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Old Master Paintings – Part 2

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ONE OF THE LEADING AUCTION HOUSES IN EUROPE

CATALOGUE III

OLD MASTER PAINTINGS PART 2

Auctions: Thursday, 4 December 2025

Exhibition: Saturday, 29 November – Tuesday, 2 December 2025


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OLD MASTER

PAINTINGS

PART II

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221

DIERIC BOUTS,

AUCH GENANNT „DIRK BOUTS“,

1415/20 HAARLEM – 1475 LÖWEN,

NACHFOLGE DES

Der Lebensweg des Dieric Bouts ist nur spärlich dokumentiert.

Seine Söhne waren ebenfalls Maler. In Löwen

wird er ab 1457 erwähnt; 1465 wurde er zum Stadtmaler

erhoben. Ausführlich ist der Bericht über seinen

Auftrag für den Abendmahlsaltar der Brüderschaft des

Heiligen Sakraments von 1464.

ECCE HOMO

Öl/Tempera auf Eichenholz.

45,5 x 31,5 cm.

Tafelbild mit Halbbildnis des dornengekrönten Jesus in

rotem Spottmantel vor blauem Hintergrund. Die linke

Hand an die Brust gelegt, die rechte zum Segensgestus

erhoben. Das schwarze Haar rahmt das nachdenkliche

Gesicht und fällt in welligen Strähnen auf die

Schultern herab. Das Haupt ist halbbogig von goldfarbigem

gotischem Arabeskendekor umzogen. Das

Gemälde zeigt erkennbare Bezüge zu den weiteren

Ecce-Homo-Bildern des Malers, seiner Werkstatt sowie

seines Sohnes Albrecht Bouts (1451/55 – 1549).

DIERIC BOUTS,

ALSO KNOWN AS “DIRK BOUTS”,

1415/20 HAARLEM – 1475 LEUVEN, FOLLOWER OF

ECCE HOMO

Oil/tempera on oak panel.

45.5 x 31.5 cm.

The painting shows recognizable links to other Ecce

Homo paintings by the artist, his workshop, and his

son Albrecht Bouts (1451/55 – 1549).

Literature:

cf. Catheline Périer-D’Ieteren, Dieric Bouts. The

complete works, Antwerp 2005.

cf. Max Jakob Friedländer, Early Netherlandish

Painting, Vol. III: Dieric Bouts and Joos van Gent,

New York 1968.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

INFO | BID

Literatur:

Vgl. Catheline Périer-D’Ieteren, Dieric Bouts.

The complete works, Antwerpen 2005.

Vgl. Max Jakob Friedländer, Early Netherlandish

Painting, Bd. III: Dieric Bouts and Joos van Gent,

New York 1968. A.R. (1461502) (11)

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222

BONIFAZIO BEMBO,

UM 1420 BRESCIA – 1477/82, WERKSTATT DES

Bembo war Hofmaler der Sforza und wurde durch

Portraits von Mitgliedern des Mailänder Hofes bekannt.

Die Halbbildnisse von Francesco und Bianca

Maria Sforza aus dem Jahr 1462 befinden sich in der

Pinacoteca di Brera in Mailand. Sein Vater Giovanni,

ebenso wie seine Brüder Benedetto und Andrea sowie

sein Neffe Giovanni Francesco Bembo, waren ebenso

Maler. Darüber hinaus war er als Grafiker tätig. Er

arbeitete mit Vincenzo Foppa (um 1425 – um 1516) und

Zanetto Bugatto (1440– 1476) zusammen.

Paar gerahmter Tafelbilder

DIE HEILIGE KATHARINA

sowie

DIE HEILIGE MARIA MAGDALENA

Öl auf Holz.

103 x 38 cm (mit schmaler Einfassungsleiste).

Zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Die beiden zusammengehörigen Tafeln präsentieren

sich jeweils in ihren gotischen geschnitzten Rahmungen

in Vergoldung. Sie fungierten wohl ehemals als

Seitenflügel einer größeren Altaranlage. Die Heiligenfiguren,

schlank und überlängt aufgefasst, stehen vor

Goldgrund: Katharina mit Krone, in weißem, mit stilisiertem

Blattwerk dekoriertem Gewand, das Schwert

in der Linken, dessen Spitze den am Boden liegenden

Kopf des Kaisers Maxentius durchbohrt, der ihr Martyrium

veranlasst hatte. Die rechte erhobene Hand hielt

wohl als weiteres Attribut ein Buch. Maria Magdalena

dagegen ist im roten Mantel dargestellt und durch das

Attribut des Salbgefäßes kenntlich gemacht. Beide

Figuren weisen punzierte Nimbusscheiben auf. Die

Rahmen zeigen seitlich schlanke, geflochten wirkende

Säulen; über den Kapitellen je ein gotischer Dreiecksbogen

mit bekrönender Kreuzblume vor schmalerem

Auszug mit Maßwerk.

BONIFAZIO BEMBO

CA. 1420 BRESCIA – 1477/82, WORKSHOP OF

A pair of framed panel paintings.

SAINT CATHERINE

and

SAINT MARY MAGDALENE

Oil on panel.

103 x 38 cm (with narrow edging strip).

Second half of the 15th century.

The two pendant panels are both presented in

Gothic-style carved and gilt frames. They were

probably side panels of a larger altarpiece.

Literature:

cf. Franco Mazzini and Bonifacio Bembo, in: Alberto

M. Ghisalberti (ed.): Dizionario Biografico degli Italiani

(DBI), vol. 8, Bellucci-Beregan. Istituto della

Enciclopedia Italiana, Rome 1966.

€ 22.000 – € 28.000

Sistrix

INFO | BID

Literatur:

Vgl. Franco Mazzini und Bonifacio Bembo, in: Alberto

M. Ghisalberti (Hrsg.), Dizionario Biografico degli

Italiani (DBI), Bd. 8: Bellucci-Beregan. Istituto della

Enciclopedia Italiana, Rom 1966.

A.R. (1460531) (11)

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223

JUAN DE LEVI,

UM 1388 – 1410

KREUZIGUNG CHRISTI

Eitempera auf Holz, teilweise vergoldet.

80 x 90,2 cm.

Beigegeben eine ausführliche Dokumentation zu dem

Gemälde mit Vergleichsbeispielen und Verweisen, sowie

einer ausführlichen Literaturliste, in Kopie.

Symmetrische Darstellung des im Zentrum des Bildes

gezeigten Kreuzes, an dem Christus im Dreinageltypus

geschlagen ist. Sein fahler Leichnam wird am Haupt

durch einen punzierten Scheibennimbus gerahmt.

Flankiert von zahlreichen, teils als Heilige ausgewiesenen

Figuren, während Longinus im Begriff ist, seine

Lanze in die Seite Christi zu führen. Geschnitzte und

stuckierte gotische Rahmung mit Maßwerkrelief, die

teils über der Malerei zu liegen scheint. Links und rechts

zwei Heilige mit Rotuli, die in einer schlanken architektonischen

Rahmung eingegliedert sind. Vermutlich einstmals

als Teil eines Altargefüges eingelassen. Besch.

JUAN DE LEVI,

CA. 1388 – 1410

CRUCIFIXION OF CHRIST

Egg tempera on panel, parcel-gilt.

80 x 90.2 cm.

Accompanied by a detailed report regarding the pain ting

with examples of comparison and extensive bibliography,

in copy.

Provenance:

Art collection Miami, Florida.

Marlene Nasreddine collection, 2017.

Literature:

cf. Maria Teresa Ainaga, Los episcopados de Pedro y

Fernando Pérez Calvillo. Su legado cultural a la ciudad

de Tarazona, in: Retablo de Juan de Levi y su

restauracion, Zaragoza 1990, pp. 5 – 18 and 55.

€ 15.000 – € 20.000

Sistrix

INFO | BID

Provenienz:

Kunstsammlung Miami, Florida.

Sammlung Marlene Nasreddine (2017).

Literatur:

Vgl. Maria Teresa Ainaga Andrés, Los episcopados

de Pedro y Fernando Pérez Calvillo. Su legado cultural

a la ciudad de Tarazona, in: Retablo de Juan de Leví y

su restauración, Zaragoza 1990, S. 5 – 18 und 55.

(1460085) (13)

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224

LORENZO MONACO,

EIGENTLICH „PIERO DI GIOVANNI“,

1365/71 SIENA – 1425 FLORENZ, ZUG.

GEBURT CHRISTI MIT ANBETUNG DER KÖNIGE

Tempera und Goldgrund auf Holz.

63 x 26,8 cm.

Rechts seitlich ein Teil der ehem. Profilrahmung

erhalten. Verso kräftige Querleiste und Reste ehem.

Bemalung.

Schlanke, hochrechteckige, oben spitzbogige Bildtafel

eines Andachts- oder Hausaltares, mit Goldgrund.

Im Darstellungszentrum der Stall von Bethlehem mit

Ochs und Esel, hier in einem roten, phantasievollkastenförmigen

Aufbau mit Rundbögen und Durchblicken.

Maria mit dem Kind links davor tiefer sitzend,

das Kind hält das Händchen segnend erhoben. Die

drei Hl. Könige kompositorisch in einer nach rechts

aufsteigenden Linie ins Bild gesetzt.

Die Darstellung entspricht dem großformatigen Werk

Lorenzos von 1421, das sich in den Uffizien in Florenz

befindet, dort nach rechts weitergeführt mit einer

vielköpfigen Ansammlung von Begleitfiguren der

Könige. Hier wie dort dieselbe Darstellung betender

Engel an der Aussenwand des Stallgebäudes. Von

den königlichen Geschenken ist hier ein goldenes

Deckelgefäß zu Füßen Mariens zu sehen, ein weiteres

trägt die Figur am rechten Bildrand. Die Engelsköpfe,

hier überhalb der Szene auf Goldgrund, sind

eine eigene Zutat in vorliegendem Bild.

Wie viele weitere Maler der Zeit, war auch Lorenzo

Mitglied eines Mönchsordens. 1402 wurde er in die

florentiner Zunft aufgenommen. Er stand unter dem

Einfluss von Bernardo Daddi und Maso di Bianco. Der

Biograf Vasari hat ihn in seiner Reihe der „più eccellenti

pittori“ beschrieben.

LORENZO MONACO,

ACTUALLY “PIERO DI GIOVANNI“,

1365/71 SIENA – 1425 FLORENCE, ATTRIBUTED

BIRTH OF CHRIST WITH ADORATION OF THE KINGS

Tempera and gold ground on panel.

63 x 26.8 cm.

Part of the former moulded frame preserved on the

right side. Strong crossbar and remnants of former

painting on the reverse.

The depiction corresponds to Lorenzo's large-format

work from 1421, which is located in the Uffizi Gallery

in Florence, where it continues to the right with a multi-headed

collection of figures accompanying the

kings. Of the royal gifts, a golden lidded vessel can be

seen here at Mary's feet, while another is carried by

the figure on the right edge of the picture. The angel

heads, here above the scene on a gold background,

are a unique addition to this painting.

Literature:

cf. Giorgio Vasari, Vita di Don Lorenzo Monaco degli

Angeli di Firenze, in: Vasari. Le vite dei più eccellenti

pittori, scultori e architettori, Rome 2010.

cf. Günther Jäkel, Lorenzo Monaco, Bergisch

Gladbach 1967.

cf. George R. Bent, Monastic Art in Lorenzo

Monaco's Florence. Painting And Patronage in Santa

Maria Degli Angeli. 1300–1415, New York 2006.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

INFO | BID

Literatur:

Vgl. Giorgio Vasari, Vita di Don Lorenzo Monaco

degli Angeli di Firenze, in: Vasari: Le vite dei più

eccellenti pittori, scultori e architettori, Rom 2010.

Vgl. Günther Jäkel, Lorenzo Monaco, Bergisch

Gladbach 1967.

Vgl. George R. Bent, Monastic Art in Lorenzo

Monaco’s Florence: Painting And Patronage in Santa

Maria Degli Angeli li. 1300 – 1415, New York 2006.

(1450221) (11)

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226

NORDITALIENISCHER MALER

DES 16. JAHRHUNDERTS

(ABB. RECHTS)

GROSSE ALTARTAFEL MIT KREUZUNGSSZENE

Öl auf Holz.

118 x 126 cm.

Um 1520.

In vergoldetem Rahmen.

Die Golgathaszene mit den drei Kreuzen ist in eine

weite, leicht hügelige Landschaft gesetzt. Links im

Hintergrund erhebt sich eine Burganlage mit kantigen

Wehrtürmen, die hier als Darstellung der Stadt Jerusalem

zu verstehen ist. Am Horizont Baumgruppen, dazwischen

ein weiteres kleineres Gebäude. Dem Thema

entsprechend dominiert das Kreuz Christi, flankiert

von den Baumkreuzen der beiden Schächer, die in verkrampften

Körperhaltungen wiedergegeben sind. Am

Fuß des Kreuzes Christi kauert Maria Magdalena, die

den Kreuzstamm umfasst. Die Mutter Maria und die

engeren Vertrauten des Gekreuzigten sind links gruppiert

dargestellt. Maria, im Schmerz niedergesunken,

wird von Johannes gestützt; seitlich stehen die weiteren

Frauengestalten, welche zusammen die „Drei Marien“

bilden. Die rechte Figurengruppe ist ausschließlich

männlichen Figuren vorbehalten, wie dies auch in

der traditionellen Sitzordnung des Kirchenraums zum

Ausdruck kommt. Hier tritt neben derb-realistischen

Figuren besonders eine jugendliche, betont anmutige

Gestalt hervor: der römische Soldat Longinus. Er ist im

Harnisch mit der Lanze der Seitenwunde dargestellt.

Auffällig ist, dass die Lanzenspitze der sogenannten

„Heiligen Lanze“ ähnelt, die über Jahrhunderte hinweg

als Heiltumsreliquie verehrt wurde. Die elegante

Haltung und die jugendliche Erscheinung des Longius

stechen hervor und es lässt sich annehmen, dass das

Werk eines bedeutenderen Meisters hier als Vorbild

gedient hat. Bei der rot gekleideten Figur am rechten

Bildrand dürfte es sich um Josef von Arimathia handeln;

die Verwendung der Rotfarbe ehrt ihn als den

Gönner, der das Grab Christi bereitgestellt hat.

225

LANCELOT BLONDEEL,

1496 POPERINGE – 1561 BRÜGGE,

KREIS DES

HIMMELFAHRT DES HEILIGEN PETRUS

Öl auf Holz.

90,5 x 78 cm.

Ungerahmt.

In einer manieristischen architektonischen goldleuchtenden

Rahmung mit Cherubim und Füllhörnern

der Blick in einen von Wolkenbänken durchzogenen

Himmel. Darin zentral die Halbfigur des

segnenden Christus mit Bügelkrone und Weltenkugel.

Darunter der von Engeln emporgehobene

Körper des Heiligen im Emporschweben begriffen.

Die Rahmenzwickel mit Engeln, welche jeweils ein

blaugrundiges Wappen tragen.

Der vergoldete Rahmen zeigt seitlich schlanke Lisenen

mit spitzbogigem Schnitzwerk. Die obere durchgehende

Architravleiste ist mit Dreipassdekor im Rapport

versehen. Die oberen Ecken der aus vier Teilen bestehenden

Tafel sind abgeschrägt. A.R.

(1460081) (11)

NORTHERN ITALIAN SCHOOL, 16TH CENTURY

LARGE ALTARPIECE WITH CRUCIFIXION SCENE

Oil on panel.

118 x 126 cm.

ca. 1520.

€ 20.000 – € 40.000

Sistrix

INFO | BID

Literatur:

Vgl. Eva Tahon, Lancelot Blondeel in Brügge,

Brügge 1998. (14512016) (13)

€ 6.000 – € 9.000

Sistrix

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23


227

MARCO PALMEZZANO,

1458 FORLI – 1539, ZUG.

Marco Palmezzano war ein italienischer Maler der Spätrenaissance,

der hauptsächlich in Forlì tätig war. Er war

ein Schüler von Melozzo da Forlì und übernahm dessen

perspektivische Raumdarstellung. Seine Werke zeichnen

sich durch klare Kompositionen und leuchtende

Farben aus. Besonders bekannt ist er für religiöse Altartafeln

und Madonnendarstellungen. Palmezzano verband

in seinem Stil Einflüsse der Frührenaissance mit

neuen Entwicklungen der Hochrenaissance.

JOHANNESKNABE MIT ROSEN

Öl auf Holz. Parkettiert.

64,5 x 47,5 cm.

In ebonisiertem eckverziertem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Luigi Alberti vom 17. August

1979, Orta, sowie eine technische Analyse von

Alessandro Bazzacco, Turin, 10. Oktober 2024, in Kopie.

In einer angedeuteten Landschaft mit Sakralbau in Grisaillefarben

und einem Gatter kniet im Vordergrund,

hinter einem geöffneten symbolträchtigen Granatapfel

und einem Cartellino mit der Aufschrift „serenissima

repubblica...“, das nach rechts gewandte Kind, welches

anhand des Kreuzstabes und des Umhanges als

Johannesknabe zu identifizieren ist. Sein Haupt ziert

ein Ringnimbus, in seinen Händen liegen Rosenbouquets.

Fragment.

Provenienz:

Italienisches Adelshaus.

Anmerkung:

Die Aufschrift des Cartellinos mag auf einen venezianischen

Auftraggeber hindeuten: Venedig trug den

Titel „La Serenissima“ („die Durchlauchtigste“), weil

die Republik als besonders stabil, wohlgeordnet und

mächtig galt – vor allem im Vergleich zu den oft von

Kriegen, Erbfolgestreitigkeiten oder inneren Konflikten

geprägten Monarchien Europas. (1441131) (13)

€ 4.000 – € 6.000

Sistrix

INFO | BID

228

ÖSTERREICHISCHER MALER

DES 15. JAHRHUNDERTS

(ABB. RECHTS)

Gemäldepaar

HEILIGER HIERONYMUS

und

HEILIGER ROCHUS

Öl auf Holz.

Jeweils 45,5 x 21 cm.

Vor einem architektonischen Fond die stehende Figur

des in Kardinalsgewandung gekleidetem Heiligen Hieronymus

einen Kreuzstab haltend. Vor seinem Mund

der Heilige Geist in Gestalt einer Taube, sein Haupt

wird umfangen von einem Nimbus in Goldlack mit Inschrift.

In seiner Hand eine Schriftrolle, zu seinen Füßen

die abstrahierte Gestalt eines Löwen, der ihm attributiv

zukommt. Auch der Heilige Rochus wird vor

einem architektonischen Gefüge – nämlich einem

Doppelbogenfenster – gezeigt. Eine Wunde auf seinem

Oberschenkel wird soeben gepflegt. Vermutlich

gehörten beide Bildwerke bereits ursprünglich zusammen

und wurden vom gleichen Maler vielleicht im

Zuge eines Altargefüges geschaffen.

(1450352) (1) (13)

€ 5.500 – € 7.500

Sistrix

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25


229

MICHIEL COXIE,

1499 MECHELEN – 1592 EBENDA, ZUG.

Ab 1539 in der Lukasgilde seiner Heimatstadt, ab 1542

in Brüssel tätig. Später Hofmaler der Maria von Ungarn.

CHRISTUS UNTER DEM KREUZ

Öl auf Holz.

103,5 x 72 cm.

Verso mit Etikett auf Jan Metsys hinweisend.

In ebonisiertem Rahmen mit Goldleiste.

Vor abgedunkeltem Grund das gesenkte Haupt Jesu

Christi mit der Dornenkrone im Zentrum des Bildes.

Christus, in gewagter optischer Verkürzung, sein Holzkreuz

tragend, dessen Kurzende des Querbalkens dem

Betrachter entgegenragt. Zwei weitere Figuren, geharnischt

bzw. gefesselt, schließen den Bildraum dynamisch

ab, während Christus selbst innezuhalten

scheint. Das vorliegende Gemälde orientiert sich an

dem im Prado, Madrid, befindlichen Werk von Michiel

Coxie, das jedoch nur Christus selbst zeigt (Inv.Nr.

2641). Von diesem Ausgangspunkt entstanden mehrere

Fassungen: Einige zeigen nur Christus mit dem

Kreuz, andere weitere Figuren. Eine weitere Fassung

des vorliegenden Gemäldes mit nahezu den gleichen

Maßen wurde in der Ausstellung „Michiel Coxcie

(1499– 1592): and the giants of his age, Museum Leuven,

31. Oktober 2013 – 23. März 2014 präsentiert.

(1461362) (13)

MICHIEL COXIE,

1499 MECHELEN – 1592 IBID., ATTRIBUTED

CHRIST BENEATH THE CROSS

Oil on panel.

103.5 x 72 cm.

Label on the reverse suggesting Jan Metsys.

The present painting is based on the work by Michiel

Coxie in the Prado Museum in Madrid, which, however,

depicts only Christ himself (inv. no. 2641). Several versions

of this painting were created, some showing only

Christ with the cross, others including additional figures.

Another version of the present painting, with almost

identical dimensions, was on display in the exhibition

Michiel Coxcie (1499 – 1592) and the Giants of His Age,

Museum Leuven, 31 October 2013 – 23 March 2014.

€ 15.000 – € 20.000

Sistrix

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230

LORENZO SABATINI,

UM 1530 – 1576 ROM, ZUG.

DIE HEILIGE FAMILIE MIT DEM JOHANNESKNABEN

Öl auf Pappelholz. Verso eingelassen

zwei Festigungsstreben.

65,5 x 54,5 cm

In vergoldetem Prunkrahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Dr. H. Zimmermann,

Tutzing, 10. Juni 1969, in Kopie.

Der Künstler ließ sich bei dem vorliegenden Gemälde

von dem Meisterwerk von Andrea del Sarto anregen:

die Darstellung wiederholt die „Sacra Famiglia Borgherini“,

um 1528, Öl auf Holz, 135 x 100 cm, die sich

in New York im Metropolitan Museum of Art befindet,

mit Abweichungen unter anderem hinsichtlich des

Hintergrundes, der Farbigkeit und der Gesichtsausdrücke.

In einem Innenraum, vor einem faltenreich

hängenden, hellen Vorhang, links der stehende Johannesknabe,

der die Weltkugel hält, nach der der Jesusknabe

greift. Nach Interpretationen dieses großen und

häufig kopierten Werkes symbolisiert es die Übergabe

der Treue von Florenz an Jesus über Johannes den Täufer,

den Stadtpatron und Schutzheiligen von Florenz.

Voller Anmut hält Maria den stehenden Jesusknaben,

während im Hintergrund Josef auf Johannes blickt.

Das Gemälde wurde von Giovanni Borgherini, einem

bedeutenden Förderer der kurzlebigen Florentiner

Republik (1527 – 1531), in Auftrag gegeben.

Provenienz:

Jahrzehntelanger deutscher Privatbesitz.

(1460971) (18)

LORENZO SABATINI,

CA. 1530 – 1576 ROME, ATTRIBUTED

THE HOLY FAMILY WITH INFANT

SAINT JOHN THE BAPTIST

Oil on poplar, with two parquetting slats

on the reverse.

65.5 x 54.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Dr H.

Zimmermann, Tutzing, dated 10 July 1969, in copy.

The composition is inspired by Andrea del Sarto’s

masterpiece. It repeats and corresponds to the Sacra

Famiglia Borgherini (ca. 1528, oil on panel, 135 x 100

cm, Metropolitan Museum of Art, New York) with variations

in background, colouring, and facial expressions.

Provenance:

Previously held for decades in a private collection,

Germany.

€ 15.000 – € 20.000

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27


231

JACOPO DA PONTE BASSANO,

1510/15 BASSANO DEL GRAPPA – 1592 EBENDA,

ZUG.

Der Maler war Mitglied einer Malerfamilie, deren Mitglieder

ihre Beinamen sämtlich der Stadt Bassano del

Grappa verdankten. Begründer der Malerdynastie war

Francesco da Ponte d. Ä. (1475 – 1539), der Vater von

Jacopo. Dieser setzte seine Studien bei Bonifazio Veronese

(1487– 1553) fort und stand – wie seine Brüder

Francesco (1549– 1592) und Leandro (1557– 1622) –

unter dem Einfluss von Tiziano Vecellio (1485– 1576),

aber auch von Lorenzo Lotto (1480 – 1556) und Pordenone

(1483– 1539).

KALVARIENBERG

Öl auf Schieferplatte.

49,5 x 30 cm.

Ungerahmt.

Bassanos Bilder sind zunächst überwiegend religiösen

Themen gewidmet, bevor er sich dem Genre des bäuerlichen

Lebens zuwandte. Ab den 1540er-Jahren ist

ein Einfluss des Manierismus erkennbar, mit dramatischen

Lichteffekten, wie sie in dem vorliegenden Werk

zum Ausdruck kommen. Ein typisches Merkmal – beinahe

Kennzeichen – der Bassano-Malerfamilie ist eine

jeweils in stark gebeugter Körperhaltung dargestellte

Figur, wie auch hier im Bild. Vor dem zentralen, vertikal

das Bild bestimmenden Kreuz, an dem Christus im

Dreinageltypus hängt, kniet Maria Magdalena, der Mutter

Christi zugewandt. Das dichte, schlaglichtartig beleuchtete

Geschehen spiegelt eine lebensechte Auffassung

wider, wie sie auf vielen Bildern der Bassanos zu

sehen ist. Für die bildnerische Umsetzung der biblisch

sich verfinsternden Sonne nutzte der Maler den natürlichen

Farbton der tiefschwarzen Schiefertafel.

Anmerkung:

Eine weitere Version des vorliegenden Gemäldes

wird im Museu Nacional d’Art de Catalunya in

Barcelona verwahrt (Inv.Nr. 108373-000).

Literatur:

Vgl. Pietro Zampetti, Bassano, in: Kindler Malerei-

Lexikon, München 1976, S. 229–232.

Vgl. Emil Maurer, Manierismus. Figura serpentinata

und andere Figurenideale, Zürich und München 2001.

(1460086) (13)

JACOPO DA PONTE BASSANO,

1510/15 BASSANO DEL GRAPPA – 1592 IBID.,

ATTRIBUTED

MOUNT CALVARY

Oil on slate.

49.5 x 30 cm.

Notes:

Another version of the present painting is held at the

Museu Nacional d’Art de Catalunya in Barcelona (inv.

no. 108373-000).

Literature:

cf. Pietro Zampetti, Bassano, in: Kindler Malerei-

Lexikon, Munich 1976, pp. 229–232.

cf. Emil Maurer, Manierismus. Figura serpentinata

und andere Figurenideale, Zurich and Munich 2001.

€ 15.000 – € 25.000

Sistrix

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232

ITALIENISCHER MALER DES 16. JAHRHUNDERTS

JOHANNES DER TÄUFER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

105 x 72 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Inmitten einer Kulturlandschaft, deren Hintergrund

durch eine Stadt am Fluss gekennzeichnet wird, sitzt

auf einer Anhöhe die jugendlich wiedergegebene Figur

Johannes des Täufers mit gen Himmel weisendem Finger

und dem schlanken Kreuzstab in der Hand. Die

Querbalken des Kreuzes vor dem Laubwerk einer jungen

Baumgruppe, deren Stämme den Durchblick zu

dem sich im Hintergrund schlängelnden Fluss erlauben.

(14311515) (13)

ITALIAN SCHOOL, 16TH CENTURY

SAINT JOHN THE BAPTIST

Oil on canvas. Relined.

105 x 72 cm.

€ 25.000 – € 35.000

Sistrix

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29


233

LEONELLO SPADA,

1576 BOLOGNA – 1622 PARMA,

WERKSTATTWIEDERHOLUNG

Spada zählt zu den Bologneser Caravaggisten, beeinflusst

von Annibale (1560– 1609) und Ludovico Carracci

(1555 – 1619).

SAMSON UND DELILA

Öl auf Leinwand. Doubliert.

39 x 48 cm.

Das in beachtlicher Malqualität geschaffene kleine Gemälde

zeigt jene Szene des Alten Testaments, in der

die Philisterin Dalila dem israelitischen Helden Samson

während des Schlafes die Haare abschneidet, wodurch

ihm seine übermenschlichen Kräfte entzogen

werden (Ri 16). Die Legende zählt zu den interessantesten

Mythen des Altertums. Dabei weisen die Namen

der Protagonisten auf einen mythischen Hintergrund

hin: „Samson“ (hebr. Schimschon) ist als Sonnenmotiv

zu verstehen (Schemesch = Sonne) und „Delila“ (Laila)

als Nacht; der Verlust des Haares (der Sonnenstrahlen)

steht für den Untergang des Tages. Gezeigt ist der Moment,

in dem Dalila von einer Magd eine Schere erhält

und auf den schlafenden Samson blickt, während links

zwei Philistersoldaten im Bildrahmen mit Schweigegeste

erscheinen. Eine großformatige, bildinhaltlich

identische Version (152 x 193 cm) tauchte 2021 im

Handel auf (Van Ham, 02. Juni 2021, Lot 941).

Literatur:

Vgl. Rudolf Wittkower, Art and Architecture in Italy,

1600 – 1750, New Haven 1980.

Vgl. Alexander Rauch, Mythos im Judentum, Leipzig

2021. (1460694) (11)

€ 9.000 – € 12.000

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234

ENGELBERT FISEN,

1655 – 1733

SALBUNG DES SALOMON

Öl auf Leinwand. Doubliert.

82 x 122 cm.

Rechts unten signiert und datiert „1721“.

In mit Zungenfries reliefiertem Rahmen.

Dargestellt ist eine Szene aus dem Alten Testament

(1 Kön 1,32-39), in der Salomon auf Geheiß seines

alten Vaters David vom Priester Zadok zum König von

Israel gesalbt wird: Zadok schickt sich soeben an, heiliges

Öl auf Salomons Haupt zu träufeln. Damit wurden

die Thronansprüche von Salomons älterem Bruder

Adonija abgewiesen. Eine ähnliche Szene,

Abraham darstellend, wurde bei Sotheby’s, Monte

Carlo, am 20. Juni 1987 unter Lot 585 angeboten.

ENGELBERT FISEN,

1655 – 1733

THE ANOINTING OF SOLOMON

Oil on canvas. Relined.

82 x 122 cm.

Signed and dated “1721” lower right.

A similar scene depicting Abraham was offered at

Sotheby’s, Monte Carlo on 20 June 1987, lot 585.

Literature:

cf. Jules Helbig, Les papiers de famille d’Englebert

Fisen, in: Bulletin de la Société d’Art et d’Histoire du

Diocèse de Liège, 1881, p. 37.

€ 15.000 – € 20.000

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Literatur:

Vgl. Jules Helbig, Les papiers de famille d’Englebert

Fisen, in: Bulletin de la Société d’Art et d’Histoire du

Diocèse de Liège, 1881, S. 37. (1461372) (13)

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235

GUERCINO,

EIGENTLICH „GIOVANNI FRANCESCO BARBIERI“,

1591 CENTO – 1666 BOLOGNA

HEILIGER DOMINIKUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

79,6 x 58 cm.

In Holzrahmen.

Beigegeben Expertise von Nicholas Turner, Halstead,

28. September 2018, in Kopie.

Dargestellt ist der Heilige Dominikus als Halbfigur im

Ornat, mit Kruzifix und der Heiligen Schrift in den Händen.

Der Kopf ist leicht geneigt, das Gesicht vom

Licht erhellt, während der übrige Bildraum in tiefes

Dunkel getaucht ist. Um sein Haupt legt sich ein sanft

leuchtender Schein, der seine Heiligkeit hervorhebt.

Das Gemälde wurde 1631 von Marchese Roberto

Obizzi in Auftrag gegeben und gehört in Guercinos sogenannte

Übergangszeit (etwa 1625 – 1635). In dieser

Phase wandte sich der Künstler vom dramatischen,

vom Naturalismus und starken Hell-Dunkel-Kontrasten

geprägten Stil seiner frühen Jahre ab und entwickelte

eine ruhigere, klassizistisch geprägte Bildsprache. Der

Stilwandel lässt sich auf Guercinos Aufenthalt in Rom

von 1621 bis 1623 zurückführen, wo er mit der Kunst

mit dem Ideal der ausgewogenen Komposition in Berührung

kam. Im vorliegenden Werk verbinden sich

noch die emotionale Ausdruckskraft und das lebendige

Licht seiner früheren Schaffenszeit mit einer neuen

Klarheit und formalen Strenge. So entsteht eine eindrucksvolle

Darstellung geistiger Sammlung und innerer

Erleuchtung.

(1462361) (17)

GUERCINO,

ALSO KNOWN AS

“GIOVANNI FRANCESCO BARBIERI”,

1591 CENTO – 1666 BOLOGNA

SAINT DOMINIC

Oil on canvas. Relined.

79.6 x 58 cm.

Accompanied by an expert’s report by Nicholas Turner,

Halstead, dated 28 September 2018, in copy.

The painting was commissioned in 1631 by Marchese

Roberto Obizzi and belongs to Guercino’s so-called

transitional period (ca. 1625 – 1635). During this phase,

the artist moved away from the dramatic style of his

early years, characterised by naturalism and strong contrasts

of light and shadow, and developed a calmer,

more classicist visual language. In this work, the emotional

expressiveness and vibrant light of his earlier period

are combined with a new clarity and formal rigour.

Sistrix

€ 20.000 – € 30.000

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33


236

ONORIO MARINARI,

1627 FLORENZ – 1715 EBENDA

JUDITH UND HOLOFERNES

Öl auf Leinwand, auf Platte.

118 x 88 cm.

Verso mit verschiedenen Vermerken und Etiketten.

In reliefverziertem und vergoldetem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Pierluigi Carofano, Pisa,

10. Oktober 2025, der das vorliegende Werk Onorio

Marinari zuschreibt, in Kopie.

Vor abgedunkeltem Fond die Bettstatt des Holofernes,

auf der diesem der Kopf vom Rumpf separiert wird.

Judith führt das elegant verzierte Schwert mit dem

vergoldeten Knauf. Die elegante Spitze ihres Untergewandes

und das purpurne Obergewand stehen in Kontrast

zur Kleidung ihrer Begleiterin. Die Tötung des

Holofernes wird im Buch Judith des Alten Testaments

berichtet (Jdt 10 – 13). Nach etlichem Brandschatzen

und Morden im gesamten Vorderen Orient gelangt

Holofernes nach Betulia, wo es Judith gelingt, ihn und

sein Gefolge in ein Gelage zu verwickeln. Sie und ihre

Magd nutzen seine Trunkenheit aus und enthaupten

ihn. Gemäß den aus New Orleans und London überlieferten

Informationen wurde das Gemälde im April

2003 von Dr. Sandro Bellesi anhand einer Fotografie

untersucht und die Zuschreibung an den genannten

Künstler vorgeschlagen.

Provenienz:

Dominion Gallery, Montreal, Kanada.

Christie’s New York, 30. September 2003, Lot 372.

Privatsammlung.

New Orleans Auction Galleries, 08. Dezember 2018,

Lot 222, als Onorio Marinari, zug.

Literatur:

Vgl. Sandro Bellesi, Tendenze e orientamenti naturalistici

nella pittura fiorentina della prima meta del Seicento,

in: Luce e ombra, Caravaggismo e naturalismo

nella pittura toscana del Seicento. Frammenti di immagini

tra realtà naturale, misticismo e sensualità, Ausstellungskatalog,

Pisa 2005, S. XCI – CXXIII, Abb. 43.

Vgl. Silvia Benassai, Onorio Marinari. Pittore nella

Firenze degli ultimi Medici, Florenz 2011, S. 224, Nr.

B.15. (1460082) (13)

ONORIO MARINARI,

1627 FLORENCE – 1715

JUDITH AND HOLOFERNES

Oil on canvas, on panel.

118 x 88 cm.

Various notes and labels on the reverse.

Accompanied by an expert’s report by Pierluigi Carofano,

Pisa, 10 October 2025, attributing the present

work to Onorio Marinari, in copy.

According to information received from New Orleans

and London, the painting was examined by Dr Sandro

Bellesi in April 2003 based on a photograph, and its

attribution to the aforementioned artist.

Provenance:

Dominion Gallery, Montreal, Canada.

Christie’s New York, 30 September 2003, lot 372.

Private collection.

New Orleans Auction Galleries, 8 December 2018, lot

222, as Onorio Marinari, attributed.

Literature:

cf. Sandro Bellesi, Tendenze e orientamenti naturalistici

nella pittura fiorentina della prima metà del Seicento,

in: Luce e ombra. Caravaggismo e naturalismo nella

pittura toscana del Seicento, exhibition catalogue,

Pontedera, Museo Piaggo, 18 March – 12 June 2005,

Pisa 2005, pp. XCI – CXXIII, ill. 43.

cf. Silvia Benassai, Onorio Marinari. Pittore nella

Firenze degli ultimi Medici, Florence 2001, p. 224,

no. B.15.

€ 10.000 – € 20.000

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237

JOHANNES BAECK,

1600 UTRECHT – 1654 EBENDA, ZUG.

DIOGENES AUF DER SUCHE NACH

EINEM MENSCHEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

145,7 x 144,0 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Der aus Sinope stammende griechische Denker (um

412–323 v. Chr.) wird hier, wie üblich, mit einer Laterne

und zwischen Leuten dargestellt. Der Sinn dieses attributiven

Gegenstandes geht aus der Legende hervor, wonach

Diogenes bei der Befragung, warum er bei Tageslicht

eine Laterne hält, geantwortet haben soll „Ich suche

einen Menschen“. Dieser Skeptizismus ist auch der Inhalt

der Lehre der damaligen griechischen Philosophie

geworden. Unser Gemälde steht einem anderen schönen

lebensgroßen Figurenbild von Baeck, der Fröhlichen

Gesellschaft aus dem Kunsthistorischen Museum in

Wien, nahe. Unsere Komposition zeigt jedoch mehr Einheit

im Vergleich zu jenem früheren Gemälde, das scheinbar

in zwei Hälften zerfällt. Unsere beiden Kinder, die den

Blick des Betrachters zu den Erwachsenen führen, wirken

weniger unbeholfen als der Hund, mit dem Baeck in

der Komposition von 1637 beide Teile zu verbinden suchte.

In beiden Gemälden sind zwei Figuren im Hintergrund

nur vage ausgeführt.

Die Intensität des Blicks unseres Diogenes lässt sich mit

dem Porträt des Utrechter Edelmanns Frederik van Zuylen

van Nyevelt vergleichen, dessen Kostüm aus den frühen

1640er-Jahren stammt; das Gemälde ist auf 1650 datiert.

Schließlich erinnert unsere männliche Figur links stark

an den linken Mann in Baecks „Verlorenem Sohn im

Wirtshaus“, Dorotheum Wien, 2. Oktober 2002.

Provenienz:

Auktion Babuino, Rom, 12. September 2009.

(1461348) (1) (13)

JOHANNES BAECK,

1600 UTRECHT – 1654 IBID., ATTRIBUTED

DIOGENES SEARCHING FOR A HUMAN BEING

Oil on canvas. Relined.

145.7 x 144.0 cm.

The present painting bears a close resemblance to another

beautiful life-size figure painting by Baeck, Fröhliche

Gesellschaft (The Merry Company), in the Kunsthistorisches

Museum, Vienna. However, the present

composition shows greater unity compared to the earlier

painting, which appears to be divided into two

halves. The two children in the present painting, who

lead the viewer’s gaze towards the adults, appear

more natural than the dog employed by Baeck in the

1637 composition to connect the two sections. In both

paintings, two background figures are only vaguely depicted.

