Kontakt mit der
römischen Künstlergemeinschaft stand und sich intensiv
mit dem Werk Caravaggios (1570/71 – 1610)
und dessen Nachfolgern auseinandersetzte. Diese
Jahre prägten entscheidend seinen Stil, der sich
durch ein starkes Chiaroscuro und eine konzentrierte
Lichtführung auszeichnet – ein Merkmal, das später
zu seinem Markenzeichen werden sollte. Nach seiner
Rückkehr nach Frankreich lebte Bigot von 1638 bis
1642 in Aix-en-Provence. Dort erhielt er zahlreiche
Aufträge für Kirchen und private Auftraggeber und
schuf mehrere bedeutende Altargemälde, die eine
ruhigere, klassizistischere Bildsprache erkennen lassen.
Vor und nach dieser Periode ist seine Anwesenheit
auch in Arles belegt, wo er vermutlich familiäre
und berufliche Kontakte pflegte. Im Jahr 1644 ließ
sich Bigot schließlich dauerhaft in Avignon nieder, wo
er bis zu seinem Tod tätig blieb und als respektierter
Maler religiöser Sujets galt. Die kunsthistorische Wiederentdeckung
Bigots erfolgte erst im 20. Jahrhundert.
1960 stellte der britische Kunsthistoriker Benedict
Nicolson eine Gruppe von etwa vierzig Gemälden
zusammen, die er einem bislang unbekannten Maler
zuordnete, den er aufgrund der charakteristischen
Lichtführung als „Meister des Kerzenlichts“ („Candlelight
Master“) bezeichnete. In einem Artikel von 1964
identifizierte Nicolson diesen anonymen Künstler
schließlich als Trophime Bigot. Zuvor hatte es unterschiedliche
Zuschreibungen gegeben – unter anderem
an Gerrit van Honthorst, Matthias Stom oder
Georges de La Tour, die alle in ähnlicher Manier mit
Kerzenlicht arbeiteten. Nicolsons Forschung stützte
sich auf stilistische Vergleiche, Archivfunde und Signaturen,
und seine Zuschreibung an Bigot setzte sich in
der Folge weitgehend in der kunsthistorischen Forschung
durch. Heute gilt Trophime Bigot als einer der
bedeutenden französischen Vertreter des Caravaggismus,
dessen Werk zwischen religiöser Innerlichkeit
und theatralischer Lichtinszenierung vermittelt.
Literatur:
Benedict Nicolson ,The Candlelight Master, a follower
Honthorst in Rome. in: Nederlands Kunsthistorisch
Jaarboek 1960, S. 121–164.
Benedict Nicolson, Un caravagiste aixois, le maitre à
la chandelle, in: Art de France IV, 1964, S. 116 – 139.
Benedict Nicolson, Caravaggism in Europe, Turin
1990, Nr. 857 mit Provenienzhinweis. (1450767) (13)
TROPHIME BIGOT,
1579 ARLES – 1650 AVIGNON, ATTRIBUTED
SAINT JEROME HEARING THE TRUMPET
OF THE LAST JUDGEMENT
Oil on canvas.
121 x 213 cm.
Provenance:
Sotheby’s, 19 March 1975, lot 30, incl. illustration,
as Stomer.
Literature:
Benedict Nicolson, The Candlelight Master. A follower
of Honthorst in Rome, in: Netherlands
Kunsthistorisch Jaarboek 1960, p. 121–164.
Benedict Nicolson, Un caravagiste aixois. Le maître à
la chandelle, in: Art de France IV, 1964 pp. 116–139.
Benedict Nicolson, Caravaggism in Europe, Turin 1990,
no. 857 with reference to provenance.
€ 22.000 – € 30.000
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272
JACOB GERRITSZ CUYP,
1594 DORDRECHT – 1651/52 EBENDA
MANN BEI DER BROTZEIT WÄHREND
EINES HAUSBAUS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
76 x 56 cm.
Rechts oben signiert in Ligatur „JG Cuyp fecit“.
In ebonisiertem Rahmen.
Leicht nach rechts gewandtes halbfiguriges Portrait eines
Mannes mit blauer Kappe, in seinem Arm einen
Tonkrug mit Zinnmontierung, in seinen Händen ein
Brotmesser. Im Hintergrund Männer beschäftigt mit
dem Gerüstbau und Holzzuschnitt.
Provenienz:
Sammlung Ribera.
Auktion Nackers, Brüssel, 16. Oktober 1963, Lot 115.
Belgische Privatsammlung. (1421831) (13)
JACOB GERRITSZ CUYP,
1594 DORDRECHT – 1651/52 IBID.
A CRAFTSMAN ENJOYING HIS LUNCH DURING
A HOUSE CONSTRUCTION PROJECT
Oil on canvas. Relined.
76 x 56 cm.
Signed “JG Cuyp fecit” in ligature lower right.
Provenance:
Ribera collection.
Nackers Auction, Brussels, 16 October 1963, lot 115.
Private collection, Belgium.
€ 12.000 – € 18.000
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273
JAN BRUEGHEL D. J. (1601 – 1678) UND
JOOS DE MOMPER D. J. (1564 – 1635)
FLUSSLANDSCHAFT MIT REISENDEN
Öl auf Holz. Parkettiert.
46 x 43 cm.
In ornamental verziertem und ebonisiertem Rahmen.
Beigegeben ein Zertifikat von Violette Doclo,
Oudenaarde, 12. September 2025, in Kopie.
Weite, von sanften bewaldeten Hügeln umrahmte
Flusslandschaft. Sowohl die Vegetation als auch die
Uferbebauung sich im ruhig fließenden Gewässer
spiegelnd. Der Vordergrund durch einen links einleitenden
Repoussoir-Baum verschattet, mit mehreren den
Weg entlangschreitenden Figuren. Doclo erkennt in
der Landschaft deutlich die Handschrift de Mompers
aus seiner zweiten Schaffensphase, die etwa um 1625
begann. Die Staffagefiguren im Vordergrund schreibt
sie Jan Brueghel d. J. zu.
Anmerkung:
Jan Brueghel d. J. lernte Joos de Momper bereits im
Atelier seines Vaters kennen und malte vor allem
nach dem Tod des Vaters im Jahr 1625 in vielen gemeinsamen
Werken die Staffagefiguren in die Landschaften
de Mompers. Zusammen schufen sie somit
viele einheitlich wirkende Gemälde.
Literatur:
Vgl. Klaus Ertz, Jan Brueghel der Jüngere. Die Gemälde
mit kritischem Oeuvre-Katalog, in: Flämische Maler im
Umkreis der großen Meister, Bd. I, Freren 1984.
Vgl. Klaus Ertz (Hrsg.), Die Flämische Landschaft
1520 – 1700. Eine Ausstellung der Kulturstiftung Ruhr
Essen und des Kunsthistorischen Museums Wien,
Ausstellungskatalog, Wien/Essen 2003. (1460201) (1)
(13)
JAN BRUEGHEL THE YOUNGER (1601 – 1678) AND
JOOS DE MOMPER THE YOUNGER (1564 – 1635)
RIVERSCAPE WITH TRAVELLERS
Oil on panel. Parquetted.
46 x 43 cm.
Accompanied by a certificate from Violette Doclo,
Oudenaarde, 12 September 2025, in copy. Doclo clearly
recognises de Mompers’ signature style from his second
creative phase, which began arround 1625, in the
landscape. She attributes the figures in the foreground
to Jan Brueghel the Younger.
Notes:
Jan Brueghel the Younger had already met Joos de
Momper in his father’s studio and, especially after his
father’s death in 1625, he painted the staffage figures
in de Momper’s landscapes in many collaborative
works. Together, they thus created many paintings
with a harmonious appearance.
Literature:
cf. Klaus Ertz, Jan Brueghel der Jüngere. Die
Gemälde mit kritischem Oeuvre-Katalog, in:
Flämische Maler im Umkreis der großen Meister, vol.
I, Freren 1984.
cf. Klaus Ertz (ed.), Die Flämische Landschaft 1520
– 1700. Eine Ausstellung der Kulturstiftung Ruhr
Essen und des Kunsthistorischen Museums Wien,
exhibition catalogue, Vienna/Essen 2003.
€ 15.000 – € 25.000
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274
JOOS DE MOMPER D. J.,
1564 ANTWERPEN – 1635 EBENDA,
Joos de Momper d. J. war bekannt für seine vorromantischen
Gebirgs- und Seenlandschaften. Sie kennzeichnen
sich meist durch einen rot-braunen Vordergrund,
ein gelb-grünes Mittelstück und eine grau-blaue Ferne.
Seine Landschaften befinden sich unter anderem im
Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig, in der
Alten Pinakothek in München, in der Hamburger Kunsthalle
sowie im Kunsthistorischen Museum Wien und
der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden.
DER BLICK INS TAL
Öl auf Holz.
31,5 x 54,7 cm.
JOOS DE MOMPER THE YOUNGER,
1564 ANTWERP – 1635 IBID.
VIEW INTO THE VALLEY
Oil on panel.
31.5 x 54.7 cm.
Accompanied by an expert’s report by Violette Doclo,
Oudenaarde, 10 August 2025, which clearly identifies
the work as by Momper and dates it to 1610 –1635, the
artist’s late work, in copy.
€ 15.000 – € 20.000
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Beigegeben ein Gutachten von Violette Doclo, Oudenaarde,
10. August 2025, die das Werk eindeutig als
Momper anerkennt und auf 1610 – 1635 in das Spätwerk
des Künstlers datiert, in Kopie.
Eine Anhöhe mit einer Einsiedlerkirche, Rundbrücke
und einem Kreuz wird gerahmt rechts von einer sonnenbeschienenen
Felsformation, und links von einem
gestaffelten Berg, der neben Bäumen auch einer
Festung Platz bietet. Im Hintergrund eine weite hügelige
Landschaft mit mannigfaltiger vegetativer Staffage. Im
Vordergrund mehrere Staffagefiguren.
(1450355) (1) (13)
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275
JAN FRANS VAN BLOEMEN (1662 – 1749)
UND PIETER VAN BLOEMEN (1657 – 1720), ZUG.
FLUSSLANDSCHAFT
Öl auf Leinwand.
100 x 192 cm.
In marmoriertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Giancarlo Sestieri,
in Kopie.
Weite hügelige Landschaft, die nach rechts in schroffe
Felsen übergeht und von einem Bach durchzogen
wird, der von einer Holzbrücke überspannt ist. Links
ein Repoussoirbaum und teils tanzende, teils mit dem
Vieh lagernde Figuren.
Literatur:
Vgl. Andrea Busiri Vici, Jan Frans Van Bloemen „Orizzonte“
e L’origine del paesaggio romano settecentesco,
Rom 1974. (1450246) (13)
JAN FRANS VAN BLOEMEN (1662 – 1749)
AND PIETER VAN BLOEMEN (1657 – 1720),
ATTRIBUTED
RIVERSCAPE
Oil on canvas.
100 x 192 cm.
Accompanied by an expert’s report Professor by
Giancarlo Sestieri, in copy.
Literature:
cf. Andrea Busiri Vici, Jan Frans Van Bloemen
“Orizzonte” e L’origine del paesaggio romano
settecentesco, Rome 1974.
€ 15.000 – € 20.000
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276
GILLIS VAN CONINXLOO II,
1544 ANTWERPEN – 1607 AMSTERDAM, ZUG.
WALDLANDSCHAFT MIT ALEXANDER
DEM GROSSEN BEI DIOGENES
Öl auf Leinwand. Doubliert.
110 x 152,5 cm.
Ansicht einer weiten Landschaft, die jeweils links- und
rechtsseitig als Repoussoir von einem hohen Baum
gerahmt wird, dessen braunes Blattweg bis zur Mitte
des oberen Gemälderandes reicht und den blauen
Himmel teils verdeckt. In das Bild führt zudem ein am
rechten Rand stehender Mann in Begleitung eines
Hundes mit seinem ins Bild weisenden, ausgestreckten
Arm. Im linken Vordergrund wird die historische
Legende wiedergegeben, wonach König Alexander
von Makedonien, in Begleitung weiterer Krieger und
mit Gefolge auf einem Weg im Hintergrund, den Philosophen
Diogenes von Sinope aufsucht. Alexander wird
gezeigt teils in Rüstung und mit Gold glänzendem
Helm. Rechts der in rotem Umhang und einem aufgeschlagenen
Buch am Boden vor einer großen Faß-
Tonne sitzende Diogenes, mit erhobener rechter Hand,
die auf das Licht hinweist, das der Philosoph durch das
Herannahen Alexanders nicht verschattet wissen will.
Rechts von dieser Darstellung geht der Blick in die
Bildmitte auf einen Fluss, an dessen Ufer im Hintergrund
die Silhouette einer in beiger Farbigkeit gehaltenen
Stadt und dahinter ein hochziehender Berg in
grünlicher Farbgebung mit weiteren Bauten zu erkennen
ist. Landschaftsdarstellung in der typischen Manier
und Farbpalette des Künstlers, hier erweitert um
eine historische Legende, die auch auf einem anderen
Werk des Künstlers zu finden ist.
Anmerkung:
Gemälde des Künstlers, betitelt „Eine Waldlandschaft
mit Alexander dem Großen vor Diogenes“ wurde
beim Auktionhaus Sotheby´s London, 23.April 1998,
Lot 96 angeboten (1462371) (18)
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GILLIS VAN CONINXLOO II,
1544 ANTWERP – 1607 AMSTERDAM,
ATTRIBUTED
FOREST LANDSCAPE WITH
ALEXANDER THE GREAT AT DIOGENES
Oil on canvas. Relined.
110 x 152.5 cm.
Note:
A painting by the artist entitled “A Forest Landscape
with Alexander the Great before Diogenes” was
offered at Sotheby's London on 23 April 1998, lot 96.
€ 15.000 – € 25.000 INFO | BID
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89
277
SEBASTIAN VRANCX,
1573 ANTWERPEN – 1647 EBENDA,
Der Maler, der auch als Begründer des flämischen
Militärgenres gilt, war laut dem Biografen Carel van
Mander d. Ä. (1548 – 1606) ein Schüler des Adam van
Noort (1562 – 1641). Er begab sich, wie die meisten
seiner Kollegen, 1597 nach Italien, was in der Folge
Einfluss auf die Darstellung antiker Ruinen und römischer
Bauwerke in seinem Werk nahm. 1600 wurde er
Mitglied der Antwerpener Lukasgilde, wo er mit seinen
Zeitgenossen wie Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625),
Frans Francken d. J. (1581– 1642) oder auch Hendrik
van Balen d. Ä. (1575 – 1632) befreundet war. So weist
sein Werk auch manche Gemeinsamkeiten mit denen
dieser Künstler auf. Sein Ruhm führte schon zu Lebzeiten
zu Vervielfältigungen seiner Bilder in Kupfer stichen.
DAS LÄNDLICHE FEST
Öl auf Leinwand. Doubliert.
79 x 97 cm.
In ebonisiertem Kassettenrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Mario Samoticha, Dortmund,
01. November 2025.
Vielfigurige Flusslandschaft mit unter einer mächtigen
Baumgruppe befindlicher Händlergruppe. Im Mittelgrund
ein Schloss mit dazugehörigem Park sowie im
Hintergrund die Silhouette einer Stadt.
(1461782) (13)
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SEBASTIAN VRANCX,
1573 ANTWERP – 1647 IBID.
RURAL FESTIVAL
Oil on canvas. Relined.
79 x 97 cm.
Accompanied by an expert’s report by Mario Samoticha,
Dortmund, 1 November 2025.
Sistrix
€ 30.000 – € 40.000 INFO | BID
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91
278
GYSBRECHT LEYTENS,
1586 ANTWERPEN – 1643/56 EBENDA, ZUG.
FEINE GESELLSCHAFT BEI AUSFLUG
AUF DEM LANDE
Öl auf Holz. Parkettiert.
82 x 115 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Mario F. Samoticha,
Dortmund, 30. Oktober 2025, in dem er das vorliegende
Gemälde Alexander Keirincx (1600 – 1652) zuschreibt.
Eine mächtige Baumgruppe mit bewegtem, fedrig wirkendem
Blattwerk überfängt eine Gruppe von Edelleuten,
die sich soeben auf ein Boot begibt. Dieses
liegt auf einem Fluss, dessen Lauf geschwungen in
den Hintergrund führt. In der Ferne wird ein Kirchturm
sichtbar.
(1461781) (13)
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GYSBRECHT LEYTENS,
1586 ANTWERP – 1643/56 IBID., ATTRIBUTED
ELEGANT COMPANY ON A COUNTRYSIDE OUTING
Oil on panel. Parquetted.
82 x 115 cm.
Accompanied by an expert’s report by Mario F. Samoticha,
Dortmund, 30 October 2025, attributing the painting
to Alexander Keirincx (1600 – 1652).
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€ 30.000 – € 40.000 INFO | BID
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93
279
FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS
RUHE AUF DER FLUCHT NACH ÄGYPTEN
Öl auf Holz, verso zwei Parkettierleisten.
47 x 77 cm.
Rahmen mit Glasabdeckung.
Die Darstellung entspricht den Bildvorstellungen Brueghels.
Wie auch die Brueghel-Schule hat der Maler die
biblische Szene in eine nordische Landschaft versetzt,
mit begrünten Tälern, bewaldeten Hängen und einem
mächtigen Baum rechts, mit auffallend großer Wurzel.
Die Heilige Familie links im Bild gruppiert, daneben der
Johannesknabe mit dem Lamm, während rechts und in
der oberen Zone Putten das Bild beleben. Etliche Details
sind als symbolische Anspielungen zu verstehen. So
verweisen die Trauben mit Weinlaub am Baumstamm
rechts auf den Wein des Abendmals, die mächtige Wurzel
auf den Bund des Alten Testaments und die Ruine
links oben auf den Untergang des antiken Heidentums.
Daneben betont die hell leuchtende Gruppe der schwebenden
Engel die darunter, ebenfalls ins Licht gesetzten
Hauptfiguren der Szene.
(1461004) (11)
FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY
THE REST ON THE FLIGHT INTO EGYPT
Oil on panel, two parquetting slats on the reverse.
47 x 77 cm.
The depiction corresponds to Brueghel’s compositions.
Like the Brueghel school, the painter transferred
the biblical scene into a Nordic landscape.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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280
JOHANN KÖNIG,
1586 NÜRNBERG – 1642 EBENDA
Johann König war ein deutscher Maler, Miniaturist und
Zeichner, der vor allem durch seine sehr fein ausgeführten
Kupfertafeln bekannt ist. Seine künstlerische Ausbildung
dürfte er vermutlich bei Johannes Rottenhammer
d. Ä. (1564– 1625) in Augsburg erhalten haben. Als gesichert
gilt ein einjähriger Aufenthalt in Venedig sowie
ein anschließender Studienaufenthalt in Rom von 1610 bis
1614. Dort kam er wahrscheinlich noch mit dem kurz vor
seinem Tod stehende Adam Elsheimer (1574/78– 1610)
in Kontakt, dessen frührömischer Stil entscheidenen Einfluss
auf Königs Werk ausübte. Nach seiner Rückkehr
nach Augsburg im Jahr 1614 erhielt König das Malerrecht
und ließ sich dauerhaft dort nieder.
DIE TAUFE CHRISTI DURCH JOHANNES
Öl auf Kupfertafel.
37,8 x 28 cm.
Links unten signiert und datiert „Johan: König f: 1637“.
In braunem Flammleistenrahmen.
Wir danken Herrn Dr. Gode Krämer für seine freundlichen
Hinweise zur Katalogisierung.
In harmonischer Landschaft am Ufer des Jordans stehend,
Jesus mit weißem Lendenschurz, die rechte
Hand leicht erhoben, während die andere auf der
Brust liegt. Neben ihm, in leichter Rückenansicht, die
überlängte Figur von Johannes dem Täufer mit Fellgewand
um die Hüfte und einem roten Umhang darüber.
Seinen Kreuzesstab hat er auf einem hölzernen Steg
neben einem Schaf abgelegt. Er hat seinen rechten
Arm erhoben und will gerade eine Muschel mit Wasser
über dem Kopf Christi leeren, um ihn zu taufen.
Oberhalb der beiden hat sich der Himmel geöffnet,
und im gelben Licht ist eine weiße Taube als Symbol
des Heiligen Geistes zu sehen. Zudem sind hinter großen
Wolken mehrere Puttiköpfe mit blauen Flügeln zu
erkennen. Zwei weitere große Engel stehen links am
Ufer und scheinen die Kleidung Jesu zu halten; einer
von ihnen blickt dabei aus dem Bild heraus. Malerei in
frischen kräftigen Farben eines beliebten Themas.
Provenienz:
Ehemals Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt.
(1451658) (18)
JOHANN KÖNIG,
1586 NUREMBERG – 1642 IBID.
THE BAPTISM OF CHRIST BY JOHN THE BAPTIST
Oil on copper.
37.8 x 28 cm.
Signed and dated “Johan: König f: 1637” lower left.
We would like to thank Dr Gode Krämer for his kind
advice regarding the cataloguing.
Provenance:
Former collection Georg Schäfer, Schweinfurt.
€ 8.000 – € 10.000
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95
281
PIETER BRUEGHEL D. J.,
1564 BRÜSSEL – 1638 ANTWERPEN, UMKREIS DES
DER BAUERNADVOKAT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
78 x 107 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
In einer großen Stube sitzt ein Advokat hinter seinem
mit zusammengeschnürten Briefen und einer Sanduhr
überladenen Schreibtisch. Er trägt ein altrosafarbenes
Wams und schwarze Kopfbedeckung und liest aufmerksam
einen Brief. Links neben ihm ein Bauer, der
offenbar den Inhalt des Schriftstückes erklärt. Rechts
des Tisches wohl ein Anwaltsgehilfe in beigem Gewand,
Stiefeln und faltigem grünen Strumpf, der in anderen
Bildversionen teils in Rot wiedergegeben wird.
Vor dem Tisch das Landvolk mit seinen Erzeugnissen,
darunter eine Ente, ein Bündel mit Weintrauben und
eine Frau, die einen kleinen Korb mit Eiern befüllt. Am
linken Bildrand ein Mann mit langem Stock, in rotem
Obergewand; in anderen Gemäldeversionen teils andersfarbig
wiedergegeben. Besonders auffallend sind
die zahlreichen Schriftstücke und beschrifteten Säckchen
im Raum: Auf dem Wandbord hinter dem Advokaten,
auf dem Boden, sowie auf einem weiteren
Schreibtisch links oben am Eingang mit sitzendem Gehilfen
und den Ablagen hinter ihm. Die Darstellung ist
sicherlich satirisch gemeint – darauf weist ein 1618
von Paulus Fürst veröffentlichter Stich hin, der Anwälte
der Bestechlichkeit bezichtigt, da der korrupte Advokat
wohl auch mit Naturalien „bezahlt“ werden kann.
Literatur:
Vgl. Pieter van den Brink, De Firma Brueghel,
Maastricht/Brüssel 2001–2002, S. 173 – 185:IV:
De Boerenadvokaat.
Vgl. Christina Currie und Dominique Allart, The Brueghel
Phenomenon. Paintings by Pieter Bruegel the
Elder and Pieter Brueghel the Younger with a special
focus on technique and copying Practice, Brüssel
2012, dl.II, S. 670–711: Case Study 10: copies of the
Peasant Lawyer after an anonymous model.
Art rules, exhibition’s catalogue, Tallinn, June–October
2015, S. 62–63 (abgebildet).
Vgl. Klaus Ertz, Pieter Brueghel der Jüngere (1564 –
1637/38). Die Gemälde mit kritischem Œuvrekatalog,
Band I, Lingen 1988/2000, S. 513–522.
Vgl. Klaus Ertz (Hrsg.), Pieter Breughel Le Jeune –
Jan Brueghel L’Ancien, Une famille de peintres
flamands vers 1600, Lingen 1998, S. 391.
(14616324) (13)
PIETER BRUEGHEL THE YOUNGER
1564 BRUSSELS – 1638 ANTWERP, CIRCLE OF
THE PEASANT LAWYER
Oil on canvas. Relined.
78 x 107 cm.
The satirical intent of the depiction is apparent, as
demonstrated by an engraving published by Paulus
Fürst in 1618. This engraving accuses lawyers of bribery,
implying that a corrupt lawyer might also accept
payment in kind.
Literature:
cf. Pieter van den Brink, De Firma Brueghel,
Maastricht Brussel, 2001 – 2002, pp. 173–185, IV,
De Boerenadvokaat.
cf. Christina Currie and Dominique Allart, The
Brueghel Phenomenon. Paintings by Pieter Bruegel
the Elder and Pieter Brueghel the Younger with a
special focus on technique and copying Practice,
Brussels 2012, dl.II, pp. 670-711: Case Study 10:
copies of The Peasant Lawyer after an anonymous
model.
Art rules, exhibition catalogue, Tallinn, June - October
2015, pp. 62-63 (ill.).
cf. Klaus Ertz, Pieter Brueghel der Jüngere (1564 –
1637/38). Die Gemälde mit kritischem Oeuvrekatalog,
vol. I, Lingen 1988/2000, pp. 513-522.
cf. Klaus Ertz (ed.), Pieter Brueghel Le Jeune – Jan
Brueghel L’Ancien. Une famille de peintres flamands
vers 1600, Lingen 1998, p. 391.
€ 50.000 – € 70.000
(†) INFO | BID
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282
FRANS DE MOMPER,
1603 ANTWERPEN – 1660 EBENDA
KÜSTENSTÜCK MIT SCHIFFEN UND BADENDEN
Öl auf Holz. Parkettiert.
77 x 113 cm.
Links unten signiert. Auf dem Rahmen mit Künstlerplakette.
Verso mit Galerieetikett.
In bronziertem Régence-Stilrahmen.
In warmen Braun- und Grüntönen die flache Polderlandschaft
mit einer sich vor einer sanften Hügelkette
abzeichnenden Stadt, deren Zentrum von einem Kirchturm
flankiert wird. Links vorne ein schroffer Felsen,
von einer dunklen Wolke überfangen, auf dem sich
eine von wilder Vegetation heimgesuchte Festungsruine
befindet. Dazwischen anlandende Fischerboote
und davor badende Figuren.
FRANS DE MOMPER,
1603 ANTWERP – 1660 IBID.
COASTAL SCENE WITH SHIPS AND BATHERS
Oil on panel. Parquetted.
77 x 113 cm.
Signed lower left. Plaque with artist’s name on frame.
Gallery label on the reverse.
Provenance:
Christie’s New York, 18 May 1995, lot 24 (with note
that it originates from a private collection).
Galerie Dominion, Montreal, Canada.
New Orleans Auctions, 5 June 2021, lot 221.
€ 12.000 – € 18.000
Sistrix
INFO | BID
Momper spezialisierte sich, wie sein Onkel Joos de
Momper d. J. (1564 – 1635), auf weite Landschaften
mit Flüssen und Dörfern, entwickelte jedoch einen eigenen
monochromistischen Stil.
Provenienz:
Christie’s New York, 18. Mai 1995, Lot 24 (als aus
einer Privatsammlung stammend).
Galerie Dominion, Montreal, Kanada.
New Orleans Auctions, 05. Juni 2021, Lot 221.
(1460083) (13)
98 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.
283
PIETER JANSZ. QUAST,
1606 AMSTERDAM – 1647 AMSTERDAM
SOLDATEN UND EINE FRAU
AN EINEM NÄCHTLICHEN LAGERFEUER
Öl auf Holz.
38 x 46 cm.
Links unten monogrammiert und datiert „PQ 1639“.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Nächtliche Darstellung mit Soldaten, die um ein kleines
brennendes Feuer versammelt sind, dazu gehörend
eine sitzende Frau, die gerade ihr Baby stillt. Besonders
auffallend auf der linken Seite ist ein stehender
Offizier in eleganter feiner Kleidung mit Stiefeln, ein
Pfeiffchen rauchend. Licht fällt zusätzlich von links auf
die Szenerie und beleuchtet die Rücken- und Seitenansicht
sowie das Gesicht des stehenden Offiziers, der
zudem eine schwarze Kopfbedeckung mit zwei großen
weißen Federn trägt. Darstellung in überwiegend beigebrauner
Farbgebung mit feiner Licht- und Schattensetzung.
(1461347) (1) (18)
€ 9.000 – € 11.000
Sistrix
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99
285
ABRAHAM DANIELSZ HONDIUS,
UM 1625 ROTTERDAM – 1695 LONDON
(ABB. RECHTS)
JAGDLICHE GESELLSCHAFT AM BRUNNEN
Öl auf Holz. Parkettiert.
90,5 x 157 cm.
Auf dem Brunnen signiert und datiert
„A.De.Hont 1653“.
In hölzernem Profilrahmen.
Das hier angebotene Gemälde ist beim RKD in Den
Haag unter der Nummer 62066 verzeichnet.
284
ENGLISCHE SCHULE DES AUSGEHENDEN
17. JAHRHUNDERTS
PORTRAIT EINES VORNEHMEN HERREN
MIT RÜSTUNG
Typische großfromatige Szene mit Reisenden des
Hondius, der lange Jahre in Rotterdam tätig war, bevor
er 1671 nach London ging, wo er 1691 verstarb. Bewegte
Figuren mit differenzierter Oberflächenwiedergabe
von Fell und Stoffen sowie feiner, durch das Laub
filternder nachmittäglicher Sonne. Von Hondius sind
mehrere vergleichbare Gemälde bekannt, die jedoch in
der Komposition variieren. Eine Landschaft mit annähernd
seitenverkehrter Darstellung wurde im Jahr
2000 im Dorotheum in Wien angeboten und dürfte
etwa in dieselbe Zeit datieren.
Provenienz:
Sammlung Mrs. Gladys Bruen, Dublin, Irland.
Sotheby’s London, 29. November 1950, Lot 124.
Christie’s New York, 17. Juni 2004, Lot 17.
(14512018) (13)
Öl auf Leinwand. Doubliert.
57 x 50 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
In einem Innenraum das Dreiviertel-Portrait eines eleganten
stehenden Mannes mit überlanger Allongeperücke
und silbrig glänzendem Brustpanzer, der zum
einen durch die Perücke, zum anderen durch seinen
um den Hals getragenen und herabhängenden weissen
Spitzenschal bedeckt wird. Er steht neben einem
mit wertvollem Stoff bedecktem Tisch auf dem sein
Helm mit Federn und geöffnetem Scharnier steht, auf
dem seine rechte Hand ruht, was ein weiterer Hinweis
auf seine Stellung als Offizier sein dürfte. Er hat einen
dünnen Oberlippenbart und mit seinen glänzenden
Augen blickt er selbstbewußt aus dem Gemälde heraus.
Qualitätvolle feine Darstellung.
Anmerkung:
Ein vergleichbares Ölgemälde mit dem Portrait des
Francis Lindley befindet sich im Bolling Hall Museum,
Bradford, England (1462372) (18)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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100 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.
ABRAHAM DANIELSZ HONDIUS,
CA. 1625 ROTTERDAM – 1695 LONDON
HUNTING PARTY AT THE WELL
Oil on panel. Parquetted.
90.5 x 157 cm.
Dated and signed “A.De.Hont 1653.” on the well.
The present painting is registered with the RKD in
The Hague under no. 62066.
Several similar paintings by Hondius are known, however,
varying in detail. A landscape with a roughly reversed
composition was offered at Dorotheum in Vienna
in 2000 and is dated to approximately the same
period.
Provenance:
Mrs Gladys Bruen collection, Dublin, Ireland.
Sotheby’s, London, 29 November 1950, lot 124.
Christie’s, New York, 17 June 2004, lot 17.
Sistrix
€ 8.000 – € 12.000 INFO | BID
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101
286
JACOB ADRIAENSZ BELLEVOIS,
1621 ROTTERDAM – 1675 EBENDA
Zwischen 1661 und 1666 wirkte der Künstler in Gouda.
Laut dem zeitgenössischen Malerbiografen Houbraken
arbeitete er 1673 gemeinsam mit Johannes Voorhout
(1647 – 1717) in Hamburg bevor er nach Rotterdam zurückzukehrte,
um sich als Nachfolger von Jan Porcellis
(um 1584 – 1632) vollständig dem Genre der Seestücke
zu widmen
DREI SEGELSCHIFFE IN HEFTIGEM
STURM VOR FELSKÜSTE
Öl auf Holz.
73 x 107 cm.
Rechts unten auf Treibgut undeutliche Signatur.
In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Vor einer von Felsen zerfurchten Küste, deren Höhepunkt
rechts durch ein monolitisches Gebilde markiert
wird, auf dem ein Gebäudekomplex sichtbar ist. Zwei
Schiffe kämpfen im Sturm vor den Felsen, während
eines bereits zerschellt ist und die Besatzung sich zumindest
teilweise in einem Beiboot retten konnte. Diese
Komposition ist in mehreren Varianten von Bellevois
überliefert, darunter auch durch ein Gemälde, das im
Herzog Anton Ulrich Museum in Braunschweig (Inv.Nr.
3969) verwahrt wird.
Provenienz:
Sammlung des niederländischen Bankiers Dr. C.J.K.
van Aalst (1886 – 1939), Hoevelaken (ehemaliger
Direktor der Netherlands Trading Company, heute
Teil des ABN-AMRO-Konzerns).
01. April 1960, Christie’s London, „Highly Important
Netherlandish Pictures from the Collection Formed by
the Late Dr. C.J.K. van Aalst“, Lot 34 (damals noch mit
einer gefälschten Monogrammierung von Bonaventura
Peeters und der falschen Datierung 1647 versehen).
Leihgabe an das Centraal Museum in Utrecht, wo es
von 1933 bis 1960 ausgestellt war.
JACOB ADRIAENSZ BELLEVOIS,
1621 ROTTERDAM – 1675 IBID.
THREE SAILING SHIPS IN TEMPESTUOUS
STORM OFF A ROCKY COAST
Oil on panel.
73 x 107 cm.
Indistinct signature on flotsem lower right.
There are several variations of this composition attributed
to Bellevois, including a painting held at the Herzog
Anton Ulrich Museum in Braunschweig (inv. no.
3969).
Provenance:
Collection of the Dutch banker Dr C.J.K. van Aalst
(1886 –1939), Hoevelaken (former director of the
Netherlands Trading Company, today part of the
ABN-AMRO group).
Christie’s London, 1 April 1960, “Highly Important
Netherlandish Pictures from the Collection Formed by
the Late Dr. C.J.K. van Aalst”, lot 34 (at that time still
with a forged monogram of Bonaventura Peeters and
the incorrect date 1647).
On loan to the Centraal Museum in Utrecht, where
it was exhibited from 1933 to 1960.
Exhibitions:
Centraal Museum in Utrecht from 1933 to 1960 as a
work by Bonaventura Peeters (label on the reverse of
the panel).
€ 15.000 – € 18.000
Sistrix
INFO | BID
Ausstellungen:
Im Centraal Museum in Utrecht von 1933 bis 1960
als Werk von Bonaventura Peeters ausgestellt (Etikett
auf der Rückseite der Tafel). (1461344) (1) (13)
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103
287
JAN GRIFFIER D. Ä.,
1645 AMSTERDAM – 1718 LONDON, ZUG.
HANDELSSZENE MIT SCHIFFEN VOR EINER
ITALIENISCHEN STADT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
67 x 91 cm.
Rechts unten Namensnennung und Datierung
„J. Liengelbach 1664“.
In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Das Gemälde ist beim RKD in Den Haag unter der Nr.
61359 verzeichnet und wird dort aktuell Jan Griffier zugeschrieben,
Johannes Lingelbach (1622–1674) imitierend.
Gezeigt wird eine kleine elegante Gesellschaft, die an
einer Hafeneinfahrt diverse präsentierte Waren begutachtet.
Eine Dame in einem langen weiß-blauen Kleid
richtet ihren fragenden Blick auf einen Mann mit einem
weißen Turban und weist auf die am Boden liegende
Ware hin. Begleitet wird sie von einem schwarz gekleideten
Kavalier mit breitem Hut. Über eine Mauer hat
ein in Rot gekleideter sitzender Händler seinen wertvollen
Perserteppich ausgebreitet. Am unteren linken
Bildrand eine Dame, die diverse Gemüsesorten und
Geflügel zum Verkauf anbietet. Im Hintergrund die hinter
einer hohen Mauer an einem Hang liegende italienische
Stadt, unter hohem wolkenreichen Himmel.
Stimmungsvolle Malerei in überwiegend monochromer
Farbigkeit, wobei die weißen Kleidungsstücke einzelner
Figuren und das rote Gewand des Teppichhändlers
besonders hervorstechen.
Provenienz:
Bukowskis, Stockholm, 26. Mai 2003 – 28. Mai 2003,
Lot 393. (1460913) (2) (13)
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JAN GRIFFIER THE ELDER,
1645 AMSTERDAM – 1718 LONDON, ATTRIBUTED
TRADING SCENE WITH SHIPS OFF AN ITALIAN CITY
Oil on canvas. Relined.
67 x 91 cm.
Artist’s name and date “J. Liengelbach 1664” lower right.
The painting is listed at the RKD in The Hague under
no. 61359 and is currently attributed there to Jan Griffier
as imitating Johannes Lingelbach (1622–1674).
Provenance:
Bukowskis, Stockholm, 26 May 2003 – 28 May 2003,
lot 393.
Sistrix
€ 25.000 – € 35.000 INFO | BID
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105
288
ABRAHAM WILLAERTS,
1603 UTRECHT – 1669 EBENDA
ALLEGORIE AUF DEN STOLZ DER SEEFAHRT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
101 x 161 cm.
Links unten auf einem Fels signiert und datiert
„A WILLAERTS/1624“.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Im Vordergrund anlandendes Fischerboot und Männer
beim Kauf der gelöschten Ware. Dahinter Handelsund
Prunkschiffe sowie mehrere Fischerboote, wie wir
sie häufig im Werk Willaerts finden, wenngleich hier
bei besonders feiner Ausführung. Der Horizont am
rechten Hintergrund durch schroffen Fels mit Wassersturz
abgeschlossen, darauf eine festungsgleiche Bebauung,
die vielleicht in ihren Einzelelementen einen
realen Bezug haben könnte.
(1461356) (13)
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ABRAHAM WILLAERTS,
1603 UTRECHT – 1669 IBID.
ALLEGORY ON THE PRIDE OF SEAFARING
Oil on canvas. Relined.
101 x 161 cm.
Signed and dated “A WILLAERTS / 1624” lower left
on a rock.
Sistrix
€ 10.000 – € 14.000 INFO | BID
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107
289
THOMAS HEEREMANS,
1641 HAARLEM – 1694 EBENDA
EISVERGNÜGEN VOR DEN MAUERN
EINER MITTELALTERLICHEN STADT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
60 x 83,5 cm.
Rechts unten auf Holzgatter signiert
und datiert „Th Mans 1689“.
In dekorativem Rahmen.
Vor mittelalterlichen Stadtmauern bieten mehrere
Händler, teils aus ihren Pferdeschlitten, ihre Waren den
Besuchern zum Verkauf an. Daneben auf dem zugefrorenen
Poldersee sind zahlreiche Figuren bei winterlichen
Eisvergnügungen zu sehen. Über dem Geschehen
der hohe blaue Himmel, teils mit tief hängenden
Wolken, die Stimmung eines kalten Wintertages vermittelnd.
Typisch für den Künstler sind die mal von
links, mal von rechts, in den Bildraum hineinragenden
Figuren, die er sowohl im Sommer als auch im Winter
darstellt. Ein wiederkehrendes Element seiner Winterbilder
ist, wie hier, der Eisblock auf der linken Bildseite,
der schollenartig auf dem Eis liegt und dem Blick des
Betrachters Halt und Markierung gibt. Besonders bemerkenswert
sind der geschobene Schlitten mit zwei
Frauen in der Bildmitte sowie am rechten Rand ein
Schlitten in Form eines Löwen, in dem zwei elegante
Damen sitzen, gezogen von einem prächtig geschmückten
Pferd. Qualitätvolle Darstellung in der typischen
Manier des Künstlers, in überwiegend weißgrauen
und bräunlichen Farbtönen, aufgelockert durch
rote Kleidungsstücke der Figuren.
(1461341) (1) (18)
THOMAS HEEREMANS,
1641 HAARLEM – 1694 IBID.
ICE AMUSEMENTS OUTSIDE THE WALLS
OF A MEDIEVAL TOWN
Oil on canvas. Relined.
60 x 83.5 cm.
Signed and dated “Th Mans 1689” lower right
on a wooden gate.
€ 15.000 – € 18.000
Sistrix
INFO | BID
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109
290
DIRCK HALS,
1591 HAARLEM – 1656 EBENDA, ZUG.
GESELLSCHAFT BEIM KARTENSPIEL
DIRCK HALS,
1591 HAARLEM – 1656 IBID., ATTRIBUTED
THE CARD PLAYERS
Öl auf Leinwand.
35 x 46 cm.
Um 1630 – 40.
In profiliertem Holzrahmen.
In einem Innenraum, der durch eine Karte, welche die
rückwärtige Wand ziert, näher definiert wird, eine um
einen Tisch sitzende Gruppe von Karten spielenden
und rauchenden Personen. Dem Spiel obliegt immer
auch eine Kritik, dem Raucher kann eine Vanitassymbolik
unterstellt werden.
Von Dirck Hals, dem Bruder des noch berühmteren
Frans Hals (1580 – 1666) sind uns zahlreiche vergleichbare
Gemälde mit Gesellschaften in Innenräumen
bekannt. Als Mitglied der St. Lukas-Gilde blieb er
Zeit seines Lebens in seiner Geburtsstadt Haarlem, in
der er sich auf eben solche beliebten Gesellschaftsstücke
konzentrierte. Seine Gemälde befinden sich
unter anderem im Musée du Louvre, in der National
Gallery in London und natürlich im Rijksmuseum in
Amsterdam. Motivische Ählichkeiten sind zu Caravaggio
und George de La Tour zu ziehen, wobei Dirck
Hals eine eher camaieuhafte Malweise inne liegt sowie
eine Freude am Spiel, wie sie auch in der Utrechter
Schule über liefert ist.
(1461639) (13)
Oil on canvas.
35 x 46 cm.
Ca. 1630 – 40.
€ 35.000 – € 50.000
(†) INFO | BID
Sistrix
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111
291
NIEDERLÄNDISCHER MALER
DES 17. JAHRHUNDERTS
Gemäldepaar
GEHOBENES INTERIEUR MIT FIGUREN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
77 x 66 cm.
Das eine Gemälde zeigt in einem Innenraum elegant
gekleidete Kavaliere, von denen einer ein Glas Wein
hält, um es einem anderen Stehenden zu reichen, welcher
ihn jedoch misstrauisch und mit Fingerzeig auf
das Glas anblickt. Im Hintergrund rechts drei Männer
mit Hut an einem Tisch. Auf dem anderen Gemälde ist
erneut eine Runde gut gekleideter Kavaliere zu sehen
in einem Raum mit Fenster, durch das der Blick in eine
Landschaft im Licht der untergehenden Sonne zu erkennen
ist und neben dem an der Wand ein schwerer
grauer Vorhang hängt. Darunter die Männer an einem
Spieltisch, auf dem helle und schwarze Spielsteine liegen.
Besonders auffallend ein junger blonder Mann mit
schwarzer Samtjacke und leger über seinem rechten
Arm herabhängendem Mantel, der sich zurückgelehnt
hat. Qualitätvolle feine Malerei mit vielen Details und
ausgewogener Lichtführung.
Anmerkung:
Das Gemäldepaar wurde 2001 verkauft von Robert
Noortman, Maastricht, als Arbeiten von Simon Kick
(1603 Delft – 1652 Amsterdam). (1461346) (1) (18)
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DUTCH SCHOOL, 17TH CENTURY
A pair of paintings.
ELEGANT INTERIOR WITH FIGURES
Oil on canvas. Relined.
77 x 66 cm.
Notes:
The pair of paintings was sold in 2001 by Robert
Noortman, Maastricht as works by Simon Kick
(1603 Delft – 1652 Amsterdam).
Sistrix
€ 13.000 – € 15.000 INFO | BID
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113
292
PIETER SYMONSZ POTTER,
1597 ENKHUIZEN – 1652 AMSTERDAM,
ZUG.
JOSEPH DEUTET SEINEN MITGEFANGENEN
DIE TRÄUME
Öl auf Holz.
36,5 x 48 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Darstellung nach dem Alten Testament (Gen 39): Der
junge Joseph geriet aufgrund der falschen Beschuldigung,
die Frau des Potifars verführt zu haben, in Kerkerhaft.
Gezeigt wird hier, wie er seinen Mitgefangenen
– dem Oberbäcker und Obermundschenk des
Pharaos, die Träume deutet.
Gemäß dem Biographen Houbraken war der Maler
Stadtsekretär von Enkhuizen, Vater von Pieter I Potter
und Großvater des Pieter II. Nach Angaben der RKD
arbeitete er zunächst als Glasmaler, studierte 1628 in
Leiden die Ölmalerei und wurde 1646 in die Lukasgilde
aufgenommen.
PIETER SYMONSZ POTTER,
1597 ENKHUIZEN – 1652 AMSTERDAM,
ATTRIBUTED
JOSEPH INTERPRETING THE DREAMS OF HIS FEL-
LOW PRISONERS
Oil on panel.
36.5 x 48 cm.
Literature:
cf. Eric Jan Sluijter, Rembrandt’s Rivals. History
Painting in Amsterdam 1630 – 1650, Amsterdam/
Philadelphia 2015.
Regarding the artist see: Arnold Houbraken, De
groote schouburgh der Nederlantsche konstschilders
en schilderessen [...], vol. 2, ’s-Gravenhage 1719,
pp. 125 – 126.
€ 15.000 – € 20.000
Sistrix
INFO | BID
Literatur:
Vgl. Eric Jan Sluijter, Rembrandt’s Rivals. History
Painting in Amsterdam 1630 – 1650, Amsterdam/
Philadelphia 2015.
Zum Künstler siehe: Arnold Houbraken, De Groote
Schouburgh Der Nederlantsche Konstschilders En
Schilderessen [...], Bd. 2, ’s Gravenhage 1719,
S. 125 –126. (1461364) (11)
114 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.
293
PIETER SYMONSZ POTTER,
1597 ENKHUIZEN – 1652 AMSTERDAM,
ZUG.
JOSEPH WIRD VON POTIFARS FRAU BESCHULDIGT
Öl auf Holz. Parkettiert.
40 x 52 cm.
Verso rotes Lacksiegel mit Wappen.
Darstellung nach dem Alten Testament (Gen 39): Der
junge Joseph wird während seines Aufenthalts in
Ägypten von der Frau seines Dienstherrn Potifar, eines
Ministers des Pharaos, zu Unrecht der Verführung bezichtigt,
wobei ein Diener das zerrissene Kleid Josephs
als Beleg vorführt. Die Gestalt links außerhalb der Szene
könnte Moses, der Autor der fünf ersten Bücher
der Bibel, darstellen. Der Maler schuf das Bildthema
ein weiteres Mal (38 x 45 cm, Sotheby’s Juli 2000);
seine Figuren erscheinen überwiegend in derselben
Komposition.
Gemäß dem Biographen Houbraken war der Maler
Stadtsekretär von Enkhuizen, Vater von Pieter I Potter
und Großvater von Pieter II. Nach Angaben der RKD
arbeitete er zunächst als Glasmaler, studierte 1628 in
Leiden die Ölmalerei und wurde 1646 in die Lukasgilde
aufgenommen.
PIETER SYMONSZ POTTER,
1597 ENKHUIZEN – 1652 AMSTERDAM,
ATTRIBUTED
JOSEPH ACCUSED BY POTIPHAR’S WIFE
Oil on panel. Parquetted.
40 x 52 cm.
Red lacquer seal with coat of arms on the reverse.
The painter created the same subject once more (38 x
45 cm, Sotheby’s July 2000); his figures are mostly
reproduced in the same composition.
Literature:
cf. Eric Jan Sluijter, Rembrandt’s Rivals. History
Painting in Amsterdam 1630 – 1650, Amsterdam/
Philadelphia 2015, ill. V-72.
Regarding the artist see: Arnold Houbraken, De
groote schouburgh der Nederlantsche konstschilders
en schilderessen [...], vol. 2, ’s-Gravenhage 1719,
pp. 125 – 126.
€ 15.000 – € 20.000
Sistrix
INFO | BID
Literatur:
Vgl. Eric Jan Sluijter, Rembrandt’s Rivals. History
Painting in Amsterdam 1630 – 1650, Amsterdam/
Philadelphia 2015, Abb. V-72.
Zum Künstler siehe: Arnold Houbraken, De Groote
Schouburgh Der Nederlantsche Konstschilders
En Schilderessen [...], Bd. 2, ’s Gravenhage 1719,
S. 125 –126. (1461365) (11)
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115
294
PETER PAUL RUBENS,
1577 SIEGEN – 1640 AMSTERDAM,
NACHFOLGE DES
MELEAGER UND ATALANTA AUF DER JAGD
NACH DEM KALYDONISCHEN EBER
Öl auf Kupfer.
68 x 88 cm.
Verkleinerte Darstellungs-Wiederholung nach dem
Gemälde von Peter Paul Rubens von 1616/20 mit den
Abmessungen 257 x 416 cm, das sich in den Sammlungen
des Kunsthistorischen Museums in Wien befindet
(Inv.Nr. 523).
(1462178) (11)
PETER PAUL RUBENS,
1577 SIEGEN –1640 AMSTERDAM, FOLLOWER OF
MELEAGER AND ATALANTA IN PURSUIT OF THE
CALYDONIAN BOAR
Oil on copper.
68 x 88 cm.
Reduced reproduction of the painting by Peter Paul
Rubens from 1616/20, measuring 257 x 416 cm, which
is in the collections of the Kunsthistorisches Museum
in Vienna (inv. no. 523).
€ 25.000 – € 35.000
Sistrix
INFO | BID
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295
PETER PAUL RUBENS,
1577 SIEGEN – 1640 AMSTERDAM,
KREIS/NACHFOLGE DES
DER LIEBESGARTEN
Öl auf Leinwand.