The intensity of Diogenes’ gaze in the present

painting can be compared to the portrait of the Utrecht

nobleman Frederik van Zuylen van Nyevelt, whose costume

dates from the early 1640s; the painting is dated

1650. Finally, the male figure on the left in the present

painting closely resembles the man on the left in Baeck’s

“Der Verlorene Sohn im Wirtshaus” (“The Prodigal

Son in a Tavern”), which was offered for sale at Dorotheum,

Vienna, on 2 October 2002.

Provenance:

Auction Babuino, Rome, 12 September 2009.

€ 15.000 – € 18.000

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238

DOMENICO FETTI,

UM 1589 ROM – 1624 VENEDIG

Domenico Fetti schuf den Großteil seiner Werke in

Mantua, weshalb er auch „Mantuano“ genannt wurde.

Sein Vater Pietro war ebenfalls Maler, vermutlich in

Ferrara, und vermittelte ihm wohl den ersten Unterricht.

Später soll Fetti Schüler von Andrea Commodi

(1560 – 1638) gewesen sein; sicher hingegen, dass er

in Rom bei Ludovico Cigoli (1559 – 1613) studierte, und

von den Carracci, Michelangelo Merisi il Caravaggio

(1570/71 – 1610) sowie von Peter Paul Rubens (1577 –

1640) und Adam Elsheimer (1574/78– 1610/20) beeinflusst

wurde. Die 1607 entstandenen allegorischen

Szenen im Palazzo Colonna in Zagarolo werden seiner

Hand zugeschrieben. Ferdinand Gonzaga (1587 – 1626)

soll ihn als Hofmaler nach Mantua berufen haben.

DIE HEILIGE JULIANA FÜHRT SATAN AN DER KETTE

Öl auf Holz.

55,4 x 45,5 cm.

Verso diverse Vermerke, darunter Inv.Nr. sowie frühere

Zuweisungen („Domenico Zampieri“), siehe Expertise.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Paolo Bertelli, Mantua,

15. Oktober 2023, in Kopie.

Typisch für Fetti ist die Darstellung heiliger Figuren,

stets eingebettet in eine lebendige Szenerie, in der die

jeweiligen Attribute Teil der Handlungen werden. So

zeigt auch das vorliegende Gemälde, die Legende der

Heiligen Juliana dramatisch verlebendigt: Juliana ist

mit einer Kette dargestellt, an der ihr Dämon – der Teufel

– entmachtet ist. Dies symbolisiert ihre Ablehnung

des antiken Heidentums, das durch ein Steinrelief im

Bild sichtbar gemacht wird.

DOMENICO FETTI,

CA. 1589 ROME – 1624 VENICE

SAINT JULIANA LEADS SATAN ON A CHAIN

Oil on panel.

55.4 x 45.5 cm.

Various remarks: inv. no., attribution (Domenico Zampieri),

etc. on the reverse (see expert’s report) .

Accompanied by an expert’s report by Dr Paolo Bertelli,

Mantua, 15 October 2023, in copy.

Provenance:

According to the lacquer seal: Museo Pontifico della

Santa Casa di Loreto (with papal crown).

Furthermore, lacquer seals with aristocratic coat of

arms.

Literature:

cf. Jürgen M. Lehmann, Domenico Fetti. Leben und

Werk des römischen Malers, Frankfurt am Main 1976.

cf. Eduard A. Safarik, Fetti. L’Opera complete, Milan

1990.

€ 25.000 – € 35.000

Sistrix

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Provenienz:

Laut Lacksiegel verso: Museo Pontifico della Santa

Casa di Loreto (mit Papstkrone).

Ferner ein weiteres Lacksiegel mit Adelswappen.

Literatur:

Vgl. Jürgen M. Lehmann, Domenico Fetti. Leben und

Werk des römischen Malers, Frankfurt am Main 1976.

Vgl. Eduard A. Safarik, Fetti. L’Opera completa,

Mailand 1990. A.R. (1461951) (11)

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37


239

ANTIVEDUTO GRAMMATICA,

1571 SIENA – 1626 ROM

MARIA MIT DEM KIND UND DER HEILIGEN ANNA

Öl auf Leinwand. Doubliert.

114 x 141 cm.

Verso Etiketten und Vermerke.

In mit Zungenfries reliefiertem Rahmen.

Die Zuschreibung an Antiveduto Gramatica wurde erstmals

1971 von Alfred Moir getätigt; Giovanni Papi hat

das vorliegende Werk laut Christie’s in das Spätwerk

des Künstlers eingeordnet.

In einem angedeuteten architektonischen Gefüge eingeordnet,

das Christuskind eine absteigende Diagonale

beschreibend, dahinter am nächsten seine Mutter Maria

in einem geöffneten Buch lesend, links dahinter in bewegter

Pose die Heilige Anna mit erhobenen Armen.

Provenienz:

Sotheby’s London, 10. Juli 1963, Lot 77, als

Alessandro Tiarini.

Frederick B. Anthon, Beverly Hills, Kalifornien.

Von diesem als Geschenk an:

The Art, Architecture and Design Museum,

University of California, Santa Barbara.

Christie’s, New York, 5. Juni 2013.

Literatur:

Helmut Philipp Riedl und Erich Schleier, Ein unbekanntes

Hochaltarbild Antiveduto della Grammaticas

in Todi und weitere Neuzuweisungen, in: Pantheon,

November 1992, S. 72, Nr. 14 als Kopie nach einem

Gemälde in Warschau.

Gianni Papi, Antiveduto Gramatica, Soncino 1995,

S. 125, Nr. 78, Abb. 49.

Helmut Philipp Riedl, Antiveduto della Grammatica

(1570/71 – 1626), Leben und Werk, München, 1998,

S. 95 – 96, Abb. 18, als Kopie nach Warschauer

Gemälde. (1462081) (13)

ANTIVEDUTO GRAMMATICA,

1571 SIENA – 1626 ROME

MARY WITH THE CHILD AND SAINT ANNE

Oil on canvas. Relined.

114 x 141 cm.

Labels and notes on the reverse.

In a frame with a relief tongue moulding.

The attribution to Antiveduto Gramatica was first made

in 1971 by Alfred Moir; according to Christie’s, Giovanni

Papi has classified the present work as one of the

artist’s late works.

Provenance:

Sotheby's London, 10 July 1963, lot 77, as Alessandro

Tiarini.

Frederick B. Anthon, Beverly Hills, California.

From him as a gift to: The Art, Architecture and

Design Museum, University of California, Santa

Barbara.

Christie's, New York, 5 June 2013.

Literature:

Helmut Philipp Riedl and Erich Schleier, Ein

unbekanntes Hochaltarbild Antiveduto della

Grammaticas in Todi und weitere Neuzuweisungen,

in: Pantheon, November 1992, p. 72, no. 14 as a copy

after a painting in Warsaw.

Gianni Papi, Antiveduto Gramatica, Soncino 1995,

p. 125, no. 78, fig. 49.

Helmut Philipp Riedl, Antiveduto della Grammatica

(1570/71–1626), Life and Work, Munich, 1998, pp.

95–96, fig. 18, as a copy after a painting in Warsaw.

€ 25.000 – € 45.000

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240

ANTONIO BELLUCCI,

1654 PIEVE DI SOLIGO – 1726 EBENDA, ZUG.

DIE HEILIGE FAMILIE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

107 x 137 cm.

In prächtigem ornamentiertem Rahmen.

Vor einer nicht näher definierten Architektur nimmt die

Heilige Familie den Großteil des Bildgrundes ein. Maria

trägt fürsorglich ihren Sohn auf dem Schoss, der sich

in einer kleinen Drehung Josef zuwendet. Dieser sitzt

neben der Hauptgruppe. Ihm gegenüber ist die Heilige

Elisabeth gezeigt, die Johannes den Täufer stützt. Die

reichen Farbabstufungen und feine weiche Pinselführung

sowie die deutlich konturierten Figuren mit den

gekonnten Hell-Dunkel-Effekten zeigen die Meisterschaft

des Künstlers.

(1462052) (10)

€ 9.000 – € 18.000

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39


241

FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS

SALOME UND DAS HAUPT JOHANNES

DES TÄUFERS

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY

SALOME WITH THE HEAD OF SAINT

JOHN THE BAPTIST

Öl auf Holzplatte.

46 x 63,5 cm.

Die biblische Szenerie in einem großen fantasievollen

Innenraum mit mächtigen Säulen und Rundbögen,

durch die der Blick ins Freie fällt. Im Zentrum ein junger

Diener mit entblößtem Oberkörper, der soeben

das Haupt des Heiligen Johannes des Täufers über einer

Blutschüssel hält. Rechts von ihm, auf erhöhtem

Absatz stehend, Königin Herodias in Begleitung ihrer

Tochter Salome und weiteren Damen des Hofs. Links

der bärtige König Herodes mit Turban sowie einige Soldaten

in Rüstung und wenige Würdenträger, die dem

Geschehen beiwohnen. Feine erzählerische Darstellung,

bei der insbesondere die prachtvollen Kleider

hervorgehoben werden.

(1461421) (1) (18)

Oil on panel.

46 x 63.5 cm.

€ 10.000 – € 14.000

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242

JOHANN HEISS,

1640 MEMMINGEN – 1704 AUGSBURG

Der Künstler verbrachte seine Lehrjahre in Memmingen.

Es wird angenommen, dass er sich zu seiner malerischen

Weiterentwicklung auch in Italien aufgehalten

hat. Er war Schüler des Malers Johann Heinrich Schönfeld.

In den Jahren 1663 und 1664 stand er in Stuttgart

im Dienst des württembergischen Herzogs Eberhard III.

Ab 1669/70 lebte er wieder in Memmingen und schuf in

dieser Zeit eine Reihe von Historienbildern, die sein

überregionales Renommee begründeten. 1677 siedelte

er nach Augsburg über. Seine Bilderrätsel in allegorischen,

mythologischen und religiösen Werken, die zu

ihrem Verständnis entschlüsselt werden mussten, trafen

den Geschmack einer gebildeten Kundschaft.

KÖNIG SALOMON OPFERT FREMDEN GÖTTERN

Öl auf Leinwand.

70 x 96 cm.

Links unten signiert „Heiß“ und datiert „1661“(?).

Die mehrfigurige Darstellung folgt den Texten aus dem

1. Buch der Könige (1 Kön 11). Danach wurde Salomon

dem einzigen Gott Israels untreu und opferte auch Göttern

der Nachbarvölker, von denen er Frauen geehelicht

hatte. Heiss hat den König im Prunkgewand im Bildzentrum

ins Licht gesetzt. Links daneben ist der Aufbau

eines Altars zu sehen, bekrönt von der Figur eines Kalbes,

davor ein hölzerner Feuerkasten. In seiner Rechten

hält Salomon ein Weihrauchgefäß, während er sich

mit einer Handgeste einem Mann zuwendet, der ihn

offenbar von seinem Tun abzuhalten sucht. Die Schlichtheit

dieses Altars mit der Holzkiste ist als bewusster

Gegensatz zum edlen Opferdienst im Jerusalemer

Tempel zu verstehen. Als Opfergegenstände sind links

unten ein Lamm sowie Opferschalen aus Silber und

Gold dargestellt. Die gesamte Szene wird von einer

düsteren Wolkenstimmung beherrscht, welche die

häretische Tat des Königs eindrucksvoll unterstreicht

Heiss widmete sich historischen Themen, die auch

von Joachim von Sandrart in dessen „Teutscher Akademie“

gewürdigt wurden. Die Stadt Augsburg bot dem

Maler eine breitere Auftragslage, wobei er den dortigen

Lokalstil der sogenannten „Augsburger Schule“

wesentlich mitgeprägte. Das Gemälde ist in eine

Schaffensphase zu datieren, in der seine Hauptwerke

entstanden. Mehrere davon befinden sich in der

Barockgalerie Schloss Ludwigsburg, im Stadtmuseum

Memmingen, im Herzog Anton Ulrich-Museum

Braunschweig, im Germanischen Nationalmuseum

Nürnberg, im Zeppelin-Museum Friedrichshafen sowie

in der Staatsgalerie Stuttgart. Außerhalb Deutschlands

ist der Maler unter anderem im Musée du Louvre

(Paris), der Eremitage (Sankt Petersburg) und im Kunsthistorischen

Museum (Wien) vertreten.

Literatur:

Vgl. Zeppelin Museum Friedrichshafen (Hrsg.),

Johann Heiß. Schwäbischer Meister barocker Pracht,

Ausstellungskatalog, Friedrichshafen 2002.

Vgl. Peter Königfeld, Der Maler Johann Heiss. Memmingen

und Augsburg 1640 – 1704, Weißenhorn 2001.

Vgl. Günther Bayer, Memminger Maler zur Zeit des

Barock. Lebensbilder und Werke, Lindenberg 2007.

A.R. (1460841) (11)

JOHANN HEISS,

1640 MEMMINGEN – 1704 AUGSBURG

KING SOLOMON OFFERING SACRIFICES

TO FOREIGN GODS

Oil on canvas.

70 x 96 cm.

Signed “Heiß” lower left and dated “1661”(?).

Literature:

cf. Wolfgang Meighörner (ed.), Johann Heiß.

Schwäbischer Meister barocker Pracht, exhibition

catalogue, Friedrichshafen 2002.

cf. Peter Königfeld, Der Maler Johann Heiss.

Memmingen und Augsburg 1640 – 1704, Weißenhorn

2001.

cf. Günther Bayer, Memminger Maler zur Zeit des

Barock. Lebensbilder und Werke, Lindenberg 2007.

€ 10.000 – € 15.000

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41


243

RAPHAEL,

1483 URBINO – 1520 ROM,

NACHFOLGE DES 16./17. JAHRHUNDERTS

Gemäldepaar

DER BETHLEHEMITISCHE KINDERMORD

Öl auf Leinwand.

Jeweils 74 x 60 cm.

Das kirchliche Fest am 28. Dezember – der Tag der

unschuldigen Kinder – erinnert an die im Matthäusevangelium

überlieferte Legende vom angeblichen Ereignis

des Kindermordes zu Bethlehem (Mt 2,13–23).

Die Erzählung, für die historische Beweise fehlen,

macht König Herodes verantwortlich, der jedoch bereits

vier Jahre vor Christi Geburt starb. In Frage käme

also einer der Söhne desselben Namens, Herodes Archelaos

oder Herodes Antipas. Die Legende – ein mythischer

Topos, der bereits in der ägyptischen Exodussage

auftritt – hat im Christentum Fuß gefasst und

wurde in der Kunst tausendfach thematisiert. Die Renaissance

hat das Thema neu in Darstellung gebracht.

Vor allem der Entwurfszyklus des Raphael, beauftragt

1520 für die Galleria degli Arazzi im Vatikan, schuf eine

neue Sicht in der Darstellung; nach dem Tod Raphaels

von Malern wie Giulio Romano (um 1499 – 1546) fertig-

gestellt. Diese Vorbilder der „Scuola Nova“ des Raphael

beeinflussten die Kunstwelt der Renaissance.

Der Stil des Manierismus fand in diesem Thema die

Möglichkeit, vielfältige Körperhaltungen neu in Szene

zu setzen. Jacob Binck (1500 – 1569) etwa, Marcantonio

Raimondi (um 1480 – vor 1534) aber auch Ugo da

Carpi (um 1450/80 – 1532) oder Nicolas Beatrizet

(1515 – 1565) schufen Kupferstiche zum Thema, Maler

wie Cornelis van Haarlem (1562 – 1638) griffen es um

1590 erneut auf. Wiederholungen nach den Raphael-

Motiven in Öl sind kaum bekannt geworden. Das vorliegende

Gemälde ist eine dieser höchst seltenen, in Öl

ausgeführten Darstellungen des bethlehemitischen

Kindermordes nach dem Zyklus von Raphael, hier als

Grisaille/Camaieu malerei in Brauntönen. Eine vergleichbare,

etwas kleinformatigere Ausführung in Öl auf Holz

(44 x 29 cm, ebenfalls in Grisaille) wurde am 17. Oktober

2017 unter Lot 218 im Dorotheum versteigert, als

Umkreis von Raffaello Sanzio. A.R.

(1451204) (11)

€ 6.000 – € 8.000

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244

JACQUES STELLA,

1596 LYON – 1657 PARIS, ZUG.

DIE ANBETUNG DER ENGEL

Öl auf Leinwand. Doubliert.

26,5 x 31,8 cm.

In vergoldetem, teils mit rotem Samt

bezogenem Rahmen.

Im Zentrum das auf einem weißen Kissen und Laken

liegende, seitlich langestreckte, sanft schlafende Jesuskind,

lediglich mit einem Tuch im Schambereich bedeckt.

Seitlich von ihm zwei größere stehende Engel,

von denen einer das Kind mit vor der Brust gefalteten

Händen betrachtet, der andere hat die Arme vor der

Brust überkreuzt und richtet seinen Blick ehrfurchtsvoll

auf Jesus. Im Hintergrund links zwei Putti, von denen

einer mit einem goldbesticktem Vorhang be schäftigt

ist. Qualitätvolle einfühlsame Darstellung in weichen

zarten Farbtönen mit meisterhafter Lichtführung, die

den Schlafenden und die Gesichter der großen Engel

hervorhebt.

JACQUES STELLA,

1596 LYON – 1657 PARIS, ATTRIBUTED

THE ADORATION OF THE ANGELS

Oil on canvas. Relined.

26.5 x 31.8 cm.

Notes:

Another comparable version of the artist’s Adoration

of the Angels, in which the sleeping Christ Child is

positioned differently, was sold at Sotheby’s New York

on 27 January 2011, lot 313.

€ 22.000 – € 28.000

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Anmerkung:

Eine weitere vergleichbare Version der „Anbetung

der Engel“ des Künstlers, bei der das schlafende

Jesuskind anders liegt, wurde am 27. Januar 2011 bei

Sotheby’s New York versteigert, Lot 313. (1451202) (18)

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43


245

SANTI DI TITO,

1536 SANSEPOLCRO/ITALIEN – 1603 FLORENZ,

ZUG.

Der Maler stand im Kreis des Agnolo Bronzino und

Baccio Bandinelli. Hielt sich von 1558 – 1564 in Rom

auf. Unter der Leitung von Giorgio Vasari schuf er

Werke im Palazzo Vecchio in Florenz sowie das Altarblatt

in Santa Croce.

BILDNIS DER DIONORA RUCELLAI

Öl auf Leinwand.

100 x 78 cm.

Verso alter handschriftlicher Papieraufkleber mit Nennung

der Dargestellten „Dionora Rucellai/figlia di Luigi

Rucellai...“ ferner die Aufschrift „inventario 1648“.

In marmoriertem Holzrahmen.

Das großformatige Portraitbildnis zeigt die Dame in

Dreiviertelfigur, die zur Adelsfamilie der Rucellai zählt,

deren Palast von Alberti in Florenz errichtet wurde und

zu den bedeutendsten Bauwerken der Stadt zählt. Das

Gemälde ist eine Variation – auch in anderer Bekleidung

– zu einem weiteren bekannten Werk und dürfte

möglicherweise auch im Werkstatt-Zusammenhang

oder als eine Wiederholung entstanden sein. Die Dame

trägt ein äußerst aufwendig gearbeitetes, mit paralleler

Bortendekoration geschmücktes Kleid mit langen

übergelegten Ärmeln sowie eine weite Spitzenkrause,

die das anmutige Gesicht rahmt und hervorhebt. Die

rechte Hand ist an die Brust gelegt, mit Ringfinger und

einem kleinen rot gebundenen Gebetbüchlein. Wie bei

Adelsportraits auch in dieser Zeit schon üblich ist möglicherweise

eine Mitwirkung der Werkstatt, insbesondere

bei den dekorativen Details anzunehmen.

SANTI DI TITO,

1536 SANSEPOLCRO, ITALY – 1603 FLORENCE,

ATTRIBUTED

PORTRAIT OF DIONORA RUCELLAI

Oil on canvas.

100 x 78 cm.

On the reverse, old handwritten paper label with the

name of the person depicted, “Dionora Rucellai/ figlia

di Luigi Rucellai...” and the inscription “inventario 1648”.

Provenance:

Dukes of Kunz (branch of the Habsburg-Lorraine

family).

€ 20.000 – € 30.000

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Provenienz:

Herzöge von Kunz (Familienzweig der Habsburg-

Lorena). (1460581) (2) (11)

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45


246

MALER DER ZWEITEN HÄLFTE

DES 16. JAHRHUNDERTS

GRUPPENBILDNIS MIT PROTESTANTISCHEN

REFORMATOREN

Öl auf Leinwand, mit Kartonplatte abgedeckt.

97,5 x 143 cm.

In dekorativem Rahmen.

In einem Innenraum die Gruppe von 15 protestantischen

Reformatoren um einen Tisch in zwei Reihen. In

der ersten Reihe sieben sitzende Figuren, meist unterhalb

der Dargestellten mit Namen versehen, darunter

Jan Hus und Johannes Calvin. Im Hintergrund acht

stehende Reformanten, teils mit Kopfbedeckung und

langen weißen Bärten in schwarzer Kleidung, darüber

beschriftet die Namen der einzelnen Figuren, darunter

Ulrich Zwingli, Hieronymus von Prag und William Perkins.

Vor dem Tisch, am unteren Bildrand, sind zudem

zu identifizieren: Ein Kardinal, der Teufel, ein Papst und

ein Ordensmann, die alle versuchen die auf dem Tisch

stehende und brennende Kerze auszublasen, die die

Versammlung der Protestanten erleuchtet. Die Kerze

stellt das Licht der protestantischen Reformation dar,

das die Kirche auszulöschen versucht.

Anmerkung:

Es existiert ein Stich dieses Themas, jedoch

ohne den dargestellten William Perkins, in:

Thomas Williams, A Dictionary Of All Religions

And Religious Denominations.

Ausstellungen:

Hier stehe ich. Gewissen und Protest. 1521 bis 2021,

Landesausstellung, Museum der Stadt Worms, 03.

Juli – 30. Dezember 2021, Katalogabbildung S. 130.

(1461511) (18)

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PAINTER OF THE SECOND HALF

OF THE 16TH CENTURY

GROUP PORTRAIT WITH PROTESTANT REFORMERS

Oil on canvas, backed with card.

97.5 x 143 cm.

Notes:

An engraving of the subject is known, but without

the depiction of William Perkins, in: Thomas Williams,

A Dictionary of All Religions and Religious

Denominations.

Exhibitions:

Hier stehe ich. Gewissen und Protest. 1521 bis

2021, Landesausstellung, Museum der Stadt Worms

im Andreasstift, 3 July – 30 December 2021, cat.

ill. p. 130.

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€ 20.000 – € 40.000 INFO | BID

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47


247

CESARE DANDINI,

1596 FLORENZ – 1657 EBENDA, ZUG.

PORTRAIT EINER DAME

Öl auf Leinwand.

53 x 42 cm.

In breitem, ornamental verziertem und vergoldetem

Rahmen.

Vor unbestimmtem Grund das leicht nach links gewandte

Brustbildnis einer leicht entblößten jungen

Frau, mit sinnlichem Blick und aufmerksam wiedergegebener

Kleidung.

Literatur:

Vgl. Sandro Bellesi, Cesare Dandini, Turin 1996.

Vgl. Sandro Bellesi, Cesare Dandini. Addenda al catalogo

dei dipinti, Florenz 2007. (1462255) (13)

CESARE DANDINI,

1596 FLORENCE – 1657 IBID., ATTRIBUTED

PORTRAIT OF A LADY

Oil on canvas.

53 x 42 cm.

Literature:

cf. Sandro Bellesi, Cesare Dandini, Turin 1996.

cf. Sandro Bellesi, Cesare Dandini, Addenda al

catalogo dei dipinti, Florence 2007.

€ 15.000 – € 20.000

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49


248

GERRIT DE WET,

1616 AMSTERDAM – 1674 LEIDEN

BILDNIS DES JUNGEN GRAFEN JEAN BAPTIST

EVERARD DE BORCHGRAVE AUS DEM ADELS­

GESCHLECHT DER BURGGRAVE D’ALTENA

Öl auf Eichenholz. Parkettiert.

50 x 41,5 cm.

An der Tischkante signiert „Gerrit de Wet . pinx.“

In elegant lockerer Haltung, an einen Tisch gelehnt, hat

der Maler den jungen Jean Baptist Everard de Borchgrave

von Altena (1613 – 1684) portraitiert. Er war Herr

u. a. von Bovelingen, Ruckelingen. Die Beschriftung

des Buches links benennt sein Alter: „AETATIS SVAE

23”. Damit steht auch die Datierung des Bildes auf das

errechnete Jahr 1633 fest. Das Datum „Ao 1598“ mag

auf die Familienchronik hinweisen.

De Wet war ein Schüler Rembrandts van Rijn

(1606 – 1669), wobei das vorliegende Bild den Frühstil

des Lehrers erkennen lässt. Portaits seiner Hand sind

kaum bekannt geworden. Umso bedeutender ist dieses

Werk, das eine exzellente Feinmalerei aufweist,

beachtet man die Genauigkeit, mit der etwa die goldene

Uhrkette und andere Details behandelt werden, von

der lebendigen Erfassung des Gesichtes ganz abgesehen.

Die Adelsfamilie wurde 1745 durch Max Joseph

III von Bayern in den Grafenstand des Heiligen Römischen

Reiches erhoben.

Provenienz:

Angaben auf der Rückseite:

Jean de Borchgrave, Echevin de Bois-le-Duc –

Collection Château de Bovelingen. Collection

Douairiere Comtesse de Borchgrave d’Altena,

vente Galerie Le Roy 21.6.1919 No. Catalogue.

Vente b.d.a. Villa Altena, 18.6.1964, Cat. Nr. 64

par Galerie Brugeoise.

Collection CTE. Wlram Borchgrave de Altena.

Letzterer (1716 – 1782) war Propst von Tongeren

und Herr van Mal. A.R. (1461369) (11)

GERRIT DE WET,

1616 AMSTERDAM – 1674 LEIDEN

PORTRAIT OF THE YOUNG COUNT JEAN BAPTIST

EVERARD DE BORCHGRAVE FROM THE NOBLE

FAMILY OF THE BURGGRAVE D’ALTENA

Oil on oak panel. Parquetted.

50 x 41.5 cm.

Signed “Gerrit de Wet. pinx.” on table edge.

Provenance:

Information on the reverse:

Jean de Borchgrave, Echevin de Bois-le-Duc –

Collection Chateau de Bovelingen.

Collection Douairiere Comtess de Borchgrave

d’Altena, vente Galerie Le Roy 21.6.1919 no.

Catalogue

Vente b.d.a Villa Altena. 18.6.1964 cat. no. 64

par Galerie Brugeoise.

Collection CTE Wlram Borchgrave de Altena.

The latter was Propst von Tongeren and Herr

van Mal (1716 – 1782).

€ 14.000 – € 18.000

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249

UTRECHTER SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS

DIE WECHSLERIN

Öl auf Holz.

63 x 80 cm.

In Louis XV-Rahmen.

An einem horizontal im Bild liegenden Tisch sitzt eine

ältere Dame ihre Sehhilfe auf der Nase haltend. Auf

dem Tisch einige Münzen und eine Rechentafel, auf

der bereits Notizen angelegt wurden. An der linken unteren

Bildecke auch eine Schale mit Münzen und zwei

Geldkatzen. Die Darstellung erinnert etwa an zeitgleiche

Darstellungen von Gerrit van Honthorst (1590 – 1656)

oder Hendrick Bloemaert (1601/02 – 1672).

(1460935) (13)

UTRECHT SCHOOL, 17TH CENTURY

THE FEMALE MONEY CHANGER

Oil on panel.

63 x 80 cm.

The depiction is reminiscent of contemporary works

by Gerrit van Honthorst (1590 – 1656) or Hendrick Bloemaert

(1601/02 – 1672).

€ 10.000 – € 20.000

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51


250

JAKOB FERDINAND VOET,

1639 ANTWERPEN – 1689 PARIS, ZUG.

Voet war ein hervorragender Portraitist des Spätbarock,

der sowohl in Frankreich als auch in Italien wirkte

und von 1663 bis 1680 in Rom tätig war. Höchst erfolgreich

bei der Aristokratie wie am päpstlichen Hof,

schuf er Bildnisse bedeutendster Persönlichkeiten,

darunter Christina von Schweden sowie Mitgliedern

der Familien Colonna und Odescalchi. Berühmt wurde

die Galerie mit 37 seiner Bildnisse der schönsten Frauen

Roms, die 1671 von Kardinal Flavio Chigi in Auftrag

gegeben wurde und die Schönheitsgalerie im Palazzo

Chigi in Ariccia bildete. In Mailand ist er 1680 nachgewiesen,

1681 in Florenz, wo er für die Medici tätig war,

anschließend in Turin und Lyon, 1684 in Antwerpen

und schließlich in Paris, wo er starb.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Francesco Petrucci,

Rom, März 2023, in Kopie, mit der Zuweisung an Voet.

Halbbildnis in Lebensgröße nach rechts, vor dunklem,

nach rechts olivgrün aufhellendem Hintergrund. Der

Würdenträger in kardinalroter Mantille, mit hellem Kragen

sowie rotem Birett. Sein nachdenklicher Blick gilt

dem Betrachter. Am Oberrand Nennungsaufschrift in

Majuskeln: „XPHORVS GIARDA CASTI EPISCOPVS/

HISTORICVS AC MORALISTA“, die seine Tätigkeit als

Historiker und Moralphilosophen bezeichnet. Rechts

darunter das Familienwappen mit Helmzier. Das Gemälde

entspricht einer Reihe von Kardinalsbildnissen

Vouets, die in übereinstimmender Darstellungsweise

ausgeführt wurden, wie etwa das von Federico Ubaldo

Baldeschi Colonna.

BILDNIS DES KARDINALS

MONSIGNOR CRISTOFORO GIARDA,

LETZTER BISCHOF VON CASTRO, UM 1670/80

Öl auf Leinwand. Doubliert.

65 x 50,5 cm.

Provenienz:

Sammlung Giarda di Vespolate, im Besitz von Angela

Giarda, Baronessa Donna d’Olderico (Angehörige der

novaresischen Adelsfamilie).

Sammlung Barone Giovanni Donna D’Oldenico, 1949.

Zuletzt Privatsammlung in Briona, Novara.

€ 8.000 – € 12.000

Literatur:

Giovanni Donna D’Oldenico, Cristoforo Giarda da

Vespolate, Turin 1949, S. 13, Abb. 5.9.

Vgl. Francesco Petrucci, Monsù Ferdinando ritrattista.

Note su Jacob Ferdinand Voet (1639 – 1700), in: Storia

dell’arte, Bd. 84, 1995, S. 283-296, Abb. 7–9.

Vgl. Francesco Petrucci, Ferdinand Voet. Ritratto di

Pietro Banchieri in veste di „bella“, in: Quaderni del

Barocco, Bd. 6, Ariccia 2009.

Vgl. Guido Jansen, Ferdinand Voet and Coenraad

Ruysch, in: The Burlington Magazine, CLIII, Feb. 2011,

S. 2009.

Vgl. Francesco Petrucci, Pittura di ritratto a Roma.

Il Settecento, Rom 2007.

Barnabiti Studi, Rivista di ricerche storiche, Nr. 29,

Rom 2012, S. 273ff. A.R. (1461331) (11)

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251

ISAAK LUTTICHUYS,

1616 – 1673, KREIS DES

PORTRAIT EINER DAME

Öl auf Leinwand.

109 x 83,5 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Portrait einer Dame mit blasser Haut und ernstem

Blick vor dunklem Hintergrund. Sie trägt ein schlichtes

dunkles Gewand mit weißem Spitzenkragen und hält

einen Fächer in den gefalteten Händen. Der Ohrschmuck

und die sorgfältig frisierten Haare akzentuieren

das Gesicht, das durch die Lichtführung – typisch

für die niederländische Portraitmalerei des 17. Jahrhunderts

– besonders hervorgehoben wird.

(1461345) (1) (17)

€ 9.000 – € 11.000

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53


252

ABRAHAM JANSSENS,

1575 ANTWERPEN – 1632 EBENDA, KREIS DES

JUPITER WIRD VON VENUS ZURECHTGEWIESEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

146 x 181 cm.

Verso auf dem Keilrahmen mit altem Provenienzetikett.

Ungerahmt.

Vergil schilderte in der Aeneis (X,1–14) eine Begebenheit

aus dem Trojanischen Krieg: Jupiter hatte alle

olympischen Götter zusammengerufen, um sie zum

Frieden zu gemahnen – doch Venus, die ihren Enkel

Aeneas und die Trojaner unterstützen wollte, widerspricht

Jupiter in dieser Sache. Mit dem Amorknaben

an der Hand redet sie auf den nachdenklich sinnenden

Jupiter und dessen Gemahlin Juno ein, die als Gegnerin

der Trojaner bekannt ist. Ganz links beugt sich die

geharnischte Minerva zu Juno herab, hinter dem Göttervater

erkennt man Diana an ihrem Monddiadem.

Halb verdeckt vom Arm der Venus wohnen zudem

Apoll mit seiner Leier als Attribut und der Kriegsgott

Mars dem Geschehen bei, während am rechten Bildrand

Herkules mit Löwenfell und Keule heranschreitet.

In der Alten Pinakothek in München wird eine andere

Version des vorliegenden Gemäldes verwahrt (206 x

239 cm, Inv.Nr. 4884). Auch das Art Institute of Chicago

besitzt eine Version des Gemäldes (194 x 232 cm)

wobei beide Versionen rechts am Rand eine Figur zeigen,

die bei unserem Gemälde fehlt, wohl aber bei einer

Werkstattwiederholung vorhanden ist, die bei

Christie’s am 2. Dezember 2014 angeboten wurde und

wohl fälschlicherweise mit der gleichen Provenienz

ausgestattet ist wie unser hier angebotenes Werk.

Provenienz laut rückwärtigem Sammlungsetikett:

Sammlung Adolf Holzapfel, Dublin.

Sammlung Sir Herbert Ingram. (1440708) (13)

ABRAHAM JANSSENS,

1575 ANTWERP – 1632 IBID., CIRCLE OF

JUPITER BEING REBUKED BY VENUS

Oil on canvas. Relined.

146 x 181 cm.

Old provenance label on the back of the stretcher.

Another version of the present painting is held at the

Alte Pinakothek in Munich (206 x 239 cm, inv. no. 4884).

The Art Institute of Chicago also holds a version of the

painting (194 x 232 cm), although both versions show

a figure on the right edge that is missing from the

painting on offer for sale here but is present in a workshop

replica that was offered at Christie’s on 2 December

2014 and is probably erroneously provided with the

same provenance as the work offered here.

Provenance, according to the collection label

on the reverse:

Adolf Holzapfel collection, Dublin.

Sir Herbert Ingram collection.

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€ 18.000 – € 22.000 (†) INFO | BID

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253

LUCIANO BORZONE,

1590 GENUA – 1645 EBENDA

SUSANNA UND DIE BEIDEN ALTEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

112 x 142 cm.

In vergoldetem reliefverziertem Rahmen.

Gezeigt ist die Szene, in der Susanne im Bad von den

beiden Alten bedrängt wird. Um sie verführen zu können,

drohen diese mit Erpressung, gegenseitig Zeugen

dafür zu sein, dass Susanna eingewilligt hätte.

Erst der Prophet Daniel als Richter bewies ihre Unschuld

durch getrennte Befragung der Alten. Somit gilt

die Legende – neben dem „Salomonischen Urteil“ –

als historisches Zeugnis der frühen antiken Wahrheitsfindung

und Rechtsgeschichte. Werke, die gesichert

Borzone zugeordnet werden können, sind in der Kirche

San Francesco di Paola in Genua zu finden, wo sich ein

von ihm signiertes Altarbild befindet.

Literatur:

Anna Manzitti, Luciano Borzone 1590 – 1645,

Genua 2015, S. 99, Abb. 15.

Franco Renzo Pesenti, La pittura in Liguria. Artisti

del primo Seicento, Genua 1986, S. 68, Abb. 49.

Anna Manzitti (Hrsg.), Luciano Borzone. Pittore vivacissimo

nella Genova di primo Seicento, Ausst.-Kat.,

Genua 2015, S. 32 und 33, Abb. 8.

Ausstellungen:

Luciano Borzone. Pittore vivacissimo nella Genova

di primo Seicento, Palazzo Lomellino in Strada Nuova,

Genua, 18. Dezember 2015 – 28. Februar 2016,

kuratiert von Anna Manzitti. (1450792) (3) (13)

LUCIANO BORZONE,

1590 GENOA – 1645 IBID.

SUSANNA AND THE TWO ELDERS

Oil on canvas. Relined.

112 x 142 cm.

Literature:

Anna Manzitti, Luciano Borzone 1590 – 1645,

Genoa 2015, p. 99, ill. 15.

Franco Renzo Pesenti, La pittura in Liguria. Artisti del

primo Seicento, Genoa 1986, p. 68, ill. 49.

Anna Manzitti (ed.), Luciano Borzone. Pittore

vivacissimo nella Genova di primo Seicento, exhibition

catalogue, Genoa 2015, pp. 32 and 33, ill. 8.

Exhibitions:

Luciano Borzone. Pittore vivacissimo nella Genova

di primo Seicento, Palazzo Lomellino in Strada Nuova,

Genoa, 18 December 2015 – 28 February 2016,

curated by Anna Manzitti.

€ 16.000 – € 22.000

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55


254

JACOPO VIGNALI,

1592 PRATOVECCHIO, AREZZO – 1664 FLORENZ,

ZUG.

Vignali kam bereits in jungen Jahren nach Florenz, wo

er seine Ausbildung in der Werkstatt von Matteo Rosselli

(1578– 1651) absolvierte, einem Meister, mit dem

er lange verbunden blieb. Nach seiner Einschreibung in

die Accademia del Disegno im Jahr 1616 begann der

Künstler eine produktive Karriere mit öffentlichen und privaten

Aufträgen für Leinwand- und Freskenmalerei. Nachdem

er sich allmählich von den stilistischen und typologischen

Modellen Rossellis gelöst hatte, näherte sich

Vignali vorsichtig der spielerischen und energetischen

Malerei von Giovanni da San Giovanni (1592– 1636) sowie

dem naturalistischen Stil der niederländischen Caravaggisten

an, von denen einige Werke – insbesondere

von Gerrit van Honthorst (1590– 1656) – in den Medici-

Sammlungen zu finden waren. Von den späten 1620er-

Jahren bis zu seinem Tod 1664 konzentrierte sich Vignali

hauptsächlich auf religiöse Themen und wurde, neben

Francesco Curradi (1570– 1661), zu einem bedeutenden

Vertreter der toskanischen Andachtsmalerei dieser Zeit.

Im Laufe der Jahre wurde Vignali von verschiedenen Stil-

richtungen beeinflusst und schuf Werke von verfeinertem

Eklektizismus, was sich in seinem Interesse für den

weichen und sinnlichen Stil von Francesco Furini

(1603/04 – 1646) und dessen Schule zeigte. In späteren

Jahren wurde er auch durch das Werk seines wichtigsten

Schülers, Carlo Dolci (1616–1686), dem bekanntesten

Maler des Florenz des 17. Jahrhunderts, inspiriert,

mit dessen Stil er einige originelle Gemeinsamkeiten

entwickelte.