161 x 194 cm.
In floral verziertem Rahmen.
Das Bildsujet wurde aufgrund der großen Beliebtheit,
sowohl des Themas als auch des Meisters, mehrfach
wiederholt und kopiert. Das zuerst entstandene, weit
größerformatige Original (198 x 283 cm) ist im Museo
del Prado zu sehen. Bekanntlich schuf Rubens dieses
Bild von 1632 ohne Auftrag, lediglich aus privatem Interesse,
als Liebeserklärung an seine zweite Frau Helene
Fourment, die er 1630, im Alter von 53 Jahren, heiratete,
während sie erst 16 Jahre alt war. Das Gemälde
wird allgemein als Ausdruck des barocken glücklichen
Lebensgefühls des Malers verstanden. Die Darstellung
zeigt eine mehrfigurige Gesellschaft in einem
Park von fantasievoller Architektur mit gewaltigen
toskanischen Säulen. Rubens verewigte sich und seine
junge Gemahlin hierin mehrfach. Zwischen den
höfisch-elegant gekleideten Figuren tänzeln und
schweben geflügelte Amoretten, davon zwei in heftigen
Bewegungen neben einer nackten Brunnenfigur
rechts oben. Im Gegensatz zur Erstausführung im Prado
wurde hier auf die beiden fliegenden Putti in der linken
oberen Ecke verzichtet und anstelle des blauen Wolkenhimmels
werden dunkle Laubbäume gezeigt, was
der Szene eine abendliche Stimmung verleiht. Dieses
Gemälde zeigt deutlich den Einfluss von Rubens, dessen
produktive Werkstatt eine Fülle von Werken hervorbrachte,
die nicht immer direkt vom Meister selbst
ausgeführt wurden.
(1460205) (1) (10)
PETER PAUL RUBENS
1577 SIEGEN – 1640 AMSTERDAM,
CIRCLE/ FOLLOWER OF
THE GARDEN OF LOVE
Oil on canvas.
161 x 194 cm.
The painting was repeated and copied numerous
times due to the great popularity of the artist and the
subject. The original, much larger version (198 x 283
cm), is on display at the Museo del Prado. Famously,
Rubens created this painting in 1632 without a commission,
purely out of personal interest, as a declaration
of love for his second wife, Helene Fourment. In
contrast to the Prado painting, the two flying putti in
the upper left corner have been omitted here. Instead
of the blue sky with clouds, dark deciduous trees are
depicted conveying an evening atmosphere.
€ 15.000 – € 25.000
Sistrix
INFO | BID
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117
296
WILHELM SCHUBERT VAN EHRENBERG,
1630 ANTWERPEN – 1676 EBENDA, ZUG.
KIRCHENINTERIEUR MIT FIGUREN
WILHELM SCHUBERT VAN EHRENBERG,
1630 ANTWERP – 1676 IBID., ATTRIBUTED
CHURCH INTERIOR WITH FIGURES
Öl auf Leinwand. Doubliert.
128 x 113,5 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Blick von erhöhtem Standpunkt in das prachtvolle Mittelschiff
einer großen Kirche, das an den Petersdom in
Rom erinnert, mit mehreren, meist elegant gekleideten
Figuren und einem Priester in Rückenansicht, der
vor dem Hauptaltar steht, über dem ein Mariengemälde
hängt. Das Licht fällt von rechts in das Innere und
beleuchtet die rechtsseitigen Rundbögen, während
der Altarraum gänzlich erhellt wird. Die kleinen Figuren
dienen auch als Vergleich, um die Höhe und Größe dieser
Kirche zu zeigen. Das Kircheninnere in ruhigen Farben,
überwiegend in Beige-Braun wiedergegeben, belebt
durch die Staffagefiguren. Höchst qualitätvolle
Malerei.
Oil on canvas. Relined.
128 x 113.5 cm.
€ 15.000 – € 25.000
Sistrix
INFO | BID
Anmerkung:
Wilhelm Schubert van Ehrenberg oder Willem Schubart
van Ehrenberg war ein flämischer Maler, der sich
auf Architekturmalereien spezialisierte, darunter reale
und imaginäre Kirchenräume, Renaissancepaläste
und Gemäldegalerien. (1462373) (18)
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119
297
JAN VAN KESSEL D. Ä.,
1626 ANTWERPEN – 1679 EBENDA, ZUG.
BLUMENVASE MIT INSEKTEN
Öl auf Holz.
20 x 16,5 cm.
In Wellenleistenrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñiscola,
3. Oktober 2025, in Kopie.
In einer angedeuteten Nische steht auf einer Steinplatte
eine stark gebauchte entfärbte Glasvase mit seitlich
ansetzenden Bogenhenkeln und Perlstabkniffen. Darin
eine mächtige Pfingstrose nebst Vergissmeinnicht und
Schwertlilien, sowie einige Insekten.
JAN VAN KESSEL THE ELDER,
1626 ANTWERP – 1679 IBID., ATTRIBUTED
FLOWER VASE WITH INSECTS
Oil on panel.
20 x 16.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,
Peñiscola, dated 3 October 2025, in copy.
Literature:
cf. Klaus Ertz and Christa Nitze-Ertz, Die Maler Jan van
Kessel. Kritischer Katalog der Gemälde, Lingen 2012.
€ 16.000 – € 22.000
Sistrix
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Literatur:
Vgl. Klaus Ertz und Christa Nitze-Ertz, Die Maler Jan
van Kessel. Kritischer Katalog der Gemälde, Lingen
2012. (1460203) (1) (13)
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298
ALEXANDER ADRIAENSSEN,
1587 ANTWERPEN – 1661 EBENDA
Alexander Adriaenssen war ein flämischer Barockmaler,
bekannt für seine Stillleben mit Essen und Blumen.
1610 wurde er Meister der Gilde des Heiligen
Lukas von Antwerpen. Mit seiner Spezialisierung auf
Still leben machte er sich bald einen Namen. Peter
Paul Rubens (1577 – 1640) war ein Bewunderer des
Künstlers und kaufte von ihm zwei Werke. Auch
Anthonis van Dyck (1599 – 1641) schätzte die Werke
des Künstlers und malte sein Portrait, das auch gestochen
wurde.
BLUMENSTILLLEBEN
Öl auf Kupfer.
23 x 18 cm.
In Wellenleistenrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñiscola,
12. September 2025, in Kopie.
Auf einer angedeuteten Steinplatte eine gefußte Balustervase
mit darin befindlichem Rosenbouquet und auf
der Platte liegenden Blütenblättern. Ein gut vergleichbares
Gemälde, das die gleiche Glasvase zeigt und im RKD
in Den Haag als von der Hand des Künstlers anerkannt
ist, wurde einst bei Sotheby’s London am 30. Oktober
1996 unter Lot 27 versteigert.
(1460204) (1) (13)
ALEXANDER ADRIAENSSEN,
1587 ANTWERP – 1661 IBID.
FLORAL STILL LIFE
Oil on copper.
23 x 18 cm.
Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,
Peñiscola, dated 12 September 2025, in copy.
A similar painting, depicting the same glass vase, is
listed at the RKD in The Hague as by the hand of the
artist and was sold at Sotheby’s, London on 30 October
1996, lot 27.
€ 18.000 – € 22.000
Sistrix
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121
299
HENDRIK VAN DER BORCHT D. Ä.,
1583 BRÜSSEL – 1651 FRANKFURT
BLUMENSTRAUSS IN EINER SILBERVASE
Öl auf Holz.
43 x 28 cm.
Beigegeben Dokumentation von Violette Doclo, Kuratorin
des Archievenfonds voor Schone Kunsten, in Kopie.
Um die Farbwirkung der Frühlingsblüten, wie Tulpen,
Narzissen, Anemonen, einer Schachbrettblume und
Bartnelken besonders zur Geltung zu bringen, präsentiert
sich das Stillleben vor schwarzem Hintergrund.
Lediglich die graue Stellplatte und die dekorativ getriebene
bauchige Vase mit eingezogenem Rundfuß nehmen
in der Farbskala durch Grau- und Silbertöne einen
eleganten, auch überleitenden Mittelwert ein. Das volutierende
Akanthusmotiv der Vase entspricht dem Dekorationsstil
der Zeit des Hochbarock des 17. Jahrhunderts.
Die Blumenpracht ist farblich zurückhaltend,
aber dennoch aufleuchtend, ein Stilmerkmal des genannten
Meisters.
Die Themen- und Stilverwandtschaft des Gemäldes
hat bereits in der Vergangenheit dazu geführt, das Gemälde
dem Maler Georg Flegel (1563–1638), beziehungsweise
dessen Kreis zuzuweisen. Dieses ist insofern
verständlich, da Hendrik van der Borcht ein
Schüler Flegels war. Ähnliche Blumenstillleben in reich
dekorierten Metallvasen finden sich auch in Flegels
Werk. So steht etwa dessen „Großer Blumenstrauß in
Prunkvase zwischen Broten, Nüssen und Feigen“
(Hampel 11. April 2013) als überzeugender Vergleich da.
Gegenüber den Blumenstücken Flegels hat van der
Borcht jedoch auf das sehr üppige Beiwerk am Fuß der
Vase verzichtet, was dem Bild Ruhe verleiht. A. R.
(14616318) (11)
HENDRIK VAN DER BORCHT THE ELDER,
1583 BRUSSELS – 1651 FRANKFURT
BOUQUET IN SILVER VASE
Oil on panel.
43 x 28 cm.
Accompanied by documentation by Violette Doclo,
curator of the Archievenfonds voor Schone Kunsten,
in copy.
The volute acanthus motif of the vase is typical for high
Baroque decorative style of the 17th century. Due to
similarities in style and subject it has previously been
assumed that the painting can be attributed to the
painter Georg Flegel (1563–1638) or his circle respectively.
This is understandable insofar Hendrik van der
Borcht was one of his students.
€ 60.000 – € 80.000 (†)
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300
JAN BRUEGHEL D. Ä.,
1568 BRÜSSEL – 1625 ANTWERPEN,
NACHFOLGE DES 19. JAHRHUNDERTS
BLUMENSTRAUSS
Öl auf alter Eichenholzplatte mit abgeschrägten Ecken.
65,5 x 50 cm.
Verso Festigungsklötzchen an den Verleimungen, ferner
Aufkleber mit zwei roten Lacksiegeln und Nummerierungen
in alter Schreibweise.
Im Flammleisten-Rahmen.
Beigegeben ein dendrochronologischer Untersuchungsbericht
von Prof. Dr. Peter Klein, Zentrum Holzwirtschaft
der Universität Hamburg, 12. September 2013, in Kopie.
Das auf alter Eichenholzplatte gemalte Blumenstillleben
wiederholt das von Brueghel geschaffene Werk,
das sich im Staatlichen Museum in Berlin befindet, in
extrem gekonnter Feinmalerei und exakter Detailwiedergabe.
Gezeigt ist ein üppiger Blumenstrauß in einer
an der Wandung bilddekorierten Kugelvase, daneben
auf der Tischplatte Blütenkranz, Käfer und ein Johannisbeerzweig.
Die erstaunliche Fertigkeit dieser Maltechnik
ist bewundernswert. Auch die Eckabschrägungen,
die an dem Originalbild wohl erst später erfolgten, sind
hier übernommen worden. Das Original entstand laut
Forschung und dem Werkverzeichnis von Klaus Ertz
um 1620 (WVZ Bd. 3, S. 966 f, Nr. 455.). Das Alter der
Eichenholzplatte wurde dendrochronologisch auf die
Fälldatumsjahre vor 1612 datiert.
(1461784) (11)
JAN BRUEGHEL THE ELDER,
1568 BRUSSELS – 1625 ANTWERP,
FOLLOWER OF THE 19TH CENTURY
BOUQUET OF FLOWERS
Oil on old oak panel with bevelled corners.
65.5 x 50 cm.
On the reverse, reinforcement blocks at the glued
joints, also sticker with two red wax seals and numbering
in old style.
Accompanied by a dendrochronological examination report
by Prof. Dr. Peter Klein, Centre for Wood Science at
the University of Hamburg, 12 September 2013, in copy.
The floral still life painted on an old oak panel replicates
Brueghel's work, which is housed in the State Museum
in Berlin, with extremely skilful fine painting and
precise detail. According to research and Klaus Ertz's
catalogue raisonné, the original was created around
1620 (WVZ Vol. 3, p. 966 f, No. 455.). The age of the
oak panel was determined dendrochronologically to be
from before 1612.
CITES export restrictions – sale in the EU only (frame).
€ 10.000 – € 12.000
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301
JEAN-BAPTISTE DESHAYS DE COLLEVILLE,
1729 COLLEVILLE – 1765 ROUEN, ZUG.
Set von drei Supraporten
MYTHOLOGISCHE DARSTELLUNGEN
Öl auf Leinwand, auf Holzplatte.
Eine ca. 125 x 80 cm.
Die beiden anderen ca. 88 x 67 cm.
Jeweils in vergoldeten geschwungenen und mit
Dekor verzierten Rahmen.
Die Darstellungen gehen wohl auf Ovids „Metamorphosen“
zurück. Auf den kleineren Gemälden ist u. a.
der Hirtengott Pan hinter Schilf zu sehen, der sich in die
halb liegende, schöne nackte Wassernymphe Syrinx
verliebt, die vor ihm flieht, um seinen körperlichen Begehren
zu entkommen. Auf ihr Bitten hin wird sie auf
der Flucht vom Flussgott Ladon in Schilfrohr verwandelt.
Auf dem größeren Gemälde ist der Flussgott in
Rückenansicht langgestreckt liegend wiedergegeben,
daneben der üblicherweise bei der Darstellung von
Flussgöttern beigegebene Krug. Erzählerische, teils farbenfrohe
Darstellungen, die als Supraporten eines Raumes
oder einer Raumfolge meist in Schlössern als dekorative
Ausstattung dienten.
(1461456) (1) (18)
JEAN-BAPTISTE DESHAYS DE COLLEVILLE,
1729 COLLEVILLE – 1765 ROUEN, ATTRIBUTED
Set of three overdoor panels.
MYTHOLOGICAL SCENES
Oil on canvas, laid on panel.
One ca. 125 x 80 cm.
The two others ca. 88 x 67 cm.
The depictions are likely based on Ovid’s Metamorphoses.
They are narrative, sometimes colourful depictions
that served as decorative elements, usually as
overdoor panels in a room or series of rooms, typically
in palaces.
€ 25.000 – € 35.000
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125
302
ALESSANDO LONGHI,
1733 VENEDIG – 1813 EBENDA, ZUG.
GERICHTSSZENE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
60 x 54 cm.
In ornamentalem Rahmen.
Die Interieurszene zeigt eine Angeklagte, die bittend
im Vordergrund kniet. Ihr zur Seite ist ein Anwalt, der
hitzig mit den Mitgliedern eines Ermessensgerichtes
debattiert. Diese tragen dieselben Gewänder und
Perücken, um ihre einheitliche Stellung deutlich zu
machen.
Literatur:
Vgl. F. Pedrocco, Opere inedite o poco note di Alessandro
Longhi, in „Venezia arti“, 7, 1993, S. 181 – 185.
Vgl. T. Pignatti, Pietro e Alessandro Longhi, 1995,
in Splendori del Settecento veneziano, catalogo
della mostra a cura di G. Nepi Scirè, Milano 1995,
S. 343 – 369.
Vgl. S. Aloisi, Un inedito ritratto di Alessandro Longhi
in Friuli, in „Ce fastu?“, 73, 1997, 1, S. 111 – 114.
Vgl. G. Pavanello, Una „Madonna“ di Giandomenico
Tiepolo e un „Ritratto“ di Alessandro Longhi, in
„Arte veneta“, 53, 1998, S. 146–150.
Vgl. P. Delorenzi, Alessandro Longhi, Pittore e incisore
del Settecento veneziano, Università Ca’ Foscari,
Venezia 2010. (14623315) (10)
ALESSANDRO LONGHI,
1733 VENICE – 1813 IBID., ATTRIBUTED
COURTROOM SCENE
Oil on canvas. Relined.
60 x 54 cm.
cf. F. Pedrocco, Opere inedite o poco note di
Alessandro Longhi, in „Venezia arti“, 7, 1993,
pp. 181 – 185.
cf. T. Pignatti, Pietro e Alessandro Longhi, 1995, in
Splendori del Settecento veneziano, catalogo della
mostra a cura di G. Nepi Scirè, Milano 1995,
pp. 343 – 369.
cf. S. Aloisi, Un inedito ritratto di Alessandro Longhi
in Friuli, in „Ce fastu?“, 73, 1997, 1, pp. 111 – 114;
cf. G. Pavanello, Una "Madonna“ di Giandomenico
Tiepolo e un „Ritratto“ di Alessandro Longhi, in
„Arte veneta“, 53, 1998, pp. 146 – 150.
cf. P. Delorenzi, Alessandro Longhi, Pittore e incisore
del Settecento veneziano, Università Ca’ Foscari,
Venezia 2010.
€ 40.000 – € 60.000 (†) INFO | BID
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127
303
GIOVANNI MARTINELLI,
UM 1610 – 1659/68 FLORENZ, ZUG.
PORTRAIT EINER DAME
Öl auf Leinwand. Doubliert.
43 x 31 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Vor unbestimmtem Grund, leicht nach links gewandt,
Darstellung einer jungen Frau mit reichem Hals- und
Ohrschmuck sowie rotem Haarband. Eine ähnliche Darstellung
verzeichnet in der Fototeca Zeri, Nr. 130422.
(1462252) (13)10
GIOVANNI MARTINELLI,
CA. 1610 – 1659/68 FLORENCE, ATTRIBUTED
PORTRAIT OF A LADY
Oil on canvas. Relined.
43 x 31 cm.
A similar depiction is listed in the Fototeca Zeri,
no. 130422.
€ 9.000 – € 15.000
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304
CRYN HENDRICKSZ. VOLMARYN,
UM 1604 – 1645
DER WEINTRINKER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
97 x 84 cm.
In ebonisiertem Rahmen mit Goldleiste.
Beigegeben ein Gutachten von Didier Bodart vom 5. Juni
1998, in Kopie.
Vor unbestimmtem Hintergrund in abendlicher Stimmung
ein am Tisch sitzender, junger, bärtiger Mann, in
der einen Hand ein gefülltes Weinglas, in der anderen
Hand einen Dolch haltend. Mit gestreiftem Wams und
einer Straußenfeder am Hut.
Literatur:
Vgl. Benedict Nicolson, Candlelight Pictures from
the South Netherlands, in: The Burlington Magazine,
CVIII, 1966, S. 253–254. (1462174) (13)
CRYN HENDRICKSZ VOLMARYN,
CA. 1604 – 1645
THE WINE DRINKER
Oil on canvas. Relined.
97 x 84 cm.
Accompanied by an expert’s report by Didier Bodart,
dated 5 June 1998, in copy.
Literature:
cf. Benedict Nicolson, Candlelight Pictures from
the South Netherlands, in: The Burlington Magazine,
CVIII, 1966, pp. 253–254.
€ 15.000 – € 20.000
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129
305
MELCHIOR DE HONDECOETER,
1636 UTRECHT – 1695 AMSTERDAM, ZUG.
PARKLANDSCHAFT MIT TRUTHAHN
UND ANDEREM FEDERVIEH
Öl auf Leinwand. Doubliert.
187 x 297 cm.
Ungerahmt.
Links am Rand leitet eine gestaffelte Brunnenanlage
hinter rosa Blüten in das Bild ein, das im Vordergrund
eine detailreiche Ansammlung von Federvieh zeigt,
hinter einem Zaun jedoch eine Palastanlage, dessen
Vorhof soeben von Gästen beschritten wird.
(14504513) (13)
MELCHIOR DE HONDECOETER,
1636 UTRECHT – 1695 AMSTERDAM, ATTRIBUTED
PARK LANDSCAPE WITH TURKEY
AND OTHER POULTRY
Oil on canvas. Relined.
187 x 297 cm.
€ 35.000 – € 45.000 (†) INFO | BID
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306
ANIELLO ASCIONE,
1680 – 1708, ZUG.
In Neapel tätiger Künstler, der unter dem Einfluss des
Abraham Brueghel (1631 – 1697) stand. Seine Werke
sind in den Museen in und um Neapel, aber auch im
Museum in Budapest zu finden.
Gemäldepaar
STILLLEBEN MIT BLUMEN UND FRÜCHTEN
Öl auf Leinwand. Altdoubliert.
111 x 157 cm.
In breitem mit Goldornamenten verziertem Rahmen.
Überaus reizvolle auf Fernansicht ausgeführte Stillleben
inmitten einer Parklandschaft, die durch einen
Hahn bzw. ein Vogelpaar verlebendigt wird. Blumenarrangements
sind in das architektonische Gefüge ebenso
geschickt eingebunden wie landestypische, teils
geöffnete Früchte und Glas- oder Keramikgefäße.
(14609614) (13)
ANIELLO ASCIONE,
1680 – 1708, ATTRIBUTED
Pair of paintings
STILL LIFE WITH FLOWERS AND FRUIT
Oil on canvas. Old relining.
111 x 157 cm.
€ 18.000 – € 24.000
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131
307
NICCOLÒ CASSANA,
1659 GENUA ODER VENEDIG – 1714 LONDON
Cassana, der bei seinem Vater Giovanni Francesco
Cassana lernte, war ein äußerst erfolgreicher Maler in
Venedig, der besonders für seine Portraits gerühmt
wurde. Nach einem Aufenthalt in Düsseldorf ab 1711
zog er nach London, wo er 1713 verstarb.
PORTRAIT EINES EDELMANNES MIT DEGEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
105 x 87 cm.
In marmoriertem Profilrahmen mit vergoldeten Akanthusornamenten.
Beigegeben eine schriftliche Bestätigung von Anna
Orlando, Oktober 2018, in Kopie.
Vor dem im Chiaroscuro gesetzten, eine Innenwand suggerierenden
Hintergrund das halbfigurige Bildnis eines
leicht nach links gewandten jungen Mannes in purpurrotem
Wams mit Goldknöpfen, eine Hand in die Hüfte gestützt,
die andere an den silbergewickelten Griff eines
Degens gelegt. Der Blick rechts aus dem Bildfeld gerichtet,
ein gezwirbelter Schnurrbart die starkroten Lippen
überspannend. Cassana, dessen Selbstbewusstsein der
gebotenen Malqualität entsprochen haben mag, bot als
23- oder 24-jähriger noch unbekannter Künstler den
Medici in Florenz ein Selbstportrait für deren Galerie berühmter
Maler an. Zwar lernte er in Venedig, war dann
aber meist in Florenz tätig, wo wir einige seiner Werke
heute in den Uffizien finden. Wie häufig in seinen Portraits
kulminieren auch in diesem Werk venezianische
Einflüsse und der weitreichende Arm Anthonius van
Dycks. Mit anhängendem Etikett des Hauses Sotheby’s.
(1390112) (13)
NICCOLÒ CASSANA,
1659 GENOA OR VENICE – 1714 LONDON
PORTRAIT OF A NOBLEMAN WITH SWORD
Oil on canvas. Relined.
105 x 87 cm.
Accompanied by an expert’s report by Anna Orlando,
October 2018, in copy.
€ 12.000 – € 18.000 (†)
Sistrix
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308
JOHANN KUPETZKY,
1666/67 PRAG – 1740 NÜRNBERG, ZUG.
Johann Kupetzky war ein böhmischer Portraitmaler
des Barock. 1682 ging er in die Schweiz, um in Luzern
Malerei zu studieren. Einige Jahre später studierte er
an der Wiener Akademie. Nachdem er danach über 22
Jahre als freischaffender Maler in Rom gearbeitet hatte,
kehrte er 1708/09, einer Berufung des Fürsten
Adam von Liechtenstein folgend, nach Österreich zurück
und ließ sich in Wien nieder. Durch seine Portraits
wurde er zum Günstling der Kaiser Leopold I und Joseph
I und damit auch des gesamten Wiener Adels. So
zeigen seine Portraits fast ausschließlich bedeutende
Persönlichkeiten der Zeit.
PORTRAIT DES KARL ALBRECHT VON BAYERN
Öl auf Leinwand.
Sichtmaß: 90 x 73 cm.
Rahmen mit alter Plakette mit Namensnennung des
Dargestellten und Kupetzkys.
In aufwendig gestaltetem vergoldetem Rahmen mit
hochovalem Ausschnitt.
Das ausdrucksstarke Ölgemälde zeigt Karl Albrecht
(1697 – 1745), den ältesten Sohn des bayerischen Kurfürsten
Max Emanuel und seiner zweiten Ehefrau Therese
Kunigunde. Im Jahr 1742 wurde er zum römischdeutschen
Kaiser (Karl III) gekrönt.
(1451272) (13)
€ 6.000 – € 8.000
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309
JORIS VAN SON,
1623 ANTWERPEN – 1667 EBENDA, ZUG.
GROSSES PRUNKSTILLLEBEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
95 x 138 cm.
Auf der Tischplatte datiert „1652“.
In vergoldetem Kassettenrahmen.