Halbfiguriges, leicht nach rechts gewandtes Bildnis

des jugendlich wiedergegebenen Engels mit langem

gewelltem Haar und goldbestickter Kleidung, eine rote

Fahne tragend. Dieses Werk wird in der Einlieferertradition

Jacopo Vignali zugeschrieben.

(1462251) (13)

JACOPO VIGNALI,

1592 PRATO VECCHIO, AREZZO –

1664 FLORENCE, ATTRIBUTED

ARCHANGEL MICHAEL

Oil on canvas.

77 x 61.5 cm.

ERZENGEL MICHAEL € 12.000 – € 18.000

Öl auf Leinwand.

77 x 61,5 cm.

In breitem, ornamental reliefiertem und vergoldetem

Rahmen.

According to the consignor’s tradition, the painting is

attributed to Jacopo Vignali, a distinguished Florentine

artist active in the first half of the 17th century

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255

ITALIENISCHER MALER DES AUSGEHENDEN

17. JAHRHUNDERTS

CHRISTUS UND DIE SAMARITERIN

ITALIAN SCHOOL,

LATE 17TH CENTURY

CHRIST AND THE SAMARITAN WOMAN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

140 x 165 cm.

In Holzrahmen mit opulenten

Akanthusblatt-Verzierungen.

Die Szene zeigt die Begegnung Jesu mit einer Samariterin.

Christus wendet sich der Frau zu, zu ihren Füßen

ein Hund – Symbol für Treue, Gesellschaft oder in manchen

Deutungen als heidnisches Element in die christliche

Szene eingefügt. Im Hintergrund zwei Männer,

von denen der eine den anderen stützt, getrennt durch

eine Architekturkulisse; darüber leuchtet ein Himmel

in Gelb- und Rottönen, der die hereinbrechende Dunkelheit

durchbricht und die Begegnung dramatisch beleuchtet.

(1462073) (3) (17)

Oil on canvas. Relined.

140 x 165 cm.

€ 12.000 – € 15.000

Sistrix

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57


256

SCIPIONE PULZONE

AUCH GENANNT „IL GAETANO”,

1554 GAETA – 1598 ROM, ZUG.

Neben den sakralen Werken und Altargemälden, wie

etwa der „Himmelfahrt Mariens“ in der Kirche San Silvestro

al Quirinale in Rom oder einer Kreuzigungsdarstellung

in der Santa Maria in Vallicella, trat der Maler

hauptsächlich als Portraitist hervor. Bekannt wurde dabei

sein Selbstportrait um 1574, vor allem aber auch

das Portrait der Maria de Medici oder das Bildnis von

Papst Julius III. Sein malerisches Werk wurde maßgeblich

von Jacopino del Conte (1510 – 1598) beeinflusst.

MARIA MIT DEM KINDE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

120 x 86 cm.

In breitem marmoriertem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Claudio Clerici,

Bellagio, 5. Januar 1971, in Kopie.

In einem angedeuteten Innenraum, der durch Bücher

und andere, sich nur wenig vom dunklen Hintergrund

abhebende Gegenstände spezifiziert wird, zeigt sich

die sitzende Mutter Gottes, in der ihr zukommenden

Farbtrias gekleidet, auf ihrem Schoß das Christuskind

haltend.

(1462291) (13)

SCIPIONE PULZONE,

ALSO KNOWN AS “IL GAETANO”,

1554 GAETA – 1598 ROME, ATTRIBUTED

THE VIRGIN AND CHRIST CHILD

Oil on canvas. Relined.

120 x 86 cm.

Accompanied by an expert’s report by Prof Claudio

Clerici, Bellagio, 5 January 1971, in copy.

€ 12.000 – € 15.000

Sistrix

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258

FRANCESCO ALBANI,

1578 BOLOGNA – 1660 EBENDA, ZUG.

(ABB. RECHTS)

RAST AUF DER FLUCHT NACH ÄGYPTEN

Öl auf Holz.

52 x 45 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

In weiter bergiger Landschaft im Licht der untergehenden

Sonne die Heilige Familie bei der Rast: Maria in

rot-blauem Gewand, den schlafenden nackten Jesusknaben

auf einem Laken in ihrem Schoss haltend, neben

ihr Josef auf einen langen Marmorsockel mit Fries

mit beiden Armen gestützt, in seiner rechten Hand ein

aufgeschlagenes Buch haltend, während die linke seine

Stirn stützt. Vor dem Seitenfries ein kleiner Putto, der

den Esel in einem kleinen Gewässer tränkt. Am linken

Bildrand zwei weitere größere Engel und mittig im

Himmel zwei geflügelte Puttiköpfe schwebend. Malerei

in harmonischen, frischen weichen Farben.

(1462262) (18)

FRANCESCO ALBANI,

1578 BOLOGNA – 1660 IBID., ATTRIBUTED

(ILL. ON THE RIGHT)

REST ON THE FLIGHT INTO EGYPT

Oil on panel.

52 x 45 cm.

In magnificent gilt frame.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

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257

NEAPOLITANISCHE SCHULE DES

17. JAHRHUNDERTS

ECCE HOMO

Öl auf Leinwand.Doubliert.

84 x 72 cm.

In schwarzem Holzrahmen mit goldener Ornamentik.

Das Ecce Homo zeigt eine helle, fast leuchtende Gestalt

im Hüftbild, der Körper leicht gedreht, die Hände

gebunden. Der gesenkte Kopf und der müde, innerlich

versunkene Blick vermitteln einen besonderen emotionalen

Zustand. Das blass-gräulich-gelbe Inkarnat erscheint

von links beleuchtet und hebt sich vor einem

tiefdunklen Hintergrund ab, wodurch die stille Dramatik

der Szene betont wird. Typisch für die neapolitanische

Schule des 17. Jahrhunderts verbinden sich starkes

Chiaroscuro und realistische Körperlichkeit zu

einer bewegenden Darstellung, die sich bewusst vom

idealisierten Formenkanon absetzt.

(1462241) (17)

NEAPOLITAN SCHOOL, 17TH CENTURY

ECCE HOMO

Oil on canvas. Relined.

84 x 72 cm.

€ 10.000 – € 15.000

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59


259

LORENZO GARBIERI IL NEPOTE,

1580 – 1654

MADONNA MIT KIND UND STIEGLITZ

Öl auf Leinwand. Doubliert.

107,5 x 79 cm.

Links unten signiert „Lor. Gar.“ und datiert „1613“.

In floral ornamentiertem Holzrahmen, vergoldet.

In zarter Innigkeit zeigt die Darstellung Maria mit dem

Jesuskind, das spielerisch einen Stieglitz hält – Symbol

für das kommende Leiden Christi. Hinter Maria steht,

scheinbar unbeteiligt durch die Abwendung seines

Körpers, Josef, im Profil, der in seinen Händen ein aufgeschlagenes

Buch hält; der Text enthält in Rot die Initialen

des Künstlers „Lor“ oben und „G“ weiter unten.

das Werk verbindet die klare Komposition und gefasste

Ruhe der Carracci-Schule mit warmer Farbigkeit,

sanfter Modellierung und stimmiger Lichtführung.

Licht, Haltung und Ausdruck verleihen der Szene eine

stille Andacht und spiegeln den Übergang von klassischer

Strenge zu gefühlvoller Religiosität wider.

LORENZO GARBIERI IL NEPOTE,

1580 – 1654

MADONNA AND CHILD WITH GOLDFINCH

Oil on canvas. Relined.

107.5 x 79 cm.

Signed “Lor. Gar.” and dated “1613” lower left.

Literature:

Francesco Arcangeli, Maestri della Pittura del

Seicento Emiliano, Bologna 1959, pp. 102 – 105,

cat. no. and fig. 43, 44 (B).

Catherine Legrand, Le dessin à Bologne 1580 – 1620,

Cabinet des Dessins, Paris 1994, cat. no. 96.

€ 35.000 – € 50.000

Sistrix

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Literatur:

Francesco Arcangeli, Maestri della Pittura del

Seicento Emiliano, Bologna 1959, S. 102 – 105,

Kat.Nr. und Fig. 43, 44 (B).

Catherine Legrand, Le dessin à Bologne 1580 – 1620,

Cabinet des Dessins, Paris 1994, Kat.Nr. 96.

(1461371) (17)

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61


260

PIETRO DANDINI,

AUCH GENANNT „PIERRE DANDINI“,

1646 FLORENZ – 1712 EBENDA, ZUG.

Der Künstler entstammt einer weit verzweigten Malerfamilie.

Sein Malstil, wie der seiner Werkstatt, ist gekennzeichnet

durch zahlreiche Einflüsse durch Reisen,

die er nach Bologna, Venedig, Modena und Rom unternommen

hatte. Gefördert durch die Medici-Familie,

einschließlich des Prinzen Ferdinand und des Großherzogs,

erhielt er zahlreiche Aufträge, auch für Kirchen,

wie etwa San Jacopo Soprarno oder San Frediano. Ferner

fertige er die Lünetten für die San Giovannino degli

Scolopi. Auch das Gemälde des Heiligen Franziskus in

der römischen Kirche Santa Maria Maggiore ist von

seiner Hand, um nur wenige Beispiele zu nennen.

Gemäldepaar

RAUB DER PROSERPINA

sowie

IN DER SCHMIEDE DES VULKAN

Das eine Gemälde zeigt Proserpina, eine römische

Göttin. Sie ist die Tochter des Jupiter und der Ceres

und Gattin des Pluto, der sie in die Unterwelt entführte

und zu seiner Gemahlin machte. Auf einer Wiese an

den Hängen des Ätna, wo Proserpina Blumen pflückte,

erschien Pluto mit seinem von vier Rappen gezogenen

Wagen und verschleppte die sich sträubende Proserpina

hinab in die Unterwelt. Das Gemälde zeigt Pluto

in bewegter Haltung mit energischem Gesichtsausdruck,

goldener Krone und wehendem roten Gewand,

als sei er gerade der Unterwelt entstiegen, die sich

wehrende Proserpina fest umklammert in seinen Armen

haltend. Die Feuersbrunst aus derselben wird

auch auf dem zweiten Gemälde gezeigt, welches die

Schmiede des Vulkan thematisiert. Beide Bilder zeigen

auch ein Puttopaar.

(1462254) (13)

Öl auf Leinwand. Doubliert.

90 x 134 cm.

In vergoldeten Profilrahmen.

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PIETRO DANDINI,

ALSO KNOWN AS “PIERRE DANDINI”,

1646 FLORENCE – 1712 IBID., ATTRIBUTED

A pair of paintings

THE RAPE OF PROSERPINA

and

IN VULCAN’S FORGE

Oil on canvas. Relined.

90 x 134 cm.

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€ 20.000 – € 30.000 INFO | BID

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63


261

LUCA GIORDANO,

GENANNT „FA PRESTO“,

1634 NEAPEL – 1705 EBENDA, ZUG.

Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war

Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls

der Malerei widmete. So erhielt er seinen ersten

Unterricht bei seinem Vater, während jedoch allgemein

angenommen wird, dass er ein Schüler von Giuseppe

José de Ribera (1588/91– 1652) war. Etliche seiner Werke

lassen auch dessen Einfluss erkennen, während das

enorm umfangreiche Werk Giordanos zeigt, dass er

sämtliche Stilvarianten seiner Zeit beherrschte. Auch

die Themenbreite in seinem Werk – in sämtlichen Bereichen

der Historienmalerei, religiöse Darstellungen.

aber auch mythologische Szenen – zeigt Einflüsse zunächst

der Caravaggisten, später aber auch der Maler

Pietro da Cortona (1596– 1669), Mattia Preti (1613 –

1699) oder Peter Paul Rubens (1577– 1640). Im Bildaufbau

mancher seiner Werke sind auch die venezianischen

Meister wie Paolo Veronese (1528– 1588), Tiziano

Vecellio (1485/89– 1576) oder Domenico Robusti

Tintoretto (1560– 1635) spürbar.

DIE HEILUNG DES LAHMEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

105 x 140 cm.

In breitem vergoldetem Rahmen.

Gemäß der Bibelstelle (Joh 5,1–9) Darstellung des

Gelähmten links des Zentrums und Jesus mit Lichtnimbus

rechts am Rand an einem Teich, „Es lag auch

ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war.

Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er

schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund

werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe

keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser

aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe,

steigt schon ein anderer vor mir hinein. Da

sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Liege und

geh! Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine

Liege und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat.“ Zahlreiche

Figuren wohnen der Szene bei. Als Vergleichsbeispiel

mag Giordanos „Auferstehung des Lazarus“

(Scavizzi-Ferrari-Scavizzi A0107) gelten, das bei

Christie’s in London am 04. Juli 1997 unter Lot 96

Euro 411.201 erzielte.

(14504515) (13)

LUCA GIORDANO,

ALSO KNOWN AS “LUCA FA PRESTO”,

1634 NAPLES – 1705 IBID., ATTRIBUTED

THE HEALING OF THE LAME

Oil on canvas. Relined.

105 x 140 cm.

A comparative example is Giordano’s The Resurrection

of Lazarus (Scavizzi-Ferrari-Scavizzi A0107), which realised

EUR 411,201 as lot 96 at Christie’s sale in London

on 4 July 1997.

€ 20.000 – € 30.000 (†) INFO | BID

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262

GIOVANNI BATTISTA BEINASCHI,

1636 FOSSANO – 1688 NEAPEL, ZUG.

ABIGAIL UND DAVID

Öl auf Leinwand.

89 x 146,5 cm.

Gerahmt.

Die dargestellte Szene bezieht sich auf das 1. Buch

Samuel (1 Sam 24,25). Das Gemälde zeigt vor verdunkelter

Landschaft die durch Glanzlichter und farbige

Kleidung gekennzeichneten Figuren Abigail und David.

David war im Begriff Nabal, den Gemahl Abigails zu

töten, nachdem dieser sich geweigert hatte ihm Nahrung

zu geben. Abigail kam ihm jedoch zuvor und sorgte

für die Nährung Davids und seines Gefolges. Seinen

in schwarzer Kreide mit weißen Höhungen existierenden

Zeichnungen entspricht das stark zum Einsatz

kommende Chiaroscuro, wie es in vielen seiner Bildern

zu Tage tritt. Aufgrund der umfrangreichen Figurenstaffage

werden die Figuren hier – anders als sonst

bei ihm üblich – etwas kleiner dargestellt und dicht

gedrängt. Besonders die Lichtsituation jedoch legt

eine Zuschreibung an den genannten Künstler nahe.

(14504518) (13)

GIOVANNI BATTISTA BEINASCHI,

1636 FOSSANO – 1688 NAPLES, ATTRIBUTED

ABIGAIL AND DAVID

Oil on canvas.

89 x 146.5 cm.

€ 25.000 – € 35.000

(†) INFO | BID

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65


263

CLAUDIO FERIT,

TÄTIG IM 17. JAHRHUNDERT

ENTHAUPTUNG JOHANNES DES TÄUFERS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

141 x 101 cm.

Links unten mit Namensnennung, wohl des

Auftraggebers.

In vergoldetem Profilrahmen.

Wir danken Prof. Marco Tanzi, Universität Salento,

für die Zuschreibung an Claudio Ferit.

Höchst qualitätvolle meisterliche Arbeit – sowohl in

maltechnischer als auch in kompositorischer Hinsicht

– in ikonografischer Darstellungsweise allerdings nahezu

beispiellos. Die Szenerie ist in einem dunklen

kerkerartigen Innenraum wiedergegeben. Die Mitte

des Bildes beherrscht die jugendliche Salome, höfisch

gekleidet mit Brokat-Mieder, Umhang und einer

Zackenkrone im teilweise zu Zöpfen geflochtenen,

goldenen Haar, das in Locken zur Schulter herabführt.

Am Kleid entsprechend prächtige Perlenkette mit Anhänger.

Sie steht an einem Tisch, der von der linken

Bildkante ins Zentrum hereinführt und mit einem

goldfarbenen Tuch bedeckt ist, und deutet auf das abgeschlagene

Haupt des Heiligen Johannes, das der

Henker über einer Blutschüssel hält, in der rechten

Hand noch das Schwert. Der Oberkörper des Johannes

nackt wiedergegeben, bedeckt von seinem Fellmantel,

auf einem Steinblock liegend, daneben der

Kreuzstab mit der Schriftbanderole „Ecce Agnus

dei...“. Links hinten im Halbdunkel erkennbare vergitterte

Tür- oder Fensteröffnung. Oberhalb der beiden

Hauptgestalten zwei aus dem Dunkel herausleuchtende,

beflügelte Putten, die gemeinsam ein hochschwingendes

Tuch halten; im Bogen des Tuches eine

Märtyrer-Palmblattkrone in Händen des rechten Engels,

die dem Johannes gilt. Maltechnisch etwas abgewandelt

erscheint der links unten im Bild kniende Adorant,

möglicherweise von anderer Hand eingebracht, der

mit gefalteten Händen zum Haupt des Johannes emporblickt,

der breitrandige Hut in grauer Farbe. Unterhalb

der knienden Figur eine Aufschrift, wohl die Bezeichnung

des dargestellten Stifters.

Der Maler des vorliegenden Gemäldes war vorwiegend

in der Lombardei des vierten bis achten Jahrzehnts

des 17. Jahrhunderts aktiv und wird in den antiken

Quellen Mailands als „Monsù Claudio detto il

Lorenese“ bezeichnet.

(14502010) (13)

CLAUDIO FERIT,

ACTIVE 17TH CENTURY

THE BEHEADING OF SAINT JOHN THE BAPTIST

Oil on canvas. Relined.

141 x 101 cm.

Name inscribed lower left, probably of client.

We would like to thank Professor Marco Tanzi, University

of Salento, for his attribution to Claudio Ferit.

€ 20.000 – € 25.000

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67


264

LUCA GIORDANO,

GENANNT „LUCA FA PRESTO“,

1634 NEAPEL – 1705 EBENDA, ZUG.

Der vor allem für seine Fresken berühmte Maler war

Sohn eines Kunsthändlers aus Apulien, der sich ebenfalls

der Malerei widmete. So erhielt er seinen ersten

Unterricht bei seinem Vater, während allgemein angenommen

wird, dass er ein Schüler von Giuseppe José

de Ribera (1588/91– 1652) war. Etliche seiner Werke lassen

auch dessen Einfluss erkennen, zugleich zeigt das

enorm umfangreiche Werk Giordanos, dass er sämtliche

Stilvarianten seiner Zeit beherrschte. Auch die Themenbreite

in seines Schaffens – in sämtlichen Bereichen

der Historienmalerei, bei religiösen Darstellungen, aber

auch mythologische Szenen – zeigt zunächst Einflüsse

der Caravaggisten, später jedoch auch der Maler Pietro

da Cortona (1596– 1669), Mattia Preti (1613 – 1699)

oder Peter Paul Rubens (1577– 1640). Im Bildaufbau

mancher seiner Werke sind zudem die venezianischen

Meister wie Paolo Veronese (1528– 1588), Tiziano Vecellio

(1485/89– 1576) oder Domenico Robusti Tintoretto

(1560– 1635) spürbar. In Rom wirkte er unter Pietro

da Cortona (1596– 1669), und erhielt bald Aufträge für

Fresken und Ölbilder in Palästen. In schneller Malweise

geübt, war er in der Lage, weit mehr Werke zu schaffen

als seine Kollegen, was ihm den Beinamen „Fa presto“

einbrachte. 1690 wurde er nach Spanien berufen und

von Karl II zum Ritter geschlagen. In den folgenden

13 Jahren entstanden dort seine bedeutendsten Arbeiten,

u. a. für die Kirche San Lorenzo im Escorial.

MARIÄ TEMPELGANG

Öl auf Leinwand. Doubliert.

77 x 101 cm.

Wie in Tizians Darstellung desselben Themas ist Maria

auch hier als Mädchen im heranwachsenden Alter gezeigt.

Ihre Mutter Anna führt sie die Stufen zum Hohepriester

hinauf, dazwischen ist Josef zu sehen. Rechts

unten hält eine junge Dienerin Tauben als Opfergaben

bereit, während zwei Knaben links eine brennende

Kerze und ein Weihrauchfass tragen. Auch in diesem

Werk folgt der Bildaufbau den Venezianern wie Paolo

Veronese (1528–1588), Tizian (1485/89–1576) oder Tintoretto

(1560–1635).

Literatur:

Nicola Spinosa, Qualche aggiunta per Luca Giordano

in Spagna, in: Ricerche sul ’600 napoletano. Saggi in

memoria di Oreste Ferrari 2007, Neapel 2008, S. 123,

Tafel 1.

Vgl. Achille Della Ragione, Scritti sulla pittura del Seicento

e Settecento napoletano, Bd. 3, Neapel 2018.

Vgl. Oreste Ferrari und Giuseppe Scavizzi, Luca

Giordano. L’opera completa, Bd. 2, Neapel 2000

(Erstveröffentlichung: 1966).

A.R. (1461571) (11)

LUCA GIORDANO,

ALSO KNOWN AS “LUCA FA PRESTO”

1634 NAPLES – 1705 IBID., ATTRIBUTED

THE PRESENTATION OF THE VIRGIN MARY IN THE

TEMPLE

Oil on canvas. Relined.

77 x 101 cm.

As in Titian’s depiction of the same subject, Mary is

also shown here as an adolescent girl.

Literature:

Nicola Spinosa, Qualche aggiunta per Luca Giordano

in Spagna, in: Ricerche sul ’600 napoletano’. Saggi in

memoria di Oreste Ferrari 2007, Naples 2008, p. 123,

panel 1.

cf. Achille Della Ragione, Scritti sulla pittura del

Seicento e Settecento napoletano, vol. 3, Naples

2018.

cf. Oreste Ferrari and Giuseppe Scavizzi, Luca

Giordano. L’opera completa, vol. 2, Naples 2000

(first edition 1966).

€ 20.000 – € 40.000

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69


265

ANTONIO BELLUCCI,

1654 PIEVE DI SOLIGO – 1726 EBENDA, ZUG.

Antonio Bellucci, genannt da Succi, war ein italienischer

Barockmaler. Er studierte in Venedig unter Andrea

Celesti (1637 – 1712), Pietro Liberi (1614 – 1687)

und Antonio Zanchi (1631 – 1722). Wie andere Vertreter

der venezianischen Malerei, darunter Sebastiano Ricci

(1659– 1734) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–

1770), nahm er Aufträge in Norditalien an und schuf

prächtige Fresken für die Paläste der lokalen Auftraggeber.

Zeitweise lebte er am Hofe des Kurfürsten Johann

Wilhelm von der Pfalz (1658– 1716), für dessen

Gemäldegalerie er mehrere Werke ausführte.

Das Bild zeigt die biblische Szene Susanna und die Alten

aus dem Buch Daniel (Dan 13,1-64). Im Zentrum

die Figur der Susanna, während die beiden Alten im

Schatten lauern. Der Körper der Frau ist weich modelliert,

die Haut leuchtend. Die Szene ist elegant und harmonisch

inszeniert. Lichtführung, Architektur und

Landschaftshintergrund verleihen dem Bild Tiefe und

betonen zugleich die frührokokohafte Leichtigkeit,

ohne die dramatische Spannung des Barock gänzlich

aufzugeben. Bellucci verbindet noch barocke Ausdrucksweisen,

verbindet diese aber mit einer zunehmend

luftigen hellen und klaren Bildauffassung, die

vom emilianischen Klassizismus beeinflusst ist und

den Übergang zu seiner grazilen Rokoko-Ästhetik markiert.

Literatur:

Vgl. Carlo Donzelli und Giuseppe Maria Pilo, I pittori

del Seicento veneto, Florenz 1967.

Vgl. Fabrizio Magani, Antonio Bellucci: catalogo ragionato,

Rimini 1995.

(14623314) (17)

ANTONIO BELLUCCI,

1654 PIEVE DI SOLIGO – 1726 IBID., ATTRIBUTED

SUSANNA AND THE TWO ELDERS

Oil on canvas. Relined.

134 x 140 cm.

Literature:

cf. Carlo Donzelli and Giuseppe Maria Pilo, I pittori del

Seicento veneto, Florence 1967.

cf. Fabrizio Magani, Antonio Bellucci. Catalogo

ragionato, Rimini 1995.

SUSANNA UND DIE BEIDEN ALTEN € 25.000 – € 35.000 (†) INFO | BID

Öl auf Leinwand. Doubliert.

134 x 140 cm.

In Holzrahmen.

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71


266

HENDRICK DE SOMER,

1602 LOKEREN – 1655 NEAPEL, ZUG.

DER HEILIGE HIERONYMUS BEIM SCHREIBEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

90,5 x 96,5 cm.

In vergoldetem Holzrahmen.

Der Heilige Hieronymus ist in seine Arbeit an der Vulgata

versunken, den Kopf gesenkt, dem Schreiben hingegeben.

Der Oberkörper ist frei, das rote Tuch fällt

locker von der Schulter, das bärtige Antlitz zeigt Konzentration

und Ernst. Starke Licht-Schatten-Verhältnisse

heben die muskulöse, gealterte Figur vor einem

tiefdunklen Hintergrund hervor und verstärken die dramatische

Wirkung. Typisch für Hendrick de Somer und

die neapolitanische Schule des 17. Jahrhunderts sind

der naturalistische Realismus, das kräftige Chiaroscuro

und die expressive Darstellung des mensch lichen Körpers,

hier eindrucksvoll auf die Gelehrsamkeit und Askese

des Heiligen bezogen.

Anmerkung:

Eine vergleichbare Darstellung des Heiligen Hieronymus

aus dem Jahr 1651 findet sich im RKD, Den

Haag, unter der Nr. 187390. (1462335) (17)

HENDRICK DE SOMER,

1602 LOKEREN – 1655 NEAPEL, ATTRIBUTED

SAINT JEROME WRITING

Oil on canvas. Relined.

90.5 x 96.5 cm.

Notes:

A comparable depiction of Saint Jerome, dated 1651,

is listed in the RKD, The Hague, under Nr. 187390.

€ 35.000 – € 50.000

(†) INFO | BID

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73


267

PAOLO DE MATTEIS,

1662 PIANO DEL CILENTO – 1728 NEAPEL

Der Maler war Schüler von Luca Giordano (1632/34

– 1705), nahm aber auch Einflüsse von Veronese

(1528 – 1588) auf und stand in Kontakt mit Massimo

Stanzione (1585– 1656). Noch vor 1683 unternahm er

mehrere Reisen, arbeitet dabei in Süditalien und Rom,

wo er sich von Carlo Marattas (1625 – 1713) Werken

beeinflussen ließ. Seine Entwicklung hin zum Stil des

Barocks, wie wir ihn von Amigone kennen, ließ ihn zu

einem Gegenspieler Francesco Solimenas (1657– 1747)

werden. 1683 zog er nach Neapel, wo er bis 1697 wirkte

und Fresken für die Kirchen Santa Maria degli Angeli

und San Fernando schuf. Von 1702 bis 1705 war de

Matteis Hofmaler in Paris und übernahm dort den eleganten

und verfeinerten Stil der französischen Malerei.

Zurück in Neapel, nach den spanischen Erbfolgekriegen

und unter Habsburger Herrschaft, wurde er mit

Aufträgen überhäuft. Seine Malerei wurde mehr und

mehr von einem akademischen Geist erfüllt, wie wir in

dem Gemälde „Herkules auf dem Scheideweg“ von

1712, im Ashmolean Museum, Oxford, sehen können.

DIE MADONNA MIT KIND

Öl auf Leinwand. Doubliert.

73 x 58 cm.

Beigegeben eine Expertise von Prof. Nicola Spinosa,

Neapel, 6. Juni 2024, in Kopie.

Vor braunem Hintergrund die etwas nach vorn gebeugte

Madonna, die mit ihren Händen den nackten, nur

leicht mit einem weißen Laken umhüllten Jesusknaben

hält. Er sitzt auf einem ockergelben Kissen, hat die

Augen geschlossen und seine rechte Hand ruht in der

von Maria. Diese hat ihren Blick mit einem Lächeln

nach unten gerichtet. Liebe einfühlsame Darstellung

mit betonter Lichtführung.

Das vorliegende Gemälde ist laut Spinosa ein bedeutendes

Beispiel für die letzte Schaffensphase des

Künstlers, der nach dem Tod Luca Giordanos im Jahr

1705 zu einem der bedeutendsten Vertreter der spätbarocken

Tendenzen in der neapolitanischen Malerei

zählte. In dieser letzten Phase seines Schaffens entstanden

vor allem Werke mit frommen häuslichen und

beruhigenden Sujets.

Literatur:

Vgl. Nicola Spinosa, Pittura napoletana del settecento.

Dal Barocco al Rococò, Neapel 1986 (zweite Auflage

1993). (1450216) (18)

€ 5.000 – € 7.000

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268

FRANCESCO SOLIMENA,

1657 CANALE DI SERINO – 1747 BARRA DI NAPOLI

Neben Luca Giordano (1632/34– 1705), von dem er

sich stark beeinflussen ließ, gilt Francesco Solimena

als einer der führenden Vertreter der neapolitanischen

Malerei seiner Zeit. Da Neapel etliche Jahre aufgrund

des Spanischen Erbfolgekriegs an das österreichische

Habsburg fiel, erhielt Solimena auch zahlreiche Aufträge

aus Wien (z.B. das Hochaltarbild der Kapelle im

Schloss Belvedere) und beeinflusste so auch die

österreichischen Barockmaler wie Daniel Gran (um

1694 –1757) oder Paul Troger (1698 – 1762).

HEILIGER BRUNO, UM 1725

Öl auf Leinwand.

135 x 97 cm.

In breitem, vegetabil reliefiertem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Stefano Causa,

in Kopie.

Der Heilige Bruno in seiner weißen Ordenstracht nach

rechts über ein offenes Buch im Beten begriffen, von

links ein Engel mit Blumen heranschwebend.

Literatur:

Vgl. Nicola Spinosa (Hrsg.), Francesco Solimena

(1657 –1747) e le Arti a Napoli, Rom 2018.

Vgl. Ferdinando Bologna, Francesco Solimena,

Neapel 1958.

Anmerkung:

Bruno von Köln (um 1027/1030 bis 1101) war Begründer

des Kartäuserordens und wird als Heiliger verehrt.

1056 wurde er Leiter der Domschule von Reims.

1084 errichtete er eine Einsiedelei. 1091 gründete er

eine weitere Kartause in La Torre in Kalabrien, wo er

bis zu seinem Tod blieb. (1450793) (3) (13)

FRANCESCO SOLIMENA,

1657 CANALE DI SERINO – 1747 BARRA

DI NAPOLI

SAINT BRUNO, CA. 1725

Oil on canvas.

135 x 97 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor

Stefano Causa, in copy.

Literature:

cf. Nicola Spinosa (ed.), Francesco Solimena

(1657 – 1747) e le Arti a Napoli, Rome 2018.

cf. Ferdinando Bologna, Francesco Solimena,

Naples 1958.

€ 18.000 – € 25.000

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75


269

GIOVANNI BATTISTA LANGETTI,

1625 GENUA – 1676 VENEDIG

HEILIGER HIERONYMUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

98 x 76 cm.

In vergoldetem und profiliertem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Enrico Lucchese,

Sgonico, Triest, 27. Oktober 2025, in Kopie.

Vor einer felszerklüfteten Landschaft, die sich nur unscharf

vor dem verdunkelten Himmel abzeichnet, kniet

die nach rechts gerichtete, hell erleuchtete Figur des

Heiligen Hieronymus über einer offenen Schrift, die auf

einem Totenschädel liegt. Links in der Ecke der Hieronymus

attributiv zukommende Löwe. Besonders ein

Gemälde aus der Sammlung Schönborn, das in Luccheses

Expertise abgebildet ist, zeigt deutliche Ähnlichkeit

mit dem hier angebotenen Werk.

Provenienz:

Dorotheum, Wien, 09. April 2014, Lot 713, mit

einer Zuschreibung an Langetti von Anna Orlando.

Literatur:

Vgl. M. Stefani Mantovanelli, Giovanni Battista

Langetti. Il principe dei Tenebrosi, San Casciano

Val di Pesa 2011, S. 105.

(1461665) (3) (13)

GIOVANNI BATTISTA LANGETTI,

1625 GENOA – 1676 VENICE

SAINT JEROME

Oil on canvas. Relined.

98 x 76 cm.

Accompanied by an expert’s report by Enrico

Lucchese, Sgonico, Trieste, 27 October 2025, in copy.

Especially one painting from the Schönborn collection,

which is depicted in Lucchese’s expert’s report, shows

a clear resemblance to the present painting.

Provenance:

Dorotheum, Vienna, 9 April 2014, lot 713, with

attribution to Langetti by Anna Orlando.

Literature:

cf. Mariana Stefani Mantovanelli, Giovanni Battista

Langetti. Il principe dei Tenebrosi, Soncino 2011, p. 105.

€ 20.000 – € 25.000

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77


270

PIETRO IL LUCCHESE RICCHI,

1605 LUCCA – 1675 UDINE, ZUG.

KLEOPATRA

PIETRO IL LUCCHESE RICCHI,

1605 LUCCA – 1675 UDINE, ATTRIBUTED

CLEOPATRA

Öl auf Leinwand. Doubliert.

96 x 116 cm.

In ornamental reliefiertem und vergoldetem Holzrahmen.

In einer düster-dramatischen Szenerie, durchzogen von

starkem Chiaroscuro, erscheint Kleopatra im Moment

nach ihrem Tod. Halb entblößt und in ein Tuch gehüllt,

sinkt ihr Körper kraftlos zur Seite, während ihre treue

Dienerin ihren Kopf stützt. Die Schlange, Sinnbild ihres

selbstgewählten Endes, windet sich mit vorgestreckter

Zunge noch über ihre Hand. Das fahle, bereits erbleichte

Inkarnat lässt die erloschene Lebenswärme

spürbar werden. Aus dem Halbdunkel des Hintergrunds

tritt eine Magd hervor, stumme Zeugin des Geschehens.

Licht, Haltung und Ausdruck verdichten

sich zu einem eindringlichen Sinnbild barocker Dramatik

und stiller Erhabenheit.

(1462253) (17)

Oil on canvas. Relined.

96 x 116 cm.

€ 8.000 – € 12.000

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271

TROPHIME BIGOT,

1579 ARLES – 1650 AVIGNON, ZUG.

DER HEILIGE HIERONYMUS HÖRT

DIE POSAUNE DES JÜNGSTEN GERICHTS

Öl auf Leinwand.

121 x 213 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Vor dunklem Fond die horizontal hingelagerte Figur des

erschrockenen Kardinalsheiligen, links oben in der

Ecke gut sichtbar: die Posaune des Jüngsten Gerichts.

Provenienz:

Sotheby’s, 19. März 1975, Lot 30, mit Abbildung, als

Stomer.

Anmerkung:

Zwischen etwa 1620 und 1634 hielt sich Trophime

Bigot in Rom auf, wo er in engem Kontakt mit der

römischen Künstlergemeinschaft stand und sich intensiv

mit dem Werk Caravaggios (1570/71 – 1610)

und dessen Nachfolgern auseinandersetzte. Diese

Jahre prägten entscheidend seinen Stil, der sich

durch ein starkes Chiaroscuro und eine konzentrierte

Lichtführung auszeichnet – ein Merkmal, das später

zu seinem Markenzeichen werden sollte. Nach seiner

Rückkehr nach Frankreich lebte Bigot von 1638 bis

1642 in Aix-en-Provence. Dort erhielt er zahlreiche

Aufträge für Kirchen und private Auftraggeber und

schuf mehrere bedeutende Altargemälde, die eine

ruhigere, klassizistischere Bildsprache erkennen lassen.

Vor und nach dieser Periode ist seine Anwesenheit

auch in Arles belegt, wo er vermutlich familiäre

und berufliche Kontakte pflegte. Im Jahr 1644 ließ

sich Bigot schließlich dauerhaft in Avignon nieder, wo

er bis zu seinem Tod tätig blieb und als respektierter

Maler religiöser Sujets galt. Die kunsthistorische Wiederentdeckung

Bigots erfolgte erst im 20. Jahrhundert.

1960 stellte der britische Kunsthistoriker Benedict

Nicolson eine Gruppe von etwa vierzig Gemälden

zusammen, die er einem bislang unbekannten Maler

zuordnete, den er aufgrund der charakteristischen

Lichtführung als „Meister des Kerzenlichts“ („Candlelight

Master“) bezeichnete. In einem Artikel von 1964

identifizierte Nicolson diesen anonymen Künstler

schließlich als Trophime Bigot. Zuvor hatte es unterschiedliche

Zuschreibungen gegeben – unter anderem

an Gerrit van Honthorst, Matthias Stom oder

Georges de La Tour, die alle in ähnlicher Manier mit

Kerzenlicht arbeiteten. Nicolsons Forschung stützte

sich auf stilistische Vergleiche, Archivfunde und Signaturen,

und seine Zuschreibung an Bigot setzte sich in

der Folge weitgehend in der kunsthistorischen Forschung

durch. Heute gilt Trophime Bigot als einer der

bedeutenden französischen Vertreter des Caravaggismus,

dessen Werk zwischen religiöser Innerlichkeit

und theatralischer Lichtinszenierung vermittelt.

Literatur:

Benedict Nicolson ,The Candlelight Master, a follower

Honthorst in Rome. in: Nederlands Kunsthistorisch

Jaarboek 1960, S. 121–164.

Benedict Nicolson, Un caravagiste aixois, le maitre à

la chandelle, in: Art de France IV, 1964, S. 116 – 139.

Benedict Nicolson, Caravaggism in Europe, Turin

1990, Nr. 857 mit Provenienzhinweis. (1450767) (13)

TROPHIME BIGOT,

1579 ARLES – 1650 AVIGNON, ATTRIBUTED

SAINT JEROME HEARING THE TRUMPET

OF THE LAST JUDGEMENT

Oil on canvas.

121 x 213 cm.

Provenance:

Sotheby’s, 19 March 1975, lot 30, incl. illustration,

as Stomer.

Literature:

Benedict Nicolson, The Candlelight Master. A follower

of Honthorst in Rome, in: Netherlands

Kunsthistorisch Jaarboek 1960, p. 121–164.

Benedict Nicolson, Un caravagiste aixois. Le maître à

la chandelle, in: Art de France IV, 1964 pp. 116–139.

Benedict Nicolson, Caravaggism in Europe, Turin 1990,

no. 857 with reference to provenance.

€ 22.000 – € 30.000

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272

JACOB GERRITSZ CUYP,

1594 DORDRECHT – 1651/52 EBENDA

MANN BEI DER BROTZEIT WÄHREND

EINES HAUSBAUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

76 x 56 cm.

Rechts oben signiert in Ligatur „JG Cuyp fecit“.

In ebonisiertem Rahmen.

Leicht nach rechts gewandtes halbfiguriges Portrait eines

Mannes mit blauer Kappe, in seinem Arm einen

Tonkrug mit Zinnmontierung, in seinen Händen ein

Brotmesser. Im Hintergrund Männer beschäftigt mit

dem Gerüstbau und Holzzuschnitt.

Provenienz:

Sammlung Ribera.

Auktion Nackers, Brüssel, 16. Oktober 1963, Lot 115.

Belgische Privatsammlung. (1421831) (13)

JACOB GERRITSZ CUYP,

1594 DORDRECHT – 1651/52 IBID.

A CRAFTSMAN ENJOYING HIS LUNCH DURING

A HOUSE CONSTRUCTION PROJECT

Oil on canvas. Relined.

76 x 56 cm.

Signed “JG Cuyp fecit” in ligature lower right.

Provenance:

Ribera collection.

Nackers Auction, Brussels, 16 October 1963, lot 115.

Private collection, Belgium.

€ 12.000 – € 18.000

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273

JAN BRUEGHEL D. J. (1601 – 1678) UND

JOOS DE MOMPER D. J. (1564 – 1635)

FLUSSLANDSCHAFT MIT REISENDEN

Öl auf Holz. Parkettiert.

46 x 43 cm.

In ornamental verziertem und ebonisiertem Rahmen.

Beigegeben ein Zertifikat von Violette Doclo,

Oudenaarde, 12. September 2025, in Kopie.

Weite, von sanften bewaldeten Hügeln umrahmte

Flusslandschaft. Sowohl die Vegetation als auch die

Uferbebauung sich im ruhig fließenden Gewässer

spiegelnd. Der Vordergrund durch einen links einleitenden

Repoussoir-Baum verschattet, mit mehreren den

Weg entlangschreitenden Figuren. Doclo erkennt in

der Landschaft deutlich die Handschrift de Mompers

aus seiner zweiten Schaffensphase, die etwa um 1625

begann. Die Staffagefiguren im Vordergrund schreibt

sie Jan Brueghel d. J. zu.

Anmerkung:

Jan Brueghel d. J. lernte Joos de Momper bereits im

Atelier seines Vaters kennen und malte vor allem

nach dem Tod des Vaters im Jahr 1625 in vielen gemeinsamen

Werken die Staffagefiguren in die Landschaften

de Mompers. Zusammen schufen sie somit

viele einheitlich wirkende Gemälde.

Literatur:

Vgl. Klaus Ertz, Jan Brueghel der Jüngere. Die Gemälde

mit kritischem Oeuvre-Katalog, in: Flämische Maler im

Umkreis der großen Meister, Bd. I, Freren 1984.

Vgl. Klaus Ertz (Hrsg.), Die Flämische Landschaft

1520 – 1700. Eine Ausstellung der Kulturstiftung Ruhr

Essen und des Kunsthistorischen Museums Wien,

Ausstellungskatalog, Wien/Essen 2003. (1460201) (1)

(13)

JAN BRUEGHEL THE YOUNGER (1601 – 1678) AND

JOOS DE MOMPER THE YOUNGER (1564 – 1635)

RIVERSCAPE WITH TRAVELLERS

Oil on panel. Parquetted.

46 x 43 cm.

Accompanied by a certificate from Violette Doclo,

Oudenaarde, 12 September 2025, in copy. Doclo clearly

recognises de Mompers’ signature style from his second

creative phase, which began arround 1625, in the

landscape. She attributes the figures in the foreground

to Jan Brueghel the Younger.

Notes:

Jan Brueghel the Younger had already met Joos de

Momper in his father’s studio and, especially after his

father’s death in 1625, he painted the staffage figures

in de Momper’s landscapes in many collaborative

works. Together, they thus created many paintings

with a harmonious appearance.

Literature:

cf. Klaus Ertz, Jan Brueghel der Jüngere. Die

Gemälde mit kritischem Oeuvre-Katalog, in:

Flämische Maler im Umkreis der großen Meister, vol.

I, Freren 1984.

cf. Klaus Ertz (ed.), Die Flämische Landschaft 1520

– 1700. Eine Ausstellung der Kulturstiftung Ruhr

Essen und des Kunsthistorischen Museums Wien,

exhibition catalogue, Vienna/Essen 2003.

€ 15.000 – € 25.000

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85


274

JOOS DE MOMPER D. J.,

1564 ANTWERPEN – 1635 EBENDA,

Joos de Momper d. J. war bekannt für seine vorromantischen

Gebirgs- und Seenlandschaften. Sie kennzeichnen

sich meist durch einen rot-braunen Vordergrund,

ein gelb-grünes Mittelstück und eine grau-blaue Ferne.

Seine Landschaften befinden sich unter anderem im

Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig, in der

Alten Pinakothek in München, in der Hamburger Kunsthalle

sowie im Kunsthistorischen Museum Wien und

der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden.

DER BLICK INS TAL

Öl auf Holz.

31,5 x 54,7 cm.

JOOS DE MOMPER THE YOUNGER,

1564 ANTWERP – 1635 IBID.

VIEW INTO THE VALLEY

Oil on panel.

31.5 x 54.7 cm.

Accompanied by an expert’s report by Violette Doclo,

Oudenaarde, 10 August 2025, which clearly identifies

the work as by Momper and dates it to 1610 –1635, the

artist’s late work, in copy.

€ 15.000 – € 20.000

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Beigegeben ein Gutachten von Violette Doclo, Oudenaarde,

10. August 2025, die das Werk eindeutig als

Momper anerkennt und auf 1610 – 1635 in das Spätwerk

des Künstlers datiert, in Kopie.

Eine Anhöhe mit einer Einsiedlerkirche, Rundbrücke

und einem Kreuz wird gerahmt rechts von einer sonnenbeschienenen

Felsformation, und links von einem

gestaffelten Berg, der neben Bäumen auch einer

Festung Platz bietet. Im Hintergrund eine weite hügelige

Landschaft mit mannigfaltiger vegetativer Staffage. Im

Vordergrund mehrere Staffagefiguren.

(1450355) (1) (13)

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275

JAN FRANS VAN BLOEMEN (1662 – 1749)

UND PIETER VAN BLOEMEN (1657 – 1720), ZUG.

FLUSSLANDSCHAFT

Öl auf Leinwand.

100 x 192 cm.

In marmoriertem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Giancarlo Sestieri,

in Kopie.

Weite hügelige Landschaft, die nach rechts in schroffe

Felsen übergeht und von einem Bach durchzogen

wird, der von einer Holzbrücke überspannt ist. Links

ein Repoussoirbaum und teils tanzende, teils mit dem

Vieh lagernde Figuren.

Literatur:

Vgl. Andrea Busiri Vici, Jan Frans Van Bloemen „Orizzonte“

e L’origine del paesaggio romano settecentesco,

Rom 1974. (1450246) (13)

JAN FRANS VAN BLOEMEN (1662 – 1749)

AND PIETER VAN BLOEMEN (1657 – 1720),

ATTRIBUTED

RIVERSCAPE

Oil on canvas.

100 x 192 cm.

Accompanied by an expert’s report Professor by

Giancarlo Sestieri, in copy.

Literature:

cf. Andrea Busiri Vici, Jan Frans Van Bloemen

“Orizzonte” e L’origine del paesaggio romano

settecentesco, Rome 1974.

€ 15.000 – € 20.000

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276

GILLIS VAN CONINXLOO II,

1544 ANTWERPEN – 1607 AMSTERDAM, ZUG.

WALDLANDSCHAFT MIT ALEXANDER

DEM GROSSEN BEI DIOGENES

Öl auf Leinwand. Doubliert.

110 x 152,5 cm.

Ansicht einer weiten Landschaft, die jeweils links- und

rechtsseitig als Repoussoir von einem hohen Baum

gerahmt wird, dessen braunes Blattweg bis zur Mitte

des oberen Gemälderandes reicht und den blauen

Himmel teils verdeckt. In das Bild führt zudem ein am

rechten Rand stehender Mann in Begleitung eines

Hundes mit seinem ins Bild weisenden, ausgestreckten

Arm. Im linken Vordergrund wird die historische

Legende wiedergegeben, wonach König Alexander

von Makedonien, in Begleitung weiterer Krieger und

mit Gefolge auf einem Weg im Hintergrund, den Philosophen

Diogenes von Sinope aufsucht. Alexander wird

gezeigt teils in Rüstung und mit Gold glänzendem

Helm. Rechts der in rotem Umhang und einem aufgeschlagenen

Buch am Boden vor einer großen Faß-

Tonne sitzende Diogenes, mit erhobener rechter Hand,

die auf das Licht hinweist, das der Philosoph durch das

Herannahen Alexanders nicht verschattet wissen will.

Rechts von dieser Darstellung geht der Blick in die

Bildmitte auf einen Fluss, an dessen Ufer im Hintergrund

die Silhouette einer in beiger Farbigkeit gehaltenen

Stadt und dahinter ein hochziehender Berg in

grünlicher Farbgebung mit weiteren Bauten zu erkennen

ist. Landschaftsdarstellung in der typischen Manier

und Farbpalette des Künstlers, hier erweitert um

eine historische Legende, die auch auf einem anderen

Werk des Künstlers zu finden ist.

Anmerkung:

Gemälde des Künstlers, betitelt „Eine Waldlandschaft

mit Alexander dem Großen vor Diogenes“ wurde

beim Auktionhaus Sotheby´s London, 23.April 1998,

Lot 96 angeboten (1462371) (18)

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GILLIS VAN CONINXLOO II,

1544 ANTWERP – 1607 AMSTERDAM,

ATTRIBUTED

FOREST LANDSCAPE WITH

ALEXANDER THE GREAT AT DIOGENES

Oil on canvas. Relined.

110 x 152.5 cm.

Note:

A painting by the artist entitled “A Forest Landscape

with Alexander the Great before Diogenes” was

offered at Sotheby's London on 23 April 1998, lot 96.

€ 15.000 – € 25.000 INFO | BID

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277

SEBASTIAN VRANCX,

1573 ANTWERPEN – 1647 EBENDA,

Der Maler, der auch als Begründer des flämischen

Militärgenres gilt, war laut dem Biografen Carel van

Mander d. Ä. (1548 – 1606) ein Schüler des Adam van

Noort (1562 – 1641). Er begab sich, wie die meisten

seiner Kollegen, 1597 nach Italien, was in der Folge

Einfluss auf die Darstellung antiker Ruinen und römischer

Bauwerke in seinem Werk nahm. 1600 wurde er

Mitglied der Antwerpener Lukasgilde, wo er mit seinen

Zeitgenossen wie Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625),

Frans Francken d. J. (1581– 1642) oder auch Hendrik

van Balen d. Ä. (1575 – 1632) befreundet war. So weist

sein Werk auch manche Gemeinsamkeiten mit denen

dieser Künstler auf. Sein Ruhm führte schon zu Lebzeiten

zu Vervielfältigungen seiner Bilder in Kupfer stichen.

DAS LÄNDLICHE FEST

Öl auf Leinwand. Doubliert.

79 x 97 cm.

In ebonisiertem Kassettenrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Mario Samoticha, Dortmund,

01. November 2025.

Vielfigurige Flusslandschaft mit unter einer mächtigen

Baumgruppe befindlicher Händlergruppe. Im Mittelgrund

ein Schloss mit dazugehörigem Park sowie im

Hintergrund die Silhouette einer Stadt.

(1461782) (13)

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SEBASTIAN VRANCX,

1573 ANTWERP – 1647 IBID.

RURAL FESTIVAL

Oil on canvas. Relined.

79 x 97 cm.

Accompanied by an expert’s report by Mario Samoticha,

Dortmund, 1 November 2025.

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€ 30.000 – € 40.000 INFO | BID

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91


278

GYSBRECHT LEYTENS,

1586 ANTWERPEN – 1643/56 EBENDA, ZUG.

FEINE GESELLSCHAFT BEI AUSFLUG

AUF DEM LANDE

Öl auf Holz. Parkettiert.

82 x 115 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Mario F. Samoticha,

Dortmund, 30. Oktober 2025, in dem er das vorliegende

Gemälde Alexander Keirincx (1600 – 1652) zuschreibt.

Eine mächtige Baumgruppe mit bewegtem, fedrig wirkendem

Blattwerk überfängt eine Gruppe von Edelleuten,

die sich soeben auf ein Boot begibt. Dieses

liegt auf einem Fluss, dessen Lauf geschwungen in

den Hintergrund führt. In der Ferne wird ein Kirchturm

sichtbar.

(1461781) (13)

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GYSBRECHT LEYTENS,

1586 ANTWERP – 1643/56 IBID., ATTRIBUTED

ELEGANT COMPANY ON A COUNTRYSIDE OUTING

Oil on panel. Parquetted.

82 x 115 cm.

Accompanied by an expert’s report by Mario F. Samoticha,

Dortmund, 30 October 2025, attributing the painting

to Alexander Keirincx (1600 – 1652).

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€ 30.000 – € 40.000 INFO | BID

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93


279

FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS

RUHE AUF DER FLUCHT NACH ÄGYPTEN

Öl auf Holz, verso zwei Parkettierleisten.

47 x 77 cm.

Rahmen mit Glasabdeckung.

Die Darstellung entspricht den Bildvorstellungen Brueghels.

Wie auch die Brueghel-Schule hat der Maler die

biblische Szene in eine nordische Landschaft versetzt,

mit begrünten Tälern, bewaldeten Hängen und einem

mächtigen Baum rechts, mit auffallend großer Wurzel.

Die Heilige Familie links im Bild gruppiert, daneben der

Johannesknabe mit dem Lamm, während rechts und in

der oberen Zone Putten das Bild beleben. Etliche Details

sind als symbolische Anspielungen zu verstehen. So

verweisen die Trauben mit Weinlaub am Baumstamm

rechts auf den Wein des Abendmals, die mächtige Wurzel

auf den Bund des Alten Testaments und die Ruine

links oben auf den Untergang des antiken Heidentums.

Daneben betont die hell leuchtende Gruppe der schwebenden

Engel die darunter, ebenfalls ins Licht gesetzten

Hauptfiguren der Szene.

(1461004) (11)

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY

THE REST ON THE FLIGHT INTO EGYPT

Oil on panel, two parquetting slats on the reverse.

47 x 77 cm.

The depiction corresponds to Brueghel’s compositions.

Like the Brueghel school, the painter transferred

the biblical scene into a Nordic landscape.

€ 10.000 – € 15.000

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280

JOHANN KÖNIG,

1586 NÜRNBERG – 1642 EBENDA

Johann König war ein deutscher Maler, Miniaturist und

Zeichner, der vor allem durch seine sehr fein ausgeführten

Kupfertafeln bekannt ist. Seine künstlerische Ausbildung

dürfte er vermutlich bei Johannes Rottenhammer

d. Ä. (1564– 1625) in Augsburg erhalten haben. Als gesichert

gilt ein einjähriger Aufenthalt in Venedig sowie

ein anschließender Studienaufenthalt in Rom von 1610 bis

1614. Dort kam er wahrscheinlich noch mit dem kurz vor

seinem Tod stehende Adam Elsheimer (1574/78– 1610)

in Kontakt, dessen frührömischer Stil entscheidenen Einfluss

auf Königs Werk ausübte. Nach seiner Rückkehr

nach Augsburg im Jahr 1614 erhielt König das Malerrecht

und ließ sich dauerhaft dort nieder.

DIE TAUFE CHRISTI DURCH JOHANNES

Öl auf Kupfertafel.

37,8 x 28 cm.

Links unten signiert und datiert „Johan: König f: 1637“.

In braunem Flammleistenrahmen.

Wir danken Herrn Dr. Gode Krämer für seine freundlichen

Hinweise zur Katalogisierung.

In harmonischer Landschaft am Ufer des Jordans stehend,

Jesus mit weißem Lendenschurz, die rechte

Hand leicht erhoben, während die andere auf der

Brust liegt. Neben ihm, in leichter Rückenansicht, die

überlängte Figur von Johannes dem Täufer mit Fellgewand

um die Hüfte und einem roten Umhang darüber.

Seinen Kreuzesstab hat er auf einem hölzernen Steg

neben einem Schaf abgelegt. Er hat seinen rechten

Arm erhoben und will gerade eine Muschel mit Wasser

über dem Kopf Christi leeren, um ihn zu taufen.

Oberhalb der beiden hat sich der Himmel geöffnet,

und im gelben Licht ist eine weiße Taube als Symbol

des Heiligen Geistes zu sehen. Zudem sind hinter großen

Wolken mehrere Puttiköpfe mit blauen Flügeln zu

erkennen. Zwei weitere große Engel stehen links am

Ufer und scheinen die Kleidung Jesu zu halten; einer

von ihnen blickt dabei aus dem Bild heraus. Malerei in

frischen kräftigen Farben eines beliebten Themas.

Provenienz:

Ehemals Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt.

(1451658) (18)

JOHANN KÖNIG,

1586 NUREMBERG – 1642 IBID.

THE BAPTISM OF CHRIST BY JOHN THE BAPTIST

Oil on copper.

37.8 x 28 cm.

Signed and dated “Johan: König f: 1637” lower left.

We would like to thank Dr Gode Krämer for his kind

advice regarding the cataloguing.

Provenance:

Former collection Georg Schäfer, Schweinfurt.

€ 8.000 – € 10.000

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281

PIETER BRUEGHEL D. J.,

1564 BRÜSSEL – 1638 ANTWERPEN, UMKREIS DES

DER BAUERNADVOKAT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

78 x 107 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

In einer großen Stube sitzt ein Advokat hinter seinem

mit zusammengeschnürten Briefen und einer Sanduhr

überladenen Schreibtisch. Er trägt ein altrosafarbenes

Wams und schwarze Kopfbedeckung und liest aufmerksam

einen Brief. Links neben ihm ein Bauer, der

offenbar den Inhalt des Schriftstückes erklärt. Rechts

des Tisches wohl ein Anwaltsgehilfe in beigem Gewand,

Stiefeln und faltigem grünen Strumpf, der in anderen

Bildversionen teils in Rot wiedergegeben wird.

Vor dem Tisch das Landvolk mit seinen Erzeugnissen,

darunter eine Ente, ein Bündel mit Weintrauben und

eine Frau, die einen kleinen Korb mit Eiern befüllt. Am

linken Bildrand ein Mann mit langem Stock, in rotem

Obergewand; in anderen Gemäldeversionen teils andersfarbig

wiedergegeben. Besonders auffallend sind

die zahlreichen Schriftstücke und beschrifteten Säckchen

im Raum: Auf dem Wandbord hinter dem Advokaten,

auf dem Boden, sowie auf einem weiteren

Schreibtisch links oben am Eingang mit sitzendem Gehilfen

und den Ablagen hinter ihm. Die Darstellung ist

sicherlich satirisch gemeint – darauf weist ein 1618

von Paulus Fürst veröffentlichter Stich hin, der Anwälte

der Bestechlichkeit bezichtigt, da der korrupte Advokat

wohl auch mit Naturalien „bezahlt“ werden kann.

Literatur:

Vgl. Pieter van den Brink, De Firma Brueghel,

Maastricht/Brüssel 2001–2002, S. 173 – 185:IV:

De Boerenadvokaat.

Vgl. Christina Currie und Dominique Allart, The Brueghel

Phenomenon. Paintings by Pieter Bruegel the

Elder and Pieter Brueghel the Younger with a special

focus on technique and copying Practice, Brüssel

2012, dl.II, S. 670–711: Case Study 10: copies of the

Peasant Lawyer after an anonymous model.

Art rules, exhibition’s catalogue, Tallinn, June–October

2015, S. 62–63 (abgebildet).

Vgl. Klaus Ertz, Pieter Brueghel der Jüngere (1564 –

1637/38). Die Gemälde mit kritischem Œuvrekatalog,

Band I, Lingen 1988/2000, S. 513–522.

Vgl. Klaus Ertz (Hrsg.), Pieter Breughel Le Jeune –

Jan Brueghel L’Ancien, Une famille de peintres

flamands vers 1600, Lingen 1998, S. 391.

(14616324) (13)

PIETER BRUEGHEL THE YOUNGER

1564 BRUSSELS – 1638 ANTWERP, CIRCLE OF

THE PEASANT LAWYER

Oil on canvas. Relined.

78 x 107 cm.

The satirical intent of the depiction is apparent, as

demonstrated by an engraving published by Paulus

Fürst in 1618. This engraving accuses lawyers of bribery,

implying that a corrupt lawyer might also accept

payment in kind.

Literature:

cf. Pieter van den Brink, De Firma Brueghel,

Maastricht Brussel, 2001 – 2002, pp. 173–185, IV,

De Boerenadvokaat.

cf. Christina Currie and Dominique Allart, The

Brueghel Phenomenon. Paintings by Pieter Bruegel

the Elder and Pieter Brueghel the Younger with a

special focus on technique and copying Practice,

Brussels 2012, dl.II, pp. 670-711: Case Study 10:

copies of The Peasant Lawyer after an anonymous

model.

Art rules, exhibition catalogue, Tallinn, June - October

2015, pp. 62-63 (ill.).

cf. Klaus Ertz, Pieter Brueghel der Jüngere (1564 –

1637/38). Die Gemälde mit kritischem Oeuvrekatalog,

vol. I, Lingen 1988/2000, pp. 513-522.

cf. Klaus Ertz (ed.), Pieter Brueghel Le Jeune – Jan

Brueghel L’Ancien. Une famille de peintres flamands

vers 1600, Lingen 1998, p. 391.

€ 50.000 – € 70.000

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282

FRANS DE MOMPER,

1603 ANTWERPEN – 1660 EBENDA

KÜSTENSTÜCK MIT SCHIFFEN UND BADENDEN

Öl auf Holz. Parkettiert.

77 x 113 cm.

Links unten signiert. Auf dem Rahmen mit Künstlerplakette.

Verso mit Galerieetikett.

In bronziertem Régence-Stilrahmen.

In warmen Braun- und Grüntönen die flache Polderlandschaft

mit einer sich vor einer sanften Hügelkette

abzeichnenden Stadt, deren Zentrum von einem Kirchturm

flankiert wird. Links vorne ein schroffer Felsen,

von einer dunklen Wolke überfangen, auf dem sich

eine von wilder Vegetation heimgesuchte Festungsruine

befindet. Dazwischen anlandende Fischerboote

und davor badende Figuren.

FRANS DE MOMPER,

1603 ANTWERP – 1660 IBID.

COASTAL SCENE WITH SHIPS AND BATHERS

Oil on panel. Parquetted.

77 x 113 cm.

Signed lower left. Plaque with artist’s name on frame.

Gallery label on the reverse.

Provenance:

Christie’s New York, 18 May 1995, lot 24 (with note

that it originates from a private collection).

Galerie Dominion, Montreal, Canada.

New Orleans Auctions, 5 June 2021, lot 221.

€ 12.000 – € 18.000

Sistrix

INFO | BID

Momper spezialisierte sich, wie sein Onkel Joos de

Momper d. J. (1564 – 1635), auf weite Landschaften

mit Flüssen und Dörfern, entwickelte jedoch einen eigenen

monochromistischen Stil.

Provenienz:

Christie’s New York, 18. Mai 1995, Lot 24 (als aus

einer Privatsammlung stammend).

Galerie Dominion, Montreal, Kanada.

New Orleans Auctions, 05. Juni 2021, Lot 221.

(1460083) (13)

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283

PIETER JANSZ. QUAST,

1606 AMSTERDAM – 1647 AMSTERDAM

SOLDATEN UND EINE FRAU

AN EINEM NÄCHTLICHEN LAGERFEUER

Öl auf Holz.

38 x 46 cm.

Links unten monogrammiert und datiert „PQ 1639“.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Nächtliche Darstellung mit Soldaten, die um ein kleines

brennendes Feuer versammelt sind, dazu gehörend

eine sitzende Frau, die gerade ihr Baby stillt. Besonders

auffallend auf der linken Seite ist ein stehender

Offizier in eleganter feiner Kleidung mit Stiefeln, ein

Pfeiffchen rauchend. Licht fällt zusätzlich von links auf

die Szenerie und beleuchtet die Rücken- und Seitenansicht

sowie das Gesicht des stehenden Offiziers, der

zudem eine schwarze Kopfbedeckung mit zwei großen

weißen Federn trägt. Darstellung in überwiegend beigebrauner

Farbgebung mit feiner Licht- und Schattensetzung.

(1461347) (1) (18)

€ 9.000 – € 11.000

Sistrix

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99


285

ABRAHAM DANIELSZ HONDIUS,

UM 1625 ROTTERDAM – 1695 LONDON

(ABB. RECHTS)

JAGDLICHE GESELLSCHAFT AM BRUNNEN

Öl auf Holz. Parkettiert.

90,5 x 157 cm.

Auf dem Brunnen signiert und datiert

„A.De.Hont 1653“.

In hölzernem Profilrahmen.

Das hier angebotene Gemälde ist beim RKD in Den

Haag unter der Nummer 62066 verzeichnet.

284

ENGLISCHE SCHULE DES AUSGEHENDEN

17. JAHRHUNDERTS

PORTRAIT EINES VORNEHMEN HERREN

MIT RÜSTUNG

Typische großfromatige Szene mit Reisenden des

Hondius, der lange Jahre in Rotterdam tätig war, bevor

er 1671 nach London ging, wo er 1691 verstarb. Bewegte

Figuren mit differenzierter Oberflächenwiedergabe

von Fell und Stoffen sowie feiner, durch das Laub

filternder nachmittäglicher Sonne. Von Hondius sind

mehrere vergleichbare Gemälde bekannt, die jedoch in

der Komposition variieren. Eine Landschaft mit annähernd

seitenverkehrter Darstellung wurde im Jahr

2000 im Dorotheum in Wien angeboten und dürfte

etwa in dieselbe Zeit datieren.

Provenienz:

Sammlung Mrs. Gladys Bruen, Dublin, Irland.

Sotheby’s London, 29. November 1950, Lot 124.

Christie’s New York, 17. Juni 2004, Lot 17.

(14512018) (13)

Öl auf Leinwand. Doubliert.

57 x 50 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

In einem Innenraum das Dreiviertel-Portrait eines eleganten

stehenden Mannes mit überlanger Allongeperücke

und silbrig glänzendem Brustpanzer, der zum

einen durch die Perücke, zum anderen durch seinen

um den Hals getragenen und herabhängenden weissen

Spitzenschal bedeckt wird. Er steht neben einem

mit wertvollem Stoff bedecktem Tisch auf dem sein

Helm mit Federn und geöffnetem Scharnier steht, auf

dem seine rechte Hand ruht, was ein weiterer Hinweis

auf seine Stellung als Offizier sein dürfte. Er hat einen

dünnen Oberlippenbart und mit seinen glänzenden

Augen blickt er selbstbewußt aus dem Gemälde heraus.

Qualitätvolle feine Darstellung.

Anmerkung:

Ein vergleichbares Ölgemälde mit dem Portrait des

Francis Lindley befindet sich im Bolling Hall Museum,

Bradford, England (1462372) (18)

€ 5.000 – € 7.000

Sistrix

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ABRAHAM DANIELSZ HONDIUS,

CA. 1625 ROTTERDAM – 1695 LONDON

HUNTING PARTY AT THE WELL

Oil on panel. Parquetted.

90.5 x 157 cm.

Dated and signed “A.De.Hont 1653.” on the well.

The present painting is registered with the RKD in

The Hague under no. 62066.

Several similar paintings by Hondius are known, however,

varying in detail. A landscape with a roughly reversed

composition was offered at Dorotheum in Vienna

in 2000 and is dated to approximately the same

period.

Provenance:

Mrs Gladys Bruen collection, Dublin, Ireland.

Sotheby’s, London, 29 November 1950, lot 124.

Christie’s, New York, 17 June 2004, lot 17.

Sistrix

€ 8.000 – € 12.000 INFO | BID

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101


286

JACOB ADRIAENSZ BELLEVOIS,

1621 ROTTERDAM – 1675 EBENDA

Zwischen 1661 und 1666 wirkte der Künstler in Gouda.

Laut dem zeitgenössischen Malerbiografen Houbraken

arbeitete er 1673 gemeinsam mit Johannes Voorhout

(1647 – 1717) in Hamburg bevor er nach Rotterdam zurückzukehrte,

um sich als Nachfolger von Jan Porcellis

(um 1584 – 1632) vollständig dem Genre der Seestücke

zu widmen

DREI SEGELSCHIFFE IN HEFTIGEM

STURM VOR FELSKÜSTE

Öl auf Holz.

73 x 107 cm.

Rechts unten auf Treibgut undeutliche Signatur.

In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Vor einer von Felsen zerfurchten Küste, deren Höhepunkt

rechts durch ein monolitisches Gebilde markiert

wird, auf dem ein Gebäudekomplex sichtbar ist. Zwei

Schiffe kämpfen im Sturm vor den Felsen, während

eines bereits zerschellt ist und die Besatzung sich zumindest

teilweise in einem Beiboot retten konnte. Diese

Komposition ist in mehreren Varianten von Bellevois

überliefert, darunter auch durch ein Gemälde, das im

Herzog Anton Ulrich Museum in Braunschweig (Inv.Nr.

3969) verwahrt wird.

Provenienz:

Sammlung des niederländischen Bankiers Dr. C.J.K.

van Aalst (1886 – 1939), Hoevelaken (ehemaliger

Direktor der Netherlands Trading Company, heute

Teil des ABN-AMRO-Konzerns).

01. April 1960, Christie’s London, „Highly Important

Netherlandish Pictures from the Collection Formed by

the Late Dr. C.J.K. van Aalst“, Lot 34 (damals noch mit

einer gefälschten Monogrammierung von Bonaventura

Peeters und der falschen Datierung 1647 versehen).

Leihgabe an das Centraal Museum in Utrecht, wo es

von 1933 bis 1960 ausgestellt war.

JACOB ADRIAENSZ BELLEVOIS,

1621 ROTTERDAM – 1675 IBID.

THREE SAILING SHIPS IN TEMPESTUOUS

STORM OFF A ROCKY COAST

Oil on panel.

73 x 107 cm.

Indistinct signature on flotsem lower right.

There are several variations of this composition attributed

to Bellevois, including a painting held at the Herzog

Anton Ulrich Museum in Braunschweig (inv. no.

3969).

Provenance:

Collection of the Dutch banker Dr C.J.K. van Aalst

(1886 –1939), Hoevelaken (former director of the

Netherlands Trading Company, today part of the

ABN-AMRO group).

Christie’s London, 1 April 1960, “Highly Important

Netherlandish Pictures from the Collection Formed by

the Late Dr. C.J.K. van Aalst”, lot 34 (at that time still

with a forged monogram of Bonaventura Peeters and

the incorrect date 1647).

On loan to the Centraal Museum in Utrecht, where

it was exhibited from 1933 to 1960.

Exhibitions:

Centraal Museum in Utrecht from 1933 to 1960 as a

work by Bonaventura Peeters (label on the reverse of

the panel).

€ 15.000 – € 18.000

Sistrix

INFO | BID

Ausstellungen:

Im Centraal Museum in Utrecht von 1933 bis 1960

als Werk von Bonaventura Peeters ausgestellt (Etikett

auf der Rückseite der Tafel). (1461344) (1) (13)

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103


287

JAN GRIFFIER D. Ä.,

1645 AMSTERDAM – 1718 LONDON, ZUG.

HANDELSSZENE MIT SCHIFFEN VOR EINER

ITALIENISCHEN STADT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

67 x 91 cm.

Rechts unten Namensnennung und Datierung

„J. Liengelbach 1664“.

In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Das Gemälde ist beim RKD in Den Haag unter der Nr.

61359 verzeichnet und wird dort aktuell Jan Griffier zugeschrieben,

Johannes Lingelbach (1622–1674) imitierend.

Gezeigt wird eine kleine elegante Gesellschaft, die an

einer Hafeneinfahrt diverse präsentierte Waren begutachtet.

Eine Dame in einem langen weiß-blauen Kleid

richtet ihren fragenden Blick auf einen Mann mit einem

weißen Turban und weist auf die am Boden liegende

Ware hin. Begleitet wird sie von einem schwarz gekleideten

Kavalier mit breitem Hut. Über eine Mauer hat

ein in Rot gekleideter sitzender Händler seinen wertvollen

Perserteppich ausgebreitet. Am unteren linken

Bildrand eine Dame, die diverse Gemüsesorten und

Geflügel zum Verkauf anbietet. Im Hintergrund die hinter

einer hohen Mauer an einem Hang liegende italienische

Stadt, unter hohem wolkenreichen Himmel.

Stimmungsvolle Malerei in überwiegend monochromer

Farbigkeit, wobei die weißen Kleidungsstücke einzelner

Figuren und das rote Gewand des Teppichhändlers

besonders hervorstechen.

Provenienz:

Bukowskis, Stockholm, 26. Mai 2003 – 28. Mai 2003,

Lot 393. (1460913) (2) (13)

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JAN GRIFFIER THE ELDER,

1645 AMSTERDAM – 1718 LONDON, ATTRIBUTED

TRADING SCENE WITH SHIPS OFF AN ITALIAN CITY

Oil on canvas. Relined.

67 x 91 cm.

Artist’s name and date “J. Liengelbach 1664” lower right.

The painting is listed at the RKD in The Hague under

no. 61359 and is currently attributed there to Jan Griffier

as imitating Johannes Lingelbach (1622–1674).

Provenance:

Bukowskis, Stockholm, 26 May 2003 – 28 May 2003,

lot 393.

Sistrix

€ 25.000 – € 35.000 INFO | BID

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105


288

ABRAHAM WILLAERTS,

1603 UTRECHT – 1669 EBENDA

ALLEGORIE AUF DEN STOLZ DER SEEFAHRT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

101 x 161 cm.

Links unten auf einem Fels signiert und datiert

„A WILLAERTS/1624“.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Im Vordergrund anlandendes Fischerboot und Männer

beim Kauf der gelöschten Ware. Dahinter Handelsund

Prunkschiffe sowie mehrere Fischerboote, wie wir

sie häufig im Werk Willaerts finden, wenngleich hier

bei besonders feiner Ausführung. Der Horizont am

rechten Hintergrund durch schroffen Fels mit Wassersturz

abgeschlossen, darauf eine festungsgleiche Bebauung,

die vielleicht in ihren Einzelelementen einen

realen Bezug haben könnte.

(1461356) (13)

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ABRAHAM WILLAERTS,

1603 UTRECHT – 1669 IBID.

ALLEGORY ON THE PRIDE OF SEAFARING

Oil on canvas. Relined.

101 x 161 cm.

Signed and dated “A WILLAERTS / 1624” lower left

on a rock.

Sistrix

€ 10.000 – € 14.000 INFO | BID

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107


289

THOMAS HEEREMANS,

1641 HAARLEM – 1694 EBENDA

EISVERGNÜGEN VOR DEN MAUERN

EINER MITTELALTERLICHEN STADT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

60 x 83,5 cm.

Rechts unten auf Holzgatter signiert

und datiert „Th Mans 1689“.

In dekorativem Rahmen.

Vor mittelalterlichen Stadtmauern bieten mehrere

Händler, teils aus ihren Pferdeschlitten, ihre Waren den

Besuchern zum Verkauf an. Daneben auf dem zugefrorenen

Poldersee sind zahlreiche Figuren bei winterlichen

Eisvergnügungen zu sehen. Über dem Geschehen

der hohe blaue Himmel, teils mit tief hängenden

Wolken, die Stimmung eines kalten Wintertages vermittelnd.

Typisch für den Künstler sind die mal von

links, mal von rechts, in den Bildraum hineinragenden

Figuren, die er sowohl im Sommer als auch im Winter

darstellt. Ein wiederkehrendes Element seiner Winterbilder

ist, wie hier, der Eisblock auf der linken Bildseite,

der schollenartig auf dem Eis liegt und dem Blick des

Betrachters Halt und Markierung gibt. Besonders bemerkenswert

sind der geschobene Schlitten mit zwei

Frauen in der Bildmitte sowie am rechten Rand ein

Schlitten in Form eines Löwen, in dem zwei elegante

Damen sitzen, gezogen von einem prächtig geschmückten

Pferd. Qualitätvolle Darstellung in der typischen

Manier des Künstlers, in überwiegend weißgrauen

und bräunlichen Farbtönen, aufgelockert durch

rote Kleidungsstücke der Figuren.

(1461341) (1) (18)

THOMAS HEEREMANS,

1641 HAARLEM – 1694 IBID.

ICE AMUSEMENTS OUTSIDE THE WALLS

OF A MEDIEVAL TOWN

Oil on canvas. Relined.

60 x 83.5 cm.

Signed and dated “Th Mans 1689” lower right

on a wooden gate.

€ 15.000 – € 18.000

Sistrix

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109


290

DIRCK HALS,

1591 HAARLEM – 1656 EBENDA, ZUG.

GESELLSCHAFT BEIM KARTENSPIEL

DIRCK HALS,

1591 HAARLEM – 1656 IBID., ATTRIBUTED

THE CARD PLAYERS

Öl auf Leinwand.

35 x 46 cm.

Um 1630 – 40.

In profiliertem Holzrahmen.

In einem Innenraum, der durch eine Karte, welche die

rückwärtige Wand ziert, näher definiert wird, eine um

einen Tisch sitzende Gruppe von Karten spielenden

und rauchenden Personen. Dem Spiel obliegt immer

auch eine Kritik, dem Raucher kann eine Vanitassymbolik

unterstellt werden.

Von Dirck Hals, dem Bruder des noch berühmteren

Frans Hals (1580 – 1666) sind uns zahlreiche vergleichbare

Gemälde mit Gesellschaften in Innenräumen

bekannt. Als Mitglied der St. Lukas-Gilde blieb er

Zeit seines Lebens in seiner Geburtsstadt Haarlem, in

der er sich auf eben solche beliebten Gesellschaftsstücke

konzentrierte. Seine Gemälde befinden sich

unter anderem im Musée du Louvre, in der National

Gallery in London und natürlich im Rijksmuseum in

Amsterdam. Motivische Ählichkeiten sind zu Caravaggio

und George de La Tour zu ziehen, wobei Dirck

Hals eine eher camaieuhafte Malweise inne liegt sowie

eine Freude am Spiel, wie sie auch in der Utrechter

Schule über liefert ist.

(1461639) (13)

Oil on canvas.

35 x 46 cm.

Ca. 1630 – 40.

€ 35.000 – € 50.000

(†) INFO | BID

Sistrix

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111


291

NIEDERLÄNDISCHER MALER

DES 17. JAHRHUNDERTS

Gemäldepaar

GEHOBENES INTERIEUR MIT FIGUREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

77 x 66 cm.

Das eine Gemälde zeigt in einem Innenraum elegant

gekleidete Kavaliere, von denen einer ein Glas Wein

hält, um es einem anderen Stehenden zu reichen, welcher

ihn jedoch misstrauisch und mit Fingerzeig auf

das Glas anblickt. Im Hintergrund rechts drei Männer

mit Hut an einem Tisch. Auf dem anderen Gemälde ist

erneut eine Runde gut gekleideter Kavaliere zu sehen

in einem Raum mit Fenster, durch das der Blick in eine

Landschaft im Licht der untergehenden Sonne zu erkennen

ist und neben dem an der Wand ein schwerer

grauer Vorhang hängt. Darunter die Männer an einem

Spieltisch, auf dem helle und schwarze Spielsteine liegen.

Besonders auffallend ein junger blonder Mann mit

schwarzer Samtjacke und leger über seinem rechten

Arm herabhängendem Mantel, der sich zurückgelehnt

hat. Qualitätvolle feine Malerei mit vielen Details und

ausgewogener Lichtführung.

Anmerkung:

Das Gemäldepaar wurde 2001 verkauft von Robert

Noortman, Maastricht, als Arbeiten von Simon Kick

(1603 Delft – 1652 Amsterdam). (1461346) (1) (18)

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DUTCH SCHOOL, 17TH CENTURY

A pair of paintings.

ELEGANT INTERIOR WITH FIGURES

Oil on canvas. Relined.