Auf einer breiten Holzplatte, die partiell von einem weißen
und einem grünen Tischtuch bedeckt ist, sehen
wir einige vergoldete Prunkgefäße wie einen Römerhalter,
einen liegenden Nautilus, eine Wanli-Schale sowie
zahlreiche Früchte, einen angeschnittenen Schinken,
Pasteten und ein sich vom Hintergrund schwach
abzeichnendes, gefülltes Glas.
Provenienz:
Auktion William Doyle Galleries New York, 25. Januar
2024, Lot 515.
Auktion Sotheby Parke Bernet, New York, 4. Juni
1980, Lot 24, als Art des Abraham van Beijeren.
Auktion Sotheby Parke Bernet, New York, 11. Juni
1981, Lot 43, als Schule des Joris van Son.
Eigentum aus einem Fifth Avenue Apartment, New
York, bis 25. Januar 2024.
Anmerkung:
Eine kleinere Version des Gemäldes aus der Werkstatt
von Joris van Son, die auf 1651 datiert ist, wurde
am 5. Dezember 2012 bei Christie’s unter Lot 134
verkauft. Auf das hier angebotene Gemälde wurde in
dem damaligen Text Bezug genommen, wie dem Vorbesitzer
von Sabine van Beek vom RKD in Den Haag
bestätigt wurde. (1450981) (13)
JORIS VAN SON,
1623 ANTWERP – 1667 IBID., ATTRIBUTED
MAGNIFICENT LARGE STILL LIFE
Oil on canvas. Relined.
95 x 138 cm.
Dated “1652” on the tabletop.
Provenance:
Auction William Doyle Galleries, New York,
25 January 2024, lot 515.
Auction Sotheby Parke Benet, New York, 4 June
1980, lot 24 as Abraham van Beijeren, style of
Auction Sotheby Parke Benet, New York, 11 June
1981, lot 43, school of Jors van Son.
Property from a Fifth Avenue Apartment, New York,
until 25 January 2024.
Notes:
A smaller version of the painting from the workshop
of Joris van Son, dated 1651, was sold at Christie’s
on 5 December 2012, under lot 134. The present
painting was referred to in the text at the time, as
confirmed to the previous owner by Sabine van Beek
of the RKD in The Hague.
€ 6.000 – € 8.000
Sistrix
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133
310
FLÄMISCHE SCHULE DES 17./18. JAHRHUNDERTS
DIE HEILIGE FAMILIE IM BLUMENKRANZ
Öl auf Leinwand. Doubliert.
85 x 115 cm.
In ebonisiertem Rahmen mit weißer Innenleiste.
Vor abgedunkeltem Fond eine liegende Ovalkartusche.
Darin im Zentrum Maria mit dem Kinde und Joseph
sowie zwei weiteren Personen. Von der Hand eines
anderen Malers gestaltete aufwändige Blütenumrandung
vor Trompe l’œil Kartusche mit zahlreichen verschiedenen
Blumen wie Rosen, Lilien, Wicken, Nelken
und Anemonen.
(1461354) (13)
FLEMISH SCHOOL,
OF THE 17TH/18TH CENTURY
THE HOLY FAMILY IN FLORAL WREATH
Oil on canvas. Relined.
85 x 115 cm.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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311
CONRAD MEYER,
1618 ZÜRICH – 1689 EBENDA, ZUG.
BLUMENSTÜCK IN PARKLANDSCHAFT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
94 x 123 cm.
Rechts auf dem Pilaster wohl posthum signiert und
datiert „Conrad Meyer f./A° 1670“.
In teilvergoldetem Rahmen.
Eine von architektonischen Elementen verschiedener
Höhe gegliederte Parklandschaft, die rückwärtig mit
einer Böschung abschließt und mit einem vorgelagerten
Blumenstück verschiedener Couleur.
(1450245) (13)
CONRAD MEYER,
1618 ZURICH – 1689 IBID., ATTRIBUTED
FLORAL PIECE IN PARK LANDSCAPE
Oil on canvas. Relined.
94 x 123 cm.
Signed and dated “Conrad Meyer f./A° 1670” on pilaster
on the right, probably later, in posthumous.
€ 12.000 – € 15.000
Sistrix
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312
ANDRIES DANIELS,
UM 1580 – 1640, ZUG.
PRÄCHTIGER BLUMENKRANZ MIT DER HEILIGEN
FAMILIE MIT JOHANNES UND ELISABETH, SOWIE
INSEKTEN, FRÜCHTEN UND GARNELEN
Öl auf Holz. Parkettiert.
104 x 72,5 cm.
In ornamental verziertem Rahmen.
Vor abgedunkeltem Fond ein hochovaler üppiger Blumenkranz
mit Kaiserkrone, Schneeball, Tulpen, Lilien,
Rosen, Kornblumen, Studentenblumen, Vergissmeinnicht
und weiteren Blüten, in stark raumgreifender
Weise angeordnet. Das prächtige Leben des Kranzes
wird durch sich in Bewegung befindliche Insekten belebt
– wie einer Libelle oben links, eine auf dem
Schneeball sitzende Schlupfwespe sowie ein Schmetterling,
der im Begriff ist, den Blumenkranz fliegend zu
verlassen. Der Schmetterling steht für Auferstehung
und Erlösung, während die anfliegende Libelle oben
links als Hinweis auf den nahenden Tod Christi gelesen
werden kann. Innerhalb des Blütenkranzes ein außergewöhnliches
Motiv, das aus keinem vergleichbaren
Bild des 17. Jahrhunderts bekannt ist: ein hochovaler
zweiter Ring mit Früchten und Garnelen. Auf einem
mittelgrauen Fond sind Trauben, Pflaumen, Birnen,
Pfirsiche, Zitrusfrüchte, Himbeeren, Erdbeeren, Rettiche
und Garnelen drapiert, ebenso eine rechts platzierte
Schnecke mit ihrem Schneckenhaus an einem Johannisbeerzweig.
Das starkfarbige Ensemble wirkt auf
den ersten Blick besonders frisch, doch beim genauen
Hinsehen der Vanitas-Gedanke auch hier offenbar:
mehrere Früchte zeigen bereits Spuren von Fäulnis –
ein Hinweis auf die Vergänglichkeit des Irdischen. Im
Zentrum befindet sich nun die figürliche Darstellung
der sitzenden Muttergottes, auf ihrem Schoß das liegende
Jesuskind. Rechts neben ihr, hinter einem
Fruchtteller, Josef; links Elisabeth, ihre Hand auf die
Schulter des Johannes legend. Dieser trägt den Kreuzstab
und ein Schriftband mit der Aufschrift Ecce Agnus
Dei, zu seinen Füßen das bildnishafte Lamm, das unter
dem Jesuskind platziert ist. Zwischen Johannes
und Jesus erscheint die Taube als als Symbol des Heiligen
Geistes. Blumengirlanden mit christlichen Motiven
waren in der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts
beliebt. Als Autor dieses prachtvollen Motiv wird
Andries Daniels angenommen – einer der frühesten
Nachfolger des Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625), der
diese Bildform einführte. Ein vergleichbares Gemälde
mit einer Heiligen Familie in einer Blumengirlande wird
unter Inv.Nr. GK 56 in der Gemäldegalerie Alte Meister
in Kassel aufgewahrt.
Provenienz:
Aus französischer Kunstsammlung.
Anmerkung:
Auf der Rückseite der vorliegenden Tafel befinden
sich vier Brandstempel: Ab 1617 mussten die Antwerpener
Tafelmacher ihre fertiggestellten Tafeln dem
Dekan oder dem sogenannten „Keurmeester“ zur
Begutachtung vorlegen. Zu diesem Zweck waren die
Tafeln bereits zuvor von Meister mit seinem Monogramm
oder Hauszeichen zu versehen. Während fehlerhafte
Tafeln zerbrochen wurden, erhielten genehmigte
Tafeln drei weitere Brandzeichen: zwei Hände
und ein Schloss. Ein Gemälde aus Daniels’ „Hand mit
Maria mit dem Kind und Engeln“ wird im Stadthuis in
Geraardsbergen aufbewahrt.
Literatur:
Vgl. Bernhard Schnackenburg, Gesamtkatalog Gemäldegalerie
Alte Meister, Staatliche Museen Kassel, Bd.
2, Mainz 1996, S. 101, 120, dort das Kasseler Bild.
Vgl. Justus Lange, Julia Carrasco, Kunst und Illusion.
Das Spiel mit dem Betrachter, Petersberg 2016, S. 136,
Kat.Nr. 45, dort das Kasseler Bild. (14511111) (13)
€ 6.000 – € 8.000
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135
313
JEAN-BAPTISTE MONNOYER,
1636 LILLE – 1699 LONDON, ZUG.
STEINKARTUSCHE MIT EUROPA UND
DEM STIER UND BLÜTENFESTONS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
89 x 71,5 cm.
Auf graviertem Messingschild bezeichnet.
In barockisierendem Rahmen.
Hochrechteckiges Gemälde Europa auf dem Stier nach
Ovid darstellend. Das „Bild im Bild“ mit Trompe l’oeil-
Rahmenleiste. Diese in eine bildhauerisch gearbeitete
Steinkartusche mit Greifenköpfen und weiblicher Herme
gestaltet. Umlaufende, fein gemalte Blütenfestons
in starker Chiaroscuro-Auffassung. Der Raub der Europa
womöglich von anderer Hand in Zusammenarbeit mit
dem Blütenmaler entstanden. Signaturreste.
(1430355) (13)
JEAN-BAPTISTE MONNOYER,
1636 LILLE – 1699 LONDON, ATTRIBUTED
STONE CARTOUCHE WITH THE RAPE OF EUROPA
AND FLORAL FESTOONS
Oil on canvas. Relined.
89 x 71.5 cm.
Inscribed on engraved brass plaque.
Portrait format painting of Europa with the bull according
to the legend of Ovid. Depiction of a “painting within
a painting” set in a trompe l’oeil frame. Monnoyer,
who specialised in flowers, may have collaborated
with another artist for the depiction of the Rape of Europa
scene. Traces of signature.
Sistrix
€ 18.000 – € 25.000 (†) INFO | BID
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137
314
GERRIT VAN DEYNUM,
1575 ANTWERPEN – 1624 BRÜSSEL
STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN,
ZUCKERSTREUER UND NÜSSEN
Öl auf Holz.
25,5 x 34 cm.
Beigegeben eine Expertise von Liliane Huillet, Peñiscola,
20. Juni 2025, in Kopie.
Auf einer von links in den Bildraum weit hineinragenden
Tischplatte ein schräg aufsteigender Zinnteller neben
einem barocken Zuckerstreuer dessen Deckel ein
Atelierfenster widerspiegelt. Auf und neben der Platte
Trauben, Kirschen, ein Pfirsich und eine Feige, sowie
Haselnüsse auf einem blauen Tischtuch liegend.
(1450353) (1) (13)
GERRIT VAN DEYNUM,
1575 ANTWERP – 1624 BRUSSELS
STILL LIFE WITH FRUIT, SUGAR SHAKER, AND NUTS
Oil on panel.
25.5 x 34 cm.
Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,
Peñiscola, dated 20 June 2025, in copy.
€ 12.000 – € 18.000
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315
FRANS SNYDERS,
1579 – 1657, NACHFOLGE DES
KÜCHENSTILLLEBEN MIT SCHWAN UND AFFEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
91 x 130 cm.
In dekorativem Wellenleistenrahmen.
Ein Innenraum, der seine Beleuchtung von einem Fenster
am Wandabschluss hinten rechts empfängt, dient
als Schauplatz einer ungewöhnlichen Szene. Wie
Frans Snyders in seinem um 1613 entstandenen und
im Fine Arts Museum of San Francisco befindlichen
Gemälde, stellt auch unser Maler einen Küchentisch
dar, auf dem allerlei seltene nützliche und delikate Gegenstände
zu sehen sind. Neben einem Hummer liegt
ein Reh, daneben chinoises Porzellan, ein getriebener
Weinkühler dient gleichsam als Fruchtschale wie auch
als Basis für einen Affen, der sich über eine ihm dargebotene
Haselnuss hermacht. Ein junger Mann hält
einen horizontal ausgerichteten Schwan, der im Affen
einen Widersacher zu erkennen scheint.
(1460202) (1) (13)
€ 8.000 – € 12.000
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139
316
FRANS SNYDERS,
1579 ANTWERPEN – 1657 EBENDA,
FLÄMISCHE NACHFOLGE DES 17. JAHRHUNDERTS
MARKTSZENE MIT HÄNDLER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
110 x 150 cm.
Hinter einem großen Marktstand stehend, ein Händler,
der gerade die Läufe eines erlegten Hasen hält und mit
der anderen Hand auf das Tier hinweist. Sein Blick ist
zur Seite gerichtet – wohl auf einen nicht sichtbaren
Kunden. Der Stand ist überreich mit Gemüse wie Blumenkohl,
Rüben, Zwiebeln, Spargel und Kürbis bestückt,
ergänzt durch eine Schale mit Obst sowie ein
erlegtes und bereits gerupftes Federvieh. Von der Decke
herab hängen an einem Eisenring mehrere Fische und
ein leuchtend rötliches Fischstück. Links des Händlers
ergänzt ein großer Korb mit Henkel das opulente Stillleben.
Darstellung in gekonnter Hell-Dunkel-Manier.
FRANS SNYDERS,
1579 ANTWERP – 1657 IBID.,
FLEMISH FOLLOWER OF THE 17TH CENTURY
MARKET SCENE WITH MERCHANT
Oil on canvas. Relined.
110 x 150 cm.
Literature:
cf. Musées Royaux des Beaux Arts Bruxelles:Art
Ancien, exhibition catalogue, 1958.
Exhibitions:
XI Biennale Mostra Mercato dell’Antiquariato, Palazzo
Strozzi , Florence 1977.
€ 12.000 – € 15.000
Sistrix
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Literatur:
Vgl. Musées Royaux des Beaux Arts Bruxelles: Art
Ancien, Ausstellungskatalog, 1958.
Ausstellungen:
XI Biennale Mostra Mercato dell’Antiquariato, Palazzo
Strozzi, Florenz 1977. (1450942) (18)
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317
CORNELIS JACOBSZ. DELFF,
1571 GOUDA – 1643 DELFT
Stilllebenmaler des „Goldenen Zeitalters“. Schüler seines
Vaters Jacob Willemzs. Delff d. Ä. (1519 – 1661)
und von Cornelis van Haarlem (1562 – 1638).
KÜCHENSTILLLEBEN MIT SCHWAN
Öl auf Holz.
105 x 143 cm.
In tief mit Blattwerk beschnitztem und vergoldetem
Rahmen.
Wir danken Dr. Fred G. Meijer für die Bestätigung der
Zuschreibung am 10. September 2025.
Das Gemälde ist gelistet im RKD, Den Haag, unter den
Nummern 113783 und 402970.
CORNELIS JACOBSZ DELFF,
1571 GOUDA – 1643 DELFT
KITCHEN STILL LIFE WITH SWAN
Oil on panel.
105 x 143 cm.
We would like to thank Dr Fred G. Meijer for confirming
the attribution on 10 September 2025.
The painting is registered in the RKD, The Hague, under
nos. 113783 and 402970.
€ 15.000 – € 18.000
Sistrix
INFO | BID
Auf einer steinernen Bank ein in Kupfer getriebener
Weinkühler, darauf eine Zinnschüssel mit Quitten und
einer daneben liegenden Artischocke. Ein lebloser
Schwan beschreibt eine aufstrebende Diagonale, darunter
ein Keramiksieb mit darin befindlichen Fischen
und eine Schaumkelle. Die Oberflächen, sowohl das
Gefieder als auch die Metalle sind genau erfasst – ein
Merkmal des frühen Stilllebenmalers dessen Werke
zum Beispiel auch im Rijksmuseum in Amsterdam zu
finden sind.
(1461342) (1) (13)
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141
318
GERARD HOET D. Ä.,
1648 BOMMEL – 1733 DEN HAAG, ZUG.
OPFERFEST IN DER ANTIKE
GERARD HOET THE ELDER,
1648 BOMMEL – 1733 THE HAGUE, ATTRIBUTED
SACRIFICE FESTIVAL IN ANTIQUITY
Öl auf Leinwand. Doubliert.
62 x 90 cm.
In Prunkrahmen.
Mehrfigurige idealisierte Wiedergabe einer Versammlung
um die Büste des Dionysos, die auf einer kleinen,
mit Blumengirlanden geschmückten Stehle, auf einem
großen reliefierten und ebenfalls mit Blüten geschmückten
Rundsockel steht. Auf einer kleinen Säule,
die mit einem blauen Tuch bedeckt ist, eine Schale, aus
der wohl Weihrauch entsteigt. Links des Rundsockels
eine junge Frau, die ein goldglänzendes Weihrauchgefäß
in ihren Händen hält; zu ihren Füßen sitzend Pan
mit seiner Flöte in der rechten Hand, an dem gerade
ein kleiner Ziegenbock vorbeiläuft. Rechtsseitig eine
kleine Gruppe stehender Frauen in eleganten Gewändern,
wohl um die Gottheit zu verehren. Nach rechts
im Hintergrund ein antikes Gebäude und am rechten
Bildrand, auf einem hohen Sockel, eine steinerne Vase
mit Relief, während linksseitig der Blick in die bergige
Ferne gleitet, unter hohem blauem Himmel mit weißen
Wolkenformationen.
(1460931) (18)
Oil on canvas. Relined.
62 x 90 cm.
€ 10.000 – € 15.000
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143
319
FRANÇOIS BOUCHER,
1703 PARIS – 1770 EBENDA, ZUG.
MUSIKALISCHES TREFFEN IN LANDSCHAFT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
61 x 116 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Im Zentrum der Darstellung drei musizierende, elegant
gekleidete, junge Frauen, jeweils mit einem Musikinstrument,
unter denen die stehende Frau ein Notenblatt
in ihrer Hand hochhält. Links von ihnen, am
Boden sitzend, ein weiterer Musikant, vor sich auf
dem Boden stehend ein weiteres aufgeschlagenes
großes Notenheft, sein Blick gilt jedoch den musizierenden
Frauen. Auf der rechten Bildseite eine hohe
Mauer mit einem Torbogen, eine Frau in rotem Gewand,
die Wäsche auf eine Leine hängt, sowie unmittelbar
hinter den musizierenden Frauen am Boden eine
mit weißem Tuch gedeckte Platte mit Speisen und Getränken.
Im Hintergrund eine weite Landschaft mit
weiteren Figuren, darunter eine Hirtin mit Tieren, linksseitig
als Repoussoir eine hohe bewachsene Felswand,
vor der ein Baum steht. Malerei in überwiegend beigebrauner
und türkis-grüner Farbgebung, aufgelockert
durch die hellere Kleidung der vom Licht besonders
hervorgehobenen Dreiergruppe der musizierenden
Frauen.
(14616323) (18)
FRANÇOIS BOUCHER,
1703 PARIS – 1770 IBID., ATTRIBUTED
MUSICAL GATHERING IN LANDSCAPE SETTING
Oil on canvas. Relined.
61 x 116 cm.
€ 18.000 – € 20.000
(†) INFO | BID
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320
PAOLO MONALDI,
UM 1710 ROM – 1779
BERGIGE LANDSCHAFT MIT FRÖHLICH FEIERN-
DEN, TEILS TANZENDEN BAUERN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
64 x 98,8 cm.
Links unten auf runder Platte monogrammiert „PM“.
In dekorativem Rahmen.
Das Gemälde ist in der Fototeca Zeri unter der Nummer
77532 verzeichnet.
Im Zentrum des Gemäldes ein auf der Mandoline spielender
Mann, der auf einem Esel sitzt. Hinter ihm eine
Frau, die auf ihn hinweist, sowie ein trinkender Mann.
Linksseitig ein tanzendes Paar und ein weiteres, das
gemütlich unter einem Baum sitzt. Linksseitig der Anfang
eines kleinen Wäldchens, in dem mehrere Figuren
zu erkennen sind, während rechtsseitig im Hintergrund
auf einer Anhöhe eine musizierende Frau und
eine weitere Figur auf einem Esel zu erkennen sind.
Als Repoussoir am rechten Bildrand ein nach oben ragender
Baum. In der Mitte des Hintergrunds in der
Ferne eine Anhöhe mit Gebäude in weichen bläulichgrünen
Farbtönen. Figurenreiche erzählerische Darstellung
in insgesamt zurückhaltender Farbgebung, in
der Manier des Künstlers.
PAOLO MONALDI,
CA. 1710 ROME – 1779
MOUNTAINOUS LANDSCAPE WITH FARMERS
HAPPILY CELEBRATING AND SOME DANCING
Oil on canvas. Relined.
64 x 98.8 cm.
Monogrammed “PM”, on round panel lower left.
The painting is listed in the Fototeca Zeri under the
number 77532.
Provenance:
Pietro Accorsi, Turin.
Acquired there in 1962 from the father of the current
owner.
Literature:
Andrea Busiri Vici, Trittico paesistico romano del ’700
Paolo Anesi – Paolo Monaldi – Alessio De Marchis,
Rome 1976, p. 276, no. PM22.
€ 15.000 – € 20.000 (†)
Sistrix
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Provenienz:
Pietro Accorsi, Turin.
Dort 1962 vom Vater des derzeitigen Besitzers erworben.
Literatur:
Andrea Busiri Vici, Trittico paesistico romano del ’700
Paolo Anesi – Paolo Monaldi – Alessio De Marchis,
Rom 1976, S. 276, Nr. PM22. (14623317) (18)
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145
321
FERDINAND VAN KESSEL,
1648 ANTWERPEN – UM 1696 BREDA
BLUMENSTILLLEBEN MIT PUDEL
UND EINEM ÄFFCHEN
Öl auf Kupfer.
30 x 39 cm.
Die Kupferplatte gestempelt „GK“.
Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñíscola,
5. Mai 2025, in Kopie.
Der Maler hat den schwarzen Hintergrund gewählt,
um die Blüten umso leuchtender herauszustellen. Dargestellt
sind drei Blumengebinde – in einer ovalen Fußvase,
in einem flachen Korb, sowie in einem Tazzagefäß.
Eine Meerkatze sowie ein weißer Pudel beleben
die Bilddarstellung.
(1442251) (1) (11)
€ 8.500 – € 10.500
Sistrix
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322
RÖMISCHER MEISTER DES
AUSGEHENDEN 17. JAHRHUNDERTS
GROSSES STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN, BLUMEN,
FEDERVIEH UND EINEM MEERSCHWEINCHEN
ROMAN SCHOOL,
END OF 17TH CENTURY
LARGE STILL LIFE WITH FRUIT, FLOWERS,
FOWL AND HAMSTER
Öl auf Leinwand.
106 x 188 cm.
In dekorativem Rahmen.
In bergiger Landschaft unter blauem Himmel, vor einem
Felsplateau eine kleine weiße Decke mit Spitze
auf einem Stein liegend, darauf teils geöffnete Feigen.
Darüber auf einem weiteren höheren Stück des
Felsens ein flacher geflochtener Korb, darin zahlreiche
farbenfrohe Blumen, teils über den Rand hinabhängend.
Auffallend im Zentrum jedoch ein stehender
farbenfroher Hahn, dahinter eine weiße Henne, die
an einer Feige pickt. Rechts des Hahns, neben Blumen,
ein geöffneter großer Kürbis und dahinter ein
übergroß dargestelltes Meerschweinchen, das unterhalb
der weißen Decke hervorschaut. Am linken Rand
weitere Kürbisse, während am rechten Bildrand ein
glänzendes Schalengefäß zu erkennen ist, um das
sich eine Ackerwinde rankt und auf der am oberen
Rand ein roter Ara pickt. Qualitätvolle Malerei, bei der
insbesondere die farbenfrohen Blumen, Früchte und
auch die Tiere, gegenüber dem dunkleren Hintergrund
hervorgehoben werden.
(1461357) (18)
Oil on canvas.
106 x 188 cm.
€ 22.000 – € 30.000
Sistrix
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147
323
CARLO MARATTI,
1625 CAMERANO – 1713 ROM, WERKSTATT
JUDITH MIT DEM HAUPT DES HOLOFERNES
Öl auf Leinwand. Doubliert.
93 x 72 cm.
Verso auf dem Keilrahmen mit Künstlerzuweisung
an Carlo Maratti.
Ungerahmt.
Darstellung der nach oben blickenden Judith, in ihrer
linken Hand das Haupt des Holofernes über einer getriebenen
Schüssel haltend. Nach hinten durch ein Ehrentuch
geschlossen. Die Tötung des Holofernes wird
im Buch Judith im Alten Testament berichtet. Nach
etlichem Brandschatzen und Morden im gesamten
Vorderen Orient, gelangt Holofernes nach Betulia, wo
es Judith gelingt, ihn und sein Gefolge in ein Gelage zu
verwickeln. Sie und ihre Magd nutzen seine Trunkenheit
aus und enthaupten ihn.
Anmerkung:
Eine an allen Seiten im Bildmotiv etwas beschnittene,
ansonsten sehr ähnliche Version wurde bei Christie’s
(25.1.2011 als Werk des Maratta Schülers Giuseppe
Chiari angeboten und zeigt eindeutige Parallelen mit
dem gleichnamigen Werk des Guido Reni (Sammlung
Sedlmayer, Genf) Von diesem ist zum Beispiel auch
eine Kopie von Maratta im Palazzo die Conservatori in
Rom bekannt. (1431781) (13)
€ 5.000 – € 7.000
Sistrix
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324
FRANS ANTON MAULBERTSCH,
1724 LANGENARGEN – 1796 WIEN, ZUG.
Maulbertsch war Nachfolger von Paul Troger und gilt
als einer der Hauptvertreter des italienischen Barock.
Beeinflusst von der Venezianischen Malerei um Piazzetta,
zeigt er jedoch eine wesentlich freiere, lockerere
und innovative Malweise. Ende der 1750er-Jahre wirkte
er in Mähren und Ungarn, bereits beeinflusst von
den Tiepolo-Werken in der Würzburger Residenz.
DER HEILIGE PAULUS ZU BESUCH
BEIM HEILIGEN ANTONIUS
Öl auf Holz.
66 x 84 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Die Darstellung ist in eine felsige Landschaft versetzt.
Die beiden Figuren vor einem großen Felsblock sitzend.
Links, vor einem Stabkreuz, mit gefalteten Händen
und nach oben blickend, der Heilige Antonius,
dem ein über ihm fliegender Rabe erscheint, der ihm,
der Legende nach, Brot in seinem Schnabel zur Ernährung
bringt. Rechts daneben der Heilige Paulus, in einem
dunklen Mantel, mit geöffnetem Buch in beiden
Händen. Im Hintergrund rechts ein Felsen, aus dem
Wasser herabfließt, sowie linksseitig eine weitere
Wasserquelle. Malerei in überwiegend brauner und
blau-grauer Farbgebung. Das Thema, auf apokryphe
Schriften des Neuen Testaments zurückgehend, wonach
Antonius lediglich durch einen Raben ernährt
worden sein soll.
(14609315) (18)
€ 8.000 – € 12.000
Sistrix
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325
ANTOON VAN DEN HEUVEL,
1600 GENT – 1677 EBENDA, ZUG.
MARIA MAGDALENA
Öl auf Leinwand.
150 x 192 cm
In teilebonisiertem Rahmen.
Gleichartiges Gemälde mit anderen Maßen beim RKD
in Den Haag unter Nr. 106295 verzeichnet, als Antoon
van den Heuvel.
Vor der Silhouette eines Höhleneingangs, an einem einfachen
Holztisch, Maria Magdalena in rotem Umhang
sitzend. Ihr Kopf auf eine ihrer Hände aufgestützt, während
ihr Blick über ein geöffnetes Buch gleitet; dahinter
ein außerhalb des Bildfeldes weisender Engel mit gespreizten
Flügeln. Als Urheber des Gemäldes wurde
in der Vergangenheit auch Matthias Stomer d. Ä. (um
1600–um 1650) gehandelt.
Anmerkungen:
Vgl. Sotheby Parke Bernet, London, 12. Oktober
1983, Lot 94 mit Schwarz-Weiß-Abbildung.
Sotheby’s London, 24. Oktober 1984, Lot 83.
ANTOON VAN DEN HEUVEL,
1600 GENT – 1677 IBID., ATTRIBUTED
MARY MAGDALENE
Oil on canvas.
150 x 192 cm.
A similar painting is listed with the RKD in the Hague
under no. 106295 as Antoon van den Heuvel. In the
past it has been argued that the painting was created
by Matthias Stom.
Notes:
cf. Sotheby Parke Bernet, London, 12 October 1983,
lot 94 with black and white ill.
Sotheby’s London, 24 October 1984, lot 83.
Literature:
cf. Richard J. Judson and Rudolf E. O. Ekkart,
Gerrit van Honthorst 1592 – 1656,
Doornspijk 1999, p. 330, no. D 14.
€ 15.000 – € 20.000
Sistrix
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Literatur:
Vgl. Richard J. Judson und Rudolf E. O. Ekkart,
Gerrit van Honthorst, 1592–1656, Doornspijk 1999,
S. 330, Nr. D 14.
(1461373) (13)
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149
326
FRANZÖSISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS
LAGERNDE VENUS MIT SCHNÄBELNDEN TAUBEN
FRENCH SCHOOL, 17TH CENTURY
RECLINING VENUS WITH COOING DOVES
Öl auf Leinwand. Doubliert.
59,5 x 78 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen.
Inmitten einer Palastanlage mit herrschaftlichem, von
einer Fontäne akzentuiertem Garten, lagert die eine
absteigende Diagonale beschreibende Figur der Venus.
Auf ihrer Hand zwei schnäbelnde Tauben, als Symbol
der Liebe, balancierend. Feine Komposition, bei besonderem
Augenmerk auf die Umsetzung textiler Staffagestrukturen.
(1460453) (13)
Oil on canvas. Relined.
59.5 x 78 cm.
€ 8.000 – € 12.000
Sistrix
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327
GREGORIO LAZZARINI,
1655 VENEDIG – 1730 VILLABONA, ZUG.
ALLEGORIE DER TUGEND, DIE DIE BÜSTE EINES
RÖMISCHEN IMPERATORS PRÄSENTIERT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
64,5 x 49,5 cm.
In teilvergoldetem Rahmen.
Auf einem großen Platz, versehen mit bekannten römischen
Gebäudeteilen – darunter wohl auch die Trajanssäule
–, haben sich zahlreiche Männer versammelt, die
wohl dem Senat angehören. Ihnen erscheint im Himmel
der fliegende Merkur: er präsentiert in seinen Händen
die Allegorie der Tugend als junge stehende nackte
Frau, die in ihren Händen die Büste eines römischen
Imperators hält und diese mit einem Lorbeerkranz bekrönt.
Sie möchte wohl die Senatoren an erstrebenswerte
Eigenschaften erinnern, die einen Menschen
auszeichnen. Voller Überraschung oder Erschrecken
haben die Männer meist ihre Arme erhoben; im Vordergrund
blicken mehrere mit abwehrend erhobenen
Händen weg. Ikonografisch vieldeutige Darstellung in
überwiegend zarter Farbgebung.
Anmerkung:
Gregorio Lazzarini widmete sich vor allem der Portraitund
Historienmalerei sowie mythologischen Themen.
In Tiepolos Jugend galt er als einer der angesehensten
Künstler Venedigs und gehörte zu den prägenden
Malern der Stadt im 17. Jahrhundert. (14502013) (18)
GREGORIO LAZZARINI,
1655 VENICE – 1730 VILLABONA, ATTRIBUTED
ALLEGORY OF VIRTUE PRESENTING
A BUST OF A ROMAN EMPEROR
Oil on canvas. Relined.
64.5 x 49.5 cm.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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151
328
FLÄMISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS
TAG FÜNF DER SCHÖPFUNGSGESCHICHTE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
86 x 123 cm.
Darstellung des Fünften Tages, an dem Gott die Fische
für das Meer und die Vögel für den Himmel schuf. In
Landschaft am Ufer eines Flusses mit Wasserfall der
auf einer Wolke sitzende Gottvater mit grauem Bart
und einem goldenen Nimbus um sein Haupt, in Begleitung
zweier Engel. Er hat seine rechte Hand erhoben
und gerade Fische und Vögel erschaffen, die im Wasser,
am Ufer und auf einem ihm gegenüberstehenden
Baum zu finden sind. Zu den Tieren gehören zahlreiche
Fischarten sowie Robben und verschiedene Vogelarten,
darunter Papageien, eine Eule, ein Kakadu und ein
Schwanenpaar. Malerische Darstellung mit vielen Details,
bei der die Figuren von Peeter Sion (1624 – 1695)
sein könnten.
(1460311) (18)
FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY
CREATION STORY DAY 5
Oil on canvas. Relined.
86 x 123 cm.
Picturesque depiction with many details. The figures
may have been painted by Peeter Sion (1624 – 1695).
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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329
FILIPPO LAURI,
1623 ROM – 1694 EBENDA, ZUG.
DIE STEINIGUNG DES HEILIGEN STEPHANUS
Öl auf Leinwand. Doubliert. Im Oktagon
53 x 75 cm.
In oktogonalem Rahmen.
Der Heilige ist an seiner Kleidung, einer Dalmatika zu
erkennen. Er gilt als der erste Märtyrer, hier am Boden
halb liegend gezeigt kurz vor seiner Steinigung, und
blickt dem Himmel entgegen und ruft dem Bibeltext
gemäß: „Ich sehe den Himmel offen“. So wird ein breiter
gelber Lichtstrahl aus den Wolken dargestellt mit
mehreren Puttiköpfen und zwei größeren geflügelten
Engeln, von denen einer einen Blütenkranz, der andere
einen Palmwedel als Zeichen des Martyriums nach
oben hält.
(14303112) (18)
FILIPPO LAURI,
1623 ROME – 1694 IBID., ATTRIBUTED
THE STONING OF SAINT STEPHEN
Oil on canvas. Relined. In the octagon.
53 x 75 cm.
€ 15.000 – € 25.000
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153
330
SEBASTIANO RICCI,
1659 BELLUNO – 1734 VENEDIG, ZUG.
Sebastiano Ricci war ein italienischer Maler des Barock,
er gilt als einer der wichtigsten venezianischen
Maler seiner Zeit und hatte eine internationale Karriere.
Er ging nach einer ersten Ausbildungszeit in Venedig
zunächst nach Bologna und dann nach Parma. In
Parma traf er auf die Gunst der Familie Farnese, die
möglicherweise den Weg nach Florenz und nach Rom
eröffnete. Zu seinen wichtigsten Auftragsarbeiten gehörten
die Decke des Spiegelsaals in Schloss Schönbrunn
bei Wien und das große Altarbild für die Kirche
der Heiligen Apostel in Rom.
SEBASTIANO RICCI,
1659 BELLUNO – 1734 VENICE, ATTRIBUTED
BACCHUS AND ARIADNE
Oil on canvas. Old relining.
84 x 71 cm.
Handwritten note on the back of the stretcher.
A slightly smaller version of the present painting with
reduced figural staffage and numerous minor changes
– for example in the attire of Bacchus – is held at the
National Gallery in London (inv. no. NG851).
BACCHUS UND ARIADNE
Öl auf Leinwand. Altdoubliert.
84 x 71 cm.
Verso auf Keilrahmen mit handschriftlichem Vermerk.
Ungerahmt.
Am Horizont verrät ein ruhiges Gewässer die Ufernähe
der im Vordergrund befindlichen Szene, bei der von
rechts ein junger Mann zu einer jungen Frau eilt, die
unter einem roten Baldachin links auf dem Boden liegt.
Mehrere Figuren und Putti komplettieren die Szene.
Ariadne, die kretische Königstochter, war von Theseus
nach dessen Sieg über den Minotauros aus ihrer Heimat
entführt worden. Sie hatte ihm mit einem Faden
geholfen, aus dem Labyrinth zu entkommen, nur um
schließlich auf der Insel Naxos einsam zurückgelassen
zu werden. In tiefer Verzweiflung irrt sie über den
Strand, zwischen Schlaf und Tränen, zwischen Liebe
und Enttäuschung. Doch dann erscheint Bacchus, der
Gott des Weines, des Rausches und der Ekstase. Anders
als Theseus, der Held mit kaltem Herzen, kommt
Bacchus nicht mit List oder Pflichtgefühl, sondern mit
einer Art göttlicher Spontaneität – umgeben von Satyrn,
Mänaden und der wilden Musik seines Gefolges. Als er
Ariadne erblickt, verliebt er sich sofort in sie – nicht nur
aus Begehren, sondern in einem Akt wahrer Erkenntnis.
Er sieht sie nicht als Beute, sondern als Partnerin.
Der Moment ihres Zusammentreffens wird in der
Kunst oft als plötzliche Verschmelzung zweier Welten
dargestellt: Ariadnes stiller Schmerz trifft auf Bacchus’
überschwängliche Lebenskraft. In Ovids „Metamorphosen“
etwa ist Bacchus’ Annäherung von Sanftheit
und Verheißung durchdrungen – er nähert sich Ariadne
ohne Gewalt und mit dem Versprechen, ihren Verlust in
göttliche Liebe zu verwandeln.
Zu dem hier angebotenen Gemälde existiert eine kleinere,
leicht personalreduzierte Variante, die mit geringen
Veränderungen gespickt ist (siehe die Kleidung
des Bacchus), in der National Gallery in London (Inv.Nr.
NG851).
Provenienz:
Sammlung Nando Peretti.
Sammlung Cesare Lampronti. (1450205) (13)
Provenance:
Nando Peretti collection.
Cesare Lampronti collection.
€ 20.000 – € 25.000
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155
331
GASPAR VAN WITTEL,
GENANNT „GASPARE VANVITELLI“,
1653 AMERSFOORT BEI UTRECHT – 1736 ROM
Der Maler, dessen Werk überwiegend in Italien entstand,
erhielt seine Ausbildung noch in den Niederlanden.
Doch 22-jährig war er bereits in Rom beim Bau der
Flussregulierung des Tibers beschäftigt. Wie sein als
Architekt in Neapel berühmt gewordener Sohn Luigi
war also auch er mit stadtarchitektonischen Aufgaben
befasst. Dies erklärt auch die in vorliegendem Gemälde
erkennbare Dokumentierung der Stadtbefestigung von
Florenz. Das bedeutet, dass die Darstellung weit weniger
dem touristischen Interesse galt, als andere von
ihm bekannten Veduten, wie etwa von Rom, Neapel
oder Venedig. Auch die Exaktheit der Detailwiedergabe
resultiert aus seiner Kenntnis der Architektur. Ab 1700
wirkte er längere Zeit in Neapel, wo auch sein Sohn Luigi
geboren wurde. Die letzten Jahre verbrachte er allerdings
überwiegend in Rom, jener Stadt, in der er bereits
der gefragteste Vedutenmaler für die Adelshäuser der
Colonna, Ottoboni, Albani oder Odescalchi war, deren
Villen und Paläste er in Ölbildern dokumentierte. In der
Kunstgeschichte wurde sein Werk lange nicht genügend
beachtet. Erst eine erste Ausstellung seiner Bilder
im Museo Correr in Venedig, 2006, hat die Bedeutung
des Malers zu würdigen verholfen.
FLORENZANSICHT VOM UFER DES ARNO –
PESCAIA DI SAN NICCOLÒ
Öl auf Leinwand, auf original Spannrahmen.
42 x 53 cm.
Links unten mittig monogrammiert „G.V.W.“, verso
alte Beschriftung sowie rotes Lacksiegel auf der Leinwand.
Das Bildsujet gehört zu den Seltenheiten bekannter
Florenzansichten. Aus leicht erhöhter Kavaliersperspektive
wird hier der Blick vom jenseitigen Ufer des
Arno über den Fluss hinweg auf die mit Mauern und
Türmen befestigte Hügelerhebung der Stadt Florenz
geboten. Als Repoussoir fungiert rechts eine hohe Pinie
vor einer verschatteten Gebäudegruppe mit Turm.
Im tieferliegenden Vordergrund zahlreiche Figurenstaffage
– Arbeiter mit Maultieren, ein Wasserträger und
Fischer in Kähnen mit Netzen. Die jenseitige Uferbebauung
hinter einem festen Mauerring. Die Silhouette
des Stadthügels wird von einem Streifen rötlichen
Abendlichts hinterfangen, unter noch blauem Wolkenhimmel.
A.R.
Literatur:
Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian Cityscape,
Kunsthal KAdE Amersfoort Niederlande, 25.
Januar – 5. Mai 2019, Ausstellungskatalog, Nr. 65,
Abb. S. 102.
Vgl. Heidrun Ludwig, Die Gemälde des 18. Jahrhunderts
im Landesmuseum Mainz, Mainz 2007.
Vgl. Giuliano Briganti, Gaspar van Wittel, Mailand
1996, S. 409 – 410, Kat. Nr. D349, Abb. S. 412.
Ausstellungen:
Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian Cityscape,
Kunsthal KAdE Amersfoort, Niederlande, 25.
Januar – 5. Mai 2019. (14303510) (11)
GASPAR VAN WITTEL,
ALSO KNOWN AS “GASPARE VANVITELLI”,
1653 AMERSFOORT NEAR UTRECHT – 1736 ROME
VIEW OF FLORENCE FROM THE BANKS OF THE
ARNO – PESCAIA DI SAN NICCOLÒ
Oil on canvas, on original stretcher.
42 x 53 cm.
Monogrammed “G.V.W.” at lower left centre, old
inscription and red lacquer seal on the back of the
canvas.
Literature:
Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian
Cityscape, Kunsthal KAdE Amersfoort Netherlands,
January 25 – May 5, 2019, exhibition catalog, no. 65,
ill. p. 102.
Cf. Heidrun Ludwig, Die Gemälde des 18.
Jahrhunderts im Landesmuseum Mainz, Verlag
Philipp von Zabern, Mainz 2007.
Cf. Giuliano Briganti, Gaspar van Wittel, Milan 1996,
pp. 409 – 410, cat. No. D349, ill. p. 412.
Exhibitions:
Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italien
Cityscape, Kunsthal KAdE, Amersfoort, NL, 25
January – 5 May 2019.
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€ 45.000 – € 55.000 (†) INFO | BID
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157
332
FRANCESCO ZANIN,
UM 1824 – 1884 VENEDIG
Über Francesco Zanin, der im 19. Jahrhundert als der
„neue Canaletto“ gefeiert wurde, ist bislang nur wenig
bekannt. Der Maler zählt zu den bedeutenden Repräsentanten
der historisierenden Veduten im Stil des 18. Jahrhunderts
mit den entsprechenden stilistischen Rückgriffen.
Ab 1851 studierte Zanin an der Akademie im
Fachbereich Landschaftsmalerei, unter der Leitung von
Francesco Bagnara (1784 – 1866). Mit seinem Gemälde
„Il Ponte della Pazienza con la Chiesa del Carmine“ (Privatsammlung),
datiert 1856, begann seine künstlerische
Laufbahn, die bis in die späten 1880er-Jahre andauerte.
1869 war er mit einer Arbeit auf der Jahresausstellung
der Akademie vertreten.
BUCINTORO VOR VENEDIG
Öl auf Leinwand. Doubliert.
80,5 x 112,5 cm.
In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia, in
Kopie.
Der Bucintoro, das Staatsschiff des Dogen von Venedig,
hier im Bildvordergrund, war eine prächtige vergoldete
Galeere mit 168 Ruderern an 42 Riemen. Überreste
des letzten im Dienst befindlichen Bucintoros, das
jedoch erst 1728 gebaut wurde, befinden sich im Arsenale
in Venedig, und das Schiff maß einst – um eine
Größenvorstellung zu geben – 43,8 × 7,3 × 8,4 Meter.
Das Staatsschiff der Dogen von Venedig, dem an
Christi Himmelfahrt zum traditionellen „sposalizio del
mare“ besondere Bedeutung zukommt. Die sogenannte
Vermählung mit dem Meer geht auf das Jahr
997 zurück, als der Doge Pietro II Orseolo in See stach,
um die dalmatischen Küstenstädte von Piraten zu befreien.
Darauf gründete die langwährende Herrschaft
Venedigs über die dalmatische Küste. Zahlreiche Figuren
sind als Größenvergleich am Ufer zu sehen, der
Bucintoro in seiner roten Signalfarbe zieht den Blick
des Betrachters sofort auf sich, im Hintergrund Santa
Maria della Salute, sowie der Campanile neben Dogenpalast
und den Kuppeln von San Marco.
(1461902) (3) (13)
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FRANCESCO ZANIN,
CA. 1824 – 1884 VENICE
BUCINTORO OUTSIDE OF VENICE
Oil on canvas. Relined.
80.5 x 112.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,
Gorizia, in copy.
Sistrix
€ 50.000 – € 70.000 INFO | BID
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159
333
FRANCESCO TIRONI,
UM 1745 VENEDIG – 1797 BOLOGNA
Der Maler war nahezu vergessen, bevor ihn Hermann
Voss 1927/28 mit seinem Werk über die Veduten Venedigs
wieder bekannt machte. Über die Biografie des
Malers ist nicht viel bekannt; er stammte wohl aus einer
Familie aus Friaul. Neben Gesamtansichten und Stadtveduten
allgemein berühmter Plätze findet sich im
Werk Tironis nicht selten die Erfassung intimerer Stadtteile
oder einzelner Bauten, wobei die beige-braune
Farbgebung meist typisch für seine Werke ist.
Gemäldepaar
SAN PIETRO DI CASTELLO
sowie
SANTA MARIA DELLA SALUTE
Öl auf Leinwand.
55 x 71,5 cm.
In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.
Beigegeben eine schriftliche Bestätigung von Dr. Federica
Spadotto, E-Mail vom 6. September 2017.
Ein Gemälde mit Blick auf die venezianische Insel Castello,
die als die allererste befestigte Siedlung Venedigs
überhaupt gilt. Bereits im 7. Jahrhundert befand sich hier
eine Kirche, im 15. Jahrhundert die erste Kathedrale der
Lagunenstadt. Erst Napoleon erwirkte für die Basilika
von San Marco den Kathedraltitel. Der leicht geneigte
Campanile, aus istrischem Kalkstein, ab 1482 von Mauro
Codussi errichtet, dominiert die Darstellung. Er ist nach
rechts gerückt, bildet jedoch zusammen mit der Fassade
den zentralen Bildinhalt. Für die Fassade entwarf
Andrea Palladio erste Umbaupläne, die nach dem Tod
des Auftraggebers von Francesco Smeraldi (tätig 1592 –
1631) ausgeführt wurden. Die Staffage mit Schiffen und
Lastkähnen belebt die Szene. Francesco Guardi schuf
ebenfalls eine Ansicht dieses Sestiere und betonte
dabei besonders den schiefstehenden Campanile, während
hier bereits eine beruhigte, klassisch geprägte
Stilistik zu erkennen ist. Die Holzbrücke rechts findet
sich auch in weiteren Gemäldedarstellungen wieder. Für
Kenner der venezianischen Vedutenmalerei bedarf es
keines besonderen Hinweises, dass Ansichten dieses,
vom Zentrum Venedigs abgelegenen Motivs, zu zu den
seltenen Sujets innerhalb der venezianischen Vedutenmalerei
zählen. Das zweite Gemälde zeigt den Blick
über den ruhigen Canal Grande mit wenigen Gondeln
und zwei großen, im Hintergrund ankernden Schiffen,
auf die prachtvolle Basilika Santa Maria della Salute mit
ihren weiß-grünlich schimmernden großen Kuppeln.
Links des Kirchengebäudes die Spitze der Punta della
Dogana.
Literatur:
Vgl. Lino Moretti, Francesco Tironi, in: Giuseppe
Pavanello (Hrsg.), Canaletto. Venezia e i suoi splendori,
Marsilio 2008.
Vgl. Dario Succi, Francesco Tironi. Ultimo vedutista
del Settecento veneziano, Mariano del Friuli 2004.
Vgl. Hermann Voss, Francesco Tironi. Ein vergessener
venezianischer Vedutenmaler, in: Zeitschrift für bildende
Kunst 61 (1927/28), S. 266–270.
Vgl. Herbert Rosendorfer, Kirchenführer Venedig,
Leipzig 2013, S. 146 – 149.
Vgl. Ennio Concina und Piero Codato, Vittorio Pavan,
Kirchen in Venedig, München 1996.
(1462301) (13)
160 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.
FRANCESCO TIRONI,
CA. 1745 VENICE – 1797 BOLOGNA
A pair of paintings
SAN PIETRO DI CASTELLO
and
SANTA MARIA DELLA SALUTE
Oil on canvas.
55 x 71.5 cm.
Accompanied by a written confirmation by Dr Federica
Spadotto, dated 6 September 2017.
Literature:
cf. Lino Moretti, Francesco Tironi, in: Giuseppe
Pavanello (ed.), Canaletto. Venezia e i suoi splendori,
Marsilio 2008.
cf. Dario Succi, Francesco Tironi. Ultimo vedutista del
Settecento veneziano, Mariano del Friuli 2004.
cf. Hermann Voss, Francesco Tironi. Ein vergessener
venezianischer Vedutenmaler, in: Zeitschrift für
bildende Kunst, vol. 61, 1927/28, pp. 266-270.
cf. Herbert Rosendorfer, Kirchenführer Venedig,
Leipzig 2013, pp. 146–149.
cf. Ennio Concina, Piero Codato and Vittorio Pavan,
Kirchen in Venedig, Munich 1996.
Sistrix
€ 60.000 – € 80.000 INFO INFO | BIETEN | BID
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161
334
FRANCESCO GUARDI (1712 – 1793) UND
GIACOMO GUARDI (1764 – 1835)
Gemäldepaar
CAPRICCIOS
Öl auf Holz.
12,5 x 23,5 cm.
Beigegeben Expertisen von Dr. Federica Spadotto,
Oktober 2025 (mit Vergleichsbeispielen), in Kopie.
Das erste Gemälde laut Expertise von Francesco Guardi
in Zusammenarbeit mit dessen Sohn Giacomo Guardi:
Capriccio mit römisch-antikem Torbogen in Landschaft
mit Kuppel.