77 x 66 cm.

Notes:

The pair of paintings was sold in 2001 by Robert

Noortman, Maastricht as works by Simon Kick

(1603 Delft – 1652 Amsterdam).

Sistrix

€ 13.000 – € 15.000 INFO | BID

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113


292

PIETER SYMONSZ POTTER,

1597 ENKHUIZEN – 1652 AMSTERDAM,

ZUG.

JOSEPH DEUTET SEINEN MITGEFANGENEN

DIE TRÄUME

Öl auf Holz.

36,5 x 48 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Darstellung nach dem Alten Testament (Gen 39): Der

junge Joseph geriet aufgrund der falschen Beschuldigung,

die Frau des Potifars verführt zu haben, in Kerkerhaft.

Gezeigt wird hier, wie er seinen Mitgefangenen

– dem Oberbäcker und Obermundschenk des

Pharaos, die Träume deutet.

Gemäß dem Biographen Houbraken war der Maler

Stadtsekretär von Enkhuizen, Vater von Pieter I Potter

und Großvater des Pieter II. Nach Angaben der RKD

arbeitete er zunächst als Glasmaler, studierte 1628 in

Leiden die Ölmalerei und wurde 1646 in die Lukasgilde

aufgenommen.

PIETER SYMONSZ POTTER,

1597 ENKHUIZEN – 1652 AMSTERDAM,

ATTRIBUTED

JOSEPH INTERPRETING THE DREAMS OF HIS FEL-

LOW PRISONERS

Oil on panel.

36.5 x 48 cm.

Literature:

cf. Eric Jan Sluijter, Rembrandt’s Rivals. History

Painting in Amsterdam 1630 – 1650, Amsterdam/

Philadelphia 2015.

Regarding the artist see: Arnold Houbraken, De

groote schouburgh der Nederlantsche konstschilders

en schilderessen [...], vol. 2, ’s-Gravenhage 1719,

pp. 125 – 126.

€ 15.000 – € 20.000

Sistrix

INFO | BID

Literatur:

Vgl. Eric Jan Sluijter, Rembrandt’s Rivals. History

Painting in Amsterdam 1630 – 1650, Amsterdam/

Philadelphia 2015.

Zum Künstler siehe: Arnold Houbraken, De Groote

Schouburgh Der Nederlantsche Konstschilders En

Schilderessen [...], Bd. 2, ’s Gravenhage 1719,

S. 125 –126. (1461364) (11)

114 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.


293

PIETER SYMONSZ POTTER,

1597 ENKHUIZEN – 1652 AMSTERDAM,

ZUG.

JOSEPH WIRD VON POTIFARS FRAU BESCHULDIGT

Öl auf Holz. Parkettiert.

40 x 52 cm.

Verso rotes Lacksiegel mit Wappen.

Darstellung nach dem Alten Testament (Gen 39): Der

junge Joseph wird während seines Aufenthalts in

Ägypten von der Frau seines Dienstherrn Potifar, eines

Ministers des Pharaos, zu Unrecht der Verführung bezichtigt,

wobei ein Diener das zerrissene Kleid Josephs

als Beleg vorführt. Die Gestalt links außerhalb der Szene

könnte Moses, der Autor der fünf ersten Bücher

der Bibel, darstellen. Der Maler schuf das Bildthema

ein weiteres Mal (38 x 45 cm, Sotheby’s Juli 2000);

seine Figuren erscheinen überwiegend in derselben

Komposition.

Gemäß dem Biographen Houbraken war der Maler

Stadtsekretär von Enkhuizen, Vater von Pieter I Potter

und Großvater von Pieter II. Nach Angaben der RKD

arbeitete er zunächst als Glasmaler, studierte 1628 in

Leiden die Ölmalerei und wurde 1646 in die Lukasgilde

aufgenommen.

PIETER SYMONSZ POTTER,

1597 ENKHUIZEN – 1652 AMSTERDAM,

ATTRIBUTED

JOSEPH ACCUSED BY POTIPHAR’S WIFE

Oil on panel. Parquetted.

40 x 52 cm.

Red lacquer seal with coat of arms on the reverse.

The painter created the same subject once more (38 x

45 cm, Sotheby’s July 2000); his figures are mostly

reproduced in the same composition.

Literature:

cf. Eric Jan Sluijter, Rembrandt’s Rivals. History

Painting in Amsterdam 1630 – 1650, Amsterdam/

Philadelphia 2015, ill. V-72.

Regarding the artist see: Arnold Houbraken, De

groote schouburgh der Nederlantsche konstschilders

en schilderessen [...], vol. 2, ’s-Gravenhage 1719,

pp. 125 – 126.

€ 15.000 – € 20.000

Sistrix

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Literatur:

Vgl. Eric Jan Sluijter, Rembrandt’s Rivals. History

Painting in Amsterdam 1630 – 1650, Amsterdam/

Philadelphia 2015, Abb. V-72.

Zum Künstler siehe: Arnold Houbraken, De Groote

Schouburgh Der Nederlantsche Konstschilders

En Schilderessen [...], Bd. 2, ’s Gravenhage 1719,

S. 125 –126. (1461365) (11)

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115


294

PETER PAUL RUBENS,

1577 SIEGEN – 1640 AMSTERDAM,

NACHFOLGE DES

MELEAGER UND ATALANTA AUF DER JAGD

NACH DEM KALYDONISCHEN EBER

Öl auf Kupfer.

68 x 88 cm.

Verkleinerte Darstellungs-Wiederholung nach dem

Gemälde von Peter Paul Rubens von 1616/20 mit den

Abmessungen 257 x 416 cm, das sich in den Sammlungen

des Kunsthistorischen Museums in Wien befindet

(Inv.Nr. 523).

(1462178) (11)

PETER PAUL RUBENS,

1577 SIEGEN –1640 AMSTERDAM, FOLLOWER OF

MELEAGER AND ATALANTA IN PURSUIT OF THE

CALYDONIAN BOAR

Oil on copper.

68 x 88 cm.

Reduced reproduction of the painting by Peter Paul

Rubens from 1616/20, measuring 257 x 416 cm, which

is in the collections of the Kunsthistorisches Museum

in Vienna (inv. no. 523).

€ 25.000 – € 35.000

Sistrix

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295

PETER PAUL RUBENS,

1577 SIEGEN – 1640 AMSTERDAM,

KREIS/NACHFOLGE DES

DER LIEBESGARTEN

Öl auf Leinwand.

161 x 194 cm.

In floral verziertem Rahmen.

Das Bildsujet wurde aufgrund der großen Beliebtheit,

sowohl des Themas als auch des Meisters, mehrfach

wiederholt und kopiert. Das zuerst entstandene, weit

größerformatige Original (198 x 283 cm) ist im Museo

del Prado zu sehen. Bekanntlich schuf Rubens dieses

Bild von 1632 ohne Auftrag, lediglich aus privatem Interesse,

als Liebeserklärung an seine zweite Frau Helene

Fourment, die er 1630, im Alter von 53 Jahren, heiratete,

während sie erst 16 Jahre alt war. Das Gemälde

wird allgemein als Ausdruck des barocken glücklichen

Lebensgefühls des Malers verstanden. Die Darstellung

zeigt eine mehrfigurige Gesellschaft in einem

Park von fantasievoller Architektur mit gewaltigen

toskanischen Säulen. Rubens verewigte sich und seine

junge Gemahlin hierin mehrfach. Zwischen den

höfisch-elegant gekleideten Figuren tänzeln und

schweben geflügelte Amoretten, davon zwei in heftigen

Bewegungen neben einer nackten Brunnenfigur

rechts oben. Im Gegensatz zur Erstausführung im Prado

wurde hier auf die beiden fliegenden Putti in der linken

oberen Ecke verzichtet und anstelle des blauen Wolkenhimmels

werden dunkle Laubbäume gezeigt, was

der Szene eine abendliche Stimmung verleiht. Dieses

Gemälde zeigt deutlich den Einfluss von Rubens, dessen

produktive Werkstatt eine Fülle von Werken hervorbrachte,

die nicht immer direkt vom Meister selbst

ausgeführt wurden.

(1460205) (1) (10)

PETER PAUL RUBENS

1577 SIEGEN – 1640 AMSTERDAM,

CIRCLE/ FOLLOWER OF

THE GARDEN OF LOVE

Oil on canvas.

161 x 194 cm.

The painting was repeated and copied numerous

times due to the great popularity of the artist and the

subject. The original, much larger version (198 x 283

cm), is on display at the Museo del Prado. Famously,

Rubens created this painting in 1632 without a commission,

purely out of personal interest, as a declaration

of love for his second wife, Helene Fourment. In

contrast to the Prado painting, the two flying putti in

the upper left corner have been omitted here. Instead

of the blue sky with clouds, dark deciduous trees are

depicted conveying an evening atmosphere.

€ 15.000 – € 25.000

Sistrix

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117


296

WILHELM SCHUBERT VAN EHRENBERG,

1630 ANTWERPEN – 1676 EBENDA, ZUG.

KIRCHENINTERIEUR MIT FIGUREN

WILHELM SCHUBERT VAN EHRENBERG,

1630 ANTWERP – 1676 IBID., ATTRIBUTED

CHURCH INTERIOR WITH FIGURES

Öl auf Leinwand. Doubliert.

128 x 113,5 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Blick von erhöhtem Standpunkt in das prachtvolle Mittelschiff

einer großen Kirche, das an den Petersdom in

Rom erinnert, mit mehreren, meist elegant gekleideten

Figuren und einem Priester in Rückenansicht, der

vor dem Hauptaltar steht, über dem ein Mariengemälde

hängt. Das Licht fällt von rechts in das Innere und

beleuchtet die rechtsseitigen Rundbögen, während

der Altarraum gänzlich erhellt wird. Die kleinen Figuren

dienen auch als Vergleich, um die Höhe und Größe dieser

Kirche zu zeigen. Das Kircheninnere in ruhigen Farben,

überwiegend in Beige-Braun wiedergegeben, belebt

durch die Staffagefiguren. Höchst qualitätvolle

Malerei.

Oil on canvas. Relined.

128 x 113.5 cm.

€ 15.000 – € 25.000

Sistrix

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Anmerkung:

Wilhelm Schubert van Ehrenberg oder Willem Schubart

van Ehrenberg war ein flämischer Maler, der sich

auf Architekturmalereien spezialisierte, darunter reale

und imaginäre Kirchenräume, Renaissancepaläste

und Gemäldegalerien. (1462373) (18)

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119


297

JAN VAN KESSEL D. Ä.,

1626 ANTWERPEN – 1679 EBENDA, ZUG.

BLUMENVASE MIT INSEKTEN

Öl auf Holz.

20 x 16,5 cm.

In Wellenleistenrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñiscola,

3. Oktober 2025, in Kopie.

In einer angedeuteten Nische steht auf einer Steinplatte

eine stark gebauchte entfärbte Glasvase mit seitlich

ansetzenden Bogenhenkeln und Perlstabkniffen. Darin

eine mächtige Pfingstrose nebst Vergissmeinnicht und

Schwertlilien, sowie einige Insekten.

JAN VAN KESSEL THE ELDER,

1626 ANTWERP – 1679 IBID., ATTRIBUTED

FLOWER VASE WITH INSECTS

Oil on panel.

20 x 16.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,

Peñiscola, dated 3 October 2025, in copy.

Literature:

cf. Klaus Ertz and Christa Nitze-Ertz, Die Maler Jan van

Kessel. Kritischer Katalog der Gemälde, Lingen 2012.

€ 16.000 – € 22.000

Sistrix

INFO | BID

Literatur:

Vgl. Klaus Ertz und Christa Nitze-Ertz, Die Maler Jan

van Kessel. Kritischer Katalog der Gemälde, Lingen

2012. (1460203) (1) (13)

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298

ALEXANDER ADRIAENSSEN,

1587 ANTWERPEN – 1661 EBENDA

Alexander Adriaenssen war ein flämischer Barockmaler,

bekannt für seine Stillleben mit Essen und Blumen.

1610 wurde er Meister der Gilde des Heiligen

Lukas von Antwerpen. Mit seiner Spezialisierung auf

Still leben machte er sich bald einen Namen. Peter

Paul Rubens (1577 – 1640) war ein Bewunderer des

Künstlers und kaufte von ihm zwei Werke. Auch

Anthonis van Dyck (1599 – 1641) schätzte die Werke

des Künstlers und malte sein Portrait, das auch gestochen

wurde.

BLUMENSTILLLEBEN

Öl auf Kupfer.

23 x 18 cm.

In Wellenleistenrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñiscola,

12. September 2025, in Kopie.

Auf einer angedeuteten Steinplatte eine gefußte Balustervase

mit darin befindlichem Rosenbouquet und auf

der Platte liegenden Blütenblättern. Ein gut vergleichbares

Gemälde, das die gleiche Glasvase zeigt und im RKD

in Den Haag als von der Hand des Künstlers anerkannt

ist, wurde einst bei Sotheby’s London am 30. Oktober

1996 unter Lot 27 versteigert.

(1460204) (1) (13)

ALEXANDER ADRIAENSSEN,

1587 ANTWERP – 1661 IBID.

FLORAL STILL LIFE

Oil on copper.

23 x 18 cm.

Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,

Peñiscola, dated 12 September 2025, in copy.

A similar painting, depicting the same glass vase, is

listed at the RKD in The Hague as by the hand of the

artist and was sold at Sotheby’s, London on 30 October

1996, lot 27.

€ 18.000 – € 22.000

Sistrix

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121


299

HENDRIK VAN DER BORCHT D. Ä.,

1583 BRÜSSEL – 1651 FRANKFURT

BLUMENSTRAUSS IN EINER SILBERVASE

Öl auf Holz.

43 x 28 cm.

Beigegeben Dokumentation von Violette Doclo, Kuratorin

des Archievenfonds voor Schone Kunsten, in Kopie.

Um die Farbwirkung der Frühlingsblüten, wie Tulpen,

Narzissen, Anemonen, einer Schachbrettblume und

Bartnelken besonders zur Geltung zu bringen, präsentiert

sich das Stillleben vor schwarzem Hintergrund.

Lediglich die graue Stellplatte und die dekorativ getriebene

bauchige Vase mit eingezogenem Rundfuß nehmen

in der Farbskala durch Grau- und Silbertöne einen

eleganten, auch überleitenden Mittelwert ein. Das volutierende

Akanthusmotiv der Vase entspricht dem Dekorationsstil

der Zeit des Hochbarock des 17. Jahrhunderts.

Die Blumenpracht ist farblich zurückhaltend,

aber dennoch aufleuchtend, ein Stilmerkmal des genannten

Meisters.

Die Themen- und Stilverwandtschaft des Gemäldes

hat bereits in der Vergangenheit dazu geführt, das Gemälde

dem Maler Georg Flegel (1563–1638), beziehungsweise

dessen Kreis zuzuweisen. Dieses ist insofern

verständlich, da Hendrik van der Borcht ein

Schüler Flegels war. Ähnliche Blumenstillleben in reich

dekorierten Metallvasen finden sich auch in Flegels

Werk. So steht etwa dessen „Großer Blumenstrauß in

Prunkvase zwischen Broten, Nüssen und Feigen“

(Hampel 11. April 2013) als überzeugender Vergleich da.

Gegenüber den Blumenstücken Flegels hat van der

Borcht jedoch auf das sehr üppige Beiwerk am Fuß der

Vase verzichtet, was dem Bild Ruhe verleiht. A. R.

(14616318) (11)

HENDRIK VAN DER BORCHT THE ELDER,

1583 BRUSSELS – 1651 FRANKFURT

BOUQUET IN SILVER VASE

Oil on panel.

43 x 28 cm.

Accompanied by documentation by Violette Doclo,

curator of the Archievenfonds voor Schone Kunsten,

in copy.

The volute acanthus motif of the vase is typical for high

Baroque decorative style of the 17th century. Due to

similarities in style and subject it has previously been

assumed that the painting can be attributed to the

painter Georg Flegel (1563–1638) or his circle respectively.

This is understandable insofar Hendrik van der

Borcht was one of his students.

€ 60.000 – € 80.000 (†)

Sistrix

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300

JAN BRUEGHEL D. Ä.,

1568 BRÜSSEL – 1625 ANTWERPEN,

NACHFOLGE DES 19. JAHRHUNDERTS

BLUMENSTRAUSS

Öl auf alter Eichenholzplatte mit abgeschrägten Ecken.

65,5 x 50 cm.

Verso Festigungsklötzchen an den Verleimungen, ferner

Aufkleber mit zwei roten Lacksiegeln und Nummerierungen

in alter Schreibweise.

Im Flammleisten-Rahmen.

Beigegeben ein dendrochronologischer Untersuchungsbericht

von Prof. Dr. Peter Klein, Zentrum Holzwirtschaft

der Universität Hamburg, 12. September 2013, in Kopie.

Das auf alter Eichenholzplatte gemalte Blumenstillleben

wiederholt das von Brueghel geschaffene Werk,

das sich im Staatlichen Museum in Berlin befindet, in

extrem gekonnter Feinmalerei und exakter Detailwiedergabe.

Gezeigt ist ein üppiger Blumenstrauß in einer

an der Wandung bilddekorierten Kugelvase, daneben

auf der Tischplatte Blütenkranz, Käfer und ein Johannisbeerzweig.

Die erstaunliche Fertigkeit dieser Maltechnik

ist bewundernswert. Auch die Eckabschrägungen,

die an dem Originalbild wohl erst später erfolgten, sind

hier übernommen worden. Das Original entstand laut

Forschung und dem Werkverzeichnis von Klaus Ertz

um 1620 (WVZ Bd. 3, S. 966 f, Nr. 455.). Das Alter der

Eichenholzplatte wurde dendrochronologisch auf die

Fälldatumsjahre vor 1612 datiert.

(1461784) (11)

JAN BRUEGHEL THE ELDER,

1568 BRUSSELS – 1625 ANTWERP,

FOLLOWER OF THE 19TH CENTURY

BOUQUET OF FLOWERS

Oil on old oak panel with bevelled corners.

65.5 x 50 cm.

On the reverse, reinforcement blocks at the glued

joints, also sticker with two red wax seals and numbering

in old style.

Accompanied by a dendrochronological examination report

by Prof. Dr. Peter Klein, Centre for Wood Science at

the University of Hamburg, 12 September 2013, in copy.

The floral still life painted on an old oak panel replicates

Brueghel's work, which is housed in the State Museum

in Berlin, with extremely skilful fine painting and

precise detail. According to research and Klaus Ertz's

catalogue raisonné, the original was created around

1620 (WVZ Vol. 3, p. 966 f, No. 455.). The age of the

oak panel was determined dendrochronologically to be

from before 1612.

CITES export restrictions – sale in the EU only (frame).

€ 10.000 – € 12.000

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123


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301

JEAN-BAPTISTE DESHAYS DE COLLEVILLE,

1729 COLLEVILLE – 1765 ROUEN, ZUG.

Set von drei Supraporten

MYTHOLOGISCHE DARSTELLUNGEN

Öl auf Leinwand, auf Holzplatte.

Eine ca. 125 x 80 cm.

Die beiden anderen ca. 88 x 67 cm.

Jeweils in vergoldeten geschwungenen und mit

Dekor verzierten Rahmen.

Die Darstellungen gehen wohl auf Ovids „Metamorphosen“

zurück. Auf den kleineren Gemälden ist u. a.

der Hirtengott Pan hinter Schilf zu sehen, der sich in die

halb liegende, schöne nackte Wassernymphe Syrinx

verliebt, die vor ihm flieht, um seinen körperlichen Begehren

zu entkommen. Auf ihr Bitten hin wird sie auf

der Flucht vom Flussgott Ladon in Schilfrohr verwandelt.

Auf dem größeren Gemälde ist der Flussgott in

Rückenansicht langgestreckt liegend wiedergegeben,

daneben der üblicherweise bei der Darstellung von

Flussgöttern beigegebene Krug. Erzählerische, teils farbenfrohe

Darstellungen, die als Supraporten eines Raumes

oder einer Raumfolge meist in Schlössern als dekorative

Ausstattung dienten.

(1461456) (1) (18)

JEAN-BAPTISTE DESHAYS DE COLLEVILLE,

1729 COLLEVILLE – 1765 ROUEN, ATTRIBUTED

Set of three overdoor panels.

MYTHOLOGICAL SCENES

Oil on canvas, laid on panel.

One ca. 125 x 80 cm.

The two others ca. 88 x 67 cm.

The depictions are likely based on Ovid’s Metamorphoses.

They are narrative, sometimes colourful depictions

that served as decorative elements, usually as

overdoor panels in a room or series of rooms, typically

in palaces.

€ 25.000 – € 35.000

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125


302

ALESSANDO LONGHI,

1733 VENEDIG – 1813 EBENDA, ZUG.

GERICHTSSZENE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

60 x 54 cm.

In ornamentalem Rahmen.

Die Interieurszene zeigt eine Angeklagte, die bittend

im Vordergrund kniet. Ihr zur Seite ist ein Anwalt, der

hitzig mit den Mitgliedern eines Ermessensgerichtes

debattiert. Diese tragen dieselben Gewänder und

Perücken, um ihre einheitliche Stellung deutlich zu

machen.

Literatur:

Vgl. F. Pedrocco, Opere inedite o poco note di Alessandro

Longhi, in „Venezia arti“, 7, 1993, S. 181 – 185.

Vgl. T. Pignatti, Pietro e Alessandro Longhi, 1995,

in Splendori del Settecento veneziano, catalogo

della mostra a cura di G. Nepi Scirè, Milano 1995,

S. 343 – 369.

Vgl. S. Aloisi, Un inedito ritratto di Alessandro Longhi

in Friuli, in „Ce fastu?“, 73, 1997, 1, S. 111 – 114.

Vgl. G. Pavanello, Una „Madonna“ di Giandomenico

Tiepolo e un „Ritratto“ di Alessandro Longhi, in

„Arte veneta“, 53, 1998, S. 146–150.

Vgl. P. Delorenzi, Alessandro Longhi, Pittore e incisore

del Settecento veneziano, Università Ca’ Foscari,

Venezia 2010. (14623315) (10)

ALESSANDRO LONGHI,

1733 VENICE – 1813 IBID., ATTRIBUTED

COURTROOM SCENE

Oil on canvas. Relined.

60 x 54 cm.

cf. F. Pedrocco, Opere inedite o poco note di

Alessandro Longhi, in „Venezia arti“, 7, 1993,

pp. 181 – 185.

cf. T. Pignatti, Pietro e Alessandro Longhi, 1995, in

Splendori del Settecento veneziano, catalogo della

mostra a cura di G. Nepi Scirè, Milano 1995,

pp. 343 – 369.

cf. S. Aloisi, Un inedito ritratto di Alessandro Longhi

in Friuli, in „Ce fastu?“, 73, 1997, 1, pp. 111 – 114;

cf. G. Pavanello, Una "Madonna“ di Giandomenico

Tiepolo e un „Ritratto“ di Alessandro Longhi, in

„Arte veneta“, 53, 1998, pp. 146 – 150.

cf. P. Delorenzi, Alessandro Longhi, Pittore e incisore

del Settecento veneziano, Università Ca’ Foscari,

Venezia 2010.

€ 40.000 – € 60.000 (†) INFO | BID

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127


303

GIOVANNI MARTINELLI,

UM 1610 – 1659/68 FLORENZ, ZUG.

PORTRAIT EINER DAME

Öl auf Leinwand. Doubliert.

43 x 31 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Vor unbestimmtem Grund, leicht nach links gewandt,

Darstellung einer jungen Frau mit reichem Hals- und

Ohrschmuck sowie rotem Haarband. Eine ähnliche Darstellung

verzeichnet in der Fototeca Zeri, Nr. 130422.

(1462252) (13)10

GIOVANNI MARTINELLI,

CA. 1610 – 1659/68 FLORENCE, ATTRIBUTED

PORTRAIT OF A LADY

Oil on canvas. Relined.

43 x 31 cm.

A similar depiction is listed in the Fototeca Zeri,

no. 130422.

€ 9.000 – € 15.000

Sistrix

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304

CRYN HENDRICKSZ. VOLMARYN,

UM 1604 – 1645

DER WEINTRINKER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

97 x 84 cm.

In ebonisiertem Rahmen mit Goldleiste.

Beigegeben ein Gutachten von Didier Bodart vom 5. Juni

1998, in Kopie.

Vor unbestimmtem Hintergrund in abendlicher Stimmung

ein am Tisch sitzender, junger, bärtiger Mann, in

der einen Hand ein gefülltes Weinglas, in der anderen

Hand einen Dolch haltend. Mit gestreiftem Wams und

einer Straußenfeder am Hut.

Literatur:

Vgl. Benedict Nicolson, Candlelight Pictures from

the South Netherlands, in: The Burlington Magazine,

CVIII, 1966, S. 253–254. (1462174) (13)

CRYN HENDRICKSZ VOLMARYN,

CA. 1604 – 1645

THE WINE DRINKER

Oil on canvas. Relined.

97 x 84 cm.

Accompanied by an expert’s report by Didier Bodart,

dated 5 June 1998, in copy.

Literature:

cf. Benedict Nicolson, Candlelight Pictures from

the South Netherlands, in: The Burlington Magazine,

CVIII, 1966, pp. 253–254.

€ 15.000 – € 20.000

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129


305

MELCHIOR DE HONDECOETER,

1636 UTRECHT – 1695 AMSTERDAM, ZUG.

PARKLANDSCHAFT MIT TRUTHAHN

UND ANDEREM FEDERVIEH

Öl auf Leinwand. Doubliert.

187 x 297 cm.

Ungerahmt.

Links am Rand leitet eine gestaffelte Brunnenanlage

hinter rosa Blüten in das Bild ein, das im Vordergrund

eine detailreiche Ansammlung von Federvieh zeigt,

hinter einem Zaun jedoch eine Palastanlage, dessen

Vorhof soeben von Gästen beschritten wird.

(14504513) (13)

MELCHIOR DE HONDECOETER,

1636 UTRECHT – 1695 AMSTERDAM, ATTRIBUTED

PARK LANDSCAPE WITH TURKEY

AND OTHER POULTRY

Oil on canvas. Relined.

187 x 297 cm.

€ 35.000 – € 45.000 (†) INFO | BID

Sistrix

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306

ANIELLO ASCIONE,

1680 – 1708, ZUG.

In Neapel tätiger Künstler, der unter dem Einfluss des

Abraham Brueghel (1631 – 1697) stand. Seine Werke

sind in den Museen in und um Neapel, aber auch im

Museum in Budapest zu finden.

Gemäldepaar

STILLLEBEN MIT BLUMEN UND FRÜCHTEN

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.

111 x 157 cm.

In breitem mit Goldornamenten verziertem Rahmen.

Überaus reizvolle auf Fernansicht ausgeführte Stillleben

inmitten einer Parklandschaft, die durch einen

Hahn bzw. ein Vogelpaar verlebendigt wird. Blumenarrangements

sind in das architektonische Gefüge ebenso

geschickt eingebunden wie landestypische, teils

geöffnete Früchte und Glas- oder Keramikgefäße.

(14609614) (13)

ANIELLO ASCIONE,

1680 – 1708, ATTRIBUTED

Pair of paintings

STILL LIFE WITH FLOWERS AND FRUIT

Oil on canvas. Old relining.

111 x 157 cm.

€ 18.000 – € 24.000

Sistrix

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131


307

NICCOLÒ CASSANA,

1659 GENUA ODER VENEDIG – 1714 LONDON

Cassana, der bei seinem Vater Giovanni Francesco

Cassana lernte, war ein äußerst erfolgreicher Maler in

Venedig, der besonders für seine Portraits gerühmt

wurde. Nach einem Aufenthalt in Düsseldorf ab 1711

zog er nach London, wo er 1713 verstarb.

PORTRAIT EINES EDELMANNES MIT DEGEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

105 x 87 cm.

In marmoriertem Profilrahmen mit vergoldeten Akanthusornamenten.

Beigegeben eine schriftliche Bestätigung von Anna

Orlando, Oktober 2018, in Kopie.

Vor dem im Chiaroscuro gesetzten, eine Innenwand suggerierenden

Hintergrund das halbfigurige Bildnis eines

leicht nach links gewandten jungen Mannes in purpurrotem

Wams mit Goldknöpfen, eine Hand in die Hüfte gestützt,

die andere an den silbergewickelten Griff eines

Degens gelegt. Der Blick rechts aus dem Bildfeld gerichtet,

ein gezwirbelter Schnurrbart die starkroten Lippen

überspannend. Cassana, dessen Selbstbewusstsein der

gebotenen Malqualität entsprochen haben mag, bot als

23- oder 24-jähriger noch unbekannter Künstler den

Medici in Florenz ein Selbstportrait für deren Galerie berühmter

Maler an. Zwar lernte er in Venedig, war dann

aber meist in Florenz tätig, wo wir einige seiner Werke

heute in den Uffizien finden. Wie häufig in seinen Portraits

kulminieren auch in diesem Werk venezianische

Einflüsse und der weitreichende Arm Anthonius van

Dycks. Mit anhängendem Etikett des Hauses Sotheby’s.

(1390112) (13)

NICCOLÒ CASSANA,

1659 GENOA OR VENICE – 1714 LONDON

PORTRAIT OF A NOBLEMAN WITH SWORD

Oil on canvas. Relined.

105 x 87 cm.

Accompanied by an expert’s report by Anna Orlando,

October 2018, in copy.

€ 12.000 – € 18.000 (†)

Sistrix

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308

JOHANN KUPETZKY,

1666/67 PRAG – 1740 NÜRNBERG, ZUG.

Johann Kupetzky war ein böhmischer Portraitmaler

des Barock. 1682 ging er in die Schweiz, um in Luzern

Malerei zu studieren. Einige Jahre später studierte er

an der Wiener Akademie. Nachdem er danach über 22

Jahre als freischaffender Maler in Rom gearbeitet hatte,

kehrte er 1708/09, einer Berufung des Fürsten

Adam von Liechtenstein folgend, nach Österreich zurück

und ließ sich in Wien nieder. Durch seine Portraits

wurde er zum Günstling der Kaiser Leopold I und Joseph

I und damit auch des gesamten Wiener Adels. So

zeigen seine Portraits fast ausschließlich bedeutende

Persönlichkeiten der Zeit.

PORTRAIT DES KARL ALBRECHT VON BAYERN

Öl auf Leinwand.

Sichtmaß: 90 x 73 cm.

Rahmen mit alter Plakette mit Namensnennung des

Dargestellten und Kupetzkys.

In aufwendig gestaltetem vergoldetem Rahmen mit

hochovalem Ausschnitt.

Das ausdrucksstarke Ölgemälde zeigt Karl Albrecht

(1697 – 1745), den ältesten Sohn des bayerischen Kurfürsten

Max Emanuel und seiner zweiten Ehefrau Therese

Kunigunde. Im Jahr 1742 wurde er zum römischdeutschen

Kaiser (Karl III) gekrönt.

(1451272) (13)

€ 6.000 – € 8.000

Sistrix

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309

JORIS VAN SON,

1623 ANTWERPEN – 1667 EBENDA, ZUG.

GROSSES PRUNKSTILLLEBEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

95 x 138 cm.

Auf der Tischplatte datiert „1652“.

In vergoldetem Kassettenrahmen.

Auf einer breiten Holzplatte, die partiell von einem weißen

und einem grünen Tischtuch bedeckt ist, sehen

wir einige vergoldete Prunkgefäße wie einen Römerhalter,

einen liegenden Nautilus, eine Wanli-Schale sowie

zahlreiche Früchte, einen angeschnittenen Schinken,

Pasteten und ein sich vom Hintergrund schwach

abzeichnendes, gefülltes Glas.

Provenienz:

Auktion William Doyle Galleries New York, 25. Januar

2024, Lot 515.

Auktion Sotheby Parke Bernet, New York, 4. Juni

1980, Lot 24, als Art des Abraham van Beijeren.

Auktion Sotheby Parke Bernet, New York, 11. Juni

1981, Lot 43, als Schule des Joris van Son.

Eigentum aus einem Fifth Avenue Apartment, New

York, bis 25. Januar 2024.

Anmerkung:

Eine kleinere Version des Gemäldes aus der Werkstatt

von Joris van Son, die auf 1651 datiert ist, wurde

am 5. Dezember 2012 bei Christie’s unter Lot 134

verkauft. Auf das hier angebotene Gemälde wurde in

dem damaligen Text Bezug genommen, wie dem Vorbesitzer

von Sabine van Beek vom RKD in Den Haag

bestätigt wurde. (1450981) (13)

JORIS VAN SON,

1623 ANTWERP – 1667 IBID., ATTRIBUTED

MAGNIFICENT LARGE STILL LIFE

Oil on canvas. Relined.

95 x 138 cm.

Dated “1652” on the tabletop.

Provenance:

Auction William Doyle Galleries, New York,

25 January 2024, lot 515.

Auction Sotheby Parke Benet, New York, 4 June

1980, lot 24 as Abraham van Beijeren, style of

Auction Sotheby Parke Benet, New York, 11 June

1981, lot 43, school of Jors van Son.

Property from a Fifth Avenue Apartment, New York,

until 25 January 2024.

Notes:

A smaller version of the painting from the workshop

of Joris van Son, dated 1651, was sold at Christie’s

on 5 December 2012, under lot 134. The present

painting was referred to in the text at the time, as

confirmed to the previous owner by Sabine van Beek

of the RKD in The Hague.

€ 6.000 – € 8.000

Sistrix

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133


310

FLÄMISCHE SCHULE DES 17./18. JAHRHUNDERTS

DIE HEILIGE FAMILIE IM BLUMENKRANZ

Öl auf Leinwand. Doubliert.

85 x 115 cm.

In ebonisiertem Rahmen mit weißer Innenleiste.

Vor abgedunkeltem Fond eine liegende Ovalkartusche.

Darin im Zentrum Maria mit dem Kinde und Joseph

sowie zwei weiteren Personen. Von der Hand eines

anderen Malers gestaltete aufwändige Blütenumrandung

vor Trompe l’œil Kartusche mit zahlreichen verschiedenen

Blumen wie Rosen, Lilien, Wicken, Nelken

und Anemonen.

(1461354) (13)

FLEMISH SCHOOL,

OF THE 17TH/18TH CENTURY

THE HOLY FAMILY IN FLORAL WREATH

Oil on canvas. Relined.

85 x 115 cm.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

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311

CONRAD MEYER,

1618 ZÜRICH – 1689 EBENDA, ZUG.

BLUMENSTÜCK IN PARKLANDSCHAFT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

94 x 123 cm.

Rechts auf dem Pilaster wohl posthum signiert und

datiert „Conrad Meyer f./A° 1670“.

In teilvergoldetem Rahmen.

Eine von architektonischen Elementen verschiedener

Höhe gegliederte Parklandschaft, die rückwärtig mit

einer Böschung abschließt und mit einem vorgelagerten

Blumenstück verschiedener Couleur.

(1450245) (13)

CONRAD MEYER,

1618 ZURICH – 1689 IBID., ATTRIBUTED

FLORAL PIECE IN PARK LANDSCAPE

Oil on canvas. Relined.

94 x 123 cm.

Signed and dated “Conrad Meyer f./A° 1670” on pilaster

on the right, probably later, in posthumous.

€ 12.000 – € 15.000

Sistrix

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312

ANDRIES DANIELS,

UM 1580 – 1640, ZUG.

PRÄCHTIGER BLUMENKRANZ MIT DER HEILIGEN

FAMILIE MIT JOHANNES UND ELISABETH, SOWIE

INSEKTEN, FRÜCHTEN UND GARNELEN

Öl auf Holz. Parkettiert.

104 x 72,5 cm.

In ornamental verziertem Rahmen.

Vor abgedunkeltem Fond ein hochovaler üppiger Blumenkranz

mit Kaiserkrone, Schneeball, Tulpen, Lilien,

Rosen, Kornblumen, Studentenblumen, Vergissmeinnicht

und weiteren Blüten, in stark raumgreifender

Weise angeordnet. Das prächtige Leben des Kranzes

wird durch sich in Bewegung befindliche Insekten belebt

– wie einer Libelle oben links, eine auf dem

Schneeball sitzende Schlupfwespe sowie ein Schmetterling,

der im Begriff ist, den Blumenkranz fliegend zu

verlassen. Der Schmetterling steht für Auferstehung

und Erlösung, während die anfliegende Libelle oben

links als Hinweis auf den nahenden Tod Christi gelesen

werden kann. Innerhalb des Blütenkranzes ein außergewöhnliches

Motiv, das aus keinem vergleichbaren

Bild des 17. Jahrhunderts bekannt ist: ein hochovaler

zweiter Ring mit Früchten und Garnelen. Auf einem

mittelgrauen Fond sind Trauben, Pflaumen, Birnen,

Pfirsiche, Zitrusfrüchte, Himbeeren, Erdbeeren, Rettiche

und Garnelen drapiert, ebenso eine rechts platzierte

Schnecke mit ihrem Schneckenhaus an einem Johannisbeerzweig.

Das starkfarbige Ensemble wirkt auf

den ersten Blick besonders frisch, doch beim genauen

Hinsehen der Vanitas-Gedanke auch hier offenbar:

mehrere Früchte zeigen bereits Spuren von Fäulnis –

ein Hinweis auf die Vergänglichkeit des Irdischen. Im

Zentrum befindet sich nun die figürliche Darstellung

der sitzenden Muttergottes, auf ihrem Schoß das liegende

Jesuskind. Rechts neben ihr, hinter einem

Fruchtteller, Josef; links Elisabeth, ihre Hand auf die

Schulter des Johannes legend. Dieser trägt den Kreuzstab

und ein Schriftband mit der Aufschrift Ecce Agnus

Dei, zu seinen Füßen das bildnishafte Lamm, das unter

dem Jesuskind platziert ist. Zwischen Johannes

und Jesus erscheint die Taube als als Symbol des Heiligen

Geistes. Blumengirlanden mit christlichen Motiven

waren in der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts

beliebt. Als Autor dieses prachtvollen Motiv wird

Andries Daniels angenommen – einer der frühesten

Nachfolger des Jan Brueghel d. Ä. (1568 – 1625), der

diese Bildform einführte. Ein vergleichbares Gemälde

mit einer Heiligen Familie in einer Blumengirlande wird

unter Inv.Nr. GK 56 in der Gemäldegalerie Alte Meister

in Kassel aufgewahrt.

Provenienz:

Aus französischer Kunstsammlung.

Anmerkung:

Auf der Rückseite der vorliegenden Tafel befinden

sich vier Brandstempel: Ab 1617 mussten die Antwerpener

Tafelmacher ihre fertiggestellten Tafeln dem

Dekan oder dem sogenannten „Keurmeester“ zur

Begutachtung vorlegen. Zu diesem Zweck waren die

Tafeln bereits zuvor von Meister mit seinem Monogramm

oder Hauszeichen zu versehen. Während fehlerhafte

Tafeln zerbrochen wurden, erhielten genehmigte

Tafeln drei weitere Brandzeichen: zwei Hände

und ein Schloss. Ein Gemälde aus Daniels’ „Hand mit

Maria mit dem Kind und Engeln“ wird im Stadthuis in

Geraardsbergen aufbewahrt.

Literatur:

Vgl. Bernhard Schnackenburg, Gesamtkatalog Gemäldegalerie

Alte Meister, Staatliche Museen Kassel, Bd.