Das Gemälde ist als Gegenstück zu dem nachfolgenden
Werk zu sehen. Demgemäß zeigen beide Bilder
einen mit Gestrüpp bewachsenen römischen Steinbogen
als Hauptgegenstand, hier an den linken Bildrand
gestellt, rechts durch einen Felsen als Repoussoir abgeschlossen,
der sich im Gegenstück ergänzt. Die
Landschaft wird durch eine hell beschienene Kuppel
mit kleineren Gebäuden fantasievoll bereichert, belebt
durch Staffagefiguren.
Das Gegenstück von Giacomo Guardi zeigt ein Küsten-
Capriccio mit ruinösem Bogen. Die Darstellung zeigt
sich in der Nebeneinanderstellung mit vorigem Gemälde
als Bildfortsetzung. Flirrende und zugleich meeresdiesige
Lichtstimmung prägt die Darstellung, entsprechend
dem Charaker weiterer Werke des Malers. Der
auch hier dominierende antike Steinbogen mit einer
das Gebälk tragenden Säule, von Gestrüpp bewachsen,
lässt im Durchblick einen Figurensockel erken-
nen, während seitlich mehrere Staffagefiguren das
Bild szenenhaft bereichern. Ein Segelboot und ein
Kahn am Ufer beleben das Ambiente, während das
weit gegenüber liegende Ufer die Stadt Venedig nur
erahnen lässt. Als Repoussoir am linken Bildrand ein
Felsen, der sich im Gegenstück rechts fortsetzt. Diese
Charakteristika erweisen sich für das Werk von Giacomo
Guardi als typisch. Als Sohn des Francesco Guardi
(1712 – 1793) widmete er sich im Gegensatz zu seinem
Vater vermehrt dem mittleren und kleineren Format.
Dabei ist die Reduktion der Farbigkeit, verminderte
Buntheit und Konzentration auf Lichteffekte ein Erbe
aus des Vaters Werk.
Literatur:
Vgl. B. Mazza, La vicenda dei „Tombeau des Prince“;
matrici storia e fortuna della serie Swiny tra Bologne e
Venezia, in: Saggi e Memorie di Storia dell´Arte, 1976.
Vgl. Antonio Morassi, Guardi, I dipinti, Venedig 1973–93.
Vgl. Federica Spadotto, Io sono ´700. L´anima di Venezia
tra pittori, mercanti e botteghi da quadri, Sommacampagna
2018.
Vgl. Federica Spadotto, Giacomo Guardi, Dipinti, disegni,
gouaches, Soncino 2019.
Vgl. Federica Spadotto, Inedito veneziano, Spommacampagna
2021.
A.R.
(1461664) (3) (11)
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FRANCESCO GUARDI (1712 – 1793) AND
GIACOMO GUARDI (1764 – 1835)
A pair of paintings
CAPRICCIOS
Oil on panel.
12.5 x 23.5 cm.
Accompanied by expert’s reports by Dr Federica
Spadotto, October 2025 (with examples of comparison),
in copy.
According to the expert’s report, the first painting is by
Francesco Guardi in collaboration with his son Giacomo
Guardi: a capriccio depicting a Roman-style archway
in a landscape with a dome. This painting is considered
a pendant to the second work. The pendant,
by Giacomo Guardi, depicts a coastal capriccio with a
ruined arch. When viewed alongside the first painting,
it appears as a continuation of the scene.
Literature:
cf. B. Mazza, La vicenda dei “Tombeau des Prince”,
matrici storia e fortuna della serie Swiny tra Bologne
e Venezia, in: Saggi e Memorie di Storia dell’Arte, 1976.
cf. Antonio Morassi, Guardi, I dipinti,
Venice 1973 – 1993.
cf. Federica Spadotto, Io sono ’700. L’anima di Venezia
tra pittori, mercanti e botteghi da quadri,
Sommacampagna 2018.
cf. Federica Spadotto, Giacomo Guardi, Dipinti,
disegni, gouaches, Soncino 2019.
cf. Federica Spadotto, Inedito veneziano,
Sommacampagna 2021.
€ 20.000 – € 25.000
Sistrix
INFO | BID
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163
335
MICHELE MARIESCHI,
1696/1710 VENEDIG – 1744 EBENDA
Marieschi war nur eine kurze Schaffenszeit vergönnt.
Um 1720 bzw. nach 1731 hielt er sich als Bühnenmaler
in Deutschland auf. 1735 kehrte er nach Venedig zurück
und wurde Mitglied der Malergilde Fraglia
de´Pittori. Der Maler Gaspare Diziani (1689 – 1767) und
der Feldmarschall und Kunstsammler Freiherr Matthias
von der Schulenburg (1661 – 1747), der im Dienste
Venedigs stand, förderten ihn maßgeblich. Schulenburg
erwarb 1738 zwei Veduten. Auch die Heirat mit
Angela Fontana, Tochter eines venezianischen Kunsthändlers,
dürfte zu Marieschis Erfolg beigetragen haben.
Ab 1743 überließ er die Aufträge mehr und mehr
seinem Schüler Francesco Albotto (1721/22– 1757).
Mehrere Gemälde seiner Hand befinden sich in den
Museen in Stockholm, Prag und Warschau sowie im
Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.
MICHELE MARIESCHI,
1696/1710 VENICE – 1744 IBID.
VEDUTA OF THE ISOLA SAN GIORGIO MAGGIORE
AND THE PUNTA DELLA GIUDECCA
Oil on canvas.
56.6 x 86.6 cm.
€ 15.000 – € 20.000
(†) INFO | BID
Sistrix
VEDUTE DER ISOLA SAN GIORGIO MAGGIORE
UND DER PUNTA DELLA GIUDECCA
Öl auf Leinwand.
56,6 x 86,6 cm.
Im mit Blättern ornamentiertem Holzrahmen.
Belebte Szene auf dem Wasser vor der Insel San Giorgio
Maggiore in Venedig. Im Vordergrund zahlreiche Boote
und Gondeln; im Hintergrund die markante Kirche mit
angrenzenden Gebäuden, deren Spiegelung sich im
ruhigen Wasser der Lagune zeigt. Typische Vedute des
Rokokos mit detailreicher Architektur und lebendiger
Atmosphäre, charakteristisch für das Werk Michele
Marieschis.
(1462333) (17)
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336
GIACOMO GUARDI,
1764 VENEDIG – 1835 EBENDA
GONDEL AUF DER LAGUNE
Öl auf Leinwand.
21 x 27,5 cm.
Hinter Glas gerahmt.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,
Padua, 18. Oktober 2025 (mit Vergleichsbeispielen), in
Kopie.
Diese kleinformatige Vedute bezieht ihren Reiz aus jenem
südlich-diesigen Licht, das über der Lagunenstadt
liegt. Die Gebäude liegen unter vorüberziehenden Wolken,
in der Atmosphäre kaum einzeln erkennbar. Der
Großteil der Bildfläche gilt der weit sich hinziehenden
Lagune mit einer einzelnen Gondel im Vordergrund, der
das eigentliche Bildthema gilt. Diese mit einem Gondoliere,
dessen leuchtendes Gewand mit dem hellen Bug
der Gondel korrespondiert. Auch der leicht pastose
Farbauftrag, insbesondere in den Wolken, trägt zu dieser
Wirkung bei. Die Ruhe der Architekturwiedergabe,
wie die der Wasseroberfläche, findet durch das Rudern
des Gondolieres ausgleichende Bewegung. Diese Charakteristika
erweisen sich als typisch für das Werk Giacomo
Guardis. Im Gegensatz zu seinem Vater Francesco
Guardi (1712–1793) widmete sich Giacomo
vermehrt dem mittleren und kleineren Format. Dabei
ist die Reduktion der Farbigkeit und Konzentration auf
Lichteffekte ein Erbe aus dem Werk seines Vaters.
Literatur:
Vgl. Dario Succi, Francesco Guardi. Itinerario
dell’avventura artistica, Mailand 1993, S. 167–190.
Vgl. Dario Succi, Guardi. Itinerario artistico. Catalogo
dei dipinti e disegni inediti, Mailand 2021.
A.R. (1461711) (11)
GIACOMO GUARDI,
1764 VENICE – 1835 IBID.
GONDOLA ON THE LAGOON
Oil on canvas.
21 x 27.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr Federica
Spadotto, Padua, dated 18 October 2025 (with examples
of comparison), in copy.
Literature:
cf. Dario Succi, Francesco Guardi. Itinerario
dell’avventura artistica, Milan 1993, pp. 167–190.
cf. Dario Succi, Guardi, vol. I. Itinerario artistico, vol.
II: Catalogo dei dipinti e disegni inediti, Milan 2021.
€ 20.000 – € 25.000
Sistrix
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165
337
GIUSEPPE BERNARDINO BISON,
1762 PALMANOVA – 1844 MAILAND, ZUG.
Der Künstler war ein italienischer Maler des Klassizismus,
er studierte in Brescia und befasste sich mit dem Werk
von Girolamo Romanino (1484/87– 1562). Später zog er
nach Venedig und setzte sein Kunststudium unter Giovanni
Antonio Canal (1697– 1768) fort. Von 1834 bis
1838 unternahm er eine Reihe von Reisen, die ihn u. a.
nach Florenz, Rom, Neapel und Paestum führten. Mit
seinen Venedigveduten begründete Bison ein kommerzielles
Genre, um der Nachfrage von Touristen und
Sammlern nachzukommen. Neben zahlreichen Venedigansichten
schuf er auch idyllische Fantasielandschaften.
Dabei ist die Vielfalt seiner Themen sowie die hohe
Qualität seiner Bildproduktion hervorzuheben. Im letzten
Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts arbeitete er mit
dem Architekten Gian Antonio Selva zusammen, so
etwa für die Dekorationen des inzwischen nicht mehr
existierenden Palazzo Bottoni di Ferrara und dem Casino
Soderini in Treviso. Er studierte Werke von Francesco
Guardi (1712 – 1793) und Gian Domenico Tiepolo
(1727– 1804), wirkte auch als Freskant in Venedig, begab
sich nach Treviso, Padua und Triest, 1833 schließlich
nach Mailand, wo er bis zu seinem Lebensende blieb.
Gemäldepaar
VEDUTEN
Öl auf Leinwand.
32 x 47 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Das Gemäldepaar zeigt Blicke aus einer Säulenhalle
heraus. Der Blick öffnet sich durch den Portikus hin zu
einer Kirche, die im Licht der untergehenden Sonne
steht. Zahlreiche Staffagefiguren, mit schnellem Pinselduktus
aufgeführt, bevölkern im Vordergrund die Szenerie.
Die zweite Vedute eröffnet die Ansicht auf einen
Palast an einem Kanal. Charakteristisch für Bison sind
seine schnell ausgeführten Figurendarstellungen sowie
seine detaillierten Architekturdarstellungen. Einflüsse
der Genredarstellungen, die ab 1740 im venezianischen
Raum Einzug genommen haben, sind hier
deutlich an den Figurenzusammenstellungen zu sehen.
(1461962) (10)
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GIUSEPPE BERNARDINO BISON,
1762 PALMANOVA – 1844 MILAN, ATTRIBUTED
A pair of paintings
VEDUTE
Oil on canvas.
32 x 47 cm.
Bison’s work is characterized by his quickly executed
figure paintings and his detailed architectural depictions.
The influence of genre painting, which became
popular in Venice from 1740 onwards, is clearly visible
in his figure compositions.
Sistrix
€ 15.000 – € 20.000 INFO | BID
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167
338
FRANCESCO TIRONI,
UM 1745 VENEDIG – 1797 BOLOGNA
Der Maler war nahezu vergessen, bevor Hermann Voss
ihn 1927/28 mit seinem Werk über die Veduten Venedigs
wiederentdeckte. Über Tironis Lebensweg ist nicht
viel bekannt, er stammte wohl aus einer Familie aus
Friaul. Er ist vor allem durch seine Vorlagen für die 24
Radierungen mit Veduten von Venedig bekannt geworden,
die von Antonio Sandi (1733– 1817) gestochen
und Anfang 1785 veröffentlicht wurden. Exemplare der
Zeichnungen befinden sich u. a. in der Albertina Wien
sowie in der Nationalgalerie Washington D.C.
VENEDIG – CANAL GRANDE
MIT DER SANTA MARIA DELLA SALUTE
Öl auf Leinwand.
50 x 62 cm.
Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,
die detaillierte Angaben zu Werken in öffentlichen
Sammlungen und Museen enthält, in Kopie.
Der große Kuppelbau betont die rechte Bildseite, wodurch
Raum für die Segelschiffe, Lastkähne und Goldeln
sowie den Blick auf die Punta della Dogana am Kanalausgang
entsteht. Links ragt die Seitenfassade des
Renaissance-Palastes mit seinen Rundbögen ins Bild.
Tironi zählt zu den letzten Vedutisten Venedigs im 18.
Jahrhundert. Sein Stil ist beeinflusst von Meistern wie
Canaletto (1697 – 1768) sowie den beiden Guardis, Francesco
(1712 – 1793) und Giovanni Antonio (1698/99 –
1760). Neben Gesamtansichten berühmter Plätze und
Stadt veduten widmete er sich auch der Darstellung intimerer
Stadtteile oder einzelner Bauten, wobei die beigebraune
Farbgebung auffallend charakteristisch für ihn ist.
Literatur:
Vgl. Lino Moretti, Francesco Tironi, in: Giuseppe Pavanello
(Hrsg.), Canaletto. Venezia e i suoi splendori,
Venedig 2008, S. 206 f.
Vgl. Dario Succi, Francesco Tironiultimo vedutista del
Settecento veneziano, Mariano Del Friuli 2004.
Vgl. Hermann Voss, Francesco Tironi. Ein vergessener
venezianischer Vedutenmaler, in: Zeitschrift für bildende
Kunst 61 (1927/28), S. 266–270.
A.R. (1461591) (11)
FRANCESCO TIRONI,
CA. 1745 VENICE – 1797 BOLOGNA
VENICE – GRAND CANAL
WITH SANTA MARIA DELLA SALUTE
Oil on canvas.
50 x 62 cm.
Accompanied by an expert’s report by Dr Federica
Spadotto with details regarding the work in public collections
and museums, in copy.
Literature:
cf. Lino Moretti, Francesco Tironi, in: Giuseppe
Pavanello (ed.), Canaletto. Venezia e i suoi splendori,
Venice 2008, p. 206f.
cf. Dario Succi, Francesco Tironi. Ultimo vedutista del
Settecento veneziano, Gorizia 2004.
cf. Hermann Voss, Francesco Tironi. Ein vergessener
venezianischer Vedutenmaler, in: Zeitschrift für bildende
Kunst, 61 (1927/28), pp. 266–270.
€ 40.000 – € 50.000
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339
FRANCESCO TIRONI,
UM 1745 VENEDIG – 1797 BOLOGNA
Der Maler war nahezu vergessen, bevor ihn Hermann
Voss 1927/28 mit seinem Werk über die Veduten Venedigs
wieder bekannt machte. Über die Biografie des
Malers ist nicht viel bekannt; er stammte wohl aus einer
Familie aus Friaul. Neben Gesamtansichten und
Stadtveduten allgemein berühmter Plätze findet sich
im Werk Tironis nicht selten die Erfassung intimerer
Stadtteile oder einzelner Bauten, wobei die beige-braune
Farbgebung meist typisch für seine Werke ist.
VENEDIG VEDUTE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
59 x 92 cm.
In ornamental reliefiertem Rahmen mit Plakette mit
Künstlernamen.
Beigegeben ein Gutachten von Emilio Negro, Bologna,
in Kopie.
Über den Canal Grande wird der Blick des Betrachters
geführt, vorbei an dem verschatteten Fondaco dei Tedeschi
mit seinen von Arkaden überfangenen Anlegestellen,
hin zur Rialtobrücke und dem halb beleuchteten,
halb verschatteten Palazzo dei Camerlenghi. Auf
dem Canal zahlreiche Gondeln mit Gondolieri. Der
Künstler des vorliegenden Gemäldes konnte auf eine
Komposition von Canaletto (1697 – 1768) zurückgreifen,
wie etwa „Il ponte di Rialto da nord“, welche sich
in Turin in der Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli al
Lingotto befindet.
(1461741) (4) (13)
FRANCESCO TIRONI,
CA. 1745 VENICE – 1797 BOLOGNA
VENICE VEDUTA
Oil on canvas. Relined.
59 x 92 cm.
Accompanied by an expert’s report by Emilio Negro,
Bologna, in copy.
The artist of the present painting was able to draw on
a composition by Canaletto, such as ”Il ponte di Rialto
da nord“, held at the Pinacoteca Giovanni e Marella
Agnelli al Lingotto, Turin.
€ 18.000 – € 25.000
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169
340
GIOVANNI PAOLO PANINI,
1691 PIACENZA – 1765 ROM
Als Schüler des Bühnengestalters Francesco Galli Bibiena
(1659– 1739), auf den wohl auch Paninis Sinn für
die Theatralik in seinen Antikenlandschaften zurückgeht,
zog er 1711 nach Rom, wo er auch mit Canaletto
(1697– 1768) in Berührung kam. Als Leiter der Dekorationsarbeiten
für etliche römische Paläste schuf er nebenbei
auch Gemälde, die römische Plätze und Festlichkeiten
verewigen sollten, wie etwa das Fest auf der
Piazza Navona (Louvre u. a.). Besonderen Ruhm brachten
ihm seine Festausstattungen für bedeutende
Staatsereignisse ein, etwa zur Geburtsfeier des französischen
Thronfolgers oder 1745 für die Hochzeit des
Dauphins. Für Papst Innozenz XIII schuf er Ausmalungen
im Quirinalspalast. Er wurde bald als Dozent an
die Accademia di San Luca sowie die Académie de
France in Rom berufen. Dort kam auch Jean–Honoré
Fragonard (1732 – 1806) unter seinen Einfluss. Im Jahr
1718 wurde er Mitglied der Congregazione dei Virtuosi
al Pantheon. In seiner Werkstatt arbeiteten auch Hubert
Robert (1733– 1808) sowie sein Sohn Francesco
Panini (1745– 1812).
ARCHITEKTURCAPRICCIO MIT KAUFFAHRTEISZENE
Öl auf Leinwand.
74,5 x 98,5 cm.
In Profilrahmen.
Beigegeben eine Expertise von Ferdinando Arisi,
in Kopie.
Von links diagonal zentralperspektivisch ins Bildfeld ragende
klassische Architekturen mit vorgesetzten korinthischen
Säulen, einer dahinterliegenden, gülden
schimmernden, zweistöckigen Loggia mit Galerieaufbau
sowie einem runden Vorbau mit toskanischen Säulen.
Dahinter mehrere Hafen- und Wehrbauten an einem
offenen Gewässer, auf dem abgetakelte Schiffe
zu sehen sind. Ein Mast ragt von rechts in das Bildfeld
hinein und suggeriert die Anwesenheit eines Schiffes,
dessen Ladung soeben von mehreren Figuren gelöscht
wird, die im Vordergrund zu sehen sind. Die
prunkvollen Bauten sind somit im Zusammenhang mit
der zu löschenden Ladung und dem Überseehandel zu
sehen, sodass das Thema des Gemäldes die aus dem
Seehandel resultierende Prosperität darstellen soll.
Es wird vermutet, dass Panini Schüler des Francesco
Galli Bibiena (1659 – 1739) war, der bereits in seinem –
auch grafischen – Werk die Fantastik römischer Stadtlandschaften
in theatralischer Weise vortrug. Diese Bildsprache
könnte Panini jedoch ebenso gut ohne
persönliche Begegnung übernommen haben. Ab 1711
hielt er sich in Rom auf und wurde dort auch mit Giovanni
Antonio Canal (1697 – 1768) bekannt. Zunächst mit
Dekorationsmalerei in Palästen wie der Villa Patrizi oder
des Palazzo De Carolis tätig, widmete er sich zunehmend
dem Thema des Antikenarchitektur-Capriccios.
Literatur:
Vgl. David R. Marshall, The Architectural Piece in
1700. The Paintings of Alberto Carlieri (1672 – c. 1720),
Pupil of Andrea Pozzo, in: Artibus et Historiae, Bd. 25,
Nr. 50 (2004), S. 74, Nr. 60 & Nr. 61. (1440691) (13)
GIOVANNI PAOLO PANINI,
1691 PIACENZA – 1765 ROME
ARCHITECTURAL CAPRICCIO WITH SEA TRADE
SCENE
Oil on canvas.
74.5 x 98.5 cm.
Accompanied by an expert’s report by Ferdinando
Arisi, in copy.
Literature:
cf. David R. Marshall, The Architectural Piece in 1700.
The Paintings of Alberto Carlieri (1672 – c.1720), Pupil
of Andrea Pozzo, in: Artibus et Historiae, vol. 25, no.
50 (2004), p. 74, no. 60 & no. 61.
€ 10.000 – € 15.000
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341
CHARLES FRANÇOIS LACROIX DE MARSEILLE,
UM 1700 MARSEILLE – 1782 BERLIN, KREIS DES
FISCHER UND KAUFLEUTE AN DER
EINFAHRT ZU EINEM HAFEN
Öl auf Leinwand.
34,5 x 50,5 cm.
Trägt rechts unten Signatur und Datierung
„La Croix 1776“.
In dekorativem Rahmen.
Im stimmungsvollen gelb-rötlichen Licht des Himmels
eine Hafenfestung und die im Hintergrund am Ufer in
diffusem Licht liegenden Gebäude einer Stadt. Auf
dem Wasser ein prachtvoller Dreimaster mit teils gesetzten
Segeln und der französischen Flagge. Im Vordergrund
ein Uferstreifen mit mehreren Händlern, darunter
zwei Orientalen, die der Ausladung ihrer Ware
beiwohnen und so auf die Internationalität des Hafens
und seine Bedeutung hinweisen.
CHARLES FRANÇOIS LACROIX DE MARSEILLE,
CA. 1700 MARSEILLE – 1782 BERLIN, CIRCLE OF
FISHERMEN AND MERCHANTS ENTERING
A HARBOUR
Oil on canvas.
34.5 x 50.5 cm.
Signature and date “La Croix 1776” lower right.
€ 10.000 – € 15.000
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Anmerkung:
Der Künstler entwickelte einen Stil unter dem Einfluss
von Joseph Vernet (1714 – 1789), den er während seines
Aufenthalts in Rom 1751 kennenlernte und von
dem er lernte, Seestücke zu malen. (1450248) (18)
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171
342
FRANCESCO BATTAGLIOLI (UM 1717 – UM 1796)
IN ZUSAMMENARBEIT MIT
FRANCESCO FONTEBASSO (1707 – 1769)
ARCHITEKTURCAPRICCIO MIT FIGUREN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
45 x 36 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Blick auf einen großen breiten Treppenaufgang, der zu
einem Platz mit einer Kirche und mehreren Bäumen
führt. Im Vordergrund mehrere elegante Figuren im
Gespräch mit einem Reiter, sowie rechts die antiken
bewachsenen Reste einer Kolonnade, unter der eine
Frau mit Spindel und ein sitzender schlafender Mann
mit Hund zu erkennen sind – die Figuren wohl von
Francesco Fontebasso. Darstellung in weichen Farbtönen,
mit sommerlich hellblauem Himmel.
(1450891) (18)
€ 6.000 – € 9.000
(†) INFO | BID
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343
FRANCESCO BATTAGLIOLI,
UM 1717 MODENA – UM 1796 VENEDIG
PIAZZA DI PAESE
Öl auf Leinwand.
71 x 113 cm.
Seltene Vedute der Kleinstadt Paese, die etwa acht Kilometer
westlich von Treviso liegt. Der Platz wird in
seiner gesamten Weite gezeigt und von der Parochialkirche
der Heiligen Giorgio und Elena, mit dem hohen
schlanken Campanile dominiert. Die inzwischen veränderte
Fassade erscheint hier noch im barocken Baustil
mit Voluten und aufgesetzten Obelisken, während sich
der Turmaufsatz in der dargestellten Form noch erhalten
hat. Der weite Platz ist von Grasflächen bedeckt
und von teils stattlichen Gebäuden gesäumt, darunter
ein Palazzo auf der linken Bildseite. Rechts im Hintergrund
ragen, von Baumkronen teilweise verdeckt,
Turm und Fassade einer weiteren Kirche empor. Als
belebendes Element hat der Maler zwei herrschaftliche
Kutschen und mehrere Staffagefiguren in die Leere
des Platzes eingefügt.
Francesco Battaglioli gilt als Schüler von Raffaelo
Rinaldi, war Mitglied der Maler-„Fraglia“ in Venedig
und wirkte überwiegend im venezianischen Raum,
stand jedoch auch im Dienst Ferdinands VI im spanischen
Aranjuez. Dort schuf er für das königliche Theater
eine Reihe von Gemälden, von denen sich zwei im
Museo del Prado in Madrid befinden. Für Pietro Metastasios
Opern fertigte er Bühnenbilder. Seine Veduten
– etwa jene von Brescia – wurden 1751 von Francesco
Zucchi gestochen und illustrieren die 1778 erschienene
Druckausgabe von Baldassare Camillo Zamboni.
Das vorliegende Gemälde, eine wohl einzigartige Vedute
der Kleinstadt Paese, dürfte – im Gegensatz zu
den zahlreichen Ansichten Venedigs – für die historische
Erinnerung von höchster Bedeutung sein. Die
Zuschreibung an den Künstler erfolgte durch Egidio
Martini und Dario Succi.