2, Mainz 1996, S. 101, 120, dort das Kasseler Bild.

Vgl. Justus Lange, Julia Carrasco, Kunst und Illusion.

Das Spiel mit dem Betrachter, Petersberg 2016, S. 136,

Kat.Nr. 45, dort das Kasseler Bild. (14511111) (13)

€ 6.000 – € 8.000

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135


313

JEAN-BAPTISTE MONNOYER,

1636 LILLE – 1699 LONDON, ZUG.

STEINKARTUSCHE MIT EUROPA UND

DEM STIER UND BLÜTENFESTONS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

89 x 71,5 cm.

Auf graviertem Messingschild bezeichnet.

In barockisierendem Rahmen.

Hochrechteckiges Gemälde Europa auf dem Stier nach

Ovid darstellend. Das „Bild im Bild“ mit Trompe l’oeil-

Rahmenleiste. Diese in eine bildhauerisch gearbeitete

Steinkartusche mit Greifenköpfen und weiblicher Herme

gestaltet. Umlaufende, fein gemalte Blütenfestons

in starker Chiaroscuro-Auffassung. Der Raub der Europa

womöglich von anderer Hand in Zusammenarbeit mit

dem Blütenmaler entstanden. Signaturreste.

(1430355) (13)

JEAN-BAPTISTE MONNOYER,

1636 LILLE – 1699 LONDON, ATTRIBUTED

STONE CARTOUCHE WITH THE RAPE OF EUROPA

AND FLORAL FESTOONS

Oil on canvas. Relined.

89 x 71.5 cm.

Inscribed on engraved brass plaque.

Portrait format painting of Europa with the bull according

to the legend of Ovid. Depiction of a “painting within

a painting” set in a trompe l’oeil frame. Monnoyer,

who specialised in flowers, may have collaborated

with another artist for the depiction of the Rape of Europa

scene. Traces of signature.

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€ 18.000 – € 25.000 (†) INFO | BID

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137


314

GERRIT VAN DEYNUM,

1575 ANTWERPEN – 1624 BRÜSSEL

STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN,

ZUCKERSTREUER UND NÜSSEN

Öl auf Holz.

25,5 x 34 cm.

Beigegeben eine Expertise von Liliane Huillet, Peñiscola,

20. Juni 2025, in Kopie.

Auf einer von links in den Bildraum weit hineinragenden

Tischplatte ein schräg aufsteigender Zinnteller neben

einem barocken Zuckerstreuer dessen Deckel ein

Atelierfenster widerspiegelt. Auf und neben der Platte

Trauben, Kirschen, ein Pfirsich und eine Feige, sowie

Haselnüsse auf einem blauen Tischtuch liegend.

(1450353) (1) (13)

GERRIT VAN DEYNUM,

1575 ANTWERP – 1624 BRUSSELS

STILL LIFE WITH FRUIT, SUGAR SHAKER, AND NUTS

Oil on panel.

25.5 x 34 cm.

Accompanied by an expert’s report by Liliane Huillet,

Peñiscola, dated 20 June 2025, in copy.

€ 12.000 – € 18.000

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315

FRANS SNYDERS,

1579 – 1657, NACHFOLGE DES

KÜCHENSTILLLEBEN MIT SCHWAN UND AFFEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

91 x 130 cm.

In dekorativem Wellenleistenrahmen.

Ein Innenraum, der seine Beleuchtung von einem Fenster

am Wandabschluss hinten rechts empfängt, dient

als Schauplatz einer ungewöhnlichen Szene. Wie

Frans Snyders in seinem um 1613 entstandenen und

im Fine Arts Museum of San Francisco befindlichen

Gemälde, stellt auch unser Maler einen Küchentisch

dar, auf dem allerlei seltene nützliche und delikate Gegenstände

zu sehen sind. Neben einem Hummer liegt

ein Reh, daneben chinoises Porzellan, ein getriebener

Weinkühler dient gleichsam als Fruchtschale wie auch

als Basis für einen Affen, der sich über eine ihm dargebotene

Haselnuss hermacht. Ein junger Mann hält

einen horizontal ausgerichteten Schwan, der im Affen

einen Widersacher zu erkennen scheint.

(1460202) (1) (13)

€ 8.000 – € 12.000

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139


316

FRANS SNYDERS,

1579 ANTWERPEN – 1657 EBENDA,

FLÄMISCHE NACHFOLGE DES 17. JAHRHUNDERTS

MARKTSZENE MIT HÄNDLER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

110 x 150 cm.

Hinter einem großen Marktstand stehend, ein Händler,

der gerade die Läufe eines erlegten Hasen hält und mit

der anderen Hand auf das Tier hinweist. Sein Blick ist

zur Seite gerichtet – wohl auf einen nicht sichtbaren

Kunden. Der Stand ist überreich mit Gemüse wie Blumenkohl,

Rüben, Zwiebeln, Spargel und Kürbis bestückt,

ergänzt durch eine Schale mit Obst sowie ein

erlegtes und bereits gerupftes Federvieh. Von der Decke

herab hängen an einem Eisenring mehrere Fische und

ein leuchtend rötliches Fischstück. Links des Händlers

ergänzt ein großer Korb mit Henkel das opulente Stillleben.

Darstellung in gekonnter Hell-Dunkel-Manier.

FRANS SNYDERS,

1579 ANTWERP – 1657 IBID.,

FLEMISH FOLLOWER OF THE 17TH CENTURY

MARKET SCENE WITH MERCHANT

Oil on canvas. Relined.

110 x 150 cm.

Literature:

cf. Musées Royaux des Beaux Arts Bruxelles:Art

Ancien, exhibition catalogue, 1958.

Exhibitions:

XI Biennale Mostra Mercato dell’Antiquariato, Palazzo

Strozzi , Florence 1977.

€ 12.000 – € 15.000

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Literatur:

Vgl. Musées Royaux des Beaux Arts Bruxelles: Art

Ancien, Ausstellungskatalog, 1958.

Ausstellungen:

XI Biennale Mostra Mercato dell’Antiquariato, Palazzo

Strozzi, Florenz 1977. (1450942) (18)

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317

CORNELIS JACOBSZ. DELFF,

1571 GOUDA – 1643 DELFT

Stilllebenmaler des „Goldenen Zeitalters“. Schüler seines

Vaters Jacob Willemzs. Delff d. Ä. (1519 – 1661)

und von Cornelis van Haarlem (1562 – 1638).

KÜCHENSTILLLEBEN MIT SCHWAN

Öl auf Holz.

105 x 143 cm.

In tief mit Blattwerk beschnitztem und vergoldetem

Rahmen.

Wir danken Dr. Fred G. Meijer für die Bestätigung der

Zuschreibung am 10. September 2025.

Das Gemälde ist gelistet im RKD, Den Haag, unter den

Nummern 113783 und 402970.

CORNELIS JACOBSZ DELFF,

1571 GOUDA – 1643 DELFT

KITCHEN STILL LIFE WITH SWAN

Oil on panel.

105 x 143 cm.

We would like to thank Dr Fred G. Meijer for confirming

the attribution on 10 September 2025.

The painting is registered in the RKD, The Hague, under

nos. 113783 and 402970.

€ 15.000 – € 18.000

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Auf einer steinernen Bank ein in Kupfer getriebener

Weinkühler, darauf eine Zinnschüssel mit Quitten und

einer daneben liegenden Artischocke. Ein lebloser

Schwan beschreibt eine aufstrebende Diagonale, darunter

ein Keramiksieb mit darin befindlichen Fischen

und eine Schaumkelle. Die Oberflächen, sowohl das

Gefieder als auch die Metalle sind genau erfasst – ein

Merkmal des frühen Stilllebenmalers dessen Werke

zum Beispiel auch im Rijksmuseum in Amsterdam zu

finden sind.

(1461342) (1) (13)

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141


318

GERARD HOET D. Ä.,

1648 BOMMEL – 1733 DEN HAAG, ZUG.

OPFERFEST IN DER ANTIKE

GERARD HOET THE ELDER,

1648 BOMMEL – 1733 THE HAGUE, ATTRIBUTED

SACRIFICE FESTIVAL IN ANTIQUITY

Öl auf Leinwand. Doubliert.

62 x 90 cm.

In Prunkrahmen.

Mehrfigurige idealisierte Wiedergabe einer Versammlung

um die Büste des Dionysos, die auf einer kleinen,

mit Blumengirlanden geschmückten Stehle, auf einem

großen reliefierten und ebenfalls mit Blüten geschmückten

Rundsockel steht. Auf einer kleinen Säule,

die mit einem blauen Tuch bedeckt ist, eine Schale, aus

der wohl Weihrauch entsteigt. Links des Rundsockels

eine junge Frau, die ein goldglänzendes Weihrauchgefäß

in ihren Händen hält; zu ihren Füßen sitzend Pan

mit seiner Flöte in der rechten Hand, an dem gerade

ein kleiner Ziegenbock vorbeiläuft. Rechtsseitig eine

kleine Gruppe stehender Frauen in eleganten Gewändern,

wohl um die Gottheit zu verehren. Nach rechts

im Hintergrund ein antikes Gebäude und am rechten

Bildrand, auf einem hohen Sockel, eine steinerne Vase

mit Relief, während linksseitig der Blick in die bergige

Ferne gleitet, unter hohem blauem Himmel mit weißen

Wolkenformationen.

(1460931) (18)

Oil on canvas. Relined.

62 x 90 cm.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

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143


319

FRANÇOIS BOUCHER,

1703 PARIS – 1770 EBENDA, ZUG.

MUSIKALISCHES TREFFEN IN LANDSCHAFT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

61 x 116 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Im Zentrum der Darstellung drei musizierende, elegant

gekleidete, junge Frauen, jeweils mit einem Musikinstrument,

unter denen die stehende Frau ein Notenblatt

in ihrer Hand hochhält. Links von ihnen, am

Boden sitzend, ein weiterer Musikant, vor sich auf

dem Boden stehend ein weiteres aufgeschlagenes

großes Notenheft, sein Blick gilt jedoch den musizierenden

Frauen. Auf der rechten Bildseite eine hohe

Mauer mit einem Torbogen, eine Frau in rotem Gewand,

die Wäsche auf eine Leine hängt, sowie unmittelbar

hinter den musizierenden Frauen am Boden eine

mit weißem Tuch gedeckte Platte mit Speisen und Getränken.

Im Hintergrund eine weite Landschaft mit

weiteren Figuren, darunter eine Hirtin mit Tieren, linksseitig

als Repoussoir eine hohe bewachsene Felswand,

vor der ein Baum steht. Malerei in überwiegend beigebrauner

und türkis-grüner Farbgebung, aufgelockert

durch die hellere Kleidung der vom Licht besonders

hervorgehobenen Dreiergruppe der musizierenden

Frauen.

(14616323) (18)

FRANÇOIS BOUCHER,

1703 PARIS – 1770 IBID., ATTRIBUTED

MUSICAL GATHERING IN LANDSCAPE SETTING

Oil on canvas. Relined.

61 x 116 cm.

€ 18.000 – € 20.000

(†) INFO | BID

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320

PAOLO MONALDI,

UM 1710 ROM – 1779

BERGIGE LANDSCHAFT MIT FRÖHLICH FEIERN-

DEN, TEILS TANZENDEN BAUERN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

64 x 98,8 cm.

Links unten auf runder Platte monogrammiert „PM“.

In dekorativem Rahmen.

Das Gemälde ist in der Fototeca Zeri unter der Nummer

77532 verzeichnet.

Im Zentrum des Gemäldes ein auf der Mandoline spielender

Mann, der auf einem Esel sitzt. Hinter ihm eine

Frau, die auf ihn hinweist, sowie ein trinkender Mann.

Linksseitig ein tanzendes Paar und ein weiteres, das

gemütlich unter einem Baum sitzt. Linksseitig der Anfang

eines kleinen Wäldchens, in dem mehrere Figuren

zu erkennen sind, während rechtsseitig im Hintergrund

auf einer Anhöhe eine musizierende Frau und

eine weitere Figur auf einem Esel zu erkennen sind.

Als Repoussoir am rechten Bildrand ein nach oben ragender

Baum. In der Mitte des Hintergrunds in der

Ferne eine Anhöhe mit Gebäude in weichen bläulichgrünen

Farbtönen. Figurenreiche erzählerische Darstellung

in insgesamt zurückhaltender Farbgebung, in

der Manier des Künstlers.

PAOLO MONALDI,

CA. 1710 ROME – 1779

MOUNTAINOUS LANDSCAPE WITH FARMERS

HAPPILY CELEBRATING AND SOME DANCING

Oil on canvas. Relined.

64 x 98.8 cm.

Monogrammed “PM”, on round panel lower left.

The painting is listed in the Fototeca Zeri under the

number 77532.

Provenance:

Pietro Accorsi, Turin.

Acquired there in 1962 from the father of the current

owner.

Literature:

Andrea Busiri Vici, Trittico paesistico romano del ’700

Paolo Anesi – Paolo Monaldi – Alessio De Marchis,

Rome 1976, p. 276, no. PM22.

€ 15.000 – € 20.000 (†)

Sistrix

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Provenienz:

Pietro Accorsi, Turin.

Dort 1962 vom Vater des derzeitigen Besitzers erworben.

Literatur:

Andrea Busiri Vici, Trittico paesistico romano del ’700

Paolo Anesi – Paolo Monaldi – Alessio De Marchis,

Rom 1976, S. 276, Nr. PM22. (14623317) (18)

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145


321

FERDINAND VAN KESSEL,

1648 ANTWERPEN – UM 1696 BREDA

BLUMENSTILLLEBEN MIT PUDEL

UND EINEM ÄFFCHEN

Öl auf Kupfer.

30 x 39 cm.

Die Kupferplatte gestempelt „GK“.

Beigegeben ein Gutachten von Liliane Huillet, Peñíscola,

5. Mai 2025, in Kopie.

Der Maler hat den schwarzen Hintergrund gewählt,

um die Blüten umso leuchtender herauszustellen. Dargestellt

sind drei Blumengebinde – in einer ovalen Fußvase,

in einem flachen Korb, sowie in einem Tazzagefäß.

Eine Meerkatze sowie ein weißer Pudel beleben

die Bilddarstellung.

(1442251) (1) (11)

€ 8.500 – € 10.500

Sistrix

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322

RÖMISCHER MEISTER DES

AUSGEHENDEN 17. JAHRHUNDERTS

GROSSES STILLLEBEN MIT FRÜCHTEN, BLUMEN,

FEDERVIEH UND EINEM MEERSCHWEINCHEN

ROMAN SCHOOL,

END OF 17TH CENTURY

LARGE STILL LIFE WITH FRUIT, FLOWERS,

FOWL AND HAMSTER

Öl auf Leinwand.

106 x 188 cm.

In dekorativem Rahmen.

In bergiger Landschaft unter blauem Himmel, vor einem

Felsplateau eine kleine weiße Decke mit Spitze

auf einem Stein liegend, darauf teils geöffnete Feigen.

Darüber auf einem weiteren höheren Stück des

Felsens ein flacher geflochtener Korb, darin zahlreiche

farbenfrohe Blumen, teils über den Rand hinabhängend.

Auffallend im Zentrum jedoch ein stehender

farbenfroher Hahn, dahinter eine weiße Henne, die

an einer Feige pickt. Rechts des Hahns, neben Blumen,

ein geöffneter großer Kürbis und dahinter ein

übergroß dargestelltes Meerschweinchen, das unterhalb

der weißen Decke hervorschaut. Am linken Rand

weitere Kürbisse, während am rechten Bildrand ein

glänzendes Schalengefäß zu erkennen ist, um das

sich eine Ackerwinde rankt und auf der am oberen

Rand ein roter Ara pickt. Qualitätvolle Malerei, bei der

insbesondere die farbenfrohen Blumen, Früchte und

auch die Tiere, gegenüber dem dunkleren Hintergrund

hervorgehoben werden.

(1461357) (18)

Oil on canvas.

106 x 188 cm.

€ 22.000 – € 30.000

Sistrix

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147


323

CARLO MARATTI,

1625 CAMERANO – 1713 ROM, WERKSTATT

JUDITH MIT DEM HAUPT DES HOLOFERNES

Öl auf Leinwand. Doubliert.

93 x 72 cm.

Verso auf dem Keilrahmen mit Künstlerzuweisung

an Carlo Maratti.

Ungerahmt.

Darstellung der nach oben blickenden Judith, in ihrer

linken Hand das Haupt des Holofernes über einer getriebenen

Schüssel haltend. Nach hinten durch ein Ehrentuch

geschlossen. Die Tötung des Holofernes wird

im Buch Judith im Alten Testament berichtet. Nach

etlichem Brandschatzen und Morden im gesamten

Vorderen Orient, gelangt Holofernes nach Betulia, wo

es Judith gelingt, ihn und sein Gefolge in ein Gelage zu

verwickeln. Sie und ihre Magd nutzen seine Trunkenheit

aus und enthaupten ihn.

Anmerkung:

Eine an allen Seiten im Bildmotiv etwas beschnittene,

ansonsten sehr ähnliche Version wurde bei Christie’s

(25.1.2011 als Werk des Maratta Schülers Giuseppe

Chiari angeboten und zeigt eindeutige Parallelen mit

dem gleichnamigen Werk des Guido Reni (Sammlung

Sedlmayer, Genf) Von diesem ist zum Beispiel auch

eine Kopie von Maratta im Palazzo die Conservatori in

Rom bekannt. (1431781) (13)

€ 5.000 – € 7.000

Sistrix

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324

FRANS ANTON MAULBERTSCH,

1724 LANGENARGEN – 1796 WIEN, ZUG.

Maulbertsch war Nachfolger von Paul Troger und gilt

als einer der Hauptvertreter des italienischen Barock.

Beeinflusst von der Venezianischen Malerei um Piazzetta,

zeigt er jedoch eine wesentlich freiere, lockerere

und innovative Malweise. Ende der 1750er-Jahre wirkte

er in Mähren und Ungarn, bereits beeinflusst von

den Tiepolo-Werken in der Würzburger Residenz.

DER HEILIGE PAULUS ZU BESUCH

BEIM HEILIGEN ANTONIUS

Öl auf Holz.

66 x 84 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Die Darstellung ist in eine felsige Landschaft versetzt.

Die beiden Figuren vor einem großen Felsblock sitzend.

Links, vor einem Stabkreuz, mit gefalteten Händen

und nach oben blickend, der Heilige Antonius,

dem ein über ihm fliegender Rabe erscheint, der ihm,

der Legende nach, Brot in seinem Schnabel zur Ernährung

bringt. Rechts daneben der Heilige Paulus, in einem

dunklen Mantel, mit geöffnetem Buch in beiden

Händen. Im Hintergrund rechts ein Felsen, aus dem

Wasser herabfließt, sowie linksseitig eine weitere

Wasserquelle. Malerei in überwiegend brauner und

blau-grauer Farbgebung. Das Thema, auf apokryphe

Schriften des Neuen Testaments zurückgehend, wonach

Antonius lediglich durch einen Raben ernährt

worden sein soll.

(14609315) (18)

€ 8.000 – € 12.000

Sistrix

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325

ANTOON VAN DEN HEUVEL,

1600 GENT – 1677 EBENDA, ZUG.

MARIA MAGDALENA

Öl auf Leinwand.

150 x 192 cm

In teilebonisiertem Rahmen.

Gleichartiges Gemälde mit anderen Maßen beim RKD

in Den Haag unter Nr. 106295 verzeichnet, als Antoon

van den Heuvel.

Vor der Silhouette eines Höhleneingangs, an einem einfachen

Holztisch, Maria Magdalena in rotem Umhang

sitzend. Ihr Kopf auf eine ihrer Hände aufgestützt, während

ihr Blick über ein geöffnetes Buch gleitet; dahinter

ein außerhalb des Bildfeldes weisender Engel mit gespreizten

Flügeln. Als Urheber des Gemäldes wurde

in der Vergangenheit auch Matthias Stomer d. Ä. (um

1600–um 1650) gehandelt.

Anmerkungen:

Vgl. Sotheby Parke Bernet, London, 12. Oktober

1983, Lot 94 mit Schwarz-Weiß-Abbildung.

Sotheby’s London, 24. Oktober 1984, Lot 83.

ANTOON VAN DEN HEUVEL,

1600 GENT – 1677 IBID., ATTRIBUTED

MARY MAGDALENE

Oil on canvas.

150 x 192 cm.

A similar painting is listed with the RKD in the Hague

under no. 106295 as Antoon van den Heuvel. In the

past it has been argued that the painting was created

by Matthias Stom.

Notes:

cf. Sotheby Parke Bernet, London, 12 October 1983,

lot 94 with black and white ill.

Sotheby’s London, 24 October 1984, lot 83.

Literature:

cf. Richard J. Judson and Rudolf E. O. Ekkart,

Gerrit van Honthorst 1592 – 1656,

Doornspijk 1999, p. 330, no. D 14.

€ 15.000 – € 20.000

Sistrix

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Literatur:

Vgl. Richard J. Judson und Rudolf E. O. Ekkart,

Gerrit van Honthorst, 1592–1656, Doornspijk 1999,

S. 330, Nr. D 14.

(1461373) (13)

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149


326

FRANZÖSISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

LAGERNDE VENUS MIT SCHNÄBELNDEN TAUBEN

FRENCH SCHOOL, 17TH CENTURY

RECLINING VENUS WITH COOING DOVES

Öl auf Leinwand. Doubliert.

59,5 x 78 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen.

Inmitten einer Palastanlage mit herrschaftlichem, von

einer Fontäne akzentuiertem Garten, lagert die eine

absteigende Diagonale beschreibende Figur der Venus.

Auf ihrer Hand zwei schnäbelnde Tauben, als Symbol

der Liebe, balancierend. Feine Komposition, bei besonderem

Augenmerk auf die Umsetzung textiler Staffagestrukturen.

(1460453) (13)

Oil on canvas. Relined.

59.5 x 78 cm.

€ 8.000 – € 12.000

Sistrix

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327

GREGORIO LAZZARINI,

1655 VENEDIG – 1730 VILLABONA, ZUG.

ALLEGORIE DER TUGEND, DIE DIE BÜSTE EINES

RÖMISCHEN IMPERATORS PRÄSENTIERT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

64,5 x 49,5 cm.

In teilvergoldetem Rahmen.

Auf einem großen Platz, versehen mit bekannten römischen

Gebäudeteilen – darunter wohl auch die Trajanssäule

–, haben sich zahlreiche Männer versammelt, die

wohl dem Senat angehören. Ihnen erscheint im Himmel

der fliegende Merkur: er präsentiert in seinen Händen

die Allegorie der Tugend als junge stehende nackte

Frau, die in ihren Händen die Büste eines römischen

Imperators hält und diese mit einem Lorbeerkranz bekrönt.

Sie möchte wohl die Senatoren an erstrebenswerte

Eigenschaften erinnern, die einen Menschen

auszeichnen. Voller Überraschung oder Erschrecken

haben die Männer meist ihre Arme erhoben; im Vordergrund

blicken mehrere mit abwehrend erhobenen

Händen weg. Ikonografisch vieldeutige Darstellung in

überwiegend zarter Farbgebung.

Anmerkung:

Gregorio Lazzarini widmete sich vor allem der Portraitund

Historienmalerei sowie mythologischen Themen.

In Tiepolos Jugend galt er als einer der angesehensten

Künstler Venedigs und gehörte zu den prägenden

Malern der Stadt im 17. Jahrhundert. (14502013) (18)

GREGORIO LAZZARINI,

1655 VENICE – 1730 VILLABONA, ATTRIBUTED

ALLEGORY OF VIRTUE PRESENTING

A BUST OF A ROMAN EMPEROR

Oil on canvas. Relined.

64.5 x 49.5 cm.

€ 10.000 – € 15.000

Sistrix

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151


328

FLÄMISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS

TAG FÜNF DER SCHÖPFUNGSGESCHICHTE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

86 x 123 cm.

Darstellung des Fünften Tages, an dem Gott die Fische

für das Meer und die Vögel für den Himmel schuf. In

Landschaft am Ufer eines Flusses mit Wasserfall der

auf einer Wolke sitzende Gottvater mit grauem Bart

und einem goldenen Nimbus um sein Haupt, in Begleitung

zweier Engel. Er hat seine rechte Hand erhoben

und gerade Fische und Vögel erschaffen, die im Wasser,

am Ufer und auf einem ihm gegenüberstehenden

Baum zu finden sind. Zu den Tieren gehören zahlreiche

Fischarten sowie Robben und verschiedene Vogelarten,

darunter Papageien, eine Eule, ein Kakadu und ein

Schwanenpaar. Malerische Darstellung mit vielen Details,

bei der die Figuren von Peeter Sion (1624 – 1695)

sein könnten.

(1460311) (18)

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY

CREATION STORY DAY 5

Oil on canvas. Relined.

86 x 123 cm.

Picturesque depiction with many details. The figures

may have been painted by Peeter Sion (1624 – 1695).

€ 10.000 – € 15.000

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329

FILIPPO LAURI,

1623 ROM – 1694 EBENDA, ZUG.

DIE STEINIGUNG DES HEILIGEN STEPHANUS

Öl auf Leinwand. Doubliert. Im Oktagon

53 x 75 cm.

In oktogonalem Rahmen.

Der Heilige ist an seiner Kleidung, einer Dalmatika zu

erkennen. Er gilt als der erste Märtyrer, hier am Boden

halb liegend gezeigt kurz vor seiner Steinigung, und

blickt dem Himmel entgegen und ruft dem Bibeltext

gemäß: „Ich sehe den Himmel offen“. So wird ein breiter

gelber Lichtstrahl aus den Wolken dargestellt mit

mehreren Puttiköpfen und zwei größeren geflügelten

Engeln, von denen einer einen Blütenkranz, der andere

einen Palmwedel als Zeichen des Martyriums nach

oben hält.

(14303112) (18)

FILIPPO LAURI,

1623 ROME – 1694 IBID., ATTRIBUTED

THE STONING OF SAINT STEPHEN

Oil on canvas. Relined. In the octagon.

53 x 75 cm.

€ 15.000 – € 25.000

Sistrix

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153


330

SEBASTIANO RICCI,

1659 BELLUNO – 1734 VENEDIG, ZUG.

Sebastiano Ricci war ein italienischer Maler des Barock,

er gilt als einer der wichtigsten venezianischen

Maler seiner Zeit und hatte eine internationale Karriere.

Er ging nach einer ersten Ausbildungszeit in Venedig

zunächst nach Bologna und dann nach Parma. In

Parma traf er auf die Gunst der Familie Farnese, die

möglicherweise den Weg nach Florenz und nach Rom

eröffnete. Zu seinen wichtigsten Auftragsarbeiten gehörten

die Decke des Spiegelsaals in Schloss Schönbrunn

bei Wien und das große Altarbild für die Kirche

der Heiligen Apostel in Rom.

SEBASTIANO RICCI,

1659 BELLUNO – 1734 VENICE, ATTRIBUTED

BACCHUS AND ARIADNE

Oil on canvas. Old relining.

84 x 71 cm.

Handwritten note on the back of the stretcher.

A slightly smaller version of the present painting with

reduced figural staffage and numerous minor changes

– for example in the attire of Bacchus – is held at the

National Gallery in London (inv. no. NG851).

BACCHUS UND ARIADNE

Öl auf Leinwand. Altdoubliert.

84 x 71 cm.

Verso auf Keilrahmen mit handschriftlichem Vermerk.

Ungerahmt.

Am Horizont verrät ein ruhiges Gewässer die Ufernähe

der im Vordergrund befindlichen Szene, bei der von

rechts ein junger Mann zu einer jungen Frau eilt, die

unter einem roten Baldachin links auf dem Boden liegt.

Mehrere Figuren und Putti komplettieren die Szene.

Ariadne, die kretische Königstochter, war von Theseus

nach dessen Sieg über den Minotauros aus ihrer Heimat

entführt worden. Sie hatte ihm mit einem Faden

geholfen, aus dem Labyrinth zu entkommen, nur um

schließlich auf der Insel Naxos einsam zurückgelassen

zu werden. In tiefer Verzweiflung irrt sie über den

Strand, zwischen Schlaf und Tränen, zwischen Liebe

und Enttäuschung. Doch dann erscheint Bacchus, der

Gott des Weines, des Rausches und der Ekstase. Anders

als Theseus, der Held mit kaltem Herzen, kommt

Bacchus nicht mit List oder Pflichtgefühl, sondern mit

einer Art göttlicher Spontaneität – umgeben von Satyrn,

Mänaden und der wilden Musik seines Gefolges. Als er

Ariadne erblickt, verliebt er sich sofort in sie – nicht nur

aus Begehren, sondern in einem Akt wahrer Erkenntnis.

Er sieht sie nicht als Beute, sondern als Partnerin.

Der Moment ihres Zusammentreffens wird in der

Kunst oft als plötzliche Verschmelzung zweier Welten

dargestellt: Ariadnes stiller Schmerz trifft auf Bacchus’

überschwängliche Lebenskraft. In Ovids „Metamorphosen“

etwa ist Bacchus’ Annäherung von Sanftheit

und Verheißung durchdrungen – er nähert sich Ariadne

ohne Gewalt und mit dem Versprechen, ihren Verlust in

göttliche Liebe zu verwandeln.

Zu dem hier angebotenen Gemälde existiert eine kleinere,

leicht personalreduzierte Variante, die mit geringen

Veränderungen gespickt ist (siehe die Kleidung

des Bacchus), in der National Gallery in London (Inv.Nr.

NG851).

Provenienz:

Sammlung Nando Peretti.

Sammlung Cesare Lampronti. (1450205) (13)

Provenance:

Nando Peretti collection.

Cesare Lampronti collection.

€ 20.000 – € 25.000

Sistrix

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155


331

GASPAR VAN WITTEL,

GENANNT „GASPARE VANVITELLI“,

1653 AMERSFOORT BEI UTRECHT – 1736 ROM

Der Maler, dessen Werk überwiegend in Italien entstand,

erhielt seine Ausbildung noch in den Niederlanden.

Doch 22-jährig war er bereits in Rom beim Bau der

Flussregulierung des Tibers beschäftigt. Wie sein als

Architekt in Neapel berühmt gewordener Sohn Luigi

war also auch er mit stadtarchitektonischen Aufgaben

befasst. Dies erklärt auch die in vorliegendem Gemälde

erkennbare Dokumentierung der Stadtbefestigung von

Florenz. Das bedeutet, dass die Darstellung weit weniger

dem touristischen Interesse galt, als andere von

ihm bekannten Veduten, wie etwa von Rom, Neapel

oder Venedig. Auch die Exaktheit der Detailwiedergabe

resultiert aus seiner Kenntnis der Architektur. Ab 1700

wirkte er längere Zeit in Neapel, wo auch sein Sohn Luigi

geboren wurde. Die letzten Jahre verbrachte er allerdings

überwiegend in Rom, jener Stadt, in der er bereits

der gefragteste Vedutenmaler für die Adelshäuser der

Colonna, Ottoboni, Albani oder Odescalchi war, deren

Villen und Paläste er in Ölbildern dokumentierte. In der

Kunstgeschichte wurde sein Werk lange nicht genügend

beachtet. Erst eine erste Ausstellung seiner Bilder

im Museo Correr in Venedig, 2006, hat die Bedeutung

des Malers zu würdigen verholfen.

FLORENZANSICHT VOM UFER DES ARNO –

PESCAIA DI SAN NICCOLÒ

Öl auf Leinwand, auf original Spannrahmen.

42 x 53 cm.

Links unten mittig monogrammiert „G.V.W.“, verso

alte Beschriftung sowie rotes Lacksiegel auf der Leinwand.

Das Bildsujet gehört zu den Seltenheiten bekannter

Florenzansichten. Aus leicht erhöhter Kavaliersperspektive

wird hier der Blick vom jenseitigen Ufer des

Arno über den Fluss hinweg auf die mit Mauern und

Türmen befestigte Hügelerhebung der Stadt Florenz

geboten. Als Repoussoir fungiert rechts eine hohe Pinie

vor einer verschatteten Gebäudegruppe mit Turm.

Im tieferliegenden Vordergrund zahlreiche Figurenstaffage

– Arbeiter mit Maultieren, ein Wasserträger und

Fischer in Kähnen mit Netzen. Die jenseitige Uferbebauung

hinter einem festen Mauerring. Die Silhouette

des Stadthügels wird von einem Streifen rötlichen

Abendlichts hinterfangen, unter noch blauem Wolkenhimmel.

A.R.

Literatur:

Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian Cityscape,

Kunsthal KAdE Amersfoort Niederlande, 25.

Januar – 5. Mai 2019, Ausstellungskatalog, Nr. 65,

Abb. S. 102.

Vgl. Heidrun Ludwig, Die Gemälde des 18. Jahrhunderts

im Landesmuseum Mainz, Mainz 2007.

Vgl. Giuliano Briganti, Gaspar van Wittel, Mailand

1996, S. 409 – 410, Kat. Nr. D349, Abb. S. 412.

Ausstellungen:

Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian Cityscape,

Kunsthal KAdE Amersfoort, Niederlande, 25.

Januar – 5. Mai 2019. (14303510) (11)

GASPAR VAN WITTEL,

ALSO KNOWN AS “GASPARE VANVITELLI”,

1653 AMERSFOORT NEAR UTRECHT – 1736 ROME

VIEW OF FLORENCE FROM THE BANKS OF THE

ARNO – PESCAIA DI SAN NICCOLÒ

Oil on canvas, on original stretcher.

42 x 53 cm.

Monogrammed “G.V.W.” at lower left centre, old

inscription and red lacquer seal on the back of the

canvas.

Literature:

Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italian

Cityscape, Kunsthal KAdE Amersfoort Netherlands,

January 25 – May 5, 2019, exhibition catalog, no. 65,

ill. p. 102.

Cf. Heidrun Ludwig, Die Gemälde des 18.

Jahrhunderts im Landesmuseum Mainz, Verlag

Philipp von Zabern, Mainz 2007.

Cf. Giuliano Briganti, Gaspar van Wittel, Milan 1996,

pp. 409 – 410, cat. No. D349, ill. p. 412.

Exhibitions:

Maestro Van Wittel. Dutch Master of the Italien

Cityscape, Kunsthal KAdE, Amersfoort, NL, 25

January – 5 May 2019.

Sistrix

€ 45.000 – € 55.000 (†) INFO | BID

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157


332

FRANCESCO ZANIN,

UM 1824 – 1884 VENEDIG

Über Francesco Zanin, der im 19. Jahrhundert als der

„neue Canaletto“ gefeiert wurde, ist bislang nur wenig

bekannt. Der Maler zählt zu den bedeutenden Repräsentanten

der historisierenden Veduten im Stil des 18. Jahrhunderts

mit den entsprechenden stilistischen Rückgriffen.

Ab 1851 studierte Zanin an der Akademie im

Fachbereich Landschaftsmalerei, unter der Leitung von

Francesco Bagnara (1784 – 1866). Mit seinem Gemälde

„Il Ponte della Pazienza con la Chiesa del Carmine“ (Privatsammlung),

datiert 1856, begann seine künstlerische

Laufbahn, die bis in die späten 1880er-Jahre andauerte.

1869 war er mit einer Arbeit auf der Jahresausstellung

der Akademie vertreten.

BUCINTORO VOR VENEDIG

Öl auf Leinwand. Doubliert.

80,5 x 112,5 cm.

In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Dario Succi, Gorizia, in

Kopie.

Der Bucintoro, das Staatsschiff des Dogen von Venedig,

hier im Bildvordergrund, war eine prächtige vergoldete

Galeere mit 168 Ruderern an 42 Riemen. Überreste

des letzten im Dienst befindlichen Bucintoros, das

jedoch erst 1728 gebaut wurde, befinden sich im Arsenale

in Venedig, und das Schiff maß einst – um eine

Größenvorstellung zu geben – 43,8 × 7,3 × 8,4 Meter.

Das Staatsschiff der Dogen von Venedig, dem an

Christi Himmelfahrt zum traditionellen „sposalizio del

mare“ besondere Bedeutung zukommt. Die sogenannte

Vermählung mit dem Meer geht auf das Jahr

997 zurück, als der Doge Pietro II Orseolo in See stach,

um die dalmatischen Küstenstädte von Piraten zu befreien.

Darauf gründete die langwährende Herrschaft

Venedigs über die dalmatische Küste. Zahlreiche Figuren

sind als Größenvergleich am Ufer zu sehen, der

Bucintoro in seiner roten Signalfarbe zieht den Blick

des Betrachters sofort auf sich, im Hintergrund Santa

Maria della Salute, sowie der Campanile neben Dogenpalast

und den Kuppeln von San Marco.

(1461902) (3) (13)

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FRANCESCO ZANIN,

CA. 1824 – 1884 VENICE

BUCINTORO OUTSIDE OF VENICE

Oil on canvas. Relined.

80.5 x 112.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dario Succi,

Gorizia, in copy.

Sistrix

€ 50.000 – € 70.000 INFO | BID

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159


333

FRANCESCO TIRONI,

UM 1745 VENEDIG – 1797 BOLOGNA

Der Maler war nahezu vergessen, bevor ihn Hermann

Voss 1927/28 mit seinem Werk über die Veduten Venedigs

wieder bekannt machte. Über die Biografie des

Malers ist nicht viel bekannt; er stammte wohl aus einer

Familie aus Friaul. Neben Gesamtansichten und Stadtveduten

allgemein berühmter Plätze findet sich im

Werk Tironis nicht selten die Erfassung intimerer Stadtteile

oder einzelner Bauten, wobei die beige-braune

Farbgebung meist typisch für seine Werke ist.

Gemäldepaar

SAN PIETRO DI CASTELLO

sowie

SANTA MARIA DELLA SALUTE

Öl auf Leinwand.

55 x 71,5 cm.

In ornamental reliefiertem und vergoldetem Rahmen.

Beigegeben eine schriftliche Bestätigung von Dr. Federica

Spadotto, E-Mail vom 6. September 2017.

Ein Gemälde mit Blick auf die venezianische Insel Castello,

die als die allererste befestigte Siedlung Venedigs

überhaupt gilt. Bereits im 7. Jahrhundert befand sich hier

eine Kirche, im 15. Jahrhundert die erste Kathedrale der

Lagunenstadt. Erst Napoleon erwirkte für die Basilika

von San Marco den Kathedraltitel. Der leicht geneigte

Campanile, aus istrischem Kalkstein, ab 1482 von Mauro

Codussi errichtet, dominiert die Darstellung. Er ist nach

rechts gerückt, bildet jedoch zusammen mit der Fassade

den zentralen Bildinhalt. Für die Fassade entwarf

Andrea Palladio erste Umbaupläne, die nach dem Tod

des Auftraggebers von Francesco Smeraldi (tätig 1592 –

1631) ausgeführt wurden. Die Staffage mit Schiffen und

Lastkähnen belebt die Szene. Francesco Guardi schuf

ebenfalls eine Ansicht dieses Sestiere und betonte

dabei besonders den schiefstehenden Campanile, während

hier bereits eine beruhigte, klassisch geprägte

Stilistik zu erkennen ist. Die Holzbrücke rechts findet

sich auch in weiteren Gemäldedarstellungen wieder. Für

Kenner der venezianischen Vedutenmalerei bedarf es

keines besonderen Hinweises, dass Ansichten dieses,

vom Zentrum Venedigs abgelegenen Motivs, zu zu den

seltenen Sujets innerhalb der venezianischen Vedutenmalerei

zählen. Das zweite Gemälde zeigt den Blick

über den ruhigen Canal Grande mit wenigen Gondeln

und zwei großen, im Hintergrund ankernden Schiffen,

auf die prachtvolle Basilika Santa Maria della Salute mit

ihren weiß-grünlich schimmernden großen Kuppeln.