Literatur:
Dario Succi, Dipinti di antichi maestri italiani, 2014,
Kat.Nr. 46 mit Abbildung (mit Verweis auf Egidio
Martini). A.R. (1450932) (11)
FRANCESCO BATTAGLIOLI,
CA. 1717 MODENA – CA. 1796 VENICE
PIAZZA DI PAESE
Oil on canvas.
71 x 113 cm.
The painting probably depicts a unique veduta of the
small town. In contrast to the countless Venice vedute,
it is likely to be of the utmost importance depicting
a historical view. The artist was identified by Egidio
Martini and Dario Succi.
Literature:
Dario Succi, Dipinti di antichi maestri italiani, 2014,
cat. no. 46 with ill. (with reference to Egidio Martini).
€ 15.000 – € 20.000
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173
344
ELISABETTA SIRANI,
1638 BOLOGNA – 1665 EBENDA
AMORKNABE MIT BOGEN UND FACKEL
Öl auf Leinwand.
67 x 72,5 cm.
Um 1660/62.
Beigegeben eine Expertise von Alessandro Delpriori,
Matelica, in Kopie.
Das geflügelte Amorknäblein erhebt sich von einem
rosafarbenen Laken und hält in der Rechten seinen Bogen,
das Werkzeug, mit dem er Liebe erwecken soll.
Seine linke Hand hingegen hält eine Feuerfackel nach
unten und löscht sie an einem Kriegshelm. Die ikonografische
Aussage ist damit deutlich: der Liebesgott
vertreibt den Krieg zugunsten der Liebe. Weitere attributive
Gegenstände begleiten das Thema, etwa zwei
Bücher unterhalb des Pfeilköchers, bei denen es sich
wohl um eine Würdigung der Literatur und der freien
Künste im Gegensatz zum Krieg handelt.
In der beiliegenden Expertise werden überzeugende
Vergleichsbeispiele genannt und abgebildet. Sie zeigen,
dass die Malerin ähnliche Themen behandelt hat,
etwa „Amorini, die sich um die Feuerfackel streiten“
(Sammlung Signoretti, Pesaro). Dabei ist zu erwähnen,
dass die nach unten gerichtete Fackel als Motiv seit
der Antike für den Tod, bzw. das Auslöschen steht – im
übertragenen Sinne hier die Verhinderung des Krieges
– entsprechend dem Spruch „Amor vincit omnia“.
Die Malerin war eine der ersten Frauen, die überhaupt
in die Accademia di San Luca in Rom aufgenommen
wurde, und gründete in Bologna eine Kunstakademie
für Mädchen und Frauen. Sie war die Tochter eines Malers
und Kunsthändlers, der mit Guido Reni zusammengearbeitet
hatte. Ihre humanistische Ausbildung,
auch in der Musik, fand Ausdruck in ihren Bildern. Gefördert
und beauftragt wurde sie vom Hochadel ihrer
Zeit, etwa von der Familie Gonzaga in Mantua, den Farnese
in Parma oder des Kurfürsten Ferdinand Maria
von Bayern. Im Alter von nur 27 Jahren verstarb sie
unverheiratet und wurde in der Kirche San Domenico
beigesetzt. Ein gemeinsames Epitaph verbindet sie
schließlich mit dem Maler Guido Reni.
Literatur:
Vgl. Massimo Pulini, Il diario di Elisabetta Sirani.
Bologna 1638 – 1665, Rimini 2025.
Vgl. Jadranka Bentini und Vera Fortunati Pietrantonio,
Elisabetta Sirani. Pittrice eroina 1638 – 1665, Bologna
2004.
Vgl. Adelina Modesti, Elisabetta Sirani. Una Virtuosa
del Seicento bolognese, Bologna 2004.
Vgl. Christiane Weidemann, Petra Larass und Melanie
Klier, 50 Künstlerinnen, die man kennen sollte,
München 2008.
A.R. (1460334) (11)
€ 7.000 – € 9.000
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345
AUGSBURGER MEISTER
DES AUSGEHENDEN 17. JAHRHUNDERTS
MARIÄ TEMPELGANG
Öl auf gehämmerter Kupferplatte.
46 x 33,5 cm.
Die in den Evangelien nicht vermerkte Szene entspricht
Schilderungen des apokryphen Jakobsevangeliums
(ProtevJac 7,2-3). Die Figuren vor den gedrehten
Säulen des Jerusalemer Tempels, dicht gedrängt; im
Zentrum der Hohepriester, der die kindliche Maria
empfängt, geleitet von Mutter Anna und Joachim. Die
Figurengruppe in der rechten unteren Ecke, ikonographisch
nur schwer interpretierbar, vor allem wegen
des grimmig blickenden Mannes mit Stock. Körperhaltungen
und Farbgebung vom Manierismus geprägt,
stilistisch der Augsburger Schule nahe.
(1461007) (11)
€ 8.000 – € 12.000
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175
346
FRANCESCO MONTEMEZZANO,
UM 1540 VERONA – UM 1602, ZUG.
CHRISTUS UND DIE EHEBRECHERIN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
112 x 144 cm.
Unsigniert.
Inmitten einer manieristischen Architektur die vielfigurige
Darstellung mit geschickter Lichtführung. Das Gemälde
beschreibt mit großer Klarheit die Begegnung
zwischen Christus und der Ehebrecherin (Joh 8,2-11).
Die Pharisäer bringen eine Frau zu Christus in den Tempel,
die die eheliche Treue gebrochen hatte und somit
nach dem damals gültigen Gesetz gesteinigt werden
sollte. Gemäß der Bibel antwortet Jesus mit: „Wer
ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie“.
(1461701) (13)
FRANCESCO MONTEMEZZANO,
CA. 1540 VERONA – CA. 1602, ATTRIBUTED
CHRIST AND THE ADULTERESS
Oil on canvas. Relined.
112 x 144 cm.
€ 16.000 – € 18.000
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347
JACOPO PALMA IL GIOVANE (1548 – 1628) UND
SCHÜLER MATTEO PONZONE (1580/90 – 1664),
ZUG. (ABB. LINKS)
CHRISTUS UND JOHANNES EVANGELIST
Öl auf Leinwand. Doubliert.
71 x 61 cm.
In altem Rahmen des 17./18. Jahrhunderts.
Beigegeben eine ausführliche Vergleichsdokumentation,
die das Werk in die Venezianische Schule des 16./17.
Jahrhunderts setzt, mit vermutlicher Datierung 1590 –
1610, in Kopie.
Christus im Halbbildnis mit Dornenkrone, soeben vom
Kreuz abgenommen, wird von dem jungen Johannes betrauert.
Die Darstellung in caravaggeskem Chiaroscuro,
die Konturen zeigen sich im Sfumato. A.R.
(1462173) (11)
JACOPO PALMA IL GIOVANE (1548 – 1628)
AND HIS STUDENT MATTEO PONZONE
(1580/90 – 1664), ATTRIBUTED
CHRIST AND JOHN THE EVANGELIST
Oil on canvas. Relined.
71 x 61 cm.
Accompanied by detailed comparative documentation
placing the work in the Venetian school of the 16th/17th
century, with presumed dating 1590 – 1610, in copy.
€ 10.000 – € 12.000
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348
TIZIANO VECELLIO,
1485 – 1576 VENEDIG, KREIS DES
SACRA CONVERSAZIONE
Öl auf Leinwand. Doubliert.
130 x 170 cm.
In vergoldetem Profilrahmen.
Unter einem dunkelgrünen Ehrentuch mit Goldtressen
sitzt die von einem leichten Nimbus umzogene Figur
der Heiligen Mutter Gottes, ihr Kind auf dem Schoß
haltend. Die linke Bildhälfte wird dominiert von der
Figur des Evangelisten Lukas mit dem Stier als seinem
Symboltier, begleitet von einem Heiligen oder einer
Stifterfigur, die im Vordergrund kniet. Die Sacra
Conversazione „The Madonna and Child with Saints
Luke and Catherine of Alexandria“ von Tiziano Vecellio
wurde im Januar 2011 bei Sotheby’s in New York
versteigert und erzielte dabei einen Preis von USD
16.882.500,00.
Literatur:
Vgl. Charles Sterling, Notes breves sur quelques
tableaux venetiens inconnus a Dallas, in: Arte veneta,
1954, S. 268. (1461963)
TITIANO VECELLIO,
1485 – 1576 VENICE, CIRCLE OF
SACRA CONVERSAZIONE
Oil on canvas. Relined.
130 x 170 cm.
Literature:
cf. Charles Sterling, Notes brèves sur quelques
tableaux vénetiens inconnus à Dallas, in: Arte Veneta,
1954, p. 268.
€ 12.000 – € 15.000
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177
349
LUCIANO BORZONE,
1590 GENUA – 1645 EBENDA
CHRISTUS AN DER SÄULE
Öl auf Leinwand. Doubliert. Im Oktogon.
52 x 41 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Camillo Manzitti, in Kopie.
Dreivierteldarstellung Christi, lediglich mit einem Tuch
um seine Hüften bekleidet, die Arme leicht übereinander
nach unten haltend, die Handgelenke dabei gefesselt,
wohl an die nicht genauer sichtbare Säule neben
ihm. Der Blick Christi mit trauriger Resignation gen Himmel
gerichtet. Die Tragik des Geschehens wird dazu
durch das Hell-Dunkel-Spiel der Schatten verstärkt, das
die anatomische Perfektion des Körpers modelliert, eingebettet
in eine eher undefinierte Umgebung. Laut
Manzitti ist der Stil des Künstlers geprägt von leichten
Pinselstrichen, die Formen entstehen lassen, frei von
allzu strengen gestalterischen Vorgaben. Ebenso ist
Borzones Streben nach Natürlichkeit ein wiederkehrendes
Motiv. Er erfasst hier die tiefe Intensität der Emotionen
Christi mit großer Wirkung.
(1460566) (18)
€ 6.000 – € 10.000
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350
EUROPÄISCHER MALER DES
AUSGEHENDEN 16. JAHRHUNDERTS
DIE GEISSELUNG CHRISTI
Öl auf Holz.
75 x 55 cm.
In massivem, ornamental mit Akanthusblättern
reliefiertem Holzrahmen, vergoldet.
Das Tafelbild mit der Geißelung Christi zeigt eine ausgewogene,
klar strukturierte Komposition von ausgeprägter
Zentralität. Christus, in hellem Inkarnat und
fein modelliertem Licht, bildet den leuchtenden Mittelpunkt
der Szene. Die flankierenden Peiniger sind in
gedämpften Tönen mit dem dunkleren Hintergrund
verschmolzen, wodurch die Lichtregie den Blick unweigerlich
auf die zentrale Figur und die innere Dramatik
des Geschehens lenkt.
(14619016) (3) (17)
€ 5.000 – € 7.000
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351
FRANCESCO GUARDI,
1712 VENEDIG – 1793 EBENDA
DER HEILIGE JOSEF
Öl auf Leinwand.
45 x 33 cm.
In geschnitztem Rocaillerahmen mit Bekrönung.
Beigegegen eine Expertise von Bozena Anna Kowalczyk,
Venedig 2020, 5. Oktober 2020, in Kopie.
Der vor allem für seine Venedigveduten bekannt gewordene
Maler erhielt seine Ausbildung gemeinsam mit
seinem älteren Bruder Giovanni Antonio (1698/99 –
1760), der in Venedig die Familienwerkstatt leitete und
mit dem er bis 1760 gemeinsam arbeitete. Neben der
Vedutenmalerei widmete sich Francesco jedoch weit
mehr als Antonio auch religiösen Themen. Weiche Konturen
bei flotter Pinselführung charakterisieren dabei
seine Arbeiten. Dem Zeitalter des Rokoko entsprechend
zeigen sich auch seine Figuren bewegter, wie
hier im Bild, das den im Halbbildnis gegebenen Heiligen
mit lebensnaher Kopfwendung nach links oben darstellt,
während der Oberkörper in Gegenbewegung gegeben
ist. Trotz aller Tonigkeit zeigt sich die Farbgebung
durch das lichte Blau des Hintergrundes noch ganz in
der Auffassung des Barock, inspiriert von Malern wie
Marco Alvise Pitteri (1702 – 1786) oder Giovanni Battista
Piazzetta (1683 – 1754), auf den der Bildtypus wohl zurückgeht.
In gekonnter Farbkomposition ist hier die
Weißfarbe des Lilienstängels in Entsprechung zu Bart
und Haar des Heiligen gesetzt. Zu seinen religiösen Darstellungen
zählen etwa die „La Madonna del rosario“
(Budapest) oder „Hagar mit dem Engel“.
Literatur:
Vgl. Federica Spadotto, Io sono ’700. L’anima
di Venezia tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri,
Sommacampagna 2018.
Vgl. Antonio Morassi, Guardi. I dipinti. I disegni.
L’opera completa, Venedig 1984.
Vgl. Rodolfo Pallucchini und Adriano Mariuz,
L’opera completa del Piazzetta, Mailand 1982. A.R.
(1461961) (11)
€ 5.000 – € 7.000
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352
ANTONIO ALLEGRI CORREGGIO,
UM 1489 CORREGGIO – 1534 EBENDA, ZUG.
ECCE HOMO
Öl auf Holz, parkettiert. Im Oval.
74 x 59,5 cm.
Ungerahmt.
Vor abgedunkeltem Fond die halbfigurige, leicht nach
rechts gewandte Darstellung mit Spottzepter, Dornenkranz
und purpurrotem Umhang sowie einem diffusem
Lichtnimbus um das fahle Haupt.
(1460089) (13)
€ 3.000 – € 5.000
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179
353
JEAN-MARC NATTIER,
1685 PARIS – 1766 EBENDA, NACHFOLGE DES
Gemäldepaar
ALLEGORIE DES WASSERS
sowie
ALLEGORIE DER LUFT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
113 x 98 cm.
In gefasstem Profilrahmen.
Offensichtlich als Pendants gemalt, sind die beiden
hier angebotenen Gemälde ein typisches Beispiel für
die höfische Malerei allegorischen Inhaltes im Ancien
Régime Frankreichs des 18. Jahrhunderts. Während
das eine Bild vor einer Medici-Vase mit architektonischem
Versatzstück zwei kindliche Wesen zeigt, welche
ihre gefangenen Fische präsentieren, zeigt das
andere Bild eine kannelierte Säule in arkadischer Landschaft
mit davor lagernden Kindern, die mit Vögeln
hantieren, sodass der Betrachter von einer Thematisierung
von Luft und Wasser ausgehen kann.
Literatur:
Vgl. Philippe Renard, Jean-Marc Nattier (1685 – 1766).
Un artiste parisien à la cour de Louis XV, Saint Rémyen-l’Eau
1999.
Vgl. Xavier Salmon, Jean-Marc Nattier 1685 – 1766,
Versailles 1999. (1460337) (13)
€ 5.000 – € 7.000
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354
CORNELIS VAN SPAENDONCK,
1756 TILBURG – 1840 PARIS, ZUG.
BLUMENSTILLLEBEN MIT EINER SÈVRESVASE
Öl auf Leinwand. Doubliert. Im Hochoval
60 x 50 cm.
Links unten Restsignatur.
In vergoldetem Rahmen.
Beigegeben eine Rechnung für das Gemälde von der
Galerie Carroll, München, vom 26.10.1972, über den
Kaufpreis von DM 40.000, in Kopie.
Vor grünlichem Hintergrund die auf einer Marmorplatte
stehende, teils goldverzierte Vase, darin ein kleiner
Blumenstrauß, bestehend u. a. aus rosafarbenen Rosen,
Malven, Hyazinthen und einer nach oben ragenden
gelben Tagetes; eine helle Aster ragt zudem über
die Plattenkante hinaus. Qualitätsvolle präzise Wiedergabe
der Blumen, dabei die Blüten in zarten weichen
Farbtönen.
CORNELIS VAN SPAENDONCK,
1756 TILBURG – 1840 PARIS, ATTRIBUTED
FLORAL STILL LIFE WITH SÈVRES VASE
Oil on canvas. Relined. In upright oval.
60 x 50 cm.
Remains of signature lower left.
Accompanied by an invoice for the painting from the
Carroll Gallery, Munich, dated 26 October 1972, for the
purchase price of DM 40,000, in copy.
€ 8.000 – € 10.000
Sistrix
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Anmerkung:
Van Spaendonck war seit 1773 in Paris für die Porzellanmanufaktur
Sèvres tätig, wo er bis 1801 als Entwerfer
wirkte. (1450381) (18)
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181
355
SALOMON VAN RUYSDAEL,
UM 1602 NAARDEN – 1670 HAARLEM
Der holländische Maler war der Onkel des niederländischen
Landschafts- und Marinemalers Jacob van Ruisdael.
Vermutlich wurde er bei Esaias van de Velde
(1587/91– um 1630) ausgebildet, ab 1623 war er Mitglied
und 1648 Vorstand der Haarlemer Malergilde.
BAUMLANDSCHAFT MIT KÜHEN
UND SCHAFEN AN EINEM TÜMPEL
Öl auf Holz.
48 x 63 cm.
Rechts unten signiert.
Beigegeben eine Expertise von Marijke C. de Kinkelder,
Curator Old Nederlandish Paintings, vom 28. Mai
2009, in Kopie.
Die Stimmung zeigt ein beruhigendes Spätnachmittagslicht,
das sich am Horizont gelblich verfärbt und in
der Talsenke dem kleinen Tümpel Lichteffekte verleiht.
Daneben leuchtet einzig das Weiß des Rindes am
Teichufer aus der Schattenzone, in der links davon ein
rastender Bauer mit seinem Hund zu erkennen ist.
Somit ist der Eindruck von Ruhe das eigentlich beherrschende
Thema des Bildes. Insgesamt kann festgestellt
werden, dass neben der Exaktheit der
landschaftlichen Elemente bei Salomon Ruysdael das
Stimmungsvolle ein charakteristisches Element in etlichen
seiner Werke darstellt. Zwei feine vertikale Plattenrisse.
Anmerkung:
In der beiliegenden Expertise wird die Entstehung
des Bildes in die Mitte der 1660-er Jahre datiert und
verglichen mit einem Werk (bei Van Diemen, Amsterdam
ca. 1940, sowie bei Xaver Scheidwimmer,
München 1874).
Zudem wird bemerkt, dass sich die ausgeschriebene
Signatur – entgegen dem zumeist verwendeten
„JvR“ Monogramm – auch noch in weiteren Werken
Ruysdaels finden ließ (Sotheby´s London, 7 Juli 1976,
lot 69; sowie 12. Dez. 1990, lot 204). (1461611) (11)
SALOMON VAN RUYSDAEL,
CA. 1602 NAARDEN – 1670 HAARLEM
TREE LANDSCAPE WITH COWS
AND SHEEP BY A POND
Oil on wood.
48 x 63 cm.
Signed lower right.
Accompanied by an expertise by Marijke C. de
Kinkelder, Curator Old Nederlandish Paintings,
dated 28 May 2009, in copy.
€ 20.000 – € 30.000
Sistrix
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356
CONSTANTIN NETSCHER,
UM 1668 DEN HAAG – UM 1723 EBENDA
Constantin Netscher ist bekannt für seine Portraits, historischen
Allegorien und italienischen Landschaften.
Der Biograph Houbraken erwähnt ihn als Sohn des
Caspar Netscher (1639 – 1684), der als Portraitist bereits
den Familiennamen berühmt gemacht hatte. Der
Bruder Theodorus (1661– 1732) war ebenfalls Maler.
Verehelicht mit Magdalena van Haensbergen, wurde
Constantin ein Schwiegersohn des Landschaftsmalers
Johan van Haensbergen (1642 – 1705).
MUTTER MIT KIND BEIM BETRACHTEN
VON BLUMEN
Öl auf Leinwand.
49 x 41 cm.
Links seitlich am Vasensockel signiert
und datiert „CNetscher fe. 1712“.
Vor einem Fenster, neben einer Vase mit blühendem
Mohn, steht das Kind und hält Blumen in Händen. Ein
grüner Vorhang hinterfängt die beiden Halbfiguren, im
unteren Bereich bedeckt mit einem Teppich.
Entsprechend der jüngeren Generation zeigt sich der
Stil Constantins bereits deutlich hellfarbiger, und viele
seiner Bilder widmen sich gesellschaftlichen Szenen,
als Vorbereitung auf das Rokoko. Hier ist zudem bereits
eine erziehende Aussage erkennbar, wie sie im
18. Jahrhundert zur zentralen Aufgabe der Bildenden
Kunst werden sollte. Die detaillierte Wiedergabe des
Teppichs folgt der Bildtradition seines Vaters Caspar,
sowohl als Präsentation von Wertigkeit als auch zur
farblichen Belebung der Szene. A.R.
(1461361) (11)
CONSTANTIN NETSCHER,
CA. 1668 THE HAGUE – CA. 1723 IBID.
MOTHER AND CHILD LOOKING AT FLOWERS
Oil on canvas.
49 x 41 cm.
Signed and dated “CNetscher fe. 1712”
on base of the vase, lower left.
€ 10.000 – € 14.000
Sistrix
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357
FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS
GARTENANLAGE EINES PALASTES MIT FIGUREN
Öl auf Eichenholz. Im Tondo.
Durchmesser: 20 cm.
In dunklem Holzrahmen.
Im Vordergrund ein Mädchen mit erhobener gefüllter
Schale und eine junge elegante Dame, beide den Blick
auf den über drei Treppenstufen führenden Palasteingang
gerichtet, in dessen geöffneter Tür der Hausherr
steht. In der Bildmitte eine weibliche Skulptur auf
Sockel und ein Springbrunnen, dahinter die angelegte
und gepflegte Gartenanlage im Licht der gelblich
unter gehenden Sonne.
Anmerkung:
Eine Gartenanlage mit Brunnen findet sich auch auf
einem Werk (Tondo) von Maerten Rijkaert (1587 – 1631),
das am 16. Mai 2024 bei Lempertz versteigert wurde
(Lot 1023). (1440652) (18)
€ 4.000 – € 6.000
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183
358
FRANCESCO DE MURA,
1696 NEAPEL – 1782 NEAPEL, ZUG.
DIE MADONNA MIT DEM KIND UND
DEM JUNGEN JOHANNES DER TÄUFER
Öl auf Leinwand. Doubliert.
76 x 63 cm.
In vergoldetem Rahmen.
Die Madonna in rot-blauem Gewand mit hellem Schleier
auf ihrem Kopf, vor sich auf einer Platte den auf einem
weißen Laken halb liegenden nackten Jesusknaben
haltend. Während ihre linke Hand ihn umgreift, hat
sie mit der anderen Hand das Laken vorsichtig angehoben,
um ihn wohl zu bedecken. Jesus hat seine rechte
Hand mit Segensgestus angehoben und blickt mit seinen
braunen Augen aus dem Gemälde heraus. Links
hinter beiden steht Johannes der Täufer mit geröteten
Wangen und gefalteten Händen, hält den Kreuzesstab
mit Rotulus und blickt auf Jesus. Harmonische Darstellung
in weichen Farben und feiner Lichtführung.
(14504514) (18)
€ 8.000 – € 12.000
(†)
Sistrix
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359
ANTON RAPHAEL MENGS,
1728 AUSSIG – 1779 ROM, ZUG.
CHRISTUSBILDNIS
Öl auf Leinwand, auf Karton.
32 x 28,5 cm.
In vergoldetem Rahmen.
In Nahsicht vor beigem Hintergrund das Gesicht Jesu
mit leicht geröteten Wangen, Bart und schulterlangen
Haaren, leicht geöffnetem Mund, den Blick mit seinen
glänzenden Augen nachdenklich aus dem Bild auf den
Betrachter gerichtet. Er trägt, wie oft, ein altrosafarbenes
Gewand und darüber einen blauen Mantel. Einfühlsame,
feine Malerei.
(1460641) (1) (18)
€ 4.000 – € 6.000
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360
MICHELE SANGIORGI,
1785 FAENZA – 1822 ROM
Dank eines Stipendiums der Congregazione di Carità
konnte Sangiorgi zwischen 1806 und 1811 in Rom studieren,
wo er in künstlerischen Kreisen mit Zeitgenossen
wie Tommaso Minardi, Francesco Hayez und Pelagio
Palagi verkehrte. Minardi beschrieb ihn als begabt,
jedoch mit einem schwierigen Charakter und einem
ausschweifenden Lebensstil.
PETRUS IM KERKER MIT ZWEI WACHEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
126 x 172 cm.
In naturbelassenem Holzrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Prof. Fernando
Mazzocca, Mailand, 12. April 2019, der das vorliegende
Werk auf ca. 1817 – 1822 datiert, in Kopie.
Das Gemälde ist großformatig angelegt, was auf einen
kirchlichen Auftrag schließen lässt. Gezeigt wird die
Szene aus der Apostelgeschichte (Apg 12,6 – 7), wonach
Petrus von einem Engel aus dem Kerker befreit
wird. Dieser ist links hell erleuchtet zu sehen, rechts
sind zwei geharnischte Wachen gut zu erkennen, der
Engel ist nur als Lichterscheinung wahrnehmbar.
Anmerkung:
1813 gewann Sangiorgi eine dreijährige Förderung
durch die Accademia di Belle Arti Bologna, die durch
Verzögerungen und Kritik belastet war – seine eingereichten
Arbeiten wurden 1815 abgelehnt, woraufhin
er Unterstützung von Antonio Canova und Pelagio
Palagi erhielt. Ein bedeutendes Blatt von 1812, gewidmet
Antonio Canova, wurde später Teil der National
Gallery of Art in Washington, ein Beleg für die hohe
Qualität seiner Arbeiten.
Literatur:
Vgl. zur Biographie: Anna Ottani Cavina, Michele
Sangiorgi, in: L’eta neoclassica a Faenza 1780 – 1820,
Ausst.-Kat., Faenza 1979, S. 125 – 130. (1450204) (13)
MICHELE SANGIORGI,
1785 FAENZA – 1822 ROME
SAINT PETER IN PRISON WITH TWO GUARDS
Oil on canvas. Relined.
126 x 172 cm.
Accompanied by an expert’s report by Professor Fernando
Mazzocca, Milan, 12 April 2019, who dates the
present painting to ca. 1817 – 1822, in copy.
Literature:
cf. regarding the biography: Anna Ottani Cavina,
Michele Sangiorgi, in: L’età neoclassica a Faenza
1780 – 1820, exhibition catalogue, Faenza 1979,
pp. 125 – 130.
€ 18.000 – € 22.000
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185
361
FRANZÖSISCHER MEISTER DER
ZWEITEN HÄLFTE DES 18. JAHRHUNDERTS
VENUS IN DER SCHMIEDE DES VULKAN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
58 x 72,5 cm.
In Prunkrahmen mit bekrönendem Schleifendekor.
Das Gemälde zeigt rechtsseitig die schöne Venus in
elegantem hellblauem Kleid mit teils entblößter Brust,
wohlfrisiertem Haar mit blauem Band, sich mit leicht
erhobener Hand dem sitzenden Vulkan zuwendend.
Dieser mit freiem Oberkörper auf einem roten Tuch sitzend,
einem Werkzeug in der linken Hand, zusammen
mit zwei linksseitig erkennbaren Kollegen an der Fertigstellung
einer Schmiedearbeit. Rechts am Bildrand,
oberhalb eines Ambosses, der sitzende kleine Amor
mit Tauben, einen Pfeil in seiner Hand haltend. Unterhalb
des Ambosses wohl sein Köcher liegend, mit weiteren
Pfeilen und ein turtelndes Taubenpaar. Malerische
Darstellung, bei der insbesondere das feine zarte Inkarnat
von Venus und Amor dem Gebräunten des
Schmiedegottes Vulkan gegenübergestellt werden.
Durch ihre gegenseitigen Blicke wird die enge Verbundenheit
und Liebe der beiden gezeigt. Das vorliegende
Thema gehört zu einer der beliebtesten mythologischen
Darstellungen in der Malerei.
(1461863) (1) (18)
€ 8.000 – € 12.000
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362
FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS
DIE VIER KIRCHENVÄTER IN DISPUTATION
Öl auf Holz. Parkettiert.
42 x 56,9 cm.
Verso mit altem aufgeklebtem Zettel mit Beschriftung;
auf einer Parkettierleiste schwarzes Lacksiegel mit Freiherrnwappen
sowie gedrucktes Ausstellungsetikett.
Ungerahmt.
Das Bildthema zeigt eine theologische Disputation
über das Verständnis des „Sakraments“. Diese Thematik
wurde nach der Reformation erneut aufgegriffen,
nachdem sich Raphael (1483 – 1520) in den Stanzen im
Vatikan damit auseinandergesetzt hatte und die reformatorische
Lehre zentrale Glaubensfragen neu stellte.
Das Gemälde ist daher als bedeutendes Beispiel der
Gegenreformation zu verstehen. Dargestellt sind die
vier lateinischen Kirchenväter, erkennbar an ihren Attri-
buten: Links Hieronymus als Einsiedler im rotem Umhang
mit Buch; daneben Augustinus, dessen Attribut
– ein flammendes Herz – von einem Putto über ihm
gehalten wird; in der Mitte Gregorius mit Papstkrone
und Kreuzstab; sowie Ambrosius, begleitet von einem
Bienenkorb als Symbol seiner Beredsamkeit. Diese
imaginäre Zusammenkunft der Heiligen verschiedener
Epochen ist als überzeitliches Sinnbild der beständigen
theologischen Reflexion innerhalb der Kirche zu verstehen.
Der Maler steht in der Stilnachfolge Jacob Jordaens
(1593– 1678), auf den das Bildthema zurückgeht. Ein
Stich von Cornelius Galle d. Ä. (1576– 1650) zeigt die
Szene seitenverkehrt, was darauf hinweist, dass das
vorliegende Gemälde nach dem Original geschaffen
wurde. Einige Farbfehlstellen; im Unterteil Riss in der
Platte. Besch. A.R.
(1461921) (3) (11)
FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY
THE FOUR CHURCH FATHERS DISPUTING
Oil on panel. Parquetted.
42 x 56.9 cm.
On the reverse, an old, inscribed label is affixed with
an inscription. Parquetting slat with black wax seal
with a baronial coat of arms and a printed exhibition
label.
The painter is part of the stylistic tradition of Jacob Jordaens
(1593 – 1678), to whom the subject is attributed.
An engraving by Cornelius Galle shows the scene in
reverse, indicating that the painting was created after
the original. Some areas of paint loss, and a crack in
the panel in the lower section.
€ 13.000 – € 18.000
Sistrix
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187
364
ANDREA MELDOLLA,
GENANNT „SCHIAVONE“,
1510/15 ZARA – 1563 VENEDIG, ZUG.
DER MUSIKALISCHE WETTSTREIT
ZWISCHEN PAN UND APOLLO
Öl auf Leinwand. Doubliert.
31 x 57 cm. Mit leicht abgerundeten Ecken.
In dekorativem teilvergoldetem und bemaltem
rechteckigem Rahmen.
363
NEAPOLITANISCHE SCHULE,
ENDE 17./ANFANG 18. JAHRHUNDERT
MARIÄ HIMMELFAHRT
Öl auf Leinwand. Doubliert.
50 x 38 cm.
In vergoldetem Prunkrahmen.
Im Mittelpunkt die Jungfrau Maria in einem weißen
Gewand mit einem hellblauen Mantel, auf einer großen
Wolke im Himmel schwebend, umgeben von mehreren
Engeln. Maria hat ihre Arme ausgebreitet und schaut
demütig nach oben. In der unteren Bildhälfte sind zahlreiche
Figuren versammelt, darunter die Apostel, die
teils andächtig, teils überrascht der Aufnahme Mariens
in den Himmel beiwohnen. Einer von ihnen, in Rückenansicht,
hat gerade das Tuch über dem steinernen Sarg
zur Seite gezogen und blickt hinein. Aufgrund der gemalten
Umrahmung der Darstellung könnte das Werk
auch ein Entwurf für ein großes Deckengemälde gewesen
sein. Malerei in zurückhaltender harmonischer
Farbgebung.
(1460087) (18)
€ 4.000 – € 6.000
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Der Musikwettstreit ist ein Motiv der griechischen Mythologie,
das in der lateinischen Fassung in Ovids „Metamorphosen“
zu finden ist. In weiter Landschaft wird
hier der sitzende, bocksbeinige Hirtengott Pan, der Aulos
spielt, dargestellt. Ihm gegenüber halbsitzend Apollo mit
der Zither. Eine Parallele zur musikalischen Herausforderung
des Satyrs Marsyas an Apollo wird ebenfalls in
den „Metamorphosen“ erwähnt; teils wurden beide
Elemente vermischt. Der Berggott Tmolos erklärt Apollo
zum Sieger, einzig König Midas protestiert, der auf dem
Gemälde zwischen beiden mit abgestütztem Kopf in
seiner linken Hand dargestellt wird. Apollo hängte Marsyas
zur Strafe für den Frevel, ihn herausgefordert zu
haben, an einem Baum auf und zog ihm bei lebendigem
Leib die Haut ab. Diese Darstellung ist im Kleinformat
auf dem Bild im Hintergrund linksseitig zu finden.
Es handelt sich um eine erzählerische Darstellung in
überwiegend beige-braunen und grünen Farbtönen, in
der Manier des Künstlers. Ein vergleichbares Werk des
Künstlers befindet sich im Kunsthistorischen Museum
Wien mit dem Titel „Marius Curius Dentatus“ und wird
um 1555/60 datiert.
(1431154) (18)
€ 7.000 – € 12.000
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365
GIULIO FRANCIA,
EIGENTLICH „GIULIO RAIBOLINI“,
1487 BOLOGNA – 1540 EBENDA, ZUG.
Giulio war der jüngere Sohn und Schüler des Francesco
Raibolini, der sowohl als Maler als auch als Goldschmied
und Medailleur gewirkt hatte. Gelegentlich
arbeitete Giulio zusammen mit seinem älteren Bruder
Giacomo (1484 – 1557). Bei beiden Malern ist ein Einfluss
von Dosso Dossi erkennbar.
DIE HEILIGE FAMILIE
Öl auf Holz. Parkettiert.
95 x 70 cm.
Das Tafelbild zeigt die Heilige Familie mit einem blumenbekränzten
Engel, einer jugendlichen Begleitfigur
rechts oben sowie dem Johannesknäblein mit dem
Lamm. Die Komposition, in der die Figuren dicht gedrängt
vorgestellt werden, aber auch die bewusst konzipierte
Drehung der Gestalt der Maria, zeigen bereits
den Stil eines gemäßigten Manierismus. Die Eleganz
in der Körperhaltung, vor allem von Marias Händen,
rechtfertigen die Zuweisung an den Maler, insbesondere
im Vergleich mit ähnlichen Bildthemen seines
Werkes. Dabei fällt auf, dass sich der Künstler gerade
diesem Sujet mehrfach gewidmet hat. Hier dominiert
die in Rot gekleidete Gestalt der Maria, während Joseph
am linken Bildrand verschattet dargestellt ist und
aus dem Bild hinausblickt. Die jugendliche Figur am
rechten Bildrand schaut ebenso aus dem Bild heraus
auf den Betrachter, möglicherweise handelt es sich
hierbei um eine Portraitierung. Der nachdenkliche Ausdruck
im Gesicht der Gottesmutter verweist auf die
Ahnung des künftigen Leidens und Todes ihres Sohnes.
In einem Dreiecks-Kompositionsaufbau hat der
Maler den Jesusknaben und den kleinen Johannes der
Täufer wiedergegeben, wobei sich Jesus dem von Johannes
herbeigeführten Lamm zuwendet – ein Symbol
seines späteren Opfertodes als „Lamm Gottes“.
Provenienz:
Nachlass David Abbate 2013.
CRN Auction, Massachusetts, USA.
Literatur:
Vgl. Michael Bryan, Dictionary of Painters and
Engravers, Biographical and Critical, Bd. 2: L-Z,
London 1889, S. 341. (1440654) (11)
€ 9.000 – € 15.000
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366
LAMBERT VAN NOORT,
1520 AMERSFOORT – 1571 ANTWERPEN, ZUG.
Der Biograf Karel van Mander (1548– 1606) nannte den
Maler Lambrecht van Oort. Der Meister wurde 1547
Mitglied der Antwerpener Sankt Lukas-Gilde.
WALDLANDSCHAFT MIT JOHANNES DEM TÄUFER
Öl auf Holz.
Ca. 27 x 40,5 cm.
In dekorativem Rahmen.
Links vor zwei Baumstämmen in Waldlandschaft, auf einem
roten Laken der fast nackte, muskulöse Johannes
der Täufer, der attributiv einen langen schmalen Kreuzesstab
mit seiner linken Hand hält und an dessen Seite
links unten ein kleines Schaf liegt. Johannes weist mit
seinem ausgestreckten Arm auf eine im Hintergrund
des Waldes versammelte Gruppe hin, die wohl der Predigt
des links mit rötlichem Umhang stehenden Jesus
zuhört. Feine qualitätvolle Malerei. Gesicht und Körperbau
des Johannes an eine Darstellung des Heiligen Hieronymus
auf einem Gemälde von Lambert van Noort
erinnernd, das mit Monogramm am 13. Dezember 2001
bei Sotheby’s London unter Lot 112 versteigert wurde.
(1431155) (18)
€ 8.000 – € 12.000
Sistrix
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189
367
NICOLAES ELIASZ. PICKENOY,
UM 1590 AMSTERDAM – 1653/56, ZUG.
Werke von der Hand des Künstlers in der Gemäldegalerie
Berlin sowie im Stedelijk Museum in Amsterdam.
PORTRAIT EINES EDELMANNES
Öl auf Holz.
102 x 82 cm.
Links unten Signaturreste, links oben Wappen
und Datierung „1634“.
In dekorativem Rahmen.
Der Dargestellte ist im Dreiviertelportrait in einem Innenraum
mit nach rechts zusammengerafftem Vorhang
zu sehen. Er trägt ein schwarzes Seidengewand
und eine große weiße Halskrause. Seine rechte Hand
hat er auf einen flachen Tisch gelegt, während er in
seiner linken Hand wohl ein Paar Lederhandschuhe
hält und seinen Arm in die Hüfte abgestützt hat. Er hat
ein feines Gesicht, leicht gerötete Wangen, wenige
Stirnfalten, und mit seinen braunen Augen blickt er
aufmerksam und würdevoll aus dem Bild heraus. Das
Gemälde ist von hoher Qualität und in der typischen
Manier des Künstlers. Das Inkarnat in Feinmalerei und
auch die weiße Halskrause bilden einen starken Kontrast
zur dunklen Kleidung und dem Hintergrund. Platte
leicht gewölbt.
368
LOMBARDISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS
HALBPORTRAIT EINES VORNEHMEN HERREN
ODER ADELIGEN
Öl auf Leinwand. Doubliert.
90 x 70,5 cm.
In dekorativem Rahmen mit Floraldekor.
Vor grauem Hintergrund das Halbbildnis des vornehmen
Edelmanns nach rechts in schwarzer Kleidung,
mittig mit Knopfreihe sowie weißem Kragen, den linken
Arm auf eine steinerne Brüstung abgelegt. Er trägt
einen Oberlippenbart und blickt mit seinen braunen
Augen entschlossen aus dem Bild heraus. In seiner
linken Hand hält er einen gefalteten Brief. Rechts oben
wohl das Familienwappen, darüber in Latein die Aussage,
dass der Portraitierte im Alter von 41 Jahren dargestellt
wurde. Qualitätvolle Malerei in überwiegend
monochromer schwarz-grauer Farbigkeit, das Gesicht
und die Hände dabei besonders hervorgehoben.
(1461911) (18)
€ 7.500 – € 9.000
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Anmerkung:
Der Höhepunkt des Schaffens des holländischen
Malers war die Zeit von 1630 – 1637, eine Periode, die
durch ein hohes künstlerisches Niveau und zahlreiche
Aufträge prominenter Mäzene gekennzeichnet war.
Das Rijksmuseum Amsterdam und das Amsterdam
Museum besitzen viele seiner besten Arbeiten.
(14311511) (18)
€ 8.000 – € 12.000
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369
CHRISTOPH AMBERGER,
UM 1500/05 KAUFBEUREN – 1561/62 AUGSBURG,
ZUG.
BILDNIS EINES JUNGEN MANNES
Öl auf Eichenholz. Parkettiert.
57 x 45 cm.
Halbbildnis leicht nach links, an einem rot gedeckten
Tisch auf den er die Hände gelegt hat. In der linken
Hand zwei goldene Lederhandschuhe, dunkle, nahezu
schwarze Verkleidung und ebenso dunkles Barett. Das
Gesicht nachdenklich wiedergegeben.
CHRISTOPH AMBERGER,
CA. 1505 – 1561/62 AUGSBURG, ATTRIBUTED
PORTRAIT OF A YOUNG MAN
Oil on oak panel. Parquetted.
57 x 45 cm.
€ 18.000 – € 25.000 (†)
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(1462337) (11)
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191
370
NIEDERLÄNDISCHER MEISTER
DES 16. JAHRHUNDERTS
VERSPOTTUNG CHRISTI
Öl auf Eichenholz.
48 x 29 cm.
Beigegeben ein Bericht über die dendrochronologische
Analyse der Tafel von Prof. Dr. Peter Klein, Hamburg,
4. November 2021, in Kopie.
Das Gemälde in gestrecktem Hochformat entstammt
einem Altarretabel. Jesus ist sitzend gezeigt, umgeben
von drei Knechten, von denen einer ihm die Dornenkrone
aufdrückt, ein weiterer das Spottzepter
reicht. Links hinten zwei Gestalten, die als Pilatus und
als Priester zu deuten sind. Das Paviment zeigt im Bodenbelag
bereits die fortgeschrittene Behandlung der
Perspektive. Die bemalte Rückseite zeigt eine schwebende
Engelsgestalt mit den Leidenswerkzeugen Lanze
und Kreuznägel. Die drastische Wiedergabe der Gestalten
und Gesichter weist die von Malern wie Hieronymus
van Aken Bosch (um 1450–1516) beeinflusste
Stilistik auf. Rückseitige Malerei mit Farbschäden.
Provenienz:
Lempertz Auktion, Köln, Auktion Nr. 466, November
1961, Lot 104 (verso auf dem Rahmen entsprechender
Katalog-Ausschnitt-Aufkleber). A.R.
(1431159) (11)
DUTCH MASTER,
16TH CENTURY
THE MOCKING OF CHRIST
Oil on oak panel.
48 x 29 cm.
Accompanied by a report on the dendrochronological
analysis of the panel by Professor Peter Klein, Hamburg,
dated 4 November 2021, in copy.
The dramatic depiction of the figures and faces shows
a style influenced by painters such as Hieronymus
Bosch, born Hieronymus van Aken (ca. 1450–1516).
Provenance:
Lempertz, Cologne, auction no. 466, November 1961,
cat. no. 104. Respective catalogue cutting attached to
the back of the frame.
€ 10.000 – € 15.000
Sistrix
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371
MALER DER BYZANTINISCHEN SCHULE
TAFELBILD MIT DARSTELLUNG
MARIENS MIT DEM KIND
Tempera auf Holz.
42 x 28 cm.
Halbbildnis vor Goldgrund. Das Kind, entsprechend
der Ikonentradition, in fortgeschrittenem Alter gezeigt,
mit togaartigem Umhang, in der Linken ein
Rotulus. Oben seitlich und im Nimbus des Kindes
kyrillisch bezeichnet. Möglicherweise stammt das
Gemälde von einem in Venedig wirkenden Maler der
Ostkirche im 16. Jahrhundert.
(1450222) (11)
BYZANTINE SCHOOL
PANEL PAINTING DEPICTING MARY
WITH THE CHILD
Tempera on wood.
42 x 28 cm.
The painting may have been created by a painter of the
Eastern Church working in Venice in the 16th century.
€ 10.000 – € 15.000
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193
372
FRANCESCO FOSCHI,
1710 ANCONA – 1780 ROM
PROMETHEUS IM SCHNEEBEDECKTEN KAUKASUS
Öl auf Leinwand. Doubliert.
169 x 111 cm.
In vergoldetem Profilrahmen.
Beigegeben ein Gutachten von Mauro U. Lucco,
Bazzano di Neviano, in Kopie.
Wiedergabe des griechisch-mythologischen Themas
des Prometheus, der vom Göttervater Zeus zur Strafe
an einen Felsen gekettet wurde, nachdem er den
Menschen das Feuer gebracht hatte. Zentraler Gegenstand
des Gemäldes ist ein in der Mitte hochragender
verschneiter Berggipfel, die Sträucher schneebedeckt,
seitlich ein Wasserfall. Am rechten Bildrand als Repoussoir
ein kahler Baum. Daneben ein Felsblock, auf
dem Prometheus nackt angekettet liegt, mit blauem
Lendentuch. Über ihm ein herabfliegender Adler, der
laut Legende Prometheus’ Leber frisst. Daneben eine
brennende Fackel, Attribut des feuerbringenden Prometheus.
Bei dem Gemälde handelt es sich um eine äußerst seltene
ikonographische Wiedergabe dieses mythologischen
Themas. Der Künstler setzte bewusst das Thema
„Feuer“ in Gegensatz zur Eiseskälte des Winters.
(1450209) (13)
FRANCESCO FOSCHI,
1710 ANCONA – 1780 ROME
PROMETHEUS IN THE SNOW-COVERED CAUCASUS
Oil on canvas. Relined.
169 x 111 cm.
Accompanied by an expert’s report by Mauro U. Lucco,
Bazzano di Neviano, in copy.
€ 12.000 – € 18.000
Sistrix
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373
ALESSANDRO MAGNASCO,
GENANNT „IL LISSANDRINO“,
UM 1667 GENUA – 1749 EBENDA
Magnasco zählt zum italienischen Spätbarock. Als
Künstlersohn lernte er 1681/82 bei Abbiati in Mailand.
Als „figurista“ setzte er Staffagefiguren in Landschaften
von Kollegen ein. 1703 wirkte er zusammen mit Francesco
Peruzzini am Hof der Medici in Florenz, kehrte
aber 1735 nach Genua zurück. Nun entstanden Bilder
mit außergewöhnlichen Sujets, darunter Inquisitionsund
Folterszenen, Bettler oder Schausteller. Sein Interesse
galt also der Dokumentation von Armut und Elend
seiner Zeit. Erst im 20. Jahrhundert wurde sein Werk
wiederentdeckt, nachdem Benno Geiger 1914 eine Monografie
publiziert hatte. Es folgten Ausstellungen in
Berlin, München, Köln und Paris. Alfred Flechtheim sah
in ihm einen Vorläufer der Moderne.
DER TOD DES SENECA
Öl auf Leinwand. Doubliert.
110 x 70,8 cm.
In vergoldetem, vegetabil akzentuiertem Rahmen.
Beigegeben eine Expertise von Anna Orlando, Genua
Mai 2022, in Kopie.
Lucius Annaeus Seneca (etwa 5 v. Chr. – 65 n. Chr.) war
ein bedeutender Redner in der frühen römischen Kaiserzeit.
Auf Veranlassung der Kaiserin Agrippina wurde
er zum Erzieher und politischen Berater des jungen
Nero ernannt. In der Folge gewann Seneca während
Neros Herrschaft erheblichen Einfluss und Macht im
Römischen Reich. Doch im Jahr 65 n. Chr. geriet er in
den Verdacht, in eine Verschwörung gegen den Kaiser
verwickelt zu sein. Nero zwang ihn daraufhin, Selbstmord
zu begehen. Seneca soll die Selbsttötung erst
beim dritten Versuch gelungen sein: Zunächst habe er
sich die Pulsadern und weitere Arterien an den Beinen
geöffnet, dann soll er wie Sokrates einen Schierlingsbecher
getrunken haben und sei schließlich in einem
Dampfbad erstickt.
Das vorliegende Gemälde als Frühwerk Magnascos
und als eines der wenigen Einzelfigurenbilder aus seiner
Hand identifiziert.
Provenienz:
Sotheby’s London, 8. Mai 2019, Lot 86.
Literatur:
Vgl. Fausta Franchini Guelfi, Alessandro Magnasco,
Soncino 1991, S. 38 – 39, Kat.Nr. 15 und S. 40 – 41,
Kat.Nr. 16. (1450456) (13)
ALESSANDRO MAGNASCO,
ALSO KNOWN AS “IL LISSANDRINO”
CA. 1667 GENOA – 1749 IBID.
THE DEATH OF SENECA
Oil on canvas. Relined.
110 x 70.8 cm.
Accompanied by an expert’s report by Anna Orlando,
Genoa, May 2022, in copy. She identifies the present
painting as an early work by Magnasco and one of his
few single-figure paintings.
Provenance:
Sotheby’s London, 8 May 2019, lot 86.
Literature:
cf. Fausta Franchini Guelfi, Alessandro Magnasco,
Soncino 1991, pp. 38 – 39, cat. no. 15 and pp. 40 – 41,
cat. no. 16.
€ 18.000 – € 25.000 (†) INFO | BID
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195
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FRANZÖSISCHER MEISTER DES
AUSGEHENDEN 18. JAHRHUNDERTS,
KREIS DES MICHEL BRUNO BELLENGÉ (1726 – 1793)
Gemäldepaar
BLUMENSTILLLEBEN
Je 95 x 138 cm.
In durchbrochen gearbeitetem, floralem Rahmen.
Zwei Blumenstillleben vor zartem hellem Himmel. Die
zentralen Blumenkörbe werden von floralen Festons
und Girlanden seitlich und oben begrenzt.
(1460207) (1)
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FRENCH SCHOOL, LATE 18TH CENTURY,
CIRCLE OF MICHEL BRUNO BELLENGÉ
(1726 – 1793)
A pair of paintings
FLORAL STILL LIFES
Oil on canvas.
95 x 138 cm each.
Sistrix
€ 18.000 – € 24.000 INFO | BID
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197
CATALOGUE IV
IMPRESSIONISTS & MODERN ART
19TH/20TH CENTURY PAINTINGS
& SCULPTURE
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