Links des Kirchengebäudes die Spitze der Punta della

Dogana.

Literatur:

Vgl. Lino Moretti, Francesco Tironi, in: Giuseppe

Pavanello (Hrsg.), Canaletto. Venezia e i suoi splendori,

Marsilio 2008.

Vgl. Dario Succi, Francesco Tironi. Ultimo vedutista

del Settecento veneziano, Mariano del Friuli 2004.

Vgl. Hermann Voss, Francesco Tironi. Ein vergessener

venezianischer Vedutenmaler, in: Zeitschrift für bildende

Kunst 61 (1927/28), S. 266–270.

Vgl. Herbert Rosendorfer, Kirchenführer Venedig,

Leipzig 2013, S. 146 – 149.

Vgl. Ennio Concina und Piero Codato, Vittorio Pavan,

Kirchen in Venedig, München 1996.

(1462301) (13)

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FRANCESCO TIRONI,

CA. 1745 VENICE – 1797 BOLOGNA

A pair of paintings

SAN PIETRO DI CASTELLO

and

SANTA MARIA DELLA SALUTE

Oil on canvas.

55 x 71.5 cm.

Accompanied by a written confirmation by Dr Federica

Spadotto, dated 6 September 2017.

Literature:

cf. Lino Moretti, Francesco Tironi, in: Giuseppe

Pavanello (ed.), Canaletto. Venezia e i suoi splendori,

Marsilio 2008.

cf. Dario Succi, Francesco Tironi. Ultimo vedutista del

Settecento veneziano, Mariano del Friuli 2004.

cf. Hermann Voss, Francesco Tironi. Ein vergessener

venezianischer Vedutenmaler, in: Zeitschrift für

bildende Kunst, vol. 61, 1927/28, pp. 266-270.

cf. Herbert Rosendorfer, Kirchenführer Venedig,

Leipzig 2013, pp. 146–149.

cf. Ennio Concina, Piero Codato and Vittorio Pavan,

Kirchen in Venedig, Munich 1996.

Sistrix

€ 60.000 – € 80.000 INFO INFO | BIETEN | BID

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161


334

FRANCESCO GUARDI (1712 – 1793) UND

GIACOMO GUARDI (1764 – 1835)

Gemäldepaar

CAPRICCIOS

Öl auf Holz.

12,5 x 23,5 cm.

Beigegeben Expertisen von Dr. Federica Spadotto,

Oktober 2025 (mit Vergleichsbeispielen), in Kopie.

Das erste Gemälde laut Expertise von Francesco Guardi

in Zusammenarbeit mit dessen Sohn Giacomo Guardi:

Capriccio mit römisch-antikem Torbogen in Landschaft

mit Kuppel.

Das Gemälde ist als Gegenstück zu dem nachfolgenden

Werk zu sehen. Demgemäß zeigen beide Bilder

einen mit Gestrüpp bewachsenen römischen Steinbogen

als Hauptgegenstand, hier an den linken Bildrand

gestellt, rechts durch einen Felsen als Repoussoir abgeschlossen,

der sich im Gegenstück ergänzt. Die

Landschaft wird durch eine hell beschienene Kuppel

mit kleineren Gebäuden fantasievoll bereichert, belebt

durch Staffagefiguren.

Das Gegenstück von Giacomo Guardi zeigt ein Küsten-

Capriccio mit ruinösem Bogen. Die Darstellung zeigt

sich in der Nebeneinanderstellung mit vorigem Gemälde

als Bildfortsetzung. Flirrende und zugleich meeresdiesige

Lichtstimmung prägt die Darstellung, entsprechend

dem Charaker weiterer Werke des Malers. Der

auch hier dominierende antike Steinbogen mit einer

das Gebälk tragenden Säule, von Gestrüpp bewachsen,

lässt im Durchblick einen Figurensockel erken-

nen, während seitlich mehrere Staffagefiguren das

Bild szenenhaft bereichern. Ein Segelboot und ein

Kahn am Ufer beleben das Ambiente, während das

weit gegenüber liegende Ufer die Stadt Venedig nur

erahnen lässt. Als Repoussoir am linken Bildrand ein

Felsen, der sich im Gegenstück rechts fortsetzt. Diese

Charakteristika erweisen sich für das Werk von Giacomo

Guardi als typisch. Als Sohn des Francesco Guardi

(1712 – 1793) widmete er sich im Gegensatz zu seinem

Vater vermehrt dem mittleren und kleineren Format.

Dabei ist die Reduktion der Farbigkeit, verminderte

Buntheit und Konzentration auf Lichteffekte ein Erbe

aus des Vaters Werk.

Literatur:

Vgl. B. Mazza, La vicenda dei „Tombeau des Prince“;

matrici storia e fortuna della serie Swiny tra Bologne e

Venezia, in: Saggi e Memorie di Storia dell´Arte, 1976.

Vgl. Antonio Morassi, Guardi, I dipinti, Venedig 1973–93.

Vgl. Federica Spadotto, Io sono ´700. L´anima di Venezia

tra pittori, mercanti e botteghi da quadri, Sommacampagna

2018.

Vgl. Federica Spadotto, Giacomo Guardi, Dipinti, disegni,

gouaches, Soncino 2019.

Vgl. Federica Spadotto, Inedito veneziano, Spommacampagna

2021.

A.R.

(1461664) (3) (11)

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FRANCESCO GUARDI (1712 – 1793) AND

GIACOMO GUARDI (1764 – 1835)

A pair of paintings

CAPRICCIOS

Oil on panel.

12.5 x 23.5 cm.

Accompanied by expert’s reports by Dr Federica

Spadotto, October 2025 (with examples of comparison),

in copy.

According to the expert’s report, the first painting is by

Francesco Guardi in collaboration with his son Giacomo

Guardi: a capriccio depicting a Roman-style archway

in a landscape with a dome. This painting is considered

a pendant to the second work. The pendant,

by Giacomo Guardi, depicts a coastal capriccio with a

ruined arch. When viewed alongside the first painting,

it appears as a continuation of the scene.

Literature:

cf. B. Mazza, La vicenda dei “Tombeau des Prince”,

matrici storia e fortuna della serie Swiny tra Bologne

e Venezia, in: Saggi e Memorie di Storia dell’Arte, 1976.

cf. Antonio Morassi, Guardi, I dipinti,

Venice 1973 – 1993.

cf. Federica Spadotto, Io sono ’700. L’anima di Venezia

tra pittori, mercanti e botteghi da quadri,

Sommacampagna 2018.

cf. Federica Spadotto, Giacomo Guardi, Dipinti,

disegni, gouaches, Soncino 2019.

cf. Federica Spadotto, Inedito veneziano,

Sommacampagna 2021.

€ 20.000 – € 25.000

Sistrix

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163


335

MICHELE MARIESCHI,

1696/1710 VENEDIG – 1744 EBENDA

Marieschi war nur eine kurze Schaffenszeit vergönnt.

Um 1720 bzw. nach 1731 hielt er sich als Bühnenmaler

in Deutschland auf. 1735 kehrte er nach Venedig zurück

und wurde Mitglied der Malergilde Fraglia

de´Pittori. Der Maler Gaspare Diziani (1689 – 1767) und

der Feldmarschall und Kunstsammler Freiherr Matthias

von der Schulenburg (1661 – 1747), der im Dienste

Venedigs stand, förderten ihn maßgeblich. Schulenburg

erwarb 1738 zwei Veduten. Auch die Heirat mit

Angela Fontana, Tochter eines venezianischen Kunsthändlers,

dürfte zu Marieschis Erfolg beigetragen haben.

Ab 1743 überließ er die Aufträge mehr und mehr

seinem Schüler Francesco Albotto (1721/22– 1757).

Mehrere Gemälde seiner Hand befinden sich in den

Museen in Stockholm, Prag und Warschau sowie im

Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.

MICHELE MARIESCHI,

1696/1710 VENICE – 1744 IBID.

VEDUTA OF THE ISOLA SAN GIORGIO MAGGIORE

AND THE PUNTA DELLA GIUDECCA

Oil on canvas.

56.6 x 86.6 cm.

€ 15.000 – € 20.000

(†) INFO | BID

Sistrix

VEDUTE DER ISOLA SAN GIORGIO MAGGIORE

UND DER PUNTA DELLA GIUDECCA

Öl auf Leinwand.

56,6 x 86,6 cm.

Im mit Blättern ornamentiertem Holzrahmen.

Belebte Szene auf dem Wasser vor der Insel San Giorgio

Maggiore in Venedig. Im Vordergrund zahlreiche Boote

und Gondeln; im Hintergrund die markante Kirche mit

angrenzenden Gebäuden, deren Spiegelung sich im

ruhigen Wasser der Lagune zeigt. Typische Vedute des

Rokokos mit detailreicher Architektur und lebendiger

Atmosphäre, charakteristisch für das Werk Michele

Marieschis.

(1462333) (17)

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336

GIACOMO GUARDI,

1764 VENEDIG – 1835 EBENDA

GONDEL AUF DER LAGUNE

Öl auf Leinwand.

21 x 27,5 cm.

Hinter Glas gerahmt.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,

Padua, 18. Oktober 2025 (mit Vergleichsbeispielen), in

Kopie.

Diese kleinformatige Vedute bezieht ihren Reiz aus jenem

südlich-diesigen Licht, das über der Lagunenstadt

liegt. Die Gebäude liegen unter vorüberziehenden Wolken,

in der Atmosphäre kaum einzeln erkennbar. Der

Großteil der Bildfläche gilt der weit sich hinziehenden

Lagune mit einer einzelnen Gondel im Vordergrund, der

das eigentliche Bildthema gilt. Diese mit einem Gondoliere,

dessen leuchtendes Gewand mit dem hellen Bug

der Gondel korrespondiert. Auch der leicht pastose

Farbauftrag, insbesondere in den Wolken, trägt zu dieser

Wirkung bei. Die Ruhe der Architekturwiedergabe,

wie die der Wasseroberfläche, findet durch das Rudern

des Gondolieres ausgleichende Bewegung. Diese Charakteristika

erweisen sich als typisch für das Werk Giacomo

Guardis. Im Gegensatz zu seinem Vater Francesco

Guardi (1712–1793) widmete sich Giacomo

vermehrt dem mittleren und kleineren Format. Dabei

ist die Reduktion der Farbigkeit und Konzentration auf

Lichteffekte ein Erbe aus dem Werk seines Vaters.

Literatur:

Vgl. Dario Succi, Francesco Guardi. Itinerario

dell’avventura artistica, Mailand 1993, S. 167–190.

Vgl. Dario Succi, Guardi. Itinerario artistico. Catalogo

dei dipinti e disegni inediti, Mailand 2021.

A.R. (1461711) (11)

GIACOMO GUARDI,

1764 VENICE – 1835 IBID.

GONDOLA ON THE LAGOON

Oil on canvas.

21 x 27.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dr Federica

Spadotto, Padua, dated 18 October 2025 (with examples

of comparison), in copy.

Literature:

cf. Dario Succi, Francesco Guardi. Itinerario

dell’avventura artistica, Milan 1993, pp. 167–190.

cf. Dario Succi, Guardi, vol. I. Itinerario artistico, vol.

II: Catalogo dei dipinti e disegni inediti, Milan 2021.

€ 20.000 – € 25.000

Sistrix

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165


337

GIUSEPPE BERNARDINO BISON,

1762 PALMANOVA – 1844 MAILAND, ZUG.

Der Künstler war ein italienischer Maler des Klassizismus,

er studierte in Brescia und befasste sich mit dem Werk

von Girolamo Romanino (1484/87– 1562). Später zog er

nach Venedig und setzte sein Kunststudium unter Giovanni

Antonio Canal (1697– 1768) fort. Von 1834 bis

1838 unternahm er eine Reihe von Reisen, die ihn u. a.

nach Florenz, Rom, Neapel und Paestum führten. Mit

seinen Venedigveduten begründete Bison ein kommerzielles

Genre, um der Nachfrage von Touristen und

Sammlern nachzukommen. Neben zahlreichen Venedigansichten

schuf er auch idyllische Fantasielandschaften.

Dabei ist die Vielfalt seiner Themen sowie die hohe

Qualität seiner Bildproduktion hervorzuheben. Im letzten

Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts arbeitete er mit

dem Architekten Gian Antonio Selva zusammen, so

etwa für die Dekorationen des inzwischen nicht mehr

existierenden Palazzo Bottoni di Ferrara und dem Casino

Soderini in Treviso. Er studierte Werke von Francesco

Guardi (1712 – 1793) und Gian Domenico Tiepolo

(1727– 1804), wirkte auch als Freskant in Venedig, begab

sich nach Treviso, Padua und Triest, 1833 schließlich

nach Mailand, wo er bis zu seinem Lebensende blieb.

Gemäldepaar

VEDUTEN

Öl auf Leinwand.

32 x 47 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Das Gemäldepaar zeigt Blicke aus einer Säulenhalle

heraus. Der Blick öffnet sich durch den Portikus hin zu

einer Kirche, die im Licht der untergehenden Sonne

steht. Zahlreiche Staffagefiguren, mit schnellem Pinselduktus

aufgeführt, bevölkern im Vordergrund die Szenerie.

Die zweite Vedute eröffnet die Ansicht auf einen

Palast an einem Kanal. Charakteristisch für Bison sind

seine schnell ausgeführten Figurendarstellungen sowie

seine detaillierten Architekturdarstellungen. Einflüsse

der Genredarstellungen, die ab 1740 im venezianischen

Raum Einzug genommen haben, sind hier

deutlich an den Figurenzusammenstellungen zu sehen.

(1461962) (10)

166 HAMPEL ONLINE Visit www.hampel-auctions.com for around 6.500 additional images.


GIUSEPPE BERNARDINO BISON,

1762 PALMANOVA – 1844 MILAN, ATTRIBUTED

A pair of paintings

VEDUTE

Oil on canvas.

32 x 47 cm.

Bison’s work is characterized by his quickly executed

figure paintings and his detailed architectural depictions.

The influence of genre painting, which became

popular in Venice from 1740 onwards, is clearly visible

in his figure compositions.

Sistrix

€ 15.000 – € 20.000 INFO | BID

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167


338

FRANCESCO TIRONI,

UM 1745 VENEDIG – 1797 BOLOGNA

Der Maler war nahezu vergessen, bevor Hermann Voss

ihn 1927/28 mit seinem Werk über die Veduten Venedigs

wiederentdeckte. Über Tironis Lebensweg ist nicht

viel bekannt, er stammte wohl aus einer Familie aus

Friaul. Er ist vor allem durch seine Vorlagen für die 24

Radierungen mit Veduten von Venedig bekannt geworden,

die von Antonio Sandi (1733– 1817) gestochen

und Anfang 1785 veröffentlicht wurden. Exemplare der

Zeichnungen befinden sich u. a. in der Albertina Wien

sowie in der Nationalgalerie Washington D.C.

VENEDIG – CANAL GRANDE

MIT DER SANTA MARIA DELLA SALUTE

Öl auf Leinwand.

50 x 62 cm.

Beigegeben eine Expertise von Dr. Federica Spadotto,

die detaillierte Angaben zu Werken in öffentlichen

Sammlungen und Museen enthält, in Kopie.

Der große Kuppelbau betont die rechte Bildseite, wodurch

Raum für die Segelschiffe, Lastkähne und Goldeln

sowie den Blick auf die Punta della Dogana am Kanalausgang

entsteht. Links ragt die Seitenfassade des

Renaissance-Palastes mit seinen Rundbögen ins Bild.

Tironi zählt zu den letzten Vedutisten Venedigs im 18.

Jahrhundert. Sein Stil ist beeinflusst von Meistern wie

Canaletto (1697 – 1768) sowie den beiden Guardis, Francesco

(1712 – 1793) und Giovanni Antonio (1698/99 –

1760). Neben Gesamtansichten berühmter Plätze und

Stadt veduten widmete er sich auch der Darstellung intimerer

Stadtteile oder einzelner Bauten, wobei die beigebraune

Farbgebung auffallend charakteristisch für ihn ist.

Literatur:

Vgl. Lino Moretti, Francesco Tironi, in: Giuseppe Pavanello

(Hrsg.), Canaletto. Venezia e i suoi splendori,

Venedig 2008, S. 206 f.

Vgl. Dario Succi, Francesco Tironiultimo vedutista del

Settecento veneziano, Mariano Del Friuli 2004.

Vgl. Hermann Voss, Francesco Tironi. Ein vergessener

venezianischer Vedutenmaler, in: Zeitschrift für bildende

Kunst 61 (1927/28), S. 266–270.

A.R. (1461591) (11)

FRANCESCO TIRONI,

CA. 1745 VENICE – 1797 BOLOGNA

VENICE – GRAND CANAL

WITH SANTA MARIA DELLA SALUTE

Oil on canvas.

50 x 62 cm.

Accompanied by an expert’s report by Dr Federica

Spadotto with details regarding the work in public collections

and museums, in copy.

Literature:

cf. Lino Moretti, Francesco Tironi, in: Giuseppe

Pavanello (ed.), Canaletto. Venezia e i suoi splendori,

Venice 2008, p. 206f.

cf. Dario Succi, Francesco Tironi. Ultimo vedutista del

Settecento veneziano, Gorizia 2004.

cf. Hermann Voss, Francesco Tironi. Ein vergessener

venezianischer Vedutenmaler, in: Zeitschrift für bildende

Kunst, 61 (1927/28), pp. 266–270.

€ 40.000 – € 50.000

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339

FRANCESCO TIRONI,

UM 1745 VENEDIG – 1797 BOLOGNA

Der Maler war nahezu vergessen, bevor ihn Hermann

Voss 1927/28 mit seinem Werk über die Veduten Venedigs

wieder bekannt machte. Über die Biografie des

Malers ist nicht viel bekannt; er stammte wohl aus einer

Familie aus Friaul. Neben Gesamtansichten und

Stadtveduten allgemein berühmter Plätze findet sich

im Werk Tironis nicht selten die Erfassung intimerer

Stadtteile oder einzelner Bauten, wobei die beige-braune

Farbgebung meist typisch für seine Werke ist.

VENEDIG VEDUTE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

59 x 92 cm.

In ornamental reliefiertem Rahmen mit Plakette mit

Künstlernamen.

Beigegeben ein Gutachten von Emilio Negro, Bologna,

in Kopie.

Über den Canal Grande wird der Blick des Betrachters

geführt, vorbei an dem verschatteten Fondaco dei Tedeschi

mit seinen von Arkaden überfangenen Anlegestellen,

hin zur Rialtobrücke und dem halb beleuchteten,

halb verschatteten Palazzo dei Camerlenghi. Auf

dem Canal zahlreiche Gondeln mit Gondolieri. Der

Künstler des vorliegenden Gemäldes konnte auf eine

Komposition von Canaletto (1697 – 1768) zurückgreifen,

wie etwa „Il ponte di Rialto da nord“, welche sich

in Turin in der Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli al

Lingotto befindet.

(1461741) (4) (13)

FRANCESCO TIRONI,

CA. 1745 VENICE – 1797 BOLOGNA

VENICE VEDUTA

Oil on canvas. Relined.

59 x 92 cm.

Accompanied by an expert’s report by Emilio Negro,

Bologna, in copy.

The artist of the present painting was able to draw on

a composition by Canaletto, such as ”Il ponte di Rialto

da nord“, held at the Pinacoteca Giovanni e Marella

Agnelli al Lingotto, Turin.

€ 18.000 – € 25.000

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169


340

GIOVANNI PAOLO PANINI,

1691 PIACENZA – 1765 ROM

Als Schüler des Bühnengestalters Francesco Galli Bibiena

(1659– 1739), auf den wohl auch Paninis Sinn für

die Theatralik in seinen Antikenlandschaften zurückgeht,

zog er 1711 nach Rom, wo er auch mit Canaletto

(1697– 1768) in Berührung kam. Als Leiter der Dekorationsarbeiten

für etliche römische Paläste schuf er nebenbei

auch Gemälde, die römische Plätze und Festlichkeiten

verewigen sollten, wie etwa das Fest auf der

Piazza Navona (Louvre u. a.). Besonderen Ruhm brachten

ihm seine Festausstattungen für bedeutende

Staatsereignisse ein, etwa zur Geburtsfeier des französischen

Thronfolgers oder 1745 für die Hochzeit des

Dauphins. Für Papst Innozenz XIII schuf er Ausmalungen

im Quirinalspalast. Er wurde bald als Dozent an

die Accademia di San Luca sowie die Académie de

France in Rom berufen. Dort kam auch Jean–Honoré

Fragonard (1732 – 1806) unter seinen Einfluss. Im Jahr

1718 wurde er Mitglied der Congregazione dei Virtuosi

al Pantheon. In seiner Werkstatt arbeiteten auch Hubert

Robert (1733– 1808) sowie sein Sohn Francesco

Panini (1745– 1812).

ARCHITEKTURCAPRICCIO MIT KAUFFAHRTEISZENE

Öl auf Leinwand.

74,5 x 98,5 cm.

In Profilrahmen.

Beigegeben eine Expertise von Ferdinando Arisi,

in Kopie.

Von links diagonal zentralperspektivisch ins Bildfeld ragende

klassische Architekturen mit vorgesetzten korinthischen

Säulen, einer dahinterliegenden, gülden

schimmernden, zweistöckigen Loggia mit Galerieaufbau

sowie einem runden Vorbau mit toskanischen Säulen.

Dahinter mehrere Hafen- und Wehrbauten an einem

offenen Gewässer, auf dem abgetakelte Schiffe

zu sehen sind. Ein Mast ragt von rechts in das Bildfeld

hinein und suggeriert die Anwesenheit eines Schiffes,

dessen Ladung soeben von mehreren Figuren gelöscht

wird, die im Vordergrund zu sehen sind. Die

prunkvollen Bauten sind somit im Zusammenhang mit

der zu löschenden Ladung und dem Überseehandel zu

sehen, sodass das Thema des Gemäldes die aus dem

Seehandel resultierende Prosperität darstellen soll.

Es wird vermutet, dass Panini Schüler des Francesco

Galli Bibiena (1659 – 1739) war, der bereits in seinem –

auch grafischen – Werk die Fantastik römischer Stadtlandschaften

in theatralischer Weise vortrug. Diese Bildsprache

könnte Panini jedoch ebenso gut ohne

persönliche Begegnung übernommen haben. Ab 1711

hielt er sich in Rom auf und wurde dort auch mit Giovanni

Antonio Canal (1697 – 1768) bekannt. Zunächst mit

Dekorationsmalerei in Palästen wie der Villa Patrizi oder

des Palazzo De Carolis tätig, widmete er sich zunehmend

dem Thema des Antikenarchitektur-Capriccios.

Literatur:

Vgl. David R. Marshall, The Architectural Piece in

1700. The Paintings of Alberto Carlieri (1672 – c. 1720),

Pupil of Andrea Pozzo, in: Artibus et Historiae, Bd. 25,

Nr. 50 (2004), S. 74, Nr. 60 & Nr. 61. (1440691) (13)

GIOVANNI PAOLO PANINI,

1691 PIACENZA – 1765 ROME

ARCHITECTURAL CAPRICCIO WITH SEA TRADE

SCENE

Oil on canvas.

74.5 x 98.5 cm.

Accompanied by an expert’s report by Ferdinando

Arisi, in copy.

Literature:

cf. David R. Marshall, The Architectural Piece in 1700.

The Paintings of Alberto Carlieri (1672 – c.1720), Pupil

of Andrea Pozzo, in: Artibus et Historiae, vol. 25, no.

50 (2004), p. 74, no. 60 & no. 61.

€ 10.000 – € 15.000

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341

CHARLES FRANÇOIS LACROIX DE MARSEILLE,

UM 1700 MARSEILLE – 1782 BERLIN, KREIS DES

FISCHER UND KAUFLEUTE AN DER

EINFAHRT ZU EINEM HAFEN

Öl auf Leinwand.

34,5 x 50,5 cm.

Trägt rechts unten Signatur und Datierung

„La Croix 1776“.

In dekorativem Rahmen.

Im stimmungsvollen gelb-rötlichen Licht des Himmels

eine Hafenfestung und die im Hintergrund am Ufer in

diffusem Licht liegenden Gebäude einer Stadt. Auf

dem Wasser ein prachtvoller Dreimaster mit teils gesetzten

Segeln und der französischen Flagge. Im Vordergrund

ein Uferstreifen mit mehreren Händlern, darunter

zwei Orientalen, die der Ausladung ihrer Ware

beiwohnen und so auf die Internationalität des Hafens

und seine Bedeutung hinweisen.

CHARLES FRANÇOIS LACROIX DE MARSEILLE,

CA. 1700 MARSEILLE – 1782 BERLIN, CIRCLE OF

FISHERMEN AND MERCHANTS ENTERING

A HARBOUR

Oil on canvas.

34.5 x 50.5 cm.

Signature and date “La Croix 1776” lower right.

€ 10.000 – € 15.000

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Anmerkung:

Der Künstler entwickelte einen Stil unter dem Einfluss

von Joseph Vernet (1714 – 1789), den er während seines

Aufenthalts in Rom 1751 kennenlernte und von

dem er lernte, Seestücke zu malen. (1450248) (18)

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171


342

FRANCESCO BATTAGLIOLI (UM 1717 – UM 1796)

IN ZUSAMMENARBEIT MIT

FRANCESCO FONTEBASSO (1707 – 1769)

ARCHITEKTURCAPRICCIO MIT FIGUREN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

45 x 36 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Blick auf einen großen breiten Treppenaufgang, der zu

einem Platz mit einer Kirche und mehreren Bäumen

führt. Im Vordergrund mehrere elegante Figuren im

Gespräch mit einem Reiter, sowie rechts die antiken

bewachsenen Reste einer Kolonnade, unter der eine

Frau mit Spindel und ein sitzender schlafender Mann

mit Hund zu erkennen sind – die Figuren wohl von

Francesco Fontebasso. Darstellung in weichen Farbtönen,

mit sommerlich hellblauem Himmel.

(1450891) (18)

€ 6.000 – € 9.000

(†) INFO | BID

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343

FRANCESCO BATTAGLIOLI,

UM 1717 MODENA – UM 1796 VENEDIG

PIAZZA DI PAESE

Öl auf Leinwand.

71 x 113 cm.

Seltene Vedute der Kleinstadt Paese, die etwa acht Kilometer

westlich von Treviso liegt. Der Platz wird in

seiner gesamten Weite gezeigt und von der Parochialkirche

der Heiligen Giorgio und Elena, mit dem hohen

schlanken Campanile dominiert. Die inzwischen veränderte

Fassade erscheint hier noch im barocken Baustil

mit Voluten und aufgesetzten Obelisken, während sich

der Turmaufsatz in der dargestellten Form noch erhalten

hat. Der weite Platz ist von Grasflächen bedeckt

und von teils stattlichen Gebäuden gesäumt, darunter

ein Palazzo auf der linken Bildseite. Rechts im Hintergrund

ragen, von Baumkronen teilweise verdeckt,

Turm und Fassade einer weiteren Kirche empor. Als

belebendes Element hat der Maler zwei herrschaftliche

Kutschen und mehrere Staffagefiguren in die Leere

des Platzes eingefügt.

Francesco Battaglioli gilt als Schüler von Raffaelo

Rinaldi, war Mitglied der Maler-„Fraglia“ in Venedig

und wirkte überwiegend im venezianischen Raum,

stand jedoch auch im Dienst Ferdinands VI im spanischen

Aranjuez. Dort schuf er für das königliche Theater

eine Reihe von Gemälden, von denen sich zwei im

Museo del Prado in Madrid befinden. Für Pietro Metastasios

Opern fertigte er Bühnenbilder. Seine Veduten

– etwa jene von Brescia – wurden 1751 von Francesco

Zucchi gestochen und illustrieren die 1778 erschienene

Druckausgabe von Baldassare Camillo Zamboni.

Das vorliegende Gemälde, eine wohl einzigartige Vedute

der Kleinstadt Paese, dürfte – im Gegensatz zu

den zahlreichen Ansichten Venedigs – für die historische

Erinnerung von höchster Bedeutung sein. Die

Zuschreibung an den Künstler erfolgte durch Egidio

Martini und Dario Succi.

Literatur:

Dario Succi, Dipinti di antichi maestri italiani, 2014,

Kat.Nr. 46 mit Abbildung (mit Verweis auf Egidio

Martini). A.R. (1450932) (11)

FRANCESCO BATTAGLIOLI,

CA. 1717 MODENA – CA. 1796 VENICE

PIAZZA DI PAESE

Oil on canvas.

71 x 113 cm.

The painting probably depicts a unique veduta of the

small town. In contrast to the countless Venice vedute,

it is likely to be of the utmost importance depicting

a historical view. The artist was identified by Egidio

Martini and Dario Succi.

Literature:

Dario Succi, Dipinti di antichi maestri italiani, 2014,

cat. no. 46 with ill. (with reference to Egidio Martini).

€ 15.000 – € 20.000

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173


344

ELISABETTA SIRANI,

1638 BOLOGNA – 1665 EBENDA

AMORKNABE MIT BOGEN UND FACKEL

Öl auf Leinwand.

67 x 72,5 cm.

Um 1660/62.

Beigegeben eine Expertise von Alessandro Delpriori,

Matelica, in Kopie.

Das geflügelte Amorknäblein erhebt sich von einem

rosafarbenen Laken und hält in der Rechten seinen Bogen,

das Werkzeug, mit dem er Liebe erwecken soll.

Seine linke Hand hingegen hält eine Feuerfackel nach

unten und löscht sie an einem Kriegshelm. Die ikonografische

Aussage ist damit deutlich: der Liebesgott

vertreibt den Krieg zugunsten der Liebe. Weitere attributive

Gegenstände begleiten das Thema, etwa zwei

Bücher unterhalb des Pfeilköchers, bei denen es sich

wohl um eine Würdigung der Literatur und der freien

Künste im Gegensatz zum Krieg handelt.

In der beiliegenden Expertise werden überzeugende

Vergleichsbeispiele genannt und abgebildet. Sie zeigen,

dass die Malerin ähnliche Themen behandelt hat,

etwa „Amorini, die sich um die Feuerfackel streiten“

(Sammlung Signoretti, Pesaro). Dabei ist zu erwähnen,

dass die nach unten gerichtete Fackel als Motiv seit

der Antike für den Tod, bzw. das Auslöschen steht – im

übertragenen Sinne hier die Verhinderung des Krieges

– entsprechend dem Spruch „Amor vincit omnia“.

Die Malerin war eine der ersten Frauen, die überhaupt

in die Accademia di San Luca in Rom aufgenommen

wurde, und gründete in Bologna eine Kunstakademie

für Mädchen und Frauen. Sie war die Tochter eines Malers

und Kunsthändlers, der mit Guido Reni zusammengearbeitet

hatte. Ihre humanistische Ausbildung,

auch in der Musik, fand Ausdruck in ihren Bildern. Gefördert

und beauftragt wurde sie vom Hochadel ihrer

Zeit, etwa von der Familie Gonzaga in Mantua, den Farnese

in Parma oder des Kurfürsten Ferdinand Maria

von Bayern. Im Alter von nur 27 Jahren verstarb sie

unverheiratet und wurde in der Kirche San Domenico

beigesetzt. Ein gemeinsames Epitaph verbindet sie

schließlich mit dem Maler Guido Reni.

Literatur:

Vgl. Massimo Pulini, Il diario di Elisabetta Sirani.

Bologna 1638 – 1665, Rimini 2025.

Vgl. Jadranka Bentini und Vera Fortunati Pietrantonio,

Elisabetta Sirani. Pittrice eroina 1638 – 1665, Bologna

2004.

Vgl. Adelina Modesti, Elisabetta Sirani. Una Virtuosa

del Seicento bolognese, Bologna 2004.

Vgl. Christiane Weidemann, Petra Larass und Melanie

Klier, 50 Künstlerinnen, die man kennen sollte,

München 2008.

A.R. (1460334) (11)

€ 7.000 – € 9.000

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345

AUGSBURGER MEISTER

DES AUSGEHENDEN 17. JAHRHUNDERTS

MARIÄ TEMPELGANG

Öl auf gehämmerter Kupferplatte.

46 x 33,5 cm.

Die in den Evangelien nicht vermerkte Szene entspricht

Schilderungen des apokryphen Jakobsevangeliums

(ProtevJac 7,2-3). Die Figuren vor den gedrehten

Säulen des Jerusalemer Tempels, dicht gedrängt; im

Zentrum der Hohepriester, der die kindliche Maria

empfängt, geleitet von Mutter Anna und Joachim. Die

Figurengruppe in der rechten unteren Ecke, ikonographisch

nur schwer interpretierbar, vor allem wegen

des grimmig blickenden Mannes mit Stock. Körperhaltungen

und Farbgebung vom Manierismus geprägt,

stilistisch der Augsburger Schule nahe.

(1461007) (11)

€ 8.000 – € 12.000

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175


346

FRANCESCO MONTEMEZZANO,

UM 1540 VERONA – UM 1602, ZUG.

CHRISTUS UND DIE EHEBRECHERIN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

112 x 144 cm.

Unsigniert.

Inmitten einer manieristischen Architektur die vielfigurige

Darstellung mit geschickter Lichtführung. Das Gemälde

beschreibt mit großer Klarheit die Begegnung

zwischen Christus und der Ehebrecherin (Joh 8,2-11).

Die Pharisäer bringen eine Frau zu Christus in den Tempel,

die die eheliche Treue gebrochen hatte und somit

nach dem damals gültigen Gesetz gesteinigt werden

sollte. Gemäß der Bibel antwortet Jesus mit: „Wer

ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie“.

(1461701) (13)

FRANCESCO MONTEMEZZANO,

CA. 1540 VERONA – CA. 1602, ATTRIBUTED

CHRIST AND THE ADULTERESS

Oil on canvas. Relined.

112 x 144 cm.

€ 16.000 – € 18.000

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347

JACOPO PALMA IL GIOVANE (1548 – 1628) UND

SCHÜLER MATTEO PONZONE (1580/90 – 1664),

ZUG. (ABB. LINKS)

CHRISTUS UND JOHANNES EVANGELIST

Öl auf Leinwand. Doubliert.

71 x 61 cm.

In altem Rahmen des 17./18. Jahrhunderts.

Beigegeben eine ausführliche Vergleichsdokumentation,

die das Werk in die Venezianische Schule des 16./17.

Jahrhunderts setzt, mit vermutlicher Datierung 1590 –

1610, in Kopie.

Christus im Halbbildnis mit Dornenkrone, soeben vom

Kreuz abgenommen, wird von dem jungen Johannes betrauert.

Die Darstellung in caravaggeskem Chiaroscuro,

die Konturen zeigen sich im Sfumato. A.R.

(1462173) (11)

JACOPO PALMA IL GIOVANE (1548 – 1628)

AND HIS STUDENT MATTEO PONZONE

(1580/90 – 1664), ATTRIBUTED

CHRIST AND JOHN THE EVANGELIST

Oil on canvas. Relined.

71 x 61 cm.

Accompanied by detailed comparative documentation

placing the work in the Venetian school of the 16th/17th

century, with presumed dating 1590 – 1610, in copy.

€ 10.000 – € 12.000

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348

TIZIANO VECELLIO,

1485 – 1576 VENEDIG, KREIS DES

SACRA CONVERSAZIONE

Öl auf Leinwand. Doubliert.

130 x 170 cm.

In vergoldetem Profilrahmen.

Unter einem dunkelgrünen Ehrentuch mit Goldtressen

sitzt die von einem leichten Nimbus umzogene Figur

der Heiligen Mutter Gottes, ihr Kind auf dem Schoß

haltend. Die linke Bildhälfte wird dominiert von der

Figur des Evangelisten Lukas mit dem Stier als seinem

Symboltier, begleitet von einem Heiligen oder einer

Stifterfigur, die im Vordergrund kniet. Die Sacra

Conversazione „The Madonna and Child with Saints

Luke and Catherine of Alexandria“ von Tiziano Vecellio

wurde im Januar 2011 bei Sotheby’s in New York

versteigert und erzielte dabei einen Preis von USD

16.882.500,00.

Literatur:

Vgl. Charles Sterling, Notes breves sur quelques

tableaux venetiens inconnus a Dallas, in: Arte veneta,

1954, S. 268. (1461963)

TITIANO VECELLIO,

1485 – 1576 VENICE, CIRCLE OF

SACRA CONVERSAZIONE

Oil on canvas. Relined.

130 x 170 cm.

Literature:

cf. Charles Sterling, Notes brèves sur quelques

tableaux vénetiens inconnus à Dallas, in: Arte Veneta,

1954, p. 268.

€ 12.000 – € 15.000

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177


349

LUCIANO BORZONE,

1590 GENUA – 1645 EBENDA

CHRISTUS AN DER SÄULE

Öl auf Leinwand. Doubliert. Im Oktogon.

52 x 41 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Camillo Manzitti, in Kopie.

Dreivierteldarstellung Christi, lediglich mit einem Tuch

um seine Hüften bekleidet, die Arme leicht übereinander

nach unten haltend, die Handgelenke dabei gefesselt,

wohl an die nicht genauer sichtbare Säule neben

ihm. Der Blick Christi mit trauriger Resignation gen Himmel

gerichtet. Die Tragik des Geschehens wird dazu

durch das Hell-Dunkel-Spiel der Schatten verstärkt, das

die anatomische Perfektion des Körpers modelliert, eingebettet

in eine eher undefinierte Umgebung. Laut

Manzitti ist der Stil des Künstlers geprägt von leichten

Pinselstrichen, die Formen entstehen lassen, frei von

allzu strengen gestalterischen Vorgaben. Ebenso ist

Borzones Streben nach Natürlichkeit ein wiederkehrendes

Motiv. Er erfasst hier die tiefe Intensität der Emotionen

Christi mit großer Wirkung.

(1460566) (18)

€ 6.000 – € 10.000

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350

EUROPÄISCHER MALER DES

AUSGEHENDEN 16. JAHRHUNDERTS

DIE GEISSELUNG CHRISTI

Öl auf Holz.

75 x 55 cm.

In massivem, ornamental mit Akanthusblättern

reliefiertem Holzrahmen, vergoldet.

Das Tafelbild mit der Geißelung Christi zeigt eine ausgewogene,

klar strukturierte Komposition von ausgeprägter

Zentralität. Christus, in hellem Inkarnat und

fein modelliertem Licht, bildet den leuchtenden Mittelpunkt

der Szene. Die flankierenden Peiniger sind in

gedämpften Tönen mit dem dunkleren Hintergrund

verschmolzen, wodurch die Lichtregie den Blick unweigerlich

auf die zentrale Figur und die innere Dramatik

des Geschehens lenkt.

(14619016) (3) (17)

€ 5.000 – € 7.000

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351

FRANCESCO GUARDI,

1712 VENEDIG – 1793 EBENDA

DER HEILIGE JOSEF

Öl auf Leinwand.

45 x 33 cm.

In geschnitztem Rocaillerahmen mit Bekrönung.

Beigegegen eine Expertise von Bozena Anna Kowalczyk,

Venedig 2020, 5. Oktober 2020, in Kopie.

Der vor allem für seine Venedigveduten bekannt gewordene

Maler erhielt seine Ausbildung gemeinsam mit

seinem älteren Bruder Giovanni Antonio (1698/99 –

1760), der in Venedig die Familienwerkstatt leitete und

mit dem er bis 1760 gemeinsam arbeitete. Neben der

Vedutenmalerei widmete sich Francesco jedoch weit

mehr als Antonio auch religiösen Themen. Weiche Konturen

bei flotter Pinselführung charakterisieren dabei

seine Arbeiten. Dem Zeitalter des Rokoko entsprechend

zeigen sich auch seine Figuren bewegter, wie

hier im Bild, das den im Halbbildnis gegebenen Heiligen

mit lebensnaher Kopfwendung nach links oben darstellt,

während der Oberkörper in Gegenbewegung gegeben

ist. Trotz aller Tonigkeit zeigt sich die Farbgebung

durch das lichte Blau des Hintergrundes noch ganz in

der Auffassung des Barock, inspiriert von Malern wie

Marco Alvise Pitteri (1702 – 1786) oder Giovanni Battista

Piazzetta (1683 – 1754), auf den der Bildtypus wohl zurückgeht.

In gekonnter Farbkomposition ist hier die

Weißfarbe des Lilienstängels in Entsprechung zu Bart

und Haar des Heiligen gesetzt. Zu seinen religiösen Darstellungen

zählen etwa die „La Madonna del rosario“

(Budapest) oder „Hagar mit dem Engel“.

Literatur:

Vgl. Federica Spadotto, Io sono ’700. L’anima

di Venezia tra pittori, mercanti e bottegheri da quadri,

Sommacampagna 2018.

Vgl. Antonio Morassi, Guardi. I dipinti. I disegni.

L’opera completa, Venedig 1984.

Vgl. Rodolfo Pallucchini und Adriano Mariuz,

L’opera completa del Piazzetta, Mailand 1982. A.R.

(1461961) (11)

€ 5.000 – € 7.000

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352

ANTONIO ALLEGRI CORREGGIO,

UM 1489 CORREGGIO – 1534 EBENDA, ZUG.

ECCE HOMO

Öl auf Holz, parkettiert. Im Oval.

74 x 59,5 cm.

Ungerahmt.

Vor abgedunkeltem Fond die halbfigurige, leicht nach

rechts gewandte Darstellung mit Spottzepter, Dornenkranz

und purpurrotem Umhang sowie einem diffusem

Lichtnimbus um das fahle Haupt.

(1460089) (13)

€ 3.000 – € 5.000

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179


353

JEAN-MARC NATTIER,

1685 PARIS – 1766 EBENDA, NACHFOLGE DES

Gemäldepaar

ALLEGORIE DES WASSERS

sowie

ALLEGORIE DER LUFT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

113 x 98 cm.

In gefasstem Profilrahmen.

Offensichtlich als Pendants gemalt, sind die beiden

hier angebotenen Gemälde ein typisches Beispiel für

die höfische Malerei allegorischen Inhaltes im Ancien

Régime Frankreichs des 18. Jahrhunderts. Während

das eine Bild vor einer Medici-Vase mit architektonischem

Versatzstück zwei kindliche Wesen zeigt, welche

ihre gefangenen Fische präsentieren, zeigt das

andere Bild eine kannelierte Säule in arkadischer Landschaft

mit davor lagernden Kindern, die mit Vögeln

hantieren, sodass der Betrachter von einer Thematisierung

von Luft und Wasser ausgehen kann.

Literatur:

Vgl. Philippe Renard, Jean-Marc Nattier (1685 – 1766).

Un artiste parisien à la cour de Louis XV, Saint Rémyen-l’Eau

1999.

Vgl. Xavier Salmon, Jean-Marc Nattier 1685 – 1766,

Versailles 1999. (1460337) (13)

€ 5.000 – € 7.000

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354

CORNELIS VAN SPAENDONCK,

1756 TILBURG – 1840 PARIS, ZUG.

BLUMENSTILLLEBEN MIT EINER SÈVRESVASE

Öl auf Leinwand. Doubliert. Im Hochoval

60 x 50 cm.

Links unten Restsignatur.

In vergoldetem Rahmen.

Beigegeben eine Rechnung für das Gemälde von der

Galerie Carroll, München, vom 26.10.1972, über den

Kaufpreis von DM 40.000, in Kopie.

Vor grünlichem Hintergrund die auf einer Marmorplatte

stehende, teils goldverzierte Vase, darin ein kleiner

Blumenstrauß, bestehend u. a. aus rosafarbenen Rosen,

Malven, Hyazinthen und einer nach oben ragenden

gelben Tagetes; eine helle Aster ragt zudem über

die Plattenkante hinaus. Qualitätsvolle präzise Wiedergabe

der Blumen, dabei die Blüten in zarten weichen

Farbtönen.

CORNELIS VAN SPAENDONCK,

1756 TILBURG – 1840 PARIS, ATTRIBUTED

FLORAL STILL LIFE WITH SÈVRES VASE

Oil on canvas. Relined. In upright oval.

60 x 50 cm.

Remains of signature lower left.

Accompanied by an invoice for the painting from the

Carroll Gallery, Munich, dated 26 October 1972, for the

purchase price of DM 40,000, in copy.

€ 8.000 – € 10.000

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Anmerkung:

Van Spaendonck war seit 1773 in Paris für die Porzellanmanufaktur

Sèvres tätig, wo er bis 1801 als Entwerfer

wirkte. (1450381) (18)

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181


355

SALOMON VAN RUYSDAEL,

UM 1602 NAARDEN – 1670 HAARLEM

Der holländische Maler war der Onkel des niederländischen

Landschafts- und Marinemalers Jacob van Ruisdael.

Vermutlich wurde er bei Esaias van de Velde

(1587/91– um 1630) ausgebildet, ab 1623 war er Mitglied

und 1648 Vorstand der Haarlemer Malergilde.

BAUMLANDSCHAFT MIT KÜHEN

UND SCHAFEN AN EINEM TÜMPEL

Öl auf Holz.

48 x 63 cm.

Rechts unten signiert.

Beigegeben eine Expertise von Marijke C. de Kinkelder,

Curator Old Nederlandish Paintings, vom 28. Mai

2009, in Kopie.

Die Stimmung zeigt ein beruhigendes Spätnachmittagslicht,

das sich am Horizont gelblich verfärbt und in

der Talsenke dem kleinen Tümpel Lichteffekte verleiht.

Daneben leuchtet einzig das Weiß des Rindes am

Teichufer aus der Schattenzone, in der links davon ein

rastender Bauer mit seinem Hund zu erkennen ist.

Somit ist der Eindruck von Ruhe das eigentlich beherrschende

Thema des Bildes. Insgesamt kann festgestellt

werden, dass neben der Exaktheit der

landschaftlichen Elemente bei Salomon Ruysdael das

Stimmungsvolle ein charakteristisches Element in etlichen

seiner Werke darstellt. Zwei feine vertikale Plattenrisse.

Anmerkung:

In der beiliegenden Expertise wird die Entstehung

des Bildes in die Mitte der 1660-er Jahre datiert und

verglichen mit einem Werk (bei Van Diemen, Amsterdam

ca. 1940, sowie bei Xaver Scheidwimmer,

München 1874).

Zudem wird bemerkt, dass sich die ausgeschriebene

Signatur – entgegen dem zumeist verwendeten

„JvR“ Monogramm – auch noch in weiteren Werken

Ruysdaels finden ließ (Sotheby´s London, 7 Juli 1976,

lot 69; sowie 12. Dez. 1990, lot 204). (1461611) (11)

SALOMON VAN RUYSDAEL,

CA. 1602 NAARDEN – 1670 HAARLEM

TREE LANDSCAPE WITH COWS

AND SHEEP BY A POND

Oil on wood.

48 x 63 cm.

Signed lower right.

Accompanied by an expertise by Marijke C. de

Kinkelder, Curator Old Nederlandish Paintings,

dated 28 May 2009, in copy.

€ 20.000 – € 30.000

Sistrix

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356

CONSTANTIN NETSCHER,

UM 1668 DEN HAAG – UM 1723 EBENDA

Constantin Netscher ist bekannt für seine Portraits, historischen

Allegorien und italienischen Landschaften.

Der Biograph Houbraken erwähnt ihn als Sohn des

Caspar Netscher (1639 – 1684), der als Portraitist bereits

den Familiennamen berühmt gemacht hatte. Der

Bruder Theodorus (1661– 1732) war ebenfalls Maler.

Verehelicht mit Magdalena van Haensbergen, wurde

Constantin ein Schwiegersohn des Landschaftsmalers

Johan van Haensbergen (1642 – 1705).

MUTTER MIT KIND BEIM BETRACHTEN

VON BLUMEN

Öl auf Leinwand.

49 x 41 cm.

Links seitlich am Vasensockel signiert

und datiert „CNetscher fe. 1712“.

Vor einem Fenster, neben einer Vase mit blühendem

Mohn, steht das Kind und hält Blumen in Händen. Ein

grüner Vorhang hinterfängt die beiden Halbfiguren, im

unteren Bereich bedeckt mit einem Teppich.

Entsprechend der jüngeren Generation zeigt sich der

Stil Constantins bereits deutlich hellfarbiger, und viele

seiner Bilder widmen sich gesellschaftlichen Szenen,

als Vorbereitung auf das Rokoko. Hier ist zudem bereits

eine erziehende Aussage erkennbar, wie sie im

18. Jahrhundert zur zentralen Aufgabe der Bildenden

Kunst werden sollte. Die detaillierte Wiedergabe des

Teppichs folgt der Bildtradition seines Vaters Caspar,

sowohl als Präsentation von Wertigkeit als auch zur

farblichen Belebung der Szene. A.R.

(1461361) (11)

CONSTANTIN NETSCHER,

CA. 1668 THE HAGUE – CA. 1723 IBID.

MOTHER AND CHILD LOOKING AT FLOWERS

Oil on canvas.

49 x 41 cm.

Signed and dated “CNetscher fe. 1712”

on base of the vase, lower left.

€ 10.000 – € 14.000

Sistrix

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357

FLÄMISCHER MALER DES 17. JAHRHUNDERTS

GARTENANLAGE EINES PALASTES MIT FIGUREN

Öl auf Eichenholz. Im Tondo.

Durchmesser: 20 cm.

In dunklem Holzrahmen.

Im Vordergrund ein Mädchen mit erhobener gefüllter

Schale und eine junge elegante Dame, beide den Blick

auf den über drei Treppenstufen führenden Palasteingang

gerichtet, in dessen geöffneter Tür der Hausherr

steht. In der Bildmitte eine weibliche Skulptur auf

Sockel und ein Springbrunnen, dahinter die angelegte

und gepflegte Gartenanlage im Licht der gelblich

unter gehenden Sonne.

Anmerkung:

Eine Gartenanlage mit Brunnen findet sich auch auf

einem Werk (Tondo) von Maerten Rijkaert (1587 – 1631),

das am 16. Mai 2024 bei Lempertz versteigert wurde

(Lot 1023). (1440652) (18)

€ 4.000 – € 6.000

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183


358

FRANCESCO DE MURA,

1696 NEAPEL – 1782 NEAPEL, ZUG.

DIE MADONNA MIT DEM KIND UND

DEM JUNGEN JOHANNES DER TÄUFER

Öl auf Leinwand. Doubliert.

76 x 63 cm.

In vergoldetem Rahmen.

Die Madonna in rot-blauem Gewand mit hellem Schleier

auf ihrem Kopf, vor sich auf einer Platte den auf einem

weißen Laken halb liegenden nackten Jesusknaben

haltend. Während ihre linke Hand ihn umgreift, hat

sie mit der anderen Hand das Laken vorsichtig angehoben,

um ihn wohl zu bedecken. Jesus hat seine rechte

Hand mit Segensgestus angehoben und blickt mit seinen

braunen Augen aus dem Gemälde heraus. Links

hinter beiden steht Johannes der Täufer mit geröteten

Wangen und gefalteten Händen, hält den Kreuzesstab

mit Rotulus und blickt auf Jesus. Harmonische Darstellung

in weichen Farben und feiner Lichtführung.

(14504514) (18)

€ 8.000 – € 12.000

(†)

Sistrix

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359

ANTON RAPHAEL MENGS,

1728 AUSSIG – 1779 ROM, ZUG.

CHRISTUSBILDNIS

Öl auf Leinwand, auf Karton.

32 x 28,5 cm.

In vergoldetem Rahmen.

In Nahsicht vor beigem Hintergrund das Gesicht Jesu

mit leicht geröteten Wangen, Bart und schulterlangen

Haaren, leicht geöffnetem Mund, den Blick mit seinen

glänzenden Augen nachdenklich aus dem Bild auf den

Betrachter gerichtet. Er trägt, wie oft, ein altrosafarbenes

Gewand und darüber einen blauen Mantel. Einfühlsame,

feine Malerei.

(1460641) (1) (18)

€ 4.000 – € 6.000

Sistrix

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360

MICHELE SANGIORGI,

1785 FAENZA – 1822 ROM

Dank eines Stipendiums der Congregazione di Carità

konnte Sangiorgi zwischen 1806 und 1811 in Rom studieren,

wo er in künstlerischen Kreisen mit Zeitgenossen

wie Tommaso Minardi, Francesco Hayez und Pelagio

Palagi verkehrte. Minardi beschrieb ihn als begabt,

jedoch mit einem schwierigen Charakter und einem

ausschweifenden Lebensstil.

PETRUS IM KERKER MIT ZWEI WACHEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

126 x 172 cm.

In naturbelassenem Holzrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Prof. Fernando

Mazzocca, Mailand, 12. April 2019, der das vorliegende

Werk auf ca. 1817 – 1822 datiert, in Kopie.

Das Gemälde ist großformatig angelegt, was auf einen

kirchlichen Auftrag schließen lässt. Gezeigt wird die

Szene aus der Apostelgeschichte (Apg 12,6 – 7), wonach

Petrus von einem Engel aus dem Kerker befreit

wird. Dieser ist links hell erleuchtet zu sehen, rechts

sind zwei geharnischte Wachen gut zu erkennen, der

Engel ist nur als Lichterscheinung wahrnehmbar.

Anmerkung:

1813 gewann Sangiorgi eine dreijährige Förderung

durch die Accademia di Belle Arti Bologna, die durch

Verzögerungen und Kritik belastet war – seine eingereichten

Arbeiten wurden 1815 abgelehnt, woraufhin

er Unterstützung von Antonio Canova und Pelagio

Palagi erhielt. Ein bedeutendes Blatt von 1812, gewidmet

Antonio Canova, wurde später Teil der National

Gallery of Art in Washington, ein Beleg für die hohe

Qualität seiner Arbeiten.

Literatur:

Vgl. zur Biographie: Anna Ottani Cavina, Michele

Sangiorgi, in: L’eta neoclassica a Faenza 1780 – 1820,

Ausst.-Kat., Faenza 1979, S. 125 – 130. (1450204) (13)

MICHELE SANGIORGI,

1785 FAENZA – 1822 ROME

SAINT PETER IN PRISON WITH TWO GUARDS

Oil on canvas. Relined.

126 x 172 cm.

Accompanied by an expert’s report by Professor Fernando

Mazzocca, Milan, 12 April 2019, who dates the

present painting to ca. 1817 – 1822, in copy.

Literature:

cf. regarding the biography: Anna Ottani Cavina,

Michele Sangiorgi, in: L’età neoclassica a Faenza

1780 – 1820, exhibition catalogue, Faenza 1979,

pp. 125 – 130.

€ 18.000 – € 22.000

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185


361

FRANZÖSISCHER MEISTER DER

ZWEITEN HÄLFTE DES 18. JAHRHUNDERTS

VENUS IN DER SCHMIEDE DES VULKAN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

58 x 72,5 cm.

In Prunkrahmen mit bekrönendem Schleifendekor.

Das Gemälde zeigt rechtsseitig die schöne Venus in

elegantem hellblauem Kleid mit teils entblößter Brust,

wohlfrisiertem Haar mit blauem Band, sich mit leicht

erhobener Hand dem sitzenden Vulkan zuwendend.

Dieser mit freiem Oberkörper auf einem roten Tuch sitzend,

einem Werkzeug in der linken Hand, zusammen

mit zwei linksseitig erkennbaren Kollegen an der Fertigstellung

einer Schmiedearbeit. Rechts am Bildrand,

oberhalb eines Ambosses, der sitzende kleine Amor

mit Tauben, einen Pfeil in seiner Hand haltend. Unterhalb

des Ambosses wohl sein Köcher liegend, mit weiteren

Pfeilen und ein turtelndes Taubenpaar. Malerische

Darstellung, bei der insbesondere das feine zarte Inkarnat

von Venus und Amor dem Gebräunten des

Schmiedegottes Vulkan gegenübergestellt werden.

Durch ihre gegenseitigen Blicke wird die enge Verbundenheit

und Liebe der beiden gezeigt. Das vorliegende

Thema gehört zu einer der beliebtesten mythologischen

Darstellungen in der Malerei.

(1461863) (1) (18)

€ 8.000 – € 12.000

Sistrix

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362

FLÄMISCHER MEISTER DES 17. JAHRHUNDERTS

DIE VIER KIRCHENVÄTER IN DISPUTATION

Öl auf Holz. Parkettiert.

42 x 56,9 cm.

Verso mit altem aufgeklebtem Zettel mit Beschriftung;

auf einer Parkettierleiste schwarzes Lacksiegel mit Freiherrnwappen

sowie gedrucktes Ausstellungsetikett.

Ungerahmt.

Das Bildthema zeigt eine theologische Disputation

über das Verständnis des „Sakraments“. Diese Thematik

wurde nach der Reformation erneut aufgegriffen,

nachdem sich Raphael (1483 – 1520) in den Stanzen im

Vatikan damit auseinandergesetzt hatte und die reformatorische

Lehre zentrale Glaubensfragen neu stellte.

Das Gemälde ist daher als bedeutendes Beispiel der

Gegenreformation zu verstehen. Dargestellt sind die

vier lateinischen Kirchenväter, erkennbar an ihren Attri-

buten: Links Hieronymus als Einsiedler im rotem Umhang

mit Buch; daneben Augustinus, dessen Attribut

– ein flammendes Herz – von einem Putto über ihm

gehalten wird; in der Mitte Gregorius mit Papstkrone

und Kreuzstab; sowie Ambrosius, begleitet von einem

Bienenkorb als Symbol seiner Beredsamkeit. Diese

imaginäre Zusammenkunft der Heiligen verschiedener

Epochen ist als überzeitliches Sinnbild der beständigen

theologischen Reflexion innerhalb der Kirche zu verstehen.

Der Maler steht in der Stilnachfolge Jacob Jordaens

(1593– 1678), auf den das Bildthema zurückgeht. Ein

Stich von Cornelius Galle d. Ä. (1576– 1650) zeigt die

Szene seitenverkehrt, was darauf hinweist, dass das

vorliegende Gemälde nach dem Original geschaffen

wurde. Einige Farbfehlstellen; im Unterteil Riss in der

Platte. Besch. A.R.

(1461921) (3) (11)

FLEMISH SCHOOL, 17TH CENTURY

THE FOUR CHURCH FATHERS DISPUTING

Oil on panel. Parquetted.

42 x 56.9 cm.

On the reverse, an old, inscribed label is affixed with

an inscription. Parquetting slat with black wax seal

with a baronial coat of arms and a printed exhibition

label.

The painter is part of the stylistic tradition of Jacob Jordaens

(1593 – 1678), to whom the subject is attributed.

An engraving by Cornelius Galle shows the scene in

reverse, indicating that the painting was created after

the original. Some areas of paint loss, and a crack in

the panel in the lower section.

€ 13.000 – € 18.000

Sistrix

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187


364

ANDREA MELDOLLA,

GENANNT „SCHIAVONE“,

1510/15 ZARA – 1563 VENEDIG, ZUG.

DER MUSIKALISCHE WETTSTREIT

ZWISCHEN PAN UND APOLLO

Öl auf Leinwand. Doubliert.

31 x 57 cm. Mit leicht abgerundeten Ecken.

In dekorativem teilvergoldetem und bemaltem

rechteckigem Rahmen.

363

NEAPOLITANISCHE SCHULE,

ENDE 17./ANFANG 18. JAHRHUNDERT

MARIÄ HIMMELFAHRT

Öl auf Leinwand. Doubliert.

50 x 38 cm.

In vergoldetem Prunkrahmen.

Im Mittelpunkt die Jungfrau Maria in einem weißen

Gewand mit einem hellblauen Mantel, auf einer großen

Wolke im Himmel schwebend, umgeben von mehreren

Engeln. Maria hat ihre Arme ausgebreitet und schaut

demütig nach oben. In der unteren Bildhälfte sind zahlreiche

Figuren versammelt, darunter die Apostel, die

teils andächtig, teils überrascht der Aufnahme Mariens

in den Himmel beiwohnen. Einer von ihnen, in Rückenansicht,

hat gerade das Tuch über dem steinernen Sarg

zur Seite gezogen und blickt hinein. Aufgrund der gemalten

Umrahmung der Darstellung könnte das Werk

auch ein Entwurf für ein großes Deckengemälde gewesen

sein. Malerei in zurückhaltender harmonischer

Farbgebung.

(1460087) (18)

€ 4.000 – € 6.000

Sistrix

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Der Musikwettstreit ist ein Motiv der griechischen Mythologie,

das in der lateinischen Fassung in Ovids „Metamorphosen“

zu finden ist. In weiter Landschaft wird

hier der sitzende, bocksbeinige Hirtengott Pan, der Aulos

spielt, dargestellt. Ihm gegenüber halbsitzend Apollo mit

der Zither. Eine Parallele zur musikalischen Herausforderung

des Satyrs Marsyas an Apollo wird ebenfalls in

den „Metamorphosen“ erwähnt; teils wurden beide

Elemente vermischt. Der Berggott Tmolos erklärt Apollo

zum Sieger, einzig König Midas protestiert, der auf dem

Gemälde zwischen beiden mit abgestütztem Kopf in

seiner linken Hand dargestellt wird. Apollo hängte Marsyas

zur Strafe für den Frevel, ihn herausgefordert zu

haben, an einem Baum auf und zog ihm bei lebendigem

Leib die Haut ab. Diese Darstellung ist im Kleinformat

auf dem Bild im Hintergrund linksseitig zu finden.

Es handelt sich um eine erzählerische Darstellung in

überwiegend beige-braunen und grünen Farbtönen, in

der Manier des Künstlers. Ein vergleichbares Werk des

Künstlers befindet sich im Kunsthistorischen Museum

Wien mit dem Titel „Marius Curius Dentatus“ und wird

um 1555/60 datiert.

(1431154) (18)

€ 7.000 – € 12.000

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365

GIULIO FRANCIA,

EIGENTLICH „GIULIO RAIBOLINI“,

1487 BOLOGNA – 1540 EBENDA, ZUG.

Giulio war der jüngere Sohn und Schüler des Francesco

Raibolini, der sowohl als Maler als auch als Goldschmied

und Medailleur gewirkt hatte. Gelegentlich

arbeitete Giulio zusammen mit seinem älteren Bruder

Giacomo (1484 – 1557). Bei beiden Malern ist ein Einfluss

von Dosso Dossi erkennbar.

DIE HEILIGE FAMILIE

Öl auf Holz. Parkettiert.

95 x 70 cm.

Das Tafelbild zeigt die Heilige Familie mit einem blumenbekränzten

Engel, einer jugendlichen Begleitfigur

rechts oben sowie dem Johannesknäblein mit dem

Lamm. Die Komposition, in der die Figuren dicht gedrängt

vorgestellt werden, aber auch die bewusst konzipierte

Drehung der Gestalt der Maria, zeigen bereits

den Stil eines gemäßigten Manierismus. Die Eleganz

in der Körperhaltung, vor allem von Marias Händen,

rechtfertigen die Zuweisung an den Maler, insbesondere

im Vergleich mit ähnlichen Bildthemen seines

Werkes. Dabei fällt auf, dass sich der Künstler gerade

diesem Sujet mehrfach gewidmet hat. Hier dominiert

die in Rot gekleidete Gestalt der Maria, während Joseph

am linken Bildrand verschattet dargestellt ist und

aus dem Bild hinausblickt. Die jugendliche Figur am

rechten Bildrand schaut ebenso aus dem Bild heraus

auf den Betrachter, möglicherweise handelt es sich

hierbei um eine Portraitierung. Der nachdenkliche Ausdruck

im Gesicht der Gottesmutter verweist auf die

Ahnung des künftigen Leidens und Todes ihres Sohnes.

In einem Dreiecks-Kompositionsaufbau hat der

Maler den Jesusknaben und den kleinen Johannes der

Täufer wiedergegeben, wobei sich Jesus dem von Johannes

herbeigeführten Lamm zuwendet – ein Symbol

seines späteren Opfertodes als „Lamm Gottes“.

Provenienz:

Nachlass David Abbate 2013.

CRN Auction, Massachusetts, USA.

Literatur:

Vgl. Michael Bryan, Dictionary of Painters and

Engravers, Biographical and Critical, Bd. 2: L-Z,

London 1889, S. 341. (1440654) (11)

€ 9.000 – € 15.000

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366

LAMBERT VAN NOORT,

1520 AMERSFOORT – 1571 ANTWERPEN, ZUG.

Der Biograf Karel van Mander (1548– 1606) nannte den

Maler Lambrecht van Oort. Der Meister wurde 1547

Mitglied der Antwerpener Sankt Lukas-Gilde.

WALDLANDSCHAFT MIT JOHANNES DEM TÄUFER

Öl auf Holz.

Ca. 27 x 40,5 cm.

In dekorativem Rahmen.

Links vor zwei Baumstämmen in Waldlandschaft, auf einem

roten Laken der fast nackte, muskulöse Johannes

der Täufer, der attributiv einen langen schmalen Kreuzesstab

mit seiner linken Hand hält und an dessen Seite

links unten ein kleines Schaf liegt. Johannes weist mit

seinem ausgestreckten Arm auf eine im Hintergrund

des Waldes versammelte Gruppe hin, die wohl der Predigt

des links mit rötlichem Umhang stehenden Jesus

zuhört. Feine qualitätvolle Malerei. Gesicht und Körperbau

des Johannes an eine Darstellung des Heiligen Hieronymus

auf einem Gemälde von Lambert van Noort

erinnernd, das mit Monogramm am 13. Dezember 2001

bei Sotheby’s London unter Lot 112 versteigert wurde.

(1431155) (18)

€ 8.000 – € 12.000

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189


367

NICOLAES ELIASZ. PICKENOY,

UM 1590 AMSTERDAM – 1653/56, ZUG.

Werke von der Hand des Künstlers in der Gemäldegalerie

Berlin sowie im Stedelijk Museum in Amsterdam.

PORTRAIT EINES EDELMANNES

Öl auf Holz.

102 x 82 cm.

Links unten Signaturreste, links oben Wappen

und Datierung „1634“.

In dekorativem Rahmen.

Der Dargestellte ist im Dreiviertelportrait in einem Innenraum

mit nach rechts zusammengerafftem Vorhang

zu sehen. Er trägt ein schwarzes Seidengewand

und eine große weiße Halskrause. Seine rechte Hand

hat er auf einen flachen Tisch gelegt, während er in

seiner linken Hand wohl ein Paar Lederhandschuhe

hält und seinen Arm in die Hüfte abgestützt hat. Er hat

ein feines Gesicht, leicht gerötete Wangen, wenige

Stirnfalten, und mit seinen braunen Augen blickt er

aufmerksam und würdevoll aus dem Bild heraus. Das

Gemälde ist von hoher Qualität und in der typischen

Manier des Künstlers. Das Inkarnat in Feinmalerei und

auch die weiße Halskrause bilden einen starken Kontrast

zur dunklen Kleidung und dem Hintergrund. Platte

leicht gewölbt.

368

LOMBARDISCHE SCHULE DES 17. JAHRHUNDERTS

HALBPORTRAIT EINES VORNEHMEN HERREN

ODER ADELIGEN

Öl auf Leinwand. Doubliert.

90 x 70,5 cm.

In dekorativem Rahmen mit Floraldekor.

Vor grauem Hintergrund das Halbbildnis des vornehmen

Edelmanns nach rechts in schwarzer Kleidung,

mittig mit Knopfreihe sowie weißem Kragen, den linken

Arm auf eine steinerne Brüstung abgelegt. Er trägt

einen Oberlippenbart und blickt mit seinen braunen

Augen entschlossen aus dem Bild heraus. In seiner

linken Hand hält er einen gefalteten Brief. Rechts oben

wohl das Familienwappen, darüber in Latein die Aussage,

dass der Portraitierte im Alter von 41 Jahren dargestellt

wurde. Qualitätvolle Malerei in überwiegend

monochromer schwarz-grauer Farbigkeit, das Gesicht

und die Hände dabei besonders hervorgehoben.

(1461911) (18)

€ 7.500 – € 9.000

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Anmerkung:

Der Höhepunkt des Schaffens des holländischen

Malers war die Zeit von 1630 – 1637, eine Periode, die

durch ein hohes künstlerisches Niveau und zahlreiche

Aufträge prominenter Mäzene gekennzeichnet war.

Das Rijksmuseum Amsterdam und das Amsterdam

Museum besitzen viele seiner besten Arbeiten.

(14311511) (18)

€ 8.000 – € 12.000

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369

CHRISTOPH AMBERGER,

UM 1500/05 KAUFBEUREN – 1561/62 AUGSBURG,

ZUG.

BILDNIS EINES JUNGEN MANNES

Öl auf Eichenholz. Parkettiert.

57 x 45 cm.

Halbbildnis leicht nach links, an einem rot gedeckten

Tisch auf den er die Hände gelegt hat. In der linken

Hand zwei goldene Lederhandschuhe, dunkle, nahezu

schwarze Verkleidung und ebenso dunkles Barett. Das

Gesicht nachdenklich wiedergegeben.

CHRISTOPH AMBERGER,

CA. 1505 – 1561/62 AUGSBURG, ATTRIBUTED

PORTRAIT OF A YOUNG MAN

Oil on oak panel. Parquetted.

57 x 45 cm.

€ 18.000 – € 25.000 (†)

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(1462337) (11)

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191


370

NIEDERLÄNDISCHER MEISTER

DES 16. JAHRHUNDERTS

VERSPOTTUNG CHRISTI

Öl auf Eichenholz.

48 x 29 cm.

Beigegeben ein Bericht über die dendrochronologische

Analyse der Tafel von Prof. Dr. Peter Klein, Hamburg,

4. November 2021, in Kopie.

Das Gemälde in gestrecktem Hochformat entstammt

einem Altarretabel. Jesus ist sitzend gezeigt, umgeben

von drei Knechten, von denen einer ihm die Dornenkrone

aufdrückt, ein weiterer das Spottzepter

reicht. Links hinten zwei Gestalten, die als Pilatus und

als Priester zu deuten sind. Das Paviment zeigt im Bodenbelag

bereits die fortgeschrittene Behandlung der

Perspektive. Die bemalte Rückseite zeigt eine schwebende

Engelsgestalt mit den Leidenswerkzeugen Lanze

und Kreuznägel. Die drastische Wiedergabe der Gestalten

und Gesichter weist die von Malern wie Hieronymus

van Aken Bosch (um 1450–1516) beeinflusste

Stilistik auf. Rückseitige Malerei mit Farbschäden.

Provenienz:

Lempertz Auktion, Köln, Auktion Nr. 466, November

1961, Lot 104 (verso auf dem Rahmen entsprechender

Katalog-Ausschnitt-Aufkleber). A.R.

(1431159) (11)

DUTCH MASTER,

16TH CENTURY

THE MOCKING OF CHRIST

Oil on oak panel.

48 x 29 cm.

Accompanied by a report on the dendrochronological

analysis of the panel by Professor Peter Klein, Hamburg,

dated 4 November 2021, in copy.

The dramatic depiction of the figures and faces shows

a style influenced by painters such as Hieronymus

Bosch, born Hieronymus van Aken (ca. 1450–1516).

Provenance:

Lempertz, Cologne, auction no. 466, November 1961,

cat. no. 104. Respective catalogue cutting attached to

the back of the frame.

€ 10.000 – € 15.000

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371

MALER DER BYZANTINISCHEN SCHULE

TAFELBILD MIT DARSTELLUNG

MARIENS MIT DEM KIND

Tempera auf Holz.

42 x 28 cm.

Halbbildnis vor Goldgrund. Das Kind, entsprechend

der Ikonentradition, in fortgeschrittenem Alter gezeigt,

mit togaartigem Umhang, in der Linken ein

Rotulus. Oben seitlich und im Nimbus des Kindes

kyrillisch bezeichnet. Möglicherweise stammt das

Gemälde von einem in Venedig wirkenden Maler der

Ostkirche im 16. Jahrhundert.

(1450222) (11)

BYZANTINE SCHOOL

PANEL PAINTING DEPICTING MARY

WITH THE CHILD

Tempera on wood.

42 x 28 cm.

The painting may have been created by a painter of the

Eastern Church working in Venice in the 16th century.

€ 10.000 – € 15.000

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193


372

FRANCESCO FOSCHI,

1710 ANCONA – 1780 ROM

PROMETHEUS IM SCHNEEBEDECKTEN KAUKASUS

Öl auf Leinwand. Doubliert.

169 x 111 cm.

In vergoldetem Profilrahmen.

Beigegeben ein Gutachten von Mauro U. Lucco,

Bazzano di Neviano, in Kopie.

Wiedergabe des griechisch-mythologischen Themas

des Prometheus, der vom Göttervater Zeus zur Strafe

an einen Felsen gekettet wurde, nachdem er den

Menschen das Feuer gebracht hatte. Zentraler Gegenstand

des Gemäldes ist ein in der Mitte hochragender

verschneiter Berggipfel, die Sträucher schneebedeckt,

seitlich ein Wasserfall. Am rechten Bildrand als Repoussoir

ein kahler Baum. Daneben ein Felsblock, auf

dem Prometheus nackt angekettet liegt, mit blauem

Lendentuch. Über ihm ein herabfliegender Adler, der

laut Legende Prometheus’ Leber frisst. Daneben eine

brennende Fackel, Attribut des feuerbringenden Prometheus.

Bei dem Gemälde handelt es sich um eine äußerst seltene

ikonographische Wiedergabe dieses mythologischen

Themas. Der Künstler setzte bewusst das Thema

„Feuer“ in Gegensatz zur Eiseskälte des Winters.

(1450209) (13)

FRANCESCO FOSCHI,

1710 ANCONA – 1780 ROME

PROMETHEUS IN THE SNOW-COVERED CAUCASUS

Oil on canvas. Relined.

169 x 111 cm.

Accompanied by an expert’s report by Mauro U. Lucco,

Bazzano di Neviano, in copy.

€ 12.000 – € 18.000

Sistrix

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373

ALESSANDRO MAGNASCO,

GENANNT „IL LISSANDRINO“,

UM 1667 GENUA – 1749 EBENDA

Magnasco zählt zum italienischen Spätbarock. Als

Künstlersohn lernte er 1681/82 bei Abbiati in Mailand.

Als „figurista“ setzte er Staffagefiguren in Landschaften

von Kollegen ein. 1703 wirkte er zusammen mit Francesco

Peruzzini am Hof der Medici in Florenz, kehrte

aber 1735 nach Genua zurück. Nun entstanden Bilder

mit außergewöhnlichen Sujets, darunter Inquisitionsund

Folterszenen, Bettler oder Schausteller. Sein Interesse

galt also der Dokumentation von Armut und Elend

seiner Zeit. Erst im 20. Jahrhundert wurde sein Werk

wiederentdeckt, nachdem Benno Geiger 1914 eine Monografie

publiziert hatte. Es folgten Ausstellungen in

Berlin, München, Köln und Paris. Alfred Flechtheim sah

in ihm einen Vorläufer der Moderne.

DER TOD DES SENECA

Öl auf Leinwand. Doubliert.

110 x 70,8 cm.

In vergoldetem, vegetabil akzentuiertem Rahmen.

Beigegeben eine Expertise von Anna Orlando, Genua

Mai 2022, in Kopie.

Lucius Annaeus Seneca (etwa 5 v. Chr. – 65 n. Chr.) war

ein bedeutender Redner in der frühen römischen Kaiserzeit.

Auf Veranlassung der Kaiserin Agrippina wurde

er zum Erzieher und politischen Berater des jungen

Nero ernannt. In der Folge gewann Seneca während

Neros Herrschaft erheblichen Einfluss und Macht im

Römischen Reich. Doch im Jahr 65 n. Chr. geriet er in

den Verdacht, in eine Verschwörung gegen den Kaiser

verwickelt zu sein. Nero zwang ihn daraufhin, Selbstmord

zu begehen. Seneca soll die Selbsttötung erst

beim dritten Versuch gelungen sein: Zunächst habe er

sich die Pulsadern und weitere Arterien an den Beinen

geöffnet, dann soll er wie Sokrates einen Schierlingsbecher

getrunken haben und sei schließlich in einem

Dampfbad erstickt.

Das vorliegende Gemälde als Frühwerk Magnascos

und als eines der wenigen Einzelfigurenbilder aus seiner

Hand identifiziert.

Provenienz:

Sotheby’s London, 8. Mai 2019, Lot 86.

Literatur:

Vgl. Fausta Franchini Guelfi, Alessandro Magnasco,

Soncino 1991, S. 38 – 39, Kat.Nr. 15 und S. 40 – 41,

Kat.Nr. 16. (1450456) (13)

ALESSANDRO MAGNASCO,

ALSO KNOWN AS “IL LISSANDRINO”

CA. 1667 GENOA – 1749 IBID.

THE DEATH OF SENECA

Oil on canvas. Relined.

110 x 70.8 cm.

Accompanied by an expert’s report by Anna Orlando,

Genoa, May 2022, in copy. She identifies the present

painting as an early work by Magnasco and one of his

few single-figure paintings.

Provenance:

Sotheby’s London, 8 May 2019, lot 86.

Literature:

cf. Fausta Franchini Guelfi, Alessandro Magnasco,

Soncino 1991, pp. 38 – 39, cat. no. 15 and pp. 40 – 41,

cat. no. 16.

€ 18.000 – € 25.000 (†) INFO | BID

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195


374

FRANZÖSISCHER MEISTER DES

AUSGEHENDEN 18. JAHRHUNDERTS,

KREIS DES MICHEL BRUNO BELLENGÉ (1726 – 1793)

Gemäldepaar

BLUMENSTILLLEBEN

Je 95 x 138 cm.

In durchbrochen gearbeitetem, floralem Rahmen.

Zwei Blumenstillleben vor zartem hellem Himmel. Die

zentralen Blumenkörbe werden von floralen Festons

und Girlanden seitlich und oben begrenzt.

(1460207) (1)

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FRENCH SCHOOL, LATE 18TH CENTURY,

CIRCLE OF MICHEL BRUNO BELLENGÉ

(1726 – 1793)

A pair of paintings

FLORAL STILL LIFES

Oil on canvas.

95 x 138 cm each.

Sistrix

€ 18.000 – € 24.000 INFO | BID

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197


CATALOGUE IV

IMPRESSIONISTS & MODERN ART

19TH/20TH CENTURY PAINTINGS

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